Interim / Quarterly Report • Sep 27, 2021
Interim / Quarterly Report
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| Kennzahl je Aktie | 30.06.2021 in EUR |
30.06.2020 in EUR |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie | 0,71 | 0,11 |
| 31.12.2020 in EUR |
||
| Marktkapitalisierung | 47.001.310 | 36.958.295 |
| Gewinn- und Verlustrechnung | 01.01.2021 bis 30.06.2021 in TEUR |
01.01.2020 bis 30.06.2020 in TEUR |
| Zinsergebnis | 3.877 | 3.431 |
| Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
383 | 711 |
| Provisionsergebnis | 19.303 | 8.205 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 63 | 268 |
| Verwaltungsaufwendungen | -9.908 | -8.461 |
| Abschreibungen und Wertberichtigungen | -5.602 | -2.526 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 8.116 | 1.628 |
| Jahresüberschuss | 7.088 | 1.123 |
| Bilanz | 30.06.2021 | |
|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | |
| Bilanzsumme | 1.205.285 | 687.808 |
| Eigenkapital | 45.754 | 38.075 |
Die in diesem Halbjahresbericht enthaltenen Kennzahlen sowie der Halbjahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, erläuternden Angaben im Anhang zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Lagebericht – sind nicht testiert und wurden keiner prüferischen Durchsicht unterzogen.
Der Vorstand bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Halbjahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und dass der Halbjahresbericht ein möglichst getreues Bild der Gesellschaft bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft vermittelt.
Dr. Bernhard Fuhrmann und Frank Otten Vorstand der Varengold Bank AG
| Eckdaten der Varengold Bank AG | ||
|---|---|---|
| Vorbemerkung | 3 | |
| 01 Brief an die Aktionäre | 5 | |
| 02 Produkte und Leistungen | 8 | |
| 03 Aktie | 11 | |
| 04 Halbjahresabschluss | 14 |
COVID-19 ist leider längst nicht ausgestanden und stellt weiterhin viele Menschen vor große Herausforderungen. Auch die Langzeiteffekte sind noch unklar. In diesem schwierigen Umfeld haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Varengold Bank auch im ersten Halbjahr 2021 hervorragende Arbeit geleistet!
Es ist uns gelungen, in den ersten sechs Monaten unseren Nettoertrag von 13,0 Mio. EUR (1. HJ 2020) auf 23,8 Mio. EUR zu steigern. Unser Verwaltungsaufwand erhöhte sich hingegen nur um 17 % auf 9,9 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 8,5 Mio. EUR). Und das, obwohl wir auch im Berichtszeitraum konsequent investiert haben. Hier möchten wir besonders das im Geschäftsbericht 2020 erwähnte New-Work-Konzept hervorheben. Seit gut zwei Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema, wie wir die Mitarbeiterzufriedenheit maximieren und zugleich die Art und Weise optimieren, wie wir unsere Geschäftsziele erreichen. Wir begreifen New Work als eine Arbeitsphilosophie, die unser gesamtes Miteinander grundlegend verändert. Entsprechend wichtig war es uns, unser New-Work-Konzept gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu entwickeln. Dazu gehört auch eine Veränderung der Arbeitsumgebung. Unsere neuen Räume sind auf kollaboratives Arbeiten ausgelegt. Die Förderung von Teamarbeit – auch abteilungsübergreifend – und die konsequente Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse haben uns agiler, kreativer und effizienter gemacht. Davon profitieren wir besonders im Geschäftsbereich Marketplace Banking. Hier haben wir es mit flinken Startups zu tun, die schnell agieren und das auch von ihren Partnern erwarten.
Das Ergebnis vor Steuern (bereinigt um die Risikovorsorge) lag bei 13,7 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 3,8 Mio. EUR). Trotz der sehr erfreulichen Entwicklung agieren wir weiterhin umsichtig und bleiben angesichts der unklaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie bei einer konservativen Risikovorsorge.
Gleichwohl haben wir gute Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken! Auch in einem herausfordernden Marktumfeld hat sich unser Geschäftsmodell als zukunftsfähig erwiesen. Im Juli 2021 haben wir zudem mit der Elbe2021 Incubator GmbH ein Tochterunternehmen gegründet, um Eigenkapitalbeteiligungen einzugehen und unser Profil als Partner der FinTechs weiter zu schärfen. Geplant sind Beteiligungen an Kunden aus dem Bereich Marketplace Banking aber auch an Non-Bank-Kunden mit einem FinTech-Lending-Hintergrund. Damit stärken wir unsere Kundenbindung und erschließen uns weitere Umsatz- und Ertragspotenziale.
Wir danken Ihnen, dass Sie unsere Weiterentwicklung begleiten und wünschen Ihnen und uns allen weiterhin Zuversicht und Kraft bei der Bewältigung der Pandemie.
Hamburg, im September 2021
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Die Kerngeschäftsfelder Marketplace Banking und Commercial Banking
Fronting Services
Internationaler Zahlungsverkehr
Lombardkredite
Dept Capital Markets
Trade Finance
Equity Capital Markets
Einlagenkonten
8
| Marketplace Banking | Commercial Banking | |
|---|---|---|
| Kurzbeschreibung | Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 ent standen weltweit Online-Kreditmarktplät ze, die sich mit der Finanzierung von Unter nehmen/Konsumenten beschäftigen. In der Regel bieten die Marktplätze ihren Kunden eine deutlich schnellere, einfachere und da mit auch angenehmere Kreditbearbeitung als etablierte Banken. Dafür benötigen die Marktplätze finanzielle Mittel. In ihrem Kerngeschäftsfeld Marketplace Banking positioniert sich die Varengold Bank erfolgreich als Partner dieser Markt platzbetreiber. Sie verfügt über das Kapi tal, aber auch über die effizienten Prozesse und Agilität für diese moderne Art des Ban kings. Damit hilft sie ihren Kunden, die sich in der Regel mit Receivables Finance, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance befassen, ihre Geschäftsmodelle zunächst zu realisieren und später zu skalieren. |
Im Kerngeschäftsfeld Transaction Banking/ Commercial Banking unterstützt die Varengold Bank internationale Unterneh menskunden bei ihren globalen Handels geschäften und Investitionsaktivitäten. Mithilfe individualisierter Produkte und Lösungen gibt sie ihnen die Möglichkeit, Transaktionen und Handelsaktivitäten sicher, effizient und transparent über Län dergrenzen hinweg abzuwickeln. Dabei liegt der Handelsschwerpunkt auf den Re gionen Osteuropa und Mittlerer Osten. Seit Einführung des Geschäftsfeldes im Jahr 2013 wurde bereits ein solider Kunden stamm für Trade-Finance-Transaktionen aufgebaut, der nun kontinuierlich erweitert wird. |
| Produkte | Lending Fronting Services Debt Capital Markets Equity Capital Markets |
Internationaler Zahlungsverkehr Lombardkredite Trade Finance Bankgarantien Akkreditive Forfaitierung Inkassogeschäft ECA-gedeckte Exportfinanzierung |
| Einlagenkonten Tageskonten Termingeldkonten |
| Aufbau von Kreditvolumen | Expertise in Schwellenmärkten mit |
|---|---|
| mit europaweit diversifizierten Kreditportfolios |
ausgeprägten Netzwerken vor Ort Dynamische Anpassung an |
| Starke Vernetzung mit der | Marktveränderungen |
| und institutionellen Investoren | Status einer in Deutschland regulierten Bank |
| Bereitschaft, Unternehmen auch in der Frühphase zu begleiten, um gemeinschaftlich zu wachsen |
Einlagenschutz bis maximal 100.000 EUR pro Kunde |
| Vorhandene "Vollbank"-Lizenz | |
| Möglichkeit des EU-Passportings | |
| Innovative Produktlösungen inkl. KYC, Credit und Payments & Account Opening |
|
| Marketplace-Lending-Industrie |
| Kundenstruktur | Kreditmarktplätze Fintechs |
Unternehmenskunden Privatkunden |
|---|---|---|
| Ertrags | Zinserträge | Zinserträge |
| komponenten | Provisionserträge | Provisionserträge |
Die Aktie der Varengold Bank ist seit 2007 im Open Market an der Frankfurter Börse gelistet. Sie wird an den Börsen Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, München und im elektronischen Handelssystem XETRA gehandelt.
| Aktie | Varengold Bank AG |
|---|---|
| WKN | 547930 |
| ISIN | DE0005479307 |
| Börsenkürzel | VG8 |
| Marktsegment | Open Market / Freiverkehr |
| Transparenzlevel | Basic Board |
| Erstnotiz | 20. März 2007 |
| Aktienart (Gattung) | Nennwertlose Inhaberaktien-Stammaktien |
| Anzahl der Aktien | 10.043.015 Aktien |
| Grundkapital | EUR 10.043.015,00 |
| Designated Sponsor | Oddo Seydler Bank AG |
| Zahlstelle | Bankhaus Gebrüder Martin AG |
Das Geschehen am internationalen Börsenparkett profitierte seit Beginn des Jahres 2021 von der zunehmenden Eindämmung der COVID19-Pandemie. Der Einzelhandel in Deutschland steigerte unterdessen die Umsätze im Mai deutlich. Während die Aktienmärkte seit Beginn der Krise zeitweise wieder neue Höchststände erreichten, führten steigende Anleiherenditen zu vorübergehenden Kursverlusten. Die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe wirkten wiederum preistreibend und hatten zudem einen Anstieg der Inflationsrate zur Folge. Höhere Kapitalmarktzinsen in der ersten Jahreshälfte stellen dabei nicht zuletzt für den europäischen Bankensektor eine grundsätzlich positive Entwicklung dar. Auch der im Vergleich zum Jahr 2020 rückläufige Risikovorsorgebedarf trug wesentlich zu einer Ertragssteigerung bei europäischen Banken bei. Nicht zuletzt kamen bei der Entwicklung der Kapitalmärkte die entlastenden Maßnahmen der Fiskalpolitik zur Stabilisierung der Wirtschaft zum Ausdruck. Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Plus von 13,2 %, während der EuroStoxx 50 um 10,5 % zulegte. Es bleibt aber weiter unsicher, wie sich die Covid19- Pandemie langfristig auf die Wirtschaft auswirken wird. Diese Unsicherheit wird noch eine ganze Weile auf den Aktienmärkten lasten und könnte auch zukünftig noch zu volatilen Marktentwicklungen führen.
