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Vectron Systems AG Management Reports 2013

Jul 2, 2014

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Management Reports

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Vectron Systems AG

Münster

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013

Lagebericht

1. Geschäftsverlauf

1.1. Branchenentwicklung

1.2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

1.3. Produktion und Beschaffung

1.4. Investitionen

1.5. Finanzierung

1.6. Personalbereich

1.7. Vergütungssystem der Organe

1.8. Sonstige wichtige Vorgänge

2. Vermögens- und Finanzlage

3. Ertragslage

4. Bedeutende Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

5. Risikoberichterstattung

5.1. Geschäftsrisiken

5.2. Prozess- und Wertschöpfungsrisiken

5.3. Finanzrisiken

5.4. IT-Risiken

5.5. Einkaufs- und Kooperationsrisiken

5.6. Personalrisiken

5.7. Produktrisiken

6. Prognosebericht

6.1. Zukünftige Branchenentwicklung

6.2. Zukünftige Produktentwicklung

6.3. Zukünftige Geschäftsentwicklung

1. Geschäftsverlauf

1.1. Branchenentwicklung

Es ist ein unveränderter Preiswettbewerb in der POS („Point of Sale“)-Branche festzustellen, der sich in den gesättigten Märkten der Industrieländer in Form eines Verdrängungswettbewerbes bemerkbar macht. Den zahlreichen kleinen regionalen Herstellern stehen nur einige wenige global agierende Unternehmen gegenüber. Wachstumschancen im Markt eröffnen sich nur anhand von Produktinnovationen. Aus Sicht der Vectron Systems AG entwickeln sich die Absatzmärkte weiterhin unterschiedlich. Einige europäische Märkte haben nach den vergangenen Krisenjahren eine Bodenbildung erreicht und können erste positive Tendenzen aufweisen. Es sind jedoch auch noch Regionen vorhanden, in denen weiterhin die Refinanzierungsmöglichkeiten für Neuinvestitionen fehlen. Das Inlandsgeschäft hat auf hohem Niveau einen leichten Rückgang hinnehmen müssen.

1.2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Umsätze im Inland sind im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht zurückgegangen. Eine zentrale Ursache für den Rückgang liegt im sehr kalten Frühjahr des Jahres 2013 begründet. Bis weit in den Mai hinein waren z.T. einstellige Temperaturen zu verzeichnen, so dass die saisonübliche Investitionsnachfrage in der für Vectron wichtigen Außengastronomie nahezu vollständig ausgefallen ist. Die Auslandsaktivitäten haben ebenso unter den negativen Witterungseinflüssen gelitten, da auch in Südeuropa ungewöhnlich kühle Frühlingsmonate zu verzeichnen waren. Wenngleich sich die Nachfrage ab den Sommermonaten wieder normalisiert hat, konnte der fehlende Umsatz der Frühjahrssaison im weiteren Jahresverlauf nicht mehr kompensiert werden. Die Exportquote ist gegenüber Vorjahr leicht zurückgegangen und liegt aktuell bei 30 %.

Das vor einigen Jahren gestartete Absatzförderungsmodell bietet Vectron-Endkunden eine attraktive Möglichkeit zur Refinanzierung ihrer Investitionen in neue Kassenmodelle. Das Absatzförderungsmodell wird über das bestehende Vertriebsnetz angeboten und nutzt die Kompetenz und die Marktkenntnisse der Vectron Fachhandelspartner vor Ort. Das Finanzierungsangebot hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzanteil von 14 % am Gesamtumsatz erreicht.

Im Berichtsjahr musste ein Umsatzrückgang auf T€ 21.410 hingenommen werden. Aus dem Absatzförderungsmodell ergeben sich Sondereffekte, so dass die reale Umsatzentwicklung und Umsatzveränderung gegenüber den gebuchten Veränderungen geringfügig abweicht. Auf die Ausführungen im Anhang zum Absatzförderungsmodell wird verwiesen.

Das Geschäftsmodell von Vectron ist auf kurze Auftragsvorlaufzeiten und entsprechend kurze Produktionsdurchlaufzeiten ausgerichtet, wodurch insbesondere die Vectron-Fachhandelspartner profitieren. Nennenswerte Auftragsbestände sind bei diesem Geschäftsmodell nicht zu verzeichnen.

1.3. Produktion und Beschaffung

Die Kassensysteme werden auf Basis einer sogenannten doppelten Plattformstrategie, d.h. jedes Produkt nutzt die gleiche Anwendungssoftware und kann in jeder Branche eingesetzt werden, entwickelt. Die Hardwareentwicklung verfolgt eine konsequente Gleichteilestrategie, so dass Materialbeschaffungen und Entwicklungszyklen effizient und flexibel gestaltet werden können.

Durch die Gleichteilestrategie lässt sich eine große Variantenvielfalt ohne Aufbau eines überproportionalen Vorratsvermögens generieren. Der Produktionsprozess besteht im Wesentlichen aus Montage von Baugruppen und vorgefertigten Bauteilen. Einige häufig nachgefragte Varianten werden unterjährig auf Lager gefertigt, ansonsten erfolgt die Fertigung auftragsspezifisch. Die Lieferanten werden bereits in der Entwicklungsphase zur Sicherung hoher Qualitätsstandards einbezogen.

Zur Sicherung der jederzeitigen Lieferfähigkeit und um schnelle Reaktionszeigten gewährleisten zu können, werden für alle wichtigen Bauteile vordefinierte Mindestmengen vorgehalten. Neue Produktlinien können daher, unabhängig vom Umsatz, zu einem höheren Vorratsvermögen führen. Im Jahr 2013 hat im Wesentlichen die anstehende Neueinführung der Zweitmarke Duratec zur Erhöhung der Vorratsbestände beigetragen.

1.4. Investitionen

Die Sachinvestitionen belaufen sich im Berichtsjahr auf T€ 622. Der Schwerpunkt lag wie im Vorjahr auf der Neuentwicklung von stationären Kassensystemen sowie der Modernisierung und Erweiterung der ERP-Software.

In die unmittelbare Neu- und Weiterentwicklung von Vectron-Produkten sind 36 % der Belegschaft eingebunden. Ein nicht unerheblicher Anteil des Personalaufwandes ist daher den Entwicklungsleistungen direkt zuzurechnen. Auf eine Aktivierung von Eigenleistungen wird in diesem Zusammenhang jedoch verzichtet.

1.5. Finanzierung

Ein positiver operativer Cashflow garantiert die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens auch bei unterjährigen Umsatzschwankungen. Durch die ausgeprägte Innenfinanzierungskraft der Gesellschaft lassen sich die aktuellen und geplanten Entwicklungsprojekte aus den vorhandenen liquiden Mitteln bestreiten. Die Finanzierung ist insgesamt auf langfristige Stabilität ausgerichtet.

Das nachrangige Genussrechtskapital I hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2015 (zur Ausgestaltung des Genussrechtskapital I wird auf den Anhang verwiesen). Das bisherige nachrangige Genussrechtskapital II in Höhe von T€ 2.000 wurde im Dezember 2013 zurückgeführt. Im Gegenzug wurde neues Genussrechtskapital II mit einem Volumen von T€ 1.500 begeben (Laufzeit bis 15.02.2019).

