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Varengold Bank AG

Annual Report Sep 5, 2022

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Annual Report

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Finanzbericht: 31165349

Varengold Bank AG

Hamburg

Jahresabschluss/​Jahresfinanzbericht zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Der Aufsichtsrat dankt zunächst den Mitgliedern des Vorstands sowie den Mitarbeiter*innen der Varengold Bank AG für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das erneut hohe persönliche Engagement im Jahr 2021. Das gesamte Varengold-Team hat das Wachstum der Bank deutlich vorangetrieben und die erforderlichen Maßnahmen für eine nachhaltige und sehr positive Geschäftsentwicklung initiiert. Eine tiefgreifende Transformation hinsichtlich Digitalisierung und Prozessoptimierung wurde bereits in den Vorjahren eingeleitet und hat im vergangenen Jahr sichtbare Früchte getragen. Ein besonderer Fokus der strategischen Aktivitäten lag zudem auf den Themenbereichen Unternehmenskultur und Nachhaltigkeit im Sinne von "Corporate Social Responsibility". Das abgelaufene Geschäftsjahr war somit eine prägende Phase für die Weiterentwicklung der Varengold als leistungsstarke Bank. Diesen gesamten Prozess haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und den Vorstand bei der Ausführung seiner geschäftsführenden Tätigkeiten überwacht und kontrolliert.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat seine nach Gesetz und Satzung der Gesellschaft obliegenden Aufgaben wahrgenommen, sich umfassend mit der geschäftlichen und strategischen Entwicklung des Unternehmens befasst sowie die Führung der Geschäfte durch den Vorstand in Erfüllung seiner Beratungs- und Überwachungsfunktion intensiv begleitet. Überwachungsziele orientierten sich an den gesetzlichen Vorgaben und wurden unterjährig den internen und externen Entwicklungen entsprechend speziell angepasst. Maßstab für diese Überwachung waren die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, strategische Bedeutung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand. Der Aufsichtsrat überzeugte sich im regelmäßigen Austausch mit den einzelnen Mitgliedern des Vorstands im Verlauf des Jahres 2021 sowie mit gezielten Fragestellungen von der Eignung und der Zuverlässigkeit der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Das Gremium war stets aktuell informiert über die Geschäftstätigkeiten und hat unter anderem schriftlich Informationen zur monatlichen finanziellen Geschäftslage sowie quartalsweise zur Risikosituation der Bank erhalten. Weiterhin wurden sämtliche Innenrevisionsberichte und Compliance-Reports sowie, je nach Einzelsachverhalt, zusätzliche Unterlagen dem Aufsichtsrat zugestellt. Die steten, umfassenden und zeitnahen schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstands an den Aufsichtsrat entsprachen den Vorgaben nach § 90 AktG.

Die dem Aufsichtsrat zur Verfügung stehenden Informationen wurden in den Aufsichtsratssitzungen, im Rahmen von Umlaufbeschlüssen sowie darüber hinaus in Einzelgesprächen diskutiert. Die Geschäftsordnung des Vorstands beinhaltet einen Katalog für Geschäfte und Maßnahmen, zu deren Vornahme der Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen hat. Derartige Geschäfte und Maßnahmen werden eingehend zwischen den beiden Gremien diskutiert und seitens des Aufsichtsrats geprüft.

Auch außerhalb der Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands in engem Kontakt, um strategische Optionen und aktuelle Fragen der Geschäftspolitik zu hinterfragen und zu diskutieren. Der Vorstand beantwortete und erläuterte stets die Fragen des Aufsichtsrats umfangreich und zu dessen Zufriedenheit. Um die Informationsbasis zu verbreitern und eigene Eindrücke von der Unternehmensentwicklung zu gewinnen, hat der Aufsichtsrat auch vorstandsferne Erkundigungen eingeholt, unter anderem bei Führungskräften der Bank und externen Beratern.

Aufsichtsratssitzungen 2021

Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen abgehalten, die am 23. März 2021, am 8. Juni 2021, am 29. September 2021 und am 14. Dezember 2021 stattgefunden haben. Alle Sitzungen erfolgten unter Teilnahme sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder und beider Mitglieder des Vorstands sowie themenbezogen unter Teilnahme von Gastrednern aus den jeweiligen Fachbereichen.

Grundsätzlich wurde in jeder Sitzung seitens des Vorstands an den Aufsichtsrat über die aktuelle Entwicklung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Bericht erstattet sowie ein Statusupdate insbesondere zu Risikocontrolling und Compliance-Angelegenheiten gegeben.

Im Rahmen der Sitzung vom 23. März 2021 wurden vorrangig die Geschäftsentwicklung und die Unternehmenskennzahlen mit Blick auf das vorangegangene Geschäftsjahr 2020 diskutiert. Zudem wurde die Geschäftsstrategie 2021 besprochen, der Geschäftsplan 2021 und die Mehrjahresplanung sowie die Risikostrategie 2021 seitens des Vorstands erörtert und anschließend durch den Aufsichtsrat genehmigt. Darüber hinaus besprachen die Teilnehmer u.a. den Compliance-Bericht 2020, das vorhandene Vergütungssystem und dessen Umsetzung sowie die neusten Maßnahmen im Rahmen des allgemeinen Kulturwandels der Bank.

Wesentliche Tagesordnungspunkte der Sitzung vom 8. Juni 2021 war neben einem Rückblick auf die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2021 insbesondere der Jahresabschluss 2020 (im direkten Gespräch mit dem zuständigen Jahresabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH). Darüber hinaus wurden die Nichtprüfungsleistungen der Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH sowie aktuelle und anstehende regulatorische Anforderungen erläutert.

In der Sitzung am 29. September 2021 stand im Wesentlichen die Entwicklung der Geschäftsfelder Marketplace Banking und Commercial Banking, Planungen zur Prozessoptimierung und Digitalisierung sowie die zukünftigen Regelungen des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz ("FISG") und damit einhergehend die Gründung eines Prüfungsausschusses im Mittelpunkt der Tagesordnung. Zudem wurde die Ernennung von Kai Friedrichs (Chief Operating Officer) zum Generalbevollmächtigten der Bank besprochen.

In der letzten Sitzung des Jahres, am 14. Dezember 2021, wurde rückblickend die bis dato erzielte Ergebnisentwicklung der Bank im Jahr 2021 betrachtet und erste Planungen für das Geschäftsjahr 2022 besprochen. Darüber hinaus waren u.a. die Beteiligungsstruktur der Bank und die Einhaltung der Anforderungen im Sinne des §25d KWG zentrale Themen der Sitzung.

Neben diesen vier gemeinsamen Sitzungen beider Organe trat der Aufsichtsrat auch zu gelegentlichen Telefon- und Videokonferenzen zusammen, um sowohl die Themen aus den gemeinsamen Sitzungen nachzuarbeiten, als auch die Themen für bevorstehende gemeinsame Sitzungen vorbereiten zu können. Darüber hinaus wurden weitere Beschlüsse im Umlaufverfahren gem. § 12 Absatz 2 der Satzung der Varengold Bank AG gefasst.

Der Aufsichtsrat hat zudem im Verlauf des Jahres 2021 grundlegend den Rechnungslegungsprozess der Bank, die Wirksamkeit des vorhandenen internen Kontrollsystems, die Arbeit der Innenrevision sowie das Risikomanagement überwacht. Auch war der Aufsichtsrat stets informiert über Planungen und Aktivitäten im Rahmen der strukturellen, technologischen und kulturellen Transformation der Bank.

Der Aufsichtsrat selbst unterzieht seine Arbeit regelmäßig einer Effizienzprüfung. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr, wie schon in den vorangegangenen Geschäftsjahren, aufgrund der Unternehmensgröße und der Tatsache, dass der Aufsichtsrat nur aus drei Mitgliedern besteht, auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.

Auf Grundlage des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz ("FISG") hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Januar 2022 einen Prüfungsausschuss etabliert - diesen bilden automatisch die drei amtierenden Aufsichtsmitglieder der Bank Der Prüfungsausschuss kontrolliert im Wesentlichen die Qualität der Jahresabschlussprüfung und die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Lemnitzer verfügt gem. § 100 Abs. (5) AktG über den erforderlichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Varengold Bank tätig ist, vertraut.

Erteilung des Prüfungsauftrags an PricewaterhouseCoopers GmbH

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH, Hamburg, wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2021 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt. Anschließend erteilte der Aufsichtsrat der PricewaterhouseCoopers GmbH den Prüfungsauftrag. Der Auftrag selbst enthält u.a. klare Regelungen über den Prüfungsumfang, die Prüfungsdurchführung sowie die zielführende Zusammenarbeit. Vor der Empfehlung des Aufsichtsrats betreffend den Wahlvorschlag an die Hauptversammlung hat der Abschlussprüfer erklärt, dass keine geschäftlichen, finanziellen sowie persönlichen oder sonstigen Beziehungen bestehen, die Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen könnten.

Jahresabschlussprüfung 2021

Der für das Geschäftsjahr 2021 beauftragte Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH, Hamburg, hat den nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und den Lagebericht geprüft sowie einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Zur Vorbereitung der Bilanzaufsichtsratssitzung am 20. Juni 2022 erhielt der Aufsichtsrat den Entwurf des Prüfungsberichts zum Jahresabschluss 2021 sowie den Lagebericht zwecks Durchsicht und Prüfung. Am 14. Juni 2022 hat die Vorbesprechung des Prüfungsberichts zum Jahresabschluss 2021 zwischen Vorstand und Abschlussprüfer stattgefunden, an der auch der Aufsichtsratsvorsitzende aktiv teilgenommen hat. Alle offenen Fragen konnten abschließend in der Bilanzaufsichtsratssitzung mit dem Vorstand und den anwesenden Wirtschaftsprüfern der Pricewaterhouse-Coopers GmbH geklärt werden.

Durch einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats vom 20 Juni 2022 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der Varengold Bank AG zum 31. Dezember 2021, der gegenüber den Entwürfen keine materiellen Änderungen enthielt, gem. § 12 i.V.m. § 22 der Satzung der Varengold Bank AG nach der abschließenden Prüfung durch den Aufsichtsrat gebilligt. Der Jahresabschluss der Varengold Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt ausdrücklich allen Aktionärinnen und Aktionären, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern sowie Kundinnen und Kunden der Varengold Bank AG für das entgegengebrachte Vertrauen.

Für den Aufsichtsrat

Hamburg, 21. Juni 2022

Dr. Karl-Heinz Lemnitzer, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

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Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro TEuro
--- --- --- ---
1. Barreserve
a) Kassenbestand 3.068,31 3,9
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 956.263.044,98 400.791,5
- darunter: 956.266.113,29 400.795,4
bei der Deutschen Bundesbank: Euro 954.717.806,77 (400.791,5)
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 8.297.596,67 12.434,3
b) andere Forderungen 5.522,87 4.554,2
8.303.119,54 16.988,5
3. Forderungen an Kunden 304.094.182,25 405.535,0
- darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert: Euro 43.664,44 (42,3)
Kommunalkredite Euro 93.963.458,65 (172.809)
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von öffentlichen Emittenten 28.462.697,95 21.426,8
- darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: Euro 28.295.025,39 (21.313,5)
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 122.657.074,74 99.129,1
6. Beteiligungen 660.696,44 697,6
7. Anteile an verbundenen Unternehmen 500.000,00 44,6
8. Treuhandvermögen 42.379.456,28 45.200,0
- darunter:
Treuhandkredite Euro 42.379.456,28 (45.200,0)
9. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen 157.198,00 124,9
157.198,00 124,9
10. Sachanlagen 228.959,50 111,9
11. Sonstige Vermögensgegenstände 2.720.192,45 4.977,4
12. Rechnungsabgrenzungsposten 314.113,07 163,7
Summe Aktiva 1.466.743.803,51 995.194,9

Passiva

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Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro TEuro
--- --- --- ---
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 120.308.333,71 21.070,8
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 28.620.442,25 101.066,1
148.928.775,96 122.136,9
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 854.781.130,67 441.829,1
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 343.546.231,15 334.899,8
1.198.327.361,82 776.728,9
3. Treuhandverbindlichkeiten 42.379.456,28 45.200,0
- darunter:
Treuhandkredite Euro 42.379.456,28
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.285.208,64 2.226,0
5. Rechnungsabgrenzungsposten 313.441,74 91,5
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 231.733,00 225,6
b) Steuerrückstellungen 504.000,00 65,5
c) andere Rückstellungen 10.942.420,42 4.854,6
11.678.153,42 5.145,7
7. Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals 5.000.000,00 5.000,0
8. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 10.043.015,00 10.043,0
b) Kapitalrücklage 44.705.492,65 44.705,5
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 1.700,00 1,7
cb) andere Gewinnrücklagen 16.700,00 16,7
18.400,00 18,4
d) Bilanzgewinn 1.064.498,00 -16.101,0
Summe Passiva 1.466.743.803,51 995.194,9
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 50.000,00 6.752,0
2. Andere Verpflichtungen
a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 38.087.264,49 15.260,0

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

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Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro Euro TEuro
--- --- --- --- ---
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 8.927.206,90 9.472,4
abzgl. negative Zinsen aus Bankguthaben und Kundenkrediten -4.112.967,57 -1.283,4
4.814.239,33 8.189,0
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 458.644,87 485,2
abzgl. negative Zinsen 0,00 0,0
458.644,87 5.272.884,20 8.674,20
2. Zinsaufwendungen -2.541.832,39 -2.785,4
abzgl. positive Zinsen aus Offenmarktgeschäften und dem Bankgeschäft 4.018.436,14 1.476,7
1.476.603,75 -1.308,7
6.749.487,95 7.365,5
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 792.517,50 1.036,3
b) Anteilen an verbundenen Unternehmen 450.000,00 0,0
1.242.517,50 1.036,3
4. Provisionserträge 48.518.792,38 19.528,6
5. Provisionsaufwendungen -3.880.455,24 -1.600,6
44.638.337,14 17.928,0
6. Sonstige betriebliche Erträge 2.978.554,35 1.040,6
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -9.881.317,26 -7.595,9
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.403.162,00 -1.366,7
- darunter: für Altersversorgung Euro 454.657,90 -11.284.479,26 -8.962,6
b) andere Verwaltungsaufwendungen -11.591.822,58 -8.623,4
-22.876.301,84 -17.586,0
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -113.646,06 -96,0
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.703.422,14 -2.955,1
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -7.512.876,74 -4.511,2
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0 -367,3
12. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 21.402.650,16 1.854,80
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.237.154,13 -139,8
14. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 9 ausgewiesen -28,00 -0,4
-4.237.182,13 -140,2
15. Jahresüberschuss 17.165.468,03 1.714,6
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -16.100.970,03 -17.815,6
17. Bilanzgewinn 1.064.498,00 -16.101,0

Amtsgericht Hamburg, HRB 73684

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

1 Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Angaben, die mehrere Posten betreffen, sind zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit abweichend von § 284 Abs. 1 Satz 1 HGB weiterhin postenübergreifend dargestellt.

Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.

Vermögensgegenstände und Schulden sind - soweit vorstehend oder im Folgenden nicht anders angegeben - nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB und ergänzend nach denjenigen der §§ 340 ff. HGB bewertet.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Höhe der Risikovorsorge für einzeln betrachtete Adressenausfallrisiken bemisst sich dabei nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Forderungen und dem wahrscheinlich einbringlichen Wert. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Deren Ermittlung erfolgt nach RS BFA 7 auf Basis einer Schätzung der erwarteten Verluste aus einer nicht vertragsgemäßen Erfüllung von Kapital- und Zinsverpflichtungen in der ursprünglich vereinbarten Höhe bzw. zu den ursprünglich vereinbarten Zahlungszeitpunkten über die Restlaufzeit (Expected-Loss); Erlöse aus der Verwertung von erhaltenen Kreditsicherheiten werden bei der Ermittlung berücksichtigt.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern sie dem Anlagevermögen zugeordnet sind, nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Bei Zuordnung zur Liquiditätsreserve erfolgt die Bilanzierung nach dem strengen Niederstwertprinzip. Dem Anlagevermögen ist ein Bestand in Höhe von TEUR 64.337 (Buchwert) zugeordnet.

Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.

Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen bewertet. Bei den erwarteten Nutzungsdauern werden die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen und die immateriellen Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen linearen Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei wird sich an den von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle AV)) orientiert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der von untergeordneter Bedeutung ist und im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 250 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird gemäß § 250 Abs. 1 HGB gebildet.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten (Diskonterträge aus Forfaitierungsgeschäften) werden gemäß § 250 Abs. 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.

Pensionsrückstellungen, die auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck nach den Bestimmungen des § 253 Abs. 2 HGB ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 1,87 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine individuelle Fluktuation zugrunde gelegt.

Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Die begebenen Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals sind mit ihrem Nominalbetrag bewertet. Der Zinsaufwand wird auf Basis der erwarteten Zahlungen an die Eigentümer der Instrumente abgegrenzt.

Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz unter Berücksichtigung voraussichtlich noch anfallender Risiko- und Verwaltungskosten genutzt. Die Bewertung ergab, dass aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuch) kein Verpflichtungsüberschuss und damit keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung bestehen.

Die Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften und positive Zinsen aus Passivgeschäften werden als Reduktion des Zinsertrags bzw. Zinsaufwands erfasst und im GuV-Formblatt gesondert ausgewiesen.

Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 RechKredV und nach § 340c Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 33 RechKredV wahr.

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/​- einer Einheit auftreten.

3 Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten werden bei Zugang mit dem tagesaktuellen Wechselkurs It. EZB bewertet.

Seit dem 01.11.2021 betreibt die Gesellschaft ihre Währungsabsicherung über einen Treasury-Fond, wodurch grundsätzlich keine besondere Deckung mehr in Betracht kommt. Für Geschäfte, deren besondere Deckung im Geschäftsjahr weggefallen ist, erfolgt deshalb seit dem 01.11.2021 keine Kompensation der Ergebnisse aus Währungsumrechnung durch Sicherungsgeschäfte in der GuV.

Für diese Posten ohne besondere Deckung erfolgte im Berichtsjahr die Berücksichtigung von Währungsergebnissen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Wechselkursbedingte Überschreitungen der Anschaffungskosten für diese Posten werden durch Bildung eines passivischen Korrekturpostens gemäß IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung für Besonderheiten der handelsrechtlichen Fremdwährungsrechnung bei Instituten (IDW RS BFA 4, Tz 21) (Stand: 18.08.2011) kompensiert, der in den "sonstigen Verbindlichkeiten" enthalten ist.

Bei einem Teil der Forderungen in fremder Währung handelt es sich allerdings auch für die Zeit ab dem 01.11.2021 um in Fremdwährung besonders gedeckte Geschäfte im Sinne des § 340h HGB.

Für diese und die bis 31.10.2021 bestehenden besonders gedeckten Geschäfte wurden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung der besonders gedeckten Geschäfte sind gemäß IDW RS BFA 4 saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthalten.

Unterjährig anfallende Erträge und Aufwendungen gehen mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB zum Bilanzstichtag mit den EZB-Referenzkursen in Euro umgerechnet.

Zum 31. Dezember 2021 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Guthaben bei Zentralnotenbanken 1.545 0
Forderungen an Kreditinstitute 7.192 8.243
Forderungen an Kunden 7.063 7.974
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 37.082 40.271
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 45
Sonstige Vermögensgegenstände 45 49
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 73.417 32.583
Sonstige Verbindlichkeiten 17 86

4 Erläuterungen zur Bilanz

4.1 Postenübergreifende Angaben

4.1.1 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Forderungen an Kunden 304.094 405.535
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0 4.818

Bei der Davon-Position des Vorjahres handelte es sich um Forderungen gegen die Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands, sowie die Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands. Die Forderungen sind mittlerweile ausgeglichen. Die Gesellschaften sind aufgelöst bzw. werden gelöscht.

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.198.327 776.729
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 11 87

Bei der Davon-Position handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber der Varengold Verwaltungs AG i.L., Hamburg, sowie der in Liquidation befindlichen Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands.

4.1.2 Restlaufzeitengliederung

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Forderungen an Kreditinstitute 8.303 16.989
täglich fällig 8.298 12.435
bis drei Monate 0 0
mehr als drei Monate bis ein Jahr 5 4.554
Forderungen an Kunden 304.094 405.535
täglich fällig 11.729 24.647
bis drei Monate 78.861 50.684
mehr als drei Monate bis ein Jahr 155.204 233.720
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 58.070 96.104
mehr als fünf Jahre 230 380
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 28.463 21.427
bis drei Monate 130 0
mehr als drei Monate bis ein Jahr 9.542 0
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 18.791 21.427
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 148.928 122.137
täglich fällig 120.308 21.071
bis drei Monate 0 0
mehr als drei Monate bis ein Jahr 0 74.903
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 28.525 26.163
mehr als fünf Jahre 95 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.198.327 776.729
täglich fällig 854.781 441.829
bis drei Monate 33.249 63.666
mehr als drei Monate bis ein Jahr 168.608 121.504
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 141.024 149.730
mehr als fünf Jahre 665 0

4.1.3 Wertpapiere

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 28.463 21.427
nicht börsenfähig 0 0
börsenfähig 28.463 21.427
- davon: börsennotiert 28.463 21.427
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 122.657 99.129
nicht börsenfähig 88.332 85.851
börsenfähig 34.325 13.278
- davon: börsennotiert 3.838 2.497
Anteile an verbundenen Unternehmen 500 45
nicht börsenfähig 500 45
börsenfähig 0 0
- davon börsennotiert 0 0
Beteiligungen 661 698
nicht börsenfähig 312 0
börsenfähig 349 698
- davon börsennotiert 0 349

Ein Aktienpaket im Umfang von TEUR 349 war bis zum Vorjahr in den Beteiligungen enthalten, es wurde im Geschäftsjahr in die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere umgegliedert.

4.1.4 Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten

Die Bank vergibt seit Mai 2020 Kredite an Kunden im Rahmen des KfW Corona Schnellkredite-Programms. Es handelt sich dabei um Treuhandkredite. Verbindlichkeiten gegenüber der KfW aus diesem Programm sind unter den Treuhandverbindlichkeiten in gleicher Höhe ausgewiesen. Die Treuhandforderungen und Treuhandverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 belaufen sich auf TEUR 42.380 (Vorjahr TEUR 45.200).

4.2 Postenindividuelle Angaben

4.2.1 Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden von TEUR 304.094 (Vorjahr TEUR 405.535) bestehen zu großen Teilen aus Kundendarlehen und Kommunalkrediten.

4.2.2 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren beläuft sich in Höhe von TEUR 28.463 (Vorjahr TEUR 21.427) auf Anleihen und Schuldverschreibungen von öffentlichen Emittenten.

4.2.3 Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

In dem Bilanzposten sind Anteile an Investmentfonds in Höhe von TEUR 122.308 (Vorjahr TEUR 99.129) enthalten.

Es handelt sich in Höhe von TEUR 97.232 (Vorjahr TEUR 84.230) um Investmentvermögen, an dem die Bank Anteile von mehr als 10 % hält und das sich wie folgt gliedert:

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in TEUR Anlageziel Buchwert Marktwert Stille Reserve/​ Last Ausschüttung in 2021
Dalma Corporate Bond Fund Immobilien 17.903 18.716 813 0
Quintar STFF, vormals Varengold Fixed Income Fund SP Handelsfinanzierungen 18.829 18.829 0 0
Varengold Spezial I Renten 50.500 50.931 431 35
nordiX European Consumer Credit Fonds Konsumentenkredite 10.000 10.075 75 0

Die Rückgabemöglichkeit ist beim "Dalma Corporate Bond"-Fonds innerhalb von drei Monaten und bei den Fonds "Quintar STFF" innerhalb von 90 Tagen zum Monatsende möglich. Beim "Varengold Spezial I"-Fonds bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der täglichen Rückgabemöglichkeit. Der "nordiX European Consumer Credit Fonds" sieht bei Paketen von mehr als TEUR 100 eine Rückgabe mit einer Frist von drei Monaten zum 30.06. oder 30.12. eines Jahres vor.

Dem Anlagevermögen sind Fondsanteile mit einem Buchwert von TEUR 63.989 (Zeitwert TEUR 64.646) zugeordnet (Vorjahreswerte TEUR 2.497 bzw. TEUR 2.444).

Im Berichtsjahr erfolgte eine Umgliederung einer Beteiligung aus dem Aktiv-Posten "6. Beteiligungen" in den Posten "5. Aktien und Schuldverschreibungen" mit TEUR 349.

4.2.4 Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz mit einer Beteiligungsquote von jeweils mehr als 20%.

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Gesellschaft Beteiligungsquote Eigenkapital Ergebnis
direkt indirekt 31.12.2021 2021
--- --- --- --- ---
% % TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Elbe2021 Incubator GmbH, Hamburg 100,00 493 1) -7 1)
Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg 33,00 -744 2) 2.747 2)
Lava Trading Ltd., Valetta, Malta 49,79 -6 3) -6 3)
Klear Lending AD, Sofia 20,00 670 4) 24 4)

Nach § 285 Nr. 11 HGB in Verbindung mit § 271 HGB unterbleibt die Angabe von Beteiligungen unter 20%.

1) vorläufige Zahlen zum 31.12.2021

2) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020

3) Jahresabschluss zum 31. März 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr); im Jahr 2016 wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt

4) Jahresabschluss zum 31.12.2020, Angaben in EUR wurden zum Kursstichtag 31.12.2021 umgerechnet; Kurs BGN: 1,95583

4.2.5 Brutto-Anlagenspiegel

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Anschaffungskosten
01.01.21 Zugänge 2021 Abgänge 2021 31.12.21
--- --- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Immaterielle Anlagewerte
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 388 0 0 388
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.327 94 0 2.421
Sachanlagen 728 195 179 744
Summe 3.443 289 179 3.553
Veränderung *)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Beteiligungen
Anteile an verbundenen Unternehmen

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kumulierte Abschreibungen
01.01.21 Jahres-Afa 2021 Abgänge 2021 31.12.21
--- --- --- --- ---
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Immaterielle Anlagewerte
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 388 0 0 388
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.202 62 0 2.264
Sachanlagen 616 52 153 515
Summe 3.206 114 153 3.167
Veränderung *)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 16.340
Beteiligungen -37
Anteile an verbundenen Unternehmen 455

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Restbuchwerte
31.12.21 31.12.20
--- --- ---
TEUR TEUR
--- --- ---
Immaterielle Anlagewerte
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 157 125
Sachanlagen 229 112
Summe 386 237
Veränderung *)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 64.337 47.997
Beteiligungen 661 698
Anteile an verbundenen Unternehmen 500 45

*) Von der nach § 34 Abs. 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht

Die immateriellen Anlagewerte bestehen vor allem aus entgeltlich erworbener Software sowie Lizenzen. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).

4.2.6 Sonstige Vermögensgegenstände

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen in Höhe von TEUR 1.937 (Vorjahr TEUR 1.389), aus abgetretenen Ansprüchen von TEUR 450 (Vorjahr TEUR 0) und Forderungen aus gezahlten Kautionen in Höhe von TEUR 262 (Vorjahr TEUR 258) ausgewiesen.

4.2.7 Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen im Voraus bezahlte Vergütungen (TEUR 168, Vorjahr TEUR 0) und Lizenzen (TEUR 129, Vorjahr TEUR 115).

4.2.8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind täglich fällige Verbindlichkeiten gegenüber neun Kreditinstituten enthalten mit TEUR 120.308 (Vorjahr TEUR 21.071).

Darüber hinaus sind Verbindlichkeiten gegenüber der Deutschen Bundesbank aus Offenmarktgeschäften mit TEUR 28.440 (Vorjahr TEUR 100.850) enthalten, deren Restlaufreiten bis zu fünf Jahren liegen. Negativzinsen sind in Höhe von TEUR 199 (Vorjahr TEUR 164) abgesetzt. Die Veränderung ergibt sich daraus, dass einer der Offenmarktkredite zum 30. September 2021 sein Laufzeitende erreicht hatte.

Zudem bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der KFW aus einem Darlehen, welches vom Programm "Corona Soforthilfe" (Treuhandkredit) in das Programm "Unternehmerkredit" übertragen wurde (TEUR 380, gegenüber dem Vorjahr unverändert).

