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Varengold Bank AG

Interim / Quarterly Report Sep 30, 2016

4534_10-q_2016-09-30_06b45f6e-3476-4122-beb6-e2616db05708.pdf

Interim / Quarterly Report

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Zwischenbericht zum 30. Juni

Eckdaten der Varengold Bank AG (HGB)

30.06.2016 30.06.2015 Veränderung
Kennzahlen je Aktie in EUR in EUR in EUR
Ergebnis je Aktie 0,56 -0,94 + 1,5
Marktkapitalisierung 12.853.384 21.451.532 - 8.598.148
01.01.2016 01.01.2015 Veränderung
bis 30.06.2016 bis 30.06.2015
Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR in TEUR in TEUR
Zinsergebnis 893 -1.168 + 2.061
Provisionsergebnis 5.720 1.524 + 4.196
Nettoergebnis des Handelsbestands 3.936 7.542 - 3.606
Sonstiges betriebliches Ergebnis 755 284 + 471
Erträge aus Beteiligungen/Wertpapieren 129 0 + 129
Verwaltungsaufwendungen -8.359 -10.327 - 1.968
Abschreibungen und Wertberichtigungen 1.227 281 + 865
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.847 -2.426 + 4.273
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.651 -1.833 + 3.484
30.06.2016 30.06.2015 Veränderung
Bilanz in TEUR in TEUR in TEUR
Bilanzsumme 634.122 626.252 + 7.870
Eigenkapital 16.715 13.784 + 2.931

03. BRIEF AN DIE AKTIONÄRE 7 04. UNTERNEHMENSPROFIL UND GESCHÄFTSFELDER 8 – 9 05. DIE AKTIE DER VARENGOLD BANK 10 – 11 06. HALBJAHRESABSCHLUSS (HGB) 12 – 55 ZWISCHENBILANZ 14 – 15 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 16 – 17 ANHANG 18 – 35 LAGEBERICHT 36 – 51 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG 52 – 55

  • Inhalt
    1. VORBEMERKUNG 6

Die in diesem Halbjahresbericht enthaltenen Kenn zahlen sowie der Halbjahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie erläuternden Angaben im Anhang zur Bilanz und dem Lagebericht sowie der Segmentberichterstat tung – sind nicht testiert und wurden keiner prüferi schen Durchsicht unterzogen.

Erklärung der gesetzlichen Vertreter:

Der Vorstand bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungs legungsstandards aufgestellte Zwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und dass der Halbjahresbericht ein möglichst getreues Bild der Gesellschaft bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäfts jahres und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft vermittelt.

29. August 2016

Dr. Bernhard Fuhrmann und Frank Otten Vorstand der Varengold Bank AG

VORBEMERKUNG 02

reiche Prime Brokerage und Commercial Banking zu fokussieren. Diese strategische Positionierung zeigt erste Erfolge und die Bank erwirtschaftete im 1. Halbjahr 2016 ein operatives Ergebnis von EUR 1,8 Mio. (1. Halbjahr 2015: -EUR 2.4 Mio.). Die Gründe dafür lagen im Wesentlichen im Anstieg des Zinsergebnisses durch das Kreditgeschäft für ausgereichte Darlehen im Geschäftsbereich Prime Brokerage sowie in der signifikanten Erhöhung des Provisionsergebnisses aufgrund verstärkter Prime Brokerage Aktivitäten. Weiterhin sanken die allge meinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft um knapp EUR 2 Mio. infolge des Rückgangs der Personalkosten, der IT-Kosten sowie der Rechts- und Beratungskosten. das wirtschaftliche und politische Umfeld in Europa war im ersten Halbjahr 2016 größten Teils geprägt von Unsicherheiten und Marktvolatilitäten. Die Weltwirtschaft litt unter den Kaufkraftverlusten der Rohstoffländer infolge niedriger Ölpreise, der sinkenden Konjunkturstärke einzelner großer Indus trieländer sowie nicht zuletzt unter den Diskussi onen rund um das Referendum Großbritanniens zum Austritt aus der EU ("Brexit"). Im Länderver gleich konnte sich die deutsche Wirtschaft mit ihrer stabilen Binnenkonjunktur trotz zu verkraftender Verluste auf der Exportseite insgesamt behaupten. In diesem Wirtschaftsumfeld machte die Europä ische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik den Banken

Wir bedanken uns bei unseren Kunden und Koopera tionspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen sowie bei unseren Mitarbeitern für ihre Leistungsbe reitschaft, mit der sie die Varengold Bank zu Zeiten der strategischen Refokussierung begleiten und die nötigen Impulse für ein nachhaltiges Wachstum der Geschäftstätigkeit liefern.

Hamburg, im August 2016

Der Vorstand der Varengold Bank AG

Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Zum Ende des ersten Halbjahres folgte der Umzug in die neuen Geschäftsräume der Bank, in denen die Mitarbeiter besser untergebracht werden können. - -

das Geldverdienen zunehmend schwer. Gleichzeitig wird von regulatorischer Seite ein verstärkter Kapital aufbau gefordert. Vor diesem Hintergrund erhöhte die Varengold Bank im Februar 2016 das Grundka pital mit Durchführung einer Barkapitalerhöhung im Rahmen eines öffentlichen Bezugsangebots und einer darauffolgenden Privatplatzierung um 974.184 Stückaktien bei einem Ausgabebetrag von EUR 13,00 je Aktie (Mittelzufluss: EUR 12.664.392,00).

-

In dem darauffolgenden Monat hat Herr Edo Barac sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Bank AG mit Wirkung zum 31. März 2016 nieder legt. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg durch Beschluss vom 1. April 2016 Herrn Alexander Körner aus Langenselbold gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Körner ist Geschäftsführer der GreenShield Capital GmbH.

Im selben Monat entschied der Vorstand mit Zustim mung des Aufsichtsrats, den Geschäftsbereich Capital Markets Brokerage aufzugeben und die Bank auf den intensiven Ausbau der Geschäftsbe

  • -

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

03

Die Varengold Bank AG ist ein deutsches Kreditinstitut mit Hauptsitz in Hamburg und unterhält darüber hinaus einen Standort in London. Innerhalb der Geschäftsbereiche Prime Brokerage und Commercial Banking bietet die Varengold ihren Kunden und Geschäftspartnern eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen an.

Varengold wurde als Asset-Management-Boutique im Jahr 1995 gegründet und verfolgt seither das Ziel der Bereitstellung individueller Finanzprodukte für private und institutionelle Kunden. Mit dem Erhalt der Lizenz zum Einlagenkreditinstitut im Jahr 2013 wurde der Geschäftsbereich Commercial Banking etabliert.

Die Varengold Bank AG ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter der Nr. 109 520 registriert und seit dem 20. März 2007 im Entry Standard der Deutschen Börse in Frankfurt gelistet (Symbol VG8, ISIN DE0005479307, WKN 547930).

Die Varengold Bank AG ist zudem an die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) angebunden.

UNTERNEHMENSPROFIL UND GESCHÄFTSFELDER

04

Kurzbeschreibung der Geschäftsfelder

Prime Brokerage Commercial Banking

Kurzbeschreibung

Im Geschäftsbereich Prime Brokerage kommt die über 20-jährige Expertise der Varengold Bank AG aus dem Bereich der Alternativen Investments mit umfassenden Serviceangeboten aus dem Wertpapierbereich zum Ausdruck. Hier verbindet die Varengold Bank ihr vorhandenes Knowhow mit innovativen Beratungsansätzen, die es internationalen Geschäftspartnern ermöglichen, alte Wege zu festigen und neue Wege erfolgreich einzuschlagen. Durch das Angebot von weiterführenden Strukturierungs- und Finanzierungslösungen bietet die Bank der internationalen Kundenklientel ein umfangreiches Leistungsspektrum auf diesem Gebiet an.

Im Bereich Commercial Banking präsentiert sich die Varengold Bank als globaler Partner, der individualisierte Produkte und Lösungen für anspruchsvolle Kunden und Investoren bietet. Unseren Geschäftspartnern die Möglichkeit zu geben, mithilfe unserer Produkte und Lösungen, ihre Transaktionen und Handelsaktivitäten über Ländergrenzen hinweg abzuwickeln, sehen wir nicht als eine an uns gestellte Anforderung, sondern als Teil unseres Selbstverständnisses.

Produkte

  • Derivate und Wertpapiere
  • Repo- und Securities Lending
  • Depotführung

  • Lombardkredite

  • Clearing Services
  • Execution Services
  • Capital Call Facilities
  • Capital Introductions
  • Innovative Produktlösungen eingebettet in deutsche Rechtsstrukturen
  • Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette von der Ausführung bis hin zur Abwicklung von Geschäften auf internationaler Ebene

Wettbewerbsvorteile

  • Internationaler Zahlungsverkehr
  • Einlagenkonten
  • Lombardkredite
  • Bankgarantien
  • Akkreditive
  • Structured Finance
  • Trade & Export Finance
  • Expertise in Schwellenmärkten mit ausgeprägten Netzwerken
  • Dynamische Anpassung an Markveränderungen
  • Status einer in Deutschland regulierten Bank
  • Einlagenschutz bis maximal 100.000 EUR pro Kunde
  • Asset Fund Manager Unternehmenskunden
  • Gebühren
  • Zinserträge
  • Provisionen

Kundenstruktur

  • Institutionelle Investoren

Ertragskomponenten

  • Handelskommissionen ■ Depot- und Clearinggebühren
  • Zinserträge

DIE AKTIE DER VARENGOLD BANK

Die Aktie der Varengold Bank (WKN: 547930) ist seit dem 20. März 2007 an der Frankfurter Börse gelistet. Zudem wird die Aktie an den Börsen Stuttgart, Düsseldorf, Berlin-Bremen und im elektronischen Handelssystem XETRA gehandelt.

Wichtige Eckdaten

Aktie Varengold Bank AG
WKN 547930
ISIN DE0005479307
Börsenkürzel VG8
Marktsegment Freiverkehr
Transparenzlevel Entry Standard
Erstnotiz 20. März 2007
Aktienart (Gattung) Nennwertlose Inhaberaktien-Stammaktien
Anzahl der Aktien 2.922.552 Aktien
Gesamtes Grundkapital 2.922.552 EUR
Dt. Börse Listing Partner Dero Bank AG
(bis 31. März 2016: Oddo Seydler Bank AG)
Designated Sponsor Dero Bank AG
(bis 31. März 2016: Oddo Seydler Bank AG)
Spezialist Baader Bank AG

Rahmenbedingungen und Entwicklung

Die Kursentwicklungen an den weltweiten Börsen zeigten sich in der ersten Jahreshälfte 2016 vergleichbar schwach wie der Branchentrend der europäischen Banken. Die hohe Volatilität an den europäischen Aktienmärkten war nicht zuletzt besonders geprägt durch das negative Votum Großbritanniens über den Verbleib in der Europäischen Union ("Brexit") und führte zu einer vergleichsweise schlechten Performance europäischer Leitindizes. Der DAX notierte Mitte 2016 rund 10% niedriger als zum Ende des Jahres 2015. Am Devisenmarkt legte der Euro gegenüber dem US-Dollar wiederum an Wert zu. Die Bedenken über die zukünftige Entwicklung der EU und schlussendlich der Weltwirtschaft sowie die Rolle der Notenbanken ließen die Nervosität der Marktteilnehmer weiter steigen. Speziell im Bankensektor sorgte neben dem anhaltend niedrigen Zinsniveau und den damit einhergehenden geringeren Ertragsmöglichkeiten auch die Verschärfung der regulatorischen Vorhaben für stellenweise Kurseinbußen.

