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VERBUND AG Annual Report 2010

Apr 4, 2011

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Annual Report

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Durch Wandel wachsen. Mit Energie verändern.

Jahresfinanzbericht 2010

VERBUND Jahresfinanzbericht 2010

Teil 1 – Konzern 7
Konzernlagebericht 39
Konzernabschluss 114
Teil 2 – Mutterunternehmen 245
Lagebericht 259
Jahresabschluss 293

Teil 1 Konzern

Fünf-Jahres-Vergleich

VERBUND-Konzern 2010, IFRSs

Einheit 2010 2009 2008 2007 2006
Umsatzerlöse Mio. € 3.307,9 3.483,1 3.744,7 3.038,3 2.878,2
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. € 828,5 1.042,3 1.138,6 916,1 806,5
EBITDA Mio. € 1.059,2 1.251,5 1.321,8 1.099,1 984,0
Konzernergebnis Mio. € 400,8 644,4 686,6 579,2 501,1
Bilanzsumme Mio. € 11.291,0 10.345,2 8.293,8 7.339,8 6.440,2
Eigenkapital Mio. € 4.372,4 3.409,7 3.128,1 2.674,6 2.292,7
Nettoverschuldung (Net Debt)1 Mio. € 4.233,9 4.788,9 2.753,2 2.119,5 1.986,0
Zugänge zu Sachanlagevermögen Mio. € 635,7 471,9 440,3 249,4 201,2
Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 778,2 968,0 934,2 807,6 753,9
Free Cashflow Mio. € –355,8 –1.075,7 –187,5 161,1 239,8
EBITDA-Marge % 32,0 % 35,9 % 35,3 % 36,2 % 34,2 %
Umsatzrentabilität (ROS; EBIT-Marge) % 25,0 % 29,9 % 30,4 % 30,2 % 28,0 %
Return on Capital Employed (ROCE)1 % 8,2 % 12,9 % 16,7 % 15,9 % 15,7 %
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 12,9 % 22,4 % 27,3 % 26,8 % 26,8 %
Eigenkapital-Quote (bereinigt) % 39,9 % 34,3 % 41,3 % 39,6 % 39,6 %
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)1 % 96,8 % 140,4 % 88,0 % 79,2 % 86,6 %
Gross Debt Coverage (FFO)1 % 17,6 % 20,2 % 36,3 % 30,3 % 35,2 %
Gross Interest Cover (FFO)1, 2 X 3,6 4,8 7,1 8,1 7,7
Höchstkurs5 32,12 38,13 59,30 49,95 41,58
Tiefstkurs5 24,24 23,73 29,74 31,21 30,05
Letztkurs5 27,88 29,71 32,56 47,88 40,42
Marktkapitalisierung Mio. € 9.685,9 9.156,6 10.035,0 14.756,6 12.457,4
Ergebnis je Aktie5, 6 1,28 2,09 2,23 1,88 1,63
Cashflow je Aktie5 2,24 3,14 3,03 2,62 2,45
Buchwert je Aktie5 12,59 11,06 10,15 8,68 7,44
Kurs/Gewinn-Verhältnis (Ultimo)6 X 21,71 14,21 14,61 25,48 24,86
Kurs/Cashflow-Verhältnis X 12,45 9,46 10,74 18,27 16,52
Kurs/Buchwert-Verhältnis X 2,22 2,69 3,21 5,52 5,43
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie5 0,55 1,00 1,05 0,90 0,75
(Vorgeschlagene) Sonderdividende je Aktie 0,25
Dividendenrendite % 1,97 4,21 3,22 1,88 1,86
Pay Out Ratio % 47,67 59,79 47,13 47,89 46,13
Entity Value/EBITDA1 X 13,14 11,14 9,67 15,35 14,68
Betriebswirtschaftlicher Personalstand3 3.015 2.820 2.541 2.441 2.438
Stromabgabe4 GWh 55.729 51.289 56.057 57.038 55.472
Erzeugungskoeffizient 0,99 1,06 1,01 0,97 0,96

1 Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst. // 2 Zinsaufwendungen ohne den Kommanditisten zurechenbare Ergebnisanteile // 3 Aufgrund der zeitlichen Gewichtung von Beschäftigungsverhältnissen bei der Berechnung des betriebswirtschaftlichen Personalstands wird der Personalzugang aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises im Jahr 2009 quotal erfasst. // 4 Stromabgabe vor Fremdstromhandelssaldierung: Q1-4/2010: 141.369 GWh; Q1-4/2009: 111.962 GWh // 5 Der am 23. Mai 2006 erfolgte Aktiensplit im Verhältnis 1:10 ist berücksichtigt. // 6 Die durchschnittliche Aktienanzahl wurde zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie taggenau ermittelt.

Highlights

Entwicklung Dividende in €/Aktie
1,8
1,5
1,2 1,05 1,25*
0,9
0,6 0,55
0,3
0,0
2008 2009 2010

* inkl. Sonderdividende von 0,25 €/Aktie

VERBUND Geschäftsbericht 2010

Bericht des Vorstandes 14
Bericht des Aufsichtsrates 18
Organe der Gesellschaft 20
Strategie und Märkte 21
Investor Relations 26
Round Table 30
39
Konzernlagebericht
Unternehmen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 40
Wertorientierte Unternehmensführung 42
Nachhaltigkeit 46
Forschung und Entwicklung 50
Geschäftsentwicklung
Markt und Branche 54
Einflussfaktoren auf das Ergebnis 59
Ertragsanalyse 63
Bilanzanalyse 68
Finanzlage 70
Kennzahlen 71
Finanzierung 73
Geschäftsbereiche
Strom 79
Netz 88
Beteiligungen 95
Risikomanagement 100
Ausblick 105
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem 107
Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital 111
Ergebnisse nach dem Bilanzstichtag 113
Konzernabschluss
------------------------- -- --
Gewinn- und Verlustrechnung 115
Gesamtergebnisrechnung 116
Bilanz 117
Entwicklung des Eigenkapitals 118
Geldflussrechnung 120
Anhang 122
Bestätigungsvermerk 215
Corporate Governance Bericht
------------------------------------- --
Glossar 237
Impressum 244

Bericht des Vorstandes

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, gerade in Zeiten des Wandels ist eines besonders wichtig – eine klare Strategie. Wir sind überzeugt, dass die erneuerbaren Energieträger die Zukunft bestimmen werden. Die saubere und nachhaltige Wasserkraft bildet seit jeher das Rückgrat unseres Unternehmens. Sie wird im Europa von morgen eine noch bedeutendere Rolle spielen. Deshalb wird verbund weiter in ihren Ausbau investieren, ergänzt durch CO2 arme Wärmekraft und durch Windkraft.

Kapitalerhöhung treibt Investitionen in Wasserkraft an

Ein Meilenstein in der Geschichte von verbund war die am 24.11.2010 durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von rund 1 Mrd. €. Dabei wurden 39.215.686 neue Aktien zu einem Preis von 25,50 € pro Aktie platziert. Das Bezugsverhältnis betrug etwa 1:7,9. Mit Eintragung der Kapitalerhöhung hat sich das Grundkapital von verbund von 308,2 Mio. € auf rund 347,4 Mio. € erhöht. Das neue Kapital ermöglicht eine zügige Umsetzung der geplanten Investitionen auf Basis einer soliden Kapitalstruktur und eines Ratings im "A"-Bereich. In den kommenden sechs Jahren wird

verbund rund 2,4 Mrd. € in Wachstumsprojekte, wie die großen Pumpspeicherkraftwerke Limberg II in Salzburg und Reißeck II in Kärnten investieren. Wir werden auch den Ausbau des Hochspannungsnetzes in Österreich weiter vorantreiben und die Investitionen in der Türkei fortsetzen. Mit der Kapitalerhöhung geht verbund nach der herausfordernden Wirtschaftslage im vergangenen Jahr gestärkt in die Zukunft.

Wasserführung, Großhandelspreise und Einmaleffekte belasten Ergebnis Das Ergebnis für 2010 ist wie prognostiziert rückläufig. Die Umsatzerlöse reduzierten sich um 5,0 % auf 3.307,9 Mio. €. Der Rückgang des operativen Ergebnisses gestaltete sich geringer als zu Jahresanfang erwartet. Es sank um 20,5 % auf 828,5 Mio. €. Das Konzernergebnis reduzierte sich wie erwartet um 37,8 % auf 400,8 Mio. €. Grund dafür waren bereits kommunizierte Einmaleffekte aus der Wertberichtigung der Beteiligung an POWEO S.A. sowie Wechselkursverluste aus einer ¥-Anleihe. Weiters stieg der Zinsaufwand infolge verstärkter Fremdkapitalaufnahmen im Jahr 2009.

Die im Vergleich zu 2009 schwächere Wasserführung der Flüsse wirkte sich auf das Ergebnis aus, da verbund in Österreich rund 90 % des Stroms aus Wasserkraft gewinnt. Der Erzeugungskoeffizient lag mit 0,99 zwar nur um 1,0 % unter dem vieljährigen Durchschnitt, aber um 7,0 Prozentpunkte unter dem Wert im Vorjahr. Durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Jahr 2009 konnte die witterungsbedingte Mindererzeugung

der Laufkraftwerke aber kompensiert werden. Die Produktion der Jahresspeicherkraftwerke sank aufgrund der wesentlich geringeren Zuflüsse im Vergleich zu 2009 um 9,7 %.

Im Gegenzug stieg die thermische Erzeugung um 56,9 % auf 4.258 GWh. Ausschlaggebend dafür waren die höhere thermische Eigenerzeugung sowie der anteilige Strombezug aus dem POWEO-Kraftwerk Pont-sur-Sambre, das seit Ende September 2009 in Betrieb ist. Insgesamt betrug die Eigenerzeugung im Jahr 2010 31.078 GWh, also um 3,9 % mehr als noch 2009.

Zusätzlich wurde das Ergebnis stark durch die äußerst schwache Entwicklung der Großhandelspreise beeinflusst. So lagen die für das Geschäftsjahr 2010 relevanten Preise für im Jahr 2009 gehandelte Strom-Forwardkontrakte "Year Base 2010" im Durchschnitt mit 49,2 €/MWh um 30 % unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für die im Jahr 2009 gehandelten Front-Year-Peak-Kontrakte sanken im Jahresdurchschnitt 2009 mit 69,8 €/MWh um 30 %.

Handel und Vertrieb weiter ausgebaut

Auch 2010 hat verbund die Aktivitäten im Stromhandel und -vertrieb weiter ausgebaut. Im Stromhandel sind wir in über 20 europäischen Ländern aktiv und handeln an allen wichtigen europäischen Strombörsen, am bilateralen Over-the-Counter-Markt in zahlreichen Ländern Zentraleuropas sowie in Ostund Südosteuropa. Der Stromhandel ermöglicht verbund den Einsatz seiner Kraftwerke zu optimieren und die bestmögliche Vermarktung seiner Eigenerzeugung. 2010 handelte verbund 141 TWh – das ist das Doppelte des Jahresstromverbrauchs in Österreich. Mit diesem Handelsvolumen zählt verbund zu den führenden Stromhändlern Europas. Auch konnte im Geschäft mit Weiterverteilern der Lieferumfang ausgeweitet werden.

Im Vertrieb ist verbund der erfolgreichste neue Stromanbieter in Österreich und zählt zu den Top-5-Endkundenlieferanten auf dem österreichischen Markt. Auch der Kundenservice überzeugte: verbund gewann 2010 den Test der Zeitschrift Konsument des österreichischen Vereins für Konsumenten information.

Stabile Ausschüttungsrate von 47,7 % Die internationalen Börsen waren 2010 von den Folgen der Finanzmarktkrise gezeichnet und erholten sich erst in der zweiten Jahreshälfte. Das Auf und Ab an den Börsen beeinflusste auch den Kursverlauf der verbund-Aktie: Sie schloss zu Jahresende nach einer negativen Performance von 6,2 % mit einem Kurs von 27,9 €. In der Hauptversammlung am 13.4.2011 werden wir eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorschlagen. Die vorgeschlagene Dividende orientiert sich somit unverändert an einer Ausschüttungsrate von 45 – 50 % und beträgt für 2010 47,7 %.

Restrukturierung und Einsparungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben für verbund im Berichtsjahr unverändert schwierig. In logischer Konsequenz wurden die laufenden Kostenreduktionsprogramme, Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Optimierung der Kapitalstruktur fortgesetzt bzw. intensiviert. Die wohl bedeutendste dieser Maßnahmen war die erfolgreiche Kapitalerhöhung im November. Darüber hinaus wurden am 20.4.2010 mit der EVN AG (Energie Versorgung Niederösterreich AG) Verträge unterzeichnet, welche nach Zustimmung der albanischen und europäischen Behörden am 27.8.2010 rechtswirksam wurden. Demnach ist EVN nun mit 50 % am Kraftwerksprojekt Ashta beteiligt. Im Juni 2010 wurde eine Beteiligungstranche an den 2009 erworbenen Innkraftwerken verkauft: Die 17 Gesellschafter der Innkraft Bayern GmbH & Co. KG erwarben einen Anteil von 3,46 %.

Wegweisende Investitionen und Projekte für die Zukunft

Parallel zu den Restrukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen führten wir

v. l. n. r. Dr. Johann Sereinig Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer

die Investitionen in Österreich wie geplant fort. Schwerpunkte bilden der Ausbau der Wasserkraft sowie die Erhöhung der Sicherheit der österreichischen Stromversorgung. Priorität genießen das Pumpspeicherkraftwerk Limberg II in Salzburg und das Gasund Dampfkraftwerk im steirischen Mellach. Große Bedeutung hat auch die Fertigstellung des 380-kV-Österreich-Rings, der durch den steigenden Anteil der erneuerbaren Windenergie in Europa das Rückgrat der Stromversorgung ist. Für das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Kärnten erfolgte im Quartal 4/2010 der Spatenstich. An den Behörden- und Genehmigungsverfahren zu weiteren Wasserkraftprojekten,

wie den Pumpspeicherkraftwerken Jochenstein-Riedl oder Limberg III, sowie Laufkraftwerken, wie dem Gemeinschaftskraftwerk Inn, wird intensiv gearbeitet.

Als Schrittmacher in der Strombranche fördert verbund den Ausbau von Elektromobilität in Österreich und Europa sowie die anwendungsorientierte Forschung zum Energiemanagement und zu Zukunftsthemen wie intelligente Stromnetze (Smart Grids) und Stromzähler (Smart Meters).

Ausblick: Marktposition stärken

Wir sehen unser Unternehmen als Taktgeber, der aktuelle Entwicklungen in der Strombranche aktiv gestaltet. Unsere Stärke ist die Wasserkraft, ergänzt durch die Wärme- und Windkraft. Wir entwickeln zukunftsweisende Energielösungen für verantwortungsvolle Menschen. 2010 haben wir die Unternehmensstrategie und die Marke verbund neu positioniert und geschärft. Die starke Marke verbund soll Ihnen, unseren Kundinnen und Kunden sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch künftig Orientierung geben und Vertrauen vermitteln.

Nach der herausfordernden Wirtschaftslage im vergangenen Jahr gehen wir zuversichtlich und durch die Kapitalerhöhung gestärkt ins Jahr 2011. Wir werden die Investitionen wie geplant umsetzen, um die starke Position unseres Unternehmens am österreichischen und europäischen Strommarkt auszubauen.

Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung ungefähr gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Die Dividendenpolitik wird sich weiterhin an einer konstanten Ausschüttungsquote zwischen 45 % und 50 % des Konzernergebnisses orientieren.

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Dr. Johann Sereinig Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer

Bericht des Aufsichtsrates

Im Geschäftsjahr 2010 war verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, mit überaus schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Mit einiger Verzögerung haben sich die Folgen der globalen Wirtschaftskrise auch in den Ergebnissen des Konzerns ausgewirkt. Trotz der angespannten Marktverhältnisse und einer leicht unterdurchschnittlichen Wasserführung gelang es verbund aber, durch Restrukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen die Rückgänge in Grenzen zu halten und seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums weiterzuverfolgen.

Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in sieben Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt mehr als 91 %. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrates gehalten und in Fällen von Abwesenheit einzelner Mitglieder deren Meinung eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Auch hat der Aufsichtsrat aufgrund der

umfangreichen Berichterstattung des Vorstandes dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.

Kapitalerhöhung und Investitionen

Das abgelaufene Geschäftsjahr war insbesondere von der im September 2010 durch die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung fast einhellig beschlossenen Kapitalerhöhung geprägt. Die Durchführung dieser Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € wurde in der Folge vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen und noch im November 2010 erfolgreich umgesetzt. Die Kapitalerhöhung stärkt die Kapitalstruktur des Unternehmens und bringt verbund zusätzliche Flexibilität bei der zügigen Umsetzung des langfristigen Inves titionsplans – insbesondere von Projekten im Inland – gemäß der Strategie für weiteres wertschaffendes Wachstum.

Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrates sind neben der Genehmigung des Konzernbudgets vor allem die Zustimmung zum Baubeschluss für das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II hervorzuheben, weiters die Genehmigung von Kapitalaufnahmen bzw. Garantieübernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren und eine ausreichende Liquidität zu sichern. Weitere wichtige Themen waren die Änderung der Satzung, unter anderem mit dem neuen Firmennamen "VERBUND AG" und die strategische Weiterentwicklung der Auslandsbeteiligungen. Bei letzteren sind vor allem

Restrukturierungsmaßnahmen bei POWEO S.A. (Group) in Frankreich zu nennen, wozu mehrere Berichte vorgelegt und entsprechende Maßnahmen beschlossen wurden. Überdies kam es zur weiteren Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen, wodurch das Risiko beträchtlich verringert wurde und nur mehr eine derartige Transaktion aufrecht ist.

Neue Zusammensetzung für Aufsichtsrat und Vorstand

In der ordentlichen Hauptversammlung am 7.4.2010 fand eine Neuwahl des gesamten Aufsichtsrates statt, da die Funktionsperiode aller gewählten Mitglieder ausgelaufen war. Die Größe des Aufsichtsrates blieb unverändert, drei Mitglieder wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Belegschaftsvertretern gab es keine Änderung. Bei der Konstituierung des für fünf Jahre bestellten Aufsichtsrates wurden der bisherige Vorsitzende und seine Stellvertreter bestätigt.

Auch in der Zusammensetzung des Vorstandes gab es im Geschäftsjahr 2010 eine Änderung:

Mag. Christian Kern schied auf eigenen Wunsch am 7.6.2010 aus dem Vorstand aus. Nach dem Ausscheiden von Mag. Christian Kern hat der Aufsichtsrat eine neue Geschäftsverteilung für den Vorstand in Kraft gesetzt. Im Jahr 2011 soll eine Nachbesetzung von Mag. Christian Kern erfolgen.

Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre Mitwirkung im Aufsichtsrat und Mag. Christian Kern für sein langjähriges erfolgreiches Wirken in leitenden Funktionen bei verbund.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrates

Als führendes börsenotiertes Unternehmen seiner Branche hat sich verbund schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex gegenüber verpflichtet und hat zu Beginn des abgelaufenen Jahres sein Commitment auch hinsichtlich des – per Jänner 2010 – überarbeiteten Kodex ausdrücklich erneuert. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrates mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen und begründeten Abweichung vollständig eingehalten.

Gemäß der Anforderung des Corporate Governance Kodex hat sich der Aufsichtsrat auch laufend mit der Effizienz seiner Organisation und seiner Arbeitsweise auseinandergesetzt. Als wesentliche Maßnahmen hat der Aufsichtsrat insbesondere eine Verkleinerung seines Arbeitsausschusses von insgesamt neun auf sechs Mitglieder und eine effizientere Vorgangsweise bei den schriftlichen Sitzungsunterlagen beschlossen.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Berichtsjahr sechsmal (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen und zur Genehmigung wesentlicher Vorhaben in Tochtergesellschaften). Der Prüfungsausschuss hielt vier Sitzungen ab und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw. der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.

Gemäß dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrates eingerichtet. Der Vergütungsausschuss, der mit dem Präsidium ident ist, hielt zwei Sitzungen ab, welche die Vergütung des Vorstandes und das Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss tagte einmal, um die Neuwahl des Aufsichtsrates vorzubereiten. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern – zum Teil gemeinsam mit dem Gesamtvorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung sind dem Corporate Governance Bericht (ab Seite 212) zu entnehmen.

Jahresabschluss, Konzernabschluss

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, ge prüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln und dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2010 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstandes wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate Governance Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2010 aus.

Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Dr. Gilbert Frizberg, Vorsitzender des Aufsichtsrates Wien, im Februar 2011

Organe der Gesellschaft

Kurzdarstellung

III Nähere Angaben finden Sie im Corporate Governance Bericht auf Seite 212.

Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Generaldirektor und

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mitglied des Vorstandes

Vorsitzender des Vorstandes Dr. Johann Sereinig Stellvertretender Generaldirektor und stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes Mag. Christian Kern Mitglied des Vorstandes (bis 7.6.2010)

Aufsichtsrat

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender Dr. Maximilian Eiselsberg 1. stv. Vorsitzender Dkfm. Peter Püspök 2. stv. Vorsitzender o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner (bis 7.4.2010) Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Dr. Burkhard Hofer Mag. Harald Kaszanits (ab 7.4.2010) Mag. Herbert Kaufmann Dr. Michael Losch (bis 7.4.2010) Mag. Dr. Reinhold Süssenbacher (ab 7.4.2010) Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg (bis 7.4.2010) Christa Wagner (ab 7.4.2010) Ing. Siegfried Wolf Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat

Strategie und Märkte

III Die acht strategischen Pfeiler finden Sie auf Seite 15.

Wirtschaftskrise, Klimawandel, neue Technologien: Überall ist die Welt im Umbruch. Das betrifft auch und ganz besonders die Strombranche. Angesichts immer knapper werdender fossiler Ressourcen, aber einer steigenden Nachfrage nach Energie sind klimafreundliche Energieträger und zukunftsweisende Lösungen für verantwortungsvolle Menschen gefragt. verbund sieht sich als Taktgeber, der diese Entwicklungen aktiv gestaltet. Deshalb haben wir 2010 unsere Unternehmensstrategie geschärft und acht Eckpfeiler als Basis für unsere Arbeit definiert.

Werte schaffen für die Zukunft

Wirtschaften bedeutet Werte schaffen. Diesem Grundsatz haben wir uns für die Eigentümer, unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtet. Die gemeinsame Klammer der verbund-Strategie besteht im klaren Bekenntnis zur wertorientierten Unternehmensführung und zu einem stabilen Rating im "A"-Bereich. Unsere Investitionsund Akquisitionstätigkeit erfolgt nach wertorientierten und strategischen Kriterien.

Fünf Märkte im Fokus

Unseren topografischen Schwerpunkt bilden fünf Märkte: unsere Kernmärkte Österreich und Deutschland sowie die Beteiligungen in Italien, Frankreich und der Türkei.

Österreich und Deutschland, die beiden Kernmärkte

Unser Heimmarkt Österreich hat für uns die größte Bedeutung, weil hier aus geografischen Gründen die Ressource Wasser vom Umfang her einzigartig vorhanden ist. Das gibt uns die Möglichkeit, die klimafreundliche Form der Energiegewinnung aus Wasserkraft in vollem Maße zu nutzen.

Neben Österreich ist und bleibt Deutschland unser mit großem Abstand wichtigster Strommarkt. Hier werden wir unser Engagement verstärken. Ein wichtiger Schritt dazu war die Übernahme von 13 Laufwasserkraftwerken der E.ON am bayerischen Inn im Jahr 2009. Diese bilden eine ideale Ergänzung der bestehenden Erzeugungsanlagen von verbund und haben aufgrund der geografischen Nähe zum Heimmarkt Österreich einen besonderen strategischen Wert.

Italien, der solide und profitable Markt

In Italien haben wir 1999 die Sorgenia S.p.A. (Group) gemeinsam mit der italienischen Industrieholding CIR gegründet. Italien hat sich seither als ein solider und profitabler Markt erwiesen. Aufgrund fehlender Erzeugungskapazitäten und der damit einhergehenden Importabhängigkeit sowie limitierter Übertragungskapazitäten waren und sind die Strompreise in Italien unter den höchsten in Europa. Hierdurch ist es möglich, vorteilhafte Margen am italienischen Markt zu erwirtschaften. Ausbaupotenziale sind hier vor allem im Bereich der Gas- und Windenergie gegeben.

Frankreich, der herausfordernde Markt

Frankreich hat sich im vergangenen Jahr als unser herausforderndster Markt gezeigt. Mit einer Beteiligung von 46 % sind wir der größte Einzelaktionär der POWEO S.A. (Group). Die bisherige Strategie sah den Aufbau von thermischen und erneuerbaren Erzeugungskapaztitäten sowie eines starken Endkundenportfolios vor. Während der Erzeugungsbereich für verbund den Marktbedingungen entsprechend zufriedenstellend läuft, hat sich unsere große Hoffnung auf eine Strommarktliberalisierung bisher nicht erfüllt. Die Umsetzung des Loi NOME, das die Rahmenbedingungen für eine profitable Tätigkeit am Endkundenmarkt regeln soll, hat sich weiterhin verzögert, mit einer Umsetzung wird für das erste Halbjahr 2011 gerechnet. In der derzeitigen Situation ist es in diesem Markt als alternativer Anbieter unmöglich, positive Margen zu erzielen. Das betrifft aber nicht nur POWEO S.A. (Group), sondern alle alternativen Anbieter. Die jahrelangen Verzögerungen haben bei der POWEO S.A. (Group) zu hohen Verlusten geführt. Ein Aktionsprogramm zur Beendigung dieser Situation wurde gestartet. verbund unterstützt die Neuausrichtung der Gesellschaft durch das Angebot zur Übernahme des 60 %- Anteils von der POWEO S.A. (Group) an der POWEO Production S.A.S. Die Umsetzung der Transaktion soll im Quartal 1/2011 abgeschlossen werden. POWEO S.A. (Group) erhält eine zeitlich befristete Call-Option zum Rückkauf der Anteile. Weiters hat man entschieden, sich im Sinne einer Fokussierung des Geschäftsmodells vom Renewables-Bereich zu trennen. Ein Verkaufsprozess wurde eingeleitet.

Türkei, der einzigartige Wachstumsmarkt

Die Türkei ist ein attraktiver Wachstumsmarkt mit einem erwarteten langfristigen Anstieg der Stromnachfrage von ca. 6 % pro Jahr. Deshalb haben wir uns im Jahr 2007 dazu entschlossen, mit dem Erwerb von 50 % der Anteile an Enerjisa Enerji Üretim A.S. (Group), der Stromerzeugungsgesellschaft der türkischen Sabanci-Gruppe, in den türkischen Strommarkt einzusteigen. Sowohl im Wasserkraftbereich, wo wir unsere Kernkompetenz einbringen, als auch bei den neuen erneuerbaren Energien (Wind, Sonne) und bei modernen thermischen Kraftwerken hat die Türkei noch große Ausbaupotenziale.

Wasserkraft ist unsere Kernkompetenz

Unsere wichtigste Kraftquelle ist das Wasser. Wir werden auch in Zukunft in den Ausbau der Wasserkraft investieren. Höchste Priorität haben für uns Investitionen in Wasserkraftprojekte in unseren Kernmärkten Österreich und Deutschland. Neben der Errichtung von kleinen bis mittelgroßen Laufkraftwerken ist unser Fokus vor allem auf die Erweiterung bestehender Pumpspeicherkraftwerke gerichtet. Hier sind insbesondere die Projekte Limberg II, Reißeck II und Limberg III zu nennen. Die Möglichkeit der "Stromspeicherung" in den Pumpspeicherkraftwerken und deren flexible Einsatzmöglichkeit sichern uns einen deutlichen Wettbewerbsvorteil in Europa. Denn Pumpspeicherkraftwerke sind der ideale Lieferant für die notwendige Ausgleichsenergie, die durch den massiven Ausbau der stark wetterabhängigen erneuerbaren Technologien – vor allem Wind- und Solarkraft – immer wertvoller wird. Zusätzlich zu unseren Wasserkraftprojekten in den Kernmärkten Österreich und Deutschland setzen

Acht strategische Pfeiler von verbund

01

Profitables Wachstum und starkes Rating

Wir bekennen uns zu einer wertorientierten Unternehmensführung unter Aufrechterhaltung eines starken Ratings.

02

Fünf Märkte im Fokus

Wir konzentrieren uns auf fünf Märkte: Neben Österreich und Deutschland liegt der Fokus auf Italien, Frankreich und der Türkei.

03

Wasserkraft

Rund 90 % des VERBUND-Stroms stammen aus umweltfreundlicher Wasserkraft. Wir bauen die Wasserkraft in unseren Märkten weiter aus.

04

Wärme- und Windkraft als Ergänzung

Neben Wasserkraft investieren wir in CO2-arme Wärmekraft aus Erdgas sowie Windkraft. Diese beiden Erzeugungsformen ergänzen die umweltfreundliche Energieerzeugung von VERBUND.

05

Handel

Der Handel ist die zentrale Drehscheibe für Energie bei VERBUND und sorgt für die bestmögliche Vermarktung unserer Erzeugung. Ziel ist es, den internationalen Handel weiter auszubauen.

06

Vertrieb

Die Belieferung von Endkunden dient der Absicherung der Eigenerzeugung und positioniert VERBUND als attraktiven Dienstleister für Industrie-, Gewerbeund Haushaltskunden. Ziel ist es, weitere Endkunden zu gewinnen.

07 Stromnetz

Das VERBUND-Stromnetz ist das leistungsstärkste Netz in Österreich und bindet unser Land an den internationalen Strommarkt an. Wir treiben den Ausbau des Netzes weiter voran, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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Innovation und neue Anwendungen

Wir sind bei der Entwicklung neuer Stromanwendungen vorne mit dabei und fördern aktiv Forschung und Entwicklung – zum Beispiel im Bereich Elektromobilität.

wir unsere Kompetenz und unser umfassendes Know-how vor allem auch bei Investitionsprojekten in unseren internationalen Beteiligungen ein. So stellt Wasserkraft die Hälfte der in der Türkei vorgesehenen neuen Kraftwerkskapazitäten dar.

Wärme- und Windkraft als Ergänzung

Eine CO2-arme Ergänzung für unser primär auf die Wasserkraft ausgerichtetes Erzeugungsportfolio bilden Investitionen in Gas- und Windkraftwerke. Unsere Vorzeigeprojekte in diesem Zusammenhang sind die Gas- und Dampfkraftwerke Mellach in Österreich, das 2012 in Betrieb genommen wird, und Bandirma in der Türkei, das bereits seit Oktober 2010 in Betrieb ist. In Rumänien entwickeln wir gegenwärtig einen 200-MW-Windpark mit einer voraussichtlichen Jahresstromproduktion von rund 550 GWh. Mit Projekten wie diesen wollen wir einerseits eine diversifizierte, optimale Erzeugungsstruktur erreichen und andererseits einen nachhaltigen Energiemix aus umweltfreundlicher Stromgewinnung sicherstellen. Besonderes Augenmerk bei den Erdgas- und Windkraftprojekten liegt auf der Ausgewogenheit des Gesamtportfolios hinsichtlich der Erzeugungskapazitäten und Zielländer, um eine risikooptimale Ertragsposition zu erreichen.

Handel und Vertrieb weiter ausbauen

Ein zentrales Element in der Wertschöpfungskette von verbund stellt der internationale Stromhandel dar. Er ist verantwortlich für eine bestmögliche Vermarktung der Eigenerzeugung, die Optimierung des täglichen Kraftwerkeinsatzes und den Zugang zu den Energiemärkten für unsere Kraftwerke und unseren Endkundenvertrieb. Mit seinem umfassenden Know-how im Bereich Risikomanagement, Trading und Energiewirtschaft stellt der Handel somit die Drehscheibe für die nationalen und internationalen Aktivitäten des Konzerns dar. Über seine Handelstochter ist verbund in über 20 Ländern aktiv. Dabei werden sowohl Börsen- und OTC-Geschäfte im In- und Ausland getätigt als auch der Kontakt zu Weiterverteilern gepflegt. Eine immer mehr an Bedeutung gewinnende Facette des Handels bildet das Geschäft mit Grünstromprodukten, wobei vor allem Deutschland einen wichtigen Absatzmarkt darstellt.

Eine strategisch wichtige Ergänzung ist der Abschluss der Wertschöpfungskette im Strom geschäft mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft. Der Zugang zu eigenen Endkunden ist vor allem in Zeiten der Krise mit hoch volatilen Großhandelsmärkten ein wichtiges Element in der Risikodiversifizierungsstrategie des Konzerns. Durch den Auftritt am Endkundenmarkt erlangt die Marke verbund zudem einen wichtigen Bezugspunkt in der Gesellschaft und unterstreicht die Positionierung von verbund als Wettbewerbstreiber und attraktiven Dienstleister.

Stromnetz – das Rückgrat der Stromversorgung

Ein sehr bedeutender Faktor in der Energiewirtschaft ist das Hochspannungsnetz, das Rückgrat der Stromversorgung. Der immer größer werdende Anteil volatiler, erneuerbarer Energieformen und die daraus resultierende benötigte Ausgleichsenergie stellen immer höhere Ansprüche an die Netze. Ein Eckpfeiler unserer Strategie besteht daher im Ausbau des österreichischen Hochspannungsnetzes, um es an die steigenden Anforderungen anzupassen. Ohne leistungsfähige Leitungen sind der weitere Ausbau von Kraftwerken und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit elektrischer Energie nicht möglich. Darüber hinaus ist Österreich ein wichtiger Knotenpunkt für das Stromnetz in Europa und damit unerlässlicher Partner bei der Aufrechterhaltung der europäischen Stromversorgung.

Taktgeber für die Forschung und Entwicklung

Als führendes Stromunternehmen Österreichs gestalten wir neue Produkte und Entwicklungen von Beginn an mit. Einen Schwerpunkt bildet die Elektromobilität, deren Ausbau wir mit dem Verein Austrian Mobile Power sowie dem Leuchtturmprojekt EmporA fördern.

III Details zu Forschung und Entwicklung finden Sie auf Seite 42.

Investor Relations

Das Börsenjahr 2010 war von den Folgen der Finanzmarktkrise gezeichnet. An den internationalen Börsen kam es im ersten Halbjahr 2010 zum Teil zu deutlichen Kursverlusten. In der zweiten Jahreshälfte konnten sich die Börsen trotz schwieriger Rahmenbedingungen deutlich erholen. Insgesamt war das Jahr 2010 von einer markanten Differenzierung zwischen den einzelnen Märkten und auch zwischen den verschiedenen Branchen geprägt. Auf Jahressicht konnte der US-Börsenindex Dow Jones Industrial um 11,0 % zulegen, während der Euro Stoxx 50 und der Nikkei 225 unter dem Vorjahresultimo blieben. Die verbund-Aktie schloss zum Jahresende nach einer negativen Performance von 6,2 % mit einem Kurs von 27,9 €.

Internationales Börsenumfeld: Erholung im zweiten Halbjahr

Das erste Halbjahr 2010 war an den internationalen Börsen von Nervosität geprägt. Infolge schlechter Wirtschaftsdaten wuchs ab Mitte Jänner die Sorge vor einer Double-Dip-Rezession. Zusätzlich führten die Bankenpläne von US-Präsident Obama sowie die Finanzprobleme Griechenlands und weiterer EU-Staaten zu sinkenden Kursen. Überwiegend positive makroökonomische Daten führten ab Mitte Februar zu einer Kurserholung, die zwischen Mitte und Ende April zu Jahreshöchstständen an den internationalen Börsenplätzen führten. Innerhalb weniger Wochen wurden diese Gewinne aber wieder abgegeben, da die Herabstufung der Bonität europäischer Schuldnerländer zu hoher Risikoaversion der Investoren führte. Ein umfassendes Hilfspaket der EU für die Refinanzierung von Staatsanleihen konnte zwar den Rückgang an den Aktienmärkten bremsen, aber keine Trendwende herbeiführen. In den letzten Wochen des ersten Halbjahres haben die Kurse – bei hoher Volatilität – weiter nachgegeben. Somit schlossen die wichtigsten Börsenindizes zum Halbjahr 2010 unter den jeweiligen Ultimowerten von 2009.

Zu Beginn des zweiten Halbjahres 2010 setzte eine deutliche Kurserholung ein. Angesichts guter Unternehmensergebnisse haben sich die Marktteilnehmer von teilweise schwächeren volkswirtschaftlichen Daten nicht nachhaltig beeindrucken lassen. Besonders positiv verlief der Trend in den USA, aber auch in Europa legten die Börsen im Quartal 3/2010 überwiegend zu, insbesondere in den exportorientierten Kernländern der EU. Im Quartal 4/2010 hat die Aufwärtsentwicklung an den Aktienmärkten an Breite und Stärke gewonnen, die Kursentwicklung blieb aber an den meisten Börsenplätzen volatil. Während einerseits die positiven Konjunkturprognosen die Börsen beflügelt haben, blieb die europäische Schuldenkrise ein bestimmender, negativer Einflussfaktor. Die Kursrückgänge zur Mitte des Quartals konnten mit einem starken Dezember mehr als kompensiert werden.

Auf Jahressicht konnte der US-Börsenindex Dow Jones Industrial im Jahr 2010 um 11,0 % zulegen, der Euro Stoxx 50 hingegen verlor über das Gesamtjahr um 5,8 % an Wert. Der japanische Börsenindex Nikkei 225 sank um 3,0 %.

Die Wiener Börse hat sich 2010 neuerlich sehr gut entwickelt. Wie bereits im Jahr 2009 konnte der Wiener Leitindex ATX die Indexentwicklung der meisten internationalen Börsenplätze klar übertreffen. Der Kursverlauf an der Wiener Börse war in den ersten drei Quartalen von hoher Volatilität gekennzeichnet, die vor allem von Unsicherheiten über die weitere Konjunkturentwicklung und Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise gekennzeichnet war. Erst im September hat eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung eingesetzt. Zum Jahresende schloss der ATX mit 2.904,5 Punkten und einer positiven Performance von 16,4 %.

VERBUND-Aktienperformance: –6,2 %

Der Verlauf der verbund-Aktie 2010 war von der anhaltenden Unsicherheit der Anleger gegenüber Versorgerwerten geprägt. In den ersten zwei Monaten entwickelte sich die Aktie im Gleichklang mit dem ATX, in dem sie zum Jahresultimo mit 4,9 % gewichtet war. Anfang März kam es – aufgrund der leicht unter den Erwartungen liegenden verbund-Jahresergebnisse 2009 sowie des gedämpften Ausblicks auf 2010 – zu Kursrückgängen. Nach einem Aufwärtstrend im März und Anfang April verlor die Aktie wieder an Wert. Nach einer neuerlichen kurzen Erholung gab der Kurs Ende des ersten Halbjahres 2010 nach Ankündigung der Kapitalerhöhung wieder deutlich nach.

Im zweiten Halbjahr 2010 zeigte die verbund-Aktie auch bedingt durch die Kapitalerhöhung einen sehr volatilen Verlauf. Im Juli und August entwickelte sie sich im Gleichklang mit dem ATX. Im September standen Versorgerwerte aufgrund niedriger Strompreise und neuer Steuerbelastungen generell unter Druck, was sich auch negativ auf die verbund-Aktie auswirkte. Nach einer Erholung im Oktober verlor sie Ende November, beeinflusst durch das schlechte Marktumfeld, stark an Wert. Im Dezember konnten diese Verluste wieder größtenteils ausgeglichen werden. Zum Jahresende schloss die verbund-Aktie mit einem Kurs von 27,9 € und einer negativen Performance von 6,2 %. Die verbund-Aktie entwickelte sich damit schwächer als der ATX (+16,4 %), aber etwas besser als der Branchenindex DJ STOXX Utilities (–8,7 %).

Verbund (–6 %) DJ STOXX Utilities (–9 %) ATX (+16 %)

III

Aktuelle Informationen zur Verbund Aktie finden Sie auf www.verbund.com

Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € erfolgreich platziert

verbund hat am 24.11.2010 seine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und 39.215.686 neue Aktien platziert. Der endgültige Bezugs- und Angebotspreis wurde nach Ablauf der Bezugs- und Angebotsfrist und Abschluss des Bookbuilding-Verfahrens mit 25,50 € pro Aktie festgelegt. Das Bezugsverhältnis betrug etwa 1:7,9. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung wird für die Durchführung des langfristigen Investitionsplans sowie zur Stärkung der Kapitalstruktur verwendet werden.

Zum Bezugs- und Angebotspreis übten die bisherigen Aktionäre ihre Bezugsrechte zu rund 84 % aus. Die Republik Österreich und die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG haben ihre Bezugsrechte vollständig ausgeübt, das Syndikat aus EVN AG und Wiener Stadtwerke Holding AG fast gänzlich. Die übrigen Aktien wurden bei internationalen und österreichischen Investoren platziert.

Mit Eintragung der Kapitalerhöhung hat sich das Grundkapital der verbund ag von 308,2 Mio. € auf rund 347,4 Mio. € erhöht. Die neuen Aktien wurden ab 26.11.2010 an der Wiener Börse gehandelt und sind für das Geschäftsjahr 2010 voll dividendenberechtigt. Die Kapitalerhöhung wurde von Morgan Stanley als Global Coordinator und Sole Bookrunner zusammen mit der Raiffeisen Centrobank als Joint Lead Manager begleitet.

III Weitere Informationen zur Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital finden Sie auf Seite 103.

51 % der Aktien sind im Besitz der Republik Österreich, 49 % an der Börse notiert. Großaktionäre sind das Syndikat aus EVN AG und Wiener Stadtwerke Holding AG sowie die TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Die verbund-Aktie notiert an der Wiener Börse und in Frankfurt und kann an deutschen Regionalbörsen, in London und den USA über ein American Depositary Receipt erworben werden.

Umsatz, Marktkapitalisierung und Dividende

Der Börsenumsatz in verbund-Aktien erreichte 2010 einen Wert von 3.122,8 Mio. €. Durchschnittlich wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr täglich 454.682 Aktien gehandelt. Am 31.12.2010 betrug der sich aus der Marktkapitalisierung ergebende Gesamtwert des Unternehmens 9.685,9 Mio. €, die Gewichtung im ATX betrug 4,9 %. Für das Geschäftsjahr 2010 wird der Hauptversammlung am 13.4.2011 eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorgeschlagen. Die Payout-Ratio (Ausschüttungsrate) beträgt 47,7 %, die Dividendenrendite bezogen auf den Aktienkurs am 31.12.2010 liegt bei 2,0 %.

Aktive Kommunikation mit Investoren und Analysten

Der Bereich Investor Relations hat für verbund hohe Priorität. Zentrales Anliegen ist eine laufende offene und aktive Kommunikation mit Investoren und Analysten, um die bestmögliche Transparenz zu sichern.

2010 führte verbund Roadshows in Europa und den USA durch und nahm an zahlreichen Investorenkonferenzen teil – z.B. der UniCredit Corporates in Kitzbühel und der RCB-Konferenz in Zürs. Der Vorstand und das Investor-Relations-Team trafen Investoren aus aller Welt und informierten bei Conference Calls über die wesentlichen Kennzahlen sowie die operative und strategische Entwicklung von verbund. Die Website www.verbund.com bietet im Bereich "Investor Relations" umfangreiche Informationen wie Downloadversionen von Geschäftsund Zwischenberichten, Finanztermine, aktuelle Präsentationen, Informationen zu Hauptversammlungen sowie einen für das Web optimierten Online-Geschäftsbericht.

Die Beobachtung durch 17 renommierte heimische und internationale Investmentbanken sichert die Visibility der verbund-Aktie in der Financial Community. Im vergangenen Jahr haben folgende Investmenthäuser verbund gecovert:

Commerzbank Tanja Markloff Morgan Stanley Sean B. Lee Deutsche Bank James Brand Nomura John Musk Execution Noble Lawson Steele Société Générale John Honoré HSBC Adam Dickens UniCredit Lueder Schumacher Kepler Capital Markets Ingo Becker

Barclays Capital Peter Bisztyga Macquarie Research Matthias Heck CA Cheuvreux Alfred Reisenberger Bank of America Merrill Lynch Christopher Kuplent Erste Group Christoph Schultes Raiffeisen Centrobank AG Teresa Schinwald Goldman Sachs Deborah Wilkens The Royal Bank of Scotland Peter Crampton

III

Investor Relations Kontakt VERBUND AG Mag. Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement und Investor Relations Tel.: +43 (0)50313-52604 Fax: +43 (0)50313-52694 [email protected]

ROUND TABLE 19. Jänner 2011, Sofitel Vienna

Teilnehmer Wolfgang Anzengruber Vorstandsvorsitzender VERBUND

Brigitte Bach Leiterin Energy Department, Austrian Institute of Technology, Spezialgebiet: nachhaltige Energiesysteme

Rolf Wüstenhagen Inhaber des Good Energies Lehrstuhls für Management Erneuerbarer Energien an der Universität St. Gallen

Gerald Groß ORF-Journalist, Moderator "Zeit im Bild 1"

Die Strombranche steht vor großen Herausforderungen: Welche Bedürfnisse haben unsere Kunden? Auf welche Energieträger werden wir künftig bauen? Und wie kann das Energiesystem in fünfzig Jahren aussehen? Journalist Gerald Groß im Gespräch mit verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und den Energieexperten Brigitte Bach und Rolf Wüstenhagen.

Groß Im Gefolge der erfolgreichen Präsidentschaftskampagne von Obama ist es modern geworden, in der Wirtschaft von Change zu sprechen. Ist der viel beschworene Wandel in der Energiewirtschaft eine Marketingstrategie oder ein Gebot der Stunde?

Anzengruber Für uns als Stromerzeuger ist der Wandel ein klares Gebot der Stunde. Einige Ereignisse haben dazu geführt, dass wir Energie heute nicht mehr nur aus Wachstumssicht diskutieren. Mit der Gaskrise vor zwei Jahren kam das Thema Versorgungssicherheit auf, dann der Zugriff auf Ressourcen und die ökologischen Herausforderungen.

Der Wandel war schon früher reif für die Diskussion, jetzt ist er da. Ich bin sicher, dass wir uns in den nächsten Jahrzehnten massiv damit beschäftigen werden.

Groß Sehen es die Experten auch so: Früher hat man weggeschaut, jetzt sieht man hin und stellt sich den Herausforderungen?

Wüstenhagen Auch aus meiner Sicht steht der Wandel ganz oben auf der Agenda. Unser Energiesystem speist sich zu 20 % aus erneuerbaren und zu 80 % aus nicht erneuerbaren Energien, die uns irgendwann ausgehen werden. Das ist ein Thema, das viele Länder beschäftigt. Noch dazu stammt ein Großteil davon aus einer kleinen Region der Welt, die politisch nicht die stabilste ist. Das Ziel muss sein, dieses Verhältnis bis zur Mitte unseres Jahrhunderts umzudrehen – von 20:80 zu 80:20.

Bach Der Wandel betrifft viele Bereiche. Nehmen wir die Wirtschaftssituation: Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden wir ein ganz anderes Energiewirtschaftssystem vorfinden. Es zeigt sich deutlich, dass wir immer mehr erneuerbare Energien einbinden und die Energieeffizienz enorm steigern müssen. Das wird dazu führen, dass ökologische Mechanismen, aber auch Wissensmodelle anders funktionieren werden.

Groß Wir stehen am Ende einer Wirtschaftskrise, manche sagen, wir haben sie bereits hinter uns. Die Energiewirtschaft ist ein guter Konjunkturindikator, weil Stromkontrakte weit im Vorhinein abgeschlossen werden. Wie ist die Entwicklung einzuschätzen?

Anzengruber Strom trägt rund 20 % zum Energieportfolio in Europa bei. In den Jahren 2008 und 2009 ist der Stromverbrauch der produzierenden Industrie markant gesunken. Der private Sektor war hingegen kaum betroffen. Im letzten Jahr wurde dies deutlich kompensiert, Mitte 2011 sollte der Verbrauch wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Wir gehen davon aus, dass sich die Konjunktur in einer Erholungsphase befindet. Ob es ein nachhaltiges und belastbares Wachstumsszenario wird, werden wir sehen.

Wüstenhagen Es gibt Anzeichen in beide Richtungen. Wir haben im internationalen System noch sehr große Ungleichgewichte – die akute Eurokrise, die noch nicht überwunden ist, und die Währungsungleichheit zwischen USA und China. Ob wir schon auf dem Weg zur Normalität sind oder ob eine zweite Welle auf uns zukommt: Im Moment sind einige Fragen zur wirtschaftlichen Situation offen.

Groß Als Laie habe ich den Eindruck, dass die Energieexperten sich in einer Frage einig sind: Wie immer das Szenario der Zukunft aussieht, Strom spielt eine bedeutendere Rolle als jetzt. Kann man das so sehen?

Bach Es zeigt sich in vielen Bereichen, dass der Energiebedarf wächst. Um ein neues Energiesystem aufzubauen, müssen wir den Verbrauch ganz deutlich reduzieren und die Energieeffizienz erhöhen. Innerhalb des Energiebedarfs verschieben sich die Grenzen zum Stromverbrauch. Das liegt daran, dass hocheffiziente moderne Gebäude keine niedrigeren Temperaturen zum Heizen

benötigen und daher andere Technologien zum Einsatz kommen. Weiters fragen Konsumenten in größerem Umfang energiebasierte Services nach.

Bis 2030 wächst der globale Energiebedarf um 45 %.

Groß Herr Anzengruber, wie wird sich der Strombedarf weltweit entwickeln – und welchen Stellenwert haben die österreichischen Pumpspeicherkraftwerke für Europa?

Anzengruber Laut Prognosen wird der globale Energiebedarf bis 2030 um 45 % steigen. Die Volkswirtschaften Südostasiens, Chinas oder Indiens haben massiven Energiehunger. In Österreich und Europa wird das Wachstum nicht so groß sein. Aber der Anteil von Strom am Energieportfolio wird in 10 bis 20 Jahren auf ein Drittel steigen. Die neue Energieerzeugung in Deutschland via Windkraft ist volatil und es braucht die

balancierenden Kapazitäten der Pumpspeicherkraftwerke. Wir sollten diese Chance für Österreich wahrnehmen.

Groß Und was macht aus Ihrer Sicht die Position Österreichs in Europa aus?

Bach Österreich hat sich in der Forschung eine interessante Position erarbeitet. Wir sind sehr weit fortgeschritten bei Smart Grids, bei Demonstra tionsprojekten zu erneuerbaren Energien. Wir untersuchen die Rolle Österreichs beim Energieausgleich und beschäftigen uns mit Smart Cities. Diese könnten ebenso wie Elektro mobilität dazu beitragen, erneuerbare Energien zwischenzuspeichern. Bei all diesen Themen ist Österreich sehr weit vorne und könnte in der Forschung und wirtschaftlich profitieren.

Wüstenhagen Im europäischen Stromsystem hat Österreich eine einzigartige Position bei Wasserkraft und speicherfähigen erneuerbaren Energien. Nur Länder wie die Schweiz oder Norwegen sind in einer ähnlichen Situation. In dem Maß, wie in Europa fluktuierende erneuerbare Energien – allen voran Windenergie und Solarenergie – zunehmen, braucht es Speicher. Wenn es dann auch noch möglich ist, gesellschaftlich akzeptiert Kraftwerke zu bauen, ist das auf jeden Fall eine zukunftsfähige Strategie.

Der Wandel zur E-Mobility wird stattfinden.

Groß E-Mobility dürfte in Zukunft einer der wichtigsten Treiber des Strombedarfs werden. Es gibt Schätzungen, dass 2020 vielleicht 200.000 Elektroautos in Österreich unterwegs sein werden. Ist das realistisch aus Ihrer Sicht?

Anzengruber Der Wandel zur E-Mobility wird stattfinden, wenn wir nicht auf Mobilität verzichten wollen. Das heutige Mobilitätssystem beruht auf fossilen

Treibstoffen, hat einen Wirkungsgrad von nur rund 15 %, und den überwiegenden Teil der Energie müssen wir importieren. Wenn die Nachfrage in den großen Volkswirtschaften Asiens steigt, wird es zu einem Verteilungskampf um die Ressourcen kommen. E-Mobilität wird also alleine schon aus wirtschaftlichen Überlegungen wichtig. Wir haben die Plattform Austrian Mobile Power initiiert, da E-Mobilität mittel- und unmittelbar große Anforderungen stellt und ebenso viele Chancen bietet. Österreich hat eine starke Automobilindustrie und deshalb ist das auch eine Chance für die Wirtschaft.

Groß Frau Bach, Sie haben in diesem Zusammenhang einmal vom Auto als dem Energiespeicher der Zukunft gesprochen. Was kann man sich darunter vorstellen?

Bach Elektroautos brauchen Batterien oder Akkus, mit denen sie fahren. Diese werden am jeweiligen Standort – am

Arbeitsplatz, zu Hause oder an der Tankstelle – aufgeladen. Vermutlich wird es nicht mehr so sein, dass am Abend, zu Mittag oder in der Früh der Treibstoff (Strom) besonders günstig ist. Wenn es viel Angebot gibt und wenn man gerne hätte, dass alle tanken, dann wird der Preis etwas niedriger sein. Umgekehrt, wenn es im Netz ein Problem oder kurzfristigen Bedarf gibt, lässt sich die Energie abrufen und die Kapazität nutzen. Wenn ein großes Angebot auf eine geringe Nachfrage trifft, dann wird der Preis etwas niedriger sein. Und umgekehrt wird eine hohe Nachfrage den Preis steigern. Wenn es im Netz ein Problem oder kurzfristigen Bedarf gibt, lässt sich die Energie abrufen und die Kapazität nutzen.

Groß Herr Wüstenhagen, das ist noch ein bisschen Zukunftsmusik. Sie sind auch Ökonom. Wann wird das Elektroauto tatsächlich Realität?

Wüstenhagen Im Marketing stellt sich die Frage: Was will der Kunde? Denken Sie an die Waschmaschine, die sich einschaltet, wenn der Strompreis günstig ist. Welcher Kunde will sein Waschverhalten danach richten, ob er zwei Cent sparen kann? Es gilt, die Kundenbedürfnisse herauszufinden. Das ist Teil unserer Forschung bei Smart Grids. Wir sehen das auch in anderen Bereichen. Mobiltelefone haben sich rasant durchgesetzt, weil sie einen konkreten Kundennutzen stifteten. Bei den Elektroautos sind noch einige Fragen zu lösen wie Reichweite, Kaufpreis oder das Elektrotankstellennetz. Erst dann ist eine schnelle Marktdurchdringung möglich.

Groß Wenn es immer mehr dezentrale Einspeiser gibt, müssen auch die Netze anders geregelt werden. Hat sich im Management der Systeme schon etwas geändert?

Anzengruber In unserem Übertragungsnetz hat sich bereits einiges getan. Jetzt geht es darum, die Verteilnetze intelligenter zu machen und die bidirektionale Kommunikation sicherzustellen. Bei neuen erneuerbaren Energien müssen wir auf die Wirtschaftlichkeit achten. Es gilt, diese dort zu forcieren, wo es wirtschaftlich sinnvoll und das Angebot an Wind- und Sonnenstunden günstig ist. Derzeit verzerren massive Förderungsmaßnahmen den Wettbewerb. Wir brauchen eine europäische Synchronisation.

Wüstenhagen Es gibt kaum neue Technologien, die sich einfach so am Markt durchsetzen. Das Internet gäbe es heute nicht, wenn nicht das US-Militär viel Staatsgeld investiert hätte. Eine Anschubfinanzierung für neue erneuerbare Energien wie Solar- oder Wind-

kraft ist sinnvoll, wenn sie die Marktreife ermöglicht. Die Kunst liegt in der Abwägung: Wie bekommt man die Investitionen wieder zurück? Andererseits entstehen ja auch Zulieferindustrien. Klassische Maschinenbaufirmen besetzen Nischen in der Industrie der erneuerbaren Energien. Das ist auch eine Chance, wie die Gesellschaft zum Return on Investment kommt.

Bach Die spannende Herausforderung ist: Wie kann man diese technologischen Entwicklungen nutzen, nicht nur um in Europa den Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken, sondern auch um Technologieführerschaft zu übernehmen und Exportmärkte im großen Stil zu bedienen.

Wir müssen aufpassen, dass Strom nicht zum Luxusgut wird.

Groß Wie wird sich der Strompreis in der Zukunft entwickeln? Es gibt Schätzungen, dass er sich bis 2050 etwa vervierfachen könnte. Wird Strom irgendwann ein Luxus der Oberschicht sein?

Anzengruber Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa war möglich, weil Energie verfügbar und günstig ist. Wir müssen aufpassen, dass Strom nicht zum Luxusgut wird. Energie wird pro Einheit teurer werden, aber wir werden pro Person weniger verbrauchen. Dadurch werden die Energieausgaben für den einzelnen Haushalt gleich bleiben. Wenn wir weniger verbrauchen und die Effizienz steigern, können wir uns auch teurere Energien leisten. Das ist die große Chance für erneuerbare Energien.

Bach Andererseits steigt der Wunsch nach neuen Dienstleistungen, die mit Energie gekoppelt sind. Wenn wir nichts unternehmen, würde der Verbrauch massiv steigen. Denn wir müssen nicht nur die existierenden Dienstleistungen energieeffizienter gestalten, sondern auch alle künftigen. Ein Beispiel: Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es einen Mehrverbrauch von etwa 20 % pro Kopf an Wohnfläche, die beheizt werden muss, beleuchtet und klimatisiert.

Wüstenhagen Ich frage mich, ob es nicht auch auf der Bedürfnisebene so etwas wie "die Grenzen des Wachstums" nach dem Club of Rome gibt. Ist es tatsächlich so, dass wir immer weiter fahren wollen, immer noch größere Wohneinheiten brauchen? Oder gibt es nicht irgendwann einen Sättigungs -

effekt? Es ist ja nicht lustig, immer viel unterwegs zu sein und lange im Auto zu sitzen. Es gibt eine gewisse Chance, dass ein Lebensstilwandel in eine andere Richtung führen könnte.

Groß 2011 wird in Österreich des 100. Geburtstags von Bruno Kreisky gedacht. Sein Name ist mit Zwentendorf verbunden – dem Atomkraftwerk, das nie in Betrieb ging. Oft hat man in den letzten Monaten von einer Renaissance der Atompolitik gehört. Wie sehen Sie das?

Wüstenhagen Man muss zwischen Ankündigung und Wirklichkeit unterscheiden. Viele Länder kündigen an, dass sie etwas tun wollen: von Frankreich und Finnland über Italien und Großbritannien bis zu Entwicklungsund Schwellenländern. Tatsächlich passiert in Europa sehr wenig. Wir haben nach wie vor die ungelöste Endlager- und Rüstungsproblematik und

die Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine Studie des IIASA in Laxenburg hat kürzlich festgestellt, dass es bei der Kernenergie, im Unterschied zu den meisten anderen Technologien, negative Lernkurveneffekte gibt. Das heißt, je mehr Kernkraftwerke gebaut wurden, umso teurer wurde es. Ich glaube nicht an eine Zukunft der Kernenergie.

Groß Werfen wir einen Blick in die Kristallkugel: Wie sieht das Energiemodell der Zukunft aus?

Bach Das Energiemodell der Zukunft wird spannend und aktiv sein. Es wird viele Energie-Effizienztechnologien geben, Häuser werden z.B. für Klimatisierung keine fossile Energie mehr brauchen und erneuerbare Energien werden auf allen Ebenen eingebunden – lokal in den Städten und Dörfern, regional und in ganz Europa. Alles wird zu einem intelligenten System integriert, dessen Teile miteinander kommunizieren, hinter dem Wirtschaftsmodelle stehen und in das alle Beteiligten aktiv eingebunden sind: die Erzeuger, die Verbraucher, die Speicher und die Verteilnetze.

Groß Herr Anzengruber, die Wissenschafter dürfen träumen. Sie müssen es auf den Boden bringen. Welches Energiemodell wird es werden?

Anzengruber Im Jahr 2050 werden wir viel smartere Technologien haben und die Energiekonzerne werden sich massiv gewandelt haben. Wir werden den Wettbewerb nicht nur über Preise führen, sondern verstärkt über Dienstleistungen. verbund wird eines der größten Erzeugungsunternehmen von erneuerbaren Energien in Europa sein. Künftig haben wir in den Windregionen Europas starke Windkraftwerke, in den Sonnenregionen solarbasierte Technologien und Speicherkapazitäten in den Bergen. Viele Dinge, die wir brauchen, sind schon erfunden. Wir müssen sie nur intelligent kombinieren.

Konzernlagebericht

Unternehmen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Jahr 2010 beschäftigte verbund durchschnittlich 3.015 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch den Wachstumskurs im In- und Ausland nehmen Zahl und Umfang der Projekte sowie das dafür eingesetzte Kapital zu. Die anstehenden Herausforderungen sind nur mit den besten Führungskräften sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bewältigen.

Vorausschauende Personalentwicklung

Zentrale Aufgabe des Personalmanagements ist es, den Einsatz der richtigen Personen auf allen Ebenen sicherzustellen. verbund hat eine umfassende Personalplanung und -entwicklung mit zahlreichen Instrumenten etabliert – beginnend beim Recruiting über die Aus- und Weiterbildung und die leistungsorientierte Entlohnung bis zur Nachfolgeplanung. Ein strukturierter Recruitingprozess ist Voraussetzung dafür, dass die am besten geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden werden. Dies ist durch einen dreistufigen Auswahlprozess gewährleistet. Aus der Personalstrategie werden die wichtigsten Zielgruppen für die Aus- und Weiterbildung abgeleitet.

Mitarbeiterkennzahlen

Einheit 2009 2010
Durchschnittlicher Personalstand Personen 2.820 3.015
davon Lehrlinge Personen 118 147
Neuaufnahmen Personen 232 164
Weiterbildung pro Mitarbeiter Stunden 37,5 41,6
Durchschnittsalter der Mitarbeiter Jahre 44,2 44,3
Fluktuationsrate Prozent 0,8 1,6

Einsparungen im Personalbereich umgesetzt

Der wirtschaftliche Einsatz unseres Personals ist wesentlich. verbund hat 2010 im Personalbereich weitere Maßnahmen für Einsparungen durchgeführt. Im Licht der noch immer angespannten Lage der Weltwirtschaft wurde das strukturierte Kostensenkungsprogramm fortgesetzt. Es umfasste die Reduktion von Überstunden, den Abbau der Urlaubsrückstellungen sowie die Streichung oder Verschiebung geplanter Neuaufnahmen.

Die erforderlichen Personalaufnahmen führte verbund mit größtem Kostenbewusstsein durch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden konsequent und zielgerichtet mit Blick auf das zur Verfügung stehende Budget weitergebildet. verbund steigerte außerdem die Effizienz der Personalarbeit durch Zusammenlegung der verschiedenen Personalservices: Ab 1.1.2011 ist ein operatives Shared Center für die Personaladministration verantwortlich.

III Weitere Informationen finden Sie unter "Job & Karriere" auf www.verbund.com

Einheitliches leistungsorientiertes Gehaltsmodell und gezielte Nachfolgeplanung

Im Jahr 2009 wurde ein neues System zur Entlohnung von Führungskräften eingeführt. 2010 folgte ein konzernweites leistungsorientiertes Gehaltsmodell. Demnach können nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leistungs- und erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile erhalten. Die Höhe der variablen Anteile variiert je nach Funktion. Die Einstufungen basieren auf dem Kollektivvertrag der Elektrizitätsunternehmen Österreichs. Der Gehaltsvergleich mit anderen Unternehmen am Markt stellt eine faire, wettbewerbsfähige und kostenbewusste Entlohnung sicher. Die neuen Gehaltsmodelle gewährleisten die durchgängige Leistungsorientierung und sichern die Qualität und Produktivität.

Für einen Konzern wie verbund haben Führungskräfte eine Schlüsselfunktion. Die gezielte Nachfolgeplanung für diese Positionen ist daher von hoher Bedeutung. Zur Identifikation geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten erstellt verbund detaillierte Nachfolgepläne inklusive bedarfsorientierter Personalentwicklungskonzepte. In diesem Rahmen werden die Eignung, die Leistung und das Potenzial möglicher Talente im Unternehmen identifiziert. Regelmäßige Reviews stellen die Aktualität der Planung sicher.

In Aus- und Weiterbildung investieren

Das gewerblich-technische Personal bildet das Fundament von verbund in den Betrieben und Werken. Ein weiterer Schwerpunkt im Personalmanagement ist die Ausbildung von Lehrlingen. Im Jahr 2010 wurde die neue Zentral- und Lehrwerkstätte in Kaprun/Salzburg eröffnet. Sie ermöglicht gemeinsam mit den bestehenden Lehrwerkstätten in Ybbs-Persenbeug/Niederösterreich und in Töging am Inn/Deutschland rund 45 Lehrlingen jährlich den Start einer Ausbildung zum Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker. Insgesamt werden derzeit 147 junge Frauen und Männer ausgebildet.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Aus- und Weiterbildung der Facharbeiter und Meister. Durch die gezielte Doppelberufsausbildung zum Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker erweitert verbund das Wissen und den Einsatzbereich dieser wichtigen Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Außerdem wird jährlich ein auf die Erfordernisse des Arbeitsbetriebs abgestimmtes Bildungsprogramm angeboten.

Wertorientierte Unternehmensführung

Die Situation auf den internationalen Finanz- und Energiemärkten war auch 2010 schwierig. Ab dem Quartal 3/2010 verlief das operative Geschäft jedoch wieder deutlich stabiler. Trotzdem sank der Economic Value Added (EVA®) 2010 auf 54,2 Mio. € (Vorjahr: 350,4* Mio. €).

Werte schaffen für die Zukunft

Wirtschaften bedeutet Werte schaffen: verbund hat sich diesem Grundsatz bereits vor Jahren verpflichtet und verfolgt eine wertorientierte Unternehmensführung. Der EVA® wurde 2003 als Spitzenkennzahl festgelegt, um die Transparenz über die Wertschaffung im Unternehmen zu erhöhen.

Die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ist die oberste Prämisse für alle Entscheidungen. Aufgrund der geplanten Investitionen von verbund in Österreich und in den internationalen Kernmärkten wird das Management des Investitionsportfolios künftig verstärkt in den Fokus der wertorientierten Unternehmensführung rücken.

Economic Value Added weiterhin positiv

Der Unternehmenswert wird nachhaltig gesteigert, wenn der Economic Value Added positiv ist. Dieser erfasst – im Gegensatz zu EBIT, Cashflow- oder margenorientierten Kennzahlen – auch die risikoadjustierten Kapitalkosten und hilft, Fehlallokationen zu vermeiden. Der EVA® errechnet sich als Nettogröße aus dem Net Operating Profit After Tax (NOPAT) nach Abzug der Kosten für das durchschnittliche Geschäftsvermögen (Capital Charge).

Der NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn vor Finanzierungskosten, inklusive Beteiligungsergebnis und nach Berücksichtigung der Ertragsteuern. Im Jahr 2010 betrug er 677,3 Mio. € (Vorjahr: 876,5 Mio. €). Das Geschäftsvermögen entspricht dem durchschnittlichen Gesamtvermögen abzüglich der nicht in die Leistungserstellung und -verwertung involvierten Teile sowie dem unverzinslich zur Verfügung gestellten Fremdkapital. Es belief sich 2010 auf 8.307,9 Mio. € (Vorjahr: 6.788.5* Mio. €).

* Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Gewichtete Kapitalkosten blieben stabil

Die Kosten für das Geschäftsvermögen (Capital Charge) errechnen sich aus der Multiplikation des Geschäftsvermögens (Capital Employed) mit den gewogenen durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital – WACC). Die WACC umfassen das gewichtete Mittel der Renditeforderungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber. Sie werden aus den am Kapitalmarkt beobachtbaren Renditeerwartungen abgeleitet. Mithilfe des Kapitalmarktpreisbildungsmodells (CAPM) werden Eigenkapitalrisikozuschläge ermittelt. Eigen- und Fremdkapitalkosten werden anhand der Zielkapitalstruktur gewichtet.

Die WACC für verbund betragen 7,50 % und stellen sich wie folgt dar:

Gewichtete Kapitalkosten

Marktrisikoprämie 5,6 % Risikofreier Zinssatz 4,0 %
x Beta-Faktor 1,01 + Fremdkapital-Spread 1,6 %
= Eigenkapital-Risikoprämie 5,6 % = Fremdkapital-Kostensatz vor Steuern 5,6 %
+ Risikofreier Zinssatz 4,0 % – Ertragsteuersatz 23,3 %
= Eigenkapital-Kostensatz 9,6 % = Fremdkapital-Kostensatz nach Steuer 4,33 %
Eigenkapitalquote 60 % + Fremdkapitalquote 40 %
WACC = 7,50 %

Einheitliche Kriterien für alle Projekte

Künftige Investitions- und Akquisitionsprojekte werden nach unternehmensweit einheitlichen Kriterien und Modellen beurteilt. Für die einzelnen Segmente werden unterschiedliche Kapitalkosten herangezogen, die je nach Region variieren. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind wertorientierte Kriterien. Sie sollen eine kapitalmarktorientierte Rendite für die Aktionäre ermöglichen, den Marktwert steigern und ein nachhaltiges Unternehmensergebnis gewährleisten.

Für eine optimale Kapitalallokation werden die Projekte mit dem höchsten Barwert realisiert. Die Integration des EVA® in die Entscheidungsfindung stellt sicher, dass die periodischen Wertbeiträge von realisierten Projekten nach den gleichen Grundsätzen überprüft werden, die für künftige Projekte angesetzt werden.

RENATE PRETSCHER Nachhaltigkeitsbeauftragte Betriebswirtin / seit 1983 bei VERBUND / koordiniert Aktivitäten, Projekte und Berichte zur Förderung des ökologischen und sozialen Engagements des Unternehmens / schätzt die hohe Bereitschaft zur Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit

"Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst." (Mahatma Gandhi) "Wer einen Wandel will, muss selbst dazu beitragen: in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz und als Konsument. Als Nachhaltigkeitsbeauftragte will ich alle Kolleginnen und Kollegen motivieren und unterstützen, bei ihren beruflichen Aufgaben nachhaltig zu handeln."

Nachhaltigkeit

Mit dem Schwerpunkt auf Stromerzeugung aus Wasserkraft ist Nachhaltigkeit schon seit der Gründung des Unternehmens im Kerngeschäft verankert. Die nachhaltige Orientierung wurde bei der Neupositionierung der Marke im Jahr 2010 bestätigt und betont: Umweltfreundliche Wasserkraft ist und bleibt die größte Stärke von verbund.

Nachhaltigkeitsziele und -strategie

Zusätzlich zur Unternehmensstrategie erarbeitete verbund 2010 eine Nachhaltigkeitsstrategie. Damit sind die impliziten Leitlinien, nach denen das Unternehmen seit Jahrzehnten nachhaltig geführt wird, nun auch dokumentiert. Die Strategie ist Orientierung und Handlungsanleitung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dient als Basis für die Formulierung von Zielen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit.

Diese Ziele werden von einem Nachhaltigkeits-Arbeitsteam ausgearbeitet. Es umfasst Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft von verbund. In der Folge evaluiert und priorisiert der Nachhaltigkeitsrat die Ziele. Im Rat unter Vorsitz des verbund-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Anzengruber sind die Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der Tochtergesellschaften vertreten. Dieser Ablauf sichert die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Nachhaltigkeit bei verbund. Im Nachhaltigkeitsbericht werden die Ziele alljährlich veröffentlicht und über die Zielerreichung in der abgelaufenen Periode berichtet.

Ständiger Dialog mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft

verbund steht in Kontakt mit vielen unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Ziel ist, die Zu sa m menarbeit konstruktiv und verantwortungsbewusst zu gestalten. So finden auf Vorstands- und Expertenebene regelmäßig Round-Table-Gespräche mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen zu aktuellen Themen der Stromwirtschaft statt.

Mit den "Power Facts" hat verbund 2010 ein neues Medium zur kompakten Information von Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Wirtschaft geschaffen. Im Rahmen von "one day at verbund" besuchen Vertreter dieser Anspruchsgruppen im Bereich "Energie" einen Tag lang die verbund -Zentrale und diskutieren an Ort und Stelle unterschiedliche Themen mit Führungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt

Energieerzeugung ist immer mit Eingriffen in die Natur verbunden. verbund arbeitet seit den 1970er-Jahren daran, die Umweltauswirkungen seiner Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten.

Umweltmanagementsystem und Zertifizierungen

Seit 1995 wird das Umweltmanagementsystem v.a. nach EMAS und ISO 14001 begutachtet. Alle drei in Betrieb befindlichen thermischen Kraftwerke sind danach zertifiziert. Seit 2008

III Download der Nachhaltigkeitsberichte: http://reports.verbund.com Nachhaltigkeit ist Kern der Marke VERBUND: Wir streben auf allen Wertschöpfungsstufen der elektrischen Energie nach ökonomischer und ökologischer Exzellenz und schaffen dadurch Mehrwert für Kunden und andere Stakeholder. Wir bewerten unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen regelmäßig und veröffentlichen die von Experten geprüften Ergebnisse in jährlichen Berichten.

Nachhaltigkeitsstrategie

Umwelt

Unser Ziel ist es, alle unsere Anlagen umweltschonend zu errichten und zu betreiben sowie unsere Kunden mit umweltfreundlichen Produkten zu beliefern.

In Österreich und international setzen wir in der Stromerzeugung auf Wasser, ergänzt durch Wind und den CO2 armen Brennstoff Gas. Wir arbeiten weiter an der Reduktion unserer Emissionen – Kohle hat in Zukunft keine strategische Bedeutung. Mit einem starken Übertragungsnetz und Pumpspeicherkraftwerken ermöglichen wir die Integration der neuen erneuerbaren Energieträger, vor allem Wind und Sonne.

Wir vermeiden und verringern die ökologischen Auswirkungen unserer Anlagen und optimieren das Umweltmanagement an allen unseren Standorten. Ein konzerneinheitliches Umweltdatenmanagement ist die fundierte Entscheidungsgrundlage für unsere Vorhaben.

Wir setzen alles daran, mit Strom effizient und sparsam umzugehen. Nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch außerhalb durch Information und innovative Lösungen. Unsere Klimastrategie wird mit konkreten Kennzahlen und Zielen hinterlegt.

Der Fokus unserer Forschung liegt auf der aktiven Mitgestaltung der Energiesysteme der Zukunft durch innovative und zukunftsorientierte Lösungen.

Wirtschaft

Unser Ziel ist die Steigerung des Unternehmenswertes durch langfristiges und profitables Wachstum.

Klima- und umweltschonende Stromerzeugung – vor allem aus erneuerbaren Energieträgern – ist das Rückgrat unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Wir wachsen in Österreich, Europa und der Türkei auf Basis unserer Kernkompetenz: Strom auf allen Wertschöpfungsstufen. Mit unserer Tätigkeit erhöhen wir die Produktivität in vielen Lebensbereichen und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei.

Mit optimierter Betriebsführung und aktivem Kostenmanagement in unseren Projekten und Prozessen steigern wir die Effizienz und erhalten unsere Wettbewerbsfähigkeit. Faire Geschäftspraktiken und die Prinzipien der Nachhaltigkeit sind für uns selbstverständlich. Darauf legen wir auch bei unseren Lieferanten und anderen Geschäfts partnern Wert.

Gesellschaft

Unser Ziel ist es, unsere Unternehmenstätigkeit mit sozialer Ausgewogenheit auszuüben.

Wir übernehmen Verantwortung gegenüber den Menschen und der Gesellschaft, für die Strom ein wesentlicher Faktor ihrer Lebensqualität ist. Wir kommunizieren aktiv, offen und respektvoll mit Interessengruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Wir hören zu und informieren umfassend. Unser Erfolg liegt in kundenorientierten Leistungen mit ökologischer Ausrichtung und kompetenter, freundlicher Betreuung.

Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive und sichere Arbeitsplätze und legen großen Wert auf den Erhalt und die Weiterentwicklung ihres Know-hows. Die gesetzliche Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft und die Einhaltung der Grundsätze der International Labour Organization sind für uns selbstverständlich. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben für uns einen hohen Stellenwert. Mit unserer umfangreichen Lehrlingsausbildung sorgen wir für die Fachkräfte der Zukunft. Durch die Förderung der Mitarbeitervielfalt bringen wir unterschiedliche Sichtweisen ins Unternehmen ein.

Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung auch, indem wir karitative Organisationen unterstützen und unser Wissen auch an Schulen und Universitäten weitergeben.

entsprechen alle Netzstandorte und -leitungen den Standards ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, OHSAS 18001 und EMAS.

2010 waren von den 123 Wasserkraftanlagen 45 nach EMAS zertifiziert (56 % des Regel arbeitsvermögens/RAV) und 89 nach ISO 14001 (68 % des RAV). Seit 2009 entsprechen alle Wärme- und Wasserkraftwerke auch den TÜV-Kriterien.

Energie- und Klimapolitik fördern

verbund unterstützt aktiv die europäische Energie- und Klimapolitik und hat sein Expertenwissen in die 2010 präsentierte Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung eingebracht. Sie verfolgt die Verbesserung der Energieeffizienz, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die langfristige Sicherung der Energieversorgung. Ziel ist die Stabilisierung des Energieverbrauchs auf dem Niveau des Jahres 2005.

Zur Zielerreichung trägt verbund die Stromerzeugung aus Wasserkraft, den Ausbau der leistungsfähigen Übertragungsnetze und der Speicherkapazitäten in den Alpen, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Förderung der Elektromobilität bei.

2010: Jahr der Biodiversität

Die UNESCO ernannte 2010 zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt". Dadurch soll die Bedeutung der Vielfalt der Arten und der Vielfältigkeit innerhalb der Arten bewusster werden.

verbund trifft in Europa auf unterschiedlichste Ökosysteme, Regionen und Arten. Obwohl die Stromerzeugung von verbund – primär aus Wasserkraft – zu den saubersten und nachhaltigsten Formen der Energiegewinnung zählt, ist jeder Kraftwerksbau und -betrieb ein Eingriff in die Natur. verbund setzt seit vielen Jahren moderne Maßnahmen, wie z.B. Fischwanderhilfen und Rekultivierungen, um Auswirkungen auf die Biodiversität zu minimieren.

Stromerzeugung: Emissionen weiter gesenkt

Rund 90 % der Stromerzeugung von verbund stammen aus emissionsfreier Wasserkraft. Der Erzeugungsmix wird durch thermische Kraftwerke sowie Windkraftwerke ergänzt. In den vergangenen Jahren konnte verbund die absoluten und spezifischen Emissionen laufend senken. Treibhausgas-Emissionen ergeben sich primär aus den CO2-Emissionen der thermischen Kraftwerke. Die direkten CO2-Emissionen betrugen 2010 rund 3,2 Mio. t CO2. Die spezifischen Emissionen bezogen auf die Gesamterzeugung lagen 2010 bei 104 t CO2/GWh (2009: 74 t/GWh). Grund dafür ist die erhöhte thermische Erzeugung u. a. durch den erstmals ganzjährigen Einsatz des modernen Gas- und Dampfkraftwerks Pont-Sur-Sambre in Frankreich. Bei den spezifischen Emissionen der thermischen Erzeugung (inklusive Bezugsrechte) wurde 2010 die positive Entwicklung durch eine erneute Reduktion auf 761 t/GWh (2009: 818 t/GWh) fortgesetzt. Durch den Einsatz modernster Technologien werden diese Emissionen langfristig weiter sinken. verbund liegt damit im absoluten Spitzenfeld vergleichbarer europäischer Unternehmen.

Seit 2006 veröffentlicht verbund im Carbon Disclosure Project, der weltweit größten Klimadatenbank, CO2-Emissionen, -Reduktionsziele, Klimarisiken und -chancen. 2010 wird verbund als eines der Topunternehmen der rund 2.200 Teilnehmer gelistet. verbund führt

III

Download des aktuellen Reports zum Carbon Disclosure Project: www.cdproject.net

Kennzahlen Umwelt
Stromerzeugung Einheit 2008 2009 2010
Erzeugung (netto, ohne Eigenverbrauch) GWh 28.660 29.918 31.078
davon Wasser (inkl. Bezugsrechte) GWh 25.308 27.099 26.708
davon Wärme (inkl. Bezugsrechte) GWh 3.352 2.714 4.258
davon Wind und Photovoltaik GWh 0 106 112
Anteil von Wasser-, Windkraft und Photovoltaik % 88,3 90,9 86,3
Brennstoffeinsatz (Wärmekraftwerke) Einheit 2008 2009 2010
Steinkohle t 1.022.090 734.434 1.078.808
Braunkohle t 0 0 0
Heizöl schwer t 70.029 46.353 45.588
Gas 1.000 m3 13.532 9.481 10.007
Biomasse und Ersatzbrennstoffe (Klärschlamm) t 21.184 13.877 14.250
davon biogener Anteil t 21.184 13.877 14.250
davon fossiler Anteil t 0 0 0
Emissionen in die Luft (Wärmekraftwerke) Einheit 2008 2009 2010
CO2
fossil (eigene Erzeugung)
kt 2.885 2.093 2.887
CO2
fossil (Bezugsrechte)
kt 0 127 354
CO2
spezifisch (Gesamterzeugung)
t/GWh 101 74 104
CO2
spezifisch (Wärmekraft inkl. Bezugsrechte)
t/GWh 861 818 761
Emissionsvermeidung durch
Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik
(Vergleichsbasis: Kraftwerk Dürnrohr)
Einheit 2008 2009 2010
CO2 kt 20.499 22.036 21.724
Übertragungsnetz Einheit 2008 2009 2010
Transportierte Strommenge im Netz der APG GWh 35.707 37.569 37.218
Netzverluste GWh 454 480 475
Anteil der Netzverluste an der gesamten
transportierten Menge
% 1,3 1,3 1,3

die 14 am Report teilnehmenden Stromerzeuger mit den größten Emissionsreduktionen in den vergangenen Jahren an. Auch beim Energiemix liegt verbund mit dem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien mit Abstand an der Spitze.

Klimainitiativen

Zum dritten Mal in Folge prämierte verbund mit dem Lebensministerium und dem Gemeindebund "Österreichs Klimaschutz-Gemeinden". Die ersten Preise für innovative Projekte in den Kategorien erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Bewusstseinsbildung gingen 2010 an die Gemeinden Auersbach, Murau und Thalgau.

verbund und der Nationalpark Hohe Tauern gründeten 2010 die "verbund-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern". Sie fördert das Bewusstsein von Kindern für Klima und Klimaschutz. Das Angebot gilt zunächst für die Schulen der Nationalpark-Gemeinden; künftig sollen auch alle Schulen der Nationalpark-Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol eingebunden werden. Speziell ausgebildete Nationalpark-Ranger vermitteln in Projektwochen Zusammenhänge von Klima, Energie und Klimaschutz.

Strom zum Leben: Erfolgreiche Hilfsprojekte

Im Jahr 2009 hob das Unternehmen mit dem verbund-Stromhilfefonds der Caritas und dem verbund Empowerment Fund der Diakonie zwei große Kooperationen mit österreichweit wirkenden Sozialeinrichtungen aus der Taufe.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von verbund sind eingeladen, sich persönlich in diesen Projekten zu engagieren. So werden Tagesausflüge der Bewohnerinnen und Bewohner von Mutter-Kind-Häusern der Caritas zu Kraftwerken organisiert. Im Rahmen der Kooperation mit der Diakonie wird der Kontakt mit Menschen gefördert, die über elektronische Medien und mithilfe sogenannter assistierender Technologien kommunizieren. Das verbund-Engagement für die Gesellschaft wurde 2010 mit der Verleihung der "SozialMarie" der Unruhe Privatstiftung für das Stromhilfeprojekt mit der Caritas gewürdigt.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2010 wurde der Bereich Forschung und Entwicklung in verbund neu strukturiert. Das konzernweite und international tätige "Competence Center Innovation" trat an die Stelle der 2009 gegründeten Holdingabteilung. Die fachspezifische Forschung verbleibt bei den verbund-Tochterunternehmen. verbund ist derzeit in 73 Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 74,3 Mio. € involviert. Im Jahr 2010 investierte verbund rund 5 Mio. € in diese Projekte.

