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VARTA AG

Annual / Quarterly Financial Statement May 2, 2022

460_rns_2022-05-02_1b54a1f6-54f7-4c18-82fd-d272883ea34f.html

Annual / Quarterly Financial Statement

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Finanzbericht: 30530265

VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Ellwangen Jagst

Jahresabschluss 2021

Der Lagebericht der VARTA AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2021 veröffentlicht.

Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der VARTA AG für das Geschäftsjahr 2021 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Jahresabschluss der VARTA AG sowie der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2021 sind auch einsehbar im Internet unter

www.varta-ag.com/​de/​investoren/​veroeffentlichungen.

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 906 1.683
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 363 248
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 150
363 398
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 117.720 117.063
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 470.962 311.176
588.682 428.239
589.951 430.320
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 140.925 111.402
2. Sonstige Vermögensgegenstände 13.312 23.030
154.237 134.432
II. Guthaben bei Kreditinstituten 239 1.054
154.476 135.486
C. Rechnungsabgrenzungsposten 63 119
D. Aktive latente Steuern 4.585 2.656
Bilanzsumme 749.075 568.581
PASSIVA
(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 40.422 40.422
II. Kapitalrücklage 244.121 244.121
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklagen 6.811 6.811
IV. Bilanzgewinn 147.859 139.431
439.213 430.785
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 36.580 30.040
2. Sonstige Rückstellungen 6.556 12.988
43.136 43.028
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 165.061 40.031
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 749 894
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 93.460 46.614
4. Sonstige Verbindlichkeiten 733 847
- davon aus Steuern T€ 136 (i. Vj. T€ 262)
260.003 88.386
D. Passive latente Steuern 6.723 6.382
Bilanzsumme 749.075 568.581

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01. Januar - 31. Dezember 2021

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
1. Umsatzerlöse 1.565 1.257
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.511 2.683
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung T€ 27 (i. Vj. T€ 1.689)
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.488 -11.108
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -46 -43
-6.534 -11.151
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -984 -941
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.227 -8.898
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung T€ -35 (i. Vj. T€ -1.687)
6. Erträge aus Beteiligungen 677 0
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 677 (i. Vj. T€ 0)
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 138.753 110.146
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.833 7.766
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 16.344 (i. Vj. T€ 7.766)
9. Aufwendung aus Verlustübernahme 0 -564
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.954 -659
- davon an verbundene Unternehmen T€ -472 (i. Vj. T€ -133)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -32.619 -29.548
12. Ergebnis nach Steuern 109.021 70.091
13. Sonstige Steuern -348 0
14. Jahresüberschuss 108.673 70.091
15. Gewinnvortrag 39.186 69.340
16. Bilanzgewinn 147.859 139.431

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

der VARTA Aktiengesellschaft

1. Allgemeines

Die VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) mit Sitz in Ellwangen (Jagst) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRB 728059 eingetragen.

Die VARTA AG ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben zur Steuerung des Konzerns sowie der operativen Tochtergesellschaften wahrnimmt.

Die VARTA AG ist im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und in den MDAX und den TecDAX der Wertpapierbörse aufgenommen worden. Durch die Kapitalmarktorientierung gilt die VARTA AG nach § 267 Abs. 3 und § 264d HGB als große Kapitalgesellschaft.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft entspricht dem Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss der VARTA AG wird nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) und den aktienrechtlichen Vorschriften (AktG) aufgestellt und in Tausend Euro (t€) unter Gegenüberstellung der Werte zum 31. Dezember 2020 ausgewiesen.

Bei der Bewertung, der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden, wurden die auf den vorhergegangenen Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden grundsätzlich beibehalten.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren und nach dem Gliederungsschema nach § 275 HGB aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßige lineare Abschreibung, bewertet. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt, welche aufgrund fortgeführter Nutzungsdauern zwischen 5 und 7 Jahren beträgt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt, welche aufgrund fortgeführter Nutzungsdauern zwischen 5 und 15 Jahren beträgt. Bei Zugängen von beweglichen Anlagegegenständen wird im Jahr der Anschaffung die Jahres-Abschreibung zeitanteilig ab dem Monat der Inbetriebnahme verrechnet. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 250 € werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert bilanziert.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden zu Nennwerten bilanziert, unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Soweit den nach diesen Grundsätzen bewerteten Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich Wertabschlägen für erkennbare Einzelrisiken bewertet. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert bewertet. Die Umrechnung der liquiden Mittel in Fremdwährung erfolgte zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend § 274 HGB auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden gebildet.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die sonstigen Rückstellungen werden so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen und ausreichend Rechnung tragen. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Gemäß des § 253 Abs. 2 HGB werden Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abgezinst. Für die Bewertung der Rückstellungen wird ein einheitlicher, laufzeitentsprechender Abzinsungszinssatz angewendet, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird.

Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die VARTA AG ist Organträgerin. Es besteht mit den folgenden Gesellschaften eine umsatzsteuerliche und ertragsteuerliche Organschaft, auf Basis bestehender Gewinnabführungsverträge:

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VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen
VARTA Storage GmbH, Nördlingen
VARTA Micro Production GmbH, Nördlingen

Zusätzlich bestand mit der VARTA Drive GmbH, Ellwangen eine umsatzsteuerliche Organschaft im Zeitraum vom 10. März 2021 bis 28. Februar 2022.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen sowohl laufende als auch latente Steuern. Unter den laufenden Steuern werden die erwarteten Steuern für das Berichtsjahr, auf der Grundlage der in dem betreffenden Jahr geltenden Steuersätze, sowie Anpassungen von Steuern für Vorjahre ausgewiesen.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

3. Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zu den Mittelkursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls bewertet. Buchverluste aus Kursänderungen am Bilanzstichtag werden bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr berücksichtigt. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger erfolgt die Bewertung gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

Erläuterungen zur Bilanz

4. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände der VARTA AG beinhalten im Wesentlichen selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte.

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(IN T€) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Immaterielle Vermögensgegenstände
Anschaffungswerte
Stand 01. Januar 2021 5.669 5.669
Zugänge 0 0
Abgänge 0 0
Umbuchungen 150 150
Stand 31. Dezember 2021 5.819 5.819
Kumulierte Abschreibung
Stand 01. Januar 2021 3.986 3.986
Zugänge 927 927
Abgänge 0 0
Stand 31. Dezember 2021 4.913 4.913
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2020 1.683 1.683
Stand 31. Dezember 2021 906 906

Sachanlagen

Die Sachanlagen der VARTA AG enthalten ausschließlich andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung.

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(IN T€) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen
Anschaffungswerte
Stand 01. Januar 2021 391 150 541
Zugänge 172 0 172
Abgänge 0 0 0
Umbuchungen 0 -150 -150
Stand 31. Dezember 2021 563 0 563
Kumulierte Abschreibung
Stand 01. Januar 2021 143 0 143
Zugänge 57 0 57
Abgänge 0 0 0
Stand 31. Dezember 2021 200 0 200
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2020 248 150 398
Stand 31. Dezember 2021 363 0 363

Finanzanlagen

Der Zugang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultiert aus dem Erwerb der restlichen Anteile der Auditas GmbH, der 100% Akquisition der Mantelgesellschaft Youco B21-D439 Vorrats-SE; umfirmiert in Pertrix V SE, Ellwangen, sowie der Neugründung der VARTA Drive GmbH, Ellwangen am 10. März 2021.

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(IN T€) Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen Finanzanlagen
Anschaffungswerte
Stand 01. Januar 2021 117.063 311.176 428.239
Zugänge 657 162.394 163.051
Abgänge 0 -2.608 -2.608
Umbuchungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2021 117.720 470.962 588.682
Kumulierte Abschreibung
Stand 01. Januar 2021 0 0 0
Zugänge 0 0 0
Abgänge 0 0 0
Stand 31. Dezember 2021 0 0 0
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2020 117.063 311.176 428.239
Stand 31. Dezember 2021 117.720 470.962 588.682

Als Muttergesellschaft gewährt die VARTA AG Darlehen an ihre Tochtergesellschaften oder veranlagt freie liquide Mittel von diesen. Die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge werden angemessen wechselseitig abgerechnet. Zum 31. Dezember 2021 bestehen Ausleihungen gegenüber der VARTA Micro Production GmbH in Höhe von T€ 377.237 (2020: T€ 285.533), gegenüber der VARTA Storage GmbH in Höhe von T€ 7.480 (2020: T€ 7.787) und gegenüber der VARTA Microbattery SRL in Höhe von T€ 47.538 (2020: T€ 17.683), jeweils mit einem Zinssatz von 4%, sowie gegenüber der Paula GmbH & Co. KG in Höhe von T€ 71 (2020: T€ 173) mit einem Zinssatz von 5,8%. Desweiteren bestehen Ausleihungen an die VARTA Microbattery GmbH in Höhe von T€ 37.736 (2020: T€ 0) mit einem Zinssatz von 2,5% sowie gegenüber der CONNEXIO alternative investment & holding GmbH in Höhe von T€ 900 (2020: T€ 0) mit einem Zinssatz von 0,2%.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 140.925 111.402
Sonstige Vermögensgegenstände 13.312 23.030
Summe 154.237 134.432

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2021 in Höhe von T€ 140.925 (31. Dezember 2020: T€ 111.402) handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen in Höhe von T€ 138.753 (2020: T€ 110.146) aus den bestehenden Ergebnisabführungsverträgen mit der VARTA Microbattery GmbH sowie der VARTA Micro Production GmbH. Darüber hinaus bestehen Forderungen gegenüber der VARTA Storage GmbH aufgrund einer Lizenzverrechnung für die Nutzung von Entwicklungsleistungen in Höhe von T€ 131 (2020: T€ 1.256).

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um T€ 9.718 auf T€ 13.312 reduziert. Ursache hierfür ist der Rückgang der Steuererstattungsansprüche aus der umsatzsteuerlichen Organschaft auf T€ 4.907 (2020: T€ 9.792) und der ertragsteuerlichen Organschaft auf T€ 30 (2020: T€ 45). Des Weiteren ist der Rückgang auf die Zahlung der Steuererstattungsansprüche gegenüber der Energizer Holding Inc. in Höhe von T€ 5.358 zurückzuführen. Die noch bestehende Forderung aus dem Steuererstattungsanspruch beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf T€ 7.789.

6. Aktive Latente Steuern

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Aktive latente Steuern zum 01.01. 2.656 2.294
Veränderung 1.929 362
Aktive latente Steuern zum 31.12. 4.585 2.656

Resultierend aus der gebildeten ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG aktive latente Steuern in Höhe von T€ 4.585. Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei Rückstellungen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Steuersatz von 28,84 % (2020: 29,08 %) zu Grunde gelegt.

7. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG beträgt zum 31. Dezember 2021 € 40.421.686 und ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von € 1,00 repräsentieren.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen bis zu einem Betrag von T€ 11.840 (genehmigtes Kapital I) bzw. bis zu einem Betrag von T€ 2.960 (genehmigtes Kapital 2017 II) zu erhöhen. Vom Beschluss des genehmigten Kapital I nahm der Vorstand im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von T€ 2.222 Gebrauch.

Zudem wurde in der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu T€ 11.840 zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten beschlossen.

Im Geschäftsjahr 2021 erhielt die VARTA AG Mitteilungen über meldepflichtige Veränderungen gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG).

Sowohl durch Goldmann Sachs (The Goldman Sachs Group, Inc.) als auch Morgan Stanley wurden im Berichtszeitraum diverse Meldungen über Veränderungen von Stimmrechtsanteilen übermittelt. Diese resultieren aus Options-, Termin-, Swapgeschäften oder aus Stillhaltergeschäften, die im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften eingegangen wurden. Ein Direktinvestment über die in den Veröffentlichungen genannten Investmentfonds liegt nicht vor.

Herr Prof. DDr. Michael Tojner ist als Aufsichtsratsvorsitzender der VARTA AG und Hauptaktionär der Montana Tech Components AG, Reinach (Schweiz), über deren Tochtergesellschaft VGG AG, Wien (Österreich), mit 55,45 % an der VARTA AG beteiligt.

Kapitalrücklage

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Kapitalrücklage 244.121 244.121
Summe Kapitalrücklage 244.121 244.121

Die Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2021 beträgt 244,1 Mio. € und hat sich zum Vergleichszeitpunkt nicht verändert.

Gewinnrücklage

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Gesetzliche Rücklage 6.811 6.811
Summe Gesetzliche Rücklage 6.811 6.811

Die Gewinnrücklagen bestehen zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 6,8 Mio. € aus den gesetzlichen Rücklagen, welche sich zum Vorjahresvergleichszeitpunkt nicht verändert haben.

Bilanzgewinn

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Gewinnvortrag 39.186 69.340
Jahresüberschuss 108.673 70.091
Bilanzgewinn 147.859 139.431

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 17. Juni 2021 beschlossen, den im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von T€ 139.431 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 2,48 je dividendenberechtiger Stückaktie, dies sind bei 40.421.686 dividendenberechtigten Stückaktien insgesamt T€ 100.246 zu verwenden. Der Restbetrag in Höhe von T€ 39.186 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

8. Rückstellungen

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Steuerrückstellungen 36.580 30.040
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 36.580 30.040
Sonstige Rückstellungen 6.556 12.988
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 6.556 12.988
Summe Rückstellungen 43.136 43.028

Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen resultiert aus dem Verbrauch der erfolgsabhängigen Vergütung der Vorstände der VARTA AG von T€ 7.193, sowie der Verringerung der Bonusverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitenden um T€ 934 auf T€ 3.310 (2020: T€ 4.244). Des Weiteren sind ausstehende Rechnungen in Höhe von T€ 1.386 (2020: T€ 579), Honorare für Rechts- und Prüfungskosten in Höhe von T€ 743 (2020: T€ 418) und andere Risiken im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft in den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen enthalten.

Aufgrund des Anstiegs des Jahresergebnisses der VARTA AG, hat sich die Steuerrückstellung um T€ 6.540 auf T€ 36.580 erhöht.

9. Verbindlichkeiten

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 165.061 40.031
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 65.061 31
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre 100.000 40.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 749 894
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 749 894
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 93.460 46.614
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 5.208 10.442
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre 88.252 36.172
davon umsatzsteuerliche Organschaft 4.835 9.748
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 4.835 9.748
davon ertragsteuerliche Organschaft 88 99
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 88 99
Sonstige Verbindlichkeiten 733 847
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 733 847
Summe Verbindlichkeiten 260.003 88.386

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der in 2019 aufgenommene Konsortialkredit vollständig zurückbezahlt und ein neuer Konsortialkreditvertrag in Höhe von 235,0 Mio. € abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden 165,0 Mio. € der Kreditlinie in Anspruch genommen. Von der Inanspruchnahme werden 100,0 Mio. € als langfristig ausgewiesen.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert aus der konzerninternen Aufnahme von Darlehen von der VARTA Consumer Europe Holding GmbH in Höhe von T€ 82.526 (2020: T€ 26.274) sowie der VHB Real Estate Holdings LLC in Höhe von T€ 5.500 (2020: T€ 0).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Herbert Quandt-Stiftung enthalten.

