Quarterly Report • Sep 29, 2022
Quarterly Report
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| Kennzahl je Aktie | 30.06.2022 in EUR |
30.06.2021 in EUR |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie | 1,15 | 0,71 |
| 31.12.2021 in EUR |
||
| Marktkapitalisierung | 38.163.457 | 44.390.126 |
| Gewinn- und Verlustrechnung | 01.01.2022 bis 30.06.2022 in TEUR |
01.01.2021 bis 30.06.2021 in TEUR |
| Zinsergebnis | 3.462 | 3.877 |
| Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Anteilen an verbundenen Unternehmen |
172 | 383 |
| Provisionsergebnis | 28.578 | 19.303 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 808 | 63 |
| Verwaltungsaufwendungen | -12.524 | -9.908 |
| Abschreibungen und Wertberichtigungen | -2.334 | -5.602 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 18.160 | 8.116 |
| Jahresüberschuss | 11.563 | 7.088 |
| Bilanz | 30.06.2022 | 30.06.2021 |
| Bilanz | 30.06.2022 | 30.06.2021 |
|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | |
| Bilanzsumme | 1.739.033 | 1.205.285 |
| Eigenkapital | 67.394 | 45.754 |
Die in diesem Halbjahresbericht enthaltenen Kennzahlen sowie der Halbjahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, erläuternden Angaben im Anhang zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Zwischenlagebericht – sind nicht testiert.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter:
Der Vorstand bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Halbjahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und dass der Halbjahresbericht ein möglichst getreues Bild der Gesellschaft bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft vermittelt.

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| Eckdaten der Varengold Bank AG | 2 | ||
|---|---|---|---|
| Vorbemerkung | 3 | ||
| 01 | Brief an die Aktionäre | ||
| 02 Kerngeschäftsfelder | 8 | ||
| 03 Aktie | 11 | ||
| 04 Halbjahresabschluss | 14 | ||
| Bilanz zum 30. Juni 2022 | 15 | ||
| Gewinn- und Verlustrechnung | 17 | ||
| Anhang | 19 | ||
| 1 | Allgemeine Angaben | 19 | |
| 2 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 19 | |
| 3 | Währungsumrechnung | 21 | |
| 4 | Erläuterungen zur Bilanz | 22 | |
| 5 | Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 31 | |
| 6 | Sonstige Angaben | 33 | |
| Zwischenlagebericht | 36 | ||
| A. | Grundlagen der Varengold Bank | 36 | |
| B. | Wirtschaftsbericht | 37 | |
| 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen |
37 | ||
| 2. Geschäftsverlauf |
38 | ||
| 3. Lage |
40 | ||
| C. | Risiko-, Chancen- und Prognosebericht | 42 | |
| 1. Risikobericht |
42 | ||
| 2. Chancenbericht |
50 | ||
| 3. Prognosebericht |
52 | ||
| 05 New Work Culture | 55 |

erneut dürfen wir Ihnen von steigenden Kennzahlen und anhaltendem Wachstum berichten. Es ist uns gelungen, in den ersten sechs Monaten 2022 die Nettoerträge um 40 % auf 33,4 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 23,8 Mio. EUR) zu steigern und damit unsere eigene Planung deutlich zu übertreffen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg auf 18,2 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 8,1 Mio. EUR). Dabei sorgt unser Transaction Banking weiterhin für verlässliche Umsätze. Unsere Kunden in diesem Bereich sind insbesondere Produzenten und Großhändler von Nahrungsmitteln und Medikamenten – mittlerweile wickeln 7 der 10 größten Lebensmittelkonzerne bzw. -händler Geschäfte über uns ab. Sie partizipieren von unserer langjährigen Expertise im Außenhandelsgeschäft und unserem globalen Netzwerk. Doch auch die Geschäftsentwicklung im Marketplace Banking nimmt weiter Fahrt auf. So gelang es uns, bei vielen Bestandskunden das Geschäftsvolumen auszubauen sowie neue Kunden zu gewinnen. Wir haben unsere Position als Lendingund Banking-as-a-Service-Partner gefestigt sowie unser Team und die Verantwortlichkeiten neu strukturiert. Mit mehr Produktexperten und klaren Verantwortlichkeiten sind wir optimal positioniert, um auch künftig bspw. am Wachstumsthema Embedded-Finance zu partizipieren – bei gleichbleibend hochwertigem Service für unsere Kunden.
Ja, wir sind stolz auf diese Entwicklung. Sie zeigt:
Unsere vorausschauende konservative Risikovorsorge und das sorgfältige Abwägen von Kosten und Nutzen erweisen sich angesichts der aktuellen und zu erwartenden Rahmenbedingungen als richtig. Trotz der sehr erfreulichen Steigerung unserer Kennzahlen stieg unser Verwaltungsaufwand nur moderat. Im ersten Halbjahr 2022 haben wir die Rentabilität unserer Londoner Niederlassung neu bewertet und deren Schließung beschlossen. Dank der weitreichenden Digitalisierung der Varengold Bank und der englischen Muttersprachler am Hauptsitz Hamburg lassen sich UK-Kunden zukünftig problemlos aus der Hansestadt betreuen.
Unternehmerisches Handeln heißt, Verantwortung zu übernehmen. Corporate Social Responsibility hat daher schon seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert in unserem Unternehmen. Wir arbeiten bereits an einem Scoring-Modell, das die ESG-Performance unseres Kundenportfolios abbildet. Ziel ist es, dass unsere Strategie und gelebte Praxis konsistent sind, mit unserer Vision einer nachhaltigen Entwicklung und der externen Erwartungshaltung.
Allen herausfordernden Rahmenbedingungen zum Trotz, lassen unsere ausgezeichneten Ergebnisse in den ersten sechs Monaten und unsere gut gefüllte Transaktions-Pipeline ein starkes Gesamtjahresergebnis erwarten. Wir gehen davon aus, dass wir unsere bisherige EBT-Prognose um 50 % übertreffen, und erwarten trotz einer sehr hoch geplanten Risikovorsorge von 10 Mio. EUR jetzt ein EBT von 28 bis 32 Mio. EUR.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen!


Hamburg, im September 2022
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Die Kerngeschäftsfelder Marketplace Banking und Commercial Banking

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| Marketplace Banking | Commercial Banking |
|---|---|
| --------------------- | -------------------- |
Kurzbeschreibung Als "The Bank for the Marketplace Lending Industry" oder als "Partner of Fintechs" liegt der Fokus in der klaren Vision, innovativen Kunden bei der Verwirklichung von Geschäftsideen zu helfen. Online-Kreditmarktplätze bieten bspw. Unternehmen und Konsumenten nicht nur alternative Finanzierungslösungen, sondern auch eine deutlich schnellere und einfachere Kreditbearbeitung als etablierte Banken. Dafür benötigen sie finanzielle Mittel – die Varengold Bank verfügt über das Kapital, aber auch über die effizienten Prozesse und Agilität für diese moderne Art des Bankings. Damit hilft sie ihren Kunden, die sich in der Regel mit Receivables Finance, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance befassen, ihre Geschäftsmodelle zunächst zu realisieren und später zu skalieren.
Die Ankerprodukte in diesem Bereich bilden die strukturierte Finanzierung (Lending) und die Fronting Services / Banking-as-a-Service. Europaweit stellt die Varengold Bank ihre Banklizenz Marktplätzen zur Verfügung, die banklizenzpflichtige Produkte und Leistungen anbieten möchten, selbst aber nicht über die erforderlichen Strukturen und Genehmigungen verfügen. "Gefronted" werden üblicherweise Kreditprodukte und Kontoservice-Leistungen.
Im Kerngeschäftsfeld Transaction Banking/Commercial Banking unterstützt die Varengold Bank internationale Unternehmenskunden bei ihren globalen Handelsgeschäften und Investitionsaktivitäten.
Mithilfe individualisierter Produkte und Lösungen gibt sie ihnen die Möglichkeit, Transaktionen und Handelsaktivitäten sicher, effizient und transparent über Ländergrenzen hinweg abzuwickeln. Dabei liegt der Handelsschwerpunkt auf den Regionen Osteuropa und Mittlerer Osten. Die Kunden in diesem Bereich sind insbesondere Produzenten und Großhändler von Nahrungsmitteln und Medikamenten, die in Nischenmärkten aktiv sind.
Im Bereich Einlagengeschäft werden deutschen Privatkunden täglich verfügbare und kostenfreie Tagesgeldkonten angeboten. Zudem bietet die Varengold Bank Termingeldkonten zu attraktiven Zinskonditionen mit unterschiedlichen Laufzeiten an. Die Einlagekunden profitieren von der gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von bis zu EUR 100.000.
| Marketplace Banking | Commercial Banking | |
|---|---|---|
| Produkte | Lending Fronting Services / Banking-as-a-Service Debt Capital Markets Equity Capital Markets |
Internationaler Zahlungsverkehr Lombardkredite Trade Finance Bankgarantien Akkreditive Forfaitierung Inkassogeschäft ECA-gedeckte Exportfinanzierung Einlagenkonten Tageskonten Termingeldkonten |
| Profil | Aufbau von Kreditvolumen mit europaweit diversifizierten Kreditportfolios Starke Vernetzung mit der Marketplace-Lending-Industrie und institutionellen Investoren Bereitschaft, Unternehmen auch in der Frühphase zu begleiten, um gemeinschaftlich zu wachsen Vorhandene "Vollbank"-Lizenz Möglichkeit des EU-Passportings |
Expertise in Schwellenmärkten mit ausgeprägten Netzwerken vor Ort Dynamische Anpassung an Marktveränderungen Status einer in Deutschland regulierten Bank Einlagenschutz bis maximal EUR 100.000 pro Kunde |
| Kundenstruktur | Kreditmarktplätze Fintechs / Startups |
Unternehmenskunden Privatkunden |
|---|---|---|
| Ertrags | Zinserträge | Zinserträge |
| komponenten | Provisionserträge | Provisionserträge |
Die Aktie der Varengold Bank ist seit 2007 im Freiverkehr an der Frankfurter Börse gelistet. Sie wird zudem an den Börsen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart und im Tradegate Exchange sowie im elektronischen Handelssystem XETRA gehandelt.
| Aktie | Varengold Bank AG |
|---|---|
| WKN | 547930 |
| ISIN | DE0005479307 |
| Börsenkürzel | VG8 |
| Marktsegment | Open Market / Freiverkehr |
| Transparenzlevel | Basic Board |
| Erstnotiz | 20. März 2007 |
| Aktienart (Gattung) | Nennwertlose Inhaberaktien-Stammaktien |
| Anzahl der Aktien | 10.043.015 Aktien |
| Grundkapital | EUR 10.043.015,00 |
| Designated Sponsor | Oddo Seydler Bank AG |
| Zahlstelle | Bankhaus Gebrüder Martin AG |
| Spezialist | Baader Bank AG |
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Die Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt waren in der ersten Hälfte des Jahres 2022 nicht die Besten – die Stimmung der Anleger war aufgrund politischer und weltwirtschaftlicher Ereignisse negativ belastet und von Unsicherheit geprägt. Auf die nun seit Jahren vorherrschende pandemische Lage verbunden mit Produktionsausfällen und verzögerten Lieferketten folgte zum Jahresbeginn auch noch der russische Angriff auf die Ukraine mit erheblichen wirtschaftlichen Einflüssen im Energiesektor, der Landwirtschaft und der Industrie. Eine rasant steigende Inflation und die beschleunigte Abkehr von der Niedrigzinspolitik waren unter anderem die Konsequenz. Der Deutsche Leitindex DAX befand sich währenddessen im Abwärtstrend. Er schloss den Handelsmonat Juni 2022 bei einem Stand von 12.784 Punkten (Juni 2021: 15.531 Punkte).
Nachdem die Aktie der Varengold Bank AG zunächst im ersten Quartal 2022 zwischen der 4-EUR- und 5-EUR-Marke pendelte, erreichte sie am 12.04.2022 ihren bisherigen Höchstwert von 5,10 EUR im ersten Halbjahr. Daraufhin flachte der Wert langsam wieder ab und verzeichnete Mitte Juni einen Tiefstwert von 3,56 EUR. In Summe stieg der durchschnittliche Aktienkurs von 3,38 EUR im ersten Halbjahr 2021 auf 4,39 EUR im Berichtszeitraum. Die durchschnittlich täglich gehandelte Aktienanzahl sank ebenfalls um 475 Stück auf 3.719 Stück.
Die Varengold-Aktie ist aufgrund ihres geringen Streubesitzes ein "marktenges" Papier und neigt daher vereinzelt zu starken Ausschlägen als Reaktion auf unternehmensrelevante Nachrichten. Das Gesamtvolumen war wie bereits in den Vorjahren auf ein erhöhtes gehandeltes Volumen an nur wenig Handelstagen zurückzuführen. Die dabei durchschnittlich gehandelte Aktienanzahl verweilte auf gleichbleibendem Niveau bei 3.715 Stück (1. Halbjahr 2021: 3.719 Stück). Das höchste Volumen an einem Handelstag betrug 95.824 Stück.
Die Marktkapitalisierung verzeichnete zum Stichtag 30.06.2022 einen Wert von 38.163.457 EUR (Stichtag 31.12.2021: 44.390.126 EUR). Das Ergebnis je Aktie stieg deutlich von 0,71 EUR im ersten Halbjahr 2021 auf 1,15 EUR im ersten Halbjahr 2022.