Die Aktie der Varengold Bank AG ist aufgrund ihres geringen Streubesitzes ein "marktenges" Papier und neigt daher vereinzelt zu starken Ausschlägen als Reaktion auf unternehmensrelevante Nachrichten – so auch zum Ende des ersten Halbjahres 2021. Nachdem die Aktie Anfang Mai auf einen Tiefstwert von 2,78 EUR fiel, folgte ab Juni eine spürbare Erholungsphase mit einem Schlusskurs von bis zu 5,30 EUR.
Der durchschnittliche Aktienkurs sank von 3,46 EUR im ersten Halbjahr 2020 auf 3,38 EUR im Berichtszeitraum. Die durchschnittlich täglich gehandelte Aktienanzahl sank ebenfalls um 475 Stück auf 3.719 Stück. Das Gesamtvolumen war wie bereits in den Vorjahren auf ein erhöhtes gehandeltes Volumen an nur wenig Handelstagen zurückzuführen.
Die Marktkapitalisierung stieg in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres deutlich um mehr als 10 Mio. EUR und verzeichnete zum Stichtag 30.06.2021 einen Wert von 47.001.310 EUR (Stichtag 31.12.2020: 36.958.295 EUR). Das Ergebnis je Aktie stieg erneut von 0,11 EUR im Vorjahreszeitraum auf 0,71 EUR im ersten Halbjahr 2021.
Bitte beachten: Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Quelle: Bloomberg Zeitraum: 07/2016 – 06/2021
14
nach Handelsgesetzbuch (HGB)
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021
Varengold Bank AG Große Elbstraße 39 22767 Hamburg
| Bilanz zum 30. Juni 2021 | 17 | |
|---|---|---|
| Gewinn- und Verlustrechnung | 19 | |
| Anhang | 21 | |
| 1 | Allgemeine Angaben | 21 |
| 2 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 21 |
| 3 | Währungsumrechnung | 23 |
| 4 Erläuterungen zur Bilanz | 24 | |
| 4.1 Postenübergreifende Angaben |
24 | |
| 4.2 Postenindividuelle Angaben |
26 | |
| 5 | Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 32 |
| 5.1 Zinsergebnis |
32 | |
| 5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
32 | |
| 5.3 Provisionsergebnis |
33 | |
| 5.4 Sonstige betriebliche Erträge |
33 | |
| 5.5 Personalaufwendungen |
33 | |
| 5.6 Andere Verwaltungsaufwendungen |
34 | |
| 5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen |
34 | |
| 5.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 34 | |
| 6 | Sonstige Angaben | 34 |
| 6.1 Organe |
34 | |
| 6.2 Mitarbeiter |
36 | |
| 6.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen |
36 | |
| 6.4 Termingeschäfte | 36 | |
| 6.5 Mitteilungen gemäß § 20 AktG |
36 | |
| 6.6 Deutscher Corporate Governance Kodex | 36 | |
| 6.7 Nachtragsbericht |
36 |
| Lagebericht | 37 |
|---|---|
| A. Grundlagen der Varengold Bank | 37 |
| B. Wirtschaftsbericht | 37 |
| 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen |
37 |
| 2. Geschäftsverlauf |
38 |
| 3. Lage |
39 |
| 3.1 Ertragslage |
39 |
| 3.2 Vermögenslage |
40 |
| 3.3 Finanzlage |
41 |
| C. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht | 41 |
| 1. Risikobericht |
41 |
| 2. Chancenbericht |
46 |
| 3. Prognosebericht |
48 |
| Aktiva | Euro | 30.06.2021 Euro |
31.12.2020 TEuro |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. | Barreserve | |||
| a) Kassenbestand | 3.633,40 | 3,9 | ||
| b) Guthaben bei Zentralnotenbanken | 625.907.223,87 | 400.791,6 | ||
| - darunter: | 625.910.857,27 | 400.795,5 | ||
| bei der Deutschen Bundesbank: Euro 400.791.579,18 | (400.791,6) | |||
| 2. | Forderungen an Kreditinstitute | |||
| a) täglich fällig | 9.416.345,12 | 12.434,4 | ||
| b) andere Forderungen | 3.512.899,04 | 4.554,2 | ||
| 12.929.244,16 | 16.988,6 | |||
| 3. | Forderungen an Kunden | 381.914.846,70 | 405.535,0 | |
| - darunter: | ||||
| durch Grundpfandrechte gesichert: Euro 43.052,64 | (40,9) | |||
| Kommunalkredite Euro 153.880.922,02 | (172.809,0) | |||
| 4. | Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | |||
| a) Anleihen und Schuldverschreibungen | ||||
| aa) von öffentlichen Emittenten | 28.912.014,14 | 21.426,8 | ||
| - darunter: | ||||
| beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: Euro 28.912.014,14 | (21.313,5) | |||
| 28.912.014,14 | 21.426,8 | |||
| 5. | Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 107.371.598,95 | 99.129,1 | |
| 6. | Beteiligungen | 714.937,50 | 697,6 | |
| 7. | Anteile an verbundenen Unternehmen | 44.687,75 | 44,7 | |
| - darunter: | ||||
| an Finanzdienstleistungsinstituten Euro 0,00 | (0) | |||
| 8. | Treuhandvermögen | 43.904.054,75 | 45.199,6 | |
| - darunter: | ||||
| Treuhandkredite Euro 43.904.054,75 | (45.199,6) | |||
| 9. | Immaterielle Anlagewerte | |||
| a) entgeltlich erworbene Konzessionen | 111.229,20 | 124,9 | ||
| 111.229,20 | 124,9 | |||
| 10. | Sachanlagen | 244.283,53 | 111,9 | |
| 11. | Sonstige Vermögensgegenstände | 2.853.939,28 | 4.977,4 | |
| 12. | Rechnungsabgrenzungsposten | 373.487,91 | 163,7 | |
| Summe Aktiva | 1.205.285.181,14 | 995.194,8 |
| Passiva | Euro | 30.06.2021 Euro |
31.12.2020 TEuro |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||
| a) täglich fällig | 31.195.932,14 | 21.070,8 | ||
| b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 103.496.495,25 | 101.066,2 | ||
| 134.692.427,39 | 122.137,0 | |||
| 2. | Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | |||
| a) andere Verbindlichkeiten | ||||
| aa) täglich fällig | 645.109.891,30 | 434.372,4 | ||
| ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 321.610.034,75 | 342.356,6 | ||
| 966.719.926,05 | 776.729,0 | |||
| 3. | Treuhandverbindlichkeiten | 43.904.054,75 | 45.199,6 | |
| - darunter: | ||||
| Treuhandkredite Euro 43.904.054,75 | ||||
| 4. | Sonstige Verbindlichkeiten | 2.084.142,91 | 2.226,0 | |
| 5. | Rechnungsabgrenzungsposten | 105.810,63 | 91,5 | |
| 6. | Rückstellungen | |||
| a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 225.643,00 | 225,6 | ||
| b) Steuerrückstellungen | 590.749,51 | 65,6 | ||
| c) andere Rückstellungen | 6.208.514,92 | 4.854,6 | ||
| 7.024.907,43 | 5.145,8 | |||
| 7. | Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | 5.000.000,00 | 5.000,0 | |
| 8. | Eigenkapital | |||
| a) gezeichnetes Kapital | 10.043.015,00 | 10.043,0 | ||
| b) Kapitalrücklage | 44.705.492,65 | 44.705,5 | ||
| c) Gewinnrücklagen | ||||
| ca) gesetzliche Rücklage | 1.700,00 | 1,7 | ||
| cb) andere Gewinnrücklagen | 16.700,00 | 16,7 | ||
| 18.400,00 | 18,4 | |||
| d) Bilanzverlust | -9.012.995,67 | -16.101,0 | ||
| Summe Passiva | 1.205.285.181,14 | 995.194,8 | ||
| 1. | Eventualverbindlichkeiten | |||
| a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen | 5.050.000,00 | 6.752,0 | ||
| 2. | Andere Verpflichtungen | |||
| a) Unwiderrufliche Kreditzusagen | 47.197.064,24 | 15.260,1 |
für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021
| 01.01.2021 bis 30.06.2021 |
01.01.2020 bis 30.06.2020 |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zinserträge aus | Euro | Euro | Euro | TEuro |
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 4.722.131,93 | 4.688,1 | |||
| abzgl. negative Zinsen aus Bankguthaben | -1.394.559,41 | -517,6 | |||
| 3.327.572,52 | 4.170,5 | ||||
| b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen |
215.472,88 | 271,5 | |||
| 3.543.045,40 | 4.442,0 | ||||
| 2. | Zinsaufwendungen | -1.343.140,68 | -1.493,4 | ||
| abzgl. positive Zinsen aus dem Bankgeschäft | 1.677.146,02 | 482,2 | |||
| 334.005,34 | -1.011,2 | ||||
| 3.877.050,74 | 3.430,8 | ||||
| 3. | Laufende Erträge aus | ||||
| a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen | |||||
| Wertpapieren | 382.683,27 | 711,1 | |||
| 382.683,27 | 711,1 | ||||
| 4. | Provisionserträge | 21.021.115,47 | 8.860,1 | ||
| 5. | Provisionsaufwendungen | -1.718.261,38 | -655,1 | ||
| 19.302.854,09 | 8.205,0 | ||||
| 6. | Sonstige betriebliche Erträge | 191.485,66 | 626,7 | ||
| 7. | Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | ||||
| a) Personalaufwand | |||||
| aa) Löhne und Gehälter | -4.344.851,52 | -3.694,3 | |||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen | |||||
| für Altersversorgung und für Unterstützung | -590.519,48 | -601,0 | |||
| - darunter: für Altersversorgung Euro 224.699,80 |
-4.935.371,00 | -4.295,3 | |||
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | -4.972.233,48 | -4.165,8 | |||
| -9.907.604,48 | -8.461,1 | ||||
| 8. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen |
-51.713,78 | -47,3 | ||
| 9. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | -128.660,96 | -358,5 | ||
| 10. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft |
-5.550.243,69 | -2.136,7 |
| 01.01.2021 bis 30.06.2021 |
01.01.2020 bis 30.06.2020 |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| Euro | Euro | Euro | TEuro | ||
| 11. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen |
||||
| behandelte Wertpapiere | 0,00 | -341,5 | |||
| 12. | Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 8.115.850,85 | 1.628,5 | ||
| 13. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1.027.848,49 | -504,8 | ||
| 14. | Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen |
-28,00 | -0,4 | ||
| -1.027.876,49 | -505,2 | ||||
| 15. | Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag | 7.087.974,36 | 1.123,3 | ||
| 16. | Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -16.100.970,03 | -17.815,6 | ||
| 17. | Bilanzverlust | -9.012.995,67 | -16.692,3 |
Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Angaben, die mehrere Posten betreffen, sind zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit abweichend von § 284 Abs. 1 Satz 1 HGB weiterhin postenübergreifend dargestellt.
Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 unverändert.
Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.
Vermögensgegenstände und Schulden sind nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB und ergänzend nach denjenigen der §§ 340 ff. HGB bewertet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden einschließlich der Treuhandkredite werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Höhe der Risikovorsorge für einzeln betrachtete Adressenausfallrisiken bemisst sich dabei nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Forderungen und dem wahrscheinlich einbringlichen Wert. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Deren Ermittlung erfolgt nach RS BFA 7 auf Basis einer Schätzung der erwarteten Verluste aus einer nicht vertragsgemäßen Erfüllung von Kapital- und Zinsverpflichtungen in der ursprünglich vereinbarten Höhe bzw. zu den ursprünglich vereinbarten Zahlungszeitpunkten über die Restlaufzeit (Expected-Loss); Erlöse aus der Verwertung von erhaltenen Kreditsicherheiten werden bei der Ermittlung berücksichtigt. Für den Zwischenabschluss wurde der Ansatz aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 beibehalten.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen sind zum 30. Juni 2021 keine Wertpapiere zugeordnet.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen ist zum 30. Juni 2021 ein Bestand in Höhe von TEUR 48.989 (Buchwert) zugeordnet.
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.
Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten wurden mit dem Nennwert angesetzt.
Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen bewertet. Bei den erwarteten Nutzungsdauern werden die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde gelegt.
Die Sachanlagen und die immateriellen Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen linearen Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei wird sich an den von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle "AV")) orientiert.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der von untergeordneter Bedeutung ist und im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 250 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Lizenzen) werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB gebildet und mit dem Nennwert angesetzt.
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen im Voraus erhaltene Zinsen und Provisionen für den Zahlungsverkehr) werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.
Pensionsrückstellungen, die auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck nach den Bestimmungen des § 253 Abs. 2 HGB ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 2,3 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine Fluktuation von 10 % zugrunde gelegt. Der Wert vom 31. Dezember 2020 wurde beibehalten.
Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Die begebenen Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals sind mit ihrem Nominalbetrag bewertet. Der Zinsaufwand wird auf Basis der erwarteten Zahlungen an die Eigentümer der Instrumente abgegrenzt.
Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz unter Berücksichtigung voraussichtlich noch anfallender Risiko- und Verwaltungskosten genutzt. Die Bewertung ergab, dass aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuch) kein Verpflichtungsüberschuss und damit keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung bestehen.
Die Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.
Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.
Negative Zinsen aus Aktivgeschäften und positive Zinsen aus Passivgeschäften werden als Reduktion des Zinsertrags bzw. Zinsaufwands erfasst und im GuV-Formblatt gesondert ausgewiesen.
Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 RechKredV und nach § 340c Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 33 RechKredV wahr.
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit auftreten.
Bei allen Fremdwährungsgeschäften handelt es sich um jeweils in der Fremdwährung besonders gedeckte Geschäfte im Sinne des § 340h HGB.
Bei Bestehen besonderer Deckung werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung der besonders gedeckten Geschäfte sind gemäß der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung für Besonderheiten der handelsrechtlichen Fremdwährungsrechnung bei Instituten (IDW RS BFA 4) (Stand: 18.08.2011) saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthalten.
Unterjährig anfallende Erträge und Aufwendungen gehen mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB zum Bilanzstichtag mit den EZB-Referenzkursen in Euro umgerechnet.
Zum 30. Juni 2021 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kreditinstitute | 7.851 | 8.243 |
| Forderungen an Kunden | 10.265 | 7.974 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 0 | 0 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 36.852 | 40.271 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 45 | 45 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 51 | 49 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 39.009 | 32.583 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 27 | 86 |
Sofern nicht anders angegeben, meint im folgenden Abschnitt "Vorjahr" den Stichtag 31.12.2020.
4.1.1 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kunden | 381.915 | 405.535 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.816 | 4.818 |
Bei der Davon-Position handelt es sich um Forderungen gegen die Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands sowie die Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands.
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 966.720 | 776.729 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 73 | 87 |
Bei der Davon-Position handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber der Varengold Holding GmbH, Hamburg, und der Varengold Verwaltungs AG i.L., Hamburg.
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kreditinstitute | 12.929 | 16.989 |
| täglich fällig | 9.416 | 12.435 |
| bis drei Monate | 3.513 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 0 | 4.554 |
| Forderungen an Kunden | 381.915 | 405.535 |
| täglich fällig | 6.909 | 24.647 |
| bis drei Monate | 121.492 | 50.684 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 196.717 | 233.720 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 56.738 | 96.104 |
| mehr als fünf Jahre | 59 | 380 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 28.912 | 21.427 |
| bis drei Monate | 90 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 201 | 0 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 28.621 | 21.427 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 134.692 | 122.137 |
| täglich fällig | 31.196 | 21.071 |
| bis drei Monate | 74.809 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 0 | 74.903 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 28.640 | 26.163 |
| mehr als fünf Jahre | 47 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 966.720 | 776.729 |
| täglich fällig | 645.110 | 434.372 |
| bis drei Monate | 51.915 | 71.123 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 89.315 | 121.504 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 180.380 | 149.730 |
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 28.912 | 21.427 |
| nicht börsenfähig | 0 | 0 |
| börsenfähig | 28.912 | 21.427 |
| - davon: börsennotiert | 28.912 | 21.427 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 107.372 | 99.129 |
| nicht börsenfähig | 82.352 | 85.851 |
| börsenfähig | 25.020 | 13.278 |
| - davon: börsennotiert | 3.489 | 2.497 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 45 | 45 |
| nicht börsenfähig | 45 | 45 |
| Beteiligungen | 715 | 698 |
| nicht börsenfähig | 17 | 0 |
| börsenfähig | 698 | 698 |
| - davon: börsennotiert | 349 | 349 |
Die Bank vergibt seit Mai 2020 Kredite an Kunden im Rahmen des KfW-Schnellkredite-Programms. Es handelt sich dabei um Treuhandkredite. Verbindlichkeiten gegenüber der KfW aus diesem Programm sind unter den Treuhandverbindlichkeiten in gleicher Höhe ausgewiesen. Die Treuhandforderungen und Treuhandverbindlichkeiten zum 30. Juni 2021 belaufen sich auf TEUR 43.904 (Vorjahr: TEUR 45.200).
Die Forderungen an Kunden sanken von TEUR 405.535 auf TEUR 381.915. Diese Forderungen bestehen zu großen Teilen aus Kundendarlehen und Kommunalkrediten, wobei der Rückgang fast ausschließlich auf die Kommunalkredite entfällt.
Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren beläuft sich in Höhe von TEUR 28.912 (Vorjahr TEUR 21.427) auf Anleihen und Schuldverschreibungen von öffentlichen Emittenten.
In dem Bilanzposten sind Anteile an Investmentfonds in Höhe von TEUR 107.372 (Vorjahr: TEUR 99.129) enthalten.
Es handelt sich in Höhe von TEUR 91.795 um Investmentvermögen, an dem die Bank Anteile von mehr als 10 % hält und das sich wie folgt gliedert:
| in TEUR | Anlageziel | Buchwert | Marktwert | Stille Reserve/ Last |
Ausschüttung in 2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Dalma Corporate Bond Fund | Immobilien | 17.533 | 17.861 | 328 | 0 |
| Quintar Strategic Trade Finance Fund (vormals: Varengold Fixed Income Fund SP) |
Handelsfinanzierungen | 18.762 | 18.762 | 0 | 0 |
| Varengold Spezial I | Renten | 45.500 | 46.715 | 1.215 | 23 |
| nordiX European Consumer Credit Fonds | Konsumentenkredite | 10.000 | 10.005 | 5 | 0 |
Die Rückgabe von Anteilen ist beim "Dalma Corporate Bond"-Fonds mit einer Frist von drei Monaten und beim "Quintar Strategic Trade Finance Fund" mit einer Frist von 90 Tagen zum Monatsende möglich. Die Bestandteile der Fonds haben teilweise abweichende Rückzahlungstermine, so dass u.U. mit zeitversetzten Auskehrungen der Ansprüche aus den Rückgaben zu rechnen ist. Beim "Varengold Spezial I"-Fonds bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der täglichen Rückgabemöglichkeit. Der "nordiX European Consumer Credit Fonds" sieht bei Paketen von mehr als TEUR 100 eine Rückgabe mit einer Frist von drei Monaten zum 30.06. oder 30.12. eines Jahres vor.
Die obigen Fonds sind mit Ausnahme des Quintar Strategic Trade Finance Fund der Liquiditätsreserve zugerechnet und wie Umlaufvermögen behandelt.
4.2.4 Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz:
| Gesellschaft | Beteiligungsquote | Eigenkapital | Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| direkt % |
indirekt % |
31.12.2020 TEUR |
2020 TEUR |
||
| Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg | 33,00 | 01) | -1.0731) | ||
| Lava Trading Ltd., Valetta, Malta | 49,79 | -62) | -62) | ||
| Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands | 100,00 | 1953) | 1543) | ||
| Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands | 100,00 | 357 | 3483) | ||
| Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg | 100,00 | 4004) | -14) | ||
| Klear Lending AD, Sofia | 20,00 | 6705) | 245) |
Nach § 285 Nr. 11 HGB in Verbindung mit § 271 HGB unterbleibt die Angabe von Beteiligungen unter 20 %.
1) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017
5) Jahresabschluss zum 31.12.2020; Angaben in EUR wurden zum Kursstichtag 31.12.2020 umgerechnet; Kurs BGN: 1,9558
| Anschaffungskosten | Abschreibungen | Restbuchwerte | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.21 | Zugänge 2021 |
Abgänge 2021 |
30.06.21 | kumuliert 01.01.21 |
Jahres-Afa 2021 |
Abgänge 2021 |
kumuliert 30.06.21 |
30.06.21 | 31.12.20 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Immaterielle Anlagewerte |
||||||||||
| Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte |
388 | 0 | 0 | 388 | 388 | 0 | 0 | 388 | 0 | 0 |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
2.327 | 12 | 0 | 2.339 | 2.202 | 26 | 0 | 2.228 | 111 | 125 |
| Sachanlagen | 727 | 158 | 0 | 885 | 615 | 26 | 0 | 641 | 244 | 112 |
| Summe | 3.442 | 170 | 0 | 3.612 | 3.205 | 52 | 0 | 3.257 | 355 | 237 |
| Veränderung*) | ||||||||||
| Schuldver schreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere |
0 | 0 | 0 | |||||||
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere |
992 | 48.989 | 47.997 | |||||||
| Beteiligungen | 17 | 715 | 698 | |||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
0 | 45 | 45 |
*) Von der nach § 34 Absatz 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht.
Die immateriellen Anlagewerte bestehen vor allem aus entgeltlich erworbener Software sowie Lizenzen. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).
Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.408 (Vorjahr TEUR 1.389) ausgewiesen. Daneben bestehen Forderungen aus der Rückgabe von Fondsanteilen (TEUR 485) und Forderungen aus gezahlten Kautionen in Höhe von TEUR 260 (Vorjahr TEUR 258).
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen im Voraus bezahlte Versicherungsbeiträge (TEUR 200). Daneben werden Mieten, Lizenzen und IT-Kosten sowie Beiträge und Gebühren abgegrenzt.
Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 134.692, Vorjahr TEUR 122.137) sind neben täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber acht Kreditinstituten Offenmarktkredite der Deutschen Bundesbank mit nominal TEUR 103.440 (Vorjahr TEUR 100.850) sowie erstmals ein KfW-Unternehmer-Kredit mit TEUR 380 enthalten. Zusätzlich enthält der Posten abgegrenzte Negativzinsen mit TEUR 323.
In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 645.110 (Vorjahr TEUR 434.372) sowie Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 321.610 (Vorjahr TEUR 342.357) enthalten. Die Verbindlichkeiten setzen sich aus Termingeldern (TEUR 312.772), Kontokorrentkonten (TEUR 546.192), Tagesgeldern (TEUR 90.344), Sicherheitsleistungen (TEUR 8.574) sowie sonstigen Posten (TEUR 8.838) zusammen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung incl. Lohnsteuer (TEUR 447), aus Einbehalten (TEUR 594) und aus Lieferung und Leistung (TEUR 405) sowie anderen Gründen in Höhe von TEUR 638.
Pensionsrückstellungen wurden für die Hinterbliebenenversorgung gebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 226) und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 232) beträgt TEUR 6 und unterliegt einer Ausschüttungssperre (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB). Der Rechnungszins beträgt 2,3 % (durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren). Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung beträgt TEUR 3 (Vorjahr TEUR 3). Der Ansatz ist unverändert aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 übernommen.
In den Steuerrückstellungen sind gebildete Körperschaftsteuerrückstellungen (Steuersatz 15 % zuzüglich 0,825 % Solidaritätszuschlag) in Höhe von TEUR 277 (Vorjahr TEUR 18) sowie Gewerbesteuerrückstellungen (Steuersatz 16,45 %) in Höhe von TEUR 283 (Vorjahr TEUR 20) enthalten.
Des Weiteren bestehen Steuerrückstellungen für anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr TEUR 27). Hierfür wurde ein Ertragssteuersatz von 20 % zugrunde gelegt.
Dieser Posten gliedert sich wie folgt:
| 30.06.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Rückstellungen für Prozess- und Rechtsstreitigkeiten | 2.725 | 2.725 |
| Variable Vergütung | 1.087 | 1.095 |
| Provisionen | 800 | 0 |
| Rechts- und Beratungskosten | 519 | 240 |
| Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten | 363 | 385 |
| Urlaubsrückstellungen | 305 | 228 |
| Entschädigungseinrichtung deutscher Banken | 302 | 91 |
| Archivierungskosten | 67 | 73 |
| Sonstige | 41 | 18 |
| Summe | 6.209 | 4.855 |
Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen ("AT1-Anleihen") in Höhe von EUR 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungsund der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen auslösenden Sachverhalt würde das Absinken der Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank auf unter 5,125 % darstellen. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.
Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen beträgt zum 30. Juni 2021 EUR 0,00.
Am 30. Juni 2021 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:
| Währung | Betrag in EUR | Art | Emissionsdatum | Zinssatz | Fälligkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 5.000.000 | variabel verzinslich, kumulative Nachranganleihen | 19. August 2014 | variabel | ohne Fälligkeit |
Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 10.043) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 10.043.015 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.
In den letzten fünf Geschäftsjahren hat sich die Kapitalrücklage aus der Ausgabe neuer Aktien wie folgt entwickelt:
| Jahr | Neue Aktien | Aufgeld | Rücklagenzuführung |
|---|---|---|---|
| 2016 | 974.184 | 12,00 | 11.690.208,00 |
| 2017 | 1.217.730 | 2,99 | 3.641.012,70 |
| 2018 | 2.070.141 | 1,80 | 3.726.253,80 |
| 2019 | 3.105.211 | 1,50 | 4,657.816,50 |
| 2020 | 727.381 | 2,85 | 2.073.035,85 |
| 25.788.326,85 | |||
| Stand 31.12.2015 | 18.917.165,80 | ||
| Stand 30.06.2021 | 44.705.492,65 |
Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht weiterhin ein "Bedingtes Kapital 2012 II". Das Grundkapital ist um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Aktienoptionen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 ("AOP 2012") in der Zeit bis zum 8. August 2017 (einschließlich) von der Gesellschaft ausgegeben wurden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen von dem Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung des Bezugsrechts entstehen, am Gewinn teil. Das AOP 2012 dient als zielgerichteter Leistungsanreiz (sogenannte Incentivierung) der Programmteilnehmer und soll gleichzeitig eine Bindungswirkung der Teilnehmer an die Gesellschaft erreichen.
Im Rahmen des AOP 2012 durften insgesamt bis zu Stück 95.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie weitere insgesamt bis zu Stück 45.000 Aktienoptionen an ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Gesellschaft ("Programmteilnehmer") ausgegeben werden. Jede Aktienoption gewährt das Recht auf den Bezug von je einer Varengold Bank AG Aktie gegen Zahlung des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis für eine Varengold Aktie, also der bei Erwerb einer Aktie infolge der Ausübung eines Aktienoptionsrechts zu zahlende Preis, entspricht dem arithmetischen Mittel der Schlusskurse der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den vorangegangenen 30 Börsenhandelstagen vor Ausgabe der jeweiligen Aktienoption ("Basispreis"). Die Ausgabe der Optionen erfolgt in mindestens drei Jahrestranchen, wobei keine Tranche mehr als 50 % des Gesamtvolumens umfassen darf. Der Erwerbszeitraum beträgt 40 Werktage nach Zugang des Erwerbsangebots. Die Bezugsrechte aus den Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf einer Wartezeit von mindestens vier Jahren nach deren Ausgabe ausgeübt werden. Die Ausübung der Bezugsrechte ist innerhalb von sieben Jahren nach der Ausgabe der Aktienoption außerhalb der Ausübungssperrfristen möglich und setzt voraus, dass der Kurs der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den letzten 30 Börsenhandelstagen vor dem Tag der Ausübung des Bezugsrechts den Basispreis um mindestens 30 % übersteigt.
Aufgrund der vorstehenden Ermächtigung hat der Vorstand bis zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt 85.500 Aktienoptionen an Führungskräfte der Gesellschaft ausgegeben. Insgesamt wurden 45.000 Aktienoptionen an berechtigte Mitarbeiter zugeteilt. Weitere 40.500 Aktienoptionen wurden an Vorstandsmitglieder ausgegeben, wovon 31.000 Aktienoptionen aufgrund des zwischenzeitlichen Ausscheidens der betreffenden Vorstände nicht mehr ausgeübt werden können. Im Jahr 2021 hat bis zum Ende des Berichtszeitraums keine Ausgabe von Aktienoptionen stattgefunden.
Zum 30. Juni 2021 bestehen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen im Wesentlichen in Form von Avalkrediten in Höhe von TEUR 5.050 (Vorjahr TEUR 6.752). Das Risiko verminderte sich bereits im Juli 2021 auf nur noch TEUR 50. Die Bürgschaften sind vollständig besichert durch Bargeld, liquide Wertpapiere oder eine Kombination von beiden.
Das Risiko von Verlusten aus der Inanspruchnahme von Eventualverbindlichkeiten beruht im Wesentlichen auf dem Kreditrisiko der Auftraggeber. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen einer Kreditprüfung des Auftraggebers und gegebenenfalls anhand einer Bewertung der erwarteten Erfüllung der zugrunde liegenden Verpflichtungen durch den jeweiligen Auftraggeber ab.
Zum 30. Juni 2021 bestehen andere Verpflichtungen in Form von unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von TEUR 47.197 (Vorjahr TEUR 15.260) gegenüber Kunden, die diese in Teilbeträgen je nach Bedarf ziehen können. Für diese Inanspruchnahmen gelten kreditvertragliche Auszahlungsvoraussetzungen, deren Einhaltung vor der jeweiligen Auszahlung geprüft wird. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme der unwiderruflichen Kreditzusagen ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen der Kreditprüfung ein.
Zum Stichtag dienten Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 3.510 als Sicherheiten für Geschäfte an Terminbörsen resultierend aus Währungsabsicherungsgeschäften.
Gemäß den Bedingungen für Offenmarktgeschäfte wurden der Deutschen Bundesbank Sicherheiten in Form von Wertpapieren (EZBfähige Anleihen) sowie überwiegend Schuldscheindarlehen im Umfang von insgesamt TEUR 115.055 gestellt.
Sofern nicht anders angegeben, meint im folgenden Abschnitt "Vorjahr" den Zeitabschnitt 01.01. bis 30.06.2020.
Seit Mai 2021 hat die Niederlassung in Bulgarien vorhandene Darlehen in die eigene Verwaltung übernommen. Zudem führt sie den gesamten manuellen Zahlungsverkehr für die Bank aus. Aus beiden erzielt die Niederlassung interne bzw. externe Erträge. Letztere betrugen für die Zeit bis zum 30. Juni 2021 TEUR 165.
Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus gewährten Darlehen und festverzinslichen Wertpapieren. Gezahlte Negativzinsen (hauptsächlich angefallen bei der Deutschen Bundesbank und für hinterlegte Sicherheiten) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.