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Herbert Quandt-Stiftung der VARTA AG 573 585
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 573 585

Es handelt sich hierbei um ein verzinsliches Darlehen mit einem Zinssatz von 3,0 %. Das Darlehen hat eine unbestimmte Laufzeit und kann zu jeder Zeit abgerufen werden. Durch die Verzinsung des Darlehens wird der Zweck der Stiftung "Förderung von Wissenschaft und Forschung und Ausbildung und Weiterbildung des wissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Nachwuchses" gewährleistet.

10. Passive Latente Steuern

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Passive latente Steuern zum 01.01. 6.382 3.804
Veränderung 341 2.578
Passive latente Steuern zum 31.12. 6.723 6.382

Durch die ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG passive latente Steuern in Höhe von T€ 6.723, welche sich zur Vergleichsperiode nur unwesentlich verändert haben (Vorjahr: T€ 6.382). Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei immateriellen Vermögensgegenständen und bei Gebäuden. Es wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Steuersatz von 28,84 % (2020: 29,08 %) zu Grunde gelegt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

11. Umsatzerlöse

Die im Geschäftsjahr 2021 erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von T€ 1.565 (2020: T€ 1.257) resultieren, analog zum Vorjahr, aus der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH.

12. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sind im Berichtszeitraum von T€ 2.683 im Vorjahr auf T€ 3.511 in 2021. Wesentlich für die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge sind die niedrigeren Wechselkursgewinne, die vor allem aus der USD-Umrechnung entstanden sind. Gegenläufig haben sich die Weiterbelastungen von Transaktionskosten an ein nahestehendes Unternehmen in Höhe von T€ 1.908 (2020: T€ 0), sowie von Sponsoringaufwendungen an Tochterunternehmen in Höhe von T€ 1.280 (2020: T€ 900) ausgewirkt.

Auf periodenfremde Erträge entfallen im Berichtsjahr T€ 6 (2020: T€ 52), sowie auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen T€ 289 (2020: T€ 41)

13. Personalaufwand

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Gehälter 6.488 11.108
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 46 43
Personalaufwand 6.534 11.151

Im Geschäftsjahr 2021 verringerte sich die Anzahl der Vorstandsmitglieder der VARTA AG auf zwei Personen (2020: drei Mitglieder). Neben dem Vorstand waren zwei weitere Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten 2.809 2.627
Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 2.758 1.469
Kostenverrechnung von verbundenen Unternehmen 2.279 949
Nebenkosten der Finanzierung * 681 214
Miete, Leasing, Pacht 514 379
Beiträge und Gebühren 725 329
Vergütung an Aufsichtsrat 454 433
Telefon, Porto & EDV * 114 68
Reisekosten 47 105
Währungsumrechnung 35 1.687
Übrige Aufwendungen 811 638
Summe sonstige betriebliche Aufwendungen 11.227 8.898

* Nebenkosten der Finanzierung sowie Telefon, Porto & EDV waren im veröffentlichten Jahresabschluss 2020 Teil der übrigen Aufwendungen.

Der Abschluss des neu abgeschlossenen Konsortialkreditvertrags führt zu erhöhten Aufwendungen im Bereich Nebenkosten der Finanzierung.

Eine Sponsoringvereinbarung führte zu erhöhten Aufwendungen im Bereich Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Der Großteil dieser Aufwendungen wird an verschiedene Tochterunternehmen der VARTA AG weiterbelastet.

Auf periodenfremde Aufwendungen entfallen im Berichtsjahr T€ 517 (2020: T€ 311).

15. Zinsergebnis

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.490 0
Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen 16.344 7.766
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.483 -526
Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verbundene Unternehmen -472 -133
Summe Zinsergebnis 15.879 7.107

Die Zinserträge und -aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der konzerninternen Finanzierung. Darüber hinaus stehen die gestiegenen Zinsaufwendungen auch im Zusammenhang mit dem neu im Geschäftsjahr 2021 aufgenommenen Konsortialkredit. Die Zinserträge resultieren aus Zinserstattungen, welche sich im Zusammenhang mit der Akquisition der VARTA Consumer Gruppe in 2020 ergeben haben.

16. Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Erträge aus Gewinnabführung VARTA Microbattery GmbH 128.758 110.146
Erträge aus Gewinnabführung VARTA Micro Production GmbH 9.995 0
Aufwand aus Verlustübernahme VARTA Storage GmbH 0 -564
Summe Ergebnis aus Gewinnabführung 138.753 109.582

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ebenfalls mit der VARTA Micro Production GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Aus diesem Vertrag resultieren im Geschäftsjahr 2021 erstmalig Erträge aus der Gewinnabführung in Höhe von T€ 9.995.

Die aus dem Vertrag mit der VARTA Storage entstandenen Erträge im Geschäftsjahr 2021 wurden mit vororganschaftlichen Verlustvorträgen verrechnet, wodurch es zu keiner Gewinnabführung an die VARTA AG kam.

17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Tatsächlicher Steueraufwand laufendes Jahr -33.127 -27.160
Periodenfremder Steueraufwand -1.080 -173
-34.207 -27.333
Latenter Steuerertrag /​ -aufwand 1.588 -2.215
Summe Steueraufwand -32.619 -29.548

Der gestiegene tatsächliche Steueraufwand im Geschäftsjahr 2021 resultiert aus der Erhöhung des steuerlichen Ergebnisses im Organkreis der VARTA AG.

Die periodenfremden Steueraufwendungen in 2021 in Höhe von T€ 1.080 betreffen die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer für Vorjahre.

Sonstige Angaben

18. Haftungsverhältnisse

Im Zusammenhang mit den im Jahr 2016 von der VARTA AG in die VRT Pensionen GmbH abgespaltenen Pensionsverpflichtungen haftet die VARTA AG gemäß § 133 Abs. 3 S. 2 UmwG als Gesamtschuldner für 10 Jahre nach der Abspaltung und somit bis zum Jahr 2026. Da die Abspaltung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 25.476 auch entsprechendes Planvermögen für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 26.946 umfasste, geht die VARTA AG aufgrund des Aktivüberhangs von T€ 1.470 davon aus, aus der Nachhaftung nicht in Anspruch genommen zu werden.

Im Zusammenhang mit der Zusage über insgesamt rund 300 Mio. € öffentliche Fördermittel hat die VARTA AG aufgrund der Auflagen der Zuwendungsbescheide Bürgschaftserklärungen für ihre Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Micro Production GmbH übernommen. Mit diesen Bürgschaftserklärungen verpflichtet sich die VARTA AG, für Sicherungen etwaiger Erstattungsansprüche des Bundes bis zur Höhe der bewilligten Zuwendung für geplante Investitionskosten (T€ 46.469 für VARTA Micro Production GmbH und T€ 95.317 für VARTA Microbattery GmbH) einzustehen. Die VARTA AG schätzt die Inanspruchnahme aus den Bürgschaftserklärungen für gering ein, da sie von der Einhaltung der Förderbedingungen ausgeht.

Des Weiteren hat die VARTA AG eine Patronatserklärung nach den Vorschriften des § 264 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 HGB für die VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA übernommen. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und Aussicht der Gesellschaft als gering eingeschätzt.

Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen nahezu sämtlich branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung, hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert. Die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen und nahestehendes Unternehmen der VARTA AG, hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von T€ 20.000 mit einer Laufzeit bis 2031 zusätzlich abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und unter Berücksichtigung der vertraglichen garantierten Erstattungsansprüche keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden.

Die VARTA AG hat im Rahmen einer neuen Factoringvereinbarung eine Garantie für die vertraglichen Verpflichtungen aller Obligenheiten ihrer Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH, VARTA Storage GmbH, VARTA Consumer Austria GmbH und VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA übernommen. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und Aussichten der Gesellschaften jeweils als gering eingeschätzt.

Im Rahmen von Mieteintrittsvereinbarungen tritt die VARTA AG für ihre Tochtergesellschaft VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA im Falle eines dreimonatigen Verzugs der Mietraten gegenüber dem Vermieter ein. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und Aussichten der Gesellschaft jeweils als gering eingeschätzt.

19. Sonstige Finanzielle Verpflichtungen

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen
Fällig 2022 192 39
Fällig 2023 - 2026 91 68
Abnahmeverpflichtungen
Fällig 2022 3.319 1.030
Summe 3.602 1.137

Miet- und Leasingverpflichtungen werden zur Reduktion der Kapitalbindung eingegangen und beinhalten im Wesentlichen die Leasingverträge der Firmenfahrzeuge. Die Abnahmeverpflichtungen haben sich aufgrund des starken Wachstums der VARTA AG erhöht.

Die Abnahmeverpflichtungen betreffen mit T€ 9 verbundene Unternehmen.

20. Muttergesellschaft

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG wird von der VGG AG, Wien, mit 55,45 % (2020: 55,89%) gehalten. Die restlichen 44,55 % (2020: 44,11%) befinden sich im Streubesitz. Oberstes Mutterunternehmen der VGG AG ist die Montana Tech Components AG in Reinach, Schweiz. Der Konzernabschluss der Montana Tech Components AG (größter Kreis) kann auf der Website www.montanatechcomponents.com abgerufen werden. Die VARTA AG stellt mit ihrem Konzernabschluss den kleinsten Kreis von Unternehmen dar, in den die VARTA AG, Ellwangen (Jagst) und deren Tochterunternehmen einbezogen werden.

21. Mitarbeitende

Während des Geschäftsjahres 2021 waren neben dem Vorstand noch zwei weitere Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt (2020: zwei Mitarbeitende).

22. Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrates

Angaben nach § 285 Nr. 9 HGB

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr T€ 6.093 (2020: T€ 13.397). An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Aufwandsentschädigungen von insgesamt T€ 454 (2020: T€ 433) gezahlt.

Angaben über die Aufsichtsratvergütungen im Jahr 2021 sind im Vergütungsbericht VARTA AG dargestellt und unter https:/​/​www.vartaag.com/​de/​investoren/​veroeffentlichungen abrufbar.

23. Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB

Nach § 285 Nr. 17 HGB sind für das laufende Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorare für den Konzernabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie folgt aufzuschlüsseln:

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(IN T€) 2021 2020
Abschlussprüfungsleistungen * 1.087 1.059
Andere Bestätigungsleistungen 11 27
Steuerberatungsleistungen ** 300 314
Sonstige Leistungen 30 0
Summe 1.428 1.400

* davon betreffen Vorjahre 0,2 Mio. € (2020: 0,2 Mio. €)

** davon betreffen Vorjahre 0,0 Mio. € (2020: 0,1 Mio. €)

Die Abschlussprüfungsleistungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Die Steuerberatungsleistungen betreffen die Erstellung betrieblicher Steuerklärungen, Beratungsleistungen im Zusammenhang mit den gesetzlichen Dokumentationspflichten von Verrechnungspreisen sowie die steuerliche Würdigung zu Einzelsachverhalten aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

24. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Nachfolgend wird der Anteilsbesitz der VARTA AG gemäß § 285 Nr. 11 HGB dargestellt. Bei den vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden für die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis Werte unter Zugrundelegung der jeweiligen lokalen Rechnungslegungsvorschriften verwendet. Diese werden in EUR umgerechnet und abgebildet.

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Name Stadt Land Eigenkapital

(in T€)
Ergebnis

(in T€)
Anteile

in %
Unmittelbare Anteile
VARTA Microbattery GmbH 1 Ellwangen Deutschland 61.734 0 100,0%
VARTA Storage GmbH 1 Nördlingen Deutschland 1.198 741 100,0%
VARTA Micro Production GmbH 1 Nördlingen Deutschland 4.254 0 100,0%
VARTA Drive GmbH Ellwangen Deutschland 24 -1 100,0%
Auditas GmbH Nördlingen Deutschland 833 535 100,0%
VARTA Consumer Batteries Benelux B.V. Utrecht Niederlande 280.032 7.621 100,0%
VARTA Consumer Batteries UK Ltd. 3 Oldham Vereinigtes Königreich 34.499 739 100,0%
VARTA Consumer Batteries Iberia S.L.U. Madrid Spanien 2.668 18 100,0%
VARTA Consumer Batteries Poland Sp.z.o.o. 3 Warschau Polen 8.065 181 100,0%
LLC Consumer Batteries Company (Eastern Europe) 2 Moskau Russland 2.082 692 100,0%
VHB Real Estate Holdings LLC Delaware USA 6.535 3.628 100,0%
Pertrix V SE Ellwangen Deutschland 120 0 100,0%
Mittelbare Anteile
VARTA Microbattery S.R.L. 3 Brasov Rumänien 15.333 7.660 100,0%
VARTA Microbattery Pte. Ltd. 3 Singapur Singapur 8.609 4.217 100,0%
P.T. VARTA Microbattery 3 Batam Indonesien 1.662 1.906 100,0%
VARTA Microbattery Japan KK 3 Tokio Japan 926 -56 100,0%
VARTA Microbattery Inc. 3 Rye, NY USA 9.938 1.313 100,0%
Auditas Inc. 3 Ridgefield USA 122 5 100,0%
Connexio alternative investment holding GmbH Wien Österreich 5.611 100 100,0%
Mezzanin Finanzierungs GmbH Wien Österreich 4.191 -6 100,0%
VARTA Innovation GmbH Graz Österreich 1.735 520 100,0%
VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA 2 Ellwangen Pullach i. Deutschland 47.499 0 100,0%
Paula Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. Verm. KG Isartal Deutschland 4.543 151 100,0%
VARTA Consumer Finland Oy Vantaa Finnland 1.640 425 100,0%
VARTA Consumer Norway AS 3 Oslo Norwegen 255 49 100,0%
VARTA Consumer Schweiz GmbH 3 Dietlikon Schweiz 3.153 275 100,0%
VARTA Consumer Sweden AB 3 Bromma Brunn am Schweden 3.551 215 100,0%
VARTA Consumer Austria GmbH Gebirge Österreich 7.027 128 100,0%
VARTA Consumer Slovakia spol. s.r.o. Prievidza Slowakei 69 -208 100,0%
VARTA Consumer Hrvatska d.o.o. 3 Zagreb Kroatien 1.234 61 100,0%
VARTA Consumer Trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 1.236 54 100,0%
VARTA Consumer Bulgaria EOOD 3 Sofia Bulgarien 525 32 100,0%
VARTA Consumer Europe Holding GmbH Ellwangen Deutschland 51.971 24.949 100,0%
VARTA Consumer Kommandit GmbH 2 Ellwangen Deutschland 19.944 0 100,0%
VARTA Consumer Batteries Italia s.r.l. Basiglio Italien 8.667 1.435 100,0%
VARTA Consumer Czech spol. s.r.o. 3 Česká Lípa Tschechische Republik 1.795 -320 100,0%
VARTA Consumer Denmark A/​S 3 Albertslund Dänemark 7.642 482 100,0%
VARTA Consumer Komplementär GmbH 2 Ellwangen Deutschland 25 0 100,0%
VARTA Consumer France S.A.S. Courbevoie Frankreich 27.377 1.279 100,0%
EMEA Consumer Batteries (Shenzhen) Co. Ltd. 3 Shenzhen China 102 41 100,0%
VARTA Consumer Hungaria Kft. 3 Budapest Ungarn 281 259 100,0%
VARTA Pilleri Ticaret Limited Sirketi 3 Istanbul Türkei 2.025 390 100,0%
Anabasis Handelsgesellschaft mbH 2 Dischingen Deutschland 25 0 100,0%
VW-VM Verwaltungs GmbH i.L. Ellwangen Deutschland 10 -1 50,0%