Bitte beachten: Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Quelle: Bloomberg Zeitraum: 07/2017 – 06/2022
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nach Handelsgesetzbuch (HGB)
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 30. Juni 2022
Varengold Bank AG Große Elbstraße 39 22767 Hamburg
| Aktiva | Euro | 30.06.2022 Euro |
31.12.2021 TEuro |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. | Barreserve | |||
| a) Kassenbestand | 2.253,00 | 3,1 | ||
| b) Guthaben bei Zentralnotenbanken | 1.175.993.132,27 | 956.263,0 | ||
| - darunter: | 1.175.995.385,27 | 956.266,1 | ||
| bei der Deutschen Bundesbank: Euro 1.175.862.193,03 | (954.717,8) | |||
| 2. | Forderungen an Kreditinstitute | |||
| a) täglich fällig | 5.705.503,61 | 8.297,6 | ||
| b) andere Forderungen | 6.350,99 | 5,5 | ||
| 5.711.854,60 | 8.303,1 | |||
| 3. | Forderungen an Kunden | 359.100.293,31 | 304.094,2 | |
| - darunter: | ||||
| durch Grundpfandrechte gesichert: Euro 43.664,44 | (43,7) | |||
| Kommunalkredite Euro 131.957.655,98 | (93.963,5) | |||
| 4. | Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche | |||
| Wertpapiere | ||||
| a) Anleihen und Schuldverschreibungen | ||||
| aa) von öffentlichen Emittenten | 27.386.529,14 | 28.462,7 | ||
| - darunter: | ||||
| beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: Euro 27.096.030,6 | (28.295,0) | |||
| 5. | Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 122.752.967,93 | 122.657,1 | |
| 6. | Beteiligungen | 3.378.224,96 | 660,7 | |
| 7. | Anteile an verbundenen Unternehmen | 500.000,00 | 500,0 | |
| 8. | Treuhandvermögen | 40.650.473,39 | 42.379,4 | |
| - darunter: | ||||
| Treuhandkredite Euro 40.650.473,39 | (42.379,4) | |||
| 9. | Immaterielle Anlagewerte | |||
| a) entgeltlich erworbene Konzessionen | 121.103,92 | 157,2 | ||
| 121.103,92 | 157,2 | |||
| 10. | Sachanlagen | 210.268,63 | 229,0 | |
| 11. | Sonstige Vermögensgegenstände | 2.846.322,99 | 2.720,2 | |
| 12. | Rechnungsabgrenzungsposten | 379.241,50 | 314,1 | |
| Summe Aktiva | 1.739.032.665,64 | 1.466.743,8 |
| Passiva | 30.06.2022 | 31.12.2021 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Euro | Euro | Euro | TEuro | ||
| 1. | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | ||||
| a) täglich fällig | 247.971.086,05 | 120.308,3 | |||
| b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
28.552.576,25 | 28.620,5 | |||
| 276.523.662,30 | 148.928,8 | ||||
| 2. | Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | ||||
| a) andere Verbindlichkeiten | |||||
| aa) täglich fällig | 1.002.277.923,58 | 854.781,1 | |||
| ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
327.063.052,27 | 343.546,3 | |||
| 1.329.340.975,85 | 1.198.327,4 | ||||
| 3. | Treuhandverbindlichkeiten | 40.650.473,39 | 42.379,4 | ||
| - darunter: | |||||
| Treuhandkredite Euro 40.650.473,39 | |||||
| 4. | Sonstige Verbindlichkeiten | 4.729.664,12 | 4.285,2 | ||
| 5. | Rechnungsabgrenzungsposten | 253.652,86 | 313,4 | ||
| 6. | Rückstellungen | ||||
| a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
231.733,00 | 231,7 | |||
| b) Steuerrückstellungen | 2.091.263,85 | 504,0 | |||
| c) andere Rückstellungen | 12.817.325,82 | 10.942,5 | |||
| 15.140.322,67 | 11.678,2 | ||||
| 7. | Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals |
5.000.000,00 | 5.000,0 | ||
| 8. | Eigenkapital | ||||
| a) gezeichnetes Kapital | 10.043.015,00 | 10.043,0 | |||
| b) Kapitalrücklage | 44.705.492,65 | 44.705,5 | |||
| c) Gewinnrücklagen | |||||
| ca) gesetzliche Rücklage | 1.700,00 | 1,7 | |||
| cb) andere Gewinnrücklagen | 16.700,00 | 16,7 | |||
| 18.400,00 | 18,4 | ||||
| d) Bilanzgewinn | 12.627.006,80 | 1.064,5 | |||
| 67.393.914,45 | 55.831,4 | ||||
| Summe Passiva | 1.739.032.665,64 | 1.466.743,8 | |||
| 1. | Eventualverbindlichkeiten | ||||
| a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen |
50.000,00 | 50,0 | |||
| 2. | Andere Verpflichtungen | ||||
| a) Unwiderrufliche Kreditzusagen | 76.405.707,94 | 38.087,3 |
für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis zum 30. Juni 2022
| Euro | Euro | 01.01.2022 bis 30.06.2022 Euro |
01.01.2021 bis 30.06.2021 TEuro |
||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zinserträge aus | ||||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 3.978.135,10 | 4.722,1 | |||
| abzgl. negative Zinsen aus Bankguthaben und | |||||
| Kundenkrediten | -2.527.359,52 | -1.394,6 | |||
| 1.450.775,58 | 3.327,5 | ||||
| b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuld | |||||
| buchforderungen | 341.902,19 | 215,5 | |||
| 1.792.677,77 | 3.543,00 | ||||
| 2. | Zinsaufwendungen | -1.075.283,17 | -1.343,1 | ||
| abzgl. positive Zinsen aus Offenmarktgeschäf | |||||
| ten und dem Bankgeschäft | 2.744.147,63 | 1.677,1 | |||
| 1.668.864,46 | 334,0 | ||||
| 3.461.542,23 | 3.877,0 | ||||
| 3. | Laufende Erträge aus | ||||
| a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
171.728,62 | 382,7 | |||
| 171.728,62 | 382,7 | ||||
| 4. | Provisionserträge | 32.635.090,11 | 21.021,1 | ||
| 5. | Provisionsaufwendungen | -4.057.492,88 | -1.718,3 | ||
| 28.577.597,23 | 19.302,8 | ||||
| 6. | Sonstige betriebliche Erträge | 1.145.547,35 | 191,5 | ||
| 7. | Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | ||||
| a) Personalaufwand | |||||
| aa) Löhne und Gehälter | -5.845.143,43 | -4.344,9 | |||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen | |||||
| für Altersversorgung und für Unterstützung | -761.276,88 | -590,5 | |||
| - darunter: für Altersversorgung | |||||
| Euro 221.846,63 | -6.606.420,31 | -4.935,4 | |||
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | -5.917.340,81 | -4.972,2 | |||
| -12.523.761,12 | -9.907,6 | ||||
| 8. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen |
-63.925,62 | -51,7 | ||
| 9. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | -338.401,32 | -128,7 | ||
| 10. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere |
||||
| sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft |
-2.269.995,88 | -5.550,2 |
| Euro | Euro | 01.01.2022 bis 30.06.2022 Euro |
01.01.2021 bis 30.06.2021 TEuro |
||
|---|---|---|---|---|---|
| 11. | Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 18.160.331,49 | 8.115,80 | ||
| 12. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -6.597.812,69 | -1.027,8 | ||
| 13. | Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 9 ausgewiesen |
-10,00 | 0,0 | ||
| -6.597.822,69 | -1.027,8 | ||||
| 14. | Jahresüberschuss | 11.562.508,80 | 7.088,0 | ||
| 15. | Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 1.064.498,00 | -16.101,0 | ||
| 16. | Bilanzgewinn | 12.627.006,80 | -9.013,0 |

Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
Der Zwischenabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Angaben, die mehrere Posten betreffen, sind zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit abweichend von § 284 Abs. 1 Satz 1 HGB weiterhin postenübergreifend dargestellt.
Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.
Vermögensgegenstände und Schulden sind – soweit vorstehend oder im Folgenden nicht anders angegeben – nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB und ergänzend nach denjenigen der §§ 340 ff. HGB bewertet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Höhe der Risikovorsorge für einzeln betrachtete Adressenausfallrisiken bemisst sich dabei nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Forderungen und dem wahrscheinlich einbringlichen Wert. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Für vergleichbare Risiken aus unwiderruflichen Kreditzusagen wurde erstmals eine Rückstellung gebildet. Deren Ermittlung erfolgt nach IDW RS BFA 7 auf Basis einer Schätzung der erwarteten Verluste aus einer nicht vertragsgemäßen Erfüllung von Kapital- und Zinsverpflichtungen in der ursprünglich vereinbarten Höhe bzw. zu den ursprünglich vereinbarten Zahlungszeitpunkten über die Restlaufzeit (Expected-Loss); Erlöse aus der Verwertung von erhaltenen Kreditsicherheiten werden bei der Ermittlung berücksichtigt.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen ist ein Bestand in Höhe von TEUR 63.722 (Buchwert) zugeordnet.
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.

Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten wurden mit dem Nennwert angesetzt.
Die Immateriellen Anlagewerte (Software) und die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen linearen Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei wird sich an den von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle AV)) orientiert.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der von untergeordneter Bedeutung ist und im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 250 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird gemäß § 250 Abs. 1 HGB gebildet.
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten (Diskonterträge aus Forfaitierungsgeschäften) werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.
Pensionsrückstellungen wurden aus Wesentlichkeitsgründen unverändert zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 fortgeführt. Die folgenden Angaben beziehen sich deshalb darauf.
Pensionsrückstellungen, die auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungs-mathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck nach den Bestimmungen des § 253 Abs. 2 HGB ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 1,87 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine individuelle Fluktuation zugrunde gelegt.
Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Die begebenen Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals sind mit ihrem Nominalbetrag bewertet.
Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz unter Berücksichtigung voraussichtlich noch anfallender Risiko- und Verwaltungskosten genutzt. Die Bewertung ergab, dass aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuch) kein Verpflichtungsüberschuss und damit keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung bestehen.
Die Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.
Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.
Negative Zinsen aus Aktivgeschäften und positive Zinsen aus Passivgeschäften werden als Reduktion des Zinsertrags bzw. Zinsaufwands erfasst und im GuV-Formblatt gesondert ausgewiesen.
Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 RechKredV und nach § 340c Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 33 RechKredV wahr.
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit auftreten.

Forderungen und Verbindlichkeiten werden bei Zugang mit dem tagesaktuellen Wechselkurs lt. EZB bewertet.
Es liegen sowohl Positionen mit und solche ohne besondere Deckung vor.
Seit dem 01.11.2021 betreibt die Gesellschaft ihre Währungsabsicherung über einen Treasury-Fonds, wodurch grundsätzlich keine besondere Deckung mehr in Betracht kommt.
Für Geschäfte ohne besondere Deckung erfolgt deshalb seit dem 01.11.2021 keine Kompensation der Ergebnisse aus Währungsumrechnung durch Sicherungsgeschäfte in der GuV. Für diese Posten erfolgt die Berücksichtigung von Währungsergebnissen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.
Wechselkursbedingte Überschreitungen der Anschaffungskosten für diese Posten werden durch Bildung eines passivischen Korrekturpostens gemäß IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung für Besonderheiten der handelsrechtlichen Fremdwährungsrechnung bei Instituten (IDW RS BFA 4, Tz 21) (Stand: 18.08.2011) kompensiert, der in den "sonstigen Verbindlichkeiten" enthalten ist.
Bei einem Teil der Forderungen in fremder Währung handelt es sich allerdings auch für die Zeit ab dem 01.11.2021 um in Fremdwährung besonders gedeckte Geschäfte im Sinne des § 340h HGB.
Für diese wurden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung der besonders gedeckten Geschäfte sind gemäß IDW RS BFA 4 saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthalten.
Unterjährig anfallende Erträge und Aufwendungen gehen mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB zum Bilanzstichtag mit den EZB-Referenzkursen in Euro umgerechnet.
Zum 30. Juni 2022 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Guthaben bei Zentralnotenbanken | 85 | 1.545 |
| Forderungen an Kreditinstitute | 4.755 | 7.192 |
| Forderungen an Kunden | 43.172 | 7.063 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 38.366 | 37.082 |
| Beteiligungen | 611 | 611 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 44 | 45 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 67.212 | 73.417 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4 | 17 |
4.1.1 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kunden | 359.100 | 304.094 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 807 | 0 |
Bei dem Davon-Posten handelt es sich um Forderungen an die Elbe2021 Incubator GmbH (31.12.2021: TEUR 0).
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 1.329.341 | 1.198.327 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 291 | 11 |
Bei dem Davon-Posten handelt es sich zum 30.06.2022 i. W. um Verbindlichkeiten gegenüber der Elbe2021 Incubator GmbH. Die Werte per 31.12.2021 ergaben sich aus Verbindlichkeiten gegenüber der Varengold Verwaltungs AG i.L. und der Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands.
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kreditinstitute | 5.712 | 8.303 |
| täglich fällig | 5.706 | 8.298 |
| bis drei Monate | 0 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 6 | 5 |
| Forderungen an Kunden | 359.100 | 304.094 |
| täglich fällig | 7.822 | 11.729 |
| bis drei Monate | 117.729 | 78.861 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 108.750 | 155.204 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 124.741 | 58.070 |
| mehr als fünf Jahre | 58 | 230 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 27.387 | 28.463 |
| bis drei Monate | 2.519 | 130 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 6.937 | 9.542 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 17.931 | 18.791 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 276.524 | 148.928 |
| täglich fällig | 247.971 | 120.308 |
| bis drei Monate | 24 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 25.915 | 0 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 2.614 | 28.525 |
| mehr als fünf Jahre | 0 | 95 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 1.329.341 | 1.198.327 |
| täglich fällig | 1.002.278 | 854.781 |
| bis drei Monate | 67.418 | 33.249 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 127.332 | 168.608 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 130.337 | 141.024 |
| mehr als fünf Jahre | 1.976 | 665 |
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 27.387 | 28.463 |
| nicht börsenfähig | 0 | 0 |
| börsenfähig | 27.387 | 28.463 |
| - davon: börsennotiert | 27.387 | 28.463 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 122.753 | 122.657 |
| nicht börsenfähig | 88.251 | 88.332 |
| börsenfähig | 34.502 | 34.325 |
| - davon: börsennotiert | 3.837 | 3.838 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 500 | 500 |
| nicht börsenfähig | 500 | 500 |
| börsenfähig | 0 | 0 |
| - davon börsennotiert | 0 | 0 |
| Beteiligungen | 3.378 | 661 |
| nicht börsenfähig | 3.029 | 312 |
| börsenfähig | 349 | 349 |
| - davon börsennotiert | 0 | 0 |
4.1.4 Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten
Die Bank vergibt seit Mai 2020 Kredite an Kunden im Rahmen des KfW Corona Schnellkredite-Programms. Es handelt sich dabei um Treuhandkredite. Verbindlichkeiten gegenüber der KfW aus diesem Programm sind unter den Treuhandverbindlichkeiten in gleicher Höhe ausgewiesen. Die Treuhandforderungen und Treuhandverbindlichkeiten zum 30. Juni 2022 belaufen sich auf TEUR 40.651 (31.12.2021: TEUR 42.380).
Die Forderungen an Kunden von TEUR 359.100 (31.12.2021: TEUR 304.094) bestehen zu großen Teilen aus Kundendarlehen und Kommunalkrediten.
Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren beläuft sich in Höhe von TEUR 27.387 (31.12.2021: TEUR 28.463) auf Anleihen und Schuldverschreibungen von öffentlichen Emittenten.