Nicht in der Bilanz enthaltene wesentliche Verpflichtungen bestehen in Form eines Mietvertrages für die Immobilie am Unternehmensstandort sowie für die Refinanzierung des erfolgreichen Absatzförderungsmodells. Darüber hinaus bestehende Leasingverträge (Fuhrpark, Werkzeuge, Messebau etc.) spielen nur eine untergeordnete Rolle. Für die bonVito GmbH wurden, zur Unterstützung in der Startphase, Bürgschaftsverpflichtungen eingegangen. Die Gesamtsumme der sonstigen Verpflichtungen beläuft sich zum Bilanzstichtag auf T€ 9.165. Ein Anteil von T€ 1.965 entfällt auf eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Auf die Ausführungen im Anhang wird verwiesen.

1.6. Personalbereich

Die Belegschaft umfasste am Jahresende 121 Mitarbeiter (Vj. 115 Mitarbeiter). Darüber hinaus werden noch sieben Auszubildende sowie acht freie Handelsvertreter beschäftigt.

Zur Mitarbeitermotivation setzt Vectron bei allen Mitarbeitern auf ein vom Jahresergebnis abhängiges variables, mehrstufiges Vergütungsmodell. Bei guter Ertragslage partizipieren alle Mitarbeiter deutlich von den variablen Gehaltsbestandteilen, die bei rückläufigen Erträgen entsprechend geringer ausfallen. Durch dieses Modell entsteht ein innerhalb der Belegschaft akzeptierter Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern. Für leitende Mitarbeiter wurde zusätzlich ein Aktienoptionsprogramm aufgelegt. Weiterführende Angaben zu den Optionsrechten (Bedingtes Kapital I + III) finden sich im Anhang des Jahresabschlusses.

1.7. Vergütungssystem der Organe

Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft erhalten neben einer festen Vergütung auch eine ergebnisabhängige Komponente in Höhe von einem Prozent des operativen Ergebnisses (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen). Zudem steht jedem Vorstandsmitglied ein Firmenfahrzeug zur Verfügung. Optionsrechte für den Erwerb von eigenen Aktien werden nicht gewährt.

Der Aufsichtsrat erhält eine jährliche Fixvergütung. Variable Komponenten sind nicht vorgesehen.

Hinsichtlich der Angabe der individualisierten Vergütungen wird auf den Anhang verwiesen.

1.8. Sonstige wichtige Vorgänge

Sonstige wichtige Vorgänge waren während des Geschäftsjahres nicht zu verzeichnen.

2. Vermögens- und Finanzlage

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen die von Entwicklungspartnern entgeltlich erworbenen Design- und Konstruktionspläne. Werkzeuge für die Produktion werden als Sachanlagen (Technische Anlagen) ausgewiesen. Der überwiegende Anteil des Anlagevermögens hat einen direkten Bezug zur Produktentwicklung. Unter den Finanzanlagen wird die Tochtergesellschaft bonVito GmbH ausgewiesen.

Das Vorratsvolumen hat sich gegenüber Vorjahr um rund 10 % erhöht. Wesentlicher Einflussfaktor ist die in 2014 anstehende Produkteinführung der Zweitmarkte Duratec und einer daraus resultierende zusätzliche Lagerhaltung, da der jederzeitigen Lieferfähigkeit eine hohe Priorität eingeräumt wird. Zwischenzeitliche Ausweitungen des Vorratsvermögens werden bewusst in Kauf genommen, da sich aufgrund des Geschäftsmodells kurzfristige Lieferengpässe unmittelbar auf den Umsatz negativ auswirken würden.

Der Forderungsbestand setzt sich aus einer Vielzahl von kleineren Einzelforderungen unterschiedlicher Kunden zusammen. Die durchschnittliche Forderungsreichweite schwankt im Jahresverlauf zwischen 40 und 60 Tagen. Längere Zahlungsziele werden nur in Ausnahmefällen vergeben. Die tatsächlichen Zahlungsausfälle sind sehr gering. Potenziellen Risiken wird durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen begegnet.

Das gezeichnete Kapital setzt sich aus 1.500.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit jeweils einem Stimmrecht zusammen. Das Gesamteigenkapital beläuft sich am Abschlussstichtag auf T€ 9.680. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote (inkl. Genussrechtskapital II) beträgt 85 %.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von T€ 1.725 können jederzeit aus dem operativen Cashflow und den vorhandenen liquiden Mitteln bedient werden. Auch bei schwankenden Umsätzen oder einem vorübergehend rückläufigen Cashflow ist die Finanzierung des Unternehmens mittel- und langfristig gesichert. Die Finanz- und Liquiditätssituation der Gesellschaft kann als sehr gut bezeichnet werden. Die Veränderungen des Finanzmittelfonds finden sich in einer separaten Kapitalflussrechnung (vgl. Anlage 6). Bzgl. der Höhe der außerbilanziellen Verpflichtungen wird auf Tz. 1.5. verwiesen.

3. Ertragslage

Gegenüber Vorjahr musste ein Umsatzrückgang hingenommen werden. Neben ungünstigen Witterungseinflüssen im Frühjahr 2013 haben auch gesetzgeberische Einflüsse im Ausland sowie die Wettbewerbsintensität zu dieser Entwicklung beigetragen. Darüber hinaus konnten die Vertriebsziele im neuen Geschäftsfeld bonVito nicht so schnell wie erwartet erreicht werden. Die ursprünglichen Ziele für das Jahr 2013 waren aufgrund dieser Faktoren nur teilweise zu realisieren. Die Rohertragsquote (Materialeinsatz zzgl. Bestandsveränderungen im Verhältnis zum Umsatz) hat sich gegenüber Vorjahr leicht vermindert. Hinsichtlich des besonderen Einflusses des Absatzförderungsmodells auf die Umsatzveränderung sowie die Rohertragsquote wird auf die Ausführungen im Anhang verwiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge entfallen wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Personaldienstleistungen und Vertriebs- und Verwaltungstätigkeiten für die Tochtergesellschaft bonVito GmbH, sowie diesjährig auf die Minderung des Erfüllungsbetrages des Genussrechtskapitals I und auf Lieferantrückansprüchen.

Die Personalkosten sind aufgrund eines leichten Personalzuwachses um rund 4 % gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die auch die direkten Vertriebskosten des Absatzförderungsmodells enthalten, haben sich aufgrund gesunkener Marketing- und Vertriebskosten um 7 % verringert. Den größten Anteil des sonstigen betrieblichen Aufwandes nehmen mit 56 % die Vertriebskosten ein. Auf die Betriebskosten entfällt ein Anteil von 28 %. Verwaltungskosten sowie sonstige Aufwendungen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Zinsaufwendungen haben sich durch die Rückführung eines Darlehens gegenüber Vorjahr vermindert. Die Zinserträge befinden sich etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund der vorhandenen Finanzierungsstruktur unterliegt die Gesellschaft nur geringen Zinsänderungsrisiken.