Klare Zuordnung von Aufgaben

Das neue "Competence Center Innovation" ist in erster Linie für Forschungsprojekte zuständig, die das Zusammenwirken mehrerer verbund-Unternehmen sowie externer Partner erfordern und mittelfristig in verwertbare Produkte bzw. Dienstleistungen münden. Beispiele dafür sind Projekte zu Elektromobilität oder Energiemanagement. Die fachspezifische Forschung zu Wasser-, Wärme- und Windkraft sowie Stromübertragung und Stromgeschäft wird weiterhin in den operativen Gesellschaften umgesetzt. Dank dieser Aufgabentrennung kann verbund rasch und effektiv agieren und sich optimal auf neue Marktchancen ausrichten.

III Download von Informationen zur VERBUND-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern: www.nationalpark-klimaschule.at

III Informationen zum Verein Austrian Mobile Power: www.austrian mobilepower.at

Forschung fördern und Wissen teilen

Mit der Förderung von Forschungsarbeiten im Rahmen von Diplomarbeiten und Dissertationen übernimmt verbund Verantwortung für junge Talente und potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt regelmäßig Vortragende zu Fachveranstaltungen im Bereich Forschung und Entwicklung, koordinierte im August 2010 die Alpbacher Wirtschaftsgespräche zum Thema Elektromobilität und hielt dazu eine BürgerInnen-Konferenz ab. Im Rahmen der Austria Tec Week vom 12. bis 15.10.2010 bei der Weltausstellung in Shanghai präsentierte die von verbund initiierte Plattform "Austrian Mobile Power" die neuen Aktivitäten zur Elektromobilität.

Elektromobilität auf der Überholspur

verbund bestätigte – nach der Gründung des Vereins Austrian Mobile Power 2009 – im vergangenen Jahr erneut seine Innovationsführerschaft im Bereich Elektromobilität. Seit Anfang 2010 führt verbund das erste und größte österreichische "Leuchtturmprojekt" für Elektromobilität an: EmporA (Electric Mobile Power Austria). An diesem Projekt sind 15 weitere Partner beteiligt, darunter industrielle Leitbetriebe wie Siemens, Magna und Infineon. Ziel von EmporA ist die Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Komponenten eines Gesamtsystems für Elektromobilität. Es wird vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung gefördert. Bei der neuerlichen Ausschreibung wurde eine Projekterweiterung ab 2011 eingereicht und von der Jury ebenfalls zur Förderung vorgeschlagen.

Außerdem entwickelte verbund mit den strategischen Partnern OMV, E.ON und Siemens weitere Projekte, die 2011 starten. Den Schwerpunkt bilden die Entwicklung und der Einsatz von Schnellladeinfrastruktur für moderne Elektrofahrzeuge, die die Ladezeit auf 15 bis 30 Minuten reduzieren werden.

Energiemanagement für die Zukunft

Ein wichtiges Thema im Energiemanagement für Endkunden ist die Transparenz. Kunden wollen jederzeit wissen, wie viel Strom sie verbrauchen und aus welchen Energieträgern der Strom erzeugt wird, damit sie ihre Energieeffizienz erhöhen können. Diese Information soll künftig jederzeit im Internet bzw. auf mobilen Kommunikationsgeräten abrufbar sein.

Da sich viele Stromkunden von reinen Konsumenten zu selbstständigen Produzenten (Prosumers) entwickeln werden, werden dezentrale Erzeugungseinheiten immer wichtiger für neue innovative Angebote. Derzeit wird getestet, die dezentralen Anlagen zu virtuellen Großkraftwerken zusammenzuschließen, um die Möglichkeiten der Steuerung in einem intelligenten Stromnetz (Smart Grid) auszuloten. Zusätzlich können künftig Gesamtlösungen für Heizund Kühlbedarf, Beleuchtung, Steuerung von elektrischen Geräten sowie Anbindung an die Elektromobilität geschaffen werden.

DIRK WESSOLLEK Elektro-Leittechniker

Elektroniker / staatlich geprüfter Techniker (D) / seit 2009 bei VERBUND / überwacht mit rund 25 Kollegen den Bau des Gas-und-Dampfkraftwerks Mellach / schätzt die offene Kommunikation, das selbstständige Arbeiten und die hohe Eigenverantwortung

"Das Gas-und-Dampfkraftwerk Mellach steht für einen klaren Wandel: Die hochmoderne thermische Anlage soll ab Ende 2011 gleich mehrere alte thermische Kraftwerksanlagen ersetzen, die in den vergangenen Jahren stillgelegt wurden. Sie wird klimafreundlicher und effizienter arbeiten, und der Wirkungsgrad ist wesentlich höher. Auf mich als Techniker warten hier spannende Aufgaben, ich freue mich darauf."

Geschäftsentwicklung

Markt und Branche

Die Weltkonjunktur hat sich im Jahr 2010 erholt, auch die österreichische Wirtschaft wuchs real um voraussichtlich 2,0 % (WIFO-Prognose von Dezember 2010). Zugleich stieg auch der Stromverbrauch. Mit einem Stromverbrauchswachstum von 4,3 % im Jahr 2010 wurde in Österreich das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Weltweite Erholung der Konjunktur

Die Weltwirtschaft hat sich 2010 wieder aus der tiefen Rezession gelöst. Das Tempo der Expansion fiel in den einzelnen Weltregionen sehr unterschiedlich aus. Besonders dynamisch entwickelte sich die Wirtschaft in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien, wo ein großer Bedarf an Investitionsgütern besteht.

Die Wirtschaft der USA wuchs 2010 laut Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Jänner 2011 real um 3,0 %. Nach IWF-Prognose, betrug das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum und in der EU jeweils 1,8 %. Die wirtschaftliche Lage in Europa hat sich stabilisiert. Die hohen Staatsdefizite und die anstehenden Maßnahmen zur Konsolidierung, die mäßige Investitionsdynamik, der Reformbedarf im Finanzsektor und die gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum belasten jedoch weiterhin die Konjunktur.

Auch die österreichische Wirtschaft schwenkte 2010 wieder auf einen Wachstumskurs ein. Die Wirtschaftsleistung stieg real voraussichtlich um 2,0 % (WIFO). Getragen wurde die Erholung primär von den Warenexporten. Auch der private Konsum entwickelte sich stabil.

Ausblick bleibt verhalten

In vielen Industrieländern sind die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise noch deutlich zu spüren. Das allmähliche Auslaufen der Konjunkturprogramme schwächte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 das globale Wachstum. Das Tempo des Weltwirtschaftswachstums wird sich laut IWF im Jahr 2011 verlangsamen, die gesamtwirtschaftliche Produktion bleibt aber deutlich aufwärtsgerichtet. Der Aufschwung im Euroraum (real +1,5 %) und in der EU (real +1,7 %) dürfte 2011 verhalten bleiben. In Österreich sagen WIFO und IHS ein reales BIP-Wachstum von bis zu 2,2 % voraus.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Energieverbrauch macht kräftigen Sprung nach oben

Der Wirtschaftsaufschwung und die kühle Witterung sorgten 2010 für eine kräftige Erhöhung des Energieverbrauchs in Österreich: Er wuchs deutlich stärker als die Wirtschaftsleistung. Dies deutet darauf hin, dass sich insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie bereits gut erholt hat.

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich im Jahr 2010 um etwas über 11 %. Ausschlaggebend waren die verstärkte Nachfrage der Industrie und der deutlich höhere Einsatz in den Kraftwerken. Auch die privaten Haushalte verbrauchten aufgrund der Witterung mehr Erdgas. Besonders stark stieg der Verbrauch von Steinkohle. Die österreichische Stahlindustrie steigerte die Rohstahlproduktion im Jahr 2010 um etwa 27 %. Damit einher ging ein stark erhöhter Einsatz von Kohle und Koks. In der Stromerzeugung stieg der Einsatz von Steinkohle um ebenfalls rund 30 %. Der Verbrauch an Mineralöl nahm ebenfalls zu, wenngleich das gestiegene Preisniveau die Entwicklung dämpfte.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch im Jahr 2010 entsprach dem des Vorjahrs. Zwar nahmen neue erneuerbare Energieträger wie Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse sowie Umweltwärme zu, aber das machte den witterungsbedingten Rückgang der Wasserkraft nicht wett. Nach wie vor basieren mehr als 70 % der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also Erdöl, Kohle und Erdgas.

Stromnachfrage steigt an

Die positive Wirtschaftsentwicklung sowie die kühle Witterung belebten die Stromnachfrage in Österreich. Im Jahr 2010 war der Stromverbrauch um durchschnittlich 4,3 % höher als im Jahr 2009. Wesentlichen Anteil daran hatte das Produktionswachstum bei den energieintensiven Industrien, ihre Steigerungsraten waren teilweise zweistellig.

Aufgrund der schwachen Wasserführung sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Österreich im Berichtsjahr um 5,4 %. Demgegenüber stieg der Einsatz der kalorischen Kraftwerke um 18,7 %. Die "sonstige Erzeugung" nahm um 2,9 % zu. Sie umfasst die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse − sie fällt unter die kalorische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen.

Insgesamt nahm die Stromproduktion in Österreich im Jahr 2010 um 2,9 % zu. Um die gestiegene Inlandsnachfrage zu decken, musste Österreich im Jahr 2010 rund 3 % seines Bedarfes netto importieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 war die Strom-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen.

Rohölpreise deutlich höher als 2009

Die aufgehellte gesamtwirtschaftliche Perspektive bewirkte 2010 eine deutliche Erholung der Preise an den Brennstoffmärkten. Dies trifft besonders auf die Rohölnotierungen zu. Trotzdem lagen die Preise noch weit unter dem Niveau unmittelbar vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Rohölsorte Brent notierte 2010 für kurzfristige Lieferungen (Frontmonat) im Durchschnitt mit etwas über 80 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Gegenüber 2009 hat sie sich um knapp 18 US-Dollar verteuert. Dazu trug bei der unveränderten OPEC-Förderquote die weiterhin hohe Nachfrage aus den asiatischen Schwellenländern bei. Auch die allgemeine Erwartung eines konjunkturbedingten Anstiegs des Rohölverbrauchs sorgte für festere Notierungen. Die Ölpreise für Terminlieferungen im Jahr 2011 folgten auf einem höheren Niveau der Preisentwicklung für kurzfristige Lieferungen.

Preisentwicklung Rohöl (Monatsdurchschnittspreise Brent Front Month)

Preise für Erdgas und Kohle steigen

Der Großteil der Erdgaseinfuhren nach Kontinentaleuropa beruht auf Langfristverträgen mit Koppelung an den Ölpreis. Dieser beeinflusst in der Regel mit mehrmonatiger Verspätung die Entwicklung am Gasmarkt. In Folge der gestiegenen Ölpreise endete Mitte 2009 die Talfahrt der österreichischen Importpreise für Erdgas. Von Jänner bis Oktober 2010 verteuerten sich langfristige Importverträge für Erdgas durchschnittlich um etwa 16 % auf 24,4 €/MWh.

Darüber hinaus gewann in den vergangenen Jahren der Handel mit frei verfügbaren Mengen an europäischen Handelsplätzen (Gasbörsen, physische und virtuelle Hubs) an Bedeutung. Hier wirkt sich der Ölpreis nicht unmittelbar auf die Preisbildung aus. Die liquidesten Handelsplätze in Europa sind der TTF-Hub (Title Transfer Facility) in Holland sowie der NCG-Hub (Net Connect Germany). Aufgrund der räumlichen Nähe beider Handelspunkte liegt eine sehr hohe preisliche Korrelation vor. Die NCG-Kontrakte notieren an der EEX. Der Spotmarktpreis für Erdgas (NCG) war im Jahr 2010 um 37 % höher als im Jahr zuvor. Auch die langfristigen Gaspreise stiegen. Am EEX-Terminmarkt war Erdgas im Jahr 2010 um rund 6 % teurer als im Vorjahr (NCG-Frontjahr).

Durch den deutlich stärkeren Anstieg der Spotpreise reduzierte sich die Spanne zwischen Grenzübertritts- und Marktpreis wieder.

Auch die Preise für Kohlelieferungen in den ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) verteuerten sich im Jahr 2010. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen um 36 %, jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 25 % über dem Vorjahr (jeweils Eurobasis). Das internationale Preisniveau war durch den stark gestiegenen Steinkohlebedarf in Asien geprägt. Die Nachfrage aus Europa und Nordamerika blieb verhalten.

Regulatorische Rahmenbedingungen

EU setzt Energieschwerpunkte und definiert Energieinfrastrukturprioritäten

Im November 2010 präsentierte die Europäische Kommission die Europäische Energiestrategie "Energie 2020 – Eine Strategie für wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie". Darin definiert sie fünf prioritäre Aktionsbereiche, um die Energieziele für das Jahr 2020 zu erreichen: Energieeffizienz, Vollendung des Binnenmarktes, Technologieführerschaft, Konsumentenschutz und internationale Partnerschaften. Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit setzt die EU-Kommission unter anderem auf den Ausbau der Stromnetze und die Harmonisierung nationaler Fördersysteme für erneuerbare Energien. Forschungsaktivitäten im Bereich der Stromspeicherung sowie ambitionierte Wasserkraftprojekte sollen helfen, die Technologieführerschaft Europas auszubauen.

Hauptaugenmerk legt die Europäische Kommission auf die Erreichung des im EU-Energieund Klimapaket festgelegten Energieeffizienzziels: Europa ist die Verpflichtung eingegangen, seinen Primärenergieverbrauch im Vergleich zu den Projektionen für das Jahr 2020 um 20 % zu verringern. Unter anderem werden Energieversorger angehalten, ihre Kunden zum Energiesparen zu bewegen. Energieeffizienz soll auch bei der Genehmigung neuer Erzeugungskapazitäten zu einem zentralen Bewertungskriterium werden.

Zur Erreichung der Energie- und Klimaziele der EU ist ein massiver Ausbau der Energie infrastruktur notwendig. Die Mitteilung "Energieinfrastrukturprioritäten bis 2020 und danach – ein Konzept für ein integriertes europäisches Energienetz" der Europäischen Kommission von Mitte November 2010 sieht beispielsweise die Entwicklung adäquater Verbindungsleitungen zur verstärkten Anbindung von erneuerbaren Erzeugungskapazitäten an Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen, ein europaweites Rollout von Smart Meters sowie die Errichtung europäischer "Stromautobahnen" vor. Bis 2013 werden Projekte von europäischem Interesse definiert und in der Folge über ein spezielles Finanzierungsregime gefördert. Weiters werden kürzere und transparentere Genehmigungsverfahren angestrebt.

Verschiedene EU-Gesetzgebungsvorschläge werden den Energiegroßhandel künftig neuen Bestimmungen unterwerfen. So sollen künftig neben neuen Integritäts- und Transparenz regeln für den Energiesektor auch Finanzmarktbestimmungen teilweise auf Energieunternehmen anwendbar sein.

Reform des nationalen Rechtsrahmens

Zur Umsetzung der Vorgaben aus dem Dritten Energiebinnenmarktpaket der EU wurde eine umfassende Neuregelung der österreichischen Energiewirtschaftsgesetze notwendig. Im Nationalrat wurden Ende 2010 das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (EIWOG 2010) und das E-Control-Gesetz verabschiedet. Schwerpunkte der Umsetzung waren insbesondere die Entflechtung der Übertragungsnetzbetreiber, die Stärkung der Verbraucherrechte sowie die Reorganisation und Aufwertung der Regulierungsbehörde. Die Reform wurde auch genützt, um schon länger diskutierte Änderungen vorzunehmen, unter anderem wurde das öffentliche Interesse an der Versorgungssicherheit in das ElWOG 2010 aufgenommen.

Energiestrategie Österreich: Rahmenbedingungen für Energiezukunft

Ende März 2010 wurde die Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung veröffentlicht. verbund brachte im Vorfeld sein Fachwissen ein. Die Eckpfeiler sind die konsequente Steigerung der Effizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien und die langfristige Sicherstellung der Stromversorgung. Der Energieverbrauch soll bis 2020 auf dem Niveau von 2005, also bei 1.100 Petajoule, stabilisiert werden. Die Erreichung der Energie- und Klimaziele Österreichs hängt wesentlich von der Konkretisierung der Strategie sowie der zeitnahen Umsetzung der Maßnahmen ab.

Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan

Der Ende März 2010 vom Lebensministerium veröffentlichte erste Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) und die begleitenden Verordnungen schaffen wichtige Rahmenbedingungen für den Ausbau der Wasserkraft in Österreich. Sie bilden einen tragfähigen Kompromiss zwischen dem Gewässerschutz und der energiewirtschaftlichen Gewässernutzung. Der bundesweite Kriterienkatalog ermöglicht eine frühzeitige und auf den Einzelfall bezogene Projektabschätzung und soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schutz- und Nutzungs interessen gewährleisten.

Internationale Klimapolitik

UN-Klimaschutzkonferenz in Cancún

Bei der 16. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Cancún in Mexiko vom 29.11. bis 11.12.2010 konnte kein Nachfolgeabkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll erreicht werden. Es wurde jedoch sichergestellt, dass der Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls auch nach dem Jahr 2012 weiter bestehen wird. Durch den Beschluss eines Interimsabkommens in Cancún wurde das Vertrauen in das multilaterale System zurückgebracht. In Cancún haben sich die Teilnehmerstaaten auf das Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, geeinigt. Des Weiteren haben die Industriestaaten anerkannt, dass ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden müssen. Für Entwicklungsländer wurde ein "Green Climate Fund" eingerichtet, der ab dem Jahr 2020 jährlich mit 100 Milliarden Dollar dotiert ist und beim Kampf gegen den Klimawandel helfen soll. Die Wahrscheinlichkeit für die Erreichung eines neuen Abkommens ist nach allgemeiner Einschätzung gestiegen. Es bleibt jedoch weiter offen, ob die politischen Reduktionsziele (–25 % bis 2020) tatsächlich vertraglich festgeschrieben werden. Dies könnte entweder durch eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls (ohne USA) oder im Rahmen eines neuen, internationalen Abkommens, das auch für die USA und die sogenannten Schwellenländer (zum Beispiel China) Zielwerte festlegt, erreicht werden.

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Das Ergebnis von verbund hängt vor allem von zwei Einflussfaktoren ab – den Großhandelspreisen für Strom und dem Erzeugungskoeffizienten. Beide Faktoren fielen 2010 deutlich schwächer aus als im Jahr davor. Gründe dafür waren die stark gesunkenen Terminpreise sowie die Wasserführung, die unter der außergewöhnlich guten von 2009 lag. Zusätzlich be lasteten Einmaleffekte das Ergebnis.

Durchschnittliche Absatzpreise unter Vorjahresniveau

Die für das Geschäftsjahr 2010 relevanten Terminmarktpreise 2009 waren vom Konjunktureinbruch geprägt. Die Preise für im Jahr 2009 an der Energiebörse EEX gehandelten Terminkontrakte für Bandenergie (Front Year Base 2010) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich sowie für Spitzenenergie (Front Year Peak 2010) lagen jeweils um 30 % unter dem Vorjahr. Am Spotmarkt wurden demgegenüber 2010 bereits wieder etwas höhere Preise realisiert. So stiegen im Jahresdurchschnitt 2010 die Base-Spotpreise für das Marktgebiet Deutschland/Österreich an der Pariser Strombörse EPEX um rund 14 % auf 44,5 €/MWh. Die Peak-Preise lagen mit 55,0 €/MWh um knapp 8 % über dem Vorjahr. Neben den tieferen Temperaturen sorgte auch die zunehmende Industrieproduktion für Auftrieb bei den Spotpreisen. Insgesamt lagen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise 2010 mit 52,1 €/MWh um 9,2 €/MWh unter dem Vorjahresniveau.

Spot Base Spot Peak Front Year Base Front Year Peak Quelle: EEX, EPEX

Wasserführung deutlich unter außergewöhnlich gutem Vorjahreswert

Der Erzeugungskoeffizient ist die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken. Er lag 2010 mit einem Wert von 0,99 um 1 % unter dem langjährigen Mittel und um 7 Prozentpunkte unter dem herausragenden Vorjahreswert.

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Der Beginn des Jahres war wesentlich kälter als im langjährigen Durchschnitt und der Niederschlag gering. Dies bewirkte im Jänner und Februar eine deutlich unterdurchschnittliche Wasserführung. Im März stieg der Erzeugungskoeffizient aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze auf 1,04. Waren die Niederschlagsmengen im April noch signifikant geringer als in der langjährigen Messreihe, entsprach der Niederschlag im Mai und Juni großteils dem Durchschnitt. Im ersten Halbjahr 2010 wurde somit ein Erzeugungskoeffizient von 0,92 erreicht. Der Juli war zu Beginn durch eine Hitzewelle und eine Trockenphase geprägt, der anschließende starke Regen konnte aufgrund von auftretenden lokalen Hochwasserereignissen energiewirtschaftlich nur teilweise genutzt werden. Überdurchschnittliche Regenmengen brachten im August und September eine gute Wasserführung, die auch energiewirtschaftlich konstant genutzt wurde. Der Oktober verlief vergleichsweise zu kalt und recht trocken, der November wies bei massiv überhöhten Temperaturen Niederschlagsschwerpunkte vor allem im Süden Österreichs auf. Der Dezember des Jahres 2010 realisierte trotz phasenweise deutlich unterdurchschnittlicher Temperaturen einen Erzeugungskoeffizienten von 1,16. Im Jahr 2010 lag der Erzeugungskoeffizient somit bei 0,99.

Belastung durch Einmaleffekte

Die Ergebnisentwicklung von verbund war auch 2010 von Einmaleffekten beeinflusst. Sie wirkten sich negativ mit rund 30 Mio. € auf das operative Ergebnis sowie mit rund 30 Mio. € auf das Finanzergebnis aus.

Im operativen Ergebnis gingen die negativen Effekte vorrangig auf außerordentliche Instandhaltungen sowie Vorsorgen für regulatorische Risiken im Netzbereich zurück. Die Einmaleffekte im Finanzergebnis resultierten in erster Linie aus den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen. Die Wertminderung der Beteiligung an der französischen POWEO S.A. wurde nur teilweise durch den positiven Ergebniseffekt aus steuerlichen Investitionsbegünstigungen bei der italienischen Sorgenia Holding S.p.A. ausgeglichen. Negativ wirkten sich auch bewertungsbedingte, nicht realisierte Kursverluste aus einer ¥-Anleihe im übrigen Finanzergebnis aus.

Ertragsanalyse

in Mio. €
2009 2010 Änderung
3.483,1 3.307,9 –5,0 %
1.251,5 1.059,2 –15,4 %
1.042,3 828,5 –20,5 %
644,4 400,8 –37,8 %
2,09 1,28 –38,8 %

* Die durchschnittliche Aktienanzahl wurde bei der Berechnung vom Ergebnis je Aktie taggenau ermittelt.

Umsatzerlöse sanken um 5,0 %

Die Umsatzerlöse von verbund gingen 2010 gegenüber dem Vorjahr um 5,0 % auf 3.307,9 Mio. € zurück. Diesen Rückgang verursachten insbesondere die niedrigeren Stromerlöse.

Stromerlöse belastet von schwachen Strompreisen

Die Eigenerzeugung des Konzerns lag 2010 mit 31.078 GWh um 3,9 % über dem Vorjahr. Der Anstieg ist vor allem auf die höhere Stromproduktion aus thermischen Anlagen in Österreich und den anteiligen Strombezug aus dem französischen Kraftwerk Pont-sur-Sambre (seit September 2009 in Betrieb) zurückzuführen. Trotz der im Vergleich zum Vorjahr ungünstigeren Wasserführung konnte die Erzeugung aus Laufkraftwerken durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Herbst 2009 auf Vorjahresniveau gehalten werden. Aufgrund der wesentlich geringeren Zuflüsse reduzierte sich die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke um 9,7 %.

III Weitere Informationen zur Stromerzeugung finden Sie auf Seite 69.

Der gesamte Stromabsatz von verbund belief sich 2010 auf 55.729 GWh (+8,7 %). Somit betrug der Fremdbezug 2010 24.652 GWh, eine Steigerung von 15,4 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz der höheren Stromabgabe sanken die Stromerlöse insgesamt um 6,8 % auf 2.948,2 Mio. €. Dieser Rückgang ist auf die niedrigeren Absatzpreise infolge der stark gesunkenen (in Vorperioden kontrahierten) Terminmarktpreise zurückzuführen.

Im Detail stiegen die Stromerlöse mit Endkunden (Haushalte, Gewerbe, Landwirtschaft sowie Industriekunden und deren Handelsunternehmen) um 2,9 % auf 749,1 Mio. €. Die Stromerlöse mit Weiterverteilern und Händlern sanken um 12,0 % bzw. 7,2 % auf 1.149,8 Mio. € bzw. 1.049,3 Mio. €. Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte – vor allem Deutschland und Frankreich – entfallende Stromerlös lag bei 56,8 % (2009: 55,4 %).

Stromerlöse in Mio. €
2009 2010 Änderung
Endkunden 728,2 749,1 2,9 %
Weiterverteiler 1.305,9 1.149,8 –12,0 %
Händler 1.130,8 1.049,3 –7,2 %
Stromerlöse 3.164,9 2.948,2 –6,8 %
davon Inland 1.410,4 1.272,1 –9,8 %
davon Ausland 1.754,5 1.676,1 –4,5 %

Netzerlöse geringer

Die Netzerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 7,0 % auf 249,7 Mio. € ab. Die geringeren internationalen Erlöse aus Versteigerungen sowie die rückläufige Inter-Transmission System Operator Compensation wirkten sich negativ auf die Netzerlöse aus. Teilweise kompensierend wirkten höhere nationale Netzerlöse.

Anstieg der sonstigen Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge niedriger

Die sonstigen Umsatzerlöse stiegen von 49,7 Mio. € im Jahr 2009 auf 109,9 Mio. € im Jahr 2010. Die Mehrerlöse stammen im Wesentlichen aus den Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession. Die korrespondierenden Errichtungsaufwendungen sind im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 28,2 % auf 37,8 Mio. €. Die Veränderung ist in erster Linie durch die Erstanwendung von IFRIC 18 bedingt. Diese führt dazu, dass die Auflösungsbeträge aus dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge mehrheitlich in die Umsatzerlöse eingehen.

III Weitere Informationen zum Netz finden Sie auf Seite 80.

Aufwendungen in Mio. €
2009 2010 Änderung
Strom-, Netz- und Gasbezug sowie
Emissionszertifikatebezug (Handel)
1.608,3 1.611,3 0,2 %
Brennstoffeinsatz und sonstige
einsatzabhängige Aufwendungen
118,9 118,3 –0,5 %
Personalaufwand 304,0 308,4 1,4 %
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen
209,2 230,7 10,3 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 253,1 248,6 –1,8 %

Strom- und Netzbezugsaufwand unverändert

Der Strom-, Netz- und Gasbezug sowie der Emissionszertifikatebezug (Handel) blieb 2010 mit 1.611,3 Mio. € fast unverändert auf dem Niveau von 2009. Die höhere Stromabgabe, die zu einem mengenmäßig deutlich gestiegenen Strombezug führte, konnte durch positive Preiseffekte kompensiert werden. Die Aufwendungen für Strombezug verringerten sich gegenüber 2009 somit um 0,7 %. Die Aufwendungen für Netzbezüge stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 % auf 136,1 Mio. €. Der Grund dafür lag in der Ausweitung des Endkundengeschäfts.

Brennstoffkosten auf Vorjahresniveau

Der Brennstoffeinsatz und die sonstigen einsatzabhängigen Aufwendungen blieben 2010 mit 118,3 Mio. € annähernd auf dem Niveau von 2009. Der höhere Brennstoffeinsatz infolge der gestiegenen thermischen Erzeugung der Kraftwerke Mellach und Dürnrohr wurde durch positive Preisabweichungen bei den Primärenergieträgern und die Verwendung der Drohverlust rückstellungen ausgeglichen.

Personalaufwand leicht gestiegen

Der Personalaufwand einschließlich des Aufwandes für Abfertigung und Altersversorgung stieg im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 1,4 % auf 308,4 Mio. € an. Der laufende Personalaufwand erhöhte sich um 6,1 % auf 270,7 Mio. €, der Aufwand für Abfertigungen und Altersversorgung sank um 23,1 % auf 37,6 Mio. €.

Erhöhend wirkten beim aktiven Personalaufwand die kollektivvertragliche Anpassung der Löhne, Gehälter und Nebenkosten sowie der Personalanstieg aufgrund der Wachstumsstrategie. Insgesamt stieg der durchschnittliche Personalstand vor allem durch die ganzjährige Berücksichtung des Personals der Innkraftwerke von 2.820 auf 3.015 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Höhere Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen niedriger

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen um 10,3 % auf 230,7 Mio. €. Zurückzuführen ist dies im Wesentlichen auf den Erwerb von 13 Laufkraftwerken am bayerischen Inn mit Wirkung vom 31.8.2009.

Der sonstige betriebliche Aufwand sank 2010 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 % auf 248,6 Mio. €. Die konzernweiten Einsparungsmaßnahmen sowie der Wegfall einmaliger Sanierungsaufwendungen für ein Wasserkraftwerk (Wagspeicher) wirkten im Vergleich zu 2009 aufwandsmindernd. Die Errichtungsaufwendungen in Zusammenhang mit der albanischen Wasserkraftwerkskonzession für Ashta sowie außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen wirkten ge gen läufig.

Operatives Ergebnis besser als erwartet

Auf Basis der beschriebenen Einflussfaktoren und Entwicklungen verringerte sich das operative Ergebnis 2010 um 20,5 % auf 828,5 Mio. €. Somit sinkt es weniger stark als im Ausblick, der im Rahmen der Ergebnisprognosen berichtet wurde.

Finanzergebnis in Mio. €
2009 2010 Änderung
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen
51,9 22,1 –57,4 %
Beteiligungsergebnis – Sonstige 9,5 15,5 63,2 %
Zinsertrag 49,5 30,8 –37,8 %
Zinsaufwand –216,7 –245,2 13,2 %
Übriges Finanzergebnis 45,2 –18,9 –141,8 %
Finanzergebnis –60,5 –195,7 223,5 %

Finanzergebnis belastet durch Abwertung in Frankreich

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen ging 2010 um 57,4 % auf 22,1 Mio. € zurück. Insbesondere die Ergebnisse aus Inlandsbeteiligungen sind aufgrund der Umstellung des Erfassungsmodus für die anteiligen IFRS-Ergebnisse im Vorjahr nur bedingt mit jenen von 2009 vergleichbar. Die Ergebnisse aus Auslandsbeteiligungen wurden insbesondere durch eine Wertminderung der Beteiligung an der französischen POWEO S.A. (Group) reduziert. Aufgrund durchgeführter Werthaltigkeitsprüfungen wegen des dauerhaft gesunkenen Aktienkurses musste der Beteiligungsansatz im Jahr 2010 um insgesamt 56,2 Mio. € abgewertet werden. Fremdwährungskursgewinne bei der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. und positive Ergebniseffekte aus steuerlichen Investitionsbegünstigungen bei der italienischen Sorgenia S.p.A. (Group) wirkten ergebniserhöhend.

Der Zinsertrag verringerte sich 2010 vor allem infolge der Rückführungen von Finanzanlagen aus Cross-Border-Leasing um 37,8 % auf 30,8 Mio. €. Der Zinsaufwand stieg aufgrund der umfangreichen Fremdmittelaufnahmen im Jahr 2009 und der Verzinsung der Sachleistungsverpflichtung aus einem langfristigen Stromliefervertrag im Zusammenhang mit dem Erwerb der bayerischen Innkraftwerke um 13,2 % auf 245,2 Mio. €. Positiv wirkte sich hingegen vor allem der geringere Zinsaufwand infolge vorzeitiger Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen aus.

Das übrige Finanzergebnis reduzierte sich von 45,2 Mio. € im Jahr 2009 auf –18,9 Mio. €. Dafür ist die mit 47,3 Mio. € negative Veränderung des Saldos aus Fremdwährungskursgewinnen und -verlusten verantwortlich. Ergebnismindernd wirkte sich die Veränderung des Ergebnisses aus vorzeitigen Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von -38,2 Mio. € aus. Der Wegfall von Wertminderungsbedarf bei Wertpapieren und Investmentfonds wirkte im Vergleich zu 2009 gegenläufig.

Effektivsteuersatz betrug 23,5 %

Hauptursache für den Effektivsteuersatz in Höhe von 23,5 % (bei einem Körperschaftsteuersatz von 25 %) waren im Wesentlichen nicht steuerwirksame Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen.

Die nicht beherrschenden Anteile am Periondenergebnis nahmen, hauptsächlich bedingt durch den niedrigeren Gewinn bei der VERBUND Hydro Power AG, um 25,0 Mio. € von 108,5 Mio. € auf 83,5 Mio. € ab.

Konzernergebnis entspricht dem Ausblick

Wie erwartet sank das Konzernergebnis nach IFRS um 37,8 % auf 400,8 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich nicht zuletzt auch aufgrund der im November durchgeführten Kapitalerhöhung und des damit verbundenen Anstiegs der Aktienanzahl um 38,8 % auf 1,28 €. Das Konzernergebnis entspricht somit den Erwartungen, die im Rahmen der Quartal-3/2010- Ergebnisprognosen berichtet wurden.

Dividende von 0,55 € wird vorgeschlagen

Der für die Dividendenausschüttung maßgebliche Einzelabschluss der börsenotierten VERBUND AG wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensrechts (UGB) erstellt und weist einen Bilanzgewinn von 191,1 Mio. € aus. In der Hauptversammlung am 13.4.2011 wird eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorgeschlagen werden. Im Vorjahr wurde eine Dividende von 1,00 €/Aktie und eine Sonderdividende von 0,25 €/Aktie ausgeschüttet. Die vorgeschlagene Dividende orientiert sich somit unverändert an einer Ausschüttungsrate von 45 bis 50 % vom Konzernergebnis. Für 2010 wird sie 47,7 % betragen.

Bilanzanalyse

Langfristiges Vermögen aufgrund von Investitionen gestiegen

Das langfristige Vermögen stieg von 9.364,1 Mio. € zum 31.12.2009 um 3,8 % auf 9.722,2 Mio. € zum 31.12.2010 an. Dieser Anstieg ist in erster Linie durch Investitionen in Kraftwerks- und Leitungsbauprojekte und durch die Fortentwicklung der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen bedingt.

Zum 31.12.2010 betrugen die Firmenwerte 605,7 Mio. € (31.12.2009: 605,7 Mio. €). Sie stammen im Wesentlichen aus dem Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Jahr 2009.

Die Sachanlagen nahmen von 5.553,8 Mio. € auf 5.958,7 Mio. € zu. Grund für diesen Anstieg waren Investitionen in Kraftwerke und Netze von 635,7 Mio. €, die deutlich über den Abschreibungen (225,6 Mio. €) lagen.

2009 Anteil 2010 Anteil Änderung
Aktiva 10.345,2 100% 11.291,0 100% 9,1%
Langfristiges Vermögen 9.364,1 91% 9.722,2 86% 3,8%
Kurzfristiges Vermögen 981,1 9% 1.568,7 14% 59,9%
Passiva 10.345,2 100% 11.291,0 100% 9,1%
Eigenkapital 3.409,7 33% 4.372,4 39% 28,2%
Langfristige Schulden 5.956,8 58% 6.041,7 53% 1,4%
Kurzfristige Schulden 978,7 9% 876,8 8% – 10,4%

Konzernbilanz (Kurzfassung)

Nach Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen gestiegen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen stiegen um 4,0 % auf 2.261,9 Mio. €. Zu diesem Anstieg trugen Kapitalerhöhungen bei der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. von 71,0 Mio. € und der Wechsel der Konsolidierungsmethode der albanischen Energji Ashta Shpk mit 21,1 Mio. € bei (davon 16,0 Mio. € aus einer Kapitalerhöhung). Weiters erhöhten Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen von 22,1 Mio. € (inkl. der Abwertung der POWEO S.A. (Group)) und Fremdwährungsdifferenzen aus den türkischen Beteiligungen von 24,1 Mio. € den Beteiligungsansatz. Dividendenausschüttungen wirkten gegenläufig.

Die Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen sanken um 14,5 % auf 739,1 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen durch Rückführungen von Veranlagungen im Rahmen der vorzeitigen Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen und durch Veräußerungen von langfristigen Finanzanlagen bedingt.

Kurzfristiges Vermögen durch Kapitalerhöhung stark erhöht

Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich von 981,1 Mio. € zum 31.12.2009 um rund 59,9 % auf 1.568,7 Mio. €. Infolge der im November 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € stiegen die liquiden Mittel und kurzfristigen Forderungen deutlich an. Die Vorräte sanken aufgrund geringerer Lagerbestände an Primärenergieträgern.

Kräftiger Eigenkapitalanstieg durch Kapitalerhöhung

Das Eigenkapital stieg um 962,7 Mio. € auf 4.372,4 Mio. €. Grund dafür war insbesondere die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung. Das Grundkapital stieg dadurch von 308,2 Mio. € auf 347,4 Mio. €. Die um aktiv- und passivseitig geschlossene Bilanzpositionen bereinigte Eigenkapitalquote erhöhte sich damit auf 39,9 % nach 34,3 % zum Vorjahresstichtag.

Mit Wirkung vom 28.6.2010 wurden im Rahmen des Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts 3,46 % der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH (jetzt VERBUND-Innkraftwerke Deutschland GmbH) an die als Holding geführte Innkraft Bayern GmbH & Co KG verkauft. Der durchgerechnete Anteil von verbund an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH reduzierte sich dadurch von 99,7 % auf 96,4 %. Diese Anteilsveräußerung führte zu einer Verschiebung zwischen den Gesellschafterstämmen, d.h. von dem Anteil, der den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen ist, auf jenen, der auf nicht beherrschende Anteile entfällt.

Finanzverbindlichkeiten gestiegen

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen um 185,8 Mio. € auf 4.496,2 Mio. €. Ursächlich dafür waren vor allem Kreditaufnahmen bei der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 200 Mio. € für die Finanzierung des Gas- und Dampfkraftwerks Mellach und den Leitungsbau in Salzburg. Die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten im Zuge vorzeitiger Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen wirkte gegenläufig. In den langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden auch die den Kommanditisten zurechenbaren Kapitalbzw. Ergebnisanteile der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG von 129,8 Mio. € (Vorjahr: 125,9 Mio. €) ausgewiesen.

Die lang- und kurzfristigen Schulden exklusive der Finanzverbindlichkeiten gingen gegenüber dem 31.12.2009 um 7,7 % auf 2.422,3 Mio. € zurück. Die Veränderung erklärt sich im Wesentlichen aus geringeren laufenden Steuerschulden sowie aus Zeitwertveränderungen von Derivaten im Energiebereich.

Finanzlage

Im Jahr 2010 erhöhten sich die liquiden Mittel um 363,0 Mio. €.

Kapitalflussrechnung (Kurzfassung) in Mio. €
2009 2010 Änderung
Cashflow aus operativer Tätigkeit 968,0 778,2 –19,6 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit –2.043,7 –1.134,0 –44,5 %
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1.093,9 718,8 –34,3 %
Veränderung der liquiden Mittel 18,2 363,0 n.a.
Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel per 31.12. 126,0 489,0 288,2 %

Cashflow aus operativer Tätigkeit schwächer

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit sank 2010 um 189,8 Mio. € auf 778,2 Mio. €. Verantwortlich dafür war vor allem der rückläufige Deckungsbeitrag aus der Erzeugung, er verringerte sich um 147,9 Mio. €. Auch der Deckungsbeitrag aus dem Netzbereich (–43,5 Mio. €) sowie die gestiegenen Nettozinszahlungen (–73,6 Mio. €) verursachten den Rückgang. Gegenläufig wirkten insbesondere gezahlte Schwankungsmargen im Energiebereich (131,9 Mio. €).

Weniger Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug –1.134,0 Mio. € (2009: –2.043,7 Mio. €). Der Rückgang von 909,7 Mio. € ist insbesondere durch die hohen Auszahlungen für Unternehmenserwerbe im Vorjahr bedingt, denen 2010 keine entsprechenden Zugänge gegenüberstanden. Dem gegenüber standen höhere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (–217,2 Mio. €). Die Auszahlungen für Kapitalerhöhungen und Anteilserwerbe bei nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen verringerten sich um 535,8 Mio. €. Im Cashflow aus Investitionstätigkeit sind außerdem Auszahlungen (–450 Mio. €) für kurz- bzw. langfristige Veranlagungen aus den Mitteln der Kapitalerhöhung enthalten.

Rückgang des Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug 718,8 Mio. € (2009: 1.093,9 Mio. €). Die Veränderung von –375,1 Mio. € ist vor allem durch geringere Aufnahmen von Finanzverbindlichkeiten (–1.907,2 Mio. €) sowie höhere Dividendenauszahlungen (–52,5 Mio. €) bedingt. Die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung (976,8 Mio. €) und geringere Tilgungen von Krediten wirkten gegenläufig (240,4 Mio. €).

Investitionen niedriger als 2009

Die Investitionen in immaterielles Vermögen und Sachanlagen betrug insgesamt 665,7 Mio. € und lagen damit unter 2009 (1.995,7 Mio. €). Der Rückgang ist vor allem auf die im Vorjahr erworbenen bayerischen Innkraftwerke zurückzuführen. Ohne Unternehmenserwerbe (Innkraftwerke, Windparks Bruck/Hollern/ Petronell-Carnuntum) betrugen die Investitionen im Jahr 2009 490,6 Mio. €. Das bedeutet, dass im Jahr 2010 sogar um 175,1 Mio. € mehr in immaterielles Vermögen und Sachanlagen investiert wurde als 2009. Die drei größten Investitionsprojekte 2010 umfassten den Bau des Gas- und Dampfkraftwerks Mellach mit 249,0 Mio. €, den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II mit 74,7 Mio. € und den Bau der 380-kV-Salzburgleitung mit 52,0 Mio. €.

Kennzahlen

Die Kennzahlen spiegeln die aufgrund des schwierigen Marktumfelds schwache Ertragsentwicklung und die im Jahr 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € wider. Bei der Berechnung von Kennzahlen eliminiert verbund die Effekte von bilanziell geschlossenen Positionen.

Die für die Ermittlung der wesentlichen Kennzahlen maßgeblichen Berechnungsmodalitäten sind im Glossar erläutert.

Wesentliche steuerungsrelevante Kennzahlen

Einheit 2008 2009 2010
EBIT-Marge % 30,4 29,9 25,0
Gearing* % 88,0 140,4 96,8
Economic Value Added* Mio. € 467,3 350,4 54,2

* Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

EBIT-Marge weiterhin im europäischen Spitzenfeld

Die Umsatzrentabilität (EBIT-Marge) reduzierte sich 2010 gegenüber 2009 von 29,9 % auf 25,0 %, liegt aber damit immer noch über dem Durchschnittswert der europäischen Versorger von rund 20 %. Diese Abnahme ist bedingt durch deutlich gesunkene Terminmarktpreise und die geringere Eigenerzeugung aus Wasserkraft. Gegenläufig wirkten insbesondere die konzernweiten Einsparungsmaßnahmen.

Nettoverschuldungsgrad deutlich gesunken

Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) sank von 140,4 % zum 31.12.2009 auf 96,8 % zum 31.12.2010. Dieser Rückgang ist vor allem auf die im November durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen. Der Nettoverschuldungsgrad ermittelt sich als Quotient aus Nettoverschuldung zu Eigenkapital inklusive Minderheiten.

Verzinsliche Nettoverschuldung (Kurzfassung)* in Mio. €
31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010
Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.054,1 3.788,9 4.033,8
Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten –
Cross-Border-Leasing
729,7 94,1 0,0
Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten –
bilanziell geschlossene Positionen
0,0 301,6 332,8
Kommanditisten zurechenbares Kapital 138,7 125,9 129,8
Sonstige verzinsliche Schulden 933,2 1.219,2 1.183,3
Finanzaktiva – Republik Österreich –7,2 0,0 0,0
Finanzaktiva – Cross-Border-Leasing –709,8 – 92,3 0,0
Finanzaktiva – bilanziell geschlossene Positionen 0,0 – 301,6 –332,8
Verzinsliche Bruttoverschuldung 3.138,7 5.135,8 5.346,9
Liquide Mittel –106,3 –121,7 –488,7
Wertpapiere und Ausleihungen –269,1 –216,9 –581,9
Sonstige –10,1 –8,2 –42,4
Verzinsliche Nettoverschuldung 2.753,2 4.789,0 4.233,9
Aktionären der VERBUND AG
zurechenbares Eigenkapital
2.867,8 3.117,9 4.036,0
Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Eigenkapital 260,3 291,8 336,4
Eigenkapital inklusive Minderheiten 3.128,1 3.409,7 4.372,4
Nettoverschuldungsgrad (Gearing) 88,0 % 140,4 % 96,8 %

* Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

EVA® weiterhin positiv

Der EVA®reduzierte sich von 350,4 Mio. € um 296,2 Mio. € auf 54,2 Mio. €. Diese Kennzahl zeigt die Überrendite, die nach Abzug aller Kostenelemente, einschließlich risikoadjustierter Eigenund Fremdkapitalkosten, erwirtschaftet wird.

Die Veränderung des EVA®resultiert zum einen aus der Verringerung des Net Operating Profit After Tax (NOPAT). Dieser betrug im Geschäftsjahr 2009 876,5 Mio. €, reduzierte sich jedoch im Geschäftsjahr 2010 auf 677,3 Mio. €. Maßgeblich hierfür war insbesondere der Rückgang des operativen Ergebnisses aufgrund deutlich geringerer Forwardpreise sowie bilanzieller Einmaleffekte. Zum anderen erhöhte sich das durchschnittliche Capital Employed infolge der gestiegenen Investitionstätigkeit von 6.788,5 Mio. € um 1.519,4 Mio. € auf 8.307,9 Mio. € zum 31.12.2010. Der hieraus resultierende Anstieg der Kapitalkosten konnte auch durch die Reduktion der Weighted Average Cost of Capital (WACC) von 7,75 % auf 7,50 % nur teilweise kompensiert werden.

Finanzierung

Finanzstrategie

Die Finanzstrategie von verbund wird durch fünf Eckpunkte definiert:

• Bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften

Die mittel- und langfristige Finanzierung der Geschäftsaktivitäten erfolgt zentral durch die VERBUND International Finance B.V. bzw. die VERBUND AG und der kurzfristige Geldausgleich innerhalb des Konzerns durch die VERBUND Finanzierungsservice GmbH. Als interne Finanzierungsdrehscheiben nehmen diese Gesellschaften Fremdkapital extern oder innerhalb des Konzerns auf und leiten es bedarfsgerecht auf Basis eines marktorientierten Transferpreissystems an die Konzerntöchter weiter. Dadurch werden die Vorteile einer zentralen Konzernfinanzierung erzielt und gleichzeitig Markt- und Risikoimpulse an die Konzerntöchter weitergegeben.

• Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve

Absolute Priorität hat die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität. Dazu verfügt verbund über eine syndizierte Kreditlinie, die jederzeit gezogen werden kann, sowie über nicht kommittierte Linien – vorwiegend bei österreichischen Banken, die als sehr zuverlässig einzustufen sind.

• Absicherung einer starken Bonität

Ein wesentlicher Pfeiler der verbund-Strategie ist der Erhalt einer starken Bonität im Single- "A"-Bereich. Dafür wird die Strategie laufend mit den Rating-Agenturen Moody´s Investors Services und Standard&Poor´s diskutiert und abgestimmt. Bei den Planungsrechnungen wird auf die strenge Einhaltung der von den Ratingagenturen vorgegebenen wesentlichen Kennzahlengrenzen Wert gelegt. Zur Steuerung des Ratings orientiert sich verbund an den Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Total Debt.

III Details zum Economic Value Added (EVA®) finden Sie auf Seite 34.

• Erhalt einer weitreichenden finanziellen Flexibilität

Die Absicherung des Ratings im "A"-Bereich ermöglicht einen breiten Zugang zu Finanzierungsquellen. Das unterstützt die Wachstumsstrategie und ermöglicht auch in angespannten Kapitalmärkten jederzeit Zugang zu frischem Kapital. Das Finanzierungsportfolio von verbund umfasst einen ausgewogenen Mix zwischen Anleihen, Krediten, Exportförderkrediten sowie Projektfinanzierungen.

• Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limite

Die Finanzstrategie von verbund bewegt sich innerhalb einer konservativen Risikostrategie mit definierten Value-at-Risk- (VaR) und Limitsystemen, deren Einhaltung das Risikomanagement laufend überprüft. Die Risikosteuerung des Fremdmittelportfolios basiert im Wesentlichen auf den Kennzahlen Duration, Restlaufzeit, Effektivverzinsung, Währungs limits, Zinsvariabilität sowie VaR.

Fremdmittelaufnahmen und Fremdkapitalportfolio

Zur Finanzierung des Investitionsprogramms führte verbund 2010 eine Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € durch. Daher ist der Fremdkapitalbedarf im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die VERBUND International Finance B.V. nahm zwei Kredite bei der Europäischen Investitionsbank auf – zur teilweisen Refinanzierung des Mittelbedarfs für das Gas- und Dampfkraftwerk Mellach bzw. für den ersten Teilabschnitt der 380-kV-Hochspannungsleitung in Salzburg.

Instrument Betrag Kondition bei Aufnahme Laufzeit Ziehung
EIB-Kredit
Kraftwerk Mellach
150 Mio. € 6-M-EURIBOR
+39,3 BP
bis 2025,
jährl. Tilgung
Mai 2010
EIB-Kredit
Salzburgleitung
50 Mio. € 6-M-EURIBOR
+46,8 BP
bis 2030,
jährl. Tilgung
Juni 2010

Fremdmittelaufnahmen und Fremdkapitalportfolio

Das Fremdmittelportfolio von verbund besteht per 31.12.2010 zu 56,6 % aus Anleihen, 23,1 % aus Krediten bzw. 16,9 % aus Exportförderkrediten und 3,4 % aus sonstigen Finanz verbindlichkeiten.

Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten von verbund beträgt 4.496,2 Mio. €. Davon sind 97,3 % in € finanziert (ohne Berücksichtigung ehemaliger Cross-Border-Leasing-Trans aktionen) und 2,7 % in ¥. Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich auf die reinen externen Finanzverbindlichkeiten, ohne Berücksichtigung der ehemaligen Cross-Border-Leasing-Transaktionen, exklusive Finanzgarantien und exklusive Kommanditanteile. Für diese beträgt die Duration per 31.12.2010 rund 3,3 Jahre und die durchschnittliche Restlaufzeit 5,6 Jahre. Die Effektivverzinsung dieser Finanzverbindlichkeiten beträgt 4,4 %. Per 31.12.2010 sind 82,2 % dieser Finanzverbindlichkeiten fix und 17,8 % variabel verzinst.

Tilgungsstruktur

Die Tilgungsstruktur zeigt, dass in den Jahren 2011 bis 2013 nur geringe Tilgungen zu leisten sind. Der Refinanzierungsbedarf in diesem Zeitraum beträgt 498,6 Mio. € und kann aus den liquiden Mitteln und den kommittierten Linien gedeckt werden. Tilgungsspitzen bestehen in den Jahren 2014 und 2015 sowie 2019 durch die Fälligkeit von €-Anleihen.

Tilgungsstruktur in Mio. €

JOHANNES GRILLITSCH Talsperren-Verantwortlicher Süd Bauingenieur / seit 1980 bei VERBUND / überwacht die Bauwerke und Talsperren und sorgt für die Sicherheit von Kraftwerken in Kärnten und der Steiermark / schätzt die Arbeit in der Natur, die vielfältigen Aufgaben und den persönlichen Spielraum

"Eine Talsperre ist ein Bauwerk, das über viele Jahrzehnte völlig den Naturgewalten ausgesetzt ist. In unserem Bereich steht die Sicherheit an erster Stelle. Wandel bedeutet, immer wieder die optimale Lösung für die Überwachung der Sperren zu suchen. Ich erlebe das Unternehmen als sehr aufgeschlossen, es gibt stets ein offenes Ohr für Ideen."

Bankenlinien

Die Absicherung der Liquidität hat für verbund oberste Priorität. verbund verfügt per 31.12.2010 über einen syndizierten Kredit von 750 Mio. €, welcher der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Dieser Kredit wurde im Jänner 2005 mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Banken abgeschlossen, hat eine Laufzeit bis Jänner 2012 und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt verbund per 31.12.2010 über nicht kommittierte Linien von 755,5 Mio. € vorwiegend bei heimischen Banken.

Ratingentwicklung

Je besser die Bonität eines Unternehmens, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Der langfristigen Absicherung des verbund-Ratings kommt hohe Bedeutung zu, da die Risikoaufschläge für Unternehmen infolge der Finanzmarktkrise je nach Ratingkategorie stark differenziert wurden. Im Jahr 2010 verbesserte sich das Rating von verbund: Standard & Poor's löschte aufgrund der Kapitalerhöhung den "negative outlook" und legte das Rating mit A- (stable outlook) fest. Moody's beließ das Rating unverändert mit A2 (negative outlook). Mit den aktuellen Ratingeinstufungen liegt verbund besser als der Durchschnitt der europäischen börsenotierten Versorger.

Finanzkennzahlen

Die Entwicklung der Finanzkennzahlen ist deutlich durch die investitionsbedingte Zunahme der Finanzverbindlichkeiten geprägt. Beim Nettoverschuldungsgrad (Gearing) wirkt insbesondere die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung gegenläufig.

Einheit 2008 2009 2010
Nettoverschuldung/EBITDA** x 2,1 3,8 4,0
Gearing** % 88,0 140,4 96,8
Gross Interest Coverage*, ** x 7,1 4,8 3,6
Gross Debt Coverage** % 36,3 20,2 17,6

* Zinsaufwendungen ohne die den Kommanditisten zurechenbaren Ergebnisanteile

** Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Geschäftsbereiche

Strom

In Österreich werden jährlich über 70 Mrd. kWh Strom erzeugt. Rund 40 % davon stammen aus verbund-Kraftwerken. Bei der Stromerzeugung legt verbund großen Wert auf Nachhaltigkeit: 86 % des Stroms stammten 2010 aus Wasserkraft. Windkraft und Photovoltaik verstärken das Engagement bei erneuerbaren Energieträgern. Gas- und Dampfkraftwerke bilden eine effiziente und umweltfreundliche Brückentechnologie und sollen mittelfristig bestehende Kohlekraftwerke ersetzen.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Schwieriges Umfeld belastet Ergebnis im Segment Strom

Im Segment Strom – bei Erzeugung, Handel und Vertrieb – lag der Außenumsatz mit 2.986,2 Mio. € um 5,8 % unter dem Wert von 2009. Rund 90 % des gesamten Außenumsatzes im Konzern wurden in diesem Segment erzielt.

Die schwache Entwicklung der Großhandelspreise und die unterdurchschnittliche Wasserführung belasteten das Ergebnis. So lagen die für das Geschäftsjahr 2010 relevanten Preise für im Jahr 2009 gehandelte Strom-Terminkontrakte Year Base 2010 im Durchschnitt mit 49,2 €/MWh um 30 % unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für den im Jahr 2009 gehandelten Front-Year-Peak-Kontrakt sanken im Jahresdurchschnitt 2009 mit 69,8 €/MWh um ebenfalls 30 %. Der Rückgang konnte durch die sich langsam erholenden Spotmarktpreise nicht kompensiert werden. Das EBIT im Segment Strom sank 2010 um 18,7 % auf 821,3 Mio. €; es trug rund 99 % zum Konzern-EBIT bei.

Der Return on Capital Employed (ROCE), die Verzinsung des eingesetzten Kapitals, erreichte im Jahr 2010 einen Wert von 13 %. Das Capital Employed sank um 7,1 % auf 4.812,7 Mio. €. Der Rückgang des Capital Employed ist insbesondere auf gestiegene Abschreibungen infolge des 2009 erfolgten Erwerbs der Kraftwerksgruppe Inn GmbH und auf die gestiegene Kapitalbindung in Anlagen in Bau zurückzuführen.

Segment Strom: Kennzahlen

Einheit 2008 2009 2010 Änderung
2010/2009
Mio. € 3.426,4 3.168,6 2.986,2 –5,8 %
Mio. € 1.220,3 1.153,0 986,7 –14,4 %
Mio. € 1.097,1 1.010,8 821,3 –18,7 %
Mio. € 3.550,6 5.182,5 4.812,7 –7,1 %
% 25,0 18,3 13,0
Mio. € 274,3 1.816,2 490,3 –73,0 %

* Die Kennzahl wurde 2010 einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

III Weitere Informationen zur Stromerzeugung: www.verbund.com unter "Geschäftsbereiche"

Stromaufbringung

Schwerpunkt: Wasserkraft, ergänzt durch Wärme- und Windkraft

verbund-Strom aus Wasserkraft stammt aus 82 Laufkraftwerken und 21 Speicherkraftwerken sowie aus Bezugsrechten an der Erzeugung der Ennskraftwerke AG, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG, Donaukraftwerke Jochenstein AG sowie der E.ON Wasserkraft GmbH (mit zusammen 20 Laufwasserkraftwerken). Die Engpassleistung von verbund in der Stromerzeugung aus Wasserkraft beträgt 6.885 MW, die durchschnittliche Jahreserzeugung 26.806 GWh (Regelarbeitsvermögen).

Eigenstromerzeugung: Kennzahlen

Anzahl Engpass- Regelarbeits- 2007 2008 2009 2010
Kraft-
werke
leistung
MW
vermögen
GWh
GWh GWh GWh GWh
Wasserkraft 103 6.294 23.776 21.406 22.221 23.858 23.825
Wasserkraft
Bezugsrechte 20 591 3.030 2.915 3.087 3.241 2.883
Wind/Sonne 6 68 106 112
Wärmekraft 8 1.520 3.986 3.352 2.351 3.246
Wärmekraft
Bezugsrechte 1 165 363 1.012
Summe 138 8.638 26.806 28.307 28.660 29.918 31.078

Die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle ist Wind. An drei Standorten in Niederösterreich erbringen 25 Windräder zusammen eine Leistung von 49 MW. Ein weiterer Windpark in Bulgarien verfügt über eine Leistung von 16 MW. Zwei Photovoltaik-Kraftwerke in Spanien mit zusammen 3 MW runden das erneuerbare Erzeugungsportfolio ab.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wird durch drei thermische Kraftwerke mit einer Engpassleistung von 815 MW ergänzt. Fünf weitere Wärmekraftwerke mit zusammen 705 MW sind derzeit stillgelegt, konserviert oder verpachtet. Der kalorische Kraftwerkspark kann je nach Bedarf von Grundlast- bis Spitzenstrom erzeugen. Darüber hinaus fielen verbund im Jahr 2010 40 % des im französischen Gas- und Dampfkraftwerk Pont-sur-Sambre von POWEO erzeugten Stroms zur Vermarktung zu.

Stromaufbringung deutlich gestiegen

Im Jahr 2010 brachte verbund 55.729 GWh an Eigen- und Fremdstrom auf, das sind um 8,7 % mehr als im Vorjahr. Mit 31.078 GWh erzeugte verbund selbst um 3,9 % mehr als 2009. Der Fremdbezug stieg um 15,4 % auf 24.652 GWh. Im Jahr 2010 lag der Anteil der Eigenerzeugung bei 56 % und jener aus Fremdbezug bei 44 %.

Stromaufbringung gesamt: Kennzahlen in GWh
2009 2010 Änderung
Wasserkraft * 27.099 26.708 –1,4 %
Wind/Sonne 106 112 +5,6 %
Wärmekraft * 2.714 4.258 +56,9 %
Eigenerzeugung 29.918 31.078 +3,9 %
Fremdbezug 21.371 24.652 +15,4 %
Konzernaufbringung 51.289 55.729 +8,7 %
Forwardkontrakte 60.673 85.640 +41,2 %

* inkl. Bezugsrechte

Durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Herbst 2009 konnte trotz der im Vergleich zum Vorjahr ungünstigeren Wasserführung die Erzeugung aus Laufkraftwerken auf Vorjahresniveau gehalten werden. Der Erzeugungskoeffizient als Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken betrug 0,99. Er lag um 1 % unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 7 Prozentpunkte unter dem Wert im Vorjahr. Aufgrund der wesentlich geringeren Zuflüsse reduzierte sich die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke um 9,7 %. Damit wurden 2010 26.708 GWh oder rund 86 % der Stromerzeugung von verbund aus Wasserkraftwerken aufgebracht. Sonstige erneuerbare Energiequellen (Wind und Sonne) trugen weitere 112 GWh bei.

Die Erzeugung aus Wärmekraftwerken stieg im Jahr 2010 um 56,9 % auf 4.258 GWh. Ausschlaggebend dafür war die erstmalige ganzjährige Einbeziehung des anteiligen Strombezugs aus dem französischen Gas- und Dampfkraftwerk Pont-sur-Sambre sowie der höhere Einsatz der verbund-Wärmekraftwerke.

Die thermischen Kraftwerke von verbund arbeiteten 2010 wieder äußerst effizient: Eine Zeitverfügbarkeit der Anlagen von 87,5 % und eine Zuverlässigkeit von 99,8 % stellen auch im internationalen Vergleich einen hervorragenden Wert dar.

Stromabsatz

Absatz in allen Kundenbereichen ausgeweitet

Der gesamte Stromabsatz von verbund (nach Fremdstromhandelssaldierung) belief sich 2010 auf 55.729 GWh. Dies entspricht einem Plus von 8,7 % gegenüber dem Vorjahr.

in GWh
2009 2010 Änderung
10.288 11.451 +11,3 %
23.154 23.390 +1,0 %
16.128 19.211 +19,1 %
1.720 1.677 –2,5 %
51.289 55.729 +8,7 %
60.673 85.640 +41,2 %

Die Stromliefermengen auf den Auslandsmärkten stiegen um 17,5 % auf 30.614 GWh. Der Anteil der im Ausland gelieferten Menge erhöhte sich von 51 % im Jahr 2009 auf 55 %. Der größte Markt nach im Ausland abgesetzten Mengen war Deutschland (69 %), gefolgt von Frankreich (23 %). Im Auslandsgeschäft stiegen die Absatzmengen in allen Kundensegmenten – Weiterverteiler (+3,8 %), Händler (+21,8 %) und Endkunden (+25,9 %).

Stromabsatz nach Ländern in GWh
2009 2010
Österreich 25.245 25.115
Deutschland 19.718 21.258
Frankreich 5.488 6.915
Italien 396 839
Bulgarien 151 472
Ungarn 432
Luxemburg 28 245
Sonstige 263 452
Summe 51.289 55.729

Am Heimmarkt Österreich gingen die gelieferten Strommengen um 0,5 % auf 25.115 GWh zurück. Die höhere Stromabgabe an Endkunden konnte den Rückgang der Liefermengen an Handelsunternehmen nicht wettmachen. Die Lieferungen an Weiterverteiler im Inland stagnierten.

Stromvertrieb

Kundenservice und neue Geschäftsfelder

verbund ist der erfolgreichste neue Stromanbieter und einer der Top-5-Lieferanten an Endkunden auf dem österreichischen Markt. Ende 2010 zählte verbund in Österreich rund 235.000 Kunden im Segment Haushalt/Landwirtschaft und Gewerbe bis 100.000 kWh Jahres-

stromverbrauch.

Auch der Kundenservice überzeugte: verbund gewann 2010 den Test der Zeitschrift "Konsument" des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation. Konsument hatte darin 21 Stromlieferanten unter die Lupe genommen. Getestet wurde die Art und Qualität der Informationsübermittlung zum Stromanbieterwechsel – insbesondere Website, Hotline und Jahresstromabrechnung.

Die Entwicklung neuer Geschäftsfelder ist ein weiterer Bestandteil zur Umsetzung des Wachstumskurses. Das verbund-Solar-Strom-Paket fördert den bewussten Umgang von Endkunden mit Energie. Im Bereich "Elektromobilität" beteiligt sich verbund an zukunftsfähigen Lösungen und betreibt mit Partnern die "Austrian Mobile Power", ein Unternehmen zur Förderung von Elektromobilität. Die Energiepartnerschaft mit der EU-Leaderregion Almenland in der Steiermark wurde 2010 ausgebaut. Das Almenland ist künftig verbund-Testregion für E-Mobilität.

Bei Business- und Industriekunden ist verbund als Innovations- und Informationsführer positioniert. Allein in Österreich betrug 2010 der Marktanteil an der Stromlieferung für die Sachgüterproduktion rund 24 %. Zur Forcierung des Geschäfts mit Industriekunden in Deutschland wurden die Vertriebs- und Handelsgeschäfte in der VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH gebündelt. Im Juni 2010 wurde ein Vertriebsbüro in Düsseldorf eröffnet. Die Expansion des Industriekundenvertriebs nach Deutschland ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Endkundengeschäft.

Stromhandel

Position im europäischen Strom- und Gashandel ausgebaut

Die Stromlieferungen an Handelsunternehmen stiegen im Berichtszeitraum um 19,1 %.

Im Bereich Wholesale International West wurden im Berichtsjahr zahlreiche Abschlüsse über kurzfristige Lieferungen aus Grenzkapazitätsbewirtschaftung und über Herkunftsnachweise getätigt sowie Vertriebsgeschäfte mit Industriekunden in Frankreich und Italien abgeschlossen.

Die Aktivitäten von Wholesale International East konzentrierten sich auf kurzfristige Geschäfte aus Grenzkapazitätsbewirtschaftung.

Durch die Aktivitäten des Trading-Floors im Bereich des physischen und finanziellen Stromhandels, im Gasgeschäft, im Zertifikatehandel und Commodity-Hedging wird ein stabiler Marktzugang für die Vermarktung der Eigenerzeugung und das Hedging von Wholesale-Geschäften sichergestellt. verbund hat durch die Tradingfunktion eine für das Kerngeschäft Erzeugung notwendige starke Marktpräsenz auf den wichtigsten OTC-Märkten und Börsenplätzen Europas.

III Details zur Entwicklung an der European Energy Exchange: www.eex.com

Strompreise

Spotpreise erholen sich, Terminmarkt unter Druck

Am Spotmarkt zogen die Preise 2010 an: An der Pariser Strombörse EPEX lagen die Preise für Bandenergie (Base) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich im Jahresdurchschnitt mit 44,5 €/MWh rund 14 % über jenen des Vorjahres. Die Preise für Spitzenenergie (Peak) lagen mit 55,0 €/MWh um knapp 8 % über den Mittelwerten von 2009. Für den Auftrieb der Spotmarktpreise sorgten die tieferen Temperaturen und die wieder zunehmende Industrieproduktion.

Der Strom-Terminmarkt blieb unter Druck, weil der Markt weiterhin eine ausreichende Versorgungssituation zeigt. Somit lagen im Durchschnitt des Jahres 2010 die Preise für Bandenergie (Front Year Base) an der Leipziger Strombörse EEX für das Marktgebiet Deutschland/Österreich mit 49,9 €/MWh nur um 1 % über dem Vorjahresniveau (49,2 €/MWh). Die Preise für Spitzenenergie (Front Year Peak) verloren hingegen weiter an Wert und sanken gar um knapp 8 % auf 64,5 €/MWh.

* Notierungen Front Year für das Marktgebiet Deutschland/Österreich entsprechend dem Futurehandel an der EEX; tägliche Preise. Achsenbezeichnung bezieht sich auf den Zeitraum des Handels, Lieferstellung im darauf folgenden Jahr.

* Spothandel für das Marktgebiet Deutschland/Österreich entsprechend den Notierungen an der EPEX, Monatsdurchschnittspreise.

CO2-Zertifikatspreise steigen wieder

Für die CO2-Emissionen aus eigenen Kraftwerken muss verbund Emissionszertifikate in entsprechender Höhe nachweisen. Die Preise für diese Emissionsrechte (European Union Allowance – EUA) mit Lieferung im Dezember 2010 lagen im Handelsjahr 2010 mit durchschnittlich 14,5 € pro Tonne CO2 um rund 8 % über dem im Jahr 2009 für den Dezember-2009- Kontrakt zu zahlenden Preis. Gründe für die Preiserholung sind die steigenden Emissionen aufgrund der erhöhten Industrieproduktion und des gestiegenen Stromverbrauchs.

Unternehmen können einen Teil ihrer Emissionen mit Zertifikaten aus Projekten zur Emissionsreduktion in Schwellen- und Entwicklungsländern (Certified Emission Reductions – CER) decken. Der Preis für den CER-Kontrakt mit Fälligkeit Dezember 2010 verlief weitgehend parallel zur Preisentwicklung der EUA-Zertifikate. Aufgrund des höheren Risikos ist das Preisniveau hier insgesamt niedriger. Der Preisunterschied (Spread) lag im Jahresdurchschnitt bei 2 €.

Ausbau der Stromerzeugung

Wasserkraft trägt zur Erreichung der österreichischen Klimaziele bei

Österreich hat sich in der EU verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 auf 34 % zu erhöhen. Wasserkraft ist zurzeit die einzige wettbewerbsfähige erneuerbare Energiequelle zur Stromerzeugung.

In der nationalen Energiestrategie ist ein Ausbau der Wasserkraft um 3,5 TWh bis 2015 festgelegt. verbund wird aus heutiger Sicht rund ein Viertel dazu beisteuern. In den kommenden Jahren sollen, teilweise in Kooperation mit regionalen Partnern, Kraftwerke mit einem Regelarbeitsvermögen von rund 770 GWh in Betrieb genommen werden.

Der Bau des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II in Salzburg folgt weiterhin dem verkürzten Zeitplan. Es wird mit seinen 480 MW die Turbinenleistung der bestehenden Kraftwerksanlage Kaprun auf insgesamt 833 MW erweitern. Im Jahr 2010 erfolgten fertigstellende Bauarbeiten, die Hauptmontage von Maschinen und Elektrotechnik sowie die Inbetriebnahme einzelner Komponenten. Mitte 2011 sollen beide Maschinensätze in Betrieb gehen.

Anfang 2010 wurden die Antragsunterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung für das ebenfalls geplante Pumpspeicherkraftwerk Limberg III eingereicht. Nach der Nachreichung von Dokumenten ist die mündliche Verhandlung für das Frühjahr 2011 geplant. Die Umsetzung des Projekts Limberg III hängt maßgeblich von der Fertigstellung der 380-kV-Salzburgleitung bis Kaprun ab.

Im Rahmen der Kooperation von verbund mit Energie Steiermark/STEWEAG-STEG GmbH (SSG) begann 2009 der Bau der beiden Murkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf. Energie Steiermark/SSG wickelt den Bau federführend ab, verbund wird nach der Fertigstellung die Betriebsführung übernehmen. Im Projekt Gössendorf wurden alle Bauarbeiten plangemäß weitergeführt, Mitte 2011 ist die Rückleitung der Mur geplant. Im Projekt Kalsdorf erfolgte Ende 2010 die Mur-Umleitung.

Das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II in Kärnten erhielt Anfang des Jahres 2010 den positiven UVP-Bescheid, der Spatenstich erfolgte im Oktober 2010. Die ökologischen Begleit- und Ersatzmaßnahmen sowie die Schutzbauten gegen Steinschlag und Lawinen wurden termingerecht bis Ende 2010 umgesetzt. Mit seinen 430 MW wird das neue Kraftwerk die Turbinenleistung der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck auf 1.459 MW erhöhen. Die Inbetriebnahme ist im Herbst 2014 geplant.

Für das grenzüberschreitende Gemeinschaftskraftwerk Inn von verbund, TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG und Engadiner Kraftwerke AG erteilte die Tiroler Landesregierung im Juli 2010 den positiven UVP-Bescheid, im Oktober folgten die Konzession zur Wasserkraftnutzung sowie die Baubewilligung durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation in Bern, in der Schweiz. Der Baubeschluss ist Anfang 2012 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2015 geplant. Das Kraftwerk besitzt eine Jahreserzeugung von 414 GWh, wovon der verbund-Anteil bei 50 % liegt.

verbund investiert weiter in die Effizienzsteigerung der bestehenden Anlagen. Im Jahr 2010 wurde die Erneuerung der Maschinen im Donaukraftwerk Aschach abgeschlossen. Im Donaukraftwerk Jochenstein startete die Generalsanierung der zwei letzten von fünf Maschinen.

Beim steirischen Mur-Kraftwerk Pernegg erfolgten im ersten Halbjahr 2010 die Vorbereitungen für die Revitalisierung, die im zweiten Halbjahr mit dem Hauptumbau nach Terminplan gestartet wurde. Der erste neue Maschinensatz arbeitet ab April 2011, die beiden weiteren Maschinensätze werden in den Wintern 2011/12 und 2012/13 umgebaut. Die Erweiterung des Kraftwerks Hieflau an der steirischen Enns wurde 2010 abgeschlossen. Durch den zweiten Triebwasserstollen sowie ein neues Wehrkraftwerk liefert der Standort nun zusätzlich jährlich rund 108 GWh umweltfreundlichen Strom.

Erdgas als Ergänzung

Auf dem Weg in die Zukunft setzt verbund auf Erdgas als umweltfreundliche Brückentechnologie. Gas- und Dampfkraftwerke gleichen Schwankungen bei erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne perfekt aus. Sie sind flexibel regelbar, eignen sich zur Kraft-Wärme-Koppelung und arbeiten effizient. Die im Vergleich zu Kohlekraftwerken nur halb so hohen Baukosten bewirken, dass Gas- und Dampfkraftwerke deutlich geringere Fixkosten aufweisen. Gleichzeitig stoßen sie nur halb so viel klimaschädliches Kohlendioxid aus.

Die Arbeiten an Österreichs größter Kraftwerksbaustelle – dem Gas- und Dampfkraftwerk Mellach (832 MW) – gehen zügig voran, sodass eine termingerechte Fertigstellung Ende 2011 erwartet werden kann. Das Hauptgebäude sowie sämtliche Nebengebäude sind weitgehend fertiggestellt. Die Großkomponenten Gasturbinen, Dampfturbinen, Abhitzekessel, Generator und Trafo sind montiert und werden nunmehr in die Betriebsmittelkreisläufe eingebunden. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen, die zum Großteil mit eigenem Personal durchgeführt werden, wird das Projekt begleitet.

Für das UVP-Verfahren für das Gas- und Dampfkraftwerk Klagenfurt erteilte das Amt der Kärntner Landesregierung im September 2010 den Genehmigungsbescheid in erster Instanz mit zahlreichen Auflagen. verbund sowie Projektgegner brachten daraufhin, einerseits wegen einschränkender Auflagen bezüglich des Kraftwerkseinsatzes, anderseits zur Konkretisierung einzelner Auflagepunkte, Berufung ein. Das Verfahren befindet sich nunmehr in zweiter Instanz.

Beim Dampfkraftwerk Dürnrohr ging 2010 der Pipe Conveyor (geschlossenes Förderband) für den Kohletransport bei Anlieferung per Schiff in Betrieb. Das Projekt von verbund und EVN reduziert den Lkw-Verkehr und entlastet Anrainer und Umwelt.

Engagement für Windkraft

Auch die Stromerzeugung aus Windkraft wird ausgebaut. In Rumänien entwickelt verbund gegenwärtig einen 200-MW-Windpark mit einer voraussichtlichen Jahresstromproduktion von rund 550 GWh. Die Entwicklungstätigkeiten sind weit fortgeschritten – das Projekt steht kurz vor der Baugenehmigung. Auch in Österreich verstärkt verbund sein Engagement im Bereich der Windkraft. Die derzeit bestehenden Windparks im Osten Österreichs sollen um rund 33 MW erweitert werden. Die Projekte befinden sich in der Projektierungsphase.

Ausblick zum Segment Strom

Ökonomische und ökologische Exzellenz im Energiemarkt

Für das profitable Wachstum verbindet verbund wirtschaftliche und ökologische Aspekte auf höchstem Niveau. Wirtschaftliche Exzellenz auf allen Wertschöpfungsstufen bedeutet beispielsweise, attraktive Kundenlösungen zu entwickeln, Marktchancen zu nutzen oder Prozesse zu optimieren. Ökologische Exzellenz zeigt sich im Einsatz von verbund bei der umweltfreundlichen, nachhaltigen Umgestaltung der Energiesysteme.

Ausgehend von der Verankerung in Österreich will verbund die Position unter den profitabelsten Stromversorgern in Europa durch gezieltes Wachstum in den Kernmärkten festigen und ausbauen. Ziel ist die weitere Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

  • In der Stromerzeugung setzt verbund vorrangig auf Wasserkraft; Erdgas und Wind ergänzen das Erzeugungsportfolio wirtschaftlich.
  • Der Handel mit und die Vermarktung von Strom werden auf Basis der sehr guten nationalen und internationalen Großhandelsposition gestärkt. Die Strategie von verbund ist, Handel und Vertrieb in den relevanten Märkten mit der eigenen Stromproduktion zu hinterlegen. Die Kraftwerke sichern die Strombeschaffung in diesen Ländern.
  • Innovative Produkte und Dienstleistungen sind wesentlich für langfristig profitables Wachstum. Ein Beispiel dafür ist der Bereich "Elektromobilität", in dem verbund ständig neue Initiativen entwickelt.

Netz

Das rund 3.500 Trassenkilometer umfassende Übertragungsnetz der Austrian Power Grid AG (APG) bildet das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung. Es ist außerdem Teil des gesamteuropäischen Übertragungsnetzes der Regional Group Continental Europe von ENTSO-E, vormals UCTE. Die Spannungsebenen sind 380, 220 und 110 kV.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Außenumsatz im Segment Netz gesunken

Der Außenumsatz im Segment Netz sank 2010 um 7,4 % auf 255,3 Mio. €. Grund dafür waren gesunkene internationale Erlöse aus der Inter-TSO-Compensation – dem internationalen Ausgleich der Kosten unter den Übertragungsnetzbetreibern. – sowie aus der Versteigerung von Kapazitäten auf Grenzleitungen. Rund 8,0 % des Außenumsatzes im Konzern wurden 2010 im Segment Netz erzielt.

Reduzierte Aufwendungen für Strombezug (Sekundärregelung und Netzverluste) aufgrund gesunkener Marktpreise sowie verringerte Abschreibungen kompensierten den Rückgang nur zum Teil. Das EBIT reduzierte sich um 34,9 % auf 44,4 Mio. €. Das Segment Netz erzielte damit 5,4 % des Konzern-EBIT. Der Return on Capital Employed (ROCE) sank 2010 aufgrund des geringeren Ergebnisses und des gestiegenen Kapitaleinsatzes auf 4,2 %.

III Weitere Informationen zum Netz: www.apg.at

Einheit 2008 2009 2010 Änderung
Außenumsatz Mio. € 307,9 275,6 255,3 –7,4 %
EBITDA Mio. € 141,7 127,6 101,4 –20,5 %
EBIT Mio. € 88,0 68,2 44,4 –34,9 %
Capital Employed * Mio. € 672,8 801,0 828,8 +3,5 %
ROCE * % 10,1 7,0 4,2
Investitionen Mio. € 159,1 143,3 135,3 –5,6 %

Segment Netz: Kennzahlen

* Die Kennzahl wurde 2010 einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Neue Tarife seit Jänner 2011

Im Jahr 2010 wurden die APG-Tarife wiederum von der Regulierungsbehörde geprüft. Die APG brachte in mehreren Anhörungen vor der Energie-Control-Kommission Anträge zur Verzinsung des Kapitals für die Netzinvestitionen, zu den steigenden Netzkosten (EU-Unbundling-Vorschriften) sowie zur Kompensation für die deutlich reduzierten internationalen Erlöse ein. Die Anträge wurden großteils genehmigt.

Für Stromerzeuger werden weiterhin Netztarife für Verlustenergie und Pumpstrom verrechnet. Aufgrund steigender Erzeugungsmengen sowie der Einbeziehung der Regelzone Tirol sank der Tarif für Systemdienstleistungen deutlich um 16 %. Die Verlusttarife stiegen jedoch trotz gesunkener Beschaffungspreise (neues APG-Verlustausschreibungsmodell ab 2011) geringfügig an. Der Grund dafür liegt in den geringeren internationalen Kompensationen für Verlustenergie.

Die reinen Netznutzungstarife der APG bleiben stabil. Die Bruttokomponente steigt aus tarifpolitischen Überlegungen der Regulierungsbehörde um 9 %, die Nettokomponenten – insbesondere die Nettoarbeit – wurden deutlich niedriger angesetzt. Per Saldo reduziert sich die Tarifbasis um durchschnittlich 1,7 %. Die neuen Tarife gelten seit 1.1.2011. Im Rahmen zahlreicher gleich gelagerter Verfahren weigern sich die Kunden der APG, bestimmte Systemnutzungstarifkomponenten zu bezahlen und verfolgen das Ziel, die diesbezügliche gesetzliche Bestimmung sowie die darauf basierenden Systemnutzungstarifverordnungen zu bekämpfen. Per Verordnungsprüfungsantrag traten die zuständigen Gerichte im Großteil der Verfahren bereits an den VfGH heran, dieser hat nun den Beschluss auf Einleitung eines Gesetzprüfungsverfahrens gefasst.

Investitionen im Segment Netz weiter auf hohem Niveau

Im Jahr 2010 wurden im Segment Netz 135,3 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert. Insbesondere der Lückenschluss der 380-kV-Salzburgleitung St. Peter-Tauern durch die Errichtung des ersten Teils von St. Peter-Salzburg schlug mit 47,6 Mio. € zu Buche. Weitere wesentliche Investitionen in die Netzerweiterung betrafen Projekte in Niederösterreich – wie den Ausbau und Umbau des Umspannwerks Bisamberg (9,3 Mio. €), das zweite 380-kV-System von Wien-Südost nach Ungarn mit dem Ausbau des Umspannwerks Sarasdorf (10,6 Mio. €) sowie zwei neue Transformatoren im Umspannwerk Wallsee (5,1 Mio. €).

Im Rahmen der Betriebsinvestitionen wurden ein weiterer Transformator im steirischen Umspannwerk Hessenberg ersetzt (4,7 Mio. €) sowie Anlagen in den niederösterreichischen Umspannwerken Ernsthofen (6,2 Mio. €) und Ybbsfeld (4,9 Mio. €) umgebaut.

Versorgungssicherheit

Transportierte Energiemenge auf dem Niveau des Vorjahres

Der Stromverbrauch in der Regelzone APG lag 2010 fast wieder auf dem Niveau von 2008 (vor der Krise). Die über das 220/380-kV-Netz (Netzebene 1) transportierte Energiemenge in Höhe von 37.218 GWh veränderte sich mit –0,9 % nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Schwankungsbreite der Energieflüsse zu den benachbarten nationalen und internationalen Netzpartnern hat sich auch 2010 fortgesetzt. Der Austausch mit den angrenzenden Regelzonen schwankte im Jahr 2010 zwischen einem maximalen Import von 2.178 MW und einem maximalen Export von 3.099 MW.

APG übernimmt Betrieb des Übertragungsnetzes in Tirol

Seit 1.1.2011 übernimmt die APG den Betrieb des Übertragungsnetzes in Tirol von der TIWAG-Netz AG. Damit gibt es in Österreich zukünftig nur noch zwei Regelzonen: APG und Vorarlberg. Auch nach der Übernahme des Übertragungsnetzes in Tirol verbleiben die Übertragungsanlagen weiterhin im Eigentum der TIWAG-Netz AG. Beim Ausbau und bei der Instandhaltung des Netzes in Tirol gehen beide Unternehmen künftig gemeinsam vor. Die Kooperation soll die Situation auf den Regelenergiemärkten verbessern und die Entwicklung des österreichischen Strommarktes stärken.

Sichere Versorgung ohne Unterbrechungen

Für eine bestmögliche Versorgungssicherheit setzte die APG 2010 zahlreiche Maßnahmen. Diese betrafen den Leitungsbau, den koordinierten Netzbetrieb, die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Forschung und Entwicklung. Der gesetzlichen Vorgabe (ElWOG) folgend, beschafft die APG die benötigte Primärregelreserve für ihre Regelzone seit Anfang 2010 in einer wöchentlichen Ausschreibung.