In dem Bilanzposten sind Anteile an Investmentfonds in Höhe von TEUR 122.753 (31.12.2021: TEUR 122.308) enthalten.
Es handelt sich in Höhe von TEUR 97.948 (31.12.2021: TEUR 97.232) um Investmentvermögen, an dem die Bank Anteile von mehr als 10 % hält und das sich wie folgt gliedert:
| in TEUR | Anlageziel | Buchwert | Marktwert | Stille Reserve/ Last |
Ausschüttung in 2022 |
|---|---|---|---|---|---|
| Dalma Corporate Bond Fund | Immobilien | 17.532 | 17.820 | 288 | 0 |
| Quintar STFF, vormals Varengold Fixed Income Fund SP |
Handelsfinanzierungen | 20.531 | 20.531 | 0 | 0 |
| Varengold Spezial I | Renten | 49.885 | 43.871 | -6.014 | 0 |
| nordiX European Consumer Credit Fonds | Konsumentenkredite | 10.000 | 10.044 | 44 | 150 |
Die Rückgabemöglichkeit ist beim "Dalma Corporate Bond"-Fonds innerhalb von drei Monaten und bei den Fonds "Quintar STFF" innerhalb von 90 Tagen zum Monatsende möglich. Beim "Varengold Spezial I"-Fonds bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der täglichen Rückgabemöglichkeit. Der "nordiX European Consumer Credit Fonds" sieht bei Paketen von mehr als TEUR 100 eine Rückgabe mit einer Frist von drei Monaten zum 30.06. oder 30.12. eines Jahres vor.
Anlässlich der Krise durch den russischen Einmarsch in die Ukraine wurde eine Abwertung des Fonds "Varengold Spezial I" mit Blick auf vom Fonds gehaltene Anleihen, die möglicherweise von der Krise betroffen werden könnten, vorgenommen. Auf eine weitere Abwertung wird verzichtet, weil davon auszugehen ist, dass es sich nur um eine vorübergehende Wertminderung handelt.
Dem Anlagevermögen sind Fondsanteile mit einem Buchwert von TEUR 63.722 (Zeitwert TEUR 58.604) zugeordnet (31.12.2021: TEUR 63.989 bzw. TEUR 64.646).
4.2.4 Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz mit einer Beteiligungsquote von jeweils mehr als 20%. Die bis zum Vorjahr hier noch enthaltene Beteiligung an der Lava Trading Limited ist nach der Auflösung der Gesellschaft ("strike off") ausgeschieden.
| Gesellschaft | Beteiligungsquote | Eigenkapital | Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| direkt % |
indirekt % |
30.06.2022 TEUR |
2021 TEUR |
||
| Elbe2021 Incubator GmbH, Hamburg | 100,00 | 4931) | -71) | ||
| Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg | 33,00 | -7442) | 2.7472) | ||
| Klear Lending AD, Sofia | 20,00 | 6703) | 243) |
Nach § 285 Nr. 11 HGB in Verbindung mit § 271 HGB unterbleibt die Angabe von Beteiligungen unter 20 %.
2) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020
3) Jahresabschluss zum 31.12.2021, Angaben in EUR wurden zum Kursstichtag 31.12.2021 umgerechnet; Kurs BGN: 1,95583
1) vorläufige Zahlen zum 31.12.2021
Das Anlagevermögen ist im nachstehenden Anlagespiegel dargestellt. Dabei werden aus den Schuldverschreibungen und anderen Wertpapieren sowie aus den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren nur diejenigen berücksichtigt, die dem Anlagevermögen zugewiesen sind. Die verbleibenden Wertpapiere sind als Teil der Liquiditätsreserve dem Umlaufvermögen zuzurechnen.
| Anschaffungskosten | Abschreibungen | Restbuchwerte | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.22 | Zugänge | Abgänge | 30.06.22 | Afa | Abgänge | 30.06.22 | 31.12.21 | |||
| 2022 | 2022 | 01.01.22 | 2022 | 2022 | 30.06.22 | |||||
| Immaterielle Anlagewerte |
TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte |
388 | 0 | 0 | 388 | 388 | 0 | 0 | 388 | 0 | 0 |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten |
||||||||||
| und Werten | 2.421 | 4 | 0 | 2.425 | 2.264 | 40 | 0 | 2.304 | 121 | 157 |
| Sachanlagen | 744 | 4 | 0 | 748 | 515 | 24 | 0 | 538 | 210 | 229 |
| Summe | 3.553 | 8 | 0 | 3.561 | 3.167 Veränderung*) |
64 | 0 | 3.230 | 331 | 386 |
| Schuldver schreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere |
0 | 0 | 0 | |||||||
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere |
-615 | 63.722 | 64.337 | |||||||
| Beteiligungen | 2.717 | 3.378 | 661 | |||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
0 | 500 | 500 |
*) Von der nach § 34 Absatz 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht.

Die immateriellen Anlagewerte bestehen vor allem aus entgeltlich erworbener Software sowie Lizenzen. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten), die durch die Gesellschaft genutzt wird.
Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen in Höhe von TEUR 2.089 (31.12.2021: TEUR 1.937), aus abgetretenen Ansprüchen von TEUR 450 (31.12.2021: TEUR 450) und Forderungen aus gezahlten Kautionen in Höhe von TEUR 140 (31.12.2021: TEUR 262) ausgewiesen.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen im Voraus bezahlte Versicherungen (TEUR 199, 31.12.2021: TEUR 0), Lizenzen (TEUR 93, 31.12.2021: TEUR 129) und Vergütungen (TEUR 84, 31.12.2021: TEUR 168).
Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber 13 Kreditinstituten enthalten mit TEUR 247.971 (31.12.2021: TEUR 120.308).
Darüber hinaus sind Verbindlichkeiten gegenüber der Deutschen Bundesbank aus Offenmarktgeschäften mit TEUR 28.440 (31.12.2021: TEUR 28.440) enthalten, deren Restlaufzeiten bis zu fünf Jahren liegen. Negativzinsen sind in Höhe von TEUR 267 (31.12.2021: TEUR 199) abgesetzt.
Zudem bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der KFW aus einem Darlehen, welches vom Programm "Corona Soforthilfe" (Treuhandkredit) in das Programm "Unternehmerkredit" übertragen wurde (TEUR 380, gegenüber dem 31.12.2021 unverändert).
In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.002.278 (31.12.2021 TEUR 854.781) sowie Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 327.063 (31.12.2021: TEUR 343.546) enthalten. Die Verbindlichkeiten setzen sich aus Termingeldern (TEUR 327.063, 31.12.2021: TEUR 343.546), Kontokorrentkonten (TEUR 798.729, 31.12.2021: TEUR 693.440), Tagesgeldern (TEUR 168.613, 31.12.2021: TEUR 121.779), Sicherheitsleistungen (TEUR 30.458, 31.12.2021: TEUR 35.044) und sonstigen Posten (TEUR 4.435, 31.12.2021: TEUR 4.435) zusammen. Abgrenzungen für Negativzinsen aus Darlehen an Kunden (31.12.2021: TEUR 83) liegen nicht mehr vor.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und beinhalten im Wesentlichen einen passiven Ausgleichsposten gemäß der Stellungnahme des IDW RS BFA 4 in Höhe von TEUR 2.150 (31.12.2021: TEUR 725), Verbindlichkeiten aus Personalabrechnungen in Höhe von TEUR 994 (31.12.2021: TEUR 228) und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von TEUR 481 (31.12.2021: TEUR 1.739). Des Weiteren sind in diesem Posten Verbindlichkeiten aus Steuersachverhalten in Höhe von TEUR 1.096 (31.12.2021: TEUR 1.097) enthalten.
4.2.11 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionsrückstellungen wurden für die Hinterbliebenenversorgung gebildet. Es wurde aus Wesentlichkeitsgründen der Ansatz vom 31. Dezember 2021 beibehalten. Die folgenden Angaben beziehen sich deshalb auf den Abschluss zum 31. Dezember 2021.
Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 232) und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 242) betrug TEUR 10 und unterlag einer Ausschüttungssperre (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB). Der Rechnungszins betrug 1,87 % (durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren). Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung betrug 2021 TEUR 3.

In den Steuerrückstellungen sind neben Beträgen aus Vorjahren im Berichtszeitraum gebildete Körperschaftsteuerrückstellungen (Steuersatz 15 % zuzüglich 0,825 % Solidaritätszuschlag) in Höhe von TEUR 764 (Vorjahr TEUR 188) sowie Gewerbesteuerrückstellungen (Steuersatz 16,45 %) in Höhe von TEUR 802 (Vorjahr TEUR 214) enthalten.
Des Weiteren bestehen Steuerrückstellungen für anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London für das Jahr 2022 in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr TEUR 18). Hierfür wurde ein Ertragsteuersatz von 20 % zugrunde gelegt. Zudem ist eine Rückstellung für die Steuer auf das Ergebnis der Niederlassung in Sofia in Höhe von TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 53) enthalten, die unter Ansatz eines Steuersatzes von 10% ermittelt wurde.
Dieser Posten gliedert sich unter Berücksichtigung von Rundungsausgleichen wie folgt:
| 30.06.2022 TEUR |
31.12.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Rückforderungsansprüche Finanzverwaltung KESt 2016 | 3.100 | 3.100 |
| Rückstellungen für Rechtsverfahren | 2.725 | 2.725 |
| Provisionen und Rückvergütungen | 2.064 | 0 |
| Variable Vergütung | 1.663 | 2.728 |
| Rechts- und Beratungskosten | 836 | 710 |
| Entschädigungseinrichtung deutscher Banken | 597 | 200 |
| Pauschalwertberichtigung unwiderrufliche Kreditzusagen | 500 | 0 |
| Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten | 429 | 700 |
| Urlaubs- und Überstundenrückstellungen | 275 | 193 |
| Archivierungskosten | 95 | 84 |
| Sonstige | 533 | 502 |
| Summe | 12.817 | 10.942 |
Der Rückforderungsanspruch der Finanzverwaltung (Bescheid vom 22. Dezember 2021) begründet sich darauf, dass ein Fonds, an dem die Varengold AG beteiligt war und der bereits im Jahr 2016 beendet wurde, einen nach Auffassung der Finanzverwaltung erforderlichen Abzug von Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag unterlassen hat. Gegen den Bescheid wurde Einspruch eingelegt. Aussetzung der Vollziehung wurde gewährt. Erstmals enthalten ist die Rückstellung für die Pauschalwertberichtigung auf unwiderrufliche Kreditzusagen.
4.2.14 Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen ("AT1-Anleihen") in Höhe von EUR 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold

Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungsund der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen auslösenden Sachverhalt würde das Absinken der Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank auf unter 5,125 % darstellen. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.
Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen beträgt zum 30. Juni 2022 EUR 0,00, da eine Abrechnung und Zahlung kurz vor dem Stichtag 30. Juni 2022 erfolgte.
Am 30. Juni 2022 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:
| Währung | Betrag in EUR | Art | Emissionsdatum | Zinssatz | Fälligkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 5.000.000 | variabel verzinslich, kumulative Nachranganleihen | 19. August 2014 | variabel | ohne Fälligkeit |
Hinzuweisen ist auf den Beschluss der Hauptversammlung vom 24. August 2022, der die Begebung einer weiteren "Tier-1-Anleihe" ermöglicht (siehe 4.2.15).
Das voll eingezahlte Grundkapital TEUR 10.043 (Vorjahr TEUR 10.043) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 10.043.015 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.
In den letzten fünf Geschäftsjahren hat sich die Kapitalrücklage aus der Ausgabe neuer Aktien wie folgt entwickelt:
| Jahr | Neue Aktien | Aufgeld | Rücklagenzuführung |
|---|---|---|---|
| 2018 | 2.070.141 | 1,80 | 3.726.253,80 |
| 2019 | 3.105.211 | 1,50 | 4.657.816,50 |
| 2020 | 727.381 | 2,85 | 2.073.035,85 |
| 2021 | 0 | 0 | 0 |
| bis 30.06.2022 | 0 | 0 | 0 |
| 10.457.106,15 | |||
| Stand 31.12.2017 | 34.248.386,50 | ||
| Stand 30.06.2022 | 44.705.492,65 |
Im Januar 2020 wurde das Grundkapital um EUR 621.000,00 unter teilweiser Nutzung des "Genehmigten Kapitals 2018" sowie um EUR 106.381,00 unter teilweiser Nutzung des "Genehmigten Kapitals 2019" erhöht. Danach betrugen das "Genehmigte Kapital 2018" EUR 2.484.211,00 und das "Genehmigte Kapital 2019" EUR 1.446.225,00. In der Hauptversammlung am 25. November 2020 wurden einerseits die Aufhebung des "Genehmigten Kapital 2018" und des "Genehmigten Kapitals 2019" und andererseits das neue "Genehmigte Kapital 2020" in Höhe von EUR 5.021.507,00 beschlossen.

Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht weiterhin ein "Bedingtes Kapital 2012 II". Das Grundkapital wurde seinerzeit um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung stand im Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm, welches die Ausgabe von Aktien bis zum 08. August 2017 vorsah. Von den 140.000 möglichen Bezugsrechten wurden von den dazu Berechtigten bisher 128.750 übernommen, jedoch nicht ausgeübt. Diese Bezugsrechte sind mittlerweile verfallen. Offen sind noch 11.250 übernommene Bezugsrechte, die bis zum 14. Januar 2023 ausgenutzt werden können.
Im Jahr 2022 hat bis zum Ende des Berichtszeitraums keine Ausgabe von Aktienoptionen stattgefunden.
In der Hauptversammlung vom 24. August 2022 wurden folgende Beschlüsse gefasst:
Zum 30. Juni 2022 bestehen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen im Wesentlichen in Form von Avalkrediten in Höhe von TEUR 50 (31.12.2021: TEUR 50). Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingestuft. Die Bürgschaften sind vollständig besichert durch Bargeld, liquide Wertpapiere oder eine Kombination von beiden.
Das Risiko von Verlusten aus der Inanspruchnahme von Eventualverbindlichkeiten beruht im Wesentlichen auf dem Kreditrisiko der Auftraggeber. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen einer Kreditprüfung des Auftraggebers und gegebenenfalls anhand einer Bewertung der erwarteten Erfüllung der zugrunde liegenden Verpflichtungen durch den jeweiligen Auftraggeber ab.
Zum 30. Juni 20222 bestehen andere Verpflichtungen in Form von unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von TEUR 76.406 (31.12.2021: TEUR 38.087) gegenüber Kunden, die diese in Teilbeträgen je nach Bedarf ziehen können. Für diese Inanspruchnahmen gelten kreditvertragliche Auszahlungsvoraussetzungen, deren Einhaltung vor der jeweiligen Auszahlung geprüft wird. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme der unwiderruflichen Kreditzusagen ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen der Kreditprüfung ein. Im Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde erstmals eine Rückstellung zur Berücksichtigung einer pauschalen Wertberichtigung gebildet (TEUR 500; 31.12.2021: TEUR 0), siehe auch Ziffer 4.2.13.
Gemäß den Bedingungen für Offenmarktgeschäfte wurden der Deutschen Bundesbank Sicherheiten in Form von Wertpapieren (EZBfähige Anleihen) sowie überwiegend Schuldscheindarlehen im Umfang von insgesamt TEUR 32.550 (31.12.2021: TEUR 31.117) gestellt, siehe auch Ziffer 4.2.8.

Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus gewährten Darlehen und festverzinslichen Wertpapieren. Gezahlte Negativzinsen (hauptsächlich angefallen bei der Deutschen Bundesbank und für hinterlegte Sicherheiten) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.
In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten. Erhaltene Negativzinsen für hinterlegte Kundensicherheiten und Kundeneinlagen sind ebenso offen von den Zinsaufwendungen abgesetzt. Im Berichtszeitraum fielen diese Negativzinsen höher als der Zinsaufwand aus, so dass die "Zinsaufwendungen" einen Ertrag darstellen.
In den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind ausschließlich Ausschüttungen von Fondsinvestments enthalten.
In den Provisionserträgen sind im Wesentlichen Einnahmen für Provisionen im Zahlungsverkehr (TEUR 30.553, 30.06.2021: TEUR 18.759), Kreditgeschäft (TEUR 732, 30.06.2021: TEUR 1.062), Garantie- und Akkreditivgeschäft (TEUR 716, 30.06.2021 TEUR 867) sowie Erlöse aus Fronting-Leistungen im Marketplace-Banking-Geschäft (TEUR 549, 30.06.2021: TEUR 0) enthalten. Die Erlöse aus Fronting-Leistungen stammen aus Geschäften, die erst nach dem 30. Juni 2021 angefallen sind.
Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich vor allem um Gebühren für die Vermittlung von Geschäften im Bereich Transaction Banking.
| 30.06.2022 TEUR |
30.06.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Provisionserträge | 32.635 | 21.021 |
| Provisionsaufwendungen | 4.057 | 1.718 |
| Provisionsüberschuss | 28.578 | 19.303 |
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 652; 30.06.2021: TEUR 3), Steueransprüchen (TEUR 250; 30.06.2021: TEUR 0) und weiterbelasteten Kosten (TEUR 230, 30.06.2021: TEUR 168) enthalten.
| 30.06.2022 TEUR |
30.06.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 5.845 | 4.345 |
| Soziale Abgaben | 539 | 365 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 222 | 225 |
| 30.06.2022 TEUR |
30.06.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| Summe | 6.606 | 4.935 |
Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus einer weiter gestiegenen Zahl der Mitarbeiter.
| 30.06.2022 TEUR |
30.06.2021 TEUR |
|
|---|---|---|
| IT-Aufwendungen | 1.769 | 1.467 |
| Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten | 1.143 | 1.081 |
| Beiträge und Versicherung | 1.092 | 582 |
| Andere Dienstleistungen | 935 | 721 |
| Raumkosten | 350 | 439 |
| Kommunikation | 240 | 224 |
| Werbung, Bewirtung, Reisekosten | 137 | 46 |
| Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung | 152 | 122 |
| Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) | 19 | 21 |
| übrige andere Verwaltungsaufwendungen | 80 | 269 |
| Summe | 5.917 | 4.972 |
Bei den "Anderen Dienstleistungen" handelt es sich um den Bezug von Leistungen Dritter, der nicht zwingend einer der übrigen Kategorien zugeordnet werden kann.
Im Berichtszeitraum lagen im Wesentlichen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 225 (30.06.2021: TEUR 5) und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen mit TEUR 75 (30.06.2021: TEUR 113) vor.
Die Bemessungsgrundlage für die Ertragsteuern ist vor allem durch nicht abzugsfähige Abschreibungen und Beiträge einerseits und steuerfreie Auflösungen von Wertberichtigungen aus Vorjahren andererseits sowie Zuführungen zur Vorsorgereserve gem. § 340f HGB geprägt.
Das Steuerergebnis resultiert im Wesentlichen aus inländischer Körperschaftssteuer samt Solidaritätszuschlag in Höhe von TEUR 3.207 (30.06.2021: TEUR 511), sowie aus Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 3.351 (30.06.2021: TEUR 336).

6.1.1 Aufsichtsrat
Herr Dr. Karl-Heinz Lemnitzer Vorsitzender Selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Herr Vasil Stefanov Stellvertretender Vorsitzender Vorstand, Euro-Finance AD; Head of M&A, Euroins Insurance Group AD
Herr Francesco Filia CEO Fasanara Capital Ltd.
6.1.2 Vorstand
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann Marktfolge
Markt
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Frank Otten sind jeweils gemeinsam vertretungsberechtigt mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.
6.1.3 Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien
Die nachstehenden Angaben beziehen sich sämtlich auf den Stichtag 30.06.2022.
Herr Dr. Lemnitzer nimmt keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG wahr.
Herr Stefanov ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Insurance Company Euroins Georgia JSC (Tbilisi), Vorstand der Euro-Finance AD (Sofia), Non-executive Director der Hanson Asset Management Limited (London), Aufsichtsratsmitglied der First Investment Bank AD (Moskau) sowie Miteigentümer der Vinart Stefanovi Ltd. (Plowdiw) und der Arkont-Invest Ltd. (Plowdiw).
Herr Filia ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsrat der Varengold Bank AG zudem CEO der Fasanara Capital Ltd. (London).
Herr Dr. Fuhrmann nimmt zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG die Tätigkeit als Liquidator bei der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg, wahr. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der JUCLA Invest GmbH, Hamburg. Im März 2022 erhielt Herr Dr. Fuhrmann vom Aufsichtsrat der Gesellschaft die Genehmigung, als Aufsichtsrat für die "coinIX COINVEST Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen" tätig zu werden, deren Eintragung im Handelsregister am 22. Juni 2022 erfolgte.
Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Arensburg Consult GmbH, Molfsee, tätig, Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, Großwallstadt, Geschäftsleiter der KERNenergie Hamburg Store GmbH, Hamburg, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg. Seit Anfang 2021 ist er zudem Non-executive Director der Hanson Asset Management Ltd., London.

Herr Lukas Diehl und Herr Dr. Volkart Tresselt, Prokuristen der Varengold Bank AG, sind ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg. Herr Lukas Diehl ist Geschäftsführer der Elbe2021 Incubator GmbH, Hamburg.
Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. a HGB sowie der Hinterbliebenenbezüge gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. b HGB wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtszeitraum Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 204 (01.01.2021 bis 30.06.2021: TEUR 150). Darin enthalten sind Tätigkeitsvergütungen in Höhe von TEUR 200 (30.06.2021: TEUR 150) und TEUR 4 angefallene Reisekosten.
Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands. In den Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten sind vorschüssig bezahlte Beträge für jahresübergreifend vereinbarte Vergütungskomponenten.
Die durchschnittliche Anzahl der im Zeitraum im Berichtszeitraum beschäftigten Mitarbeiter beträgt insgesamt 112 (01.01.2021 bis 30.06.2021: 94), darunter befinden sich 46 Mitarbeiterinnen (30.06.2021: 38). Mit Ausnahme von 18 Mitarbeitern (30.06.2021: 17) sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig. In Teilzeit tätig sind 19 Mitarbeiter (30.06.2021: 18). Sieben leitenden Mitarbeitern wurde Prokura erteilt. Herr Kai Friedrichs wurde als Prokurist zudem mit Generalhandlungsvollmacht ausgestattet.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Raum-Mietverträgen in Höhe von TEUR 1.664 (Vorjahr TEUR 2.021) und aus Kosten für Software, Hardware und Services vor allem für den laufenden IT-Betrieb in Höhe von TEUR 3.348 (Vorjahr TEUR 1.843). Die Restlaufzeiten für die größten Einzelbeträge liegen zwischen 12 und 54 Monaten.
Die Gesellschaft hat im Jahr 2021 die Absicherung von Währungsrisiken umgestellt. Daraus resultierten wechselkursbedingte Wertsteigerungen, die gemäß der Stellungnahme IDW RS BFA 4 durch Einstellung eines passiven Ausgleichspostens mit Ausweis in den sonstigen Verbindlichkeiten kompensiert wurden.
Das für den Berichtszeitraum berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB beträgt insgesamt TEUR 269 (Vorjahr TEUR 775). Auf Abschlussprüfungsleistungen entfällt ein Betrag von TEUR 252 (davon für Vorjahre TEUR 52) und auf andere Bestätigungsleistungen (Prüfung nach § 89 WpHG, Prüfung der Meldungen nach den Vorgaben für TLTRO-Geschäfte) ein Betrag von TEUR 17. Die entsprechenden Vorjahresbeträge lauteten für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 498 und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 88. Im Vorjahr waren zudem Beträge für Steuerberatungsleistungen in Höhe von TEUR 189 angefallen.
Es wurden im Berichtsjahr keine Mitteilungen gemäß § 20 Abs. 1 AktG an die Varengold Bank AG übermittelt und mithin keine Bekanntmachungen gemäß § 20 Abs. 6 AktG im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vom 20. März 2007 bis zum 28. Februar 2017 war die Aktie der Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Nach Schließung des Entry Standards ist die Varengold Aktie seit dem 1. März 2017 im Basic Board am Open Market notiert.

Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.
Nach dem 30. Juni 2022 eingetretene Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nicht zu verzeichnen. Auf die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 24. August 2022 wurde bereits in Abschnitt 4.2.15 hingewiesen.
Hamburg, 16. September 2022
Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

Die Varengold Bank ist ein börsennotiertes deutsches Kreditinstitut mit Vollbanklizenz mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in London und Sofia. Die Varengold Bank ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert unter 109 520 und die Varengold-Aktie (ISIN: DE0005479307) notiert seit 2007 im Freiverkehr/Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Kerngeschäftsfelder der Varengold Bank sind Marketplace Banking sowie Commercial Banking (Transaction Banking).
Ein Ankerprodukt im Marketplace Banking bildet die strukturierte Finanzierung (Lending). Darüber hinaus umfasst das Portfolio neben Debt- und Equity Capital Markets Produkten auch Fronting Services für banklizenzpflichtige Produkte / Banking-as-a-Service (BaaS). Hierbei werden Komponenten der Banklizenz an Lending-Marktplätze "ausgeliehen", die ihrerseits über Kunden und eine gute Produktidee verfügen, aber keine Banklizenz besitzen. Kunden der Varengold Bank sind in der Regel Startups und digitale Kreditmarktplätze (kurz: Fintechs) mit Schwerpunkt in Europa. Sie sind in den Asset-Klassen Receivables Finance, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance tätig. Grundsätzlich begleitet die Varengold Bank ihre Kunden im Marketplace Banking in einer frühen Phase ihrer Geschäftstätigkeit bzw. auch in der Gründungsphase, die häufig in eine Wachstumsphase mündet. Die Varengold Bank positioniert sich dabei als Partner der meist jungen Marktplatzbetreiber. Sie verfügt über das Kapital, aber auch über die effizienten Prozesse und die Agilität für diese moderne Art des Bankings.
Neben dem Marketplace Banking umfasst das zweite Kerngeschäftsfeld der Varengold Bank das Commercial Banking (Transaction Banking) mit den Bereichen Internationaler Zahlungsverkehr, Trade Finance und Lombardkredite. Die Varengold Bank unterstützt weltweit Unternehmenskunden bei ihren globalen Handelsgeschäften und Investitionsaktivitäten. Im Bereich Trade Finance bündelt die Varengold Bank ausgewählte Lösungen für Finanzierungen sowie Bankgarantien und Akkreditivgeschäfte für internationale Handelsaktivitäten. Das Garantiegeschäft umfasst neben klassischen Auszahlungsgarantien auch Gewährleistungsgarantien sowie Lieferungs- und Leistungsgarantien. Der Handelsschwerpunkt liegt dabei auf den Regionen Osteuropa und Mittlerer Osten.
Im Bereich Einlagengeschäft werden deutschen Privatkunden täglich verfügbare, kostenlose Tagesgeldkonten mit monatlicher Zinsgutschrift angeboten. Zudem bietet die Bank Termingeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten von einem Jahr bis zu zehn Jahren an. Die Varengold Bank refinanziert sich neben den Einlagen der Zahlungsverkehrskunden, die als Bundesbankguthaben angelegt werden, weit überwiegend durch Tagesund Termingelder, die von in Deutschland ansässigen Kunden der Bank zur Verfügung gestellt werden.

