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Tiscon AG Annual Report 2023

Oct 22, 2024

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5299001ZEF6R32BJ2T89-2023-12-31-de tiscon AG i.I. Jahresfinanzbericht 2023 Inhalt Jahresabschluss Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Eigenkapitalspiegel Kapitalflussrechnung Anhang Lagebericht Versagungsvermerk des gesetzlichen Abschlussprüfers Versicherung der gesetzlichen Vertreter - 2 - tiscon AG i.I. Jahresabschluss zum 31.12.2023 - 3 - 1. Bilanz zum 31.12.2023 AKTIVA Geschäftsjahr EUR Vorjahr EUR A. Anlagevermögen I. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7,00 7,00 Summe Anlagevermögen 7,00 7,00 B. Umlaufvermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. sonstige Vermögensgegenstände 164.905,13 164.905,13 II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 744.772,53 871.821,85 Summe Umlaufvermögen 909.677,66 982.726,98 C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.598.387,09 2.536.158,41 2.508.071,75 3.518.892,39 - 4 - PASSIVA Geschäftsjahr EUR Vorjahr EUR A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital 7.500.000,00 7.500.000,00 II. Kapitalrücklage 21.875.406,45 21.875.406,45 III. Gewinnrücklagen 1. gesetzliche Rücklage 5.000,00 5.000,00 2. andere Gewinnrücklagen 25.000,00 25.000,00 27.000,00 27.000,00 IV. Verlustvortrag -31.938.564,86 -32.854.956,30 V. Jahresüberschuss 937.771,32 916.391,44 nicht gedeckter Fehlbetrag -1.598.387,09 -2.536.158,41 Summe Eigenkapital 0,00 0,00 B. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 509.780,50 509.780,50 2. sonstige Rückstellungen 116.000,00 116.000,00 625.780,50 625.780,50 C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 523.496,24 523.496,24 - davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 523.496,24 (EUR 523.496,24) 2. sonstige Verbindlichkeiten 1.358.795,01 2.369.615,65 - davon aus Steuern EUR 10,25 (EUR 13.772,56) - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 291.184,81 (EUR 1.288.243,15) 1.882.291,25 2.893.111,89 2.508.071,75 3.518.892,39 - 5 - 2. Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 EUR Geschäftsjahr EUR Vorjahr EUR 1. sonstige betriebliche Erträge 1.022.772,56 931.135,60 2. sonstige betriebliche Aufwendungen 85.001,24 15.235.67 3. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 226,00 4. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 491,51 - davon Zinsaufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen EUR 0,00 (EUR -491,51 5. Ergebnis nach Steuern 937.771,32 916.391,44 6. Jahresüberschuss 937.771,32 916.391,44 - 6 - 3. Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 01.01.2022 bis 31.12.2023 01.01.2022 EUR Jahresergebnis EUR 31.12.2022 EUR Gezeichnetes Kapital 7.500.000,00 7.500.000,00 Kapitalrücklage 21.875.406,45 21.875.406,45 Gesetzliche Rücklage 5.000,00 5.000,00 Andere Gewinnrücklagen 22.000,00 22.000,00 Verlustvortrag -33.843.407,58 -32.854.956,30 Jahresüberschuss 916.391,44 916.391,44 -3.452.549,85 916.391,44 -2.536.158,41 01.01.2023 EUR Jahresergebnis EUR 31.12.2023 EUR Gezeichnetes Kapital 7.500.000,00 7.500.000,00 Kapitalrücklage 21.875.406,45 21.875.406,45 Gesetzliche Rücklage 5.000,00 5.000,00 Andere Gewinnrücklagen 22.000,00 22.000,00 Verlustvortrag -32.854.956,30 -31.938.564,86 Jahresüberschuss 937.771,32 937.771,32 -2.536.158,41 916.391,44 -1.598.387,09 - 7 - 4. Kapitalflussrechnung vom 01.01.2023 bis 31.12.2023 Geschäftsjahr EUR Vorjahr EUR Periodenergebnis 937.771,32 916.391,44 - Abnahme der Rückstellungen 0,00 922.419,60 - sonstige zahlungsunwirksame Erträge 1.022.772,56 0,00 + Sonstige Einzahlungen, die nicht in der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.820,64 13.283,25 - Sonstige Auszahlungen, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 0,00 6.981,51 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 86.821,88- 273,58 - Auszahlung aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten 13.772,56- 0,00 Cashflow aus der Finanzierungsstätigkeit 13.772,56 0,00 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe der Cashflows) 73.049,32- 273,58 + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 817.821,85 817.548,27 Finanzmittelfonds am Ende der Periode 744.772,53 817.821,85 - 8 - 5. Anhang 5.1. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss der tiscon AG in Insolvenz (i.I.), Linden, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Gießen unter HRB 6676 („tiscon“ oder „Gesellschaft“), wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapital- gesellschaften (§§ 264 ff. HGB), des AktG sowie des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgerichts Gießen kann nicht von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit (sog. „going concern“ Prämisse) ausgegangen werden. Da die Auswirkungen der Insolvenz in den Ausweisen und den Wertansätzen berücksichtigt worden sind, wird aufgrund ergänzender Erläuterungen im Anhang und im Lagebericht soweit doch ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. Die Aktien der tiscon sind unter der WKN 745880 und ISIN DE0007458804 zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment General Standard zugelassen. Die tiscon ist daher gemäß § 264d HGB eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft und gilt gemäß § 267 Abs. 3 S. 2 HGB als große Kapitalgesellschaft. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft. 5.2. Besonderheiten der Form des Jahresabschlusses Mit Beschluss des Amtsgerichts Gießen vom 24. September 2009 (Az. 6 IN 185/09) wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der tiscon eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Bernd Völpel, Braugasse 7, 35390 Gießen bestellt. Das Amtsgericht Gießen hat am 21.06.2023 den Insolvenzplan vom 24.04.2023 gerichtlich bestätigt, nach dem das Unternehmen der tiscon fortgeführt werden soll. Zur Verbesserung der Klarheit und der Darstellung sind in der Bilanz keine davon-Vermerke ausgewiesen. Die Erläuterung erfolgt im Anhang. 5.3. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 5.3.1. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die geltenden handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften wurden unter Berücksichtigung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit als insolvente Gesellschaft beachtet. - 9 - Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gewählt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten inklusive der aktivierungspflichtigen Anschaffungsnebenkosten bilanziert. Bei dauernder Wertminderung werden die Gegenstände des Finanzanlagevermögens mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Aufgrund der Eröffnung der Insolvenz aller Tochtergesellschaften liegt eine dauernde Wertminderung vor. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und Bankguthaben werden mit ihrem Nominalwert angesetzt. Alle erkennbaren (Einzel-)Risiken werden berücksichtigt, die Bilanzierung erfolgt im Falle von Wertminderungen mit zu dem niedrigeren beizulegenden Wert. Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde auf Basis versicherungsmathematischer Berechnungen entsprechend den steuerlichen Regelungen nach dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2005 G durchgeführt. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Bei den sonstigen Rückstellungen wurden Preis- und Kostensteigerungen bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages berücksichtigt, soweit sie hinreichend sicher waren. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins nach Maßgabe des Einzelbewertungsgrundsatzes abgezinst. Verbindlichkeiten wurden zum Rückzahlungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Rückzahlungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen. Auf der Passivseite sind hierunter Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Insolvenzbedingte wesentliche Geschäftsvorfälle wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Abschreibung auf Finanzanlagen sowie unter außerordentlichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. - 10 - 5.3.2. Abweichungen gegenüber dem Vorjahr Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt. 5.4. Erläuterungen zur Bilanz 5.4.1. Entwicklung des Anlagevermögens Aufgrund ihrer eigenen Insolvenz verfügt die Gesellschaft über kein Anlagevermögen. Auf die Darstellung in einem Anlagenspiegel wird verzichtet. 5.4.2. Angaben zu Finanzanlagen Die Finanzanlagen bestehen ausschließlich aus den Geschäftsanteilen der Tochterunternehmen der Gesellschaft, die aufgrund ihrer eigenen Insolvenzverfahren wertlos sind und unverändert angesetzt wurden. 5.4.3. Umlaufvermögen Das Umlaufvermögen beträgt EUR 909.677,66 (Vorjahr: EUR 982.726,98). Es enthält unverändert gegenüber dem Vorjahr sonstige Vermögensgegenstände über EUR 164.905,13 sowie Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten über EUR 744.772,53 (Vorjahr: EUR 817.821,85). 5.4.4. Grundkapital Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag EUR 7.500.000,00 und besteht ausschließlich aus 7.500.000 nennwertlosen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von EUR 1,00. 5.4.5. Genehmigtes und bedingtes Kapital Zum Bilanzstichtag enthält § 4 Abs. 4 der Satzung ein neues, von der Hauptversammlung vom 17. Mai 2023 beschlossenes Genehmigtes Kapital 2023 in Höhe von EUR 3.750.000,00 mit einer Laufzeit bis zum 16. Mai 2028. Das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen von bis zu 10 % des Grundkapitals, oder gegen Sacheinlage ausgeschlossen werden. § 4 Abs. 7 der Satzung enthält ein Bedingtes Kapital 2007/I, das wegen der am 30.07.2010 ausgelaufenen Ermächtigung zur Ausgabe von Aktienoptionen für den Aktienoptionsplan, die nicht - 11 - genutzt wurde, gegenstandslos geworden ist. Kenntnisse zu bestehenden ausgegebenen sowie gewährten offenen Aktienoptionen für Vorstand und Mitarbeiter liegen nicht vor. 5.4.6. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beträgt zum Bilanzstichtag unverändert gegenüber dem Vorjahr EUR 21.875.406,45 und die Gewinnrücklagen unverändert gegenüber dem Vorjahr EUR 27.000,00, die sich aus der gesetzlichen Rücklage in Höhe von EUR 5.000,00 (Vorjahr: EUR 5.000,00) und anderen Gewinnrücklagen in Höhe von EUR 25.000,00 (Vorjahr: EUR 25.000,00) zusammensetzt. 5.4.7. Verlustvortrag und Bilanzverlust Der Verlustvortrag beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt EUR 31.938.564,86 (Vorjahr: EUR 32.854.956,30). Die Veränderung ergibt sich aus dem Jahresüberschuss für das vorangegangene Geschäftsjahr 2022. Aufgrund des positiven Jahresergebnisses für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von EUR 937.771,32 (Vorjahr: EUR 916.391,44) verringert sich der Bilanzverlust zum 31.12.2023 auf EUR 31.000.793,54 gegenüber EUR 31.928.564,86 zum Vorjahresstichtag. 5.4.8. Nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt EUR 1.598.387,09 (Vorjahr: EUR 2.536.158,41). 5.4.9. Rückstellungen Die Rückstellungen belaufen sich insgesamt auf EUR 625.780,50 (Vorjahr: EUR 625.780,50). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen zum Bilanzstichtag EUR 509.780,50 (Vorjahr: EUR 509.780,50). Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde die PUC-Methode angewendet. Die Pensionsrückstellung wurde für die angenommene Restlaufzeit pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen betragen gleichbleibend EUR 116.000 (Vorjahr: EUR 116.000). 5.4.10. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf insgesamt EUR 1.882.291,25 (Vorjahr: EUR 2.893.111,89) und enthielten unverändert Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen über EUR 523.496,24 (Vorjahr: EUR 523.496,24). - 12 - Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen EUR 1.358.759,01 gegenüber EUR 2.369.615,65 im Vorjahr, was einem Rückgang um EUR 1.010.824,64 oder 42,66 % entspricht. Während sich die sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit EUR 1.067.610,20 gegenüber dem Vorjahr mit EUR 1.081.372,50 nur geringfügig reduzierten, war ein wesentlicher Rückgang bei den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr von EUR 1.288.243,15 im Vorjahr auf EUR 291.184,81 zu verzeichnen. 5.4.11. Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit > 5 Jahre und Sicherungsrechte. Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren beträgt EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00). Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00). 5.4.12. Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit und aus Steuern Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit beträgt EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 0,00). Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten aus Steuern beträgt EUR 10,26 (Vorjahr: EUR 13.772,56). 5.4.13. Passive latente Steuern Wegen des Verlustvortrags in Höhe von EUR 31.928.564,86 sind keine passiven latentne Steuern zu bilden. 5.4.14. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen Sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen gemäß § 295 Nr. 3 HGB bestehen keine, da die langfristigen Mietverträge für das Verwaltungsgebäude zum 31.12.2009 gekündigt wurden. Am Bilanzstichtag bestanden über die bereits bilanzierten Verpflichtungen hinaus keine weiteren wesentlichen Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB. - 13 - 5.5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 5.5.1. Umsätze und Zinserträge Umsätze wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht erzielt (Vorjahr: EUR 0,00). Zinserträge waren nicht zu verzeichnen (Vorjahr: EUR 226,00). 5.5.2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf EUR 1.022.772,56 (Vorjahr: EUR 931.135,60) und resultieren im Wesentlichen aus der Reduzierung von Verbindlichkeiten. 5.5.3. Personalaufwendungen und Altersversorgung Im Berichtsjahr sind wie bereits im Vorjahr kein Personalaufwand und keine Aufwendungen für die Altersversorgung angefallen. 5.5.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf EUR 85.001,24 (Vorjahr: EUR 14.744,16) und enthalten wie im Vorjahr verschiedene laufende betriebliche Kosten. 5.5.5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren mit EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 491,51). 5.5.6. Ergebnis Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf EUR 937.771,32 (Vorjahr: EUR 916.391,44). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind nicht angefallen (Vorjahr: EUR 0,00). Der Jahresüberschuss beläuft sich auf EUR 937.771,32 (Vorjahr: EUR 916.391,44). - 14 - 5.5.7. Angaben nach § 158 AktG 2023 in EUR 2022 in EUR Verlustvortrag 31.938.564,86 32.854.956,30 Jahresüberschuss 937.771,32 916.391,44 Bilanzverlust 31.000.793,54 31.938.564,86 5.6. Auswirkungen bei Aufstellung eines Insolvenzplans auf nachrangige Passiva Im Verlauf der Insolvenzverwaltung wurden aktive und passive Rechtsstreitigkeiten geführt, welche nach dem Bilanzstichtag zu Urteilen oder Vergleichen führten. Die Ergebnisse hieraus werden in nachfolgenden Abschlüssen entsprechen berücksichtigt. Zudem ist die Aufstellung eines Insolvenzplans beabsichtigt. Sofern ein Insolvenzplan gerichtlich verabschiedet wird, gelten insbesondere nachrangige Forderungsansprüche i. S. d. § 39 InsO als erlassen (§ 255 Abs. 1 InsO). 