Mit der Inbetriebnahme des zweiten Systems von Wien-Südost nach Ungarn wurde die internationale Anbindung an das 380-kV-Netz verstärkt und die Basis für den weiteren Ausbau der Windkraft im Burgenland geschaffen. Im Rahmen des Projekts war im April 2010 die eintägige, gleichzeitige Abschaltung von drei 380-kV-Systemen erforderlich. Aufgrund der umfassenden nationalen und internationalen Abstimmungen und der umfangreichen Maßnahmen zum Engpassmanagement verlief die Abschaltung erfolgreich, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Während des Baus der 380-kV-Salzburgleitung kam es zu besonderen Herausforderungen: Eine davon war die Abschaltung der zweisystemigen 220-kV-Leitung St. Peter-Salzburg. Um die Stromversorgung von Salzburg zu gewährleisten, waren umfangreiche netztechnische Maßnahmen erforderlich.

Rasch auf außergewöhnliche Netzsituationen reagieren zu können, erfordert die regelmäßige Abstimmung mit den Betreibern von Übertragungs- und Verteilnetzen im Umfeld. Die APG verfügt über bilaterale Verträge mit allen benachbarten Netzpartnern und hält engen Kontakt, beispielsweise durch Koordinierungsgespräche.

Wesentlich für die Versorgungssicherheit Österreichs sind auch die vier Betriebsregionen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort gewährleisten die ordnungsgemäße Betriebsführung und Instandhaltung der Umspannwerke und Netzschaltanlagen sowie der Hochspannungsfreileitungen. Sie stellen im Zuge von Instandhaltungsarbeiten und Projekten oder zur Krisenvorsorge den Kontakt zu Behörden, Einsatzorganisationen und Anrainern her.

Forschung und Entwicklung weitergeführt

Im Jahr 2010 investierte die APG rund 1,0 Mio. € in Forschung und Entwicklung. Die Projekte befassten sich in erster Linie mit der Integration von erneuerbaren Energien, dem Gefährdungspotenzial durch Naturgewalten sowie mit Regulierung und Umweltschutz. Weiters wurden neue Systeme zur effizienten Netzüberwachung weiterentwickelt (z.B. Thermal Rating oder das Eiswalzen-Monitoring). Hervorzuheben ist das Austrian Awareness System (AAS), das am 1.10.2010 in Betrieb ging. Es dient dem Informationsaustausch über den Netzzustand im Falle einer Großstörung. Das System wurde unter Federführung der APG mit allen angrenzenden Verteilnetzbetreibern entwickelt.

II I Projektinformationen zur 380-kV-Salzburgleitung: www.apg.at

Leitungsbauprojekte

Aufgrund ihrer hohen Bedeutung für Europa ist die 380-kV-Salzburgleitung ein TEN-E-Projekt (Transeuropäische Netze). Sie ist Voraussetzung für die Versorgungssicherheit in Österreich und die Beseitigung von Engpässen. Außerdem ermöglicht sie den weiteren Ausbau der Stromerzeugung, vor allem im Bereich erneuerbarer Energien.

Nach Abweisung des Antrags auf aufschiebende Wirkung und Bestätigung des öffentlichen Interesses startete im August 2009 der Bau des ersten Teils der 380-kV-Salzburgleitung Salzburg neu-St. Peter. Die Bauarbeiten sind kurz vor der Fertigstellung, die Inbetriebnahme ist Anfang 2011 geplant. Das bedeutet einen weiteren Meilenstein für den österreichischen 380-kV-Ring. Das Investitionsvolumen für das 46 km lange Teilstück samt Umspannwerken beträgt voraussichtlich 119 Mio. €.

Für die zweite Ausbaustufe, insbesondere das 115 km lange Teilstück Tauern-Salzburg, wurde in einem Expertengremium und im intensiven Dialog mit potenziellen Anrainergemeinden und der Bevölkerung ein Trassenkorridor entwickelt. Ende Oktober 2010 brachte die APG einen Antrag auf Genehmigung von Vorarbeiten für die 380-kV-Leitung beim Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend ein. Die Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung ist frühestens im Frühjahr 2012 möglich.

Regulatorische Neuerungen

Das im Sommer 2009 beschlossene 3. Energieliberalisierungspaket der EU erfordert weitreichende Änderungen bei Übertragungsnetzen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unabhängigkeit der Übertragungsnetzbetreiber. verbund bleibt weiterhin Eigentümer der Austrian Power Grid AG, gewährleistet aber die operative Unabhängigkeit der Netztochter als ITO (Independent Transmission Operator).

Die EU-Vorgaben sind bis März 2012 umzusetzen. Die Umsetzung wird durch die Regulierungsbehörde zertifiziert und der Europäischen Kommission zur Stellungnahme vorgelegt. Die nationale Umsetzung der Richtlinie erfolgt im ElWOG. Im Jahr 2010 wurde ein Projektteam beauftragt, die notwendigen Maßnahmen zu identifizieren und mit ersten Umsetzungsschritten zu beginnen.

Das im 3. Energieliberalisierungspaket der EU vorgesehene europäische Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) hat seine Tätigkeit voll aufgenommen. Schwerpunkte sind die Erstellung des 10-Jahres-Investitionsplans sowie der ersten Netzkodizes in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und den Energieregulatoren (ERGEG). Einen weiteren Fokus bildet die Harmonisierung des Strommarktmodells (Target Model), das in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, den Regulatoren sowie Vertretern des Strommarktes umgesetzt werden soll.

Die Europäische Regulierungsagentur (ACER) wurde 2010 in Ljubljana (Slowenien) gegründet. Sie soll ab März 2011 Rahmenrichtlinien für die ENTSO-E-Netzkodizes schaffen. Diese werden anschließend in einem von der Europäischen Kommission geleiteten Verfahren rechtlich verbindlich.

INGOMAR SEEBER Handelsexperte in der Türkei Betriebswirt / seit 2005 bei VERBUND / Handelsspezialist in Ankara / unterstützt das Unternehmen bei der Erschließung neuer Marktplätze / mag die Zusammenarbeit mit Kollegen mit unterschiedlicher Ausbildung, Nationalität, Kultur und Religion

"In der Türkei findet ein massiver Wandel statt, vom staatlich regulierten Energiemarkt hin zu einem liberalisierten Markt. Das bedeutet neue Marktplätze, neue Teilnehmer – und ist eine große Chance für VERBUND. Ich schätze die langfristige und umweltbewusste Ausrichtung des Unternehmens, den Einsatz zeitgerechter Technologien und dass wir die Energiemärkte der Zukunft mitgestalten."

Ausbau im Segment Netz

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber müssen sich weiterhin intensiv auf steigende Herausforderungen vorbereiten. Diese ergeben sich vor allem aus der Umsetzung des einheitlichen europäischen Strommarktes und dem geplanten massiven Ausbau der volatilen erneuerbaren Energien.

Die APG wird das Ausbauprogramm laut Masterplan Netz 2009–2020 fortsetzen. Die geplanten Projekte umfassen unter anderem die 380-kV-Salzburgleitung, die Integration der Windenergie im Burgenland und in Niederösterreich sowie die Netzverstärkung nach Deutschland und im Raum Kärnten. Der Masterplan wird künftig jährlich aktualisiert, um bei der Planung des Netzausbaus bedarfsgerecht und kosteneffizient vorzugehen. Im nächsten Schritt werden mit Landesnetzgesellschaften regionale Detail-Masterpläne erstellt.

Schwerpunkte für 2011 bilden die Inbetriebnahme des ersten Teils der 380-kV-Salzburgleitung sowie das Vorantreiben des Planungsprozesses für den zweiten Teil. Auch die weiteren vorgesehenen Projektarbeiten sowie Programme für Instandhaltung, Sicherheit und Effizienzsteigerung werden intensiv verfolgt. Wichtig ist darüber hinaus die Umsetzung des 3. Energieliberalisierungspakets der EU.

Außerdem ist die APG seit 2010 mit elf anderen Übertragungsnetzbetreibern Eigentümerin der Capacity Allocation Service Company (CASC). Die CASC koordiniert als Serviceprovider die Versteigerungen von Grenzkapazitäten – für die APG jene nach Italien und in die Schweiz. Das gemeinsam mit sieben weiteren Netzbetreibern gegründete Central Allocation Office soll für die APG 2011 den operativen Betrieb aufnehmen.

Beteiligungen

Seit der Strommarktöffnung fährt verbund einen konsequenten Kurs der Internationalisierung. Im Jahr 2010 konzentrierte sich das Unternehmen auf die Weiterentwicklung bestehender Beteiligungen in Österreich und in den Märkten Italien, Frankreich und Türkei.

Betriebswirtschaftliche Entwicklung

Beteiligungsergebnis 37,6 Mio. €

Im Jahr 2010 betrug das Beteiligungsergebnis 37,6 Mio. €. Es wird im Wesentlichen von den österreichischen Beteiligungen STEWEAG-STEG GmbH mit 15,9 Mio. € und KELAG mit 28,3 Mio. € getragen. Die italienische Sorgenia S.p.A. (Group) erreichte ein Ergebnis von 43,0 Mio. €. Die türkische Verteilnetzgesellschaft Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. erzielte dank positiver Preis- und Mengeneffekte und einer vorgezogenen Netztariferhöhung ein anteiliges Ergebnis von 16,1 Mio. € und die türkische Erzeugungsgesellschaft Enerjisa Enerji Üretim A.S. (Group) erwirtschaftete ein anteiliges Ergebnis von 19,3 Mio. €. Die türkischen Beteiligungen profitierten 2010 zusätzlich von einer positiven Entwicklung der Fremdwährungskurse. Der gesunkene Börsenkurs der POWEO S.A. (Group) sowie das weiterhin schwierige Marktumfeld führten zu einem negativen Beteiligungsergebnis der POWEO S.A. (Group) von 105,7 Mio. €.

Segment Beteiligungen: Kennzahlen

Einheit 2008 2009 2010 Änderung
Außenumsatz Mio. € 10,4 38,9 66,5 +71,0 %
EBITDA Mio. € –35,3 –28,9 –27,1 –6,2 %
EBIT Mio. € –42,8 –37,5 –36,5 –2,6 %
Capital Employed * Mio. € 3.945,0 6.022,0 7.112,8 +18,1 %
Beteiligungsergebnis Mio. € 42,3 61,4 37,6 –38,8 %
Investitionen in Beteiligungen Mio. € 546,9 628,8 74,9 –88,1 %

* Die Kennzahl wurde 2010 einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Auslandsbeteiligungen

Italien: Weiter auf Erfolgskurs

Der Anteil von verbund an der Sorgenia S.p.A. (Group) beträgt derzeit etwa 45 %. Somit partizipiert verbund aktiv am Wachstum der Sorgenia S.p.A. (Group).

In den Quartalen 1-3/2010 lag das EBITDA bei 107,7 Mio. €, das entspricht einer Verbesserung von 12 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis nach Steuern in den Quartalen 1–3/2010 betrug 57,6 Mio. € im Vergleich zu 21,1 Mio. € in den Quartalen 1–3/2009. Diese wesentliche Verbesserung von 173 % resultiert aus Steuervorteilen durch das Tremonti-Ter-Gesetz, ein Gesetz zur Förderung der Investitionstätigkeit der Unternehmen. Seit dem Quartal 4/2009 ist das Gas- und Dampfkraftwerk Modugno in Betrieb. Im Oktober

III Informationen zu Sorgenia: www.sorgenia.it

2010 wurde das Gas- und Dampfkraftwerk Lodi mit 805 MW zeitgerecht und innerhalb des Kostenrahmens fertiggestellt und in Betrieb genommen. Das Gas- und Dampfkraftwerk Aprilia mit 800 MW befindet sich gegenwärtig in Bau. Die Inbetriebnahme ist für das Quartal 1/2012 vorgesehen.

Mit der Inbetriebnahme des Windparks in San Martino in Pensilis mit 12 MW im Quartal 2/2010 betreibt Sorgenia nun in Italien 81 MW Windkraftwerke und 16 MW Solarkraftwerke, weitere 9 MW Photovoltaikanlagen sind in Bau.

Sorgenia France stellte im zweiten Halbjahr 2010 den Windpark in Leffincourt (32 MW) fertig und verfügt nun über knapp 140 MW installierte Leistung.

Sorgenia Romania konnte die umfassenden Genehmigungsverfahren für Windprojekte im Ausmaß von 106 MW positiv abschließen.

Frankreich: Schwieriges Jahr 2010

verbund ist mit 46 % größter Einzelaktionär der POWEO S.A. (Group). In den Quartalen 1–3/2010 konnte POWEO S.A. (Group) eine Umsatzsteigerung von ca. 43 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnen, was nicht zuletzt auf das erste volle Betriebsjahr des 412- MW-Gas- und -Dampfkraftwerks Pont-sur-Sambre zurückzuführen ist.

Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Erzeugungsportfolios wurde im Juli 2010 erreicht: Der Baubeschluss für ein weiteres hochmodernes Gas- und Dampfkraftwerk in Toul mit 413 MW wurde getroffen. Ergänzt wird das Portfolio durch den Ausbau der erneuerbaren Energien, installiert sind derzeit 98 MW Wind und Photovoltaik, weitere Anlagen sind in Bau bzw. in Entwicklung. Im Rahmen der strategischen Fokussierung wurde jedoch 2010 entschieden, sich vom Renewables-Bereich zu trennen, ein Verkaufsprozess wurde eingeleitet. 2010 wurden 2 Kleinwasserkraftwerke verkauft.

Aufgrund durchgeführter Werthaltigkeitsprüfungen wegen des dauerhaft gesunkenen Aktienkurses der POWEO S.A. (Group) musste der Beteiligungsansatz im Jahr 2010 um 56,2 Mio. € abgewertet werden.

Die mehrmalige Verschiebung des "Loi NOME", welches die Liberalisierung des Endkundenmarktes in Frankreich regeln und im Jahr 2011 in Kraft treten soll, ist eine der Hauptursachen für die nicht plangemäße Entwicklung der POWEO S.A. (Group) Ergebnisse. Angesichts dieser untragbaren Situation wurden verschiedene Optionen der weiteren strategischen Ausrichtung von POWEO S.A. (Group) geprüft.

Erfolgreich umgesetzte Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung wie Reduktion der Kundenabwanderung oder Fokussierung auf Kunden höherer Bonität konnten diese Schwierigkeiten nicht aufwiegen.

Wie bereits von POWEO S.A. (Group) angekündigt, erfolgt im Jahr 2011 eine Neuausrichtung der POWEO S.A. (Group) in Hinblick auf das erwartete Inkrafttreten des "Loi NOME".

verbund unterstützt die Restrukturierung durch das Angebot der Übernahme des 60 %-Anteils der POWEO S.A. (Group) an der POWEO Production S.A.S.

III Informationen zu POWEO: www.poweo.com

III Informationen zu Enerjisa: www.enerjisa.com

Türkei: Erfolgreicher Ausbau der Erzeugung

verbund hält 50 % der Anteile am türkischen Stromerzeuger Enerjisa Enerji Üretim A.S. (Group). Das Unternehmen erwirtschaftete in den Quartalen 1–3/2010 einen Umsatz von 220,7 Mio. € – das sind um 10,6% mehr als im Vorjahr. Dahinter standen die sich positiv entwickelnde Wirtschaft sowie die gestiegene Stromnachfrage am türkischen Markt. Das Ergebnis nach Steuern in den Quartalen 1-3/2010 lag mit 18,5 Mio. € um 16,6 % unter dem Vorjahr. Verantwortlich dafür sind vor allem der Ausfall zweier kleiner Gas- und Dampfkraftwerke im ersten Halbjahr sowie die verspätete Inbetriebnahme des Gas- und Dampfkraftwerks Bandirma (919 MW) im Oktober 2010. Enerjisa Enerji Üretim A.S. (Group) musste aus diesem Grund am Ausgleichsmarkt Strom mit Verlust zukaufen, um die bereits vereinbarten Mengen plangemäß zu liefern.

Das Unternehmen strebt bis 2015 eine installierte Leistung von rund 5.000 MW an. Ziel ist ein Anteil von mindestens 10 % und damit die Marktführerschaft am türkischen Elektrizitätsmarkt. Die Umsetzung dieser Strategie schreitet zügig voran: So wurde der Bau von 9 Wasserkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 940 MW fixiert, die bis 2012 in Betrieb gehen sollen. Der ebenfalls beschlossene Windpark Canakkale soll in der ersten Ausbaustufe Anfang 2011 mit 30 MW ans Netz gehen. Die Fertigstellung des Speicherkraftwerks Arkun mit 237 MW ist für 2014 geplant. Zudem arbeitet Enerjisa Enerji Üretim A.S. (Group) bereits an weiteren Projekten.

Gemeinsam mit dem türkischen Partner Sabanci betreibt verbund die Verteilnetzregion Baskent EDAS im weitläufigen Ballungszentrum rund um Ankara. Baskent EDAS hatte Ende des Quartals 3/2010 rund 3,2 Mio. Endkunden. Der Businessplan sieht weiteres Wachstum im Stromabsatz vor: Bis 2012 soll Baskent EDAS zu einem führenden Verteilnetzunternehmen in der Türkei werden. Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte Baskent EDAS den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr in den Quartalen 1–3/2010 um 29,8 % auf 808,4 Mio. € erhöhen. Ausschlaggebend waren positive Preis- und Mengeneffekte sowie eine vorgezogene Netztariferhöhung. Das operative Ergebnis in den Quartalen 1–3/2010 verbesserte sich in Folge um mehr als 100 % auf 29,4 Mio. €. Das Ergebnis nach Steuern in den Quartalen 1–3/2010 betrug 31,7 Mio. €.

Albanien: Baubeginn für Kraftwerk Ashta erfolgt

Der Bau des in Albanien gelegenen Wasserkraftwerks Ashta am Fluss Drin südlich der Stadt Shkoder begann im Februar 2010.

Bei diesem Projekt werden die beiden Kraftwerksstufen mit jeweils 45 Turbinen/Generator einheiten der HYDROMATRIX®-Technologie ausgerüstet. Das Kraftwerk wird ab 2012 insgesamt 242 Mio. kWh erzeugen; damit können 100.000 Haushalte in Albanien mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden.

Im Quartal 2/2010 wurden mit der EVN AG (Energie Versorgung Niederösterreich AG) Verträge unterzeichnet, welche nach Zustimmung der albanischen und europäischen Behörden seit 27.8.2010 rechtswirksam sind. Demnach ist EVN mit 50 % am Kraftwerksprojekt Ashta beteiligt.

Inlandsbeteiligungen

SSG: Kraftwerksbau in Gössendorf und Kalsdorf schreitet voran

Die STEWEAG-STEG GmbH (SSG) ist der größte Energieversorger in der Steiermark. Sie erzeugt, beschafft, verarbeitet, transportiert und vertreibt Energie und Energieträger und handelt mit Strom. verbund ist an SSG mit 34,57 % beteiligt, die restlichen 65,43 % hält die Energie Steiermark AG.

Zur nachhaltigen Verbesserung des Ergebnisses setzt SSG seit 2009 das Restrukturierungsprojekt W.E.ST. um. Durch die Zusammenlegung von Standorten ergeben sich Einsparungen im administrativen Bereich sowie ein geringerer Personalaufwand.

Der Bau der Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf verläuft plangemäß. Großer Wert wird auf die Einhaltung der Auflagen gemäß Umweltverträglichkeitsprüfung gelegt. Deshalb wurden in diesem Gebiet Ersatzaufforstungen durchgeführt. Die gewässerökologische Bauaufsicht hob die Renaturierung des Raababachs positiv hervor.

KELAG: Einstieg in das Kraftwerksprojekt Reißeck II

Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft ist in den Geschäftsfeldern Strom, Erdgas und Wärme österreichweit tätig. In den Bereichen Wasser- und Windkraft ist KELAG auch im Ausland aktiv. verbund ist per 31.12.2010 mit 35,17 % am Unternehmen beteiligt. 63,85 % der Anteile hält die Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH, 0,98 % der Anteile sind in Streubesitz.

KELAG beteiligt sich am verbund-Kraftwerksprojekt Reißeck II, das 2014 in Betrieb gehen soll. Der Baubeschluss und die Baubewilligung liegen bereits vor und der Spatenstich ist erfolgt. Die Arbeiten beim Pumpspeicherkraftwerk Feldsee und beim Kraftwerk Koralpe verlaufen planmäßig.

Energie Klagenfurt: Wichtiger Meilenstein

für Gas- und Dampfkraftwerk Klagenfurt erreicht

Die Energie Klagenfurt GmbH (EKG) ist eine Gesellschaft zur Erzeugung, Übertragung, Verteilung und zum Handel von bzw. mit Strom, Fernwärme und Gas. An der EKG ist verbund mit 49 % beteiligt, die Stadtwerke Klagenfurt AG hält 51 %.

In Hinblick auf die mittelfristige Kosten- und Erlösentwicklung erarbeitete und realisierte die Geschäftsführung ein Einsparungsprogramm; erste Effekte für das Ergebnis wurden bereits erzielt.

Gemeinsam mit verbund plant EKG die Errichtung eines Gas- und Dampfkraftwerks in Klagenfurt (400 MW). Es soll die Strom- und Wärmeversorgung der Stadt Klagenfurt und des Landes Kärnten langfristig sichern. Der positive UVP-Bescheid in erster Instanz ist im September 2010 ergangen. verbund sowie Projektgegner brachten daraufhin, einerseits wegen einschränkender Auflagen bezüglich des Kraftwerkseinsatzes, anderseits zur Konkretisierung einzelner Auflagepunkte, Berufung ein. Das Verfahren befindet sich nunmehr in zweiter Instanz.

III Informationen zu KELAG: www.kelag.at

III Informationen zu Energie Klagenfurt: www.stw.at

Ausblick im Segment Beteiligungen

verbund hat in den letzten Jahren verschiedene Beteiligungen im In- und Ausland erworben und entwickelt. Im Jahr 2010 wurden viele Beteiligungen aufgrund der Wirtschaftskrise restrukturiert. Ziel ist, insbesondere in den Auslandsbeteiligungen die Investitionsprojekte fortzusetzen und die Profitabilität zu erhöhen. In den einzelnen Ländern bzw. Beteiligungen sind folgende Schwerpunkte gegeben:

Pläne im Ausland

  • Italien: Fortführung des Bauprojekts Aprilia (Gas- und Dampfkraftwerk, 800 MW) mit geplanter Inbetriebnahme 2012 sowie signifikante Steigerung der Endkundenanzahl (dzt. 500.000).
  • Frankreich: Umsetzung der strategischen Neuausrichtung der POWEO S.A. (Group), Closing der Übernahme des 60 %-Anteils an der POWEO Production S.A.S., Verkauf der Renewables-Aktivitäten der POWEO Production S.A.S.
  • Türkei: Fortführung der Bauprojekte einschließlich der Investitionsentscheidung für das Gas- und Dampfkraftwerk Bandirma II im zweiten Halbjahr 2011. Entwicklung von Baskent EDAS zu einem führenden Verteilnetzunternehmen in der Türkei.

Pläne im Inland

  • STEWEAG-STEG: Fortführung und Umsetzung des Projekts W.E.ST. zur Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung.
  • KELAG: Fortsetzung der Investitionen in das Kraftwerksprojekt Reißeck II und die beiden Kraftwerke Feldsee und Koralpe.
  • EKG: Abschluss der Vorbereitungsaktivitäten für das Gas- und Dampfkraftwerk Klagenfurt.

Risikomanagement

Um die Chancen und Risiken im Unternehmen möglichst frühzeitig zu erkennen und abzuwägen, betreibt verbund seit 2001 ein konzernweites Risikomanagement. Im Jahr 2010 wurden die Abläufe gestrafft und die Aufgaben neu strukturiert. Eine sichtbare Folge dieses Prozesses ist die Eingliederung des Chancen- und Risikomanagements in das Konzerncontrolling.

Effiziente neue Struktur im Risikomanagement

Chancen und Risiken werden bei verbund in den einzelnen Gesellschaften erfasst und sind fixer Teil von Planungs- und Berichtsprozessen. Das Chancen- und Risikomanagement koordiniert und überwacht diese Prozesse, führt die erfassten Daten systemunterstützt zusammen und berichtet quartalsweise an den Konzernvorstand sowie den Aufsichtsrat. Risk Management Committees überprüfen und aktualisieren die erhobenen Chancen und Risiken. Das Risikomanagement in den Bereichen Informationssicherheit und Datenschutz obliegt dem Chief Information Security Officer.

VERBUND-Chancen- und -Risikomanagement

Operatives Risikomanagement

Gesellschaft

Riskoverantwortliche
Risiko-Identifizierung
Risiko-Quantifizierung
Risiko-Maßnahmen
Risiko-Kontrolle
Risiko-Reporting
Gesellschaft/
Organisationseinheit
Risk Management Committee
Risiko-Steuerung Risiko-Modellierung
Strategisches Risikomanagement
VERBUND
Chancen- Risikomanagement
Risiko-Grundsätze Gesamt-Risikosteuerung Risiko-Reporting
Vorstand /Aufsichtsrat

Wesentliche Chancen und Risiken bei VERBUND

Aufgrund der Bedeutung der Markt- und Finanzrisiken liegt ein Schwerpunkt des Risikomanagements in den Bereichen Handel und Vertrieb sowie Finanzierung. Hier ist ein strenges Vier-Augen-Prinzip Voraussetzung.

VERBUND-Hauptrisiken entlang der Wertschöpfungskette im Konzern

Fremdwährungskurse Fremdwährungsrisiko – vordergründig aus der Finanzierung in japani schen Yen (JPY) und

türkischen Lira (TRY)

Wertpapierkurse Risiko aus Kursschwan kungen bei gehaltenen Wertpapieren

VERBUND Alle

Ratingänderungen Risiko der Verteuerung von Kapitalaufnahmen in einer angemessenen Kapitalstruktur

Zinsänderungen Risiko durch Änderungen des Zinssatzes

Erzeugung

• Eigenstrom Mengenrisiko aufgrund der Wasserführung und Preisrisiko

• Brennstoff Risiko/Chance aufgrund geänderter Rohstoffpreise

• Anlagen Risiko aus Schäden an den Anlagen

Handel/Vertrieb

• Kontrahenten Gefahr, dass Geschäfts partner ihren Verpflichtungen nicht/ verspätet nachkommen

• Fremdstrom Risiko/Chance aufgrund volatiler Preise im Strommarkt

• Gesetzl. Rahmenbedingungen Risiko aufgrund interna tio naler und nationaler Entwicklungen

Übertragung

• Anlagen Risiko aus Schäden an den Anlagen

• Leitungsbau Risiko bei Investitionen in den Netzausbau

• Gesetzl. Rahmenbedingungen Verlustrisiko aufgrund neuer Gesetze oder Änderungen

Beteiligungen

• Beteiligungen Risiko aus Schwankungen bei Beteiligungsansatz und Dividenden/Gewinnausschüttungen; Risiko von Eventualverbindlichkeiten/Forderungen

• Projekte Risiko aus Änderungen bei Fertigstellungstermin, Kosten rahmen oder Qualität

• Gesetzl. Rahmenbedingungen Risiko aufgrund internationaler Entwicklungen

Informations sicherheit Risiko aus Informa tionssicherheit und Datenschutz

Personal

Gesellschaften

Risiken wie Änderungen der arbeitsrechtlichen Gesetzeslage und Ausfall von Mitarbeitern

Recht Risiko aus Rechtsstreitigkeiten

Management Risiko aus Fehlentscheidungen

Auch bei Investitionsentscheidungen werden mögliche Chancen und Risiken berücksichtigt. Grundlage für die Entscheidung bilden Einschätzungen von Beratern und Fachexperten in verbund sowie eigens eingerichteten Kompetenzzentren.

Chancen und Risiken für 2011

Operative Risiken

Das operative Geschäft wird hauptsächlich durch das Mengen- und Preisrisiko des Stromgeschäfts beeinflusst. Die von verbund erzeugte Strommenge hängt aufgrund des hohen Anteils an Wasserkraft stark von der Witterung und der Wasserführung der Flüsse ab. Auch die Schwankungen der Großhandelspreise schlagen sich wesentlich im Geschäftsergebnis nieder.

Eine Veränderung von 1,0 % bei folgenden Faktoren würde sich c.p. wie angegeben auf das operative Ergebnis für 2011 auswirken:

  • Mehr- oder Mindererzeugung aus Wasserkraft: 11,9 Mio. €
  • Großhandelspreise: 5,3 Mio. €

In der thermischen Erzeugung wird das Risiko durch die Großhandelspreise für Strom sowie die Kosten für Primärenergieträger (Heizöl, Erdgas, Steinkohle) und Emissionszertifikate bestimmt. Die Bedeutung der Risiken in diesem Bereich steigt durch die Inbetriebnahme des Gas- und Dampfkraftwerks Mellach im Jahr 2011. Weiters beeinflussen Risiken von Anlagen und Personal sowie vertragliche Risiken das operative Ergebnis.

Beteiligungsrisiken

Einhergehend mit der weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie – durch Erwerbe bzw. Gründungen von ausländischen Tochterunternehmen sowie durch die Investitionstätigkeit in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen in den ausländischen Märkten Italien, Frankreich und Türkei – werden höhere Risiken eingegangen, denen aber auch größere Chancen gegenüberstehen.

Risiken sind in der starken Schwankung der Beteiligungserträge (inklusive Fremdwährungseffekte) vor allem zu Beginn der Investments sowie durch Veränderungen in der Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes zu sehen. Ebenso können sich Haftungen und Garantien, die von verbund übernommen wurden, negativ auswirken. Chancen ergeben sich aus der langfristigen Investition in aufstrebende Märkte mit steigendem Preisniveau sowie aus möglichen günstigen Fremdwährungseffekten.

Da sich die Investitionen in (nach der Equity-Methode bilanzierte) Beteiligungen im Wesentlichen auf das Kerngeschäft von verbund mit Wertschöpfungsstufen wie etwa Erzeugung und Handel bzw. Vertrieb beziehen, weist die Struktur der Beteiligungsrisiken ein ähnliches Bild auf wie das Risikoportfolio von verbund im Inland. Ein regelmäßiges Reporting und Monitoring sowie der Auf- und Ausbau eines adäquaten Risikomanagementsystems in den entsprechenden Beteiligungen gewährleistet die nachhaltige Sicherung der Engagements im Rahmen der internationalen Wachstumsstrategie. Ferner wird ein neu entwickeltes, risikobasiertes Portfoliomanagement zukünftig das Risiko-Rendite-Portfolio von verbund darstellen.

Die Ergebnisse der Beteiligungen mit Sitz im Euroraum sind wesentlich von Chancen und Risiken auf dem europäischen Energiemarkt und durch regulatorische Aspekte beeinflusst. Bei Beteiligungen mit Sitz außerhalb des Euroraums dagegen steht das finanzwirtschaftliche Risiko aus Wechselkurs- und Zinssatzschwankungen neben den länderspezifischen und energiewirtschaftlichen Risiken im Mittelpunkt. Die internationale Wachstumsstrategie von verbund mit den Beteiligungen in Italien, Frankreich und der Türkei wird in Zukunft die Risiken erhöhen, aber auch die Chancen erweitern.

Finanzrisiken

In Bezug auf Liquidität ist verbund gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven. Die Kapitalerhöhung sowie die langfristige Absicherung der historisch niedrigen Zinsen im Jahr 2009 garantieren verbund mittelfristig geringe Kapitalkosten.

Die Veranlagungsstrategie von verbund ist konservativ: Die Mittel werden in einem breit gestreuten Veranlagungsportfolio bei Banken mit einem guten bis erstklassigen Rating veranlagt. Als Sicherheit für Stromhandelsaktivitäten hält das Unternehmen geldmarktnahe Wertpapiere und Anleihen von Partnern bester Bonität.

Das Zinssatzänderungsrisiko für verbund ist vor dem Hintergrund der zu mehr als 80 % fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten von geringerer Bedeutung. Die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung unterstützt das Rating von verbund positiv.

Die Risiken aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen haben aufgrund vorzeitiger Auflösungen von rund 85 % der Verträge nur noch untergeordnete Bedeutung.

Informationssicherheitsrisiko

Ein wichtiger Erfolgsfaktor von verbund ist in sämtlichen Bereichen der Informationstechnologie (IT) zu sehen – von der Informatik über die Leittechnik bis hin zur Telekommunikation. Um eine entsprechende Sensibilität in der Nutzung dieser Technologien sowie im Umgang mit Unternehmensinformationen bei den Mitarbeitern zu schaffen und zu sichern, werden regelmäßig umfangreiche Informationsveranstaltungen und Schulungen abgehalten sowie moderne Medien zur Unterstützung und Fortführung des Informationssicherheitsbewusstseins eingesetzt.

Ergänzend dazu verfügt verbund über eine ausgeprägte Informationssicherheitsorganisation. Ihr Aufbau ist in einer konzernweit gültigen "Information Security Policy" festgelegt, welche auch die damit einhergehenden Verantwortlichkeiten und Kompetenzen festlegt. Sie bildet die Grundlage zur Schaffung des einheitlichen Informationssicherheitsbewusstseins und legt einen Standard für risikogerechte und wirtschaftlich angemessene Maßnahmen fest. Ein Chief Information Security Officer (CISO) plant und steuert laufend sämtliche Informationssicherheitsbelange von verbund. Ausgestattet mit einer direkten Weisungsbefugnis, stellt der CISO die Einhaltung der einschlägigen externen und internen Vorgaben sicher; übergeordnet wird die Gesamtkoordination der Informationssicherheit vom Risk Management Committee für Informationssicherheit wahrgenommen.

Netzrisiko

Im quartalsweise zusammentretenden Risk Management Committee für das Netz werden sämtliche für den Netzbereich maßgeblichen Chancen und Risiken diskutiert und gesteuert. Schwerpunkte bilden dabei Leitungsprojekte (insbesondere jene zur Schließung des 380-kV-Rings), Handelsrisiken (Kontrahentenrisiken), regulatorische und rechtliche Risiken. Das Risikomanagement von verbund ist ferner in zahlreichen Sonderprojekten wie beispielsweise der Umsetzung des "Unbundling" oder der Analyse und Bewertung von möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Übertragungsnetz involviert.

Sonstige Risiken

Die Energiewirtschaft ist gekennzeichnet durch lange Investitionszyklen. Im liberalisierten Umfeld steigt die Unsicherheit aufgrund sich sprunghaft ändernder Rahmenbedingungen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Marktteilnehmern das Erfordernis eines effektiven Chancen- und Risikomanagements für bestehende und künftige Erfolgspotenziale eindrucksvoll vor Augen geführt.

Wesentliche Quellen für Risiken und Chancen in diesem Bereich sind:

  • Umsetzung von EU-Vorgaben: Die Umsetzung des 3. EU-Binnenmarktpakets verändert die Rahmenbedingungen für Engpass-/Grenzkapazitäten und enthält unterschiedliche Zugänge zum Thema "Wasserzins".
  • Wirtschaftliche Entwicklung der Auslandsmärkte: Wesentlich für verbund ist die Entwicklung der internationalen Märkte Deutschland, Frankreich, Italien und Türkei.
  • Änderung des technologischen Umfelds: Innovationen und neue technologische Entwicklungen wie der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien oder die dezentrale Stromerzeugung wirken sich auf das Geschäft von verbund aus.
  • Geändertes Verbraucherverhalten: Die demografische Entwicklung, technologische Trends sowie gesellschaftliche Themen wie E-Mobility oder Klimawandel beeinflussen mittelfristig das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Ausblick

Die Weltwirtschaft hat sich 2010 wieder aus der Krise gelöst. Auch in dem für verbund relevanten Marktgebiet wurde eine Erholung der Konjunktur verzeichnet. Nach Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum und in der EU jeweils 1,8 %.

Die aufgehellte gesamtwirtschaftliche Perspektive bewirkte 2010 eine deutliche Erholung der Preise an den Brennstoffmärkten. Insbesondere im Quartal 4/2010 stiegen die Preise von Öl, Gas und Kohle zum Teil deutlich an. Zugleich stieg der Stromverbrauch in Europa wieder. In Österreich führten die konjunkturelle Erholung und die kühlere Witterung im Jahr 2010 zu einem Anstieg des Stromverbrauchs von 4,3 %. Damit wurde das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Wirtschaftsausblick verhalten

Der Wirtschaftsausblick für 2011 ist trotz der Erholung im Jahr 2010 verhalten. In vielen Industrieländern sind die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise noch deutlich zu spüren. Das allmähliche Auslaufen der Konjunkturprogramme schwächte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 das globale Wachstum. Das Tempo des Weltwirtschaftswachstums wird sich laut IWF im Jahr 2011 verlangsamen, die gesamtwirtschaftliche Produktion bleibt aber deutlich aufwärtsgerichtet. Der Aufschwung im Euroraum (real +1,5 %) und in der EU (real +1,7 %) dürfte verhalten bleiben.

Für das Jahr 2011 rechnen wir auf Basis der oben beschriebenen Rahmenbedingungen mit stabilen Primärenergie- und CO2-Preisen. Die Stromnachfrage sollte sich einhergehend mit dem prognostizierten leichten Wirtschaftswachstum weiter erholen und das Vorkrisenniveau übertreffen.

Stabile Strompreise

Die Strompreise spiegelten 2010 die beschriebenen positiven Einflussfaktoren nur zum Teil wider. Am Spotmarkt lagen die Preise an der Pariser Strombörse EPEX für Bandenergie (Base) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich im Jahresdurchschnitt rund 14 % über jenen des Vorjahres. Die Preise für Spitzenenergie (Peak) lagen um knapp 8 % über den Mittelwerten von 2009. Der Strom-Terminmarkt blieb unter Druck, weil der Markt weiterhin ausreichend versorgt ist. Die Durchschnittspreise für Bandenergie (Front Year Base) an der Leipziger Strombörse EEX für das Marktgebiet Deutschland/Österreich lagen nur 1 % über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Spitzenenergie (Front Year Peak) verloren hingegen weiter an Wert und sanken um knapp 8 %.

Für 2011 gehen wir von einer stabilen Entwicklung der Großhandelspreise aus. Die höheren Preise für Primärenergie und die steigende Stromnachfrage sprechen für einen Anstieg der Strompreise. Die vollzogene Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke sowie insbesondere der massive Ausbau der erneuerbaren Energieträger üben jedoch Druck auf die Strompreise aus. Auf Basis unserer unveränderten Absicherungsstrategie erwarten wir für 2011 einen durchschnittlichen Absatzpreis für unsere Eigenerzeugung, der geringfügig über dem des Jahres 2010 liegt. Für die Folgejahre ist auf Basis der aktuellen Forwardnotierungen mit leicht steigenden Preisen zu rechnen.

Kapitalerhöhung treibt Investitionen in Wasserkraft an

Ein Meilenstein in der Geschichte rund von verbund war die am 24.11.2010 durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von rund 1 Mrd. €. Das neue Kapital ermöglicht eine zügige Umsetzung der geplanten Investitionen auf Basis einer soliden Kapitalstruktur und eines Ratings im "A"-Bereich. In den kommenden sechs Jahren werden wir rund 2,4 Mrd. € in Wachstumsprojekte, insbesondere in Wasserkraft in Österreich, investieren. Wir werden auch den Ausbau des Hochspannungsnetzes in Österreich weiter vorantreiben und die Investitionen in der Türkei fortsetzen.

Mit der Kapitalerhöhung gehen wir nach der herausfordernden Wirtschaftslage im vergangenen Jahr gestärkt in die Zukunft. Nichtsdestotrotz arbeiten wir weiter an Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur sowie zur Ergebnisverbesserung. Hier ist insbesondere der geplante Verkauf von bis zu 30 % der im August 2009 erworbenen Innkraftwerke zu nennen. Im Jahr 2010 konnten bereits 3,46 % der Anteile an die Innkraft Bayern GmbH & Co. KG verkauft werden.

Gleichbleibendes Ergebnis 2011 erwartet

Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir, auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren sowie einer durchschnittlichen Wasserführung, ungefähr gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Die Dividendenpolitik orientiert sich weiterhin an einer konstanten Ausschüttungsquote von 45 bis 50 % des Konzernergebnisses.

Internes Kontrollund Risikomanagementsystem

nach § 243a Abs. 2 UGB

Das folgende Kapitel beschreibt die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- sowie des Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess nach § 243a Abs. 2 Unternehmensgesetzbuch (UGB).

Kontrollumfeld

Code of Conduct

verbund ist Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Der verbund-Vorstand ist sich seiner Verantwortung gegenüber Aktionärinnen und Aktionären, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst. Die Konzernführung handelt nach den im Unternehmensleitbild (Code of Conduct) festgelegten Prinzipien.

Controlling

Der verbund-Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Gestaltung eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems für den gesamten Rechnungslegungsprozess. Dieses muss den Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Das verbund-Konzerncontrolling gewährleistet als betriebswirtschaftliches Kompetenzzentrum die gesetzesund regelkonforme sowie konzernweit einheitliche Abwicklung der Aufgaben in Controlling, Rechnungswesen und Bilanzierung.

Die Controlling-Abteilungen der verbund-Tocherunternehmen werden direkt vom Konzerncontrolling betreut und greifen in der operativen Umsetzung auf Konzernhandbücher zu. Die für den Rechnungslegungsprozess wichtigen Dienstleistungen der Finanzbuchhaltung, Beschaffung und Informatik erbringt die VERBUND Management Service GmbH. Dies gilt für alle Unternehmen, an denen verbund eine direkte Mehrheit hält oder auf die verbund indirekt über Beteiligungen oder Verträge einen bestimmenden Einfluss ausübt.

Erwartungsplan, Budgetierung und Mittelfristplanung

verbund wird über das operative Ergebnis und daraus abgeleitete Kennzahlen gesteuert. Kernstück des Internen Kontrollsystems (IKS) für das Rechnungswesen ist eine detaillierte Kurz- und Mittelfristplanung und die Analyse der Abweichungen zu den Ist-Ergebnissen.

Im Erwartungsplan des jeweils aktuellen Jahres wird die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) monatlich rolliert und konsolidiert. Wird der Erwartungsplan quartalsweise im Aufsichtsratsbericht dargestellt, erfolgt auch die Planung der Bilanz und des Cashflows sowie die Berechnung von Plan-Kennzahlen. Die Budgetierung des folgenden Geschäftsjahrs beginnt jeweils im Juli mit der Aussendung der Prämissen und endet mit der Versionierung Mitte Oktober. Im Rahmen der Budgetierung wird gleichzeitig die Mittelfristplanung erstellt.

Finanzberichterstattung

verbund führt jährlich ein Fast-Close-Programm zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS und der Einzelabschlüsse nach UGB und IFRS durch. Bei voll konsolidierten Gesellschaften werden die Werte aus den Einzelabschlüssen in das SAP-Modul EC-CS zur Konsolidierung nach IFRS übernommen. Die Fortschreibung der Beteiligungsbuchwerte bei at equity einbezogenen Unternehmen erfolgt auf Group Level in SAP EC-CS.

Risikobeurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem von verbund werden seit vielen Jahren alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt. Im Konzerncontrolling wurde dafür eine eigene Abteilung eingerichtet: Das Holding Risk Management koordiniert und überwacht die Prozesse, führt die dezentral erfassten Daten zusammen und berichtet das konzernweite Risiko-Chancen-Portfolio quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Besonderes Augenmerk liegt auf möglichen Abweichungen vom Konzernergebnis.

Für alle wesentlichen mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche gibt es eigene Risk Management Committees (RMCs). Sie tagen regelmäßig unter Leitung des Holding Risk Managements. Schwerpunkte dieser Committees sind die ständige Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken, die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen und die Verstärkung des Risikobewusstseins der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns.

Kontrollmaßnahmen

Prozesshandbuch zur Rechnungslegung

Das Interne Kontrollsystem muss regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert und mit Kontrollmaßnahmen überwacht werden. Um dies zu gewährleisten, erhob verbund im Projekt "Rechnungslegungsprozess – URÄG" im Jahr 2009 die Ist-Prozesse, schätzte die Risiken ein und identifizierte interne Schlüsselkontrollen. Außerdem wurde die zeitliche Abfolge der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und zusammen mit den Ablaufdiagrammen aus der Prozesslandkarte in einem Prozesshandbuch zusammengefasst. Jährlich erscheint eine aktualisierte Version.

Im Rahmen des Risikomanagements werden einmal pro Jahr alle für Prozesse Zuständigen zur Überprüfung und Aktualisierung der Prozesse aufgefordert. Darüber hinaus sichert die Revision im Rahmen ihrer Prüfaufträge eine andauernde Kontrolle.

Executive Orders, Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen

Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, verfügt verbund über ein ausgeprägtes Regelungssystem mit Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Das Team Organisation sorgt mit kontinuierlichen Verbesserungen für die Aktualität sowie einen an den Bedarf angepassten Umfang der Regelungen.

EDV-Systeme

Für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung werden konzernweit SAP-Systeme als Leitsysteme eingesetzt. Die verbund Trading AG verwendet zur Verbuchung der Wholesaleund Tradinggeschäfte Vorsysteme in Form der ETRM-Softwarelösung Endur sowie des Kundenbuchhaltungssystems Eulvis. Die Salden werden automatisiert über Schnittstellen in SAP übernommen.

Die Geschäfte der verbund Sales GmbH – der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden – werden zunächst ebenso in Eulvis abgewickelt und in der Folge automatisiert in SAP übernommen. Als Budgetierungs- und Planungslösung für Auslandsbeteiligungen steht der Professional Planner zur Verfügung. Die Archivierung der Originalbelege erfolgt direkt in SAP, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen werden im Dokumentenmanagementsystem (DMS) abgelegt.

Information und Kommunikation

Internes Berichtswesen

Die Controlling-Abteilungen der verbund-Unternehmen senden Monatsberichte an die jeweiligen Vorstände und Geschäftsführer. Nach deren Genehmigung werden die Berichte an das Konzerncontrolling gesandt, das die Daten zusammenführt und an den verbund-Vorstand berichtet. Geprüft und begleitet werden die Planung und Budgetierung in Form von Abweichungsanalysen und Zielerreichungskontrollen. Analog dazu berichtet das Finanzmanagement an den verbund-Vorstand über Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.

Die Quartalsberichterstattung enthält als Zusatzinformationen neben der Gewinn- und Verlustrechnung auch die Bilanz je Quartal, Year-to-Date sowie auf Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr. Hinzu kommen die Segmentberichterstattung mit Deckungsbeiträgen sowie die Darstellung der Ergebnispotenziale und Zielerreichung. Das Finanzmanagement berichtet zusätzlich über Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie das Risikomonitoring im Bereich Finanzierung. Das Holding Risk Management gibt einen Überblick über den Risikohorizont des aktuellen und des Folgejahres sowie die Ergebnisse aus den Risk Management Comittees.

Externes Berichtswesen

Das quartalsweise externe Berichtswesen an den Aufsichtsrat entspricht im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um eine erweiterte Segmentberichterstattung. Weitere externe Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche verbund-Beteiligungsbericht sowie der Bericht des Vorstandes über das Jahresbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan sowie Personal- und Investitionsplan.

Legal Unbundling

Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen verbund-Unternehmen und der Austrian Power Grid AG infolge des Legal Unbundling gibt es eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung. Damit ist gewährleistet, dass keine Sicht auf sensible Daten der Stromnetzgesellschaft durch verbund-Unternehmen und vice versa gegeben ist. Ausgenommen sind ausschließlich Shared Services wie Konzerncontrolling, Finanzbuchhaltung oder Informatik.

Überwachung

Die Revision überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom verbund-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach der Beauftragung durch den Vorstand einem halbjährlichen Follow-up unterzogen werden.

Besonderer Schwerpunkt der Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der verbund-Unternehmen sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden insbesondere die Aufgaben- und Funktionstrennung sowie die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips überprüft. Die Revision kontrolliert speziell beim Einsatz von Informationstechnologien, ob entsprechende Berechtigungssysteme oder zusätzliche Kontrollen in dokumentierter Form vorliegen.

Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

  1. Das Grundkapital setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.

Im Lauf des Geschäftsjahres wurde eine Kapitalerhöhung über 19.215.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A) und 20.000.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B) durchgeführt.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals der VERBUND AG befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals befinden sich im Eigentum eines von den Landesenergieunternehmen Wiener Stadtwerke Holding AG und EVN AG gebildeten Syndikats. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 20 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Bei verbund bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet. Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.

III Nähere Angaben finden Sie im Corporate-Governance-Bericht auf Seite 212.

  1. Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25.3.2009 dem Vorstand gem. § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf läuft bis 25.9.2011. Bisher wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde ein genehmigtes Kapital beschlossen, womit der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt wurde, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000,– € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen und den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzusetzen. Dies mit der Maßgabe und unter der Voraussetzung, dass der Bund im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dadurch der Anteil der Beteiligung des Bundes an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital nicht unter 51 % des Grundkapitals der Gesellschaft fällt. In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686,– € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung besteht die Ermächtigung des Vorstandes, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686,– € um bis zu 114.884.314,– € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen und den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten festzusetzen.

Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

    1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z. 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist unseres Erachtens ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungsgesetzes derzeit nicht möglich.
    1. Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z. 9 UGB bestehen nicht.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Zuge des Programms zur Restrukturierung der POWEO S.A. (Group) entstanden zusätzliche Finanzierungsbedarfe. Um diese zu decken, übermittelte verbund der POWEO S.A. (Group) am 21.12.2010 ein Angebot für den Kauf von (weiteren) 60 % der Anteile an der POWEO Production S.A.S. Dieses Angebot wurde seitens des Managements der POWEO S.A. (Group) am 3.1.2011 angenommen; die Finalisierung der Verträge und das Closing werden für das Quartal 1/2011 erwartet.

Wien, am 1.2.2011 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender)

Dr. Johann Sereinig (stv. Vorsitzender)

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Mitglied)

Konzernabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €
Nach IFRSs Anhang 2010 2009
Umsatzerlöse 3.307.891 3.483.110
Stromerlöse 1 2.948.242 3.164.905
Netzerlöse 249.719 268.523
Sonstige Erlöse 2 109.929 49.682
Sonstige betriebliche Erträge 3 37.801 52.675
Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) 4 – 1.611.299 – 1.608.253
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 5 – 118.309 – 118.874
Personalaufwand 6 – 308.356 – 303.988
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 7 – 230.706 – 209.226
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 – 248.557 – 253.135
Operatives Ergebnis 828.464 1.042.311
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 9 22.089 51.914
Beteiligungsergebnis – sonstige 10 15.544 9.466
Zinsertrag 11 30.787 49.485
Zinsaufwand 12 – 245.228 – 216.657
Übriges Finanzergebnis 13 – 18.878 45.243
Finanzergebnis – 195.686 – 60.549
Ergebnis vor Ertragsteuern 632.778 981.762
Ertragsteuern 14 – 148.396 – 228.914
Periodenergebnis 484.382 752.848
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen (Konzernergebnis) 400.833 644.382
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 83.549 108.466
Ergebnis je Aktie in €1 15 1,28 2,09

Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen einander.

Gesamtergebnisrechnung

Nach IFRSs 2010 2009
Periodenergebnis 484.382 752.848
Sonstiges Ergebnis aus
Währungsdifferenzen 23.919 – 7.009
Zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten – 1.161 34.498
Cashflow Hedges – 126.424 – 112.538
Nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 32.276 – 28.373
Sonstiges Ergebnis vor Ertragsteuern – 135.943 – 113.422
Ertragsteuern 36.313 25.316
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern – 99.630 – 88.106
Gesamtperiodenergebnis 384.752 664.742
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen 300.980 555.266
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 83.772 109.476

Bilanz

in Tsd. €
Nach IFRSs Anhang 31.12.2010 31.12.2009
Langfristiges Vermögen 9.722.235 9.364.094
Immaterielle Vermögenswerte 16 623.624 633.344
Sachanlagen 17 5.958.695 5.553.841
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 18 2.261.908 2.174.290
Sonstige Beteiligungen 19, 30 138.866 138.553
Finanzanlagen und sonstige Forderungen 20, 22, 30 739.143 864.066
Kurzfristiges Vermögen 1.568.745 981.122
Vorräte 21 92.279 127.080
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 22, 30 987.484 728.058
Liquide Mittel 23, 30 488.982 125.984
Aktiva 11.290.979 10.345.216
in Tsd. €
Nach IFRSs Anhang 31.12.2010 31.12.2009
Eigenkapital 4.372.400 3.409.691
Den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnen 24–27 4.036.025 3.117.916
Den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 28 336.375 291.775
Langfristige Schulden 6.041.742 5.956.847
Finanzverbindlichkeiten 29, 30 4.267.425 4.153.715
Rückstellungen 31 631.321 672.047
Latente Steuerschulden 32 168.333 174.081
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 33 430.222 401.864
Abgrenzungen – Cross-Border-Leasing 34 56.788 74.129
Sonstige Verbindlichkeiten 30, 35 487.653 481.011
Kurzfristige Schulden 876.838 978.678
Finanzverbindlichkeiten 29, 30 228.792 156.741
Rückstellungen 31 274.281 284.451
Laufende Steuerschulden 36 49.670 151.391
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 30, 37 324.095 386.095
Passiva 11.290.979 10.345.216

Entwicklung des Eigenkapitals

Nach IFRSs Grundkapital Kapitalrücklagen Angesammelte
Ergebnisse
Anhang 24 25 26
Stand per 1.1.2009 308.200 10.936 2.505.457
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 18.877
Gesamtperiodenergebnis 0 0 644.382
Dividende 0 0 – 323.610
Stand per 31.12.2009 308.200 10.936 2.845.105
Stand per 1.1.2010 308.200 10.936 2.845.105
Kapitalerhöhung 39.216 943.391 0
Verschiebung zwischen Gesellschafterstämmen 0 0 19.772
Gesamtperiodenergebnis 0 0 400.833
Dividende 0 0 – 385.250
Stand per 31.12.2010 347.416 954.327 2.880.460
in Tsd.
in Tsd. €
Differenzen aus
der Währungs
umrechnung
Bewertung von
zur Veräußerung
verfügbaren
Finanz
instrumenten
Bewertung von
Cashflow
Hedges
Übrige
Bestandteile
des sonstigen
Ergebnisses
Den Aktionären
der
VERBUND AG
zuzurechnendes
Eigenkapital
Den nicht
beherrschenden
Anteilen
zuzurechnendes
Eigenkapital
Gesamtsumme
Eigenkapital
27 28
– 52.459 – 20.480 114.302 1.830 2.867.786 260.299 3.128.085
0 86 – 488 0 18.474 1.175 19.649
– 7.348 24.013 – 109.156 3.375 555.266 109.476 664.742
0 0 0 0 – 323.610 – 79.175 – 402.785
– 59.808 3.619 4.658 5.205 3.117.916 291.775 3.409.691
– 59.808 3.619 4.658 5.205 3.117.916 291.775 3.409.691
0 0 0 0 982.607 0 982.607
0 0 0 0 19.772 30.898 50.670
24.144 450 – 119.025 – 5.421 300.980 83.772 384.752
0 0 0 0 – 385.250 – 70.070 – 455.320
– 35.664 4.069 – 114.367 – 216 4.036.025 336.375 4.372.400

Geldflussrechnung

in Tsd. €
Nach IFRSs
Anhang
2010 2009
Periodenergebnis 484.382 752.848
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) immaterielle(n)
Vermögenswerte(n) und Sachanlagen 230.602 209.223
Abschreibungen auf (gekürzt um Zuschreibungen zu) Finanzanlagen 85 24.745
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
(gekürzt um erhaltene Dividenden)
4.429 – 19.605
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigem Vermögen – 9.367 – 9.592
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuerschulden – 13.466 4.922
Erträge aus der Auflösung von Abgrenzungen aus erhaltenen Baukostenbeiträgen – 12.159 – 16.839
Einzahlungen aus erhaltenen Baukostenbeiträgen 40.517 0
Erträge aus der Auflösung der Abgrenzungen sowie Ergebnis aus der Auflösung von
Cross-Border-Leasing-Transaktionen 17.169 – 21.630
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 44.507 32.144
786.698 956.216
Veränderung der Vorräte 34.801 – 60.604
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie der sonstigen Forderungen 85.052 84.544
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
sowie der sonstigen Verbindlichkeiten
– 21.576 – 22.608
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und der laufenden Steuerschulden – 106.776 10.469
Cashflow aus operativer Tätigkeit
38
778.200 968.018
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen – 678.175 – 460.986
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 2.164 3.147
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen – 76.448 – 57.900
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 90.648 103.585
Auszahlungen für Investitionen in vollkonsolidierte Tochterunternehmen 0 – 992.493
Auszahlungen für Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen – 90.781 – 626.568
Einzahlungen aus Abgängen von vollkonsolidierten Tochterunternehmen und nach
der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
39
5.005 0
Ein- bzw. Auszahlungen aus Abgängen von bzw. Investitionen in kurzfristige(n)
Finanzanlagen – 366.820 108
Ein- bzw. Auszahlungen aus der Ab- bzw. Zunahme von langfristigen Forderungen – 19.605 – 12.618
Cashflow aus Investitionstätigkeit – 1.134.011 – 2.043.724
in Tsd. €
Nach IFRSs
Anhang
2010 2009
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 976.811 0
Einzahlungen aus Verschiebungen zwischen Gesellschafterstämmen 51.424 0
Ein- bzw. Auszahlungen aus Geldmarktgeschäften 45.456 – 112.397
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
200.000 2.107.111
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
(exklusive Geldmarktgeschäfte)
– 64.224 – 333.260
Auszahlungen aus Investitionen im Zusammenhang mit Finanzanlagen aus
Cross-Border-Leasing-Transaktionen
– 1.055 – 48.487
Ein- bzw. Auszahlungen aus Abgängen und Tilgungen von Finanzanlagen
und -verbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen
– 34.283 – 133.094
Einzahlungen aus erhaltenen Baukostenbeiträgen 0 16.820
Gezahlte Dividenden – 455.320 – 402.785
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
40
718.809 1.093.908
Veränderung der liquiden Mittel 362.998 18.202
Liquide Mittel am Anfang der Periode 125.984 107.782
Liquide Mittel am Ende der Periode 488.982 125.984

Anhang

Die VERBUND AG (vormals Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft – der Firmenname wurde mit Eintragung ins Firmenbuch vom 18.5.2010 geändert) mit Sitz Am Hof 6a, A-1010 Wien, ist die Muttergesellschaft des national wie international tätigen Energiekonzerns VERBUND. Die VERBUND AG ist am Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 76023z im Firmenbuch eingetragen.

VERBUND erzeugt, handelt und vertreibt elektrische Energie an Abnehmer von Börsen, Händler, Energieversorgungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie Haushalts- und Gewerbekunden. Weiters betreibt VERBUND das österreichische Hochspannungsnetz und hält in- und ausländische Beteiligungen an Energieversorgungsunternehmen. Die ausländischen Beteiligungen von VERBUND konzentrieren sich dabei auf die Kernmärkte Türkei, Italien und Frankreich.

Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen

Der Konzernabschluss von VERBUND wurde gemäß § 245a Abs. 1 UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen vollkonsolidierten Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde. Der Bilanzstichtag aller vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist der 31.12.2010.

Der Konzernabschluss von VERBUND besteht aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Geldflussrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals und Anhang. Mit Ausnahme des Anhangs – in diesem erfolgen Betragsangaben grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. €) – ist der Konzernabschluss von VERBUND in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.

Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei der Ermittlung von Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss von VERBUND sind alle wesentlichen Unternehmen, die unter der Beherrschung der VERBUND AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Beherrschung ist gegeben, wenn die VERBUND AG direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Tätigkeit einen Nutzen zu ziehen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens von Beherrschung; sie endet mit deren Wegfall.

Die erstmalige Einbeziehung eines Tochterunternehmens erfolgt im Erwerbsfall mithilfe der Erwerbsmethode. Es kommt dabei zu einer Erfassung und Bewertung der zum erworbenen Unternehmen gehörigen, identifizierbaren materiellen und immateriellen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie der nicht beherrschenden (den Minderheiten zuzurechnenden) Anteile. Jener Betrag, um den die übertragene Gegenleistung zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und, im Falle eines sukzessiven Unternehmenserwerbs, zuzüglich einer bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung den beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens übersteigt, wird als Firmenwert bilanziert.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), sowie Unternehmen, auf die die VERBUND AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Equity-Methode ist eine Konsolidierungs- bzw. Bewertungsmethode, bei der die Beteiligung zunächst mit ihren Anschaffungskosten angesetzt wird. In der Folge wird der Beteiligungsansatz um Veränderungen des Anteils von VERBUND am Reinvermögen des Beteiligungsunternehmens angepasst; es erfolgt eine "Einzeilenkonsolidierung". Ein maßgeblicher Einfluss wird grundsätzlich angenommen, wenn VERBUND direkt oder indirekt ein Stimmrechtsanteil von mindestens 20%, aber weniger als 50% zusteht. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRSs-Ergebnis aus einem (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag von VERBUND liegt. Treten bei einem nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen bedeutende Ereignisse oder Geschäftsfälle zwischen diesem Stichtag und dem Bilanzstichtag von VERBUND ein, so werden entsprechende Anpassungen berücksichtigt.

Konzerninterne Transaktionen, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne werden unter Berücksichtigung latenter Steuern eliminiert.

Konsolidierungskreis

Eine Auflistung aller Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND ist in der Tabelle "Konzernunternehmen" am Ende des Anhangs dargestellt. Der Kreis der in den Konzernabschluss von VERBUND einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen hat sich in der Berichtsperiode 2010 wie folgt entwickelt:

Vollkonsolidierung Bilanzierung nach der
Equity-Methode
Stand per 31.12.2009 26 19
Wechsel der Konsolidierungsmethode – 1 +1
Stand per 31.12.2010 25 20
davon inländische Unternehmen 18 9
davon ausländische Unternehmen 7 11

Der Wechsel der Konsolidierungsmethode bezieht sich auf den Verlust der Beherrschung an der Energji Ashta Shpk. Mit Wirkung vom 27.8.2010 erwarb die EVN AG um 5,1 Mio. € eine 50%ige Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft. Dadurch wurde das Tochterunternehmen zu einem nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzernunternehmen werden Geschäftsfälle in fremder Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Die Folgebewertung monetärer Bilanzposten erfolgt mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Die funktionale Währung der VERBUND AG sowie die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Mit Ausnahme der rumänischen Alpha Wind S.R.L., der rumänischen CAS Regenerabile S.R.L. und der bulgarischen Haos Invest EAD ist die funktionale Währung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ebenfalls der Euro. Für den Konzernabschluss von VERBUND werden die Jahresabschlüsse dieser ausländischen Tochterunternehmen nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen wird entsprechend verfahren. Mit Ausnahme der türkischen Gemeinschaftsunternehmen ist die funktionale Währung der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungsunternehmen der Euro.

Vermögenswerte und Schulden ausländischer Konzernunternehmen mit einer anderen funktionalen Währung als dem Euro werden mit dem zum Bilanzstichtag geltenden Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umgerechnet. Die Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen erfolgt zu Monats- (vollkonsolidierte Tochterunternehmen) bzw. zu Quartalsdurchschnittskursen (nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen). Stichtagsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income, OCI) erfasst und im Eigenkapital gesondert ausgewiesen.

Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse entwickelten sich wie folgt:

Land Währungseinheit 31.12.2010
Devisenreferenzkurs
der EZB
31.12.2009
Devisenreferenzkurs
der EZB
2010
Durchschnittskurs
2009
Durchschnittskurs
Bulgarien1 1 € = BGN 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Rumänien 1 € = RON 4,2620 4,2363 4,2184 4,2249
Türkei 1 € = TRY 2,0694 2,1547 2,0115 2,1665

Der Währungsumrechnung zugrunde liegende Wechselkurse

Der bulgarische Lew (BGN) ist fest an den Euro gekoppelt; es gibt daher keine Wechselkursschwankungen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden alle zum 31.12.2010 verpflichtend anzuwendenden IASs (International Accounting Standards), IFRSs (International Financial Reporting Standards) sowie all jene Interpretationen des SIC (Standing Interpretations Committee) und des IFRIC (International Financial Reporting Interpretations Committee), die in den Rechtsbestand der Europäischen Union übernommen worden sind, beachtet.

In der Berichtsperiode 2010 waren die folgenden neuen bzw. geänderten Standards sowie Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden bzw. wurden von VERBUND freiwillig angewendet:

Neu anzuwendende bzw. angewendete IFRSs und IFRICs

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch
das IASB
(übernommen von der EU)
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IAS 27 Änderungen: Konzern- und
Einzelabschlüsse
10.1.2008
(3.6.2009)
1.1.2010 Bilanzierung von Anteilserwerben
und Anteilsveräußerungen bei
unveränderter Beherrschung als
reine Eigenkapitaltransaktionen;
Änderung der Bilanzierung von
Anteilsveräußerungen mit Verlust
der Beherrschung
IAS 32 Änderungen: Klassifizierung von
Bezugsrechten
8.10.2009
(23.12.2009)
1.1.2011 keine
IAS 39 Änderungen: Zulässige Grundgeschäfte
im Rahmen von Sicherungsbeziehungen
31.7.2008
(15.9.2009)
1.1.2010 keine
IFRS 1 Änderungen: Erstmalige Anwendung
der IFRSs
27.11.2008
(25.11.2009)
1.1.2010 keine
IFRS 1 Änderungen: Begrenzte Befreiung
erstmaliger Anwender von Vergleichs
angaben nach IFRS 7
28.1.2010
(30.6.2010)
1.1.2011 keine
IFRS 1 Änderungen: Erstmalige Anwendung
der IFRSs – weitere Ausnahmen
23.7.2009
(23.6.2010)
1.1.2010 keine
IFRS 2 Änderungen: Konzernweite
anteilsbasierte Vergütungstrans
aktionen mit Barausgleich
18.6.2009
(23.3.2010)
1.1.2010 keine
Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch
das IASB
(übernommen von der EU)
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IFRS 3 Änderungen: Unternehmens
zusammenschlüsse
10.1.2008
(3.6.2009)
1.1.2010 Änderung der Bilanzierung
sukzessiver Unternehmenserwerbe;
Wahlrecht zwischen beteiligungs
proportionaler Firmenwertbilanzie
rung und Full-Goodwill-Methode;
vollständige Aufwandsverrechnung
von Anschaffungsnebenkosten
IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten
durch einen Kunden
29.1.2009
(27.11.2009)
1.1.2010 Bilanzierung von erhaltenen
Baukostenbeiträgen als
(abzugrenzender) Umsatzerlös
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten
durch Eigenkapitalinstrumente
12.11.2009
(23.7.2010)
1.1.2011 keine
Diverse Verbesserungen an den IFRSs 16.4.2009
(23.3.2010)
1.1.2009
bzw.
1.1.2010
keine

Neu anzuwendende bzw. angewendete IFRSs und IFRICs

Durch die Änderungen zu IAS 27 sind Anteilserwerbe und -veräußerungen bei unveränderter Beherrschung nunmehr verpflichtend als reine Eigenkapitaltransaktionen abzubilden; die Abstockung eines beteiligungsproportionalen Firmenwerts ist nicht mehr zulässig. Diese Bilanzierungsregel wurde auf die Veräußerung von 3,46% der Anteile an der VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH im Rahmen des "Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts" angewendet. Bei einer Anteilsveräußerung, die zu einem Verlust der Beherrschung führt, kommt es infolge der Änderungen in IAS 27 nach erfolgter Entkonsolidierung zu einer ergebniswirksamen Neubewertung der Restanteile. Diese Bilanzierungsregel wurde auf die Veräußerung von 50% der Anteile an der Energji Ashta Shpk an die EVN AG (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung) angewendet. Weitere Änderungen in IAS 27 betreffen insbesondere die Bilanzierung von auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Verlusten. Die Zurechnung von Verlustanteilen kann fortan zu einem Negativansatz des den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnenden Eigenkapitals in der Bilanz führen.

Durch die Änderungen zu IAS 32 wird klargestellt, dass Bezugsrechtsemissionen in Fremdwährung beim Emittenten bilanziell als Eigenkapital auszuweisen sind, sofern sowohl Anzahl als auch Fremdwährungsbetrag der zu beziehenden Eigenkapitalinstrumente fixiert sind und die Rechte allen Inhabern von Eigenkapitalinstrumenten (derselben Klasse) anteilig gewährt werden. Aus dieser Standardänderung ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.

Durch die Änderungen zu IAS 39 werden die Voraussetzungen, unter denen Inflationsrisiken im Rahmen von Sicherungsgeschäften als Grundgeschäft abgesichert werden können, und die Möglichkeit, einseitige Risiken durch Optionen abzusichern, erläutert. In puncto Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft wird klargestellt, dass diese grundsätzlich nicht als abzusichernde Risiken bestimmt werden können. Sofern allerdings die Inflationskomponente vertraglich festgelegte Teile von Zahlungsströmen eines Finanzinstruments repräsentiert, kann eine Absicherung der Inflation erfolgen. Aus dieser Standardänderung ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.

Durch die Änderungen zu IFRS 1 im Jahr 2008 sollte die Nutzung des Standards erleichtert werden. Veraltete Übergangsleitlinien wurden gestrichen; geringfügige Textänderungen wurden vorgenommen. Im Jahr 2009 wurden zusätzliche Ausnahmen von der retrospektiven Anwendung der IFRSs für Erstanwender eingearbeitet. Diese beziehen sich auf die Bilanzierung von Erdöl- und Erdgasvorkommen und auf die Neubeurteilung von Leasingverhältnissen. Weitere Standardänderungen in der Berichtsperiode 2010 befreien Erstanwender von der Angabe bestimmter Vergleichsinformationen für Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert und für das Liquiditätsrisiko. Da VERBUND bereits einen IFRSs-Konzernabschluss erstellt, waren diese Standardänderungen für VERBUND nicht relevant.

Durch die Änderungen zu IFRS 2 wird festgehalten, dass nicht nur konzernweite anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten, sondern auch jene mit Barausgleich im IFRSs-Einzelabschluss eines Tochterunternehmens darzustellen sind. Ein Tochterunternehmen hat demnach Güter oder Dienstleistungen, die es in einer anteilsbasierten Vergütungstransaktion erhält, im IFRSs-Einzelabschluss gemäß den Bilanzierungsregeln für anteilsbasierte Vergütungen abzubilden – unabhängig davon, welches Konzernunternehmen den Ausgleich (in bar oder in Eigenkapitalinstrumenten) leistet. Darüber hinaus wurden IFRIC 8 und IFRIC 11 in den Standard eingearbeitet. Aus dieser Standardänderung ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.

Durch die Änderungen zu IFRS 3 wird bei der Erwerbsbilanzierung die Wahl zwischen einer beteiligungsproportionalen Firmenwertbilanzierung und einer Anwendung der sogenannten Full-Goodwill-Methode ermöglicht. Die Nebenkosten eines Unternehmenszusammenschlusses sind außerdem nunmehr verpflichtend aufwandswirksam zu verrechnen. Ferner wurden die Bilanzierungsregeln für Unternehmenszusammenschlüsse um Konkretisierungen in Bezug auf Ansatz und Bewertung übernommener Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie auf die Bilanzierung zuvor bestehender Beziehungen mit dem erworbenen Unternehmen und zurückerworbener Rechte ergänzt. Spätere Berichtigungen von Bewertungen bedingter Kaufpreisbestandteile sind jetzt grundsätzlich ergebniswirksam und haben keinen Einfluss (mehr) auf die Höhe des Firmenwerts. Bei sukzessiven Unternehmenserwerben kommt es durch die Standardänderungen zu einer einheitlichen Erwerbsbilanzierung sämtlicher Anteile im Erwerbszeitpunkt. Jene Anteile, die vom Erwerber bereits vor Erlangen der Beherrschung gehalten wurden, sind dabei ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu zu bewerten. Der so ermittelte Wertansatz dieser Anteile geht in den beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung ein.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von einem Kunden einen Vermögenswert oder die Finanzmittel für die Anschaffung bzw. die Herstellung eines solchen erhält. Dem Kunden wird im Gegenzug ein Netzanschluss oder ein dauerhafter Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen verschafft. Im Konzernabschluss von VERBUND sind erhaltene Baukostenbeiträge z.B. für Kraftwerksprojekte (insbesondere von Landesenergiegesellschaften) vom Anwendungsbereich dieser Interpretation erfasst. Die im Gegenzug gewährten Strombezugs- und Benützungsrechte führen zur Bildung eines Passivpostens, der entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam aufgelöst wird. Bislang erfolgte der Ausweis der Auflösungsbeträge in den sonstigen betrieblichen Erträgen. IFRIC 18 sieht nunmehr hingegen einen Ausweis in den Umsatzerlösen vor. Diese Bilanzierungsregel wurde prospektiv (d.h. auf all jene Baukostenbeiträge, die VERBUND ab dem 1.1.2010 erhielt) angewendet. Die Auflösungsbeträge aus erhaltenen Baukostenbeiträgen der Vorperioden wurden gleichsam in den Umsatzerlösen ausgewiesen; eine Anpassung der Vergleichsinformationen erfolgte nicht. In der Geldflussrechnung wurden die Zahlungsmittelzuflüsse aus Baukostenbeiträgen bislang im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erfasst. Aufgrund der Erstanwendung von IFRIC 18 werden erhaltene Baukostenbeträge ab der Berichtsperiode 2010 im Cashflow aus operativer Tätigkeit dargestellt.

Durch IFRIC 19 wird die Bilanzierung von Debt for Equity Swaps geklärt. Wenn ein Unternehmen eine finanzielle Schuld teilweise oder vollständig durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten tilgt, so sind letztere mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Eine Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten finanziellen Schuld und dem erstmaligen Wertansatz der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente ist ergebniswirksam zu erfassen. Aus dieser Interpretation ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.

Durch die jährlichen Verbesserungen an den IFRSs (annual improvements) des Jahres 2009 wurde eine Vielzahl einzelner Standards und Interpretationen im Detail geändert. Diese Änderungen sollten die Regelungsinhalte konkretisieren und unbeabsichtigte Inkonsistenzen innerhalb der IFRSs beseitigen. Aus diesem Sammelstandard ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND.

Die übrigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber der Berichtsperiode 2009 unverändert.

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln

Das IASB und das IFRIC haben weiters Standards und Interpretationen verabschiedet, die von VERBUND in der Berichtsperiode 2010 (noch) nicht angewendet worden sind, weil entweder die Übernahme in den Rechtsbestand der Europäischen Union (endorsement) noch aussteht oder sie noch nicht verpflichtend anzuwenden sind:

Standard bzw. Interpretation Veröffentlicht durch
das IASB
(übernommen von der EU)1
Pflicht
zur Anwendung
für VERBUND
Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
von VERBUND
IAS 12 Änderungen: Realisierung
zugrunde liegender Vermögens
werte
20.12.2010
(für Q3/2011 erwartet)
1.1.2012 keine
IAS 24 Änderungen: Angaben über
Beziehungen zu nahestehenden
Unternehmen und Personen
4.11.2009
(19.7.2010)
1.1.2011 Komplexitätsreduktion der Anhangsangaben
zu Geschäften mit von der Republik
Österreich beherrschten oder maßgeblich
beeinflussten Unternehmen
IFRS 1 Änderungen: ausgeprägte
Hochinflation und Beseitigung
fester Zeitpunkte
20.12.2010
(für Q3/2011 erwartet)
voraussichtlich
1.1.2012
keine
IFRS 7 Änderungen: Finanzinstrumente –
Angaben
7.10.2010
(für Q2/2011 erwartet)
voraussichtlich
1.1.2012
werden derzeit untersucht
IFRS 9 Finanzinstrumente 12.11.2009
(zurückgestellt)
voraussichtlich
1.1.2013
werden derzeit untersucht
IFRIC 14 Änderungen: Vorauszahlung auf
Mindestdotierungsverpflichtungen
26.11.2009
(19.7.2010)
1.1.2011 keine
Diverse Verbesserungen an den IFRSs 6.5.2010
(für Q1/2011 erwartet)
1.1.2011 werden derzeit untersucht

Neue, aber noch nicht anzuwendende bzw. angewendete IFRSs und IFRICs

Grundlage: Endorsement Status Report vom 17.1.2011

Durch die Änderungen zu IAS 12 wird für als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und für Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte, die nach dem Neubewertungsmodell bewertet werden, die widerlegbare Vermutung eingeführt, dass die Realisierung des Buchwerts eines Vermögenswerts durch Veräußerung erfolgt. Dies ist insofern bedeutsam, als die Bewertung von latenten Steuerschulden bzw. -erstattungsansprüchen gegebenenfalls davon abhängt, ob der Buchwert eines Vermögenswerts annahmengemäß durch Nutzung oder Veräußerung realisiert wird. Aus dieser Standardänderung werden sich voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND ergeben.

Durch die Änderungen zu IAS 24 wurde die Definition nahestehender Unternehmen oder Personen (related parties) überarbeitet. Weiters ermöglichen die Standardänderungen jenen Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden (government-related entities), eine Komplexitätsreduktion bei den Anhangsangaben. Bis dato müssen der öffentlichen Hand nahestehende Unternehmen wie VERBUND detaillierte Informationen zu allen Transaktionen mit Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht werden, angeben. In Zukunft können die Anhangsangaben aufgrund einer stärkeren Betonung des Wesentlichkeitsgrundsatzes vereinfachend auf jene Transaktionen beschränkt werden, die zwar insgesamt, aber nicht einzeln für sich wesentlich sind. Aus dieser Standardänderung werden sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND ergeben.

Durch die Änderungen zu IFRS 1 werden die Befreiungsregeln für Erstanwender der IFRSs dahingehend erweitert, dass sie, sofern ihre funktionale Währung im Übergangszeitpunkt einer ausgeprägten Hochinflation unterliegt, die Vermögenswerte und Schulden in der IFRSs-Eröffnungsbilanz zum beizulegenden Zeitwert ansetzen dürfen. Darüber hinaus wird der in IFRS 1 genannte feste Umstellungszeitpunkt auf den Zeitpunkt der Umstellung auf die IFRSs geändert. Dadurch müssen Erstanwender jene Transaktionen, die vor dem Zeitpunkt der Umstellung auf die IFRSs zur Ausbuchung von Finanzinstrumenten oder zu sogenannten "Tag-1-Bewertungsdifferenzen" geführt hätten, nicht retrospektiv an die Bilanzierungsregeln der IFRSs anpassen. Da VERBUND bereits einen IFRSs-Konzernabschluss erstellt, werden diese Standardänderungen für VERBUND nicht relevant sein.

Durch die Änderungen zu IFRS 7 wurden die Anhangsangaben bei der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erweitert. Es sind nun zusätzliche Anhangsangaben in Bezug auf übertragene, aber nicht (oder nicht vollständig) ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte und über deren Beziehung zu den dabei neu entstandenen Verbindlichkeiten erforderlich. Sofern die übertragenen finanziellen Vermögenswerte auch vollständig ausgebucht wurden, sind in Zukunft detaillierte qualitative und quantitative Informationen zu etwaigen zurückbehaltenen bzw. im Rahmen der Transaktion übernommenen Rechten und Pflichten anzugeben. Die Anhangsangaben umfassen auch die sich aus der Transaktion selbst und aus der Bewertung der zurückbehaltenen bzw. übernommenen Rechte und Pflichten ergebenden Ergebniseffekte. Die künftigen Auswirkungen aus dieser Standardänderung auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.

Durch den Standard IFRS 9 wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten neu geregelt. Dieser Standard stellt das Ende des ersten Teils eines dreiphasigen Projekts mit dem Ziel, IAS 39 in seiner derzeitigen Form zu ersetzen, dar. IFRS 9 kennt nur mehr zwei Kategorien finanzieller Vermögenswerte: Schuldinstrumente, die im Rahmen eines Geschäftsmodells zur Erzielung der vertraglichen Cashflows gehalten und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, und alle anderen Schuldinstrumente sowie Eigenkapitalinstrumente, die grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Zeitwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, können wahlweise auch ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Für finanzielle Verbindlichkeiten werden die Bilanzierungsregeln gemäß IAS 39 im Wesentlichen beibehalten. Wird eine finanzielle Verbindlichkeit ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, so sieht IFRS 9 allerdings für jenen Teil der Zeitwertänderung, der auf die Veränderung des eigenen Kreditrisikos zurückzuführen ist, eine Isolierung und separate Erfassung im sonstigen Ergebnis vor. Die voraussichtlichen Auswirkungen dieses neuen Standards auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht; eine endgültige Beurteilung kann jedoch erst erfolgen, wenn auch die Phasen 2 und 3 ("impairment methodology" und "hedge accounting") abgeschlossen sind. Derzeit ist mit der Finalisierung der Phasen 2 und 3 im Quartal 2/2011 zu rechnen.

Durch die Änderungen zu IFRIC 14 wird es Unternehmen, die im Zusammenhang mit Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen haben, ermöglicht, den Nutzen aus darauf geleisteten Vorauszahlungen als Vermögenswert anzusetzen. Aus dieser Änderung einer Interpretation werden sich voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss von VERBUND ergeben.

Durch die jährlichen Verbesserungen an den IFRSs (annual improvements) des Jahres 2010 werden mehrere einzelne Standards und eine Interpretation im Detail geändert werden. Diese Änderungen sollten die Regelungsinhalte konkretisieren und unbeabsichtigte Inkonsistenzen innerhalb der IFRSs beseitigen. Die künftigen Auswirkungen aus diesem Sammelstandard auf den Konzernabschluss von VERBUND werden derzeit untersucht.

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte

Bei der Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses ist die übertragene Gegenleistung (zuzüglich etwaiger nicht beherrschender Anteile und einer etwaigen bereits zuvor von VERBUND gehaltenen Beteiligung) dem beizulegenden Zeitwert des übernommenen Nettovermögens gegenüberzustellen, um den Unterschiedsbetrag aus dem Unternehmenszusammenschluss zu ermitteln. Ist dieser positiv, so handelt es sich um einen Firmenwert; ist dieser negativ, so ist die Ermittlung der Wertansätze der Einflussgrößen auf den Unterschiedsbetrag zu überprüfen. Sofern auch nach der Überprüfung ein negativer Unterschiedsbetrag verbleibt, ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.

Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck sind sie auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu verteilen, die erwartungsgemäß von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management von VERBUND den Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht. Die Werthaltigkeitsprüfung eines Firmenwerts erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis (beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) und Nutzungswert. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, so ist zunächst der Firmenwert abzuschreiben; gegebenenfalls verbleibende Wertminderungen reduzieren pro rata die Buchwerte der anderen Vermögenswerte. Firmenwertabschreibungen dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgt bei VERBUND aufbauend auf der Mittelfristplanung im Quartal 4 der Berichtsperiode. Zusätzlich zur jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zum Bilanzstichtag eines jeden Zwischenabschlusses (und gegebenenfalls auch zum Ende der Berichtsperiode) eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen. Werden dabei Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt, erfolgt eine (zusätzliche) Werthaltigkeitsprüfung.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 zu Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet. Die Nutzungsdauern betragen im Wesentlichen 10 bis 20 Jahre; Software wird über 4 Jahre abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft, sind aber für den Konzernabschluss von VERBUND unwesentlich.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2010 insgesamt 4,8 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €). Forschungskosten werden in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst; Entwicklungskosten sind hingegen gemäß IAS 38 unter bestimmten Voraussetzungen als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und in der Folge über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben. Im Konzernabschluss von VERBUND werden Entwicklungskosten mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien bzw. mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit in der Berichtsperiode ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. In Zusammenhang mit Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen kann es gemäß IFRIC 12 dennoch zur Bilanzierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte kommen (siehe: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen). Die Fremdkapitalkosten, die auf den Zeitraum der Herstellung eines solchen immateriellen Vermögenswerts entfallen, sind, sofern ein qualifizierter Vermögenswert vorliegt (siehe: Sachanlagen), zu aktivieren. Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist deren Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.