Rund 24 % des Materialeinsatzes wurden in 2013 über Fremdwährungen bezogen. Um das sich daraus ergebende Wechselkursrisiko zu begrenzen, werden je nach Marktlage derivative Finanzinstrumente abgeschlossen. Aufgrund des nicht unerheblichen Fremdwährungsanteils können ungünstige Wechselkursänderungen einen negativen Einfluss auf die Rohmarge ausüben. Übrige Aufwendungen der Gesellschaft werden nicht nennenswert von Wechselkursschwankungen beeinflusst. Gleiches gilt auch für den Absatz, da auch in Fremdwährungsgebieten überwiegend in der Währung Euro fakturiert wird. Inflatorische Tendenzen sind aktuell nicht erkennbar.

Höheren Material- und Personalaufwendungen standen in 2013 gestiegene sonstige Erträge sowie verminderte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen gegenüber. Das Jahresergebnis 2013 beläuft sich auf T€ 374.

4. Bedeutende Vorgänge nach dem Abschlussstichtag

Bedeutende Vorgänge nach dem Abschlussstichtag sind nicht zu verzeichnen.

5. Risikoberichterstattung

Zur Überwachung und Entscheidungsunterstützung hat Vectron ein softwaregestütztes Risiko-Management-System installiert und einen Risiko-Management-Beauftragten ernannt, der direkt an den Vorstand berichtet. Alle Risiken werden klassifiziert und sowohl qualitativ als auch quantitativ bewertet. Es findet eine regelmäßige Risikobestandsaufnahme statt. Veränderungen werden dokumentiert, so dass historische Entwicklungen nachvollziehbar sind. Die Ergebnisse jeder Überprüfung werden in einer Risikomatrix festgehalten und mit dem Vorstand diskutiert. Sind kurzfristige Gegenmaßnahmen erforderlich, so werden diese direkt vom Vorstand initiiert.

5.1. Geschäftsrisiken

Vectron legt großen Wert auf die strategische Produktentwicklung. Durch das Anbieten von Alleinstellungsmerkmalen hat sich Vectron bislang erfolgreich vom allgemeinen Preiswettbewerb der Branche abgekoppelt. Bei anhaltend schwacher Investitionsneigung könnten sich Investitionsentscheidungen vermehrt am Verkaufspreis und nicht an der angebotenen Leistung orientieren. Denkbar wäre dann ein Verfall der Margen, der nicht anderweitig kompensierbar wäre. Insofern besitzt das Ziel der Technologieführerschaft für Vectron eine zentrale Bedeutung.

Das Internetzeitalter führt zu einer Verringerung von Markteintrittshürden und zu einem beständigen Wandel der Geschäftsmodelle. Die Beobachtung von Wettbewerbern und auch anderen Branchen zur Überprüfung und Anpassung der eigenen Unternehmensstrukturen gewinnt weiter an Bedeutung. Das Verpassen eines neuen Trends könnte die Ertragskraft von Vectron langfristig schmälern. Produktentwicklungen werden daher fortlaufend möglichen Nachfrageänderungen angepasst.

Die POS-Branche wird mit steigender Tendenz durch Anforderungen der Finanzbehörden (außer der in vielen Ländern seit langem üblichen Fiskalspeicher-Pflicht gibt es verbreitet strengere Anforderungen an die Erfassung und Speicherung von Umsatzdaten in den Kassensystemen) beeinflusst, die mitunter einen erheblichen Eingriff in das Marktgeschehen darstellen. Politisch motivierte Entscheidungen sind häufig nicht international abgestimmt, so dass Wettbewerbsverzerrungen entstehen können, die die langfristige Entwicklung des Unternehmens beinträchtigen. Es erfolgt daher eine laufende Beobachtung der Gesetzesvorhaben- und entwürfe, die die POS-Branche direkt betreffen, damit Anpassungen frühzeitig in den Entwicklungsprozess integriert werden können.

5.2. Prozess- und Wertschöpfungsrisiken

Wachstum und Anpassungsprozesse des Unternehmens können dazu führen, dass die interne Prozesskomplexität schneller ansteigt als die positiven Auswirkungen des Kapazitätsaufbaus bzw. der Veränderungen. Ungenügende interne Prozesse können die Effizienz des Unternehmens damit dauerhaft schmälern. Bei der Einrichtung von neuen Arbeitsplätzen und Funktionen wird daher besonderer Wert auf die Einbeziehung der Mitarbeiter geachtet. Neue Prozesse werden schriftlich fixiert und überwacht. Das Unternehmenswachstum soll dabei stets mit einer gesunden internen Organisation einhergehen.

Wesentliche Abhängigkeiten gegenüber Lieferanten oder einzelnen Kunden sind aktuell nicht vorhanden. Die Forderungen verteilen sich auf zahlreiche Endabnehmer. Bei Vertragsabschlüssen mit Großkunden werden Teilzahlungen vereinbart, so dass das Ausfallrisiko begrenzt bleibt. Der größte Fachhändler von Vectron hat in 2013 zu einem Umsatzvolumen von rund 5 % beigetragen. Verschiebungen in der Kundenstruktur können sich jedoch negativ auf das Risiko von Forderungsausfällen auswirken.

5.3. Finanzrisiken

Größere Schwankungen in der Investitionsbereitschaft für POS-Systeme sind nicht unüblich. Plötzlich und unerwartet auftretende Schwächephasen können den Absatz von Vectron empfindlich treffen. Die Konzentration auf hochwertige und komplexe Systemlösungen hat sich für Vectron als ein sinnvoller Lösungsweg zur bestmöglichen Unabhängigkeit von Konjunkturschwankungen etabliert, da Investitionsentscheidungen für hochwertige Systeme weniger vom kurzfristigen Konjunkturverlauf, sondern vielmehr von strategischen Überlegungen abhängig sind.

Umsatzschwankungen können den freien Cashflow kurzfristig stark beeinträchtigen und somit die Gesamtfinanzierung eines Unternehmens gefährden. Aus diesem Grunde hat sich Vectron für stabile und langfristige Refinanzierungspartner entschieden. Zudem werden ausreichend hohe Liquiditätsbestände vorgehalten, so dass auch bei längeren Schwächephasen die Stabilität des Unternehmens jederzeit gewährleistet bleibt.

Da die Gesellschaft einen nennenswerten Anteil des Materialeinkaufes in Fremdwährungen tätigt, können infolge ungünstiger Währungsschwankungen Belastungen für das Ergebnis auftreten. Fremdwährungspositionen werden je nach Marktsituation mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Aufgrund der teilweise hohen Volatilitäten stehen diese Absicherungsinstrumente jedoch nicht immer zu vertretbaren Bedingungen zur Verfügung. Eine Absicherung gegen langfristige Wechselkursveränderungen ist nur sehr begrenzt möglich.

5.4. IT-Risiken

Der IT-Infrastruktur kommt bei der Abwicklung der Geschäftsprozesse eine sehr große und weiter wachsende Bedeutung zu. Durch die Vernetzung interner Systeme mit Geschäftspartnern und das Anbieten von Internetservicedienstleistungen steigt die Bedrohung durch Hacker-, Spam- und Viren-Angriffe sowie allgemeinen Systemausfällen. Vectron legt daher Wert auf umfangreiche Sicherungsmaßnahmen, Backup-Lösungen sowie regelmäßige Updates der IT-Systeme. Dem Datenschutz wird u. a. durch ein entsprechendes Rechtekonzept Rechnung getragen.