Dieses Börsenumfeld nahm auch entsprechend Einfluss auf die Entwicklung Varengold-Aktie im ersten Halbjahr 2016. Die Aktie verzeichnete zu Beginn des Berichtszeitraums einen Wert von EUR 10,69 und sank im Verlauf der ersten sechs Monate auf einen bisherigen Jahrestiefstwert von EUR 3,85. Vereinzelt stachen Handelstage mit verhältnismäßig höheren Umsatzvolumina heraus und führten gleichzeitig zu kurzen Ausschlägen. Seit Beginn der zweiten Jahreshälfte entwickelte sich der Aktienkurs wiederum signifikant positiv. Zwischenzeitlich erzielte die Aktie Mitte August 2016 einen Höchstwert von EUR 13,75 und pendelte sich seither auf einem Niveau nahe der 9-Euro-Marke ein. Der durchschnittliche Kurs der Varengold-Aktie sank im Verhältnis zum ersten Halbjahr 2015 von EUR 13,87 auf EUR 7,84. Die durchschnittlich täglich gehandelte Aktienanzahl lag im Berichtszeitraum bei 590 Stück (1. Halbjahr 2015: 1.143 Stück). Das Ergebnis je Aktie stieg von EUR -0,94 auf EUR 0,56. Die Marktkapitalisierung lag zum Stichtag 30.06.2016 bei EUR 12.853.384 (30.06.2015: EUR 21.451.532)

Kurshistorie der Varengold-Aktie

Quelle: Bloomberg

ZWISCHENBILANZ 14 – 15 LAGEBERICHT 36 – 51
A. Grundlagen der Varengold Bank 37
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 16 – 17 B. Wirtschaftsbericht 37 – 45
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 37
ANHANG 18 – 35 2. Geschäftsverlauf 38
1. Allgemeine Angaben 18 3. Lage 40
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 18 3.1 Vermögenslage 40
3. Währungsumrechnung 20 3.2 Finanzlage 41
3.3 Ertragslage 43
4. Erläuterungen zur Zwischenbilanz 21 – 28 3.4 Finanzieller Leistungsindikator 44
4.1 Postenübergreifende Angaben 21 C. Nachtragsbericht 45
4.2 Postenindividuelle Angaben 23 D. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht 45 – 51
5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 30 – 34 1. Prognosebericht 45
5.1 Zinsergebnis 30 2. Risikobericht 46
5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen 30
5.3 Provisionserträge/-aufwendungen 30 3. Chancenbericht 49
5.4 Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 31
5.5 Sonstige betriebliche Erträge 31 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG 52 – 55
5.6 Personalaufwendungen 31
5.7 Andere Verwaltungsaufwendungen 32
5.8 Außerordentliches Ergebnis 32
6. Sonstige Angaben 32 – 34
6.1 Organe 32
6.2 Mitarbeiter 33
6.3 Offenlegungsbericht 33
6.4 Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen 33
6.5 Termingeschäfte 33
6.6 Deutscher Corporate Governance Kodex 34

nach Handelsgesetzbuch (HGB) zum 30. Juni 2016

Varengold Bank AG

Große Elbstraße 14 22767 Hamburg

BANK Varengold Bank AG, Hamburg ZWISCHENBILANZ ZUM 30. JUNI 2016

Aktiva
EUR
EUR
1.
Barreserve
a) Kassenbestand
1.472,47
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken
341.956.240,09
- darunter: bei der Deutschen Bundesbank:
341.957.712,56
TEUR 341.956,2 (im Vorjahr: TEUR 195.614,3)
2.
Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig
44.977.052,74
b) andere Forderungen
996.776,79
45.973.829,53
3.
Forderungen an Kunden
60.839.462,19
- darunter: durch Grundpfandrechte gesichert TEUR 36,0
(im Vorjahr: TEUR 35,7)
4.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Vorjahr
TEUR
11,8
195.614,3
195.626,1
52.443,7
971,4
53.415,1
23.508,6
Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von öffentlichen Emittenten
166.820.839,22
61.703,9
- darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank:
TEUR 164.977,8 (im Vorjahr: TEUR 60.452,8)
ab) von anderen Emittenten
1.007.083,33
2.517,7
167.827.922,55 64.221,6
5.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
5.969.083,79
0
5a.
Handelsbestand
4.660.909,65
262.479,5
6.
Beteiligungen
668.184,36
759,6
7.
Anteile an verbundenen Unternehmen
2.774.951,05
2.908,5
- darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten TEUR 1.709,8
(im Vorjahr: TEUR 1.709,8)
8.
Treuhandvermögen
0,00
0
9.
Immaterielle Anlagewerte
a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
1.605,51
Rechte und Werte
24,4
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz-
265.965,84
413,9
recht und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
267.571,35 438,3
10.
Sachanlagen
238.455,60
492,9
11.
Sonstige Vermögensgegenstände
1.071.648,56
13.476,7
12.
Rechnungsabgrenzungsposten
203.417,95
6.034,8
13.
Aktive latente Steuern
1.668.667,76
2.890,8
Summe Aktiva
634.121.816,90
626.252,4
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
6. Rückstellungen
8 Eigenkapital
c) Rücklagen
Passiva Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 971.499,92 140,9
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 0,00 566,7
971.499,92 707,6
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 261.205.421,47 513.938,7
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 340.243.600,55 82.936,0
601.449.022,02 596.874,7
2a. Handelsbestand 906.990,57 1.959,3
3. Treuhandverbindlichkeiten 0,00 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 906.374,32 6.205,4
5. Rechnungsabgrenzungsposten 742.223,31 914,5
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 53.190,00 0,0
b) Steuerrückstellungen 269.041,18 0,0
c) andere Rückstellungen 7.108.643,95 806,6
7.430.875,13
7. Instrumente des zusätzlichen aufsichtrechtlichen Kernkapitals 5.000.000,00 5.000,0
8 Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 2.922.552,00 1.948,4
b) Kapitalrücklage 30.607.373,80 18.917,2
c) Rücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 1.700,00 1,7
cb) andere Gewinnrücklagen 16.700,00 18.400,00 16,7
d) Bilanzverlust -18.484.346,33 -5.266,9
e) Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.650.852,16 -1.832,8

Summe Passiva 634.121.816,90 626.252,4 1. Eventualverbindlichkeiten a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 1.687.227,00 0,00

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.164.097,53 555,3
abzügl. negativer Zinsen aus Bankguthaben -350.040,86 0,00
1.814.056,67 555,3
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 731.118,75 572,3
2.545.175,42 1.127,6
2. Zinsaufwendungen -1.651.912,33 -2.296,0
893.263,09 -1.168,4
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 129.168,20 0,0
b) Beteiligungen 0,0 0,0
129.168,20 0,0
4. Provisionserträge 17.741.382,37 2.129,5
5. Provisionsaufwendungen -12.021.194,23 -605,4
5.720.188,14 1.524,1
6. Nettoertrag des Handelsbestands 3.936.293,78 7.542,2
7. Sonstige betriebliche Erträge 926.635,61 396,4
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -3.630.714,83 -4.321,3
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung -390.052,00 -431,3
- darunter: für Altersversorgung
TEUR 2,2 (Vorjahr: TEUR 3,0) -4.020.766,83 -4.752,6
b) andere Verwaltungsaufwendungen -4.338.571,53 -5.574,0
-8.359.338,36 -10.326,6
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle
Anlagewerte und Sachanlagen -161.476,95 -229,1
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen -172.079,63 -112,0
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und
bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen
im Kreditgeschäft -984.645,89 -52,1

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum 30. Juni 2016

    1. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR TEUR
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere -80.522,98 0,0
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.847.485,01 -2.425,6
14. Außerordentliche Erträge 782.928,17 0,0
15. Außerordentliche Aufwendungen -145.662,57 0,0
16. Außerordentliches Ergebnis 637.265,60 0,0
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -832.852,45 593,8
18. Sonstige Steuern -1.046,00 -833.898,45 -1,0
19. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.650.852,16 -1.832,8

Varengold Bank AG, Hamburg

ANHANG

für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum 30. Juni 2016

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 290 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Eintragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses sowie eines Konzernlageberichts gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben bis auf den Ausweis des Ergebnisses aus der Währungsumrechnung gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auswirkungen auf die Ertragslage haben sich daraus nicht ergeben.

Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß § 265 Absatz 8 HGB abgesehen.

Das Wahlrecht gemäß § 248 Absatz 2 HGB wurde in Anspruch genommen und in den Jahren 2010 bis 2012 Entwicklungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. In den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 erfolgten keine weiteren Aktivierungen. Nach Abschreibungen von TEUR 4 im ersten Halbjahr 2016 für sämtliche selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind diese nunmehr vollständig abgeschrieben.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind sofern sie der Liquiditätsreserve zugeordnet werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bilanziert.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bilanziert.

Nach § 340e Absatz 3 Satz 1 HGB werden Finanzinstrumente des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht gemäß § 255 Absatz 4 Satz 1 HGB dem Marktpreis des Finanzinstruments, da für alle Positionen des Handelsbestands der Varengold Bank AG ein aktiver Markt besteht.

Der Risikoabschlag wird nach der Value-at-Risk-Methode mit einem Konfidenzniveau von 99 %, einer Haltedauer von einem Tag und einem Beobachtungszeitraum von 260 Tagen mit einer historischen Simulation ermittelt. Die Berechnung des Value-at-Risk ist identisch mit der für interne Zwecke der Risikoüberwachung gemäß MaRisk eingesetzten Methode. Per 30. Juni 2016 wurde der Risikoabschlag auf TEUR 121 angepasst und in Höhe von TEUR 80 ein Ertrag im Handelsergebnis nach § 340c Absatz 1 HGB erfasst.

Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei lehnt sich die Bank eng an die von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA Tabelle "AV")) an.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 150,00 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.

Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei den erwarteten Nutzungsdauern legt die Bank die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Mieten und Versicherungen) werden gemäß § 250 Absatz 1 HGB gebildet. Passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen im Voraus erhaltene Zinsen) werden gemäß § 250 Absatz 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.

Es sind aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.669 aus steuerlichen Verlustvorträgen bilanziert. Die Aktivierung dieser Bilanzierungshilfen unterliegt der Ausschüttungssperre nach § 268 Absatz 8 Satz 2 HGB. Die in Vorjahren auf Verlustvorträge gebildeten aktiven latenten Steuern reduzieren sich durch die Nutzung im ersten Halbjahr 2016 um TEUR 629. Der Vorstand geht in den nächsten fünf Jahren von der vollständigen Nutzung der verbleibenden in den Vorjahren gebildeten aktiven latenten Steuern aus. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 32,275 % zugrunde gelegt, der sich aus Körperschaftsteuer (15,0 %), Solidaritätszuschlag (0,825 %) und Gewerbesteuer (16,45 %) zusammensetzt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Pensionsrückstellungen, die im Wesentlichen auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2005G von Prof. Heubeck nach den Bestimmungen des BilMoG ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 3,89 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine Fluktuation von 10 % zu Grunde gelegt.

Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz genutzt. Die Bewertung ergab keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung.

Nach § 340e Absatz 4 Satz 1 HGB sind in der Bilanz dem Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" nach § 340g HGB grundsätzlich in jedem Geschäftsjahr ein Betrag, der mindestens 10 vom Hundert der Nettoerträge des Handelsbestands entspricht, zuzuführen und dort gesondert auszuweisen. Nach § 340e Absatz 4 Satz 2 Nr. 4 HGB erfolgt die Zuführung zum Sonderposten solange, bis der Sonderposten eine Höhe von 50 vom Hundert des Durchschnitts der letzten fünf jährlichen Nettoerträge des Handelsbestandes (einschließlich eines Nettoertrags des Handelsbestands des Berichtsjahres) nach Risikoabschlag erreicht. Die Zuführung zum Sonderposten erfolgt zum Bilanzstichtag am Ende des Geschäftsjahres. Aufgrund bestehender Verlustvorträge wurde gemäß § 340e Absatz 4 Satz 2 Nr. 2 und 3 HGB im Geschäftsjahr keine Zuführung zum Sonderposten vorgenommen.

