Interim / Quarterly Report • Sep 25, 2020
Interim / Quarterly Report
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| Kennzahl je Aktie | 30.06.2020 in EUR |
30.06.2019 in EUR |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie | 0,11 | 0,12 |
| 31.12.2019 in EUR |
||
| Marktkapitalisierung | 37.560.876 | 34.467.846 |
| Gewinn- und Verlustrechnung | 01.01.2020 bis 30.06.2020 in TEUR |
01.01.2019 bis 30.06.2019 in TEUR |
| Zinsergebnis | 3.431 | 3.504 |
| Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
711 | 739 |
| Provisionsergebnis | 8.205 | 6.145 |
| Nettoergebnis des Handelsbestands | 115 | 40 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 154 | -510 |
| Verwaltungsaufwendungen | -8.461 | -7.683 |
| Abschreibungen und Wertberichtigungen | -2.137 | -199 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 1.628 | 1.688 |
| Jahresüberschuss | 1.123 | 1.122 |
| Bilanz | 30.06.2020 | 30.06.2019 in TEUR |
|---|---|---|
| in TEUR | ||
| Bilanzsumme | 687.808 | 503.015 |
| Eigenkapital | 38.074 | 33.657 |
Die in diesem Halbjahresbericht enthaltenen Kennzahlen sowie der Halbjahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie erläuternden Angaben im Anhang zur Bilanz und dem Lagebericht – sind nicht testiert und wurden keiner prüferischen Durchsicht unterzogen.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter:
Der Vorstand bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Halbjahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und dass der Halbjahresbericht ein möglichst getreues Bild der Gesellschaft bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft vermittelt.
| Eckdaten der Varengold Bank AG | |
|---|---|
| Vorbemerkung | 3 |
| 01 Brief an die Aktionäre | 5 |
| 02 Produkte und Leistungen | 8 |
| 03 Aktie | 11 |
| 04 Jahresabschluss | 14 |
das 1. Halbjahr 2020 wird uns allen immer in Erinnerung bleiben als die Zeit, in der wir mit einer neuartigen globalen Bedrohung, dem Coronavirus, konfrontiert wurden. Wir sind glücklich und dankbar, dass die Pandemie bisher weder bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch bei ihren Familien und – soweit uns bekannt – auch nicht bei unseren Kunden zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen geführt hat. Wir hoffen sehr, dass das auch für Sie und Ihre Familien gilt.
Mit der wirtschaftlichen Entwicklung Ihrer und unserer Bank sind wir trotz der spürbaren Auswirkungen im 1. Halbjahr 2020 zufrieden. Es ist uns gelungen, mit EUR 1.631.482 ein Ergebnis vor Steuern in etwa auf Höhe des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes auszuweisen. Insbesondere die von EUR 6,6 Mio. auf EUR 8,9 Mio. gesteigerten Provisionserträge, die in erster Linie auf Kredit- und Zahlungsverkehrsleistungen im Kerngeschäftsfeld Commercial Banking zurückzuführen sind, erwiesen sich als Treiber eines gegenüber dem Vergleichszeitraum um rund EUR 2 Mio. gesteigerten Gesamtertrags. Angesichts der Unwägbarkeiten der anhaltenden Krise haben wir entschieden, die Ertragssteigerung für die Risikovorsorge zu verwenden.
Der Schwerpunkt der Varengold Bank AG im 1. Halbjahr 2020 lag darauf, die Folgen der Pandemie zu bewältigen und – im Rahmen der einer Bank zur Verfügung stehenden Möglichkeiten – unseren Kunden Unterstützung zu leisten. Wir haben so, neben der Begleitung bestehender Kunden, in Zusammenarbeit mit dem Berliner FinTech Kapilendo AG zahlreichen weiteren Unternehmen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zur KfW-Corona-Hilfe bereitgestellt.
Das alles wäre nicht mit der gleichen Effizienz und Effektivität umsetzbar gewesen, wenn die Varengold Bank AG nicht im Rahmen ihrer New Work-Initiative bereits 2019 alle Mitarbeiter mit Laptops und der Kollaborationssoftware MS Teams ausgestattet hätte. In Kombination mit einer umgehend eingeführten vollständigen Flexibilisierung der Arbeitszeit konnten im 1. Halbjahr nahezu alle Geschäftsabläufe reibungslos fortgesetzt werden.
Bei aller Konzentration auf die Bewältigung der unmittelbaren Folgen der Pandemie haben wir auch unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit weiter verstärkt. Zum Lohn wurde der Varengold Bank AG am 25. August zum ersten Mal in ihrer Geschichte Klimaneutralität bescheinigt. Weitere Maßnahmen werden folgen.
Die langfristig angelegten New Work- und Nachhaltigkeits-Initiativen und die kurzfristige Erweiterung unseres Leistungsangebotes im Rahmen der Corona-Hilfe sind frische Beweise dafür, dass unsere Bank weiterhin erfolgreich sowohl vorausschauend als auch agil agiert. In Kombination mit unserer hohen Innovationsfähigkeit, strikten Kundenzentrierung und konservativen Kreditkultur entsteht ein Erfolgsrezept, das uns auch durch die aktuelle Krise tragen wird.
Wir möchten allen Mitarbeitern und Partnern, die das 1. Halbjahr unseres 25. Jubiläumsjahres trotz aller Widrigkeiten zu einem erfolgreichen Halbjahr gemacht haben, für das fortgesetzte Vertrauen und die große Einsatzbereitschaft herzlich danken. Auch das 2. Halbjahr 2020 wird nicht leicht, aber wir blicken dem weiteren Verlauf mit Optimismus und Entschlossenheit entgegen.


Hamburg, im September 2020
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Die Kerngeschäftsfelder Marketplace Banking und Commercial Banking

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| Marketplace Banking | Commercial Banking | |
|---|---|---|
| Kurzbeschreibung | Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 ent standen weltweit Online-Kreditmarktplät ze, die sich mit der Finanzierung von Unter nehmen und Konsumenten beschäftigen. In der Regel bieten die Marktplätze ihren Kunden eine deutlich schnellere, einfache re und damit auch angenehmere Kredit bearbeitung als etablierte Banken. Zudem können sie aufgrund effizienterer Prozesse auch solchen Kunden Zugang zu Kapital er möglichen, die aus dem typischen Zielraster der Banken herausfallen. |
Im Kerngeschäftsfeld Transaction Ban king/Commercial Banking (Bezeichnungen werden synonym verwendet) präsentiert sich die Varengold Bank als globaler Part ner für anspruchsvolle Privat- und Unter nehmenskunden und Investoren aus dem In- und Ausland. Mithilfe individualisierter Produkte und Lösungen gibt sie ihren Kun den die Möglichkeit, Transaktionen und Handelsaktivitäten sicher, effizient und transparent über Ländergrenzen hinweg abzuwickeln. |
| Dafür benötigen die Marktplätze finanzielle Dabei liegt der Handelsschwerpunkt auf Mittel. Im Rahmen des Kerngeschäftsfeldes den Regionen Osteuropa und Mittlerer Marketplace Banking deckt die Varengold Osten. So wurde seit Einführung des Ge Bank genau diesen Bedarf. Damit hilft sie schäftsfeldes im Jahr 2013 bereits ein solider ihren Kunden, die sich in der Regel mit Re Kundenstamm für Trade Finance-Transak ceivables Finance, Real Estate Finance, Tra tionen aufgebaut, der kontinuierlich erwei de Finance, Consumer Finance oder SME tert wird. Finance befassen, ihre Geschäftsmodelle zunächst zu realisieren und später zu ska lieren. |
||
| Produkte | Lending Fronting Services Debt Capital Markets Equity Capital Markets |
Internationaler Zahlungsverkehr Lombardkredite Structured Trade Finance Trade & Export Financing Bankgarantien Akkreditive Forfaitierung Inkassogeschäft ECA-gedeckte Exportfinanzierung Einlagenkonten Tageskonten Termingeldkonten |

| Marketplace Banking | Commercial Banking | |
|---|---|---|
| Profil | Aufbau von Kreditvolumen mit europa weit diversifizierten Kreditportfolios |
Expertise in Schwellenmärkten mit ausgeprägten Netzwerken vor Ort |
| Investoren | Starke Vernetzung mit der Marketplace Lending Industrie und institutionellen |
Dynamische Anpassung an Marktveränderungen |
| Status einer in Deutschland | ||
| Bereitschaft, Unternehmen auch in | regulierten Bank | |
| der Frühphase zu begleiten, um gemeinschaftlich zu wachsen |
Einlagenschutz bis maximal EUR 100.000 pro Kunde |
|
| Vorhandene "Vollbank"-Lizenz | ||
| Möglichkeit des EU Passportings | ||
| Innovative Produktlösungen inkl. KYC, Credit und Payments & Account Opening |
||
| Kundenstruktur | Kreditmarktplätze Fintechs |
Unternehmenskunden Privatkunden |
|---|---|---|
| Ertrags | Zinserträge | Zinserträge |
| komponenten | Provisionserträge | Provisionserträge |
Die Aktie der Varengold Bank ist seit 2007 im Open Market an der Frankfurter Börse gelistet. Zudem wird sie an den Börsen Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, München und im elektronischen Handelssystem XETRA gehandelt.
| Aktie | Varengold Bank AG | ||
|---|---|---|---|
| WKN | 547930 | ||
| ISIN | DE0005479307 | ||
| Börsenkürzel | VG8 | ||
| Marktsegment | Open Market / Freiverkehr | ||
| Transparenzlevel | Basic Board | ||
| Erstnotiz | 20. März 2007 | ||
| Aktienart (Gattung) | Nennwertlose Inhaberaktien-Stammaktien | ||
| Anzahl der Aktien | 10.043.015 Aktien | ||
| Grundkapital | EUR 10.043.015,00 | ||
| Designated Sponsor | Oddo Seydler Bank AG | ||
| Zahlstelle | Bankhaus Gebrüder Martin AG | ||
| Spezialist | Baader Bank AG |
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Von Monotonie und Behäbigkeit konnte im ersten Halbjahr 2020 am internationalen Börsenparkett nicht die Rede sein. Nach beachtlichen Kursverlusten innerhalb des ersten Quartals als Folge der Covid19-Pandemie folgten vergleichbar große Gewinne im zweiten Quartal und ließen die Marktentwicklung zur Jahresmitte verhältnismäßig ausgeglichen dastehen. Die größten Wachstumsbranchen gaben sich in den Bereichen Software und Digitalisierung, Künstliche Intelligenz sowie Biotechnologie und Medizintechnik zu erkennen.
Wohl noch in keiner Zeitspanne war beim deutschen Leitindex DAX so viel los. Dieser fiel mit Beginn der Krise zeitweise von ursprünglich mehr als 13.000 Punkten auf knapp über 8.000 Punkte ab. Ende des Monats Juni lag der DAX dann nach einer mehrwöchigen Erholungsphase wieder bei einem Stand von mehr als 12.000 Punkten. Auch der EURO STOXX 50 hatte erhebliche Verluste mit mehr als -12 % innerhalb nur eines Tages zu verzeichnen, bis sich der Index schließlich ebenfalls im zweiten Quartal schrittweise stabilisierte.
Die Aktie der Varengold Bank AG verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 insgesamt einen eher gleichbleibenden Verlauf mit lediglich zwei Phasen größerer Bewegung. Mitte März 2020 verzeichnete die Aktie im Berichtszeitraum ihren Tiefstwert von EUR 2,68 und wiederum zur Mitte des zweiten Quartals konnte sich der Kurs auf seinen Spitzenwert von EUR 4,36 innerhalb des ersten Halbjahres 2020 erholen.
Der durchschnittliche Aktienkurs sank von EUR 3,67 im ersten Halbjahr 2019 auf EUR 3,46 im ersten Halbjahr 2020. Die durchschnittlich täglich gehandelte Aktienanzahl sank ebenfalls deutlich auf 4.194 Stück (1. Halbjahr 2019: 10.832 Stück). Insgesamt ist diese Aktienanzahl auf ein sehr hohes gehandeltes Volumen an nur wenigen Handelstagen zurückzuführen.
Das Ergebnis je Aktie sank geringfügig zum Stichtag 30.06.2020 auf EUR 0,11 (30.06.2019: 0,12). Die Marktkapitalisierung erhöhte sich zum Ende des ersten Halbjahres 2020 auf EUR 37.560.876 (31.12.2019: EUR 34.467.846).