Sachanlagen

Sachanlagen, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten (einschließlich aktivierungspflichtiger Rückbau- und Stilllegungskosten) abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen und allfälliger Wertminderungen bewertet.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen eines qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens 12 Monate und das betragsmäßige Volumen (exklusive Fremdkapitalkosten) mindestens 7,0 Mio. € beträgt. Die monatsgenau ermittelten durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von VERBUND betrugen in der Berichtsperiode 2010 zwischen 4,2% und 4,5% (Vorjahr: zwischen 4,2% und 4,9%).

Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern ihrer Komponenten in VERBUND. Im Einzelnen werden folgende Nutzungsdauern verwendet:

Nutzungsdauer in Jahren
Wohn-, Geschäfts- und Betriebsgebäude, sonstige betriebliche Baulichkeiten 20 – 50
Wasserbauten 75
Maschinelle Anlagen 6 – 75
Elektrische Anlagen 5 – 33
Leitungen 50
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 – 10

Vermietete und gemietete Vermögenswerte

Gehen bei einem von VERBUND vermieteten bzw. verleasten Vermögenswert alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem auf den Leasingnehmer über, so liegt ein Finanzierungsleasingverhältnis vor. Diesfalls bilanziert VERBUND als Leasinggeber nicht den Vermögenswert selbst, sondern eine Forderung in Höhe des Barwerts der zukünftig zu erhaltenden Mindestleasingzahlungen (inklusive etwaiger nicht garantierter Restwerte) und abzüglich erhaltener Anzahlungen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dieser sogenannten Nettoinvestition in das Leasingverhältnis und der Summe der nicht abgezinsten Mindestleasingzahlungen (inklusive eines etwaigen nicht garantierten Restwerts) stellt einen abgegrenzten Zinsertrag dar. Dieser wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses nach Maßgabe des ausstehenden Forderungsbetrags (nach der Effektivzinssatzmethode) vereinnahmt.

Spiegelbildlich wird bei einem gemieteten oder geleasten Vermögenswert, bei dem VERBUND alle wesentlichen Risiken und Chancen aus diesem trägt, der Vermögenswert zum Barwert der Mindestleasingzahlungen (oder gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert) im langfristigen Vermögen angesetzt. In gleicher Höhe wird eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird über die erwartete Nutzungsdauer oder gegebenenfalls über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode fortgeführt.

Alle übrigen Mietverträge, bei denen VERBUND als Leasinggeber bzw. als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Ertrag bzw. als Aufwand erfasst.

Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen

Infrastrukturprojekte, die in Form von Partnerschaften zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen und der öffentlichen Hand (public private partnerships, PPPs) durchgeführt werden, werden gemäß IFRIC 12 bilanziert. VERBUND hat in der Berichtsperiode 2008 eine solche Vereinbarung mit dem albanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Energie (METE) abgeschlossen. Diese Wasserkraftwerkskonzession umfasst die Planung, die Errichtung, die Finanzierung, den Betrieb, die Instandhaltung und die Übertragung eines zweistufigen Hydromatrix-Kraftwerks am Drin im Norden Albaniens. Für dieses Infrastrukturprojekt wurde in der Berichtsperiode 2008 die Energji Ashta Shpk als Projektgesellschaft und 100%iges Tochterunternehmen von VERBUND gegründet. In Zusammenhang mit dieser Wasserkraftwerkskonzession wurden der Energji Ashta Shpk das Baugrundstück, bestehende Anlagen sowie Wege und Wasserrechte überlassen. Das Infrastrukturprojekt ist als Betreibermodell (build own operate transfer, BOOT) ausgestaltet und läuft über 35 Jahre. Danach ist das Kraftwerk samt allen zugehörigen Betriebsmitteln, Rechten und Verträgen an das METE kostenfrei zu übertragen. Ein ordentliches Kündigungsrecht besteht nicht. Für die ersten 15 Jahre ab Inbetriebnahme besteht ein fester Stromabnahmevertrag (take-or-pay off-take agreement) mit der Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH), dem staatlichen albanischen Stromversorger. Der Stromabnahmevertrag enthält eine Verlängerungsoption; alternativ können die erzeugten Elektrizitätsmengen am freien Markt verkauft werden.

Die in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession erbrachten Errichtungsleistungen wurden, wie in IFRIC 12 vorgesehen, gemäß den in IAS 11 enthaltenen Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Fertigungsaufträge bilanziert. Die Aufwendungen und Erträge wurden nach dem Leistungsfortschritt (percentage-of-completion method, POC) zum beizulegenden Zeitwert des Gegenleistungsanspruchs erfasst. Der Leistungsfortschritt wurde nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Erträge aus der (zukünftig) zu erbringenden Betreiberleistung werden gemäß IAS 18 nutzungsabhängig realisiert werden. Im Konzernabschluss von VERBUND wurden in der Berichtsperiode 2010 Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Höhe von 42,2 Mio. € (Vorjahr: 28,2 Mio. €) und ein Periodenergebnis in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) erfasst.

Die Gegenleistungsansprüche aus der Kraftwerkskonzession wurden, soweit sie aus dem 15-jährigen festen Stromabnahmevertrag mit der KESH resultieren, als finanzieller Vermögenswert bilanziert. Für die einem Nachfragerisiko unterliegenden Gegenleistungsansprüche, die aus dem 17-jährigen Zeitraum resultieren, in dem die erzeugten Elektrizitätsmengen voraussichtlich am freien Markt verkauft werden, wurde ein immaterieller Vermögenswert angesetzt.

Infolge des 50%igen Einstiegs der EVN AG in die Energji Ashta Shpk wurde die albanische Projektgesellschaft entkonsolidiert (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). In der Konzernbilanz von VERBUND zum 31.12.2010 sind daher keine Vermögenswerte aus der albanischen Wasserkraftwerkskonzession mehr enthalten.

Werthaltigkeit von nicht finanziellen Vermögenswerten

Gemäß IAS 36 wird insbesondere bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten die Werthaltigkeit der Buchwerte überprüft, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung erkannt werden. Für Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, ist zumindest jährlich eine Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen – unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt oder nicht (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte). Ein Vermögenswert bzw. eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist dann wertgemindert, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis (beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) und Nutzungswert. Beizulegende Zeitwerte sind primär marktpreisorientiert zu ermitteln und können, der Bewertungshierarchie in IAS 36 entsprechend, beispielsweise auf vorliegende bindende Kaufangebote, die sekundäre Preisbildung auf aktiven Märkten oder vergleichbare zeitnahe Transaktionen innerhalb der Branche abstellen. Ist die Anwendung marktpreisorientierter Verfahren nicht möglich, kommen kapitalwertorientierte Verfahren zur Anwendung. Nutzungswerte werden im Regelfall mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren bestimmt. Hierbei kommt die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) zum Einsatz. Die Cashflows werden grundsätzlich aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet. In Einklang mit IAS 36 wird sichergestellt, dass künftige Erweiterungsinvestitionen und Restrukturierungsausgaben (ohne bestehende Verpflichtung) nicht in die Nutzungswertberechnung einbezogen werden. Der Kapitalisierungszinssatz ist ein Vor-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen, den Zeitwert des Geldes und die spezifischen Risiken des Vermögenswerts (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) widerspiegelt. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Segmentberichterstattung separat ausgewiesen. Gesetzt den Fall, dass eine Wertminderung in einer Folgeperiode entfällt, so ist eine ergebniswirksame Wertaufholung zu erfassen.

Beteiligungen

Anteile an (mangels Wesentlichkeit) nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen werden gemäß IAS 39 als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.

Jene Beteiligungen, für die der beizulegende Zeitwert nicht aus vergleichbaren zeitnahen Transaktionen in der Berichtsperiode abgeleitet werden kann bzw. für die eine Zeitwertbewertung mittels DCF-Methode aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cashflows zu unterlassen ist, werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert.

Die Beteiligungsbuchwerte von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden gemäß IAS 28 entsprechend der Beteiligungsquote von VERBUND spiegelbildlich zu den Reinvermögensänderungen beim Beteiligungsunternehmen fortgeführt. Diese Fortführung des anteiligen Eigenkapitals erfolgt zeitversetzt um maximal ein Quartal im Nachhinein (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Die Beteiligungsbuchwerte werden dabei um die VERBUND zustehenden Anteile am Periodenergebnis und am sonstigen Ergebnis sowie um Dividenden, Eliminierungen wesentlicher Zwischenergebnisse und die Fortführung von Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, erhöht oder vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben (siehe: Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte) und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet.

Werthaltigkeit von Beteiligungen

Zum Bilanzstichtag wird für Nettoinvestitionen in assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sowie für sonstige Beteiligungen überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung im Sinne von IAS 39 vorliegen (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte). Wenn solche vorliegen, so ist für die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen eine Werthaltigkeitsprüfung nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen.

Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt anhand des erzielbaren Betrags, welcher den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert darstellt. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einer Beteiligung werden in erster Linie marktpreisorientierte Verfahren und alternativ kapitalwertorientierte Verfahren verwendet. Sofern letztgenannte angewendet werden, werden seitens VERBUND der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts die besten verfügbaren Informationen zugrunde gelegt, die ein (hypothetischer) Erwerber in einer Transaktion zu Marktbedingungen heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird in der Regel der auf VERBUND entfallende anteilige Barwert der geschätzten, zukünftig vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen als Ganzem erzielbaren Cashflows herangezogen; alternativ könnte gemäß IAS 28 auch der anteilige Barwert geschätzter zukünftiger Dividenden und Liquidationserlöse herangezogen werden.

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wird grundsätzlich jede nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung für sich betrachtet, es sei denn, das assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen erzeugt keine Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung, die von jenen anderer Vermögenswerte von VERBUND weitgehend unabhängig sind. Im Falle der zusammen mit der Sabanci Holding A.S. geführten Gemeinschaftsunternehmen kann dieser Sachverhalt mit Fortschreiten der Liberalisierung der türkischen Elektrizitätswirtschaft auftreten.

In der Berichtsperiode 2010 lag für die POWEO S.A. (Group) ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vor: Der Börsenkurs des an der Euronext Paris notierten Beteiligungsunternehmens lag während der gesamten Berichtsperiode unter den (durchschnittlichen) Anschaffungskosten pro Aktie. Die Werthaltigkeitsprüfungen zum 30.9.2010 und zum 31.12.2010 – den Bewertungsmaßstab bildete dabei jeweils der beizulegende Zeitwert abzüglich (als unwesentlich eingeschätzter) Veräußerungskosten – führten zur Erfassung von Wertminderungen in Höhe von insgesamt 56,2 Mio. € (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen). Die Wertminderungen wurden im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen erfasst.

Finanzanlagen und Ausleihungen

Die Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen umfassen im Wesentlichen Schuldtitel und Investmentfondsanteile sowie Veranlagungen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen, deren B-Loans jedoch fortgeführt wurden. Mithilfe der Effektivzinssatzmethode ermittelte Zinserträge werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.

Die Schuldtitel und Investmentfondsanteile werden als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. In diese Kategorie fallen Finanzinstrumente grundsätzlich dann, sofern sie weder "Kredite und Forderungen" darstellen noch "bis zur Endfälligkeit gehalten" werden noch "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewertet werden.

Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen werden zum Handelstag bilanziert. Der Wertansatz in der Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel auf Basis von Börsenkursen ermittelt wird. Es handelt sich somit um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7. Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) ermittelt werden (Level-2-Bewertung). Marktinduzierte Wertänderungen werden gemäß IAS 39 bis zur Veräußerung oder bis zu allfälligen Wertminderungen ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Etwaige Wertminderungen werden hingegen ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (siehe: Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte).

Die verzinslichen Ausleihungen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode bewertet. Im Falle von Wertminderungen erfolgt die Bewertung mit dem anhand des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelten Barwerts der erwarteten Rückzahlungen. Die ehemals in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen erworbenen Medium Term Notes werden ebenfalls als "Kredite und Forderungen" klassifiziert.

Die Wertpapiere und Ausleihungen, die mit partiell aufgelösten Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Zusammenhang stehen, werden zusammen mit den dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten im Konzernabschluss von VERBUND als bilanziell geschlossene Positionen bezeichnet (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile bilanziert. Im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung werden die Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Unter den langfristigen sonstigen Forderungen werden transitorische Posten ausgewiesen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.

Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten Derivate und Sicherungsinstrumente aus dem Finanz- und Energiebereich sowie Zwischenveranlagungen in Form von Geldmarktgeschäften in Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung der VERBUND AG. Letztere werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert. Die in den kurzfristigen sonstigen Forderungen enthaltenen sonstigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen kurzfristigen Forderungen die Bestände an Emissionszertifikaten (siehe: Emissionszertifikate).

Werthaltigkeit finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert werden, dahingehend untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise im Sinne von IAS 39 auf eine Wertminderung hindeuten. Solche Anhaltspunkte wären z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Emittenten, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner oder Emittenten, der Wegfall eines aktiven Marktes für den finanziellen Vermögenswert oder eine bedeutende nachteilige Veränderung des technologischen, ökonomischen, rechtlichen Umfelds bzw. des Marktumfelds des Schuldners oder Emittenten.

Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert werden, ist insbesondere ein signifikanter (mehr als 20%iger) oder länger (mehr als 9 Monate) anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Liegt eine Wertminderung vor, so wird diese ergebniswirksam erfasst.

Emissionszertifikate

Die Bilanzierung von Emissionszertifikaten, die VERBUND zum Verbrauch in Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß thermischer Kraftwerke hält, erfolgt unter Beachtung der Bilanzierungsregeln gemäß IAS 38, IAS 20 und IAS 37.

Die Emissionszertifikate werden am Tag der Zuteilung bzw. Anschaffung zum beizulegenden Zeitwert (im Falle von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten) oder zu den Anschaffungskosten (im Falle von entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten) bilanziert. Für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate wird in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts – hierfür ist der Börsekurs an der European Energy Exchange (EEX) maßgeblich – ein Passivposten für den erhaltenen Zuschuss gebildet, der anlässlich des Verbrauchs, der Abschreibung oder der Veräußerung von Emissionszertifikaten ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz aufgelöst wird. Der CO2-Ausstoß führt zu einem "Verbrauch" von Emissionszertifikaten, der nach dem gewogenen Durchschnittspreisverfahren bewertet und ergebniswirksam im Brennstoffeinsatz erfasst wird. Die Rückgabeverpflichtung wird durch eine Rückstellungsbildung in korrespondierender Höhe berücksichtigt. Im Falle einer Unterdeckung bildet VERBUND eine zusätzliche Rückstellung in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der fehlenden Emissionszertifikate.

Emissionszertifikate, die zu Handelszwecken gehalten werden, bewertet VERBUND gemäß IAS 2 ergebniswirksam im Emissionszertifikatebezug (Handel); den Bewertungsmaßstab dafür bildet der niedrigere Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert.

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte an den Primärenergieträgern Kohle und Heizöl sowie an Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt zu den Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Letzterer ergibt sich aus den geplanten Stromerlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Die Ermittlung des Einsatzes an Primärenergieträgern und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Finanzverbindlichkeiten

Finanzielle Schulden werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags (zu Anschaffungskosten abzüglich Transaktionskosten) erfasst. Etwaige Agien, Disagien oder sonstige Unterschiede zwischen dem zugeflossenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag werden durch Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und periodengerecht im Zinsaufwand ausgewiesen.

Einzelne Finanzverbindlichkeiten, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstanden sind (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen), wurden mithilfe der sogenannten Fair-Value-Option beim erstmaligen Ansatz als "ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" klassifiziert. Dadurch konnten Inkongruenzen, die sich andernfalls bei der Bewertung ergeben hätten, beseitigt werden (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Finanzgarantien

Eine Finanzgarantie im Sinne von IAS 39 ist ein Vertrag, durch den sich der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, falls ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgemäß nachkommt.

Ist VERBUND der Garantiegeber, so wird die Forderung gegenüber dem Schuldner aus den zu leistenden Garantieentgelten zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; gleichzeitig kommt es zur Passivierung einer Garantieverbindlichkeit in derselben Höhe. Die Forderungen aus zu leistenden Garantieentgelten werden als "Kredite und Forderungen" klassifiziert und mithilfe der Effektivzinssatzmethode fortgeführt. Die Garantieverbindlichkeiten werden zum höheren Betrag aus dem entsprechend den Bilanzierungsregeln für Rückstellungen gemäß IAS 37 anzusetzenden Wert und dem Zugangswert abzüglich kumulierter, gemäß IAS 18 bereits ergebniswirksam erfasster Amortisationen (zu fortgeführten Anschaffungskosten) bewertet.

Ist VERBUND hingegen der Garantienehmer, so liegen regelmäßig nicht bilanzierungsfähige Eventualforderungen vor.

Pensionsverpflichtungen, pensionsähnliche Verpflichtungen und gesetzliche Abfertigungen

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen ist VERBUND unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Pensionszahlungen an (ehemalige) Mitarbeiter nach deren Eintreten in den Ruhestand zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise zweckgebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG (Pensionskasse) gegenüber. Zur Absicherung von Versorgungsansprüchen aus betrieblicher Altersversorgung der Mitarbeiter der in der Berichtsperiode 2009 erworbenen Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) wurde über die Landesbank Hessen-Thüringen eine Treuhandlösung (contractual trust arrangement, CTA) mit der Helaba Pension Trust e.V. eingerichtet. Soweit die Verpflichtungen durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung seitens VERBUND; für das CTA bestehen keine Nachschussverpflichtungen. Sowohl das Pensionskassenvermögen als auch die CTAs werden als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit den Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen saldiert.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste – dabei handelt es sich um Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichem Pensionsaufwand – werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10% des höheren Betrages aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20% der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, wird der diesen Prozentsatz übersteigende Teil der versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam erfasst. Sämtliche Aufwendungen (und Erträge) im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen werden als Personalaufwand erfasst.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten für die Stichtage 1.1.2010 und 31.12.2010; als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes. Die Veranlagung des Treuhandvermögens durch den Helaba Pension Trust e.V. erfolgt ebenfalls in Form von Investmentfondsanteilen.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pensionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen.

Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31.12.2002 begann, erhalten auf Basis österreichischer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Die Höhe dieser Zahlung ist von der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezuges abhängig. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (ohne Anwendung der Korridormethode) realisiert werden. Soweit die Rechnungsannahmen von den für die Pensionsrückstellung angewendeten Annahmen abweichen, werden sie unter den Erläuterungen zur Bilanz an entsprechender Stelle dargestellt.

Für alle nach dem 31.12.2002 in Österreich beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53% des Bruttoentgelts in eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Bei diesem Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen Leistung der Beiträge verpflichtet; es wird daher als beitragsorientierter Plan gemäß IAS 19 bilanziert.

Im Rahmen von Altersteilzeitmodellen wird Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruchs unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich geregelten Pensionsantrittsalter aus dem Unternehmen auszuscheiden. Die Bewertung dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode, wobei versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (ohne Anwendung der Korridormethode) realisiert werden. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen werden im Pensionsaufwand ausgewiesen.

Zum Zwecke der Absicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeitmodellen der Mitarbeiter der in der Berichtsperiode 2009 erworbenen Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) wurde über die Landesbank Hessen-Thüringen ebenfalls ein CTA bei der Helaba Pension Trust e.V. eingerichtet. Entsprechend dem erarbeiteten Wertguthaben erfolgt zweimal jährlich eine aliquote Zuführung; eine Nachschussverpflichtung besteht nicht. Das CTA wird als Planvermögen im Sinne von IAS 19 bilanziert und mit der Rückstellung für Altersteilzeit saldiert.

Rückstellungen

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber außenstehenden Dritten vorliegen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Hierzu muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der Erfüllungsbetrag stellt die bestmögliche Schätzung jener Ausgabe dar, mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

Verpflichtungen, die aus dem Rückbau oder der Stilllegung von thermischen Kraftwerken und Windkraftanlagen resultieren, werden in der Berichtsperiode ihrer Entstehung – dies ist regelmäßig bei der Anschaffung bzw. Herstellung der Fall – mit ihren diskontierten Erfüllungsbeträgen als Rückstellung für Abbruchkosten passiviert; zugleich erhöhen sich die Wertansätze für die Kraftwerksanlagen (siehe: Sachanlagen). In den Folgeperioden werden die aktivierten Rückbau- oder Stilllegungskosten über die (Rest-)Nutzungsdauer der Kraftwerksanlagen abgeschrieben; die Rückstellungen werden jährlich aufgezinst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

Langfristige Rückstellungen werden, sofern der Barwert des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags wesentlich von dessen Nominalwert abweicht, diskontiert. Gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND werden grundsätzlich sämtliche Rückstellungen, deren Erfüllung mehr als 12 Monate in der Zukunft liegt, diskontiert. Der Diskontierungszinssatz ist ein an die schuldspezifischen Risiken angepasster Vor-Steuer-Zinssatz. Die Aufzinsungsbeträge werden als Zinsaufwand ausgewiesen; etwaige Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis erfasst.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dies gilt auch für die Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 aus dem Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) entstanden ist. Diese Sachleistungsverpflichtung wird durch periodische Verzinsung erhöht und fortschreitend in jenem Ausmaß getilgt, in dem VERBUND durch Lieferung bzw. Zeitablauf von der Stromlieferverpflichtung frei wird.

Zuschüsse der öffentlichen Hand

Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand mindern nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte, für die sie gewährt worden sind, sondern führen zur Bildung eines Passivpostens. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern hinreichend sicher ist, dass VERBUND die Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses erfüllen und der Zuschuss tatsächlich gewährt werden wird. Der Passivposten wird ergebniswirksam über die erwartete Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts aufgelöst.

Aufwands- bzw. Ertragszuschüsse der öffentlichen Hand führen ebenfalls zur Bildung eines Passivpostens, der entsprechend dem zeitlichen Anfall der dazugehörigen Aufwendungen periodengerecht aufgelöst wird.

Baukostenbeiträge

Baukostenbeiträge, die VERBUND (insbesondere von Landesenergiegesellschaften) z.B. für Kraftwerksprojekte erhält, werden gemäß IFRIC 18 bilanziert (siehe: Neu anzuwendende bzw. angewendete Bilanzierungsregeln). Die im Gegenzug gewährten Strombezugs- und Benützungsrechte führen zur Bildung eines Passivpostens, der entweder über die Vertragsdauer oder (mangels einer solchen) über die Nutzungsdauer der Anlagen ergebniswirksam aufgelöst wird. Die Auflösungsbeträge werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Cross-Border-Leasing-Transaktionen

In den Jahren 1999 bis 2001 schloss VERBUND mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen ab. Dabei wurden Kraftwerke an amerikanische Investoren verleast und gleichzeitig wieder mittels eines Finanzierungsleasingvertrags zurückgeleast.

Bei den bis Ende 2000 abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen, sowohl für die Equity-Teile als auch für die Loan-Teile, durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren (Zero Coupons, Medium Term Notes) oder durch Ausleihungen an Finanzinstitute gegeben. Bei einer 2001 abgeschlossenen Transaktion wurden vorerst weder entsprechende Wertpapiere angeschafft noch Zahlungen an Finanzinstitute geleistet. Die zugeflossenen Mittel wurden zur Gänze als Finanzierungsmittel verwendet. Um das Fremdwährungsrisiko aus dieser Transaktion zu vermeiden, wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie aufgrund von Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden hinsichtlich der anzuerkennenden Steuervorteile die Bereitschaft dieser Investoren, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden.

In der Berichtsperiode 2009 wurden daher bereits insgesamt rund 77% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst; in der Berichtsperiode 2010 folgten weitere rund 8%. Die letzte noch aufrechte Transaktion von VERBUND hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken). Für den Barwertvorteil aus dieser Transaktion wurde ein Passivposten gebildet, der über die Vertragsdauer ergebniswirksam aufgelöst wird. Der Ausweis der Auflösungsbeträge erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die Auflösung der Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten aber auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die entsprechenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen werden in der Folge daher auch entsprechend weitergeführt. Die bilanzielle Deckung ist somit weiterhin gegeben. Die Bewertung der in Fremdwährung (ausschließlich US-Dollar) bestehenden Salden erfolgt zum Stichtagskurs. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung entsprechen einander sowohl wertmäßig als auch valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Die Nettoergebnisse aus den vollständigen und partiellen Auflösungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden im Finanzergebnis erfasst.

Zur besseren Verständlichkeit werden im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierenden Finanzanlagen und -verbindlichkeiten, für die nach wie vor eine bilanzielle Deckung besteht, (weiterhin) gesondert dargestellt. Diese Bilanzposten werden nunmehr als bilanziell geschlossene Positionen dargestellt.

Ertragsteuern

Der für die Berichtsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Tochterunternehmen aus deren steuerpflichtigen Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechneten laufenden Ertragsteuern sowie die Veränderungen der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode zur Steuerabgrenzung in IAS 12 werden latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRSs-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen auf Ebene des Tochterunternehmens gebildet. Latente Steuerschulden und -ansprüche werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung von zu versteuernden Einkommen zukünftiger Berichtsperioden führen. Wahrscheinlich realisierbare Steuervorteile aus noch nicht genutzten Verlustvorträgen werden in die Ermittlung der Steuerabgrenzungen miteinbezogen. Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen entstehen, führen zu keinen Steuerabgrenzungen; temporäre Differenzen, die aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folgeperioden entstehen bzw. sich verändern, werden hingegen latenziert. Eine weitere Ausnahme von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden temporäre Unterschiede in Bezug auf die Wertansätze von Beteiligungen, sofern diese nicht aus steuerwirksamen Abschreibungen resultieren.

Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß zu dem Zeitpunkt gelten werden, in dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich wieder ausgleichen werden. Der auf die VERBUND AG anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 25%. Für die vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden die folgenden Ertragsteuersätze (abhängig vom Sitzstaat) angewendet:

Ertragsteuersätze der Tochterunternehmen
2010 2009
Österreich 25 25
Albanien 10 10
Bulgarien 10 10
Deutschland1 27 27
Italien2 27,5 (+ 4,8176) 27,5 (+ 4,8176)
Niederlande3 20 / 25,5 20 / 25,5
Rumänien 16 16
Spanien3 25 / 30 25 / 30

Dieser Steuersatz umfasst auch den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz ab, der je nach Gemeinde unterschiedlich ist.

Neben der Körperschaftsteuer existiert zusätzlich die Imposta regionale sulle attività produttive (IRAP) als regionale Steuer.

In den Niederlanden und Spanien existieren gestaffelte Steuersätze.

Ab der Berichtsperiode 2005 hat VERBUND die vom Gesetzgeber mit dem Steuerreformgesetz 2005 eingeräumte Möglichkeit zur Bildung einer Unternehmensgruppe für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen; Gruppenträger ist die VERBUND AG.

In der Steuergruppe werden die Gruppenmitglieder mit den auf sie entfallenden Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet. Im Verlustfall erfolgt auf diesem Wege eine Gutschrift. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine entsprechende Korrektur des Steueraufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers. Die Steuerumlagen werden nur bei wesentlichen Abweichungen im Nachhinein angepasst.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Erfassung unrealisierter Bewertungsgewinne oder -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (hedge accounting) gemäß IAS 39 erfüllt sind. In diesem Fall werden diese speziellen Bilanzierungsregeln angewendet. Die Anforderungen gemäß IAS 39 an die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften umfassen insbesondere die Dokumentation der Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und der Sicherungsstrategie sowie die regelmäßige retrospektive und prospektive Effizienzmessung. Ein Sicherungsgeschäft gilt als effizient, wenn sich die Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments in einer Bandbreite von 80% bis 125% der gegenläufigen Zeitwertänderung des Grundgeschäfts bewegt.

Im Falle der Bilanzierung von sogenannten Fair Value Hedges werden sowohl das derivative Sicherungsinstrument als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird ein derivatives Finanzinstrument jedoch als Sicherungsgeschäft im Rahmen eines Cashflow Hedges eingesetzt, so werden die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsgeschäft zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert. Sie werden erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, wenn das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Werden hochwahrscheinliche zukünftige Transaktionen abgesichert, und führen diese Transaktionen in späteren Perioden zum Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so sind gemäß IAS 39 die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge in jener Periode ergebniswirksam aufzulösen, in der auch der Vermögenswert oder die Verbindlichkeit das Periodenergebnis beeinflusst. Führt die Transaktion zum Ansatz von nicht finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, werden die im sonstigen Ergebnis bilanzierten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts bzw. der Verbindlichkeit verrechnet (basis adjustment), was im Zugangszeitpunkt zu keinem Ergebniseffekt führt.

Derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, solche mit negativem beizulegendem Zeitwert in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten oder den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.

Sogenannte Eigenverbrauchsverträge (own-use contracts), die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf von VERBUND abgeschlossen und in diesem Sinn gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (own-use exemption). Falls die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung eines solchen Eigenverbrauchsvertrags höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen daraus, ist für diesen Eigenverbrauchsvertrag eine Rückstellung gemäß IAS 37 zu bilden.

Sicherungsgeschäfte im Finanzbereich

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken werden im Finanzbereich einzelne derivative Finanzinstrumente (vor allem Devisentermingeschäfte und Zinsswaps) eingesetzt. Abgesehen von den Derivativgeschäften im Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) wurden Zinsswaps (Swaps von variabler auf fixe Verzinsung) abgeschlossen, um das bestehende Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Cashflow Hedges designiert (siehe: Derivative Finanzinstrumente). In Zusammenhang mit der Auktion von Grenzkapazitäten wurde eine Reihe von Devisentermingeschäften in ungarischen Forint abgeschlossen, um eine wirtschaftliche Absicherung gegen Wechselkursschwankungen des Forint zu erreichen. Diese Termingeschäfte werden als freistehende Derivate behandelt; die Bilanzierungsregeln für Sicherungsgeschäfte werden in diesem Fall nicht angewendet.

Bei einzelnen bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Cross-Border-Leasing-Transaktionen) führen die Veranlagungen zu variablen Erträgen, denen fixe Aufwendungen gegenüberstehen. Zur Risikovermeidung wurden zu den entsprechenden Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen. Da die den Zinsswaps zurechenbaren Posten ein im Hinblick auf das Zinsund Währungsrisiko exakt entgegengesetztes Risikoprofil aufweisen, erfolgt als Ausgleich zur Zeitbewertung der Zinsswaps eine dem gesicherten Risiko entsprechende Buchwertanpassung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten.

Bei einer Finanzverbindlichkeit, die ursprünglich in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen entstanden ist, liegt vorerst keine bilanzielle Deckung vor; sie wird daher im Anhang zum Konzernabschluss von VERBUND nicht als bilanziell geschlossene Position ausgewiesen. Um das Fremdwährungsrisiko dieser US-Dollar-Finanzverbindlichkeit auszuschalten, wurden entsprechende Derivativgeschäfte abgeschlossen. Die Zeitwertänderungen dieser Derivativgeschäfte kompensieren die Fremdwährungsbewertung der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit.

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente im Finanzbereich

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus den Kursen (Fremdwährungswechselkurse und Zinskurven) am Bilanzstichtag. Hierbei handelt es sich um Level-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.

Der beizulegende Zeitwert für Zinsswaps entspricht jenem Wert, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde bzw. zahlen müsste. Dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsniveaus und Yield-Kurven, berücksichtigt. Hierbei handelt es sich um Level-2-Bewertungen aus der Sicht von IFRS 7.

Sicherungsgeschäfte im Energiebereich; Strom- und Gaskontrakte im Wholesale-Portfolio

Im Rahmen der Bilanzierung von Cashflow Hedges setzt VERBUND derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Preisrisikos aus zukünftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäften ein. Als Sicherungsinstrumente werden Forward- oder Futurekontrakte als Derivate im Sinne von IAS 39 eingesetzt.

VERBUND überprüft monatlich, ob die kumulierte Wertänderung des Grundgeschäfts im Verhältnis zu der des Sicherungsgeschäfts in der von IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften geforderten Bandbreite von 80% bis 125% liegt. Etwaige in dieser Bandbreite liegende, aber von 100% abweichende ineffektive Teile der Zeitwertänderung des Sicherungsinstruments werden ergebniswirksam erfasst.

Nicht als Sicherungsinstrumente designierte Strom- sowie Gasderivate werden dem Wholesale-Portfolio zugeordnet und zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.

Die Zeitwertänderungen von Sicherungsinstrumenten, die im Rahmen von Cashflow Hedges eingesetzt werden, werden bis zur Realisierung des Grundgeschäfts ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktion für Zwecke der Bilanzierung saldiert (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement). In der Folge werden die Bewertungseffekte mit dem Ergebnis aus dem Grundgeschäft verrechnet; in Summe ist somit kein Ergebniseffekt zu erwarten.

Die Erfassung von Zeitwertänderungen von (freistehenden) Strom- sowie Gasderivaten im Wholesale-Portfolio, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden, erfolgt abzüglich bereits realisierter Futures und nach Saldierung positiver und negativer Zeitwerte ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement).

Energiehandelskontrakte

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz von VERBUND auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben der wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromvermarktung unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft betrieben. Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich (Future- und Forwardkontrakte für Strom, Gas und CO2) erfolgt ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung dieser derivativen Energiehandelskontrakte wird saldiert (netto) in den Strom- oder Gaserlösen bzw. in den sonstigen Umsatzerlösen (CO2) ausgewiesen.

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich

Die Fair Values der von VERBUND eingesetzten Future- und Forwardkontrakte können zu jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden, da für Futurekontrakte entsprechende Börsenkurse an den jeweiligen Börsen (European Energy Exchange (EEX), Intercontinental Exchange (ICE), Italian Derivatives Energy Exchange (IDEX), Central European Gas Hub (CEGH)) vorliegen bzw. die Bewertung von Forwardkontrakten mit einer von Börsenkursen abgeleiteten Forward-Preiskurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierten Diskontierung erfolgt.

Bei den Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten handelt es sich folglich um Level-1-Bewertungen im Sinne von IFRS 7; bei den Strom-, Gas- und CO2-Forwardkontrakten handelt es sich um Level-2-Bewertungen.

Umsatzrealisierung

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden bzw. mit Erfüllung der Leistung. Eine Lieferung gilt als erbracht, wenn gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt – dies ist der beizulegende Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung – vertraglich festgelegt und die Erfüllung der Forderung aus Lieferungen und Leistungen wahrscheinlich ist.

Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom an Industrie- und Haushaltskunden, an Energieversorgungsunternehmen, Händler und Strombörsen sowie aus der Erbringung von Netzleistungen. Umsatzerlöse aus Stromlieferungen an Großkunden werden ebenso wie die Erlöse aus dem Energiehandel und Netzleistungen zum Zeitpunkt der Erbringung realisiert. Im Kleinkundensegment werden Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Teillieferung erbracht worden ist.

Die Realisierungen von Standard-Terminkontrakten im Trading-Bereich, deren Hauptzweck nicht die finale physische Energielieferung, sondern die Bewirtschaftung einer Trading-Position ist, werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen, wobei die zugrunde liegenden Umsätze und Bezugskosten miteinander verrechnet und netto in den Umsatzerlösen dargestellt werden; dies entspricht dem Erfolg aus dem Handel (trading) mit derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich.

Umsatzerlöse werden um allfällige Erlösschmälerungen gekürzt und ohne Umsatzsteuer sowie nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen ausgewiesen.

Die sonstigen Erlöse enthalten Erlöse aus Personalbeistellungen und Consulting- sowie Projektierungsleistungen, die auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden erfasst werden. Darüber hinaus umfassen die sonstigen Erlöse noch Erlöse aus Fernwärmelieferungen an Endkunden und Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession (siehe: Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen).

Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung eines IFRSs-Konzernabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungsund Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.

Insbesondere bei den folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass es in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden kommen kann.

Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten

Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (weighted average cost of capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital.

Die Eigenkapitalkosten werden mithilfe des Capital Asset Pricing Models (CAPM) aus Basiszins und Eigenkapitalprämie bestimmt. Der Basiszins stellt eine risikofreie und fristadäquate Rendite dar und wird anhand der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen der Deutschen Bundesbank bestimmt. Die Eigenkapitalprämie wird durch den Beta-Faktor und die Marktrisikoprämie bestimmt. Der Beta-Faktor ist ein Indikator für das operative Risiko eines spezifischen Unternehmens.

Im Rahmen der Ermittlung der Fremdkapitalkosten werden bonitätsabhängige Risikozuschläge berücksichtigt.

Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden die Firmenwerte von VERBUND den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

Firmenwerte in Mio. €
2010 2009
Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum 25,3 25,3
Kraftwerksgruppe Inn 280,4 280,4
Geschäftssegment "Strom" 300,0 300,0
Firmenwerte von VERBUND 605,7 605,7

Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum

Mit Wirkung vom 1.1.2009 erfolgte der Erwerb von 100% der Anteile an den Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zu Anschaffungskosten in Höhe von 55,4 Mio. €. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 25,3 Mio. € erfasst und in vollem Umfang selbigen Windparks zugeordnet.

Der erzielbare Betrag für die Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Ein abgeschlossener Kaufvertrag bzw. ein bindendes Kaufangebot lag nicht vor. Da für die Anteile an der VERBUND Wind Power Austria GmbH keine Marktpreise existieren und Analogieverfahren mangels vergleichbarer zeitnaher Transaktionen nicht anwendbar waren, wurde der beizulegende Zeitwert mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode; der Diskontierungszinssatz betrug 6,5% (Vorjahr: 7,5%).

Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Wind Power Austria GmbH abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Der von VERBUND mittelfristig geplante Ausbau der Windparks um 33 Megawatt installierte Leistung wurde in den Plandaten berücksichtigt; entsprechende Vorprojekte sind bereits im Laufen. Die Plandaten wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts in einzelnen Punkten angepasst, um die Bewertungsperspektive eines typisierten Marktteilnehmers zu simulieren. Der Zeitbewertung der in Betrieb befindlichen Windparks lag als Mengengerüst die durchschnittliche Erzeugungsmenge der Jahre 2008–2010 zugrunde. Für die im Zuge des Ausbaus der Windparks zu errichtenden Windkraftanlagen waren die erwarteten Erzeugungsmengen maßgeblich. Das Preisgerüst ergab sich für die ersten bis zu 13 Jahre des Planungszeitraums (abhängig vom Windpark) aus festen Einspeisetarifen; für die Zeit danach wurden die Strompreise anhand von am Markt verfügbaren Strompreisprognosen ermittelt. Die prognostizierten Stromerlöse wurden um Ausgleichsenergiekosten in Höhe von 13,0% gekürzt; der Prozentsatz wurde auf Basis der durchschnittlichen Ausgleichsenergiekosten der Ökobilanzgruppe der letzten drei Jahre geschätzt.

Der Prognosezeitraum gliederte sich in eine Detailplanungsphase und eine Fortführungsphase. Die Detailplanungsphase umfasst einen Zeitraum von 10,5 bis 15 Jahren für die in Betrieb befindlichen Windparks sowie von 25 Jahren für die im Zuge des Ausbaus der Windparks zu errichtenden Windkraftanlagen. Für die darauffolgende Fortführungsphase wurde von einer unendlichen Reinvestitionskette in vergleichbare Windkraftanlagen ausgegangen.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die prognostizierten jährlichen Erzeugungsmengen der in Betrieb befindlichen und der im Zuge des Ausbaus der Windparks zu errichtenden Windkraftanlagen, die spezifischen Investitionskosten der zu errichtenden Windkraftanlagen und der Diskontierungszinssatz.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zuzüglich Firmenwert gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2010 konnte derart die Werthaltigkeit des den Windparks zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Die derzeitigen Bewertungsannahmen führen dazu, dass der erzielbare Betrag der Windparks den Buchwert zuzüglich Firmenwert um 0,5 Mio. € übersteigt.

Die folgende Tabelle zeigt die Werte der wesentlichen Bewertungsannahmen sowie jene wertmäßigen Veränderungen, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der Windparks Bruck/Hollern/Petronell-Carnuntum zuzüglich Firmenwert wäre:

Sensitivitätsanalyse für die Windparks

Wertmäßige Ausprägung der
wesentlichen
Bewertungsannahme
Wertmäßige Veränderung, bei
der erzielbarer Betrag gleich
Buchwert wäre
Strompreis nach Ende fester Einspeisetarife1 60,34 € pro MWh – 0,2%
Erzeugungsmenge in Betrieb befindlicher Windkraftanlagen pro Jahr2 104,0 GWh – 0,5 GWh
Erzeugungsmenge zu errichtender Windkraftanlagen pro Jahr3 99,4 GWh – 0,3 GWh
Spezifische Investitionskosten für zu errichtende Windkraftanlagen4 1,67 Mio. € +0,01 Mio. €
Diskontierungszinssatz5 6,5% +0,03 Prozentpunkte

Die Strompreise wurden anhand der Prognosen renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Der angegebene Base-Preis bezieht sich auf das Jahr 2017. Dies ist das erste volle Jahr nach dem Ende fester Einspeisetarife für die beiden größten Windparks Hollern und Petronell-Carnuntum.

2 Die Erzeugungsmengen der in Betrieb befindlichen Windparks entsprechen den durchschnittlichen Erzeugungsmengen der Jahre 2008–2010.

Die prognostizierten Erzeugungsmengen basieren auf den Daten von Windmessungen und daraus aufbauenden Prognosemodellrechnungen.

Die spezifischen Investitionskosten für zu errichtende Windkraftanlagen basieren auf der Preisliste eines führenden Windkraftanlagen-Herstellers (inkl. Installation und Netzanschlussvertrag).

5 Der Diskontierungszinssatz entspricht den gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten. Die Parameter zur Bestimmung des Diskontierungszinssatzes wurden aus Marktdaten bzw. aus einer Peer Group abgeleitet.

Kraftwerksgruppe Inn

Mit Wirkung vom 31.8.2009 erfolgte der Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH, die 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn betreibt, zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.430,3 Mio. € (für 100% der Anteile; 0,3% davon waren nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen). Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. € erfasst; davon wurden 280,4 Mio. € selbiger Kraftwerksgruppe zugeordnet.

Mit Wirkung vom 28.6.2010 wurden im Rahmen des "Bayerisch-Österreichischen Regionalkonzepts" 3,46% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) an die als Holding geführte Innkraft Bayern GmbH & Co KG verkauft. Der durchgerechnete Anteil von VERBUND an der VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH reduzierte sich dadurch von 99,7% auf 96,5% (siehe: Erläuterungen zur Bilanz). Diese Anteilsveräußerung führte zu einer Verschiebung zwischen den Gesellschafterstämmen, das heißt von dem Anteil, der den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen ist, auf jenen, der auf andere Gesellschafter entfällt. Der Firmenwert blieb dadurch unverändert (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Der erzielbare Betrag für die Kraftwerksgruppe Inn wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Der Kaufpreis aus der 3,46%igen Anteilsveräußerung in der Berichtsperiode 2010 ist zwar indikativ für den beizulegenden Zeitwert, die Transaktion erfolgte jedoch nicht zeitnah zum Bilanzstichtag. Da für die Anteile an der VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH keine Marktpreise existieren und Analogieverfahren mangels vergleichbarer zeitnaher Transaktionen nicht anwendbar waren, wurde der beizulegende Zeitwert mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode; der Diskontierungszinssatz betrug 6,25% (Vorjahr: 7,0%).

Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH abgeleitet und beruhen primär auf marktnahen Daten. Die Plandaten wurden zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts in einzelnen Punkten angepasst, um die Bewertungsperspektive eines typisierten Marktteilnehmers zu simulieren.

Der Zeitbewertung lag als Mengengerüst eine über den Planungszeitraum gleichbleibende Erzeugungsmenge, die dem Regelarbeitsvermögen (RAV) entspricht, zugrunde. Das Preisgerüst wurde anhand von am Markt verfügbaren Strompreisprognosen ermittelt. Für die Extrapolation der Stromerlöse (ab 2031) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2% ausgegangen. Die prognostizierten Stromerlöse wurden um einen Abschlag für Erzeugungscharakteristik und hydrologisches Prognose- und Verfügbarkeitsrisiko gekürzt. Dieser aus aktuellen Erfahrungswerten abgeleitete Abschlag entspricht der prozentualen Differenz zum reinen Base-Preis und dient der Modellierung der Ertragswertigkeit der Stromproduktion. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% fortgeschrieben.

Der Prognosezeitraum gliederte sich in eine Detailplanungs- und eine Grobplanungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Grobplanungsphase hat einen (annähernd unendlichen) Horizont von etwa 100 Jahren, wodurch den langfristigen Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungszyklen von Laufkraftwerken Rechnung getragen wird. Die (theoretisch) mögliche Ausübung von Heimfallsrechten durch den Freistaat Bayern geht in die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Kraftwerksgruppe Inn ein und berücksichtigt die aktuelle Ertragswertigkeit der Stromproduktion.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Strompreisprognosen, die Preissteigerungsrate der Stromerlöse und der Diskontierungszinssatz.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich Firmenwert gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2010 konnte derart die Werthaltigkeit des der Kraftwerksgruppe zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Die derzeitigen Bewertungsannahmen führen dazu, dass der erzielbare Betrag der Kraftwerksgruppe den Buchwert zuzüglich Firmenwert um 132,0 Mio. € übersteigt.

Die folgende Tabelle zeigt die Werte der wesentlichen Bewertungsannahmen sowie jene wertmäßigen Veränderungen, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der Kraftwerksgruppe Inn zuzüglich Firmenwert wäre:

Sensitivitätsanalyse für die Kraftwerksgruppe Inn

Wertmäßige Ausprägung der
wesentlichen
Bewertungsannahme
Wertmäßige Veränderung, bei
der erzielbarer Betrag gleich
Buchwert wäre
Strompreis1 44,70 € pro MWh – 4,9%
Preissteigerungsrate der Stromerlöse ab 2031 2,0% – 0,74 Prozentpunkte
Diskontierungszinssatz2 6,25% +0,75 Prozentpunkte

Die Strompreise wurden anhand der Prognosen renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Der angegebene Base-Preis bezieht sich auf das Jahr 2011. Der Diskontierungszinssatz entspricht den gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten. Die Parameter zur Bestimmung des Diskontierungszinssatzes wurden aus Marktdaten bzw. aus einer Peer Group abgeleitet.

Geschäftssegment "Strom"

Mit Wirkung vom 31.8.2009 erfolgte der Erwerb von 99,7% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH, die 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn betreibt, zu Anschaffungskosten in Höhe von 1.430,3 Mio. € (für 100% der Anteile; 0,3% davon waren nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen). Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein Firmenwert in Höhe von 580,4 Mio. € erfasst; davon wurden 300,0 Mio. € dem Geschäftssegment "Strom" zugeordnet.

Durch die Veräußerung von 3,46% der Anteile an der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) in der Berichtsperiode 2010 wurde der Firmenwert nicht verändert.

Der erzielbare Betrag für das Geschäftssegment "Strom" wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Das Geschäftssegment "Strom" umfasst neben dem gesamten Erzeugungsportfolio von VERBUND auch den Stromhandel und den Stromvertrieb (siehe: Segmentberichterstattung). Dadurch wurde letztendlich in einem Top-down-Test der gesamte Firmenwert aus dem Erwerb der 13 Laufkraftwerke am bayerischen Inn auf seine Werthaltigkeit geprüft.

Der beizulegende Zeitwert für das Geschäftssegment "Strom" wurde mithilfe eines marktpreisorientierten Verfahrens ermittelt. Den Ausgangspunkt bildete dabei der Börsenkurs von VERBUND. Dieser betrug zum Jahresultimo 27,88 € pro Aktie. Durch das In-Beziehung-Setzen operativer bzw. wertorientierter Performancegrößen zum Gesamtunternehmenswert von VERBUND (Marktkapitalisierung zuzüglich Nettoverschuldung) wurde mithilfe von Analogieverfahren auf den beizulegenden Zeitwert des Geschäftssegments "Strom" geschlossen.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des Geschäftssegments "Strom" zuzüglich Firmenwert gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2010 konnte derart die Werthaltigkeit des dem Geschäftssegment "Strom" zugeordneten Firmenwerts bestätigt werden. Nach der Auffassung des Managements führen für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Bewertungsannahmen nicht dazu, dass der Buchwert des Geschäftssegments "Strom" zuzüglich Firmenwert den erzielbaren Betrag übersteigt.

Werthaltigkeitsprüfungen von Kraftwerken

Infolge der Strommarktliberalisierung wertgeminderte Kraftwerke

In den Jahren 1998 und 1999 wurden aufgrund der Strommarktliberalisierung Wertminderungen in Höhe von 732,3 Mio. € und 145,4 Mio. € erfasst sowie Drohverlustrückstellungen für schwebende Geschäfte in Höhe von 321,1 Mio. € gebildet.

Für den Fall, dass zum Bilanzstichtag ein Anhaltspunkt für eine Wertaufholung vorliegt, ist zur Beurteilung der Werthaltigkeit ehemals wertgeminderter hydraulischer und thermischer Kraftwerke bzw. Kraftwerksgruppen (Buchwert abzüglich Baukostenzuschüsse zum 31.12.2010: 989,2 Mio. €; Vorjahr: 1.015,6 Mio. €) der erzielbare Betrag zu ermitteln. Der erzielbare Betrag bestimmt sich auf Basis des Nutzungswerts. Die Berechnung erfolgt nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz entspricht den gewichteten durchschnittlichen Vor-Steuer-Kapitalkosten und beträgt rund 8,5% (Vorjahr: 8,75–9,0%). Die bewertungsrelevanten Cashflows werden aus den aktuellen, vom Management genehmigten Mittelfristplanungen abgeleitet.

Angesichts der negativen Strompreisentwicklung auf den Energiemärkten in der Berichtsperiode 2010 und aufgrund anhaltender Unsicherheiten über deren zukünftigen Verlauf war bislang keine Wertaufholung zu erfassen. Im Bereich der hydraulischen Erzeugung stellen die von Netzeinspeisern zu entrichtenden Entgelte, die Erzeugungswertigkeit, Prognose- und Verfügbarkeitsrisiken sowie die Gefährdungspotenziale in puncto anlagenspezifischer Abgaben wesentliche Bewertungsannahmen dar. Im Bereich der thermischen Erzeugung sind die aktuelle Entwicklung des Clean Dark Spreads – dieser entspricht der Differenz zwischen dem Strompreis und den Preisen für Kohle und CO2 – und die von den Netzeinspeisern zu entrichtenden Entgelte wesentliche Bewertungsannahmen.

Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach

Am Kraftwerksstandort in Mellach befindet sich seit der Berichtsperiode 2009 ein Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Bau; mit dem Vollbetrieb des thermischen Kraftwerks ist ab 2012 zu rechnen. Der erzielbare Betrag des in Bau befindlichen thermischen Kraftwerks wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wurde mithilfe eines kapitalwertorientierten Verfahrens ermittelt. Die Berechnung erfolgte nach der DCF-Methode; der Diskontierungszinssatz vor Steuern betrug 8,4% (Vorjahr: 8,6%).

Die bewertungsrelevanten Cashflows wurden aus aktuellen Planungen der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG abgeleitet. Der Ermittlung des Nutzungswerts lag als Mengengerüst die installierte Leistung des thermischen Kraftwerks in Höhe von 832 Megawatt (elektrisch) zugrunde; als maximale Wärmeauskopplung wurden 400 Megawatt (thermisch) angenommen. Der Einsatz des thermischen Kraftwerks im 35-jährigen Prognosezeitraum wurde mithilfe eines Optimierungsmodells bestimmt und betrug bis zu rund 5.700 Volllaststunden pro Jahr. In der Planung wurde weiters von einer Wärmeauskopplung von bis zu 150 Gigawattstunden pro Jahr für den Großraum Graz ausgegangen. Das Preisgerüst wurde anhand des VERBUND Energy Market Models (VEMM) ermittelt. Das VEMM ist ein energiewirtschaftliches Simulationswerkzeug zur Erstellung mittel- und langfristiger Strompreisszenarien für europäische Elektrizitätsmärkte. Die wesentlichen jährlichen Aufwendungen aus den Planungen wurden mit einer Preissteigerungsrate von 2,0% fortgeschrieben.

Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, sind die Bedingungen des für das thermische Kraftwerk abgeschlossenen langfristigen Gasliefervertrags (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken), die Entwicklung des Clean Spark Spreads – dieser entspricht der Differenz zwischen dem Strompreis und den Preisen für Gas und CO2 – und der Diskontierungszinssatz.

Der erzielbare Betrag wurde dem Buchwert des in Bau befindlichen Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Mellach gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2010 konnte derart die Werthaltigkeit des thermischen Kraftwerks bestätigt werden.

Werthaltigkeitsprüfung von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Die Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) wurde nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 39 – der Börsenkurs des an der Euronext Paris notierten Beteiligungsunternehmens lag während der gesamten Berichtsperiode unter den (durchschnittlichen) Anschaffungskosten pro Aktie – bereits zum 30.9.2010 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich (als unwesentlich eingeschätzter) Veräußerungskosten ermittelt. Den Bewertungsmaßstab bildete der Börsenkurs der POWEO S.A. (Group) zum 30.9.2010 in Höhe von 9,10 € pro Aktie. Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertminderung betrug 42,8 Mio. € und wurde im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen des Segments "Beteiligungen & Services" erfasst.

Bis zum 31.12.2010 wurde der Beteiligungsbuchwert der POWEO S.A. (Group) entsprechend den Konsolidierungsmethoden von VERBUND fortgeführt. Zum Bilanzstichtag wurde die Beteiligung erneut einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen; den Bewertungsmaßstab bildete der Börsenkurs der POWEO S.A. (Group) zum 31.12.2010 in Höhe von 4,14 € pro Aktie. Die aus der Werthaltigkeitsprüfung resultierende Wertminderung betrug im Quartal 4/2010 weitere 13,4 Mio. € und wurde analog zu jener im Quartal 3/2010 erfasst. In der Berichtsperiode 2010 betrugen die auf die Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) erfassten Wertminderungen damit insgesamt 56,2 Mio. €.

Diese Wertminderungen waren in erster Linie auf die schwierige Situation am französischen Endkundenmarkt zurückzuführen. Diese war (und ist nach wie vor) durch niedrige regulierte Stromtarife, hohe Strombezugskosten und eine marktbeherrschende Stellung der Électricité de France S.A. gekennzeichnet. Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der POWEO S.A. (Group) durch die Unsicherheiten über Inhalte und Beschlusszeitpunkt des "Loi NOME", eines Gesetzes zu einer wettbewerbsfreundlicheren Neuordnung des französischen Strommarkts, negativ im Wert beeinflusst.

Die nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. mit einem Buchwert in Höhe von 83,0 Mio. € (Vorjahr: 94,8 Mio. €) wurde nach dem Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung – diese sind insbesondere in den oben angeführten schwierigen Rahmenbedingungen für die POWEO S.A. (Group) als Mutterunternehmen zu sehen – auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wurde mithilfe einer Sum-of-the-Parts-Betrachtung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten der einzelnen 100%igen Beteiligungen, die POWEO Production S.A.S. an den Produktionsunternehmen POWEO ENR Production S.A.S., POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und POWEO Toul Production S.A.S. hält, ermittelt. Die Summe der einzelnen Zeitwertbewertungen wurde um auf der Ebene des Mutterunternehmens entstehende Synergieeffekte (z.B. aus steuerlich verwertbaren Verlustvorträgen) erhöht und um Corporate Overheads (z.B. Verwaltungsaufwendungen aus der Wahrnehmung von Konzernfunktionen) reduziert. Für die Anteile an der POWEO Production S.A.S. lagen weder abgeschlossene Kaufverträge, bindende Kaufangebote noch Marktpreise vor; selbiges gilt auch für die Anteile an deren 100%igen Tochterunternehmen. Die beizulegenden Zeitwerte wurden daher mithilfe von Analogieverfahren (im Fall der POWEO ENR Production S.A.S.) bzw. von kapitalwertorientierten Verfahren (im Falle der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der POWEO Toul Production S.A.S.) ermittelt.

Die Zeitbewertung der Anteile an der POWEO ENR Production S.A.S. erfolgte anhand von Transaction Multiples pro Megawatt, die aus vergleichbaren Transaktionen über Anteile an französischen, im Bereich der erneuerbaren Energien tätigen Energieunternehmen abgeleitet worden sind. Es wurde dabei zwischen Transaction Multiples für in Betrieb und in Entwicklung befindliche Projekte differenziert. Der Fokus der Bewertung lag primär auf den Onshore-Windparks der POWEO ENR Production S.A.S. Für die Entwicklungsprojekte wurde von einer durchschnittlichen Erfolgswahrscheinlichkeit ausgegangen.

Die Zeitbewertung der Anteile an der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. und der POWEO Toul Production S.A.S. erfolgte nach der DCF-Methode. Der Diskontierungszinssatz betrug 6,0% und entspricht den gewichteten durchschnittlichen Nach-Steuer-Kapitalkosten. Die Parameter zur Bestimmung des Diskontierungszinssatzes wurden aus Marktdaten bzw. aus einer Peer Group abgeleitet.

Die bewertungsrelevanten Cashflows beruhen primär auf marktnahen Daten. Der Zeitbewertung lagen als Mengengerüst die installierten Leistungen in Höhe von 412 bzw. 413 Megawatt der beiden Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerke in Pont-sur-Sambre (in Betrieb befindlich) bzw. Toul (in Bau befindlich) zugrunde. Der Einsatz der thermischen Kraftwerke im Prognosezeitraum wurde mithilfe eines Optimierungsmodells bestimmt. Das Preisgerüst wurde anhand der Strompreisprognosen renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Für die Extrapolation der Stromerlöse (ab 2031) wurde von einer nachhaltigen Preissteigerungsrate in Höhe von 2% ausgegangen. Der Prognosezeitraum gliederte sich in eine Detailplanungs- und eine Fortführungsphase. Die Detailplanungsphase umfasste 30 Jahre (für Pont-sur-Sambre) bzw. 34 Jahre (inklusive restliche Bauzeit für Toul). Für die darauffolgende Fortführungsphase wurde von einer unendlichen Reinvestitionskette in vergleichbare thermische Kraftwerke ausgegangen. Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung der erzielbaren Beträge zugrunde lagen, sind das Übergehen der Stromabnahmeverträge (off-take agreements) für den Fall der hypothetischen Veräußerung an einen typisierten Marktteilnehmer, die Entwicklung des Clean Spark Spreads – dieser entspricht der Differenz zwischen dem Strompreis und den Preisen für Gas und CO2 – und der Diskontierungszinssatz.

Der mithilfe einer Sum-of-the-Parts-Betrachtung ermittelte erzielbare Betrag wurde dem Buchwert der Beteiligung an der POWEO Production S.A.S. gegenübergestellt. Für die Berichtsperiode 2010 konnte derart die Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes bestätigt werden.

Bewertung von Rückstellungen

Zur Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen, Abfertigungsverpflichtungen sowie Altersteilzeitprogramme (Buchwert zum 31.12.2010: 492,4 Mio. €; Vorjahr: 507,5 Mio. €) wurden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen herangezogen.

Die Bewertung der Rückstellungen für Abbruchkosten (Buchwert zum 31.12.2010: 32,1 Mio. €; Vorjahr: 30,0 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Abbruchzeitpunkte, etwaige Gutachten zur Bestimmung der Abbruchkosten, die Valorisierung dieser Kosten und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 5,25% (Vorjahr: 5,5%).

Die Bewertung der Drohverlustrückstellungen (Buchwert zum 31.12.2010: 92,7 Mio. €, Vorjahr: 102,4 Mio. €) erfolgte aufgrund von Annahmen und Schätzungen zum Bilanzstichtag. Die Drohverlustrückstellungen wurden für belastete Mietverträge, belastete Stromlieferverträge und insbesondere in Zusammenhang mit der Verpflichtung, Fernwärme an die Steirische Gas-Wärme GmbH zu liefern, gebildet. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren dabei die Strom- und Primärenergiepreise sowie die Kosten für Emissionszertifikate und der Diskontierungszinssatz in Höhe von 5,25% (Vorjahr: 5,5%).

Eventualverbindlichkeiten

Die in der Bilanz von VERBUND nicht erfassten Eventualverbindlichkeiten werden quartalsweise in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist ein Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen weder hinreichend wahrscheinlich, sodass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch unwahrscheinlich, so werden die betreffenden Verpflichtungen als Eventualverbindlichkeiten erfasst. Die Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen Inputs (sofern möglich) und Gutachten (in Einzelfällen) vorgenommen.

Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung von VERBUND sind die Geschäftstätigkeiten den Segmenten "Strom", "Netz" sowie "Beteiligungen & Services" zugeordnet. Die Abgrenzung der Geschäftssegmente und die Berichtsinhalte entsprechen der internen Berichtsstruktur an den Vorstand als Hauptentscheidungsträger.

Segmentabgrenzung

Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben integrierte Elektrizitätsunternehmen für Erzeugungs-, Stromhandels- und Versorgungstätigkeiten, Übertragungstätigkeiten sowie Verteilungstätigkeiten gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen zu veröffentlichen. Die Segmentberichterstattung von VERBUND ist gemäß IFRS 8 jedoch an der internen Steuerung und Berichterstattung (management approach) auszurichten, wodurch sich die folgende Abgrenzung der Geschäftssegmente ergibt:

Strom

Das Geschäftssegment "Strom" umfasst sämtliche Tochterunternehmen von VERBUND, die mit dem Bau, dem Betrieb und der Instandhaltung hydraulischer, thermischer und solar- oder windenergetischer Kraftanlagen befasst sind. Das Geschäftssegment "Strom" umfasst darüber hinaus den Energiehandel sowie den Vertrieb von Strom an Endkunden (Haushalts-, Gewerbe-, Business- und Industriekunden).

Netz

Das Geschäftssegment "Netz" entspricht der Austrian Power Grid AG, die als gesellschaftsrechtlich eigenständiger und unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber und Regelzonenführer den Netzbereich Österreich, den Großteil des 220/380-kV-Hochspannungsnetzes sowie Teile des 110-kV-Netzes betreibt und erhält.

Beteiligungen & Services

Das Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" umfasst insbesondere die Leitungs- und Steuerungsfunktionen in Bezug auf die in- und ausländischen Beteiligungen von VERBUND. Hierzu zählen insbesondere die von der VERBUND International GmbH gehaltenen Beteiligungen in den ausländischen Kernmärkten Türkei, Italien und Frankreich. Darüber hinaus enthält es die (ausländischen) Projektgesellschaften von VERBUND bis zur Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten. Die VERBUND Renewable Power GmbH – sie ist die Leitgesellschaft für Projektentwicklungen im Bereich erneuerbarer Energien – wird daher ebenfalls im Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" erfasst. Ferner sind in diesem Segment auch jene Tochterunternehmen enthalten, die typische Konzernfunktionen wie z.B. Finanzierungsleistungen, Shared-Service-Center-Leistungen und Telekommunikationsdienstleistungen erbringen.

Erläuterung der Geschäftssegmentdaten

Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das operative Ergebnis herangezogen. Das operative Ergebnis je Geschäftssegment entspricht der Summe der operativen Ergebnisse der in das jeweilige Geschäftssegment einbezogenen Tochterunternehmen unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen. Die Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen abgerechnet.

Für das Geschäftssegment "Beteiligungen & Services" ist ferner das Beteiligungsergebnis, welches zur Gänze diesem Geschäftssegment zugerechnet wird, von Bedeutung. Da einige nach der Equity-Methode bilanzierte und sonstige Beteiligungen von zu den Geschäftssegmenten "Strom" und "Netz" zugehörigen Tochterunternehmen gehalten werden, kommt es zu einer (vernachlässigbaren) asymmetrischen Allokation von Vermögen und Ergebnissen.

Die intern berichtete Vermögensgröße ist das Capital Employed. Das Capital Employed entspricht dem Gesamtvermögen eines Geschäftssegments abzüglich jener Vermögenswerte, die in VERBUND (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen), und abzüglich unverzinslicher Schulden. Die Berechnung dieser Vermögensgröße wurde einer geringfügigen Überarbeitung unterzogen; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Die anderen wesentlichen nicht zahlungswirksamen Posten, die neben den Abschreibungen auf immaterielles und Sachanlagevermögen in das operative Ergebnis eingehen, umfassen insbesondere Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften im Energiebereich, Auflösungsbeträge aus dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge, unbare Rückstellungsveränderungen sowie etwaige Abschreibungen auf Primärenergievorräte.

Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen sowie zu nach der Equity-Methode bilanzierten und sonstigen Beteiligungen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen aufgrund etwaiger Unternehmenserwerbe.

Die Bewertung sämtlicher Geschäftssegmentdaten steht in Einklang mit den IFRSs.

Geschäftssegmentdaten

in Mio. €
Strom Netz Beteiligungen &
Services
Eliminierung Summe
Konzern
2.986,2 255,3 66,5 3.307,9
138,6 63,4 103,9 – 306,0 0,0
3.124,8 318,7 170,4 – 306,0 3.307,9
821,3 44,4 – 36,5 – 0,8 828,5
– 165,4 – 57,0 – 9,4 1,1 – 230,7
– 0,7 0,0 – 0,1 0,0 – 0,8
– 90,1 6,3 1,4 – 0,6 – 83,1
37,6 0,0 37,6
22,1 0,0 22,1
4.812,7 828,8 7.112,8 – 4.071,5 8.682,8
23,6 1,3 2.237,0 0,0 2.261,9
490,3 135,3 40,1 0,0 665,7
21,1 0,3 74,9 0,0 96,3
in Mio. €
Strom Netz Beteiligungen &
Services
Eliminierung Summe
Konzern
2009
Außenumsatz 3.168,6 275,6 38,9 3.483,1
Innenumsatz 144,4 74,9 83,3 – 302,6 0,0
Gesamtumsatz 3.313,0 350,5 122,2 – 302,6 3.483,1
Operatives Ergebnis 1.010,8 68,2 – 37,5 0,8 1.042,3
Abschreibungen – 142,2 – 59,4 – 8,6 1,0 – 209,2
davon Wertminderungen – 1,2 0,0 0,0 0,0 – 1,2
Andere wesentliche nicht
zahlungswirksame Posten 97,1 – 0,1 – 1,9 – 0,3 94,9
Beteiligungsergebnis 61,4 0,0 61,4
davon Ergebnis aus nach der
Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
51,9 0,0 51,9
Capital Employed 5.182,5 801,0 6.022,0 – 4.072,5 7.933,0
davon Buchwert der nach der
Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
2,3 1,3 2.170,7 0,0 2.174,3
Zugänge zu immateriellem und
Sachanlagevermögen 1.816,2 143,3 36,2 0,0 1.995,7
Zugänge zu Beteiligungen 0,0 0,0 628,8 0,0 628,8

Überleitungsrechnungen

Das operative Ergebnis in der Summenspalte entspricht jenem in der Gewinn- und Verlustrechnung von VERBUND; die Überleitungsrechnung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern kann daher der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden. Die Überleitungsrechnung vom Gesamtbetrag für das Capital Employed zur Bilanzsumme von VERBUND ist wie folgt:

Überleitungsrechnung vom Capital Employed zur Bilanzsumme in Mio. €
2010 2009
Capital Employed 8.682,8 7.933,0
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes Vermögen 1.378,8 1.028,6
Unverzinsliche Schulden 1.229,4 1.383,6
Summe der Vermögenswerte von VERBUND 11.291,0 10.345,2

Unternehmensweite Angaben

Die unternehmensweiten Angaben umfassen gemäß IFRS 8 eine geografische Segmentberichterstattung für die Umsätze (nach Ort der Lieferung) und die langfristigen Vermögenswerte. Ferner sind Angaben zu wichtigen Kunden erforderlich.

Es gibt keinen einzelnen Kunden von VERBUND, mit dem die Umsatzerlöse 10% der gesamten Umsatzerlöse erreichen oder übersteigen.

Geografische Segmentberichterstattung: Umsätze in Mio. €
2010 2009
Stromlieferungen im Inland 1.272,1 1.410,4
Stromlieferungen im Ausland 1.676,1 1.754,5
davon in Deutschland 1.147,2 1.364,3
davon in Frankreich 387,7 309,4
davon in restlichen EU-Staaten 125,3 41,4
davon in anderen Staaten 15,8 39,4
Stromerlöse 2.948,2 3.164,9
Netzleistungen im Inland 200,6 197,9
Netzleistungen im Ausland 49,1 70,6
davon in EU-Staaten 27,2 46,5
davon in anderen Staaten 21,9 24,1
Netzerlöse 249,7 268,5
Sonstige Erlöse 109,9 49,7
Summe der Umsatzerlöse 3.307,9 3.483,1
davon im Inland 1.540,5 1.658,0
davon im Ausland 1.767,4 1.825,1
Geografische Segmentberichterstattung: langfristiges Vermögen in Mio. €
2010 2009
Immaterielles und Sachanlagevermögen 6.582,3 6.187,2
davon in Österreich 5.176,1 4.738,0
davon in Deutschland 1.348,6 1.381,9
davon in restlichen EU-Staaten 57,6 53,9
davon in anderen Staaten 0,0 13,4
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 2.261,9 2.174,3
davon in Österreich und Deutschland 625,3 602,9
davon in der Türkei 793,1 685,3
davon in Italien 708,0 664,7
davon in Frankreich 114,2 221,4
davon in anderen Staaten1 21,4 0,0

Hierunter fällt die Beteiligung an der albanischen Projektgesellschaft Energji Ashta Shpk.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Stromerlöse

Stromerlöse nach Kundenbereichen in Mio. €

2010
Inland
2009
Inland
2010
Ausland
2009
Ausland
Stromlieferungen an Endkunden 505,2 527,1 243,9 201,1
Stromlieferungen an Weiterverteiler 718,1 838,9 431,7 467,0
Stromlieferungen an Händler 48,9 44,4 1.000,5 1.086,4
Stromerlöse 1.272,1 1.410,4 1.676,1 1.754,5

(2) Sonstige Erlöse

in Mio. €
2010 2009
Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer Wasserkraftwerkskonzession1 42,2 0,0
Umsatzerlöse für Consulting- und Projektierungsleistungen sowie für sonstige Leistungsverrechnungen 21,0 14,3
Umsatzerlöse aus Fernwärmelieferungen 14,3 15,3
Personalbeistellung 12,8 9,1
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten 7,9 1,8
Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 5,2 5,1
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Abfallprodukten 2,5 1,5
Übrige 4,0 2,6
Sonstige Erlöse 109,9 49,7

Diese Umsatzerlöse entstanden aus Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Im Vorjahr wurden die Errichtungsleistungen in Höhe von 28,2 Mio. € in den Stromerlösen erfasst. Die korrespondierenden Errichtungsaufwendungen waren und sind im Wesentlichen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die Erfassung von Erlösen und Aufwendungen im Konzernabschluss von VERBUND endete durch die Entkonsolidierung der Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. €
2010 2009
Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen 21,3 16,8
Erlöse aus diversen Lieferungen und Leistungen 7,5 6,8
Miet- und Pachterlöse 1,9 1,3
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerten
1,4 2,3
Zeitanteilige Auflösung von Baukostenbeiträgen1 0,8 16,8
Erträge aus Forderungszuschreibungen 0,4 3,0
Übrige jeweils < 1,0 Mio. € 4,4 5,7
Sonstige betriebliche Erträge 37,8 52,7

Infolge der Erstanwendung von IFRIC 18 wurden die Auflösungsbeträge aus dem Passivposten für erhaltene Baukostenbeiträge mehrheitlich in den Umsatzerlösen erfasst (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

(4) Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel)

in Mio. €
2010 2009
Aufwendungen für Strombezug 1.469,3 1.479,5
Aufwendungen für Netzbezug (Systemnutzung) 136,1 127,3
Aufwendungen für Gasbezug1 – 2,4 – 0,3
Aufwendungen für Emissionszertifikatebezug (Handel) 8,3 1,8
Strom, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) 1.611,3 1.608,3

Die negativen Gasbezugsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Bewertung freistehender Derivate im Energiebereich. Diese stehen in Zusammenhang mit dem Gasbezug für das in Bau befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach.

(5) Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen

in Mio. €
2010 2009
Brennstoffeinsatz 100,7 113,9
Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate1 11,0 – 1,3
Sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 6,6 6,3
Brennstoffeinsatz und sonstige einsatzabhängige Aufwendungen 118,3 118,9

Die negativen Aufwendungen aus entgeltlich erworbenen Emissionszertifikaten in der Berichtsperiode 2009 resultierten aus der Auflösung einer Rückstellung, die in der Berichtsperiode 2008 für eine erwartete Unterdeckung an Emissionszertifikaten gebildet worden ist (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

(6) Personalaufwand

in Mio. €
2010 2009
218,1 206,4
45,3
3,7 3,4
270,7 255,1
32,2 34,9
5,5 14,0
308,4 304,0
48,9

Die Pensionskassenbeiträge an die beitragsorientierte Veranlagungs- und Risikogemeinschaft betrugen in der Berichtsperiode 2010 insgesamt 7,3 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €). Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten insgesamt 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) an Beiträgen an eine Mitarbeitervorsorgekasse.

(7) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

in Mio. €
2010 2009
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 4,3 3,9
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 225,6 204,2
Wertminderungen 0,7 1,2
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 230,7 209,2

(8) Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio. €
2010 2009
49,2 79,3
42,2 28,0
28,2 22,6
15,7 14,3
15,5 18,7
12,2 11,0
11,1 11,5
10,2 9,5
9,9 9,3
7,9 7,1
7,4 3,6
7,0 1,0
4,7 4,2
4,3 3,7
4,1 3,9
3,6 4,0
3,4 3,9
2,7 2,7
1,4 1,0
0,7 4,4
7,2 9,4
248,6 253,1

Diese Leistungen durch Dritte stehen in Zusammenhang mit der gemäß IFRIC 12 bilanzierten albanischen Wasserkraftwerkskonzession in Albanien. Diesen sonstigen betrieblichen Aufwendungen stehen Umsatzerlöse aus Errichtungsleistungen gegenüber (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Die Erfassung von Erlösen und Aufwendungen im Konzernabschluss von VERBUND endete durch die Entkonsolidierung der Energji Ashta Shpk mit Wirkung vom 27.8.2010.

(9) Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

in Mio. €
2010 2009
Erträge aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 78,2 51,9
Wertminderungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen1 – 56,2 0,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 22,1 51,9

Die Wertminderungen in der Berichtsperiode 2010 betrafen die POWEO S.A. (Group) und waren in erster Linie auf die schwierige Situation am französischen Endkundenmarkt zurückzuführen (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Gewinn- und Verlustrechnungsdaten für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. Sämtliche nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen werden mit ihrem anteiligen IFRSs-Ergebnis aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der Muttergesellschaft liegt (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung). Die Gewinn- und Verlustrechnungsdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich demnach auf den Zeitraum 1.10.2009 bis 30.9.2010; sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Die Unterschiede zwischen dem anteiligen Periodenergebnis und dem Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind vor allem auf die Fortschreibung von Zeitwertanpassungen, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, Wertminderungen von Beteiligungen, Anpassungen an die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VER-BUND und Anpassungen aus der Berücksichtigung von Ereignissen und Geschäftsfällen zwischen dem Bilanzstichtag des letzten (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschlusses des Beteiligungsunternehmens und dem Bilanzstichtag von VERBUND zurückzuführen.

Gemeinschaftsunternehmen 2010 in Mio. €

Österreich und
Deutschland
Türkei Sonstige
Umsatzerlöse 217,2 1.491,4 1,7
Periodenergebnis – 100% 5,7 58,2 0,2
Periodenergebnis – Anteil von VERBUND 2,8 29,1 0,1
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 0,0 7,1 0,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 2,8 36,2 0,3

Gemeinschaftsunternehmen 2009 in Mio. €

Österreich und
Deutschland
Türkei Sonstige
Umsatzerlöse 218,3 874,9
Periodenergebnis – 100% 5,3 7,5
Periodenergebnis – Anteil von VERBUND 2,6 3,7
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 3,3 – 11,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen 5,9 – 7,3

Assoziierte Unternehmen 2010 in Mio. €

Österreich Italien Frankreich
Umsatzerlöse 2.761,2 2.539,3 691,6
Periodenergebnis – 100% 117,4 117,5 – 81,8
Periodenergebnis – Anteil von VERBUND 39,5 46,3 – 36,8
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode1 6,0 – 3,3 – 68,8
Ergebnis aus nach der Equity-Methode assoziierten Unternehmen 45,5 43,0 – 105,7

In den Unterschieden aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode ist bei den französischen Beteiligungsunternehmen eine Wertminderung der POWEO S.A. (Group) in Höhe von 56,2 Mio. € enthalten (siehe: Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen).

Assoziierte Unternehmen 2009 in Mio. €
Österreich Italien Frankreich
Umsatzerlöse 2.257,0 2.390,1 586,0
Periodenergebnis – 100% 154,0 61,7 – 64,4
Periodenergebnis – Anteil von VERBUND 53,9 20,9 – 25,4
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 27,2 – 7,2 – 16,1
Ergebnis aus nach der Equity-Methode assoziierten Unternehmen 81,2 13,6 – 41,5

In der Berichtsperiode 2009 wurde auf die derzeitige Bilanzierungsmethode (Erfassung der anteiligen IFRSs-Ergebnisse aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag des Mutterunternehmens liegt) umgestellt. Daraus resultierte in der Berichtsperiode 2009 ein einmaliger positiver Ergebniseffekt in Höhe von 29,0 Mio. €.

(10) Beteiligungsergebnis – sonstige

in Mio. €
2010 2009
Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen bzw. Beteiligungen 6,4 0,8
Beteiligungserträge aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen 4,8 5,2
Erträge aus Beteiligungen an sonstigen Unternehmen 4,5 3,9
Aufwendungen aus sonstigen Beteiligungen 0,0 – 0,4
Verluste aus der Entkonsolidierung von vollkonsolidierten Tochterunternehmen – 0,2 0,0
Beteiligungsergebnis – sonstige 15,5 9,5

(11) Zinsertrag

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2,5 2,7
Zinsen aus Geldmarktgeschäften 1,6 2,9
Zinsen aus bilanziell geschlossenen Positionen bzw. Cross-Border-Leasing-Transaktionen 26,7 43,9
2010 2009
in Mio. €

(12) Zinsaufwand

in Mio. €
2010 2009
Zinsen für Anleihen 107,3 69,8
Zinsen für Bankkredite 53,4 54,9
Zinsen für sonstige Verbindlichkeiten 45,1 14,8
Zinsen für Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen bzw.
Cross-Border-Leasing 29,3 46,3
Zinsen für sonstige langfristige Rückstellungen 7,7 15,3
Kommanditisten zurechenbare Ergebnisanteile 7,6 8,9
Gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten – 17,0 – 6,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11,8 12,8
Zinsaufwand 245,2 216,7

(13) Übriges Finanzergebnis

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Ausschüttung von Investmentfonds, Erträge aus Wertpapierveranlagungen, Ergebnisse aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen sowie ergebniswirksame Bewertungsergebnisse. Die Veranlagungen in Investmentfonds wurden ursprünglich insbesondere zur Deckung der Pensionsrückstellungen durchgeführt; mittlerweile enthalten sie aber auch Veranlagungen zur Bildung von Liquiditätsreserven. Im übrigen Finanzergebnis werden ferner Erträge aus Ausleihungen sowie Fremdwährungskursgewinne und -verluste erfasst.

Übriges Finanzergebnis in Mio. €

2010 2009
Rückstellungsauflösung (+) bzw. -dotierung (–) für Zinsdifferenzen aus Finanzanlagen
in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen 15,1 – 13,3
Erträge aus Finanzinstrumenten 13,7 31,4
Erträge aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 8,3 10,1
Fremdwährungskursgewinne 0,4 27,0
Wertminderungen von Finanzinstrumenten – 0,3 – 27,8
Fremdwährungskursverluste – 22,2 – 1,5
Ergebnis aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen – 33,8 19,6
Sonstiger Aufwand aus Finanzinstrumenten 0,0 – 0,3
Übriges Finanzergebnis – 18,9 45,2

Die Rückstellungsdotierung in der Berichtsperiode 2009 stand in Zusammenhang mit einer zum 31.12.2009 noch aufrechten Cross-Border-Leasing-Transaktion, bei der in der Berichtsperiode 2009 die Veranlagung bei einem Finanzinstitut durch US-Treasuries ersetzt worden ist.

Der Nettoergebniseffekt auf das übrige Finanzergebnis aus der vorzeitigen (vollständigen bzw. partiellen) Beendigung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen betrug in der Berichtsperiode 2010 insgesamt –18,8 Mio. € (Vorjahr: 19,6 Mio. €). Dieser Nettoergebniseffekt schloss die Auflösung einer Rückstellung für Zinsdifferenzen aus Finanzanlagen aufgrund der vorzeitigen Beendigung der Cross-Border-Leasing-Transaktion, für die sie gebildet worden ist, sowie die anteiligen Auflösungsbeträge der Abgrenzungen aus Cross-Border-Leasing mit ein. In der Berichtsperiode 2010 waren in diesem Nettoergebniseffekt auch Fremdwährungsverluste enthalten.

Die Wertänderungen der mit bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehenden derivativen Finanzinstrumente und der zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewerteten Verbindlichkeiten werden grundsätzlich ebenfalls im übrigen Finanzergebnis erfasst. Die Ergebniseffekte dieser beiden Posten gleichen sich allerdings im Wesentlichen aus und wurden daher in die obige Tabelle nicht miteinbezogen.

(14) Ertragsteuern

in Mio. €
2010 2009
Aufwand für laufende Ertragsteuern (davon aperiodischer Ertrag 1,1 Mio. €, Vorjahr: Ertrag 0,8 Mio. €) 120,9 219,1
Veränderung latenter Ertragsteuern 27,5 9,8
Ertragsteuern 148,4 228,9

Die Ertragsteuern der Berichtsperiode 2010 in Höhe von 148,4 Mio. € sind um 9,8 Mio. € geringer als der rechnerische Steueraufwand in Höhe von 158,2 Mio. €, der sich durch Multiplikation des Ergebnisses vor Ertragsteuern in Höhe von 632,8 Mio. € mit dem auf die VERBUND AG anzuwendenden Ertragsteuersatz in Höhe von 25% ergeben würde. Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Steueraufwand von VERBUND sind wie folgt:

Steuerüberleitungsrechnung in Mio. €
2010 2009
Rechnerischer Ertragsteueraufwand 158,2 245,4
Unterschiedliche ausländische Steuersätze 0,7 0,2
Steuerminderungen aufgrund von steuerfreien Beteiligungserträgen – 7,9 – 16,2
Steuerminderungen aufgrund einer Firmenwertabschreibung gem. § 9 Abs. 7 KStG – 0,5 – 0,5
Steuerminderungen aufgrund von sonstigen Posten – 0,5 – 0,5
Steuerminderungen aufgrund von steuerfreien Prämien – 0,1 – 0,2
Steuermehrungen aufgrund von sonstigen Posten 0,7 1,8
Ertragsteueraufwand der Periode 150,7 230,0
Aperiodischer Ertragsteueraufwand bzw. -ertrag (laufend und latent) – 2,3 – 1,1
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 148,4 228,9
Effektivsteuersatz 23,5 % 23,3%

(15) Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie von VERBUND wird ermittelt, indem das den Aktionären der VERBUND AG zuzurechnende Periodenergebnis (Konzernergebnis) durch den gewichteten Durchschnitt der in der Berichtsperiode 2010 in Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird.

Ermittlung des Ergebnisses je Aktie in Mio. €
------------------------------------- -----------
2010 2009
Periodenergebnis 484,4 752,8
Abzüglich den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis 83,5 108,5
Konzernergebnis 400,8 644,4
Gewichteter Durchschnitt der in Umlauf befindlichen Aktienstückzahl1 312.067.848 308.200.000
Ergebnis je Aktie 1,28 2,09

Die durchschnittliche in Umlauf befindliche Aktienstückzahl wurde taggenau ermittelt. Die gegenüber dem Vorjahr veränderte durchschnittliche Aktienstückzahl resultiert aus einer mit Wirkung vom 26.11.2010 (erster Handelstag der neuen Aktien) durchgeführten Kapitalerhöhung der VERBUND AG.

Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bzw. andere Sachverhalte, die zu Verwässerungseffekten führen könnten, bestanden nicht; unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie entsprechen daher einander.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Bestandteile des sonstigen Ergebnisses: Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstiges Ergebnis – Umgliederungen
in Mio. €
2010 2010 2009 2009
Aus Währungsdifferenzen1 23,9 – 7,0
Aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten
Bewertungsergebnis im Eigenkapital 3,1 12,6
Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung – 4,2 – 1,2 21,9 34,5
Aus Cashflow Hedges
Bewertungsergebnis im Eigenkapital – 81,3 236,0
Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung – 45,1 – 357,8
Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten 0,0 – 126,4 9,3 – 112,5
Aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
Bewertungsergebnis im Eigenkapital – 57,5 – 24,9
Umgliederungsbetrag in die Gewinn- und Verlustrechnung 20,0 – 3,5
Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten 5,3 – 32,3 – 28,4
Sonstiges Ergebnis – 135,9 – 113,4

In der Berichtsperiode 2010 wurden keine Tochterunternehmen oder nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, veräußert. Aus diesem Posten resultieren daher keine Umgliederungsbeträge in die Gewinn- und Verlustrechnung.

Bestandteile des sonstigen Ergebnisses: Ertragsteuern

Sonstiges Ergebnis – Steuern
in Mio. €
2010
Vor
Steuern
2010
Steuern
2010
Nach
Steuern
2009
Vor
Steuern
2009
Steuern
2009
Nach
Steuern
Aus Währungsdifferenzen 23,9 0,0 23,9 – 7,0 0,0 – 7,0
Aus zur Veräußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten
– 1,2 0,3 – 0,9 34,5 – 8,6 25,9
Aus Cashflow Hedges – 126,4 31,7 – 94,8 – 112,5 28,1 – 84,4
Aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Beteiligungen
– 32,3 4,4 – 27,9 – 28,4 5,8 – 22,6
Sonstiges Ergebnis – 135,9 36,3 – 99,6 – 113,4 25,3 – 88,1

Erläuterungen zur Bilanz

(16) Immaterielle Vermögenswerte

Als immaterielle Vermögenswerte werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Strombezugsrechte, Wasserrechte, Software, Nutzungsrechte für Fremdanlagen sowie daraus abgeleitete Lizenzen und Firmenwerte ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte in Mio. €
Konzessionen,
Rechte, Lizenzen
Firmenwerte Summe
2010
Anschaffungskosten Stand 1.1. 71,0 605,7 676,7
Zugänge 30,1 0,0 30,1
Abgänge – 38,4 0,0 – 38,4
Anschaffungskosten Stand 31.12. 62,7 605,7 668,4
Kumulierte Abschreibungen Stand 1.1. 43,4 0,0 43,4
Abschreibungen 4,3 4,3
Wertminderungen 0,1 0,0 0,1
Abgänge – 3,0 0,0 – 3,0
Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12. 44,8 0,0 44,8
Nettobuchwert Stand 31.12. 17,9 605,7 623,6
Nettobuchwert Stand 1.1. 27,6 605,7 633,3
Immaterielle Vermögenswerte
in Mio. €
Konzessionen,
Rechte, Lizenzen
Firmenwerte Summe
2009
Anschaffungskosten Stand 1.1. 52,7 0,0 52,7
Änderung Konsolidierungskreis 0,7 0,0 0,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 605,7 605,7
Zugänge 18,6 0,0 18,6
Abgänge – 1,1 0,0 – 1,1
Anschaffungskosten Stand 31.12. 71,0 605,7 676,7
Kumulierte Abschreibungen Stand 1.1. 40,2 0,0 40,2
Änderung Konsolidierungskreis 0,4 0,0 0,4
Abschreibungen 3,9 3,9
Abgänge – 1,1 0,0 – 1,1
Kumulierte Abschreibungen Stand 31.12. 43,4 0,0 43,4
Nettobuchwert Stand 31.12. 27,6 605,7 633,3
Nettobuchwert Stand 1.1. 12,5 0,0 12,5

(17) Sachanlagen

Als Sachanlagen werden Immobilien, maschinelle und elektrische Anlagen, Leitungen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, Anlagen im Bau und Projekte sowie geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen ausgewiesen.

Sachanlagen in Mio. €
Grundstücke
und Bauten
Maschinelle
Anlagen
Elektrische
Anlagen
Leitungen Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen,
Anlagen in
Bau und
Projekte
Summe
2010
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Stand 1.1. 5.408,7 2.501,5 2.167,8 1.097,1 139,8 639,8 11.954,7
Zugänge 32,0 19,3 41,3 15,8 9,8 517,5 635,7
Abgänge – 4,7 – 3,9 – 12,1 – 1,5 – 4,7 0,0 – 26,8
Umbuchungen 22,5 30,8 40,1 12,8 0,6 – 106,9 0,0
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Stand 31.12.
5.458,5 2.547,7 2.237,1 1.124,2 145,6 1.050,4 12.563,4
Kumulierte
Abschreibungen
Stand 1.1.
2.673,5 1.527,3 1.606,4 497,7 90,8 5,2 6.400,9
Abschreibungen 68,5 54,0 70,0 23,7 9,5 0,0 225,6
Wertminderungen 0,0 0,1 0,6 0,0 0,0 0,0 0,7
Abgänge – 3,5 – 3,9 – 10,8 – 0,1 – 4,2 0,0 – 22,4
Umbuchungen 0,0 0,0 0,5 0,0 0,0 – 0,5 0,0
Kumulierte
Abschreibungen
Stand 31.12.
2.738,5 1.577,5 1.666,7 521,3 96,1 4,7 6.604,7
Nettobuchwert
Stand 31.12.
2.720,1 970,2 570,4 602,9 49,5 1.045,7 5.958,7
Nettobuchwert
Stand 1.1.
2.735,2 974,2 561,4 599,4 49,0 634,6 5.553,8
Sachanlagen in Mio. €
Grundstücke
und Bauten
Maschinelle
Anlagen
Elektrische
Anlagen
Leitungen Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen,
Anlagen in
Bau und
Projekte
Summe
2009
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Stand 1.1.
5.262,1 1.744,1 1.980,7 949,0 112,9 596,4 10.645,1
Änderung
Konsolidierungskreis
6,9 0,1 0,0 0,0 4,8 0,0 11,8
Zugänge aus Unter
nehmenserwerben
54,6 729,3 69,9 0,4 12,8 15,0 882,0
Zugänge 31,1 28,2 57,6 33,3 13,3 325,7 489,2
Abgänge – 29,7 – 12,2 – 26,4 0,0 – 5,0 0,0 – 73,3
Umbuchungen 83,7 12,0 86,0 114,5 1,0 – 297,3 0,0
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Stand 31.12.
5.408,7 2.501,5 2.167,8 1.097,1 139,8 639,8 11.954,7
Kumulierte
Abschreibungen
Stand 1.1.
2.623,0 1.499,4 1.564,7 474,6 83,3 10,1 6.255,1
Änderung
Konsolidierungskreis
6,7 0,1 0,0 0,0 4,1 0,0 10,9
Abschreibungen 67,7 39,1 66,1 23,2 8,1 0,0 204,2
Wertminderungen 0,0 0,5 0,2 0,0 0,0 0,5 1,2
Abgänge – 28,9 – 11,7 – 25,2 0,0 – 4,7 0,0 – 70,5
Umbuchungen 4,9 0,0 0,5 0,0 0,0 – 5,4 0,0
Kumulierte
Abschreibungen
Stand 31.12. 2.673,5 1.527,3 1.606,4 497,7 90,8 5,2 6.400,9
Nettobuchwert
Stand 31.12.
2.735,2 974,2 561,4 599,4 49,0 634,6 5.553,8
Nettobuchwert
Stand 1.1.
2.639,1 244,7 416,0 474,4 29,6 586,3 4.390,0

Die Zugänge der Berichtsperiode 2010 stellen sich im Detail wie folgt dar:

in Mio. €
2010 2009
Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk Mellach 249,0 104,3
Kraftwerk Kaprun Limberg II 74,7 84,4
380-kV-Leitung Tauern – Pongau – Salzach – St. Peter 52,0 29,7
Kraftwerk Pernegg (Revitalisierung) 24,3 2,0
Kraftwerk Reißeck II 21,0 0,0
Kraftwerk Gössendorf 20,0 3,0
Automatisierung von Wasserkraftwerken 11,4 12,1
380-kV-Leitung Wien-Südost – Györ (2. System) 10,7 5,2
380-kV-Leitung Kainachtal – Südburgenland 7,4 39,9
Kraftwerk Hieflau (Erweiterung) 5,2 20,4
Windkraftwerke in Bulgarien 4,0 17,2
Sonstige Zugänge jeweils < 10,0 Mio. € 156,0 171,0
Zugänge zu den Sachanlagen 635,7 489,2

In der Berichtsperiode 2002 wurde auf Basis eines Finanzierungsleasingverhältnisses das Kraftwerk Triebenbach übernommen. Dieses ist zum 31.12.2010 mit einem Restbuchwert von 15,9 Mio. € (Vorjahr: 16,9 Mio. €) im Sachanlagevermögen enthalten.

(18) Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

In den Monaten April und September wurden Kapitalerhöhungen an der türkischen Enerjisa Dogalgaz Toptan Satis A.S. durchgeführt. Der Anteil von VERBUND an diesen Kapitalerhöhungen betrug insgesamt 0,7 Mio. €. Die Beteiligungsquote von VERBUND an der gemeinschaftlich mit der Sabanci Holding A.S. geführten Enerjisa Dogalgaz Toptan Satis A.S. beträgt 50%.

In den Monaten Juni, Oktober und Dezember wurden Kapitalerhöhungen an der türkischen Enerjisa Enerji Üretim A.S. durchgeführt. Der Anteil von VERBUND an diesen Kapitalerhöhungen betrug insgesamt 71,0 Mio. €. Die Beteiligungsquote von VERBUND an der gemeinschaftlich mit der Sabanci Holding A.S. geführten Enerjisa Enerji Üretim A.S. beträgt 50%.

Die Entkonsolidierung der Energji Ashta Shpk führte im August zum Zugang einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung in Höhe von 5,1 Mio. €. Im Oktober wurde eine Kapitalerhöhung bei der albanischen Projektgesellschaft durchgeführt. Der Anteil von VERBUND an dieser Kapitalerhöhung betrug 16,0 Mio. €. Die (durchgerechnete) Beteiligungsquote von VERBUND an der gemeinschaftlich mit der EVN AG geführten Energji Ashta Shpk – die VERBUND Hydro Power AG hält 50% an der albanischen Projektgesellschaft (siehe: Konzernunternehmen) – beträgt 40,17%.

In den Monaten Februar und Juli wurden Anteile an der italienischen Sorgenia S.p.A. (Group) um insgesamt 2,9 Mio. € erworben. Die Anteilserwerbe resultierten aus der Andienung von Aktien, die im Rahmen eines aktienbasierten Vergütungsprogramms an Mitglieder des Managements der Sorgenia S.p.A. (Group) ausgegeben worden sind (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken). Die Beteiligungsquote von VERBUND an der Sorgenia S.p.A. (Group) blieb mit 44,8% unverändert.

Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen in Mio. €
2010 2009
Fortgeschriebene Anschaffungskosten Stand 1.1. 2.224,3 1.582,2
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 26,1
Zugänge aus Anteilserwerben und
aus Anteilserhöhungen
95,9 626,6
Zugänge aus Ergebnis 183,8 101,2
Abgänge aus Ergebnis – 109,3 – 79,1
Abgänge – 0,5 – 0,3
Dividendenzahlungen – 26,0 – 32,3
Fortgeschriebene Anschaffungskosten Stand 31.12. 2.368,1 2.224,3
Kumulierte Wertanpassungen Stand 1.1. 50,0 50,0
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 0,0
Wertminderungen 56,2 0,0
Abgänge 0,0 0,0
Kumulierte Wertanpassungen Stand 31.12. 106,2 50,0
Nettobuchwert Stand 31.12. 2.261,9 2.174,3
Nettobuchwert Stand 1.1. 2.174,3 1.532,2

Die folgenden Tabellen zeigen eine Zusammenfassung aggregierter Bilanzdaten für die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. Die Bilanzdaten der Beteiligungsunternehmen beziehen sich grundsätzlich auf den 30.9.2010 (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung); sie beruhen auf offengelegten Abschlüssen bzw. auf von VERBUND nach bestem Wissen fortentwickelten Datengrundlagen.

Die Unterschiede zwischen dem anteiligen Eigenkapital und dem Beteiligungsansatz sind vor allem auf fortgeführte Zeitwertanpassungen aus stillen Reserven und Lasten, die anlässlich von Anteilserwerben aufgedeckt worden sind, Firmenwerte, kumulierte Wertminderungen von Beteiligungen, Anpassungen an die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von VERBUND und Anpassungen aus der Berücksichtigung von Ereignissen und Geschäftsfällen zwischen dem Bilanzstichtag des letzten (konsolidierten) Zwischen- oder Jahresabschlusses des Beteiligungsunternehmens und dem Bilanzstichtag von VERBUND zurückzuführen.

Gemeinschaftsunternehmen 2010 in Mio. €
Österreich und
Deutschland
Türkei Sonstige
Vermögenswerte 560,6 3.122,1 80,5
Schulden 322,8 1.689,0 69,7
Eigenkapital – 100% 237,7 1.433,2 10,7
Eigenkapital – Anteil von VERBUND 116,5 716,6 5,4
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 8,8 76,5 16,0
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen
Stand 31.12.2010 125,3 793,1 21,4

Gemeinschaftsunternehmen 2009 in Mio. €

Österreich und
Deutschland
Türkei Sonstige
Vermögenswerte 539,1 2.753,4
Schulden 298,8 1.456,3
Eigenkapital – 100% 240,3 1.297,2
Eigenkapital – Anteil von VERBUND 117,7 648,6
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 8,8 36,7
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen
Stand 31.12.2009
126,5 685,3
Assoziierte Unternehmen 2010 in Mio. €
Österreich Italien Frankreich
Vermögenswerte 3.324,5 4.114,6 998,1
Schulden 2.204,5 3.019,7 782,0
Eigenkapital – 100% 1.120,0 1.094,8 216,1
Eigenkapital – Anteil von VERBUND 392,7 451,3 145,7
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 107,3 256,7 – 31,6
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen
Stand 31.12.2010
500,0 708,0 114,2
Assoziierte Unternehmen 2009 in Mio. €
Österreich Italien Frankreich
Vermögenswerte 2.617,0 2.932,3 1.005,4
Schulden 1.542,1 1.959,4 712,3
Eigenkapital – 100% 1.074,8 972,9 293,1
Eigenkapital – Anteil von VERBUND 375,2 406,4 184,0
Unterschiede aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode 101,2 258,4 37,4
Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen
Stand 31.12.2009
476,4 664,7 221,4

(19) Sonstige Beteiligungen

in Mio. €
Anteile an
nicht konsolidierten
Tochter
unternehmen
Sonstige
Beteiligungen
Geleistete
Anzahlungen
auf Beteiligungen
Summe
2010
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten
Stand 1.1.
2,7 138,4 0,0 141,1
Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen 0,1 0,3 0,0 0,4
Abgänge – 0,1 – 0,5 0,0 – 0,6
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten
Stand 31.12.
2,7 138,2 0,0 140,9
Kumulierte Wertanpassungen
Stand 1.1.
0,0 2,5 0,0 2,5
Wertminderungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Abgänge 0,0 – 0,5 0,0 – 0,5
Kumulierte Wertanpassungen
Stand 31.12.
0,0 2,0 0,0 2,0
Nettobuchwert
Stand 31.12.
2,7 136,2 0,0 138,9
Nettobuchwert
Stand 1.1.
2,7 135,9 0,0 138,6
in Mio. €
Anteile an
nicht konsolidierten
Tochter
unternehmen
Sonstige
Beteiligungen
Geleistete
Anzahlungen
auf Beteiligungen
Summe
2009
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten
Stand 1.1.
12,5 152,6 36,7 201,8
Änderung Konsolidierungskreis – 6,0 – 12,5 – 36,7 – 55,2
Zugänge aus Anteilserwerben und -erhöhungen 0,0 2,2 0,0 2,2
Abgänge – 3,9 – 3,9 0,0 – 7,8
(Fortgeschriebene) Anschaffungskosten
Stand 31.12.
2,7 138,4 0,0 141,1
Kumulierte Wertanpassungen
Stand 1.1.
2,3 10,8 0,0 13,1
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 – 4,9 0,0 – 4,9
Wertminderungen 0,0 0,5 0,0 0,5
Abgänge – 2,3 – 3,9 0,0 – 6,2
Kumulierte Wertanpassungen
Stand 31.12.
0,0 2,5 0,0 2,5
Nettobuchwert
Stand 31.12.
2,7 135,9 0,0 138,6
Nettobuchwert
Stand 1.1.
10,2 141,8 36,7 188,7

Die Zugänge bei den sonstigen Beteiligungen in Höhe von 0,3 Mio. € betreffen im Wesentlichen die CASC Capacity Allocation Service Company CWE S.A. Die Beteiligungsabgänge bei den sonstigen Beteiligungen betreffen insbesondere die Plinsko Parna Elektrarna, d.o.o. (Anschaffungskosten: 0,5 Mio. €; kumulierte Wertanpassungen: 0,5 Mio. €). Die Beteilungsabgänge bei den Anteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen betreffen die APT Austrian Power Trading Polska Sp.z o.o. (Anschaffungskosten: 0,1 Mio. €; kumulierte Wertanpassungen: 0,0 Mio. €).

(20) Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen

in Mio. €
2010 2009
Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing 0,0 88,0
Finanzanlagen – bilanziell geschlossene Positionen 253,5 234,0
Zwischensumme 253,5 322,0
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen 79,3 64,6
Sonstige Finanzanlagen und sonstige Forderungen 406,3 477,5
Summe 739,1 864,1
Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
Cross-Border
Leasing
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen
Sonstige
Ausleihungen
aus Cross
Border-Leasing
Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen
Summe
2010
Fortgeschriebene Anschaffungskosten
Stand 1.1.
42,6 46,3 45,5 190,7 325,1
Fremdwährungsbewertung 0,0 3,3 0,0 15,6 18,9
Zugänge 0,0 1,1 0,0 0,0 1,1
Kapitalisierte Zinsen 0,4 0,0 1,4 7,0 8,8
Abgänge – 43,0 0,0 – 46,9 – 10,5 – 100,4
Fortgeschriebene Anschaffungskosten
Stand 31.12. 0,0 50,7 0,0 202,8 253,5
davon langfristiges Vermögen 0,0 50,7 0,0 202,8 253,5
davon kurzfristiges Vermögen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Finanzanlagen – Cross-Border-Leasing bzw. bilanziell geschlossene Positionen
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
Cross-Border
Leasing
Wertpapiere
(Wertrechte) aus
bilanziell
geschlossenen
Positionen
Sonstige
Ausleihungen
aus Cross
Border-Leasing
Sonstige
Ausleihungen
aus bilanziell
geschlossenen
Positionen
Summe
2009
Fortgeschriebene Anschaffungskosten
Stand 1.1.
47,1 0,0 543,4 0,0 590,5
Fremdwährungsbewertung – 0,3 0,0 – 11,1 0,0 – 11,4
Zugänge 41,8 0,0 3,7 0,0 45,5
Kapitalisierte Zinsen 0,3 0,0 26,3 0,0 26,6
Umbuchung – 46,3 46,3 – 190,7 190,7 0,0
Abgänge 0,0 0,0 – 326,1 0,0 – 326,1
Fortgeschriebene Anschaffungskosten
Stand 31.12. 42,6 46,3 45,5 190,7 325,1
davon langfristiges Vermögen 42,4 46,3 45,5 187,8 322,0
davon kurzfristiges Vermögen 0,2 0,0 0,0 2,9 3,1

Das kurzfristige Vermögen in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktionen bzw. bilanziell geschlossenen Positionen in der Berichtsperiode 2009 ist in den sonstigen kurzfristigen Forderungen enthalten.

Die Wertpapiere bestanden zum 31.12.2010 aus Medium Term Notes mit einem Nominale in Höhe von 65,8 Mio. \$ (Vorjahr: 64,8 Mio. \$) bzw. 50,7 Mio. € (Vorjahr: 46,3 Mio. €). Die im Vorjahr noch vorhandenen US-Treasury Strips in Höhe von 61,3 Mio. \$ bzw. 42,5 Mio. € wurden im Zuge der vorzeitigen Beendigung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen veräußert.

Wertpapiere sind in Höhe von 50,7 Mio. € (Vorjahr: 88,8 Mio. €) verpfändet; Ausleihungen sind in Höhe von 202,8 Mio. € (Vorjahr: 236,2 Mio. €) verpfändet. Sowohl die Wertpapiere als auch die Ausleihungen sind an Banken zur Besicherung von Krediten verpfändet.

Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen
Ausleihungen an
Beteiligungs
unternehmen
Wertpapiere
(Wertrechte)
Sonstige
Ausleihungen
Summe
2010
Anschaffungskosten Stand 1.1. 39,9 267,0 183,2 490,1
Zugänge 25,6 2,3 50,2 78,1
Abgänge 0,0 – 113,8 0,0 – 113,8
Umbuchungen – 35,5 0,0 – 19,1 – 54,6
Anschaffungskosten Stand 31.12. 30,0 155,5 214,3 399,8
Kumulierte Wertanpassungen Stand 1.1. 0,0 55,0 0,0 55,0
Wertminderung in der Gewinn- und Verlustrechnung 0,0 0,0 0,0 0,0
Wertminderungen im sonstigen Ergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0
Werterhöhungen 0,0 – 3,1 0,0 – 3,1
Reclassification Adjustments 0,0 4,2 0,0 4,2
Abgänge 0,0 – 29,5 0,0 – 29,5
Kumulierte Wertanpassungen Stand 31.12. 0,0 26,6 0,0 26,6
Nettobuchwert Stand 31.12. 30,0 128,9 214,3 373,2
Nettobuchwert Stand 1.1. 39,9 212,1 183,2 435,2
Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen
Stand 31.12.
112,4
Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen
Stand 1.1.
106,8
Nettobuchwert gesamt
Stand 31.12.
485,6
Nettobuchwert gesamt
Stand 1.1.
542,0
Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen
Ausleihungen an
Beteiligungs
unternehmen
Wertpapiere
(Wertrechte)
Sonstige
Ausleihungen
Summe
2009
Anschaffungskosten Stand 1.1. 40,6 355,6 157,8 554,0
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 0,3 0,0 0,3
Zugänge 0,0 29,7 26,0 55,8
Abgänge – 0,1 – 118,6 0,0 – 118,7
Umbuchungen – 0,6 0,0 – 0,6 – 1,2
Anschaffungskosten Stand 31.12. 39,9 267,0 183,2 490,2
Kumulierte Wertanpassungen Stand 1.1. 0,0 89,1 0,0 89,1
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 0,1 0,0 0,1
Wertminderung in der Gewinn- und Verlustrechnung 0,0 27,7 0,0 27,7
Wertminderungen im sonstigen Ergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0
Werterhöhungen 0,0 – 15,1 0,0 – 15,1
Reclassification Adjustments 0,0 – 21,9 0,0 – 21,9
Abgänge 0,0 – 24,9 0,0 – 24,9
Kumulierte Wertanpassungen Stand 31.12. 0,0 55,0 0,0 55,0
Nettobuchwert Stand 31.12. 39,9 212,1 183,2 435,2
Nettobuchwert Stand 1.1. 40,6 266,5 157,8 464,9
Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen
Stand 31.12.
106,8
Nettobuchwert der sonstigen langfristigen Forderungen
Stand 1.1.
147,6
Nettobuchwert gesamt
Stand 31.12.
542,0
Nettobuchwert gesamt
Stand 1.1.
612,6

Die Wertpapiere in Höhe von 128,9 Mio. € (Vorjahr: 212,1 Mio. €) bestanden überwiegend aus Anteilen an Investmentfonds sowie aus Staatsanleihen (Österreich und Frankreich) und waren als "zur Veräußerung verfügbar" eingestuft. Von den Wertpapieren waren 59,2 Mio. € (Vorjahr: 100,6 Mio. €) als Sicherheit vor allem in Zusammenhang mit dem Handel an Strombörsen und der Ausgleichsenergiebewirtschaftung verpfändet.

Die sonstigen Ausleihungen von 214,3 Mio. € (Vorjahr: 183,2 Mio. €) standen im Wesentlichen in Zusammenhang mit der Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen) sowie mit einer von VERBUND durchgeführten Zwischenveranlagung in Höhe von 50 Mio. €. Die Ausleihungen gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S reduzierten sich in der Berichtsperiode 2010 um 8,9 Mio. €.

Die in den sonstigen langfristigen Forderungen erfasste Stromkostenvorauszahlung an die Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG in Höhe von 24,1 Mio. € (Vorjahr: 25,9 Mio. €) reduzierte sich in der Berichtsperiode 2010 um 1,8 Mio. €.

Die sonstigen langfristigen Forderungen enthielten in der Berichtsperiode 2009 noch 0,7 Mio. € an Barwert der künftigen Leasingraten für von VERBUND an einen Großkunden in Bestand gegebene Anlagen. Dieses Finanzierungsleasingverhältnis gemäß IAS 17 endete am 30.9.2010; die Tilgung erfolgte plangemäß.

In den sonstigen langfristigen Forderungen sind zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumente, die mit Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen in Zusammenhang stehen, in Höhe von 79,3 Mio. € (Vorjahr: 64,6 Mio. €) enthalten.

(21) Vorräte

in Mio. €
2010 2009
Primärenergieträger 89,4 124,1
Abzüglich Wertberichtigungen – 0,1 – 0,1
Zwischensumme 89,2 124,0
Hilfs- und Betriebsstoffe 3,1 3,1
Vorräte 92,3 127,1

(22) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

in Mio. €
2010
Langfristig
2009
Langfristig
2010
Kurzfristig
2009
Kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,0 0,0 251,4 248,3
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 0,0 0,0 103,0 41,8
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 10,4 7,2
Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 9,0 0,0 42,1 0,6
Forderungen gegenüber nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
0,0 0,0 4,9 1,6
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 103,4 106,8 575,7 428,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen
112,4 106,8 987,5 728,1

In der Berichtsperiode 2009 waren 0,2 Mio. € an Wertpapieren aus Cross-Border-Leasing und 2,9 Mio. € an sonstigen Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen in den sonstigen kurzfristigen Ausleihungen enthalten.

Die sonstigen Forderungen mit einer Frist von mehr als einem Jahr sind in der Bilanz von VERBUND unter den Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen ausgewiesen.

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
in Mio. €
2010
Langfristig
2009
Langfristig
2010
Kurzfristig
2009
Kurzfristig
Geldmarktgeschäfte 0,0 0,0 400,5 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 0,0 0,0 98,7 367,3
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 79,3 64,6 0,1 0,1
Emissionszertifikate 0,0 0,0 36,4 20,0
Stromkostenvorauszahlung ÖBK 24,1 25,9 1,8 0,0
Forderungen aus PPPs (gemäß IFRIC 12) 0,0 15,4 0,0 0,0
Forderungen aus Verrechnungen von Steuern 0,0 0,0 1,9 5,2
Forderungen aus Zinsabgrenzungen 0,0 0,0 2,8 4,3
Sicherstellungen im Stromhandel 0,0 0,0 3,5 3,5
Sonstige Forderungen aus der Personalverrechnung 0,0 0,0 0,4 0,5
Forderungen aus Schleusenbetrieb und -instandhaltung 0,0 0,0 3,7 4,5
Sonstige 0,0 0,7 25,9 23,2
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 103,4 106,6 575,7 428,6

Die wesentlichen Wertberichtigungen bzw. Zahlungsstörungen (Überfälligkeiten) in VERBUND sind wie folgt:

Wertberichtigungen in Mio. €
Forderung
netto
(Buchwert)
wertgemindert davon: zum
Abschluss
stichtag
Wert
berichtigungen
Forderung
brutto
2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 251,4 7,6 5,9 257,3
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 103,0 0,0 0,0 103,0
Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 4,9 0,0 0,0 4,9
Ausleihungen 52,5 0,0 0,0 52,5
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 575,7 0,0 0,0 575,7
Summe 987,5 7,6 5,9 993,4
2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 248,3 26,5 11,6 259,9
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 41,8 0,0 1,4 43,2
Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 1,6 0,0 0,0 1,6
Ausleihungen 7,8 0,0 0,0 7,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 428,6 0,1 0,0 428,6
Summe 728,1 26,6 13,0 741,1
Überfälligkeiten 2010 in Mio. €
Buchwert davon zum
Bilanzstichtag
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber in den
angegebenen Zeitbändern überfällig
weder
wertgemindert
noch überfällig
< 30 Tage 31 bis 120
Tage
121 bis 360
Tage
> 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
251,4 237,6 3,9 1,3
1,0
0,0
Forderungen gegenüber Beteiligungs
unternehmen 103,0 102,0 0,7 0,1
0,3
0,0
Forderungen gegenüber nicht
konsolidierten Tochterunternehmen
4,9 4,9 0,0 0,0
0,0
0,0
Ausleihungen 52,5 52,5 0,0 0,0
0,0
0,0
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte 575,7 527,4 5,4 38,7 0,2 4,0
Summe 987,5 924,4 10,0 40,1 1,5 4,0

Überfälligkeiten 2009 in Mio. €

Buchwert davon zum
Bilanzstichtag
davon zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert, aber in den
angegebenen Zeitbändern überfällig
weder
wertgemindert
noch überfällig
< 30 Tage 31 bis 120
Tage
121 bis 360
Tage
> 360 Tage
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 248,3 208,1 3,7 0,8 8,9 0,3
Forderungen gegenüber Beteiligungs
unternehmen
41,8 40,6 0,8 0,3 0,0 0,1
Forderungen gegenüber nicht
konsolidierten Tochterunternehmen 1,6 1,6 0,0 0,0 0,0 0,0
Ausleihungen 7,8 7,8 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte 428,6 419,3 5,1 2,0 1,7 0,4
Summe 728,1 677,4 9,6 3,1 10,6 0,8

Von den Wertberichtigungen zu Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen betreffen in den Berichtsperiode 2010 und 2009 keine die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen).

(23) Liquide Mittel

in Mio. €
2010 2009
Guthaben bei Kreditinstituten 488,9 125,8
Kassenbestand 0,1 0,2
Liquide Mittel 489,0 126,0

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristigen Finanzveranlagungen, die in den liquiden Mitteln ausgewiesen wurden, betrug zum Zeitpunkt der Veranlagung weniger als drei Monate. Die liquiden Mittel entsprechen dem Fonds der liquiden Mittel in der Geldflussrechnung; sie stellen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Sinne von IAS 7 dar.

(24) Grundkapital

Mit Wirkung vom 26.11.2010 (erster Handelstag der neuen Aktien) führte die VERBUND AG eine Kapitalerhöhung durch. Es wurden 39.215.686 Stück neue Aktien ausgegeben.

Das Grundkapital setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: 170.233.686 (Vorjahr: 151.018.000) Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A) und 177.182.000 (Vorjahr: 157.182.000) Stückaktien (Namensaktien Kategorie B). Die Namensaktien Kategorie B repräsentieren 51,0% des Grundkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Das Grundkapital wurde voll eingezahlt.

(25) Kapitalrücklagen

In den Kapitalrücklagen wurde mit 954,3 Mio. € (Vorjahr: 10,9 Mio. €) jener Teil der Rücklagen ausgewiesen, der nicht aus dem Periodenergebnis früherer Berichtsperioden gebildet worden ist. Die Veränderung der Kapitalrücklagen war auf die in der Berichtsperiode 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen.

(26) Angesammelte Ergebnisse

Die angesammelten Ergebnisse umfassen die thesaurierten Gewinne. Von diesen Ergebnissen kann jener Betrag an die Aktionäre der VERBUND AG ausgeschüttet werden, der in dem gemäß den Bilanzierungsregeln des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellten Jahresabschluss der VERBUND AG als Bilanzgewinn zum 31.12.2010 ausgewiesen ist. Der noch nicht festgestellte Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2010 betrug 191,1 Mio. € (Vorjahr: 385,3 Mio. €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Ausschüttung von 0,55 € pro Aktie (Vorjahr: 1,00 € zuzüglich einer Sonderdividende von 0,25 € pro Aktie) vorzunehmen.

(27) Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung

Die Rücklage für Differenzen aus der Währungsumrechnung enthält im Wesentlichen die Währungsumrechnung der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen mit der türkischen Sabanci Holding A.S.

(28) Nicht beherrschende Anteile

in %
2010 2009
VERBUND Hydro Power AG 19,67 19,67
VERBUND Thermal Power GmbH 40,51 40,51
VERBUND Tourismus GmbH 16,10 16,10
Alpha Wind S.R.L. 49,93 49,93
VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH 3,54 0,26

Die den Kommanditisten zuzurechnenden Kapitalanteile an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in Höhe von 44,35% (Vorjahr: 44,35%) und an der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG in Höhe von 5,1% (Vorjahr: 5,1%) werden gemäß IAS 32 in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst.

(29) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

in Mio. €
2010
Langfristig
2009
Langfristig
2010
Kurzfristig
2009
Kurzfristig
Anleihen 2.214,6 2.190,9 56,8 52,9
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.475,6 1.319,7 128,6 98,8
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen 93,1 124,4 43,0 2,0
Kommanditisten zuzurechnende Kapitalanteile 129,8 125,9 0,0 0,0
Zwischensumme 3.913,1 3.760,9 228,4 153,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
332,5 298,6 0,3 3,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
vorzeitig beendete Cross-Border-Leasing-Transaktionen1
21,9 0,0 0,1 0,0
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen –
Cross-Border-Leasing
0,0 94,1 0,0 0,0
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 4.267,4 4.153,6 228,8 156,7

Unter (30) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 werden die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultieren, aber für die (derzeit) keine bilanzielle Deckung besteht, unter den Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.

Finanzverbindlichkeiten in Mio. €

2010 2009
Stand zum 1.1. 3.914,6 2.194,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 32,4
Nettoveränderung der Geldmarktgeschäfte 46,3 – 116,8
Veränderung der Zinsabgrenzung 7,1 35,3
Planmäßige Tilgungen – 62,0 – 302,5
Aufnahmen 209,7 2.092,4
Veränderung der den Kommanditisten zurechenbaren Kapitalanteile 3,9 – 12,8
Kursgewinne bzw. -verluste 21,9 – 7,5
Stand zum 31.12. 4.141,5 3.914,6
davon langfristige Schulden 3.913,1 3.760,9
davon kurzfristige Schulden 228,4 153,7

Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen in Mio. €

2010 2009
Stand zum 1.1. 301,6
Kursgewinne bzw. -verluste 14,8
Kapitalisierung 24,8
Tilgungen beziehungsweise Abgänge – 23,1
Umbuchungen 0,0 301,6
Marktwertveränderungen 14,7
Stand zum 31.12. 332,8 301,6
davon langfristige Schulden 332,5 298,6
davon kurzfristige Schulden 0,3 3,0
Finanzverbindlichkeiten – Cross-Border-Leasing in Mio. €
2010 2009
Stand zum 1.1. 94,1 728,6
Kursgewinne bzw. -verluste 0,0 – 15,1
Kapitalisierung 4,5 46,3
Tilgungen beziehungsweise Abgänge – 78,0 – 310,0
Umbuchungen zu Finanzverbindlichkeiten aus bilanziell geschlossenen Positionen 0,0 – 301,6
Umbuchungen zu Finanzverbindlichkeiten aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen – 21,9 0,0
Marktwertveränderungen 1,3 – 54,1
Stand zum 31.12. 0,0 94,1
davon langfristige Schulden 0,0 94,1
davon kurzfristige Schulden 0,0 0,0

In den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten war auch der Zeitwert eines derivativen Finanzinstruments in Zusammenhang mit den aufgelösten Cross-Border-Leasing-Transaktion in Höhe von 10,2 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) enthalten. Etwaige Ansprüche, die aus diesem Finanzinstrument entstehen, sind an ein Kreditinstitut verpfändet.

Kommanditisten zurechenbare Anteile in Mio. €

2010 2009
Stand zum 1.1. 125,9 138,7
Anteile am sonstigen Ergebnis 0,1 4,9
Kommanditisten zurechenbare Ergebnisanteile 7,6 8,9
Ausschüttungen – 3,9 – 26,6
Sonstige Veränderungen 0,2 0,0
Stand zum 31.12. 129,8 125,9

Die den Kommanditisten zurechenbaren Anteile beziehen sich auf Kapital- bzw. Ergebnisanteile an der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG und an der VERBUND Kraftwerke Beteiligungsholding GmbH & Co KG.

In der Berichtsperiode 2010 wurden Aufnahmen von neuen langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 200 Mio. € getätigt. Diese Aufnahmen erfolgten zur Gänze von der Europäischen Investitionsbank und sind variabel verzinst.

Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten (exklusive Cross-Border-Leasing-Transaktionen) erfolgten in Höhe von 62,0 Mio. € plangemäß; außerplanmäßige Tilgungen erfolgten nicht. Darüber hinaus kam es zur Prolongation eines Kredits in Höhe von 40,0 Mio. €, der im Rahmen des Refinanzierungsverfahrens der Oesterreichischen Kontrollbank AG für ausländische Beteiligungserwerbe aufgenommen worden ist, bis 2018. Bei den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (Barvorlagen) wurden 0,1 Mio. € getilgt und 46,4 Mio. € am Geldmarkt neu aufgenommen.

Bei den zugrunde liegenden Konditionen der bestehenden Finanzverbindlichkeiten ergaben sich mit Ausnahme der angeführten Prolongation keine Änderungen hinsichtlich der Zinssätze oder der Laufzeiten.

Bei den Finanzverbindlichkeiten aus den vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden Kapitalisierungen in Höhe von insgesamt 29,3 Mio. € (Vorjahr: 46,3 Mio. €) vorgenommen. Tilgungen bzw. Abgänge – diese erfolgten zum Großteil durch vorzeitige Beendigungen – erfolgten insgesamt in Höhe von 101,1 Mio. € (Vorjahr: 310,0 Mio. €).

Die aus dem Finanzierungsleasingverhältnis des Kraftwerks Triebenbach resultierende Leasingverbindlichkeit wird innerhalb eines Jahres mit 1,0 Mio. € und in den darauffolgenden vier Jahren mit 18,8 Mio. € getilgt. Die Summe der nicht abgezinsten Leasingraten beträgt (inklusive der Restwertzahlung) 19,3 Mio. € (Vorjahr: 21,6 Mio. €). Das Leasingverhältnis wird am 30.4.2015 enden.

Zum 31.12.2010 bestehen in VERBUND keine Verbindlichkeiten mit hypothekarischer Sicherstellung.

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2010

Laufzeit bis Emissions
volumen
Aushaftung
zum
31.12.2010
Anleihen
Eurowährung 2020 2.112,7 2.149,9
Fremdwährungen (JPY) 2015 126,1 121,5
Summe Anleihen 2.238,8 2.271,4
davon fix verzinst 2020 2.238,8 2.271,4
davon variabel verzinst
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung 2030 1.667,4 1.604,1
Fremdwährungen
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.667,4 1.604,1
davon fix verzinst 2026 867,7 888,0
davon variabel verzinst 2030 799,7 716,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – vorzeitig beendete
Cross-Border-Leasing-Transaktionen1
Eurowährung
Fremdwährungen (USD) 2027 21,9
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – vorzeitig beendete
Cross-Border-Leasing-Transaktionen
21,9
davon fix verzinst 2027 21,9
davon variabel verzinst
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen
Eurowährung 2021 142,7 136,1
Fremdwährungen
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen 142,7 136,1
davon fix verzinst 2021 118,8 119,3
davon variabel verzinst 2015 23,9 16,8
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene Positionen1
Eurowährung
Fremdwährungen (USD) 2030 332,8
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell geschlossene
Positionen
332,8
davon fix verzinst 2030 332,8
davon variabel verzinst
Kommanditisten zurechenbare Anteile 129,8
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 4.496,1

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung, oder es wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Bestimmte Angaben sind daher nicht aussagekräftig.

in Mio. €
Beizulegender
Zeitwert zum
31.12.2010
Gewichteter
effektiver
Zinssatz
Gewichteter
Nominal
zinssatz
Über
5 Jahre
> 4 bis
5 Jahre
> 3 bis
4 Jahre
> 2 bis
3 Jahre
> 1 bis
2 Jahre
Bis inklusive
1 Jahr
2.303,50 4,97% 4,61% 1.101,2 497,6 497,2 0,0 0,0 53,9
136,6 4,22% 4,10% 0,0 118,6 0,0 0,0 0,0 2,9
2.440,10 4,84 % 4,58 % 1.101,2 616,2 497,2 0,0 0,0 56,8
2.440,10 4,84% 4,58% 1.101,2 616,2 497,2 0,0 0,0 56,8
1.648,0 3,68% 2,86% 760,3 219,9 77,8 177,7 239,8 128,6
1.648,0 3,68 % 2,86 % 760,3 219,9 77,8 177,7 239,8 128,6
916,2 4,23% 3,67% 375,5 164,7 22,7 122,7 184,4 18,0
731,9 2,92% 1,86% 384,8 55,2 55,2 55,2 55,4 110,3
26,9 7,17% 7,36% 20,6 0,0 0,0 0,0 1,3 0,0
26,9 7,17 % 7,36 % 20,6 0,0 0,0 0,0 1,3 0,0
26,9 7,17% 7,36% 20,6 0,0 0,0 0,0 1,3 0,4
127,2 3,81% 3,15% 4,6 13,8 70,3 2,3 2,1 43,0
127,2 3,81 % 3,15 % 4,6 13,8 70,3 2,3 2,1 43,0
110,4 3,47% 2,93% 4,6 1,4 69,2 1,2 1,0 41,9
16,8 4,60% 4,77% 0,0 12,4 1,1 1,1 1,1 1,1
407,8 332,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4
407,8 332,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4
407,8 332,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4
0,0 0,0 0,0 0,0 129,8 0,0
2.219,1 849,9 645,3 180,0 373,0 228,8

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2009

Laufzeit bis Emissions
volumen
Aushaftung
zum
31.12.2009
Anleihen
Eurowährung 2020 2.112,7 2.144,7
Fremdwährungen (JPY) 2015 126,1 99,1
Summe Anleihen 2.238,8 2.243,8
davon fix verzinst 2020 2.238,8 2.243,8
davon variabel verzinst
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Eurowährung 2026 1.482,1 1.418,5
Fremdwährungen
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.482,1 1.418,5
davon fix verzinst 2026 867,7 864,2
davon variabel verzinst 2020 614,4 554,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen
Eurowährung 2021 132,0 126,4
Fremdwährungen 2009
Summe Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen 132,0 126,4
davon fix verzinst 2021 108,0 108,6
davon variabel verzinst 2015 24,0 17,8
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen bzw. Cross-Border-Leasing1
Eurowährung
Fremdwährungen (USD) – gegenüber Kreditinstituten 301,6
Fremdwährungen (USD) – gegenüber sonstigen 94,1
Summe Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen bzw.
Cross-Border-Leasing
395,7
davon fix verzinst 395,7
davon variabel verzinst
Kommanditisten zurechenbare Anteile 125,9
Gesamtsumme Finanzverbindlichkeiten 4.310,3

Bei diesen Finanzverbindlichkeiten besteht aktivseitig eine bilanzielle Deckung, oder es wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Bestimmte Angaben sind daher nicht aussagekräftig.

in Mio. €
Bis inklusive
1 Jahr
> 1 bis
2 Jahre
> 2 bis
3 Jahre
> 3 bis
4 Jahre
> 4 bis
5 Jahre
Über
5 Jahre
Gewichteter
Nominal
zinssatz
Gewichteter
effektiver
Zinssatz
Beizulegender
Zeitwert zum
31.12.2009
50,6 0,0 0,0 0,0 496,5 1.597,6 4,61% 4,95% 2.258,9
2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 96,8 4,10% 3,43% 112,5
52,9 0,0 0,0 0,0 496,5 1.694,4 4,58 % 4,71 % 2.371,4
52,9 0,0 0,0 0,0 496,5 1.694,4 4,58% 4,71% 2.179,8
98,8 57,4 227,2 157,4 57,4 820,3 3,44% 4,03% 1.459,1
98,8 57,4 227,2 157,4 57,4 820,3 3,44 % 4,03% 1.459,1
12,2 14,5 184,3 114,6 14,6 524,1 3,81% 4,24% 877,9
86,6 42,9 42,9 42,8 42,8 296,3 2,87% 3,63% 581,2
2,0 40,0 1,1 1,1 69,8 12,5 3,16% 4,43% 127,6
2,0 40,0 1,1 1,1 69,8 12,5 3,16 % 4,43% 127,6
1,0 39,0 0,0 0,0 68,6 0,1 2,89% 4,30% 109,7
1,0 1,0 1,1 1,1 1,2 12,4 4,77% 4,54% 17,8
3,0 0,0 0,0 0,2 0,0 298,4 318,4
0,0 0,0 0,0 1,1 0,0 93,0 114,7
3,0 0,0 0,0 1,3 0,0 391,4 433,1
3,0 0,0 0,0 1,3 0,0 391,4 433,1
0,0 125,9 0,0 0,0 0,0 0,0
156,7 223,3 228,3 159,8 623,7 2.918,6

(30) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2010
in Mio. €
Aktiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRSs
Level Buchwert zum
31.12.2010
Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.2010
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FAAC 2,7
Sonstige Beteiligungen FAAC 136,2
Sonstige Beteiligungen 138,9
Wertpapiere FAAFS 1, 2 128,9 128,9
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen LAR 50,7 43,9
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen LAR 202,8 189,3
Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 30,0 27,8
Sonstige Ausleihungen LAR 214,3 220,8
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich – bilanziell
geschlossene Positionen
FAHFT 2 79,3 79,3
Forderungen aus Finanzgarantien LAR 9,0 9,0
Sonstige 24,1
Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 610,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LAR 251,4 251,4
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 103,0 103,0
Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen LAR 4,9 4,9
Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 42,1 43,7
Sonstige Ausleihungen LAR 10,4 10,6
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FAHFT 1,2 98,7 98,7
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FAHFT 2 0,1 0,1
Sicherstellungen im Stromhandel LAR 3,5 3,5
Geldmarktgeschäfte LAR 400,5 400,5
Emissionszertifikate IAS 38 bzw. IAS 2 36,4
Sonstige
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
kurzfristige Forderungen
36,5
987,5

Liquide Mittel LAR 489,0 489,0
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten FAAC1 138,9
Kredite und Forderungen LAR2 1.811,6
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte FAAFS3 128,9
Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand FAHFT4 178,1

financial assets at cost

loans and receivables

financial assets available for sale

4 financial assets held for trading

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2010
Passiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRSs
Level Buchwert zum
31.12.2010
Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.2010
Anleihen FLAAC 2.271,4 2.440,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
sonstigen
FLAAC 1.762,2 1.801,9
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell
geschlossene Positionen
FLAAC 63,6 85,2
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – bilanziell
geschlossene Positionen
FLAFVPL 2 269,2 269,2
Kommanditisten zurechenbare Anteile IAS 32 129,8
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 4.496,2
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FLHFT 2 10,2 10,2
Stromlieferverpflichtung 472,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 0,8 0,8
Sonstige FLAAC 4,4 4,4
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 487,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 114,9 114,9
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen FLAAC 16,7 16,7
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochter
unternehmen
FLAAC 1,5 1,5
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 1,2 91,1 91,1
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FLHFT 2 12,2 12,2
Sonstige FLAAC 6,2 6,7
Sonstige 81,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
324,1
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC5 4.241,7
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert FLAFVPL6 269,2

Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT7 113,5

5 financial liabilities at amortised cost

financial liabilities at fair value through profit and loss

financial liabilities held for trading

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2009
in Mio. €
Aktiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRSs
Level Buchwert zum
31.12.2009
Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.2009
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen FAAC 2,7
Sonstige Beteiligungen FAAC 135,9
Sonstige Beteiligungen 138,6
Wertpapiere FAAFS 1, 2 212,1 212,1
Wertpapiere – Cross-Border-Leasing LAR 42,4 34,8
Wertpapiere – bilanziell geschlossene Positionen LAR 46,3 39,6
Sonstige Ausleihungen – Cross-Border-Leasing LAR 45,5 53,0
Sonstige Ausleihungen – bilanziell geschlossene Positionen LAR 187,8 126,0
Ausleihungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 39,9 40,3
Sonstige Ausleihungen LAR 183,2 193,1
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
bilanziell geschlossene Positionen
FAHFT 2 64,6 64,6
Leasingforderungen LAR 0,7
Forderung aus PPPs gemäß IFRIC 12 LAR 15,4
Sonstige 26,1
Sonstige Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 864,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LAR 248,3 248,3
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen LAR 41,8 41,8
Forderungen gegenüber nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
LAR 1,6 1,6
Sonstige Ausleihungen LAR 4,2 4,4
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FAHFT 1,2 367,5 367,5
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FAHFT 2 0,1 0,1
Sicherstellungen im Stromhandel LAR 3,2 3,2
Emissionszertifikate IAS 38 bzw. IAS 2 20,0
Sonstige 41,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige kurzfristige Forderungen
728,1
Liquide Mittel LAR 126,0 126,0
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten FAAC1 138,6
Kredite und Forderungen LAR2 986,3
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte FAAFS3 212,1
Finanzielle Vermögenswerte im Handelsbestand FAHFT4 432,2

financial assets at cost

loans and receivables

3 financial assets available for sale

financial assets held for trading

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien 2009 in Mio. €
Passiva – Bilanzposten Bewertungs
kategorie nach
IAS 39 oder
Bewertung nach
anderen IFRSs
Level Buchwert zum
31.12.2009
Beizulegender
Zeitwert
zum 31.12.2009
Anleihen FLAAC 2.243,8 2.371,4
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
sonstigen
FLAAC 1.544,9 1.586,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen –
Cross-Border-Leasing
FLAAC 94,1 114,7
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAAC 58,6 75,4
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –
bilanziell geschlossene Positionen
FLAFVPL 2 243,0 243,0
Kommanditisten zurechenbare Anteile IAS 32 125,9
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 4.310,3
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich –
Cross-Border-Leasing
FLHFT 2 11,6 11,6
Stromlieferverpflichtung 465,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 1,3 1,3
Sonstige FLAAC 3,1 3,1
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 481,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 115,0 115,0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen FLAAC 13,8 13,8
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten
Tochterunternehmen
FLAAC 2,6 2,6
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich FLHFT 1,2 163,7 163,7
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich FLHFT 2 2,9 2,9
Sonstige FLAAC 6,7 6,7
Sonstige 81,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
386,1
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC5 4.083,9
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert FLAFVPL6 243,0
Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT7 178,2

financial liabilities at amortised cost

6 financial liabilities at fair value through profit and loss

financial liabilities held for trading

Für jene Finanzinstrumente, die systematisch zum beizulegenden Zeitwert (fair value) bewertet werden, sind gemäß IFRS 7 seit der Berichtsperiode 2009 zusätzlich die sogenannten "Levels" der Bewertung anzugeben.

Die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten oder Schulden entsprechen grundsätzlich den Marktpreisen für gleichartige Vermögenswerte oder Schulden (Level-1-Bewertung). Soweit Finanzinstrumente an einem aktiven Markt notiert sind, stellt die jeweilige Preisnotierung an diesem für VERBUND den beizulegenden Zeitwert dar.

Sofern Preise auf aktiven Märkten nicht verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis von beobachtbaren Inputdaten ermittelt, die entweder direkt (auf der Basis von Marktpreisen) oder indirekt (abgeleitet von Marktpreisen) ermittelt werden (Level-2-Bewertung).

Erfolgt eine Zeitwertbewertung von Vermögenswerten anhand von am Markt nicht beobachtbaren Inputparametern, so entspricht dies einer Level-3-Bewertung. Für Finanzinstrumente, die systematisch zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, kommen bei VERBUND derzeit keine Level-3-Bewertungen zum Einsatz.

Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Wertpapiere entsprechen den Nominalwerten multipliziert mit den Kursnotierungen zum Bilanzstichtag. Die beizulegenden Zeitwerte beruhen damit auf Level-1-Bewertungen.

Für alle anderen systematisch zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden im Finanzbereich werden Level-2-Bewertungen vorgenommen. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward-Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Somit entspricht der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps jenem Betrag, den VERBUND bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste; dabei werden aktuelle Marktverhältnisse, vor allem die aktuellen Zinsenniveaus und Yield-Kurven, berücksichtigt.

Die in der obigen Tabelle weiters angeführten beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Ausleihungen entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene (credit default swaps) Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Für Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und für sonstige Beteiligungen wird auf die Angabe von beizulegenden Zeitwerten verzichtet, da eine verlässliche Ermittlung der zukünftigen Cashflows nicht möglich war; mangels vergleichbarer Transaktionen konnten beizulegende Zeitwerte auch mithilfe von Analogieverfahren nicht ermittelt werden.

Für liquide Mittel, für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für kurzfristige sonstige Forderungen gelten aufgrund der kurzen Restlaufzeit die Buchwerte als realistische Schätzung ihrer beizulegenden Zeitwerte.

Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Kurve ermittelt.

Die beizulegenden Zeitwerte von Geldaufnahmen im Rahmen der kurzfristigen Kreditfazilitäten sowie von kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden angesichts der kurzen Laufzeiten dem Buchwert gleichgesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte börsenotierter Energietermingeschäfte entsprechen den börsetäglich festgestellten Abrechnungspreisen zum Bilanzstichtag, die von der jeweiligen Börse veröffentlicht werden. Die beizulegenden Zeitwerte von Strom-, Gas- und CO2-Futurekontrakten basieren damit auf Level-1-Bewertungen. Die beizulegenden Zeitwerte von nicht börsenotierten Energietermingeschäften werden mit einer von den Börsenkursen abgeleiteten Forwardpreiskurve unter Anwendung einer EURIBOR-basierenden Diskontierung ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte von Strom-, Gas- und CO2- Forwardkontrakten basieren damit auf Level-2-Bewertungen gemäß IFRS 7.

Von den in obiger Tabelle als FAHFT bzw. FLHFT klassifizierten derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich betreffen positive Zeitwerte in Höhe von 15,3 Mio. € (Vorjahr: 153,7 Mio. €) und negative Zeitwerte in Höhe von 89,7 Mio. € (Vorjahr: 111,0 Mio. €) als Cashflow Hedges designierte Sicherungsgeschäfte. Diese Zeitwerte sind nicht saldierte Werte; nach dem entsprechend den Bilanzierungs- und Bewertungsregeln von VERBUND vorgenommenen Inter-Portfolio-Netting (siehe: Finanzinstrumente und Risikomanagement) sind die Cashflow Hedges nicht mehr isolierbar.

Analyse der vereinbarten Mittelabflüsse

Die Darstellung der vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten von VERBUND im Anwendungsbereich von IFRS 7 ist wie folgt:

Mittelabflüsse zum 31.12.2010 in Mio. €
Fälligkeit 2011 2012 2013–2015 ab 2016
Anleihen 106,9 106,5 1.414,4 1.328,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 188,5 293,5 586,8 837,3
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen 44,1 4,3 89,5 4,9
Kommanditgesellschaftern zurechenbare Kapitalanteile 0,0 129,8 0,0 0,0
Finanzverbindlichkeiten – bilanziell geschlossene Positionen 0,4 0,1 0,0 332,3
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 339,9 534,2 2.090,7 2.502,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 114,9 0,2 0,6 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 16,7 0,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 1,5 0,0 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich1 742,4 262,5 52,2 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich1 34,5 0,0 0,0 0,0
Sonstige 62,5 0,1 0,0 4,1
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und aus sonstigen Verbindlichkeiten
972,5 262,8 52,8 4,1
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.312,4 797,0 2.143,5 2.506,9
Mittelabflüsse zum 31.12.2009 in Mio. €
Fälligkeit 2010 2011 2012–2014 ab 2015
Anleihen 102,7 105,9 817,9 2.006,1
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 148,5 107,1 561,9 895,6
Finanzverbindlichkeiten gegenüber sonstigen 2,4 3,0 37,1 12,7
Kommanditgesellschaftern zurechenbare Kapitalanteile 0,0 125,9 0,0 0,0
Finanzverbindlichkeiten – Cross-Border-Leasing bzw. bilanziell
geschlossene Positionen
3,0 0,0 1,1 391,6
Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten 256,6 341,9 1.418,0 3.306,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 115,0 0,3 0,1 1,0
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 13,8 0,0 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 2,6 0,0 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich1 736,2 361,0 112,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich1 0,0 34,5 0,0 0,0
Sonstige 45,9 0,2 0,1 2,6
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und aus sonstigen Verbindlichkeiten 913,5 396,0 112,3 3,6
Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 1.170,1 737,9 1.530,3 3.309,6

mit und ohne Sicherungsbeziehung

Den Mittelabflüssen aus bilanziell geschlossenen Positionen bzw. aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen stehen entsprechende Mittelzuflüsse aus dazugehörigen Finanzanlagen gegenüber.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Die Nettoergebnisse gemäß IFRS 7 umfassen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie realisierte Abgangsergebnisse.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien in Mio. €
2010
Netto
ergebnis
2010
davon
Wertminderung
2009
Netto
ergebnis
2009
davon
Wertminderung
Finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten 6,2 0,0 0,9 – 0,5
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8,3 0,0 – 17,7 – 27,7
Kredite und Forderungen 5,3 – 0,7 – 9,3 – 4,4
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten – 21,9 5,4
Finanzielle Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden
Zeitwert
– 26,2 55,8
Finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand – 2,3 – 49,2
Gesamtzinsaufwendungen – 202,0 – 183,6
Gesamtzinserträge 44,5 80,9
Ergebnisneutrale Bewertungen im sonstigen Ergebnis1 3,1 12,6
Ergebniswirksame Umgliederungen aus dem sonstigen
Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung1
– 4,2 21,9

Diese Nettoergebnisse resultieren aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten.

Das Nettoergebnis der Kategorie "finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten" wurde im Beteiligungsergebnis erfasst; Dividendenerträge wurden in die Nettoergebnisse nicht miteinbezogen.

Das Nettoergebnis der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" wurde im Wesentlichen im übrigen Finanzergebnis erfasst.

Das Nettoergebnis der Kategorie "Kredite und Forderungen" wurde, insoweit es Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthielt, im operativen Ergebnis erfasst; Fremdwährungskurseffekte aus Ausleihungen in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen bzw. Cross-Border-Leasing-Transaktionen wurden im übrigen Finanzergebnis dargestellt.

Die Nettoergebnisse der "finanziellen Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten" und der "finanziellen Schulden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert" umfassten Fremdwährungskurseffekte in Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten und wurden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Das Nettoergebnis der "finanziellen Vermögenswerte bzw. Schulden im Handelsbestand" betraf die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente aus dem Wholesale- und Trading-Bereich des Stromgeschäfts und war demgemäß im operativen Ergebnis (Umsatzerlöse) enthalten; die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich wurde im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Der aus vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen resultierende Nettoergebniseffekt betrug in der Berichtsperiode insgesamt –18,8 Mio. € (Vorjahr: 19,6 Mio. €) und wurde im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Der Nettoergebniseffekt resultierte aus dem Verkauf von Finanzanlagen und der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten. In der Berichtsperiode 2010 waren darin auch Fremdwährungsverluste enthalten. Ferner umfasste der Nettoergebniseffekt auch anteilige Auflösungsbeträge der Abgrenzungen aus Cross-Border-Leasing sowie in der Berichtsperiode 2010 die Auflösung einer Rückstellung für Zinsdifferenzen. Die beiden letztgenannten Ergebniseffekte sind nicht Bestandteil der Nettoergebnisse gemäß IFRS 7. Um hier den wirtschaftlichen Gehalt der vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen nicht unvollständig abzubilden, wurde auf die Einbeziehung einzelner Bestandteile dieser Auflösungen in die Nettoergebnis-Tabelle verzichtet.

Die Gesamtzinsaufwendungen bzw. -erträge wurden im Zinsaufwand bzw. Zinsertrag erfasst.

(31) Lang- und kurzfristige Rückstellungen

in Mio. €
2010
Langfristig
2009
Langfristig
2010
Kurzfristig
2009
Kurzfristig
Rückstellungen für Pensionen 201,4 207,9
Rückstellungen für Abfertigungen 135,9 141,9
Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen 131,5 126,5
Rückstellungen für Altersteilzeit 15,3 16,9 8,3 14,3
Sonstige personalbezogene Rückstellungen 6,6 8,5 49,6 51,4
Sonstige Rückstellungen 140,6 170,3 216,4 218,8
Lang- und kurzfristige Rückstellungen 631,3 672,0 274,3 284,5
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
in Mio. €
2010
Pensions
verpflichtungen
2009
Pensions
verpflichtungen
2010
Pensionsähnliche
Verpflichtungen
2009
Pensionsähnliche
Verpflichtungen
Überleitung von der DBO zur Rückstellung
Barwert (DBO) der durch Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
174,4 175,6
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 158,6 – 162,1
Nettowert der durch Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
15,8 13,5
Barwert (DBO) der nicht durch Fondsvermögen gedeckten
Verpflichtungen
215,0 226,7 122,5 115,7
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw.
Verluste (–)
– 29,4 – 32,3 9,1 10,7
Bilanzierte Rückstellung 31.12. 201,4 207,9 131,5 126,5
Der Personalaufwand enthält
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,9 0,7 2,0 2,1
Zinsaufwand 19,3 19,4 5,9 5,7
Erwarteter Veranlagungsgewinn (–) bzw. -verlust (+) – 3,0 – 2,7
Amortisierte versicherungsmathematische Gewinne (–)
bzw. Verluste (+)
0,2 1,5 0,0 0,0
Im Personalaufwand erfasster Pensionsaufwand 17,4 18,9 7,9 7,8
Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung (DBO)
Barwert (DBO) zum 1.1. 402,3 405,7 115,7 114,5
Zugang aus Unternehmenserwerben 10,3
Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,9 0,7 2,0 2,1
Zinsaufwand 19,3 19,4 5,9 5,7
Pensionszahlungen bzw. KZV-Zuschusszahlungen – 32,9 – 32,6 – 2,8 – 2,5
Versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) – 0,2 – 1,3 1,6 – 4,0
Tatsächliche DBO 31.12. 389,4 402,3 122,5 115,7
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
in Mio. €
2010
Pensions
verpflichtungen
2009
Pensions
verpflichtungen
2010
Pensionsähnliche
Verpflichtungen
2009
Pensionsähnliche
Verpflichtungen
Entwicklung des Planvermögens
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert zum 1.1. 162,1 132,6
Zugang aus Unternehmenserwerben 5,0
Beitragszahlungen in den Fonds 0,5 23,7
Auszahlungen aus dem Fonds – 9,6 – 9,5
Erwarteter Ertrag des Planvermögens 3,0 2,7
Versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–) 2,6 7,5
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert zum 31.12. 158,6 162,1
Entwicklung der nicht realisierten
versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw.
Verluste (–) zum 1.1.
– 32,3 – 42,2 10,7 6,7
Versicherungsmathematische Gewinne (+) bzw. Verluste (–)
der Berichtsperiode
0,2 1,3 – 1,6 4,0
Veranlagungsgewinne (+) bzw. -verluste (–) der
Berichtsperiode
2,1 7,5
Amortisation der Berichtsperiode 0,6 1,1
Kumulierte versicherungsmathematische Gewinne (+)
bzw. Verluste (–) zum 31.12.
– 29,4 – 32,3 9,1 10,7

Versicherungsmathematische Annahmen

2010 2009
Pensionen
Abzinsungssatz 4,75% 5,0%–5,25%
Pensionssteigerungen 2,25% 2,5%
Gehaltssteigerungen 2,75% 3,0%
Fluktuation keine keine
Pensionsalter Frauen 56,5–65 56,5–65
Pensionsalter Männer 61,5–65 61,5–65
Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens1 2,00% 2,00%
Pensionsähnliche Verpflichtungen (Prämien zur Krankenzusatzversicherung)
Abzinsungssatz 4,75% 5,0%–5,25%
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0%–4,0% 0,0%–4,0%
Trend der Zuschusszahlungen auf Basis Spitalskostenindizes:
Neuverträge (mit Selbstbehalt) 4,5% 4,5%
Altverträge (ohne Selbstbehalt) 7,5% 7,5%
Gesetzliche Abfertigungen
Abzinsungssatz 4,75% 5,00%
Fluktuation (in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) 0,0%–4,0% 0,0%–4,0%

Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens wurde auf Basis der Sekundärmarktrendite festverzinslicher österreichischer Bundesanleihen ermittelt.

Die geschätzte Kostensteigerung der medizinischen Versorgung hat einen maßgeblichen Einfluss auf den im Personalaufwand enthaltenen Prämienaufwand für Krankenzusatzversicherungen; eine Veränderung der Kostensteigerung um einen Prozentpunkt plus bzw. minus hätte auf Basis des Barwerts der Verpflichtung (defined benefit obligation, DBO) zum 31.12.2010 in Höhe von 122,5 Mio. € (Vorjahr: 115,7 Mio. €) die folgenden Effekte:

Einfluss der Kostensteigerung in der medizinischen Versorgung in Mio. €
1 %–Punkt
Steigerung
1 %–Punkt
Senkung
Effekt auf den Dienstzeit- und Zinsaufwand 1,9 – 1,5
Effekt auf den Barwert der Verpflichtung (DBO) 24,8 – 19,4
Erfahrungsbedingte Anpassungen der letzten fünf Jahre 2006 2007 2008 2009 2010
Pensionsähnliche Verpflichtung
(DBO) zum 31.12. in Mio. € 128,3 116,3 114,5 115,7 122,5

Erfahrungsbedingte Anpassungen sind solche versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste, die durch Abweichungen bei individuellen personenbezogenen Parameterannahmen verursacht sind. Sie unterscheiden sich damit von Anpassungen, die durch Abweichungen bei auf den Gesamtbestand anzuwendenden Parameterannahmen bedingt sind. Dies betrifft unter anderem die Gehaltsentwicklung, die Anzahl der Todesfälle, vorzeitige Pensionierungen sowie Austritte.

Erfahrungsbedingte Anpassungen der letzten fünf Jahre

2006 2007 2008 2009 2010
Pensionsverpflichtung (DBO) zum 31.12. in Mio. € 427,5 418,3 405,7 402,3 389,4
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert in Mio. € – 157,6 – 151,2 – 132,6 – 162,1 – 158,6
Unterdeckung (+) bzw. Überschuss (–) in Mio. € 269,9 267,1 273,1 240,1 230,8
Erfahrungsbedingte Anpassungen Gewinn (+) bzw.
Verlust (–)
In % des Barwerts der Verpflichtung (DBO) zum
Periodenende
– 3,56% – 1,16% – 2,11% 0,32% 0,25%
In % des Planvermögens zum Periodenende 1,21% – 3,28% – 13,16% 4,62% 1,42%

Die Pensionskasse erzielte in der Berichtsperiode 2010 einen Ertrag in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 10,2 Mio. €). Die Deckungslücke stellt den Teil der nicht durch Planvermögen gedeckten Pensionszusagen dar; dabei handelt es sich vor allem um Direktzusagen an Pensionsbezieher.

Für die Berichtsperiode 2011 werden laufende Zahlungen an die Pensionskasse zur Deckung beitragsorientierter Pläne in Höhe von 6,8 Mio. € erwartet.

Fondsvermögen in %

2010 2009
Renten – Euro 41,1 44,6
Bargeld 19,8 16,8
Aktien – Euro 9,5 5,0
Bonds – Euro Money Market 6,8 0,0
Aktien – Emerging Markets 6,1 1,7
Aktien – nicht Euro 5,4 10,0
Renten – Euro Corporates 3,9 8,6
Alternative Investments 2,9 7,5
Bonds – Euro High Yield 2,8 4,8
Bonds – Emerging Markets 1,8 0,0
Immobilienfondsanteile 0,0 1,0
Gesamt 100,0 100,0
Rückstellung für Abfertigungen in Mio. €
2010 2009
Rückstellung für gesetzliche Abfertigungen 130,9 136,0
Rückstellung für Abfertigungen aus Sondervereinbarungen gemäß Sozialplan 5,0 5,9
Rückstellung 31.12. 135,9 141,9
Rückstellung für gesetzliche Abfertigungen in Mio. €
2010 2009
Überleitung von der DBO zur Rückstellung
Barwert (DBO) der Verpflichtungen 130,9 136,0
Rückstellung 31.12. 130,9 136,0
Der Personalaufwand enthält
Dienstzeitaufwand 2,1 2,2
Zinsaufwand 6,6 6,6
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne (–) bzw. Verluste (+) – 4,3 3,4
Im Personalaufwand erfasster Abfertigungsaufwand 4,4 12,2
Entwicklung der Rückstellung
Bilanzierte Rückstellung zum 1.1. 136,0 134,6
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 0,4
Ergebniswirksam erfasster Nettoaufwand 4,4 12,2
Abfertigungszahlungen – 9,5 – 11,2
Rückstellung 31.12. 130,9 136,0
Rückstellung für Altersteilzeit in Mio. €
2010 2009
Überleitung von der DBO zur Rückstellung
Barwert (DBO) der Verpflichtungen 24,8 32,5
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens – 1,2 – 1,2
Rückstellung 31.12. 23,6 31,3
Der Personalaufwand enthält
Dienstzeitaufwand 1,2 0,4
Zinsaufwand 0,9 1,6
Entlastung aus Drohverlustrückstellung – 0,9 0,0
Erfasster versicherungsmathematischer Gewinn (–) bzw. Verlust (+) – 1,4 – 6,4
Im Personalaufwand erfasster Aufwand – 0,2 – 4,4
Entwicklung der Rückstellung
Rückstellung zum 1.1. 31,3 45,2
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 1,1
Umgliederung aus der Drohverlustrückstellung 0,9 0,1
Ergebniswirksam erfasster Nettoaufwand – 0,2 – 4,4
Vorruhestandszahlungen – 8,4 – 10,7
Rückstellung 31.12. 23,6 31,3

Mit der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle wird für Überbrückungszahlungen im Rahmen der Altersteilzeit in Höhe von Mio. 23,6 € (Vorjahr: 31,3 Mio. € ) vorgesorgt. Diese Modelle ermöglichen VERBUND eine sozial verträgliche Personalreduktion.

Sonstige personalbezogene Rückstellungen in Mio. €
2010 2009
Buchwert 1.1.
davon > 1 Jahr 8,5 3,4
davon < 1 Jahr 51,4 52,0
Summe 1.1. 59,9 55,4
Neubildung 48,4 51,4
Zugang aus Unternehmenserwerben 2,4
Änderung Konsolidierungskreis 0,6
Aufzinsung 0,4 0,3
Verwendung – 48,6 – 49,7
Auflösung – 2,9 – 0,5
Umgliederung – 1,0 – 0,1
Buchwert 31.12. 56,2 59,9
davon > 1 Jahr 6,6 8,5
davon < 1 Jahr 49,6 51,4

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen für Urlaubsansprüche in Höhe von 18,3 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €), für Gleitzeitsalden in Höhe von 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €), für Reorganisationsaufwendungen in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €), für Urlaubszuschüsse in Höhe von 8,2 Mio. € (Vorjahr: 8,2 Mio. €), Prämien für das leistungsorientierte Gehaltssystem in Höhe von 16,1 Mio. € (Vorjahr: 15,3 Mio. €) und für Jubiläumsgelder in Höhe von 4,6 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €).

Sonstige Rückstellungen in Mio. €
Drohverlust
rückstellungen
Übrige Summe
Buchwert 1.1.2010
davon > 1 Jahr 100,7 69,6 170,3
davon < 1 Jahr 1,7 217,1 218,8
Summe 1.1.2010 102,4 286,7 389,1
Änderung Konsolidierungskreis 0,0 – 1,0 – 1,0
Neubildung 0,6 165,8 166,4
Aufzinsung 5,8 3,0 8,8
Verwendung – 16,0 – 178,3 – 194,3
Auflösung – 0,1 – 11,8 – 11,9
Buchwert 31.12.2010 92,7 264,3 357,1
davon > 1 Jahr 91,7 48,9 140,6
davon < 1 Jahr 1,0 215,4 216,4

Durch die Anpassung des Diskontierungssatzes auf 5,25% (Vorjahr: 5,5%) ergaben sich zum 31.12.2010 um rund 2,6 Mio. € höhere Drohverlustrückstellungen.

Sonstige Rückstellungen in Mio. €
Drohverlust
rückstellungen
Übrige Summe
Buchwert 1.1.2009
davon > 1 Jahr 81,0 40,3 121,3
davon < 1 Jahr 1,0 167,3 168,3
Summe 1.1.2009 82,0 207,6 289,6
Zugang aus Unternehmenserwerben 6,0 6,0
Änderung Konsolidierungskreis 0,4 0,4
Neubildung 8,8 211,1 219,9
Aufzinsung 14,2 0,9 15,1
Verwendung – 1,9 – 137,8 – 139,7
Auflösung – 0,7 – 1,5 – 2,2
Buchwert 31.12.2009 102,4 286,7 389,1
davon > 1 Jahr 100,7 69,6 170,3
davon < 1 Jahr 1,7 217,1 218,8
Übrige sonstige Rückstellungen in Mio. €
Abbruch
kosten
Ausstehende
Rechnungen
für
Investitionen
Erhaltungs
aufwen
dungen
Rechts-,
Prüfungs
und
Beratungs
aufwen
dungen
Strom
lieferungen
und Netz
leistungen
Zins
differenzen
Sonstige Summe
Buchwert 1.1.2010
davon > 1 Jahr 30,0 0,0 16,6 0,0 8,6 13,7 0,7 69,6
davon < 1 Jahr 0,0 88,2 56,5 5,4 45,0 0,1 21,9 217,1
Summe 1.1.2010 30,0 88,2 73,1 5,4 53,6 13,8 22,6 286,7
Änderung
Konsolidierungskreis
0,0 – 1,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 – 1,0
Neubildung 0,8 77,2 48,9 6,8 24,6 1,3 6,2 165,8
Aufzinsung 1,3 0,0 0,9 0,0 0,7 0,0 0,1 3,0
Verwendung 0,0 – 81,3 – 49,8 – 4,8 – 20,9 – 15,1 – 6,4 – 178,3
Auflösung 0,0 0,0 – 4,5 – 0,3 – 5,5 0,0 – 1,5 – 11,8
Buchwert 31.12.2010 32,1 83,0 68,6 7,0 52,6 0,0 21,0 264,3
davon > 1 Jahr 32,1 0,0 2,4 0,0 9,6 0,0 4,8 48,9
davon < 1 Jahr 0,0 83,0 66,2 7,0 43,0 0,0 16,2 215,4
Übrige sonstige Rückstellungen in Mio. €
Abbruch
kosten
Ausstehende
Rechnungen
für
Investitionen
Erhaltungs
aufwen
dungen
Rechts-,
Prüfungs
und
Beratungs
aufwen
dungen
Strom
lieferungen
und Netz
leistungen
Zins
differenzen
Sonstige Summe
Buchwert 1.1.2009
davon > 1 Jahr 29,5 0,0 10,2 0,0 0,0 0,0 0,6 40,3
davon < 1 Jahr 0,0 64,6 40,5 6,1 28,0 0,0 28,1 167,3
Summe 1.1.2009 29,5 64,6 50,7 6,1 28,0 0,0 28,7 207,6
Zugang aus
Unternehmenserwerben
0,5 0,0 5,2 0,0 0,0 0,0 0,3 6,0
Änderung
Konsolidierungskreis
0,0 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,2 0,4
Neubildung 0,2 88,1 57,2 7,2 38,1 13,8 6,5 211,1

Aufzinsung – 0,2 0,0 1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 Verwendung 0,0 – 64,4 – 40,7 – 7,2 – 12,5 0,0 – 13,0 – 137,8 Auflösung 0,0 – 0,1 – 0,6 – 0,7 0,0 0,0 – 0,1 – 1,5 Buchwert 31.12.2009 30,0 88,2 73,1 5,4 53,6 13,8 22,6 286,7 davon > 1 Jahr 30,0 0,0 16,6 0,0 8,6 13,7 0,7 69,6 davon < 1 Jahr 0,0 88,2 56,5 5,4 45,0 0,1 21,9 217,1

(32) Latente Steuerschulden

Die Unterschiede zwischen den Steuerwerten und den Buchwerten in der IFRSs-Bilanz wirken sich mit folgenden Steuerlatenzen aus:

Steuerlatenzen in Mio. €
2010 2009
Latente Steuererstattungsansprüche aus
Pensions- und Abfertigungsrückstellungen 61,3 60,9
Derivativen Finanzinstrumenten 21,8 0,7
Steuerlich abzugsfähigen Firmenwerten 20,8 33,8
Verlustvorträgen 13,0 4,6
Sonstigen Posten 6,0 8,9
Summe latenter Steuererstattungsansprüche 122,9 108,9
Latente Steuerschulden aus
Sachanlagen (aus unterschiedlichen Nutzungsdauern, Kaufpreisallokationen) – 160,5 – 158,2
Steuerlichen Sonderabschreibungen – 117,8 – 94,6
Derivativen Finanzinstrumenten – 0,5 – 17,4
Sonstigen Posten – 12,5 – 12,8
Summe latenter Steuerschulden – 291,3 – 283,0
Latente Steuererstattungsansprüche (+) bzw. Steuerschulden (–) saldiert – 168,3 – 174,1

Die Nettoposition für latente Steuern hat sich in der Berichtsperiode 2010 wie folgt verändert:

Steuerlatenzen in Mio. €
2010 2009
Stand 1.1. – 174,1 – 179,2
Ergebnisneutrale Veränderung 33,3 14,9
Ergebniswirksame Veränderung – 27,5 – 9,8
Stand 31.12. – 168,3 – 174,1

Die ergebnisneutrale Veränderung bezieht sich im Wesentlichen auf im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten und aus Cashflow Hedges.

Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die vor allem aus einbehaltenen Gewinnen und nicht abgedeckten Verlusten resultierenden Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen im Wesentlichen steuerfrei bleiben werden; eine Steuerabgrenzung wurde daher nicht vorgenommen.

(33) Baukostenbeiträge und Zuschüsse

Dieser Passivposten umfasst abgegrenzte Baukostenzuschüsse, die insbesondere von Landesenergiegesellschaften z.B. für Kraftwerksprojekte) geleistet wurden, sowie abgegrenzte Zuschüsse der öffentlichen Hand (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Baukostenbeiträge und Zuschüsse
2010 2009
Baukostenbeiträge 397,6 391,1
Zuschüsse der öffentlichen Hand 32,6 10,8
Baukostenbeiträge und Zuschüsse 430,2 401,9

(34) Abgrenzungen – Cross-Border-Leasing

In diesem Posten wird der abgegrenzte Mittelzufluss in Höhe des Barwertvorteils aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen dargestellt. Zum 31.12.2010 beträgt dieser noch 56,8 Mio. € (Vorjahr: 74,1 Mio. €). Die Auflösungsbeträge der Berichtsperiode 2010 betrugen insgesamt 17,3 Mio. €.

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfassten, planmäßigen Auflösungen beliefen sich dabei auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €); die restlichen Auflösungen resultierten aus partiellen bzw. vollständigen vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen (im Vorjahr zum Teil auch aus dem Tausch von Finanzanlagen bei einer damals weiterhin bestehenden Transaktion) und wurden im übrigen Finanzergebnis erfasst.

(35) Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

in Mio. €
2010 2009
Stromlieferverpflichtung 472,3 465,0
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 10,2 11,6
Verbindlichkeiten aus Wassernutzungsrechten 4,1 2,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,8 1,3
Sonstige 0,2 0,5
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 487,7 481,0

Die Stromlieferverpflichtung entspricht der Sachleistungsverpflichtung aus einem 20-jährigen Stromliefervertrag, die in der Berichtsperiode 2009 als Teil der Gegenleistung für den Erwerb der Kraftwerksgruppe Inn GmbH (nunmehr VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH) eingegangen wurde.

(36) Laufende Steuerschulden

in Mio. €
2010 2009
Körperschaftsteuer 49,7 151,4
Sonstige Steuern 0,0 0,0
Laufende Steuerschulden 49,7 151,4

(37) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

in Mio. €
2010 2009
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 114,9 115,0
Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich 91,2 163,7
Verbindlichkeiten gegenüber der ECRA 36,4 19,7
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt 24,7 33,4
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 16,7 13,8
Derivative Finanzinstrumente im Finanzbereich 12,2 2,9
Erhaltene Anzahlungen aus Auktionen 6,2 6,7
Verbindlichkeiten aus dem Bereich soziale Sicherheit (unter anderem Sozialversicherungsinstitute) 4,4 4,5
Abgrenzungen von Stromvorauszahlungen 2,6 2,4
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen 1,5 2,6
Abgrenzungen von Netzbetreiberentgelten 1,0 0,0
Erhaltene Mietvorauszahlungen 0,1 0,1
Verbindlichkeiten aus Wassernutzungsrechten 0,0 1,7
Sonstige 12,1 19,6
Sonstige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 324,1 386,1

Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung von VERBUND wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zusammensetzung des Fonds der liquiden Mittel ist aus den Erläuterungen zur Bilanz ersichtlich (siehe: Erläuterungen zur Bilanz).

(38) Ergänzende Informationen zum Cashflow aus operativer Tätigkeit

in Mio. €
2010 2009
Gezahlte (–) bzw. erhaltene (+) Schwankungsmargen (variation margins) aus Futurekontrakten
im Energiebereich – 48,0 – 179,9
Gezahlte Ertragsteuern1 – 218,8 – 239,3
Erhaltene Zinsen 16,9 31,5
Gezahlte Zinsen – 162,5 – 103,5
Erhaltene Dividenden 35,9 41,4

Die gezahlten Ertragsteuern betreffen im Wesentlichen Cashflows aus operativer Tätigkeit.

(39) Einzahlungen aus Abgängen von vollkonsolidierter Tochterunternehmen

Die Einzahlungen aus Abgängen vollkonsolidierter Unternehmen resultieren aus der Veräußerung einer 50%igen Beteiligung an der Energji Ashta Shpk an die EVN AG um 5,1 Mio. €. Die Entkonsolidierung führte zu einem Abgang liquider Mittel in Höhe von 0,1 Mio. €. Die albanische Projektgesellschaft wurde dadurch zu einem nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND.

Infolge des Verlusts der Beherrschung an der Energji Ashta Shpk kam es zur Entkonsolidierung folgender Vermögenswerte und Schulden:

Vermögenswerte und Schulden Energji Ashta Shpk in Mio. €
Buchwerte zum
Entkonsolidierungs
zeitpunkt
Immaterielle Vermögenswerte 35,0
Sachanlagen 0,0
Finanzanlagen und sonstige Forderungen 37,5
Langfristige Vermögenswerte 72,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 5,1
Liquide Mittel 0,1
Kurzfristige Vermögenswerte 5,2
Latente Steuerschulden 0,1
Langfristige Schulden 0,1
Rückstellungen 1,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 66,3
Kurzfristige Schulden 67,3

(40) Ergänzende Informationen zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

in Mio. €
2010 2009
Gezahlte Dividenden – an nicht beherrschende Anteile – 70,7 – 79,2
Gezahlte Dividenden – an die Aktionäre der VERBUND AG – 385,3 – 323,6

Finanzinstrumente und Risikomanagement

VERBUND nutzt originäre und derivative Finanzinstrumente im Finanz- und Energiebereich auch für Zwecke des Risikomanagements.

Finanzbereich

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit und der damit verbundenen Finanzierungstransaktionen unterliegt VERBUND insbesondere auch infolge der Finanzmarktkrise umfangreichen Finanzrisiken. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Zins- und Liquiditätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Kursrisiken aus Wertpapieren, Währungsrisiken und dem Risiko einer Veränderung des Ratings von VERBUND zusammen.

Im Finanzbereich von VERBUND stellt daher die Identifizierung, die Analyse und die Bewertung von Risiken und Chancen sowie die Festlegung von in diesem Zusammenhang zu setzenden Maßnahmen einen Schwerpunkt dar, was im Eintrittsfall zu einer Gewinnabsicherung bzw. Schadensbegrenzung führen kann.