(1) Die Jahresergebnisse dieser Gesellschaften werden aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages an die VARTA AG abgeführt bzw. sind zu übernehmen (Kapitel 16 Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen)

(2) Die Jahresergebnisse dieser Gesellschaften werden aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages an die VARTA Consumer Europe Holding GmbH abgeführt bzw. sind zu übernehmen

(3) Umrechnung Fremdwährung in Euro (Bilanzwerte zum Stichtagskurs/​ GuV Werte zum Jahresdurchschnittskurs)

25. Management der VARTA AG

Der Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

Herbert Schein, Vorsitzender des Vorstandes /​ CEO

Weitere Mandate:

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Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH
Geschäftsführer VARTA Storage GmbH
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH
Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA
Aufsichtsratsvorsitzender Pertrix V SE

Armin Hessenberger, Mitglied des Vorstands, Finanzvorstand /​ CFO

Weitere Mandate:

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Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH
Geschäftsführer VARTA Storage GmbH
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH
Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA

Rainer Haid, Mitglied des Vorstands, Technikvorstand /​ CTO seit 1. Januar 2022

Weitere Mandate:

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Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)

Verwaltungsratspräsident der Montana Tech Components AG und Unternehmer

Weitere Mandate (u.a.):

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Stellvertretender Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz
Präsident des Verwaltungsrats der Montana AS Beteiligungs Holding AG, Schweiz
Präsident des Verwaltungsrats der Montana Tech Components AG, Schweiz
Mitglied des Aufsichtsrats der Dorotheum GmbH, Österreich

Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)

Unternehmer

Weitere Mandate:

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Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kapsch Traffic Com AG, Österreich
Vorstandsvorsitzender der H.F.R.C Privatstiftung, Österreich

Sven Quandt

Geschäftsführer der X-raid GmbH und Unternehmer

Weitere Mandate:

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Stiftungsbeirat der Herbert Quandt Stiftung, Deutschland
Mitgeschäftsführer 3Q GbR, Deutschland
Mitgeschäftsführer Q Motorsport GmbH, Deutschland
Mitglied des Beirats der Montana Tech Components AG, Schweiz

Martin Ohneberg seit 17. Juni 2021

Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co. KG und Unternehmer

Weitere Mandate:

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Präsident des Verwaltungsrats der Aluflexpack AG, Schweiz,
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der VERBUND AG, Österreich,
Vize-Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz
Mitglied des Aufsichtsrats der Getzner Werkstoffe Holding GmbH, Österreich

Prof. Dr. Werner Tillmetz seit 17. Juni 2021

Universitätsprofessor (emeritiert)

Weitere Mandate:

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Beirat der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NWO GmbH), Deutschland
Science Council der TOTAL S.A., Frankreich

Dr. Michael Pistauer

Finanzvorstand /​ CFO Montana Aerospace AG und Unternehmer

Weitere Mandate:

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Mitglied des Aufsichtsrats der VARTA Microbattery GmbH
Mitglied des Verwaltungsrats der Alu Menziken Extrusion AG, Schweiz
Mitglied des Aufsichtsrats der VGG AG, Österreich

Frank Dieter Maier bis 17. Juni 2021

Pensionär

Weitere Mandate:

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Mitglied des Aufsichtsrats der ASTA Elektrodraht GmbH & Co. KG, Deutschland
Mitglied des Aufsichtsrats der Vishay Europe GmbH, Deutschland

Dr. Georg Blumauer bis 17. Juni 2021

Rechtsanwalt, Geschäftsführer Blumauer & Partner Rechtsanwälte GmbH

Weitere Mandate:

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Geschäftsführer EXI Immobilienentwicklungs GmbH, Österreich
Geschäftsführer GBI Immobilien Beta GmbH, Österreich
Vorsitzender des Aufsichtsrats der VARTA Microbattery GmbH

26. Ereignisse nach dem Stichtag

26.1. Ausbruch des Ukraine Krieges

Im Zeitpunkt der Erstellung der Nachtragsberichterstattung konnte noch nicht abschließend beurteilt werden, inwieweit sich die die Ukraine Krise auf die Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der VARTA AG sowie deren Tochtergesellschaften auswirken wird. Dies hängt im Wesentlichen davon ab, inwieweit unsere Kunden von der Krise betroffen sein werden und welche Auswirkungen sich auch auf unsere Lieferketten ergeben werden. Aktuell werden keine wesentlichen Umsätze in der Krisenregion erzielt. Auch bezieht der VARTA Konzern keine Rohstoffe aus der Krisenregion.

26.2. Geschäftsraummietvertrag neues Headquarter

Am 17. Januar 2022 wurde zwischen der VARTA AG und der WertInvest Ellwangen Immobilien GmbH (nahestehendes Unternehmen) ein Geschäftsraummietvertrag für das neue Headquarter am VARTA-Platz 1 in Ellwangen über 15 Jahre abgeschlossen. Der Mietbeginn wird voraussichtlich auf Mitte 2023 datieren. Die jährliche Miete wird sich voraussichtlich auf rund 2,1 Mio. € pro Jahr belaufen.

27. Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2021 einen Jahresüberschuss von T€ 108.673 erzielt. Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von T€ 147.859 wie folgt zu verwenden:

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Ausschüttung einer Dividende von 2,48 € je dividendenberechtigter Aktie, insgesamt T€ 100.246
Gewinnvortrag auf neue Rechnung T€ 47.613

Die jeweilige Dividendensumme und der auf neue Rechnung vorzutragende Betrag in vorstehendem Vorschlag zur Gewinnverwendung basieren auf dem am 29. März 2022 dividendenberechtigten Grundkapital in Höhe von € 40.421.686,00 eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien.

28. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance Codex

Der Vorstand und Aufsichtsrat der VARTA AG haben im März 2022 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und auf der Webseite www.varta-ag.com dauerhaft zugängig gemacht.

Ellwangen (Jagst), den 29. März 2022

VARTA Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Vorstandsvorsitzender CEO, Herbert Schein

Finanzvorstand CFO, Armin Hessenberger

Technikvorstand CTO, Rainer Hald

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Der vorliegende Bericht fasst die Lageberichte der VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) und des VARTA AG Konzerns zusammen.

1. Konzernstruktur

1.1. Geschäftsmodell

Die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst), Deutschland (VARTA AG), ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Seit Oktober 2017 ist die VARTA AG an der Frankfurter Börse im Prime Standard notiert und seit dem 23. Dezember 2019 in die Auswahlindizes MDAX und TecDAX aufgenommen. Die unten aufgeführte Darstellung gibt (in vereinfachter Form) einen Überblick über den Konzern zum Bilanzstichtag.

Die VARTA AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen (Jagst). Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG und Ihrer Tochtergesellschaften umfassen Entwicklung, Produktion und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung von Mikrobatterien, großformatigen Batterien, Haushaltsbatterien und Energiespeicherlösungen.

Die Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns ist in zwei Geschäftssegmente unterteilt: "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" (vormals Microbatteries & Solutions) und "Household Batteries".

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries (vormals Healthcare), Lithium-Ion CoinPower (vormals Entertainment & Industrial), Lithium-Ion Large Cells sowie auf Lithium-Ion Battery Packs. Mit dieser Umbenennung wird der Schwerpunkt mit Lithium-IonenBatterien betont. Gegenüber dem Vorjahr neu hinzugekommen ist das noch nicht umsatzwirksame Geschäft mit großformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen. Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher.

Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, großformatigen Zellen, Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und Endkundenmärkten. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Microbatterien weltweit Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der LithiumIonen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.

Der Konzern betreibt zum Jahresende 2021 fünf Produktions- und Batterie-Fertigungsstätten in Deutschland, Rumänien und Indonesien sowie Vertriebszentren in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien, die über Direktvertrieb an Kunden in über 75 Ländern weltweit verkaufen. Als international agierendes Unternehmen kann die VARTA AG auf 135 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken.

Die Batterielösungen des Konzerns erfüllen höchste Qualitätsanforderungen sowie Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit. Dabei liegt der Fokus auf Batteriesystemen mit hohen Energiedichten für Primärbatterien oder auch wiederaufladbaren Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie. Im Falle von semi-kundenspezifischen oder kundenspezifischen Batterielösungen berät und plant VARTA umfangreich hinsichtlich der richtigen Wahl der Komponenten für die effizienteste Energieversorgung der Anwendung.

Das nachfolgende Organigramm veranschaulicht die weltweiten Konzernaktivitäten.

Segmente und Organisationsstruktur

LITHIUM-ION SOLUTIONS & MICROBATTERIES

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Large Cells sowie auf Lithium-Ion Battery Packs. Bisher wurden die Mikrobatterien und die Hörgerätebatterien für den professionellen Bereich unter Healthcare abgebildet. CoinPower mit den OEM-Mikrobatterien war im Bereich Entertainment & Industrial zusammengefasst. Der Konzern ist einer der bedeutenden Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte und wiederaufladbaren Mikrobatterien im Entertainment Bereich. Das Unternehmen zählt namhafte Unternehmen zu seinen Kunden und produziert Batterien in zahlreichen wichtigen elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und -größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von Hörgeräten über schnurlose Headsets bis zu Automotive-Anwendungen, die mit Mikrobatterien betrieben werden. Die beiden Bereiche Healthcare und Entertainment & Industrial arbeiten synergetisch. Im Bereich Lithium-Ion Large Cells wird der Einstieg in das E-Mobility Geschäft vorbereitet. Eine erste Pilotanlage soll bis zum Jahresende einsatzbereit sein. Im Bereich Lithium-Ion Battery Packs verfügt der Konzern über umfangreiche Branchenerfahrung in der Konstruktion leistungsstarker, sicherer und bedarfsgerechter Lithium-Ion Battery Packs für die Medizintechnik, Robotik, Konnektivität oder Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von kundenspezifischen Batterie-Packs bis hin zu fertig konfigurierten Standardbatterien.

HOUSEHOLD BATTERIES

Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Im Bereich Consumer (Haushaltsgerätebatterien) ist die VARTA AG ein europäischer Marktführer mit Produktionsstandort in Deutschland. Die innovativen Qualitätsprodukte werden mit modernster Technologie und dem Know-How von international qualifizierten Fachleuten entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft zeichnen Sortimentsbreite, Qualität und Design das Angebot aus. Für VARTA ist dabei der intensive Fokus auf den Lebensstil der Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel essenziell, um schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit optimalen Energielösungen antworten zu können. Im Bereich der Energiespeicher (Energy Storage Systems) trägt VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von Energiespeichern ihren Teil zur Umsetzung der Energiewende bei. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten Einsteigermodellen, wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo, bis hin zum Großspeicher VARTA flex storage für gewerbliche Anwendungen. Die AC-gekoppelten Systeme haben einen integrierten Batteriewechselrichter und sind ohne zusätzlichen PV - Wechselrichter mit allen Quellen grüner Energie kombinierbar. Damit sind sie für alle Neuinstallationen und Nachrüstungen geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für die optimale Ausnutzung der selbst produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, die Eigennutzung deutlich zu erhöhen.

1.2. Strategie und Ziele

Der VARTA AG Konzern bearbeitet im Rahmen seiner jährlichen Budgetplanung seine Ziele und Strategien für das folgende Geschäftsjahr. Der Konzern ist mit seinen beiden Segmenten gut aufgestellt, um von den relevanten Wachstumstrends wie z.B. demografischer Wandel, technologischer Fortschritt, vermehrte Konnektivität, erneuerbare Energien und E-Mobility zu profitieren. In dem neu geschaffenen Bereich Lithium-Ion Large Cells, der Teil des Segments "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" ist, bündelt das Unternehmen seine Aktivitäten mit der V4Drive Zelle für E-Mobility Anwendungen. Weitere Informationen zu den Zielen der Gesellschaft sind in Kapitel 10 Ausblick enthalten.

Demografischer Wandel

Wachsende Lebenserwartung, aber auch die Erhöhung der Kundenakzeptanz durch die Weiterentwicklung der Hörgerätetechnologie führen zu einer steigenden Nachfrage nach Hörgerätebatterien. VARTA bedient diesen Markt mit Zink-Luft- und wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen.

Technologischer Fortschritt

Der ungebrochene Trend zu schnurlosen Geräten in allen Bereichen erhöht den Bedarf an zuverlässigen, überwiegend wiederaufladbaren Energielösungen in hoher Qualität. Gleichzeitig gibt es einen Trend zu kleineren Geräten mit zusätzlichen Funktionen, was zu einem Bedarf an Batterien mit höheren Energiedichten führt.

Konnektivität

Die Fortschritte in der Konnektivität und Konvergenz durch das Internet der Dinge, die Weiterentwicklung der Telekommunikation und die Verbreitung von intelligenten Lösungen treiben die Nachfrage nach Batterien in unterschiedlichsten Branchen wie etwa IT, Telekommunikation und Gesundheitswesen an.

Erneuerbare Energien

Die zunehmende Bedeutung von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie die EU-Klimaziele führen zu nachhaltigen Wachstumsraten im Energiezwischenspeicherbereich.

E-Mobility

In der Automobilindustrie ist der technologische Wandel vom Verbrennungsmotor hin zu reinen Elektroautos (BEV) in vollem Gange. Weltweit besteht eine große Nachfrage nach großformatigen Zellen, die Teil neuartiger Antriebskonzepte sind.

Der VARTA AG Konzern setzt auf folgende Wachstumsfelder und Ziele:

Stärkung und Ausbau der globalen Marktposition bei Kernprodukten

Der Konzern fokussiert sich grundsätzlich auf Geschäftsfelder, in denen langfristig marktführende Positionen angestrebt werden. Diese Zielsetzung ist unverändert zum Vorjahr.

Im Bereich Healthcare soll die Marktposition durch weitere Innovationen gefestigt und ausgebaut werden. Ähnlich wie im Healthcare-Bereich nimmt der Konzern insbesondere bei den True Wireless Stereo Headsets (TWS) eine führende Position ein, die weiter ausgebaut werden soll, und profitiert überproportional vom starken Marktwachstum. Der Fokus im Bereich Entertainment (TWS) liegt auf Wachstum durch Neukundengewinnung. Im Bereich Power Packs stehen weltweit agierende Großkunden im Vordergrund. Der Marktanteil insbesondere in Europa soll gestärkt werden. Der Bereich Large Cells befindet sich noch im Aufbau.

Im Bereich Consumer Batteries verfolgt das Unternehmen eine auf die Marke VARTA fokussierte Wachstumsstrategie bei den Konsumentenbatterien. Das Wachstumsziel im Bereich Energiezwischenspeicherung wird von Trends der Nachhaltigkeit, steigendem Umweltbewusstsein sowie der steigenden Nachfrage nach Energie-Autarkie unterstützt.

Ausbau der Innovations- und Technologiedynamik

Der Konzern arbeitet insbesondere im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" an neuen, innovativen Produkten, die an vollautomatischen Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien am Standort Deutschland gefertigt werden. VARTA deckt in diesem Segment die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Materialforschung bis zum fertigen Produkt inklusive kundenfreundlicher Verpackungskonzepte. Der Konzern hat auf Grund der hohen Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien für den Entertainmentbereich (TWS) im vergangenen Geschäftsjahr seine Kapazitäten weiter ausgebaut.