Die Behandlung der Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung richtet sich danach, ob es sich um Fremdwährungsgeschäfte des Handelsbestands, um besonders gedeckte oder nicht besonders gedeckte Geschäfte handelt. Im Falle des Handelsbestands sowie bei Bestehen besonderer Deckung werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung sind im Nettoergebnis des Handelsbestands und in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen enthalten.

Eventualverbindlichkeiten, andere Verpflichtungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.

Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 und § 33 RechKredV wahr.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Die Beträge sind soweit nicht anders ausgewiesen in TEUR angegeben.

3. Währungsumrechnung

Die unter "Provisionserträge" sowie "Nettoertrag des Handelsbestands" und "Nettoaufwand des Handelsbestands" aufgeführten Beträge fallen zu einem nicht unwesentlichen Teil in den ausländischen Währungen US-Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF), Britische Pfund (GBP), Japanische Yen (JPY), Arabische Dirham (AED), Australische Dollar (AUD), Kanadische Dollar (CAD) und Honkong Dollar (HKD) an. Unterjährig gehen zahlungsmäßig abgewickelte Erträge mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Daraus resultierende Fremdwährungsguthaben werden gemäß § 256a HGB zum Stichtag mit den folgenden Stichtagskursen in Euro umgerechnet:

1 EUR = USD 1,1102
1 EUR = CHF 1,0867
1 EUR = GBP 0,8265
1 EUR = JPY 114,05
1 EUR = AED 4,0956
1 EUR = CAD 1,4384
1 EUR= AUD 1,4929
1 EUR= HKD 8,6135

Verluste oder Gewinne aus der Währungsumrechnung werden gemäß § 340h HGB in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigt und im Zinsergebnis ausgewiesen.

Zum 30. Juni 2016 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:

Bilanzposten 30.06.2016 30.06.2015
TEUR TEUR
Barreserve 0 9
Forderungen an Kreditinstitute 9.887 20.826
Forderungen an Kunden 5.861 3.272
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 13.604 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 5.969 0
Handelsbestand (aktiv) 0 7.428
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.754 1.918
Beteiligungen 0 96
Sonstige Vermögensgegenstände 185 2.315
Rechnungsabgrenzungsposten (aktiv) 117 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 107 140
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 35.187 26.659
Sonstige Verbindlichkeiten 155 250
Rechnungsabgrenzungsposten (passiv) 0 1
Rückstellungen 12 121

4. Erläuterungen zur Bilanz

4.1 Postenübergreifende Angaben

4.1.1 Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und zu verbundenen

Unternehmen

30.06.2016 30.06.2015
TEUR TEUR
Forderungen an Kunden 60.839 23.509
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 6.625 785

Bei den Davon-Positionen handelt es sich um Forderungen gegen die Varengold Capital Investment Company, Hongkong und die Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Island.

30.06.2016 30.06.2015
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 601.449 596.875
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.131 346

Bei der Davon-Position handelt sich um Verbindlichkeit gegenüber der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, der Varengold Capital Investment Company, Hongkong, der Varengold Capital Securities Limited, Hongkong, sowie der Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Island.

4.1.2 Restlaufzeitengliederung

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 45.974 53.415
bis drei Monate 45.974 53.415
Forderungen an Kunden 60.839 23.508
bis drei Monate 28.835 5.261
mehr als drei Monate bis ein Jahr 7.149 280
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 19.689 17.895
mehr als fünf Jahre 5.166 72
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 971 708
bis drei Monate 971 708
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 601.449 596.875
bis drei Monate 520.825 535.998
mehr als drei Monate bis ein Jahr 66.339 47.359
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 14.285 13.518

4.1.3 Wertpapiere

Die nachfolgende Tabelle gliedert die in den Bilanzpositionen enthaltenen Wertpapiere auf:

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 167.828 64.221
nicht börsenfähig 1.007 2.517
börsenfähig 166.821 61.704
- davon: börsennotiert 166.821 61.704
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 5.969 0
börsenfähig 0 0
- davon: börsennotiert 0 0
4.2 Postenindividuelle Angaben
4.2.1 Forderungen und Verbindlichkeiten an Kunden
Die Forderungen an Kunden bestehen zu großen Teilen aus Lombarddarlehen sowie aus Clearingforderungen.

Die Verbindlichkeiten setzten sich aus Tagesgeldern (EUR 187 Mio.), Clearingkonten (EUR 22 Mio.), Zahlungsverkehrskonten (EUR 22 Mio.), Margins aus dem CMB-Geschäft (EUR 28 Mio.), Barsicherheiten (EUR 2 Mio.) sowie Termingeldern (EUR 340 Mio.) zusammen.

4.2.2 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Es befinden sich neben einem Unternehmensschuldscheindarlehen ausschließlich europäische Staatsanleihen im Bestand, bei denen zum Stichtag stille Reserven in Höhe von TEUR 116 bestehen. Die Staatsanleihen sind ausnahmslos der Liquiditätsreserve zugeordnet.

Im April wurden sämtliche Staatsanleihen, die im Handelsbestand gehalten wurden, zum Buchwert von EUR 45,9 Mio. in die Liquiditätsreserve umgegliedert. Dies liegt begründet im massiven Aufkauf der EZB von Wertpapieren und der daraus resultierenden Aufgabe der Staatsanleihen-Handelsstrategie der Bank. Sofern diese Papiere im Handelsbestand verblieben wären, hätten stille Reserven in Höhe von TEUR 17 zum 30. Juni 2016 realisiert werden können.

Im Mai wurden sämtliche Staatsanleihen, die im Anlagebuch gehalten wurden, zum Buchwert von EUR 1,9 Mio. in die Liquiditätsreserve umgegliedert, da Staatsanleihen nur noch zur Liquiditätssteuerung verwendet werden sollen.

Sofern diese Papiere im Anlagebestand verblieben wären und der Unterschiedsbetrag nach § 340e Abs. 2 HGB wäre anteilig über die Restlaufzeit aufgelöst worden, wäre der Buchwert der Wertpapiere zum 30. Juni 2016 um TEUR 3 höher.

4.2.3 Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz:

Gesellschaft Beteiligungsquote Eigenkapital Ergebnis
direkt indirekt 31.12.2015 2015
% % TEUR TEUR
Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg 33,00 2.1261) 1.6051)
Lava Trading Ltd., Valetta, Malta 49,79 02) -202)
Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands 100,00 3203) -683)
Varengold Capital Securities Limited, Hong Kong 100,00 4.7823) -3.4443)
Varengold Investmentaktiengesellschaft mit
Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg
100,00 6864) 2825)
ViaLight Communications GmbH, Gilching 2,22 1.4796) -9126)
VirtuFX GmbH i.L., Hamburg 50,01 1431) -81)
Varengold Capital Advisory Limited, Hongkong 100,00 2833) -173)
Varengold Capital Asset Management, Limited, Hongkong 100,00 4.8723) -1283)
Varengold Capital International Company Limited, British
Virgin Islands
100,00 -283) -283)
Varengold Capital Investment Company Limited, British
Virgin Islands
100,00 493) -293)
Varengold Capital Management Limited, British Virgin Island 100,00 -3.0843) -3.1613)

1) vorläufiger Jahresabschluss zum 31.12.2015

2) Jahresabschluss zum 31. März 2014 (abweichendes Wirtschaftsjahr)

3) Angaben in HKD auf Grundlage des vorläufigen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015

4) Gesellschaftsvermögen zum 30. November 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr)

5) Ergebnis zum 30. November 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr)

6) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015

Die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen hat ausschließlich für das Investmentbetriebsvermögen Unternehmensaktien ausgegeben. Das Kapital dieses Teilgesellschaftsvermögens betrug zum 30. November 2015 TEUR 686. Gegenüber diesem Teilgesellschaftsvermögen kann die Varengold Bank AG Ansprüche geltend machen.

Die Hanseatic Brokerhouse Securities AG hält zum Bilanzstichtag eine Beteiligung an der Varengold Bank AG in Höhe von 1,78 %.

4.2.4 Brutto-Anlagespiegel

Anschaffungskosten Abschreibungen Restbuchwerte
01.01.2016 Zugänge Abgänge /
Umglied.
kumuliert Zugänge Abgänge 30.06.2016 31.12.2015
2015
TEUR
2015
TEUR
TEUR 2015
TEUR
2015
TEUR
TEUR TEUR
Immaterielle
Anlagewerte
Selbst geschaffe
ne gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
und Werte
1.959 0 0 1.954 4 0 1 4
Entgeltlich erwor
bene Konzessio
nen, gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte
und Werte sowie
Lizenzen an
solchen Rechten
und Werten
1.880 0 0 1.523 91 0 266 358
Sachanlagen 1.050 21 59 766 67 59 238 283
Summe 4.889 21 59 4.243 162 59 505 645
Veränderung*)
Schuldverschrei
bungen und ande
re festverzinsliche
Wertpapiere
163.437 167.828 4.391
Aktien und andere
nicht festverzinsli
che Wertpapiere
5.969 5.969 0
Beteiligungen 120 668 548
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
0 2.775 2.775

*) Von der nach § 34 Absatz 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht

Die immateriellen Anlagewerte bestehen im Wesentlichen aus entgeltlich erworbener Software sowie Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).

Die Zugänge im ersten Halbjahr 2016 betreffen im Wesentlichen Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere und der Kapitalerhöhung einer Beteiligung.

4.2.5 Handelsbestand

Der Handelsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

Aktiva 30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Derivative Finanzinstrumente
Handelsbestand Aktiva FX 747 2.451
Handelsbestand Aktiva CFD 4.035 3.734
Zwischensumme 4.782 6.185
Handelsbestand Derivate 0 0
Handelsbestand Fondsanteile 0 157.280
Handelsbestand Wertpapiere 0 99.197
Risikoabschlag -121 -183
Summe 4.661 262.479
Passiva 30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Handelsbestand Passiva FX 285 698
Handelsbestand Passiva CFD 622 1.261
Summe 907 1.959

Nach § 340e Absatz 3 Satz 1 HGB werden Finanzinstrumente des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet.

Der beizulegende Zeitwert entspricht gemäß § 255 Absatz 4 Satz 1 HGB dem Marktpreis des Finanzinstruments, da für alle Positionen des Handelsbestandes der Varengold Bank AG ein aktiver Markt besteht.

4.2.6 Sonstige Vermögensgegenstände

Der Posten beinhaltet im Wesentlichen Forderungen aus Initial Margin Zahlungen (TEUR 225), Forderungen gegenüber Nachweisvermittler (TEUR 102), Forderungen aus Steuerüberzahlungen und Umsatzsteuervorauszahlungen (TEUR 255), Forderungen an Kunden aus Bonusprogrammen (TEUR 15), Forderungen aus dem internen Geldtransfer (TEUR 251) sowie Forderungen aus gezahlten Kautionen (TEUR 177).