In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten. Erhaltene Negativzinsen für hinterlegte Kundensicherheiten und Kundeneinlagen sind ebenso offen von den Zinsaufwendungen abgesetzt. Im Berichtszeitraum fielen diese Negativzinsen höher als der Zinsaufwand aus, so dass die "Zinsaufwendungen" einen Ertrag darstellen.
In den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind ausschließlich Ausschüttungen von Fondsinvestments enthalten.
In den Provisionserträgen sind im Wesentlichen Einnahmen aus dem Bereich Transaction Banking für Provisionen im Zahlungsverkehr (TEUR 18.759), Kreditgeschäft (TEUR 1.062) sowie Garantie-, und Akkreditivgeschäft (TEUR 867) enthalten. Der Anstieg dieses Postens ist wesentlicher Treiber für die deutliche Erhöhung des Ergebnisses.
Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich vor allem um Gebühren für die Vermittlung von Geschäften im Bereich Transaction Banking.
| 30.06.2021 TEUR |
30.06.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Provisionserträge | 21.021 | 8.860 |
| Provisionsaufwendungen | 1.718 | 655 |
| Provisionsüberschuss | 19.303 | 8.205 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge im ersten Halbjahr sind von TEUR 627 im Jahr 2020 auf TEUR 191 im Jahr 2021 gesunken. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind insbesondere Erträge aus Projektgebühren (TEUR 106) und Auslagenersatz (TEUR 54) enthalten.
| 30.06.2021 TEUR |
30.06.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 4.345 | 3.694 |
| Soziale Abgaben | 365 | 441 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 225 | 160 |
| Summe | 4.935 | 4.295 |
Der Anstieg der Personalaufwendungen erklärt sich unter anderem aus der gestiegenen Anzahl an Mitarbeitern; siehe auch 6.2.
| 30.06.2021 TEUR |
30.06.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| IT-Aufwendungen | 1.734 | 1.444 |
| Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten | 1.081 | 1.322 |
| Beiträge und Versicherung | 582 | 359 |
| Raumkosten | 439 | 214 |
| Aufwendungen für Kommunikation | 224 | 214 |
| Werbung, Bewirtung, Reisekosten | 46 | 131 |
| Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung | 122 | 50 |
| Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) | 21 | 12 |
| übrige andere Verwaltungsaufwendungen | 723 | 420 |
| Summe | 4.972 | 4.166 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im ersten Halbjahr von TEUR 359 im Vorjahr auf TEUR 129 im Jahr 2021 gesunken. Hier sind im Wesentlichen Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung (TEUR 113, Vorjahr TEUR 192) enthalten.
Die Bemessungsgrundlage für die Ertragsteuern ist durch Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz geprägt.
Das Steuerergebnis resultiert im Wesentlichen aus Körperschaftssteuer in Höhe von TEUR 509 sowie aus Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 518.
6.1.1 Aufsichtsrat
Herr Vasil Stefanov Stellvertretender Vorsitzender Vorstand, Euro-Finance AD; Head of M&A, Euroins Insurance Group AD
Vorstandsvorsitzender Fasanara Capital Ltd.
Selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
6.1.2 Vorstand
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann Marktfolge
Herr Frank Otten
Markt
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Frank Otten sind jeweils gemeinsam vertretungsberechtigt mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.
6.1.3 Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien
Die nachstehenden Angaben beziehen sich sämtlich auf den Stichtag 30.06.2021.
Herr Dr. Lemnitzer nimmt keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG wahr.
Herr Stefanov ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Insurance Company Euroins Georgia JSC (Tbilisi), Vorstand der Euro-Finance AD (Sofia), Non-executive Director der Hanson Asset Management Limited (London), Aufsichtsratsmitglied der First Investment Bank AD (Moskau) sowie Miteigentümer der Vinart Stefanovi Ltd. (Plowdiw) und der Arkont-Invest Ltd. (Plowdiw).
Herr Filia ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsrat der Varengold Bank AG zudem Vorstandsvorsitzender der Fasanara Capital Ltd. (London).
Herr Dr. Fuhrmann nimmt zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG die Tätigkeit als Liquidator bei der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg, wahr. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der JUCLA Invest GmbH, Hamburg.
Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Arensburg Consult GmbH, Molfsee, und als Director bei der HANSON ASSET MANAGEMENT LIMITED, London, tätig, Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, Großwallstadt, Geschäftsleiter der KERNenergie Hamburg Store GmbH, Hamburg, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg.
Herr Lukas Diehl und Herr Dr. Volkart Tresselt, Prokuristen der Varengold Bank AG, sind ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg.
Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. a HGB sowie der Hinterbliebenenbezüge gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. b HGB wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Zeitraum 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 150 (TEUR 174). Es handelt sich in vollem Umfang um Tätigkeitsvergütungen. Reisekosten sind nicht angefallen.
Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands.
Die durchschnittliche Anzahl der bis zum 30. Juni 2021 beschäftigten Mitarbeiter beträgt insgesamt 94 (bis zum 31.12.2020: 86), darunter befinden sich 38 Mitarbeiterinnen (bis zum 31.12.2020: 35). Mit Ausnahme von 17 Mitarbeitern sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig. Fünf leitenden Mitarbeitern wurde Prokura erteilt.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 2.290 mit Restlaufzeiten bis zu 54 Monaten.
Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte dienen Sicherungszwecken im Rahmen der besonderen Deckung und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.
| Nominal | Marktwert positiv | Marktwert negativ | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Fremdwährung | 24.625 | 0 | 0 |
Es wurden im Berichtszeitraum keine Mitteilungen gemäß § 20 Abs. 1 AktG an die Varengold Bank AG übermittelt und mithin keine Bekanntmachungen gemäß § 20 Abs. 6 AktG im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vom 20. März 2007 bis 28. Februar 2017 war die Aktie der Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Nach Schließung des Entry Standards ist die Varengold Aktie seit dem 1. März 2017 im Basic Board am Open Market notiert. Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.
Nach dem 30. Juni 2021 eingetretene Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nicht zu verzeichnen.
Hamburg, 18. September 2021
Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Die Varengold Bank ist ein börsennotiertes deutsches Kreditinstitut mit Vollbanklizenz mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in London und Sofia. Die Varengold Bank ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert unter 109 520 und die Varengold-Aktie (ISIN: DE0005479307) notiert seit 2007 im Freiverkehr/Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Kerngeschäftsfelder der Varengold Bank sind Marketplace Banking sowie Transaction Banking (Commercial Banking).
Das aktuelle Portfolio der Varengold Bank im Marketplace Banking umfasst Lending, Debt- und Equity Capital Markets Produkte, Fronting Services für banklizenzpflichtige Produkte und internationale Zahlungsverkehrsleistungen. Kunden sind digitale Kreditmarktplätze (kurz: FinTechs) weltweit mit Schwerpunkt in Europa. Sie sind in den Asset-Klassen Receivables Financing, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance tätig.
Neben dem Marketplace Banking umfasst das zweite Kerngeschäftsfeld der Varengold Bank das Transaction Banking mit den Bereichen Internationaler Zahlungsverkehr, Trade Finance, und Lombardkredite. Die Kunden der Bank sind weltweit tätig.
Die Varengold Bank refinanziert sich weit überwiegend durch Tages- und Termingelder, die von in Deutschland ansässigen Kunden der Bank zur Verfügung gestellt werden.
Nachdem die Weltwirtschaft im Jahr 2020 schwerwiegende Folgen der COVID19-Pandemie zu verkraften hatte, setzte im Verlauf des ersten Halbjahres 2021 langsam eine Phase der Erholung ein. Die Ausläufer der dritten Pandemie-Welle haben zunächst in den ersten drei Monaten zu einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um -2,0 % im Vergleich zum Vorquartal geführt. Im zweiten Quartal folgte mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen eine Erholung des Bruttoinlandsprodukts um +1,6 %. Der Aufschwung seit Mitte des ersten Halbjahres 2021 hatte wiederum einen negativen Nebeneffekt, der sich in einem erheblichen Anstieg der Rohstoffpreise zeigte und für unfreiwillige Produktionsausfälle und Leistungsstopps bei Unternehmen sorgte.
In den USA erholte sich die Konjunktur im Berichtshalbjahr deutlich schneller von den Folgen der Corona-Krise als in Europa. China war von der Pandemie zeitlich früher betroffen als Europa und die USA, weshalb auch die konjunkturelle Besserung dort deutlich früher einsetzte und zu einem kräftigen Wachstum im ersten Halbjahr 2021 führte. In vielen anderen Volkswirtschaften dominierten im Berichtszeitraum dagegen noch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch immer wieder aufkeimende Pandemieverläufe und das Auftreten neuer Virusvarianten verursacht wurden.
Die Zentralbanken in den USA und im Euroraum behielten ungeachtet des Anstiegs der Inflationsraten im ersten Halbjahr 2021 ihre expansive Geldpolitik bei. Die Europäische Zentralbank (EZB) äußerte mehrfach die Ansicht, dass der Inflationsanstieg nur temporär sei und sich im weiteren Verlauf als Folge der Pandemie wieder umkehren werde, weshalb auch an dem Notfallankaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) festgehalten wird, mit dem die Preisstabilität und die Effektivität der Geldpolitik in der Eurozone sichergestellt werden soll. Um die Bereitstellung von Krediten für private Haushalte und Unternehmen im Rahmen der COVID19-Pandemie zu unterstützen, hat die EZB im Rahmen des TLTRO-III-Programms zusätzliche Liquidität bereitgestellt. Darüber hinaus kündigte die EZB Mitte des laufenden Jahres an, dass die Leitzinsen weiterhin so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis sich die Inflationsaussichten auf einem deutlich höheren Niveau befinden.
Damit verschärft die COVID19-Pandemie auch weiterhin die bereits existenten Probleme im Bankensektor bspw. hinsichtlich einer schwachen Profitabilität im Niedrigzinsumfeld. Zudem ist die Zahl der Unternehmenskredite im Rahmen der Krise rasant angestiegen und um mögliche Ausfälle abzufedern, haben Banken ihre Risikovorsorge erhöht.
Parallel betrieben speziell deutsche Banken erneut einen operativen Aufwand mit Blick auf die verschiedenen regulatorischen Verschärfungen und gesetzlichen Anforderungen, deren Umsetzung nach wie vor sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen bindet. Auch das Akronym "ESG" (Environment, Social, Governance) ist seit dem Jahr 2020 in aller Munde und wurde als regulatorische Anforderung zum dominierenden Thema für Banken.