4.2.9 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind täglich fällige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 854.781 (Vorjahr TEUR 441.829) sowie Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 343.546 (Vorjahr TEUR 334.900) enthalten. Die Verbindlichkeiten setzen sich aus Termingeldern (TEUR 343.546, Vorjahr TEUR 334.900), Kontokorrentkonten (TEUR 693.440, Vorjahr TEUR 347.422), Tagesgeldern (TEUR 121.779, Vorjahr TEUR 66.784), Sicherheitsleistungen (TEUR 35.044, Vorjahr TEUR 20.166) und sonstigen Posten (TEUR 4.435, Vorjahr TEUR 7.457) zusammen. Erstmals hinzugekommen sind Abgrenzungen für Negativzinsen aus Darlehen an Kunden (TEUR 83).

Wegen fehlender vereinbarter Laufzeiten wurde ein Teilbetrag der Verbindlichkeiten aus dem Passiv-Posten 2. a) ab) in den Posten 2. a) aa) umgegliedert mit TEUR 4.434; der Vorjahresausweis in Höhe von TEUR 7.457 wurde entsprechend angepasst.

4.2.10 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von TEUR 1.739 (Vorjahr TEUR 1.389). Des Weiteren sind in diesem Posten Verbindlichkeiten aus Steuersachverhalten in Höhe von TEUR 1.325 (Vorjahr TEUR 677) enthalten. Erstmals im Berichtsjahr wird ein passiver Ausgleichsposten auf Basis der Stellungnahme des IDW RS BFA 4 ausgewiesen mit TEUR 725.

4.2.11 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen wurden für die Hinterbliebenenversorgung gebildet. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem 10-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 232) und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz (TEUR 242) beträgt TEUR 10 (Vorjahr TEUR 6) und unterliegt einer Ausschüttungssperre (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB). Der Rechnungszins beträgt 1,87 % (durchschnittlicher Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren). Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung beträgt TEUR 3 (Vorjahr TEUR 3).

4.2.12 Steuerrückstellungen

In den Steuerrückstellungen sind neben Beträgen aus Vorjahren im Berichtsjahr gebildete Körperschaftsteuerrückstellungen (Steuersatz 15 % zuzüglich 0,825 % Solidaritätszuschlag) in Höhe von TEUR 188 (Vorjahr TEUR 18) sowie Gewerbesteuerrückstellungen (Steuersatz 16,45 %) in Höhe von TEUR 214 (Vorjahr TEUR 20) enthalten.

Des Weiteren bestehen Steuerrückstellungen für anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London für das Jahr 2021 in Höhe von TEUR 18 (Vorjahr TEUR 27). Hierfür wurde ein Ertragsteuersatz von 20 % zugrunde gelegt. Zudem ist erstmals eine Rückstellung für die Steuer auf das Ergebnis der Niederlassung in Sofia in Höhe von 53 TEUR enthalten, die unter Ansatz eines Steuersatzes von 10% ermittelt wurde.

4.2.13 Andere Rückstellungen

Dieser Posten gliedert sich unter Berücksichtigung von Rundungsausgleichen wie folgt:

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31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Rückforderungsansprüche Finanzverwaltung KESt 2016 3.100 0
Variable Vergütung 2.728 1.095
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 2.725 2.725
Rechts- und Beratungskosten 710 240
Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten 700 385
Entschädigungseinrichtung deutscher Banken 200 91
Urlaubs- und Überstundenrückstellungen 193 228
Archivierungskosten 84 73
Sonstige 502 18
Summe 10.942 4.855

Der Rückforderungsanspruch der Finanzverwaltung (Bescheid vom 22. Dezember 2021) begründet sich darauf, dass ein Fonds, an dem die Varengold AG beteiligt war und der bereits im Jahr 2016 beendet wurde, einen nach Auffassung der Finanzverwaltung erforderlichen Abzug von Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag unterlassen hat. Gegen den Bescheid wurde Einspruch eingelegt. Aussetzung der Vollziehung wurde gewährt.

4.2.14 Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals

Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen ("AT1-Anleihen") in Höhe von EUR 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungs- und der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen auslösenden Sachverhalt würde das Absinken der Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank auf unter 5,125 % darstellen. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.

Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 0,00.

Am 31. Dezember 2021 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:

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Währung Betrag in EUR Art Emissionsdatum Zinssatz Fälligkeit
EUR 5.000.000 variabel verzinslich, kumulative Nachranganleihen 19. August 2014 variabel ohne Fälligkeit

4.2.15 Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital TEUR 10.043 (Vorjahr TEUR 10.043) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 10.043.015 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.

In den letzten fünf Geschäftsjahren hat sich die Kapitalrücklage aus der Ausgabe neuer Aktien wie folgt entwickelt:

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Jahr Neue Aktien Aufgeld Rücklagenzuführung
2017 1.217.730 2,99 3.641.012,70
2018 2.070.141 1,80 3.726.253,80
2019 3.105.211 1,50 4.657.816,50
2020 727.381 2,85 2.073.035,85
2021 0 0 0
14.098.118,85
Stand 31.12.2016 30.607.373,80
Stand 31.12.2021 44.705.492,65

Im Januar 2020 wurde das Grundkapital um EUR 621.000,00 unter teilweiser Nutzung des "Genehmigten Kapitals 2018" sowie um EUR 106.381,00 unter teilweiser Nutzung des "Genehmigten Kapitals 2019" erhöht. Danach betrugen das "Genehmigte Kapital 2018" EUR 2.484.211,00 und das "Genehmigte Kapital 2019" EUR 1.446.225,00. In der Hauptversammlung am 25. November 2020 wurden einerseits die Aufhebung des "Genehmigten Kapital 2018" und des "Genehmigten Kapitals 2019" und andererseits das neue "Genehmigte Kapital 2020" in Höhe von EUR 5.021.507,00 beschlossen.

Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht weiterhin ein "Bedingtes Kapital 2012 II". Das Grundkapital wurde seinerzeit um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung stand im Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm, welches die Ausgabe von Aktien bis zum 08. August 2017 vorsah. Von den 140.000 möglichen Bezugsrechten wurden von den dazu Berechtigten bisher 128.750 übernommen, jedoch nicht ausgeübt. Diese Bezugsrechte sind mittlerweile verfallen. Offen sind noch 11.250 übernommene Bezugsrechte, die bis zum 14. Januar 2023 ausgenutzt werden können.

Im Jahr 2021 hat bis zum Ende des Berichtszeitraums keine Ausgabe von Aktienoptionen stattgefunden.

4.2.16 Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2021 bestehen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen im Wesentlichen in Form von Avalkrediten in Höhe von TEUR 50 (Vorjahr TEUR 6.752). Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingestuft. Die Bürgschaften sind vollständig besichert durch Bargeld, liquide Wertpapiere oder eine Kombination von beiden.

Das Risiko von Verlusten aus der Inanspruchnahme von Eventualverbindlichkeiten beruht im Wesentlichen auf dem Kreditrisiko der Auftraggeber. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme einer Eventualverbindlichkeit ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen einer Kreditprüfung des Auftraggebers und gegebenenfalls anhand einer Bewertung der erwarteten Erfüllung der zugrunde liegenden Verpflichtungen durch den jeweiligen Auftraggeber ab.

Zum 31. Dezember 2021 bestehen andere Verpflichtungen in Form von unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von TEUR 38.087 (Vorjahr TEUR 15.260) gegenüber Kunden, die diese in Teilbeträgen je nach Bedarf ziehen können. Für diese Inanspruchnahmen gelten kreditvertragliche Auszahlungsvoraussetzungen, deren Einhaltung vor der jeweiligen Auszahlung geprüft wird. Die Bank schätzt das Risiko, dass aus der Inanspruchnahme der unwiderruflichen Kreditzusagen ein Verlust resultiert, vor dem verbindlichen Eingehen ihrer Verpflichtung im Rahmen der Kreditprüfung ein.

4.2.17 Übertragene Sicherheiten

Gemäß den Bedingungen für Offenmarktgeschäfte wurden der Deutschen Bundesbank Sicherheiten in Form von Wertpapieren (EZBfähige Anleihen) sowie überwiegend Schuldscheindarlehen im Umfang von insgesamt TEUR 31.117 (Vorjahr TEUR 163.359) gestellt, siehe auch Ziffer 4.2.8.

5 Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

5.1 Zinsergebnis

Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus gewährten Darlehen und festverzinslichen Wertpapieren. Gezahlte Negativzinsen (hauptsächlich angefallen bei der Deutschen Bundesbank und für hinterlegte Sicherheiten) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.

In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten. Erhaltene Negativzinsen für hinterlegte Kundensicherheiten und Kundeneinlagen sind ebenso offen von den Zinsaufwendungen abgesetzt. Im Berichtszeitraum fielen diese Negativzinsen höher als der Zinsaufwand aus, so dass die "Zinsaufwendungen" einen Ertrag darstellen.

5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren bzw. aus Anteilen an verbundenen Unternehmen

In den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind ausschließlich Ausschüttungen von Fondsinvestments enthalten.

Die Erträge aus verbundenen Unternehmen resultieren aus der Liquidation von Tochter- und Enkelgesellschaften (TEUR 450; Vorjahr TEUR 0).

5.3 Provisionsergebnis

In den Provisionserträgen sind im Wesentlichen Einnahmen für Provisionen im Zahlungsverkehr (TEUR 44.408, Vorjahr TEUR 15.985), Kreditgeschäft (TEUR 2.148, Vorjahr TEUR 2.014) sowie Garantie- und Akkreditivgeschäft (TEUR 1.892, Vorjahr TEUR 1.213) enthalten.

Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich vor allem um Gebühren für die Vermittlung von Geschäften im Bereich Transaction Banking.

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2021 2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Provisionserträge 48.519 19.529
Provisionsaufwendungen 3.881 1.601
Provisionsüberschuss 44.638 17.928

5.4 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus weiterbelasteten Kosten und Frontingerlösen (zusammen TEUR 1.649, Vorjahr TEUR 431), aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (TEUR 253, Vorjahr 239) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 272, Vorjahr TEUR 164) enthalten. Zudem wurden Umsatzsteuererstattungsansprüche für 2020 und 2021 in Höhe von zusammen 716 TEUR berücksichtigt (Vorjahr TEUR 0).

5.5 Personalaufwendungen

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2021 2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Löhne und Gehälter 9.881 7.596
Soziale Abgaben 949 839
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 454 528
Summe 11.284 8.963

Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus einer weiter gestiegenen Zahl der Mitarbeiter und der Erhöhung der Bonusrückstellung um TEUR 1.634.

5.6 Andere Verwaltungsaufwendungen

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2021 2020
TEUR TEUR
--- --- ---
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 3.446 2.981
IT-Aufwendungen 3.436 2.725
Andere Dienstleistungen 1.459 882
Beiträge und Versicherung 1.230 761
Raumkosten 755 492
Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung 372 123
Aufwendungen für Kommunikation 382 430
Werbung, Bewirtung, Reisekosten 180 189
Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) 40 23
übrige andere Verwaltungsaufwendungen 292 17
Summe 11.592 8.623

Bei den "Anderen Dienstleistungen" handelt es sich um den Bezug von Leistungen Dritter, der nicht zwingend einer der übrigen Kategorien zugeordnet werden kann.

5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Im Berichtsjahr lagen - neben dem Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung für Rückforderungsansprüche der Finanzverwaltung in Höhe von TEUR 3.100 (Vorjahr TEUR 0), siehe Textziffer 4.2.13 - im Wesentlichen Aufwendungen aus Währungsumrechnungen mit TEUR 293 (Vorjahr TEUR 379), periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 272 (Vorjahr TEUR 2.564) und Aufwendungen aus Anlagenabgängen von TEUR 27 (Vorjahr TEUR 0) vor. In den periodenfremden Aufwendungen sind u.a. Zahlungen an die Deutsche Bundesbank für eine Prüfung nach § 44 KWG (TEUR 162, Vorjahr TEUR 0), Ausbuchung von Umsatzsteuer 2019 (TEUR 51, Vorjahr TEUR 0) sowie der Beitrag 2020 an die Bulgarische Nationalbank (TEUR 29, Vorjahr TEUR 0) enthalten.

5.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Bemessungsgrundlage für die Ertragsteuern ist vor allem durch nicht abzugsfähige Abschreibungen und Beiträge einerseits und steuerfreie Auflösungen von Wertberichtigungen aus Vorjahren andererseits sowie Zuführungen zur Vorsorgereserve gem. § 340f HGB geprägt.

Das Steuerergebnis resultiert im Wesentlichen aus Körperschaftssteuer samt Solidaritätszuschlag in Höhe von TEUR 1.929 (Vorjahr TEUR 318), sowie aus Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 2.046 (Vorjahr TEUR 279).

6 Sonstige Angaben

6.1 Organe

6.1.1 Aufsichtsrat

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Herr Dr. Karl-Heinz Lemnitzer Vorsitzender
Selbständiger Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Herr Vasil Stefanov Stellvertretender Vorsitzender
Vorstand, Euro-Finance AD; Head of M&A, Euroins Insurance Group AD
Herr Francesco Filia
CEO Fasanara Capital Ltd.
6.1.2 Vorstand
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann
Marktfolge
Herr Frank Otten
Markt

Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Otten sind jeweils gemeinsam vertretungsberechtigt mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.

6.1.3 Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien

Die nachstehenden Angaben beziehen sich sämtlich auf den Stichtag 31.12.2021.

Herr Dr. Lemnitzer nimmt keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG wahr.

Herr Stefanov ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Insurance Company Euroins Georgia JSC (Tbilisi), Vorstand der Euro-Finance AD (Sofia), Non-executive Director der Hanson Asset Management Limited (London), Aufsichtsratsmitglied der First Investment Bank AD (Moskau) sowie Miteigentümer der Vinart Stefanovi Ltd. (Plowdiw) und der Arkont-Invest Ltd. (Plowdiw).

Herr Filia ist zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Aufsichtsrat der Varengold Bank AG zudem CEO der Fasanara Capital Ltd. (London).

Herr Dr. Fuhrmann nimmt zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG die Tätigkeit als Liquidator bei der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg, wahr. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der JUCLA Invest GmbH, Hamburg.

Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Arensburg Consult GmbH, Molfsee, tätig, Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, Großwallstadt, Geschäftsleiter der KERNenergie Hamburg Store GmbH, Hamburg, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg. Seit Anfang 2021 ist er zudem Non-executive Director der Hanson Asset Management Ltd., London.

Herr Lukas Diehl und Herr Dr. Volkart Tresselt, Prokuristen der Varengold Bank AG, sind ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Verwaltungs Aktiengesellschaft i.L., Hamburg. Herr Lukas Diehl ist Geschäftsführer der Elbe2021 Incubator GmbH.