In der Kombination aus starker Marktstellung, internen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und langfristigen Kundenbeziehungen sieht der Konzern Wettbewerbsvorteile, um von anhaltenden und unverändert dynamischen Wachstumstrends in den Märkten für Mikrobatterien im Gesundheits-, Unterhaltungs- und Industriesektor zu profitieren. Der Konzern zielt darauf ab, seine Kunden mit hochqualitativen Batterien und Batterielösungen zu versorgen, und wird weiter daran arbeiten, neue, leistungssteigernde Knopfzellentechnologien und individuelle intelligente Batterielösungen (Smart Battery Solutions) zu entwickeln.

Fokus auf profitablem Wachstum anhand eines starken Finanzprofils

Der Konzern beabsichtigt, weitere Wachstumschancen durch hohe Investitionen sowohl in die Erweiterung der Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien für den Entertainmentbereich (TWS) als auch in den Aufbau der V4Drive Produktionsanlagen und durch selektive Akquisitionen zu nutzen. Der Konzern geht davon aus, dass er durch seine starke finanzielle Basis zusammen mit seinem niedrigen Verschuldungsgrad, dem sorgfältigen Einsatz seiner Betriebsmittel und seiner Fokussierung auf Wachstumsinvestitionen seine Cashflow-Fähigkeit weiter steigern kann.

1.3. Unternehmenssteuerung

Der VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Der Vorstand hat im Geschäftsjahr seine internen Steuerungsinstrumente gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Wie im Vorjahr wurden die folgenden bedeutsamsten Kennzahlen zur Steuerung herangezogen: Umsatz, bereinigtes EBITDA, CAPEX. Das Managementsteuerungssystem ist auch Grundlage der externen Berichterstattung der VARTA AG und wird durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Kontrollfunktion überwacht.

Finanzielle und nichtfinanzielle Indikatoren

Die Umsatzerlöse stellen einen der wichtigsten Indikatoren dar, an denen sich das Wachstum des VARTA AG Konzerns nachverfolgen lässt. Sie sind zudem die wesentliche Größe zur Steuerung des Konzerns. So werden die Umsätze im Rahmen der Budgetierung auf die einzelnen Segmente heruntergebrochen und laufend überwacht.

Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente.

Als Sondereffekte hat der Vorstand wie im Vorjahr (wenn zutreffend) Kosten aus einem Börsengang bzw. einer Kapitalerhöhung, ergebniswirksame Effekte aus dem Erstattungsanspruch aus Schuldbeitritt bezüglich der Pensionsverpflichtungen, Effekte aus aktienbasierter Vergütung, Veräußerungseffekte aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen, mögliche Kosten für Restrukturierung sowie Aufwendungen aus M&A-Transaktionen definiert. Im Geschäftsjahr 2021 sind nach dieser Definition der Ergebniseffekt aus aktienbasierter Vergütung und Aufwendungen für M&A-Transaktionen bereinigt worden.

Die durch die große Nachfrage nach den Produkten des Konzerns notwendigen Investitionen überblickt der Vorstand anhand des CAPEX. Darunter werden die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen verstanden. In diesem Zusammenhang überprüft der Vorstand die effektive Kapitalallokation auf Basis der Renditen aus dem investierten Kapital. Der CAPEX wird nur auf VARTA AG Konzern-Ebene als Steuerungsgröße verwendet. Dies umfasst Investitionen ohne M&A-Transaktionen.

Diese vorgenannten finanziellen Indikatoren stellen in dem Konzern die zentralen Steuerungsgrößen dar.

Auch das Net Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristig erhaltene Anzahlungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie Kundenbonusrückstellungen) wird als weitere Steuerungsgröße herangezogen. Das Net Working Capital wird nur auf VARTA AG Konzern-Ebene als Steuerungsgröße verwendet.

Durch das dynamische Wachstum des Konzerns ist die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeitenden ein weiterhin wichtiger nichtfinanzieller Leistungsindikator.

1.4. Gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht

Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht wird auf der Webseite unter https:/​/​www.varta-ag.com/​de/​investoren/​veroeffentlichungen spätestens vier Monate nach dem Abschlussstichtag des Konzernabschlusses veröffentlicht.

1.5. Leitung und Kontrolle

2021 bestand der Vorstand der VARTA AG aus zwei Mitgliedern: Herrn Herbert Schein (Vorsitzender des Vorstands/​CEO) und Herrn Armin Hessenberger (Finanzvorstand/​CFO). Zum Jahresende 2021 und mit Wirkung zum 1. Januar 2022 hat der Aufsichtsrat Herrn Rainer Hald (Technikvorstand/​CTO) als drittes Vorstandsmitglied bestellt. Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat besteht zum 31. Dezember 2021 aus den folgenden Mitgliedern: Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr. Harald Sommerer (stv. Vorsitz), Herrn Sven Quandt, Herrn Martin Ohneberg, Herrn Prof. Dr. Werner Tillmetz und Herrn Dr. Michael Pistauer.

1.6. Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, welche auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält, wird auf der Website der VARTA AG (www.varta-ag.com/​de/​investoren/​corporate-governance) veröffentlicht.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Märkte und Einflussfaktoren

Die Märkte und Einflussfaktoren unterscheiden sich im Geschäftsjahr nicht wesentlich vom Vorjahr. Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft Batterien weltweit und profitiert trotz relativer Unabhängigkeit vom makroökonomischen Umfeld von einem positiven Konsumumfeld. Eine negative Entwicklung des makroökonomischen Umfeldes wirkt sich dabei nicht direkt auf das Geschäftsmodell aus, da der Großteil der Produkte vom Konjunkturzyklus unabhängig ist. Diese werden z.B. im medizinischen Umfeld genutzt oder sind im Konsumentenbereich etabliert.

Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der Umsatz wird schwerpunktmäßig in Europa, gefolgt von Asien und Nordamerika, realisiert (siehe Kapitel 3.1 Umsatz). Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und deren wirtschaftlicher Entwicklung relativ gering. Unabhängig vom Umsatzschwerpunkt spielt der asiatische Markt, bedingt durch die Markt- und Kundenstruktur, die größte Rolle. Hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die wesentlichen Einflussfaktoren werden im Rahmen des folgenden Kapitels ("2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen") behandelt.

2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die im Jahr 2021 bestehenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den für den VARTA AG Konzern relevanten Absatzmärkten entwickeln sich weiterhin positiv. Die Produktion an den eigenen Standorten läuft seit Beginn der Pandemie ohne Unterbrechungen. Auswirkungen auf unsere Lieferketten gab es nicht. Allerdings sind hiervon einige unserer Kunden betroffen. Ihre Lieferanten haben teilweise verzögert Rohstoffe oder Halbleiter geliefert, was zu Produktionsausfällen geführt hat. Unsere größten Kunden fertigen ihre Produkte (TWS) in Asien. Hier sind einzelne Fabriken durch Energieausfälle oder teilweise Lock Downs durch Covid-19 in ihren Produktionsmöglichkeiten zeitweise eingeschränkt. Anlaufverzögerungen bei neuen Kundenprojekten führten zu einem geringeren Umsatzwachstum. Belastend haben sich die USD/​EUR Währungskursentwicklung, die Preisreduktionen in der nicht strategischen Assemblierung und Preiserhöhungen bei Rohstoffen ausgewirkt, die nicht vollständig durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden konnten oder die nur teilweise an Kunden übertragen werden konnten.

Wesentlich für den Absatz der Batterien für Healthcare-Anwendungen ist die demografische Bevölkerungsentwicklung, bei den Batterien für Entertainment-Anwendungen die Trends der Unterhaltungselektronik und bei den Produkten von Solutions die Entwicklung hin zu kabellosen Produkten. Der Bereich Consumer Batteries profitiert vom strukturellen Wachstum im breit aufgestellten Produktportfolio (Batterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power/​Power Banks).

Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen in der Gesellschaft und die zunehmend höhere Akzeptanz von Hörgeräten wird deren Verkauf und damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien unterstützt. So erwartet die UN mindestens eine Verdoppelung für Menschen mit einem Lebensalter von 65 Jahren oder darüber. Im Jahr 2020 gehörten weltweit rund 727 Millionen Menschen zu dieser Altersgruppe, für 2050 wird eine Anzahl von mehr als 1,5 Mrd. Menschen prognostiziert (United Nations: World Population Ageing 2020 Highlights). Damit wird ihr Anteil von aktuell 9,3 % auf rund 16,0 % in 2050 ansteigen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Weltweit lag sie in 2019 bei 72,6 Jahren und für 2050 wird sie bei 77,1 Jahren erwartet (United Nations: World Population Prospects 2019 Highlights). Der Bedarf an Hörgeräten wird deshalb weiter steigen. Positiv wirkt ebenso die steigende Nachfrage nach OTC-Hörgeräten. Diese niedrigpreisigen Hörverstärker verfügen über geringere Anpassungsmöglichkeiten die vom Träger selbst, z.B. über eine App, adjustiert werden. Nach deren Markteinführung ab Ende 2020 wird bis 2030 ein Marktanteil von mehr als 30 % erwartet (IDTechEx, 2021). Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen durch den verstärkten Einsatz wiederaufladbarer Coin-Shaped Batterien.

Insgesamt wird für Hörgeräte ein Wachstum von knapp 37 % erwartet (2021: 10,5 Mrd. USD; 2030: 14,3 Mrd. USD). (IDTechEx, 2021)

Der Bereich Entertainment profitiert von der sehr hohen Kundennachfrage nach Hightech-Consumerprodukten, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen. Durch die Verbesserung der Laufzeit und die Erweiterung der Funktionen werden kabellose Kopfhörer ihren Marktanteil weiter ausbauen. Umso mehr kabellos funktionierende Geräte, insbesondere für Kleinstanwendungen (z.B. Headsets), entwickelt werden, desto stärker stellt sich hier die Position des VARTA AG Konzerns dar. So wird in einer Studie von IDTechEX (IDTechEx, 2021) ein anhaltend starkes Wachstum für TWS (True Wireless Stereo Headsets) erwartet. Von 2021 bis 2030 wird ein Marktwachstum in USD von 190 % erwartet.

Für die weltweite Nachfrage nach Consumer Batterien wird ein jährliches Wachstum von 4,2 % für die Jahre 2020 bis 2026 prognostiziert. Der Markt soll in dieser Zeit von 39,9 Mrd. USD auf 52,5 Mrd. USD steigen. Für alkaline Batterien wird eine jährliche Wachstumsrate von 3,3 % prognostiziert (Global Industry Analysts Inc, 2021).

Auch der für VARTA maßgebliche europäische Markt ist für Markenbatterien gewachsen.

Nach den aktuellen Zahlen des Branchenverbands EPBA lag das Wachstum im Jahr 2020 bei 3,6 %.

2.3. Geschäftsverlauf

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Der VARTA AG Konzern kann auf eine positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 zurückblicken. Zur guten Entwicklung des Jahres 2021 hat im Wesentlichen der hohe Bedarf nach Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Lifestyle-Produkte, die sehr hohe Nachfrage nach wiederaufladbaren Batterien für Hörgeräte sowie die sehr erfolgreiche Entwicklung des Consumer Geschäfts und der beiden Business Units Lithium-Ion Battery Packs und Energy Storage Systems (stationäre Energiespeicher) beigetragen. Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2021 von 869,6 Mio. € um 3,8 % auf 902,9 Mio. € gewachsen.

Das operative Konzernergebnis ist wiederum deutlich schneller gewachsen als der Umsatz. Das bereinigte EBITDA stieg um 41,8 Mio. € auf 282,9 Mio. €. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 17,4 %. Besonders erfreulich ist, dass die beiden Segmente "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" ihre sehr gute Entwicklung fortsetzen und ihre Margen weiter steigern konnten.

Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Vorjahres-Prognose

Im Konzernabschluss des letzten Jahres wurde die Prognose für 2021 anhand der unten aufgelisteten bedeutsamsten Indikatoren dargestellt. Insgesamt hat sich im Geschäftsjahr die positive Geschäftsentwicklung beim bereinigten EBITDA wie erwartet fortgesetzt.

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INDIKATOR PROGNOSE FÜR 2021 Geschäftsjahr 2021
Finanzielle Indikatoren: Gruppe
Umsatzerlöse Hohes einstelliges prozentuales Umsatzwachstum bei konstanter Währung Einstelliges prozentuales Umsatzwachstum bei konstanter Währung
Bereinigtes EBITDA Überproportionale Steigerung der Marge auf bis zu 30% Überproportionale Steigerung der Marge auf 31,3%
CAPEX Anstieg auf 150 bis 200 Mio. € Anstieg auf 174,8 Mio. €
Finanzielle Indikatoren: Segment Lithium-Ion Solutions & Microbatteries
Umsatzerlöse Weiteres Umsatzwachstum Weiteres Umsatzwachstum
Bereinigtes EBITDA Sehr deutlicher Anstieg und überproportionaler Entwicklung im Vergleich zum Umsatz Sehr deutlicher Anstieg und überproportionaler Entwicklung im Vergleich zum Umsatz
Finanzielle Indikatoren: Segment Household Batteries
Umsatzerlöse Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich
Bereinigtes EBITDA Marge im niedrigen zweistelligen Bereich Marge im niedrigen zweistelligen Bereich

3. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1. Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 31. Dezember 2021

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Umsatzerlöse 902.931 869.583
Erhöhung /​ Verminderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 11.311 -4.175
Aktivierte Eigenleistungen 9.318 4.980
Sonstige betriebliche Erträge 72.031 37.390
Materialaufwand -333.154 -315.547
Personalaufwand -247.805 -257.088
Sonstige betriebliche Aufwendungen -132.453 -122.512
EBITDA 282.179 212.631
Abschreibungen -95.669 -66.617
Betriebsergebnis (EBIT) 186.510 146.014
Finanzertrag 1.545 336
Finanzaufwand -6.490 -5.334
Übriger Finanzertrag 358 1.953
Übriger Finanzaufwand -4.834 -9.845
Finanzergebnis -9.421 -12.890
Ergebnis vor Steuern 177.089 133.124
Ertragsteueraufwendungen -51.133 -37.616
Konzernergebnis 125.956 95.508
Zuordnung des Gewinns:
Aktionäre der VARTA AG 125.956 95.411
Nicht beherrschende Anteile 0 97

Umsatz

Der Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im Geschäftsjahr 2021 um 3,8 % von 869,6 Mio. € auf 902,9 Mio. € angestiegen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich in beiden Segmenten.

Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion-Solutions & Microbatteries" stieg von 508,1 Mio. € um 1,2 % auf 514,4 Mio. €. Neue Kundenprojekte mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (TWS), sind im Berichtsjahr verzögert angelaufen und haben zu einer verhaltenen Entwicklung in Relation zur ursprünglichen Planung geführt. Bei den Hörgerätebatterien profitiert das Unternehmen von seinem breiten Produktangebot von primären und wiederaufladbaren Batterien und vom Trend zu wiederaufladbaren Hörgeräten. Im Geschäft mit den Lithium-Ion Battery Packs setzt sich das sehr hohe Wachstum fort.

Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist von 361,1 Mio. € auf 388,6 Mio. € und somit um 27,4 Mio. € angestiegen. Die hohe Nachfrage nach Haushaltsbatterien und die sehr hohen Zuwachsraten im Bereich der Energiespeicherlösungen haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse des Konzerns. Die Märkte in Europa und Asien sind die wichtigsten Absatzregionen für VARTA. Die Umsatzerlöse im europäischen Markt entwickelten sich sehr positiv, was auf die gute Geschäftsentwicklung in allen Bereichen zurückzuführen ist. Durch die verhaltene Geschäftsentwicklung mit wiederaufladbaren Batterien im TWS Geschäft liegt der Umsatz in der Region Asien leicht unter dem Vorjahr. Der Rückgang in Amerika ist auf zwei Entwicklungen zurückzuführen. Im Jahr 2021 sind Lieferverpflichtungen gegenüber Energizer ausgelaufen. Diese waren im Rahmen der Übernahme des Consumergeschäfts vereinbart worden. Weiterhin hat die Währungskursentwicklung des USD zum EUR die Umsatzentwicklung beeinträchtigt. Weitere Ausführungen zur geografischen Aufteilung der Segmente finden sich im Konzernanhang Abschnitt 6 "Segmentberichterstattung".

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(IN T€) 2021 UMSATZERLÖSE 2020 UMSATZERLÖSE PROZENTUALE VERÄNDERUNG
Europa 523.189 463.983 12,8 %
Asien 318.889 331.219 -3,7 %
Amerika 49.196 58.403 -15,8 %
Sonstige 11.657 15.978 -27,0 %
Summe Konzern 902.931 869.583 3,8 %

Aufwendungen und sonstige betriebliche Erträge

Im Geschäftsjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 333,2 Mio. € im Vergleich zu 315,5 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 5,6 %. Die Materialaufwandsquote blieb dabei im Wesentlichen unverändert und liegt bei 36,4 % (2020: 36,5 %). Der überproportionale Anstieg im Vergleich zum Umsatz ist in erster Linie auf den Bestandsaufbau der Vorräte zurückzuführen.

Der Personalaufwand ist von 257,1 Mio. € auf 247,8 Mio. € um 3,6 % zurückgegangen. Grund hierfür ist der Wegfall der Restrukturierungsaufwendungen (17,6 Mio. €), die im Zuge des Erwerbs der Varta Consumer Gesellschaften im Vorjahr angefallen sind. Gegenläufig wirkten sich allgemeine Tariferhöhungen sowie der Mitarbeiteranstieg im Konzern aus. Der Personalaufwand enthält den Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 0,6 Mio. € (2020: 1,1 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 122,5 Mio. € um 8,1 % auf 132,5 Mio. € angestiegen. Diese sind im Besonderen auf den Anstieg der Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Patentrechtsstreitigkeiten in Höhe von 2,3 Mio. € zurückzuführen. Infolge der zunehmenden Digitalisierung und damit verbundenen Datensicherheitskosten, haben sich die Aufwendungen für "Telefon, Porto & EDV" in Höhe von 1,9 Mio. € erhöht. Aufgrund von neuen Projekten und einer höheren Inanspruchnahme von Gewährleistungen erhöhte sich der Aufwand um 1,7 Mio. €. Des Weiteren erhöhten sich die Wertminderungsaufwendungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,7 Mio. €, da für die Forderungen gegenüber einem Kunden eine Einzelwertberichtigung gebildet wurde.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 34,6 Mio. € von 37,4 Mio. € im Vorjahr auf 72,0 Mio. € im Jahr 2021 angestiegen. Die Erträge aus Subventionen und öffentliche Zuwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 auf 55,7 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 45,7 Mio. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem "Important Project of Common European Interest on Batteries" (IPCEI). Des Weiteren wirken sich die um 3,7 Mio. € höheren Auflösungen von Rückstellungen und abgegrenzten Schulden ergebniserhöhend aus. Gegenläufig wirkt der Wegfall der Service-Leistungen für den Appliances-Bereich der ehemaligen Gesellschafter der VARTA Consumer Gesellschaften (u.a. Haushaltsgeräte und Tierfutter) in Höhe von 17,6 Mio. €. Gegenläufig haben sich Weiterbelastungen an nahestehende Unternehmen in Höhe von 1.9 Mio. € (2020: 0,0 Mio. €) ausgewirkt.

EBITDA

Das EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern) ist von 212,6 Mio. € auf 282,2 Mio. € angestiegen. Die Verbesserung wurde durch eine bessere operative Leistung in Höhe von 33,3 Mio. € sowie dem Anstieg der Fördererträge um 45,7 Mio. € erzielt. Hinzu veränderten sich die Bestandserhöhungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 15,5 Mio. €. Die verringerten Personalkosten in Höhe von 9,3 Mio. € wirkten sich ergebnissteigernd aus.

Bereinigtes EBITDA

Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente. Als Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 0,6 Mio. € (2020: 1,1 Mio. €) und zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen in Höhe von 0,1 Mio. € (2020: 0,9 Mio. €) bereinigt. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar:

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
EBITDA 282.179 212.631
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung 571 1.086
Nicht liquiditätswirksame Effekte aus der Kaufpreisallokation (PPA) 0 8.661
Aufwendungen für M&A - Transaktionen 106 916
Integrationskosten VARTA Consumer 0 129
Restrukturierungskosten VARTA Consumer 0 17.607
Bereinigtes EBITDA 282.856 241.030

Das bereinigte EBITDA ist im Geschäftsjahr 2021 von 241,0 Mio. € auf 282,9 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 17,4 % was deutlich über der Umsatzentwicklung liegt. Die Marge bezogen auf den Umsatz stieg um 3,6 Prozentpunkte von 27,7 % auf 31,3 % ebenfalls sehr deutlich. Die Steigerung des bereinigten EBITDA ist das Ergebnis aus weiteren Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen in beiden Segmenten sowie Synergien in Zusammenhang mit dem Kauf des VARTA Consumer Geschäfts. Im Geschäftsjahr 2021 gab es neben den aktienbasierten Vergütungen keine nennenswerten Bereinigungsposten.

Betriebsergebnis (EBIT)

Das Betriebsergebnis konnte von 146,0 Mio. € auf 186,5 Mio. € im Jahresvergleich deutlich verbessert werden. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die erhöhten Abschreibungen überproportional ausgewirkt. Maßgeblich für die höheren Abschreibungen von 29,1 Mio. € waren die letztjährigen hohen Investitionen in das Sachanlagevermögen für die Erweiterung der Produktionskapazitäten.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr von -12,9 Mio. € in 2020 auf -9,4 Mio. € in 2021 verbessert. Im Vorjahr war das Finanzergebnis durch den Besserungsschein belastet, dadurch reduzierte sich der sonstige Finanzaufwand um 3,3 Mio. €.

Steuern

Der Steueraufwand ist durch den Anstieg des Ergebnisses vor Steuern von 37,6 Mio. € in 2020 auf 51,1 Mio. € in 2021 angestiegen. Daraus resultiert eine effektive Steuerquote von 29,0 % (2020: 28,3 %) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern. Zu weiteren Details zu Steuern wird auf den Anhang des Konzernabschlusses in Kapitel 49 Ertragsteueraufwendungen verwiesen.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis konnte um 31,9 % deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau gesteigert werden und beträgt 126,0 Mio. € (2020: 95,5 Mio. €).

3.2. Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Langfristige Vermögenswerte 806.312 686.904
Kurzfristige Vermögenswerte 443.861 435.899
Bilanzsumme 1.250.173 1.122.803
PASSIVA
(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
Eigenkapital 532.496 499.075
Langfristige Schulden 289.917 246.041
Kurzfristige Schulden 427.760 377.687
Schulden 717.677 623.728
Bilanzsumme 1.250.173 1.122.803

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 119,4 Mio. € von 686,9 Mio. € in 2020 auf 806,3 Mio. € im Geschäftsjahr. Dieser deutliche Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung des Sachanlagevermögens von 596,6 Mio. € auf 711,3 Mio. € zum 31. Dezember 2021. Die wesentliche Ursache für diese Entwicklung ist das in 2019 begonnene Investitionsprogramm zur Kapazitätsausweitung. Dadurch wurden die Produktionskapazitäten an den beiden deutschen bestehenden Produktionsstätten erhöht. Bei der Erhöhung der immateriellen Vermögenswerte um 7,3 Mio. € wirken sich insbesondere der Zugang des Geschäfts- und Firmenwerts aus dem Erwerb der Mehrheit der Anteile an der VARTA Innovation GmbH sowie die Aktivierung von Entwicklungskosten von 4,8 Mio. € aus. Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 17,6 Mio. € sind leicht zurückgegangen im Vergleich zum Jahresende 2020 (31. Dezember 2020: 19,9 Mio. €).

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 435,9 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 443,9 Mio. € zum 31. Dezember 2021 und sind damit im Wesentlichen unverändert geblieben. Dabei stehen dem Anstieg der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bedingt durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens der Rückgang der Zahlungsmittel gegenüber. Der Rückgang der Zahlungsmittel wurde verursacht durch die Veränderung bei Vorräten und Forderungen sowie durch die hohen Investitionen in Produktionsanlagen.

Eigenkapital/​Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital ist von 499,1 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 532,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021 gestiegen. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 42,6 % (2020: 44,4 %). Der leichte Rückgang der Eigenkapitalquote ist einerseits auf die geplant hohe Investitionstätigkeit zur Kapazitätserweiterung zurückzuführen, andererseits auf die geleistete Dividendenzahlung an die Aktionäre der VARTA AG in Höhe von 100,2 Mio. €.

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden sind um 43,9 Mio. € von 246,0 Mio. € am 31. Dezember 2020 auf 289,9 Mio. € im Berichtsjahr angestiegen und beruhen größtenteils auf der Mittelaufnahme durch Kredite in Höhe von 59,6 Mio. € sowie zusätzlicher Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 16,9 Mio. €, die im Wesentlichen auf einen Gebäudezugang am Standort Nördlingen zurückzuführen sind. Gegenläufig verringerten sich die langfristig erhaltenen Anzahlungen um 33,0 Mio. €.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden haben sich von 377,7 Mio. € auf 427,8 Mio. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme einer flexiblen Betriebsmittellinie des Konsortialkredites in Höhe von 65,1 Mio. €.

Net Working Capital

Das Net Working Capital hat sich von 56,5 Mio. € zum Jahresende 2020 auf 134,2 Mio. € zum 31. Dezember 2021 erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von 77,8 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der Vorräte um 23,8 Mio. € sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 42,8 Mio. €. Die Net Working Capital Quote berechnet sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen der letzten 3 Monate hochgerechnet auf ein Jahr und liegt dabei bei 12,0 %. Bezogen auf diese Berechnungsmethode liegt die Net Working Capital Quote zum 31. Dezember 2020 bei 5,9 %.

Kapitalflussrechnung

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
Zahlungsmittelbestand zum 01. Januar 2021 121.889 244.781
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 114.503 232.863
Cashflow aus Investitionstätigkeit -179.333 -372.969
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 14.173 19.886
Nettoveränderung der Zahlungsmittel -50.657 -120.220
Auswirkungen von Wechselkursänderungen 1.875 -2.672
Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2021 73.107 121.889

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 114,5 Mio. € und liegt damit 118,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Dies ist vor allem auf die zahlungswirksame Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten um 75,6 Mio. €, den Rückgang von Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Personalvorsorge in Höhe von 53,3 Mio. €, den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte um 47,7 Mio. €, den Anstieg der Vorräte um 2,5 Mio. € und die Erhöhung der bezahlten Ertragsteuern um 12,4 Mio. € zurückzuführen. Gegenläufig wirken die Abschreibungen, die von 66,6 Mio. € auf 95,7 Mio. € gestiegen sind sowie die Steigerung des operativen Ergebnisses um 44,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von -373,0 Mio. € auf -179,3 Mio. € reduziert und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (CAPEX) betragen 174,8 Mio. € (2020: 302,2 Mio. €) und reduzierten sich erwartungsgemäß. In 2020 war die Kaufpreiszahlung für den Erwerb des VARTA Consumer Batteries Geschäfts enthalten, woraus eine weitere wesentliche Veränderung zu 2021 resultiert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr von 19,9 Mio. € in 2020 auf 14,2 Mio. € in 2021 verringert. Es wurden zusätzliche Kredite in Höhe von 164,6 Mio. € aufgenommen und damit ein bestehender Konsortialkredit in Höhe von 40,0 Mio. € sowie sonstige kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 8,4 Mio. € getilgt. Des Weiteren haben sich die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund des Verkaufes der Liegenschaften Dischingen mit vereinbarter Rückkaufsoption um 10,6 Mio €, sowie den Verbindlichkeiten aus dem Factoring um 13,0 Mio. € erhöht. Gegenläufig wirkten sich die Ausschüttungen in Höhe von 102,3 Mio. € aus.

Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2021 73,1 Mio. € (2020: 121,9 Mio. €). Einzelheiten zur Konzernfinanzierung sind in Kapitel 7 Angaben zur VARTA unter Verbindlichkeiten erläutert.

Gesamtaussage zur Vermögens- Finanz- und Ertragslage

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2021 kann festgehalten werden, dass die Entwicklung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage des VARTA Konzern insgesamt günstig verlaufen ist. Die Entwicklung entspricht grundsätzlich unseren Erwartungen.

4. Forschung und Entwicklung

Für den VARTA AG Konzern ergab sich für das Geschäftsjahr 2021 ein Anstieg des Forschungs- und Entwicklungsaufwandes auf 22,8 Mio. € (im Vorjahr: 20,9 Mio. €). Daraus resultiert eine F&E-Aufwandsquote von 2,5 % im Verhältnis zum Umsatz im Vergleich zu 2,4 % im Vorjahr.

Segment Lithium-Ion Solutions & Microbatteries

Auch in 2021 war die Weiterentwicklung im Bereich der wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für Premium True Wireless Stereo Headsets (TWS), ein Schwerpunkt. Im Vordergrund standen die weitere Steigerung der Energiedichte, die Evaluierung und Qualifizierung neuer Materialien für die CoinPower-Batterien, der Einsatz von günstigen Rohstoffen und die Entwicklung von effizienteren Fertigungsverfahren. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen eine Roadmap bis 2027 vorgestellt. Für die nächsten Versionen A5, A6 und A7 wurden höhere Energiedichten von bis zu knapp 100mAh angekündigt. Außerdem wurden zwei neue Serien mit noch höherer Energiedichte angekündigt: Die B-Serie mit einer auf Silizium basierten Anode sowie die C-Serie mit einer auf Carbon basierten Anode und einer LCO basierten Kathode.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand betrug für das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" von Januar bis Dezember 2021 insgesamt 18,9 Mio. € (im Vorjahr: 15,0 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 3,7 % zum Umsatz (im Vorjahr 3,0 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 auf 1,1 Mio. €. Die Aktivierungsquote beträgt 36,5 % (im Vorjahr 8,7 %). Im Bereich Microbatteries handelt es sich vor allem um die Entwicklung von kleineren und leistungsfähigeren Knopfzellen.