5.7. Ergebnisverwendung Aufgrund des weiterhin bestehenden Bilanzverlusts wird der Jahresüberschuss in Höhe von EUR 937.771,32 auf neue Rechnung vorgetragen. 5.8. Sonstige Pflichtangaben 5.8.1. Angaben zu den Mitgliedern der Organe Dem Vorstand gehörte im Geschäftsjahr an: Tobias Würtenberger, Hagen. Das Vorstandsmitglied ist alleinvertretungsberechtigt und vom Verbot der Selbstkontrahierung des § 181 BGB befreit. Für den Zeitraum seiner Tätigkeit wurden dem Vorstandsmitglied von der Gesellschaft keine Bezüge gewährt. Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr an: Nobert Paulsen, Gießen, Vorsitzender, bis zum 11.07.2022 Ivo Cieszynski, Gießen, stellvertretender Vorsitzender, bis zum 11.07.2022 Kurt Früh, Linden, bis zum 11.07.2022 Hans-Georg Möckesch, München, Vorsitzender, ab 11.07.2022 Christian Lang, Baden-Baden, stellvertretender Vorsitzender, ab 11.07.2022 - 15 - Sascha Magsamen, Oestrich-Winkel, ab 11.07.2022 Für den Zeitraum ihrer Tätigkeit im Geschäftsjahr wurden den Aufsichtsratsmitgliedern von der Gesellschaft keine Bezüge gewährt. 5.8.2. Gebildete Rückstellungen für frühere Mitglieder der Unternehmensorgane Die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Organmitgliedern und deren Hinterbliebenen sind durch Rückstellungen berücksichtigt. Die Rückstellungen betragen EUR 509.780,50 unverändert gegenüber dem Vorjahr. 5.8.3. Angaben zu Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Gegen verbundene Unternehmen bestehen Ausleihungen in unveränderter Höhe von EUR 2.000.000,00 (Vorjahr: EUR 2.000.000,00) sowie Forderungen in unveränderter Höhe von EUR 1.235.724,31 (Vorjahr: EUR 1.235.724,31). Bei sämtlichen Tochtergesellschaften ist ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet bzw. mangels Masse abgelehnt worden. 5.8.4. Anteilsbesitzliste Die Gesellschaft hält Anteile an den nachfolgend ausgeführten Unternehmen. Beteiligung in % Eigenkapital in EUR 31.12.2023 Ergebnis in EUR 2023 Sotiva Abwicklungsgesellschaft mbH i.I. (ehemals Avitos GmbH), Linden 100 % 1,00 -/- Chikara Handels GmbH i.I., Tiefenbach 90 % 1,00 -/- IT-Abwicklungsgesellschaft i.I. (ehemals COS Distribution GmbH), Linden 100 % 1,00 -/- E-Logistics GmbH i.I., Linden 100 % 1,00 -/- Tiscon Handelsgesellschaft mbH i.I., Wiener Neudorf, Österreich 100 % 1,00 -/- TisCOS IT-GmbH i.I., Linden 100 % 1,00 -/- Topedo IT Handelsgesellschaft mbH i.I., Linden 100 % 1,00 -/- Für sämtliche Tochtergesellschaften wurden ebenfalls Insolvenzanträge gestellt und Insolvenzverfahren eröffnet oder das Insolvenzverfahren wurde mangels Masse abgelehnt. - 16 - Informationen zu Rumpfgeschäftsjahren, zum Eigenkapital und zu Periodenergebnissen der Tochtergesellschaften im Kalenderjahr 2023 liegen nicht vor. Die Bewertung erfolgte zum Erinnerungswert. Die Tochtergesellschaften sind aufgrund ihrer eigenen Insolvenzverfahren als unwesentlich anzusehen und nicht in einen Konzernabschluss einzubeziehen. Ein Konzernabschluss ist nicht aufzustellen. 5.8.5. Arbeitnehmer Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 hat ebenso wie im Vorjahr keine Arbeitnehmer beschäftigt. 5.8.6. Honorar Abschlussprüfung Für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 wurden Aufwendungen für Honorare in Höhe von insgesamt EUR 5.000,00 erfasst (Vorjahr: EUR 5.000,00). Hiervon entfallen EUR 2.500,00 auf die Abschlussprüfung (Vorjahr: EUR 2.500,00). 5.8.7. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge, Ereignisse oder Umstände von besonderer Bedeutung eingetreten, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind. Die Hauptversammlung vom 17.05.2023 hat ein neues Genehmigtes Kapital 2023 in Höhe von bis zu EUR 3.750.000,00 durch Ausgabe von bis zu 3.750.000 neuen Aktien beschlossen. Die entsprechende Änderung von § 4 Abs. 4 bis 6 der Satzung wurde am 07.06.2023 im Handelsregister eingetragen. Die Hauptversammlung vom 17.05.2023 hat eine vereinfachte Herabsetzung des Grundkapitals von EUR 7.500.000,00 im Verhältnis 30 zu 1 auf EUR 250.000,00 zum Ausgleich von Wertminderungen und zur Deckung von Verlusten durch Zusammenlegung der Aktien beschlossen. Die Kapitalherabsetzung ist noch nicht durchgeführt und noch nicht im Handelsregister eingetragen. Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der tiscon hat der Insolvenzverwalter am 24.04.2023 dem Insolvenzgericht beim Amtsgericht Gießen den Insolvenzplan vorgelegt. Am 21.06.2023 fand die nicht öffentliche Verhandlung der ersten Gläubigerversammlung mit dem Erörterungs- und Abstimmungstermin zum Insolvenzplan statt. Durch Beschluss des Insolvenzgerichts vom 21.06.2023 wurde der Insolvenzplan vom 24.04.2023 gemäß § 248 Abs. 2 InsO. Am 28.06.2023 fand der Schlusstermin beim Amtsgericht Gießen statt. Die tiscon hat gegen die Festsetzung der Vergütung des Insolvenzverwalters Beschwerde eingelegt, über die noch nicht rechtskräftig entschieden wurden. Nach Beendigung des - 17 - Beschwerdeverfahrens und einer Schlusszahlung durch die Hauptaktionärin in Höhe von EUR 60.000,00 an die Insolvenzmasse soll das Insolvenzverfahren aufgehoben werden. 5.8.8. Mitgeteilte Beteiligungen Im Berichtsjahr bestanden die im folgenden aufgeführten Beteiligungen an der Gesellschaft. Die Stimmrechtsanteile der Lifejack AG, Haar, haben am 10.05.2013 die Schwelle von 3 % überschritten und betragen 4,74 %. Die Stimmrechtsanteile der Impera Total Return AG, Frankfurt am Main, haben am 24.03.2016 die Schwelle von 20 % überschritten und betragen 20,38 %. Die Stimmrechtsanteile von Herrn Thomas Lüllemann haben am 15.04.2016 die Schwelle von 5 % überschritten und betragen 6,53%. Die Stimmrechtsanteile von Herrn Thomas Lüllemann haben 17.10.2022 die Schwelle von % überschritten und betragen 10,36 %. Die Stimmrechtsanteile der Ferax Capital AG (vormals Impera Total Return AG), Frankfurt am Main, haben am 20.03.2023 die Schwellen von 20 %, 15 %, 10 %, 5 % und 3 % unterschritten und betragen 0,00%. Die Stimmrechtsanteile der PVM Private Values Media AG, Frankfurt am Main, haben am 20.03.2023 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 % und 25 % überschritten und betragen 25,32 %. - 18 - 6. Bericht des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2023 hat der Aufsichtsrat seine Aufgabe, die Geschäftsleitung zu überwachen, entsprechend Gesetz und Satzung gewissenhaft wahrgenommen. Der Aufgabenkreis des Aufsichtsrats zur Überwachung der Geschäftsführung war aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens auf den insolvenzfreien Bereich der Gesellschaft begrenzt und die ausgeübten Tätigkeiten und die Kontrolldichte entsprechend beschränkt und geringer. Im Rahmen seiner Zuständigkeit hat sich der Aufsichtsrat über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Risikolage und das Risikomanagement sowie den Gang des Insolvenzverfahrens informiert und von der Geschäftsführung und dem Insolvenzverwalter berichten lassen. Der Aufsichtsrat war stets mit den Angelegenheiten befasst, die nach Gesetz und Satzung der Mitwirkung des Aufsichtsrats unterlegen. Die Zusammenarbeit mit und unter den Organen war von Verbindlichkeit und der notwendigen Vertraulichkeit geprägt. Soweit Beschlüsse zu fassen waren, sind diese telefonisch oder mit anderen Mitteln der Telekommunikation beraten und gefasst worden. Im Berichtszeitraum gehörten dem Aufsichtsrat bis zum 11.07.2022 Herr Bernd Schnell als Vorsitzender, Herr Ivo Cieszynski als sein Stellvertreter und Herr Kurt Früh und ab dem 11.07.2022 Herr Hans-Georg Möckesch als Vorsitzender, Herr Christian Lang als sein Stellvertreter und Herr Sascha Magsamen an. Aufgrund der nachträglichen Ergänzung und Vervollständigung der Finanzberichterstattung der Gesellschaft war der im Berichtsjahr amtierende Aufsichtsrats weder mit der Abschlussprüfung noch mit der abschließenden Prüfung durch den Aufsichtsrat selbst befasst. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr von der Geschäftsführung und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers entgegengenommen und selbst geprüft. Er hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte mit der Geschäftsführung und dem Abschlussprüfer im Einzelnen erörtert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat ergab keinen Anlass zu Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 ist damit festgestellt. Frankfurt am Main, den 29.April 2024 Hans-Georg Möckesch Vorsitzender des Aufsichtsrats - 19 - 7. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 7.1. Grundlagen Die tiscon AG in Liquidation (i.L., „tiscon“ oder „Gesellschaft“) befindet sich seit dem Geschäfts- jahr 2009 in der Insolvenz. 7.1.1. Geschäftsmodell Gegenstand des Unternehmens ist die betriebswirtschaftliche Beratung anderer und verbundener Unternehmen, der Erwerb von und die Beteiligung an, das Halten, die Verwaltung und die Verwertung von mittelständischen Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen, insbesondere aus dem Bereich der Industrie, des Handels und der Dienstleistungen sowie Erwerb, Verwaltung, Veräußerung, Vermietung und Verpachtung von Grundeigentum. 7.1.2. Internes Steuerungssystem Der Lagebericht und der Abschluss der Gesellschaft werden nach den geltenden Rechnungslegungsstandards aufgestellt. Die tiscon verfügt über ein internes Steuerungssystem, das der Größe des Unternehmens entspricht. Während des Insolvenzverfahrens erfolgt die Steuerung nicht nach finanziellen Leistungsindikatoren, Kennzahlen und alternativen Leistungskennzahlen. 7.1.3. Konzernunternehmen Zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2023 gehören die folgenden Tochtergesellschaften zum Konzern der Tiscon. Tochtergesellschaft Sitz Sotiva Abwicklungsgesellschaft mbH i.I. (ehemals Avitos GmbH) Linden Chikara Handels GmbH i.I., Tiefenbach Tiefenbach IT-Abwicklungsgesellschaft i.I. (ehemals COS Distribution GmbH) Linden E-Logistics GmbH i.I. Linden Tiscon Handelsgesellschaft mbH i.I. Wiener Neudorf, Österreich TisCOS IT-GmbH i.I. Linden Topedo IT Handelsgesellschaft mbH i.I. Linden Für sämtliche Tochtergesellschaften wurden ebenfalls Insolvenzanträge gestellt und Insolvenz- verfahren eröffnet oder das Insolvenzverfahren wurde mangels Masse abgelehnt. Die insolventen Tochtergesellschaften sind nicht als wesentlich anzusehen. Wegen der Insolvenzverfahren fehlt es - 20 - ferner an Kontrolle nach IFRS. Damit entfallen eine Konsolidierung und die Notwendigkeit zum Aufstellen eines Konzernabschlusses. 7.2. Wirtschaftsbericht 7.2.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Zu Beginn des Jahres 2023 begünstigte die Entwicklung in China die Weltwirtschaft. Die Inflationsraten gingen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurück, vor allem bei Energie und Rohstoffen. Dennoch blieb die Inflation auf nach wie vor hohem Niveau. Die von den Zentralbanken verfolgte restriktive Geldpolitik wirkte sich dämpfend auf die globale Konjunktur aus. Aufholeffekte bei der Nachfrage aus China, Impulse der überwundenen Pandemie sowie die positive Arbeitsmarktlage in den USA führten dennoch zu einem Anstieg der Konsumausgaben. Im dritten Quartal 2023 stieg die globale Industrieproduktion, ohne das hieraus ein nachhaltiger Aufschwung abgeleitet werden konnte. Die anhaltend robuste Konjunktur in den USA wird trotz restriktiver Geldpolitik vom privaten Konsum gestützt. In China werden negative Effekte aus der Immobilienkrise durch staatliche Eingriffe kompensiert, was zu einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal 2023 führt. Der Welthandel bleibt weiter schwach, wel viele Unternehmen nach Überwindung der Lieferkettenprobleme ihre Lagerbestände an Zwischenprodukten abbauen, anstatt neue anzuschaffen. (nach: ifo Konjunkturprognose Sommer 2023, ifo Schnelldienst Dezember 2023) Das geringe Wachstum in der EU und im Euroraum ist weitgehend auf die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie in den beiden Vorjahren zurückzuführen. Das Wachstum stagniert wegen der sinkender Kaufkraft der privaten Haushalte, des deutlichen Rückgangs der Auslandsnachfrage und der strafferen Geldpolitik. Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte im Euroraum war aufgrund der Entwicklung der Reallöhne schwächer. Auf der Industriekonjunktur lastet vor allem in den industriestarken Regionen Mitteleuropas der Energiepreisschock aus dem Vorjahr. Die schwache wirtschaftliche Lage hat sich jedoch nicht auf den europäischen Arbeitsmarkt aus und die Arbeitslosenquote bleibt auf niedrigem Niveau. Die Inflationsrate betrug im Dezember 2023 2,9 % gegenüber 5,4 % im Gesamtjahr 2923 und befindet sich weiterhin über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) (nach: EU-Kommission Winterprognose, ifo Schnelldienst aaO) 7.2.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Entwicklung in der Beteiligungsbranche zeigte im Jahr 2023 nach den Rekordjahren vor der Pandemie eine rückläufige Dynamik. Die weltweiten Buyout-Aktivitäten gingen von einem - 21 - Rekordhoch von fast 11.000 Transaktion im Jahr 2021 auf knapp über 8.000 im Jahr 2023 zurück, was einem Rückgang von 27 % innerhalb von zwei Jahren entspricht. Hauptursachen hierfür waren ein herausforderndes gesamtwirtschaftliches Umfeld und durch erhöhte Zinsen gestiegene Finanzierungskoten. Allerdings dürften Finanzinvestoren von den niedrigeren Bewertungen profitieren. Das Investitionsvolumen auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt ging zuletzt von EUR 15,4 Mrd. im Vorjahr auf EUR 10,5 Mrd. zurück. Die Investitionen der in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaft in der Finanzierungsphase der Buy-outs erreichten EUR 6,5 Mrd. nach EUR 8,8 Mrd. im Vorjahr. Bei den Beteiligungsverkäufen entwickelten sich die Exit-Kanäle unterschiedlich. Die Verkäufe an strategische Investoren stiegen auf EUR 1,6 Mrd. gegenüber EUR 1,1 Mrd. im Vorjahr an, Die Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften waren mit EUR 0,9 Mrd. gegenüber EUR 2,0 Mrd. im Vorjahr rückläufig. Das Geschäftsklima im deutschen Private-Equity-Markt ist zum Jahresende 2023 leicht aufgehellt und geht dennoch von einem zurückhaltenden Start in das Jahr 2024 aus. (nach: Branchenberichten PwC, BVK, KfW) 7.2.3. Geschäftsverlauf Sowohl die tiscon als auch alle ihre Tochtergesellschaften haben im Kalenderjahr 2009 einen Insolvenzantrag gestellt, sodass sich die Geschäftstätigkeit auf die Abwicklung der Gesellschaft beschränkt. Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens hat die tiscon im Geschäftsjahr 2022 darüber hinaus keine Geschäftstätigkeit entfaltet und hat nicht am Wettbewerb teilgenommen. Da die tiscon ausschließlich Holdingfunktionen wahrnimmt und kein operatives Geschäft betreibt, weist die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 keinen Umsatz aus. Im Geschäftsjahr 2023 waren zudem keine Ergebnisbeiträge aus sonstigen betrieblichen Erträgen oder aus Zinsen zu verzeichnen. Für das Geschäftsjahr 2023 weist die tiscon erneut einen Jahresüberschuss von TEUR 938 aus (Vorjahr: TEUR 916) aus. 7.2.4. Insolvenzverfahren Am 31.07.2009 hat die tiscon beim Amtsgericht Gießen einen Insolvenzantrag gestellt. Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde am 04.08.2009 und das Regelinsolvenzverfahren am 24.09.2009 eröffnet. Das Insolvenzgericht (Az. 6 IN 185/09) hat Herrn Rechtsanwalt Bernd Völpel, Gießen zum Insolvenzverwalter bestellt. Dem Insolvenzverfahren liegt ein Eigenantrag auf Eröffnung zugrunde, der von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats gestellt wurde. Es ist beabsichtigt, einen Insolvenzplan aufzustellen. Zur Vorlage des Plans ist gemäß § 218 Abs. 1 S. 1 InsO der Insolvenzverwalter berechtigt. - 22 - Die Befriedigung der absonderungsberechtigten Gläubiger und der Insolvenzgläubiger, die Verwertung der Insolvenzmasse und deren Verteilung an die Beteiligten, sowie die Haftung der Insolvenzschuldnerin nach der Beendigung des Insolvenzverfahrens wird nach Maßgabe der §§ 217 ff. InsO durch die Bestimmungen und Festsetzungen des angestrebten Insolvenzplans geregelt. Nach einer Schlusszahlung durch die Hauptaktionärin in Höhe von EUR 60.000,00 soll das Insolvenzverfahren gemäß dem beschlossenen Plan beendet werden. 7.2.5. Vermögenslage Die Bilanzsumme der tiscon betrug zum 31.12.2022 TEUR 2.508 (Vorjahr: TEUR 3.519). Die Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen. Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen TEUR 910 (Vorjahr: TEUR 983) und bestanden aus sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 165) und Zahlungsmitteln in Höhe von TEUR 745 (Vorjahr: TEUR 818). Die langfristigen Vermögenswerte blieben unverändert zum Vorjahr mit EUR 7 und bestehen aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen, die auf einen Erinnerungswert von je EUR 1,00 abgeschrieben wurden, weil für alle Tochtergesellschaften Insolvenzverfahren eröffnet wurden. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf TEUR 1.882 (Vorjahr: TEUR 2.893) und enthielten Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen in Höhe von TEUR 513 (Vorjahr: TEUR 513) und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.359 (Vorjahr: TEUR 2.370), hiervon TEUR 1.068 (Vorjahr: TEUR 1.081) mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und TEUR 291 (Vorjahr: TEUR 1.288) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr Die Rückstellungen blieben mit TEUR 626 (Vorjahr: TEUR 626) unverändert. Sie enthielten TEUR 510 (Vorjahr: TEUR 510) für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und sonstige Rückstellungen in Höhe von TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 116). Grundkapital und Kapitalrücklagen blieben über TEUR 7.500 (Vorjahr: TEUR 7.500) und TEUR 21.875 (Vorjahr: TEUR 21.875) unverändert. Der Jahresüberschuss belieft sich auf TEUR 938 (Vorjahr: TEUR 916). Aufgrund des Jahresüberschusses verringerte sich zum 31.12.2023 der Bilanzverlust auf TEUR 31.939 (Vorjahr: TEUR 32.855) und der nicht vom Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf TEUR 1.598 (Vorjahr: TEUR 2.536). 7.2.6. Ertragslage Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Umsätze erzielt und es waren keine Zinsen oder ähnliche Erträge zu verzeichnen (EUR 0,00, Vorjahr: EUR 226,00). Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf TEUR 1.023 (Vorjahr: TEUR 931) und ergaben sich im Wesentlichen aus der Reduzierung von Verbindlichkeiten. - 23 - Gegenläufig wirkten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen über EUR 85 (Vorjahr: EUR 15) aus während Zinsaufwendungen für die Abzinsung von Rückstellungen nicht zu verzeichnen waren (EUR 0, Vorjahr: EUR 492) aus. Das Ergebnis nach Steuern betrug TEUR 938 (Vorjahr: TEUR 916) und entspricht dem Jahresergebnis. 7.2.7. Finanzlage Liquide Mittel und sonstige Vermögensgegenstände sind der Insolvenzmasse zuzuordnen. Im insolvenzfreien Bereich verfügt die Gesellschaft über keinerlei Finanzmittel, Umlauf- oder Anlagevermögen. Mit dem vorhandenen Bestand an liquiden Mitteln und kurzfristig fälligen Forderungen im Rahmen der Finanzmittelanlage verfügt die Insolvenzmasse über die ausreichenden Mittel, um das Insolvenzverfahren abschließen zu können. 7.2.8. Forschung und Entwicklung Die tiscon als Beteiligungsgesellschaft und Holding und ihre Tochtergesellschaften aus dem Bereich der IT-Distribution betreiben keine Forschung und Entwicklung im eigentlichen Sinne. 7.2.9. Investitionen Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen wurden im Berichtsjahr keine vorgenommen. 7.2.10. Mitarbeiter Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr keine Mitarbeiter. 7.3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht Ohne das laufende Insolvenzverfahren können bereits durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die branchenbezogenen Rahmenbedingungen für die Gesellschaft entsprechende Vermögens-, Ergebnis- und Liquiditätsrisiken entstehen. Möglichkeiten zum Erwerb attraktiver Beteiligungen bestehen aufgrund des Insolvenzverfahrens nicht. - 24 - 7.4. Chancenbericht Durch die letzte Änderung des Geschäftszweckes der tiscon auf die Beteiligung an Unternehmen, ergeben sich für die tiscon erhebliche Chancen, nach dem Durchlaufen des Insolvenzverfahrens wieder ein nachhaltiges und profitables Portfolio an Beteiligungen an Unternehmen aufzubauen und neue Umsätze zu erzielen. Zusätzliche Chancen ergeben sich aus dem aktiven Management der Beteiligungen, der Hebung von Synergien und durch eine Erhöhung der Produktivität mit dem Ziel Kosten einzusparen. 7.4.1. Chancen bei der Akquisition Die tiscon benötigt für eine zukünftige positive Entwicklung den Zugang zu neuen Investitionsmöglichkeiten. Nur bei einer ausreichenden Anzahl von Transaktionen sowie gewinnbringenden Veräußerungen in der Zukunft lässt sich das Geschäftsmodell der Gesellschaft profitabel gestalten. Die tiscon arbeitet daran, von Beteiligungsmöglichkeiten frühzeitig Kenntnis zu erhalten und verfügt über Ressourcen und Instrumente, die einen ausreichenden und hochwertigen Deal-Flow sicherstellen. Im Ergebnis wird von dieser Akquisitionsstrategie die Identifikation chancenreicher Unternehmen und eine Erhöhung der Abschlusswahrscheinlichkeit durch die Vermeidung von strukturierten Verkaufsprozessen mit erhöhtem Wettbewerb erwartet. Durch das weitreichende Netzwerk aus Beteiligungspartnern, Banken, Beratern und Industrieexperten ergeben sich laufend neue Investitionsmöglichkeiten. 7.4.2. Chancen während der Haltedauer Während der Haltedauer stehen für die tiscon die Umsetzung der gewählten Wachstumsstrategie und damit die Wertsteigerung der Beteiligungen im Vordergrund. Laufende Erträge aus Beteiligungen wie Dividenden, Gewinnanteile und Zinserträge unterstützen den wirtschaftlichen Erfolg der tiscon. Der Betreuungs- und Entwicklungsphase der Beteiligungen wird eine bedeutende Rolle beigemessen. Entwicklungsstand, Exit-Strategie und Wertsteigerungspotentiale sowie vorhandene Strukturen und Prozesse werden laufend kontrolliert, hinterfragt und optimiert. Die Chance stehen unter dem Vorbehalt, dass die Gesellschaft das Insolvenzverfahren über ein Insolvenzplanverfahren erfolgreich abschließen und das Unternehmen weitergeführt werden kann. 7.4.3. Chancen bei Unternehmensverkäufen Die Börsennotierung und der Zugang zu den Kapitalmärkten zwingt die tiscon nicht zu übereilten oder zur Unzeit notwendigen Verkäufen, wie es zum Teil bei klassischen Private-Equity-Strukturen mit einer festen Laufzeit der Fall ist. Anhand einer vordefinierten Exit-Strategie arbeitet das Management gemeinsam mit den Beteiligungen, um zu einem geeigneten Zeitpunkt die geschaffenen Werte zu realisieren. Über das weitreichende Netzwerk und Branchen-Know-how verfügt die tiscon über die erforderlichen Kontakte für Desinvestments. - 25 - 7.5. Risikobericht Risikomanagement bedeutet für die tiscon, wesentliche Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben, bestmöglich