5.5. Einkaufs- und Kooperationsrisiken

Bei elektronischen Bauteilen lassen sich Preisvorteile i. d. R. durch die Abnahme größerer Stückzahlen erzielen. Größere Abnahmemengen haben jedoch den Nachteil der vermehrten Kapitalbindung sowie einer verringerten Flexibilität bei Produktrevisionen. Vectron schließt daher Rahmenverträge mit Maximallaufzeiten bis zu einem Jahr ab, so dass sowohl Flexibilität als auch Preisvorteile erhalten bleiben. Preisanpassungen lassen sich so rechtzeitig antizipieren.

Bei Vectron spezifischen Bauteilen kann der Ausfall eines Vorlieferanten zu Lieferverzögerungen führen. Der größte Einzellieferant hat im Jahr 2013 einen Anteil von 16 % des gesamten Beschaffungsvolumens beigesteuert. Zur Vermeidung von Engpässen werden für alle spezifischen Bauteile Mindestmengen und, wenn technisch und wirtschaftlich möglich, Ersatzlieferanten vorgehalten, um in angemessener Zeit reagieren zu können.

5.6. Personalrisiken

Die Gewinnung von qualifiziertem Personal ist zeitaufwendig und auch kostenintensiv. Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen in einem starken Wettbewerb mit namhaften Großunternehmen um die besten Fachkräfte. Die Gesellschaft legt daher großen Wert auf das Betriebsklima sowie auf sonstige nicht monetäre Zusatzleistungen. Ein finanzieller Anreiz entsteht für alle Mitarbeiter durch das variable Vergütungsmodell. Auf diese Weise ist es bislang gelungen, qualifiziertes Personal einzustellen und dieses auch langfristig zu halten.

5.7. Produktrisiken

Die Modellpalette unterliegt fortlaufenden Anpassungen, Veränderungen sowie Erweiterungen. Die damit einhergehende Entwicklungs- und Produktkomplexität kann zu Produktfehlern führen, die die Ergebnissituation des Unternehmens erheblich beeinflussen. Mit der Erweiterung des Entwicklungsteams gehen daher stets auch Anpassungen der Organisationsstrukturen einher. Durch verbesserte Planungsprozesse wird der gestiegenen Komplexität begegnet. Darüber hinaus trägt auch eine Produkthaftpflichtversicherung zu einer Risikobegrenzung bei.

6. Prognosebericht

6.1. Zukünftige Branchenentwicklung

Es wird mit einer unverändert hohen Wettbewerbsintensität gerechnet. Die einzelnen Marktteilnehmer werden sich weiterhin überwiegend regional engagieren, da aufgrund der komplexen Auflagen der Finanzbehörden und spezifischen Anforderungen der Endkunden Skaleneffekte nur schwer zu realisieren sind.

Die Verbreitung von mobilen Systemen, insbesondere Tablet-Computern, dürfte in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Aufgrund der günstigen Hardwareeinkaufspreise dieser Systeme sind tendenziell sinkende Absatzpreise in der Branche, bei gleichzeitig höherwertiger technischer Ausstattung und zusätzlichen Leistungen, zu erwarten. Auch die Anbindung und Integration des Internets an Kassensysteme wird zum Wandel der Branche beitragen. Die Veränderungen werden zwar beständig, aber dennoch nicht in der Intensität und Geschwindigkeit der Konsumgüterbranche vollzogen werden. Die Innovationsfähigkeit der einzelnen Marktteilnehmer wird zukünftig verstärkt den jeweiligen Erfolg im Wettbewerb bestimmen.

6.2. Zukünftige Produktentwicklung

Nach der Erneuerung der stationären Kassensysteme steht für 2014 die Neuentwicklung der Vectron POS MobilePro an. Neben der Aufrüstung mit schnelleren Prozessoren in einem ersten Schritt ist für Ende 2014 auch ein vollständig neues Design geplant. Darüber hinaus wird in 2014 der Marktstart der Zweitmarke Duratec erfolgen. Die Zweitmarke ist technisch unterhalb der Vectron Produktfamilie angesiedelt. Durch eine stark vereinfachte Bedienstruktur lassen sich der Installationsaufwand und der technische Support deutlich reduzieren.

In der Softwareentwicklung wird weiter der Ausbau des internetbasierten Kundenbindungssystems bonVito mit hoher Priorität verfolgt. Zudem wird die gesamte Bedienoberfläche der Vectron Software erneuert und den aktuellen Markterfordernissen angepasst. Um der wachsenden Nachfrage nach mobilen Lösungen gerecht zu werden, wird Vectron ab 2014 auch eine „Kassen-App“ anbieten.

6.3. Zukünftige Geschäftsentwicklung

Das abgelaufene Geschäftsjahr war von ungünstigen Witterungsverhältnissen und einer Investitionszurückhaltung der Vectron Endkunden geprägt, die so nicht eingeschätzt wurde. Es ist zu erwarten, dass sich der Investitionsstau der letzten Jahre nach und nach auflösen wird. Erste Erholungstendenzen sind in einigen Auslandsmärkten bereits zu sehen. Insbesondere der Start der neuen Zweitmarke Duratec dürfte einen sehr positiven Effekt auf die Kundenbasis und das Fachhändlernetz von Vectron ausüben. Durch Duratec lassen sich neue Kundensegmente bedienen, die bislang für Vectron nicht erreichbar waren. Durch die nur sehr geringe Überschneidung der einzelnen Vertriebskanäle werden etwaige Kannibalisierungseffekte überschaubar bleiben.

Neben dem Aufbau eines neuen Vertriebskanals wird der Ausbau von Dienstleistungen weiter forciert, um die Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen durch regelmäßige und wiederkehrende Vertragsumsätze zu mindern. Gleichzeitig kann durch Alleinstellungsmerkmale bei den angebotenen Dienstleistungen der Preiswettbewerb gemildert oder umgangen werden. Dieser Transformationsprozess wurde vor einigen Jahren angestoßen und wird sicherlich auch noch ein wenig anhalten, die ersten positiven Effekte sollten sich aber bereits im Jahr 2014 abzeichnen.

Für 2014 und 2015 sollten sich jeweils deutliche Umsatz- und auch Ergebnisverbesserungen zeigen. Durch neue Produkte und zusätzliche Kunden wird die Vertriebsbasis von Vectron zukünftig differenzierter aufgestellt sein.