Bereits das vergangene Jahr war fundamental geprägt durch ansteigende Inflationsraten und zunehmende Sorgen über den Konjunkturausblick. Weltweit hat sich das Wachstumsbild im ersten Halbjahr 2022 eingetrübt. Anhaltende Lieferengpässe und Rohstoffknappheit infolge der Covid19-Pandemie führten zu deutlichen Preissteigerungen und diese wurden insbesondere im Energiesektor zusätzlich verschärft durch den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine im Februar des laufenden Jahres. Das seitherige Kriegsgeschehen mitten in Europa beschleunigte den bereits ausgeprägten Trend wirtschaftlicher Unsicherheiten, schwächte erneut das Konsumentenvertrauen und ließ die Inflationsraten im ersten Halbjahr 2022 unvermindert weiter ansteigen. Zusätzlich führten die Sanktionen des Westens gegen Russland sowie die Gegensanktionen zu einer Verschärfung der ohnehin schon angespannten Wirtschaftssituation.
Seit Juli 2021 befindet sich die Inflation in Deutschland auf Rekordniveau. Im Juni 2022 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6%1 . Die Inflationsrate in der Eurozone steigt im Juni 2022 auf geschätzt rund 8,6% gegenüber dem Vorjahresmonat und verzeichnete somit bis dato den höchsten Wert seit Bestehen der Eurozone.2 Neben den hohen Rohstoffpreisen und gestörten Lieferketten hat auch der Mangel an Arbeitskräften einen beschleunigenden Einfluss auf das Inflationsgeschehen. Zudem belastete der Inflationsverlauf deutlich den privaten Konsum und führte bei Unternehmen einzelner Branchen zu Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung ihrer Gewinnmargen.
Dieser steigende Inflationsdruck wirkte sich auch auf das Vorgehen der zentralen Notenbanken aus. Die Federal Reserve Bank und auch die Europäische Zentralbank (EZB) beendeten ihre Anleihekaufprogramme deutlich früher als ursprünglich geplant. Zudem machten sie eine Kehrtwendung in der Zinspolitik und die EZB erhöhte erstmals seit mehr als zehn Jahren den Leitzins. Der Leitzins stieg in einem ersten Schritt unerwartet kräftig von 0% auf 0,50%, der Negativzins für geparkte Gelder entfiel. Eine weitere Erhöhung um nochmals 0,75% erfolgte Anfang September 2022 aufgrund der vorherrschenden Rekordinflation, sodass für den Euroraum ein festgelegter Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von 1,25% gilt.3 Dabei ist die Abkehr vom langjährigen Niedrigzinsumfeld in Verbindung mit einer steileren Zinskurve für die Banken einerseits eine durchaus positive Entwicklung mit Blick auf die unter Druck stehenden Zinserträge der meisten Institute. Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass sich die Wirtschaftsdynamik weiter abschwächt. Dies und auch eine drohende Rezession würden die Risikokosten wiederum erhöhen. Zudem bekommen auch Banken die steigenden Teuerungsraten anhand von Sach- und Personalaufwand zu spüren, nicht zuletzt speziell im Rahmen der Digitalisierungsvorhaben.
Für die EU meldete das europäische Statistikamt Eurostat nach vorläufigen Berechnungen einen BIP-Anstieg im 2. Quartal 2022 um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal. Im 2. Quartal 2022 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem 1. Quartal 2022 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,1% angestiegen.4 Die leichte Erholung der deutschen Wirtschaft ist unter anderem auf das Aufheben der Pandemie-Schutzmaßnah-
1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/
2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone/
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201216/umfrage/ezb-zinssatz-fuer-das-hauptrefinanzierungsgeschaeft-seit-1999/
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD22_357_811.html

men zurückzuführen, was im ersten Halbjahr einen Anstieg im Dienstleistungssektor und beim privaten Konsum zur Folge hatte. Der Aufschwung verläuft aber insgesamt wegen der Auswirkungen der geopolitischen Situation im Konflikt mit Russland deutlich gedämpfter als man es noch in 2021 erwartet hat.
Für die Finanzmärkte bedeuten steigende Inflationsraten, geschwächte Wachstumsaussichten und das Risiko eines stagflationären Umfelds eine spürbare Volatilität am Börsenparkett. Die Aktienmärkte haben das erste Halbjahr 2022 sowohl in den USA als auch in der Eurozone tief im Minus abgeschlossen.
Die Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds hat auch speziell Fintechs besonders hart getroffen, so dass Bewertungen zurückgingen und der Zugang zu Finanzierungen schwieriger wurde. Massenkündigungen waren zuletzt unter anderem die Folge. Auch der Kryptomarkt geriet im Berichtszeitraum in spürbare Turbulenzen. Kryptowährungen haben in ihrer Geschichte bereits mehrere große Wertverlustphasen erlebt und dies kann dabei die Folge einer Vielzahl von Einflussfaktoren sein.
Die globalen Aktivitäten und wirtschaftlichen Negativeffekte hat der Bankensektor bislang noch verhältnismäßig moderat erlebt. Im Rahmen des SREP-Prozesses hat sich die EZB neben einem engen Monitoring im Hinblick auf COVID-19 und den Auswirkungen infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nochmals verstärkt der Überprüfung des Risikomanagements gewidmet. Weitere Kernthemen der EZB umfassen dabei Zinsänderungsrisiken, IT- und Cybersecurity sowie das Thema Nachhaltigkeit (ESG - Environment, Social, Governance). Diesbezüglich betrieben speziell deutsche Banken erneut einen operativen Aufwand mit Blick auf die verschiedenen regulatorischen Verschärfungen und gesetzlichen Anforderungen, deren Umsetzung nach wie vor sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen bindet. Speziell im Bereich der Digitalisierung – beschleunigt durch die Pandemie und durch gezielte Kundenanforderungen – ist dies eine Herausforderung. Einerseits modernisiert die digitale Transformation die Technologien der Finanzinstitute, was mit einer Entwicklung zeitgemäßer Strukturen und Produkte innerhalb der Organisation einhergeht. Andererseits entwirft der Gesetzgeber immer dezidiertere Regelwerke, an die die Institute ihre internen Prozesse ebenfalls parallel mit anpassen müssen.
Nach dem bisherigen Rekordjahr 2021 hat die Varengold Bank auch im ersten Halbjahr 2022 ihre Performance weiter gesteigert. So ist es der Bank gelungen, die Nettoerträge um 40 % auf EUR 33,4 Mio. zu steigern (Vorjahreszeitraum EUR 23,8 Mio.) und damit die eigene Planung deutlich zu übertreffen. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte die Varengold Bank um 46 % zulegen. Das EBT (bereinigt um die Risikovorsorge) lag bei EUR 20,0 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 13,7 Mio.). Trotz der sehr erfreulichen Entwicklung agiert die Bank weiterhin umsichtig und bleibt angesichts der unklaren wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und Energiekrise bei einer aus Sicht der Bank angemessenen Risikovorsorge.
Das Transaction Banking konnte dank stetiger Gewinnung von Neukunden weiter ausgebaut werden und erwies sich abermals als verlässlicher Wachstumstreiber. Doch auch vom strategischen Wachstumsmarkt Marketplace Banking gingen starke Impulse aus. Die Varengold Bank hat sowohl im Bereich Lending als auch im Fronting/Banking-as-a-Service (BaaS) weitere Kunden im In- und Ausland gewonnen und ihre Produktpalette bedarfsgerecht erweitert. Das Transaktionsvolumen im Neukundengeschäft lag bei knapp EUR 121 Mio. zum

Ende des ersten Halbjahres 2022. Zudem hat die Varengold Bank das Bestandskundengeschäft im Berichtszeitraum mit einem Volumen von rund EUR 104 Mio. weiter ausgebaut.
Ein besonderes Augenmerk liegt seit Februar 2022 auf den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Russland und in der Ukraine. Insbesondere durch ihr starkes Netzwerk in beiden Geschäftsbereichen war es der Bank möglich, auch in Zeiten von anhaltender Pandemie und Krieg in Europa sowie den damit verbundenen Unsicherheiten weiter auf Wachstumskurs zu bleiben. Der Umfang sämtlicher Geschäftsaktivitäten wird intern engmaschig abgestimmt und den Marktentwicklungen entsprechend laufend angepasst. Zudem wurden in den vergangenen Jahren die geeigneten Strukturen und Prozesse etabliert, um nachhaltig an diesen Marktsegmenten zu partizipieren, indem die Varengold Bank vorrangig einen echten Mehrwert für ihre Kunden schafft.
Dass die Varengold Bank trotz der Zuwächse bei EBT und Nettoerträgen die Kosten im Blick behält, zeigt die Entwicklung des Verwaltungsaufwands. Dieser stieg im ersten Halbjahr 2022 bei erneutem Personalaufbau und Investitionen in die Infrastruktur bzw. die digitale Transformation der Bank um 22 % auf EUR 12,1 Mio. (Vorjahr EUR 9,9 Mio.). Zum Stichtag 30. Juni 2022 beschäftigte die Bank 116 Mitarbeitende in Hamburg, Sofia und London. Das ist ein Plus nach Ablauf der ersten sechs Monate des laufenden Jahres von 8 % (Stichtag 31.12.2021: 107 Mitarbeitende). Eine Reduktion des Personalbestands wird es am Standort London geben. Dort war zuletzt eine Person beschäftigt und die Bank hat sich dazu entschieden, das UK-Geschäft und den britischen Kundenstamm zukünftig vom Hauptsitz in Hamburg aus zu betreuen. Die Niederlassung am Standort London soll voraussichtlich zum 30.09.2022 geschlossen werden.
Um aber das weiterhin angestrebte Wachstum der Bank bewältigen zu können und sich im Wettbewerb um die besten Fachkräfte und Nachwuchstalente durchzusetzen, hat das Finanzinstitut seinen Kulturwandel und die fortwährende Adjustierung des ganzheitlichen New-Work-Konzepts weiter forciert. Darüber hinaus wurde eine Optimierung der internen sowie externen Kommunikation erarbeitet, um diese stufenweise und auf Basis einer modernen Informationsarchitektur weiterentwickeln zu können. Das Arbeitgeberprofil wurde auf unterschiedlichen Kanälen geschärft, ein Recruitingfilm erarbeitet sowie ein internes Projekt zum Thema Zusammenarbeit und daraus resultierend unter anderem die Durchführung von Feedbacktrainings in die Wege geleitet. Die Bank ist seit 2020 Mitglied der vom Handelsblatt gegründeten "Fair Company " Initiative. Es handelt sich um die größte Arbeitgeberinitiative Deutschlands, die sich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen einsetzt. Mit der Teilnahme schafft die Bank sowohl für Mitarbeitende als auch für die Öffentlichkeit ein hohes Maß an Transparenz und Orientierung. Die Verhaltensgrundsätze der Varengold Bank sind im Code of Conduct definiert und sollen die Integrität und Professionalität des gesamten Handelns gewährleisten.
Den Mitarbeitenden der Varengold Bank war im ersten Halbjahr 2022 zudem nach wie vor der Nachhaltigkeitsgedanke besonders präsent. Als zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie wurden die Aktivitäten in diesem Bereich weiter vorangetrieben. Dabei konzentriert sich die Bank neben der Bewusstseinsförderung vor allem auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz sowie soziales Engagement. Dabei betrachtet die Bank die von ihr ergriffenen Maßnahmen mit Blick auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Interessen. Zu Anfang des Berichtszeitraums wurde darüber hinaus ein Environmental-Social-Governance (ESG)-Fragebogen erstellt, welcher den Kunden der Varengold Bank digitalisiert und automatisiert zur Verfügung gestellt wird. Dieser dient als Grundlage zur Erstellung eines aussagekräftigen Scoring-Modells, welches der Bank hilft, das Kundenportfolio in sämtlichen Geschäftsbereichen im Hinblick auf ESG-Faktoren zu kontrollieren und auszu-