4.2.7 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und setzten sich wie folgt zusammen:

vindlichkeiten aus erhaltener Initial Margin
indlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
vindlichkeiten aus Bonusprogrammen
rne Geldtransfer
stige Verbindlichkeiten
indlichkeiten aus Lohn und Gehalt
vindlichkeiten Lohnsteuer
vindlichkeiten soziale Sicherheit
vindlichkeiten Umsatzsteuer
30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Verbindlichkeiten aus erhaltener Initial Margin 0 4.547
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 386 1.187
Verbindlichkeiten aus Bonusprogrammen 15 268
Interne Geldtransfer 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 115 52
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 0 2
Verbindlichkeiten Lohnsteuer 86 132
Verbindlichkeiten soziale Sicherheit 2 5
Verbindlichkeiten Umsatzsteuer 200 12
Verbindlichkeiten Abgeltungssteuer 102 0
Summe 906 6.205

Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung beinhalten im Wesentlichen noch nicht fällige Rechnungen sowie ausstehende Provisionszahlungen an Kooperationspartner für die Erbringung von Dienstleistungen. In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind hauptsächlich Verbindlichkeiten aus der Einzahlungsverpflichtung in das Eigenkapital der Varengold Capital Holdings Ltd., British Virgin Islands, sowie Verbindlichkeiten aus Abfindungsvereinbarungen ausgewiesen.

4.2.8 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen wurden für Hinterbliebenenversorgung gebildet.

4.2.9 Steuerrückstellungen

Für nicht verrechenbare Verlustvorträge ("Stichwort Mindestbesteuerung") wurden Gewerbesteuerrückstellungen (Steuersatz 16,45%) in Höhe von TEUR 104 sowie Körperschaftsteuerrückstellungen (Steuersatz 15% zuzüglich 0,825% Soli) in Höhe von TEUR 100 gebildet. Des Weiteren bestehen noch Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 65 auf anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London für das Jahr 2015 auf Grundlage eines Ertragssteuersatzes von 20%.

4.2.10 Andere Rückstellungen

Dieser Posten gliedert sich wie folgt:

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Gebühren Wertpapierleihe 5.031 0
Jubiläumsrückstellungen 199 175
Urlaubsrückstellung 194 254
Ausstehende Rechnungen für EDV-Leistungen 79 0
Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten 171 89
Hauptversammlung 40 35
Arbeitnehmerüberlassung / Fremdleistungen 127 25
Prime Brokerage Fees 198 0
Rechts- und Beratungskosten 366 100
Provisionen 0 121
Nachweisvermittler 53 0
Bonuszahlungen 557 0
Sonstiges 94 8
Summe 7.109 807

4.2.11 Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals

Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen ("Anleihen") in Höhe von 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungsund der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen solchen auslösenden Sachverhalt stellt es dar, wenn die Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank, unter 5,125 % fällt. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.

Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen betrug zum 30. Juni 2016 TEUR 4 und ist in den anderen Rückstellungen ausgewiesen.

Am 30. Juni 2016 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:

Währung Betrag in EUR Art Emissionsdatum Zinssatz Fälligkeit
EUR 5.000.000 variabel verzinslich,
kumulative
19. August 2014 variabel ohne Fälligkeit
Nachranganleihen

4.2.12 Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 2.923) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 2.922.552 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.

Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 30.607 stammt hauptsächlich aus der im ersten Halbjahr 2012 erfolgten Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 133.100 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 40,35 je Aktie (TEUR 5.371), aus der Kapitalerhöhung im zweiten Halbjahr 2013 durch Ausgabe von 146.397 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 22,90 je Aktie (TEUR 3.352), aus der Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2014 durch Ausgabe von 159.571 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 19,00 je Aktie (TEUR 3.032) sowie aus der Kapitalerhöhung im April 2015 durch Ausgabe von 176.963 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 19,00 je Aktie (TEUR 3.362). Weiterhin wurde mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Varengold Bank AG vom 26. August 2015 der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats von EUR 1.948.368,00 gegen Bareinlagen um bis zu EUR 974.184,00 auf bis zu EUR 2.922.552,00 durch Ausgabe von bis zu 974.184 neuen Stückaktien mit anteiligem Betrag des Grundkapitals von jeweils EUR 1,00 zu erhöhen.

Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates Gebrauch gemacht und das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 1.948.368,00 gegen Bareinlagen um EUR 974.184,00 auf EUR 2.922.552,00 durch Ausgabe von 974.184 neuen Stückaktien im Rahmen eines öffentlichen Bezugsangebots und einer darauffolgenden Privatplatzierung erhöht. Die Aktien wurden zu einem Agio von EUR 12,00 je Aktie platziert (Aufgeld TEUR 11.690). Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 23. Februar 2016.

Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 26. August 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. August 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrfach um bis zu EUR 974.184,00 durch Ausgabe von bis zu 974.184 neuen auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von jeweils EUR 1,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital 2015"). Ausgegeben werden dürfen jeweils Stammaktien und/oder stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die neuen Aktien können von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten und Bedingungen der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus genehmigtem Kapital und der Aktienausgabe festzulegen und im Rahmen der Satzung sowie gesetzlicher Vorschriften das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 wurde der Vorstand weiterhin ermächtigt, bis zum 7. August 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Wandelgenussrechte, Optionsgenussrechte, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (nachstehend "Instrumente" genannt) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 5.000.000,00 mit einer Laufzeit von längstens 15 Jahren zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Finanzinstrumenten Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu insgesamt EUR 586.174,00 nach näherer Maßgabe der Instrumente zu gewähren. Die Ausgabe der Instrumente kann gegen Bar- und/oder Sachleistungen erfolgen. Zur Bedienung der Instrumente wurde das Grundkapital mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2012 um bis zu EUR 586.174,00 durch Ausgabe von bis zu 586.174 auf den Inhaber lautende Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zum Zwecke der Gewährung von Aktienbezugsrechten bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2012 I).

Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht in § 4 Absatz 8 der Satzung der Gesellschaft ein weiteres Bedingtes Kapital. Das Grundkapital ist um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht ("Bedingtes Kapital 2012 II"). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Aktienoptionen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 ("AOP 2012") in der Zeit bis zum 8. August 2017 (einschließlich) von der Gesellschaft ausgegeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen von dem Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung des Bezugsrechts entstehen, am Gewinn teil. Das AOP 2012 dient als zielgerichteter Leistungsanreiz (sogenannte Incentivierung) der Programmteilnehmer und soll gleichzeitig eine Bindungswirkung der Teilnehmer an die Gesellschaft erreichen.

Im Rahmen des AOP 2012 dürfen insgesamt bis zu Stück 95.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie weitere insgesamt bis zu Stück 45.000 Aktienoptionen an ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Gesellschaft ("Programmteilnehmer") ausgegeben werden. Jede Aktienoption gewährt das Recht auf den Bezug von je einer Varengold Bank AG Aktie gegen Zahlung des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis für eine Varengold Aktie, also der bei Erwerb einer Aktie infolge der Ausübung eines Aktienoptionsrechts zu zahlende Preis, entspricht dem arithmetischen Mittel der Schlusskurse der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den vorangegangenen 30 Börsenhandelstagen vor Ausgabe der jeweiligen Aktienoption ("Basispreis"). Die Ausgabe der Optionen erfolgt in mindestens drei Jahrestranchen, wobei keine Tranche mehr als 50 % des Gesamtvolumens umfassen darf. Der Erwerbszeitraum beträgt 40 Werktage nach Zugang des Erwerbsangebots. Die Bezugsrechte aus den Aktienoptionen können erstmals

nach Ablauf einer Wartezeit von mindestens vier Jahren nach deren Ausgabe ausgeübt werden. Die Ausübung der Bezugsrechte ist innerhalb von sieben Jahren nach der Ausgabe der Aktienoption außerhalb der Ausübungssperrfristen möglich und setzt voraus, dass der Kurs der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den letzten 30 Börsenhandelstagen vor dem Tag der Ausübung des Bezugsrechts den Basispreis um mindestens 30 % übersteigt.

Aufgrund der vorstehenden Ermächtigung hat der Vorstand bis zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt 85.500 Aktienoptionen an Führungskräfte der Gesellschaft ausgegeben. Insgesamt wurden 45.000 Aktienoptionen an besondere Leistungsträger zugeteilt. Weitere 40.500 Aktienoptionen wurden an Vorstandsmitglieder ausgegeben, wovon 31.000 Aktienoptionen aufgrund des zwischenzeitlichen Ausscheidens der betreffenden Vorstände nicht mehr ausgeübt werden können. Im Jahr 2016 hat bis zum Ende des Berichtszeitraums eine Ausgabe von 11.250 Aktienoptionen an besondere Leistungsträger der Gesellschaft stattgefunden.

Die Ausschüttungssperre gemäß § 268 Absatz 8 HGB entfällt auf folgende Posten:

Buchwert
TEUR
passive latente Steuern
TEUR
Sperrbetrag
TEUR
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände
und Nutzungsrechte
0 0 0
Aktive latente Steuern 1.669
Summe 1.669

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Zinsergebnis

Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus festverzinslichen Wertpapieren und gewährten Darlehen. Gezahlte Negativzinsen (im Wesentlichen angefallen bei der Deutschen Bundesbank) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.

In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten.

Im Vorjahr waren im Zinsergebnis Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung in Höhe von TEUR 30 ausgewiesen, die in diesem Jahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind.

5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen

In den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind Erträge aus einem Real Estate Lending Fond enthalten.

5.3 Provisionserträge/-aufwendungen

In den Provisionserträgen sind Gebühren aus dem Bereich Prime Brokerage (TEUR 16.908), dem Bereich Commercial Banking (TEUR 421) sowie dem Bereich Capital-Markets-Brokerage (TEUR 412) enthalten. Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Gebühren für den Bereich Prime Brokerage (TEUR 11.566). Aufwendungen für Commercial Banking und Capital-Markets-Brokerage sind in Höhe von TEUR 444 angefallen.

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Provisionserträge 17.741 2.129
Provisionsaufwendungen 12.021 605
Provisionsüberschuss 5.720 1.524

5.4 Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands

Nach § 340c Absatz 1 Satz 1 HGB fließen folgende Aufwendungen und Erträge in das Nettoergebnis des Handelsbestands ein: Bewertungsverluste und Bewertungsgewinne der Handelspositionen; Provisionsaufwendungen und Provisionserträge, die im Zusammenhang mit den Handelspositionen stehen (z.B. Aufwendungen für Vertriebspartner); Risikoabschlag; Zuführung und Auflösung des Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken".

Nettoergebnis Geschäftsbereich 30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Prime Brokerage 2.656 3.825
Capital-Markets-Brokerage 2.383 3.032
Commercial Banking 42 165
Treasury -1.145 520
Nettoergebnis des Handelbestandes 3.936 7.542

5.5 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus der Währungsumrechnung, Erträge aus Auflösung von Rückstellungen und periodenfremden Erträgen erzielt worden.

5.6 Personalaufwendungen

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Löhne und Gehälter 3.631 4.321
Soziale Abgaben 388 428
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 2 3
Summe 4.021 4.753

Der Rückgang der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus geringeren Mitarbeiterzahlen.

5.7 Andere Verwaltungsaufwendungen

30.06.2016
TEUR
30.06.2015
TEUR
Raumkosten 301 490
Beiträge und Versicherung 116 124
Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) 37 79
Werbung, Bewirtung, Reisekosten 225 447
Instandhaltung für Geschäftsausstattung, Hard- und Software 881 1.163
Aufwendungen für Kommunikation 296 285
Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung 41 111
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 1.291 1.693
übrige andere Verwaltungsaufwendungen 1.151 1.182
Summe 4.339 5.574

Das für das Geschäftsjahr berechnete bzw. zurückgestellte Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 162.

5.8 Außerordentliches Ergebnis

Im Geschäftsjahr sind außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 146 angefallen. Hierin sind im Wesentlichen Restrukturierungsaufwendungen in Form von Abfindungszahlungen an Mitarbeiter enthalten.

Dem stehen außerordentliche Erträge von TEUR 783 gegenüber, die hauptsächlich aus einem gerichtlichen Vergleich sowie einem gewonnen Rechtsstreit resultieren.