Für den Finanzbereich wurden eigene Regelungen im Rahmen von Konzernrichtlinien entwickelt, um die finanziellen Risiken auch entsprechend managen zu können. Zusätzlich dazu wurden Positionslimits hinsichtlich Zinsbindung, Währungsverteilung und Duration der Finanzverbindlichkeiten definiert, die regelmäßig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Durch eine in der Regel auf die laufende und die darauffolgende Berichtsperiode ausgerichtete Liquiditätsplanung und daraus resultierende entsprechende Veranlagungen bzw. Aufnahmen wird eine jederzeit ausreichende Liquidität sichergestellt.

Finanzinstrumente

Zu den von VERBUND gehaltenen originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den angeführten Bilanzposten erfasst:

Derivative Finanzinstrumente in Mio. €
Referenzwert1 31.12.2010
Positiver
Zeitwert
31.12.2009
Positiver
Zeitwert
31.12.2010
Negativer
Zeitwert
31.12.2009
Negativer
Zeitwert
Sonstige Forderungen
Zinsswaps – bilanziell geschlossene Positionen
(Fixzinsempfänger)
238,1 Mio. \$
(Vorjahr: 241,0 Mio. \$)
79,3 64,6
Devisentermingeschäft im Stromhandel 1.871,4 Mio. HUF
(Vorjahr: 642,9 Mio. HUF)
0,1 0,1
Sonstige Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäft zu Finanzverbindlichkeiten
(im Vorjahr aus Cross-Border-Leasing)
29,3 Mio. \$
(Vorjahr: 28,6 Mio. \$)
10,2 11,6
Zinsswaps zu Finanzverbindlichkeiten 425,2 Mio. €
(Vorjahr: 428,0 Mio. €)
12,2 2,9

Der Referenzwert umfasst die Bezugsbasis der derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Die angeführten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken.

Die Wertschwankungen der Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen (siehe: Bilanzierungsund Bewertungsmethoden) dienen dem Ausgleich der Wertschwankungen der dazugehörigen Finanzverbindlichkeiten, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Zum 31.12.2010 beträgt das maximale Ausfallsrisiko dieser Finanzverbindlichkeiten 189,9 Mio. € (Vorjahr: 178,4 Mio. €).

Das Devisentermingeschäft zu Finanzverbindlichkeiten steht mit einer aufgelösten Cross-Border-Leasing-Transaktion in Zusammenhang, für die jedoch derzeit keine bilanzielle Deckung besteht. Es sichert die dazugehörige Finanzverbindlichkeit gegen das Fremdwährungsrisiko ab (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).

Zur Absicherung von Stromhandelsgeschäften bzw. für Grenzkapazitäten wurden Forint-Devisentermingeschäfte abgeschlossen; diese werden ergebniswirksam bewertet.

Für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 425,2 Mio. € (Vorjahr: 428,0 Mio. €) bestehen Zinsswaps zur Absicherung gegen Zinssatzsteigerungen. Diese Zinsswaps werden als Cashflow Hedges bilanziert. Die durch diese Sicherungsgeschäfte abgesicherten künftigen Zinszahlungen werden in den folgenden 16 Jahren (2011 bis 2026) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden.

Liquiditätsrisiko

In der Berichtsperiode 2010 ist VERBUND all seinen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgungen) aus Finanzverbindlichkeiten pünktlich und ordnungsgemäß nachgekommen. Dies gilt auch für alle anderen Verbindlichkeiten, soweit nicht rechtliche oder inhaltliche Einwendungen bestanden haben.

Aus Gebühren- und Kostengründen bestehen zum 31.12.2010 keine kontrahierten Kreditlinien mit inländischen Finanzinstituten. Um eine ausreichende Liquiditätsreserve sicherzustellen, besteht seit der Berichtsperiode 2005 eine fünfjährige syndizierte Kreditlinie mit zweimaliger Verlängerungsoption über 750,0 Mio. €. Die Aufnahme erfolgte im Rahmen eines europäischen Bankensyndikats über die VERBUND International Finance B.V. Die möglichen Verlängerungsoptionen wurden in Anspruch genommen; die bis Beginn der Berichtsperiode 2012 bestehende Kreditlinie wurde nicht ausgenützt. Im Laufe der Berichtsperiode 2011 soll über eine allfällige Verlängerung bzw. Neuaufnahme einer Kreditlinie entschieden werden. Darüber hinaus bestehen noch Liquiditätsreserven bei den Wertpapieren und Investmentfonds.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten gemäß IFRS 7 sind unter (30) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten nach IFRS 7 dargestellt.

Kreditrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Strom- und Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität entweder auf Basis eines externen Investment-Grade-Ratings einer internationalen Ratingagentur (Moody's, Standard & Poor's) oder nach einer internen Bonitätsüberprüfung, die ein Ratingäquivalent ermittelt, abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten, berechnet von internationalen Ratingagenturen, erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportefeuilles. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten Anforderungen – das heißt, es wird kein Investment-Grade-Rating erreicht –, werden Geschäfte nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (z.B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken minimiert. Eine weitere Reduktion des Risikos wird durch das Abschließen von Aufrechnungsvereinbarungen erreicht.

In der Vergangenheit wurde das Kontrahentenrisiko in der Regel nicht versichert. In der Berichtsperiode 2009 wurde im Bereich des Endkundengeschäfts erstmals begonnen, eine Kreditversicherung abzuschließen. Zum 31.12.2010 sind von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23,3 Mio. € durch eine Kreditversicherung gedeckt, wobei allerdings eine Höchstdeckungsquote pro Jahr von 10,0 Mio. € besteht.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen Posten für Finanzinstrumente mit Kreditrisiko und die zugeordneten Bonitätsgruppen:

Bonitätsgruppe Äquivalent
Moody's
Rating
Wertpapiere und
Ausleihungen
bilanziell
geschlossener
Positionen
Sonstige
Wertpapiere
und
Investment
fonds
Sonstige
langfristige
Forderungen
Derivate
im
Finanz
bereich
Forde
rungen aus
Lieferungen
und
Leistungen
Derivate
im
Energie
bereich
Geldmarkt
geschäfte
und liquide
Mittel
A bis Aa3 188,0 59,9 7,8 23,5 300,9
B bis A3 65,5 75,7 79,3 121,5 25,0 459,3
C bis Baa3 97,7 35,7 120,9
D unter Baa3 1,1 14,6
Ohne Rating 69,0 201,7 23,3 0,0 8,0
Summe 253,5 128,9 277,4 79,3 251,4 98,8 889,1

Finanzinstrumente mit Kreditrisiko nach Bonitätsgruppen in Mio. €

Bei den Wertpapieren und Ausleihungen im Zusammenhang mit den Cross-Border-Leasing-Transaktionen besteht aus Sicht von VERBUND kein Kursänderungs- oder Währungsrisiko. Diese Veranlagungen erfolgten entweder währungs- und fristenkongruent oder wurden durch entsprechende Derivativgeschäfte den Laufzeiten, Zinsen und Währungen der entsprechenden Finanzverbindlichkeiten angepasst. Das verbleibende Risiko ist somit ein Bonitätsrisiko bzw. Ausfallsrisiko des Partners, bei dem die Veranlagungen erfolgt sind. Dieses wurde wiederum dadurch minimiert, dass nur bei Partnern mit ursprünglich erstklassiger Bonität (Gruppe A) veranlagt wurde, wobei eine laufende Beobachtung der Bonitätseinstufung und der Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner erfolgt, um bei drohenden Ausfällen rasch, zeitgerecht und vertragsgemäß reagieren zu können (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Verpflichtungen und Risiken).

Bei den nicht eingestuften sonstigen Wertpapieren handelt es sich insbesondere um inländische Investmentfonds (Großanlegerfonds), die zur Deckung der Sozialkapitalrückstellung angeschafft wurden.

Die im Bereich der sonstigen langfristigen Forderungen und Ausleihungen als "nicht geratet" ausgewiesenen Beträge beinhalten neben diversen Kleinbeträgen im Wesentlichen Ausleihungen gegenüber den nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (siehe: Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen). Angesichts der engen Verflechtungen mit VERBUND erscheinen Bonitätseinstufungen in diesen Bereich nicht sinnvoll.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich die nicht bewerteten Werte insbesondere aus der erfolgten Ausweitung des Endkundengeschäfts, welches zu einer großen Anzahl von Forderungen geführt hat, die im Einzelnen unter der Bagatellgrenze (< 0,1 Mio. €) liegen. Außerdem sind darin auch Unternehmen enthalten, für die zwar keine Bonitätseinstufungen durchgeführt wurden, aber aufgrund besonderer Umstände (z.B. gesetzlicher Kontrahierungszwänge oder besonderer strategischer Zielsetzungen) doch Kreditlimits vergeben wurden.

Zinsänderungsrisiko

Die Schwankungen des Zinssatzes werden von VERBUND als wesentliches Cashflow-Risiko angesehen. Die Regeln im Bereich des Risikomanagements sehen vor, dass maximal 40% der Finanzverbindlichkeiten ohne Berücksichtigung von Geldmarktgeschäften variabel verzinst sein dürfen. Zum 31.12.2010 beläuft sich der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Zinsswaps), bei denen VERBUND ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, auf 16,2% (Vorjahr: 15,5%).

Ein Zinsanstieg um 1,0% würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportefeuille zu einem um 6,9 Mio. € p.a. (Vorjahr: 5,7 Mio. € p.a.) geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern führen. Grundsätzlich wird versucht, durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.

Zum 31.12.2010 bestehen Zinsswaps in Zusammenhang mit bilanziell geschlossenen Positionen. Der Zeitwert dieser Derivativgeschäfte bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten beizulegenden Zeitwert der dazugehörigen Finanzverbindlichkeit exakt entspricht. Die Zeitwertänderungen der Zinsswaps entsprechen den zinsinduzierten Wertschwankungen der gesicherten und den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten.

Zum 31.12.2010 bestehen weitere Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 425,2 Mio. € (Vorjahr: 428,0 Mio. €). Es erfolgte dabei ein Wechsel von variabler auf fixe Verzinsung, um das bestehende niedrige Zinsniveau auch längerfristig abzusichern. Diese Zinsswaps wurden als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges gemäß IAS 39 designiert.

Die Finanzverbindlichkeiten sind samt ihrer beizulegenden Zeitwerte unter (30) Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten nach IFRS 7 dargestellt. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportefeuilles beträgt 5,6 Jahre (Vorjahr: 6,6 Jahre).

Währungsänderungsrisiko

Auf der Aktivseite ergeben sich, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf der Währungsbasis Euro abgewickelt werden, keine wesentlichen Währungsänderungsrisiken; das Gleiche gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Da die Wertpapiere und Ausleihungen aus bilanziell geschlossenen Positionen sowie die dazugehörigen Verpflichtungen ausschließlich in US-Dollar denominiert sind, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko. Was die Finanzverbindlichkeit aus einer vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktion betrifft, die derzeit bilanziell nicht geschlossen ist, so wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, die das Währungsänderungsrisiko eliminieren.

Im Bereich der restlichen Finanzverbindlichkeiten sehen die Regeln im Bereich des Risikomanagements von VERBUND für Finanzierungen in Fremdwährungen Höchstwerte für die jeweiligen Währungsanteile (z.B. maximal 5,0% für den Yen) vor; es erfolgten in der Berichtsperiode 2010 keine Überschreitungen dieser Grenzen. Zum 31.12.2010 stellt sich das Währungsänderungsrisiko der gesamten Finanzverbindlichkeiten (in Yen) wie folgt dar:

Aushaftung in Mio. €
Fremdwährung 31.12.2010 31.12.2009
12.900,0 Mio. ¥ 118,7 99,1

Ein ungesichertes Fremdwährungsänderungsrisiko besteht bei der angeführten Finanzverbindlichkeit in Yen. Bei einem Anstieg des Kurses von Yen zu Euro um 1,0% würde sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um rund 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) verschlechtern.

Risiko aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen

Mit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im Laufe der Berichtsperiode 2008 veränderte sich für VERBUND das Risikoprofil der Cross-Border-Leasing-Transaktionen – im Wesentlichen durch Bonitätsverschlechterungen von Vertragsparteien (Banken und Versicherungen). Gleichzeitig erhöhte sich durch den gestiegenen Liquiditätsbedarf von amerikanischen Cross-Border-Leasing-Investoren sowie durch Einigungen dieser Investoren mit den amerikanischen Steuerbehörden in puncto anzuerkennender Steuervorteile deren Bereitschaft, einzelne Transaktionen vorzeitig zu beenden. VERBUND nutzte diese Möglichkeiten und konnte bereits in der Berichtsperiode 2009 insgesamt rund 77% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen auflösen; in der Berichtsperiode 2010 folgten weitere rund 8%. Das verbleibende Transaktionsvolumen beträgt insgesamt rund 1.000,0 Mio. \$ und entspricht rund 15% der gesamten ursprünglichen Transaktionen. Der ursprünglich erzielte Nettobarwertvorteil dieser Transaktionen betrug rund 76,0 Mio. €. Diese letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Haftungen, die allenfalls für VERBUND daraus entstehen können – dies ist aus heutiger Sicht allerdings sehr unwahrscheinlich –, sind zum Teil noch durch Rückhaftungen abgesichert (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken).

Die vorzeitigen Beendigungen von Cross-Border-Leasing-Transaktionen erfolgten zum Teil als vollständige Auflösungen, das heißt, es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten (A-Loans und B-Loans) und Veranlagungen rückgeführt. Zum Teil erfolgten aber auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die zugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans aber von VERBUND fortgeführt wurden. Die bestehenden B-Payment Undertaking Agreements bzw. die entsprechenden Veranlagungen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Derivativgeschäfte (Zinsswaps, Fair Value Hedges) wurden bei diesen als partiell aufgelöst bezeichneten Transaktionen weitergeführt. Die bisher bestehende bilanzielle Deckung ist somit ebenfalls weiterhin gegeben. Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung dieser Positionen entsprechen einander wertmäßig wie valutarisch und werden gegeneinander aufgerechnet. Der Referenzwert der Zinsswaps beläuft sich auf 238,1 Mio. \$ (Vorjahr: 241,0 Mio. \$); der Referenzwert eines diesbezüglichen Devisentermingeschäfts beläuft sich auf 29,3 Mio. \$ (Vorjahr: 28,6 Mio. \$).

Bei der einzig verbleibenden aufrechten Cross-Border-Leasing-Transaktion besteht weiterhin das Risiko, wenn das Rating von VERBUND unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, dass ein sogenanntes Head Lease Filing (Grundbucheintragung) durchzuführen ist. Ebenso besteht weiterhin das Risiko, wenn das Rating eines Veranlagungspartners bzw. eines Veranlagungsinstruments unter einen bestimmten Schwellenwert fällt, dass entweder das Instrument auszutauschen ist oder zusätzliche Sicherheiten oder Letter of Credits bereitzustellen sind. Gleiches gilt bei zwei vorzeitig beendeten Transaktionen, bei denen die Finanzverbindlichkeiten fortgeführt wurden, wenn der Veranlagungspartner oder VERBUND eine bestimmte Verschlechterung im Rating erfährt. In diesem Fall sind entsprechende Erstmaßnahmen durchzuführen.

Die Ratings der Vertragsparteien bzw. das Rating von VERBUND liegen zum 31.12.2010 über den vertraglich vereinbarten Schwellenwerten. Für VERBUND besteht daher aktuell kein Handlungsbedarf, einzelne Vertragspartner oder Veranlagungsinstrumente auszutauschen; das diesbezügliche Risiko ist derzeit als sehr unwahrscheinlich einzustufen. Dieses Risiko ist nicht zuletzt auch dadurch stark herabgemindert, dass zum Teil Gewährträgerhaftungen durch Gebietskörperschaften für einzelne Vertragsparteien bestehen.

Energiebereich

Im Rahmen des Kerngeschäfts ist VERBUND auf den internationalen Märkten mit entsprechenden Chancen und Risiken (vor allem mit Markt-, Kontrahenten- und operationalen Risiken) konfrontiert. Aus diesem Grund sind strikte Richtlinien die wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Agieren auf diesen Märkten. Sicherheit im Umgang mit Marktrisiken wird durch Rulebooks und darin festgelegte Limits gewährleistet. Ebenso wird das Kontrahentenrisiko durch eigene Richtlinien sowohl auf Konzern- wie auch auf Ebene der Tochterunternehmen geregelt. Darüber hinaus wurde für das Handling der operationalen Risiken ein eigenes Prozesshandbuch erstellt.

Die aktuelle Ausnutzung der diversen Limits in puncto Marktrisiko (Value at Risk, Stress-Limit, Stop-Loss- und Positionslimits) wird täglich überwacht und berichtet. Die Risikolage der (derivativen) Finanzinstrumente im Energiebereich wird tagesaktuell überwacht und gesteuert.

Zum 31.12.2010 setzen sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards, Gasforwards, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen:

Cashflow Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2010 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 11,0 53,7 – 42,7
Forwards 4,3 36,0 – 31,7
Swaps 0,0 0,0 0,0
Total vor Netting 15,3 89,7 – 74,4
davon kurzfristig 12,2 82,7 – 70,5
davon langfristig 3,1 7,0 – 3,9
davon im sonstigen Ergebnis – 74,4
Wholesale zum 31.12.2010 in Mio. €
Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 74,8 58,9 15,8
Forwards 200,9 164,0 36,9
Total vor Netting 275,6 222,9 52,7
davon kurzfristig 204,6 156,7 47,9
davon langfristig 71,0 66,2 4,8
Bereits realisierte Futures – 56,0
Summe – 3,3
in Mio. €
Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
0,8 0,6 0,1
276,6 274,1 2,5
277,4 274,7 2,6
267,9 265,5 2,4
9,5 9,2 0,3

Gesamt zum 31.12.2010 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 86,5 113,2 – 26,7
Forwards 481,7 474,1 7,6
Swaps 0,0 0,0 0,0
Total vor Netting 568,3 587,3 – 19,1
Berücksichtigung von Nettingvereinbarungen – 469,6 – 469,6 0,0
Total nach Netting 98,7 117,7 – 19,1
EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures – 26,6
Erfasst in den kurzfristigen sonstigen Forderungen bzw. sonstigen
Verbindlichkeiten 98,7 91,1 7,5

Zum 31.12.2009 setzen sich die derivativen Finanzinstrumente im Energiebereich (Stromfutures und Stromforwards, Gasforwards, CO2-Futures und CO2-Forwards) wie folgt zusammen:

Cashflow Hedges (Absatz und Beschaffung) zum 31.12.2009 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 93,2 89,2 4,0
Forwards 60,5 21,8 38,7
Total vor Netting 153,7 111,0 42,7
davon kurzfristig 152,7 111,0 41,8
davon langfristig 0,9 0,0 0,9
davon im sonstigen Ergebnis 42,7

Wholesale zum 31.12.2009 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 105,7 166,0 – 60,3
Forwards 420,6 265,4 155,2
Total vor Netting 526,3 431,5 94,8
davon kurzfristig 417,3 359,9 57,4
davon langfristig 109,0 71,5 37,5
Bereits realisierte Futures – 86,1
Summe 8,7
Trading inklusive CO2 zum 31.12.2009 in Mio. €
Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 1,0 1,7 – 0,6
Forwards 522,7 513,0 9,7
Total vor Netting 523,7 514,7 9,0
davon kurzfristig 495,5 487,4 8,0
davon langfristig 28,3 27,2 1,0

Gesamt zum 31.12.2009 in Mio. €

Positive Zeitwerte Negative Zeitwerte Netto
Futures 199,9 256,9 – 57,0
Forwards 1.003,8 800,2 203,6
Total vor Netting 1.203,7 1.057,1 146,6
Berücksichtigung von Nettingvereinbarungen – 836,4 – 836,4 0,0
Total nach Netting 367,3 220,7 146,6
EEX/ECX-Abrechnung Variation Margins zu Futures – 57,0
Erfasst in den kurzfristigen sonstigen Forderungen bzw. sonstigen
Verbindlichkeiten 367,3 163,7 203,6

Derivative Finanzinstrumente im Energiebereich mit positiven Zeitwerten sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst; solche mit negativen Zeitwerten finden sich unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von potenziellen Preisschwankungen am Strommarkt (–10,0% bis +10,0%) auf das operative Ergebnis (Wholesale-Portfolio, Trading-Portfolio) sowie auf das Eigenkapital (Cashflow Hedges) gemessen. Eine Steigerung des Marktpreises um +10,0% hätte aktuell eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von –4,4 Mio. € und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von –71,3 Mio. €. Ein Fallen des Marktpreises um –10,0% hätte aktuell eine Auswirkung auf das operative Ergebnis in Höhe von +4,4 Mio. € und auf das Eigenkapital (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) in Höhe von +71,3 Mio. €.

Die durch Cashflow Hedges abgesicherten künftigen Absatz- und Beschaffungsgeschäfte werden in den folgenden vier Jahren (2011 bis 2014) eintreten und dabei entsprechend ergebniswirksam werden. Zum 31.12.2010 ergaben sich keine ergebniswirksam zu erfassenden ineffektiven Teile aus Cashflow Hedges gemäß IAS 39.

In der Berichtsperiode 2010 wurde ein Betrag in Höhe von –64,1 Mio. € (Vorjahr: 239,0 Mio. €) im sonstigen Ergebnis erfasst; –53,0 Mio. € (Vorjahr: –353,8 Mio. €) wurden ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Aus der Verrechnung mit dem erstmaligen Wertansatz von Bilanzposten (basis adjustments) in Zusammenhang mit Kohlevorräten resultierte in der Berichtsperiode 2010 ein Ergebniseffekt in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr: –8,3 Mio. €).

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Zum 31.12.2010 waren rund 85% des ursprünglichen Volumens an Cross-Border-Leasing-Transaktionen aufgelöst. Die letzte noch aufrechte Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Für den nicht getilgten Teil der Leasingverbindlichkeit aus dieser Cross-Border-Leasing-Transaktion besteht zum 31.12.2010 eine subsidiäre Haftung von VERBUND in Höhe von 524,8 Mio. € (31.12.2009: 827,2 Mio. €). Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 412,6 Mio. € (31.12.2009: 722,1 Mio. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Strombezugsberechtigten und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftungen) gesichert. Darüber hinaus sind 159,1 Mio. € (Vorjahr: 140,3 Mio. €) durch bilanzexterne Veranlagungen in Zero Coupons der Europäischen Investitionsbank, die auch durch eine Garantie der Financial Security Assurance Inc. (FSA) versichert sind, abgedeckt.

Zum 31.12.2010 bestanden aus sonstigen Haftungsverhältnissen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 26,3 Mio. € (Vorjahr: 24,4 Mio. €). Dabei handelt es sich um Garantien, die die VERBUND-Austrian Hydro Power AG (nunmehr VERBUND Hydro Power AG) für die nicht konsolidierte Verbundplan Birecik Baraji Isletme Ltd. Sti. (VBOC), an der sie zu 70% beteiligt ist, abgegeben hat. Die nicht konsolidierte VBOC ist im Rahmen eines Betreibermodells (Build Operate Transfer, BOT) über 15 Jahre mit der Betriebsführung des Wasserkraftwerks Birecik am Euphrat in der Türkei betraut. Die Garantien beziehen sich auf Haftungen der VBOC aus ihrer Betriebsführungstätigkeit für die Birecik Baraj ve Hidroelektrik Santrali Tesis ve Isletme A.S. in der Türkei.

Verträge und Bestellobligos

in Mio. €
Gesamt
verpflichtung
zum
31.12.2010
Verpflichtung
innerhalb
eines Jahres
Verpflichtung
innerhalb von
fünf Jahren
Miet-, Leasing- und Versicherungsverträge k.A.1 10,6 45,7
Bestellobligo für Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und sonstige Leistungen 509,7 340,9 509,7

Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauern betragsmäßig nicht bestimmbar.

Betriebsbeihilfe

Für das Kraftwerk Voitsberg III hat die VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG in der Vergangenheit Beihilfen von der Energie-Control GmbH erhalten. Mit der Änderung von § 69 Abs. 6 ElWOG hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei Entstehen eines Anspruches auf Rückerstattung von bereits gewährten Betriebsbeihilfen die Republik Österreich oder die Energie-Control GmbH berechtigt werden, diese als Begünstigte inklusive Verzinsung zurückzufordern. Für dieses Risiko aus laufenden Verfahren besteht eine Rückstellung.

Bezugsverträge

Mit der Ennskraftwerke AG besteht ein Strombereitstellungsvertrag, gemäß dem die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner von VERBUND gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abgenommen werden muss.

Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG und der Donaukraftwerk Jochenstein AG bestehen Stromlieferungsverträge, gemäß denen die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Energie von VERBUND gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Eigenkapitalverzinsung abgenommen werden muss.

Gemäß einem Stromlieferungsvertrag ist die E.ON Wasserkraft GmbH (EWK) verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Eglfing an VERBUND zu den um einen vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern. Im Gegenzug ist VERBUND gegenüber der EWK zur Abnahme des gelieferten Stroms verpflichtet.

Mit der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. besteht ein mindestens bis 2025 laufender Stromabnahmevertrag (off-take agreement), gemäß dem 40% des vom Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Pont-sur-Sambre produzierten Stroms von der VERBUND International GmbH gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen (zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals, maximal aber zum Marktpreis) abzunehmen sind.

Die Weglokoks S.A. bietet im Rahmen eines am 6.8.2007 geschlossenen jährlich kündbaren Basisvertrags der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG jährlich mindestens 450.000 t Steinkohle zu verhandelbaren Preisen an. Für die Lieferung in der Berichtsperiode 2011 wurden bislang für eine Menge von 150.000 t die Preise vereinbart. Ferner wurde mit der OKD S.A. ein Vertrag über den Bezug von 750.000 t tschechischer Steinkohle in der Berichtsperiode 2011 abgeschlossen.

Mit der EconGas GmbH besteht ein 15 Jahre nach Lieferbeginn (spätestens 1.10.2012) kündbarer Erdgasliefervertrag über rund 750 Mio. Nm3 Erdgas pro Jahr für das in Bau befindliche Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach.

Mit der Gasnetz Steiermark GmbH besteht ein für die Belieferung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach notwendiger Kapazitätserweiterungsvertrag über die Zur-Verfügung-Stellung von Transportkapazitäten in Höhe von maximal 150.400 Nm3 pro Stunde.

Darüber hinaus bestehen weitere für die Geschäftstätigkeit übliche Bezugsverträge, die vor allem die Lieferung von Primärenergieträgern und Strom umfassen.

Sonstige Verpflichtungen

Die offenen Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich umfassen Eigenkapitalzufuhren zu Beteiligungsunternehmen, sofern die entsprechenden Gesellschafterbeschlüsse bereits gefasst sind. Zum 31.12.2010 bestehen im Beteiligungsbereich keine offenen Einzahlungsverpflichtungen (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

In Zukunft können Einzahlungsverpflichtungen aus einem Rahmenvertrag zwischen VERBUND und Sabanci Holding A.S. zur Schaffung eines Erzeugungsportfolios mit einer installierten Leistung von rund 5.000 Megawatt in der Türkei bis 2015 entstehen. Die entsprechenden Projekte der Enerjisa Enerji Üretim A.S. sind mit Eigenkapitalquoten zwischen 30% und 40% zu finanzieren. Der Anteil von VERBUND daran beträgt 50%.

Für Kraftwerks- und Leitungsbauten werden – dies ist typisch für die Energiewirtschaft – laufend Entschädigungszahlungen an Grundeigentümer für wirtschaftliche Nachteile geleistet. Der Barwert dieser Verpflichtungen ist für VERBUND insgesamt nicht wesentlich.

Die Sorgenia S.p.A. (Group) betreibt ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm, bei dem Stock Options an Mitglieder des Managements ausgegeben werden. Für die im Rahmen dieses Vergütungsprogramms erworbenen Aktien an der Sorgenia S.p.A. (Group) bestehen seitens der Mitglieder des Managements Put-Optionen, die es ihnen ermöglichen, die Aktien den Eigentümern der Sorgenia S.p.A. (Group) anteilig anzudienen. Derzeit hält VERBUND 44,8% an der Sorgenia S.p.A. (Group).

Durchschnittlicher Personalstand

2010 2009 Veränderung
Angestellte 2.782 2.590 192
Arbeiter 86 112 – 26
Lehrlinge 147 118 29
Durchschnittlicher Personalstand1 3.015 2.820 195

Teilzeitbeschäftigte wurden arbeitszeitaliquot berücksichtigt.

Zum Bilanzstichtag hatten 423 (Vorjahr: 476) Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Die Voraussetzung dafür war eine zumindest 20-jährige Tätigkeit in VERBUND und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

Personalbereitstellung

In der Berichtsperiode 2010 waren durchschnittlich 67 (Vorjahr: 71) Dienstnehmer an die Pöyry Energy GmbH zur Erfüllung verschiedenster Aufgaben im Bereich Engineering und Consulting abgestellt. VERBUND hält an der Pöyry Energy GmbH einen Anteil von 25,1% (siehe: Konzernunternehmen). Die Abstellung erfolgt zu standardisierten Verrechnungssätzen, wobei die Abrechnung einerseits von der Qualifikation und andererseits von marktkonformen Stundensätzen abhängt.

Darüber hinaus gab es in der Berichtsperiode 2010 durchschnittlich insgesamt 1 Abstellung (Vorjahr: 1) an nicht konsolidierte Tochterunternehmen von VERBUND.

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers beziehen sich auf das Mutter- und die Tochterunternehmen sowie auf jene Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND, die vom (Netzwerk des) Konzernabschlussprüfer(s) geprüft wurden. Der Konzernabschlussprüfer von VERBUND war 2010 ebenso wie 2009 die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.

Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers in Tsd. €
2010 2009
Konzern- und Jahresabschlussprüfung(en) sowie sonstige Bestätigungsleistungen1 2.755,2 1.143,8
Sonstige Beratungsleistungen 185,7 104,0
Gesamtaufwendungen 2.940,9 1.247,8

Jener Teil der Aufwendungen für sonstige Bestätigungsleistungen, der zu den Transaktionskosten der Kapitalerhöhung zählt, wurde nicht ergebniswirksam erfasst, sondern kürzt gemäß IAS 32 (gemindert um die zurechenbaren Ertragsteuern) das Eigenkapital.

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties) von VERBUND zählen alle Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen. Darüber hinaus zählen die Vorstände und Aufsichtsräte von VERBUND, von ihnen beherrschte Unternehmen sowie ihre nahen Angehörigen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Republik Österreich ist aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin eine nahestehende Person. Folglich gelten auch unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen als nahestehend. Dazu zählen insbesondere die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) und die Energie-Control GmbH.

Die Geschäftstransaktionen mit nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-, Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen

Der Kreis der Gemeinschaftsunternehmen von VERBUND erweiterte sich gegenüber dem Vorjahr um die Energji Ashta Shpk (siehe: Grundsätze der Rechnungslegung).

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen in Mio. €
2010 2009
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 38,9 40,2
Netzerlöse 5,8 7,4
Sonstige Erlöse 8,2 2,6
Sonstige betriebliche Erträge 0,4 0,1
Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) 48,4 53,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,6 1,6
Zinsertrag 0,7 1,0
Bilanz
Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 24,0 35,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen 75,0 4,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 12,1 10,1

VERBUND bezog in der Berichtsperiode 2010 auf Basis von Strombezugsverträgen (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken) Strom von der Ennskraftwerke AG in Höhe von 19,9 Mio. € (Vorjahr: 24,4 Mio. €), der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke AG in Höhe von 16,2 Mio. € (Vorjahr: 17,9 Mio. €) und der Donaukraftwerk Jochenstein AG in Höhe von 9,4 Mio. € (Vorjahr: 8,8 Mio. €).

Gegenüber der Energji Ashta Shpk bestand zum 31.12.2010 eine in den Finanzanlagen enthaltene langfristige Ausleihung in Höhe von 24,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) und eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 33,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Beide dienen der Finanzierung von Errichtungsleistungen in Zusammenhang mit einer albanischen Wasserkraftwerkskonzession. Zur Sicherstellung der mit den Errichtungsleistungen beauftragten Unternehmen wurden von VERBUND Garantien und Patronatserklärungen beigebracht.

Zur Sicherstellung der Finanzierungen der türkischen Gemeinschaftsunternehmen Enerjisa Enerji Üretim A.S. und Enerjisa Elektrik Dagitim A.S. durch internationale Bankenkonsortien wurden von VERBUND Patronatserklärungen beigebracht.

In der Berichtsperiode 2010 wurde außerdem eine Forderung gegenüber der Ennskraftwerke AG in Höhe von 35,0 Mio. € (Vorjahr: 35,0 Mio. €) von den Finanzanlagen in die sonstigen kurzfristigen Forderungen umgegliedert.

Die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen wirkten sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz von VERBUND wie folgt aus:

Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen in Mio. €
2010 2009
Gewinn- und Verlustrechnung
Stromerlöse 426,0 471,8
Netzerlöse 45,4 48,4
Sonstige Erlöse 33,0 5,6
Sonstige betriebliche Erträge 3,1 6,1
Strom-, Netz- und Gasbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) 192,6 136,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6,8 5,1
Zinsertrag 7,7 7,9
Bilanz
Finanzanlagen und sonstige langfristige Forderungen 178,5 187,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen 80,8 39,2
Finanzverbindlichkeiten – langfristig 9,0 0,0
Finanzverbindlichkeiten – kurzfristig 0,7 0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 9,4 9,2

Die Stromerlöse resultieren im Wesentlichen aus Stromlieferungen an die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG in Höhe von 74,2 Mio. € (Vorjahr: 44,2 Mio. €), die POWEO S.A. in Höhe von 54,0 Mio. € (Vorjahr: 109,4 Mio. €) und die STEWEAG-STEG GmbH in Höhe von 284,8 Mio. € (Vorjahr: 306,0 Mio. €). Diesen stehen Strombezüge von der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG in Höhe von 66,0 Mio. € (Vorjahr: 14,7 Mio. €), der POWEO S.A. in Höhe von 26,9 Mio. € (Vorjahr: 71,7 Mio. €) und der STEWEAG-STEG GmbH in Höhe von 17,5 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €) gegenüber.

Zusätzlich bezog VERBUND in der Berichtsperiode 2010 auf Basis eines Stromabnahmevertrags (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken) Strom von der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. in Höhe von 70,9 Mio. € (Vorjahr: 20,4 Mio. €).

In den Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Forderungen mit assoziierten Unternehmen war zum 31.12.2010 der langfristige Teil einer bis 2023 laufenden Ausleihung von VERBUND an die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. in Höhe von 163,9 Mio. € (Vorjahr: 183,0 Mio. €) enthalten; der kurzfristige Teil dieser Ausleihung in Höhe von 13,1 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) war in den sonstigen kurzfristigen Forderungen enthalten. Die Ausleihung diente zur (anteiligen) Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Pont-sur-Sambre. Für die Ausleihung besteht eine hypothekarische Sicherstellung in Form des thermischen Kraftwerks.

Zur (anteiligen) Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul wurde von VERBUND als Garantiegeber eine Finanzgarantie für einen Kredit in Höhe von 185,0 Mio. € beigebracht. Die Finanzgarantie wurde zum beizulegenden Zeitwert der von der POWEO Toul Production S.A.S. zu leistenden Garantieentgelte angesetzt. Zum 31.12.2010 war der langfristige Teil dieser Finanzgarantie in Höhe von 9,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) in den sonstigen langfristigen Forderungen enthalten; der kurzfristige Teil dieser Finanzgarantie in Höhe von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) war in den sonstigen kurzfristigen Forderungen enthalten.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Forderungen mit assoziierten Unternehmen war zum 31.12.2010 eine Forderung gegenüber der POWEO S.A. in Höhe von 25,0 Mio. € aus einer Kreditzusage (in Höhe von insgesamt 35,0 Mio. €) zur Deckung von Finanzierungsbedarfen im Working Capital enthalten. Ferner bestanden zum 31.12.2010 gegenüber der POWEO S.A. (Group) kurzfristige Forderungen aus Stromlieferungen und Zinserträgen, die aus der Ausleihung an die POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. entstanden sind.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber assoziierten Unternehmen waren zum 31.12.2010 insgesamt Verbindlichkeiten gegenüber der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. in Höhe von 5,1 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio. €) enthalten. Diese resultieren aus einem langfristigen Stromabnahmevertrag am Kraftwerk in Pont-sur-Sambre (siehe: Sonstige Verpflichtungen und Risiken).

In der Berichtsperiode 2010 wurde VERBUND ein Investitionszuschuss in Höhe von 16,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) seitens der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG für die Kraft-Wärme-Kopplung im Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach gewährt. Daraus resultierte zum 31.12.2010 eine sonstige kurzfristige Forderung in Höhe von 11,2 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

In Zusammenhang mit einem langfristigen Erdgasliefervertrag besteht eine anteilige Rückhaftung von VERBUND aus einer zugunsten der ENI S.p.A. seitens der POWEO Pont-sur-Sambre Production S.A.S. beigebrachten Bankgarantie.

Für die Baufinanzierung des Gas-und-Dampfturbinen-Kombinationskraftwerks in Toul durch ein deutsch-österreichisches Bankenkonsortium übernahm VERBUND in der Berichtsperiode 2010 eine Finanzgarantie. Diese wurde in Höhe des Barwerts der seitens der POWEO Toul Production S.A.S. zu leistenden Garantieentgelte in den Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen bilanziert; dieser Forderung steht in gleicher Höhe eine in den sonstigen Finanzverbindlichkeiten erfasste Garantieverbindlichkeit gegenüber (siehe: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). In Zusammenhang mit der Finanzgarantie besteht eine hypothekarische Sicherstellung in Form des (in Bau befindlichen) thermischen Kraftwerks.

Transaktionen mit der Republik Österreich sowie unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen

Die Stromlieferungen an die Republik Österreich beliefen sich in der Berichtsperiode 2010 auf 0,03 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Die Stromlieferungen an unter beherrschendem Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen betrugen in der Berichtsperiode 2010 insgesamt 65,5 Mio. € (Vorjahr: 87,1 Mio. €). Diesen Stromlieferungen stand ein Strombezug von unter beherrschendem Einfluss der Republik Österreich stehenden Unternehmen in Höhe von 31,6 Mio. € (Vorjahr: 32,2 Mio. €) gegenüber.

Der Aufwand von VERBUND für die Aufsicht durch die Energie-Control GmbH betrug in der Berichtsperiode 2010 insgesamt 9,9 Mio. € (Vorjahr: 9,3 Mio. €).

Angabe zu den Organen

Detaillierte Angaben zu den Organen der VERBUND AG sind im Corporate-Governance-Bericht dargestellt. Die folgenden Darstellungen konzentrieren sich auf die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Bezüge des Vorstands: kurzfristig fällige Vergütungen in €
Fixe Bezüge Variable Bezüge
DI Wolfgang Anzengruber 609.951 277.566
Dr. Johann Sereinig 581.051 320.226
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer 399.587 181.233
Mag. Christian Kern (bis 7.6.2010) 268.708 221.233

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen in der Berichtsperiode 2010 insgesamt 2.859.553 € (Vorjahr: 2.730.427 €). Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahrs, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder in der Berichtsperiode 2010 ausbezahlten variablen Bezüge für die Berichtsperiode 2009. Bei Mag. Christian Kern sind auch (anteilige) variable Bezüge für die Berichtsperiode 2010 in Höhe von 40.000 € enthalten, die vereinbarungsgemäß nach seinem Ausscheiden per 7.6.2010 an ihn ausbezahlt wurden. Außerdem ist bei Mag. Christian Kern eine Urlaubsersatzleistung in Höhe von 94.954 € enthalten.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für die Berichtsperiode 2009 betrug dieser Prozentsatz maximal zwischen 50% und 60%. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für die Berichtsperiode vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte für die Berichtsperiode 2009 zu 50% auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50% auf qualitativen (zum Teil mittelfristigen) Zielen – beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturellorganisatorischen Bereich. Die Grundsätze der Erfolgsbeteiligung des Vorstands waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstands im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. In der Berichtsperiode 2010 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in Höhe von 115.714 € bezahlt (Vorjahr: 135.850 €).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Im der Berichtsperiode 2010 sind 707.387 € (Vorjahr: 722.204 €) für Pensionen und Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen für den Vorstand 42.891 € (Vorjahr: 212.106 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene 97.792 € (Vorjahr: 97.549 €).

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen insgesamt 212.779 € (Vorjahr 203.560 €). An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

Konzernunternehmen

Die nachfolgende Liste umfasst die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen von VERBUND. Weiters sind in dieser Liste auch nicht konsolidierte Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen ≥ 20% enthalten. Die Aufstellung enthält die Abschlussdaten aus dem jeweils letzten verfügbaren Jahres- bzw. Konzernabschluss des Unternehmens. Bei Abschlüssen in Fremdwährung erfolgte die Umrechnung der Daten mit dem Kurs zum Bilanzstichtag.

Konzernunternehmen in Tsd. €
Gesellschaft Sitz Konso
lidierungs
art
Ober
gesellschaft
Anteil der
Obergesellschaft
am Kapital
Bilanzstichtag Eigenkapital Perioden
ergebnis
Anm.
VERBUND AG (VH) Wien VK 31.12.2010 2.713.957 362.444 1
VERBUND
Beteiligungsholding GmbH
(VBH)
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 1.048.696 – 44.305 1
VERBUND International
GmbH (VIN)
Wien VK VBH 100,00% 31.12.2010 1.004.208 – 44.823 1
VERBUND Italia S.p.A. (VIT) Mailand VK VIN 100,00% 31.12.2010 647.351 3.888 1
Austrian Power Grid AG
(APG)
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 329.062 28.797 1
VERBUND Renewable
Power GmbH (VRP)
Wien VK VBH 100,00% 31.12.2010 45.172 733 1
VERBUND Wind Power
Austria GmbH (VRP-AT)
Wien VK VRP
VBH
99,75%
0,25%
31.12.2010 30.661 861 1
Haos Invest EAD Sofia VK VRP 100,00% 31.12.2010 11.316 – 257 1
VERBUND Management
Service GmbH (VMS)
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 10.669 9.469 1
VERBUND Sales GmbH
(VSA)
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 9.783 3.320 1
VERBUND Photovoltaics
Ibérica, S.L. (Group)
Madrid VK VRP 100,00% 31.12.2010 4.894 554 1
CAS Regenerabile S.R.L. Bukarest VK VRP
VRP-AT
99,90%
0,10%
31.12.2010 4.889 – 968 1
VERBUND Telekom Service
GmbH
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 4.299 6.483 1
VERBUND Trading AG
(VTR)
Wien VK VH 100,00% 31.12.2010 1.734 1.157 1
VERBUND Umwelttechnik
GmbH
Klagenfurt VK VRP 100,00% 31.12.2010 672 369 1
VERBUND Finanzierungs
Service GmbH
Wien VK VMS 100,00% 31.12.2010 232 902 1
VERBUND Kraftwerke
Beteiligungsholding GmbH
Wien VK VBH 100,00% 31.12.2010 35 6 1
VERBUND International
Finance B.V.
Amsterdam VK VH 100,00% 31.12.2010 – 5.293 1.777 1
Konzernunternehmen in Tsd. €
Gesellschaft Sitz Konso
lidierungs
art
Ober
gesellschaft
Anteil der
Obergesellschaft
am Kapital
Bilanzstichtag Eigenkapital Perioden
ergebnis
Anm.
VERBUND Innkraftwerke
Deutschland GmbH Töging VK VKB 96,54% 31.12.2010 836.856 12.647 1
VERBUND Kraftwerke
Beteiligungsholding GmbH
& Co KG (VKB) Wien VK VBH 94,90% 31.12.2010 3.944 1.156 1
VERBUND Tourismus VHP 81,88%
GmbH Kaprun VK VMS 18,12% 31.12.2010 4.126 721 1
VERBUND Hydro Power AG
(VHP) Wien VK VH 80,33% 31.12.2010 1.626.228 420.362 1
VERBUND Thermal Power
GmbH Graz VK VH 59,49% 31.12.2010 1.455 1.049 1
VERBUND Thermal Power
GmbH & Co KG Graz VK VH 55,65% 31.12.2010 292.358 16.822 1
Alpha Wind S.R.L. Bukarest VK VRP 50,07% 31.12.2010 3.398 – 136 1
Enerjisa Enerji Üretim A.S.
(Group) Istanbul EQ VIN 50,00% 31.12.2009 785.504 33.049 2, 4
Enerjisa Elektrik Dagitim
A.S. (Group)
Istanbul EQ VIN 50,00% 31.12.2009 539.456 2.422 2, 4
Österreichisch-Bayerische
Kraftwerke
Aktiengesellschaft Simbach EQ VH 50,00% 31.12.2009 51.361 3.272 4, 5
Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft Steyr EQ VH 50,00% 31.12.2009 13.906 882 4, 5
Donaukraftwerk
Jochenstein
Aktiengesellschaft Passau EQ VH 50,00% 31.12.2009 13.576 818 4, 5
Energji Ashta Shpk Tirana EQ VHP 50,00% 31.12.2009 10.110 136 1, 4
Enerjisa Elektrik Enerjisi
Toptan Satis A.S. Istanbul EQ VIN 50,00% 31.12.2009 1.665 419 1, 4
Enerjisa Dogalgaz Toptan
Satis A.S. Istanbul EQ VIN 50,00% 31.12.2009 343 – 3 1, 4
Grenzkraftwerke
Gesellschaft mit
beschränkter Haftung Simbach EQ VHP 50,00% 31.12.2009 127 77 4, 5
Energie Klagenfurt GmbH Klagenfurt EQ VH 49,00% 31.12.2009 66.583 2.618 4, 5
POWEO S.A. (Group) Paris EQ VIN 46,01% 31.12.2009 279.041 – 93.906 2, 6
Gletscherbahnen Kaprun
Aktiengesellschaft Kaprun EQ VMS 45,00% 30.09.2009 40.080 107 5
Sorgenia S.p.A. (Group) Mailand EQ VIT 44,85% 31.12.2009 1.033.818 80.149 2
Kärntner
Restmüllverwertungs
GmbH Arnoldstein EQ VRP 42,87% 31.12.2009 13.338 1.995 5
POWEO Production S.A.S. Paris EQ VIN 40,00% 31.12.2009 225.596 – 308 2, 6
KELAG-Kärntner
Elektrizitäts
Aktiengesellschaft Klagenfurt EQ VH 35,17% 31.12.2009 491.143 74.386 2
STEWEAG-STEG GmbH Graz EQ VH 34,57% 31.12.2009 348.734 46.566 5

212

Konzernunternehmen in Tsd. €
Gesellschaft Sitz Konso
lidierungs
art
Ober
gesellschaft
Anteil der
Obergesellschaft
am Kapital
Bilanzstichtag Eigenkapital Perioden
ergebnis
Anm.
Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und Betriebs
GmbH
Wien EQ VHP 33,33% 31.12.2009 39 3 1, 4
Kraftwerk Nußdorf
Errichtungs- und Betriebs
GmbH & Co KG
Wien EQ VHP 33,33% 31.12.2009 6.172 786 1, 4
OeMAG Abwicklungsstelle
für Ökostrom AG
Wien EQ APG 24,40% 31.12.2009 5.745 699 5
APT Power Trading SL
d.o.o. Laibach NK VTR 100,00% 31.12.2009 1.064 61 5
VERBUND Trading
Hungária Kft
Budapest NK VTR 100,00% 31.12.2009 788 142 5
VERBUND Trading Slovakia
s.r.o. Bratislava NK VTR 100,00% 31.12.2009 593 54 5
VERBUND Trading Czech
Republic s.r.o.
Prag NK VTR 100,00% 31.12.2009 571 108 5
VERBUND Trading & Sales
Deutschland GmbH
München NK VTR 100,00% 31.12.2009 203 95 5
VERBUND-Power Trading
Macedonia dooel
Skopje NK VTR 100,00% 31.12.2009 98 35 5
VERBUND Trading Serbia
d.o.o. Belgrad NK VTR 100,00% 31.12.2009 80 38 5
Lestin & Co. Tauch- und
Bergungsunternehmen
Gesellschaft m.b.H.
Passau NK LESTIN 100,00% 31.12.2009 78 0 5
VERBUND-Austrian Power
Trading d.o.o.
Zagreb NK VTR 100,00% 31.12.2009 65 26 5
VERBUND Romania S.R.L. Bukarest NK VIN
VH
99,00%
1,00%
31.12.2009 8 10 5
VERBUND EcoSales GmbH Wien NK VSA 100,00% 3
Ashta
Beteiligungsverwaltung
GmbH
Wien NK VBH 100,00% 3
Lestin & Co. Tauch-,
Bergungs- und
Sprengunternehmen
Gesellschaft m.b.H.
(LESTIN)
Wien NK VMS 82,35% 31.12.2009 482 – 80 5
VERBUND Mobile Power
Region GmbH Wien NK VH 75,10% 3
RIECADO Regional Energy
Capacity Auction Data
Operator GmbH
Wien NK APG 74,80% 31.12.2009 129 73 5
Verbundplan Birecik Baraji
Isletme Ltd.Sti.
Birecik NK VHP 70,00% 31.12.2009 5.915 5.410 5
Energie Austria GmbH Wien NK VH 68,75% 31.12.2009 49 – 4 5
VERBUND-Austrian Power
Trading ENERGA Hellas
Electricity Supply and Trade
S.A. Athen NK VTR 55,00% 31.12.2009 3.040 2.081 5
Konzernunternehmen in Tsd. €
Gesellschaft Sitz Konso
lidierungs
art
Ober
gesellschaft
Anteil der
Obergesellschaft
am Kapital
Bilanzstichtag Eigenkapital Perioden
ergebnis
Anm.
Shkodra Region
Beteiligungsholding GmbH Wien NK VHP 50,01% 3
C.E.M.P. d.o.o. Zagreb NK VRP 50,00% 31.12.2009 275 – 96 4, 5
Gemeinschaftskraftwerk Inn
GmbH Landeck NK VH 50,00% 31.12.2009 214 5 4, 5
Almenland Energie GmbH Fladnitz NK VRP 50,00% 31.12.2009 10 – 3 4, 5
Pöyry Energy GmbH Wien NK VMS 25,10% 31.12.2009 15.657 3.372 5

VK = vollkonsolidiertes Tochterunternehmen / EQ = nach der Equity-Methode bilanziertes Beteiligungsunternehmen / NK = nicht konsolidiertes Unternehmen

1 Einzelabschluss nach IFRSs

2 Konzernabschluss nach IFRSs

3 Gründung 2010

4 Gemeinschaftsunternehmen

Abschluss nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften

6 Die POWEO Production S.A.S., an der die VERBUND International GmbH direkt eine 40%ige Beteiligung hält, ist eine 60%ige vollkonsolidierte Tochtergesellschaft der POWEO S.A. (Group).

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Zuge des Programms zur Restrukturierung der POWEO S.A. (Group) entstanden zusätzliche Finanzierungsbedarfe. Um diese zu decken, übermittelte VERBUND der POWEO S.A. am 21.12.2010 ein Angebot für den Kauf von (weiteren) 60% der Anteile an der POWEO Production S.A.S. Dieses Angebot wurde seitens des Managements der POWEO S.A. am 3.1.2011 angenommen; die Finalisierung der Verträge und das Closing werden für das Quartal 1/2011 erwartet.

Wien, am 1.2.2011

Der Vorstand

DI Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender)

Dr. Johann Sereinig (Stv. Vorsitzender)

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Mitglied)

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss von VERBUND ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND vermittelt.

Wir bestätigen außerdem nach bestem Wissen, dass der Konzernlagebericht von VERBUND den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von VERBUND entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen VERBUND ausgesetzt ist.

Wien, am 1.2.2011

Der Vorstand

DI Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender)

Dr. Johann Sereinig (Stv. Vorsitzender)

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Mitglied)

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der VERBUND AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2010 bis zum 31.12.2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31.12.2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldflussrechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das am 31.12.2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.

Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1.1.2010 bis zum 31.12.2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 1.2.2011

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Gerhard Marterbauer Mag. Maximilian Schreyvogl

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Corporate Governance Bericht

Corporate Governance Bericht

gemäß § 243 b UGB

Corporate Governance – Rahmen

Die VERBUND AG (der Firmenwortlaut Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG wurde 2010 geändert) ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, aus der Gesellschaftssatzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

Bekenntnis zum Corporate Governance Kodex

Allgemeines

verbund bekennt sich vorbehaltlos zum Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Jänner 2010. Mit der aktiven Umsetzung des Kodex sollen eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Konzerns sichergestellt und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder geschaffen werden.

Auch im Geschäftsjahr 2010 sahen es Vorstand und Aufsichtsrat als vorrangige Aufgabe, allen Regeln des Kodex bestmöglich zu entsprechen und die hohen unternehmensinternen Standards zu halten und weiterzuentwickeln. Dies wurde auch von außen mit der Verleihung des Wiener-Börse-Preises 2010 bestätigt. Dabei wurde verbund mit dem 1. Platz in der Kategorie "Corporate Governance" ausgezeichnet.

Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at abrufbar.

Detaillierte Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie seiner Ausschüsse finden sich unter den Punkten "Vorstand" und "Aufsichtsrat".

Wesentliche Ereignisse 2010

Die wichtigsten Ereignisse im Bereich der Corporate Governance im Geschäftsjahr 2010 waren das Ausscheiden des bisherigen Vorstandsmitglieds Mag. Christian Kern sowie die Neuwahl des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse, wobei die Anzahl der Mitglieder in den Ausschüssen verringert wurde.

Nach dem Ausscheiden des o. a. Vorstandsmitglieds wurde vom Aufsichtsrat die Geschäfts verteilung für den Vorstand neu geregelt.

Im Aufsichtsrat verdoppelte sich 2010 der Frauenanteil mit dem Einzug von Frau Christa Wagner in das oberste Kontrollgremium (unter Berücksichtigung der vom Betriebsrat entsendeten Aufsichtsratsmitglieder). Hinsichtlich der Veränderung der Anzahl der Mitglieder im Arbeitsausschuss wurde auch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat entsprechend adaptiert.

Die Satzung der VERBUND AG wurde an die Änderungen des Aktienrechts-Änderungsgesetzes 2009 (BGBl I 71/2009) angepasst. Zugleich wurde der Firmenwortlaut von Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG auf VERBUND AG geändert.

Abweichungen

verbund befolgt die Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex, einschließlich der R-Regeln, annähernd lückenlos. Die für das Geschäftsjahr 2010 geltende Neufassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex sieht im Wesentlichen eine Anpassung an gesetzliche Änderungen und die Umsetzung von Vergütungsempfehlungen vor. Die neuen Regelungen wurden, soweit bei verbund anwendbar, sofort umgesetzt.

Die Abweichungen im Geschäftsjahr 2010 sind gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Bei zwei C-Regeln der insgesamt 83 Regeln des Kodex gab es teilweise eine etwas abweichende Handhabung, die im Folgenden im Sinne des Grundsatzes "Comply or Explain" erläutert wird:

C-Regel 2

Das Prinzip "one share – one vote" wird bei der verbund-Aktie grundsätzlich eingehalten. Eine Ausnahme besteht lediglich in einer Stimmrechtsbeschränkung, die im "Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden", und in der darauf basierenden Satzungsbestimmung verankert ist. Diese lautet: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht jedes Aktionärs in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt."

C-Regel 45

Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen in Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrates eingehalten.

Vorstand

Zusammensetzung des Vorstandes

Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2010 aus vier bzw. nach Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zur Jahresmitte aus drei Mitgliedern zusammen.

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Generaldirektor und
Vorsitzender des Vorstandes
bis 31.12.2013
geboren: 1956; Erstbestellung: 1.1.2009
Dr. Johann Sereinig Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
bis 31.12.2013
geboren: 1952; Erstbestellung: 1.1.1994
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Vorstandsdirektorin
bis 31.12.2011
geboren: 1957; Erstbestellung: 1.1.2007
Mag. Christian Kern Vorstandsdirektor
ausgeschieden per 7.6.2010
geboren: 1966; Erstbestellung: 11.5.2007

Konzernexterne Aufsichtsratsmandate von Vorstandsmitgliedern

Gesellschaft Funktion
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Palfinger AG Mitglied
Dr. Johann Sereinig WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Mitglied
FK Austria Wien AG Mitglied

Arbeitsweise und Geschäftsverteilung

In der Geschäftsordnung sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstandes geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstandes sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bzw. durch seinen Arbeitsausschuss bedürfen. Dazu zählen auch wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten Tochtergesellschaften.

Aufgrund der Änderung in der Zusammensetzung des Vorstandes wurde die Geschäftsverteilung des Vorstandes neu gefasst.

Die Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder wurden vom Aufsichtsrat unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstandes wie folgt festgelegt:

Dipl.-Ing. Wolfgang
Anzengruber
Dr. Johann
Sereinig
Dr. Ulrike Baumgartner
Gabitzer
Corporate Affairs Geschäftssteuerung
& Marketing
Recht
Kommunikation
Strategie, M&A und
Corporate Development
Strategisches
Personalmanagement
Konzerncontrolling und
Risikomanagement
Finanzmanagement und
Investor Relations
Revision
Revision
Personalausschuss Personalausschuss
Erneuerbare Erzeugung Thermische Erzeugung Wasserkraft-Erzeugung
Auslandsbeteiligungen Handel
Vertrieb
Services
Übertragung
Competence Centers
Wind und Innovation
Competence Center
Thermische Kraftwerke
Competence Center
Hydro

Vergütung für den Vorstand

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen im Jahr 2010 insgesamt 2.859.553 € (Vorjahr: 2.730.427 €).

in €
Fixe Bezüge Variable Bezüge
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber 609.951 277.566
Dr. Johann Sereinig 581.051 320.226
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer 399.587 181.233
Mag. Christian Kern (bis 7.6.2010) 268.708 221.233

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder im Jahr 2010 ausbezahlten variablen Bezüge für das Geschäftsjahr 2009.

Bei Mag. Christian Kern sind aufgrund der Beendigung seiner Tätigkeit in den variablen Bezügen auch (anteilige) variable Bezüge für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 40.000 € sowie eine Urlaubsersatzleistung in Höhe von 94.954 € enthalten, die vereinbarungsgemäß nach seinem Ausscheiden ausbezahlt wurden.

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Für das Geschäftsjahr 2009 betrug dieser Prozentsatz maximal 50 % bis 60 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2009 zu 50 % auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50 % auf qualitativen (zum Teil mittelfristigen) Zielen (beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturell-organisatorischen Bereich).

Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstandes waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Es gibt keine Aktienoptionen für den Vorstand oder leitende Angestellte.

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstandes im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2010 wurden für den Vorstand insgesamt Pensionskassenbeiträge in Höhe von 115.714 € bezahlt (Vorjahr:135.850 €).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung.

Im Jahr 2010 sind 707.387 € (Vorjahr: 722.204 €) für Pensionen und Abfertigungen zugunsten von Anspruchsberechtigten zur Auszahlung gelangt.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen im Geschäftsjahr 2010 für den Vorstand 42.891 € (Vorjahr: 212.106 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene 97.792 € (Vorjahr: 97.549 €).

An die Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

D&O-Versicherung

Bei verbund besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zugunsten der leitenden Organe. Einbezogen sind die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates und die leitenden Angestellten der VERBUND AG sowie alle Mitglieder des Vorstandes, Aufsichtsrates, Beirates und der Geschäftsführung sowie die Prokuristen und sonstigen leitenden Angestellten der im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochterunternehmen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen.

Aufsichtsrat

Auch der Aufsichtsrat hat sich ausdrücklich dem Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet und hat zu Beginn des abgelaufenen Jahres sein Commitment auch hinsichtlich des per Jänner 2010 überarbeiteten Kodex erneuert. Damit ist der Kodex neben dem österreichischen Aktiengesetz, der Gesellschaftssatzung sowie den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat zur Grundlage für das Handeln des Aufsichtsrates geworden.

Persönliche Angaben, Vorsitz und Organfunktionen

Der Aufsichtsrat besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern – 10 von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und 5 vom Betriebsrat entsendeten Arbeitnehmervertretern. In der ordentl. Hauptversammlung am 7.4.2010 fand die Neuwahl des gesamten Aufsichtsrates statt, und es gab dabei auch personelle Änderungen.

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Alleinvorstand der FI Beteiligungs- und
Finanzierungs AG, Geschäftsführer der
Hereschwerke GmbH, Geschäftsführender
Gesellschafter der Franz Heresch & Co GmbH
bis o. HV 2015
geboren: 1956; Erstbestellung: 16.3.2000
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. Vorsitzender-Stellvertreter
Rechtsanwalt, Aufsichtsrat der KURIER
Beteiligungs-Aktiengesellschaft
bis o. HV 2015
geboren: 1947; Erstbestellung: 23.2.1993
Dkfm. Peter Püspök 2. Vorsitzender-Stellvertreter
Vizepräsident des Aufsichtsrates
der Semper Constantia Privatbank
bis o. HV 2015
geboren: 1946; Erstbestellung: 16.3.2000
o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner Universitätsprofessor, Vorstand des Instituts
für Elektrische Anlagen und Energie
wirtschaft der TU Wien
bis 7.4.2010
geboren: 1942; Erstbestellung: 16.3.2000
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Geschäftsführender Gesellschafter der
Heinzel Holding GmbH, Aufsichtsrat der
Miba AG, der Allianz Elementar Ver
sicherungs AG, der Zellstoff Pöls AG, der
Wilfried Heinzel AG, der Europapapier AG,
der Biocel Paskov A.S., Tschechische
Republik, und der Estonian Cell A.S.,
Kunda, Estland, Generalrat der
Österreichischen Nationalbank
bis o. HV 2015
geboren: 1947; Erstbestellung: 16.3.2000
Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstandes der EVN AG
(bis 20.1.2011), Vorsitzender des Aufsichts
rates der EVN AG (ab 20.1.2011), Aufsichts
rat der BEWAG Burgenländische Elektri
zitätswirtschafts AG, der BEGAS Energie
AG, der Burgenland Holding AG, der RAG
Beteiligungs AG, der RAG Rohöl-Auf
suchungs AG, der Flughafen Wien AG und
der HYPO NOE Gruppe Bank AG
bis o. HV 2015
geboren: 1944; Erstbestellung: 27.5.1999
Mag. Harald Kaszanits Kabinettchef des Bundesministeriums für
Wirtschaft, Familie und Jugend
bis o. HV 2015
geboren: 1963; Erstbestellung: 7.4.2010
Mag. Herbert Kaufmann Sprecher des Vorstandes der Flughafen
Wien AG (bis 31.12.2010), Aufsichtsrat der
FIMBAG und der Austro Control Österreich
ische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH
bis o. HV 2015
geboren: 1949; Erstbestellung: 26.3.2008

224

Dr. Michael Losch Sektionschef im Bundesministerium
für Wirtschaft, Familie und Jugend,
Center 1 – Wirtschaftspolitik, Innovation
und Technologie
bis 7.4.2010
geboren: 1968; Erstbestellung: 10.3.2005
Mag. Dr. Reinhold Süssenbacher Vorstandsvorsitzender der Umdasch AG
(bis 31.8.2010), Aufsichtsrat der KSV 1870
Holding AG (Vorsitzender-Stv.), der Richter
Pharma AG (Vorsitzender-Stv.), der Bene
AG und der Voglauer Möbelwerk
Gschwandtner & Zwilling GesmbH
bis o. HV. 2015
geboren: 1949; Erstbestellung: 7.4.2010
Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg Geschäftsführer der "smart technologies"
Management Beratungs- und Beteiligungs
gesellschaft m.b.H., der VKS Smart Beteili
gungs- und Management GmbH, der Tengg
und Partner GmbH und der Hansjörg Tengg
Management GmbH, Aufsichtsratsvor
sitzender der EXAA Abwicklungsstelle für
Energieprodukte AG, der Saubermacher
Dienstleistungs AG und der Euro Bio Fuels
AG, Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. der
APCS Power Clearing and Settlement AG,
der AGCS AG, der OeMAG AG, der Cismo
GmbH und der ECRA Emission Certificate
Registry Austria GmbH
bis 7.4.2010
geboren: 1947; Erstbestellung: 15.11.1983
bis 20.5.1986 und seit 10.3.2005
Christa Wagner Geschäftsführende Gesellschafterin
der JOSKO Fenster und Türen GmbH
bis o. HV. 2015
geboren: 1960; Erstbestellung: 7.4.2010
Ing. Siegfried Wolf Aufsichtsratsvorsitzender der OJSC Russian
Machines, Vorstandsvorsitzender der
Magna International Europe AG (bis
14.11.2010), Aufsichtsrat der Öster
reichische Industrieholding AG, Siemens
AG Österreich, STRABAG SE, GAZ Group,
Russian Machines JSC, Glavstroy Corpo
ration LLC, Transstroy Engineering &
Construction Company Ltd. sowie der
Banque Baring Brothers Sturdza SA
bis o. HV 2015
geboren: 1957; Erstbestellung: 16.3.2000
Arbeitnehmervertreter
Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung der
ArbeitnehmerInnen von verbund
geboren: 1955; Erstbestellung: 25.10.2006
Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender
Aufsichtsrat der Sparkasse Voitsberg/
Köflach Bankaktiengesellschaft
geboren: 1964; Erstbestellung: 8.3.2004
Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender

geboren: 1952; Erstbestellung: 27.9.1991

geboren: 1951; Erstbestellung: 29.8.2006

geboren: 1956; Erstbestellung: 25.10.2006

bis 9.5.1993 und seit 15.12.2000

Unabhängigkeit

Kriterien für die Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der VERBUND AG hat in seiner Sitzung vom 23.2.2010 folgende Leitlinien für seine Unabhängigkeit (gem. C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) festgelegt:

Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende

Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat

  • "Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstandes oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
  • Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkeln, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden."

Nach der Neuwahl des Aufsichtsrates im April 2010 und der Änderung dieser Kodex-Regel (nunmehr muss die Hälfte der Kapitalvertreter unabhängig sein) wurde mit Schreiben des Compliance-Verantwortlichen im Juni 2010 neuerlich die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder erhoben. Die Beurteilung erfolgte auf Basis des Aufsichtsratsbeschlusses vom 23.2.2010, wonach sich der Aufsichtsrat wiederum dem Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 1.1.2010 unterwarf und die Anwendung der Leitlinien (Anlage zum ÖCGK) für die Unabhängigkeit festlegte.

Von allen zehn Kapitalvertretern liegen schriftliche Erklärungen über ihre Unabhängigkeit vor. Acht davon haben sich als unabhängig erklärt, zwei Aufsichtsratsmitglieder (Eiselsberg, Hofer) haben sich (jeweils hinsichtlich eines Kriteriums) als nicht unabhängig eingestuft.

Die folgenden Kapitalvertreter im Aufsichtsrat entsprechen darüber hinaus auch dem Unabhängigkeitskriterium der C-Regel 54 (Keine Vertretung eines Anteilseigners mit einer Beteiligung von mehr als 10 %):

Frizberg, Eiselsberg, Püspök, Heinzel, Kaufmann, Süßenbacher, Wagner und Wolf.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Das Plenum des Aufsichtsrates hielt im Geschäftsjahr 2010 sechs Sitzungen ab. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt rund 91 %.

Ein Mitglied des Aufsichtsrates konnte wegen unaufschiebbarer beruflicher Verpflichtungen an mehr als der Hälfte der Sitzungen nicht persönlich teilnehmen.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrates waren insbesondere Beschlussfassungen zu folgenden Themen:

  • Konzern- und Jahresabschluss VERBUND AG 2009
  • Anpassung der Satzung
  • Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung (inkl. Neuwahl Aufsichtsrat)
  • Österreichischer Corporate Governance Kodex per 1.1.2010
  • Änderung der Geschäftsverteilung für den Vorstand
  • Fremdmittelaufnahmen sowie Garantie- und Haftungsübernahmen
  • Rahmenfreigabe Gas- und Dampfkraftwerk Toul POWEO S.A. (Group)
  • Anpassung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat
  • Konstituierung der Ausschüsse
  • Angebotsabgabe betreffend Erwerb eines weiteren türkischen Verteilnetzes
  • Restrukturierung POWEO S.A. (Group)
  • Veräußerung von Anteilen der VERBUND-Innkraftwerke GmbH (jetzt VERBUND Innkraftwerke Deutschland GmbH)
  • Baubeschluss Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II
  • Kapitalerhöhung VERBUND AG
  • Genehmigung des Konzernbudgets für 2011

(siehe auch die Tätigkeitsschwerpunkte der Ausschüsse des Aufsichtsrates)

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse

Gemäß der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat wählt der Aufsichtsrat jährlich im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung einen Arbeitsausschuss, der zugleich als Prüfungsausschuss und als Dringlichkeitsausschuss fungiert, einen Präsidial- und Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss.

Jeder Vorsitzende eines Ausschusses hat über die Tätigkeit des von ihm geleiteten Ausschusses und über die gefassten Beschlüsse dem Aufsichtsrat zu berichten; in dringenden Fällen berichtet der Vorsitzende eines Ausschusses dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates vorweg.

Arbeitsausschuss, gleichzeitig Prüfungs- und Dringlichkeitsausschuss

Im Geschäftsjahr 2010 wurde die Anzahl der Mitglieder im Arbeitsausschuss, der zugleich als Prüfungs- und Dringlichkeitsausschuss (im Folgenden kurz der Arbeitsausschuss genannt) fungiert, von sechs auf vier gewählte Mitglieder reduziert. Er setzt sich aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern und einem weiteren Mitglied des Aufsichtsrates zusammen. Hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Arbeitsausschuss

  • hat die Sitzungen des Aufsichtsrates vorzubereiten und den Aufsichtsrat bei der ständigen Überwachung der Geschäftsführung unbeschadet der Rechte des Aufsichtsrates gemäß § 95 AktG zu unterstützen,
  • ist als Prüfungsausschuss gemäß § 92 Abs. 4a AktG und
  • als Dringlichkeitsausschuss (Regel 39 ÖCGK) tätig.

Dem Arbeitsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig die in Anlage 2 der Geschäftsordnung des Vorstandes angeführten zustimmungspflichtigen Angelegenheiten übertragen.

Zur Entscheidung von Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit des Dringlichkeitsausschusses fallen oder die ihm zur Entscheidung übertragen worden sind, hat der Vorsitzende die Voraussetzungen für eine rasche Entscheidung zu schaffen (verkürzte Einberufung, Videokonferenz); die Dringlichkeit ist darzulegen. Der Arbeitsausschuss kann bei Bedarf und in einem bestimmten Einzelfall dem Vorsitzenden die Entscheidungsbefugnis übertragen.

Der Dringlichkeitsausschuss entscheidet in allen jenen Fällen, in denen zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile oder zur Abwehr eines drohenden Vermögensschadens eine unverzügliche Entscheidung des Aufsichtsrates erforderlich ist.

Den Vorsitz im Arbeitsausschuss führt der Vorsitzende des Aufsichtsrates, im Falle seiner Verhinderung die Stellvertreter in der gewählten Reihenfolge.

Mitglieder des Arbeitsausschusses

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. stellvertretender Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök 2. stellvertretender Vorsitzender
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner Mitglied
(bis 7.4.2010)
Mag. Harald Kaszanits Mitglied
(ab 7.4.2010)
Dr. Michael Losch Mitglied
(bis 7.4.2010)
Ing. Siegfried Wolf Mitglied
(bis 7.4.2010)
Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter
Harald Novak Arbeitnehmervertreter
(bis 7.4.2010)
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Geschäftsjahr 2010 sechsmal und der Prüfungsausschuss viermal. Der Dringlichkeitsausschuss wurde einmal befasst.

Tätigkeitsschwerpunkte des Arbeitsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen
  • Erteilung von Zeichnungsberechtigungen
  • Kapitalerhöhung Enerjisa Dogalgaz Toptan Satis A.S.
  • Projekt Mellach der VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG
  • Verkauf des 50 %-Anteils der VERBUND Renewable Power GmbH an der C.E.M.P. d.o.o., Kroatien
  • Verkauf des Anteils am griechischen Joint Venture Energa
  • Durchführung der Kapitalerhöhung VERBUND AG

Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses waren:

  • Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2009
  • Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers
  • Halbjahresabschluss 2010
  • Überwachung der Rechnungslegungsprozesse
  • Internes Kontrollsystem, Revisions- und Risikomanagementsystem
  • Abstimmung der Prüfungsschwerpunkte 2010 mit dem Abschlussprüfer
  • Prüfprogramm und Prüfungsberichte der Internen Revision

Thema des Dringlichkeitsausschusses:

• Restrukturierung POWEO S.A. (Group)

Präsidial- und Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Präsidial- und Vergütungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt.

Dem Vergütungsausschuss werden vom Aufsichtsrat ständig folgende Angelegenheiten übertragen:

  • Abschluss oder Abänderung von Vorstandsverträgen
  • Festsetzung der Vergütung der Mitglieder des Vorstandes
  • Beschlussfassung über Tantiemen oder Prämien an Vorstandsmitglieder

Mitglieder des Präsidial- und Vergütungsausschusses

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. stellvertretender Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök 2. stellvertretender Vorsitzender

Im Geschäftsjahr 2010 fanden zwei Sitzungen des Vergütungsausschusses statt. Gegenstand der Sitzungen waren die variable Vergütung des Vorstandes und die Beendigungsvereinbarung mit dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Mag. Christian Kern.

Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern, zum Teil gemeinsam mit dem Vorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat bestellt gemäß seiner Geschäftsordnung einen Nominierungsausschuss, der sich aus dem Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern zusammensetzt. Bezüglich der Mitwirkung der Arbeitnehmervertretung gilt § 92 Abs. 4 AktG.

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung von Mandaten im Vorstand. Er hat darauf zu achten, dass eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich ist, und er hat die Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrates vorzubereiten.

Mitglieder des Nominierungsausschusses

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. stellvertretender Vorsitzender
Dkfm. Peter Püspök 2. stellvertretender Vorsitzender
Anton Aichinger Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Arbeitnehmervertreterin

Der Nominierungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2010 einmal zusammen, da die Mitglieder des Aufsichtsrates neu zu bestellen waren.

Zustimmungspflichtige Verträge

Im Geschäftsjahr 2010 wurden die nachstehenden Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, an denen ein Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, abgeschlossen. Die Leistungen wurden für verschiedene Konzerngesellschaften von verbund erbracht. Die Verträge wurden entsprechend dem Aktiengesetz und dem Österreichischen Corporate Governance Kodex vom Aufsichtsrat genehmigt.

Vertragspartner Gegenstand in Tsd. €
Technische Universität Wien,
Institut für Elektrische Anlagen
und Energiewirtschaft 1
Studie Stromversorgungsstrukturen
und Pumpspeicherkraftwerke,
Sicherheitsmonitoring, Energie
wirtschaftstagung
31,4
"smart technologies" Management Beratungs-
und Beteiligungsgesellschaft m.b.H. 2
Lieferung und Wartung von Software
für APG und VMS
383,0 3

1 Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner (bis 7.4.2010) ist Vorstand des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien. // 2 Das Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg (bis 7.4.2010) ist geschäftsführender Gesellschafter der "smart technologies" Management Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H. // 3 Erfasst ist der gesamte im Jahr 2010 beauftragte Bestellwert, davon wurden im Jahr 2010 Leistungen in Höhe von insgesamt 388,7 Tausend € erbracht, zur Verrechnung gelangten 225,3 Tausend € netto.

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 212.779 € (Vorjahr: 203.560 €). Darin ist auch der Ersatz von verrechneten Spesen (Reisekosten) enthalten.

In der 59. o. Hauptversammlung am 20.3.2006 wurde das nachstehende Vergütungsschema für die Mitglieder des Aufsichtsrates beschlossen, wobei die jährliche Aufwandsentschädigung für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder sowie das Sitzungsgeld (für alle Mitglieder) festgesetzt wurden. Dieses Vergütungsschema galt auch für das Geschäftsjahr 2010:

Jährliche Aufwandsentschädigung
Vorsitzender 15.000
Vorsitzender-Stellvertreter 11.250
Mitglied 7.500
Sitzungsgeld 400

in €

Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates analog Anwendung. Für das Geschäftsjahr 2010 wurden im Einzelnen an die Mitglieder des Aufsichtsrates folgende Vergütungen ausbezahlt (Angaben in €):

in €
Jährl. Aufwandsentschädigung Sitzungsgelder
30.000 5.600
22.500 5.600
22.500 5.600
3.986 800
7.500 2.000
7.500 2.800
11.014 4.400
7.500 2.000
3.986 800
5.507 2.400
1.993 400
5.507 2.400
9.493 1.200
in €
Name (ohne Titel) Jährl. Aufwandsentschädigung Sitzungsgelder
Arbeitnehmervertreter
Aichinger Anton 5.600
Christof Kurt 2.800
Novak Harald 2.800
Oberreiner Ingeborg 5.600
Salamon Joachim 2.800

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates sind in die bei verbund bestehende D&O-Versicherung einbezogen (siehe dazu oben auf Seite 214).

Maßnahmen zur Förderung von Frauen

§ 243 b Abs. 2 Z. 2 UGB

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich verbund gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. verbund behandelt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Religion, Kultur, Hautfarbe, gesellschaftlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Nationalität. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten.

Mit Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer wurde per 01.01.2007 erstmals in der Geschichte von verbund eine Frau in den Vorstand berufen. verbund ist damit eines der ganz wenigen börsenotierten Unternehmen mit einer Frau in verantwortlicher Führungsposition.

Auf eine Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat der VERBUND AG hat der Vorstand keinen Einfluss, da die Auswahl der Aufsichtsratsmitglieder ausschließlich in die Kompetenz der Aktionäre (bzw. der Hauptversammlung) fällt. In der ordentlichen Hauptversammlung vom 7.4.2010 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrates jedenfalls mit Christa Wagner eine weitere Frau in den Aufsichtsrat der VERBUND AG gewählt. Mit Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner gehört dem Aufsichtsrat seit Jahren eine Frau als Arbeitnehmervertreterin an.

Per 31.1.2011 sind 14 Frauen konzernweit in leitenden Positionen (inkl. Vorstand, 1. und 2. Führungsebene). Dies bedeutet eine Steigerung des Frauenanteils in leitenden Positionen im Vergleich zum Vorjahr um 27 %.

Um vorhandenes Potenzial im Unternehmen zu fördern und bereits bestehende Personalmarketing-Maßnahmen im Bereich Diversity Management (z.B. verbund-Frauenstipendium der TU Wien) zu ergänzen, wurde eine Gleichbehandlungsbeauftragte bestellt. Die Gleichbehandlungsbeauftragte (GBB) ist für die Erstellung, Umsetzung und Koordination eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs zum Thema Gleichbehandlung verantwortlich. Das Konzept der Gleichbehandlung ist in der Folge zu einem umfassenden Diversity Management ausbaufähig.

Eine weitere konkrete Maßnahme stellt die Teilnahme am Führungskräfteprogramm "Zukunft.Frauen" dar. Dieses vom Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftskammer Österreich und der Industriellenvereinigung initiierte Programm soll Frauen auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen und sie in ihrem Selbstvertrauen im Hinblick auf die Übernahme von Führungspositionen stärken.

Bei verbund bestehen keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und gleicher Ausbildung.

Um die Gleichberechtigung aktiv voranzutreiben, bekennt sich verbund zu einer gezielten Förderung hoch qualifizierter Frauen. Ziel ist es, mehr qualifizierte Frauen, vor allem auch Technikerinnen, als Mitarbeiterinnen für das Unternehmen zu gewinnen. Daher hat verbund im Frühjahr 2010 zum zweiten Mal ein Frauenstipendium an drei herausragende Studentinnen der TU Wien vergeben. Von einer Jury wurden eine Studienanfängerin der Informatik, eine Masterstudentin der Studienrichtung Maschinenbau und eine PhD-Studentin der Studienrichtung Technische Mathematik ausgewählt, die mit einem maßgeschneiderten Förderungspaket im Wert von je 5.000 € unterstützt werden.

Zusätzlich nimmt verbund jährlich am Töchtertag sowie an den FIT-("Frauen in die Technik"-)Infotagen teil, um bereits eine sehr junge weibliche Zielgruppe anzusprechen und sie für die spannenden technischen Berufe zu begeistern. Außerdem freut sich das Unternehmen über die steigende Anzahl weiblicher Lehrlinge, die jährlich die Ausbildung zum einzigartigen und chancenreichen Doppelberuf Elektrotechnik (Anlagen- und Betriebstechnik) und Maschinenbautechnik beginnen.

Im Rahmen der Zertifizierung für das "Audit Beruf und Familie" wurden alle bereits bestehenden Maßnahmen und Angebote im Konzern erhoben, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, Berufs- und Privatleben gut vereinbaren zu können. verbund konnte sein bereits hohes Niveau bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter ausbauen. So wurden 2010 umfassende Informationen rund um das Thema Karenzierung übersichtlich dargestellt im Intranet veröffentlicht.

Entsprechenserklärung des Vorstandes zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Zur mittlerweile zum achten Mal durchgeführten Evaluierung erklärt der Vorstand:

"Der Österreichische Corporate Governance Kodex wurde im Geschäftsjahr 2010 in der verbund ag angewandt und nach Maßgabe der oben angeführten Erläuterungen eingehalten. Lediglich bei zwei Kodex-Regeln gab es teilweise Abweichungen, die zum Teil aus gesetzlichen Gegebenheiten resultieren und entsprechend erklärt und begründet werden. Auch im Geschäftsjahr 2011 wird verbund die Einhaltung des Kodex in seiner geänderten Fassung fortsetzen, wobei weiterhin die möglichst lückenlose Umsetzung sämtlicher Regeln angestrebt wird.

Die Anwendung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat für verbund von Beginn an einen sehr hohen Stellenwert und bildet einen wesentlichen Baustein im Hinblick auf die Stärkung des Vertrauens der Aktionäre, Geschäftspartner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen."

Wien, am 1.2.2011 Der Vorstand

Dr. Johann Sereinig

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Mitglied

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Vorsitzender

Stv. Vorsitzender

Externe Überprüfung

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch für das Geschäftsjahr 2010 eine freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer vorgenommen.

Zusammenfassendes Ergebnis des Berichts über die Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr 2010

Wir haben die Einhaltung der Empfehlungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Jänner 2010 (ÖCGK – herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance) im Geschäftsjahr 2010 bei der VERBUND AG evaluiert. Für die Berichterstattung über die Umsetzung und Einhaltung der Corporate Governance Grundsätze im Unternehmen ("Entsprechenserklärung") ist der Vorstand verantwortlich. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Evaluierung festzustellen, ob die Darstellungen in der Entsprechenserklärung zutreffend sind.

Wir haben unsere Evaluierung auf Basis des Fragebogens für die freiwillige externe Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance, mit der berufsüblichen Sorgfalt durchgeführt. Die Evaluierung erfolgte durch Befragung der Organe und der von diesen namhaft gemachten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft sowie durch Einsichtnahme in die uns von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Unterlagen. Unsere Evaluierung beinhaltete auch eine stichprobenweise Überprüfung der uns vorgelegten Nachweise und gegebenen Angaben. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfungshandlungen eine hinreichend sichere Grundlage für die Evaluierung und die Beurteilung der Angemessenheit der Entsprechenserklärung darstellen.

Nach unserer Überzeugung stellt die Entsprechenserklärung des Vorstandes die Umsetzung der Empfehlungen des ÖCGK bei der verbund ag im Geschäftsjahr 2010 zutreffend dar.

Wien, am 3.2.2011 Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Helmut Maukner Wirtschaftsprüfer

Mag. Elfriede Baumann Wirtschaftsprüferin

Glossar

Glossar

Baseload/Grundlast*

Base-Bandlieferungen sind Liefer mengen mit konstanter Leistung von 00:00 bis 24:00 Uhr.

Benchmark

Bezeichnung für eine Vergleichsgröße, die einem Fonds oder Portfolio als Orientierungsgröße gegenübergestellt wird.

Betreibermodell

Betreibermodelle bezeichnen Public Private Partnerships, bei denen Planung, Finanzierung, Bau und eigenständiger Betrieb von anlagentechnischer Infrastruktur an eine Betreibergesellschaft vergeben werden.