6.1.4 Organbezüge und -kredite

Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands gemäß § 285 Nr. 9 Buchst, a HGB sowie der Hinterbliebenenbezüge gemäß § 285 Nr. 9 Buchst, b HGB wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Zeitraum 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 403 (Vorjahr TEUR 338). Darin enthalten sind Tätigkeitsvergütungen (inklusive gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer) in Höhe von TEUR 400 (Vorjahr TEUR 333) und TEUR 3 angefallene Reisekosten.

Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats oder Vorstands. In den Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten sind vorschüssig bezahlte Beträge für jahresübergreifend vereinbarte Vergütungskomponenten.

6.2 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2021 beschäftigten Mitarbeiter beträgt insgesamt 99 (Vorjahr 86), darunter befinden sich 40 Mitarbeiterinnen (Vorjahr 35). Mit Ausnahme von 17 Mitarbeitern sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig. In Teilzeit tätig sind 17 Mitarbeiter. Fünf leitenden Mitarbeitern wurde Prokura erteilt. Herr Kai Friedrichs wurde als Prokurist zudem mit Generalhandlungsvollmacht ausgestattet.

6.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Raum-Mietverträgen in Höhe von TEUR 2.021 (Vorjahr TEUR 2.546) und aus Kosten für Software, Hardware und Services vor allem für den laufenden IT-Betrieb (TEUR 1.843). Im Vorjahr waren diese Beträge nicht in der Angabe enthalten. Die Restlaufzeiten für die größten Einzelbeträge liegen zwischen 2 und 60 Monaten.

6.4 Termingeschäfte

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr die Absicherung von Währungsrisiken umgestellt. Daraus resultierten wechselkursbedingte Wertsteigerungen, die gemäß der Stellungnahme IDW RS BFA 4 durch Einstellung eines passiven Ausgleichspostens mit Ausweis in den sonstigen Verbindlichkeiten kompensiert wurden.

6.5 Abschlussprüferhonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB beträgt insgesamt TEUR 775 (Vorjahr TEUR 615). Auf Abschlussprüfungsleistungen entfällt ein Betrag von TEUR 498 (davon für Vorjahre TEUR 48), auf andere Bestätigungsleistungen (Prüfung nach § 89 WpHG, Prüfung der Meldungen nach den Vorgaben für TLTRO-Geschäfte) ein Betrag von TEUR 88 und auf Steuerberatungsleistungen ein Betrag von TEUR 189. Die entsprechenden Vorjahresbeträge lauteten für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 425, für andere Bestätigungsleistungen TEUR 33 und für Steuerberatungsleistungen TEUR 157.

6.6 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss mit dem Verlustvortrag zu verrechnen und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen (Bilanzgewinn).

6.7 Mitteilungen gemäß § 20 AktG

Es wurden im Berichtsjahr keine Mitteilungen gemäß § 20 Abs. 1 AktG an die Varengold Bank AG übermittelt und mithin keine Bekanntmachungen gemäß § 20 Abs. 6 AktG im Bundesanzeiger veröffentlicht.

6.8 Deutscher Corporate Governance Kodex

Vom 20. März 2007 bis zum 28. Februar 2017 war die Aktie der Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Nach Schließung des Entry Standards ist die Varengold Aktie seit dem 1. März 2017 im Basic Board am Open Market notiert. Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.

6.9 Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2021 eingetretene Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nicht zu verzeichnen. Wir gehen davon aus, dass die politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Russland unsere Geschäftstätigkeit unmittelbar nicht wesentlich beeinträchtigen werden. Dauerhafte mittelbare Effekte, wie z.B. Preissteigerungen, Ressourcenverknappung und eine sich dadurch möglicherweise ergebende Rezession oder Stagflation, können wir derzeit nicht abschätzen.

Hamburg, 17. Juni 2022

Varengold Bank AG

Dr. Bernhard Fuhrmann

Frank Otten

Lagebericht

A. Grundlagen der Varengold Bank

Die Varengold Bank ist ein börsennotiertes deutsches Kreditinstitut mit Vollbanklizenz mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in London und Sofia. Die Varengold Bank ist bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert unter 109 520 und die Varengold-Aktie (ISIN: DE0005479307) notiert seit 2007 im Freiverkehr/​Basic Board der Frankfurter Wertpapierbörse.

Die Kerngeschäftsfelder der Varengold Bank sind Marketplace Banking sowie Commercial Banking (Transaction Banking).

Das aktuelle Portfolio der Varengold Bank im Marketplace Banking umfasst Lending, Fronting Services für banklizenzpflichtige Produkte /​ Banking-as-a-Service (BaaS) sowie Debt- und Equity Capital Markets Produkte. Kunden der Bank sind digitale Kreditmarktplätze (kurz: FinTechs) mit Schwerpunkt in Europa. Sie sind in den Asset-Klassen Receivables Finance, Real Estate Finance, Trade Finance, Consumer Finance oder SME Finance tätig. In diesem Geschäftsfeld positioniert sich die Varengold Bank als Partner der meist jungen Marktplatzbetreiber. Sie verfügt über das Kapital, aber auch über die effizienten Prozesse und die Agilität für diese moderne Art des Bankings.

Neben dem Marketplace Banking umfasst das zweite Kerngeschäftsfeld der Varengold Bank das Commercial Banking (Transaction Banking) mit den Bereichen Internationaler Zahlungsverkehr, Trade Finance und Lombardkredite. Die Varengold Bank unterstützt weltweit Unternehmenskunden bei ihren globalen Handelsgeschäften und Investitionsaktivitäten. Der Handelsschwerpunkt liegt dabei auf den Regionen Osteuropa und Mittlerer Osten.

Die Varengold Bank refinanziert sich weit überwiegend durch Tages- und Termingelder, die von in Deutschland ansässigen Kunden der Bank zur Verfügung gestellt werden.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2021 startete mit einer positiv-gestimmten Phase der weltwirtschaftlichen Erholung, nachdem diese im Jahr 2020 schwerwiegende Folgen der COVID19-Pandemie zu verkraften hatte. Die anfängliche Rückkehr zum alten Wachstumspfad wurde jedoch in der zweiten Jahreshälfte erschwert. Der langsame Impffortschritt gepaart mit dem Auftreten neuer Virus-Varianten sorgte für wiederkehrende Infektionswellen und erneut verschärfte Lockdown-Maßnahmen. Die Folge waren globale Lieferengpässe und Rohstoffknappheit, was zu deutlichen Preissteigerungen führte und die Industrie entsprechend ausbremste. Die Inflationsrate im Euroraum ist Ende 2021 mit rund 5 % auf den höchsten Stand seit Beginn der Währungsunion gestiegen. 1 Die durchschnittliche Inflationsrate betrug 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. 2

1 https:/​/​www.boerse-frankfurt.de/​nachrichten/​111cff3e-e918-4d87-890c-10dc61888133

2 https:/​/​de.statista.com/​statistik/​daten/​studie/​156285/​umfrage/​entwicklung-der-inflationsrate-in-der-eu-und-der-eurozone/​

Die anhaltende Corona-Krise hat im Jahr 2021 aufgrund des persönlichen Bezugs andere Themen stark überlagert. Diese geopolitischen Spannungen wie die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der eskalierende Russland-Ukraine-Konflikt waren zusätzliche Belastungsfaktoren für die Weltwirtschaft.

In den USA erholte sich die Konjunktur im Berichtsjahr deutlich schneller als in Europa. China war von der Pandemie zeitlich früher betroffen als Europa und die USA, weshalb auch die konjunkturelle Besserung dort deutlich früher einsetzte. Im Jahr 2021 betrug das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China rund 8 % gegenüber dem Vorjahr. 3 Die USA haben das vergangene Jahr mit einem Plus von 5,7 % abschließen können. 4 In der Eurozone lag das Wachstum 2021 bei 5,3 %, nach einem Einbruch um 6,4 % im Vorjahr. 5

Die deutsche Wirtschaftsleistung lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2021 preisbereinigt um 2,7 % höher als im Jahr 2020. 6 Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 5,7 % (Vorjahr 5,9 %) und verblieb damit unter dem Eurozonen-Durchschnitt (7,6 %). Grund dafür sind vorhandene Staatshilfen und Kurzarbeitsregelungen. 7,8

Auf die Aktienmärkte haben sich die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem weiteren Pandemie-Geschehen im vergangenen Jahr vergleichsweise wenig ausgewirkt. Im Bankensektor verschärfte das wirtschaftliche und politische Umfeld stellenweise die bereits existenten Risiken und Probleme - bspw. hinsichtlich einer schwachen Profitabilität im Niedrigzinsumfeld. Die Kreditausfälle bei Banken blieben allerdings bisher trotz der teils erheblichen Einbrüche der Wirtschaftsaktivität in einigen Sektoren sehr moderat. Zudem wurden Belastungen im Kreditgeschäft europäischer Banken bislang vor allem durch die regierungsseitige Unterstützung der Realwirtschaft sowie Sicherungsmaßnahmen der Zentralbanken deutlich gemildert. Im Rahmen des SREP-Prozesses hat die EZB auch mit Blick auf die COVID19-Pandemie nochmals verstärkt die internen Risikomodelle der Banken überprüft.

Die großen Zentralbanken behielten ungeachtet des Anstiegs der Inflationsraten im ersten Halbjahr 2021 ihre expansive Geldpolitik bei und speziell die Europäische Zentralbank (EZB) hielt zunächst an dem Notfallkaufprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) zur Sicherstellung der Preisstabilität und Effektivität der Geldpolitik in der Eurozone fest. Im Verlauf des Jahres hat bei den Notenbanken ein Umdenken eingesetzt: Die höhere Inflation wird nicht länger als temporäres Phänomen eingestuft. Vor diesem Hintergrund hat die EZB im Dezember 2021 angekündigt, dass sie weniger Staatsanleihen kaufen und das bis Ende März 2022 laufende Notfallkaufprogramm nicht verlängern wird.

Parallel betrieben speziell deutsche Banken erneut einen operativen Aufwand mit Blick auf die verschiedenen regulatorischen Verschärfungen und gesetzlichen Anforderungen, deren Umsetzung nach wie vor sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen bindet. Auch das Akronym "ESG" (Environment, Social, Governance) war im Jahr 2021 wieder in aller Munde und wurde als regulatorische Anforderung zu einem der dominierenden Themen für Banken.

3 https:/​/​de.statista.com/​statistik/​daten/​studie/​14560/​umfrage/​wachstum-des-bruttoinlandsprodukts-in-china/​

4 https:/​/​de.statista.com/​statistik/​daten/​studie/​14558/​umfrage/​wachstum-des-bruttoinlandsprodukts-in-den-usa/​

5 https:/​/​de.statista.com/​statistik/​daten/​studie/​159507/​umfrage/​prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-den-laendern-der-eurozone

6 https:/​/​www.bundesbank.de/​de/​aufgaben/​themen/​deutsche-wirtschaft-waechst-2021-um-2-7-prozent-883750

7 https:/​/​de.statista.com/​statistik/​daten/​studie/​1224/​umfrage/​arbeitslosenquote-in-deutschland-seit-1995/​

8 https:/​/​ec.europa.eu/​eurostat/​documents/​2995521/​11563247/​3-01092021-AP-DE.pdf/​937ff3e0-4ec0-1e90-8f3b-dbb0195007dc

Zusätzlich zu diesem verstärkten Nachhaltigkeitsgedanken hat ebenso - beschleunigt durch die Pandemie - das Thema Digitalisierung sehr stark an Dynamik gewonnen. Auf der einen Seite veränderte die digitale Transformation Technologien sowie Kundenanforderungen mit enormer Geschwindigkeit und um diesen gerecht zu werden, müssen zeitgemäße Strukturen und Produkte entwickelt und implementiert werden. Auf der anderen Seite entwickelt der Gesetzgeber immer neue Regelwerke, an die Banken ihre internen Prozesse parallel anpassen müssen.

2. Geschäftsverlauf

Die Varengold Bank hat in 2021 ihren Wachstumskurs konsequent fortgesetzt und schloss das Geschäftsjahr mit Rekordzahlen ab. Das Geschäftsergebnis lag deutlich über dem Vorjahreswert und der ursprünglichen Planung. Die Varengold Bank agierte bei ihren Geschäftsaktivitäten im Hinblick auf die nach wie vor anhaltende Pandemie-Situation und ihre Folgen umsichtig und verblieb bei einer konservativen Risikovorsorge. Die zu Beginn des Berichtszeitraums erwartete Prognose mit einem Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von EUR 5,5 Mio. wurde zur Mitte des Jahres signifikant auf EUR 16,4 Mio. angehoben, da die Bank mit stark steigenden Erträgen im Bereich Transaktion Banking sowie auch für den weiteren Jahresverlauf mit einer hohen Nachfrage für die Produkte und Services der Bank rechnete. Aufgrund der erneut sehr guten Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2021 in Verbindung mit einer unter den Erwartungen liegenden Risikovorsorge, wurde diese Prognose im Dezember nochmals erhöht auf ein EBT zwischen EUR 21 Mio. und EUR 22 Mio. für das Geschäftsjahr 2021.

Die Nettoerträge wurden gegenüber dem Vorjahreszeitraum (EUR 27,4 Mio.) nahezu verdoppelt auf EUR 55,6 Mio. Das EBT konnte gegenüber 2020 (EUR 1,9 Mio.) mehr als verzehnfacht werden. Es lag bei EUR 21,4 Mio. und damit innerhalb der hochkorrigierten EBT-Prognose. Das Ergebnis enthält eine Nettozuführung zur Risikovorsorge in Höhe von EUR 7,5 Mio. (Vorjahr EUR 4,5 Mio.). Weitere EUR 3,1 Mio. wurden einer Rückstellung für Rückforderungsansprüche der Finanzverwaltung zugeführt; im Vorjahr lag eine Rückstellung für zivilrechtliche Prozessrisiken in Höhe von EUR 2,5 Mio. vor.

Auch in 2021 hat die Varengold Bank wieder besonders in ihre Zukunftsfähigkeit investiert - die digitale Transformation auf Gesamtbankebene, die Umsetzung des New-Work-Konzepts, der Personalaufbau inklusive der Aus- und Weiterbildung sowie die Weiterentwicklung des Standorts Bulgarien standen im Mittelpunkt dieser Investitionen. So stieg der Verwaltungsaufwand im Berichtszeitraum auf EUR 22,9 Mio. (Vorjahr EUR 17,6 Mio.).