6. Sonstige Angaben

6.1 Organe

6.1.1 Aufsichtsrat

Herr Dr. Karl-Heinz Lemnitzer
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
Vorsitzender
Herr Michael Stephen Murphy
Investmentbanker
Stellvertretender Vorsitzender
Herr Alexander Körner
Bankkaufmann
(ab 1. April 2016)
Herr Edo Barac
Investmentbanker
(bis 31. März 2016)

Das zu Beginn des Geschäftsjahres 2016 amtierenden Aufsichtsratsmitglied Herr Edo Barac hat mit Wirkung zum 31. März 2016 sein Mandat unwiderruflich niedergelegt. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg durch Beschluss vom 1. April 2016 Herrn Alexander Körner gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

Herr Körner wurde mit Wirkung vom 21. März 2016 in den Aufsichtsrat der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, gewählt.

Herr Dr. Lemnitzer, Herr Murphy und Herr Körner nehmen darüber hinaus keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Absatz 1 Satz 5 AktG wahr.

6.1.2 Vorstand

Herr Dr. Bernhard Fuhrmann Marktfolge

Herr Frank Otten Markt

Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Otten sind jeweils gemeinsam vertretungsberechtigt mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.

Herr Dr. Fuhrmann war zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG als Vorsitzender des Beirats der ViaLight Communications GmbH, Gilching tätig. Weiterhin nimmt Herr Dr. Fuhrmann seit dem 4. Februar 2015 ein Vorstandsmandat in der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, wahr.

Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Ahrensburg Consult UG, Molfsee, tätig und Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg.

Herr Lukas Diehl, Prokurist der Varengold Bank AG, ist ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrates der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg.

6.1.3 Organbezüge und -kredite

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Zeitraum 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 TEUR 886 (30.06.2015: TEUR 1.129). Darin enthalten sind Bonusrückstellungen von TEUR 452.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Zeitraum 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 225 (30.06.2015: TEUR 188). Darin enthalten sind Nettotätigkeitsvergütungen in Höhe von TEUR 144 (30.06.2015: TEUR 150). Der Differenzbetrag resultiert neben Umsatzsteuer im Wesentlichen aus angefallenen Reisekosten.

Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrates oder Vorstandes.

6.2 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der im ersten Halbjahr 2016 beschäftigten Mitarbeiter betrug insgesamt 69 (30.06.2015: 108), darunter befanden sich 25 (30.06.2015: 36) Mitarbeiterinnen. Mit Ausnahme von 13 Mitarbeitern sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig.

6.3 Offenlegungsbericht

Die Varengold Bank AG hat den Offenlegungsbericht zum 31. Dezember 2015 gemäß § 26 a KWG i.V.m. §§ 319 ff. SolvV veröffentlicht.

6.4 Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 30. Juni 2016 bestanden Verbindlichkeiten aus Bürgschaften in Höhe von TEUR 1.687 (30.06.2015: TEUR 0).

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.657 (30.06.2015: TEUR 1.279) umfassen vor allem Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen mit Restlaufzeiten von bis zu 6 Jahren.

6.5 Termingeschäfte

Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte dienen Handelszwecken und bestehen sowohl gegenüber Kunden als auch institutionellen Gegenparteien (im Wesentlichen zentralen Gegenparteien) und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Nominal
TEUR
Marktwert positiv
TEUR
Marktwert negativ
TEUR
FX & Edelmetalle 32,1 0,7 0,3
Aktien und Aktienindizes 59,9 3,6 0,6
Rohwaren 2,6 0,4 0,0
Zinsen 7,6 0 0,1

6.6 Deutscher Corporate Governance Kodex

Seit dem 20. März 2007 ist die Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Absatz 2 AktG ist.

Hamburg, 22. August 2016

Varengold Bank AG

Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

LAGEBERICHT A. Grundlagen der Varengold Bank

Die Varengold Bank AG ist eine deutsche Nischenbank mit Hauptsitz in Hamburg und einem Standort in London. Innerhalb der Kerngeschäftsbereiche Prime Brokerage und Commercial Banking bietet die Varengold Bank AG ihren Kunden und Geschäftspartnern eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen an. Zu den Kunden zählen sowohl institutionelle Kunden, für die die Varengold Bank AG in sämtlichen Geschäftsfeldern tätig ist, als auch Privatkunden, denen insbesondere Tages- und Festgeldprodukte angeboten werden.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 liegt die Kernkompetenz der Gesellschaft in der Bereitstellung von alternativen und intelligenten Investmentlösungen. Dieser Bereich bildet heute zusammen mit den Dienstleistungen zur Abwicklung von Handelsgeschäften den Geschäftsbereich Prime Brokerage. Im Jahr 1998 wurde die Geschäftstätigkeit um den Bereich Capital Markets Brokerage, der sich insbesondere auf den plattformbasierten Forex- und CFD-Handel konzentriert, erweitert. Dieser Geschäftsbereich wird unterdessen seit März 2016 abgebaut und soll bis Ende des laufenden Jahres vollständig abgewickelt sein. Mit der Erweiterung der Banklizenz und der Expansion der Varengold Bank AG zu einem Einlagenkreditinstitut im Jahr 2013 wurde zudem der heutige Kerngeschäftsbereich Commercial Banking etabliert.

Im Geschäftsbereich Prime Brokerage kommt die über 20-jährige Expertise der Varengold Bank AG aus dem Bereich der alternativen Investments mit umfassenden Serviceangeboten aus dem Wertpapierbereich zum Ausdruck. Durch das Angebot von weiterführenden Strukturierungs- und Finanzlösungen bietet die Bank der internationalen Kundenklientel neben dem Handel von Derivaten und Wertpapieren die gesamte Wertschöpfungskette auf diesem Gebiet an.

Im Geschäftsfeld Commercial Banking präsentiert sich die Varengold Bank AG als globaler Partner, der individualisierte Produkte und Lösungen für anspruchsvolle Kunden und Investoren anbietet, in deren Auftrag Transaktionen und Handelsaktivitäten über Ländergrenzen hinweg abgewickelt werden.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das erste Halbjahr 2016 startete an den weltweiten Finanzmärkten durchaus turbulent. Gründe dafür waren zunächst insbesondere der deutliche Kurseinbruch am chinesischen Aktienmarkt sowie schwelende geopolitische Unsicherheiten. Die Dynamik der Konjunktur hat in vereinzelten Regionen wie den USA und China spürbar nachgelassen. Hingegen übertraf die Wachstumsdynamik im Euroraum und insbesondere der deutschen Volkswirtschaft die bisherigen Erwartungen. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone wuchs innerhalb der ersten sechs Monate moderat, während die Arbeitslosenquote leicht rückläufig war.

Die Geldpolitik der Zentralbanken blieb auf globaler Ebene weiterhin expansiv. Die EZB verlängerte mit dem Vorhaben zum Ankauf von Unternehmensanleihen die Aussicht auf ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld. Zum Ende des ersten Halbjahres blickten die internationalen Kapitalmärkte gespannt auf die anstehende Entscheidung im Rahmen des Referendums über die Mitgliedschaft Großbritanniens zum Verbleib in der Europäischen Union ("Brexit") und zeigten sich entsprechend überrascht und volatil, als die Mehrheit der Wähler sich für einen Austritt aussprach. Befürchtungen über potentielle Konsequenzen beschränkten sich dabei nicht nur auf den britischen Bankensektor und die Finanzmetropole London, sondern wurden dabei auf die gesamte EU-Ebene projiziert.

Die wichtigsten geografischen Märkte der Varengold Bank sind derzeit Deutschland, die übrigen europäischen Staaten sowie die Middle-East-North-Africa (MENA)-Region. Während der deutsche Markt für die Gesellschaft insbesondere im Hinblick auf Privatkunden für das Einlagengeschäft sowie Unternehmenskunden für den Zahlungsverkehr und das Trade Finance Geschäft relevant ist, bleibt bspw. Großbritannien insbesondere für die Kunden und Geschäftspartner im Bereich Prime Brokerage von Bedeutung. Die MENA-Region spielt dabei für sämtliche Geschäftsbereiche der Bank eine wesentliche Rolle.

Der Bankensektor ist insgesamt ein schwieriges und wettbewerbsintensives Umfeld und wird von Entwicklungen auf den weltweiten Finanzmärkten beeinflusst. Die Geschäftsaktivitäten und das Marktumfeld der Varengold Bank selbst unterlagen wie schon in den Vorjahren dem Einfluss einer verstärkten Regulierung.

So beschäftigten sich Banken in der ersten Hälfte des laufenden Jahres neben der schrittweisen Einführung von BASEL III und mithin strengeren Kapitalvorschriften unter anderem auch mit SREP (Supervisory Review and Evaluation Process). Dieser Überprüfungs- und Bewertungsprozess intensiviert das Monitoring für die von der EZB beaufsichtigten Banken und führt zu höheren Kapitalanforderungen. Zudem stand im Fokus regulatorischer Neueinführungen auch die Umsetzung der EU-Marktmissbrauchsregulierung (MAD/MAR), welche schließlich mit Wirkung zum 3. Juli 2016 in Kraft trat.

Das regulatorische Umfeld der Varengold Bank wird nicht alleine durch allgemeine Verschärfungen der aufsichtsrechtlichen Anforderungen, sondern auch durch Änderungen im Hinblick auf den Vertrieb von Anlageprodukten und steuerrechtliche Änderungen geprägt. Die nach Einschätzung der Gesellschaft bestehende Tendenz zu weiteren Anforderungen kann dabei zum einen dazu führen, dass der Varengold Bank zusätzliche Verpflichtungen auferlegt werden. Zum anderen geht die Befolgung und Umsetzung geänderter aufsichtsrechtlicher Vorschriften in der Regel mit einer verstärkten Bindung von Ressourcen und einer Erhöhung des entsprechenden Verwaltungsaufwands einher.

2. Geschäftsverlauf

Das Jahr 2016 stand bisher auch weiterhin im Zeichen der Refokussierung und strategischen Neuausrichtung der Bank. Nachdem bereits zum Jahresende der Standort Dubai sowie im Februar 2016 das Vertriebsbüro in Beirut aufgegeben wurden, entschied die Gesellschaft schließlich zum Ende des dritten Quartals sich vollständig aus dem Geschäftsbereich Capital Markets Brokerage zurückzuziehen, um Risiken und Ertragsvolatilitäten einzugrenzen. Die Bank konzentriert sich zukünftig auf die beiden Kerngeschäftsbereiche Commercial Banking und Prime Brokerage, in denen höhere risikobereinigte Renditen erwartet werden.

Die Entwicklung des Zahlenwerks der Varengold Bank AG wurde im ersten Halbjahr insbesondere geprägt durch die Neufokussierung der beiden Kerngeschäftsbereiche sowie damit einhergehend der Erweiterung der Zielkundschaft auf eine breit diversifizierte Basis institutioneller Kunden. Die operationelle Effizienz einzelner Bereiche konnte dabei spürbar gesteigert werden.

Die Bilanzsumme der Varengold Bank blieb nach vorläufigen, nicht testierten Geschäftszahlen zum 30. Juni 2016 mit EUR 634,1 Mio. (30. Juni 2015: EUR 626,3 Mio.) nahezu konstant. Die Kundeneinlagen machten mit rund 95% davon weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite aus. Von Bedeutung war zudem die Kapitalerhöhung gegen Bareinlage im Februar 2016, bei der 974.184 neue Aktien zu einem Preis von 13,00 EUR je Aktie platziert wurden.

Das Zinsergebnis der Gesellschaft stieg von TEUR -1.168 im ersten Halbjahr 2015 auf TEUR 893 im Vergleichszeitraum 2016 und begründet sich im Wesentlichen durch die Geschäftstätigkeiten im Bereich Prime Brokerage sowie auf der Aufwandsseite durch das weiterhin sinkende Zinsniveau.