Bilanziell geschlossene Positionen

Bilanziell geschlossene Positionen um fassen (fortgeführte) Finanzverbindlichkeiten und dazugehörige Finanzanlagen aus vorzeitig beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktionen; vormals wurden Finanzverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing bzw. gegenüber der Republik Österreich sowie die dazugehörigen Veranlagungen ebenso behandelt.

Bruttoverschuldung

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zuzüglich verzinslicher Rückstellungen und sonstiger verzinslicher Schulden abzüglich bilanziell geschlossener Positionen.

Capital Employed

Gesamtvermögen abzüglich jener Vermögenswerte, die (noch) nicht zum Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung beitragen (z.B. geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau, Finanzanlagen aus bilanziell geschlossenen Positionen), und ab züglich unverzinslicher Schulden.

Cashflow

Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; setzt sich aus dem Cashflow aus operativer Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit zusammen.

Corporate Governance Kodex

Verhaltensregelkodex für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze guter Unternehmensführung festschreibt. Der Inhalt stellt allerdings kein gesatztes Recht dar, sondern ist ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Cross-Border-Leasing

Leasing über Staatsgrenzen hinweg. Leasinggeber und -nehmer haben ihren Standort in unterschiedlichen Ländern.

Discounted-Cashflow-Methode

Ermittlung des Unternehmenswerts durch Diskontierung von zukünftigen Zahlungsmittelüberschüssen, die je nach Verfahren unterschiedlich definiert werden. In VERBUND wird das Bruttoverfahren (Entity-Ansatz) angewendet.

EBIT (Earnings before Interest and Tax)

Operatives Ergebnis.

EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

EBIT-Marge

Umsatzrentabilität.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz zwischen dem vom Unternehmen erzielten Ertrag auf das im Prozess der Leistungserstellung und Leistungsverwertung eingesetzte Vermögen und den (gesamten) Kapitalkosten; EVA® = NOPAT – (Capital Employed × WACC)

E-Control (Energie-Control GmbH)

Vom Gesetzgeber 2001 auf Grundlage des Energie-Regulierungsbehördengesetzes (E-RBG) eingerichtet; ihre Aufgabe ist, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarktes zu überwachen und eventuell regulierend einzuschreiten.

ECRA (Emission Certificate Registry Austria GmbH)

Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Emissionszertifikategesetzes (EZG) als Registerstelle eingerichtet; ihre Aufgabe ist, die Vergabe, den Besitz, die Übertragung und die Löschung von Emissionszertifikaten technisch zu administrieren.

Eigenkapitalquote (bereinigt)

Eigenkapital im Verhältnis zum um bilanziell geschlossene Positionen bereinigten Gesamtkapital.

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Periodenergebnis (bereinigt um das Erge bnis aus der Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen) im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital.

ElWOG

Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG). Durch das ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie der EU in Österreich umgesetzt.

Engpassleistung (EPL)

Die maximale Dauerleistung, die ein Kraftwerk unter Normalbedingungen abgeben kann.

Enterprise Value (EV)

Der Enterprise Value entspricht der Marktkapitalisierung zuzüglich der Nettoverschuldung und gibt den Gesamtunternehmenswert zu Marktwerten wieder.

Erzeugungskoeffizient

Der Erzeugungskoeffizient ist der Quotient aus der tatsächlichen Stromerzeugung eines Wasserkraftwerks bzw. einer Reihe von Wasserkraftwerken in einem Zeitraum und der durchschnittlichen (aus historischen Wasserführungen ermittelten) Erzeugungsmöglichkeit dieses Wasserkraftwerks bzw. dieser Wasserkraftwerke im selben Zeitraum. Dieser langjährige Durchschnitt ist gleich 1. Folglich bedeutet 1,1 eine 10%ige Mehrproduktion.

Fluktuationsrate

Die Fluktuationsrate ist der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen aufgrund von Kündigung, einvernehmlicher Lösung, vorzeitigem Austritt oder Lösung während der Probezeit verlassen haben. Der Anteil wird im Verhältnis zum Mitarbeiterstand zum Bilanzstichtag berechnet.

Free Cashflow

Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (z.B. Dividendenzahlungen, Tilgungen von Krediten) zur Verfügung.

FFO (Funds from Operations)

Operatives Ergebnis zuzüglich Ab schreibungen, Zinsertrag und effektiver Steuern.

Gearing

Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital.

Gross Debt Coverage

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zur Bruttoverschuldung.

Gross Interest Coverage

Verhältnis von Funds from Operations (FFO) zum Zinsaufwand (inklusive Zinsen im Personalbereich).

IFRS

International Financial Reporting Standards.

Kyoto-Protokoll

Internationales Abkommen zum Klimaschutz der UN-Organisation UNFCCC. Definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstosses von Treibhausgasen, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. 1997 verabschiedet, trat das Kyoto-Protokoll offiziell am 16.2.2005 in Kraft.

(n-1)-Kriterium

Regel, nach der der Ausfall eines einzigen Betriebsmittels, z.B. einer Leitung, die Sicherheit des Netzbetriebs nicht gefährden darf.

Nettoverschuldung (Net Debt)

Bruttoverschuldung abzüglich liquider Mittel, kurzfristiger Veranlagungen und Ausleihungen sowie der Wertpapiere im kurzfristigen und langfristigen Vermögen.

Pay-out-Ratio

Vorgeschlagene Dividendenzahlung im Verhältnis zum Konzernergebnis.

Peakload/Spitzenlast*

Peak bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast), üblicherweise tagsüber an Werktagen. In Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz von 08:00 bis 20:00 Uhr eines jeden Wochentages (Montag bis Freitag).

Performance

Bezeichnet die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios, z.B. über ein Jahr, bezogen auf ein bestimmtes Risikomaß.

Phasenschiebertransformatoren

Regelbare Transformatoren, über die der Lastfluss beeinflusst bzw. gesteuert werden kann. Die Belastung zwischen parallelen Leitungen kann verteilt und die vorhandene Leitungskapazität besser genutzt werden.

Portfolio

Gesamtbestand an Wertpapieren, die ein Kunde oder Investmentfonds besitzt; dient der Risikostreuung.

Public Private Partnership (PPP)

Partnerschaftliches Zusammenwirken von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben (z.B. im Infrastrukturbereich).

Regelarbeitsvermögen (RAV)

Durchschnittliche, aus historischen Wasserführungen ermittelte Erzeugungsmöglichkeit eines Wasserkraftwerks.

Return on Capital Employed (ROCE)

Um die steuerbereinigten Zinsaufwendungen (inklusive Zinsen im Personalbereich) erhöhtes Periodenergebnis (Net Operating Profit after Tax, NOPAT) im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Risikomanagement

Systematische Vorgehensweise, um potenzielle Risiken zu identifizieren und zu bewerten sowie Maßnahmen zur Risikohandhabung auszuwählen und umzusetzen.

Schwankungsmarge (Variation Margin)

Die Variation Margin stellten bei Futures die täglich bezahlte Gutschrift oder Lastschrift aus der Bewertung dar (d.h. die von der Börse bezahlte Bewertung). Im Gegensatz zur sogenannten Initial Margin hat die Variation Margin nicht den Charakter einer Sicherheitsleistung. Bei der Variation Margin handelt es sich, obwohl die Beträge täglich auf dem Margin-Konto gutgeschrieben bzw. belastet werden, um nicht realisierte Gewinne bzw. Verluste; die Position als solche ist nach wie vor schwebend.

Umsatzrentabilität

Earnings before Interest and Tax (EBIT) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

Value-at-Risk (VaR)

Verfahren, das zur Berechnung des Verlustpotenzials aus Preisänderungen der Handelsposition angewandt wird. Die Berechnung dieses Verlustpoten zials, das unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (z.B. 95 %) angegeben wird, wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen vorgenommen.

Volatilität

Intensität der Kursschwankung von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten für Eigen- und Fremdkapital.

* gemäß EEX-Glossar

IMPRESSUM

Herausgeber: VERBUND AG Am Hof 6a, A-1010 Wien

Projektteam: Mag. Andreas Wollein, Mag. Winnie Matzenauer, Mag. Martin Weikl, Vera Sokulskyj, Hubert Margl

Konzernabschluss: inhouse produziert mit FIRE.sys Kreativkonzept und Design: Brainds Konzept und Beratung: Grayling Imagefotos: Joachim Haslinger Bildbearbeitung: Malkasten Vorstandsportraits: Petra Spiola Druck: Lindenau Productions

Kontakt: VERBUND AG Am Hof 6a, A-1010 Wien Telefon: +43(0)50313-0 Fax: +43(0)50313-54191 E-Mail: [email protected] Homepage: www.verbund.com

Investor Relations:

Mag. Andreas Wollein Telefon: +43(0)50313-52604 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation:

Mag. Beate McGinn Telefon: +43(0)50313-53702 E-Mail: [email protected]

Konzernstruktur VERBUND AG

Stromerzeugung

VERBUND Hydro Power AG VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG VERBUND Renewable Power GmbH

Die umweltfreundliche und kostengünstige Erzeugung von Strom ist die Basis für den Erfolg von VERBUND.

Stromhandel und -vertrieb

VERBUND Trading AG VERBUND Sales GmbH

VERBUND ist einer der erfolgreichsten Stromhändler Europas. Seit 2005 beliefert das Unternehmen in Österreich auch Endkunden.

Stromtransport

Austrian Power Grid AG

VERBUND betreibt das größte und leistungsfähigste Hochspannungsnetz Österreichs und ist eine wichtige Schaltstelle im europäischen Stromtransport.

Internationale Beteiligungen

VERBUND International GmbH

Über die VERBUND International GmbH entwickelt das Unternehmen seine Geschäftsaktivitäten im Ausland.

Daten/Fakten

Erzeugung

Kennzahlen Kraftwerke

Anzahl EPL*
MW
RAV**
GWh
2010
GWh
Wasserkraft 103 6.294 23.776 23.825
Bezugsrechte Wasserkraft 20 591 3.030 2.883
Wind/Sonne 6 68 112
Wärmekraft 8 1.520 3.246
Wärmekraft Bezugsrechte 1 165 1.012
Summe 138 8.638 26.806 31.078

* Engpaßleistung ** Regelarbeitsvermögen

Handel/Vertrieb

Länderverteilung

TWh Anteil
Österreich 25,1 45 %
Deutschland 21,3 38 %
Frankreich 6,9 12 %
Italien 0,8 1 %
Bulgarien 0,5 1 %
Sonstige 1,1 2 %

Übertragung

Netz in km
Spannungsebene Trassenlänge Systemlänge
380-kV 1.104 2.282
220-kV 1.614 3.219
110-kV 695 1.212
Summe 3.413 6.713

Investor Relations

Aktienkennzahlen

Einheit 2010 2009 2008 2007
Höchstkurs 32,12 38,13 59,30 49,95
Tiefstkurs 24,24 23,73 29,74 31,21
Letztkurs 27,88 29,71 32,56 47,88
Performance % –6,16 –8,75 –32,00 18,46
Marktkapitalisierung Mio. € 9.685,9 9.156,6 10.035,0 14.756,62
Gewichtung ATX % 4,86 6,20 10,14 5,36
Umsatz Wert Mio. € 3.122,76 3.245,15 6.221,13 6.180,40
Umsatz Stück/Tag Stück 454.682 416.640 546.238 665.119
Gewinn/Aktie 1,28 2,09 2,23 1,88
Cashflow/Aktie 2,24 3,14 3,03 2,62
Buchwert/Aktie 12,59 11,06 10,15 8,68
Kurs/Gewinn-Verhältnis (Ultimo) X 21,71 14,21 14,61 25,48
Kurs/Cashflow-Verhältnis X 12,45 9,46 10,74 18,27
Kurs/Buchwert-Verhältnis X 2,22 2,69 3,21 5,52
Vorgeschlagene
Dividende/Aktie**
0,55 1,25 1,05 0,90
Dividendenrendite % 1,97 4,21 3,22 1,88
Ausschüttungsrate % 47,67 59,79 47,13 47,89
Entity Value/EBITDA* X 13,14 11,14 9,67 15,35

* Die Kennzahlen wurden einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Kapitalmarktkalender 2011

** 2009 inklusive einer Sonderdividende von € 0,25

Termin Datum
Jahresergebnis 2010 02.03.2011
Veröffentlichung Geschäftsbericht 02.03.2011
Hauptversammlung 13.04.2011
Dividenden-Ex-Tag 20.04.2011
Dividenden-Zahltag 03.05.2011
Zwischenbericht Quartal 1/2011 28.04.2011
Zwischenbericht Quartal 1 – 2/2011 27.07.2011
Zwischenbericht Quartal 1 – 3/2011 27.10.2011

Basisinformationen

Grundkapital (€) 347.415.686
Aktien (Stück) 347.415.686
Börsennotierungen
Wiener Börse VER
Deutsche Börse OEWA
London Stock Exchange 0NR1
American Depositary Receipt OEZVY

Informationssysteme

Bloomberg VER AV
Reuters VERB.VI
ISIN AT0000746409

Ratingagenturen

Standard & Poor's A-/stable outlook
Moody's A2/negative outlook

Teil 2 Mutterunternehmen

VERBUND AG Geschäftsbericht 2010

Organe der Gesellschaft 251
Bericht des Aufsichtsrates 255
Lagebericht 259
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 260
Bericht über Forschung, Entwicklung und Umwelt 275
Bericht über Zweigniederlassungen 279
Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten 280
Wesentliche Merkmale des internen
Kontroll- und Risikomanagementsystems 284
Angaben gemäß § 243a (1) UGB 288
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 290
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 292
Jahresabschluss 293
Bilanz 294
Gewinn- und Verlustrechnung 295
Entwicklung des Anlagevermögens 296
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 298
Fristigkeitenspiegel 299
Anhang – Erläuterungen 301
Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z 2 UGB 324
Bestätigungsvermerk 325
Gewinnverwendungsvorschlag 327
Stromkennzeichnungsdokumentation 328
Glossar 329

Drei-Jahres-Vergleich

2009 2008
3.041,0 3.181,3 3.498,5
540,7 648,3 734,9
376,8 547,3 651,6
352,6 515,2 621,5
191,1 382,3 323,6
5.900,1 5.055,5 3.448,8
4.175,5 4.282,5 2.503,4
3,5 1,6 1,9
2,2 2,7 3,4
2.806,4 1.837,8 1.645,9
17,8 % 20,4 % 21,0 %
20,5 % 33,2 % 49,9 %
10,7 % 18,8 % 24,7 %
7,8 % 12,3 % 18,9 %
47,6 % 36,4 % 47,8 %
8,1 6,2 2,5
367,8 495,1 596,0
102,7 % 158,1 % 90,6 %
32,1 38,9 59,3
24,2 23,0 29,7
27,9 29,7 32,6
0,55 1,00 1,05
0,00 0,25 0,00
1,97 % 4,21 % 3,22 %
178 187 170
55.729 51.289 56.057
2010

1 inklusive Systembedarf

Organe der Gesellschaft

Vorstand
Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber Generaldirektor und
Vorsitzender des Vorstandes
bis 31.12.2013
geboren: 1956; Erstbestellung: 1.1.2009
Dr. Johann Sereinig Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
bis 31.12.2013
geboren: 1952; Erstbestellung: 1.1.1994
Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer Vorstandsdirektorin
bis 31.12.2011
geboren: 1957; Erstbestellung: 1.1.2007
Mag. Christian Kern Vorstandsdirektor
bis 7.6.2010
geboren: 1966; Erstbestellung: 11.5.2007
Aufsichtsrat
Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender
Alleinvorstand der FI Beteiligungs- und
Finanzierungs AG, Geschäftsführer der
Hereschwerke GmbH, Geschäftsführender
Gesellschafter der Franz Heresch & Co GmbH
bis o. HV 2015
geboren: 1956; Erstbestellung: 16.3.2000
Dr. Maximilian Eiselsberg 1. stv. Vorsitzender
Rechtsanwalt, Aufsichtsrat der KURIER
Beteiligungs-Aktiengesellschaft
bis o. HV 2015
geboren: 1947; Erstbestellung: 23.2.1993
Dkfm. Peter Püspök 2. stv. Vorsitzender
Vizepräsident des Aufsichtsrates
der Semper Constantia Privatbank
bis o. HV 2015
geboren: 1946; Erstbestellung: 16.3.2000
o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner Universitätsprofessor, Vorstand des Instituts
für Elektrische Anlagen und Energie
wirtschaft der TU Wien
bis 7.4.2010
geboren: 1942; Erstbestellung: 16.3.2000
Dipl.-Betriebswirt Alfred H. Heinzel Geschäftsführender Gesellschafter der
Heinzel Holding GmbH, Aufsichtsrat der
Miba AG, der Allianz Elementar Ver
sicherungs AG, der Zellstoff Pöls AG, der
Wilfried Heinzel AG, der Europapapier AG,
der Biocel Paskov A.S., Tschechische
Republik, und Estonian Cell A.S., Kunda,
Estland, Generalrat der Österreichischen
Nationalbank
bis o. HV 2015
geboren: 1947; Erstbestellung: 16.3.2000
Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstandes der EVN AG
(bis 20.1.2011), Vorsitzender des Aufsichts
rates der EVN AG (ab 20.1.2011), Aufsichts
rat der BEWAG Burgenländische Elektri
zitätswirtschafts AG, der BEGAS Energie
AG, der Burgenland Holding AG, der RAG
Beteiligungs AG, der RAG Rohöl-Auf
suchungs AG, der Flughafen Wien AG und
der HYPO NOE Gruppe Bank AG
bis o. HV 2015
geboren: 1944; Erstbestellung: 27.5.1999
Mag. Harald Kaszanits Kabinettchef des Bundesministeriums für
Wirtschaft, Familie und Jugend
bis o. HV 2015
geboren: 1963; Erstbestellung: 7.4.2010
Mag. Herbert Kaufmann Sprecher des Vorstandes der Flughafen
Wien AG (bis 31.12.2010), Aufsichtsrat der
FIMBAG und der Austro Control Österrei
chische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mbH
bis o. HV 2015
geboren: 1949; Erstbestellung: 26.3.2008
Dr. Michael Losch Sektionschef im Bundesministerium
für Wirtschaft, Familie und Jugend,
Center 1 – Wirtschaftspolitik, Innovation
und Technologie
bis 7.4.2010
geboren: 1968; Erstbestellung: 10.3.2005
Mag. Dr. Reinhold Süssenbacher Vorstandsvorsitzender der Umdasch AG
(bis 31.8.2010), Aufsichtsrat der KSV 1870
Holding AG (Vorsitzender-Stv.), der Richter
Pharma AG (Vorsitzender-Stv.), der Bene
AG und der Voglauer Möbelwerk
Gschwandtner & Zwilling GesmbH
bis o. HV 2015
geboren: 1949; Erstbestellung: 7.4.2010
Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg Geschäftsführer der "smart technologies"
Management Beratungs- und Beteiligungs
gesellschaft m.b.H., der VKS Smart Beteili
gungs- und Management GmbH, der Tengg
und Partner GmbH und der Hansjörg Tengg
Management GmbH, Aufsichtsratsvor
sitzender der EXAA Abwicklungsstelle für
Energieprodukte AG, der Saubermacher
Dienstleistungs AG und der Euro Bio Fuels
AG, Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. der
APCS Power Clearing and Settlement AG,
der AGCS AG, der OeMAG AG, der Cismo
GmbH und der ECRA Emission Certificate
Registry Austria GmbH
bis 7.4.2010
geboren: 1947; Erstbestellung: 15.11.1983
bis 20.5.1986 und seit 10.3.2005
Christa Wagner Geschäftsführende Gesellschafterin der
JOSKO Fenster und Türen GmbH
bis o. HV 2015
geboren: 1960; Erstbestellung: 7.4.2010

Ing. Siegfried Wolf Aufsichtsratsvorsitzender der OJSC Russian Machines, Vorstandsvorsitzender der Magna International Europe AG (bis 14.11.2010), Aufsichtsrat der Österreichische Industrieholding AG, Siemens AG Österreich, STRABAG SE, GAZ Group, Russian Machines JSC, Glavstroy Corporation LLC, Transstroy Engineering & Construction Company Ltd. sowie der Banque Baring Brothers Sturdza SA bis o. HV 2015 geboren: 1957; Erstbestellung: 16.3.2010 Arbeitnehmervertreter

Anton Aichinger Vorsitzender der Konzernvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von verbund geboren: 1955; Erstbestellung: 25.10.2006 (von der Arbeitnehmervertretung entsendet)

Kurt Christof Zentralbetriebsratsvorsitzender Aufsichtsrat der Sparkasse Voitsberg/ Köflach Bankaktiengesellschaft geboren: 1964; Erstbestellung: 8.3.2004 (von der Arbeitnehmervertretung entsendet)

Harald Novak Zentralbetriebsratsvorsitzender geboren: 1952; Erstbestellung: 27.9.1991 bis 9.5.1993 und seit 15.12.2000 (von der Arbeitnehmervertretung entsendet)

Dipl.-Ing. Ingeborg Oberreiner Betriebsratsvorsitzende geboren: 1951; Erstbestellung: 29.8.2006 (von der Arbeitnehmervertretung entsendet)

Ing. Joachim Salamon Zentralbetriebsrat geboren: 1956; Erstbestellung: 25.10.2006 (von der Arbeitnehmervertretung entsendet)

Bericht des Aufsichtsrates

Im Geschäftsjahr 2010 war verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, mit überaus schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Mit einiger Verzögerung haben sich die Folgen der globalen Wirtschaftskrise auch in den Ergebnissen des Konzerns ausgewirkt. Trotz der angespannten Marktverhältnisse und einer leicht unterdurchschnittlichen Wasserführung gelang es verbund aber, durch Restrukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen die Rückgänge in Grenzen zu halten und seine Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums weiterzuverfolgen.

Der Aufsichtsrat hat diese positive Entwicklung aktiv begleitet und unterstützt. Im Berichtsjahr hat er in sieben Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Dabei betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder insgesamt mehr als 91 %. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat zudem regelmäßig in wichtigen Angelegenheiten Kontakt mit den Mitgliedern des Aufsichtsrates gehalten und in Fällen von Abwesenheit einzelner Mitglieder deren Meinung eingeholt, sodass in wesentlichen Angelegenheiten stets alle Aufsichtsratsmitglieder involviert waren.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, über die Lage und die Strategie des Unternehmens, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften, sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert. Auch hat der Aufsichtsrat aufgrund der umfangreichen Berichterstattung des Vorstandes dessen Geschäftsführung laufend überwacht. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen und konstruktiven Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben.

Kapitalerhöhung und Investitionen

Das abgelaufene Geschäftsjahr war insbesondere von der im September 2010 durch die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung fast einhellig beschlossenen Kapital erhöhung geprägt. Die Durchführung dieser Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € wurde in der Folge vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen und noch im November 2010 erfolgreich umgesetzt. Die Kapitalerhöhung stärkt die Kapitalstruktur des Unternehmens und bringt verbund zusätzliche Flexibilität bei der zügigen Umsetzung des langfristigen Investitionsplans – insbesondere von Projekten im Inland – gemäß der Strategie für weiteres wertschaffendes Wachstum.

Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrates sind neben der Genehmigung des Konzernbudgets vor allem die Zustimmung zum Baubeschluss für das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II hervorzuheben, weiters die Genehmigung von Kapitalaufnahmen bzw. Garantieübernahmen, um den Wachstumskurs zu finanzieren und eine ausreichende Liquidität zu sichern. Weitere wichtige Themen waren die Änderung der Satzung unter anderem mit dem neuen Firmennamen "VERBUND AG" und die strategische Weiterentwicklung der Auslandsbeteiligungen. Bei Letzterer sind vor allem Restrukturierungsmaßnahmen bei Poweo in Frankreich zu nennen, wozu mehrere Berichte vorgelegt und entsprechende Maßnahmen beschlossen wurden. Überdies kam es zur weiteren Auflösung von Cross-Border-Leasing-Transaktionen, wodurch das Risiko beträchtlich verringert wurde und nur mehr eine derartige Transaktion aufrecht ist.

Neue Zusammensetzung für Aufsichtsrat und Vorstand

In der ordentlichen Hauptversammlung am 7.4.2010 fand eine Neuwahl des gesamten Aufsichtsrates statt, da die Funktionsperiode aller gewählten Mitglieder ausgelaufen war. Die Größe des Aufsichtsrates blieb unverändert, drei Mitglieder wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Belegschaftsvertretern gab es keine Änderung. Bei der Konstituierung des für fünf Jahre bestellten Aufsichtsrates wurden der bisherige Vorsitzende und seine Stellvertreter bestätigt.

Auch in der Zusammensetzung des Vorstandes gab es im Geschäftsjahr 2010 eine Änderung: Mag. Christian Kern schied auf eigenen Wunsch am 7.6.2010 aus dem Vorstand aus. Nach dem Ausscheiden von Mag. Kern hat der Aufsichtsrat eine neue Geschäftsverteilung für den Vorstand in Kraft gesetzt. Im Jahr 2011 soll eine Nachbesetzung von Mag. Kern erfolgen.

Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für ihre Mitwirkung im Aufsichtsrat und Mag. Kern für sein langjähriges erfolgreiches Wirken in leitenden Funktionen bei verbund.

Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrates

Als führendes börsenotiertes Unternehmen seiner Branche hat sich verbund schon früh zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex bekannt. Auch der Aufsichtsrat sieht sich dem Kodex gegenüber verpflichtet und hat zu Beginn des abgelaufenen Jahres sein Commitment auch hinsichtlich des – per Jänner 2010 – überarbeiteten Kodex ausdrücklich erneuert. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrates mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, mit einer geringfügigen und begründeten Abweichung vollständig eingehalten.

Gemäß der Anforderung des Corporate Governance Kodex hat sich der Aufsichtsrat auch laufend mit der Effizienz seiner Organisation und seiner Arbeitsweise auseinandergesetzt. Als wesentliche Maßnahmen hat der Aufsichtsrat insbesondere eine Verkleinerung seines Arbeitsausschusses von insgesamt neun auf sechs Mitglieder und eine effizientere Vorgangsweise bei den schriftlichen Sitzungsunterlagen beschlossen.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates tagte im Berichtsjahr sechsmal (insbesondere zur Vorbereitung der Plenarsitzungen und zur Genehmigung wesentlicher Vorhaben in Tochtergesellschaften). Der Prüfungsausschuss hielt vier Sitzungen ab und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahres abschluss bzw. der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit dem Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem.

Gemäß dem Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Nominierungsausschuss und ein Vergütungsausschuss des Aufsichtsrates eingerichtet. Der Vergütungsausschuss, der mit dem Präsidium ident ist, hielt zwei Sitzungen ab, welche die Vergütung des Vorstandes und das Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Gegenstand hatten. Der Nominierungsausschuss tagte einmal, um die Neuwahl des Aufsichtsrates vorzubereiten. Darüber hinaus trat das Präsidium regelmäßig zusammen, um aktuelle Themen zu erörtern – zum Teil gemeinsam mit dem Gesamtvorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung sind dem Corporate Governance Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss, Konzernabschluss

Der Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRSs) erstellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010 wurden vom Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der Vorstand die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht hat, dass Buchführung, Jahresabschluss und Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns vermitteln und dass Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss stehen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2010 gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 (4) Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht des Vorstandes wurde genehmigt, dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat ebenso zustimmend zur Kenntnis genommen wie der vom Vorstand vorgelegte Corporate Governance Bericht.

Abschließend spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank für den hohen Einsatz und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2010 aus. Den Aktionären, Kunden und Partnern dankt der Aufsichtsrat für ihr Vertrauen.

Wien, im Februar 2011

Dr. Gilbert Frizberg Vorsitzender des Aufsichtsrates Lagebericht

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Markt und Branche

Die Weltkonjunktur hat sich im Jahr 2010 erholt, auch die österreichische Wirtschaft wuchs real um voraussichtlich 2,0 % (WIFO 1-Prognose vom Dezember 2010). Zugleich stieg auch der Stromverbrauch wieder. Zwar wurde in den ersten 11 Monaten 2010 das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht, der größte Teil der Absatzeinbußen konnte allerdings aufgeholt werden.

Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Rahmenbedingungen

Weltweite Erholung der Konjunktur

Die Weltwirtschaft hat sich 2010 wieder aus der tiefen Rezession gelöst. Das Tempo der Expansion fiel in den einzelnen Weltregionen sehr unterschiedlich aus. Besonders dynamisch entwickelte sich die Wirtschaft in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien, wo ein großer Bedarf an Investitionsgütern besteht.

Die Wirtschaft der USA wuchs 2010 laut Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Oktober 2010 real um 2,6 %. Nach IWF-Prognose betrug das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum und in der EU jeweils 1,7 %. Die wirtschaftliche Lage in Europa hat sich stabilisiert. Die hohen Staatsdefizite und die anstehenden Maßnahmen zur Konsolidierung, die mäßige Investitionsdynamik, der Reformbedarf im Finanzsektor und die gesamt wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum belasten jedoch weiterhin die Konjunktur.

Auch die österreichische Wirtschaft schwenkte 2010 wieder auf einen Wachstumskurs ein. Die Wirtschaftsleistung stieg real voraussichtlich um 2,0 % (WIFO).2 Getragen wurde die Erholung primär von den Warenexporten. Auch der private Konsum entwickelte sich stabil.

Ausblick bleibt verhalten

In vielen Industrieländern sind die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise noch deutlich zu spüren. Das allmähliche Auslaufen der Konjunkturprogramme schwächte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 das globale Wachstum. Das Tempo des Weltwirtschaftswachstums wird sich laut IWF im Jahr 2011 verlangsamen, die gesamtwirtschaftliche Produktion bleibt aber deutlich aufwärtsgerichtet. Der Aufschwung im Euroraum (real +1,5 %) und in der EU (real +1,7 %) dürfte 2011 verhalten bleiben. In Österreich sagen WIFO und IHS 3 ein reales BIP-Wachstum von bis zu 2,2 % voraus.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Energieverbrauch macht kräftigen Sprung nach oben

Der Wirtschaftsaufschwung und die kühle Witterung sorgten 2010 für eine kräftige Erhöhung des Energieverbrauchs in Österreich: Er wuchs deutlich stärker als die Wirtschaftsleistung. Dies deutet darauf hin, dass sich insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie bereits gut erholt hat. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich in den ersten 11 Monaten um 11,4 %.

1 Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) 2 Prognose von Dezember 2010 3 Institut für höhere Studien, Wien Ausschlaggebend waren die verstärkte Nachfrage der Industrie und der deutlich höhere Einsatz in den Kraftwerken. Auch die privaten Haushalte verbrauchten aufgrund der Witterung mehr Erdgas. Besonders stark stieg der Verbrauch von Steinkohle. Die österreichische Stahlindustrie steigerte die Rohstahl-Produktion in den ersten 11 Monaten um knapp 28 %. Damit einher ging ein stark erhöhter Einsatz von Kohle und Koks. In der Stromerzeugung stieg der Einsatz von Steinkohle um ebenfalls knapp 28 %. Der Verbrauch an Mineralöl nahm ebenso zu, wenngleich das gestiegene Preisniveau die Nachfrage dämpfte.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch im Jahr 2010 entsprach dem des Vorjahrs. Zwar nahmen neue erneuerbare Energieträger wie Windkraft, Sonnenenergie, Biomasse sowie Umweltwärme zu, aber das machte den witterungsbedingten Rückgang der Wasserkraft nicht wett. Nach wie vor basieren mehr als 70 % der österreichischen Energieversorgung auf fossilen Energieträgern, also Erdöl, Kohle und Erdgas.

Stromnachfrage steigt an

Die positive Wirtschaftsentwicklung sowie die kühle Witterung belebten die Stromnachfrage in Österreich. In den ersten 11 Monaten 2010 war der Stromverbrauch um durchschnittlich 4,0 % höher als im Vergleichszeitraum 2009. Wesentlichen Anteil daran hatte das Produktionswachstum bei den energieintensiven Industrien, ihre Steigerungsraten waren teilweise zweistellig.

Aufgrund der schwachen Wasserführung sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Österreich in den ersten 11 Monaten um 6,6 %. Demgegenüber stieg der Einsatz der kalorischen Kraftwerke um 18,7 %. Die "sonstige Erzeugung" nahm um 1,8 % zu. Sie umfasst die Stromproduktion aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern (ohne Biomasse − sie fällt unter die kalorische Erzeugung) sowie aus den in der Statistik noch nicht zuordenbaren Anlagen.

Insgesamt nahm die Stromproduktion in Österreich in den ersten 11 Monaten um 1,8 % zu. Die Exporte sanken um 7,4 %. Um die gestiegene Inlandsnachfrage zu decken, wurden die Stromimporte um 3,3 % angehoben. Von Jänner bis November musste Österreich rund 3 % seines Bedarfs netto importieren. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 war die Strom-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen.

Rohölpreise deutlich höher als 2009

Die aufgehellte gesamtwirtschaftliche Perspektive bewirkte 2010 eine deutliche Erholung der Preise an den Brennstoffmärkten. Dies trifft besonders auf die Rohöl-Notierungen zu. Trotzdem lagen die Preise noch weit unter dem Niveau unmittelbar vor der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Rohölsorte Brent notierte 2010 für kurzfristige Lieferungen (Frontmonat) im Durchschnitt mit etwas über 80 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Gegenüber 2009 hat sie sich um knapp 18 US-Dollar verteuert. Dazu trug bei der unveränderten OPEC-Förderquote die weiterhin hohe Nachfrage aus den asiatischen Schwellenländern bei. Auch die allgemeine Erwartung eines konjunkturbedingten Anstiegs des Rohöl-Verbrauchs sorgte für festere Notierungen. Die Ölpreise für Terminlieferungen im Jahr 2011 folgten auf einem höheren Niveau der Preisentwicklung für kurzfristige Lieferungen.

Preise für Erdgas und Kohle steigen

Der Großteil der Erdgas-Einfuhren nach Kontinentaleuropa beruht auf Langfristverträgen mit Koppelung an den Ölpreis. Dieser beeinflusst in der Regel mit mehrmonatiger Verspätung die Entwicklung am Gasmarkt. Infolge der gestiegenen Ölpreise endete Mitte 2009 die Talfahrt der österreichischen Importpreise für Erdgas. Von Jänner bis Oktober 2010 verteuerten sich langfristige Importverträge für Erdgas durchschnittlich um etwa 16 % auf 24,4 €/MWh.

Darüber hinaus gewann in den vergangenen Jahren der Handel mit frei verfügbaren Mengen an europäischen Handelsplätzen (Gas-Börsen, physische und virtuelle Hubs) an Bedeutung. Hier wirkt sich der Ölpreis nicht unmittelbar auf die Preisbildung aus. Die liquidesten Handelsplätze in Europa sind der TTF-Hub (Title Transfer Facility) in Holland sowie der NCG-Hub (Net Connect Germany). Aufgrund der räumlichen Nähe beider Handelspunkte liegt eine sehr hohe preisliche Korrelation vor. Die NCG-Kontrakte notieren an der EEX. Der Spotmarktpreis für Erdgas (NCG) war im Jahr 2010 um 37 % höher als im Jahr zuvor. Auch die langfristigen Gaspreise stiegen. Am EEX-Terminmarkt war Erdgas im Jahr 2010 um rund 6 % teurer (NCG-Frontjahr).

Durch den deutlich stärkeren Anstieg der Spotpreise reduzierte sich die Spanne zwischen Grenzübertritts- und Marktpreis wieder.

Auch die Preise für Kohlelieferungen in den ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) verteuerten sich im Jahr 2010. Die Kohlepreise am Spotmarkt lagen um 36 %, jene am Terminmarkt (ARA-Frontjahr) um 25 % über dem Vorjahr (jeweils Eurobasis). Das internationale Preisniveau war durch den stark gestiegenen Steinkohlebedarf in Asien geprägt. Die Nachfrage aus Europa und Nordamerika blieb verhalten.

Regulatorische Rahmenbedingungen

EU setzt Energie-Schwerpunkte und definiert Energieinfrastruktur-Prioritäten Im November 2010 präsentierte die Europäische Kommission die Europäische Energiestrategie "Energie 2020 – Eine Strategie für wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie". Darin definiert sie fünf prioritäre Aktionsbereiche, um die Energieziele für das Jahr 2020 zu erreichen – Energie-Effizienz, Vollendung des Binnenmarktes, Technologieführerschaft, Konsumentenschutz und internationale Partnerschaften. Zur Verbesserung der Versorgungs sicherheit setzt die EU-Kommission unter anderem auf den Ausbau der Stromnetze und die Harmonisierung nationaler Fördersysteme für erneuerbare Energien. Forschungsaktivitäten im Bereich der Stromspeicherung sowie ambitionierte Wasserkraftprojekte sollen helfen, die Technologieführerschaft Europas auszubauen.

Hauptaugenmerk legt die Europäische Kommission auf die Erreichung des im EU-Energieund Klimapaket festgelegten Energieeffizienz-Ziels: Europa ist die Verpflichtung eingegangen, seinen Primärenergieverbrauch im Vergleich zu den Projektionen für das Jahr 2020 um 20 % zu verringern. Unter anderem werden Energieversorger angehalten, ihre Kunden zum Energiesparen zu bewegen. Energieeffizienz soll auch bei der Genehmigung neuer Erzeugungs kapazitäten zu einem zentralen Bewertungskriterium werden.

Zur Erreichung der Energie- und Klimaziele der EU ist ein massiver Ausbau der Energie infrastruktur notwendig. Die Mitteilung "Energieinfrastrukturprioritäten bis 2020 und danach – ein Konzept für ein integriertes europäisches Energienetz" der Europäischen Kommission von Mitte November 2010 sieht beispielsweise die Entwicklung adäquater Verbindungsleitungen zur verstärkten Anbindung von erneuerbaren Erzeugungskapazitäten an Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen, ein europaweites Roll-out von Smart Meters sowie die Errichtung europäischer "Stromautobahnen" vor. Bis 2013 werden Projekte von europäischem Interesse definiert und in der Folge über ein spezielles Finanzierungsregime gefördert. Weiters werden kürzere und transparentere Genehmigungsverfahren angestrebt.

Verschiedene EU-Gesetzgebungsvorschläge werden den Energiegroßhandel künftig neuen Bestimmungen unterwerfen. So sollen künftig neben neuen Integritäts- und Transparenz regeln für den Energiesektor auch Finanzmarktbestimmungen teilweise auf Energieunternehmen anwendbar sein.

Reform des nationalen Rechtsrahmens

Zur Umsetzung der Vorgaben aus dem Dritten Energiebinnenmarktpaket der EU wurde eine umfassende Neuregelung der österreichischen Energiewirtschaftsgesetze notwendig. Im Nationalrat wurden Ende 2010 das Elektrizitätswirtschafts-und-organisationsgesetz 2010 (EIWOG 2010) und das E-Control-Gesetz verabschiedet. Schwerpunkte der Umsetzung waren insbesondere die Entflechtung der Übertragungsnetzbetreiber, die Stärkung der Verbraucherrechte sowie die Reorganisation und Aufwertung der Regulierungsbehörde. Die Reform wurde auch genützt, um schon länger diskutierte Änderungen vorzunehmen, unter anderem wurde das öffentliche Interesse an der Versorgungssicherheit in das EIWOG 2010 aufgenommen.

Energiestrategie Österreich: Rahmenbedingungen für Energiezukunft

Ende März 2010 wurde die Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung veröffentlicht. verbund brachte im Vorfeld sein Fachwissen ein. Die Eckpfeiler sind die konsequente Steigerung der Effizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien und die langfristige Sicherstellung der Stromversorgung. Der Energieverbrauch soll bis 2020 auf dem Niveau von 2005, also bei 1.100 Petajoule, stabilisiert werden. Die Erreichung der Energie- und Klimaziele Österreichs hängt wesentlich von der Konkretisierung der Strategie sowie der zeitnahen Umsetzung der Maßnahmen ab.

Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan

Der Ende März 2010 vom Lebensministerium veröffentlichte erste Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) und die begleitenden Verordnungen schaffen wichtige Rahmenbedingungen für den Ausbau der Wasserkraft in Österreich. Sie bilden einen tragfähigen Kompromiss zwischen dem Gewässerschutz und der energiewirtschaftlichen Gewässernutzung. Der bundesweite Kriterienkatalog ermöglicht eine frühzeitige und auf den Einzelfall bezogene Projektabschätzung und soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen gewährleisten.

UN-Klimaschutzkonferenz in Cancún

Bei der 16. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Cancún in Mexiko von 29.11. bis 11.12.2010 konnte kein Nachfolgeabkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll erreicht werden. Es wurde jedoch sichergestellt, dass der Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls auch nach dem Jahr 2012 weiter bestehen wird. Durch den Beschluss eines Interimsabkommens in Cancún wurde das Vertrauen in das multilaterale System zurückgebracht. In Cancún haben sich die Teilnehmerstaaten auf das Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, geeinigt. Des Weiteren haben die Industriestaaten anerkannt, dass ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 % im Vergleich zu 1990 reduziert werden müssen. Für Entwicklungsländer wurde ein "Green Climate Fund" eingerichtet, der ab dem Jahr 2020 jährlich mit 100 Milliarden Dollar dotiert ist und beim Kampf gegen den Klimawandel helfen soll. Die Wahrscheinlichkeit für die Erreichung eines neuen Abkommens ist nach allgemeiner Einschätzung gestiegen. Es bleibt jedoch weiter offen, ob die politischen Reduktionsziele (–25 % bis 2020) tatsächlich vertraglich festgeschrieben werden. Dies könnte entweder durch eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls (ohne USA) oder im Rahmen eines neuen, internationalen Abkommens, das auch für die USA und die sogenannten Schwellenländer (zum Beispiel China) Zielwerte festlegt, erreicht werden.

Geschäftsentwicklung

Einflussfaktoren auf das Ergebnis

Das Ergebnis von verbund hängt vor allem von zwei Einflussfaktoren ab – den Großhandelspreisen für Strom und dem Erzeugungskoeffizienten. Beide Faktoren fielen 2010 deutlich schwächer aus als im Jahr davor. Gründe dafür waren die stark gesunkenen Forwardpreise sowie die Wasserführung, die unter der außergewöhnlich guten von 2009 lag.

Durchschnittliche Absatzpreise unter Vorjahresniveau

Die Terminmarktpreise 2009 für das Geschäftsjahr 2010 waren vom Konjunktureinbruch ge prägt. Die Preise für im Jahr 2009 an der Energiebörse EEX gehandelten Forwardkontrakte für Bandenergie (Front Year Base 2010) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich sowie für Spitzenenergie (Front Year Peak 2010) lagen jeweils um 30 % unter dem Vorjahr. Am Spotmarkt wurden demgegenüber 2010 bereits wieder etwas höhere Preise realisiert. So stiegen im Jahresdurchschnitt 2010 die Base-Spotpreise für das Marktgebiet Deutschland/Österreich an der Pariser Strombörse EPEX um rund 14 % auf 44,5 €/MWh. Die Peak-Preise lagen mit 55,0 €/ MWh um knapp 8 % über dem Vorjahr. Neben den tieferen Temperaturen sorgte auch die zunehmende Industrieproduktion für Auftrieb bei den Spotpreisen. Insgesamt lagen die durchschnittlich erzielten Absatzpreise 2010 mit 52,1 €/MWh um 9,2 €/MWh unter dem Vorjahresniveau.

Wasserführung deutlich unter außergewöhnlich gutem Vorjahreswert

Der Erzeugungskoeffizient ist die Maßzahl für die Erzeugung aus Lauf- und Laufschwellkraftwerken. Er lag 2010 mit einem Wert von 0,99 um 1 % unter dem langjährigen Mittel und um 7 Prozentpunkte unter dem herausragenden Vorjahreswert.

Der Beginn des Jahres war wesentlich kälter als im langjährigen Durchschnitt und der Niederschlag gering. Dies bewirkte im Jänner und Februar eine deutlich unterdurchschnittliche Wasserführung. Im März stieg der Erzeugungskoeffizient aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze auf 1,04. Waren die Niederschlagsmengen im April noch signifikant geringer als in der langjährigen Messreihe, entsprach der Niederschlag im Mai und Juni großteils dem Durchschnitt. Im ersten Halbjahr 2010 wurde somit ein Erzeugungswert von 0,92 erreicht. Der Juli war zu Beginn durch eine Hitzewelle und eine Trockenphase geprägt, der anschließende starke Regen konnte bei auftretenden lokalen Hochwasser-Ereignissen energiewirtschaftlich nur teilweise genutzt werden. Überdurchschnittliche Regenmengen brachten im August und September eine gute Wasserführung, die auch energiewirtschaftlich konstant genutzt wurde. Der Oktober verlief vergleichsweise zu kalt und recht trocken, der November wies bei massiv überhöhten Temperaturen Niederschlagsschwerpunkte vor allem im Süden Österreichs auf. Der Dezember des Jahres 2010 realisierte trotz phasenweise deutlich unterdurchschnittlicher Temperaturen einen Erzeugungskoeffizienten von 1,16. Im Jahr 2010 lag der Erzeugungskoeffizient somit bei 0,99.

Stromerlöse belastet von schwachen Strompreisen

Die Eigenerzeugung des Konzerns lag 2010 mit 31.078 GWh um 3,9 % über dem Vorjahr. Der Anstieg ist vor allem auf die höhere Stromproduktion aus thermischen Anlagen in Österreich und den anteiligen Strombezug aus dem französischen Kraftwerk Pont-sur-Sambre (seit September 2009 in Betrieb) zurückzuführen. Trotz der im Vergleich zum Vorjahr ungünstigeren Wasserführung konnte die Erzeugung aus Laufkraftwerken durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Herbst 2009 auf Vorjahresniveau gehalten werden. Aufgrund der wesentlich geringeren Zuflüsse reduzierte sich die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke um 9,7 %.

Der gesamte Stromabsatz in der VERBUND AG belief sich 2010 auf 55.729 GWh (+8,7 %). Somit betrug der Fremdbezug 2010 24.652 GWh, eine Steigerung von 15,4 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz der höheren Stromabgabe sanken die Stromerlöse insgesamt um 4,4 % auf 3.016,8 Mio. €. Dieser Rückgang ist auf die niedrigeren Absatzpreise aufgrund der stark gesunkenen (in Vorperioden kontrahierten) Terminmarktpreise zurückzuführen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Umsatz und Ergebnis

Einheit 2010 2009
Umsatzerlöse Tsd. € 3.041.009,7 3.181.325,6
Ergebnis vor Zinsaufwendungen und Steuern (EBIT) Tsd. € 540.679,7 648.293,6
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)
Tsd. €
376.758,0 547.262,0
Jahresüberschuss
Tsd. €
352.608,7 515.183,7
Bilanzgewinn Tsd. € 191.078,6 385.250,0
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 20,5 33,2
Gesamtkapitalrentabilität (ROI) % 10,7 18,8
ROCE % 7,8 12,3
Umsatzrentabilität (ROS) % 17,8 20,4

Umsatzerlöse

Aufgrund der oben genannten Effekte sanken die Umsatzerlöse der VERBUND AG gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % auf 3.041,0 Mio. €.

Dies ist trotz gestiegenem Absatz mit ausländischen Weiterverteilern und Händlern auf die stark gesunkenen Absatzpreise aufgrund der schwachen Spotmarkt- und kurzfristigen Forwardpreise zurückzuführen.

Bei den Stromerlösen mit Industrie- und Endkunden verzeichnete die VERBUND AG einen Zuwachs um 49,3 Mio. € oder 18,2 %.

Die Stromerlöse mit Energieversorgungsunternehmen (EVU) im Inland stiegen um 12,2 % auf 1.361,4 Mio. €. Hingegen blieben die Stromerlöse mit EVU im Ausland auf 421,0 Mio. € nahezu konstant. Die Stromerlöse mit Händlern insgesamt reduzierten sich vor allem durch das gesunkene Preisniveau um 26,8 % auf 913,2 Mio. €.

Der Anteil der auf die ausländischen Absatzmärkte – vor allem Deutschland und Frankreich – entfallenden Stromerlöse lag bei 46,7 % (Vorjahr: 54,2 %).

Der Stromabsatz erhöhte sich im Konzern gegenüber dem Vorjahr um 4.440 GWh oder 8,7 %. Die nicht umsatzmäßig erfassten Forwardkontrakte stiegen hingegen deutlich, und zwar um 41,2 % auf 85.640 GWh.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 9,4 % auf 35,5 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und höhere Erträge aus dem Verkauf von Umformerwerkkomponenten aufgrund Vertragsablauf zurückzuführen.

Aufwand für bezogene Leistungen

Der Strombezugsaufwand sank um 5,3 % auf 2.686,2 Mio. €. Der Strom- und Netzbezug sowie Emissionszertifikatebezug (Handel) ging um 4,4 % auf 2.784,2 Mio. € zurück. Haupteinflussfaktor dafür war, dass trotz gestiegener Einsatzmengen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Terminmarktpreise zu Verrechnung gelangten. Der Netzbezug stieg um 21,5 % auf 80,7 Mio. €. Ausschlaggebend dafür war der Anstieg im Endkundensegment und der damit verbundenen Netzkosten.

Personalaufwand

Der laufende Personalaufwand blieb annähernd konstant auf 19,1 Mio. €. Erhöhend wirkte die kollektivvertragliche Anpassung der Gehälter und Nebenkosten um 1,6 %, dem steht eine Reduktion der Personalkosten für Prämien und Remunerationen gegenüber. Der Aufwand für Abfertigung und Altersversorgung sank aufgrund niedriger Abfertigungszahlungen und geringerer Pensionskassenbeiträge insgesamt um 39,7 % auf 3,2 Mio. €. Vor allem durch Personalübertritte in verbund sank in der VERBUND AG der betriebswirtschaftliche Personalstand um 9 auf 178 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sonstiger betrieblicher Aufwand

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 31,0 Mio. € auf 89,3 Mio. €. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen durch Kosten für die 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung der VERBUND AG in Höhe von 23,4 Mio. € bedingt.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)

Auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren und Entwicklungen und des gesunkenen Finanzergebnisses verringerte sich das EGT von 547,3 Mio. € um 31,2 % auf 376,8 Mio. €.

Einheit 2010 2009
Anlagevermögen Tsd. € 4.175.496,9 4.282.497,8
Umlaufvermögen Tsd. € 1.606.322,2 609.832,4
Nettoumlaufvermögen (Working Capital) Tsd. € 1.373.041,7 232.990,5
Nettoverschuldung (Net Debt) Tsd. € 2.886.833,7 2.912.399,5
Eigenkapital Tsd. € 2.806.366,6 1.837.839,6
kurzfristige Schulden Tsd. € 286.178,7 416.938,6
kurzfristiges Vermögen Tsd. € 1.659.220,4 649.929,0
Eigenkapitalquote % 47,6 36,4

Vermögenslage

Anlagevermögen

Die Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sanken im Wesentlichen durch den Abgang von Umformerwerkkomponenten in Höhe von 7,4 Mio. € sowie durch die Abschreibungen in Höhe von 3,2 Mio. €, denen Zugänge in Höhe von 3,8 Mio. € gegenüberstanden.

Die Position der Finanzanlagen veränderte sich im Beteiligungsbereich (+21,6 Mio. €) vor allem durch die Erhöhung des Beteiligungsansatzes an der VERBUND Beteiligungsholding GmbH im Zuge von Kapitalzuführungen.

Die sonstigen Finanzanlagen sanken aufgrund der Rückführung von Ausleihungen in Höhe von 41,3 Mio. € und durch den Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 79,6 Mio. €, dem Zugänge von Wertpapieren in Höhe von 0,1 Mio. € gegenüberstanden.

Umlaufvermögen

Der Aufbau beim Umlaufvermögen um 995,6 Mio. € auf rund 1.606,3 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 1.061,0 Mio. € und der Zunahme der Leistungsforderungen in Höhe von 5,0 Mio. €. Die sons tigen Forderungen aus dem Stromhandelsgeschäft, den Strombörsen, dem Emissionszertifikate handel und Sicherheiten aus dem Stromgeschäft verringerten sich dagegen um 60,2 Mio. €.

Eigenkapital

Das Eigenkapital konnte aufgrund der im November 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 1 Mrd. € und des Jahresergebnisses, dem die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2009 inklusive Sonderdividende gegenüberstand, um 968,5 Mio. € auf 2.806,4 Mio. € erhöht werden. Aufgrund der vorgenannten Effekte stieg die Eigenkapitalquote von 36,4 % auf 47,6 %.

Verbindlichkeiten

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken per Saldo um 10,3 Mio. € auf 2.955,3 Mio. €. Fremdwährungsschwankungen bei den Anleihen erhöhten die Finanzverbindlichkeiten um 10,3 Mio. €. Im Jahr 2010 wurden Aufnahmen/Tilgungen bei Kreditinstituten per Saldo in Höhe von –39,9 Mio. € getätigt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 23,9 Mio. € auf 80,6 Mio. €. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kam es zu einem Abbau von 4,8 Mio. € auf 1.424,5 Mio. €. Mit dem Verkauf von Umformerwerkkomponenten aufgrund Vertragsablauf kam es zum Abbau der dafür erhaltenen Anzahlung in Höhe von 8,3 Mio. €.

Finanzlage

Finanzstrategie und Finanzierung Die Finanzstrategie von verbund wird durch fünf Eckpunkte definiert:

  1. Bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung der Tochtergesellschaften. Die mittelund langfristige Finanzierung der Geschäftsaktivitäten erfolgt zentral durch VERBUND International Finance B.V. bzw. VERBUND AG und der kurzfristige Geldausgleich innerhalb des Konzerns durch VERBUND Finanzierungsservice GmbH. Als interne Finanzierungsdrehscheiben nehmen diese Gesellschaften Fremdkapital extern oder innerhalb des Konzerns auf und leiten es bedarfsgerecht auf Basis eines marktorientierten Transferpreis systems an die Konzerntöchter weiter. Dadurch werden die Vorteile einer zentralen Konzernfinanzierung erzielt und gleichzeitig Markt- und Risikoimpulse an die Konzerntöchter weitergegeben.

  2. Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve. Absolute Priorität hat die jederzeitige Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität. Dazu verfügt verbund über eine syndizierte Kreditlinie, die jederzeit gezogen werden kann, sowie über nicht kommittierte Linien – vorwiegend bei österreichischen Banken, die als sehr zuverlässig einzustufen sind.

  3. Absicherung einer starken Bonität. Ein wesentlicher Pfeiler der verbund-Strategie ist der Erhalt einer starken Bonität im Single-"A"-Bereich. Dafür wird die Strategie laufend mit den Rating-Agenturen Moody's Investors Services und Standard & Poor's diskutiert und abgestimmt. Bei den Planungsrechnungen wird auf die strenge Einhaltung der von den Ratingagenturen vorgegebenen wesentlichen Kennzahlengrenzen Wert gelegt. Zur Steuerung des Ratings orientiert sich verbund an den Kennzahlen FFO/Net Debt und RCF/Total Debt.

  4. Erhalt einer weitreichenden finanziellen Flexibilität. Die Absicherung des Ratings im "A"- Bereich ermöglicht einen breiten Zugang zu Finanzierungsquellen. Das unterstützt die Wachstumsstrategie und ermöglicht auch in angespannten Kapitalmärkten jederzeit Zugang zu frischem Kapital. Das Finanzierungsportfolio von verbund umfasst einen ausgewogenen Mix zwischen Anleihen, Krediten, Exportförderkrediten sowie Projektfinanzierungen.

  5. Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limite. Die Finanzstrategie von verbund bewegt sich innerhalb einer konservativen Risikostrategie mit definierten Value-at-Risk-(VaR) und Limitsystemen, deren Einhaltung das Risikomanagement laufend überprüft. Die Risikosteuerung des Fremdmittelportfolios basiert im Wesentlichen auf den Kennzahlen Duration, Restlaufzeit, Effektivverzinsung, Währungslimits, Zinsvariabilität sowie VaR.

Fremdmittelaufnahmen und Fremdmittelportfolio

Zur Finanzierung des Investitionsprogramms führte VERBUND AG 2010 eine Kapitalerhöhung von 1 Mrd. € durch. Daher und infolge geringerer Investitionstätigkeit ist der Fremdkapitalbedarf im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die VERBUND International Finance B.V. nahm zwei Kredite bei der Europäischen Investitionsbank auf – zur teilweisen Refinanzierung des Mittelbedarfs für das Gas- und Dampfkraftwerk Mellach bzw. für den ersten Teilabschnitt der 380-kV-Hochspannungsleitung in Salzburg.

Bankenlinien

Die Absicherung der Liquidität hat für verbund oberste Priorität. verbund verfügt per 31.12.2010 über einen syndizierten Kredit von 750 Mio. €, welcher der Liquiditätsabsicherung dient und nicht gezogen wurde. Dieser Kredit wurde im Jänner 2005 mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Banken abgeschlossen, hat eine Laufzeit bis Jänner 2012 und kann jederzeit ausgenutzt werden. Zusätzlich verfügt verbund per 31.12.2010 über nicht kommittierte Linien von 755,5 Mio. € vorwiegend bei heimischen Banken.

Das Fremdmittelportfolio von verbund besteht per 31.12.2010 zu 56,6 % aus Anleihen, 23,1 % aus Krediten bzw. 16,9 % aus Exportförderkrediten und 3,4 % sonstigen Finanzverbindlichkeiten.

Ratingentwicklung

Je besser die Bonität eines Unternehmens, desto einfacher ist der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, desto breiter sind die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung und desto kostengünstiger ist die Aufnahme von Fremdmitteln. Der langfristigen Absicherung des verbund-Ratings kommt hohe Bedeutung zu, da die Risikoaufschläge für Unternehmen in folge der Finanzmarktkrise je nach Rating-Kategorie stark differenziert wurden. Im Jahr 2010 verbesserte sich das Rating von der VERBUND AG: Standard & Poor's löschte aufgrund der Kapitaler höhung den negative outlook und legte das Rating mit A- (stable outlook) fest. Moody's beließ das Rating unverändert mit A2 (negative outlook). Mit den aktuellen Rating-Einstufungen liegt verbund besser als der Durchschnitt der europäischen börsenotierten Versorger.

Finanzkennzahlen

Einheit 2010 2009
Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit Tsd. € 367.763,4 495.077,2
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit 117.563,0 –1.317.124,4
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Tsd. € –486.479,4 822.544,3
Finanzergebnis Tsd. € 242.558,4 379.013,5
Gearing (Nettoverschuldungsgrad) % 102,7 158,1
Schuldentilgungsdauer Jahre 8,1 6,2

Das gute Finanzergebnis des Vorjahres verringerte sich um rund 136,5 Mio. € auf 242,6 Mio. €. Hauptverantwortlich dafür waren die rückläufigen Beteiligungserträge um 53,3 Mio. € und höhere Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von rund 8,0 Mio. €. Zusätzlich stiegen die Zinsaufwendungen um 65,9 Mio. € bei gleichzeitig geringeren Zinserträgen von 15,1 Mio. €. Im Geschäftsjahr kam es zu um 5,8. Mio. € höheren Gewinnen aus dem Verkauf von Wert papieren.

Der Abbau der verzinslichen Nettoverschuldung um 24,4 Mio. € und der starke Aufbau des bereinigten Eigenkapitals um 967,7 Mio. € führten zu einer Verringerung des Gearing um 55,4 Prozentpunkte auf 102,7 %. Bei Rückgang des Mittelüberschusses aus gewöhnlicher Geschäfts tätigkeit um 127,3 Mio. € und annähernd gleichbleibenden Verbindlichkeiten erhöhte sich die Schuldentilgungsdauer von 6,2 auf 8,1 Jahre.

Die Geldflüsse des Geschäftsjahres sind nachfolgend in einer separaten Aufstellung dargestellt. Die Zusammensetzung des Kassenbestandes und der Guthaben bei Kreditinstituten (Fonds der flüssigen Mittel) kann der Anhangerläuterung (5) entnommen werden.

Geldflussrechnung

(1) Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit

Der Netto-Geldfluss aus der operativen Tätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt und beläuft sich auf 367.763,3 Tsd. € (Vorjahr: 495.077,2 Tsd. €).

Die Leistungsforderungen blieben annähernd unverändert.

Der Rückgang bei den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen ist vor allem durch Sicherheitsleistungen für den Stromderivathandel bedingt.

Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen wird durch den Abbau der Rückstellungen aus dem Stromgeschäft um 14.648,8 Tsd. €, den Anstieg der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 9.316,7 Tsd. € sowie den Abbau der Steuerrückstellungen um 101.905,7 Tsd. € bedingt.

Der Anstieg der Leistungsverbindlichkeiten resultiert aus dem höheren Handel über die Börse und dem geringeren Handel mittels Forwardkontrakten im Dezember 2010 im Vergleich zum Dezember 2009 und damit unterschiedlichen Zahlungsbedingungen.

Die Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten ergibt sich aus dem Abbau der Passiven Rechnungsabgrenzung für das Stromgeschäft.

Die Fremdwährungsschwankungen stammen aus einer Yen-Anleihe.

Im Geschäftsjahr erfolgte eine Kapitalerhöhung mit der Ausgabe von 39.215.686 neuen Aktien. Der Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit je Aktie beläuft sich auf 1,06 €, bereinigt um die Kapitalerhöhung 1,19 € (Vorjahr: 1,61 €), das Verhältnis zu den Umsatzerlösen beträgt 12,1 % (Vorjahr: 15,6 %).

(2) Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit

Beim Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit ergab sich insgesamt ein Mittelzufluss in Höhe von 117.563,0 Tsd. € (Vorjahr: Mittelabfluss 1.317.124,4 Tsd. €), der insbesondere aus dem Zugang von Beteiligungen in Höhe von 21.689,0 Tsd. €, Ausleihungen in Höhe von 34,2 Tsd. € und Wertpapieren in der Höhe von 84,2 Tsd. € resultiert. Dem stehen die Rückzahlungen von Ausleihungen in Höhe von 41.368,6 Tsd. €, Abgänge von Wertpapieren in Höhe von 79.569,9 Tsd. € mit einem Abgangsgewinn von 13.013,5 Tsd. € und der Abgang von Beteiligungen in Höhe von 95,1 Tsd. € mit einem Abgangsverlust von 1,5 Tsd. € gegenüber.

Bei den Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen handelte es sich überwiegend um Investitionen zur Betreibung eines Gasspeichers in Höhe von 2.237,9 Tsd. € sowie um Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 859,8 Tsd. €.

Geldflussrechnung in Tsd. €
Erläuterung 2010 2009
Jahresüberschuss 352.608,7 515.183,7
Abschreibungen auf immaterielle Vermögens
gegenstände und Sachanlagen
3.187,1 3.801,9
Ergebnis aus Abgang von Anlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens
–14.921,6 –4.939,3
Veränderung der Vorräte 15,5 3.524,8
Veränderung der Leistungsforderungen –1.103,6 38.407,0
Veränderung der sonstigen Forderungen
und Vermögensgegenstände1
60.731,7 –59.228,6
Veränderung der latenten Steuern 44.030,8 4.006,2
Veränderung der langfristigen Rückstellungen –1.929,4 –1.319,4
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen –107.237,8 –8.230,5
Veränderung der Leistungsverbindlichkeiten 23.196,0 12.655,9
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten1 –2.247,2 –9.253,1
Fremdwährungsschwankungen 10.310,4 0,0
Veränderung der Zinsenabgrenzungen 1.122,7 468,6
Netto-Geldfluss aus operativer Tätigkeit (1) 367.763,4 495.077,2
Investitionen in immaterielle Vermögens
gegenstände und Sachanlagen
Abgänge von immateriellen Vermögens
gegenständen und Sachanlagen
–4.932,8
10,257,6
–1.833,4
48,0
Investitionen in Finanzanlagen –21.807,4 –1.612.373,0
Abgänge von Finanzanlagen 134.045,6 297.034,0
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit (2) 117.563,0 –1.317.124,4
Kapitalerhöhung aus Bareinzahlung 1.000.000,0 0,0
Dividendenausschüttung –385.250,0 –323.610,0
Veränderung der Konzernclearingsalden –1.061.465,0 207.833,9
Veränderung der kurzfristigen Aufnahmen/Veranlagungen –20,8 –25.133,3
Aufnahme von langfristigen Krediten 0,0 287.500,0
Tilgung von langfristigen Krediten –39.833,3 –219.183,3
Veränderung der Konzernfinanzierung 0,0 890.000,0
Veränderung der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten 89,7 5.136,9
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit (3) –486.479,4 822.544,3
Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel –1.153,0 497,0
Kassenbestand und liquide Mittel per 1.1. 1.925,3 1.428,3
Kassenbestand und liquide Mittel per 31.12.2 772,3 1.925,3
1 inklusive Rechnungsabgrenzungsposten // 2 siehe auch Anhang – Erläuterungen (5)

272

In den Abgängen von Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betreffen 7.394,0 Tsd. € den Abgang von Umformerwerkkomponenten aufgrund Vertragsablauf mit einem Abgangsgewinn von 1.924,0 Tsd. €.

(3) Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der für 2009 beschlossenen Dividendenausschüttung wurden 385.250,0 Tsd. € an die Aktionäre zur Auszahlung gebracht, wovon 77.050,0 Tsd. € aus einer Sonderdividende von 0,25 € je Aktie bestanden.

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1 Mrd. € beschlossen. Der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung erfolgte im November 2010. Im Rahmen des Konzernclearings kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 1.061.465,0 Tsd. € (Vorjahr: Mittelzufluss 207.833,9 Tsd. €).

Kredittilgungen erfolgten in Höhe von 39.833,3 Tsd. €, Geldmarktaufnahmen in Höhe von 96,9 Tsd. €, Tilgungen am Geldmarkt in Höhe von 117,6 Tsd. €.

Mitarbeiter

Vorausschauende Personalentwicklung

Zentrale Aufgabe des Personalmanagements ist es, den Einsatz der richtigen Personen auf allen Ebenen sicherzustellen. verbund hat eine umfassende Personalplanung und -entwicklung mit zahlreichen Instrumenten etabliert – beginnend beim Recruiting über die Aus- und Weiterbildung und die leistungsorientierte Entlohnung bis zur Nachfolgeplanung. Ein strukturierter Recruitingprozess ist Voraussetzung dafür, dass die am besten geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden werden. Dies ist durch einen dreistufigen Auswahlprozess gewährleistet. Aus der Personalstrategie werden die wichtigsten Zielgruppen für die Aus- und Weiterbildung abgeleitet.

Einsparungen im Personalbereich umgesetzt

Der wirtschaftliche Einsatz unseres Personals ist wesentlich. verbund hat 2010 im Personalbereich weitere Maßnahmen für Einsparungen durchgeführt. Im Licht der noch immer an gespannten Lage der Weltwirtschaft wurde das strukturierte Kostensenkungsprogramm fortgesetzt. Es umfasste die Reduktion von Überstunden, den Abbau der Urlaubsrückstellungen sowie die Streichung oder Verschiebung geplanter Neuaufnahmen.

Die erforderlichen Personalaufnahmen führte verbund mit größtem Kostenbewusstsein durch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden konsequent und zielgerichtet mit Blick auf das zur Verfügung stehende Budget weitergebildet. verbund steigerte außerdem die Ef fizienz der Personalarbeit durch Zusammenlegung der verschiedenen Personalservices: Ab 1.1.2011 ist ein operatives Shared Service Center für die Personaladministration verantwortlich. Einheitliches leistungsorientiertes Gehaltsmodell und gezielte Nachfolgeplanung Im Jahr 2009 wurde ein neues System zur Entlohnung von Führungskräften eingeführt. 2010 folgte ein konzernweites leistungsorientiertes Gehaltsmodell. Demnach können nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leistungs- und erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile erhalten. Die Höhe der variablen Anteile variiert je nach Funktion. Die Einstufungen basieren auf dem Kollektivvertrag der Elektrizitätsunternehmen Österreichs. Der Gehaltsvergleich mit anderen Unternehmen am Markt stellt eine faire, wettbewerbsfähige und kostenbewusste Entlohnung sicher. Die neuen Gehaltsmodelle gewährleisten die durchgängige Leistungsorientierung und sichern die Qualität und Produktivität.

Für einen Konzern wie verbund haben Führungskräfte eine Schlüsselfunktion. Die gezielte Nachfolgeplanung für diese Positionen ist daher von hoher Bedeutung. Zur Identifikation geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten erstellt verbund detaillierte Nachfolgepläne inklusive bedarfsorientierter Personalentwicklungskonzepte. In diesem Rahmen werden die Eignung, die Leistung und das Potenzial möglicher Talente im Unternehmen identifiziert. Regelmäßige Reviews stellen die Aktualität der Planung sicher.

In Aus- und Weiterbildung investieren

Das gewerblich-technische Personal bildet das Fundament von verbund in den Betrieben und Werken. Ein weiterer Schwerpunkt im Personalmanagement ist die Ausbildung von Lehrlingen. Im Jahr 2010 wurde die neue Zentral- und Lehrwerkstätte in Kaprun/Salzburg eröffnet. Sie ermöglicht gemeinsam mit den bestehenden Lehrwerkstätten in Ybbs-Persenbeug/NÖ und in Töging am Inn/Bayern rund 45 Lehrlingen jährlich den Start einer Ausbildung zum Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker. Insgesamt werden derzeit 147 junge Frauen und Männer ausgebildet.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Aus- und Weiterbildung der Facharbeiter und Meister. Durch die gezielte Doppelberufsausbildung zum Elektrobetriebs- und Maschinenbautechniker erweitert verbund das Wissen und den Einsatzbereich dieser wichtigen Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Außerdem wird jährlich ein auf die Erfordernisse des Arbeitsbetriebs abgestimmtes Bildungsprogramm angeboten.

Bericht über Forschung, Entwicklung und Umwelt

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2010 wurde der Bereich Forschung und Entwicklung in verbund neu strukturiert. Das konzernweite und international tätige "Competence Center Innovation" trat an die Stelle der 2009 gegründeten Holdingabteilung. Die fachspezifische Forschung verbleibt bei den verbund-Tochterunternehmen.

Klare Zuordnung von Aufgaben

Das neue "Competence Center Innovation" ist in erster Linie für Forschungsprojekte zuständig, die das Zusammenwirken mehrerer verbund-Unternehmen sowie externer Partner erfordern und mittelfristig in verwertbare Produkte bzw. Dienstleistungen münden. Beispiele dafür sind Projekte zu Elektromobilität oder Energiemanagement. Die fachspezifische Forschung zu Wasser-, Wärme- und Windkraft sowie Stromübertragung und Stromgeschäft wird weiterhin in den operativen Gesellschaften umgesetzt. Dank dieser Aufgabentrennung kann verbund rasch und effektiv agieren und sich optimal auf neue Marktchancen ausrichten.

Forschung fördern und Wissen teilen

Mit der Förderung von Forschungsarbeiten im Rahmen von Diplomarbeiten und Dissertationen übernimmt verbund Verantwortung für junge Talente und potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen stellt regelmäßig Vortragende zu Fachveranstaltungen im Bereich Forschung und Entwicklung, koordinierte im August 2010 die Alpbacher Wirtschaftsgespräche zum Thema Elektromobilität und hielt dazu eine BürgerInnenkonferenz ab. Im Rahmen der Austria Tec Week vom 12. bis 15.10.2010 bei der Weltausstellung in Shanghai präsentierte die von verbund initiierte Plattform "Austrian Mobile Power" die neuen Aktivitäten zur Elektromobilität.

Elektromobilität auf der Überholspur

verbund bestätigte – nach der Gründung des Vereins Austrian Mobile Power 2009 – im vergangenen Jahr erneut seine Innovationsführerschaft im Bereich Elektromobilität. Seit Anfang 2010 führt verbund das erste und größte österreichische "Leuchtturmprojekt" für Elektro mobilität an: EmporA (Electric Mobile Power Austria). An diesem Projekt sind 15 weitere Partner beteiligt, darunter industrielle Leitbetriebe wie Siemens, Magna und Infineon. Ziel von EmporA ist die Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Komponenten eines Gesamtsystems für Elektromobilität. Es wird vom Klimafonds der österreichischen Bundesregierung gefördert. Bei der neuerlichen Ausschreibung wurde eine Projekterweiterung ab 2011 eingereicht und von der Jury ebenfalls zur Förderung vorgeschlagen.

Außerdem entwickelte verbund mit den strategischen Partnern OMV, E.ON und Siemens weitere Projekte, die 2011 starten. Den Schwerpunkt bilden die Entwicklung und der Einsatz von Schnell-Ladeinfrastruktur für moderne Elektrofahrzeuge, welche die Ladezeit auf 15 bis 30 Minuten reduzieren werden.

Energiemanagement für die Zukunft

Ein wichtiges Thema im Energiemanagement für Endkunden ist die Transparenz. Kunden wollen jederzeit wissen, wie viel Strom sie verbrauchen und aus welchen Energieträgern der Strom erzeugt wird, damit sie ihre Energie-Effizienz erhöhen können. Diese Information soll künftig jederzeit im Internet bzw. auf mobilen Kommunikationsgeräten abrufbar sein.

Da sich viele Stromkunden von reinen Konsumenten zu selbstständigen Produzenten (Prosumers) entwickeln werden, werden dezentrale Erzeugungseinheiten immer wichtiger für neue innovative Angebote. Derzeit wird getestet, die dezentralen Anlagen zu virtuellen Großkraftwerken zusammenzuschließen, um die Möglichkeiten der Steuerung in einem intelligenten Stromnetz (Smart Grid) auszuloten. Zusätzlich können künftig Gesamtlösungen für Heizund Kühlbedarf, Beleuchtung, Steuerung von elektrischen Geräten sowie Anbindung an die Elektromobilität geschaffen werden.

Nachhaltigkeit

Mit dem Schwerpunkt auf Stromerzeugung aus Wasserkraft ist Nachhaltigkeit schon seit der Gründung des Unternehmens im Kerngeschäft verankert. Die nachhaltige Orientierung wurde bei der Neupositionierung der Marke im Jahr 2010 bestätigt und betont: Umweltfreundliche Wasserkraft ist und bleibt die größte Stärke von verbund.

Nachhaltigkeitsziele und -strategie

Zusätzlich zur Unternehmensstrategie erarbeitete verbund 2010 eine Nachhaltigkeitsstrategie. Damit sind die impliziten Leitlinien, nach denen das Unternehmen seit Jahrzehnten nachhaltig geführt wird, nun auch dokumentiert. Die Strategie ist Orientierung und Handlungsanleitung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dient als Basis für die Formulierung von Zielen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit.

Diese Ziele werden von einem Nachhaltigkeitsarbeitsteam ausgearbeitet. Es umfasst Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft der VERBUND AG sowie Vertreterinnen und Vertreter aller Tochterunternehmen. In der Folge evaluiert und priorisiert der Nachhaltigkeitsrat die Ziele. Im Rat unter Vorsitz des verbund-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Anzengruber sind die Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der Tochtergesellschaften vertreten. Dieser Ablauf sichert die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Nachhaltigkeit bei verbund. Im Nachhaltigkeitsbericht werden die Ziele alljährlich veröffentlicht und über die Zielerreichung in der abgelaufenen Periode berichtet.

Ständiger Dialog mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft

verbund steht beständig in Kontakt mit vielen unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Ziel ist, die Zusammenarbeit konstruktiv und verantwortungsbewusst zu gestalten. So finden auf Vorstands- und Expertenebene regelmäßig Round-Table-Gespräche mit Umwelt- und Naturschutz-Organisationen zu aktuellen Themen der Stromwirtschaft statt.

Mit den "Power Facts" hat verbund 2010 ein neues Medium zur kompakten Information von Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Wirtschaft geschaffen. Im Rahmen von "ONE DAY AT VERBUND" besuchen Vertreter dieser Anspruchsgruppen im Bereich "Energie" einen Tag lang die verbund-Zentrale und diskutieren an Ort und Stelle unterschiedliche Themen mit Führungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt

Energieerzeugung ist immer mit Eingriffen in die Natur verbunden. verbund arbeitet seit den 1970er-Jahren daran, die Umweltauswirkungen seiner Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten.

Umweltmanagementsystem und Zertifizierungen

Seit 1995 wird das Umweltmanagementsystem vor allem nach EMAS und ISO 14001 begutachtet. Alle drei in Betrieb befindlichen thermischen Kraftwerke sind danach zertifiziert. Seit 2008 entsprechen alle Netzstandorte und -leitungen den Standards ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, OHSAS 18001 und EMAS. 2010 waren von den 123 Wasserkraftanlagen 45 nach EMAS zertifiziert (56 % des Regelarbeitsvermögens/RAV) und 89 nach ISO 14001 (68 % des RAV). Seit 2009 entsprechen alle Wärme- und Wasserkraftwerke auch den TÜV-Kriterien.

Energie- und Klimapolitik fördern

verbund unterstützt aktiv die europäische Energie- und Klimapolitik und hat sein Expertenwissen in die 2010 präsentierte Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung ein gebracht. Sie verfolgt die Verbesserung der Energieeffizienz, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die langfristige Sicherung der Energieversorgung. Ziel ist die Stabilisierung des energieverbrauchs auf dem Niveau des Jahres 2005. Zur Zielerreichung trägt verbund die Stromerzeugung aus Wasserkraft, den Ausbau der leistungsfähigen Übertragungsnetze und der Speicherkapazitäten in den Alpen, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Förderung der Elektromobilität bei.

2010: Jahr der Biodiversität

Die UNESCO ernannte 2010 zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt". Dadurch soll die Bedeutung der Vielfalt der Arten und der Vielfältigkeit innerhalb der Arten bewusster werden.

verbund trifft in Europa auf unterschiedlichste Ökosysteme, Regionen und Arten. Obwohl die Stromerzeugung von verbund – primär aus Wasserkraft – zu den saubersten und nachhaltigsten Formen der Energiegewinnung zählt, ist jeder Kraftwerksbau und -betrieb ein Eingriff in die Natur. verbund setzt seit vielen Jahren moderne Maßnahmen, wie z.B. Fischwander hilfen und Rekultivierungen, um Auswirkungen auf die Biodiversität zu minimieren.

Stromerzeugung: Emissionen weiter gesenkt

Rund 86 % der Stromerzeugung von verbund stammen aus emissionsfreier Wasserkraft. Der Erzeugungsmix wird durch thermische Kraftwerke sowie Windkraftwerke ergänzt. In den vergangenen Jahren konnte verbund die absoluten und spezifischen Emissionen laufend senken. Treibhausgas-Emissionen ergeben sich primär aus den CO2-Emissionen der thermischen Kraftwerke. Die direkten CO2-Emissionen betrugen 2010 rund 3,2 Mio. t CO2. Die spezifischen Emissionen bezogen auf die Gesamterzeugung lagen 2010 bei 104 t CO2/GWh (2009: 74 t CO2/GWh). Grund dafür ist die erhöhte thermische Erzeugung u. a. durch den erstmals ganzjährigen Einsatz des modernen Gas-und-Dampfkraftwerks Pont-Sur-Sambre in Frankreich. Bei den spezifischen Emissionen der thermischen Erzeugung (inklusive Bezugsrechte) wurde 2010 die positive Entwicklung durch eine erneute Reduktion auf 761 t CO2/GWh (2009: 818 t CO2/GWh) fortgesetzt. Durch den Einsatz modernster Technologien werden diese Emissionen langfristig weiter sinken. verbund liegt damit im absoluten Spitzenfeld vergleichbarer europäischer Unternehmen.

Seit 2006 veröffentlicht verbund im Carbon Disclosure Project, der weltweit größten Klimadatenbank, CO2-Emissionen, -Reduktionsziele, Klimarisiken und -chancen. 2010 wird verbund als eines der Top-Unternehmen der rund 2.200 Teilnehmer gelistet. verbund führt die 14 am Report teilnehmenden Stromerzeuger mit den größten Emissionsreduktionen in den vergangenen Jahren an. Auch beim Energiemix liegt verbund mit dem sehr hohen Anteil an Erneuerbaren mit Abstand an der Spitze.

Klimainitiativen

Zum dritten Mal in Folge prämierte verbund mit dem Lebensministerium und dem Gemeinde bund "Österreichs Klimaschutz-Gemeinde 2010". Die ersten Preise für innovative Projekte in den Kategorien erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Bewusstseinsbildung gingen 2010 an die Gemeinden Auersbach, Murau und Thalgau.

verbund und der Nationalpark Hohe Tauern gründeten 2010 die "verbund-Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern". Sie fördert das Bewusstsein von Kindern für Klima und Klimaschutz. Das Angebot gilt zunächst für die Schulen der Nationalpark-Gemeinden; künftig sollen alle Schulen der Nationalpark-Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol eingebunden werden. Speziell ausgebildete Nationalpark-Ranger vermitteln in Projektwochen Zusammenhänge von Klima, Energie und Klimaschutz.

Strom zum Leben: Erfolgreiche Hilfsprojekte

Im Jahr 2009 hob das Unternehmen mit dem verbund-Stromhilfefonds der Caritas und dem verbund Empowerment Fund der Diakonie zwei große Kooperationen mit österreichweit wirkenden Sozialeinrichtungen aus der Taufe.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von verbund sind eingeladen, sich persönlich in diesen Projekten zu engagieren. So werden Tagesausflüge der Bewohnerinnen und Bewohner von Mutter-Kind-Häusern der Caritas zu Kraftwerken organisiert. Im Rahmen der Kooperation mit der Diakonie wird der Kontakt mit Menschen gefördert, die über elektronische Medien und mithilfe sogenannter assistierender Technologien kommunizieren. Das verbund-Engagement für die Gesellschaft wurde 2010 mit der Verleihung der "SozialMarie" der Unruhe Privatstiftung für das Stromhilfeprojekt mit der Caritas gewürdigt.

Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen.

Bericht über die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten

Risikomanagement

Um die Chancen und Risiken im Unternehmen möglichst frühzeitig zu erkennen und abzuwägen, betreibt verbund seit 2001 ein konzernweites Risikomanagement. Im Jahr 2010 wurden die Abläufe gestrafft und die Aufgaben neu strukturiert. Eine sichtbare Folge dieses Prozesses ist die Eingliederung des Chancen- und Risikomanagements in das Konzern-Controlling.

Effiziente neue Struktur im Risikomanagement

Chancen und Risiken werden bei verbund in den einzelnen Gesellschaften erfasst und sind fixer Teil von Planungs- und Berichtsprozessen. Das Chancen- und Risikomanagement koordiniert und überwacht diese Prozesse, führt die erfassten Daten systemunterstützt zusammen und berichtet quartalsweise an den Konzernvorstand sowie den Aufsichtsrat. Risk Management Committees überprüfen und aktualisieren die erhobenen Chancen und Risiken. Das Risikomanagement in den Bereichen Informationssicherheit und Datenschutz obliegt dem Chief Information Security Officer.

Wesentliche Chancen und Risiken bei VERBUND

Ein Unternehmen wie verbund hat viele Risiken zu tragen. Aufgrund der herausragenden Bedeutung der Markt- und Finanzrisiken liegt ein Schwerpunkt des Risikomanagements in den Bereichen Handel und Vertrieb sowie Finanzierung. Hier ist ein strenges Vier-Augen-Prinzip Voraussetzung.

Auch bei Investitionsentscheidungen werden mögliche Chancen und Risiken berücksichtigt. Grundlage für die Entscheidung bilden Einschätzungen von Beratern und Fachexperten im verbund sowie eigens eingerichteten Kompetenzzentren.

Chancen und Risiken für 2011

Operative Risiken und Beteiligungsrisiken

Das Beteiligungsergebnis der VERBUND AG wird maßgeblich durch die operativen Ergebnisse der Tochtergesellschaften beeinflusst.

Das operative Geschäft in verbund wird hauptsächlich durch das Mengen- und Preisrisiko des Stromgeschäfts beeinflusst. Die von verbund erzeugte Strommenge hängt aufgrund des hohen Anteils an Wasserkraft stark von der Witterung und der Wasserführung der Flüsse ab. Auch die Schwankungen der Großhandelspreise schlagen sich wesentlich im Geschäftser gebnis nieder. Eine Veränderung von 1 % würde sich bei Mehr- oder Mindererzeugung aus Wasserkraft mit 11,9 Mio. €, bei Schwankungen der Großhandelspreise mit 5,3 Mio. € auf das Operative Ergebnis für 2011 auswirken.