Bitte beachten: Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Zeitraum: 07/2015 – 06/2020
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nach Handelsgesetzbuch (HGB)
Varengold Bank AG Große Elbstraße 14 22767 Hamburg
| Bilanz zum 30. Juni 2020 | 17 | |
|---|---|---|
| Gewinn- und Verlustrechnung | 19 | |
| Anhang | 21 | |
| 1 | Allgemeine Angaben | 21 |
| 2 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 21 |
| 3 | Währungsumrechnung | 23 |
| 4 Erläuterungen zur Bilanz | 24 | |
| 4.1 Postenübergreifende Angaben |
24 | |
| 4.2 Postenindividuelle Angaben |
26 | |
| 5 | Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 33 |
| 5.1 Zinsergebnis |
33 | |
| 5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
33 | |
| 5.3 Provisionsergebnis |
33 | |
| 5.4 Nettoertrag des Handelsbestands |
34 | |
| 5.5 Sonstige betriebliche Erträge |
34 | |
| 5.6 Personalaufwendungen |
34 | |
| 5.7 Andere Verwaltungsaufwendungen |
34 | |
| 5.8 Sonstige betriebliche Aufwendungen | 34 | |
| 5.9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
35 | |
| 6 | Sonstige Angaben | 35 |
| 6.1 Organe |
35 | |
| 6.2 Mitarbeiter |
36 | |
| 6.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen |
36 | |
| 6.4 Termingeschäfte | 36 | |
| 6.5 Mitteilungen gemäß § 20 AktG |
36 | |
| 6.6 Deutscher Corporate Governance Kodex | 36 | |
| 6.7 Nachtragsbericht |
37 |
| Lagebericht | 38 | |||
|---|---|---|---|---|
| A. Grundlagen der Varengold Bank | 38 | |||
| B. Wirtschaftsbericht | ||||
| 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen |
38 | |||
| 2. Geschäftsverlauf |
39 | |||
| 3. Lage |
40 | |||
| 3.1 Ertragslage |
40 | |||
| 3.2 Vermögenslage |
41 | |||
| 3.3 Finanzlage |
42 | |||
| C. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht | 42 | |||
| 1. Risikobericht |
42 | |||
| 2. Chancenbericht |
47 | |||
| 3. Prognosebericht |
48 |
| Aktiva | Geschäftsjahr | 31.12.2019 | ||
|---|---|---|---|---|
| Euro | Euro | TEuro | ||
| 1. | Barreserve | |||
| a) Kassenbestand | 4.492,24 | 4,9 | ||
| b) Guthaben bei Zentralnotenbanken | 112.740.201,79 | 261.367,0 | ||
| - darunter: | 112.744.694,03 | 261.371,9 | ||
| bei der Deutschen Bundesbank: Euro 112.740.201,79 | (261.367,0) | |||
| 2. | Forderungen an Kreditinstitute | |||
| a) täglich fällig | 5.624.212,72 | 23.307,9 | ||
| b) andere Forderungen | 19.705.071,96 | 3.509,8 | ||
| 25.329.284,68 | 26.817,7 | |||
| 3. | Forderungen an Kunden | 394.647.591,99 | 267.215,3 | |
| - darunter: | ||||
| durch Grundpfandrechte gesichert: Euro 41.129,60 | (40,9) | |||
| Kommunalkredite Euro 175.529.000,00 | (53.670,1) | |||
| 4. | Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | |||
| a) Anleihen und Schuldverschreibungen | ||||
| aa) von öffentlichen Emittenten | 22.146.458,86 | 18.828,7 | ||
| - darunter: | ||||
| beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: Euro 21.866.619,85 | (18.737,8) | |||
| ab) von anderen Emittenten | 1.118.400,19 | 2.372,8 | ||
| 23.264.859,05 | 21.201,5 | |||
| 5. | Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 106.840.382,83 | 126.274,2 | |
| 6. | Beteiligungen | 1.327.465,71 | 1.827,5 | |
| 7. | Anteile an verbundenen Unternehmen | 44.687,75 | 900,0 | |
| - darunter: | ||||
| an Finanzdienstleistungsinstituten Euro 0,00 | (855,3) | |||
| 8. | Treuhandvermögen | 3.416.000,00 | 0,0 | |
| - darunter: | ||||
| Treuhandkredite EUR 3.416.000,00 | (0,0) | |||
| 9. | Immaterielle Anlagewerte | |||
| a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte | 0,00 | 177,1 | ||
| und ähnliche Rechte und Werte | ||||
| b) entgeltlich erworbene Konzessionen | 150.943,99 | 0,0 | ||
| 150.943,99 | 177,1 | |||
| 10. | Sachanlagen | 117.989,73 | 135,6 | |
| 11. | Sonstige Vermögensgegenstände | 19.645.454,27 | 1.324,2 | |
| 12. | Rechnungsabgrenzungsposten | 279.096,13 | 84,5 | |
| Summe Aktiva | 687.808.450,16 | 707.329,5 |
| Passiva | Euro | Geschäftsjahr Euro |
31.12.2019 TEuro |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||
| a) täglich fällig | 5.697.152,25 | 28.258,6 | ||
| b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 100.856.708,55 | 0,0 | ||
| - darunter: | 106.553.860,80 | 28.256,6 | ||
| gegenüber der Deutschen Bundesbank: EUR 100.850.000,00 | (0,0) | |||
| 2. | Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | |||
| a) andere Verbindlichkeiten | ||||
| aa) täglich fällig | 249.752.872,29 | 355.287,6 | ||
| ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist | 279.204.200,57 | 276.634,3 | ||
| 528.957.072,86 | 631.921,9 | |||
| 3. | Treuhandverbindlichkeiten | 3.416.000,00 | 0,0 | |
| - darunter: | ||||
| Treuhandkredite: EUR 3.416.000,00 | (0,0) | |||
| 4. | Sonstige Verbindlichkeiten | 1.997.389,66 | 1.798,1 | |
| 5. | Rechnungsabgrenzungsposten | 19.395,59 | 79,6 | |
| 6. | Rückstellungen | |||
| a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 98.599,00 | 98,6 | ||
| b) Steuerrückstellungen | 651.368,71 | 476,9 | ||
| c) andere Rückstellungen | 3.040.141,99 | 3.744,5 | ||
| 3.790.109,70 | 4.319,9 | |||
| 7. | Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | 5.000.000,00 | 5.000,0 | |
| 8. | Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlagen | 0,00 | 1.800,4 | |
| 9. | Eigenkapital | |||
| a) gezeichnetes Kapital | 10.043.015,00 | 9.315,6 | ||
| b) Kapitalrücklage | 44.705.492,65 | 42.632,5 | ||
| c) Gewinnrücklagen | ||||
| ca) gesetzliche Rücklage | 1.700,00 | 1,7 | ||
| cb) andere Gewinnrücklagen | 16.700,00 | 16,7 | ||
| 18.400,00 | 18,4 | |||
| d) Bilanzverlust | -16.692.286,10 | -17.815,6 | ||
| Summe Passiva | 687.808.450,16 | 707.329,5 | ||
| 1. | Eventualverbindlichkeiten | |||
| a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen | 6.752.022,00 | 8.502,0 | ||
| 2. | Andere Verpflichtungen | |||
| a) Unwiderrufliche Kreditzusagen | 8.992.960,11 | 12.488,0 |
für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis zum 30. Juni 2020
| Geschäftsjahr | Vorjahr | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Euro | Euro | Euro | TEuro | ||
| 1. | Zinserträge aus | ||||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 4.688.085,28 | 4.437,9 | |||
| abzgl. negative Zinsen aus Bankguthaben | -517.617,91 | -264,0 | |||
| 4.170.467,37 | 4.173,9 | ||||
| b) festverzinslichen Wertpapieren und | |||||
| Schuldbuchforderungen | 271.520,57 | 214,3 | |||
| 4.441.987,94 | 4.388,2 | ||||
| 2. | Zinsaufwendungen | -1.493.354,90 | -1.202,7 | ||
| abzgl. positive Zinsen aus dem Bankgeschäft | 482.173,59 | 318,7 | |||
| -1.011.181,31 | -884,0 | ||||
| 3.430.806,63 | 3.504,2 | ||||
| 3. | Laufende Erträge aus | ||||
| a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen | |||||
| Wertpapieren | 711.127,66 | 739,2 | |||
| b) Beteiligungen | 0,00 | 0,0 | |||
| c) Anteilen an verbundene Unternehmen | 0,00 | 0,0 | |||
| 711.127,66 | 739,2 | ||||
| 4. | Provisionserträge | 8.860.068,51 | 6.592,7 | ||
| 5. | Provisionsaufwendungen | -655.070,81 | -448,1 | ||
| 8.204.997,70 | 6.144,6 | ||||
| 6. | Nettoertrag des Handelsbestands | 114.607,07 | 40,1 | ||
| 7. | Sonstige betriebliche Erträge | 512.111,91 | 589,6 | ||
| 8. | Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | ||||
| a) Personalaufwand | |||||
| aa) Löhne und Gehälter | -3.694.264,60 | -3.749,3 | |||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen | |||||
| für Altersversorgung und für Unterstützung | |||||
| - darunter: für Altersversorgung 160.275,42 Euro | |||||
| (30.06.2019: 119,4 TEuro) | -601.097,07 | -489,6 | |||
| -4.295.361,67 | -4.238,9 | ||||
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | -4.165.802,73 | -3.444,2 | |||
| -8.461.164,40 | -7.683,1 | ||||
| 9. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf | ||||
| immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | -47.283,24 | -57,2 | |||
| 10. | Sonstige betriebliche Aufwendungen | -358.483,37 | -1.100,1 |
| Geschäftsjahr | Vorjahr | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Euro | Euro | Euro | TEuro | ||
| 11. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft |
-2.136.695,96 | -198,9 | ||
| 12. | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unter nehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere |
-341.526,32 | -290,7 | ||
| 13. | Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 1.628.497,68 | 1.687,8 | ||
| 14. | Außerordentliche Erträge | 0,00 | 91,1 | ||
| 15. | Außerordentliche Aufwendungen | 0,00 | 0,0 | ||
| 16. | Außerordentliches Ergebnis | 0,00 | 91,1 | ||
| 17. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -504.755,11 | -656,5 | ||
| 18. | Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 10 ausgewiesen |
-413,00 | 0,0 | ||
| -505.168,11 | -656,5 | ||||
| 19. | Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.123.329,57 | 1.122,4 | ||
| 20. | Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -17.815.615,67 | -19.431,4 | ||
| 21. | Bilanzverlust | -16.692.286,10 | -18.309,0 |

Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
Der Halbjahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Angaben, die mehrere Posten betreffen, sind zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit abweichend von § 284 Abs. 1 Satz 1 HGB weiterhin postenübergreifend dargestellt.
Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.
Vermögensgegenstände und Schulden sind nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB und ergänzend nach denjenigen der §§ 340 ff. HGB bewertet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden einschließlich der Treuhandkredite werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Höhe der Risikovorsorge für einzeln betrachtete Adressenausfallrisiken bemisst sich dabei nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Forderungen und dem wahrscheinlich einbringlichen Wert. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Deren Ermittlung wurde im Geschäftsjahr 2019 in Vorbereitung auf den RS BFA 7 umgestellt und erfolgt auf Basis einer Schätzung der erwarteten Verluste aus einer nicht vertragsgemäßen Erfüllung von Kapital- und Zinsverpflichtungen in der ursprünglich vereinbarten Höhe bzw. zu den ursprünglich vereinbarten Zahlungszeitpunkten über die Restlaufzeit (Expected-Loss); Erlöse aus der Verwertung von erhaltenen Kreditsicherheiten werden bei der Ermittlung berücksichtigt. Für den Halbjahresabschluss wurde der Ansatz aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 beibehalten.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen sind Wertpapiere mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 1.118 zugeordnet.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen ist ein Bestand in Höhe von TEUR 106.840 (Buchwert) zugeordnet. Diese Zuordnung erfolgte zum 30.04.2020 durch Umwidmung aus der Liquiditätsreserve. Hinsichtlich der damit verbundenen stillen Reserven/stillen Lasten verweisen wir auf Tz. 4.2.3.

Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.
Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen bewertet. Bei den erwarteten Nutzungsdauern werden die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde gelegt.
Die Sachanlagen und die immateriellen Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen linearen Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei wird sich an den von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle AV)) orientiert.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der von untergeordneter Bedeutung ist und im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 250 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Lizenzen) werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB gebildet.
Latente Steuern werden entsprechend § 274 HGB auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, die zu einer künftigen Steuerbe- bzw. -entlastung führen, sowie auf steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der – wie bereits im Abschluss zum 31. Dezember 2019 – in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen im Voraus erhaltene Zinsen und Provisionen für den Zahlungsverkehr) werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.
Pensionsrückstellungen, die auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck nach den Bestimmungen des § 253 Abs. 2 HGB ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 2,71 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine Fluktuation von 10 % zugrunde gelegt.
Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Die begebenen Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals sind mit ihrem Nominalbetrag bewertet. Der Zinsaufwand wird auf Basis der erwarteten Zahlungen an die Eigentümer der Instrumente abgegrenzt.
Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz unter Berücksichtigung voraussichtlich noch anfallender Risiko- und Verwaltungskosten genutzt. Die Bewertung ergab, dass aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuch) kein Verpflichtungsüberschuss und damit keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung bestehen.
Die Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.
Negative Zinsen aus Aktivgeschäften und positive Zinsen aus Passivgeschäften werden als Reduktion des Zinsertrags bzw. Zinsaufwands erfasst und im GuV-Formblatt gesondert ausgewiesen.
Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 RechKredV und nach § 340c Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 33 RechKredV wahr.
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit auftreten.
Bei allen Fremdwährungsgeschäften handelt es sich um jeweils in der Fremdwährung besonders gedeckte Geschäfte im Sinne des § 340h HGB.
Bei Bestehen besonderer Deckung werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung der besonders gedeckten Geschäfte sind gemäß der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung für Besonderheiten der handelsrechtlichen Fremdwährungsrechnung bei Instituten (IDW RS BFA 4) (Stand: 18.08.2011) saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthalten.
Unterjährig anfallende Erträge und Aufwendungen gehen mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB zum Bilanzstichtag mit den EZB-Referenzkursen in Euro umgerechnet.
Zum 30. Juni 2020 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kreditinstitute | 2.727 | 15.642 |
| Forderungen an Kunden | 9.430 | 7.692 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 1.118 | 2.373 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 49.059 | 52.030 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 45 | 900 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 50 | 51 |
| Rechnungsabgrenzungsposten (aktiv) | 53 | 22 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 29.309 | 31.769 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 47 | 260 |
4.1.1 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kunden | 394.648 | 267.215 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 5.982 | 4.780 |
Bei der Davon-Position handelt es sich um Forderungen gegen die Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands, sowie die Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands.
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 528.957 | 631.922 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 150 | 294 |
Bei der Davon-Position handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber der Varengold Verwaltungs AG i.L., Hamburg, der Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands, sowie der Varengold Capital Asset Management Limited, Hongkong.
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Forderungen an Kreditinstitute | 25.329 | 26.818 |
| täglich fällig | 5.624 | 23.308 |
| bis drei Monate | 4.705 | 39 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 15.000 | 3.471 |
| Forderungen an Kunden | 394.648 | 267.215 |
| täglich fällig | 15.156 | 3.766 |
| bis drei Monate | 77.503 | 39.900 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 253.115 | 170.452 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 48.872 | 53.097 |
| mehr als fünf Jahre | 0 | 0 |
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 22.985 | 21.201 |
| bis drei Monate | 1.158 | 1.189 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 461 | 1.688 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 21.366 | 18.324 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 106.554 | 28.259 |
| täglich fällig | 5.704 | 28.259 |
| bis drei Monate | 0 | 0 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 0 | 0 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 100.850 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 528.957 | 631.922 |
| täglich fällig | 249.753 | 355.288 |
| bis drei Monate | 43.421 | 43.462 |
| mehr als drei Monate bis ein Jahr | 133.386 | 102.967 |
| mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 102.397 | 130.205 |
Die Bank hat im Jahr 2020 bei der Deutschen Bundesbank Kredite im Rahmen von Tendergeschäften aufgenommen, deren Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren liegt.

Die nachfolgende Tabelle gliedert die in den Bilanzposten enthaltenen Wertpapiere auf:
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 22.146 | 21.201 |
| nicht börsenfähig | 0 | 0 |
| börsenfähig | 22.146 | 21.201 |
| - davon: börsennotiert | 22.146 | 21.201 |
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 106.840 | 126.274 |
| nicht börsenfähig | 94.559 | 97.530 |
| börsenfähig | 12.281 | 28.744 |
| - davon: börsennotiert | 1.500 | 0 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 45 | 900 |
| nicht börsenfähig | 45 | 900 |
| Beteiligungen | 1.327 | 1.827 |
| nicht börsenfähig | 500 | 1.000 |
| börsenfähig | 827 | 827 |
| - davon börsennotiert | 0 | 0 |
4.1.4 Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten
Die Bank vergibt seit Mai 2020 Kredite an Kunden im Rahmen des KfW-Schnellkredite-Programms. Es handelt sich dabei um Treuhandkredite. Verbindlichkeiten gegenüber der KfW aus diesem Programm sind unter den Treuhandverbindlichkeiten in gleicher Höhe ausgewiesen. Die Forderungen zum 30. Juni 2020 belaufen sich auf TEUR 3.416.
4.2.1 Guthaben bei Zentralbanken und Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden
Während die Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von TEUR 261 auf TEUR 113 um TEUR 148 zurückgeführt wurden, konnten bei fast unveränderten Forderungen an Kreditinstituten (TEUR 25) die Forderungen an Kunden von TEUR 267 auf TEUR 395 um TEUR 128 erhöht werden. Diese Forderungen bestehen zu großen Teilen aus Kundendarlehen und Kommunalkrediten, wobei der Anstieg fast ausschließlich auf die Kommunalkredite entfällt.

Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren beläuft sich in Höhe von TEUR 22.147 (Vorjahr TEUR 18.829) auf Anleihen und Schuldverschreibungen von öffentlichen Emittenten und in Höhe von TEUR 1.118 (Vorjahr TEUR 2.373) auf Anleihen und Schuldverschreibungen von anderen Emittenten. Neben neun europäischen Staatsanleihen befindet sich eine Unternehmensschuldverschreibung im Gesamtbestand.
4.2.3 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
In dem Bilanzposten sind Anteile an Investmentfonds in Höhe von TEUR 105.340 enthalten.
Es handelt sich in Höhe von TEUR 90.824 um Investmentvermögen, an dem die Bank Anteile von mehr als 10 % hält und das sich wie folgt gliedert:
| in TEUR | Anlageziel | Buchwert | Marktwert | Stille Reserve/ Last |
Ausschüttung in 2019 |
|---|---|---|---|---|---|
| Dalma Corporate Bond Fund | Immobilien | 16.582 | 16.953 | 371 | 0 |
| Varengold Fixed Income Fund SP | Handelsfinanzierungen | 28.742 | 29.364 | 622 | 0 |
| Varengold Spezial I | Renten | 45.500 | 44.788 | -712 | 501 |
Die Rückgabe von Anteilen ist beim "Dalma Corporate Bond"-Fonds mit einer Frist von drei Monaten und beim "Varengold Fixed Income Fonds" mit einer Frist von 90 Tagen zum Monatsende möglich. Die Bestandteile der Fonds haben teilweise abweichende Rückzahlungstermine, so dass u.U. mit zeitversetzten Auskehrungen der Ansprüche aus den Rückgaben zu rechnen ist. Beim "Varengold Spezial I"-Fonds bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der täglichen Rückgabemöglichkeit.
Die Anteile an den Fonds "Fasanara SA SICAV-RAIF – Varengold Real Estate Finance Fonds" und "Fasanara SA SICAV-RAIF – Varengold Receivables Finance Fonds" hat die Bank zum 30. Juni 2020 zurückgegeben. Der Anspruch auf Rückzahlung ist unter den "sonstigen Vermögensgegenständen" mit TEUR 18.140 erfasst.
Die Fonds wurden zum 30. April 2020 aus der Liquiditätsreserve umgewidmet und wie Anlagevermögen behandelt.
4.2.4 Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz:
| Gesellschaft | Beteiligungsquote | Eigenkapital | Ergebnis | ||
|---|---|---|---|---|---|
| direkt % |
indirekt % |
31.12.2019 TEUR |
2019 TEUR |
||
| Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg | 33,00 | 1441) | -7011) | ||
| Lava Trading Ltd., Valetta, Malta | 49,79 | -62) | -62) | ||
| Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands | 100,00 | -3373) | 273) | ||
| Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg | 100,00 | 4004) | -14) | ||
| Klear Lending AD, Sofia | 20,00 | 5765) | -1735) | ||
| Varengold Capital Asset Management, Limited, Hongkong | 100,00 | 9883) | 3663) | ||
| Varengold Capital International Company Limited, British Virgin Islands | 100,00 | -6613) | -23) | ||
| Varengold Investment Funds SPC, Cayman Islands | 100,00 | -6503) | 03) | ||
| Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands | 100,00 | -373) | 3543) | ||
| Varengold Capital Management Limited, British Virgin Island | 100,00 | -7573) | -4293) | ||
| Naga Brokers GmbH, Hamburg | 33,00 | 526) | 06) |
Nach § 285 Nr. 11 HGB in Verbindung mit § 271 HGB unterbleibt die Angabe von Beteiligungen unter 20 %.
1)Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018
2)Jahresabschluss zum 31. März 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr); im Jahr 2016 wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt
3)Angaben in EUR wurden zum Kursstichtag 31.12.2019 umgerechnet; Kurs HKD: 8,7473
4)vorläufiger Jahresabschluss zum 30. November 2019 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
5)Jahresabschluss zum 31.12.2018; Angaben in EUR wurden zum Kursstichtag 31.12.2019 umgerechnet; Kurs BGN: 1,9558 6)Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018
Die Beteiligung an der "Varengold Capital Asset Management Limited" wurde veräußert; aufschiebende Bedingungen wurden im August erfüllt, so dass die Realisierung nach dem 30. Juni 2020 eintrat. Die NAGA Brokers GmbH soll im Laufe des zweiten Halbjahres 2020 auf die Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg, verschmolzen werden.
| Anschaffungskosten | Abschreibungen | Restbuchwerte | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.20 | Zugänge 2020 |
Abgänge 2020 |
30.06.20 | kumuliert 01.01.20 |
Jahres-Afa 2020 |
Abgänge 2020 |
kumuliert 30.06.20 |
30.06.20 | 31.12.19 | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Immaterielle Anlagewerte |
||||||||||
| Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte |
388 | 0 | 0 | 388 | 388 | 0 | 0 | 388 | 0 | 0 |
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten |
||||||||||
| und Werten | 2.327 | 0 | 0 | 2.327 | 2.150 | 26 | 0 | 2.176 | 151 | 177 |
| Sachanlagen | 821 | 4 | 0 | 825 | 685 | 22 | 0 | 707 | 118 | 136 |
| Summe | 3.536 | 4 | 0 | 3.540 | 3.223 Veränderung*) |
48 | 0 | 3.271 | 269 | 312 |
| Schuldver schreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere |
-1.255 | 1.118 | 2.373 | |||||||
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere |
61.340 | 106.840 | 45.500 | |||||||
| Beteiligungen | -500 | 1.327 | 1.827 | |||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
-855 | 45 | 900 |
*) Von der nach § 34 Absatz 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht.
Die immateriellen Anlagewerte bestehen vor allem aus entgeltlich erworbener Software sowie Lizenzen. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Forderungen aus der Rückgabe von Fondsanteilen (TEUR 18.140) ausgewiesen. Im Übrigen liegen Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.079 (Vorjahr TEUR 1.116) und Forderungen aus gezahlten Kautionen in Höhe von TEUR 166 (Vorjahr TEUR 171) vor.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen im Voraus bezahlte Versicherungsbeiträge (TEUR 132). Daneben werden Mieten, Lizenzen und IT-Kosten abgegrenzt.
Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 106.554, Vorjahr TEUR 28.259) sind neben täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Offenmarktkredite der Deutschen Bundesbank mit TEUR 100.850 enthalten.
In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 249.753 (Vorjahr TEUR 355.288) sowie Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 279.204 (Vorjahr TEUR 276.634) enthalten. Die Verbindlichkeiten setzen sich aus Termingeldern (TEUR 270.551), Kontokorrentkonten (TEUR 120.196), Tagesgeldern (TEUR 65.359), Sicherheitsleistungen (TEUR 15.688) sowie sonstigen Konten (TEUR 57.161) zusammen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung inkl. Lohnsteuer (TEUR 899), aus Einbehalten (TEUR 475), aus Steuersachverhalten (TEUR 201) und aus Lieferung und Leistung sowie anderen Gründen in Höhe von TEUR 423.
Pensionsrückstellungen wurden für die Hinterbliebenenversorgung gebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 99) und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 107) beträgt TEUR 8 und unterliegt einer Ausschüttungssperre (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB). Der Rechnungszins beträgt 2,71 % (durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren). Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung beträgt TEUR 3 (Vorjahr TEUR 3). Der Ansatz ist unverändert aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 übernommen.
In den Steuerrückstellungen sind gebildete Körperschaftsteuerrückstellungen (Steuersatz 15 % zuzüglich 0,825 % Solidaritätszuschlag) in Höhe von TEUR 262 (Vorjahr TEUR 224) sowie Gewerbesteuerrückstellungen (Steuersatz 16,45 %) in Höhe von TEUR 364 (Vorjahr TEUR 233) enthalten.
Des Weiteren bestehen Steuerrückstellungen für anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr TEUR 19). Hierfür wurde ein Ertragssteuersatz von 20 % zugrunde gelegt.
Dieser Posten gliedert sich wie folgt:
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Rückstellungen für Prozess- und Rechtsstreitigkeiten | 661 | 375 |
| Variable Vergütung | 585 | 2.075 |
| Rechts- und Beratungskosten | 477 | 363 |
| Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten | 443 | 606 |
| Entschädigungseinrichtung deutscher Banken | 228 | 76 |
| Urlaubsrückstellungen | 182 | 91 |
| Laufende IT-Kosten | 115 | 0 |
| Archivierungskosten | 73 | 79 |
| Sonstige | 276 | 43 |
| Summe | 3.040 | 3.744 |
Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen ("AT1-Anleihen") in Höhe von EUR 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann, als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungsund der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen auslösenden Sachverhalt würde das Absinken der Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank auf unter 5,125 % darstellen. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.
Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen beträgt zum 30. Juni 2020 EUR 0,00.
Am 30. Juni 2020 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:
| Währung | Betrag in EUR | Art | Emissionsdatum | Zinssatz | Fälligkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 5.000.000 | variabel verzinslich, kumulative Nachranganleihen | 19. August 2014 | variabel | ohne Fälligkeit |

Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 10.043) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 10.043.015 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien. Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 44.705 stammt unter anderem zuletzt aus der Kapitalerhöhung im Juli 2017 durch Ausgabe von 1.217.730 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 2,99 je Aktie (Aufgeld TEUR 3.641), aus der Kapitalerhöhung im Februar 2018 durch Ausgabe von 2.070.141 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 1,80 (Aufgeld TEUR 3.726) sowie aus der Kapitalerhöhung im Januar 2019 mit einem Agio von EUR 1,50 (Aufgeld TEUR 4.658).
Des Weiteren hat die Varengold Bank AG im ersten Quartal 2020 eine Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts durch teilweise Ausnutzung der Genehmigten Kapitalien 2018 und 2019 durchgeführt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde von EUR 9.315.634,00 gegen Bareinlagen um EUR 727.381,00 auf EUR 10.043.015,00 durch Ausgabe von 727.381 neuen Stückaktien erhöht. Sämtliche Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von EUR 3,85 je Aktie platziert. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 17. Februar 2020. Der Kapitalrücklage konnten aus dem Agio weitere EUR 2.073 zugeführt werden.
Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht weiterhin ein "Bedingtes Kapital 2012 II". Das Grundkapital ist um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Aktienoptionen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 ("AOP 2012") in der Zeit bis zum 8. August 2017 (einschließlich) von der Gesellschaft ausgegeben wurden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen von dem Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung des Bezugsrechts entstehen, am Gewinn teil. Das AOP 2012 dient als zielgerichteter Leistungsanreiz (sogenannte Incentivierung) der Programmteilnehmer und soll gleichzeitig eine Bindungswirkung der Teilnehmer an die Gesellschaft erreichen.
Im Rahmen des AOP 2012 durften insgesamt bis zu 95.000 Stück Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie weitere insgesamt bis zu 45.000 Stück Aktienoptionen an ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Gesellschaft ("Programmteilnehmer") ausgegeben werden. Jede Aktienoption gewährt das Recht auf den Bezug von je einer Varengold Bank AG Aktie gegen Zahlung des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis für eine Varengold Aktie, also der bei Erwerb einer Aktie infolge der Ausübung eines Aktienoptionsrechts zu zahlende Preis, entspricht dem arithmetischen Mittel der Schlusskurse der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den vorangegangenen 30 Börsenhandelstagen vor Ausgabe der jeweiligen Aktienoption ("Basispreis"). Die Ausgabe der Optionen erfolgt in mindestens drei Jahrestranchen, wobei keine Tranche mehr als 50 % des Gesamtvolumens umfassen darf. Der Erwerbszeitraum beträgt 40 Werktage nach Zugang des Erwerbsangebots. Die Bezugsrechte aus den Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf einer Wartezeit von mindestens vier Jahren nach deren Ausgabe ausgeübt werden. Die Ausübung der Bezugsrechte ist innerhalb von sieben Jahren nach der Ausgabe der Aktienoption außerhalb der Ausübungssperrfristen möglich und setzt voraus, dass der Kurs der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den letzten 30 Börsenhandelstagen vor dem Tag der Ausübung des Bezugsrechts den Basispreis um mindestens 30 % übersteigt.
Aufgrund der vorstehenden Ermächtigung hat der Vorstand bis zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt 85.500 Aktienoptionen an Führungskräfte der Gesellschaft ausgegeben. Insgesamt wurden 45.000 Aktienoptionen an berechtigte Mitarbeiter zugeteilt. Weitere 40.500 Aktienoptionen wurden an Vorstandsmitglieder ausgegeben, wovon 31.000 Aktienoptionen aufgrund des zwischenzeitlichen Ausscheidens der betreffenden Vorstände nicht mehr ausgeübt werden können. Im Jahr 2020 hat bis zum Ende des Berichtszeitraums keine Ausgabe von Aktienoptionen stattgefunden.
Zum 30. Juni 2020 bestehen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen im Wesentlichen in Form von Avalkrediten in Höhe von TEUR 6.752 (Vorjahr TEUR 8.502). Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingestuft. Die Bürgschaften sind vollständig besichert durch Bargeld, liquide Wertpapiere oder eine Kombination von beiden.
Das Risiko von Verlusten aus der Inanspruchnahme von Eventualverbindlichkeiten beruht im Wesentlichen auf dem Kreditrisiko der Auftraggeber. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen einer Kreditprüfung des Auftraggebers und gegebenenfalls anhand einer Bewertung der erwarteten Erfüllung der zugrunde liegenden Verpflichtungen durch den jeweiligen Auftraggeber ab.