Die Förderung von abteilungs- und standortübergreifender Teamarbeit sowie die konsequente Digitalisierung der Geschäftsprozesse haben die Varengold Bank agiler, kreativer und effizienter gemacht, wovon die Bank insbesondere im Geschäftsfeld Marketplace Banking profitiert. Es ist der Varengold gelungen, die Positionierung als Partner im Lending sowie für Fronting Services /​ BaaS weiter zu stärken. So konnten neue namhafte Kunden u.a. auch für Fronting-Services im Bereich Kreditkartenabwicklungskonten für Unternehmen gewonnen werden. Bislang hatte sich die Varengold Bank auf Early-Stage-Plattformen fokussiert; mit Weiterentwicklung der Geschäftsstrategie 2021 wurde der Radius auch auf Start-Ups ausgeweitet, die noch nicht im Markt aktiv sind.

Im Juli 2021 hat die Varengold Bank zudem ein Tochterunternehmen gegründet, um zukünftig Eigenkapitalbeteiligungen einzugehen und das eigene Profil als Partner der FinTechs weiter zu schärfen sowie die Kundenbindung zu stärken. Damit erschließt die Bank zudem weitere Umsatz- und Ertragspotenziale. Geplant ist es über die "Elbe 2021 Incubator GmbH" zunächst Beteiligungen an den Kunden aus dem Bereich Marketplace Banking, aber auch an Non-Bank-Kunden mit einem FinTech-Lending-Hintergrund einzugehen.

Im Commercial Banking war der Bereich Transaction Banking erneut der wesentliche Wachstumstreiber. So konnte das Zahlungsverkehrsgeschäft dank stetiger Gewinnung von Neukunden weiter ausgebaut und die Neuakquise von Kreditgeschäft mit fungiblen Sicherheiten vorangetrieben werden. Aber auch die Produkterweiterungen und -einführungen im Trade Finance Geschäft haben positive Impulse zur Gesamtentwicklung geliefert.

Das Wachstum der Varengold Bank spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der Beschäftigten im In- und Ausland wider. Zum 31. Dezember 2021 betrug die Zahl der Beschäftigten an allen drei Standorten 107 (Stichtag 31.12.2020: 91). Dazu beigetragen hat auch der im Jahr 2020 eingeleitete Kulturwandel, mit dem die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht und zugleich die Art und Weise optimiert wurde, wie die Bank ihre Geschäftsziele erreicht. Im Rahmen des New-Work-Konzepts begegnet die Varengold Bank deshalb dem modernen Wandel der Arbeitswelt. Dabei wurden zum Anfang Mai 2021 nicht nur modern und offen gestaltete Büroflächen bezogen, sondern die gesamte Arbeitsumgebung wurde umgestaltet. So wird nun das kollaborierende Arbeiten, das konzentrierte Arbeiten (auch mobil von zu Hause aus) sowie der soziale Austausch und ausreichender Kommunikationsfluss durch passende Raumstrukturen und auch IT-Komponenten unterstützt. Gerade in den pandemiebedingten Zeiten, in denen der persönliche Kontakt fehlte, war und ist es wichtig, wenigstens auf digitalem Weg die Verbindung zu halten.

Auch im Jahr 2021 hat das Thema Nachhaltigkeit einen wichtigen Platz in der Varengold Bank eingenommen. Als zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie wurden die Aktivitäten in diesem Bereich weiter forciert und mit zusätzlichen Personalressourcen besetzt. Dabei konzentriert sich die Bank vor allem auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz sowie soziales Engagement. Zusammengefasst wurden die Maßnahmen mit Blick auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Interessen in einem Anfang 2021 öffentlich zugänglich gemachten Nachhaltigkeitsbericht.

Eine Schlüsselfigur bei der Entwicklung und Umsetzung der neuen Unternehmenskultur sowie der digitalen Transformation der Varengold Bank war in den vergangenen Jahren der Chief Operation Officer (COO) Kai Friedrichs. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 wurde Herr Friedrichs mit Wirkung zum 1. Januar 2022 zum Generalbevollmächtigten der Varengold Bank ernannt. Er ist in der Bank unter anderem für die Bereiche Operations, People & Culture, Regulatory Reporting, Organisation und IT verantwortlich.

3. Lage

In den folgenden Angaben können Rundungsdifferenzen auftreten.

3.1 Ertragslage

Die Zinserträge der Gesellschaft sanken von TEUR 8.674 im Jahr 2020 auf TEUR 5.273 im Jahr 2021. In den Zinserträgen sind Negativzinsen für Bundesbankguthaben in Höhe von TEUR 4.099 (im Vorjahr TEUR 1.283) enthalten. Deren überproportionaler Anstieg ist die wesentliche Ursache dafür, dass der Saldo der Zinserträge so deutlich zurückgegangen ist.

In den Zinserträgen enthalten sind weiterhin solche aus festverzinslichen Wertpapieren. Diese sanken leicht von TEUR 485 auf TEUR 459.

Während im Vorjahr auch unter Berücksichtigung erhaltener Negativzinsen ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 1.309 vorlag, ergab sich im Berichtsjahr ein Zinsertrag in Höhe von TEUR 1.477. Dieser hat seine maßgebliche Ursache in den positiven Zinsen aus Offenmarktgeschäften und dem Bankgeschäft, welche von TEUR 1.477 auf TEUR 4.018 anstiegen (+ TEUR 2.541). Ursächlich hierfür sind die insoweit gestiegenen Einlagevolumina von Kunden. Dem steht ein leichter Rückgang der Zinsaufwendungen für Festgeld- und Tagesgeldeinlagen von TEUR 2.785 auf TEUR 2.471 (- TEUR 314) gegenüber.

Es wurde im Ergebnis ein Zinsüberschuss von TEUR 6.750 (Vorjahr TEUR 7.365) erzielt.

Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sanken von TEUR 1.036 auf TEUR 793 und sind geprägt durch die Ausschüttungen aus Investmentfonds. Der Bestand wurde im Jahr 2021 wieder erhöht von TEUR 99.129 auf TEUR 122.657. Daneben waren im Berichtsjahr liquidationsbedingte Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 450 vorhanden.

Die Provisionserträge konnten von TEUR 19.529 auf TEUR 48.519 gesteigert werden. Wesentlicher Treiber dieser starken Zunahme (+148 %) ist das Zahlungsverkehrsgeschäft, in dem die Provisionserträge von TEUR 15.985 auf TEUR 44.408 ausgebaut werden konnten. Dieser Anstieg konnte durch konsequente Neukundenakquise sowie durch höheres Geschäftsvolumen mit Bestandskunden erreicht werden. Gleichzeitig stiegen die Provisionsaufwendungen von TEUR 1.601 auf TEUR 3.880, so dass ein Provisionsüberschuss von TEUR 44.638 (Vorjahr TEUR 17.928) erzielt wurde.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 2.979 (Vorjahr TEUR 1.041) sind vornehmlich geprägt durch Gebühren und weiterbelastete Kosten bei Projektgeschäften in Höhe von TEUR 1.650 (Vorjahr TEUR 421). Daneben liegen im Berichtsjahr periodenfremde Erträge von TEUR 552 (davon TEUR 316 aus Umsatzsteuererstattungsansprüchen), Erträge aus der Erfassung von Umsatzeuer-Erstattungsansprüchen für das laufende Jahr (TEUR 400) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 272 sowie andere Kostenerstattungen und Vergütungen von TEUR 70 vor.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft wuchsen um TEUR 5.278 (von TEUR 17.586 im Jahr 2020 auf TEUR 22.876 in 2021). Die wesentlichen Ursachen hierfür liegen, neben gestiegenen Personalaufwendungen (TEUR +2.323) aufgrund der Anstellung neuer Mitarbeiter sowie einer erhöhten variablen Vergütung, im Anstieg der Aufwendungen für Instandhaltung und IT (TEUR +995) und Fremdleistungen (TEUR +577) begründet.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen stiegen investitionsbedingt von TEUR 96 im Vorjahr auf TEUR 114 im Jahr 2021.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von TEUR 2.955 im Jahr 2020 auf TEUR 3.703 im Jahr 2021. Hier waren in beiden Jahren im Wesentlichen Aufwendungen für die Zuführung zu anderen Rückstellungen enthalten. Die Aufwendungen zur Absicherung der Fremdwährungspositionen und die wechselkursbedingten Erträge und Aufwendungen sanken von TEUR 379 im Vorjahr auf TEUR 230 im Jahr 2021.

Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft beträgt TEUR 7.513 (Vorjahr TEUR 4.511). Das negative Ergebnis der Liquiditätsreserve hat hieran einen Anteil von TEUR 6.540 (Vorjahr TEUR 2.305). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahresaufwand ist hier auf eine geänderte Risikostruktur bei einer Fondsbeteiligung zurückzuführen. Daneben steht der negative Saldo der Aufwendungen und Erträge für die Bildung und Auflösung von Wertberichtigungen mit TEUR 973 nach TEUR 2.206 im Vorjahr.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere (Vorjahr TEUR 367) liegen im Berichtsjahr nicht vor.

In der Summe beträgt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG TEUR 21.403 (Vorjahr TEUR 1.855).

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der Sonstigen Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss von TEUR 17.166 (Vorjahr TEUR 1.715).

Die Kapitalrendite nach § 26a KWG, berechnet aus dem Quotienten aus Nettogewinn und Bilanzsumme, liegt bei 1,17 % nach 0,17 % im Vorjahr.

3.2 Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2021 stieg die Bilanzsumme nach 40,7 % im Vorjahr erneut um 47,4 % von EUR 995,2 Mio. auf EUR 1.466,7 Mio. Die Aktivseite ist, neben den Forderungen an Kunden (EUR 304,1 Mio.), insbesondere durch den Bestand der Barreserve (EUR 956,3 Mio.) sowie die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere (EUR 122,6 Mio.) geprägt. Insgesamt machen diese drei Positionen einen Anteil von 94,3 % an der Bilanzsumme aus. Die Kundeneinlagen machen mit EUR 1.198,3 Mio. bzw. 81,7 % weiterhin den bestimmenden Posten der Passivseite aus.

Die Kernkapitalquote (TIER 1) zum 31. Dezember 2021 betrug 16,21 %.

Die Varengold Bank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.

3.3 Finanzlage

Mit EUR 964,6 Mio. bzw. 65,8 % der Bilanzsumme stellen die aufsichtsrechtlichen liquiden Mittel einen großen, weiter gestiegenen Anteil der Aktivseite der Bilanz dar. Die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennziffer liegt dementsprechend stichtagsbezogen mit 235,79 % wie schon im Vorjahr deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Die Liquiditätslage der Bank war zu keiner Zeit gefährdet. Die unwiderruflichen Kreditzusagen verändern sich abhängig von Neukundengeschäften oder von Limiterhöhungen. Sie betrugen zum 31.12.2021 EUR 38,1 Mio. nach EUR 15,3 Mio. im Vorjahr.

3.4 Finanzieller Leistungsindikator

Zentraler Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern. Trotz der weiter anhaltenden COVID-19-Pandemie konnten die Erträge deutlich von EUR 30,3 Mio. im Jahr 2020 auf EUR 58,0 Mio. im Jahr 2021 gesteigert werden. Dabei haben die Negativzinsen im Posten "Zinsaufwand" einen Ertrag entstehen lassen. Dieser ist im genannten Betrag nicht enthalten.

Jedoch entstanden durch das veränderte gesamtwirtschaftliche Umfeld auch Risiken, welche aus Sicht des Vorstands mit angemessener Risikovorsorge und Rückstellungen berücksichtigt worden sind. Für Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen, Wertpapieren und Beteiligungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von rd. EUR 10,6 Mio. gegenüber EUR 7,4 Mio. im Vorjahr entstanden. Im Ergebnis konnte ein finanzieller Leistungsindikator in Höhe von EUR 21,4 Mio. erzielt werden. Weitere Leistungsindikatoren sind z.B. die Anzahl von neuen Projektkunden im Marketplace Banking oder im Bereich Trade Finance. Zusätzlich werden nicht-finanzielle Leistungsindikatoren aufgebaut; derzeit sind sie noch nicht Gegenstand der formellen Banksteuerung.

C. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

1. Risikobericht

Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank.

Das Leitbild der Varengold Bank AG ist es, sich zu der führenden Bank für die Marketplace Lending Industrie zu entwickeln. Ein grundsätzlicher Aspekt der Geschäftsstrategie der Varengold Bank ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.

Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.

Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.

Zentrale Instrumente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind neben dieser Risikostrategie das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.

Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.

Die Risikotragfähigkeitsanalyse wird vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft und gegebenenfalls weiterentwickelt.

Das von der Bank verwendete Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem entspricht den Bestimmungen der "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken der Bank in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche Reputationsrisiken, strategische Risiken sowie mit den Risikoarten verbundene Risikokonzentrationen umfassen.

Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Überwachung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:

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Risikoidentifikation
Risikomessung
Risikosteuerung
Risikocontrolling und Risikoreporting

Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Risikodeckungspotential unterlegt sind.

Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent und zeitnah berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.

Am 24.05.2018 veröffentlichten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank den neugefassten Leitfaden "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ("ICAAP") - Neuausrichtung". Er enthält Grundsätze, Prinzipien und Kriterien, die die Aufsicht bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte der Institute zugrunde legt, die als "less significant institutions (LSI)" der unmittelbaren deutschen Bankenaufsicht unterliegen. Das Risikotragfähigkeitskonzept als zentraler Bestandteil des ICAAP gemäß § 25a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 KWG i. V. m. AT 4.1 Tz. 1 (und Tz. 2) MaRisk umfasst zwei Sichtweisen: eine normative Perspektive und eine ökonomische Perspektive. Beide dienen dem langfristigen Fortführen des Instituts aus eigener derzeitiger Substanz und Ertragskraft. Dabei verfolgt die normative Perspektive explizit das Ziel der Fortführung des Instituts und die ökonomische Perspektive das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht.

Für die normative Perspektive werden das Risikodeckungspotenzial (RDP) und die Risiken konzeptkonform sowohl für die aktuelle als auch für zukünftige Planungsperioden ermittelt Die Kapitalplanung bezieht sich zum Zeitpunkt der Erstellung auf einen Zeitraum von drei Jahren und umfasst das aufsichtlich geforderte Plan- und ein adverses Szenario. Zusätzlich macht die Bank von der in Tz. 35 des neuen RTF-Leitfadens enthaltenen Möglichkeit Gebrauch, den im Einklang mit AT 4.3.3 Tz. 3 MaRisk entwickelten risikoartenübergreifenden Stresstest "schwerer konjunktureller Abschwung" als ein weiteres adverses Szenario zu verwenden. In den Kapitalplanungsszenarien werden Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigt, die einen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Kapital haben.