Das Provisionsergebnis verzeichnete einen signifikanten Anstieg auf TEUR 5.720 im ersten Halbjahr 2016 insbesondere getrieben durch die starke Ausweitung der Prime Brokerage Aktivitäten (1. Halbjahr 2015: TEUR 1.524).

Das Nettoergebnis des Handelsbestands hat sich insbesondere aufgrund verringerter Aktivitäten im Abbaugeschäftsbereich Capital Markets Brokerage deutlich um TEUR 3.606 auf TEUR 3.936 verringert. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von TEUR 396 im ersten Halbjahr 2015 auf TEUR 926 im ersten Halbjahr 2016.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft sanken um TEUR 1.968 (von TEUR 10.327 auf TEUR 8.359). Ursächlich dafür waren insbesondere der Rückgang der Personalkosten, der IT-Kosten sowie der Rechts- und Beratungskosten.

In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG im ersten Halbjahr TEUR 1.847 (30. Juni 2015: -TEUR 2.426) bei einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.651, welchem im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ein Jahresfehlbetrag von TEUR 1.833 gegenübersteht.

Die Varengold Bank AG hat Mitte des ersten Quartals 2016 eine Barkapitalerhöhung aus der entsprechenden mit Beschluss der Hauptversammlung vom 26. August 2015 erfolgten Ermächtigung durchgeführt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats von EUR 1.948.368,00 gegen Bareinlagen um EUR 974.184,00 auf EUR 2.922.552,00 durch Ausgabe von 974.184 neuen Stückaktien im Rahmen eines öffentlichen Bezugsangebots und einer darauffolgenden Privatplatzierung erhöht. Die Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von EUR 13,00 je Aktie platziert und führten zu einem Aufgeld in Höhe von TEUR 11.690. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 23. Februar 2016.

Im März 2016 hat Herr Edo Barac als amtierendes Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank AG sein Mandat mit Wirkung zum 31. März 2016 niedergelegt. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg durch Beschluss vom 1. April 2016 Herrn Alexander Körner aus Langenselbold gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

3. Lage

3.1 Vermögenslage

Im Jahr 2016 stieg die Bilanzsumme um rund 1,3% von EUR 626,3 Mio. auf EUR 634,1 Mio. und ist damit nahezu konstant geblieben. Die Kundeneinlagen machen mit rund EUR 600 Mio. bzw. 95% weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite aus. In der Mittelverwendung hat die Reduktion der Fonds und Staatsanleihen des Handelsbestandes (rund –EUR 250 Mio.) zu einem Anstieg der Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere von EUR 103,6 Mio. sowie einem Zuwachs des Guthabens bei Zentralnotenbanken um EUR 146,3 Mio. geführt.

Vermögens- und Verbindlichkeitenstruktur

Die Vermögens- und Verbindlichkeitenstruktur stellt sich im Vergleich zum 30. Juni 2016 wie folgt dar:

Vermögen 30.06.2016 30.06.2015 Veränderung
Kurzfristige Forderungen (< 1 Jahr) 67,8 % 85,5% -17,7
Mittelfristige Forderungen (1 bis 5 Jahre) 29,8 % 3,9% 25,9
Langfristige Forderungen (> 5 Jahre) 0,8 % 0,0% 0,8
Beteiligungen / Anteile an verbundenen Unternehmen 0,6 % 0,6% 0,0
Anlagevermögen 1,0 % 10,4% -9,4
Schulden 30.06.2016 30.06.2015 Veränderung
Kurzfristige Schulden (< 1 Jahr) 94,2 87,3% 6,9
Mittelfristige Schulden (1 bis 5 Jahre) 2,4 7,6% -5,2
Langfristige Schulden (> 5 Jahre) 0,8 3,0% -2,2

Die Kernkapitalquote (TIER 1) betrug mit Aufstellung des Jahresabschlusses 8,75 % und erhöhte sich aufgrund der Kapitalerhöhung auf 16,46 % mit Abgabe der aufsichtsrechtlichen Meldung zum 31.03.2016. Im Vergleich zu der Meldung vom 31.03.2016 ist die Kernkapitalquote mit 16,21% zum 30.06.2016 nahezu unverändert.

Neben den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (TEUR 601.449; 30. Juni 2015: TEUR 596.875), bestehen noch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 971; 30. Juni 2015: TEUR 707) sowie sonstige Verbindlichkeiten gegenüber unseren Lieferanten und Geschäftspartnern (TEUR 906; 30. Juni 2015: TEUR 6.205) und Rückstellungen mit einem Bilanzansatz von TEUR 7.431(30. Juni 2015: TEUR 807). Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals bestehen in Höhe von TEUR 5.000. Die kurzfristigen Schulden (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) übersteigen das kurzfristig gebundene Vermögen.

Die Varengold Bank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.

Von dem Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steueransprüche gem. § 274 HGB wurde Gebrauch gemacht, da die steuerlichen Verlustvorträge unter Berücksichtigung der Planungsrechnung für die nächsten fünf Jahre als werthaltig eingeschätzt werden. Die hieraus resultierende Ausschüttungssperre beträgt TEUR 1.669 (30. Juni 2015: TEUR 2.891).

3.2 Finanzlage

Über die Finanzlage des ersten Halbjahres 2016 gibt die folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss, die nach der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA)/Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (SG) aufgestellt wurde:

Varengold Bank AG, Hamburg 30.06.2016 30.06.2015 Veränderung
Kapitalflussrechnung 30. Juni 2016 In TEUR In TEUR In TEUR
Halbjahresergebnis 1.651 -1.833 3.484
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des
Anlagevermögens
242 229 13
= Cash Flow nach DVFA / SG 1.893 -1.604 3.497
+/- Zuführung/Auflösung Risikovorsorge Handelsbestand -62 53 -115
+/- Zuführung/Auflösung Risikovorsorge Kreditgeschäft 483 52 431
+/- Zuführung/Auflösung Fonds für allgemeine Bankrisiken 0 0 0
- Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen -13 -105 92
+/- Latente Ertragsteuern, netto 629 -593 1.222
= Cash Flow bereinigt um nicht liquiditätswirksamen
Aufwand/Ertrag
2.930 -2.197 5.127
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des
Anlagevermögens
0 0 0
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 5.559 -295 5.854
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen an Kunden, der sonst.
Vermögensgegenstände u. sonst. Aktiva
-34.352 -15.576 -18.776
+/- Zunahme/Abnahme der Kundenverbindlichkeiten, der sonst.
Verbindlichkeiten u. anderer Passiva
12.669 294.958 -282.289
+/- Veränderung Netto-Handelsbestand 311.289 -75.480 386.769
+/- Zunahme/Abnahme von Aktien und anderen nicht festverzinslichen
Wertpapieren
-6.049 2 -6051
+/- Zunahme/Abnahme der Schuldverschreibungen -163.437 -21.221 -142.216
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0 -19.433 19.433
= Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 125.679 162.955 -37.276
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des
Anlagevermögens
59 105 --46
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -80 -194 114
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen 0 -103 103
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -121 -1.344 1.223
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit -142 -1.536 1.394
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (gezeichnetes Kapital) 974 177 797
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalrücklage) 11.690 3.362 8.328
+ Aufnahme nachrangiger Verbindlichkeiten 0 0 0
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 12.664 3.539 9.125
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 141.131 162.761 -21.630
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 245.829 86.139 159.690
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 386.960 248.900 138.060
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende des Geschäftsjahres:
Barreserve 195.626 146.332
Forderungen an Kreditinstitute 45.974 53.415 -7441
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (täglich fällig) -141 -831
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 386.960 248.900 138.060

Im ersten Halbjahr 2016 verringerte sich der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit um insgesamt TEUR 37.276 auf TEUR 125.679. Bei dem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 12.664 handelt es sich um die Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2016. Es wurden 974.184 neue Aktien zu einem Preis je Aktie von EUR 13,00 EUR ausgegeben. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (-TEUR 142) fiel negativ aus, weil die Gesellschaft Liquidität für Investitionen in Sachanlagen und in das Finanzanlagevermögen verwendete. Im Resultat verbuchte die Gesellschaft im ersten Halbjahr 2016 einen Finanzmittelzufluss in Höhe von TEUR 141.131. Die liquiden Mittel stiegen von TEUR 245.829 zum Jahresbeginn auf TEUR 386.960 zum 30. Juni 2016. Die Gesellschaft führt neben ihren Forderungen an Kreditinstituten in Höhe von TEUR 45.974 (30. Juni 2014: TEUR 53.415) Konten bei Brokern, die der rechtlichen Einordnung der Broker nach dem KWG als Forderungen an Kunden ausgewiesen werden müssen. Zum 30. Juni 2016 hielt die Gesellschaft TEUR 634 (30. Juni 2015 TEUR 299) an liquiden Mitteln bei Brokern.

3.3 Ertragslage

Die Zinserträge der Gesellschaft stiegen von TEUR 1.128 im ersten Halbjahr 2015 auf TEUR 2.545 im ersten Halbjahr 2016. Der Anstieg von TEUR 1.417 ist im Wesentlichen begründet durch den um TEUR 1.792 gestiegenen Zinsertrag aus dem Kreditgeschäft für ausgereichte Darlehen im Geschäftsbereich Prime Brokerage sowie den um TEUR 210 gestiegenen Zinserträgen aus festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens, die aus höheren Beständen resultieren. In den Zinserträgen sind Negativzinsen vorwiegend für Bundesbankguthaben in Höhe von -TEUR 350 enthalten. Die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren sind von TEUR 572 im ersten Halbjahr 2015 auf TEUR 731 im ersten Halbjahr 2016 gestiegen. Davon resultiert der Großteil (TEUR 633) im ersten Halbjahr 2016 aus Zinserträgen der Liquiditätsreserve. Daneben sanken die Zinsaufwendungen aufgrund des weiterhin sinkenden Zinsniveaus auf TEUR 1.652, so dass ein Zinsüberschuss von TEUR 893 erzielt wurde.

Im ersten Halbjahr 2016 wurden Ausschüttungen aus einem Real Estate Fund in Höhe von TEUR 129 (30. Juni 2015: TEUR 0) erzielt.

Die Provisionserlöse haben sich mit TEUR 17.741 im ersten Halbjahr 2016 nach TEUR 2.129 im ersten Halbjahr 2015 aufgrund stark ausgeweiteter Prime Brokerage Aktivitäten signifikant erhöht. Die Provisionsaufwendungen sind von TEUR 605 auf TEUR 12.021 ebenfalls getrieben durch die Ausweitung der Prime Brokerage Aktivitäten angestiegen. Die Geschäftsbereiche Commercial Banking und Capital Markets Brokerage haben in Höhe von TEUR 465 zum Provisionsergebnis beigetragen.

Das Nettoergebnis des Handelsbestands hat sich um TEUR 3.606 auf TEUR 3.936 verringert. In sämtlichen Geschäftsbereichen ist der Ertrag zurückgegangen; am signifikantesten im Bereich Treasury (-TEUR 1.665), gefolgt von Prime Brokerage (-TEUR 1.169) und Capital Markets Brokerage (-TEUR 649).