Neben diesem verstärkten Nachhaltigkeitsgedanken hat ebenso – beschleunigt durch die Pandemie – das Thema "digitale Transformation" sehr stark an Dynamik gewonnen. Auf der einen Seite verändert die digitale Transformation Technologien sowie Kundenanforderungen mit enormer Geschwindigkeit und um diesen gerecht zu werden, müssen digitale Strukturen und Produkte entwickelt und implementiert werden. Auf der anderen Seite entwickelt der Gesetzgeber immer neue Regelwerke, an die Banken ihre internen Prozesse parallel anpassen müssen.
Die Varengold Bank AG blickt auf einen sehr erfreulichen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2021 zurück. Die Bank hat ihre internen Strukturen optimiert und sich einem starken kulturellen Wandel unterzogen. Die Digitalisierung wurde vorangetrieben, die Risikolage der Bank verblieb weiter unauffällig und das Geschäftsergebnis liegt deutlich über dem Vorjahreswert und der ursprünglichen Planung.
In den ersten sechs Monaten konnte der Gesamtertrag signifikant erhöht werden von 13,0 Mio. EUR in 2020 auf 23,8 Mio. EUR. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich trotz zusätzlicher Investitionen dabei nur um 17 % auf 9,9 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 8,5 Mio. EUR).
Das Ergebnis vor Steuern (bereinigt um die Risikovorsorge) lag bei 13,7 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 3,8 Mio. EUR). Trotz der sehr erfreulichen Entwicklung agiert die Bank weiterhin umsichtig und bleibt angesichts der unklaren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie bei einer konservativen Risikovorsorge.
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeiten im Marketplace Banking lag stark auf dem Bereich Fronting/Banking as a Service (BaaS) und es konnten seit Jahresbeginn namhafte Neukunden gewonnen werden. Bislang hat sich Varengold auf Early-Stage-Plattformen fokussiert, bei denen das Geschäftsmodell schon implementiert war. Mit Weiterentwicklung der Geschäftsstrategie 2021 wurde der Radius auch auf Startups ausgeweitet, die noch nicht im Markt aktiv sind.
Im Commercial Banking konnte das Zahlungsverkehrsgeschäft dank stetiger Gewinnung von Neukunden weiter ausgebaut, Neuakquise von Kreditgeschäft mit fungiblen Sicherheiten vorangetrieben und das Trade Finance Geschäft weiter forciert werden.
Das Wachstum der Bank spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der Mitarbeiter im In- und Ausland wider. Zum 30. Juni 2021 betrug die Zahl der Beschäftigten an allen drei Standorten 102 (Stichtag 31.12.2020: 91). Die Varengold Bank arbeitet kontinuierlich daran, ihr Arbeitgeberprofil zu schärfen und sich im Wettbewerb um die besten Fachkräfte durchzusetzen. Im Rahmen des von Vorstand und Mitarbeitern entwickelten New-Work-Konzepts begegnet die Bank deshalb dem modernen Wandel der Arbeitswelt und hat ihre Unternehmenskultur neu geprägt. Dabei wurden zum Anfang Mai 2021 nicht nur modern und offen gestaltete Räumlichkeiten bezogen, sondern die gesamte Arbeitsumgebung wurde umgestaltet. So wird nun das kollaborierende Arbeiten, das konzentrierte Arbeiten (auch mobil von zu Hause aus) sowie der soziale Austausch und ausreichender Kommunikationsfluss durch passende Raumstrukturen und auch IT-Komponenten unterstützt.
Bei der Umsetzung des New-Work-Konzepts hat auch das Thema Nachhaltigkeit an vielen Stellen eine große Rolle gespielt, welches schon seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie ist. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsbestrebungen konzentriert sich die Varengold Bank vor allem auf Umwelt und Soziales. Zusammengefasst wurden die Maßnahmen mit Blick auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Interessen in einem Anfang 2021 öffentlich zugänglich gemachten Nachhaltigkeitsbericht.
In den folgenden Angaben können Rundungsdifferenzen auftreten.
Die Zinserträge unter Einbezug der Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen der Gesellschaft sanken von 4.442 TEUR im ersten Halbjahr 2020 auf 3.543 TEUR im ersten Halbjahr 2021. Der Rückgang von 899 TEUR ergibt sich fast ausschließlich aus dem Anstieg der seitens der Bundesbank belasteten Negativzinsen (Veränderung der Negativzinsen: 877 TEUR). Ursächlich hierfür ist das deutlich gestiegene durchschnittliche Guthaben bei der Bundesbank mit 565.080 TEUR im ersten Halbjahr 2021 nach 175.974 TEUR im ersten Halbjahr 2020. Die Zinsaufwendungen sanken um 150 TEUR auf 1.343 TEUR. Dieser Aufwand wurde überkompensiert durch Negativzinsen, die an Kunden belastet wurden. Diese stiegen von 482 TEUR im ersten Halbjahr 2020 auf 1.677 TEUR im ersten Halbjahr 2021. Danach ergibt sich im Posten "Zinsaufwendungen" ein Nettoertrag von 334 TEUR.
Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind von 711 TEUR auf 383 TEUR gesunken.
Die Provisionserträge erhöhten sich erneut deutlich von 8.860 TEUR auf 21.021 TEUR. Daneben sind die Provisionsaufwendungen zum 30. Juni 2021 auf einen Wert von 1.718 TEUR gestiegen (Vorjahr: 655 TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Vorjahresbetrag nunmehr auch die früher als "Nettoerträge des Handelsbestandes" ausgewiesenen Erträge. Sie sanken von 627 TEUR im ersten Halbjahr 2020 auf 191 TEUR im ersten Halbjahr 2021. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtszeitraum geprägt durch Erträge aus Projektgebühren und durch die Erstattung von Auslagen.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft sind um 1.447 TEUR von 8.461 TEUR im ersten Halbjahr 2020 auf 9.908 TEUR im ersten Halbjahr 2021 gestiegen. Die Ursachen hierfür liegen im Wesentlichen im Anstieg der Personalkosten (640 TEUR), der Raumkosten (224 TEUR), der Beiträge (223 TEUR), der Aufwendungen für IT (290 TEUR) und der übrigen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen (303 TEUR).
Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen stiegen leicht von 47 TEUR im Vorjahr auf 52 TEUR im ersten Halbjahr 2021.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken sehr deutlich von 359 TEUR im ersten Halbjahr 2020 auf 129 TEUR im ersten Halbjahr 2021. Hier sind im Wesentlichen Aufwendungen aus Termingeschäften zum Absichern der Fremdwährungspositionen enthalten.
Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft beträgt 5.550 TEUR (Vorjahr: 2.137 TEUR). Im Wesentlichen sind hier Abschreibungen auf bestimmte Wertpapiere enthalten.
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere sind nicht angefallen. Der Aufwand im ersten Halbjahr 2020 in Höhe von 342 TEUR resultierte im Wesentlichen aus der vorgenommenen Abschreibung auf Beteiligungen.
In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG 8.116 TEUR (Vorjahr: 1.628 TEUR).
Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der Sonstigen Steuern ergibt sich zum 30. Juni 2021 ein Jahresüberschuss von 7.088 TEUR (Vorjahr: 1.123 TEUR). Daraus ergibt sich eine Gesamtkapitalrendite (Quotient aus Nettogewinn und Bilanzsumme zum Anfang des Geschäftsjahres) von 0,71 % nach 0,16 % bzw. Eigenkapitalrendite von 18,3 % nach 3,0 % im Vergleichszeitraum.
Vom 31.12.2020 bis zum 30.06.2021 stieg die Bilanzsumme um 21,1 % von 995,2 Mio. EUR auf 1.205,3 Mio. EUR. Die Aktivseite ist neben dem Bestand der Barreserve (625,9 Mio. EUR), den Forderungen an Kunden (381,9 Mio. EUR), insbesondere durch Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (107,4 Mio. EUR) geprägt. Insgesamt machen diese drei Positionen einen Anteil von 92,5 % an der Bilanzsumme aus. Die Kundeneinlagen machen mit 966,7 Mio. EUR bzw. 80,2 % weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite
aus. Die Offenmarktkredite der Deutschen Bundesbank und die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Umfang von 134,7 Mio. EUR sind um 10 % gestiegen.
Die Kernkapitalquote (TIER 1) zum 30. Juni 2021 betrug 14,58 % nach 13,65 % im Vergleichszeitraum.
Die Varengold Bank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.
Mit 647,0 Mio. EUR bzw. 53,7 % der Bilanzsumme stellen die aufsichtsrechtlichen liquiden Mittel einen relativ großen Anteil der Aktivseite der Bilanz dar. Die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennziffer LCR liegt dementsprechend mit 267,3 % wie schon im Vorjahr deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Die Liquiditätslage der Bank war zu keiner Zeit gefährdet.
Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das bewusste Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank.
Das Leitbild der Varengold Bank AG ist es, sich zu der führenden Bank für die Marketplace Lending Industrie zu entwickeln. Ein grundsätzlicher Aspekt der Geschäftsstrategie der Varengold Bank ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.
Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.
Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.
Zentrale Instrumente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind neben dieser Risikostrategie das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.
Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse wird vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft.
Das von der Bank verwendete Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem entspricht den Bestimmungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken der Bank in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche Reputationsrisiken, strategische Risiken, Modellrisiken sowie mit den Risikoarten verbundene Risikokonzentrationen umfassen.
Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Überwachung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:
Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Risikodeckungspotential unterlegt sind.
Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.
Am 24.05.2018 veröffentlichten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank den neugefassten Leitfaden "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") – Neuausrichtung". Er enthält Grundsätze, Prinzipien und Kriterien, die die Aufsicht bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte der Institute zugrunde legt, die als "less significant institutions (LSI)" der unmittelbaren deutschen Bankenaufsicht unterliegen. Das Risikotragfähigkeitskonzept als zentraler Bestandteil des ICAAP gemäß § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 KWG i. V. m. AT 4.1 Tz. 1 (und Tz. 2) MaRisk umfasst zwei Sichtweisen: eine normative Perspektive und eine ökonomische Perspektive. Beide dienen dem langfristigen Fortführen des Instituts aus eigener derzeitiger Substanz und Ertragskraft. Dabei verfolgt die normative Perspektive explizit das Ziel der Fortführung des Instituts und die ökonomische Perspektive das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht.