Münster, den 27. Februar 2014

Vectron Systems AG

Der Vorstand

Bilanz

Aktiva

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31.12.2013

EUR
31.12.2012

EUR
A. Anlagevermögen 2.172.197,00 2.404.582,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 732.129,00 674.915,00
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 420.429,00 503.295,00
2. geleistete Anzahlungen 311.700,00 171.620,00
II. Sachanlagen 940.068,00 1.229.667,00
1. technische Anlagen und Maschinen 696.275,00 910.190,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 229.403,00 277.327,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.390,00 42.150,00
III. Finanzanlagen 500.000,00 500.000,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 500.000,00 500.000,00
B. Umlaufvermögen 10.871.860,00 11.079.375,00
I. Vorräte 2.916.516,00 2.659.932,00
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.445.289,00 2.219.851,00
2. fertige Erzeugnisse und Waren 471.227,00 440.081,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.825.863,00 3.723.517,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.104.787,00 3.439.666,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 64.000,00 112.000,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 380.456,00 211.179,00
a. mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 380.456,00 211.179,00
b. mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
davon aus Lieferungen und Leistungen 380.456,00 211.179,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 340.620,00 72.672,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 3.501,00
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.129.481,00 4.695.926,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 75.949,00 68.599,00
D. Aktive latente Steuern 133.918,00 134.970,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 13.253.924,00 13.687.526,00
Passiva
31.12.2013

EUR
31.12.2012

EUR
A. Eigenkapital 9.680.246,00 10.031.976,00
I. gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto/ Kapitalanteile 1.500.000,00 1.500.000,00
1. gezeichnetes Kapital 1.500.000,00 1.500.000,00
II. Genussrechtskapital mit EK-Charakter 2.760.000,00 3.036.000,00
III. Kapitalrücklage 4.500.000,00 4.500.000,00
IV. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 40.000,00 40.000,00
1. gesetzliche Rücklage 40.000,00 40.000,00
V. Bilanzgewinn 880.246,00 955.976,00
B. Rückstellungen 667.042,00 690.186,00
1. Steuerrückstellungen 252.292,00 88.000,00
2. sonstige Rückstellungen 414.750,00 602.186,00
C. Verbindlichkeiten 2.869.326,00 2.897.734,00
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.016.917,00 605.611,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 706.483,00 605.611,00
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.852.409,00 2.292.123,00
davon aus Steuern 189.631,00 128.155,00
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 0,00
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 352.409,00 292.123,00
a. aus Genussrechten mit Fremdkapitalcharakter 1.500.000,00 2.000.000,00
b. übrige sonstige Verbindlichkeiten 162.778,00 163.968,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten 37.310,00 67.630,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 13.253.924,00 13.687.526,00

Gewinn- und Verlustrechnung

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1.1.2013 - 31.12.2013

EUR
1.1.2012 - 31.12.2012

EUR
1. Betriebsergebnis (GKV) 960.567,00 879.024,00
a) Rohergebnis (GKV) 13.143.320,00 13.547.579,00
Gesamtleistung (GKV) 21.455.589,00 22.697.227,00
Umsatzerlöse (GKV) 21.410.404,00 22.673.078,00
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (GKV) 45.185,00 24.149,00
sonstige betriebliche Erträge (GKV) 1.455.933,00 568.924,00
davon Erträge aus Währungsumrechnung 5.512,00 1.562,00
Materialaufwand (GKV) 9.768.202,00 9.718.572,00
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 8.298.467,00 8.511.199,00
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.469.735,00 1.207.373,00
b) Personalaufwand (GKV) 5.935.489,00 5.691.329,00
Löhne und Gehälter 4.985.430,00 4.768.658,00
soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 950.059,00 922.671,00
soziale Abgaben 874.439,00 850.437,00
Aufwendungen für Altersversorgung 75.620,00 72.234,00
c) Abschreibungen (GKV) 554.086,00 888.546,00
d) sonstige betriebliche Aufwendungen (GKV) 5.693.178,00 6.088.680,00
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis 69.896,00 90.887,00
a) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 94.404,00 97.955,00
davon aus verbundenen Unternehmen 20.988,00 5.575,00
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge aus Abzinsung 0,00 0,00
Zinsen auf Einlagen bei Kreditinstituten und auf Forderungen an Dritte 94.404,00 97.955,00
b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 24.508,00 7.068,00
davon an verbundene Unternehmen 0,00 0,00
sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 0,00 0,00
Übrige / nicht zuordenbare sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 24.508,00 7.068,00
3. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.030.463,00 969.911,00
4. Steuern vom Einkommen und Ertrag 292.315,00 213.295,00
a) Sonstige Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 291.263,00 214.402,00
b) Bilanzierte latente Steuern 1.052,00 -1.107,00
Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern 0,00 1.107,00
Aufwand aus der Veränderung latenter Steuern 1.052,00 0,00
5. sonstige Steuern 1.056,00 4.398,00
6. Verlust- bzw. Gewinnabführung (Tochter) -362.822,00 -437.171,00
a) auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 362.822,00 437.171,00
Gewinnabführung aufgrund eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags 0,00 72.354,00
Vergütungen für Genussrechtskapital 362.822,00 364.817,00
7. Jahresüberschuss 374.270,00 315.047,00

Kapitalflussrechnung

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2013

EUR
2012

EUR
Ordentliches Periodenergebnis vor Ertragssteuern 666.585 528.342
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 554.086 888.546
- Abnahme der sonstigen Rückstellungen, soweit diese nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -152.479 -114.040
+/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -193.489 51.572
- Ertrag aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -5.024 0
- Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -451.106 -682.991
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -47.530 49.247
- Gezahlte Ertragssteuern -126.571 -118.803
\= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 244.472 601.873
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 304.875 0
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und in das immaterielle Anlagevermögen -684.932 -586.458
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 20.432
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -500.000
\= Cashflow aus Investitionstätigkeit -380.057 -1.066.026
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Darlehen 2.019.140 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 0 -7.796
- Auszahlungen für die Rückführung von Darlehen -2.000.000 -1.500.000
- Auszahlungen an Unternehmenseigner (Dividende) -450.000 -450.000
\= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -430.860 -1.957.796
\= Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -566.445 -2.421.949
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 4.695.926 7.117.875
\= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.129.481 4.695.926

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Vectron Systems AG, Münster, ist auf dem Gebiet der Herstellung und dem Vertrieb von intelligenten Kassensystemen (POS-Systeme) und Kommunikations-Software zur Vernetzung von Filialbetrieben tätig. Der Standort Münster ist sowohl Produktions- als auch Verwaltungssitz, von dem aus die Vertriebsregionen des In- und Auslands beliefert werden.

2. Erläuterungen zum Jahresabschluss und zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31.12.2013 wurde auf der Grundlage der deutschen handelsrechtlichen und sie ergänzenden rechtsformspezifischen gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften in der Währung Euro (€) aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den handelsrechtlichen und sie ergänzenden rechtsformspezifischen gesetzlichen Vorschriften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist gem. § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Vom Wahlrecht nach § 265 Abs. 5 HGB ist Gebrauch gemacht worden. Die Gesellschaft gehört gem. § 267 Abs. 2 HGB zu den mittelgroßen Kapitalgesellschaften. Die Aktien werden im Entry Standard der Deutschen Börse AG, einem Teilbereich des Freiverkehrs, gehandelt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit Anschaffungskosten bewertet. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind nicht aktiviert worden. Vermögensgegenstände, die der Abnutzung unterliegen, werden um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden im Wesentlichen auf der Grundlage der nachfolgenden gruppeneinheitlichen Nutzungsdauern ermittelt.