richten. Daneben findet der ESG-Aspekt auch Eingang in die interne Ratingbeurteilung der Kunden. Die Details der einzelnen Maßnahmen arbeitet die Varengold Bank jährlich in einem separaten Nachhaltigkeitsbericht aus.
In den folgenden Angaben können Rundungsdifferenzen auftreten.
Im Folgenden meint "Berichtszeitraum" den Zeitabschnitt 01. Januar 2022 bis 30. Juni 2022; "Vorjahreszeitraum" meint den Zeitabschnitt 01. Januar 2021 bis 30. Juni 2021.
Die Zinserträge der Gesellschaft sanken von TEUR 3.543 im Vorjahreszeitraum auf TEUR 1.793 im Berichtszeitraum. In den Zinserträgen sind Negativzinsen für Bundesbankguthaben in Höhe von TEUR 2.527 (im Vorjahreszeitraum TEUR 1.395) enthalten. Der überproportionale Anstieg der Bundesbankguthaben und die daraus resultierenden Negativzinsen sind damit die wesentliche Ursache dafür, dass der Saldo der Zinserträge so deutlich zurückgegangen ist.
In den Zinserträgen enthalten sind weiterhin solche aus festverzinslichen Wertpapieren. Diese stiegen von TEUR 215 auf TEUR 342.
Unter Berücksichtigung erhaltener Negativzinsen zeigt der Posten "2. Zinsaufwendungen" einen Zinsertrag in Höhe von TEUR 334 im Vorjahreszeitraum bzw. von TEUR 1.669 im Berichtszeitraum. Dies hat seine maßgebliche Ursache in den erhalten Negativzinsen auf Kundeneinlagen, welche von TEUR 1.484 auf TEUR 2.284 anstiegen. Ursächlich hierfür sind die insoweit gestiegenen Einlagevolumina von Kunden. Der leichte Rückgang der Zinsaufwendungen für Termingeldeinlagen von TEUR 1.236 auf TEUR 1.025 (-TEUR 211) trägt zusätzlich zu der Entwicklung bei.
Es wurde im Ergebnis ein Zinsüberschuss von TEUR 3.462 (Vorjahreszeitraum TEUR 3.877) erzielt.
Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sanken von TEUR 383 auf TEUR 172 und sind geprägt durch die Ausschüttungen aus Investmentfonds. Der Bestand befindet sich mit TEUR 122.753 auf dem Niveau des Vorjahres von TEUR 122.657.
Die Provisionserträge konnten von TEUR 21.021 auf TEUR 32.635 gesteigert werden. Wesentlicher Treiber dieser starken Zunahme ist das Zahlungsverkehrsgeschäft, in dem die Provisionserträge von TEUR 18.759 auf TEUR 30.553 ausgebaut werden konnten. Dieser Anstieg konnte durch höheres Geschäftsvolumen mit Bestandskunden sowie Neukundenakquise erreicht werden. Aus den gleichen Gründen stiegen allerdings vor allem im Bereich Transaction Banking auch die Provisionsaufwendungen von TEUR 1.718 auf TEUR 4.057, so dass ein Provisionsüberschuss von TEUR 28.578 (Vorjahreszeitraum TEUR 19.303) erzielt wurde.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.146 (Vorjahreszeitraum TEUR 192) sind vornehmlich geprägt durch die Auflösung von Rückstellungen TEUR 652 (Vorjahreszeitraum TEUR 3), durch Erstattungsansprüche aus Vorsteuern mit TEUR 250 (Vorjahreszeitraum TEUR 0) sowie durch Gebühren und weiterbelastete Kosten bei Projektgeschäften in Höhe von TEUR 230 (Vorjahreszeitraum TEUR 168).
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft wuchsen um TEUR 2.616 (von TEUR 9.908 im Vorjahreszeitraum auf TEUR 12.524 im Berichtszeitraum). Die wesentlichen Ursachen hierfür liegen in gestiegenen Personalaufwendungen (TEUR +1.671) auf Grund der Anstellung neuer Mitarbeitender und des Anstiegs der variablen Vergütungen. Daneben liegt ein Anstieg der Aufwendungen für Beiträge und Versicherungen (TEUR +510) vor, welcher im Wesentlichen auf die erwartete Erhöhung der Beiträge zum Entschädigungsfonds deutscher Banken entfällt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von TEUR 129 im Vorjahreszeitraum auf TEUR 338 im Berichtszeitraum. Die Veränderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergibt sich im Wesentlichen aus periodenfremden Aufwendungen in Höhe von TEUR 225 aus Beratungsleistungen das vorherige Geschäftsjahr betreffend (Vorjahreszeitraum TEUR 5). Die Aufwendungen zur Absicherung der Fremdwährungspositionen und die wechselkursbedingten Erträge und Aufwendungen blieben mit TEUR 114 (Vorjahreszeitraum TEUR 113) unverändert.
Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft beträgt TEUR 2.269 (Vorjahreszeitraum TEUR 5.550). Der Posten wird geprägt durch das Ergebnis der Wertpapiere der Liquiditätsreserve sowie durch Aufwand für die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen.
In der Summe beträgt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG TEUR 18.160 (Vorjahreszeitraum TEUR 8.116).
Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der Sonstigen Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss von TEUR 11.562 (Vorjahreszeitraum TEUR 7.088).
Die Kapitalrendite nach § 26a KWG, berechnet aus dem Quotienten aus Jahresüberschuss (Nettogewinn) und Bilanzsumme, liegt bei 0,66 % nach 0,59 % im Vorjahreszeitraum.
Im Folgenden meint "Berichtsjahr" den Bilanzstichtag zum 30. Juni 2022 und "Vorjahr" den Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2021.
Im Berichtsjahr stieg die Bilanzsumme nach 21,1 % im Vorjahr erneut um 18,6 % von EUR 1.466,7 Mio. auf EUR 1.739,0 Mio. Die Aktivseite ist, neben dem Bestand der Barreserve (EUR 1.176,0 Mio., Vorjahr EUR 956,3 Mio.), insbesondere durch den Bestand der Forderungen an Kunden (EUR 359,1 Mio.; Vorjahr EUR 304,1 Mio.) sowie die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere (EUR 122,8 Mio.; Vorjahr EUR 122,7 Mio.) geprägt. Insgesamt machen diese drei Positionen einen Anteil von 95,3 % an der Bilanzsumme aus. Die Kundeneinlagen machen mit EUR 1.329,3 Mio. (Vorjahr EUR 1.198,3 Mio.) bzw. 76,4 % (Vorjahr 81,7%) weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite aus.

Die Kernkapitalquote (TIER 1) zum 30. Juni 2022 betrug 16,80 % (Vorjahr 16,2 %).
Die Varengold Bank AG verfügt nach unserer Einschätzung über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.
Mit EUR 1.181,7 Mio. (Vorjahr EUR 964,6 Mio.) bzw. 68,0 % (Vorjahr 65,8 %) der Bilanzsumme stellen die aufsichtsrechtlichen liquiden Mittel einen großen, weiter gestiegenen Anteil der Aktivseite der Bilanz dar. Die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennziffer liegt wie schon im Vorjahreszeitraum stets über den regulatorischen Anforderungen. Die Liquiditätslage der Bank war zu keiner Zeit gefährdet. Die unwiderruflichen Kreditzusagen verändern sich abhängig von Neukundengeschäften oder von Limiterhöhungen. Die Zusagen betrugen zum 30.06.2022 EUR 76,4 Mio. nach EUR 38,1 Mio. im Vorjahr.
Zentraler Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern. Trotz der weiter anhaltenden COVID-19-Pandemie und der Ukrainekrise konnten die Erträge deutlich von EUR 26,6 Mio. im Vorjahreszeitraum auf EUR 37,4 Mio. im Berichtszeitraum gesteigert werden. Zusätzlich entfallen auf Negativzinsen im Posten "Zinsaufwand" Erträge von EUR 2,7 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 1,7 Mio.).
Es bestehen durch das veränderte gesamtwirtschaftliche Umfeld auch Risiken, welche aus Sicht des Vorstands mit angemessener Risikovorsorge und Rückstellungen berücksichtigt worden sind. Für Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen, Wertpapiere und Beteiligungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von rd. EUR 2,3 Mio. entstanden. Vor Steuern konnte ein Ergebnis von EUR 18,2 Mio. nach EUR 8,1 Mio. im Vorjahreszeitraum erzielt werden.
Die Einführung von Mess- und Monitoringstrukturen hinsichtlich nicht-finanzieller Leistungsindikatoren befinden sich in der Umsetzungsphase.
Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank.
Das Leitbild der Varengold Bank AG ist es, sich zu der führenden Bank für die Marketplace Lending Industrie zu entwickeln. Ein grundsätzlicher Aspekt der Geschäftsstrategie der Varengold Bank ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.
Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.
Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.
Zentrale Instrumente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind neben dieser Risikostrategie das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.
Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko voraussichtlich gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse wird vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt.
Das von der Bank verwendete Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem entspricht den Bestimmungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken der Bank in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche Reputationsrisiken, strategische Risiken sowie mit den Risikoarten verbundene Risikokonzentrationen umfassen.
Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Überwachung und Bewertung der identifizierten wesentlichen Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:
Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen wesentlichen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Risikodeckungspotential unterlegt sind.
Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent und zeitnah berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.
Am 24.05.2018 veröffentlichten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank den neugefassten Leitfaden "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") – Neuausrichtung". Er enthält Grundsätze, Prinzipien und Kriterien, die die Aufsicht bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte der Institute zugrunde legt, die als "less significant institutions (LSI)" der unmittelbaren deutschen Bankenaufsicht unterliegen. Das Risikotragfähigkeitskonzept als zentraler Bestandteil des ICAAP gemäß § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 KWG i. V. m. AT 4.1 Tz. 1 (und Tz. 2) MaRisk umfasst zwei Sichtweisen: eine normative Perspektive und eine ökonomische Perspektive. Beide dienen dem langfristigen Fortführen des Instituts aus eigener derzeitiger Substanz und Ertragskraft. Dabei verfolgt die normative Perspektive explizit das Ziel der Fortführung des Instituts und die ökonomische Perspektive das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht.
Für die normative Perspektive werden das Risikodeckungspotenzial (RDP) und die Risiken konzeptkonform sowohl für die aktuelle als auch für zukünftige Planungsperioden ermittelt. Die Kapitalplanung bezieht sich zum Zeitpunkt der Erstellung auf einen Zeitraum von drei Jahren und umfasst das aufsichtlich geforderte Planund ein adverses Szenario. Zusätzlich macht die Bank von der in Tz. 35 des RTF-Leitfadens enthaltenen Möglichkeit Gebrauch, den im Einklang mit AT 4.3.3 Tz. 3 MaRisk entwickelten risikoartenübergreifenden Stresstest "schwerer konjunktureller Abschwung" als ein weiteres adverses Szenario zu verwenden. In den Kapitalplanungsszenarien werden Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigt, die einen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Kapital haben.
Das Risikodeckungspotential in der normativen Perspektive besteht aus den regulatorischen Eigenmitteln sowie den anrechenbaren Vorsorgereserven nach § 340 f HGB. Die in der normativen Perspektive angewendeten Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der aktuell gültigen CRR, mit denen risikogewichtete Positionsbeträge berechnet werden. Im Planszenario sind die kompletten Eigenkapitalanforderungen einzuhalten, in den adversen Szenarien kann eine Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG angenommen werden. Für diese Fälle hat die Bank Handlungsoptionen zur Wiederherstellung der Einhaltung aller regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Anforderungen und Zielgrößen erarbeitet.
Die aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen betragen zum 30.06.2022 TEUR 44.451. Zur Deckung dieser Anforderungen stehen der Bank TEUR 63.136 an Eigenmitteln zur Verfügung.
Zum 30.06.2022 waren alle Kapitalanforderungen im Planszenario sowohl zum Stichtag wie auch für den 3-Jahres-Planungshorizont eingehalten; dies gilt auch für das adverse Szenario. Im Stressszenario kommt es zu einer Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG ab dem 1. Quartal 2025. Die harte Mindestanforderung von aktuell 10,8 % ist in allen Szenarien über den gesamten Planungszeitraum eingehalten.
In der ökonomischen Perspektive verwendet die Bank eine barwertnahe Ermittlung der Risikotragfähigkeit. Das Risikodeckungspotential in Höhe von EUR 71,4 Mio. setzt sich dabei aus den regulatorischen Eigenmitteln, den Vorsorgereserven nach § 340f HGB, dem Gewinn des aktuellen Geschäftsjahres sowie stillen Lasten und Reserven zusammen.
Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100 % beschränkt. Auslastungen über 90 % des Gesamtlimits sowie Auslastungen über 100 % innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine unmittelbare Reaktion des Vorstands.
Die Auslastung des Risikodeckungspotentials zum 30. Juni 2022 betrug 65 %, davon entfallen 48 % auf das Adressenausfallrisiko, 30 % auf das Marktpreisrisiko, 18 % auf das operationelle Risiko und 4 % auf strategische und Reputationsrisiken.
Für die Überwachung der Adressenausfall- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.
Das Adressenausfallrisiko setzt sich für die Quantifizierung im Rahmen der Risikotragfähigkeit aus dem Adressenausfallrisiko im engeren Sinne (AAR i.e.S.) sowie dem Migrationsrisiko zusammen. Die beiden Risikosummen werden addiert.
Im Adressenausfallrisiko enthalten sind neben dem klassischen Ausfallrisiko (Kreditrisiko) auch das Emittenten-, Kontrahenten- sowie Beteiligungsrisiko. Länderrisiken werden in der Risikotragfähigkeitsberechnung nicht mit Risikodeckungspotential unterlegt. Diese Risiken werden sowohl bei der externen wie auch der internen Ratingeinstufung berücksichtigt und sind auf diesem Weg in der Ratingnote und damit in der Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeit und damit der Risikosumme enthalten.
Zur Begrenzung der Länderrisiken hat die Bank ein Länderlimitsystem implementiert, das auf dem Sitz des Mutterkonzerns des Schuldners abstellt.
Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos i.e.S. erfolgt mit den Risikokennzahlen "Expected loss" (EL) und "Unexpected loss" (UL). Der EL wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung der LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der UL wird mithilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Beiträge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzten Verlustquoten (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelationen der Kontrahenten mit dem systematischen Risikofaktor sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt. In die Risikotragfähigkeit fließt nur der Unexpected Loss des Portfolios ein. Der Expected Loss ist bereits über die Pauschalwertberichtigung (PWB) inkludiert. In dem Fall, dass der Expected Loss des gesamten Risikoexposure die PWB, die lediglich für Forderungen an Kreditinstitute und Kunden gebildet wurde, übersteigt, fließt der Differenzbetrag ebenfalls in die Risikotragfähigkeitsermittlung ein.
Zusätzlich wird das Migrationsrisiko des Portfolios für einen Zeithorizont von einem Jahr ermittelt. Dabei finden externe Migrationsmatrizen Anwendung. Mit den daraus ermittelten erhöhten Ausfallraten erfolgt eine erneute Berechnung des EL; die Differenz des so ermittelten EL zum EL AAR i. e. S. ergibt die Risikosumme für das Migrationsrisiko in der ökonomischen Perspektive.
Das Marktpreisrisiko wird durch Addition der Risikosummen für Kursrisiko (inklusive der Fremdwährungsrisiken), Credit Spread Risiko sowie Zinsänderungsrisiko ermittelt. Es werden hierbei keine Korrelationen zwischen den Risikoarten berücksichtigt.
Das Kursrisiko (allgemeines Kursrisiko) wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einer Haltedauer von 250 Tagen und einem Lookback von 21 Jahren durch historische Simulation der Veränderungen Kurse bzw. der laufzeit- und währungsadäquaten Swap- bzw. Geldmarkt-Sätze gemessen. Die Bank hat den Beobachtungszeitraum im 1. Halbjahr 2022 von 2 auf 21 Jahre erweitert.
Das Kursrisiko wird für das Gesamtportfolio, wie auch getrennt nach Anlagebuch, Handelsbuch sowie die Fremdwährungsfuture (soweit möglich in der Durchschau) berechnet und limitiert. Darin berücksichtigt werden neben den Wertpapieranlagen, die ein Kursrisiko aufweisen, die offenen Fremdwährungspositionen sowie die Fremdwährungsfutures, die zu Absicherungszwecken gehalten werden.
Das in der Risikotragfähigkeit angesetzte Kursrisiko wird durch Addition der VaR der Teilportfolien ermittelt. Damit finden vorhandene Korrelationen zwischen den Teilportfolien keine Berücksichtigung, was zu einer höheren Risikosumme führt. Damit führt die Bank auch hier ihre Risikomessung konsequent fort.
Die Messung des Zinsänderungsrisikos erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling. Hierbei wird die Barwertänderung des Zinsbuches bei ad-hoc Zinsveränderungen von +200 Basispunkten und -200 Basispunkten sowie sechs weiteren Szenarien gemäß RS 06/2019 (BA) – "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" ermittelt. Die größere negative Veränderung dieser acht Zinsänderungsszenarien fließt als Risikowert in die Risikotragfähigkeitsberechnung ein.
Als Credit Spread Risiko definiert die Bank die negativen Marktwertänderungen der Anleihen des Eigenbestandes infolge einer Bonitätsverschlechterung von Emittenten, die sich noch nicht in einem Ratingdowngrade widergespiegelt hat (besonderes Kursrisiko). Das Credit Spread Risiko wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einer Haltedauer von 250 Tagen und einem Lookback von 21 Jahren durch historische Simulation der Veränderungen der ratingabhängigen Asset-Swap-Spreads der Anleihen berechnet.
Die Überwachung und Regulierung der Risiken orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet.

Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos wird von der Abteilung Treasury täglich eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Die Steuerung erfolgt anhand der Größen "Distance to Illiquidity" (mindestens drei Monate) und einer täglichen "Mindestliquidität" (EUR 20 Mio.). Die Überwachung wird durch das Risikocontrolling vorgenommen. Zusätzlich ist im Liquiditätssteuerungskonzept ein Notfallplan, welchem ein Frühwarnsystem vorgeschaltet ist, definiert.
Es wird hierbei nach Refinanzierungs-, Termin-, Abruf-, Marktliquiditäts- sowie Liquiditätsspreadrisiko unterschieden.
Die Bank nimmt keine Quantifizierung des Liquiditätsrisikos im Rahmen der Risikotragfähigkeit vor, da dies nur sehr eingeschränkt möglich ist. Eine quantitative und qualitative Analyse des Risikos wird über Stresstests vorgenommen. Zudem erfolgt eine tägliche Überwachung der Liquiditätsablaufbilanz hinsichtlich festgelegter Limits; zum einen der Abstand zur Illiquidität von mindestens 3 Monaten und zum anderen die tägliche Mindestliquidität in Höhe von EUR 20 Mio. Beide Limits waren im Berichtszeitraum zu jedem Zeitpunkt eingehalten.
Die Quantifizierung operationeller Risiken, die auch das Modellrisiko einschließen, erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern sowie dem Vorstand anhand einer Szenarioanalyse für alle identifizierten operationellen Risiken. Die Szenarien stellen dabei mögliche "bad case"- Szenarien der Risikoart dar und werden hinsichtlich möglicher Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet. Diese beiden Parameter für die identifizierten Teilrisiken fließen in eine Monte-Carlo-Simulation ein. Aus den 200.000 Simulationen wird das Risiko als 99,9%-Quantilswert abgelesen.
Im Zusammenhang mit Aktientransaktionen um den jeweiligen Dividendenstichtag der Jahre 2010-2016 laufen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gegen (ehemalige / aktuelle) Beschäftigte und Organe der Varengold Bank AG und der Varengold Verwaltungs AG i.L. (ehemals Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen) wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung.
Die Varengold Bank AG könnte als mögliche Nebenbeteiligte in Betracht kommen und im Worst-Case-Szenario möglicherweise mit einem Bußgeld und/oder einer Gewinnabschöpfung belegt werden, woraus sich für sie theoretisch ein signifikanter Aufwand ergäbe.
In diesem Zusammenhang wurden externe Berater mit der (laufenden) Durchsicht und Analyse der staatsanwaltschaftlichen Akten beauftragt.
Auf Basis der Stellungnahme externer Berater schätzt der Vorstand das Risiko einer Inanspruchnahme der Tochtergesellschaft Varengold Verwaltungs AG i.L. als denkbar, das Risiko einer Haftung der Varengold Bank AG für diese jedoch als sehr gering ein.
Aus den Ermittlungsakten ergeben sich nach derzeitigem Kenntnisstand des Vorstandes keinerlei Aussagen der Staatsanwaltschaft zur Wahrscheinlichkeit oder Höhe etwaiger Maßnahmen gegen die Varengold Bank AG.
Vor diesem Hintergrund wird dem Eintritt des Risikos der Inanspruchnahme der Varengold Bank AG insgesamt eine geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen.
Die Varengold Bank AG ist gemeinsam mit 19 weiteren natürlichen und juristischen Personen Beklagte in einem zivilrechtlichen Verfahren. Streitgegenstand ist ein möglicher Rückerstattungsanspruch, der sich auf eine Steuernachforderung in Bezug auf Transaktionen eines selbstständigen Teilinvestmentvermögens der seinerzeitigen Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, heute Varengold Verwaltungs AG i.L. aus dem Jahr 2010 bezieht. Die seinerzeitige Investmentaktiengesellschaft ist an erster Stelle Beklagte im obigen Verfahren. Die Varengold Bank AG war in 2010 Minderheitsgesellschafter dieser Investmentaktiengesellschaft. Die Klage ist auf die gesamtschuldnerische Erstattung von erstatteter Kapitalertragssteuer inkl. Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt rund EUR 92 Mio. (zzgl. etwaiger Zinsen und sonstiger entstandener Schäden des Klägers) gerichtet, die in 2010 an das Teilgesellschaftsvermögen gezahlt wurde und das Finanzamt München vom Rechtsvorgänger des Klägers zurückgefordert hatte. Die Varengold Bank AG hat eine Erwiderung beim zuständigen Gericht eingereicht, die Klage abzuweisen. Es sprechen gute Gründe dafür, dass ein möglicher Anspruch des Klägers verjährt ist und dass jedenfalls keine gesamtschuldnerische Haftung aller Beklagten besteht. Der Vorstand und die eingeschalteten externen Sachverständigen schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos aus diesem Verfahren als sehr gering ein. Bei einem Erfolg der Klage könnte jedoch der Fortbestand der Bank gefährdet sein.
Das strategische sowie das Reputationsrisiko wird über die Betrachtung von Ertragsrückgängen im Zuge der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Es wird in der ökonomischen Perspektive eine Risikosumme in Höhe von 25 % der erwarteten Gewinne der nächsten 12 Monate angesetzt (Minimum TEUR 400).
Zur Eingrenzung von Konzentrationsrisiken wurden vom Vorstand weitere Limits bzw. Frühwarnschwellen festgelegt, die fortlaufend überwacht werden.
Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten und Ertragslage der Bank sind nach aktuellem Stand nur marginal. Derzeit geht die Bank weiter davon aus, dass sich daraus kein signifikanter Einfluss auf die geplanten Ziele für die Bank ergeben wird.
Nach den Erfahrungen im ersten Halbjahr 2022 wird der Überfall Russlands auf die Ukraine auf die Varengold Bank keine signifikanten Auswirkungen hinsichtlich der geplanten Ergebnisse haben. Diese liegen zum 30.06.2022 sowohl über den Plan- wie auch den Vorjahreswerten.
Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein.

Die aktuelle Energiekrise mit drastisch gestiegenen Gas- und Strompreisen hat große negative Auswirkungen insbesondere auf eine Reihe von energieintensiven Wirtschaftszweigen. Die Bank kommt in einer Analyse ihres Portfolios zu der Ansicht, dass das Kreditportfolio, im Wesentlichen aus nachfolgenden Gründen, gut gegen weitere Wertberichtigungen abgesichert ist:
In den einzelnen Kategorien/Sektoren stellt sich die Situation wie folgt dar:

Die Varengold Bank hat in den vergangenen Jahren mit Blick auf die Unternehmensentwicklung die Tragfähigkeit und die Skalierbarkeit ihres Geschäftsmodells unter Beweis gestellt – nicht zuletzt durch innovative Digitalisierungsmaßnahmen und Prozessverbesserungen.
In den beiden Kerngeschäftsfeldern Marketplace Banking und Commercial Banking (Transaction Banking) hat sich die Bank ein solides Netzwerk aufgebaut und Positionen erarbeitet, die nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Die Bank wird in ihrem Sektor stärker wahrgenommen und sie konzentriert sich bei ihren Aktivitäten verstärkt auf ihre Kernkompetenz als ein reguliertes Institut. Sie kann ihre Position langfristig mit Ankerprodukten wie der Kreditversorgung und den Fronting Services / BaaS festigen sowie die Profitabilität und Rentabilität steigern, wo andere Wettbewerber kein adäquates Produktangebot bieten.
Die strategische Ausrichtung der Varengold Bank mit den vorhandenen Kerngeschäftsfeldern verbleibt auch im weiteren Verlauf des Jahres 2022 grundsätzlich gleich. Die laufende Beobachtung von Markttrends und damit einhergehend die weiterführende Analyse von neuen Bereichen, Produkten und Services bleibt dabei allerdings ebenso ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Das Geschäftsjahr 2022 wird weiterhin durch den Ausbau des Neukundengeschäfts, eine Erweiterung der Aktivitäten mit Bestandskunden und ein insgesamt risikobewusstes Geschäftswachstum geprägt sein.
Als Reaktion auf die steigende Anzahl an Kunden in der Pipeline hat die Bank die Ablauforganisation im Marketplace Banking im bisherigen Verlauf des Berichtszeitraums optimiert und dabei dezidierte Teams für die Bereiche Lending, Fronting / BaaS und Customer Success implementiert. Dadurch wurde eine transparente Rollenverteilung geschaffen mit der Absicht, Kundenbedürfnisse besser befriedigen zu können, Produktexperten zu fördern und klare Verantwortlichkeiten festzulegen.
Der Ausbau des Kreditbuchs sowie der Fronting Services / BaaS wird weiter intensiviert und das Ziel der Varengold Bank ist es, sich insbesondere durch eine effiziente Umsetzung der Funding- und/oder Fronting-Projekte mit Kunden von Wettbewerbern zu differenzieren. Die notwendigen IT-Voraussetzungen für den weiteren Ausbau sind vorhanden und die Umsetzung (speziell im EU-Ausland) erfolgt im Jahr 2022 kontinuierlich mit unterschiedlichen Ausbaustufen. Weitere Produktentwicklungen werden angestrebt und die aktuellen Prozesse sollen in Form eines mehr modularen Ansatzes weiter optimiert werden, um den Kunden einen noch besseren Service bieten zu können.
Das Wachstum der Plattform-Kunden im Marketplace Banking wird neben dem Bedarf an Fremdkapital auch zusätzliches Eigenkapital erfordern. Diesen Kundenbedarf deckt die Varengold Bank strategisch ab, indem sie Eigenkapitalpartner für die Kunden akquiriert (Equity Capital Markets, ECM). Über die im Jahr 2021 gegründete Tochtergesellschaft "Elbe2021 Incubator GmbH" kann die Bank direkt in einige ihrer bestehenden Kunden investieren. Dieser Mechanismus ermöglicht der Varengold Bank zusätzlich die Ausdehnung ihres Netzwerks in den Bereich Venture Capital.
Der Fokus der Varengold Bank im Kerngeschäftsfeld Commercial Banking liegt auch zukünftig auf globalen Handelsunternehmen, die in Nischenmärkten aktiv sind. Varengold unterstützt diese Kunden dabei schwerpunktmäßig mit Services im Bereich Transaction Banking und Trade Finance Leistungen. Die Bank hat sich hier in den vergangenen Jahren einen beachtlichen internationalen und namhaften Kundenstamm aufbauen können und wird ihre Position als starke Transaktionsbank weiter festigen. Das Trade Finance Kreditgeschäft soll mit Bestandskunden selektiv erweitert werden. Der Bereich konnte zwar mit der Erweiterung seiner Produktpalette um ECA-abgesicherte Finanzierungen erfolgreich ausgebaut werden, doch der bislang fokussierte "small ticket"-Fokus soll nicht forciert werden, da Aufwand und Ertrag trotz kalkulierbaren Risikos nicht nachhaltig im Verhältnis stehen.
Das Einlagengeschäft, welches nahezu ausschließlich auf die Zielgruppe von deutschen Privatkunden ausgerichtet ist, nimmt im Rahmen der Refinanzierungsstrategie der Bank eine zentrale Rolle ein. Die Bank bietet Kunden im Rahmen des Einlagengeschäftes Tages- und Festgeldprodukte in unterschiedlichen Laufzeiten von bis zu zehn Jahren an. Als Benchmark für die angebotenen Zinssatzkonditionen orientiert sich die Varengold Bank am Marktangebot von Kreditinstituten, die der deutschen Einlagensicherung unterliegen. Daneben refinanziert sich die Bank durch die Einlagen der Zahlungsverkehrskunden, die als Bundesbankguthaben angelegt werden. Das Einlagengeschäft soll auch in den nächsten Jahren organisch wachsen. Die Refinanzierungsstrategie der Bank sieht vor, die Festgeld- und Tagesgeld-Volumina auf einem konstanten Niveau zu halten, bei den Laufzeiten weitere Diversifizierungseffekte umzusetzen und die Einlagen in enger Abstimmung mit den Opportunitäten aus den Geschäftsfeldern Marketplace Banking und Commercial Banking zu steuern.
Um die Bank langfristig erfolgreich zu positionieren, sind als essenzielle Erfolgsfaktoren eine Fokussierung auf den Kunden und dessen Zufriedenheit, eine effiziente interne Organisation, die Aufrechterhaltung eines hochqualifizierten und motivierten Teams sowie die Gewinnung kompetenter Fachkräfte relevant. Zudem soll die Optimierung von zielgruppenorientierter Kommunikation sowohl intern als auch extern einen Wertbeitrag leisten. Im ersten Halbjahr 2022 hat dazu eine Konzeptionierungsphase stattgefunden, aus der ein Stufenplan zur weiteren Verbesserung der Kommunikation entwickelt wurde. Unter anderem sollen die Mitarbeitenden mit einem qualitativen und quantitativen Informationsfluss dazu befähigt werden, ihre Aufgaben erfolgreich erledigen zu können. Einzelne Projekte und Teamarbeiten haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass komplexe Kundentransaktionen unter hohem Zeitdruck mit geeigneten Strukturen und Kommunikationskanälen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden können. Dazu gehört außerdem die konsequente Umsetzung der Digitalisierungsstrategie und weitere Prozessautomationen – z.B. bei wiederkehrenden Arbeiten im Customer Service durch Einsatz von Robotic-Process-Automation oder durch Künstliche Intelligenz z.B. bei der Kundenlegitimation.