zu kontrollieren und Chancen effektiv zu nutzen. Zu den wesentlichen Aufgaben des Risikomanagements gehört es, Risiken zu identifizieren, zu analysieren, zu steuern und zu überwachen. Die Chancen und Risiken einer Beteiligungsgesellschaft ergeben sich aus dem Erwerb, dem Halten und der Veräußerung von Beteiligungen. Das Management von Chancen und Risiken ist daher mit dem operativen Geschäft eng verknüpft und fest in die Prozesse integriert. Chancen und Risiken sollen so abgewogen werden, dass Chancen wahrgenommen werden ohne den Fortbestand der tiscon zu gefährden. Das Risikomanagementsystem kann nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder umgesetzt werden. Die tiscon unterhält ein Risikomanagementsystem, das nach seiner Größenordnung der derzeit eingeschränkten Geschäftstätigkeit entspricht und hieraus bekannte oder entstehende Risiken und Maßnahmen zur Risikominimierung abdeckt. Risiken werden analysiert und Steuerungsmaßnahmen entwickelt. Die interne Berichterstattung erfolgt regelmäßig direkt an die Entscheidungsträger, besonders signifikante Ereignisse werden unverzüglich gemeldet. Soweit Risiken absehbar und erkennbar sind, werden Maßnahmen zur Gegensteuerung umgesetzt. Die identifizierten wesentlichen Risiken für einen zukünftigen Geschäftserfolg stellen sich wie folgt dar. 7.5.1. Rechtsstreitigkeiten Es besteht das Risiko, dass die derzeit noch anhängigen Klagen innerhalb der Sphäre des Insolvenzverfahrens mit der Insolvenzmasse als Beteiligte nicht erfolgreich abgewendet werden können oder nicht günstig für die Insolvenzmasse entschieden werden. Die Gesellschaft könnte neuen Klagen ausgesetzt sein, die zur Durchsetzung von Ansprüchen gegen sie erhoben werden. Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass vom Insolvenzverwalter bereits erhobene Klagen oder noch zu führende Rechtsstreite zum Nachteil der Gesellschaft ausgehen. Für den Fall des Unterliegens erhöht sich das Risiko um die Verfahrenskosten. 7.5.2. Liquiditätsrisiko Dem Risiko einer Unterfinanzierung der Gesellschaft stehen die eigenen liquiden Mittel gegenüber. Soweit es notwendig sein könnte, die Liquidität durch Fremdmittel zu stärken, werden frühzeitig Maßnahmen mit dem Ziel einer Kreditaufnahme bei Banken oder Erhöhung des Aktienkapitals eingeleitet. - 26 - 7.5.3. Allgemeines Geschäftsrisiko Bei dem Geschäftsmodell der Gesellschaft als einer reinen Beteiligungsgesellschaft sind die Risiken des allgemeinen Geschäfts aus der Geschäftsentwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften zu sehen, die Auswirkung auf die tiscon haben. 7.5.4. Risiken bei der Akquisition Die Investitionsstrategie bestimmt maßgeblich das Chancen-Risiko-Profil der tiscon. Sie unterliegt einer stetigen Weiterentwicklung und Anpassung an die Gegebenheiten des Markts. Die Gesellschaft konzentriert sich beim Erwerb auf die Marktstellung und Geschäftsmodelle mit Wachstumschancen und auf Unternehmen ohne großen Investitionsbedarf, um Nachfinanzierungen zu vermeiden. Der Verlust eines Einzelinvestments darf nicht existenzbedrohend für die tiscon sein. Der Erwerb von neuen Beteiligungen wird erst nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens und einer erneuten Kapitalisierung der Gesellschaft möglich sein. 7.5.5. Risiken während der Haltedauer Die Entwicklung der Beteiligungen beeinflusst unmittelbar den Erfolg der tiscon. Entwickelt sich eine Beteiligung ungünstig und sinkt ihr Wert, soll dies nicht zu einer Gefährdung der tiscon führen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Beteiligung nachfinanziert werden muss. Die tiscon prüft den zusätzlichen Finanzierungsbedarf zunächst wie ein Neuinvestment. Weil weitere Aspekte in die Entscheidung einbezogen werden, steigt möglicherweise das Risikoprofil der Nachfinanzierung. Im Fall einer negativen Entwicklung droht ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. 7.5.6. Fehlschlagen einer Sanierung Dem Risiko des Fehlschlagens der planmäßigen Sanierung von Beteiligungen und damit der Gefahr des Verlustes der für die Anschaffung und Finanzierung eingesetzten Mittel, wird soweit wie möglich mit einem engen und zeitnahen Controlling sowie aktiver Einflussnahme auf die Geschäftstätigkeit begegnet. Informationen über die aktuelle monatliche Entwicklung geben Aufschluss über den Fortschritt. Die spezifischen Risiken werden regelmäßig analysiert. Darauf basierende Entscheidungen zur weiteren Steuerung oder geschäftlichen Neuausrichtung der betreffenden Beteiligungsgesellschaften werden umgehend umgesetzt. 7.5.7. Risiken bei Unternehmensverkäufen Die Grundlage für eine erfolgreiche Veräußerung wird bereits während der Akquisitionsphase gelegt. Das Interesse strategischer Investoren oder von Finanzinvestoren spielt hierbei eine Rolle. Die Möglichkeiten einer Veräußerung sind regelmäßig Gegenstand der Überlegungen und - 27 - Entscheidungen des Managements. Die regelmäßige Überwachung und aktive Begleitung der Beteiligungen senkt das Risiko der Inanspruchnahme von Garantien und Zusicherungen bei Verkäufen. 7.5.8. Konjunkturelle Risiken Der wirtschaftliche Erfolg der tiscon hängt vom wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligungen ab. Sind sie in unterschiedlichen Branchen und Regionen, beeinflussen verschiedene branchenspezifische und geographische Konjunkturverläufe und politische und finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen ihren Erfolg. Durch eine Diversifizierung der Beteiligungen über unterschiedliche Branchen und Regionen sind meist nur einzelne Beteiligungen von konjunkturellen Veränderungen betroffen. 7.5.9. Branchenrisiken Die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft ist in hohem Maße vom Zugang zu Investitionsmöglichkeiten abhängig. Nur bei einer ausreichenden Anzahl von potentiellen Investitionsmöglichkeiten sowie gewinnbringenden Veräußerungen kann das Geschäftsmodell erfolgreich sein. Auf die Entwicklung des Markts für Unternehmensbeteiligungen haben wir nahezu keinen Einfluss. Entsprechend eingeschränkt sind unsere Möglichkeiten, das Risiko einer rückläufigen Anzahl potentieller Investitionsmöglichkeiten zu begrenzen. 7.5.10. Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken Die tiscon finanziert die Akquisitionen typischerweise mit Eigenkapital, Fremdkapitalinstrumenten und Bankdarlehen. Die Strukturierung der Finanzierung ist ein essentieller Baustein während der Erwerbsphase. Das Liquiditätsrisiko liegt darin, dass die flüssigen Mittel möglicherweise nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wir stufen unser Liquiditätsrisiko derzeit als hoch ein. Grund hierfür ist das laufende Insolvenzverfahren und der Umstand, dass jede Befreiung oder Verringerung von bestehenden alten Verbindlichkeiten der Zustimmung der Gläubiger im Insolvenzverfahren bedarf. Erst nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens wird die tiscon in der Lage sein, neue Kapitalmittel für die Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit aufnehmen zu können. 7.5.11. Gesamtrisikoeinschätzung der tiscon Die Gesamtwürdigung aller genannten Risikoaspekte und der Beteiligungen basieren primär auf Markt- und konjunkturellen Risiken sowie den für das Beteiligungsgeschäft typischen Risiken. Über das derzeit noch andauernde Insolvenzverfahren und seiner Auswirkungen auf den Fortbestand des Unternehmens stellen auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen weitere einzelne oder kumulierte Risiken derzeit keine Gefahr für den Fortbestand der tiscon dar. Zudem - 28 - sind neben den finanziellen Risiken in Verbindung mit dem laufenden Insolvenzverfahren keine anderen finanziellen Risiken erkennbar, die das Unternehmen beeinträchtigen. 