Für die normative Perspektive werden das Risikodeckungspotenzial (RDP) und die Risiken konzeptkonform sowohl für die aktuelle als auch für zukünftige Planungsperioden ermittelt. Die Kapitalplanung bezieht sich zum Zeitpunkt der Erstellung auf einen Zeitraum von drei Jahren und umfasst das aufsichtlich geforderte Planund ein adverses Szenario. Zusätzlich macht die Bank von der in Tz. 35 des neuen RTF-Leitfadens enthaltenen Möglichkeit Gebrauch, den im Einklang mit AT 4.3.3 Tz. 3 MaRisk entwickelten risikoartenübergreifenden Stresstest "schwerer konjunktureller Abschwung" als ein weiteres adverses Szenario zu verwenden. In den Kapitalplanungsszenarien werden Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigt, die einen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Kapital haben.
Das Risikodeckungspotential in der normativen Perspektive besteht aus den regulatorischen Eigenmitteln sowie den anrechenbaren Vorsorgereserven nach § 340 f HGB. Die in der normativen Perspektive angewendeten Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der CRR, mit denen risikogewichtete Positionsbeträge berechnet werden. Im Planszenario sind die kompletten Eigenkapitalanforderungen einzuhalten, in den adversen Szenarien kann eine Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG angenommen werden.
Zum 30.06.2021 waren alle Kapitalanforderungen im Planszenario sowohl zum Stichtag, wie auch für den 3-Jahres-Planungshorizont eingehalten; dies gilt auch für das adverse Szenario. Im Stressszenario kommt es zu einer Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG ab dem 4. Quartal 2023. Die harte Mindestanforderung von 11 % ist in allen Szenarien über den gesamten Planungszeitraum eingehalten.
In der ökonomischen Perspektive verwendet die Bank eine barwertnahe Ermittlung der Risikotragfähigkeit. Das Risikodeckungspotential in Höhe von 55,9 Mio. EUR setzt sich dabei aus den regulatorischen Eigenmitteln, den Vorsorgereserven nach § 340f HGB, dem Gewinn des aktuellen Geschäftsjahres sowie stillen Lasten und Reserven zusammen.
Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100 % beschränkt. Auslastungen über 90 % des Gesamtlimits sowie Auslastungen über 100 % innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine Reaktion des Vorstands.
Die Auslastung des Risikodeckungspotentials zum 30. Juni 2021 betrug 55 %, davon entfallen 39 % auf das Adressenausfallrisiko, 33 % auf das Marktpreisrisiko, 11 % auf das operationelle Risiko, 9 % auf strategische und Reputationsrisiken sowie 8 % auf Modellrisiken.
Für die Überwachung der wesentlichen Adressenausfall- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.
Das Adressenausfallrisiko setzt sich für die Quantifizierung im Rahmen der Risikotragfähigkeit aus dem Adressenausfallrisiko im engeren Sinne (AAR i.e.S.) sowie dem Migrationsrisiko zusammen. Die beiden Risikosummen werden addiert.
Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos i.e.S. erfolgt mit den Risikokennzahlen "Expected loss" (EL) und "Unexpected loss" (UL). Der EL wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung der
LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der UL wird mithilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Beiträge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzten Verlustquoten (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelationen der Kontrahenten mit dem systematischen Risikofaktor sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt. In die Risikotragfähigkeit fließt nur der Unexpected Loss des Portfolios ein. Der Expected Loss ist bereits über die Pauschalwertberichtigung (PWB) inkludiert. In dem Fall, dass der Expected Loss die PWB übersteigt, fließt der Differenzbetrag ebenfalls in die Risikotragfähigkeitsermittlung ein.
Zusätzlich wird das Migrationsrisiko des Portfolios für einen Zeithorizont von einem Jahr ermittelt. Dabei finden externe Migrationsmatrizen Anwendung. Mit den daraus ermittelten erhöhten Ausfallraten erfolgt eine erneute Berechnung des EL; die Differenz des so ermittelten EL zum EL AAR i. e. S. ergibt die Risikosumme für das Migrationsrisiko.
Das Marktpreisrisiko wird durch Addition der Risikosummen für Kursrisiko, Credit Spread Risiko sowie Zinsänderungsrisiko ermittelt. Es werden hierbei keine Korrelationen berücksichtigt.
Das Kursrisiko (allgemeines Kursrisiko) wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einem Betrachtungshorizont von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der laufzeit- und währungsadäquaten Swap- bzw. EURIBOR-Sätze gemessen.
Das Kursrisiko wird für das Gesamtportfolio, wie auch getrennt nach Anlagebuch, Handelsbuch sowie die Fremdwährungsfuture berechnet und limitiert. Darin berücksichtigt werden neben den Wertpapieranlagen, die ein Kursrisiko aufweisen, die offenen Fremdwährungspositionen sowie die Fremdwährungsfuture, die zu Absicherungszwecken gehalten werden.
Die Messung des Zinsänderungsrisikos erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling. Hierbei wird die Barwertänderung des Zinsbuches bei ad-hoc Zinsveränderungen von +200 Basispunkten und -200 Basispunkten sowie sechs weiteren Szenarien gemäß RS 06/2019 (BA) – "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" ermittelt. Die größere negative Veränderung dieser acht Zinsänderungsszenarien fließt als Risikowert in die Risikotragfähigkeitsberechnung ein.
Als Credit Spread Risiko definiert die Bank die negativen Marktwertänderungen der Anleihen des Eigenbestandes infolge einer Bonitätsverschlechterung von Emittenten, die sich noch nicht in einem Ratingdowngrade widergespiegelt hat (besonderes Kursrisiko). Das Credit Spread Risiko wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einem Betrachtungshorizont von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der Asset-Swap-Spreads der Anleihen berechnet.
Die Überwachung und Regulierung der Risiken orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet.
Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos wird von der Abteilung Treasury täglich eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Die Steuerung erfolgt anhand der Größen "Distance to Illiquidity" (mindestens drei Monate) und einer täglichen "Mindestliquidität" (20 Mio. EUR). Die Überwachung wird durch das Risikocontrolling vorgenommen. Zusätzlich ist im Liquiditätssteuerungskonzept ein Notfallplan, welchem ein Frühwarnsystem vorgeschaltet ist, definiert.
Die Quantifizierung operationeller Risiken erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern sowie dem Vorstand anhand einer Szenarioanalyse für alle identifizierten operationellen Risiken. Die Szenarien stellen dabei mögliche "bad case"-Szenarien der Risikoart dar und werden hinsichtlich möglicher Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet.
Im Zusammenhang mit Aktientransaktionen um den jeweiligen Dividendenstichtag der Jahre 2010-2016 laufen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gegen (ehemalige / aktuelle) Mitarbeiter und Organe der Varengold Bank AG und der Varengold Verwaltungs AG i.L. (ehemals Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen) wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung.
Die Varengold Bank AG könnte als mögliche Nebenbeteiligte in Betracht kommen und im Worst-Case-Szenario möglicherweise mit einem Bußgeld und/oder einer Gewinnabschöpfung belegt werden, woraus sich für sie theoretisch ein signifikanter Aufwand ergäbe.
In diesem Zusammenhang wurden externe Berater mit der (laufenden) Durchsicht und Analyse der staatsanwaltschaftlichen Akten beauftragt.
Auf Basis der Stellungnahme externer Berater schätzt der Vorstand das Risiko einer Inanspruchnahme der Tochtergesellschaft Varengold Verwaltungs AG i.L. als denkbar, das Risiko einer Haftung der Varengold Bank AG für diese jedoch als sehr gering ein.
Aus den Ermittlungsakten ergeben sich nach derzeitigem Kenntnisstand des Vorstandes keinerlei Aussagen der Staatsanwaltschaft zur Wahrscheinlichkeit oder Höhe etwaiger Maßnahmen gegen die Varengold Bank AG.
Vor diesem Hintergrund wird dem Eintritt des Risikos der Inanspruchnahme der Varengold Bank AG insgesamt eine geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen.
Des Weiteren sind beide Gesellschaften Beklagte in einem Zivilverfahren, welches sich auf Transaktionen in 2010 bezieht. Der Vorstand und die eingeschalteten externen Sachverständigen schätzen das Risiko aus diesem Verfahren als gering ein.
Das strategische sowie das Reputationsrisiko wird über die Betrachtung von Ertragsrückgängen im Zuge der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Es wird in der ökonomischen Perspektive eine Risikosumme in Höhe von 25 % der erwarteten Gewinne angesetzt (Minimum 400 TEUR).
Für das Modellrisiko wird in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung eine Risikosumme in Höhe von 10 % der ermittelten Risikosummen für Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko und operationellem Risiko angesetzt, mindestens 400 TEUR.
Zur Eingrenzung von Konzentrationsrisiken wurden vom Vorstand weitere Limits festgelegt, die fortlaufend überwacht werden.
Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten und Ertragslage der Bank sind nach aktuellem Stand nur marginal. Derzeit geht die Bank davon aus, dass sich daraus kein signifikanter Einfluss auf die geplanten Ziele für die Bank ergeben wird.
Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein.
Die Varengold Bank hat mittlerweile in ihren beiden Kerngeschäftsfeldern Marketplace Banking und Commercial Banking ihre Wettbewerbsposition etabliert und eine Marktrelevanz erreicht. Die Bank konzentriert sich dabei verstärkt auf die Kernkompetenz eines regulierten Instituts mit dem Ankerprodukt der Kreditversorgung, was für die vorhandene und potenzielle Kundenbasis von grundlegender Bedeutung ist. Die Bank kann ihre Position langfristig dort stärken sowie die Profitabilität und Rentabilität steigern, wo andere Anbieter kein adäquates Produktangebot bieten.
Im Bereich Marketplace Banking wird der Ausbau von Kreditbuch und Fronting Services/Banking as a Service (BaaS) weiter intensiviert. Strategisches Ziel ist es, sich durch eine schnelle und effiziente Umsetzung der Funding- und/oder Fronting-Projekte mit Kunden von Wettbewerbern zu differenzieren.
Im Juli 2021 hat die Varengold Bank AG zudem ein Tochterunternehmen gegründet, um zukünftig Eigenkapitalbeteiligungen einzugehen und das eigene Profil als Partner der FinTechs weiter zu schärfen und die Kundenbindung zu stärken. Damit erschließt die Bank zudem weitere Umsatz- und Ertragspotenziale. Geplant sind über die "Elbe2021 Incubator GmbH" zunächst Beteiligungen an den Kunden aus dem Bereich Marketplace Banking, aber auch an Non-Bank-Kunden mit einem FinTech-Lending-Hintergrund.