Zum 30. Juni 2020 bestehen andere Verpflichtungen in Form von unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von TEUR 8.993 (Vorjahr TEUR 12.488) gegenüber Kunden, die diese in Teilbeträgen je nach Bedarf ziehen können. Für diese Inanspruchnahmen gelten kreditvertragliche Auszahlungsvoraussetzungen, deren Einhaltung vor der jeweiligen Auszahlung geprüft wird. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme der unwiderruflichen Kreditzusagen ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen der Kreditprüfung ein.
Zum Stichtag dienten Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 4.705 als Sicherheiten für Geschäfte an Terminbörsen resultierend aus Währungsabsicherungsgeschäften.
Daneben bestehen Sicherheiten in Höhe von TEUR 167.515 zugunsten der Deutschen Bundesbank, die nunmehr auch zur Sicherung der Offenmarktkredite dienen.
Sofern nicht anders angegeben, meint im folgenden Abschnitt "Vorjahr" den Zeitabschnitt 01.01. bis 30.06.2019.
Sämtliche Erträge fallen im Inland an.
Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus gewährten Darlehen und festverzinslichen Wertpapieren. Gezahlte Negativzinsen (hauptsächlich angefallen bei der Deutschen Bundesbank und für hinterlegte Sicherheiten) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.
In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten. Erhaltene Negativzinsen für hinterlegte Kundensicherheiten und Kundeneinlagen sind ebenso offen von den Zinsaufwendungen abgesetzt.
In den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind ausschließlich Ausschüttungen von Fondsinvestments enthalten.
In den Provisionserträgen sind im Wesentlichen Einnahmen aus dem Bereich Transaction Banking für Provisionen im Zahlungsverkehr, Kredit-, Garantie-, und Akkreditivgeschäft in Höhe von TEUR 8.860 (Vorjahr TEUR 6.593) enthalten.
Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich vor allem um Gebühren für die Vermittlung von Geschäften im Bereich Transaction Banking.
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Provisionserträge | 8.860 | 6.593 |
| Provisionsaufwendungen | 655 | 448 |
| Provisionsüberschuss | 8.205 | 6.145 |

Die Erträge resultieren aus Wertpapiergeschäften, denen Kundenaufträge zugrunde liegen. Die Geschäfte werden taggleich abgeschlossen, so dass sich kein entsprechender Handelsbestand ergibt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge im ersten Halbjahr sind von TEUR 590 im Jahr 2019 auf TEUR 512 im Jahr 2020 gesunken. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind insbesondere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 152) und Währungsdifferenzen (TEUR 136) enthalten.
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 3.694 | 3.749 |
| Soziale Abgaben | 441 | 371 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 160 | 119 |
| Summe | 4.295 | 4.239 |
| 30.06.2020 TEUR |
31.12.2019 TEUR |
|
|---|---|---|
| IT-Aufwendungen | 1.444 | 1.260 |
| Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten | 1.322 | 982 |
| Beiträge und Versicherung | 359 | 336 |
| Raumkosten | 214 | 295 |
| Aufwendungen für Kommunikation | 214 | 161 |
| Werbung, Bewirtung, Reisekosten | 131 | 91 |
| Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung | 50 | 45 |
| Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) | 12 | 12 |
| übrige andere Verwaltungsaufwendungen | 420 | 262 |
| Summe | 4.166 | 3.444 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im ersten Halbjahr von TEUR 1.100 im Vorjahr auf TEUR 358 im Jahr 2020 gesunken. Hier sind im Wesentlichen Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung (TEUR 192, Vorjahr TEUR 988) enthalten.
Die Bemessungsgrundlage für die Ertragsteuern ist durch Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz geprägt.
6.1 Organe
6.1.1 Aufsichtsrat
Selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Herr Vasil Stefanov Stellvertretender Vorsitzender Vorstand, Euro-Finance AD; Head of M&A, Euroins Insurance Group AD
Herr Francesco Filia Vorstandsvorsitzender Fasanara Capital Ltd.
6.1.2 Vorstand
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann Marktfolge
Herr Frank Otten Markt
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Frank Otten sind jeweils gemeinsam vertretungsberechtigt mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.
6.1.3 Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien
Herr Dr. Lemnitzer nimmt keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG wahr.
Herr Stefanov ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Insurance Company Euroins Georgia JSC (Tbilisi), Vorstand der Euro-Finance AD (Sofia), Non-executive Director der Hanson Asset Management Limited (London), Aufsichtsratsmitglied der First Investment Bank AD (Moskau) sowie Miteigentümer der Vinart Stefanovi Ltd. (Plowdiw) und der Arkont-Invest Ltd. (Plowdiw).
Herr Filia ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsrat der Varengold Bank AG zudem Vorstandsvorsitzender der Fasanara Capital Ltd. (London).
Herr Dr. Fuhrmann nimmt zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG die Tätigkeit als Liquidator bei der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg, wahr. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der JUCLA Invest GmbH, Hamburg.
Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Arensburg Consult GmbH, Molfsee, tätig, Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, Großwallstadt, Geschäftsleiter der KERNenergie Hamburg Store GmbH, Hamburg, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg.

Herr Lukas Diehl, Prokurist der Varengold Bank AG, ist ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg.
6.1.4 Organbezüge und -kredite
Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. a HGB sowie der Hinterbliebenenbezüge gemäß § 285 Nr. 9 Buchst. b HGB wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Zeitraum 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 174 (TEUR 177). Darin enthalten sind Tätigkeitsvergütungen (inklusive gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer) in Höhe von TEUR 170 (Vorjahr TEUR 173) und in beiden Zeiträumen TEUR 4 angefallene Reisekosten.
Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands.
Die durchschnittliche Anzahl der bis zum 30. Juni 2020 beschäftigten Mitarbeiter beträgt insgesamt 81 (bis zum 31.12.2019: 66), darunter befinden sich 33 Mitarbeiterinnen (bis zum 31.12.2019: 27). Mit Ausnahme von 15 Mitarbeitern sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 434 mit Restlaufzeiten bis zu rd. 20 Monaten.
Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte dienen Sicherungszwecken im Rahmen der besonderen Deckung und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.
| Nominal | Marktwert positiv | Marktwert negativ | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Fremdwährung | 30.125 | 0 | 37 |
Es wurden im Berichtsjahr keine Mitteilungen gemäß § 20 Abs. 1 AktG an die Varengold Bank AG übermittelt und mithin keine Bekanntmachungen gemäß § 20 Abs. 6 AktG im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vom 20. März 2007 bis 28. Februar 2017 war die Aktie der Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Nach Schließung des Entry Standards ist die Varengold Aktie seit dem 1. März 2017 im Basic Board am Open Market notiert. Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.

Die globale Ausbreitung des neuen Coronavirus ("Covid19-Pandemie") im Jahr 2020 und die Bekämpfung deren gesundheitlichen Folgewirkungen haben weltweit zu einer signifikanten Reduzierung der wirtschaftlichen Aktivität geführt. Die bisherigen Entwicklungen weisen darauf hin, dass erhebliche negative Beeinträchtigungen für die globale wirtschaftliche Entwicklung auch über den 30. Juni 2020 hinaus möglich sind. Gegenwärtig besteht große Ungewissheit über die Dauer und Intensität der Corona-Krise einerseits und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise bzw. deren Abmilderung durch bereits umgesetzte oder adressierte Hilfsprogramme andererseits. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise können das Erreichen der finanziellen Ziele der Varengold Bank AG negativ beeinflussen, wobei aufgrund der bestehenden Ungewissheiten noch keine konkreten Prognosen zu Auswirkungen möglich sind. Grundsätzlich können sich für die Varengold Bank AG negative Effekte auf die Höhe der Erträge auswirken sowie höhere Zuführungen zur Kreditrisikovorsorge erforderlich machen.
Hamburg, 18. September 2020
Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

Die Varengold Bank ist ein börsennotiertes deutsches Kreditinstitut mit Vollbanklizenz mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in London und Sofia. Die Varengold-Aktie (ISIN: DE0005479307) notiert seit 2007 im Freiverkehr/Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Kerngeschäftsfelder der Varengold Bank sind Marketplace Banking sowie Transaction Banking (Commercial Banking).
Das aktuelle Portfolio der Varengold Bank im Marketplace Banking umfasst Funding, Debt- und Equity Capital Markets Produkte, Fronting Services für banklizenzpflichtige Produkte und internationale Zahlungsverkehrsleistungen. Kunden sind digitale Kreditmarktplätze (kurz: FinTechs) weltweit mit Schwerpunkt in Europa. Sie sind in den Asset-Klassen Receivables Finance, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance tätig.
Neben dem Marketplace Banking umfasst das zweite Kerngeschäftsfeld der Varengold Bank das Transaction Banking mit den Bereichen Internationaler Zahlungsverkehr, Trade & Export Finance, Lombardkredite und Structured Finance. Die Kunden der Bank sind weltweit tätig.
Die Varengold Bank refinanziert sich weit überwiegend durch Tages- und Termingelder, die von in Deutschland ansässigen Kunden der Bank zur Verfügung gestellt werden.
Seit Anfang des Jahres 2020 zeigten sich zunehmend die massiven Konsequenzen des mittlerweile weltweit stark verbreiteten Coronavirus SARS-CoV-2, durch das die Lungenkrankheit COVID-19 ausgelöst werden kann. Im März kam es deshalb in Europa zu den ersten umfassenden Lockdown-Maßnahmen, die für viele Unternehmen und Selbständige aus den unterschiedlichsten Branchen eine ökonomische Katastrophe bedeuteten. Erst Anfang Mai wurden die Maßnahmen wieder graduell gelockert, die Warnung vor Reisen in viele Länder außerhalb der EU sowie die Maskenpflicht bei vielen Alltagssituationen bestand jedoch bis zur Jahresmitte unverändert fort.
Die wirtschaftliche Lage infolge dieser Corona-Pandemie verschärfte sich innerhalb kürzester Zeit, führte zum Konjunktureinbruch und machte bereits zahlreiche Gegenmaßnahmen erforderlich, die auch an den Kapitalmärkten und im alltäglichen Bankgeschäft Spuren hinterlassen haben. Zudem lösten Befürchtungen über eine drohende Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen infolge der Krise deutliche Verwerfungen an den Kreditmärkten und bei der Verfügbarkeit von Liquidität aus. Dem Corona-Crash am internationalen Börsenparkett im März 2020 folgte wiederum zur Jahresmitte hin eine erkennbare Erholungsrally. Die Widerstandsfähigkeit der Finanz- und Kapitalmärkte ist dabei nicht zuletzt auch dem Einsatz von Regierungen und Notenbanken mit einer weiter andauernden Nullzinspolitik geschuldet. Die EZB weitete ihre schon im Herbst wieder aufgenommenen Anleihekäufe aus und lockerte die Refinanzierungsbedingungen für den Bankensektor.

Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft abrupt gebremst und sich zusätzlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im ersten Quartal 2020 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,0 % sowie im zweiten Quartal um 10,1 %. Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sank ungewöhnlich stark um 1,4 %. Historische Rückgänge des BIP wurden nicht nur für Deutschland gemeldet, sondern auch für viele andere Länder, unter anderem für die USA mit umgerechnet -9,5 % im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Im europäischen Vergleich waren die wirtschaftlichen Einbrüche in einigen Ländern noch stärker als in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt und die Erwerbstätigenzahlen sanken insgesamt schneller und deutlicher als in der Finanzkrise 2008/09.
Parallel betrieben speziell deutsche Banken erneut anhaltenden operativen Aufwand mit Blick auf die verschiedenen regulatorischen Verschärfungen und gesetzlichen Anforderungen, deren Umsetzung nach wie vor sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen band. Auch der durch die Varengold Bank selbst bereits in den vergangenen Jahren stark befürwortete Nachhaltigkeitsgedanke wurde zunehmend in der Gesellschaft verbreitet und damit einhergehend als regulatorische Anforderung in der Wirtschaft verankert.
Neben diesem verstärkten Umweltbewusstsein hat sich zwangsläufig durch die Corona-Krise ein weiterer, bereits seit langem existierender Megatrend herausgebildet – die Digitalisierung raste in beschleunigtem Tempo durch alle Unternehmen und quer durch alle Lebenslagen. Dies umfasste u.a. Themen wie Arbeiten im Homeoffice, Homeschooling und Einkaufen sowie reduzierte Geschäftsreisen, Videokonferenzen und virtuelle Hauptversammlungen.
Durch die Erreichung der geplanten Ziele wurde das vorangegangene Jahr 2019 zum bisher erfolgreichsten Geschäftsjahr in der Geschichte der Varengold Bank. Auch im weiteren Verlauf dieses Jahres hat die Bank ihre strategische Ausrichtung als "Bank für die Marketplace Lending Industrie" konsequent fortgeführt und ihre Aktivitäten zielgerichtet ausgebaut.
Insbesondere die von EUR 6,6 Mio. auf EUR 8,9 Mio. gesteigerten Provisionserträge, die in erster Linie auf Kredit- und Zahlungsverkehrsleistungen im Kerngeschäftsfeld Commercial Banking zurückzuführen sind, erwiesen sich als Treiber eines gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um rund EUR 2 Mio. gesteigerten Ertrags. Angesichts der Unwägbarkeiten der anhaltenden Corona-Pandemie wurde die Ertragssteigerung für die Risikovorsorge verwendet. Dennoch bleibt der EBT mit EUR 1.631.482 auf dem Niveau des Vorjahres (30. Juni 2019: EUR 1.687.816).
Ein weiterer Schwerpunkt der Varengold Bank AG im 1. Halbjahr 2020 lag auf der Unterstützung deutscher Unternehmen bei der Bewältigung der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie. Im Mai wurde zu diesem Zweck die Varengold Bank von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Sonderprogramme 2020 (KfW-Corona-Hilfe) akkreditiert und stellt seit Juni, in Zusammenarbeit mit dem Berliner FinTech Kapilendo, in Not geratenen Mittelstandsunternehmen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zur KfW-Corona-Hilfe bereit.
Zur Ausweitung des Geschäftsvolumens und zur Stärkung des Eigenkapitals wurde bereits zu Beginn des Jahres eine Bezugsrechtskapitalerhöhung gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktio-

näre durchgeführt. Das Grundkapital wurde von EUR 9.315.634,00 auf EUR 10.043.015,00 durch Ausgabe von 727.381 neuen Aktien zu einem Preis von je 3,85 EUR platziert.
Einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung leisteten zudem der stetige Aufbau des Varengold-Teams aus qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die erneuten Fortschritte im Rahmen der digitalen Transformation der Bank. Neben der Einführung produktivitätssteigernder IT-Lösungen und der Nutzung von Management-Software zur internen und externen Kommunikation wurde u.a. für zusätzliche Mobilität bei der Hardware-Ausstattung gesorgt. Im Rahmen des Personalausbaus war zunächst Anfang 2020 der Aufbau eines zusätzlichen FinTech Hubs ins Berlin geplant, der als zusätzlicher Standort neben Hamburg, London und Sofia für besondere Kundennähe sorgen sollte. Dieses Vorhaben wurde allerdings kurze Zeit später unter kritischer Beobachtung der Ausbreitung der Corona-Pandemie vorerst gestoppt.
Nachdem die sich die Varengold Bank bereits in den vergangenen Jahren zunehmend mit kleinen Projekten im Bereich CSR (Corporate and Social Responsibility) engagiert hat, wird nun seit Ende 2019 an einem umfassenden Nachhaltigkeits-Projekt gearbeitet, welches sich nicht nur mit den Aspekten befasst, die das entsprechende BaFin-Rundschreiben beleuchtet, sondern auch aktiv Nachhaltigkeits-Themen in der Bank, wie z.B. Nutzen von Clean Energy, Müllvermeidung, Verwendung von ökologischen Lebensmitteln und Büromaterialien sowie CO2-Neutralität adressiert. Schließlich wurde der Bank im August des laufenden Jahres durch die umgesetzten Nachhaltigkeitsinitiativen in Sachen CO2-Abdruck Klimaneutralität beurkundet.
Im Mai beschloss der Aufsichtsrat der Varengold Bank außerdem vorzeitig die erneute Bestellung von Dr. Bernhard Fuhrmann als Mitglied des Vorstands bis zum 14. April 2026, um frühzeitig für Planungssicherheit an der Spitze der Gesellschaft zu sorgen. Gemeinsam mit dem Vorstandskollegen Frank Otten verfolgt er auch zukünftig mit langfristiger Kontinuität die Wachstumsziele der Bank.
Die Zinserträge der Gesellschaft stiegen von TEUR 4.388 im ersten Halbjahr 2019 auf TEUR 4.442 im ersten Halbjahr 2020. Der Anstieg von TEUR 54 ergibt sich aus einem leichten Rückgang der Zinserträge aus Geldund Kreditmarktgeschäften (TEUR -3) bei einem Anstieg der Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen (TEUR + 57). In den Zinserträgen sind Negativzinsen für Bundesbankguthaben in Höhe von TEUR 512 enthalten. Die Zinsaufwendungen stiegen im Wesentlichen bei einem leichten Anstieg der Festgeldeinlagen (+1 %) bedingt durch Umschichtungen in den Laufzeiten um 14 % von TEUR 884 auf TEUR 1.011, sodass ein Zinsüberschuss von TEUR 3.430 (Vorjahr TEUR 3.504) erzielt wurde. In den Zinsaufwendungen sind Zinserträge aus an Kunden weiterbelasteten Negativzinsen in Höhe von TEUR 482 enthalten.
Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind von TEUR 739 auf TEUR 711 leicht gesunken und sind geprägt durch die Ausschüttungen aus Investmentfonds.
Die Provisionserträge erhöhten sich deutlich von TEUR 6.593 auf TEUR 8.860. Daneben sind die Provisionsaufwendungen zum 30. Juni 2020 auf einen Wert von TEUR 655 gestiegen (Vorjahr TEUR 448).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von TEUR 590 im ersten Halbjahr 2019 auf TEUR 512 im ersten Halbjahr 2020. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind geprägt durch die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie durch die Erstattung verauslagter Rechtskosten und durch Hedge-Erträge.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft sind um TEUR 778 (von TEUR 7.683 im ersten Halbjahr 2019 auf TEUR 8.461 im ersten Halbjahr 2020) gestiegen. Die Ursachen hierfür liegen im Wesentlichen im Anstieg der Rechts- und Beratungskosten (TEUR 341), der Aufwendungen für IT (TEUR 184) und der übrigen anderen Verwaltungsaufwendungen (TEUR 157).
Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen gingen von TEUR 57 im Vorjahr auf TEUR 47 im ersten Halbjahr 2020 zurück.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken sehr deutlich von TEUR 1.100 im ersten Halbjahr 2019 auf TEUR 358 im ersten Halbjahr 2020. Hier sind im Wesentlichen Aufwendungen aus Termingeschäften zum Absichern der Fremdwährungspositionen enthalten.
Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft beträgt TEUR 2.137 (Vorjahr TEUR 199). Im Wesentlichen sind hier Abschreibungen auf bestimmte Wertpapiere enthalten.
Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere sind auf TEUR 342 gestiegen. Der Aufwand resultiert im Wesentlichen aus der vorgenommenen Abschreibung für Beteiligungen.
In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG TEUR 1.628 (Vorjahr TEUR 1.688).
Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der Sonstigen Steuern ergibt sich zum 30. Juni 2020 ein Jahresüberschuss von TEUR 1.123 (Vorjahr TEUR 1.122). Die vergleichsweise hohe Steuerposition resultiert aus wesentlichen Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz.
Die Kapitalrendite nach § 26a KWG, berechnet aus dem Quotienten aus Nettogewinn und Bilanzsumme, liegt bei 0,16 %.
Vom 31.12.2019 bis zum 30.06.2020 sank die Bilanzsumme um 2,8 % von EUR 707,4 Mio. auf EUR 687,8 Mio. Die Aktivseite ist neben den Forderungen an Kunden (EUR 394,6 Mio.) insbesondere durch Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (EUR 106,8 Mio.) und den Bestand der Barreserve (EUR 112,7 Mio.) geprägt. Insgesamt machen diese drei Positionen einen Anteil von 89,3 % an der Bilanzsumme aus. Die Kundeneinlagen machen mit EUR 529,0 Mio. bzw. 76,9 % weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite aus. Der relative Rückgang steht in Zusammenhang mit der Aufnahme von Offenmarktkrediten der Deutschen Bundesbank im Umfang von EUR 100,8 Mio..

Die Kernkapitalquote (TIER 1) zum 30. Juni 2020 betrug 15,83 %.
Die Varengold Bank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.
Mit EUR 112,7 Mio. bzw. 16,4 % der Bilanzsumme stellen die liquiden Mittel einen relativ großen Anteil der Aktivseite der Bilanz dar. Die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennziffer liegt dementsprechend mit 292,6 % wie schon im Vorjahr deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Die Liquiditätslage der Bank war zu keiner Zeit gefährdet.
Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank.
Das Leitbild der Varengold Bank AG ist es, sich zu der führenden Bank für die Marketplace Lending Industrie zu entwickeln. Die Erreichung des Leitbildes durch das Verfolgen der Unternehmensziele bedeutet im Marktumfeld der Varengold Bank regelmäßig das bewusste Eingehen von Risiken. Ein grundsätzlicher Aspekt der Geschäftsstrategie der Varengold Bank ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.
Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.
Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.
Zentrale Instrumente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind neben dieser Risikostrategie das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.
Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse wird vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft.