Segment Household Batteries

Das im Juli 2020 bezogene neue R&D Center in Dischingen hat 2021 das erste volle Betriebsjahr erlebt. 16 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker arbeiten hier an der Weiterentwicklung der Alkali-Mangan Batterie. Jeden Monat werden im R&D Center ca. 50 Batterieversuche durchgeführt und dazu insgesamt 10.000 Musterbatterien hergestellt. Die Leistung der AA und AAA Batterien wurde um bis zu 6 % gesteigert. Erzielt wurde dies durch ein optimiertes mechanisches Design, verbesserte Materialien und optimierte Rezepturen. Weitere Verbesserungen werden in 2022 umgesetzt.

Im Bereich Energiespeicher wurden Verbesserungen im gesamten Produktportfolio durch neue Funktionen und die Erweiterung der Konnektivität zu weiteren Geräteklassen erreicht. Neben dem Markteintritt in Belgien wurde die Vorbereitung und Zertifizierung ausgewählter Produkte für weitere Märkte in Europa vorangebracht. Für den VARTA pulse neo wurde die Kommunikation mit Ladestationen erweitert, um so die intelligente Beladung von E-Autos mit Strom von Zuhause zu ermöglichen.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Household Batteries" lag im Geschäftsjahr 2021 bei 3,9 Mio. € (2020: 5,9 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 1,0 % zum Umsatz (im Vorjahr: 1,6 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2021 auf 1,4 Mio. € (im Vorjahr: 1,6 Mio. €). Die Aktivierungsquote beträgt 9,8 % (im Vorjahr: 9,9 %).

5. Investitionen ohne M&A (CAPEX)

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Konzern als CAPEX bezeichnet. Dies stellt eine wichtige Steuerungsgröße von produzierenden Wachstumsunternehmen dar. Im Geschäftsjahr 2021 hat die VARTA AG ihr umfangreiches Investitionsprogramm fortgesetzt. Damit verfolgt das Unternehmen das Ziel umfangreiche Kapazitätserweiterungen im Bereich der CoinPower Zellen (TWS) aufzubauen und mit dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen die Grundlage für neue Geschäftstätigkeiten im Bereich der E-Mobilität zu schaffen.

Die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betragen im Geschäftsjahr insgesamt 174,8 Mio. € (Vorjahr: 302,2 Mio. €) und liegen damit innerhalb der Erwartungen.

Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen diente der nachfragebedingten Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Lithium-Ionen-Knopfzellen, dem Neubau am Produktionsstandort in Nördlingen und dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen. Weiterhin sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig.

6. Ertragslage Segmente

Das Unternehmen ist in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig. Im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" sind die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion Coin Power, Lithium-Ion Large Cells und Lithium-Ion Battery Packs zusammengefasst. Das zweite Segment "Household Batteries" umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Batteries Geschäft und Energy Storage Systems. Beide Segmente haben positiv zum Umsatz- und Ergebniswachstum beigetragen. Die Margen beider Segmente wurden deutlich gesteigert.

Lithium-Ion Solutions & Microbatteries

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01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020 Veränderung
Umsatz (in T€) 514.362 508.132 1,2%
Bereinigtes EBITDA (in T€) 216.494 186.993 15,8%
Bereinigte EBITDA Marge % 42,1% 36,8% 5,3 PP

Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" ist im Geschäftsjahr 2021 auf 514,4 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Neue Kundenprojekte mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Consumerprodukte, sind im dritten Quartal verzögert angelaufen und wurden dadurch im Berichtsjahr mit einem geringeren Anteil umsatz- und ergebniswirksam. Zusätzlich haben sich Preiserhöhungen von Rohstoffen belastend ausgewirkt, die nicht vollständig durch Effizienzsteigerungen kompensiert und nur teilweise an Kunden übertragen werden konnten. Unsere größten Kunden fertigen ihre Produkte (TWS) in Asien. Hier sind einzelne Fabriken durch Energieausfälle oder teilweise Lock Downs durch Covid-19 in ihren Produktionsmöglichkeiten eingeschränkt - was sich ebenfalls belastend ausgewirkt hat. Negativ haben sich auch die USD/​EUR Währungskursentwicklung und die Preisreduktionen in der nicht strategischen Assemblierung ausgewirkt. Bei den Hörgerätebatterien ist die weltweite Marktposition in einem strukturell wachsenden Markt weiter gut. Der Konzern profitiert derzeit von seinem sehr robusten Geschäftsmodell und von der deutlichen Zunahme der Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen. Im Geschäft mit den Lithium-Ion Battery Packs setzt sich das sehr hohe Wachstum fort.

Das bereinigte EBITDA ist von 187,0 Mio. € auf 216,5 Mio. € angestiegen (+15,8 %), was einer überproportionalen Steigerung gegenüber der Umsatzentwicklung entspricht. Die Ergebnissteigerung ist das Resultat aus weiteren Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen. Daraus resultiert eine bereinigte EBITDA-Marge von 42,1 % im Verhältnis zum Umsatz, was einer Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um 4,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Household Batteries

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01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020 Veränderung
Umsatz (in T€) 388.569 361.147 7,6%
Bereinigtes EBITDA (in T€) 66.362 54.036 22,8%
Bereinigte EBITDA Marge % 17,1% 15,0% 2,1 PP

Das Segment "Household Batteries" umfasst das Geschäft der Konsumentenbatterien und die Energiespeicherlösungen. Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist im Geschäftsjahr 2021 von 361,1 Mio. € auf 388,6 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 7,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Das bereinigte EBITDA ist von 54,0 Mio. € auf 66,4 Mio. € angestiegen (+22,8 %), was einer überproportionalen Steigerung gegenüber der Umsatzentwicklung entspricht.

Der Geschäftsbereich Consumer Batteries profitiert von der hohen Nachfrage und konnte seinen Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich steigern. Durch die Fokussierung auf das Markengeschäft wurde die Profitabilität gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum deutlich verbessert. Das Geschäft mit Energiespeicherlösungen ist im Geschäftsjahr erneut sehr dynamisch gewachsen und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach Heimspeichern. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 17,1 % im Verhältnis zum Umsatz, was einer Verbesserung um 2,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

7. Angaben zur VARTA AG

Der Lagebericht der VARTA AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst.

Beschreibung der Gesellschaft

Die VARTA AG ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben zur Steuerung des Konzerns sowie der operativen Tochtergesellschaften wahrnimmt. Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der VARTA AG.

Ertragslage

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2021 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1,6 Mio. € (2020: 1,3 Mio. €) erwirtschaftet. Diese resultieren aus der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH.

Aufwendungen und sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im gleichem Zeitraum von 2,7 Mio. € im Vorjahr auf 3,5 Mio. € in 2021 gestiegen. Wesentlich für die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge sind die Weiterbelastungen von Sponsoringaufwendungen an verschiedene Tochterunternehmen in Höhe von 1,3 Mio. € (2020: 0,9 Mio. €). Gegenläufig haben sich die niedrigeren Wechselkursgewinne, die vor allem aus der USD Umrechnung entstanden sind, ausgewirkt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 11,2 Mio. € in 2021 (2020: 8,9 Mio. €) und enthalten unter anderem Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von 2,8 Mio. € (2020: 2,6 Mio. €), Aufwand für Werbung und Public Relations in Höhe von 2,8 Mio. € (2020: 1,5 Mio. €) sowie die Inanspruchnahme von verschiedenen Service- und Dienstleistungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 2,3 Mio. € (2020: 0,9 Mio. €). Sponsoringvereinbarungen sowie Beraterleistungen führten zu erhöhten Aufwendungen im Bereich Werbung und Public Relations. Der Großteil dieser Aufwendungen wird an verschiedene Tochterunternehmen der VARTA AG weiterbelastet. Hieraus entstehen die oben erwähnten sonstigen betrieblichen Erträge.

Im Geschäftsjahr 2021 verringerte sich die Anzahl der Vorstandsmitglieder der VARTA AG von drei auf zwei Personen. Neben dem Vorstand waren zwei Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt. Insgesamt ist der Personalaufwand von 11,2 Mio. € in 2020 auf 6,5 Mio. € in 2021 gesunken.

Die Abschreibungen umfassen vor allem Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von rd. 1,0 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr in ihrer Höhe kaum verändert.

Finanzergebnis

Die Verbesserung des Zinsergebnisses von 7,1 Mio. € im Vorjahr auf 15,9 Mio. € in 2021 resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ebenfalls mit der VARTA Micro Production GmbH ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die aus dem Vertrag mit der VARTA Storage entstandenen Erträge im Geschäftsjahr 2021 wurden mit vororganschaftlichen Verlustvorträgen verrechnet, wodurch es zu keiner Gewinnabführung an die VARTA AG kam. Demnach beläuft sich das Ergebnis aus den Ergebnisabführungsverträgen mit der VARTA Microbattery GmbH sowie der VARTA Micro Production GmbH auf 138,8 Mio. €, was eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr von 29,2 Mio. € bedeutet.

Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 beläuft sich auf 147,9 Mio. € (2020: 139,4 Mio. €).

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

der VARTA AG

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(IN T€) 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2021 01. JAN. BIS 31. DEZ. 2020
1. Umsatzerlöse 1.565 1.257
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.511 2.683
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung T€ 27 (i. Vj. T€ 1.689)
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -6.488 -11.108
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -46 -43
-6.534 -11.151
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -984 -941
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.227 -8.898
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung T€ -35 (i. Vj. T€ -1.687)
6. Erträge aus Beteiligungen 677 0
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 677 (i. Vj. T€ 0)
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 138.753 110.146
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.833 7.766
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 16.344 (i. Vj. T€ 7.766)
9. Aufwendung aus Verlustübernahme 0 -564
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.954 -659
- davon an verbundene Unternehmen T€ -472 (i. Vj. T€ -133)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -32.619 -29.548
12. Ergebnis nach Steuern 109.021 70.091
13. Sonstige Steuern -348 0
14. Jahresüberschuss 108.673 70.091
15. Gewinnvortrag 39.186 69.340
16. Bilanzgewinn 147.859 139.431

Vermögens- und Finanzlage

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 159,6 Mio. € von 430,3 Mio. € in 2020 auf 590,0 Mio. € zum 31. Dezember 2021 erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Finanzanlagen von 428,2 Mio. € auf 588,7 Mio. € zurückzuführen. Diese Entwicklung resultiert aus den gestiegenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften im Wesentlichen zur Finanzierung von Investitionen in Produktionskapazitäten bei den Tochtergesellschaften.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Das Umlaufvermögen stieg um 14,0 % von 135,5 Mio. € in 2020 auf 154,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021. Ursache hierfür sind die gestiegenen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese betreffen im Wesentlichen Forderungen aus den abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträgen mit der VARTA Microbattery GmbH sowie der VARTA Micro Production GmbH in Höhe von 138,8 Mio. € (2020: 110,1 Mio. €).

Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände ist in erster Linie auf den im Kaufvertrag mit der Energizer Holdings Inc. vereinbarten Steuererstattungsanspruch zurückzuführen, der den Ausgleich von Steuern aus den Zeiträumen vor dem Erwerb des VARTA Consumer Batteries Geschäfts regelt. Zum 31. Dezember 2021 ergibt sich dadurch eine bestehende Forderung in Höhe von 7,8 Mio. € (2020: 13,2 Mio. €). Zudem haben sich die Forderungen gegen das Finanzamt (insbesondere aus der Umsatzsteuer) um 3,6 Mio. € vermindert.

Zahlungsmittel

Das Guthaben bei Kreditinstituten sank von 1,1 Mio. € in 2020 auf 0,2 Mio. € in 2021.

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich insgesamt um 8,4 Mio. € von 430,8 Mio. € in 2020 auf 439,2 Mio. € zum 31. Dezember 2021 erhöht. Dieser Anstieg stammt aus der Erhöhung des Bilanzgewinns, welcher im Wesentlichen auf das bessere operative Ergebnis der Organgesellschaften und die erstmalige Ergebnisabführung der VARTA Micro Production GmbH zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung an die Aktionäre der VARTA AG in Höhe von 100,2 Mio. € aus.

Rückstellungen

Die Rückstellungen sind mit 43,1 Mio. € nahezu unverändert gegenüber 2020 geblieben. Der Anstieg der Steuerrückstellungen ist auf das verbesserte Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr zurückzuführen. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen resultiert aus den verringerten Bonusverpflichtungen sowie der verringerten erfolgsabhängigen Vergütungen der Vorstände aufgrund der Veränderung der Anzahl der Vorstandsmitglieder.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben sich um 171,6 Mio. € von 88,4 Mio. € in 2020 auf 260,0 Mio. € in 2021 erhöht.

Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der in 2019 aufgenommene Konsortialkredit vollständig zurückbezahlt und ein neuer Konsortialkreditvertrag in Höhe von 235,0 Mio. € abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden 165,0 Mio. € der Kreditlinie in Anspruch genommen. Von der Inanspruchnahme werden 100,0 Mio. € als langfristig ausgewiesen. Diese sind in den nächsten fünf Jahren zurückzuführen. Sowohl der kurzfristige als auch der langfristige Anteil unterliegen einer variablen Verzinsung, welche sich aus Marge und EURIBOR zusammensetzt. Der EURIBOR ist dabei auf Null begrenzt, falls dieser negativ ist. Des Weiteren resultiert die Erhöhung aus der konzerninternen Aufnahme von Darlehen von der VARTA Consumer Europe Holding GmbH sowie der VHB Real Estate Holdings LLC.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der VARTA AG

Die wirtschaftliche Lage der VARTA AG hängt im Wesentlichen von der Entwicklung ihrer Tochtergesellschaften ab. An den operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften partizipiert die VARTA AG über deren Ausschüttungen und Ergebnisabführungen. Damit entspricht die wirtschaftliche Lage der VARTA AG im Grundsatz der des VARTA Konzerns, die im Abschnitt Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage erläutert ist.

Bilanz zum 31. Dezember 2021

der VARTA AG

Aktiva

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 906 1.683
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 363 248
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 150
363 398
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 117.720 117.063
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 470.962 311.176
588.682 428.239
589.951 430.320
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 140.925 111.402
2. Sonstige Vermögensgegenstände 13.312 23.030
154.237 134.432
II. Guthaben bei Kreditinstituten 239 1.054
154.476 135.486
C. Rechnungsabgrenzungsposten 63 119
D. Aktive latente Steuern 4.585 2.656
Bilanzsumme 749.075 568.581
PASSIVA
(IN T€) 31. DEZEMBER 2021 31. DEZEMBER 2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 40.422 40.422
II. Kapitalrücklage 244.121 244.121
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklagen 6.811 6.811
IV. Bilanzgewinn 147.859 139.431
439.213 430.785
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 36.580 30.040
2. Sonstige Rückstellungen 6.556 12.988
43.136 43.028
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 165.061 40.031
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 749 894
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 93.460 46.614
4. Sonstige Verbindlichkeiten 733 847
- davon aus Steuern T€ 136 (i. Vj. T€ 262)
260.003 88.386
D. Passive latente Steuern 6.723 6.382
Bilanzsumme 749.075 568.581

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der VARTA AG hängt maßgeblich von den Chancen und Risiken des VARTA AG Konzerns ab, die im Prognose-, Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts des VARTA AG Konzerns beschrieben werden.

Es besteht das Risiko, dass die Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in ihrer Werthaltigkeit beeinträchtigt sind. Dies wird mindestens einmal jährlich überprüft. Ein Wertminderungsbedarf wurde im Geschäftsjahr 2021 nicht identifiziert.