Das Risikodeckungspotential in der normativen Perspektive besteht aus den regulatorischen Eigenmitteln sowie den anrechenbaren Vorsorgereserven nach § 340 f HGB. Die in der normativen Perspektive angewendeten Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der aktuell gültigen CRR, mit denen risikogewichtete Positionsbeträge berechnet werden. Im Planszenario sind die kompletten Eigenkapitalanforderungen einzuhalten, in den adversen Szenarien kann eine Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG angenommen werden.

Die aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen betragen zum 31.12.2021 TEUR 36.467. Zur Deckung dieser Anforderungen stehen der Bank TEUR 46.047 an Eigenmitteln zur Verfügung.

Zum 31.12.2021 waren alle Kapitalanforderungen im Planszenario sowohl zum Stichtag wie auch für den 3-Jahres-Planungshorizont eingehalten; dies gilt auch für das adverse Szenario. Im Stressszenario kommt es zu einer Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung nach § 10i KWG ab dem 3. Quartal 2024. Die harte Mindestanforderung von aktuell 11,2 % ist in allen Szenarien über den gesamten Planungszeitraum eingehalten.

In der ökonomischen Perspektive verwendet die Bank eine barwertnahe Ermittlung der Risikotragfähigkeit. Das Risikodeckungspotential in Höhe von EUR 64,1 Mio. setzt sich dabei aus den regulatorischen Eigenmitteln, den Vorsorgereserven nach § 340f HGB, dem Gewinn des aktuellen Geschäftsjahres sowie stillen Lasten und Reserven zusammen.

Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100 % beschränkt. Auslastungen über 90 % des Gesamtlimits sowie Auslastungen über 100 % innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine Reaktion des Vorstands.

Die Auslastung des Risikodeckungspotentials zum 31. Dezember 2021 betrug 53 %, davon entfallen 44 % auf das Adressenausfallrisiko, 30 % auf das Marktpreisrisiko, 20 % auf das operationelle Risiko und 6 % auf strategische und Reputationsrisiken.

Für die Überwachung der wesentlichen Adressenausfall- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.

Das Adressenausfallrisiko setzt sich für die Quantifizierung im Rahmen der Risikotragfähigkeit aus dem Adressenausfallrisiko im engeren Sinne (AAR i.e.S.) sowie dem Migrationsrisiko zusammen. Die beiden Risikosummen werden addiert.

Im Adressenausfallrisiko enthalten sind neben dem klassischen Ausfallrisiko (Kreditrisiko) auch das Emittenten-, Kontrahenten- sowie Beteiligungsrisiko. Länderrisken werden in der Risikotragfähigkeitsberechnung nicht mit Risikodeckungspotential unterlegt. Diese Risiken werden sowohl bei der externen wie auch der internen Ratingeinstufung berücksichtigt und sind auf diesem Weg in der Ratingnote und damit in der Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeit und damit der Risikosumme enthalten.

Zur Begrenzung der Länderrisiken hat die Bank ein Länderlimitsystem implementiert, das auf dem Sitz des Mutterkonzerns des Schuldners abstellt.

Die Quantifizierung des Adressenausfallrisikos i.e.S. erfolgt mit den Risikokennzahlen "Expected loss" (EL) und "Unexpected loss" (UL). Der EL wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung der LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der UL wird mithilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Beiträge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzten Verlustquoten (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelationen der Kontrahenten mit dem systematischen Risikofaktor sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt. In die Risikotragfähigkeit fließt nur der Unexpected Loss des Portfolios ein. Der Expected Loss ist bereits über die Pauschalwertberichtigung (PWB) inkludiert. In dem Fall, dass der Expected Loss die PWB übersteigt, fließt der Differenzbetrag ebenfalls in die Risikotragfähigkeitsermittlung ein.

Zusätzlich wird das Migrationsrisiko des Portfolios für einen Zeithorizont von einem Jahr ermittelt. Dabei finden externe Migrationsmatrizen Anwendung. Mit den daraus ermittelten erhöhten Ausfallraten erfolgt eine erneute Berechnung des EL; die Differenz des so ermittelten EL zum EL AAR i. e. S. ergibt die Risikosumme für das Migrationsrisiko.

Das Marktpreisrisiko wird durch Addition der Risikosummen für Kursrisiko, Credit Spread Risiko sowie Zinsänderungsrisiko ermittelt. Es werden hierbei keine Korrelationen zwischen den Risikoarten berücksichtigt.

Das Kursrisiko (allgemeines Kursrisiko) wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einer Haltedauer von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der laufzeit- und währungsadäquaten Swap- bzw. Geldmarkt-Sätze gemessen. Zum 31.03.2022 hat die Bank den Zeitraum der historischen Veränderungen auf 21 Jahre erweitert.

Das Kursrisiko wird für das Gesamtportfolio, wie auch getrennt nach Anlagebuch, Handelsbuch sowie die Fremdwährungsfuture (soweit möglich in der Durchschau) berechnet und limitiert. Darin berücksichtigt werden neben den Wertpapieranlagen, die ein Kursrisiko aufweisen, die offenen Fremdwährungspositionen sowie die Fremdwährungsfuture, die zu Absicherungszwecken gehalten werden.

Die Messung des Zinsänderungsrisikos erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling. Hierbei wird die Barwertänderung des Zinsbuches bei ad-hoc Zinsveränderungen von +200 Basispunkten und -200 Basispunkten sowie sechs weiteren Szenarien gemäß RS 06/​2019 (BA) - "Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch" ermittelt. Die größere negative Veränderung dieser acht Zinsänderungsszenarien fließt als Risikowert in die Risikotragfähigkeitsberechnung ein.

Als Credit Spread Risiko definiert die Bank die negativen Marktwertänderungen der Anleihen des Eigenbestandes infolge einer Bonitätsverschlechterung von Emittenten, die sich noch nicht in einem Ratingdowngrade widergespiegelt hat (besonderes Kursrisiko). Das Credit Spread Risiko wird mithilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %, einer Haltedauer von 250 Tagen und einem Lookback von 520 Tagen durch historische Simulation der Veränderungen der Asset-Swap-Spreads der Anleihen berechnet. Zum 31.03.2022 hat die Bank den Zeitraum der historischen Veränderungen auf 21 Jahre erweitert und zieht dafür die ratingabhängigen Asset-Swap-Spreads heran.

Die Überwachung und Regulierung der Risiken orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet.

Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos wird von der Abteilung Treasury täglich eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Die Steuerung erfolgt anhand der Größen "Distance to Illiquidity" (mindestens drei Monate) und einer täglichen "Mindestliquidität" (EUR 20 Mio.). Die Überwachung wird durch das Risikocontrolling vorgenommen. Zusätzlich ist im Liquiditätssteuerungskonzept ein Notfallplan, welchem ein Frühwarnsystem vorgeschaltet ist, definiert.

Es wird hierbei nach Refinanzierungs-, Termin-, Abruf-, Marktliquiditäts- sowie Liquiditätsspreadrisiko unterschieden.

Die Bank nimmt keine Quantifizierung des Liquiditätsrisikos im Rahmen der Risikotragfähigkeit vor, da dies nur sehr eingeschränkt möglich ist. Eine quantitative und qualitative Analyse des Risikos wird über Stresstests vorgenommen. Zudem erfolgt eine tägliche Überwachung der Liquiditätsablaufbilanz hinsichtlich festgelegter Limits; zum einen der Abstand zur Illiquidität von mindestens 3 Monaten und zum anderen die tägliche Mindestliquidität in Höhe von EUR 20 Mio. Beide Limits waren im Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt eingehalten.

Die Quantifizierung operationeller Risiken, die auch das Modellrisiko einschließen, erfolgt vierteljährlich durch das Risikocontrolling in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern sowie dem Vorstand anhand einer Szenarioanalyse für alle identifizierten operationellen Risiken. Die Szenarien stellen dabei mögliche "bad case"-Szenarien der Risikoart dar und werden hinsichtlich möglicher Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertet.

Im Zusammenhang mit Aktientransaktionen um den jeweiligen Dividendenstichtag der Jahre 2010-2016 laufen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gegen (ehemalige /​ aktuelle) Beschäftigte und Organe der Varengold Bank AG und der Varengold Verwaltungs AG i.L. (ehemals Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen) wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung.

Die Varengold Bank AG könnte als mögliche Nebenbeteiligte in Betracht kommen und im Worst-Case-Szenario möglicherweise mit einem Bußgeld und/​oder einer Gewinnabschöpfung belegt werden, woraus sich für sie theoretisch ein signifikanter Aufwand ergäbe.

In diesem Zusammenhang wurden externe Berater mit der (laufenden) Durchsicht und Analyse der staatsanwaltschaftlichen Akten beauftragt.

Auf Basis der Stellungnahme externer Berater schätzt der Vorstand das Risiko einer Inanspruchnahme der Tochtergesellschaft Varengold Verwaltungs AG i.L. als denkbar, das Risiko einer Haftung der Varengold Bank AG für diese jedoch als sehr gering ein.

Aus den Ermittlungsakten ergeben sich nach derzeitigem Kenntnisstand des Vorstandes keinerlei Aussagen der Staatsanwaltschaft zur Wahrscheinlichkeit oder Höhe etwaiger Maßnahmen gegen die Varengold Bank AG.

Vor diesem Hintergrund wird dem Eintritt des Risikos der Inanspruchnahme der Varengold Bank AG insgesamt eine geringe Wahrscheinlichkeit beigemessen.

Die Varengold Bank AG ist gemeinsam mit 19 weiteren natürlichen und juristischen Personen Beklagte in einem zivilrechtlichen Verfahren. Streitgegenstand ist ein möglicher Rückerstattungsanspruch, der sich auf eine Steuernachforderung in Bezug auf Transaktionen eines selbstständigen Teilinvestmentvermögens der seinerzeitigen Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, heute Varengold Verwaltungs AG i.L. aus dem Jahr 2010 bezieht. Die seinerzeitige Investmentaktiengesellschaft ist an erster Stelle Beklagte im obigen Verfahren. Die Varengold Bank AG war in 2010 Minderheitsgesellschafter dieser Investmentaktiengesellschaft. Die Klage ist auf die gesamtschuldnerische Erstattung von erstatteter Kapitalertragssteuer inkl. Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt rund EUR 92 Mio. (zzgl. etwaiger Zinsen und sonstiger entstandener Schäden des Klägers) gerichtet, die in 2010 an das Teilgesellschaftsvermögen gezahlt wurde und das Finanzamt München vom Rechtsvorgänger des Klägers zurückgefordert hatte. Die Varengold Bank AG hat eine Erwiderung beim zuständigen Gericht eingereicht, die Klage abzuweisen. Es sprechen gute Gründe dafür, dass ein möglicher Anspruch des Klägers verjährt ist und dass jedenfalls keine gesamtschuldnerische Haftung aller Beklagten besteht. Der Vorstand und die eingeschalteten externen Sachverständigen schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos aus diesem Verfahren als sehr gering ein. Bei einem Erfolg der Klage könnte jedoch der Fortbestand der Bank gefährdet sein.

Das strategische sowie das Reputationsrisiko wird über die Betrachtung von Ertragsrückgängen im Zuge der Risikotragfähigkeit berücksichtigt. Es wird in der ökonomischen Perspektive eine Risikosumme in Höhe von 25 % der erwarteten Gewinne der nächsten 12 Monate angesetzt (Minimum TEUR 400).

Zur Eingrenzung von Konzentrationsrisiken wurden vom Vorstand weitere Limits festgelegt, die fortlaufend überwacht werden.

Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftsaktivitäten und Ertragslage der Bank sind nach aktuellem Stand nur marginal. Derzeit geht die Bank weiterhin davon aus, dass sich daraus kein signifikanter Einfluss auf die geplanten Ziele für die Bank ergeben wird.

Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein. Die Bank geht davon aus, dass die politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Russland die Geschäftstätigkeit unmittelbar nicht wesentlich beeinträchtigen werden. Dauerhafte mittelbare Effekte, wie bspw. Preissteigerungen, Ressourcenverknappung und eine sich dadurch möglicherweise ergebende Rezession oder Stagflation, können derzeit nicht abgeschätzt werden.

2. Chancenbericht

Die bisherige Entwicklung der Varengold Bank ist ein Beleg dafür, dass diese strategisch richtig aufgestellt ist, um nachhaltig zu wachsen. Es ist der Bank im Jahr 2021 gelungen, die Anzahl der Transaktionen und Neukunden gegenüber ,vor Corona' mehr als zu verdoppeln und gleichzeitig durch die Umsetzung vielfältiger Projekte in die Organisationsstruktur und damit in die Zukunft der Bank zu investieren.

Die Varengold Bank hat in ihren beiden Kerngeschäftsfeldern Marketplace Banking und Commercial Banking ihre Wettbewerbsposition zunehmend etabliert. Die Bank wird in ihrem Sektor stärker wahrgenommen und auch ohne offensives bzw. kostenintensives Marketing aktiv angesprochen - nicht zuletzt durch den Ausbau des internationalen Netzwerks an Kunden und Geschäftspartnern. Bei ihren Aktivitäten konzentriert sich die Bank verstärkt auf die Kernkompetenz eines regulierten Instituts und kann ihre Position langfristig mit Ankerprodukten wie der Kreditversorgung und den Fronting Services /​ BaaS dort festigen sowie die Profitabilität und Rentabilität steigern, wo andere Anbieter kein adäquates Produktangebot bieten.

Die strategische Ausrichtung der Varengold Bank mit den vorhandenen Kerngeschäftsfeldern verbleibt auch im Jahr 2022 grundsätzlich gleich. Die stetige Beobachtung von Markttrends und damit einhergehend die weiterführende Analyse von neuen Bereichen, Produkten und Services bleibt dabei allerdings ebenso ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Das Geschäftsjahr 2022 wird insbesondere durch einen Ausbau des Neukundengeschäfts und ein risikobewusstes Geschäftswachstum geprägt sein.