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Kategorie Jahre
EDV-Programme / Sonstige Rechte 3 - 10
POS-Software / Konstruktionspläne 5 - 6
Sachanlagevermögen 3 - 13

Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Die Anschaffungskosten entsprechen den letzten Einkaufspreisen. Die fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet, d.h. Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie der fertigungsveranlasste Werteverzehr des Anlagevermögens sind berücksichtigt worden. Es wurde der niedrigere beizulegende Wert angesetzt, wenn dieser am Abschlussstichtag unter den Anschaffungs- oder Herstellungskosten lag. Zinsen für Fremdkapital werden nicht einbezogen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel werden zum Nennwert bilanziert. Ausfall- und Wertrisiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in angemessener Form sowohl durch Einzel- als auch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden zum Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Alle Positionen mit fremder Währung weisen Laufzeiten von weniger als einem Jahr auf.

Rückstellungen werden in der Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

3. Erläuterungen Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Hardware Konstruktionspläne für Kassenmodelle. Die Konstruktionspläne werden entsprechend der durchschnittlichen Nutzungsdauer der Kassenmodelle über fünf bis sechs Jahre abgeschrieben.

Die Vectron Systems AG ist mit 100 % am Anfang 2012 gegründeten Tochterunternehmen bonVito GmbH (Münster) beteiligt. Das Eigenkapital der bonVito GmbH beträgt per 31.12.13 € 66.832. Die Gesellschaft hat das Geschäftsjahr 2013 mit einem Jahresfehlbetrag von € 279.637 abgeschlossen. Der Beteiligungsbuchwert ist aufgrund der erwarteten positiven Entwicklung des Tochterunternehmens mit den Anschaffungskosten angesetzt. Eine Konzernabschlusspflicht nach § 293 HGB besteht nicht.

Die Gesamtentwicklung des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel ersichtlich.

Die Vorräte setzen sich zum überwiegenden Teil aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen für die Produktion der Kassenmodelle zusammen. Handelswaren und Fertige Erzeugnisse spielen nur eine untergeordnete Rolle, da zum einen Streckengeschäfte vollzogen werden und zum anderen keine Lagerproduktion erfolgt.

Aufgrund temporärer Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden ergibt sich in zukünftigen Geschäftsjahren eine Steuerentlastung. In Höhe dieser Steuerentlastung wurden aktive latente Steuern aufgrund von Unterschieden hinsichtlich der Nutzungsdauer einiger Anlagegüter gebildet. Die Bewertung erfolgte mit einem Steuersatz von 31,9 %.

Durch den Ansatz von aktiven latenten Steuern können Gewinne nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrages und abzüglich eines Verlustvortrages mindestens einen Betrag von € 133.918 aufweisen.

4. Erläuterungen Passiva

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Entwicklung Eigenkapital

[EUR]
Gez. Kapital Kapitalrücklage
Eigenkapital zum 01.01.2012 1.500.000 4.500.000
Dividendenauszahlung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
Eigenkapital zum 31.12.2012 1.500.000 4.500.000
Dividendenauszahlung 0 0
Wertanpassung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
Eigenkapital zum 31.12.2013 1.500.000 4.500.000

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Entwicklung Eigenkapital

[EUR]
Gesetzl. Rücklage Genussrechtskapital I
Eigenkapital zum 01.01.2012 40.000 3.036.000
Dividendenauszahlung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
Eigenkapital zum 31.12.2012 40.000 3.036.000
Dividendenauszahlung 0 0
Wertanpassung 0 -276.000
Jahresüberschuss 0 0
Eigenkapital zum 31.12.2013 40.000 2.760.000

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Entwicklung Eigenkapital

[EUR]
Bilanzgewinn * Summe
Eigenkapital zum 01.01.2012 1.090.929 10.166.929
Dividendenauszahlung -450.000 -450.000
Jahresüberschuss 315.047 315.047
Eigenkapital zum 31.12.2012 955.976 10.031.976
Dividendenauszahlung -450.000 -450.000
Wertanpassung 0 -276.000
Jahresüberschuss 374.270 374.270
Eigenkapital zum 31.12.2013 880.246 9.680.246

* Im Bilanzgewinn von € 880.246 (Vj. € 955.976) ist ein Gewinnvortrag von € 505.976 (Vj. € 640.929) enthalten.

Bei den im gezeichneten Kapital ausgewiesenen Aktien handelt es sich um nennwertlose Inhaber-Stückaktien mit je einem Stimmrecht und einem rechnerischen Wert von € 1.

Der Vorstand ist mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, in der Zeit bis zum 06.06.2018 das Grundkapital der Gesellschaft durch Ausgabe von neuen Inhaberstückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage einmalig oder mehrfach, jedoch höchstens um insgesamt € 750.000, zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Darüber hinaus bestehen zum Stichtag folgende bedingte Kapitalien:

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Bedingtes Kapital I Bedingtes Kapital II Bedingtes Kapital III
Zweck Gewährung von Bezugsrechten an leitende Mitarbeiter Gewährung von Umtausch- oder Bezugsrechten an Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen Gewährung von Bezugsrechten an leitende Mitarbeiter
Volumen EUR 45.000 EUR 15.000 EUR 45.000
Anzahl Bezugsrechte 45.000 15.000 45.000
Status 31.12.2013 Ausgelaufen Ausgelaufen Aktiv
Anzahl der ausgegebenen Bezugsrechte 13.000 0 3.000
Anzahl der eingelösten Bezugsrechte 0 0 0

Die Gesellschaft ist gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG für die Zeit bis zum 26.05.2015 zum Kauf eigener Aktien ermächtigt. Der Kauf ist auf eine Stückzahl begrenzt, die einem Anteil von 10 % des bestehenden Grundkapitals entspricht. Die Ermächtigung kann innerhalb der Höchstgrenze ganz oder in Teilbeträgen ausgeübt werden. Der Kauf kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Im Geschäftsjahr wurde hiervon kein Gebrauch gemacht.

Mit den drei Gründungsaktionären bestehen verzinsliche Wertpapierdarlehensverträge mit (steuerlich eingeschränkten) Genussrechten der Festverzinsung und ohne Recht auf Beteiligung an einem Liquidationserlös (Genussrechtskapital I). Die Darlehen der Gründungsaktionäre an die Gesellschaft beziehen sich auf Wertpapiere der Hansa Group AG, Genthin (WKN 760860).

Die Wertpapierdarlehensverträge weisen eine Laufzeit bis zum 31.12.2015 auf. Sie sind nachrangig, krisenbestimmt und während der Laufzeit unkündbar. Zudem stehen die Darlehen, Zinsen etc. u.a. unter der Fälligkeitsbedingung, dass sie aus Eigenbestandteilen der Darlehensnehmerin erfüllt werden können, die zur freien Ausschüttung / Auszahlung an die Aktionäre zur Verfügung stehen und nicht aus Liquidationserlösen dieser stammen. Sie werden daher als Genussrechtskapital I gesondert unter dem Eigenkapital ausgewiesen.