Darüber hinaus ist auf die Risiken aus Altlasten hinzuweisen, die bei der VARTA AG bestehen. Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten, die eine Haftung des Verursachers begründen, jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert. Die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen, hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von 20 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2031 abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden.

Ausblick

Die Erwartungen für die VARTA AG hinsichtlich ihrer finanziellen Indikatoren sowie des Risikoprofils folgen im Wesentlichen (aufgrund ihrer Bedeutung im Konzern und der Verflechtungen der Konzerngesellschaften) den Prognosen des VARTA AG Konzerns, die ausführlich im Ausblick und im Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts beschrieben werden. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ergebnisses der VARTA AG hängt maßgeblich von den Ergebnisbeiträgen ihrer operativen Tochtergesellschaften ab, die der VARTA AG zumindest teilweise direkt über die bestehenden Ergebnisabführungsverträge zufließen. Die prognostizierte Entwicklung der operativen Tochtergesellschaften impliziert, auch im Einklang mit den Erwartungen auf VARTA AG eine leicht positive Ergebnisentwicklung.

8. Mitarbeitende

Die erfolgreiche Entwicklung der Gruppe basiert auf der Kompetenz und den Fähigkeiten der Mitarbeitenden, sowie ihrer Identifikation mit dem Unternehmen. Neben der Ausbildung der Mitarbeitenden sorgen Fortbildungen und Schulungen für ein hohes Kompetenzniveau. Der Konzern ist an engagierten und motivierten Mitarbeitenden interessiert, die in einem starken Team die Innovation des Unternehmens weiter vorantreiben möchten.

Die Mitarbeitenden zeichnen sich durch eine sehr hohe Leistungsbereitschaft, Motivation und Loyalität aus. Dies drückt sich auch in einer niedrigen Fluktuationsquote von 3,5 % aus. Der Konzern legt großen Wert auf nachhaltige Personalpolitik, um damit Effizienz und Zufriedenheit zu steigern. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die einzigartige Unternehmenskultur. Das bereits gelebte Wertesetting, das alle Mitarbeitende verbindet, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr neu visualisiert und kommuniziert.

Es soll sichergestellt werden, dass sich Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen binden und sich anhand gemeinsamer Unternehmensziele und -werte mit VARTA identifizieren. Durch eine langjährige Betriebszugehörigkeit bringen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen exzellente Fachkenntnisse in ihren Aufgabengebieten mit.

Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber stellen Arbeitssicherheit und Gesundheit im VARTA AG Konzern wichtige Säulen für die Beschäftigung dar. Auch 2021 stellte die Covid-19 Pandemie eine besondere Herausforderung für das Unternehmen und seine Mitarbeitenden dar. Durch frühzeitige und umfangreiche Hygienemaßnahmen, Arbeitsplatzrotation zwischen mobilem Arbeiten und Betrieb sowie organisatorische Maßnahmen, durch die eine Kontaktreduktion beim Schichtwechsel erreicht wurde, gelang es, das Infektionsrisiko niedrig zu halten.

Im Geschäftsjahr 2021 hat die VARTA Academy ihr Ausbildungszentrum eröffnet. Auf über 1.000 m 2 bietet das Unternehmen State-of-the-Art-Applikationen und -Geräte wie Laserbeschriftungen oder 3D-Drucker. Digitale Lernplattformen ergänzen zeit- und ortsunabhängig die Wissensvermittlung. VARTA bietet ein breites Angebot an Ausbildungsberufen im technischen und kaufmännischen Bereich sowie duale Studienrichtungen mit den Schwerpunkten Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und BWL an.

Arbeitgeberattraktivität

Durch gezielte Maßnahmen wird versucht, die Mitarbeitenden durch attraktive Angebote und Kooperationen an das Unternehmen zu binden.

Die Führungskräfte des Konzerns treffen sich außerdem jährlich in einer Führungskräftetagung. Pandemiebedingt wurde diese 2021 online abgehalten. Weiterhin werden gezielte Entwicklungsinitiativen für die Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens gefördert.

Die Anzahl der Mitarbeitenden der gesamten Gruppe erhöhte sich von 4.584 Mitarbeitenden im Vorjahr auf 4.666 Mitarbeitenden zum 31. Dezember 2021. In Summe verteilten sich die Mitarbeitenden zum Bilanzstichtag wie folgt auf die Regionen:

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2021 2020
Europa 3.858 3.757
Asien 780 799
USA 28 28

9. Chancen- und Risikobericht

9.1. Chancen- und Risikomanagementsystem

Zur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie zum Umgang mit bestehenden Risiken hat die Gesellschaft Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen eingerichtet, die in einem Risikofrüherkennungs-, internen Kontroll- sowie Risikomanagementsystem verankert sind.

Das Risikomanagementsystem beurteilt und fokussiert auf operative, finanzielle, strategische und sonstige Risiken auf Konzernebene. Dieses steht im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG. Hierbei werden die Risiken anhand einer Risikomatrix als gering, mittel oder hoch eingeordnet (siehe Matrix). Es wird keine Risikoquantifizierung zur Einschätzung von rechtlichen und Compliance-Risiken vorgenommen, gleichwohl werden diese Risiken angemessen berücksichtigt.

Als produzierendes Unternehmen wird auf externe Faktoren wie z.B. Rohstoffpreise geachtet, die das Ergebnis negativ beeinflussen könnten. Ebenso müssen interne Prozesse aufgrund der wachsenden Unternehmensgröße laufend optimiert werden. Chancen werden im technologischen Fortschritt kabelloser Geräte gesehen. Insgesamt wird die Risikosituation als beherrschbar eingeschätzt.

Wesentliche Bausteine des Systems sind ein strategisch ausgerichtetes Planungssystem, eine jährliche Budgetplanung, die mehrfach innerhalb des laufenden Jahres überprüft und an die aktuellen Erkenntnisse angepasst wird, monatliche Plan-Ist-Vergleiche sowie die frühzeitige und regelmäßige Kommunikation von Risiken und Chancen. Unterstützt wird dieses Risikomanagement durch regelmäßige Sitzungen des Managements, in denen ausführlich Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung analysiert und erörtert werden.

Die folgende Abbildung zeigt die angewendeten Bandbreiten zur Quantifizierung von Risiken.

9.2. Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage durch den Vorstand

Der Vorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist und auch im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht. Nach der Einschätzung des Vorstands sind die im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Zugleich besteht die Überzeugung, dass der Konzern strategisch und finanziell gut aufgestellt ist, um sich bietende Chancen zu nutzen.

Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung der Erfolgsfaktoren darstellen und eine materielle Auswirkung auf die Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswertes einzelnen Risikoklassen zuordnen (hoch, mittel, gering). Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich gemessen und setzt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und dem zu erwartenden Effekt des Schadensausmaßes auf das Konzernergebnis zusammen.

Für jeden Geschäftsbereich gibt es einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereiches dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Innerhalb einzelner Geschäftsbereiche gibt es Verantwortliche (Risk Owner) für die verschiedenen Risikobereiche, die an den jeweiligen Risikoverantwortlichen des Geschäftsbereiches berichten. Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Risikomanagement im Zentralbereich "Corporate Controlling" angesiedelt. Das Risikomanagement wird in regelmäßigen Abständen auf Effektivität geprüft und gegebenenfalls verbessert.

9.3. Internes Kontrollsystem

Einen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikosystem des VARTA AG Konzerns dar. Demnach werden unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die VARTA AG Gruppe maßgeblichen Vorschriften gerichtet sind.

In den einzelnen Konzerngesellschaften ist ein den jeweiligen Verhältnissen angemessenes internes Kontrollsystem implementiert, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Rechnungswesen besteht das Prinzip der Funktionstrennung.

Es gibt konzernweit einheitliche Bilanzierungsrichtlinien. Weiterhin ist das Rechnungswesen weitestgehend am Hauptsitz des Unternehmens, am Standort in Ellwangen, zentralisiert.

Der Vorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

9.4. Risikosituation

Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das Konzernergebnis wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenerwartungswerts des Risikos angegeben, der vor Ergreifen von Gegenmaßnahmen vorliegt, d.h. der Brutto-Schadenswert.

Die Risikosituation stellt sich für den VARTA AG Konzern wie folgt dar:

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RISIKOKLASSE EINZELRISIKEN BRUTTOSCHADENSERWARTUNGSWERT
Operative Risiken Produktions- und Logistikrisiken gering
Gefährdungen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes gering
Beschaffungsrisiken hoch
Anhaltender Preisdruck gering
IT gering
Strategische Risiken Einschränkungen durch mögliche Ersatztechnologien mittel
Abhängigkeit von einem Kunden mittel
Patentverletzung durch Wettbewerber gering
Marktverschiebung /​ Trend gering
Finanzielle und Ausfall-Risiken Fremdwährungsrisiken gering
Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente gering
Ausfallrisiken aus Lieferungen und Leistungen gering
Steuernachzahlungen gering
Sonstige Risiken Compliance-Risiken gering

9.5. Operative Risiken

Durch das Wachstum werden mehr Produktions- und Lagerflächen benötigt, was durch Nutzung von bisher freien Flächen innerhalb der bislang verfügbaren Produktions- und Lagerflächen zu einer Erhöhung von Brandrisiken führt. Dieses Risiko wird in Verbindung mit den erweiterten Produktions- und Lagerflächen für 2021 und fortfolgende Jahre mittlerweile als gering eingeschätzt.

Gefährdungen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes werden durch umfassende Verfahrens- und Kontrollvorgaben begrenzt. Zusätzlich besteht ein risikoadäquater Versicherungsschutz.

Beschaffungsrisiken, vor allem bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten, werden durch permanente Marktbeobachtungen, durch eine langfristig angelegte und auf Qualität setzende Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie durch den Bezug strategischer Komponenten von mehreren Lieferanten minimiert. Die aktuelle angespannte politische als auch wirtschaftliche Situation strahlt auch auf unsere Beschaffungskette aus. Verteuerung an den Beschaffungsmärkten und diverse Lieferengpässe bei unterschiedlichen Materialien sowie logistische Engpässe stellen auch für VARTA ein Risiko dar. Die Beschaffungs- und Logistikrisiken werden für VARTA zum gegenwärtigen Zeitpunkt als hoch eingeschätzt. Sollte sich die Auseinandersetzung in Osteuropa weiter zuspitzen, sind negative Auswirkungen auf unsere Produktion (Energiekosten) und somit den Umsatz sowie das Ergebnis nicht auszuschließen. Bisher konnte sich die VARTA AG im aktuellen Umfeld behaupten und ihre Kunden entsprechend bedienen.

Dem Preisdruck, insbesondere der asiatischen Wettbewerber durch deren Lohnkostenvorteil, begegnet die Gesellschaft durch technologisch führende und innovative Produkte, die in hoher Qualität zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit des VARTA AG Konzerns, neue Batterietechnologien in eine Massenproduktion zu überführen.

Die zentrale IT-Abteilung des Konzerns ist weltweit für alle Informationssysteme und Berechtigungen der Anwender zuständig. Die IT-Landschaft ist global einheitlich und wenig fragmentiert. Hierbei wird mit wachsender Unternehmensgröße der nahtlose Zugriff auf relevante Daten, Systeme und technische Anwendungen für die Mitarbeitenden gewährt. Die IT überwacht kontinuierlich den Systembetrieb, überprüft regelmäßig die bestehenden Berechtigungen der einzelnen Anwender und passt gegebenenfalls die Zugriffsrechte auf die einzelnen Systeme an. Aus diesem Grund wird das Risiko im IT-Bereich auch als beherrschbar eingeschätzt.

Das Unternehmen ist auch angesichts der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankenden Infektionsraten sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den eigenen Standorten läuft seit Beginn der Pandemie ohne Unterbrechungen, Auswirkungen auf die Lieferketten gab es bis dato nicht. Basierend auf den Erkenntnissen mit Covid-19 aus dem Jahr 2020 sowie aus 2021 sieht sich die VARTA AG mit den ergriffenen Maßnahmen als gut aufgestellt.

Trotzdem sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern nicht auszuschließen. Dies könnte sowohl die Produktionsmöglichkeiten an unseren Standorten, unsere Transportmöglichkeiten zu unseren Kunden als auch Beeinträchtigungen unserer Lieferanten betreffen. Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Das Risiko wird gegenwärtig als gering eingeschätzt.

9.6. Strategische Risiken

Das Produktportfolio trägt zu einer erfolgreichen Positionierung gegenüber den Wettbewerbern bei. Der VARTA AG Konzern steht für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Das Risiko der technologischen Substitution wird als mittel eingeschätzt. Durch eine ständige Marktbeobachtung und einen engen Kontakt zu innovativen Herstellern kann dieses Risiko reduziert werden.

Das starke Marktwachstum bei wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Kopfhörer animiert asiatische Wettbewerber zum Nachbau der patentgeschützten Produkte. Die Gesellschaft besitzt relevante Schutzrechte in Europa, USA, China und Japan und geht, sofern erforderlich, mit rechtlichen Schritten gegen Patentverletzungen vor. Das Risiko wird, nach ersten Erfolgen vor dem US Patentamt, als gering eingestuft.

Insbesondere die Technologiebeherrschung und Innovationsfähigkeit sind eine wesentliche Stärke. Durch den Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie ein großes Netzwerk an Forschungspartnern ist der Konzern exzellent aufgestellt, um den technologischen Fortschritt des relevanten Industriebereiches mitzugestalten. Die Einschränkung durch mögliche Ersatztechnologien wird sehr genau beobachtet. Mittelfristig werden keine wesentlichen Auswirkungen von möglichen Ersatztechnologien auf das Kerngeschäft des Konzerns gesehen. Es besteht eher die Chance, die technologische Entwicklung in den Geschäftssegmenten mitgestalten zu können.

Dennoch müssen in einem stark wachsenden und innovativen Umfeld natürlich zu jedem Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen für das Unternehmen getroffen werden, um entsprechend langfristig und erfolgreich am Markt bestehen zu können. Trotz der externen Natur der meisten Risiken müssen strategische Risiken rechtzeitig erkannt und entsprechend darauf reagiert werden. Zur frühzeitigen Erkennung der Risiken wird das Markt- und Wettbewerbsumfeld permanent beobachtet. Das mögliche Ausmaß der Risiken bemisst sich maßgeblich an der Größe des Absatzvolumens. Je nach Ausprägung werden produktspezifische und gegebenenfalls regional unterschiedliche Maßnahmen ergriffen.

Die Kundenkonzentration hat, bedingt durch das starke Wachstum im Bereich Entertainment, zugenommen. Die Gesellschaft begegnet der höheren Kundenkonzentration im Bereich Li-Ionen CoinPower durch die Verbreiterung der Kundenbasis. Durch die Akquisition von VARTA Consumer sind die Umsatzströme deutlich differenzierter und die Konzentration auf einen Kunden kann dadurch mitigiert werden. Insgesamt wird dieses Risiko als mittel eingestuft.