Das von der Bank verwendete Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem entspricht den Bestimmungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken der Bank in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche Reputationsrisiken, strategische Risiken, Modellrisiken sowie mit den Risikoarten verbundene Risikokonzentrationen umfassen.
Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:
Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Risikodeckungspotential unterlegt sind.
Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.
Am 24.05.2018 veröffentlichten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank den neugefassten Leitfaden "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") – Neuausrichtung". Er enthält Grundsätze, Prinzipien und Kriterien, die die Aufsicht bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte der Institute zugrunde legt, die als "less significant institutions (LSI)" der unmittelbaren deutschen Bankenaufsicht unterliegen. Das Risikotragfähigkeitskonzept als zentraler Bestandteil des ICAAP gemäß § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 KWG i. V. m. AT 4.1 Tz. 1 (und Tz. 2) MaRisk umfasst zwei Sichtweisen: eine normative Perspektive und eine ökonomische Perspektive. Beide dienen dem langfristigen Fortführen des Instituts aus eigener derzeitiger Substanz und Ertragskraft. Dabei verfolgt die normative Perspektive explizit das Ziel der Fortführung des Instituts und die ökonomische Perspektive das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht.
Für die normative Perspektive werden das Risikodeckungspotenzial (RDP) und die Risiken konzeptkonform sowohl für die aktuelle als auch für zukünftige Planungsperioden ermittelt. Die Kapitalplanung bezieht sich zum Zeitpunkt der Erstellung auf einen Zeitraum von mindestens drei Jahren und umfasst das aufsichtlich geforderte Plan- und ein adverses Szenario. Zusätzlich macht die Bank von der in Tz. 35 des neuen RTF-

Leitfadens enthaltenen Möglichkeit Gebrauch, den im Einklang mit AT 4.3.3 Tz. 3 MaRisk entwickelten risikoartenübergreifenden Stresstest "schwerer konjunktureller Abschwung" als ein weiteres adverses Szenario zu verwenden. In den Kapitalplanungsszenarien werden Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigt, die einen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Kapital haben.
Das Risikodeckungspotential in der normativen Perspektive besteht aus den regulatorischen Eigenmitteln sowie den anrechenbaren Vorsorgereserven nach §340 f HGB. Die in der normativen Perspektive angewendeten Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der CRR, mit denen risikogewichtete Positionsbeträge berechnet werden. Im Planszenario sind die kompletten Eigenkapitalanforderungen einzuhalten, in den adversen kann eine Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach §10i KWG angenommen werden.
Zum 30.06.2020 waren alle Kapitalanforderungen im Planszenario sowohl zum Stichtag wie auch für den 3-Jahres-Planungshorizont eingehalten. Im adversen Szenario kommt es zu einer Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach §10i KWG ab dem 4. Quartal 2022, im Stressszenario ab dem 4. Quartal 2021. Die harte Mindestanforderung von 11 % ist in allen Szenarien über den gesamten Planungszeitraum eingehalten.
In der ökonomischen Perspektive verwendet die Bank eine barwertnahe Modellierung der Risikotragfähigkeit. Das Risikodeckungspotential in Höhe von EUR 46,5 Mio. setzt sich dabei aus den regulatorischen Eigenmitteln, den Vorsorgereserven nach § 340f HGB sowie stillen Lasten und Reserven zusammen.
Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100 % beschränkt. Auslastungen über 90 % des Gesamtlimits sowie Auslastungen über 100 % innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine Reaktion des Vorstands.
Die Auslastung des Risikodeckungspotentials zum 30. Juni 2020 betrug 57 %, davon entfallen 44 % auf das Adressenausfallrisiko, 32 % auf das Marktpreisrisiko, 13 % auf das operationelle Risiko, 2 % auf strategische und Reputationsrisiken sowie 9 % auf Modellrisiken.
Für die Überwachung der wesentlichen Adressenausfall- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.
Das Adressenausfallrisiko setzt sich für die Quantifizierung im Rahmen der Risikotragfähigkeit aus dem Adressenausfallrisiko im engeren Sinne (AAR i.e.S.) sowie dem Migrationsrisiko zusammen. Die beiden Risikosummen werden addiert.
Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos i.e.S. erfolgt mit den Risikokennzahlen "expected loss" (EL) und "unexpected loss" (UL). Der EL wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung der LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der UL wird mithilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Bei-

träge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzte Verlustquote (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelationen der Kontrahenten mit dem systematischen Risikofaktor sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt. In die Risikotragfähigkeit fließt nur der Unexpected Loss des Portfolios ein. Der Expected Loss ist bereits über die Pauschalwertberichtigung (PWB) inkludiert.
Zusätzlich wird das Migrationsrisiko des Portfolios für einen Zeithorizont von einem Jahr ermittelt. Dabei finden externe Migrationsmatrizen Anwendung. Mit den so ermittelten erhöhten Ausfallraten erfolgt eine erneute Berechnung des Adressenausfallrisikos mit Hilfe des Gordy-Modells; die Differenz des so ermittelten EL zum EL AAR i. e. S. ergibt die Risikosumme für das Migrationsrisiko.
Das Marktpreisrisiko wird durch Addition der Risikosummen für Kursrisiko, Credit Spread Risiko sowie Zinsänderungsrisiko ermittelt. Es werden hierbei keine Korrelationen berücksichtigt.
Das Kursrisiko (allgemeines Kursrisiko) wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99.9 %, einem Betrachtungshorizont von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der laufzeit- und währungsadäquaten Swap- bzw. EURIBOR-Sätze gemessen.
Das Kursrisiko wird für das Gesamtportfolio wie auch getrennt nach Anlagebuch, Handelsbuch sowie die Fremdwährungsfuture berechnet und limitiert. Darin berücksichtigt werden neben den Wertpapieranlagen, die ein Kursrisiko aufweisen, die offenen Fremdwährungspositionen sowie die Fremdwährungsfuture, die zu Absicherungszwecken gehalten werden.
Die Messung des Zinsänderungsrisikos erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling. Hierbei wird die Barwertänderung des Zinsbuches bei ad-hoc Zinsveränderungen von +200 Basispunkten und -200 Basispunkten sowie sechs weiteren Szenarien gemäß RS 06/2019 (BA) – "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" ermittelt. Die größere negative Veränderung dieser acht Zinsänderungsszenarien fließt als Risikowert in die Risikotragfähigkeitsberechnung ein.
Als Credit Spread Risiko definiert die Bank die negativen Marktwertänderungen der Anleihen des Eigenbestandes infolge einer Bonitätsverschlechterung von Emittenten, die sich noch nicht in einem Ratingdowngrade widergespiegelt hat (besonderes Kursrisiko). Das Credit Spread Risiko wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einem Betrachtungshorizont von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der Asset-Swap-Spreads der Anleihen berechnet.
Die Überwachung und Regulierung der Risiken orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet.

Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos wird von der Abteilung Treasury täglich eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Die Steuerung erfolgt anhand der Größen "Distance to Illiquidity" (mindestens drei Monate) und einer täglichen "Mindestliquidität" (EUR 20 Mio.). Die Überwachung wird durch das Risikocontrolling vorgenommen. Zusätzlich ist im Liquiditätssteuerungskonzept ein Notfallplan, welchem ein Frühwarnsystem vorgeschaltet ist, definiert.
Die Quantifizierung operationeller Risiken erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern sowie dem Vorstand anhand einer Szenarioanalyse für alle identifizierten operationellen Risiken. Die Szenarien stellen dabei mögliche "bad case"-Szenarien der Risikoart dar und werden hinsichtlich möglicher Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet.
Im Zusammenhang mit Aktientransaktionen um den jeweiligen Dividendenstichtag der Jahre 2010-2013 laufen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gegen ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der Bank wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung. Daraus könnte sich theoretisch für die Gesellschaft ein signifikanter Aufwand ergeben. Die Varengold Bank und die eingeschalteten externen Sachverständigen messen dem Eintritt dieses Risikos keine Wahrscheinlichkeit zu, die zu der Bildung einer Rückstellung geführt hätte. Darüber hinaus ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem separaten Verfahren gegen die Tochtergesellschaft Varengold Verwaltungs AG i.L. (ehemals Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen). Auf Basis der Stellungnahme eines Rechtsanwaltes schätzt der Vorstand das Risiko einer Inanspruchnahme der Tochtergesellschaft als denkbar, das Risiko einer Haftung der Varengold Bank für die Tochtergesellschaft als sehr gering ein. Des Weiteren sind beide Gesellschaften Beklagte in einem Zivilverfahren, welches sich auf Transaktionen in 2010 bezieht. Der Vorstand und die eingeschalteten externen Sachverständigen schätzen das Risiko aus diesem Verfahren als gering ein.
Das strategische sowie das Reputationsrisiko wird über die Betrachtung von Ertragsrückgängen im Zuge der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Es wird in der ökonomischen Perspektive eine Risikosumme in Höhe von 25 % der erwarteten Gewinne angesetzt (Minimum TEUR 400).
Für das Modellrisiko wird in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung eine Risikosumme in Höhe von 10 % der ermittelten Risikosummen für Adressenausfallrisiko, Marktpreisrisiko und operationellem Risiko angesetzt, mindestens TEUR 400.
Zur Eingrenzung von Konzentrationsrisiken wurden vom Vorstand weitere Limits festgelegt, die fortlaufend überwacht werden.
Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten und Ertragslage der Bank sind aktuell nicht final einschätzbar.
Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein.