Sowohl Darlehnsnehmer wie auch Darlehensgeber haben am Rückgabetag ein Optionsrecht, statt der Wertpapierrückgabe (Hansa Group Aktien) in Geld zu erfüllen bzw. Geld zu verlangen, wenn der am Rückgabetag börsengehandelte Kurs der Hansa Group Aktie dabei den am Ausgabestichtag börsengehandelten Kurs der Hansa Group Aktie (€ 1,38) um mindestens 10 % übersteigt bzw. um mindestens 10 % unterschreitet. Da der börsengehandelte Kurs der Hansa Group Aktie die untere Schwelle unterschritten hat, erfolgt eine Wertanpassung des Genussrechtskapitals auf den Erfüllungsbetrag der Gesellschaft von € 2.760.000. Der Ertrag aus der Wertanpassung wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen, die insgesamt als kurzfristig zu klassifizieren sind, teilen sich im Wesentlichen auf nachfolgende Bereiche auf:

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Bezeichnung

[EUR]
Urlaub / Überstunden 115.400
Ausstehende Eingangsrechnungen 96.750
variable Vergütungsbestandteile 36.000
Übrige Rückstellungen 166.600
414.750

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 07.06.2013 kann Genussrechtskapital in Höhe von bis zu € 10.000.000 begeben werden. Die Genussrechte begründen ausschließlich schuldrechtliche und keine mitgliedschaftsrechtlichen Rechte. Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates von diesem Recht Gebrauch gemacht und Genussrechte in Höhe von € 1.500.000 begeben (Genussrechtskapital II).

Das nachrangige Genussrechtskapital II in Höhe von € 1.500.000 hat eine Restlaufzeit bis zum 15.02.2019. Der Ausweis erfolgte aufgrund der Nachrangigkeit des Genussrechtskapitals I gegenüber dem Genussrechtskapital II unter den Verbindlichkeiten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind ausstehende Verpflichtungen für die Genussrechtskapitalien I+II in Höhe von € 170.024 enthalten.

Zur Absicherung von bereits geplanten und künftigen Einkäufen für das Vorratsvermögen in Fremdwährung wurden kurzfristige unentgeltliche Termingeschäfte zum Erwerb von T$ 2.500 zur Vermeidung von Währungsverlusten abgeschlossen (Makro-Hedge). Aus den vereinbarten Terminkursen ergibt sich im Verhältnis zum Devisenstichtagskurs (T€ 1.813) ein nicht realisierter Aufwand von T€ 71, der sich zum Zeitpunkt der Einkaufsrealisierung innerhalb des folgenden Geschäftsjahres wieder ausgleichen wird. Es handelt sich dabei um mehrere Transaktionen mit gleichem Risiko, die sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit sehr konkret bestimmen lassen. Die bilanzielle Erfassung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Es bestehen bezüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus dem Erwerb von Vermögensgegenständen.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Ein Großteil der Umsätze wird mit den selbst entwickelten und produzierten Vectron POS Kassensystemen erzielt. Neben dem Absatz der Hardware wird darüber hinaus auch selbst entwickelte Software (Netzwerkkommunikation, Erweiterungslizenzen) verkauft. Darüber hinaus runden Peripherie Geräte (Drucker, Scanner, Kassenschubladen etc.) sowie Dienstleistungen das Gesamtangebot von Vectron ab.

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Segment

[EUR]
Zeitraum Inland EU Drittland Summe
Vectron POS Kassensysteme 2013 11.854.430 4.369.247 642.598 16.866.275
2012 12.154.388 5.352.487 528.879 18.035.754
Software 2013 953.058 436.493 75.367 1.464.918
2012 968.629 474.635 47.775 1.491.039
Handelsware / Zubehör 2013 2.253.763 786.438 39.010 3.079.211
2012 2.373.339 759.322 13.624 3.146.285
Gesamt 2013 15.061.251 5.592.178 756.975 21.410.404
2012 15.496.356 6.586.444 590.278 22.673.078
Prozentualer Anteil 2013 70,3% 26,1% 3,6% 100,0%
2012 68,3% 29,0% 2,6% 100,0%

Neben dem klassischen Fachhändler Verkaufsgeschäft bietet die Gesellschaft auch ein Absatzförderungsmodell ("Sale-and-lease-back mit anschließender Untervermietung dieser Kassen durch Vectron an Endkunden") an. Im Rahmen dieses Modells stehen den Umsatzerlösen aus Untervermietung (T€ 1.557; Vj: T€ 1.209) über die Laufzeit stets (annähernd) gleich hohe Leasingaufwendungen (T€ 1.357; Vj: T€ 1.097) unter dem Posten Materialaufwand gegenüber. Darüber hinaus fallen im Rahmen dieses Modells unmittelbare Vertriebskosten (T€ 766; Vj: T€ 830) an, die im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten sind. Unter Eliminierung dieser Effekte ist ein bereinigter Umsatz von Mio. € 19,1 (Vj: Mio. € 20,6) sowie eine Rohertragsquote von 55,9 % (Vj: 58,2 %) zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge entfallen wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Personaldienstleistungen und Vertriebs- und Verwaltungstätigkeiten für die Tochtergesellschaft bonVito GmbH, sowie diesjährig auf die Minderung des Erfüllungsbetrages des Genussrechtskapitals I und auf Lieferantrückansprüchen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält Aufwendungen des Abschlussprüfers für die Jahresabschlussprüfung von € 39.519 und für die Steuerberatung von € 26.534.

In 2013 sind Vergütungen für das Genussrechtskapital I in Höhe von € 115.500 sowie für das Genussrechtskapital II in Höhe von € 247.322 angefallen.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag entfallen in Höhe von € 258.023 auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Darüber hinausgehende Beträge resultieren aus einer Betriebsprüfung für vergangene Geschäftsjahre.

Die Bilanz ist unter Berücksichtigung der teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt worden. Von der Möglichkeit zur Dotierung von satzungsmäßigen Rücklagen hat der Vorstand keinen Gebrauch gemacht.

6. Sonstige Angaben

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von liquiditätsschonenden Leasing- und Mietverpflichtungen belaufen sich auf € 9.165.277.

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Sonstige finanzielle Verpflichtungen

[EUR]
Gesamt davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Leasingverpflichtungen * 3.135.419 1.446.034 1.689.385 0
Mietverpflichtungen 6.029.858 813.015 3.252.058 1.964.785
Summe 9.165.277 2.259.049 4.941.443 1.964.785

* Die im Rahmen des Absatzförderungsmodells abgeschlossenen Sale-and-lease-back-Geschäfte weisen Laufzeiten von 36 bzw. 48 Monaten mit einem Restvolumen für nachfolgende Geschäftsjahre in Höhe von € 2.609.232 auf, denen leicht höhere Untervermieterträge gegenüber stehen.

Es bestehen Haftungsverhältnisse in Form von Bürgschaften zu Gunsten des verbundenen Unternehmens gem. § 251 HGB in Höhe von € 369.629. Aufgrund der erwarteten positiven Entwicklung des Tochterunternehmens wird nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet.

Während des Berichtszeitraumes waren durchschnittlich 120 Mitarbeiter (davon 111 Vollzeitangestellte und 9 Teilzeitangestellte) bei der Vectron Systems AG beschäftigt .

Die Mitglieder des Vorstandes sind unter der Verwaltungsanschrift der Gesellschaft zu erreichen. Herr Jens Reckendorf ist als Vorstand für die Unternehmensbereiche Technik und Entwicklung, Herr Thomas Stümmler als Vorstand für die Bereiche Finanzen und Marketing/Vertrieb zuständig. Ein Vorstandssprecher ist nicht benannt. Die Vorstandsgehälter inklusive Aufwandsentschädigungen, Sachbezügen und Gewinnbeteiligungen belaufen sich für Herrn Reckendorf auf € 229.834 (davon erfolgsabhängig: € 13.000) und für Herrn Stümmler auf € 231.987 (davon erfolgsabhängig: € 13.000). Für die Gewährung von Genussrechtskapital I an die Gesellschaft erhalten beide Vorstandsmitglieder eine jährliche Verzinsung von jeweils € 51.975.