9.7. Finanzielle und Ausfallrisiken

Durch das internationale Vertriebsgebiet und den weltweiten Einkauf von Rohstoffen und Komponenten entstehen Fremdwährungsrisiken für den Konzern. Diese Risiken werden eingehend analysiert und bewertet. Fremdwährungsrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert und dadurch reduziert. Den Termingeschäften stehen operative Zahlungsströme in zumindest vergleichbarer Höhe gegenüber. Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich mit Geldinstituten von guter Bonität abgeschlossen. Für Kreditbeziehungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitestgehend Kreditversicherungen zur Minimierung des Ausfallrisikos abgeschlossen. Ferner werden zur Bonitätsbeurteilung von Kunden und zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Kreditauskünfte eingeholt und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere zum Zahlungsverhalten, berücksichtigt. Dafür ist ein umfassendes Debitorenmanagement eingerichtet. Soweit bei den einzelnen finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese entsprechend wertberichtigt.

Weitere Risiken, die sich aus dem geschäftsüblichen Zahlungsverkehr oder durch mögliche Steuernachzahlungen ergeben, werden als gering eingeschätzt.

Mit der Zusage von Fördermitteln in Höhe von ca. 300 Mio. € im Rahmen der Initiative IPCEI ("Important Projects for Common European Interest") treibt die VARTA AG die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen Batterien weiter voran. Das stellt für den Konzern eine Chance dar, mit diesen Mitteln neue Technologien zu entwickeln und damit neue Märkte zu erschließen. Die VARTA AG hat an dieser Stelle Auflagen für die Inanspruchnahme der Mittel zu erfüllen. Bei Nichteinhaltung der Förderbedingungen besteht das Risiko einer anteiligen Rückzahlung. Zur Überwachung und Steuerung des Risikos ist ein Monitoring Prozess installiert. Dadurch können Abweichungen unmittelbar festgestellt und Gegensteuerungsmaßnahmen initiiert werden.

Verbleibende Restrisiken sind als unwesentlich anzusehen.

9.8. Sonstige Risiken

Unter sonstige Risiken werden alle verbleibenden Risiken erfasst, die sich nicht den anderen Risikoklassen zuordnen lassen. Unter Compliance-Risiken werden Strafen, finanzielle oder andere materielle Ausfälle aufgrund von Gesetzesverstößen und der Nichteinhaltung von unternehmensinternen Vorschriften oder Grundsätzen verstanden. Die Compliance-Risiken werden insgesamt als gering eingestuft.

9.9. Chancen der künftigen Entwicklung

Bezüglich der weiteren Entwicklung des VARTA AG Konzerns ist neben den insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Entwicklung der für den Konzern relevanten Märkte für Batterieanwendungen von entscheidender Bedeutung.

Ein Erfolgsfaktor ist die zentralisierte und EDV-gestützte Planung und Steuerung der weltweiten Warenströme. Dadurch ist der Konzern in der Lage, gesellschafts- und länderübergreifend die Warenströme zu optimieren. Mit dem weiteren Ausbau eines Fertigungsstandortes in Deutschland wird der Aufbau von Produktionskapazitäten vorangetrieben, um die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien bedienen zu können.

9.10. Gesamtbild der Risikolage des Konzerns

Risiken aus ungünstigen Entwicklungen bei Währungskursen wurde durch Absicherung der Hauptwährungen entgegengewirkt. Dem Risiko steigender Rohstoffpreise und der Logistik-/​Transportkosten aus dem Bereich der operativen Risiken soll durch Verkürzung der Transportwege begegnet werden. Mehrkosten, die aus der Lieferkette resultieren, und nicht über Effizienz kompensiert werden können, werden in Form von Preiserhöhungen an den Kunden weitergegeben, um das Gesamtrisiko für die VARTA AG zu mitigieren. Risiken durch Lohnkostennachteile gegenüber Wettbewerbern überwiegend aus dem asiatischen Raum, welche ebenfalls im Bereich der operativen Risiken angesiedelt sind, wird durch die weitere Automatisierung der Fertigungsprozesse in Deutschland sowie die optimale Nutzung des Produktionsnetzwerks in Asien und Osteuropa begegnet. Den Risiken durch fehlende Produktions- und Lagerflächen wirken Gebäudeerweiterungen entgegen. Um dem Risiko der Abhängigkeit von Einzelkunden entgegenzuwirken, wird die Kundenbasis verbreitert. Auch trägt die Akquisition von VARTA Consumer im Vorjahr zur Diversifizierung der Umsatzströme bei. Durch ständige Marktbeobachtung und Produktentwicklung begegnet die Gesellschaft dem Risiko von Ersatztechnologien.

Aufgrund der dargestellten und bewerteten Chancen und Risiken, sowie der Überprüfung der Tragfähigkeit für die VARTA Gruppe, werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die strategischen Ziele des Konzerns erwartet.

10. Ausblick

Das strukturelle Wachstum der Kernmärkte, die nach eigener Einschätzung starke Marktposition in diesen Kernmärkten sowie die weiterhin hohen Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten werden zu einer positiven Geschäftsentwicklung in 2022 führen. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme konstanter Währungskurse.

Das Unternehmen ist trotz der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankenden Infektionsraten unverändert sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den eigenen Standorten läuft seit Beginn der Pandemie ohne Unterbrechungen. Während weltweit viele Unternehmen unterbrochene Lieferketten beklagen mussten, konnten diese bei VARTA vollständig aufrechterhalten werden. Trotzdem sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern nicht auszuschließen.

Die aktuell kriegerische Lage in der Ukraine sowie die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung ist in ihren Auswirkungen auf das Unternehmen schwer zu bewerten. Der Umsatzanteil mit der Ukraine, Belarus und Russland beträgt weniger als 1 % vom Konzernumsatz und findet ausschließlich über Lieferverträge statt; eigene Werke betreibt das Unternehmen in diesen Ländern nicht. VARTA unterhält auch keine Lieferantenbeziehungen auf der Beschaffungsseite. Somit wird derzeit der potentiell negative Einfluss aus diesem Krisengebiet als gering eingeschätzt. Die durch diese Krise entstehenden Kostensteigerungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen sind nicht abschätzbar, auch nicht ob sie anhaltend wirken. Das Unternehmen erwartet diese Kostensteigerungen über Preiserhöhungen an Kunden weitergeben zu können. Dies erfolgt mit einer zeitlichen Verzögerung und in Abhängigkeit von der Markt- bzw. Konkurrenzsituation.

Gegen mögliche Unterbrechungen der Lieferketten wird mit einer erhöhten Bevorratung von Rohstoffen entgegengewirkt. Bei länger andauernden Unterbrechungen oder anhaltend steigenden Rohstoffpreisen können Produktionsunterbrechungen oder eine Ergebnisbeeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden.

Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Dies kann durch die andauernde Pandemie verursacht werden. Zusätzlich besteht weltweit eine sehr hohe Nachfrage nach Halbleitern, die zu Produktionsunterbrechungen führen oder die Hersteller dazu veranlassen kann, die ihnen zur Verfügung stehenden elektronischen Komponenten selektiv einzusetzen.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Die nachfolgend dargestellte Prognose wurde vor Ausbruch der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine aufgestellt. Wir gehen mit dem heutigen Kenntnisstand davon aus, dass unsere Annahmen, die unserer bisherigen Prognose zugrunde liegen, nicht wesentlich durch den Ausbruch der Ukraine-Krise betroffen sind.

VARTA AG Konzern

In Anbetracht der vielfältigen Risiken erwartet das Unternehmen für 2022 einen Konzernumsatz zwischen 950 Mio. € und 1 Mrd. €. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von bis zu rund 10 %.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) soll zwischen 260 Mio. € und 280 Mio. € liegen im Vergleich zu 282,9 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die oben genannten Risiken und die Anlaufkosten für die V4Drive Zelle beeinträchtigen die Ergebnisentwicklung.

VARTA investiert unverändert in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien mit den folgenden zwei Schwerpunkten. Nach Fertigstellung der Pilotanlage für V4Drive Rundzellen wird der Fokus auf dem Aufbau weiterer hoch automatisierter Fertigungskapazitäten liegen, um die bestehenden und die erwarteten weiteren OEM Verträge erfüllen zu können. Die Kapazitäten für CoinPower Zellen (TWS) werden je nach Nachfragesituation erhöht. Dies kann auf Grund des in 2021 fertiggestellten Neubaus in Nördlingen kurzfristig erfolgen.

Der CAPEX, die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, wird das Niveau des Geschäftsjahres 2021 übersteigen und könnte je nach Investitionsbedarf für die V4Drive Zelle zwischen 230 und 280 Mio. € liegen.

Segment Lithium-Ion Solutions & Microbatteries

Der Schwerpunkt von "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" liegt im OEM-Geschäft mit Lithium-Ionen- und Zink-Luft-Batterien sowie dem Lithium-Ion Battery Packs Geschäft. Die aktuelle Situation beeinträchtigt die grundsätzlich gute Nachfrage nach LithiumIonen-Batterien für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower. VARTA kann durch die kurzfristige Erweiterung der Produktionskapazitäten Wachstumschancen wahrnehmen. Im Bereich der Hörgerätebatterien soll die marktführende Position in einem strukturell wachsenden Markt weiter gefestigt werden. Das Unternehmen erwartet eine moderate Entwicklung im Bereich der Zink-Luft Zellen und profitiert von seinen hoch automatisierten und effizienten Produktionsanlagen. Der strukturelle Wandel hin zu wiederaufladbaren Hörgerätebatterien wird auch in 2022 zu hohen Wachstumsraten im wiederaufladbaren Bereich führen. Für den Bereich LithiumIon Battery Packs werden sehr hohe Wachstumsraten erwartet.

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" wird im Geschäftsjahr 2022 auf vergleichbarer Basis sehr deutlich wachsen. Der Schwerpunkt des Wachstums wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Das bereinigte EBITDA wird wegen der Anlaufkosten für die V4Drive Zelle voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen.

Segment Household Batteries

Das Consumer-Batteriegeschäft bildet zusammen mit dem Energiespeicher-Geschäft das Segment "Household Batteries". Der Fokus liegt auf dem Konsumentengeschäft mit eigenem Vertrieb, Marketing und Produktion.

Das Consumer-Geschäft wird im Geschäftsjahr 2022 weiterwachsen, hierbei steht der weitere Ausbau des Markengeschäfts im Vordergrund. Bei den stationären Energiespeichern wird ein sehr deutliches Umsatzwachstum erwartet, das mindestens dem des Marktwachstums entsprechen soll.

Das Segment "Household Batteries" wird im Geschäftsjahr 2022 vergleichbar mit 2021 wachsen. Das bereinigte EBITDA wird nahezu auf Vorjahresniveau erwartet. Belastend wirken sich höhere Rohstoffpreise und Währungskursschwankungen aus.

In die Prognosen für Chancen und Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung fließen die langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein. Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft beziehen. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

11. Nachtragsbericht

Es wird auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über die Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen.

12. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG, dass die VARTA AG, Ellwangen (Jagst), bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen nach § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden.

13. Übernahmerechtliche Angaben

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG beträgt zum 31. Dezember 2021 40.421.686 €. Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1 € repräsentieren.

Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands

Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgen auf der Grundlage der §§ 84, 85 AktG. Der Vorstand besteht gem. § 6 der Satzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Mitglieder des Vorstands wird vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands (CEO) sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen, aktuell noch bis zu einem Betrag von 9.618.314,00 € (genehmigtes Kapital I) bzw. bis zu einem Betrag von 2.960.000 € (genehmigtes Kapital 2017 II), zu erhöhen. Vom genehmigten Kapital wurde im Geschäftsjahr kein Gebrauch gemacht. Zudem wurde in der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 11.840 T€ zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten beschlossen.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Es bestehen keine Beschränkungen der Stimmrechte. Alle Aktien der Gesellschaft sind mit dem gleichen Stimmrecht ausgestattet. Es bestehen keine Einschränkungen hinsichtlich der Übertragbarkeit der Aktien der Gesellschaft.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Herr Prof. DDr. Michael Tojner ist als Aufsichtsratsvorsitzender der VARTA AG und Hauptaktionär der Montana Tech Components AG, Reinach (Schweiz), über deren Tochtergesellschaft VGG AG, Wien (Österreich), mit 55,45 % an der VARTA AG beteiligt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Ellwangen (Jagst), 29. März 2022

VARTA Aktiengesellschaft

Vorstandsvorsitzender (CEO) Herbert Schein

Finanzvorstand (CFO) Armin Hessenberger

Technikvorstand (CTO) Rainer Hald

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst), - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der VARTA Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Finanzanlagen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Anhang unter Punkt 2. Angaben zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und zu den Ausleihungen an verbundene Unternehmen finden sich unter den Punkten 4 (Anlagevermögen) und 24 (Aufstellung des Anteilsbesitzes) im Anhang.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2021 werden unter den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 117.720 und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 470.962 ausgewiesen. Der Anteil dieser Finanzanlagen an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 78,6 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Für Ausleihungen wird in Abhängigkeit von der verbleibenden Laufzeit zur Ermittlung des beizulegenden Wertes ebenfalls das Discounted-Cashflow-Verfahren verwendet.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen ist komplex und beruht auf einer Reihe von ermessensbehafteten Faktoren. In die Bewertung auf Basis des Discounted-Cashflow-Verfahrens fließen Annahmen der Gesellschaft ein, die mit Schätzungen und Ermessensspielräumen verbunden sind. Die bedeutsamsten Annahmen zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen stellen dabei die erwarteten künftigen Zahlungsströme, das erwartete langfristige Wachstum sowie die verwendeten Diskontierungszinssätze dar.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Finanzanlagen nicht werthaltig sind.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen. Dazu haben wir in Gesprächen mit den gesetzlichen Vertretern ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die Ausgestaltung und Implementierung der Kontrollen für den Prozess der Planungserstellung beurteilt. Anschließend haben wir durch einen retrospektiven Vergleich der Planwerte für die Umsatzerlöse und für das Ergebnis vor Steuern aus den vergangenen Jahren mit den tatsächlich eingetretenen Ist-Werten die Planungssicherheit der Gesellschaft beurteilt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Prüfungshandlung haben wir zusätzliche Nachweise für die Planung der zukünftigen Geschäftsjahre angefordert.

Daraufhin haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie des Bewertungsmodells der Gesellschaft für ausgewählte wesentliche Anteile und Ausleihungen beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert und mit zugehörigen Nachweisen abgestimmt. Außerdem haben wir Abstimmungen mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung für das erste Planungsjahr vorgenommen und die Fortschreibung der Planung über die Planungsperiode verifiziert.

Die dem Diskontierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, haben wir gewürdigt und das Berechnungsschema nachvollzogen.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Vorgehensweise zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen unter Berücksichtigung der bedeutsamsten Annahmen ist insgesamt angemessen. Die angewandte Bewertungsmethode ist sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:

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den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellten gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernbericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und
die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird.

Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "GesamterEinzelabschlussinkl.Lagebericht_​20220328 _​Paginierung2_​1648492948.xhtml" (SHA256-Hashwert: 2c60b214c700b34f3cfe4d6a4276ee 1d7e0dbedf3ab90d06faef5d573936d559) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 12. Januar 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der VARTA Aktiengesellschaft tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und zusammengefasste Lagebericht- auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jack Cheung.

Stuttgart, den 29. März 2022

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Cheung, Wirtschaftsprüfer

gez. Hundshagen, Wirtschaftsprüfer

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