Im Bereich Commercial Banking wird dem Segment Trade Finance erneut eine zentrale Bedeutung zukommen. Zudem wird die Bank auch weiterhin sehr gezielt außenhandelsorientierte Kunden in Nischenmärkten mit Basisprodukten des Transaction Bankings wie bspw. Zahlungsverkehr und Kontobeziehung versorgen, um ihre Position als starke Transaktionsbank zu festigen sowie die Internationalisierung dieser Services voranzutreiben. Speziell auch durch den bereits erfolgten Ausbau der Niederlassung in Sofia soll der südost-europäische Raum stärker fokussiert werden.
Die Varengold Bank wird ihr eigenes Profil als leistungsstarker Partner und Finanzdienstleister weiter schärfen und dabei die Entwicklungen im Zuge der digitalen Transformation mit hoher strategischer Priorität vorantreiben. Deutlich kürzere Produktzyklen bedeuten ein hohes Maß an Innovation, und moderne Arbeitsprozesse benötigen ein technologisch anspruchsvolles Umfeld – diesen Anforderungen hat die Varengold Bank mit der Umsetzung des New-Work-Konzepts Rechnung getragen. Unter dem Leitbild New Work wird die gesamte Arbeitsphilosophie der Bank auch zukünftig weiterentwickelt. Mitarbeiter sollen langfristig an das Unternehmen gebunden und die Arbeitsprozesse optimiert werden, um letztlich durch steigende Effizienz einen Mehrwert für Kunden und Investoren zu generieren.
Agilität ist dabei ein wesentliches Stichwort, für das mit dem erfolgten Kulturwandel der Varengold Bank die besten Grundvoraussetzungen geschaffen wurden. Einzelne Projekt- und Dealteams haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass komplexe Kundentransaktionen unter hohem Zeitdruck erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten. Mehr Selbstverantwortung soll zukünftig ein zusätzlicher Indikator sein. Das Fundament dafür sind die 6 Säulen der Varengold Bank: Culture, Work Environment, Leadership, Digital Transformation, Empowerment und Corporate Social Responsibility. Die Etablierung dieser Säulen erfolgte dabei entlang der drei Unternehmenswerte "Customer Centric", "No Silos" und "Go the extra Mile".
Auch das Ziel, den ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern, wird die Varengold Bank nicht aus den Augen verlieren. Dabei wird nicht nur ein umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit vermittelt, sondern es werden aktiv Maßnahmen zum Umweltschutz und für soziales Engagement umgesetzt sowie eine gute Unternehmensführung gefördert – dazu gehören u. a. Maßnahmen zur Ressourceneffizienz sowie die Unterstützung lokaler Projekte und Sozialeinrichtungen. Auch mithilfe von Initiativen und Partnerschaften setzt sich die Bank für mehr Nachhaltigkeit ein. Zudem sollen künftig Nachhaltigkeitsaspekte stärker in die verschiedenen Prozesse der Kundenaufnahme einfließen.
Die Varengold Bank hat auch im ersten Halbjahr 2021 wieder viele Investitionen getätigt und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Dazu gehört u. a. die konsequente Umsetzung der Digitalisierungsstrategie und weitere Prozessautomationen. So setzt die Bank bei wiederkehrenden Arbeiten (z. B. im Customer Service) Robotic-Process-Automation-Roboter ein oder testet eine Optimierung von Prozessen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es dabei stets, Geschäftsprozesse zu straffen und qualitativ zu verbessern. Darüber hinaus wird auch zukünftig in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert.
Bei aller positiver Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 agiert die Varengold Bank umsichtig und beobachtet das Marktumfeld genau. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der COVID19-Pandemie ziehen sich in vielfältiger Weise durch diverse Branchen. Als Kreditversorger kann auch die Varengold Bank sich dem nicht gänzlich entziehen. Diverse Risikofaktoren können bei ungünstigem Verlauf der weltweiten Situation die Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren in einem nicht abschließend quantifizierbaren Ausmaß beeinträchtigen. Der Vorstand ist aber weiterhin überzeugt, dass die Varengold Bank über ein wertbeständiges Geschäftsmodell verfügt, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Akteure am Finanzmarkt gerecht zu werden. Der Fokus liegt auch zukünftig in der klaren Vision, Kunden bei der Verwirklichung von Geschäftsideen zu helfen, die das Potenzial haben, ihre Branchen zu revolutionieren.
Die in diesem Abschnitt enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen seitens der Varengold Bank zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts. Die darin enthaltenen Aussagen stützen sich auf Annahmen und, sofern nicht gesondert angegeben, basieren diese auf internen Einschätzungen. Die Bank weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs der Bank betreffen. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen.
Auch zur Jahresmitte 2021 sind die aktuelle Wirtschaftslage und die Erwartungen über den weiteren Jahresverlauf stark durch die Corona-Krise geprägt. Experten erwarten bis Jahresende eine wirtschaftliche Belebung vor allem durch einen Anstieg der Konsumnachfrage der privaten Haushalte, begünstigt von einem Wegfall vieler Einschränkungen aufgrund der Fortschritte der Impfkampagne. Im weiteren Jahresverlauf ist deshalb mit einer fortgesetzten Erholung der globalen Konjunktur zu rechnen. Ein weltwirtschaftliches Wachstum von rund 6,0 % wird erwartet. Im Euroraum dürfte sich die Wirtschaft ebenfalls weiter erholen und zum Jahresende wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Es besteht allerdings nach wie vor das Risiko, dass die COVID19-Pandemie Gesellschaft und Wirtschaft auf längere Sicht belasten könnte.
Für Deutschland wird von einer gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate von ca. 3,2 % für das Jahr 2021 ausgegangen. Die Inflationsrate in Deutschland wird im Jahresdurchschnitt 2021 rund 3,0 % höher liegen als im Vorjahr. Die wichtigsten Gründe sind das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung, höhere Energiepreise sowie Preiserhöhungen bei Gütern und Dienstleistungen im Zuge des Öffnungsprozesses und der Nachfrageerholung.
Zeitverzögert könnten dabei immer mehr drohende Belastungen der Banken infolge der Pandemie in den Fokus rücken. Ein Überschwappen der realwirtschaftlichen Krise auf den Finanzsektor wurde bislang von umfangreichen Maßnahmen durch Regierungen und Zentralbanken verhindert. Die EZB hat im Juli 2021 ein Inflationsziel von 2 % mit einer Abweichungstoleranz nach oben und unten formuliert. Die bereits langanhaltende Niedrigzinsphase dürfte sich infolge der expansiven Geldpolitik der EZB weiter verlängern und die dadurch entstehende geringe Profitabilität der Banken birgt Risiken für deren Widerstandsfähigkeit.
Darüber hinaus steigen auch die aufsichtsrechtlichen Anforderungen weiter. Dazu zählen bspw. die neue MaRisk-Novelle oder das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) sowie auch zahlreiche regulatorische Initiativen zur Informationssicherheit, zum Datenschutz und auch zum Thema Nachhaltigkeit. Die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der vergangenen Jahre verfolgen unter anderem das Ziel, den Finanzsektor im Wesentlichen durch eine verbesserte Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung krisenresistenter zu gestalten sowie die Risiken der Geschäftstätigkeit von der öffentlichen Hand fernzuhalten. Im Rahmen des SREP-Prozesses hat die Europäische Zentralbank (EZB) auch mit Blick auf die COVID19-Pandemie nochmals verstärkt die internen Risikomodelle der Banken überprüft.
Um eine fristgerechte Umsetzung sämtlicher Regulierungsvorhaben zu gewährleisten, überwacht die Abteilung Compliance der Varengold Bank AG in einem monatlichen "Regulatory Radar" den externen und internen
Umsetzungstand. Die Aufarbeitung einzelner relevanter Themen wird rechtzeitig in entsprechenden Projekten initiiert.
Die Planung für den weiteren Verlauf des Jahres 2021 steht bei der Varengold Bank nach wie vor ganz im Zeichen des Wachstums, basierend auf einer aktuell sehr hohen Nachfrage für die Produkte und Services des Instituts. Insbesondere die strukturellen Veränderungen der Bank dürften die Profitabilität unterstützen und tragen zu einem positiven Gesamtbild der Unternehmensentwicklung bei. Die Bank verfolgt dabei weiter eine konservative Risikopolitik und geht mit Blick auf die gut gefüllte Transaktions-Pipeline davon aus, das prognostizierte Ergebnis vor Steuern (EBT) als zentraler Leistungsindikator in Höhe von 16,4 Mio. EUR für 2021 zu erreichen.
Hamburg, 18. September 2021
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Varengold Bank AG Große Elbstraße 39 22767 Hamburg
T +49.40.66 86 49 0 F +49.40.66 86 49 49
E-Mail: [email protected] http://www.varengold.de
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Dr. Karl-Heinz Lemnitzer (Vorsitzender) Vasil Stefanov Francesco Filia
Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
USt-IdNr.
Finanzamt Hamburg, DE247069729
Die Varengold Bank AG ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn; Tel.: 0228 / 4108 – 0) unter der Nummer 109 520 registriert und auf der Internetseite www.bafin.de veröffentlicht.
Die Varengold Bank AG gehört der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) an.
Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen sind weder zur Veröffentlichung noch zur Weitergabe in bzw. innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika, Australien, Kanada, Japan oder in sonstige Länder, in denen eine solche Verbreitung oder Veröffentlichung rechtswidrig sein könnte, bestimmt.
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Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht nur Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, sondern sie umfassen auch Aussagen über Annahmen und Erwartungen sowie die zugrunde liegenden Annahmen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die dem Vorstand der Varengold Bank AG zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen beziehen sich deshalb nur auf den Tag, an dem sie gemacht werden. Der Leser sollte diesen Aussagen daher nicht übermäßig vertrauen, insbesondere nicht im Zusammenhang mit Verträgen oder Investitionsentscheidungen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereichs betreffen. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit beziehungsweise für das tatsächliche Eintreten der gemachten Angaben können wir daher keine Haftung übernehmen. Der Vorstand übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse weiterzuentwickeln. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage oder der Wettbewerbssituation, eine drohende Verschlechterung der Ertragslage aus Sonderbelastungen sowie die Verfassung der Finanzmärkte, aus denen die Varengold Bank AG einen erheblichen Teil ihrer Erträge erzielt.
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