Das Jahr 2020 war von vornherein als ein Jahr der Investitionen angekündigt, in dem insbesondere in die Digitalisierung investiert werden sollte. Dies nicht zuletzt auch, um im direkten Marktwettbewerb mithalten zu können. Die bisherige Erfahrung erfolgter Digitalisierungsmaßnahmen zeigt, dass eine Automatisierung und Vereinfachung von Prozessen ein tiefes Verständnis der Prozesse und ihrer jeweiligen Reifegrade voraussetzt. Häufig wird vor der Automatisierung eines bestehenden Prozesses dieser modifiziert bzw. optimiert. Die entsprechenden Investitionsmaßnahmen werden durch aktives Kostenmanagement gestützt.
Die um die Erkenntnisse aus der im Jahr 2020 vorherrschenden Corona-Pandemie ergänzte New Work-Initiative wird auch über das 1. Halbjahr hinaus für Veränderungen sorgen. Mitarbeiterzufriedenheit und die Leistungsfähigkeit der Bank werden grundsätzlich positiv durch eine optimale Arbeitsumgebung beeinflusst. So muss z.B. das Arbeiten in Dealteams, das konzentrierte Arbeiten allein und im Homeoffice oder der soziale Austausch und ausreichender Kommunikationsfluss durch passende Raumstrukturen und IT-Komponenten unterstützt werden.
Auch der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die stets wachsenden Anforderungen wird hohe Priorität eingeräumt. Mithilfe des internationalen Varengold-Teams wird die Bank die Modernisierung der Finanzbranche auch weiterhin mitgestalten und dabei die Unternehmenskultur entlang der drei Unternehmenswerte ("Customer Centric", "No Silos", "Go the extra Mile") weiterentwickeln.
Die Varengold Bank hat in ihren beiden fokussierten Kerngeschäftsfeldern eine Marktrelevanz erreicht und konnte mit ihren Produkten und Dienstleistungen in den jeweiligen Märkten eine Marke etablieren sowie das eigene Profil schärfen. Sowohl im Marketplace Banking als auch im Transaction Banking werden auch weiterhin laufend die Möglichkeiten für Mehrwert schaffende Partnerschaften geprüft und die Bank konzentriert sich dabei verstärkt auf die Kernkompetenz eines regulierten Instituts, was für die vorhandene und potenzielle Kundenbasis von grundlegender Bedeutung ist. Die Kreditversorgung ist dabei zentrales Ankerprodukt zur Kundengewinnung.
Im Marketplace Banking wird die Bank ihre Kunden noch intensiver durch Fronting Services unterstützen. Da die Kunden-Community sehr vernetzt ist, ist die Varengold Bank der Überzeugung, dass sie sich nur dann als DIE Bank für die Marketplace Lending Industrie manifestieren kann, wenn die Kunden mit den vorhandenen Produkten und Dienstleistungen zufrieden sind und diese auch weiterempfehlen. Strategisches Ziel ist es, sich durch eine schnelle und effiziente Umsetzung von Funding- und/oder Fronting-Projekten mit Kunden von Wettbewerbern zu differenzieren.
Seit Mitte des laufenden Jahres bietet die Varengold Bank zudem gemeinsam mit dem Berliner FinTech Kapilendo kleinen und mittelständischen Unternehmen in einem digitalen Antragsprozess Zugang zu KfW-Schnellkrediten, welche zu 100 % durch eine Garantie des Bundes abgesichert werden. Den Kunden wird damit ein möglichst unbürokratischer Weg vom Antrag bis zur Auszahlung geebnet, welcher bereits großen Anklang gefunden hat.
Parallel dazu wird die Bank nach wie vor gezielt außenhandelsorientierte Kunden in Nischenmärkten mit Basisprodukten des Transaction Bankings sowie Trade Finance-Produkten versorgen, um sich dort als starke Transaktionsbank zu positionieren und die Internationalisierung dieser Services voranzutreiben. Speziell auch durch den weiteren Ausbau der Niederlassung in Sofia soll der südost-europäische Raum stärker in den Fokus rücken.
Als zentralen Erfolgsfaktor hat die Varengold Bank ihre Fähigkeit identifiziert, mit schnellen Geschäftsentscheidungen und innovativen Lösungen Nutzen für Kunden zu stiften. Dabei wird gleichzeitig auf eine hohe Qualität der Kreditanalyse und die Einhaltung grundsolider, traditioneller Kreditregeln geachtet. Grundsätzlich konzentriert sich die Bank auf Opportunitäten, in denen sie besonders wettbewerbsfähig ist und ihre Position langfristig stärken kann. Die Bank wird sich ergebende Chancen am Markt nutzen, um die langfristige Profitabilität und Rentabilität zu verbessern. Vorhandene Opportunitäten werden mit wirtschaftlicher Disziplin genau analysiert.
Dennoch können zahlreiche Risikofaktoren bei ungünstigem Verlauf das Ergebnis 2020 in einem nicht abschließend quantifizierbaren Ausmaß beeinträchtigen. Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität dürften auch im zweiten Halbjahr 2020 einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Finanzmärkte ausüben. Wieder steigende Infektionszahlen in vielen Ländern sowie die noch unklare Perspektive, wann ein wirkungsvolles Medikament bzw. ein Impfstoff zur Verfügung stehen, verdeutlichen die Gefahr einer zweiten Infektionswelle und im schlimmsten Fall erneuter Lockdown-Maßnahmen im weiteren Jahresverlauf.
Der Vorstand ist nach wie vor überzeugt, dass die Varengold Bank mit ihrem Geschäftsmodell über ein wertbeständiges Fundament verfügt, um den Anforderungen und den Bedürfnissen der Akteure am Finanzmarkt gerecht zu werden und das Geschäftswachstum langfristig zu intensivieren. Die bisherigen finanziellen Erfolge wären unmöglich gewesen ohne eine klare Mission, die als Maßstab für jegliche Geschäftsentscheidungen dient. Es bleibt zentrales Ziel der Varengold Bank, den "Underbanked" Zugang zu Kapital und Bankdienstleistungen zu ermöglichen, die normalerweise aus den Zielrastern größerer Institute fallen. Somit liegt der Fokus auch weiterhin auf der Finanzierung von Kreditmarktplätzen bzw. in der klaren Vision, Kunden bei der Verwirklichung von Geschäftsideen zu helfen, die das Potenzial haben, ihre Branchen zu revolutionieren.
Um das eigene Wachstum zu fördern, strebt die Bank an, über Kapitalmaßnahmen ihre Eigenkapitalbasis perspektivisch weiter zu stärken und den Kreis insbesondere institutioneller Anleger dabei noch weiter zu diversifizieren.
Die in diesem Abschnitt enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen seitens der Varengold Bank zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts. Die darin enthaltenen Aussagen stützen sich auf Annahmen und, sofern nicht gesondert angegeben, basieren die getätigten Aussagen auf internen Einschätzungen. Die Bank weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs der Bank betreffen. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen.

Der wirtschaftliche Ausblick ist durch bedeutende geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt. Eine mangelnde Prognosefähigkeit zu konkreten weltwirtschaftlichen Entwicklungen ist auf die seit Jahresanfang schwankenden Rahmenbedingungen rund um die Corona-Pandemie zurückzuführen. Viele Länder haben nach Abklingen der ersten Krankheitswelle wieder Lockerungen der Schutzmaßnahmen eingeleitet, welche jedoch vermehrt in den vergangenen Wochen wieder zurückgefahren werden, da die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in einzelnen Regionen nicht zuletzt durch Urlaubsaufenthalte im dritten Quartal erneut stark angestiegen ist. In einzelnen Volkswirtschaften der Welt konnte das Virus seit Anbeginn noch nicht merklich unter Kontrolle gebracht werden. Es ist davon auszugehen, dass die Regierungen der einzelnen Länder künftig eher mit lokal begrenzten Maßnahmen versuchen werden, Virusausbrüche einzudämmen, um rechtzeitig einen erneuten wirtschaftskritischen Lockdown möglichst zu vermeiden.
Die bisherigen Entwicklungen weisen darauf hin, dass das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 negativ durch die Ausbreitung der Krankheit und die daraus resultierende Unterbrechung der wirtschaftlichen Aktivität beeinflusst wird. Ein Konjunktureinbruch hätte sehr wahrscheinlich erhebliche Verluste durch Forderungsausfälle zur Folge und könnten den Bankensektor empfindlich treffen. Ein solcher wirtschaftlicher Abschwung könnte sich im weiteren Verlauf auch auf die Ertragsmöglichkeiten der Varengold Bank auswirken und das avisierte Wachstum sowie die Erreichung der finanziellen Ziele negativ beeinflussen.
Im zweiten Halbjahr dürften zudem anderweitige politische Themen wieder stärker Beachtung an den Finanzmärkten finden. Dazu sind die im November stattfindenden Präsidentschaftswahlen in den USA zu zählen sowie der stockende Verlauf der Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien nach 2020. Eine durch den Brexit verstärkt in den Fokus geratene Gefahr stellt zudem grundsätzlich die politische Abkehr vom europäischen Zusammenhalt durch regionale Unabhängigkeitsbestrebungen dar. Das politische und wirtschaftliche Spannungsfeld verstärkt auch die Gefahren für die Finanz- und Kapitalmärkte. Sofern diese in erheblichem Umfang zum Tragen kämen, könnten sie an den Kapitalmärkten für Turbulenzen und eine deutlich höhere Volatilität sorgen. Abrupte oder zu starke Zinsänderungen können Neubewertungen und Änderungen beim Investorenverhalten und somit fallende Vermögenspreise bewirken.
Der deutsche Banken- und Finanzdienstleistungssektor ist außerdem durch einen intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Darüber hinaus befindet sich das Bankenumfeld seit mehreren Jahren insgesamt in einem von Digitalisierung geprägten Umbruch, woraus neue Herausforderungen für die Banken entstehen. Technikaffine Unternehmen wie FinTechs verfügen über alternative Angebote und Geschäftsmodelle, die traditionelle Bankprozesse in vielen Bereichen reformieren. Aber genau an dieser Stelle positioniert sich die Varengold als effektiver Bankpartner dieser Unternehmen, um gemeinsam wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle zu etablieren.
Das Bankenumfeld verbleibt zudem unter dem immer stärker werdenden Druck umfassender Regulierungsverfahren und steigender aufsichtsrechtlicher Anforderungen, die zunehmend kostentreibend und ressourcenbindend sind. Dazu zählen bspw. eine weitere MaRisk-Novelle sowie auch zahlreiche regulatorische Initiativen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz. Durch das Merkblatt der BaFin zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken hat die Aufsicht zudem das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in den Fokus gesetzt. Um eine fristgerechte Umsetzung zu gewährleisten, wurde die Aufarbeitung der einzelnen relevanten Themen seitens der Varengold Bank bereits in diversen Projekten initiiert.

Die Bank ging in ihrer Geschäftsplanung Anfang des Jahres von einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 3,8 Mio. für das Jahr 2020 aus. Auch wenn Analysten für das zweite Halbjahr 2020 eine wirtschaftliche Stabilisierung in Aussicht stellen, so sind in Zeiten von Corona die Aussagekraft analytischer Muster eher mit Fragezeichen zu betrachten. Die Bank geht aktuell davon aus, dass das ursprünglich geplante Ergebnis aufgrund des Eintretens geopolitischer Risiken im gesamtwirtschaftlichen Umfeld und insbesondere der sehr negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht erreicht werden wird.
Hamburg, 18. September 2020
Der Vorstand der Varengold Bank AG
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

Varengold Bank AG Große Elbstraße 14 22767 Hamburg
T +49.40.66 86 49 0 F +49.40.66 86 49 49
E-Mail: [email protected] http://www.varengold.de
Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten
Dr. Karl-Heinz Lemnitzer (Vorsitzender) Vasil Stefanov Francesco Filia
Amtsgericht Hamburg, HRB 73684
USt-IdNr.
Finanzamt Hamburg, DE247069729
Die Varengold Bank AG ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn; Tel.: 0228 / 4108 – 0) unter der Nummer 109 520 registriert und auf der Internetseite www.bafin.de veröffentlicht.

Die Varengold Bank AG gehört der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) an.
Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen sind weder zur Veröffentlichung noch zur Weitergabe in bzw. innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika, Australien, Kanada, Japan oder in sonstige Länder, in denen eine solche Verbreitung oder Veröffentlichung rechtswidrig sein könnte, bestimmt.
Dieser Bericht wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Alle Bezeichnungen, die ausschließlich in der männlichen Form verwendet wurden, gelten sinngemäß auch in der weiblichen Form.
Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht nur Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, sondern sie umfassen auch Aussagen über Annahmen und Erwartungen sowie die zugrunde liegenden Annahmen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die dem Vorstand der Varengold Bank AG zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen beziehen sich deshalb nur auf den Tag, an dem sie gemacht werden. Der Leser sollte diesen Aussagen daher nicht übermäßig vertrauen, insbesondere nicht im Zusammenhang mit Verträgen oder Investitionsentscheidungen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereichs betreffen. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit beziehungsweise für das tatsächliche Eintreten der gemachten Angaben können wir daher keine Haftung übernehmen. Der Vorstand übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse weiterzuentwickeln. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage oder der Wettbewerbssituation, eine drohende Verschlechterung der Ertragslage aus Sonderbelastungen sowie die Verfassung der Finanzmärkte, aus denen die Varengold Bank AG einen erheblichen Teil ihrer Erträge erzielt.
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