Im Bereich Marketplace Banking wird der Ausbau von Kreditbuch und Fronting Services /​ BaaS weiter intensiviert. Zielkunden der Bank sind dabei junge Startups und (Online-)Plattformen, die kreditsuchende Kunden und Investoren miteinander verbinden. Diese Plattformen sind potenzielle Wettbewerber für etablierte Banken, Leasing- und Factoring-Unternehmen, da sie Kunden in der Regel eine deutlich schnellere, einfachere und insofern angenehmere Kreditbearbeitung bieten. Ziel der Varengold ist es, sich insbesondere durch eine effiziente Umsetzung der Funding- und/​oder Fronting-Projekte mit Kunden von Wettbewerbern zu differenzieren. Im Jahr 2020 wurde bereits damit begonnen die notwendigen IT-Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Fronting Services /​ BaaS zu schaffen. Hierbei werden Komponenten der Banklizenz an Lending-Marktplätze "ausgeliehen", die ihrerseits über Kunden und eine gute Produktidee verfügen, aber keine Banklizenz besitzen. Die Umsetzung (speziell im EU-Ausland) soll im Jahr 2022 kontinuierlich mit unterschiedlichen Ausbaustufen erfolgen.

Zudem wird mit der Tochtergesellschaft "Elbe2021 Incubator GmbH" eine zusätzliche Struktur implementiert, um direkt in einen Teil der Bestandskunden der Bank zu investieren (ECM-Geschäft) und das Netzwerk im Venture Capital Bereich zu erweitern.

Das Geschäftsfeld Commercial Banking hat in den vergangenen Jahren einen beachtlichen internationalen und namhaften Kundenstamm aufbauen können. Der Fokus der Varengold Bank liegt weiterhin auf globalen Handelsunternehmen, die in Nischenmärkten aktiv sind. Varengold unterstützt diese Kunden dabei schwerpunktmäßig mit Services im Bereich Transaction Banking und Trade Finance Leistungen. Varengold wird im laufenden Geschäftsjahr ihre Position als starke Transaktionsbank festigen sowie die Internationalisierung der Services vorantreiben. Speziell auch durch den bereits erfolgten Ausbau der Niederlassung in Sofia soll der südost-europäische Raum stärker fokussiert werden. Zusätzlich wird operationell die digitale Durchdringung der Prozesse vorangetrieben und ein Change-Management innerhalb des Bereiches mit dem Ziel einer nachhaltigen und agilen Organisation etabliert.

Das Einlagengeschäft, welches nahezu ausschließlich auf die Zielgruppe von deutschen Privatkunden ausgerichtet ist, nimmt im Rahmen der Refinanzierungsstrategie der Bank eine zentrale Rolle ein. Die Bank bietet Kunden im Rahmen des Einlagengeschäftes Tages- und Festgeldprodukte in unterschiedlichen Laufzeiten von bis zu zehn Jahren an. Als Benchmark für die angebotenen Zinssatzkonditionen orientiert sich die Varengold am Marktangebot von Kreditinstituten, die der deutschen Einlagensicherung unterliegen. Das Einlagengeschäft der Varengold soll auch in den nächsten Jahren organisch wachsen. Die Refinanzierungsstrategie der Bank sieht vor, die Festgeld- und Tagesgeld-Volumina auf einem konstanten Niveau zu halten, bei den Laufzeiten weitere Diversifizierungseffekte umzusetzen und die Einlagen in enger Abstimmung mit den Opportunitäten aus den Geschäftsfeldern Marketplace Banking und Commercial Banking zu steuern.

Die Varengold Bank wird ihr eigenes Profil als leistungsstarker Partner und Finanzdienstleister weiter schärfen und dabei die Entwicklungen im Zuge der digitalen Transformation mit hoher strategischer Priorität vorantreiben. Um die Bank langfristig, nachhaltig und erfolgreich zu positionieren, sind als essenzielle Erfolgsfaktoren eine Fokussierung auf den Kunden und dessen Zufriedenheit, eine effiziente interne Organisation, die Aufrechterhaltung eines hochqualifizierten und motivierten Teams sowie die Gewinnung kompetenter Fachkräfte relevant Das Fundament dafür sind die 6 Säulen der Varengold Bank: Culture, Work Environment, Leadership, Digital Transformation, Empowerment und Corporate Social Responsibility. Die Etablierung dieser Säulen erfolgte dabei entlang der drei Unternehmenswerte "Customer Centric", "No Silos" und "Go the extra Mile".

Zudem soll eine zielgruppenorientierte Kommunikation (intern/​extern) mit einer modernen Informationsarchitektur einen Wertbeitrag leisten, um gemeinsam in einem x-funktionalen Team zu wachsen. Einzelne Projekt- und Dealteams haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass komplexe Kundentransaktionen unter hohem Zeitdruck mit geeigneten Strukturen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten. Dazu gehört außerdem die konsequente Umsetzung der Digitalisierungsstrategie und weitere Prozessautomationen. So setzt die Bank auch bei wiederkehrenden Arbeiten (z. B. im Customer Service) Robotic-Process-Automation-Roboter ein oder testet eine Optimierung von Prozessen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es dabei, Geschäftsprozesse zu straffen und qualitativ zu verbessern. Deutlich kürzere Produktzyklen bedeuten ein hohes Maß an Innovation, und moderne Arbeitsprozesse benötigen ein technologisch anspruchsvolles Umfeld - diesen Anforderungen hat die Varengold Bank mit der Umsetzung des New-Work-Konzepts Rechnung getragen.

Unter dem Leitbild New Work wird die gesamte Arbeitsphilosophie der Bank auch zukünftig weiterentwickelt, wobei unter anderem Kulturwandel, neues Führungsverhalten und gesteigerte Eigenverantwortung der Beschäftigten eine zentrale Rolle spielen. Mit dem zukunftsweisenden New-Work-Konzept und den auf kollaboratives Arbeiten ausgelegten Büroflächen wird die Bank ihre Chancen nutzen, die der aktuelle Wandel der Arbeitswelt bietet.

Darüber hinaus arbeitet die Varengold Bank kontinuierlich daran, ihr Arbeitgeberprofil zu schärfen und sich im Wettbewerb um die besten Fachkräfte durchzusetzen. Die Beschäftigten sollen langfristig an das Unternehmen gebunden und die Arbeitsprozesse optimiert werden, um letztlich durch steigende Effizienz einen Mehrwert für Kunden und Investoren zu generieren.

Auch das Ziel, den ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern, wird die Varengold Bank nicht aus den Augen verlieren. Dabei wird nicht nur ein umfassendes Verständnis von Nachhaltigkeit vermittelt, sondern es werden aktiv Maßnahmen zum Umweltschutz und für soziales Engagement umgesetzt sowie eine gesunde Unternehmensführung gefördert. Die kontinuierliche Kompensation der eigenen Emissionen seit dem Jahr 2019 stellt ein wichtiges Element für die Entwicklung einer verantwortungsbewussten und nachhaltigen Firmenkultur dar. Auch mithilfe von Initiativen und Partnerschaften setzt sich die Bank für mehr Nachhaltigkeit ein. Zudem sollen die Nachhaltigkeitsaspekte zukünftig zunehmend umfangreicher in die verschiedenen Prozesse einfließen, welche das Kundenportfolio der Varengold Bank hinsichtlich ESG-Performance einordnet. Dabei sollen auch jene Rahmenbedingungen sicherstellen, dass die Strategie und gelebte Praxis der Bank mit der eigenen Vision einer nachhaltigen Entwicklung und der externen Erwartungshaltung übereinstimmen.

Bei aller positiver Entwicklung in den vergangenen Jahren agiert die Varengold Bank umsichtig und beobachtet das Marktumfeld genau. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der COVID19-Pandemie sowie die noch nicht absehbaren Konsequenzen der Aggressionen Russlands gegen die Ukraine ziehen sich in vielfältiger Weise durch diverse Branchen. Als Kreditversorger kann auch die Varengold Bank sich dem nicht gänzlich entziehen. Diverse Risikofaktoren können bei ungünstigem Verlauf der weltweiten Situation die Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren in einem nicht abschließend quantifizierbaren Ausmaß beeinträchtigen. Der Vorstand ist aber weiterhin überzeugt, dass die Varengold Bank über ein wertbeständiges Geschäftsmodell verfügt, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Akteure am Finanzmarkt gerecht zu werden.

3. Prognosebericht

Die in diesem Abschnitt enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf Einschätzungen und Schlussfolgerungen seitens der Varengold Bank zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts. Die darin enthaltenen Aussagen stützen sich auf Annahmen und, sofern nicht gesondert angegeben, basieren diese auf internen Einschätzungen. Die Bank weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche auf die Zukunft bezogenen Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Unwägbarkeiten verbunden sind und auf Schlussfolgerungen basieren, die zukünftige Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs der Bank betreffen. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen.

Auch wenn Analysten für das Jahr 2022 zunächst eine wirtschaftliche Stabilisierung in Aussicht stellten, so steht das laufende Jahr spätestens seit Februar im Zeichen des militärischen Einmarschs Russlands in die Ukraine. Die heftigen Kämpfe in der Ukraine sind dabei nicht nur zwischenmenschlich schockierend, sondern überschatten zusätzlich den weltwirtschaftlichen Ausblick. Darüber hinaus ist in Zeiten der nach wie vor existenten Corona-Krise und schwelender Handelskonflikte die Aussagekraft analytischer Muster insgesamt eher mit Fragezeichen zu betrachten.

Die Europäische Union einschließlich Deutschland und andere Verbündete haben seit Kriegsbeginn ihre Sanktionsmaßnahmen gegenüber Russland in mehreren Schritten verschärft. Negative wirtschaftliche Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise und der verhängten Sanktionen werden in den kommenden Monaten nicht nur in Russland, sondern in vielen Ländern mehr und mehr spürbar sein. Ersten Entwicklungen nach ist mit einer stärker werdenden Konsumzurückhaltung und neuen Störungen der globalen Lieferketten sowie signifikant höheren Rohstoffpreisen zu rechnen. In einem sich weiter verschärfenden Szenario wäre zumindest in Deutschland und dem Euroraum eine Rezession kaum zu vermeiden und die EZB würde nach Einschätzung der Varengold Bank die zinspolitische Wende weiter hinauszögern.

Sofern die geopolitischen Konflikte nicht weiter eskalieren und zeitnah ein Ende des Kriegsgeschehens herbeigeführt werden kann, dürfte die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres nach Ansicht der Varengold Bank wieder geringfügig expandieren. Experten rechnen gleichermaßen mit einer gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate von lediglich 1,8 % für das laufende Jahr. 9 Auch im Euroraum ist mit einem weiteren Erholungstrend zu rechnen und es wird laut Bankenverband ein Wirtschaftswachstum im Jahresdurchschnitt 2022 von ca. 3 % erwartet, während das globale Wachstum mit einem Wert von rund 4 % prognostiziert wird. 10

9 https:/​/​de.statista.com/​infografik/​22088/​prognose-zur-entwicklung-der-konjunktur-in-deutschland/​

10 https:/​/​bankenverband.de/​blog/​konjunkturprognose-des-bankenverbandes-fruehjahr-2022/​

Mit Beginn der Aggressionen Russlands gegen die Ukraine hat die Varengold Bank für sich selbst unterschiedliche Szenarien mit makroökonomischen und direkten Auswirkungen ausgearbeitet. Die Bank verfolgt sehr genau die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in dem Zusammenhang und geht davon aus, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen ihre Geschäftstätigkeit unmittelbar nicht wesentlich beeinträchtigen wird. Mögliche Folgen für die Bank könnten jedoch im Geschäftsfeld Commercial Banking durch ein geringeres Volumen im Zahlungsverkehr und im Bereich Trade Finance zum Tragen kommen. Dauerhafte mittelbare Effekte können derzeit nicht abgeschätzt werden.

Die Aussichten für die Bankbranche sind insgesamt weiterhin mit großen Herausforderungen verbunden. Ein zeitverzögertes Überschwappen der realwirtschaftlichen Krise auf den Finanzsektor wurde bislang von umfangreichen Maßnahmen durch Regierungen und Zentralbanken verhindert. Ein Ende der bereits langanhaltenden Niedrigzinsphase würde die Profitabilität und somit die Widerstandsfähigkeit der Banken fördern. Von einer Belebung der für die deutsche Wirtschaftsentwicklung so wichtigen Exportindustrie würden sowohl das Zins- als auch das Provisionsgeschäft der Banken profitieren.

Inzwischen stößt die ultralockere Geldpolitik an ihre Grenzen und die globalen Zinsmärkte positionieren sich für einen grundlegenden Richtungswechsel. Weltweit hat sich die Inflation stark erhöht. Aufgrund dieser Dynamik steuern immer mehr Notenbanken auf einen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik zu. Im Gegensatz dazu will die EZB vorerst noch an ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten und ihren Leitzins erst tendenziell zum Spätsommer /​ Herbst anheben.

Darüber hinaus steigen auch die aufsichtsrechtlichen Anforderungen weiter. Dazu zählen bspw. eine erneute MaRisk-Novelle, das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) sowie auch zahlreiche regulatorische Initiativen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz. Die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen der vergangenen Jahre verfolgen unter anderem das Ziel, den Finanzsektor im Wesentlichen durch eine verbesserte Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung krisenresistenter zu gestalten sowie die Risiken der Geschäftstätigkeit von der öffentlichen Hand fernzuhalten.

Die EBA-Leitlinien könnten möglicherweise zu zusätzlichen Kapitalanforderungen im SREP führen und auch die EBA-Leitlinie zur Kreditvergabe und -überwachung (GLOAM) könnte ab 2024 zu zusätzlichen Anforderungen führen. Hinzu kommt die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD), die für die Varengold Bank ab 2026 hinsichtlich der Offenlegung von Finanzkennzahlen relevant sein wird. Speziell in Sachen Nachhaltigkeit gibt es viele Aktivitäten auf EU-Ebene. Banken haben ESG-Risiken in allen Prozessen und in der Risikoanalyse zu berücksichtigen, was die Varengold Bank bereits in der Praxis umgesetzt hat. Es wurde Anfang 2022 ein Environmental-Social-Governance (ESG)-Fragebogen erstellt, welcher derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes durch potenzielle Kunden ausgefüllt wird. Dieser bildet die Grundlage zur Eruierung zukünftiger Maßnahmen im Rahmen der Kundenaufnahme der Bank. Die hieraus gewonnenen Daten sollen als Grundlage für ein aussagekräftiges ESG-Scoringmodell dienen, welches der Bank hilft, das Kundenportfolio in sämtlichen Geschäftsbereichen im Hinblick auf ESG-Faktoren zu kontrollieren und auszurichten. Daneben findet der ESG-Aspekt auch Eingang in die interne Ratingbeurteilung der Kunden.