Der Aufsichtsrat besteht aus den drei nachfolgenden Mitgliedern:

Herr Christian Ehlers (Vorsitzender), Rechtsanwalt
Herr Heinz-Jürgen Buss (stellv. Vorsitzender), Dipl.-Kaufmann, Geschäftsführer Winkelmann Group GmbH & Co. KG
Herr Maurice Oosenbrugh, Kaufmann, Geschäftsführender Gesellschafter EUCON GmbH

Die Aufsichtsratvergütung für den Vorsitzenden beträgt € 15.000. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten jeweils € 10.000 als Vergütung.

Münster, den 27. Februar 2014

Vectron Systems AG

Der Vorstand

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach dem Gesetz und der Satzung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2013 wahrgenommen. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in alle grundlegenden Unternehmensentscheidungen eingebunden und stets zeitnah über aktuelle Entwicklungen informiert. Neben den turnusmäßigen Sitzungen berichtete der Vorstand jeden Monat im Rahmen einer festdefinierten Budgetberichterstattung schriftlich über die aktuelle wirtschaftliche Lage, gab einen Ausblick auf den Rest des laufenden Geschäftsjahres und zog Vergleiche mit vorangegangenen Berichtsperioden, so dass jederzeit aktuelle Informationen vorlagen. Rückfragen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden im Bedarfsfall auch außerhalb der Sitzungen vom Vorstand individuell bzw. in Telefonkonferenzen kurzfristig beantwortet.

Zu den Beschlussvorschlägen des Vorstandes hat der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der gesetzlichen und satzungsgemäßen Vorgaben seine Entscheidungen abgegeben.

Im Geschäftsjahr 2013 haben vier Aufsichtsratssitzungen stattgefunden.

Schwerpunkt der Aufsichtsratssitzung am 14.03.2013 war die Feststellung des Jahresabschlusses 2012 und die Genehmigung des Lageberichts. Es erfolgte die Beschlussfassung zum Vorschlag zur Gewinnverwendung und zum Bericht des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss 2012. Weitere Schwerpunkte waren strategische Themen, die Produktpolitik sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung.

Am 07.06.2013 fand im Anschluss an die Hauptversammlung der Gesellschaft in Frankfurt eine weitere Sitzung statt. Es wurden der Verlauf der Hauptversammlung, die aktuellen Unternehmenszahlen und der Stand der wesentlichen Entwicklungsprojekte diskutiert. Ein Schwerpunkt war die Anpassung der Unternehmensstrategie und -strukturen an die laufenden Marktveränderungen.

Die Sitzung am 02.09.2013 befasste sich hauptsächlich mit dem vom Vorstand aufgestellten Mehrjahresplan und den erforderlichen Maßnahmen zur Planerreichung.

Schwerpunkte der letzten Sitzung des Jahres am 12.12.2013 waren der Rückblick auf den Jahresverlauf 2013, die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2014 sowie die aktuelle Wettbewerbssituation.

Vorstand und Aufsichtsrat haben eine Entsprechungserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Diese ist auf der Website der Gesellschaft allgemein zugänglich gemacht worden. Die Vectron Systems AG erklärt darin, den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13.05.2013 mit Ausnahmen zu befolgen. Die Ausnahmen werden aufgrund von unternehmensspezifischen Gegebenheiten als sinnvoll erachtet. Aufgrund der geringen Mitgliederanzahl des Aufsichtsrates (drei Personen) wurde auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.

Der vom Vorstand vorgelegte Lagebericht und Jahresabschluss für das Jahr 2013 wurde von der KJP TreuConsult GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat über die Prüfung in der Aufsichtsratssitzung am 19.03.2014 mündlich berichtet und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach Prüfung des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht) hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt und den Jahresabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstandes hinsichtlich der Verwendung des Bilanzgewinns hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens für die im Berichtsjahr geleistete erfolgreiche Arbeit.

Münster, im März 2014

Für den Aufsichtsrat

Christian Ehlers, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Beschlüsse

Ergebnisverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2013:

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, von dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2013 in Höhe von EUR 880.246

a) einen Teilbetrag in Höhe von EUR 450.000 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,30 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden,

b) den verbleibenden Teilbetrag von EUR 430.246 auf neue Rechnung vorzutragen.

sonstige Berichtsbestandteile

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2013:

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Anschaffungskosten

[EUR]
01.01.2013 Zugänge Abgänge Umbuchung 31.12.2013
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögegensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.839.247 60.865 0 41.707 7.941.819
2. Anzahlungen 171.620 181.787 0 -41.707 311.700
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 8.010.867 242.652 0 0 8.253.519
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.658.456 307.328 310.905 42.150 1.697.029
2. Andere Anlage, Betriebs- und Geschäftsausstattung 849.504 57.182 0 0 906.686
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 42.150 14.390 0 -42.150 14.390
Summe Sachanlagen 2.550.110 378.900 310.905 0 2.618.105
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 500.000 0 0 0 500.000
Summe Finanzanlagen 500.000 0 0 0 500.000
Gesamtsumme 11.060.977 621.552 310.905 0 11.371.624

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Abschreibungen

[EUR]
01.01.2013 Zugänge Abgänge Umbuchung 31.12.2013
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögegensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.335.952 185.438 0 0 7.521.390
2. Anzahlungen 0 0 0 0 0
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 7.335.952 185.438 0 0 7.521.390
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 748.266 263.542 11.054 0 1.000.754
2. Andere Anlage, Betriebs- und Geschäftsausstattung 572.177 105.106 0 0 677.283
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 1.320.443 368.648 11.054 0 1.678.037
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 0 0 0 0 0
Gesamtsumme 8.656.395 554.086 11.054 0 9.199.427

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Buchwerte

[EUR]
31.12.2013 31.12.2012
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I. Immaterielle Vermögegensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 420.429 503.295
2. Anzahlungen 311.700 171.620
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 732.129 674.915
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 696.275 910.190
2. Andere Anlage, Betriebs- und Geschäftsausstattung 229.403 277.327
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.390 42.150
Summe Sachanlagen 940.068 1.229.667
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 500.000 500.000
Summe Finanzanlagen 500.000 500.000
Gesamtsumme 2.172.197 2.404.582

Feststellung des Jahresabschlusses 2013:

Der Aufsichtsrat der Vectron Systems AG hat in seiner Sitzung am 19.03.2014 den Jahresabschluss 2013 festgestellt und den Lagebericht 2013 genehmigt.

Bestätigungs-/Versagungsvermerk/Bescheinigungstext

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang (inkl. Anlagespiegel) - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht (inkl. Kapitalflussrechnung) der

Vectron Systems AG,

Münster

für das Geschäftsjahr vom 1.1.2013 bis 31.12.2013 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Münster, den 06. März 2014

**KJP TreuConsult GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft**

Frank Pühse, Wirtschaftsprüfer