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von TEUR 396 auf TEUR 926. Hierin sind entgegen des Ausweises im Vorjahr (Bilanzierung im Zinsergebnis) Erträge in Höhe von TEUR 882 aus der Währungsumrechnung enthalten, die im Vorjahr im Zinsergebnis ausgewiesen wurden.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft sanken um TEUR 1.967 (von TEUR 10.327 auf TEUR 8.359). Ursächlich dafür waren insbesondere der Rückgang der Personalkosten von TEUR 4.753 auf TEUR 4.021, der IT-Kosten von TEUR 1.163 auf TEUR 881 sowie der Beratungs- und Prüfungskosten (von TEUR 1.693 auf TEUR 1.291). Daneben sind die übrigen Verwaltungsaufwendungen bei um TEUR 218 gesunkenen Vertriebskosten für das Commercial Banking und um TEUR 331 gestiegenen bezogenen Fremdarbeiten und Fremdleistungen mit TEUR 1.151 (30.06.2015: TEUR 1.182) nahezu konstant geblieben.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen gingen von TEUR 229 im ersten Halbjahr 2015 auf TEUR 161 zurück.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von TEUR 112 auf TEUR 172 im ersten Halbjahr 2016.

Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen erhöhte sich von TEUR 52 auf TEUR 984 im ersten Halbjahr 2016. Dies resultiert zum einen aus gestiegener Risikovorsorge im Kreditgeschäft (+TEUR 430) und zum anderen aus Abschreibungen auf Wertpapiere der Liquiditätsreserve (+TEUR 502). Da sämtliche Staatsanleihen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus über-pari gekauft wurden sind die Abschreibungen im Wesentlichen zinsinduziert. Dem stehen Zinserträge in Höhe von TEUR 635 gegenüber.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere betrugen TEUR 81 (30.06.2015: TEUR 0). Dies resultiert in voller Höhe aus der Abschreibung eines vor Ausschüttung erworbenen Anteils an einem Fond. Die Abschreibungen wurden durch eine Ausschüttung in Höhe von TEUR 129 überkompensiert.

In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG im ersten Halbjahr 2016 TEUR 1.847 (30.06.2015: -TEUR 2.426).

Im Geschäftsjahr sind außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 146 aus der geplanten Schließung des Geschäftsbereich Capital Markets Brokerage sowie der Verkleinerung des Büros London angefallen. Dem stehen außerordentliche Erträge in Höhe von TEUR 783 aus Rechtsstreitigkeiten gegenüber.

Steuern vom Einkommen und Ertrag resultieren trotz bestehender Verlustvorträge (Stichwort Mindestbesteuerung) durch Neubildung von Rückstellungen für Körperschaftsteuer (TEUR 100) und Gewerbesteuer (TEUR 104). Des Weiteren hat die Reduzierung der aktiven latenten Steuern um die genutzten Verlustvorträge in Höhe von TEUR 629 das Steuerergebnis im ersten Halbjahr belastet.

Somit ergibt sich für das erste Halbjahr 2016 ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.651 nach einem Jahresfehlbetrag von TEUR 1.833 im ersten Halbjahr 2015.

3.4 Finanzieller Leistungsindikator

Zentraler Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern. Für das erste Halbjahr 2016 wurde mit einem Ergebnis vor Steuern von TEUR 2.518 geplant. Die Nettoerträge der Geschäftsbereiche Prime Brokerage und Commercial Banking lagen leicht unter Plan, wurden jedoch durch erhöhte Erträge im Bereich Capital Markets Brokerage teilweise kompensiert. Zudem haben sich die in der Planung nicht erwarteten außerordentlichen Erträge positiv auf die Ertragslage ausgewirkt. Nach Abzug von Verwaltungsaufwendungen, Abschreibungen und Finanzierungskosten wurde ein mit TEUR 2.485 im Plan liegendes Ergebnis vor Steuern erreicht.

C. NACHTRAGSBERICHT

Die Aktionäre der Varengold Bank AG (WKN 547930) haben auf der ordentlichen Hauptversammlung am 24. August 2016 in Hamburg sämtlichen Tagesordnungspunkten zugestimmt. So wurde u.a. den im vergangenen Jahr amtierenden Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2015 mit einer deutlichen Mehrheit Entlastung erteilt sowie der Wahl des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2016 zugestimmt. Es wurde zudem mit einer Stimmenmehrheit von 99,87% ein neues Genehmigtes Kapital 2016 verabschiedet.

Weiterhin wurden die zur Wahl aufgestellten Herren Dr. Karl-Heinz Lemnitzer und Alexander Körner für eine Amtszeit von knapp 3 Jahren zu Aufsichtsräten der Varengold Bank AG gewählt. Der Aufsichtsrat hat zudem in der darauffolgenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung aus seiner Mitte heraus Herrn Dr. Lemnitzer zum Vorsitzenden des Gremiums sowie Herrn Michael Stephen Murphy zu dessen Vertreter gewählt.

Über die geschilderten Vorgänge hinaus trat nach Abschluss des ersten Halbjahres 2016 keine Entwicklung von besonderer Bedeutung ein.

D. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2016 wird ein gleichbleibendes Wachstumspotenzial des Euroraums erwartet, wenngleich Expertenmeinungen am Kapitalmarkt von einer verlangsamten Investitionskraft der Marktteilnehmer ausgehen und mit Argwohn die Situation der in der Krise befindlichen Banken Italiens beobachten. Auch der weitere Verlauf zur Umsetzung des "Brexit" und die Spekulationen, dass sich weitere Länder aus der Eurozone zurückziehen könnten, dürften einen Belastungsfaktor darstellen und im schlimmsten Fall spürbare Folgen für stark exportorientierte Länder wie Deutschland haben. Es ist jedoch zu erwarten, dass ein geeigneter Rechtsrahmen gefunden wird, um bestehende und zukünftige Wirtschaftsbeziehungen nicht unnötig zu gefährden. Auch die politischen Entwicklungen in der Türkei, die viel diskutierte Flüchtlingssituation sowie die latente Terrorbedrohung könnte die politische Stabilität in Europa gefährden.

Der Bundesrat hat am 8. Juli 2016 dem Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (InvStRefG) zugestimmt, welches zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll. Dieses dürfte in der späteren Umsetzung die Rentabilität der von der Tochtergesellschaft Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen aufgelegten Produkte vermindern und damit voraussichtlich zu geringeren Erträgen in diesen Produkten führen. Die Bank sowie der Vorstand der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit TGV haben bereits zum Ende des Jahres 2015 im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Bank diese Entwicklung antizipiert und entsprechende Gegenmaßnahmen initiiert. Hervorzuheben ist hierbei der Fokus auf andere Asset Klassen des Prime Brokerage (Immobilien und kurzfristige Handelsfinanzierungen).

Auch die anhaltend niedrigen Zinsen dürften weiterhin dazu führen, dass es sich für die Marktteilnehmer im Bankensektor im Allgemeinen schwer gestaltet, die Mittelzuflüsse aus Kundeneinlagen rentabel im Kreditgeschäft oder am Geld- und Kapitalmarkt zu platzieren, was sich sowohl auf die Ertragsfähigkeit des Einlagengeschäfts als auch auf das Volumen der Kundeneinlagen nachteilig auswirkt. Banken werden somit weiterhin eine stetige Überprüfung ihrer strategischen Ausrichtung vornehmen müssen. Weiterhin dürfte die erneut aufkeimende Diskussion um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer die Bankenlandschaft durch eine unausweichliche Reduktion des Handels mit Finanzinstrumenten entsprechend negativ belasten.

Die Auswirkungen sämtlicher interner und externer Faktoren auf das gesamte Geschäftsjahr 2016 und insbesondere die zweite Jahreshälfte sind derzeit nicht quantifizierbar und lassen keine Herleitung einer fest definierten Prognose zu. Trends, Verpflichtungen oder Vorfälle, welche die Aussichten der Varengold Bank im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2016 wesentlich beeinflussen könnten, sind derzeit nicht bekannt. Die einzelnen Produkteangebote der Geschäftsbereiche werden ausgebaut, so dass die Bank ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken und die Effizienz nachhaltig steigern kann, um eine hinreichende Profitabilität zu sichern.

2. Risikobericht

Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank AG.

Um die mit der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft verbundenen internen und externen Risiken zu beherrschen, wendet die Bank ein Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem an, das den Bestimmungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entspricht.

Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche unter anderem das Reputationsrisiko, strategische Risiken und Risikokonzentrationen umfassen.

Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:

  • Risikoidentifikation
  • Risikomessung
  • Risikosteuerung
  • Risikocontrolling und Risikoreporting

Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Eigenkapital unterlegt sind.

Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.

Kernelemente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind die Risikostrategie, das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.

Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank AG für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.

Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank AG und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.

Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko eingegangen und genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.

Die Varengold Bank AG verfolgt eine Wachstumsstrategie. Teil der Geschäftsstrategie der Varengold Bank AG ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen. Die Varengold Bank AG erwirtschaftet in diesem schnelllebigen Umfeld dementsprechend volatile Erträge. Daher wird die Risikotragfähigkeitsanalyse vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft.

Bei der Erhebung der Risikotragfähigkeit der Varengold Bank AG wird der Going-Concern-Ansatz verfolgt. Dieser verfolgt das Ziel, den Fortbestand der Bank auch dann zu gewährleisten, wenn Verluste des gesamten Risikoprofils während des Betrachtungszeitraums eintreten. Ein solcher Ansatz setzt voraus, dass die Bank die dazu notwendigen Kapitalbestandteile reserviert. Zur Abdeckung möglicherweise eintretender Verluste steht dieses Kapital in der Risikotragfähigkeits-Betrachtung folglich nicht zur Verfügung, sodass es nicht Teil des Risikodeckungspotenzials sein kann.

Der Going-Concern-Ansatz der Varengold Bank AG basiert bei der Berechnung der Risikotragfähigkeit auf Bilanz- und GuV-Größen. Von dem zum 30. Juni 2016 ermittelten Risikodeckungspotenzial von TEUR 16.007 werden 80% als Risikodeckungsmasse genutzt. Die nicht zu nutzenden 20% dienen als Puffer zur Deckung der Risiken, welche nur schwer zu quantifizieren sind (Strategische- und Reputationsrisiken sowie sonstige Risiken). Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100% beschränkt. Auslastungen über 100% innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine Reaktion des Vorstandes. Die Auslastung der Risikodeckungsmasse zum 30. Juni 2016 betrug im Durchschnitt 27%.

Für die Überwachung der wesentlichen Adress- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.

Das Marktpreisrisiko wird mit Hilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99%, einem Betrachtungshorizont von einem Tag und einem Lookback von 260 Tagen durch historische Simulation gemessen. Die Überwachung und Regulierung des Marktpreisrisikos orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet. Die Varengold Bank AG verfügt über umfangreiche Limitsysteme, die zum Teil auch IT-seitig unterstützt werden. Dazu gehört auch das "Exposure-Tool", welches in Echtzeit den Bestand des MT4-Portfolios anzeigt. Die Limits für das Liquiditäts- und Investmentportfolio sind in den jeweiligen Investment Guidelines erfasst und festgelegt. Diese werden ebenfalls täglich durch das Risikocontrolling überwacht.

Die Quantifizierung im Bereich des Adressenausfallrisikos erfolgt mit den Risikokennzahlen Expected Loss und Unexpected Loss. Der Expected Loss wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung von den LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der Unexpected Loss wird mit Hilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99% und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Beiträge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. gegebenenfalls internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzte Verlustquote (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelation zwischen den Kontrahenten sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt.

Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.

Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein.

3. Chancenbericht

Insgesamt dürfte das gesamtwirtschaftliche Umfeld für Banken auch im weiteren Verlauf des Jahres herausfordernd bleiben. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit verstärkt in das Wachstum der Bank investiert, um dauerhaft ein solides Fundament zu schaffen. Zudem wurden die Produktportfolios der beiden Kerngeschäftsbereiche Commercial Banking und Prime Brokerage breiter gefächert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Bank hat bereits begonnen sukzessive den ursprünglichen Fokus im Bereich Prime Brokerage von sog. "Equity Strategien" zu anderen Asset Klassen wie "Real Estate" und "Short Term Receivables" zu verlagern sowie die Produkte in der Sparte Commercial Banking um Forfaitierungen zu erweitert. Das Akkreditiv-Geschäft und damit einhergehend die Vergabe von Bankgarantien wird derzeit ebenso wie das Treasury weiter ausgebaut.