Deutlich kürzere Produkt- und Servicezyklen bedeuten ein hohes Maß an Innovation, und moderne Arbeitsprozesse benötigen ein technologisch anspruchsvolles Umfeld – diesen Anforderungen hat die Varengold Bank mit der Umsetzung des New-Work-Konzepts Rechnung getragen. Unter dem Leitbild New Work wird die gesamte Arbeitsphilosophie der Bank auch zukünftig weiterentwickelt und die Arbeitsprozesse gestrafft bzw. qualitativ verbessert werden, um letztlich durch noch mehr Effizienz einen Mehrwert für Kunden und Investoren zu generieren. Das Fundament dafür sind die 6 Säulen der Varengold Bank: Culture, Work Environment, Leadership, Digital Transformation, Empowerment und Corporate Social Responsibility. Die Etablierung dieser Säulen erfolgte dabei entlang der drei Unternehmenswerte "Customer Centric", "No Silos" und "Go the extra Mile".
Auch das Ziel, den ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern und einen sozialen Beitrag zu leisten, wird die Varengold Bank nicht aus den Augen verlieren. Darum setzt sich u. a. seit 2019 ein fester Kreis von Mitarbeitenden mit diesem Thema auseinander. Es werden Ideen entwickelt, wie das Engagement der Bank auf diesem Gebiet in den kommenden Jahren fortgesetzt werden kann. Dabei wird nicht nur ein umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit vermittelt, sondern es werden aktiv einzelne Maßnahmen zum Umweltschutz und für soziales Engagement umgesetzt. Unter anderem stellt die kontinuierliche Kompensation der eigenen Emissionen ein wichtiges Element für die Entwicklung einer verantwortungsbewussten und nachhaltigen Firmenkultur dar. Bei der Einordnung des Kundenportfolios der Bank hinsichtlich ESG-Performance sollen auch jene Rahmenbedingungen sicherstellen, dass die Strategie und gelebte Praxis der Bank mit der eigenen Vision einer nachhaltigen Entwicklung und der externen Erwartungshaltung übereinstimmen.
Bei aller positiver Entwicklung in den vergangenen Jahren agiert die Varengold Bank nach Einschätzung des Vorstands umsichtig und beobachtet das Marktumfeld genau. Diverse Risikofaktoren können bei ungünstigem Verlauf der weltweiten Situation die Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren in einem nicht abschließend quantifizierbaren Ausmaß beeinträchtigen. Der Vorstand ist aber weiterhin überzeugt, dass die Varengold Bank über ein wertbeständiges Geschäftsmodell verfügt, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Akteure am Finanzmarkt gerecht zu werden.
Die in diesem Abschnitt enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen seitens der Varengold Bank zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts. Die darin enthaltenen Aussagen stützen sich auf Annahmen und, sofern nicht gesondert angegeben, basieren diese auf internen Einschätzungen. Die Bank weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs der Bank betreffen. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen.
Die Entwicklung der weltweiten Konjunktur und der Kapitalmärkte wird im weiteren Verlauf des Jahres 2022 entscheidend davon abhängen, inwiefern sich die Einflussfaktoren im Rahmen der Inflationsentwicklung materialisieren. Zudem dürfte nach Ansicht der Varengold Bank die viel diskutierte Sorge um einen Einbruch der Gas- bzw. Energieversorgung die Wirtschaftsdynamik weiter einbremsen. Das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) prognostizierte in ihrer zuletzt veröffentlichten Sommerprognose, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 2,5% sowie im Jahr 2023 um 3,7% zulegen wird und dass die Inflationsrate in diesem Jahr mit 6,8% den höchsten Wert seit dem Jahr 1974 erreichen wird.5 Wichtige Impulse werden dabei die weiteren Maßnahmen der Notenbanken liefern, welche die Eindämmung des Preisdrucks bei gleichzeitig moderaten Leitzinsniveaus fokussieren. Der geldpolitische Richtungswechsel und das Ende der langanhaltenden Niedrigzinsphase fördert dabei die zukünftige Profitabilität und somit die Widerstandsfähigkeit der Banken.
Darüber hinaus steigen auch die aufsichtsrechtlichen Anforderungen weiter. Dies umfasste zuletzt neben der MaRisk-Novelle und dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) auch zahlreiche regulatorische Initiativen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz. Die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der vergangenen Jahre verfolgen unter anderem das Ziel, den Finanzsektor im Wesentlichen durch eine verbesserte Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung krisenresistenter zu gestalten sowie die Risiken der Geschäftstätigkeit von der öffentlichen Hand fernzuhalten. Auch die Varengold Bank AG plant eine Stärkung der Eigenkapitalbasis, um die Ausweitung der Geschäftstätigkeiten auf einem stabilen Fundament ermöglichen zu können bzw. um die sog. Leverage Ratio im Sinne der Capital Requirements Regulation (CRR) dauerhaft auf ein Niveau oberhalb des dort geforderten Schwellenwertes zu bringen.
Die EBA-Leitlinien könnten möglicherweise zu zusätzlichen Kapitalanforderungen im SREP führen und auch die EBA-Leitlinie zur Kreditvergabe und -überwachung (GLOAM) könnte ab 2024 zu zusätzlichen Anforderungen führen. Hinzu kommt die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD), die für die Varengold Bank ab 2026 hinsichtlich der Offenlegung von Finanzkennzahlen relevant sein wird. Banken haben ESG-Risiken in allen Prozessen und in der Risikoanalyse zu berücksichtigen, was die Bank bereits in der Praxis umgesetzt hat. Um eine fristgerechte Umsetzung sämtlicher Regulierungsvorhaben zu gewährleisten, überwacht die Abteilung Compliance in einem monatlichen "Regulatory Radar" den externen und internen Umsetzungsstand. Die Aufarbeitung einzelner relevanter Themen wird rechtzeitig in entsprechenden Projekten initiiert.
Angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine und der verhängten Sanktionen geht die Varengold Bank davon aus, dass dies die Geschäftstätigkeit der Bank auch weiterhin unmittelbar nicht wesentlich beeinträchtigen wird. Dauerhafte mittelbare Effekte wie Preissteigerungen, Ressourcenverknappung und eine sich dadurch möglicherweise ergebende Stagflation oder gar Rezession bergen dennoch mögliche Risiken. Mit Beginn der Aggressionen Russlands gegen die Ukraine hat die Varengold Bank für sich selbst unterschiedliche Szenarien mit makroökonomischen sowie direkten Auswirkungen ausgearbeitet und sie verfolgt sehr genau die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in dem Zusammenhang. Die im Zusammenhang mit dem Konflikt stehende Energiekrise wird ohne Zweifel einen negativen Einfluss auf bestimmte Wirtschaftssektoren haben. Nach Ansicht der Varengold Bank ist das bestehende Kreditportfolio jedoch gut aufgestellt aufgrund der generellen Diversifizierung im Hinblick auf Sektoren, Länder und Größe des Portfolios als auch durch eine angemessene Besicherung.
Für die gesamte Bankenbranche dürfte es abermals darum gehen, sich in diesem komplexen Umfeld zu behaupten und einerseits die Kreditportfolien aktiv zu managen, andererseits die Kostenstrukturen noch stärker an das anhaltend herausfordernde Markt- und Regulierungsumfeld anzupassen. Angebote wie "Buy now, pay
5 https://www.ifo.de/fakten/2022-06-15/ifo-konjunkturprognose-sommer-2022-inflation-lieferengpaesse-und-krieg-bremsen

later" beeinflussen beispielsweise das Konsumverhalten der Verbraucher. Längerfristig wird sich die Zahl der Institute reduzieren und der Wettbewerb wird sich weiter verschärfen, wenn immer mehr globale Technologiekonzerne, Fintechs und Auslandsbanken ausgewählte Produkte des klassischen Bankengeschäfts anbieten. Günstiger als im Zinsgeschäft sind und bleiben die Perspektiven im Handelsgeschäft, aus dem sich allerdings viele Institute in der Vergangenheit teilweise oder sogar ganz zurückgezogen haben – eine Chance, die die Varengold Bank zu nutzen weiß.
Die Varengold Bank wird auch zukünftig konsequent in ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Weiterentwicklung der Gesamtbankorganisation investieren – durch Mitarbeitergewinnung, die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten und durch die zusätzliche Optimierung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Aufgrund der zum Halbjahr deutlich über Plan liegenden Ertrags- und Ergebniszahlen hat die Varengold Bank unterjährig ihre bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2022 um ca. 50% angehoben. Mit Blick auf die weiterhin unklaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des Krieges in der Ukraine behält die Varengold Bank eine aus ihrer Sicht angemessene Risikovorsorge bei und plant im Geschäftsjahr 2022 ca. EUR 10 Mio. in die Risikovorsorge einzustellen. Angesichts des anhaltend starken Geschäftswachstums und der gut gefüllten Transaktions-Pipeline erwartet der Vorstand der Varengold Bank ein Ergebnis vor Steuern (EBT) als zentraler Leistungsindikator in Höhe von EUR 28 - 32 Mio. für das Geschäftsjahr 2022.
Hamburg, 16. September 2022
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Im Jahr 2019 hat die Varengold Bank einen grundlegenden Kulturwandel eingeläutet. Ein Projektteam hat sich eingehend damit befasst, "Arbeit" neu zu denken und die Arbeitsphilosophie der Bank im Rahmen eines New-Work-Konzepts im Alltag zu etablieren – mit Erfolg!

Die Zeiten sind lange vorbei, in denen für unterschiedliche Arbeitssituationen nur ein Büro mit Schreibtischen zur Verfügung steht. Nachdem im Jahr 2020 ein hybrides Arbeitsmodell eingeführt wurde, hat die Varengold Bank in 2021 darüber hinaus Räume geschaffen, die bewusst Arbeitsprozesse wie Team- und Projektarbeit fördern. Es gibt Platz für individuelles und flexibles Arbeiten aber auch für Entspannung und geselliges Zusammenkommen. Abteilungsübergreifendes Zusammenarbeiten und der Blick von "außen" – nämlich der einer völlig anderen Abteilung – hat die Varengold Bank schneller, kreativer und effizienter gemacht. Gerade im Geschäftsbereich Marketplace Banking hat das Unternehmen mit Startups zu tun, die sehr schnell agieren und das auch von ihren Partnern erwarten.
Die digitale Transformation der Varengold Bank ist ein Schlüssel zur weiteren Individualisierung und Flexibilisierung von Arbeitsprozessen und daher ebenfalls entscheidend für das New-Work-Konzept. Ein höherer Grad an Flexibilisierung im Rahmen der hybriden Arbeitsmodelle schlägt zudem die Brücke zu einer gesteigerten Familienfreundlichkeit und Work-Life-Balance – wichtige Attribute bei der Mitarbeitergewinnung.
Arbeit neu zu denken, heißt bspw. auch, Führung neu zu denken! Für die Varengold Bank ist hier Empowerment ein Schlüsselelement. Jeder Einzelne im Team muss nachvollziehen können, welchen Anteil er an der Umsetzung der Geschäftsstrategie und damit am Erfolg der Varengold Bank hat. Das schafft Identifikation. Aufgabe der Führungskräfte ist es dabei, Freiheiten zu geben, die Selbstverantwortung und Persönlichkeitsentwicklung fördern. Insgesamt steht die Unternehmenskultur der Varengold Bank für einen hohen Grad an Eigenverantwortung und aktives Mitgestalten.
Bei der täglichen Arbeit kommen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, mit verschiedenen Überzeugungen, Erfahrungen und Ansprüchen zusammen. Gemeinsame Basis für ein erfolgreiches Miteinander sind die Unternehmenswerte der Varengold, aus denen die Bank ihre New-Work-Philosophie und die 6 Säulen des Unternehmens definiert hat. Aus diesen 6 Säulen werden Maßnahmen abgeleitet, wie das Team der Varengold zusammenarbeitet und die Ziele erreichen kann.

Persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, Flexibilität, aber auch Regeln sind Teil einer Kultur.
Die neue Arbeitswelt fokussiert sich auf das Arbeiten miteinander, um gemeinsam die Bank weiterzuentwickeln. Klassische Silos werden aufgebrochen sowie Kundenwünsche und Anforderungen erfüllt.
Verantwortung übernehmen; der Strategie der Bank folgen; als Vorbild fungieren! Das sind für die Varengold Bank wichtige Attribute, die im Kontext von Leadership stehen.
Veränderung der Kundenanforderungen, Transformation und Digitalisierung von Geschäftsprozessen, aber auch die eigene Digitalkompetenz wird in den nächsten Jahren einer der wichtigsten Trends sein. Das Team der Varengold Bank wartet nicht, sondern nimmt die Herausforderung an.
Dem Wandel der Arbeitswelt begegnet die Bank mit dem Vertrauen in ihr Team. Sie steigert den Grad der Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und der Autonomie: Verantwortung statt Aufgaben delegieren, Stärken weiter ausbauen.
Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung: Als Unternehmen, aber auch als Mitarbeitende.

Varengold Bank AG Große Elbstraße 39 22767 Hamburg
T +49.40.66 86 49 0 F +49.40.66 86 49 49
E-Mail: [email protected] https://www.varengold.de
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Dr. Karl-Heinz Lemnitzer (Vorsitzender) Vasil Stefanov Francesco Filia
Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
USt-IdNr.
Finanzamt Hamburg, DE247069729
Die Varengold Bank AG ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn; Tel.: 0228 / 4108 – 0) unter der Nummer 109 520 registriert und auf der Internetseite www.bafin.de veröffentlicht.

Die Varengold Bank AG gehört der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) an.
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Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht nur Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, sondern sie umfassen auch Aussagen über Annahmen und Erwartungen sowie die zugrunde liegenden Annahmen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die dem Vorstand der Varengold Bank AG zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen beziehen sich deshalb nur auf den Tag, an dem sie gemacht werden. Der Leser sollte diesen Aussagen daher nicht übermäßig vertrauen, insbesondere nicht im Zusammenhang mit Verträgen oder Investitionsentscheidungen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereichs betreffen. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit beziehungsweise für das tatsächliche Eintreten der gemachten Angaben können wir daher keine Haftung übernehmen. Der Vorstand übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse weiterzuentwickeln. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage oder der Wettbewerbssituation, eine drohende Verschlechterung der Ertragslage aus Sonderbelastungen sowie die Verfassung der Finanzmärkte, aus denen die Varengold Bank AG einen erheblichen Teil ihrer Erträge erzielt.
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