Um eine fristgerechte Umsetzung sämtlicher Regulierungsvorhaben zu gewährleisten, überwacht die Abteilung Compliance der Varengold Bank AG in einem monatlichen "Regulatory Radar" den externen und internen Umsetzungstand. Die Aufarbeitung einzelner relevanter Themen wird rechtzeitig in entsprechenden Projekten initiiert.

Für die Banken dürfte es darum gehen, sich in diesem komplexen Umfeld zu behaupten und einerseits die Kreditportfolien aktiv zu managen, andererseits die Kostenstrukturen noch stärker an das anhaltend herausfordernde Markt- und Regulierungsumfeld anzupassen. Angebote wie "Buy now, pay later" beeinflussen das Konsumverhalten der Verbraucher und auch die Verwahrung von und der Handel mit Kryptowährungen gewinnen an Bedeutung. Längerfristig wird sich die Zahl der Institute reduzieren und der Wettbewerb wird sich weiter verschärfen, wenn immer mehr globale Technologiekonzerne, FinTechs und Auslandsbanken ausgewählte Produkte des klassischen Bankengeschäfts anbieten.

Alles in allem besteht für die große Mehrheit der Banken im deutschen Markt derzeit kaum Spielraum, ihre Margen durchgreifend zu verbessern. Günstiger als im Zinsgeschäft sind die Perspektiven im Handelsgeschäft, aus dem sich allerdings viele Institute in der Vergangenheit teilweise oder sogar ganz zurückgezogen haben - eine Chance, die die Varengold Bank zu nutzen weiß.

Die Pandemie hat den Trend hin zu digitalen Bankdienstleistungen bereits massiv vorangetrieben. Erforderlich sind hochgradig automatisierte IT-Prozesse und umfangreiche Data-Analytics-Maßnahmen, die schnelle Anpassungen an sich ändernde Marktbedingungen ermöglichen. Beim sog. Engagement-Banking werden Produkte und Services möglichst individuell und lösungsorientiert auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten. Finanzinstitute, die diesem Trend folgen und maßgeschneiderte Finanzlösungen anbieten, werden hier künftig im Vorteil sein.

Die Planung für den weiteren Verlauf des Jahres 2022 steht bei der Varengold Bank nach wie vor ganz im Zeichen des anhaltenden Wachstums. Die Varengold Bank hat sich in den vergangenen Jahren eine sehr solide Ausgangsbasis dafür geschaffen. Insbesondere die strukturellen Veränderungen und die neuen digitalen Komponenten der Bank dürften die Profitabilität unterstützen und tragen zu einem positiven Gesamtbild der Unternehmensentwicklung bei. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen gegenüber Russland bzw. die Konsequenzen einer anhaltenden Eskalation des Kriegsgeschehens lassen sich aus heutiger Sicht jedoch noch nicht vollumfänglich abschätzen. Die Bank verfolgt daher weiter eine konservative Risikopolitik. In Summe geht der Vorstand aktuell von keinen signifikant negativen Effekten auf die Ertragssituation der Bank aus und rechnet mit einem positiven Ergebnis vor Steuern als zentraler Leistungsindikator in Höhe von EUR 19,8 Mio. für das Geschäftsjahr 2022.

Hamburg, 17. Juni 2022

Der Vorstand der Varengold Bank AG

Dr. Bernhard Fuhrmann

Frank Otten

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Varengold Bank AG, Hamburg

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Varengold Bank AG, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Varengold Bank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

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1) Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft
2) Abbildung der Provisionserträge aus dem Zahlungsverkehr
3) Abbildung eines Rechtsstreits wegen möglicher Rückzahlungen von erstatteter Kapitalertragssteuer

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

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1. Sachverhalt und Problemstellung
2. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3. Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1) Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft

1. Im Jahresabschluss der Gesellschaft wird unter dem Bilanzposten "Forderungen an Kunden" ein Kundenkreditgeschäft in Höhe von € 304,1 Mio (21 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Für dieses Kreditportfolio besteht zum 31. Dezember 2021 eine bilanzielle Risikovorsorge bestehend aus Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. Die Bemessung der Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft wird insbesondere durch die Struktur und Qualität des Kreditportfolios sowie gesamtwirtschaftliche Einflussfaktoren und die Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich zukünftiger Kreditausfälle bestimmt. Die Höhe der Einzelwertberichtigungen bei den Kundenforderungen entspricht der Differenz zwischen dem noch ausstehenden Kreditbetrag und dem niedrigeren Wert, der ihm am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bestehende Sicherheiten werden berücksichtigt. Die Pauschalwertberichtigungen werden auf Basis der erwarteten Verluste ermittelt. Die Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft sind zum einen betragsmäßig für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft von hoher Bedeutung und zum anderen mit erheblichen Ermessenspielräumen der gesetzlichen Vertreter verbunden. Darüber hinaus haben die angewandten, mit wesentlichen Unsicherheiten behafteten Bewertungsparameter einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Ausgestaltung des relevanten internen Kontrollsystems der Gesellschaft beurteilt und darauf aufbauend die Funktionsfähigkeit der Kontrollen getestet. Dabei haben wir die Geschäftsorganisation, die IT-Systeme und die relevanten Bewertungsmodelle berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen, einschließlich der Angemessenheit geschätzter Werte, auf der Basis von Stichproben von Kreditengagements beurteilt. Dabei haben wir unter anderem die vorliegenden Unterlagen der Gesellschaft bezüglich der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Werthaltigkeit der entsprechenden Sicherheiten gewürdigt. Bei Objektsicherheiten, für die uns die Gesellschaft Wertgutachten vorgelegt hat, haben wir uns ein Verständnis über die zugrunde liegenden Ausgangsdaten, die angewandten Bewertungsparameter und getroffenen Annahmen verschafft, diese kritisch gewürdigt und beurteilt, ob sie innerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen. Ferner haben wir zur Beurteilung der vorgenommenen Einzel- und Pauschalwertberichtigungen die von der Gesellschaft angewandten Berechnungsmethoden sowie die zugrundeliegenden Annahmen und Parameter gewürdigt. Auf Basis der von uns durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt von der Vertretbarkeit der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Kreditportfolios von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen sowie der Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollen der Gesellschaft überzeugen.

3. Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft sind im Abschnitt 2 "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten.

2) Abbildung der Provisionserträge aus dem Zahlungsverkehr

1. Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden Provisionserträge in Höhe von € 48,5 Mio ausgewiesen, die in Höhe von € 44,4 Mio auf Provisionserträge aus Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs entfallen (92 % der Provisionserträge). Bei der Erfassung und Abgrenzung dieser betragsmäßig bedeutsamen Erträge werden verschiedene Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs der Gesellschaft berücksichtigt. Aufgrund der Heterogenität dieser Leistungen, der unterschiedlichen Vergütungsstaffeln sowie einer hohen Anzahl an zu verarbeitenden Transaktionen hat die Gesellschaft Systeme und Prozesse zur Erfassung der Provisionserträge implementiert. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst ein Verständnis von den bei der Gesellschaft eingerichteten Prozessen und Kontrollen zur Erfassung von Provisionserträgen verschafft. Darauf aufbauend haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der relevanten Kontrollen des internen Kontrollsystems zur Erfassung und Realisation der Provisionserträge einschließlich der zum Einsatz kommenden IT-Systeme beurteilt. Darüber hinaus haben wir unter anderem die Ermittlung und bilanzielle Abbildung der verschiedenen Ertragskomponenten in Stichproben anhand der uns vorgelegten Unterlagen nachvollzogen. Damit einhergehend haben wir auch die in Rechnung gestellten Provisionssätze mit den vertraglich vereinbarten Gebührensätzen abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit der Provisionsabrechnungen in Stichproben nachvollzogen. Ferner haben wir die Stetigkeit und Konsistenz der angewandten Verfahren zur periodengerechten Abgrenzung der Provisionserträge gewürdigt.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen insgesamt angemessen sind und, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen für die sachgerechte Erfassung und Abgrenzung der Provisionserträge hinreichend dokumentiert und begründet sind.

3. Die Angaben der Gesellschaft zu den Provisionserträgen sind im Anhang unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (Abschnitt 5.3 Provisionsergebnis) enthalten.

3) Abbildung eines Rechtsstreits wegen möglicher Rückzahlungen von erstatteter Kapitalertragssteuer

1. Die Varengold Bank AG ist gemeinsam mit 19 weiteren natürlichen und juristischen Personen Beklagte in einem zivilrechtlichen Verfahren. Streitgegenstand ist ein möglicher Rückerstattungsanspruch, der sich auf eine Steuernachforderung in Bezug auf Transaktionen eines selbstständigen Teilinvestmentvermögens der Varengold Verwaltungs AG i.L. in Form eines Publikum-Investmentvermögens aus dem Jahr 2010 bezieht. Die Klage ist auf die gesamtschuldnerische Rückzahlung von erstatteter Kapitalertragssteuer inkl. Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt rund € 92 Mio (zzgl. etwaiger Zinsen) gerichtet, die in 2010 an die Varengold Verwaltungs AG i.L. gezahlt wurde, da die Klägerin angenommen hat, dass der Fonds als steuerbefreites Investmentvermögen zu einer Steuererstattung in dieser Höhe berechtigt gewesen sei. Die Klage ist aktuell in Erster Instanz beim Landgericht anhängig und die Varengold Bank AG hat eine Klageerwiderung beim zuständigen Gericht eingereicht.

Für ungewisse Verbindlichkeiten sind Rückstellungen nach § 249 Abs. 1 S. 1 HGB zu bilden. Hierfür muss eine Außenverpflichtung vorliegen, die rechtlich entstanden ist oder wirtschaftlich verursacht wurde, und es muss ernsthaft mit einer Inanspruchnahme gerechnet werden. Sofern die notwendigen Ansatzkriterien erfüllt sind, ergibt sich die Notwendigkeit zur Bildung einer Rückstellung für Rechtsrisiken. Die gesetzlichen Vertreter der Varengold Bank AG erachten den geltend gemachten Anspruch unter anderem auf der Grundlage einer Einschätzung eines externen Rechtsberaters als unbegründet und haben folglich keine Rückstellung gebildet. Die vorzunehmende Risikobeurteilung zum Verlauf des Rechtsstreits und die Einschätzung, ob aufgrund dieses Rechtsstreits die Passivierung einer Rückstellung zur Abdeckung des Risikos erforderlich ist, wird in hohem Maße durch die Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter geprägt. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Höhe der geltend gemachten Forderungen ist dieser Sachverhalt aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns inhaltlich mit dem bestehenden Rechtsstreit auseinandergesetzt und gewürdigt, ob die notwendigen Ansatzkriterien für die Bildung einer Rückstellung erfüllt sind. Unsere Beurteilung berücksichtigte die im Rahmen unserer regelmäßigen Gespräche mit den gesetzlichen Vertretern der Bank erlangten Erkenntnisse sowie die uns schriftlich zur Verfügung gestellten Einschätzungen zum Verfahrensausgang. Wir haben zudem die von der Varengold Bank eingeholte Einschätzung eines externen Rechtsberaters gewürdigt, die die von der Bank getroffene Risikoeinschätzung stützt, und deren Verwertbarkeit beurteilt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass der Sachverhalt sowie die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen für den Nichtansatz einer Rückstellung hinreichend dokumentiert und begründet sind.

3. Erläuterungen der Gesellschaft zu dem Rechtsstreit sind im Abschnitt "Risikobericht" des Lageberichts enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit§ 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. September 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2015 als Abschlussprüfer der Varengold Bank AG, Hamburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Lothar Schreiber.

Hamburg, den 17. Juni 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lothar Schreiber, Wirtschaftsprüfer

ppa. Maximilian Hockenberger, Wirtschaftsprüfer

Country-by-Country Reporting

zum 31. Dezember 2021

gemäß § 26a Absatz 1 KWG

Allgemeine Angaben

Das Country-by-Country Reporting für das Geschäftsjahr 2021 ist nach den Anforderungen zur länderspezifischen Berichterstattung gemäß § 26a Abs. 1 KWG erstellt worden.

Der Bericht umfasst Angaben zu den Firmenbezeichnungen, der Art der Tätigkeiten und der geografischen Lage der Niederlassung der Varengold Bank AG. Darüber hinaus werden Umsatz, Anzahl der Mitarbeiter, Gewinn oder Verlust vor Steuern sowie Steuern auf den selbigen und erhaltene öffentliche Beihilfen nach Ländern aufgeschlüsselt.

Länderspezifische Berichterstattung

Die Zuordnung der Art der Tätigkeit erfolgt auf Basis der Kategorien gemäß § 1 Abs. 1 bis Abs. 3e KWG.

Die Angabe zur geografischen Lage bezieht sich auf deren juristischen Sitz.

Um einen sachgerechten Überblick über die länderbezogene Geschäftstätigkeit darzustellen, wird die Umsatzgröße dargestellt als das Ergebnis aus

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Zinsüberschuss einschließlich laufender Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren,
Provisionsüberschuss und
sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die Bestimmung der Mitarbeiterzahlen erfolgt entsprechend der handelsrechtlichen Regelung nach § 285 Nr. 7 HGB.

Der Gewinn oder Verlust vor Steuern setzt sich zusammen aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit, den sonstigen Steuern und dem außerordentlichen Ergebnis.

In 2021 hat keine Niederlassung öffentlichen Beihilfen erhalten.

Länderspezifische Angaben

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie sich die pro Land ermittelten Kennzahlen, über die zu berichten ist, darstellen; die Anzahl der Mitarbeiter wurde aus den Werten zum Ende eines jeden Quartals ermittelt:

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Land Umsatz Mitarbeiter Ergebnis vor Steuern Steuern Öffentl. Beihilfen
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- --- ---
Deutschland 53.955 82 21.658 4.178 0
Großbritannien 1) - 1 -461 6 0
Bulgarien 2) 1.654 16 206 53 0

1) Das Ergebnis der Niederlassung London wird nach der Cost-Plus Methode ermittelt, daher liegt kein direkt zurechenbarer externer Umsatz vor

2) Das Ergebnis der Niederlassung Sofia wird nach einer modifizierten Cost-Plus Methode ermittelt.

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