In den kommenden Jahren strebt die Bank eine Position als spezialisierter Anbieter von Trade Finance Lösungen insbesondere für Unternehmenskunden mit regionalem Schwerpunkt in Osteuropa und der MENA-Region sowie als professioneller Prime Brokerage Partner für institutionelle Kunden an. Im Wettbewerbsvergleich positioniert sich die Bank als klassischer Nischenanbieter. Im Geschäftsbereich Commercial Banking zählen für den Bereich Internationaler Zahlungsverkehr grundsätzlich alle deutschen Banken, die Auslandszahlungsverkehr betreiben, zu den Wettbewerbern der Gesellschaft. Aus Sicht des Vorstands hat die Varengold Bank hier den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer eher geringen Größe Kunden akquirieren kann, die für traditionelle Anbieter nicht rentabel erscheinen. Im Bereich Trade Finance profitiert die Bank von langjährigen Kundenbindungen. Im Prime Brokerage steht die Gesellschaft insbesondere im Wettbewerb zu europäischen Leverage-Providern und Depotbanken sowie deutschen Investmentaktiengesellschaften. Die Varengold Bank grenzt sich hier insbesondere von ihren Wettbewerbern durch kurze Entscheidungswege und maßgeschneiderte Produkte innerhalb einer gewachsenen Infrastruktur ab.

Das geopolitische Umfeld bleibt angesichts der internationalen Ausrichtung der Bank weiterhin einer der Unsicherheitsfaktoren. Die sich zudem weiter fortsetzende Tendenz steigender regulatorischer Anforderungen macht es kleineren Banken auch weiterhin nicht einfach, sich profitabel am Markt zu behaupten. Die Institute werden versuchen, die durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld verursachten Belastungen mit einem Ausbau von zinsunabhängigen Ertragsquellen und zusätzlichen Kostenreduktionen zu kompensieren. Dieses in Betracht ziehend hat die Varengold Bank eine neu ausgerichtete Wachstumsstrategie umgesetzt, in der Kundenzufriedenheit und Organisationsstabilität eine wesentliche Rolle spielen. Die Unternehmenskultur der Varengold Bank wird dabei auch zukünftig von Flexibilität und Kreativität geprägt sein. Das Ziel der Geschäftsbereiche Commercial Banking und Prime Brokerage ist es weiterhin, Kundenbedürfnisse mit Nischenprodukten zu befriedigen und eine maßgeschneiderte Produkt- und Servicequalität zu liefern.

Um Wachstumschancen nutzen und flexibel agieren zu können, soll die Eigenkapitaldecke mittelfristig gestärkt werden, damit die Bank auch zukünftig in dem von Herausforderungen und Volatilität geprägten Marktumfeld mit weniger Risiken behaftet erfolgreich bestehen kann. Insgesamt ist der Vorstand zuversichtlich, dass sich die eingeleiteten operativen Maßnahmen aufgrund der strategischen Refokussierung auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2016 widerspiegeln werden und entsprechend zum Gesamtjahresergebnis beitragen können.

Hamburg, 29. August 2016

Varengold Bank AG

Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Berichtsperiode

01.01. - 30.06.2016 Gesamt Capital
Markets
Brokerage
Prime
Brokerage
Commercial
Banking
TEUR TEUR TEUR TEUR
Zinserträge 2.545 -139 2.278 406
Zinsaufwendungen 1.652 6 1.643 3
Provisionserträge 17.741 398 16.916 427
Provisionsaufwendungen 12.021 237 11.727 57
Laufende Erträge aus Aktien 129 129
Nettoergebnis des Handelsbestands 3.936 2.201 1.688 47
Sonstige betriebliche Erträge 927 423 297 207
Verwaltungsaufwand 8.359 3.485 3.214 1.661
Abschreibungen 1.227 419 730 78
Sonstige betriebliche Aufwendungen 172 72 1 99
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
1.847 -1.334 3.992 -810

Das erste Halbjahr 2016 war geprägt von sehr unterschiedlichen Geschäftsentwicklungen der einzelnen Geschäftsbereiche: Die Sparte Prime Brokerage erzielte ein deutlich positives Ergebnis aufgrund der Steigerung der Erträge gegenüber der Vorjahresperiode, während die Sparten Capital Markets Brokerage und Commercial Banking aufgrund der geringeren Erträge sowie der größeren Kostenbelastung ein negatives Ergebnis erzielt haben. Aufgrund der Änderung der Allokationssystematik ergeben sich Abweichungen zur Vorjahresperiode wesentlich bei der Zuordnung des Verwaltungsaufwand und der Abschreibungen. Alle Erträge und Aufwendungen, die die Gesamtbank betreffen und nicht einem der drei Geschäftsbereiche direkt zugeordnet werden können, insbesondere Personalkosten und sämtliche Aufwendungen des Middle- und Backoffices, Aufsichtsräte sowie der Vorstände werden durch einen Verteilungsschlüssel verteilt. Die neue Allokationssystematik orientiert sich an der Verteilung nach "Köpfen" der Geschäftsbereiche. Des Weiteren werden folgende Aufwendungen gemäß dem Verteilungsschlüssel "Köpfe" zugeordnet: Miete, Versicherungen, IT-Kosten der Gesamtbank, Aufwendungen für Kapitalmarktpflichten, Abschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten der Gesamtbank, Spenden, Abschreibungen. Alle Treasury Ergebniskomponenten werden in Prime Brokerage gezeigt. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich in allen drei Geschäftsbereichen im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöht, da die Erträge aus Kursdifferenzen vom Zinsertrag zu den sonstigen betrieblichen Erträgen umgegliedert und nach "Köpfen" verteilt wurden.

Capital Markets Brokerage:

Die signifikante Reduzierung des Gewinns in der Sparte Capital Markets Brokerage gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 liegt wesentlich an der Verringerung des Handelsvolumen, die sich durch die im März 2016 veröffentlichte Absicht der Schließung des Geschäftsbereichs per Oktober 2016 erklären lässt. Aufgrund der Verteilung der Strafzinsen auf die Geschäftsbereiche ergibt sich ein negativer Zinsertrag in Capital Markets Brokerage. Der Verwaltungsaufwand hat sich erhöht durch die dem Geschäftsbereich zugeordneten Aufwen-

dungen des Corporate Centers. Im Durchschnitt sind 8 Mitarbeiter in Capital Markets Brokerage beschäftigt. Des Weiteren tragen zu den hohen Verwaltungsaufwendungen wesentlich die IT-Kosten bei. Die Abschreibungen erklären sich hauptsächlich aus einer Einzelwertberichtigung einer IB-Forderung.

Prime Brokerage:

Der signifikante Anstieg der Erträge in der Sparte Prime Brokerage gegenüber dem Halbjahr 2015 wurden wesentlich in der Asset Klasse Equity erzielt. Die Asset Klasse Real Estate trug zu einem geringen Teil zum Ergebnis bei. Die Erträge im Prime Brokerage resultieren aus Provisions- und Zinserträgen, die durch Transaktionen mit institutionellen Kunden erzielt wurden, die hauptsächlich internationale Handelsstrategien umsetzen. Die hohen Provisionsaufwendungen, wesentlich verursacht durch Security Lending Gebühren, werden vom Kunden erstattet und in den Provisionserträgen abgebildet. Des Weiteren trugen zu dem guten Prime Brokerage Ergebnis das Handelsergebnis aus Investments im Zusammenhang mit der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen bei. Die hohen Zinsaufwendungen resultieren aus den an Anleger zu zahlende Tages- und Termingeldzinsen für die im Geschäftsbereich eingesetzten Gelder. Der Verwaltungsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht, was wesentlich an der indirekten Kostenallokation nach "Köpfen" liegt. Im Prime Brokerage wurden durchschnittlich 5 Mitarbeiter beschäftigt. Die hohen Abschreibungen liegen wesentlich an den Abschreibungen der Wertpapiere der Liquiditätsreserve, die durch die hohen Zinserträge aus den Wertpapieren der Liquiditätsreserve überkompensiert werden.

Commercial Banking:

In der Sparte Commercial Banking haben sich die Erträge gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 leicht verringert, wodurch sich auch das Ergebnis verschlechtert hat. Die Zinserträge ergeben sich wesentlich aus dem Kreditgeschäft; der Zinsaufwand resultiert aus den an Anleger zu zahlenden Tages- und Festgeldzinsen für die Refinanzierung des Kreditvolumens. Der Zahlungsverkehr, größtenteils mit ausländischen Kunden, trug über die Provisionen zu den Erträgen der Sparte bei. Demgegenüber stehen Provisionsaufwendungen, die einmalig bei Abschluss der Geschäfte im Zahlungsverkehr in dieser Sparte anfallen. Die Verwaltungsaufwendungen sind wesentlich aufgrund der höheren Kosten-Allokation gestiegen, trotz einer geringen Mitarbeiteranzahl (durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 4).

IMPRESSUM

Varengold Bank AG Große Elbstraße 14 22767 Hamburg

T +49.40.66 86 49 0 F +49.40.66 86 49 49 E-Mail: [email protected] http://www.varengold.de

Vorstand Dr. Bernhard Fuhrmann Frank Otten

Aufsichtsrat Dr. Karl-Heinz Lemnitzer Michael Stephen Murphy Alexander Körner

Register USt-IdNr. Amtsgericht Hamburg, HRB 73684 Finanzamt Hamburg, DE247069729

Aufsichtsbehörde

Die Varengold Bank AG ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter der Nummer 109 520 registriert und unter www.bafin.de veröffentlicht.

Erlaubnisse/Zulassungen der Varengold Bank AG

  • Abschlussvermittlung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 2 KWG)
  • Anlageberatung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1a KWG)
  • Anlagevermittlung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 KWG)
  • Anlageverwaltung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 11 KWG)
  • Depotgeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 KWG)
  • Eigengeschäft (§32 Abs. 1a KWG)
  • Eigenhandel (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 KWG)
  • Einlagengeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG)
  • Factoring (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 9 KWG)
  • Finanzierungsleasing (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 10 KWG)
  • Finanzkommissionsgeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 KWG)
  • Finanzportfolioverwaltung (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG)
  • Garantiegeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 KWG)
  • Kreditgeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG)

Einlagensicherung

Die Varengold Bank AG gehört der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) an.

Große Elbstraße 14 22767 Hamburg

Hinweise zum Inhalt

Dieser Bericht wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Alle Bezeichnungen, die ausschließlich in der männlichen Form verwendet wurden, gelten sinngemäß auch in der weiblichen Form. Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht nur Tatsachen der Vergangenheit beschreiben, sondern sie umfassen auch Aussagen über Annahmen und Erwartungen sowie die zugrunde liegenden Annahmen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die dem Vorstand der Varengold Bank AG zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen beziehen sich deshalb nur auf den Tag, an dem sie gemacht werden. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb unseres Einflussbereichs betreffen. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit, beziehungsweise für das tatsächliche Eintreten der gemachten Angaben, können wir daher keine Haftung übernehmen. Der Vorstand übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse weiterzuentwickeln. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage oder der Wettbewerbssituation, eine drohende Verschlechterung der Ertragslage aus Sonderbelastungen sowie die Verfassung der Finanzmärkte, aus denen die Varengold Bank AG einen erheblichen Teil ihrer Erträge erzielt. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Verbreitung, Vervielfältigung, Übersetzung, des Nachdrucks und der Wiedergabe sowie der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen sind, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, allein der Varengold Bank AG vorbehalten.

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