In der thermischen Erzeugung wird das Risiko durch die Großhandelspreise für Strom sowie die Kosten für Primärenergieträger (Heizöl, Erdgas, Steinkohle) und Emissionszertifikate bestimmt. Die Bedeutung der Risiken in diesem Bereich steigt durch die Inbetriebnahme des Gas- und Dampfkraftwerks Mellach im Jahr 2011.

Weiters beeinflussen Risiken von Anlagen und Personal sowie vertragliche Risiken das Operative Ergebnis.

Einhergehend mit der weiteren Umsetzung der Wachstumsstrategie werden (insbesondere im Bereich der ausländischen Beteiligungen) höhere Risiken eingegangen, denen aber auch größere Chancen gegenüberstehen.

Risiken sind in der starken Schwankung der Beteiligungserträge (inklusive Fremdwährungseffekte) vor allem zu Beginn der Investments sowie durch Veränderungen in der Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes zu sehen. Ebenso können sich Haftungen und Garantien, die von verbund übernommen wurden, negativ auswirken. Chancen ergeben sich aus der langfristigen Investition in aufstrebende Märkte mit steigendem Preisniveau sowie aus möglichen günstigen Fremdwährungseffekten.

Da sich die Investitionen in Beteiligungen im Wesentlichen auf das Kerngeschäft von verbund mit Wertschöpfungsstufen wie etwa Erzeugung und Handel bzw. Vertrieb beziehen, weist die Struktur der Beteiligungsrisiken ein ähnliches Bild auf wie das Risikoportfolio von verbund im Inland. Ein regelmäßiges Reporting und Monitoring sowie der Auf- und Ausbau eines adäquaten Risikomanagementsystems in den entsprechenden Beteiligungen gewährleisten die nachhaltige Sicherung der Engagements im Rahmen der internationalen Wachstums strategie. Ferner wird ein neu entwickeltes, risikobasiertes Portfoliomanagement zukünftig das Risiko-Rendite-Portfolio von verbund darstellen.

Die Ergebnisse der Beteiligungen mit Sitz im Euroraum sind wesentlich von Chancen und Risiken auf dem europäischen Energiemarkt und durch regulatorische Aspekte beeinflusst. Bei Beteiligungen mit Sitz außerhalb des Euroraums dagegen steht das finanzwirtschaftliche Risiko aus Wechselkurs- und Zinssatzschwankungen neben den länderspezifischen und energiewirtschaftlichen Risiken im Mittelpunkt. Die internationale Wachstumsstrategie von verbund mit den Beteiligungen in Italien, Frankreich und der Türkei wird in Zukunft die Risiken erhöhen, aber auch die Chancen erweitern.

Finanzrisiken

In Bezug auf Liquidität ist verbund gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven. Die Kapitalerhöhung sowie die langfristige Absicherung der historisch niedrigen Zinsen im Jahr 2009 garantieren verbund mittelfristig geringe Kapitalkosten.

Die Veranlagungsstrategie von verbund ist konservativ: Die Mittel werden in einem breit gestreuten Veranlagungsportfolio bei Banken mit einem guten bis erstklassigen Rating veranlagt. Als Sicherheit für Stromhandelsaktivitäten hält das Unternehmen geldmarktnahe Wertpapiere und Anleihen von Partnern bester Bonität.

Das Zinssatzänderungsrisiko für verbund ist vor dem Hintergrund der zu mehr als 80 % fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten von geringerer Bedeutung. Die im November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung unterstützt das Rating von verbund positiv.

Die Risiken aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen haben aufgrund vorzeitiger Auflösungen von rund 85 % der Verträge nur noch untergeordnete Bedeutung.

Informationssicherheitsrisiko

Ein wichtiger Erfolgsfaktor von verbund ist in sämtlichen Bereichen der Informationstechnologie (IT) zu sehen – von der Informatik über die Leittechnik bis hin zur Telekommunikation. Um eine entsprechende Sensibilität in der Nutzung dieser Technologien sowie im Umgang mit Unternehmensinformationen bei den Mitarbeitern zu schaffen und zu sichern, werden regelmäßig umfangreiche Informationsveranstaltungen und Schulungen abgehalten sowie moderne Medien zur Unterstützung und Fortführung des Informationssicherheitsbewusstseins eingesetzt.

Ergänzend dazu verfügt verbund über eine ausgeprägte Informationssicherheitsorganisation. Ihr Aufbau ist in einer konzernweit gültigen "Information Security Policy" festgelegt, welche auch die damit einhergehenden Verantwortlichkeiten und Kompetenzen festlegt. Sie bildet die Grundlage zur Schaffung des einheitlichen Informationssicherheitsbewusstseins und legt einen Standard für risikogerechte und wirtschaftlich angemessene Maßnahmen fest. Ein Chief Information Security Officer (CISO) plant und steuert laufend sämtliche Informationssicherheitsbelange von verbund. Ausgestattet mit einer direkten Weisungsbefugnis, stellt der CISO die Einhaltung der einschlägigen externen und internen Vorgaben sicher; übergeordnet wird die Gesamtkoordination der Informationssicherheit vom Risk Management Committee für Informationssicherheit wahrgenommen.

Sonstige Risiken

Die Energiewirtschaft ist gekennzeichnet durch lange Investitionszyklen. Im liberalisierten Umfeld steigt die Unsicherheit aufgrund sich sprunghaft ändernder Rahmenbedingungen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Marktteilnehmern das Erfordernis eines effektiven Chancen- und Risikomanagements für bestehende und künftige Erfolgspotenziale eindrucksvoll vor Augen geführt.

Wesentliche Quellen für Risiken und Chancen in diesem Bereich sind:

  • Umsetzung von EU-Vorgaben: Die Umsetzung des 3. EU-Binnenmarktpakets verändert die Rahmenbedingungen für Engpass-/Grenzkapazitäten und enthält unterschiedliche Zugänge zum Thema "Wasserzins".
  • Wirtschaftliche Entwicklung der Auslandsmärkte: Wesentlich für verbund ist die Entwicklung der internationalen Märkte Deutschland, Frankreich, Italien und Türkei.
  • Änderung des technologischen Umfelds: Innovationen und neue technologische Entwicklungen wie der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien oder die dezentrale Stromerzeugung wirken sich auf das Geschäft von verbund aus.
  • Geändertes Verbraucherverhalten: Die demografische Entwicklung, technologische Trends sowie gesellschaftliche Themen wie E-Mobility oder Klimawandel beeinflussen mittelfristig das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Finanzinstrumente

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wert papiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Finanzbereich

Derivativgeschäfte dienen grundsätzlich ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.

Strombereich

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Stromgeschäft umfassen Stromfutures, Stromforwards und Swaps. Zweck der derivativen Sicherungsgeschäfte im Strombereich ist die Schließung von Stromgeschäften, die physikalisch nicht rückgedeckt sind.

Positive und negative Zeitwerte werden getrennt dargestellt. Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von potenziellen Marktpreisschwankungen (–10 % bis +10 %) auf das Gesamtportfolio oder getrennt nach Forwards und Futures im Trading gemessen.

Weitere Angaben zur Bilanzierung und Bewertung finden sich im Kapitel III (2) des Anhangs.

Für das Jahr 2011 sind per 1.2.2011 keine Risiken zu erkennen, die für die VERBUND AG einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das folgende Kapitel beschreibt die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- sowie des Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess nach § 243a (2) Unternehmensgesetzbuch (UGB).

Kontrollumfeld

Code of Conduct

verbund ist Österreichs führendes Stromunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Der verbund-Vorstand ist sich seiner Verantwortung gegenüber Aktionärinnen und Aktionären, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst. Die Konzernführung handelt nach den im Unternehmensleitbild (Code of Conduct) festgelegten Prinzipien.

Controlling

Der verbund-Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Gestaltung eines internen Kontroll- und Risikomanagementsystems für den gesamten Rechnungslegungsprozess. Dieses muss den Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Das verbund-Konzerncontrolling gewährleistet als betriebswirtschaftliches Kompetenzzentrum die gesetzesund regelkonforme sowie konzernweit einheitliche Abwicklung der Aufgaben in Controlling, Rechnungswesen und Bilanzierung.

Die Controlling-Abteilungen der verbund-Tocherunternehmen werden direkt vom Konzerncontrolling betreut und greifen in der operativen Umsetzung auf Konzern-Handbücher zu. Die für den Rechnungslegungsprozess wichtigen Dienstleistungen der Finanzbuchhaltung, Beschaffung und Informatik erbringt die VERBUND Management Service GmbH. Dies gilt für alle inländischen Unternehmen, an denen verbund eine direkte Mehrheit hält oder auf die verbund indirekt über Beteiligungen oder Verträge einen bestimmenden Einfluss ausübt. Bei allen übrigen Beteiligungen (z.B. at equity und ausländische Beteiligungen) ist die Einhaltung dieser Grundlagen und Standards soweit als möglich sichergestellt.

Erwartungsplan, Budgetierung und Mittelfristplanung

verbund wird über das Operative Ergebnis und daraus abgeleitete Kennzahlen gesteuert. Kernstück des Internen Kontrollsystems (IKS) für das Rechnungswesen sind eine detaillierte Kurz- und Mittelfristplanung und die Analyse der Abweichungen zu den Ist-Ergebnissen.

Im Erwartungsplan des jeweils aktuellen Jahres (genehmigtes Budget des vergangenen Jahres) wird die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) monatlich rolliert und konsolidiert. Wird der Erwartungsplan quartalsweise im Aufsichtsratsbericht dargestellt, erfolgt auch die Planung der Bilanz und des Cashflows sowie die Berechnung von Plan-Kennzahlen. Die Budgetierung des folgenden Geschäftsjahres beginnt jeweils im Juli mit der Aussendung der Prämissen und endet mit der Versionierung Mitte Oktober. Im Rahmen der Budgetierung wird gleichzeitig die Mittelfristplanung erstellt.

Finanzberichterstattung

verbund führt jährlich ein Fast-Close-Programm zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRSs und der Einzelabschlüsse nach UGB und IFRSs durch. Bei vollkonsolidierten Gesellschaften werden die Werte aus den Einzelabschlüssen in das SAP-Modul EC-CS zur Konsolidierung nach IFRSs übernommen. Die Fortschreibung der Beteiligungsbuchwerte bei at equity einbezogenen Unternehmen erfolgt auf Group Level in SAP EC-CS.

Risikobeurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem von verbund werden seit vielen Jahren alle identifizierten Risiken und Chancen softwareunterstützt erfasst, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt. Im Konzerncontrolling wurde dafür eine eigene Abteilung eingerichtet: Das Holding Risk Management koordiniert und überwacht die Prozesse, führt die dezentral erfassten Daten zusammen und berichtet das konzernweite Risiko-Chancen-Portfolio quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Besonderes Augenmerk liegt auf möglichen Abweichungen vom Konzernergebnis.

Für alle wesentlichen mit Chancen oder Risiken verbundenen Bereiche gibt es eigene Risk Management Committees (RMCs). Sie tagen regelmäßig unter Leitung des Holding Risk Mana gements. Schwerpunkte dieser Committees sind die ständige Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken, die Evaluierung und Umsetzung von Steuerungsmaßnahmen und die Verstärkung des Risikobewusstseins der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns.

Kontrollmaßnahmen

Prozesshandbuch zur Rechnungslegung

Das Interne Kontrollsystem muss regelmäßig auf seine Angemessenheit evaluiert und mit Kontrollmaßnahmen überwacht werden. Um dies zu gewährleisten, erhob verbund im Projekt "Rechnungslegungsprozess – URÄG" im Jahr 2009 die Ist-Prozesse, schätzte die Risiken ein und identifizierte interne Schlüsselkontrollen. Außerdem wurde die zeitliche Abfolge der Kontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix festgehalten und zusammen mit den Ablaufdiagrammen aus der Prozesslandkarte in einem Prozesshandbuch zusammengefasst. Jährlich erscheint eine aktualisierte Version.

Im Rahmen des Risikomanagements werden einmal pro Jahr alle für Prozesse Zuständigen zur Überprüfung und Aktualisierung der Prozesse aufgefordert. Darüber hinaus sichert die Revision im Rahmen ihrer Prüfaufträge eine andauernde Kontrolle.

Executive Orders, Konzernrichtlinien, Arbeitsanweisungen

Um Strukturen, Rollen, Funktionen und Prozesse klar festzulegen, verfügt verbund über ein ausgeprägtes Regelungssystem mit Executive Orders, Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Das Team Organisation sorgt mit kontinuierlichen Verbesserungen für die Aktualität sowie einen an den Bedarf angepassten Umfang der Regelungen.

EDV-Systeme

Für die Finanzbuchhaltung und die Planungsrechnung werden konzernweit SAP-Systeme als Leitsysteme eingesetzt. Die VERBUND Trading AG verwendet zur Verbuchung der Wholesaleund Tradinggeschäfte Vorsysteme in Form der ETRM-Softwarelösung Endur sowie des Kundenbuchhaltungssystems Eulvis. Die Salden werden automatisiert über Schnittstellen in SAP übernommen. Die Geschäfte der VERBUND Sales GmbH – der gesamte Verkauf von Strom an Endkunden – werden zunächst ebenso in Eulvis abgewickelt und in der Folge automatisiert in SAP übernommen. Als Budgetierungs- und Planungslösung für Auslandsbeteiligungen steht die Software Professional Planner zur Verfügung. Die Archivierung der Originalbelege erfolgt direkt in SAP, Verträge und sonstige wichtige Unterlagen werden im Dokumentenmanagementsystem (DMS) abgelegt.

Information und Kommunikation

Internes Berichtswesen

Die Controlling-Abteilungen der verbund-Unternehmen senden Monatsberichte an die jeweiligen Vorstände und Geschäftsführer. Nach deren Genehmigung werden die Berichte an das Konzerncontrolling gesandt, das die Daten zusammenführt und an den verbund-Vorstand berichtet. Geprüft und begleitet werden Planung und Budgetierung in Form von Abweichungsanalysen und Zielerreichungskontrollen. Analog dazu berichtet das Finanz management an den verbund-Vorstand über Liquidität und Finanzverbindlichkeiten sowie Highlights aus Finanzierung und Investor Relations.

Die Quartalsberichterstattung enthält als Zusatzinformation neben der Gewinn- und Verlustrechnung auch die Bilanz je Quartal, Year-to-Date sowie auf Jahressicht im Vergleich zu Budget und Vorjahr. Hinzu kommen die Segmentberichterstattung mit Deckungsbeiträgen sowie die Darstellung der Ergebnispotenziale und Zielerreichung. Das Finanzmanagement berichtet zusätzlich über Rahmenbedingungen bei Wechselkursen und Zinsen, über Tilgungsvorschau und Veranlagungsperformance sowie das Risikomonitoring im Bereich Finanzierung. Das Holding Risk Management gibt einen Überblick über den Risikohorizont des aktuellen und des Folgejahres sowie die Ergebnisse aus den Risk Management Committees.

Externes Berichtswesen

Das quartalsweise externe Berichtswesen an den Aufsichtsrat entspricht im Kern der internen Quartalsberichterstattung, ergänzt um eine erweiterte Segmentberichterstattung. Weitere externe Berichte an den Aufsichtsrat sind der jährliche verbund-Beteiligungsbericht sowie der Bericht des Vorstandes über das Jahresbudget, einschließlich Finanz- und Liquiditätsplan sowie Personal- und Investitionsplan.

Legal Unbundling

Zur Unterbindung unzulässiger Informationsflüsse zwischen verbund-Unternehmen und der Austrian Power Grid AG infolge des Legal Unbundling gibt es eine strikte Buchungskreistrennung und Berichtszuordnung. Damit ist gewährleistet, dass keine Sicht auf sensible Daten der Stromnetzgesellschaft durch verbund-Unternehmen und vice versa gegeben ist. Ausgenommen sind ausschließlich Shared Services wie Konzerncontrolling, Finanzbuchhaltung oder Informatik.

Überwachung

Die Revision überwacht die Betriebs- und Geschäftsprozesse sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die Prüfungen erfolgen nach dem vom verbund-Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramm, ergänzt um Kurz- und Sonderprüfungen. Die Revisionsberichte sprechen Empfehlungen und Maßnahmen aus, die nach der Beauftragung durch den Vorstand einem halbjährlichen Follow-up unterzogen werden.

Besonderer Schwerpunkt der Revision ist die Sicherstellung aller betrieblichen Prozesse und Abläufe in Einklang mit den konzernweiten Richtlinien und Regelungen, mit den Satzungen oder den Gesellschaftsverträgen der verbund-Unternehmen sowie mit den geltenden Gesetzen. Darüber hinaus werden insbesondere die Aufgaben- und Funktionstrennung sowie die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips überprüft. Die Revision kontrolliert speziell beim Einsatz von Informationstechnologien, ob entsprechende Berechtigungssysteme oder zusätzliche Kontrollen in dokumentierter Form vorliegen.

Angaben gem. § 243a (1) UGB

  1. Das Grundkapital setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen: 170.233.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A), das sind 49 % des Aktienkapitals, und 177.182.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B), das sind 51 % des Aktienkapitals, beurkundet durch einen beim Bundesministerium für Finanzen hinterlegten Zwischenschein zugunsten der Republik Österreich. Zum Bilanzstichtag befinden sich daher 347.415.686 Aktien in Umlauf. Alle Aktien haben, abgesehen von der unter Pkt. 2 beschriebenen Stimmrechtsbeschränkung, die gleichen Rechte und Pflichten.

Im Lauf des Geschäftsjahres wurde eine Kapitalerhöhung über 19.215.686 Stückaktien (Inhaberaktien Kategorie A) und 20.000.000 Stückaktien (Namensaktien Kategorie B) durchgeführt.

    1. Gemäß dem Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 1998/143 Art. 2), sowie der darauf basierenden Satzungsbestimmung besteht die folgende Stimmrechtsbeschränkung: "Mit Ausnahme von Gebietskörperschaften und Unternehmungen, an denen Gebietskörperschaften mit mindestens 51 % beteiligt sind, ist das Stimmrecht in der Hauptversammlung mit 5 % des Grundkapitals beschränkt." Weitere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind nicht bekannt.
    1. Die Aktionärsstruktur der VERBUND AG ist wesentlich vom Mehrheitseigentum der Republik Österreich geprägt. 51 % des Grundkapitals der VERBUND AG befinden sich, verfassungsrechtlich verankert, im Eigentum der Republik Österreich. Mehr als 25 % des Grundkapitals befinden sich im Eigentum eines von den Landesenergieunternehmen WIENER STADTWERKE Holding AG und EVN AG gebildeten Syndikats. Mehr als 5 % befinden sich im Eigentum der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG. Weniger als 19 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz.
    1. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
    1. Bei verbund bestehen keine Mitarbeiterbeteiligungsmodelle.
    1. Entsprechend der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist eine Nominierung zum Vorstand letztmalig vor dem 65. Geburtstag möglich. Gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ist im Aufsichtsrat ein Nominierungsausschuss eingerichtet, der für den Aufsichtsrat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern vorbereitet (siehe dazu im Übrigen den Corporate Governance Bericht 2010). Darüber hinaus bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Bestimmungen hinsichtlich der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Ferner bestehen auch keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz ableitbaren Bestimmungen über die Änderung der Satzung.
  • Die in der 62. ordentlichen Hauptversammlung am 25.3.2009 dem Vorstand gem. § 65 A (1) Z 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf läuft bis 25.9.2011. Bisher wurde vom Vorstand kein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde ein genehmigtes Kapital beschlossen, womit der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt wurde, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis 23.9.2015 um bis zu 154.100.000 € durch Ausgabe von bis zu 154.100.000 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stück aktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen und den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzusetzen. Dies mit der Maßgabe und unter der Voraussetzung, dass der Bund im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital neue Aktien zeichnet und dadurch der Anteil der Beteiligung des Bundes an der Gesellschaft auch nach Durchführung einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital nicht unter 51 % des Grundkapitals der Gesellschaft fällt. In der Folge hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 24.11.2010 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 39.215.686 Stückaktien beschlossen, wodurch sich das Grundkapital auf 347.415.686 € erhöhte. Nach dieser Kapitalerhöhung besteht die Ermächtigung des Vorstandes, bis 23.9.2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital von derzeit Nominale 347.415.686 € um bis zu 114.884.314 € durch Ausgabe von bis zu 114.884.314 Stück neuen, auf Inhaber oder Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen und den Ausgabebetrag, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten festzusetzen.

Darüber hinaus bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z 7 UGB.

    1. Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, mit Regelungen, die sich auf den im § 243a Z 8 UGB geregelten Sachverhalt beziehen. Im Übrigen ist unseres Erachtens ein öffentliches Übernahmeangebot aufgrund des Verfassungs gesetzes derzeit nicht möglich.
    1. Entschädigungsvereinbarungen i.S.d. § 243a Z 9 UGB bestehen nicht.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Weltwirtschaft hat sich 2010 wieder aus der tiefen Rezession gelöst. Auch in dem für den verbund relevanten Marktgebiet konnte eine Erholung der Konjunktur verzeichnet werden. Nach IWF-Prognose betrug das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum und in der EU jeweils 1,7 %.

Die aufgehellte gesamtwirtschaftliche Perspektive bewirkte 2010 auch eine deutliche Erholung der Preise an den Brennstoffmärkten. Insbesondere im Quartal 4/2010 konnten bei Öl, Gas und Kohle zum Teil deutliche Preissteigerungen verzeichnet werden.

Zugleich stieg der Stromverbrauch in Europa wieder. So führte beispielsweise in Österreich die konjunkturelle Erholung und die kühlere Witterung allein in den ersten 11 Monaten 2010 zu einem Stromverbrauchsanstieg von 4,0 %. Damit wurde zwar in den ersten 11 Monaten 2010 das Vorkrisenniveau noch nicht ganz erreicht, der größte Teil der Absatzeinbußen konnte allerdings aufgeholt werden. Die Weltwirtschaft hat sich 2010 wieder aus der Krise gelöst. Auch in dem für verbund relevanten Marktgebiet wurde eine Erholung der Konjunktur verzeichnet.

Wirtschaftsausblick verhalten

Der Wirtschaftsausblick für 2011 ist trotz der Erholung im Jahr 2010 verhalten. In vielen Industrieländern sind die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise noch deutlich zu spüren. Das allmähliche Auslaufen der Konjunkturprogramme schwächte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 das globale Wachstum. Das Tempo des Weltwirtschaftswachstums wird sich laut IWF im Jahr 2011 verlangsamen, die gesamtwirtschaftliche Produktion bleibt aber deutlich aufwärtsgerichtet. Der Aufschwung im Euroraum (real +1,5 %) und in der EU (real +1,7 %) dürfte verhalten bleiben.

Für das Jahr 2011 rechnen wir auf Basis der oben beschriebenen Rahmenbedingungen mit stabilen Primärenergie- und CO2-Preisen. Die Stromnachfrage sollte sich einhergehend mit dem prognostizierten leichten Wirtschaftswachstum weiter erholen und das Vorkrisenniveau übertreffen.

Stabile Strompreise

Die Strompreise spiegelten 2010 die beschriebenen positiven Einflussfaktoren nur zum Teil wider. Am Spotmarkt lagen die Preise an der Pariser Strombörse EPEX für Bandenergie (Base) für das Marktgebiet Deutschland/Österreich im Jahresdurchschnitt rund 14 % über jenen des Vorjahres. Die Preise für Spitzenenergie (Peak) lagen bei knapp 8 % über den Mittelwerten von 2009. Der Strom-Terminmarkt blieb unter Druck, weil der Markt weiterhin ausreichend versorgt ist. Die Durchschnittspreise für Bandenergie (Front Year Base 2010) an der Leipziger Strombörse EEX für das Marktgebiet Deutschland/Österreich lagen nur 1 % über Vorjahres niveau. Die Preise für Spitzenenergie (Front Year Peak) verloren hingegen weiter an Wert und sanken um knapp 8 %.

Für 2011 gehen wir von einer stabilen Entwicklung der Großhandelspreise aus. Die höheren Preise für Primärenergie und die steigende Stromnachfrage sprechen für einen Anstieg der Strompreise. Die vollzogene Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke sowie insbesondere der massive Ausbau der erneuerbaren Energieträger üben jedoch Druck auf die Strompreise aus. Auf Basis unserer unveränderten Absicherungsstrategie erwarten wir für 2011 einen durchschnittlichen Absatzpreis für unsere Eigenerzeugung, der geringfügig über dem des Jahres 2010 liegt. Für die Folgejahre ist auf Basis der aktuellen Forward-Notierungen mit leicht steigenden Preisen zu rechnen.

Kapitalerhöhung treibt Investitionen in Wasserkraft an

Ein Meilenstein in der Geschichte von verbund war die am 24.11.2010 durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von 1 Mrd. €. Das neue Kapital ermöglicht eine zügige Umsetzung der geplanten Investitionen auf Basis einer soliden Kapitalstruktur und eines Ratings im "A"- Bereich. In den kommenden sechs Jahren werden wir rund 2,4 Mrd. € in Wachstumsprojekte, insbesondere in Wasserkraft in Österreich, investieren. Wir werden auch den Ausbau des Hochspannungsnetzes in Österreich weiter vorantreiben und die Investitionen in der Türkei fortsetzen.

Mit der Kapitalerhöhung gehen wir nach der herausfordernden Wirtschaftslage im vergangenen Jahr gestärkt in die Zukunft. Nichtsdestotrotz arbeiten wir weiter an Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur sowie zur Ergebnisverbesserung. Hier ist insbesondere der geplante Verkauf von bis zu 30 % der im August 2009 erworbenen Innkraftwerke zu nennen. Im Jahr 2010 konnten bereits 3,46 % der Anteile an die Innkraft Bayern GmbH & Co. KG verkauft werden.

Gleichbleibendes Ergebnis 2011 erwartet

Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir, auf Basis der oben beschriebenen Einflussfaktoren sowie einer durchschnittlichen Wasserführung ungefähr gleichbleibende operative Ergebnisse zu erzielen. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen bei unseren Auslandsinvestments und der geplanten Fortschritte in den Businessplänen gehen wir von einer entsprechenden positiven Entwicklung im Konzernergebnis aus. Die Dividendenpolitik orientiert sich weiterhin an einer konstanten Ausschüttungsquote von 45 bis 50 % des Konzernergebnisses.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gibt keine Vorkommnisse, über die gesondert zu berichten wäre.

Wien, am 1.2.2011 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber e.h. Generaldirektor Vorsitzender

Dr. Johann Sereinig e.h. Generaldirektor-Stv. Stv. Vorsitzender

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer e.h. Vorstandsdirektorin Mitglied

Jahresabschluss

Bilanz

Aktiva in Tsd. €
Erläuterung 2010 2009
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 3.837,2 4.935,2
II. Sachanlagen 20.896,2 27.572,9
III. Finanzanlagen (2) 4.150.763,5 4.249.989,7
4.175.496,9 4.282.497,8
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (3) 72,0 87,5
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4) 1.605.477,9 607.819,6
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten (5) 772,3 1.925,3
1.606.322,2 609.832,4
C. Rechnungsabgrenzungsposten (6) 118.234,4 163.178,5
5.900.053,5 5.055.508,7
Rückgriffsrechte (7) 3.884.274,7 3.847.319,2
ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing – 461.410,1 – 785.520,2
3.422.864,6 3.061.799,0
Passiva in Tsd. €
Erläuterung
2010
A. Eigenkapital
I. Grundkapital (8) 347.415,7 308.200,0
II. Kapitalrücklagen (9) 971.720,3 10.936,0
III. Gewinnrücklagen (10) 1.296.152,0 1.133.453,6
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag 0,0 Tsd. €; Vorjahr: 0,0 Tsd. €
(11) 191.078,6 385.250,0
2.806.366,6 1.837.839,6
B. Unversteuerte Rücklagen (12) 3.575,3 4.743,6
C. Rückstellungen (13) 127.209,7 237.549,3
D. Verbindlichkeiten (14) 2.955.279,0 2.965.588,0
E. Rechnungsabgrenzungsposten (15) 7.622,9 9.788,2
5.900.053,5 5.055.508,7
Eventualverbindlichkeiten (16) 3.884.274,7 3.847.319,2
ab Rückhaftungen Cross-Border-Leasing –461.410,1 –785.520,2
3.422.864,6 3.061.799,0

Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €
Erläuterung 2010 2009
1. Umsatzerlöse (17) 3.041.009,7 3.181.325,6
2. Veränderung des Bestands an noch
nicht abrechenbaren Leistungen –87,5 –3.524,7
3. sonstige betriebliche Erträge (18) 35.519,4 32.454,5
4. Betriebsleistung (Zwischensumme aus Z 1 bis 3) 3.076.441,6 3.210.255,40
5. Aufwendungen für Strom-/Netz-/Emissions
zertifikatebezug und sonstige bezogene Herstellungs
und Dienstleistungen –2.823.643,9 –2.950.948,3
6. Personalaufwand (19) –26.158,7 –28.985,7
7. Abschreibungen (20) –3.187,1 –3.801,9
8. sonstige betriebliche Aufwendungen (21) –89.252,3 –58.271,1
9. Betriebserfolg (Zwischensumme aus Z 4 bis 8) 134.199,6 168.248,4
10. Erträge aus Beteiligungen
11. Erträge aus anderen Wertpapieren
379.381,9 432.694,4
und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 26.388,0 31.524,3
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 18.104,7 33.247,5
13. Erträge aus dem Abgang von und der
Zuschreibung zu Finanzanlagen
13.017,6 7.187,2
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen –32.922,5 –27.093,8
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –161.411,3 –98.546,0
16. Finanzergebnis (Zwischensumme aus Z 10 bis 15) (22) 242.558,4 379.013,5
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 376.758,0 547.262,0
18. Steuern vom Einkommen (23) –24.149,3 –32.078,3
19. Jahresüberschuss 352.608,7 515.183,7
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 1.300,9 493,5
21. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen –132,6 –118,5
22. Zuweisung zu Gewinnrücklagen –162.698,4 –130.308,7
23. Bilanzgewinn 191.078,6 385.250,0

Entwicklung des Anlagevermögens

Stand
1.1.2010
Zugänge Abgänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte, Strombezugs
rechte, Benützungsentgelte und
ähnliche Rechte und Vorteile
sowie daraus abgeleitete Lizenzen 329.775,8 250,0 2.232,0
329.775,8 250,0 2.232,0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
a. mit Wohngebäuden 109,1 0,0 31,6
b. mit Betriebsgebäuden und
anderen Baulichkeiten
38.945,9 0,0 15.125,2
c. unbebaute Grundstücke 58,0 2.237,9 58,0
2. elektrische Anlagen 21.798,7 417,9 1.973,6
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.205,7 859,8 337,6
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.110,5 0,0 0,0
76.227,8 3.515,5 17.525,8
Sachanlagen und
immaterielle Vermögensgegenstände
406.003,6 3.765,5 19.757,8
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.823.361,4 21.530,3 71,1
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 413.500,0 0,0 32.500,0
3. Beteiligungen 729.163,1 158,8 35,4
4. Wertpapiere (Wertrechte)
des Anlagevermögens
184.123,9 84,2 111.566,6
5. sonstige Ausleihungen 185.801,6 34,2 8.868,6
4.335.949,9 21.807,4 153.041,7
Anlagevermögen 4.741.953,6 25.572,9 172.799,5

Der Grundwert der Grundstücke beträgt zum 31.12.2010 5.578,6 Tsd. € (Vorjahr: 3.697,5 Tsd. €).

in Tsd. €
planmäßige
Abschreibungen
2010
außerplanmäßige
Abschreibungen
2010
Restbuchwert
31.12.2009
Restbuchwert
31.12.2010
kumulierte
Abschreibungen
Stand
31.12.2010
Umbuchungen
839,8 137,1 4.935,2 3.837,2 323.956,6 327.793,8 0,0
839,8 137,1 4.935,2 3.837,2 323.956,6 327.793,8 0,0
0,6 0,0 9,9 3,8 73,8 77,6 0,0
1.206,0 0,0 16.756,2 8.032,6 15.993,1 24.025,7 204,9
0,0 0,0 28,5 2.237,9 0,0 2.237,9 0,0
155,7 0,0 513,5 788,2 19.497,9 20.286,1 43,2
847,9 0,0 9.922,9 9.833,6 4.988,1 14.821,7 93,8
0,0 0,0 341,9 0,0 768,6 768,6 –341,9
2.210,2 0,0 27.572,9 20.896,2 41.321,4 62.217,5 0,0
3.050,0 137,1 32.508,1 24.733,4 365.278,0 390.011,4 0,0
0,0 0,0 2.823.341,4 2.844.800,6 20,0 2.844.820,6 0,0
0,0 0,0 413.500,0 381.000,0 0,0 381.000,0 0,0
0,0 0,0 679.151,7 679.286,5 50.000,0 729.286,5 0,0
0,0 0,0 148.195,0 68.709,3 3.932,2 72.641,5 0,0
0,0 0,0 185.801,6 176.967,2 0,0 176.967,2 0,0
0,0 0,0 4.249.989,7 4.150.763,5 53.952,2 4.204.715,7 0,0
3.050,0 137,1 4.282.497,8 4.175.496,9 419.230,2 4.594.727,0 0,0

Entwicklung der unversteuerten Rücklagen

in Tsd. €
Stand
1.1.2010
Zuführung
Umbuchung
Auflösung
Abgang
Stand
31.12.2010
Bewertungsreserve aufgrund
von Sonderabschreibungen
1. vorzeitige Abschreibung
gem. § 7a EStG 1988
1.1. elektrische Anlagen 12,6 111,5 0,0 124,1
1.2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 64,8 62,2 8,0 119,0
1.3. Anlagen in Bau 41,1 –41,1 0,0 0,0
118,5 132,6 8,0 243,1
2. Übertragung stiller Reserven
gem. § 12 EStG
2.1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund
1.033,9 0,0 1.033,9 0,0
2.2. elektrische Anlagen 19,4 0,0 9,8 9,6
2.3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.728,2 0,0 249,1 1.479,1
2.4. Wertpapiere 32,4 0,0 0,0 32,4
2.5. Anteile an verbundenen
Unternehmen
1.811,1 0,0 0,0 1.811,1
4.625,1 0,0 1.292,9 3.332,2
Unversteuerte Rücklagen 4.743,6 132,6 1.300,8 3.575,3

Fristigkeitenspiegel 2010

in Tsd. €
Restlaufzeit zum 31.12.2010
Summe
381.000,0
13.069,8 52.285,3 111.612,1 176.967,2
45.569,8 352.035,3 160.362,1 557.967,2
170.116,5 0,0 0,0 170.116,5
1.316.932,7 0,0 0,0 1.316.932,7
19.542,7 0,0 0,0 19.542,7
98.886,0 0,0 0,0 98.886,0
1.605.477,9 0,0 0,0 1.605.477,9
2.907,2 118.729,9 127.823,0 249.460,1
47.930,2 345.083,3 283.416,7 676.430,2
1.188,2 27.500,0 0,0 28.688,2
0,0 0,0 0,0 0,0
80.487,9 89,7 0,0 80.577,6
34.511,3 550.000,0 840.000,0 1.424.511,3
23.294,8 0,0 472.316,8 495.611,6
190.319,6 1.041.402,9 1.723.556,4 2.955.279,0
< 1 Jahr
32.500,0
> 1 Jahr
299.750,0
> 5 Jahre
48.750,0

Fristigkeitenspiegel 2009

in Tsd. €
< 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
32.500,0 299.750,0 81.250,0 413.500,0
2.827,0 52.306,9 130.667,7 185.801,6
35.327,0 352.056,9 211.917,6 599.301,6
165.139,9 0,0 0,0 165.139,9
255.927,3 0,0 0,0 255.927,3
28.047,9 0,0 0,0 28.047,9
158.704,5 0,0 0,0 158.704,5
607.819,6 0,0 0,0 607.819,6
2.372,1 0,0 236.242,5 238.614,6
79.951,0 329.083,3 307.250,0 716.284,3
600,6 27.500,0 0,0 28.100,6
8.296,0 0,0 0,0 8.296,0
56.641,3 0,0 0,0 56.641,3
39.265,8 500.000,0 890.000,0 1.429.265,8
23.376,8 0,0 465.008,5 488.385,3
210.503,7 856.583,3 1.898.501,0 2.965.588,0
Restlaufzeit zum 31.12.2009

Anhang zum Jahresabschluss

Anhang – Erläuterungen

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Vorbemerkungen

Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Anlagevermögen

Die Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Der Katalog über die einheitlichen Abschreibungssätze in verbund sieht im Wesentlichen folgende Abschreibungssätze vor:

Abschreibungssatz in % Nutzungsdauer in Jahren
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte an Telekomanlagen 10 10
Rechte an Softwareprodukten 25 4
sonstige Rechte 5 20
Bauten
Wohn- und Geschäftsgebäude 2 bzw. 3 33,3 bzw. 50
Betriebsgebäude 3 33,3
technische Anlagen und Maschinen
maschinelle Anlagen 4 bzw. 5 20 bzw. 25
elektrische Anlagen 5 20
Telekomanlagen 10 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10–25 4–10

Bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen, die im Wirtschaftsjahr länger als 6 Monate genutzt werden, erfolgt die Abschreibung mit einer vollen Jahresrate, bei solchen, die kürzer als 6 Monate genutzt werden, mit einer halben Jahresrate.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und – soweit abnutzbar – entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten aktiviert. Auf die Ausübung des Bewertungswahlrechtes hinsichtlich Einbeziehung der sozialen Aufwendungen, Abfertigungen und betrieblichen Altersversorgung im Sinne des § 203 (3) UGB sowie die Aktivierung der Fremdkapitalzinsen (§ 203 (4) UGB) wird verzichtet. Die geringwertigen Vermögensgegenstände gemäß § 226 (3) UGB werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. mit den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt; bei nur vorübergehender Wertminderung sind die Wertpapiere des Anlagevermögens mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nennwert bilanziert. Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden als Ausleihungen im Finanzanlagevermögen ausgewiesen.

Umlaufvermögen

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Auf das Bewertungswahlrecht hinsichtlich der Einbeziehung der so zialen Aufwendungen sowie der Fremdkapitalzinsen (§ 203 (3) und (4) UGB) wird verzichtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Falle erkennbarer Einzelrisiken ein niedrigerer Wert anzusetzen ist. Forderungen in Fremdwährungen sind mit dem Devisenmittelkurs zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. zum niedrigeren Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) des Bilanzstichtages (sofern nicht anderweitig kursgesichert) bewertet.

Auf Fremdwährung lautende Guthaben bei Kreditinstituten sind ebenso mit dem Devisenreferenzkurs der EZB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten

Soweit in Folgejahren Steuerentlastungen zu erwarten sind, wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, einen Abgrenzungsposten für latente Steuern auf der Aktivseite der Bilanz zu bilden, wobei die auf die Gruppenmitglieder entfallenden Steuerlatenzen entsprechend den Steuerumlagen beim laufenden Ergebnis in deren Bilanz ausgewiesen sind.

Dieser Abgrenzungsposten resultiert aus Unterschieden zwischen der Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, die einem bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr zuzuordnen sind, und umfassen jene Beträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig waren.

Die Rückstellungen für Abfertigungen sind unter Zugrundelegung der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected Unit Credit-Methode im vollen versicherungsmathematischen Ausmaß dotiert. Der Ansparzeitraum bei den Abfertigungsrückstellungen beträgt 25 Jahre. Für alle nach dem 31.12.2002 beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch des Arbeitnehmers auf gesetzliche Abfertigung gegen den Arbeitgeber. Für diese Arbeitsverträge zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Entgelts in eine Mitarbeitervor sorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers veranlagt werden. Über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende Bestimmungen des EVU-Kollektivvertrages werden in den Rückstellungen für Abfertigungen berücksichtigt.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen der BAV Pensionskassen AG gegenüber. Die gemäß der in der internationalen Rechnungslegung üblichen Projected Unit Credit-Methode ermittelte Rückstellung wird mit dem Pensionskassenvermögen saldiert ausgewiesen. Soweit diese leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung von Seiten des Arbeitgebers.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected Unit Credit-Methode ermittelt, wobei versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste nach der Korridormethode erfasst werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, das sind Abweichungen zwischen prognostiziertem und am Ende der Berichtsperiode ermitteltem tatsächlichen Pensionsaufwand, werden somit erst dann (über künftige Perioden verteilt) im Aufwand erfasst, wenn die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste 10 % des höheren Betrags aus Barwert der Verpflichtung oder beizulegendem Wert des Fondsvermögens übersteigen. Soweit jedoch die kumulierten, nicht erfassten Gewinne oder Verluste ein Ausmaß von 20 % der prognostizierten bilanzierten Rückstellung überschreiten, werden diese sofort ergebniswirksam erfasst.

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen den Arbeitgeberanteil für die nach Pen sionsantritt zu leistenden Prämien zur Krankenzusatzversicherung (KZV). Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt analog zur Ermittlung der Pensionsrückstellung. Aufgrund einer Reorganisation des KZV-Systems in den Vorjahren werden Neuverträge derzeit nur mehr mit Selbstbehalt abgeschlossen. Für Inhaber von Altverträgen mit Ausschluss eines Selbstbehalts besteht laufend die Möglichkeit zum Übertritt ins neue System.

Als Rechnungsgrundlagen werden die "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Den Berechnungen zum 31.12.2010 und 2009 liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

in %
2010 2009
Zinssatz
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 4,75 5,00–5,25
Abfertigungen 4,75 5,00
Trend
Pensionssteigerungen 2,25 2,50
Gehaltssteigerungen 2,75 3,00
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen
Verpflichtungen – Altverträge
7,50 7,50
Zuschusszahlungen zu pensionsähnlichen
Verpflichtungen – Neuverträge
4,50 4,50
Fluktuation 0,00–4,00 0,00–4,00
Pensionsalter Frauen 56,5–65 J. 56,5–65 J.
Pensionsalter Männer 61,5–65 J. 61,5–65 J.
erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 2,00 2,00

Die Abzinsungssätze werden sowohl entsprechend den Restlaufzeiten der Verpflichtungen als auch äquivalent zu dem darin enthaltenen Bestand (Aktive und Pensionisten) differenziert.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zum Devisenreferenzkurs der EZB des Bilanzstichtages – sofern dieser über dem Entstehungskurs liegt – bewertet.

Verbindlichkeiten aus Fremdwährungsanleihen und -krediten wurden zu dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der EZB bewertet, sofern dieser über dem Entstehungskurs lag. Das Ergebnis dieser Bewertung wird unter den entsprechenden Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geldbeschaffungskosten und Disagios wurden bis 1983 und in den Geschäftsjahren 1994 bis 1997 gemäß § 198 (7) UGB aktiviert und planmäßig getilgt.

Derivative Finanzinstrumente

Sicherungsgeschäfte

Zweck der derivativen Sicherungsgeschäfte im Strombereich ist die Schließung von Strom geschäften, die physikalisch nicht rückgedeckt sind. Die effektiven Sicherungsgeschäfte werden mit den entsprechenden Grundgeschäften ständig als geschlossene Position geführt.

Die Geschlossenheit der Position ermöglicht die Bilanzierung einer Bewertungseinheit nach österreichischem Unternehmensrecht. Die Bewertung von Grund- und Sicherungs geschäften erfolgt zu Zeitwerten. Allfällige negative Überhänge, bedingt durch eine nicht 100 %ige Sicherungswirkung, werden als Drohverlustrückstellung bilanziert. Die Realisierungen der derivativen Sicherungsgeschäfte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Energiehandelskontrakte

Um die Optimierung der Eigenerzeugung bestmöglich zu gewährleisten, ist eine Präsenz auf den Handelsmärkten Voraussetzung. Dabei wird neben dem wertschöpfungsmäßig dominanten Eigenstromhandel unter strikten Risikomanagementvorgaben auch ein Third-Party-Geschäft (Stromfutures, Stromforwards, Stromoptionen und Swaps auf Energiederivate) betrieben.

Die Energiehandelskontrakte werden nach österreichischem Unternehmensrecht in Portfolios unterteilt. Die Portfolios umfassen Jahres-, Quartals- und Monatsprodukte. Saisonale Schwankungen im Stromverbrauch und in der Erzeugung führen zu unterschiedlich hohen Preisen während eines Kalenderjahres. Aufgrund der hohen Korrelation von Jahres-, Quartalsund Monatspreisen werden Jahresportfolios gebildet.

Die Bewertung der Energiehandelskontrakte im Third-Party-Trading-Bereich erfolgt zu beizulegenden Zeitwerten. Die Ergebnisse aus derivativen Energiehandelskontrakten werden netto ausgewiesen. Eine Drohverlustrückstellung ist nur dann zu bilanzieren, wenn die Bewertung des jeweiligen Jahresportfolios insgesamt negativ ist.

Prämien für erworbene Optionen aus Energiehandelskontrakten werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Bei Ausübung der Option wird der Buchwert der Optionsprämie auf die Laufzeit des Grundgeschäfts verteilt, bei Nichtausübung erfolgt die Realisierung zum Verfallszeitpunkt.

Erhaltene Prämien für geschriebene Optionen auf Energiehandelskontrakte werden ab dem Zeitpunkt des Abschlusses der Option laufzeitabhängig abgegrenzt. Drohende Verluste aus derartigen Geschäften werden rückgestellt.

Steuern vom Einkommen

Die VERBUND AG ist Gruppenträger im Sinne des § 9 (8) KStG 1988.

Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder die von diesen verursachten Körperschaft steuerbeträge mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben. Durch die Verrechnung von Steuerumlagen erfolgt eine Kürzung bzw. Erhöhung des Steueraufwandes in der Gewinn- und Verlustrechnung des Gruppenträgers.

Bei nachträglichen Abweichungen werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern nur bei Wesentlichkeit angepasst.

II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Allgemeines

Im Interesse einer klaren Darstellung werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Der Ausweis der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Form und Inhalt entsprechend den konzerneinheitlichen Erfordernissen in verbund vorgenommen.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag aufwiesen, wurden gemäß § 223 (7) UGB nicht angeführt. Die Postenbezeichnungen wurden gemäß § 223 (4) UGB auf die tatsächlichen Inhalte verkürzt bzw. erweitert, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses zweckmäßig erschien.

Werden im Vergleich zum Vorjahr Änderungen im Ausweis vorgenommen, so werden grundsätzlich die Vorjahresbeträge gemäß § 223 (2) UGB angepasst.

Erläuterungen zu Aktiva

A. Anlagevermögen

Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung des Anlagevermögens".

(1) I. Immaterielle Vermögensgegenstände. Der Restbuchwert der von verbundenen Unternehmen erworbenen Benützungsrechte an Anlagen beträgt 2.578,0 Tsd. € (Vorjahr: 2.864,5 Tsd. €).

(2) III. Finanzanlagen. Die Angaben gemäß § 238 Z 2 UGB sind in einer gesonderten Aufstellung "Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z 2 UGB" dargestellt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen: Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel". Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens: Diese bestehen überwiegend aus österreichischen Investmentfondsanteilen und Anleihen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind in Höhe von 55.331,3 Tsd. € (Vorjahr: 94.206,1 Tsd. €) zur Sicherheit für den Stromhandel verpfändet. Die unterlassenen Zuschreibungen gemäß § 208 (3) UGB betragen 1.369,1 Tsd. € (Vorjahr: 7.265,0 Tsd. €).

B. Umlaufvermögen

(3) I. Vorräte in Tsd. €
2010 2009
noch nicht abrechenbare Leistungen 72,0 87,5

(4) II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 3.914,2 Tsd. € (Vorjahr: 96,9 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

in Tsd. €
2010 2009
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
Stromhandelsgeschäfte 82.552,1 143.393,4
geleistete Anzahlungen 10.009,6 1,4
Kautionen Stromgeschäft 3.507,8 3.222,9
Zinsabgrenzungen und Provisionen aus Anleihen und Darlehen 2.355,8 4.169,7
Finanzämter 39,3 58,3
Personalverrechnung 29,5 46,6
Emissionszertifikatehandel 9,9 321,3
Verrechnung Joint Venture 0,0 7.000,0
Finanzierungsbeiträge 0,0 41,1
sonstige 382,0 449,8
98.886,0 158.704,5
(5) III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten in Tsd. €
2010 2009
Kassenbestand 2,4 3,8
Guthaben bei Kreditinstituten 769,9 1.921,5
772,3 1.925,3

(6) C. Rechnungsabgrenzungsposten

in Tsd. €
2010 2009
Aktive Steuerlatenz 32.887,9 76.918,8
Strombezugsakontierungen 28.394,5 28.026,0
Grenzkapazitätsauktionen 1.034,1 942,0
Disagio, Begebungskosten und Kursdifferenzen
bei Anleihen und langfristigen Krediten
1.022,8 1.073,6
sonstige 54.895,1 56.218,1
118.234,4 163.178,5

Die aktive Steuerlatenz resultiert aus Unterschieden zwischen den unternehmensrecht lichen und steuerlichen Ereignissen bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft steuerlich verrechenbar sein wird. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 25 % zugrunde gelegt.

(7) Rückgriffsrechte

Die Rückgriffsrechte betragen insgesamt 3.884.274,7 Tsd. € (Vorjahr: 3.847.319,2 Tsd. €). Neben den Rückgriffsrechten gegenüber Konzernunternehmen bestehen vorwiegend Rückgriffsrechte gegenüber Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften aus den bei der VERBUND Hydro Power AG abgeschlossenen Cross-Border-Leasing-Transaktionen in Höhe von 461.410,1 Tsd. € (Vorjahr: 785.520,2 Tsd. €).

Siehe auch Erläuterungen 16, Eventualverbindlichkeiten.

Erläuterungen zu Passiva

A. Eigenkapital

(8) I. Grundkapital. Zum Bilanzstichtag befinden sich 347.415.686 Aktien (Vorjahr: 308.200.000 Aktien) im Umlauf. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 24.9.2010 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1.000.000,0 Tsd. € beschlossen. Die Ausgabe von 39.215.686 Aktien erfolgte im November 2010.

Zusammensetzung Stück Anteil
Inhaberaktien Kategorie A 170.233.686 49 %
Namensaktien Kategorie B
beurkundet durch Zwischenschein zugunsten
der Republik Österreich (hinterlegt beim
Bundesministerium für Finanzen)
177.182.000 51 %
347.415.686 100 %
(10) III. Gewinnrücklagen in Tsd. €
2010 2009
gesetzliche Rücklage 19.884,0 19.884,0
freie Rücklagen 1.276.268,0 1.113.569,6
1.296.152,0 1.133.453,6

Die gebundenen Kapitalrücklagen und die gesetzliche Gewinnrücklage ergeben in Summe 991.604,3 Tsd. €, das sind mehr als 10 % des Grundkapitals.

(11) IV. Bilanzgewinn in Tsd. €
----------------------- -----------
zum 31.12.2009 385.250,0
Ausschüttung –385.250,0
Gewinnvortrag 0,0
Jahresüberschuss 352.608.7
Rücklagenveränderungen –161.530,1
zum 31.12.2010 191.078,6

(12) B. Unversteuerte Rücklagen

Details siehe gesonderte Aufstellung "Entwicklung der unversteuerten Rücklagen".

Die Veränderung unversteuerter Rücklagen in der Unternehmensgruppe (i.S.d. § 9 (8) KStG) führte zu einer Steuerentlastung in Höhe von 15.839,4 Tsd. € (Vorjahr: 13.229,0 Tsd. €).

(13) C. Rückstellungen

(1) Rückstellungen für Abfertigungen in Tsd. €
2010 2009
Deckungskapital aufgrund versicherungsmathematischer Berechnung 6.985,2 7.729,7
versteuerter Teil der Rückstellungen 6.985,2 7.729,7

Im Jahr 2002 wurde die Rückstellung gemäß § 14 EStG auf eine als versteuert geltende Rücklage steuerfrei übertragen (§ 124b Z 68 EStG).

(2) Rückstellungen für Pensionen in Tsd. €
2010 2009
Pensionsrückstellung 27.551,6 28.579,8
davon pensionsähnliche Verpflichtungen 4.988,2 5.010,5

Die nicht realisierten versicherungsmathematischen Verluste aus der Anwendung der Korridormethode betragen zum Bilanzstichtag 3.526,3 Tsd. € (Vorjahr: Verlust 4.348,6 Tsd. €).

(3) Steuerrückstellungen in Tsd. €
2010 2009
Körperschaftsteuer (inklusive Vorperioden) 49.248,8 151.154,6
(4) sonstige Rückstellungen in Tsd. €
2010 2009
noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen 17.218,9 6.803,5
Strom-/Netzbezug 14.513,6 26.829,2
Drohverluste Stromgeschäfte 5.166,5 7.499,7
Zinsen für erhaltene Anzahlungen 0,0 871,7
36.899,0 42.004,1

In den Rückstellungen betreffen 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) verbundene Unternehmen.

in Tsd. €
2010 2009
sonstige personalbezogene Rückstellungen
nicht konsumierte Urlaube 2.401,6 2.532,5
Prämien 2.978,9 3.967,1
Urlaubszuschüsse 644,9 721,3
Zeitguthaben 218,4 231,9
Vorpensionen 198,4 553,6
sonstige 82,7 74,7
6.524,9 8.081,1

(14) D. Verbindlichkeiten

Details siehe gesonderte Aufstellung "Fristigkeitenspiegel".

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 1.424.311,5 Tsd. € (Vorjahr: 1.424.211,5 Tsd. €) Finanzverbindlichkeiten sowie 199,8 Tsd. € (Vorjahr: 5.054,3 Tsd. €) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

in Tsd. €
2010 2009
sonstige Verbindlichkeiten
langfristige Stromlieferverpflichtung 472.316,8 465.008,5
aus Steuern 21.195,1 20.953,3
Personalverrechnung 523,9 615,2
im Rahmen der sozialen Sicherheit 270,7 308,5
erhaltene Zahlungen aus dem bewerteten Stromgeschäft 113,1 111,4
sonstige 1.192,0 1.388,4
495.611,6 488.385,3
(15) E. Rechnungsabgrenzungsposten
-- -- -- -- ------------------------------------
in Tsd. €
2010 2009
Garantieentgelte verbundene Unternehmen 7.396,5 7.269,7
aus dem Stromgeschäft 151,3 2.518,5
sonstige Garantieentgelte 75,1 0,0
7.622,9 9.788,2

(16) Eventualverbindlichkeiten

Bei den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um Bürgschaften für sonstige Anleihen und Kredite einschließlich der erforderlichen Zinsenabgrenzungen sowie um sonstige Haftungsübernahmen exklusive der Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Cross-Border-Leasing-Transaktio nen in Höhe von insgesamt 3.084.013,9 Tsd. € (Vorjahr: 2.689.111,6 Tsd. €), von denen 2.491.663,1 Tsd. € (Vorjahr: 2.261.846,5 Tsd. €) verbundene Unternehmen und 2.793,0 Tsd. € (Vorjahr: 2.594,1 Tsd. €) Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen. Diesen Eventualverbindlichkeiten stehen Rückgriffsrechte in gleicher Höhe gegenüber.

Die Tochtergesellschaft VERBUND Hydro Power AG hat in den Geschäftsjahren 1999 bis 2001 mehrere Cross-Border-Leasing-Transaktionen abgeschlossen. Die in der Bilanz der VERBUND Hydro Power AG ausgewiesenen Werte notieren zur Gänze in US-Dollar. Mit Ausnahme einer Transaktion war eine vollständige bilanzielle Deckung der Verpflichtungen durch die entsprechende Anschaffung von Wertpapieren oder durch Ausleihungen an Finanzinstitutionen gegeben. Für eine in 2001 abgeschlossene Transaktion wurde vorerst keine Deckung herbeigeführt, die zugeflossenen Mittel wurden zur Gänze als Finanzierungsmittel verwendet. Um das Fremdwährungsrisiko aus dieser Transaktion zu vermeiden wurden entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Beginnend im Jahr 2009 und in der Berichtsperiode 2010 wurden, auch im Zuge der Finanzmarktkrise, rund 85 % des ursprünglichen Volumens der Transaktionen wieder aufgelöst. Die letzte noch verbleibende Transaktion hat eine bilanzexterne Finanzierungsstruktur. Die Auflösung der Transaktionen erfolgte zum Teil als vollständige Auflösung, das heißt es wurden auch alle dazugehörigen Verbindlichkeiten getilgt. Zum Teil erfolgten auch partielle Auflösungen, bei denen die Transaktionen mit den Investoren und die dazugehörigen A-Loans rückgeführt, die bestehenden B-Loans sowie die entsprechenden Veranlagungen aber von VERBUND Hydro Power AG fortgeführt werden.

Die VERBUND AG hat im Zusammenhang mit diesen Cross-Border-Leasing-Transaktionen Garantieerklärungen für VERBUND Hydro Power AG abgegeben, welche im Wesentlichen für die nicht aufgelöste Transaktion sowie für die an VERBUND Hydro Power AG übertragenen Verbindlichkeiten weiterhin in Höhe von insgesamt 800.260,8 Tsd. € (Vorjahr: 1.158.207,7 Tsd. €) bestehen. Von den Rückgriffsrechten gegen die Hauptschuldner sind 461.410,1 Tsd. € (Vorjahr: 785.520,2 Tsd. €) durch Rückhaftungen von Finanzinstituten, Landesgesellschaften und Gebietskörperschaften (aus Gewährträgerhaftung) gesichert. Diese Rückhaftungen sind unter den gesamten Rückgriffsrechten (siehe Erläuterung 7) ausgewiesen. Als Eventualverbindlichkeiten aus Cross-Border-Leasing-Transaktionen nach Abzug dieser Rückhaftungen verbleiben somit insgesamt 338.850,8 Tsd. € (Vorjahr: 372.687,4 Tsd €).

Im Zuge der Umstrukturierungen des Telekombereichs in verbund wurden Haftungen gegenüber der tele.ring Telekom Service GmbH und der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft übernommen.

(17) 1. Umsatzerlöse in Tsd. €
Erlöse aus Stromlieferungen 2010 2009
Inland 1 Energieversorgungsunternehmen 1.361.433,4 1.213.116,3
Industrie- und Endkunden 199.058,2 188.111,3
sonstige Kunden 48.284,9 44.263,6
1.608.776,5 1.445.491,2
EU Energieversorgungsunternehmen 420.901,0 424.865,6
Industrie- und Endkunden 122.081,8 83.694,4
sonstige Kunden 849.178,8 1.191.784,3
1.392.161,6 1.700.344,3
Drittländer Energieversorgungsunternehmen 58,3 0,0
sonstige Kunden 15.779,8 11.195,6
15.838,1 11.195,6
3.016.776,1 3.157.031,1
Netztarifverrechnung; Benützungs- und Betriebsführungsentgelte 2.780,2 2.659,2
sonstige Erlöse (inkl. Emissionszertifikate und Gashandel) 21.453,4 21.635,3
3.041.009,7 3.181.325,6

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 davon aus weiterverrechneten Netzgebühren 78.225,7 Tsd. € (Vorjahr: 63.201,8 Tsd. €)

(18) 3. sonstige betriebliche Erträge in Tsd. €
2010 2009
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 1.953,6 21,0
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.035,9 342,5
c) übrige 32.529,9 32.091,0
35.519,4 32.454,5
(19) 6. Personalaufwand in Tsd. €
2010 2009
a) Gehälter 19.058,6 19.754,8
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
Abfertigungszahlungen 235,7 1.041,8
Beitragszahlungen Mitarbeitervorsorgekasse 356,5 106,9
Veränderung der Abfertigungsrückstellung –744,5 32,1
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern 557,3 –26,4
405,0 1.154,4
c) Aufwendungen für Altersversorgung
Vorpensionen und Pensionszahlungen 2.907,2 3.335,4
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen
und pensionsähnliche Verpflichtungen
–1.028,2 –1.010,6
Aufwendungen/Erträge Übernahmen/Übertritte Konzern 284,8 –14,5
Veränderung der Rückstellungen für Vorpensionen –355,2 –336,5
Pensionskassenbeiträge (einschließlich Nachschussverpflichtung) 972,5 2.152,4
2.781,1 4.126,2
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 3.671,5 3.732,3
e) sonstige Sozialaufwendungen 242,5 218,0
26.158,7 28.985,7

Die Zinsen im Personalaufwand für langfristige Personalrückstellungen betragen 2.506,7 Tsd. € (Vorjahr: 2.485,7 Tsd. €).

(20) 7. Abschreibungen in Tsd. €
2010 2009
a) Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
planmäßige Abschreibungen 3.007,7 3.756,0
außerplanmäßige Abschreibungen 137,1 0,0
Sofortabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände
gemäß § 13 EStG
42,3 45,9
3.187,1 3.801,9
(21) 8. sonstige betriebliche Aufwendungen in Tsd. €
2010 2009
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern
vom Einkommen (Z 18) fallen
11.868,0 46,1
b) übrige
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 19.832,5 7.757,2
übriger Verwaltungsaufwand für Administration 15.447,5 12.811,1
Werbungs- und Markterschließungskosten 13.622,1 11.875,3
Kostenerstattung für Dienstleistungen 4.097,9 4.268,0
IT-Support, EDV 3.521,6 3.155,5
Betriebskosten für Baulichkeiten, Mieten und Leasing 2.544,8 2.409,2
Mitgliedsbeiträge 1.360,7 1.231,8
Aushilfsarbeiten und Personalabstellungen 1.252,2 1.287,2
Telekomleistungen, Datendienste 1.123,1 1.128,8
Aus- und Weiterbildung 736,4 797,5
sonstige Aufwendungen 13.845,5 11.503,4
77.384,3 58.225,0
89.252,3 58.271,1
(22) 16. Finanzergebnis in Tsd. €
2010 2009
Erträge aus Beteiligungen
aus verbundenen Unternehmen 355.777,3 403.483,9
davon aus Gewinngemeinschaften 42.902,7 47.594,9
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens
aus verbundenen Unternehmen 15.876,7 16.528,2
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
aus verbundenen Unternehmen 17.646,6 12.850,5
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen 3,4 228,6
Aufwendungen aus Finanzanlagen
aus verbundenen Unternehmen 32.921,8 24.827,2
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
aus verbundenen Unternehmen 69.480,7 47.264,9
(23) 18. Steuern vom Einkommen in Tsd. €
2010 2009
Steuern vom Einkommen der Unternehmensgruppe 116.478,5 224.403,3
davon an Gruppenmitglieder weiterbelastet –135.238,8 –195.840,9
Nachträge/Gutschriften aus Vorperioden –1.121,3 –490,3
latente Steuern 44.030,9 4.006,2
Steuern vom Einkommen 24.149,3 32.078,3

III. Sonstige Angaben

1. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

in Tsd. €
Gesamtverpflichtung 2011 2011–2015
wesentliche Posten:
Miet- und Leasingverträge, Versicherungen 1 861,9 3.729,5
Bestellobligo 5.807,9 5.224,8 5.689,7
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1 8,2 39,9

1 Die Gesamtverpflichtung ist aufgrund unbestimmter Vertragsdauer betragsmäßig nicht ermittelbar.

Mit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft besteht ein Strombereitstellungsvertrag, wonach die in deren Kraftwerken erzeugte Energie abzüglich der Strombezugsrechte anderer beteiligter Partner an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Mit der Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft und der Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft bestehen Stromlieferungsverträge, wonach die Hälfte der in deren Kraftwerken erzeugten Energie an die VERBUND AG gegen Ersatz der buchmäßigen Aufwendungen zuzüglich einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals zu liefern ist.

Gemäß einem Stromlieferungsvertrag ist die E.ON Wasserkraft GmbH verpflichtet, die Hälfte der erzeugten Energie der Kraftwerke Ering und Obernberg der VERBUND AG zu den um den vereinbarten Gewinnzuschlag erhöhten Selbstkosten zu liefern.

Mit der VERBUND Management Service GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen in den Bereichen Informatik, Versicherung, Beschaffung, Finanzbuch haltung, Personalverrechnung sowie administrative Services.

Mit der VERBUND Finanzierungsservice GmbH besteht ein Vertrag für die Verrechnung von Dienstleistungen bezüglich Zahlungsverkehr-Abwicklung und Cash Management.

Im Bereich Stromvertrieb und -handel bestehen Auftragsverträge mit der VERBUND Trading AG und der VERBUND Sales GmbH.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Soweit diese Pensionsverpflichtungen durch die BAV Pensionskassen AG zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung von Seiten des Arbeitgebers. Aufgrund der Entwicklung auf den Finanzmärkten wurde von der BAV Pensionskassen AG zur Abdeckung leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen eine Nachschussverpflichtung in Höhe von 0,0 Tsd. € (Vorjahr: 0,0 Tsd. €) gemeldet.

Zum Bilanzstichtag hatten sieben Dienstnehmer einen Treuebrief, der einen erhöhten Kündigungsschutz bietet. Voraussetzung dafür war eine 20-jährige Tätigkeit in verbund und die Vollendung des 45. Lebensjahres.

Es bestehen keine offenen Einzahlungsverpflichtungen im Beteiligungsbereich (Vorjahr: 0,0 Tsd. €).

2. Angaben zu Finanzinstrumenten

Finanzbereich

Im Zusammenhang mit Strom-Transitgeschäften bzw. der Versteigerung von Grenzkapa zitäten wurden zur Absicherung des Wechselkursänderungs-Risikos aus dem ungarischen Forint-Bereich mehrere Devisentermingeschäfte über insgesamt 1.871,4 Mio. HUF (Vorjahr: 642,9 Mio. HUF) abgeschlossen. Die Stichtagsbewertung dieser Geschäfte ergab zum 31.12.2010 einen positiven Marktwert in Höhe von insgesamt 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €), welche nach dem imparitätischen Realisationsprinzip nicht erfolgswirksam verbucht wurden.

Stromgeschäft

Die derivativen Finanzinstrumente (Stromfutures und Stromforwards) aus dem Stromgeschäft setzen sich wie folgt zusammen:

Trading Zeitwerte
positive
Zeitwerte
negative
Zeitwerte
netto
Futures 0,7 0,6 0,1
Forwards 276,6 274,1 2,5
Total vor Netting 277,3 274,7 2,6
Sales Zeitwerte
positive
Zeitwerte
negative
Zeitwerte
netto
Futures 85,8 112,6 –26,8
Forwards 1 197,6 197,3 0,3
Total vor Netting 283,4 309,9 –26,5
in Mio. €
Gesamt Zeitwerte
positive
Zeitwerte 2
negative
Zeitwerte
netto
Futures 86,5 113,2 –26,7
Forwards 474,2 471,4 2,8
Total vor Netting 560,7 584,6 –23,9
Berücksichtigung der Nettingverträge 3 –469,6 –469,6 0,0
91,1 115,0 –23,9

1 In den Zeitwerten der positiven Forwards betreffen 0,7 Mio. € und in denen der negativen Forwards 0,0 Mio. € verbundene Unternehmen. // 2 Der positive Zeitwert in Höhe von 2,6 Mio. € für die Jahresportfolios 2011 bis 2013 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz. Dem negativen Zeitwert in Höhe von 26,5 Mio. € stehen positiv bewertete Grundgeschäfte in selber Höhe gegenüber, mit denen eine Bewertungseinheit gebildet wurde. // 3 Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Die derivativen Finanzinstrumente (Stromfutures und Stromforwards) aus dem Stromgeschäft setzten sich im Vorjahr wie folgt zusammen:

in Mio. €
Trading Zeitwerte
positive
Zeitwerte
negative
Zeitwerte
netto
Futures 1,0 1,7 – 0,7
Forwards 522,7 513,0 9,7
Total vor Netting 523,7 514,7 9,0
in Mio. €
Sales Zeitwerte
positive
Zeitwerte
negative
Zeitwerte
netto
Futures 198,9 255,2 –56,3
Forwards 1 477,5 287,1 190,4
Total vor Netting 676,4 542,3 134,1
in Mio. €
Zeitwerte
positive
Zeitwerte 2
negative
Zeitwerte
netto
199,9 256,9 –57,0
1.000,2 800,1 200,1
1.200,1 1.057,0 143,1
–836,4 –836,4 0,0
363,7 220,6 143,1

1 In den Zeitwerten der positiven Forwards betreffen 31,6 Mio. € und in denen der negativen Forwards 0,0 Mio. € verbundene Unternehmen. // 2 Der positive Zeitwert in Höhe von 143,1 Mio. € für die Jahresportfolios 2010 bis 2012 kommt in der Bilanz nicht zum Ansatz. // 3 Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

Emissionszertifikate

Zum Stichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente (CO2-Futures und CO2-Forwards) aus dem Emissionshandel.

Die derivativen Finanzinstrumente (CO2-Futures und CO2-Forwards) aus dem Emissionshandel des Vorjahres setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio. €
CO2 Zeitwerte
positive
Zeitwerte
negative
Zeitwerte
netto
Futures 0,0 0,0 0,0
Forwards 0,6 0,6 0,0
Total vor Netting 0,6 0,6 0,0
Berücksichtigung der Nettingverträge 1 0,6 0,6 0,0
Total nach Netting 0,0 0,0 0,0

1 Liegt für eine Gegenpartei ein Rahmenvertrag mit Nettingklausel vor, so werden für diese Gegenpartei die positiven und negativen Zeitwerte der Transaktionen für die Zwecke der Rechnungslegung saldiert.

3. Personalstand

Durchschnitt 2010 2009
Angestellte 178 187

4. Aufwand für Abfertigungen und Pensionen

2010 2009
Vorstandsmitglieder, ausgeschiedene Vorstandsmitglieder
und deren Hinterbliebene 140,7 309,7
andere Arbeitnehmer 3.135,5 4.970,9
3.276,2 5.280,6

Die betriebliche Altersversorgung besteht für die Mitglieder des Vorstandes im Wege einer beitragsorientierten Pensionskassenregelung. Im Geschäftsjahr 2010 wurden für den Vorstand Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 115.714 € bezahlt (Vorjahr: 135.850 € für vier Vorstandsmitglieder).

In Bezug auf die Ansprüche der Vorstandsmitglieder bei Beendigung ihrer Funktion kommen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung (Vergütung nach Beendigung des Vertragsverhältnisses) betrugen für den Vorstand 42.891 € (Vorjahr: 212.106 €) sowie für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene 97.792 € (Vorjahr: 97.549 €).

5. Organe der Gesellschaft

Die Angaben über die Organe der Gesellschaft (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder) sind vor dem Lagebericht angeführt.

in €
Dipl.-Ing. Wolfgang
Anzengruber
Dr. Johann
Sereinig
Dr. Ulrike Baum-
gartner-Gabitzer
Mag. Christian
Kern (bis 7.6.2010)
fixe
Bezüge
609.951 581.051 399.587 268.708
variable
Bezüge 1
277.566 320.226 181.233 221.233

1 Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt immer zu Beginn des Folgejahres, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an alle Vorstandsmitglieder im Jahr 2010 ausbezahlten variablen Bezüge des Geschäftsjahres 2009. Bei Mag. Kern sind auch (anteilige) variable Bezüge für das Jahr 2010 in Höhe von 40.000 € enthalten, die vereinbarungsgemäß nach seinem Ausscheiden per 7.6.2010 an ihn ausbezahlt wurden. Außerdem ist bei Mag. Kern eine Urlaubsersatzleistung in Höhe von 94.954 € enthalten.

Die Bezüge der vier Mitglieder des Vorstandes betrugen im Jahr 2010 insgesamt 2.859.553 € (Vorjahr: 2.730.427 €).

Die variablen Bezüge sind erfolgsabhängig und mit einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Fixbezüge limitiert. Im Geschäftsjahr 2009 betrug dieser Prozentsatz maximal 50 % und 60 %. Die Höhe der erfolgsabhängigen Bezugsbestandteile richtet sich nach dem Grad der Erreichung von für das Geschäftsjahr vereinbarten Zielen. Die Zielvereinbarung beruhte 2009 zu 50 % auf der Erreichung des geplanten Konzernergebnisses und zu 50 % auf qualitativen (zum Teil mittelfristigen) Zielen (beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im strukturell-organisatorischen Bereich). Die Grundsätze für die Erfolgsbeteiligung des Vorstandes waren gegenüber dem Vorjahr unverändert.

An Organe der Konzernleitung wurden keine Kredite oder Vorschüsse ausbezahlt.

An ausgeschiedene Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 707.387 € (Vorjahr: 722.204 €) für Abfertigungen und Pensionen ausbezahlt.

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen insgesamt 212.779 € (Vorjahr: 203.560 €).

Vergütungsschema für Aufsichtsratsmitglieder (gemäß Regel 51 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

in €
2010 2009
Vorsitzender 15.000 15.000
Vorsitzender-Stellvertreter (zwei) 11.250 11.250
Mitglieder 7.500 7.500
Sitzungsgeld 400 400

Diese Regelung findet auch für den Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates analog Anwendung.

6. Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Zustimmungspflichtige Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. mit Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahestehen (gemäß Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex):

Im Geschäftsjahr 2010 wurden die nachstehenden Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern bzw. Unternehmen, die einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates nahestehen, abgeschlossen. Die Leistungen wurden für verschiedene Konzerngesellschaften in verbund erbracht. Die Verträge wurden vom Aufsichtsrat genehmigt:

in Tsd. €
Vertragspartner Gegenstand Wert
Technische Universität Wien, Institut für
elektrische Anlagen und Energiewirtschaft 1
Studie Stromversorgungsstrukturen und
Pumpspeicherkraftwerke, Sicherheits
monitoring, Energiewirtschaftstagung
31,4
"smart technologies" Management Beratungs-
und Beteiligungsgesellschaft m.b.H. 2
Lieferung und Wartung von Software
für Austrian Power Grid AG und VERBUND
Management Service GmbH
383,0 3

1 Das am 7.4.2010 ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Dr. Günther Brauner ist Vorstand des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft. // 2 Das am 7.4.2010 ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglied Dipl.-Ing. Hansjörg Tengg ist geschäftsführender Gesellschafter der "smart technologies" Management Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H. // 3 Erfasst ist der gesamte im Jahr 2010 beauftragte Bestellwert, im Jahr 2010 wurden Leistungen in Höhe von insgesamt 388,7 Tsd. € erbracht, zur Verrechnung gelangten 225,3 Tsd. € netto.

7. Konzernbeziehungen

Die VERBUND AG ist das konsolidierungspflichtige Mutterunternehmen von verbund.

Mit der Austrian Power Grid AG, der VERBUND Telekom Service GmbH, der VERBUND Management Service GmbH, der VERBUND Trading AG, der VERBUND Sales GmbH und der VERBUND Beteiligungsholding GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge.

8. Unbundling

verbund hat die bereits bestehende Aufteilung in Geschäftsfelder (formales Unbundling) im Geschäftsjahr 1999 durch ein rechtliches Unbundling ergänzt, d.h. durch die weitere Errichtung von gesellschaftsrechtlich eigenständigen Unternehmen mit getrennten Geschäftsleitungen und Rechnungswesen.

Geschäfte im Sinne des § 8 (2) ElWOG werden insbesondere mit folgenden Gesellschaften getätigt:

Stromlieferungen VERBUND Hydro Power AG, VERBUND Thermal Power GmbH & Co KG, VERBUND-Innkraftwerke GmbH, Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, Österreichisch-Bayerische Kraftwerke Aktiengesellschaft, Donaukraftwerk Jochenstein Aktiengesellschaft, KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, STEWEAG-STEG GmbH, Austrian Power Grid AG, Energie Klagenfurt GmbH, POWEO S.A.

Stromhandel/-vertrieb VERBUND Trading AG, VERBUND Sales GmbH, VERBUND Trading & Sales Deutschland GmbH, VERBUND-Austrian Power Trading SL, trgovanje z elektricˇno energijo d.o.o., VERBUND Trading Hungary Kft, VERBUND Trading Czech Republic s.r.o., VERBUND Trading Slovakia s.r.o., VERBUND-Austrian Power Trading ENERGA Hellas Electricity Supply and Trade S.A., VERBUND International GmbH

Netzdienstleistungen Austrian Power Grid AG

Telekommunikation VERBUND Telekom Service GmbH

Dienstleistungen VERBUND Management Service GmbH, Austrian Power Grid AG Finanzierung VERBUND Finanzierungsservice GmbH, VERBUND International Finance B.V. Personalabstellungen VERBUND Trading AG, VERBUND International GmbH

9. Angaben gem. § 45a (10) Elektrizitätswirtschafts-und-organisationsgesetz

Ergebnis der Stromkennzeichnungsdokumentation Anteil 2010
kWh
Wasserkraft 100,0 % 992.383.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren
eigene Verwendung abgegebenen Strommenge
100,0 % 992.383.000
Umweltauswirkung der Stromproduktion Anteil 2010
g/kWh
Radioaktiver Abfall 0,0
CO2-Emissionen 0,0

Wien, am 1.2.2011 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber e.h. Generaldirektor Vorsitzender Dr. Johann Sereinig e.h. Generaldirektor-Stv. Stv. Vorsitzender Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer e.h. Vorstandsdirektorin Mitglied

Angaben zu den Beteiligungen gemäß § 238 Z 2 UGB

in Tsd. €
Sitz Kapitalanteil
in % per
31.12.2010 abschluss
letzter
Jahres-
(+)
(–)
Jahresüber-
schuss/
-fehlbetrag
Eigen
kapital 1
verbundene Unternehmen
konsolidiert 2
Austrian Power Grid AG Wien 100,00 2010 + 34.783,4 3 254.427,7
VERBUND Telekom
Service GmbH
Wien 100,00 2010 + 6.880,0 3 2.164,6
VERBUND International
Finance B.V.
Amster
dam
100,00 2010 + 1.776,6 5.293,3
VERBUND Trading AG Wien 100,00 2010 + 1.158,1 3 1.709,0
VERBUND Management
Service GmbH
Wien 100,00 2010 + 9.521,9 3 29.516,5
VERBUND Power Sales GmbH Wien 100,00 2010 + 4.855,2 3 7.351,9
VERBUND Beteiligungs
holding GmbH
Wien 100,00 2010 - 44.304,9 3 1.048.693,8
VERBUND-Innkraftwerke GmbH Töging 94,90 2010 + 32.321,3 433.786,8
VERBUND Hydro Power AG Wien 80,33 2010 + 419.407,2 1.171.511,2
VERBUND Thermal Power GmbH Graz 59,49 2010 + 1.049,5 1.436,3
VERBUND Thermal Power
GmbH & Co KG
Graz 55,65 2010 + 3.070,2 103.855,6
verbundene Unternehmen
nicht konsolidiert
VERBUND Mobile Power
Region GmbH 4
Wien 75,10 35,0
Energie Austria GmbH Wien 68,75 2009 4,0 49,4
assoziierte Unternehmen
Österreichisch-Bayerische
Kraftwerke Aktiengesellschaft 5
Simbach 50,00 2009 + 3.272,0 51.361,0
Ennskraftwerke
Aktiengesellschaft 5
Steyr 50,00 2009 + 881,5 13.905,6
Donaukraftwerk Jochenstein
Aktiengesellschaft 5
Passau 50,00 2009 + 818,0 13.516,0
Gemeinschaftskraftwerk
Inn GmbH
Landeck 50,00 2009 + 4,9 218,5
Energie Klagenfurt GmbH 5 Klagenfurt 49,00 2009 + 2.625,8 66.583,4
KELAG-Kärntner Elektrizitäts
Aktiengesellschaft 5
Klagenfurt 35,13 2009 + 20.009,4 473.021,7
STEWEAG-STEG GmbH 5 Graz 34,57 2009 + 45.565,9 348.733,7

1 Eigenkapitalbegriff entsprechend § 224 (3) 3 lit. a UGB oder lokalem Recht // 2 Vollkonsolidierung gemäß § 253–261 UGB //

3 mit der Gesellschaft besteht ein Ergebnisübernahmevertrag. // 4 Gründung im Jahr 2010 // 5 Konsolidierung at equity gemäß § 263–264 UGB

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der VERBUND AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.1.2010 bis zum 31.12.2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31.12.2010, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31.12.2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der VERBUND AG zum 31.12.2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1.1.2010 bis zum 31.12.2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 1.2.2011 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer e.h. Wirtschaftsprüfer

Mag. Maximilian Schreyvogl e.h. Wirtschaftsprüfer

III Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 (2) UGB zu beachten.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand stellt den Antrag (gemäß § 96 (1) AktG), zu Lasten des verteilungsfähigen Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2010 auf die 347.415.686 Stückaktien eine Dividende von 0,55 € pro Aktie, das sind in Summe 191.078.627,30 €, auszuschütten.

Stromkennzeichnungsdokumentation

Dokumentation gem. § 45a (10) Elektrizitätswirtschafts-und-organisationsgesetz

Ergebnis der Stromkennzeichnungsdokumentation Anteil 2010
kWh
Wasserkraft 100,0 % 992.383.000
Summe der in Österreich an Endkunden für deren
eigene Verwendung abgegebenen Strommenge
100,0 % 992.383.000
Umweltauswirkung der Stromproduktion für die an Endkunden
für deren eigene Verwendung abgegebenen Strommenge
Anteil 2010
g/kWh
Radioaktiver Abfall 0,0
CO2-Emissionen 0,0

Prüfungsvermerk

Infolge kommen wir unserer Prüfungspflicht gemäß § 45a (6) ElWOG nach und haben die von der VERBUND AG, Wien, erstellte Dokumentation gem. § 45a (10) ElWOG für das Geschäftsjahr 2010 geprüft.

Die für die Stromkennzeichnung verwendeten gesetzlichen Nachweise wurden von der VERBUND AG erbracht. Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind wir nicht auf Tatsachen gestoßen, die uns zu der Annahme veranlassen würden, dass die vorgelegte Dokumentation im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Wien, am 1.2.2011 Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Gerhard Marterbauer e.h. Wirtschaftsprüfer

Mag. Maximilian Schreyvogl e.h. Wirtschaftsprüfer

Glossar

Glossar

EBIT

Earnings before Interest and Taxes: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inklusive personalbezogene Zinsen) und Steuern.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse im Verhältnis zum Gesamtkapital.

Fiktive Schuldentilgungsdauer

Verhältnis der Schulden zum Mittelüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Gearing

Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investitionszuschüsse. 1

Netto-Geldfluss

Saldo aus dem Zufluss und dem Abfluss von liquiden Mitteln; wird üblicherweise gegliedert in Netto-Geldflüsse aus der operativen Tätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.

Nettoumlaufvermögen

Kurzfristiges Vermögen (inklusive kurzfristige Ausleihungen und kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten) abzüglich kurzfristiger Schulden (inklusive kurzfristige Rechnungsabgrenzungen).

Nettoverschuldung

Zinsbelastetes Fremdkapital abzüglich flüssige Mittel (inklu sive Wertpapiere und Anteile des Umlaufvermögens), bereinigt um aktiv- und passivseitig geschlossene Positionen (z.B. bei Cross-Border-Leasing-Geschäften). 1

ROE

Return on Equity: Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Verhältnis zum Eigenkapital zuzüglich der um die latenten Steuern bereinigten unversteuerten Rücklagen und Investi tionszuschüsse am Beginn des Geschäftsjahres.

ROI

Return on Investment: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inklusive personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis zum Gesamtkapital am Beginn des Geschäftsjahres.

ROCE

Return on Capital Employed: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inklusive personalbezogene Zinsen) abzüglich darauf entfallender Steuern im Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Kapital. 1

ROS

Return on Sales: Ergebnis vor Zinsaufwendungen (inklusive personalbezogene Zinsen) und Steuern im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

1 Die Kennzahlen wurden einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

IMPRESSUM

Herausgeber: VERBUND AG Am Hof 6a, A-1010 Wien

Kreativkonzept und Design: Brainds Konzept und Beratung: Grayling Coverfoto: Joachim Haslinger Bildbearbeitung: Malkasten Druck: Lindenau Productions

Kontakt: VERBUND AG Am Hof 6a, A-1010 Wien Telefon: +43(0)50313-0 Fax: +43(0)50313-54191 E-Mail: [email protected] Homepage: www.verbund.com

Teil 3 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

gemäß § 82 (4) Z 3 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens- , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, im Februar 2011 Der Vorstand

Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber (Vorsitzender)

Dr. Johann Sereinig (stv. Vorsitzender)

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Mitglied)