7.6. Prognosebericht 7.6.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Bei der Leistung der Weltwirtschaft ist nur von einer moderaten Steigerung auszugehen. Die Industriekonjunktur wird weiter als schwach eingeschätzt, weil Auftragslage und Geschäftserwartungen weiterhin als eingetrübt angesehen werden. Die hohen Zinsen dämpfen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Die Inflation dürfte weiter zurückgehen jedoch unterschiedlich in den USA und im Euroraum. Positive Impulse könnten von einer Senkung der Leitzinsen im Jahresverlauf 2024 ausgehen. Nach dem Abbau erhöhter Lagerbestände an Zwischenprodukte, dürften Warenhandel und Industrieproduktion wieder an Dynamik gewinnen. Hingegen dürfte die schwache Wirtschaftsentwicklung in China sich gegenläufig auswirken. Der Zuwachs der Weltproduktion im Jahr 2024 dürfte mit 2,0 % und in der EU mit 0,8 % geringer als zuletzt ausfallen. Die Konjunkturabschwächung betrifft sowohl fortgeschrittene Volkswirtschaften als auch Schwellenländer. (nach: ifo Schnelldienst Dezember 2023, EU-Kommission Winteprognose) Der Krieg in der Ukraine, der durch die militärische Invasion russischer Streitkräfte am 24.02.2022 begann, hat keine direkten und indirekten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf, die Risiken, die Ertragslage der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften. Zunehmend auftretenden Störungen der Lieferketten, signifikanten Preissteigerungen für Rohmaterialien, Vorprodukte und Energie, sowie die sich insgesamt daraus ergebende Abschwächung der Konjunktur wirken sich jedoch insgesamt auf die Lage der Unternehmen aus. 7.6.2. Ausblick auf das Branchenumfeld Das Geschäftsklima in der Beteiligungsbranche hat sich zu Beginn des Jahres 2024 leicht aufgehellt. Die Geschäftserwartungen werden geringfügig besser als die aktuelle Lage eingeschätzt. Die meisten Indikatoren sind zwar noch im Minus, allerdings ist bei Dealflows, Marktumfeld, Zinsniveau und Akquisitionsfinanzierung eine Aufwärtsentwicklung zu erkennen. Bei den Einstiegsbewertungen ist eine deutlich verbesserte Zufriedenheit zu erkennen. Ein erwartet stabiler Zinssatz wirkt sich positiv auf die Beurteilung der Verfügbarkeit und Konditionen von Akquisitionsfinanzierung aus. Eine anhaltende Aufhellung und günstige Einstiegsbewertungen könnten die Investitionstätigkeit anspringen lassen und das gesamte Geschäftsklima verbessern. - 29 - 7.6.3. Ausblick für tiscon Aufgrund des derzeit nicht bestehenden Beteiligungsportfolios ergeben sich für die tiscon zunächst keine Besonderheiten durch die Marktentwicklungen. Kurzfristig sind die wenigen Aktivitäten und begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel auf das Ziel ausgerichtet, das Insolvenzverfahren zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und die Gesellschaft zu erhalten und zukünftig mit dem bestehenden Geschäftsgegenstand einer Beteiligungsgesellschaft fortzuführen. Mittelfristig plant die tiscon, für einen Neubeginn in der Beteiligungsbranche nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens neue Finanzmittel aufzunehmen, durch Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen oder durch die Begebung von Fremdkapitalinstrumenten. Ausgehend davon ist geplant, ein neues Portfolio an Beteiligungen aufzubauen und erfolgreich und profitabel zu entwickeln. Sollte sich in der Zwischenzeit das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht verbessert und die Beteiligungsbranche nicht erholt haben, wird jedes neue unternehmerische Tätigwerden der tiscon erschwert 7.6.4. Erwartete Ertragslage Die Gesellschaft rechnet mit einem erneuten negativen operativen Ergebnis. Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens verfügt die Gesellschaft weder über wesentliches operatives Geschäft noch über Umsatzerlöse hieraus. Genau quantifizierbar ist dieses Ergebnis jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Der Grund hierfür ist, dass der Abschluss des Insolvenzverfahren und damit einhergehend ein möglicher Fortbestand der Gesellschaft derzeit nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit vorgesagt werden kann. Sollte das Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen werden können, dürften sich die wesentlichen Bestandteile und Beiträge zum Ergebnis nicht erheblich verändern, sodass nur mit geringfügigen Abweichungen zum Vorjahr zu rechnen ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit außergewöhnlicher Erträge oder Aufwand aufgrund von laufenden Maßnahmen der Insolvenzverwaltung oder aus ertragswirksamen Buchgewinnen, zB durch die Verringerung von Verbindlichkeiten. Bei den in der Insolvenz befindlichen derzeitigen Tochterunternehmen der Gesellschaft ist das Risiko eines Totalverlusts der eingesetzten Finanzmittel überwiegend wahrscheinlich. Mit einer Berücksichtigung bei der Verteilung verbleibender Masse und Rückflüssen aus den Beteiligungen ist aufgrund der Nachrangigkeit der Forderungen der tiscon als Gesellschafterin der Tochterunternehmen nicht zu rechnen. Für das zu erwartende Ende des Insolvenzverfahrens bleibt eine weitere Verbesserung der Kapitalseite der Gesellschaft in Aussicht, die sich in der weiteren Auflösung von Rückstellungen und der Befreiung von Verbindlichkeiten auswirken könnte. Der Einfluss der Konjunktur und die Entwicklung des Kapitalmarkts können dennoch zum heutigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. Eine zuverlässige Prognose der gesamtwirtschaftlichen - 30 - Entwicklung, die unmittelbar Einfluss auf die tiscon hat, ist nicht möglich. Solange das Insolvenzverfahren läuft, dürften die Auswirkungen der Gesamtwirtschaft auf die tiscon gering ausfallen. 7.6.5. Liquiditätsentwicklung Die Liquiditätslage wird weiter angespannt bleiben, solange das Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen wird. Die Neuaufnahme von Kapitalmitteln und ein Neubeginn als Beteiligungsgesellschaft wird vorher nicht möglich sein. Die restliche verbliebene Liquidität wird voraussichtlich weiter sinken. Dies ergibt sich aufgrund der jährlichen Aufwendungen, die zum minimalen Erhalt der Gesellschaft erforderlich sind. 7.6.6. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung Vor dem Hintergrund des weiterhin nicht abgeschlossenen Insolvenzverfahrens sind Möglichkeiten der tiscon zu Geschäftsaktivitäten nahezu nicht vorhanden, Eine erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft in 2014 und in den Folgejahren setzt zunächst voraus, dass das Insolvenzverfahren unter Weiterführung der geschäftlichen Tätigkeit der tiscon erfolgreich abgeschlossen werden kann. Auf eine Wiederbelebung des Beteiligungsgeschäfts der tiscon werden die konjunkturelle Entwicklung und die Situation auf dem Beteiligungsmarkt einen derzeit noch nicht abschätzbaren Einfluss haben. 7.7. Nachtragsbericht Bezüglich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf die Angaben im Anhang des Jahresabschlusses (Abschnitt 5.8.7). 7.8. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Die tiscon unterhält Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen. Im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen zu diesen Unternehmen und Personen bietet diese der tiscon vielfach Dienstleistungen an, die sie ihren für ihre anderen Kunden im Allgemeinen erbringen. Sämtliche Geschäfte mit diesen Unternehmen und Personen werden zu fremdüblichen Bedingungen getätigt. Geschäfte, die zu marktunüblichen Bedingungen zustande gekommen sind, liegen nicht vor. - 31 - 7.9. Vergütungsbericht Im Berichtsjahr hat der Vorstand keine Vergütung erhalten. Für ausgeschiedene Mitglieder des Vorstands sind für Pensionszusagen TEUR 510 in den Rückstellungen eingestellt. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurde ebenfalls keine Vergütung gezahlt. 7.10. Übernahmerelevante Angaben Das gezeichnete Kapital der tiscon AG Infosystems beträgt EUR 7.500.000 und ist eingeteilt in 7.500.000 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 pro Aktie. Die auf das Grundkapital ausgegebenen Aktien gehören einer Gattung an. Soweit dem Vorstand bekannt bestehen keine Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 17. Mai 2023 besteht gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ein genehmigtes Kapital in Höhe von EUR 3.750.000,00 mit einer Laufzeit bis zum 16. Mai 2028 (Genehmigtes Kapital 2023). Das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen von bis zu 10 % des Grundkapitals, oder gegen Sacheinlage ausgeschlossen werden. Die zuletzt von der Hauptversammlung vom 19.07.2007 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Optionen für den Aktienoptionsplans 2007 ist am 30.07.2010 ausgelaufen. Weil keine Aktienoptionen ausgegeben wurden, ist das hierfür geschaffene bedingte Kapital gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung (Bedingtes Kapital 2007/I) in Höhe von EUR 200.000,00 gegenstandslos. Die von der Hauptversammlung vom 19.07.2007 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwertung eigener Aktien ist am 19.01.2009 abgelaufen. Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Regelungen im Zusammenhang mit einer koordinierten Stimmrechtsausübung von Arbeitnehmern, die am Kapital beteiligt sind, bestehen nicht. Für die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands ist der Aufsichtsrat zuständig. Der Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richten sich nach §§ 84 f. AktG. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt und abberufen. Die Änderung der Satzung bedarf gemäß § 16 Abs. 2 der Satzung einer einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, mit Ausnahme solcher Änderungen, die zwingend eine Dreiviertel- Mehrheit vorschreiben, insbesondere Änderung des Unternehmensgegenstands, genehmigtes und bedingtes Kapital, Ausschluss des Bezugsrechts, Abschluss von Unternehmensverträgen. Zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes sowie Arbeitnehmern bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes. Auch hat die - 32 - Gesellschaft keine Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen. Die Angaben über direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind im Anhang zu finden (Abschnitt 5.8.8). 8. Erklärung zur Unternehmensführung 8.1. Entsprechenserklärung Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 Abs. 1 AktG, dass die tiscon bis auf die nachstehend aufgeführten Abweichungen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der Fassung vom 28.04.2022 seit der letzten Entsprechenserklärung entsprochen hat und den Empfehlungen des Kodex gegenwärtig entspricht und zukünftig entsprechen wird. Abweichend von Ziffer A.1 und A.3 umfasst die Unternehmensstrategie, die Unternehmensplanung, das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem nachhaltigkeitsbezogene Ziele nicht. Dieser Umstand ergibt sich aus der derzeit eingeschränkten Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Abweichend von Ziffer A.4 des Kodex hat der Vorstand die Grundzüge seines Compliance Management Systems nicht offengelegt und Beschäftigten oder Dritten nicht die Möglichkeit eingeräumt geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Umstände ergeben sich aus der spezifischen Größe des Unternehmens und seiner eingeschränkten Geschäftstätigkeit. Abweichend von Ziffer B.3 erfolgt die Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern nicht für längstens drei Jahre, was in Bezug auf die spezifische Größe des Unternehmens nicht als erforderlich erachtet wird. Abweichend von Ziffer C.1 und C.2 des Kodex hat der Aufsichtsrat keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung benannt, kein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet und keine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, was in Bezug auf die eingeschränkte Geschäftstätigkeit des Unternehmens und der begrenzen Kontrollfunktionen nicht als erforderlich erachtet wird. Derartige Beschränkungen sind gegenüber anderen Kriterien für Wahlvorschläge nicht sachgerecht. Vorschläge zu seiner Zusammensetzung werden in der jeweiligen konkreten Situation entschieden. Abweichend von Ziffer C.14 fügt der Aufsichtsrat dem Kandidatenvorschlag keine Übersicht über die wesentlichen Tätigkeiten neben dem Aufsichtsrat bei und aktualisiert dies nicht jährlich auf der Website des Unternehmens. Dieser Umstand ergibt sich aus der eingeschränkten Geschäftstätigkeit des Unternehmens. - 33 - Abweichend von Ziffer D.1 des Kodex hat sich der Aufsichtsrat keine Geschäftsordnung gegeben, was in Bezug auf die spezifische Größe des Unternehmens und des Aufsichtsrats selbst nicht als erforderlich erachtet wird. Abweichend von Ziffer D.7 des Kodex hat der Aufsichtsrat aufgrund seiner durch das Insolvenzverfahren begrenzten Tätigkeit nicht ohne den Vorstand getagt. Abweichend von Ziffer D.2, D.3, D.4 und D.10 des Kodex hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse gebildet. Der Aufsichtsrat besteht nur aus der gesetzlichen Mindestanzahl von drei Mitgliedern, so dass ein Ausschuss stets aus den gleichen drei Mitgliedern zusammengesetzt wäre. Eine Effizienzsteigerung in der Erfüllung der Kontrollfunktion ist von der Einrichtung von Ausschüssen nicht zu erwarten. Abweichend von D.13 des Kodex hat der Aufsichtsrat keine Selbstbeurteilung durchgeführt. Dies ergibt sich aus der eingeschränkten Geschäftstätigkeit und dem damit einhergehenden geringeren Umfang der Kontrolltätigkeit des Aufsichtsrats. Abweichend von den Empfehlungen G.1 bis G.18 des Kodex hat der Aufsichtsrat kein System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder beschlossen. Grund hierfür sind die eingeschränkte Geschäftstätigkeit des Unternehmens im Insolvenzverfahren und der Umstand, dass derzeit keine Vorstandsvergütung gezahlt wird. 8.2. Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft nach Maßgabe der geltenden Gesetze, der Satzung und sonstiger relevanten Vorschriften. Er sorgt für die Einhaltung von gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen sowie der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin. Die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex werden vom Vorstand und vom Aufsichtsrat beachtet, soweit nicht Abweichungen in der Entsprechenserklärung aufgeführt sind. Die Leitung der tiscon erfolgt mit dem Ziel des langfristigen Erfolgs. Derzeit umfasst der Tätigkeitsbereich des Vorstands und der Kontrollbereich des Aufsichtsrats lediglich den insolvenzfreien Bereich der Gesellschaft, also diejenigen Geschäftsführungsmaßnahmen, die nicht in die Zuständigkeit des Insolvenzverwalters fallen. Der Vorstand ist hierbei in sehr begrenztem Ausmaß mit der zukünftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens befasst, wobei er sich von dem Ziel leiten lässt, das Unternehmen nach Abschluss des Insolvenzverfahren als werbende Gesellschaft im Markt weiterzuführen. 8.3. Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Die Geschäftsführung und Vertretung der tiscon obliegt dem Vorstand, der aus dem alleinigen Mitglied Tobias Würtenberger bestand. Der Vorstand nimmt seine gesetzlichen und satzungsmäßigen Befugnisse wahr und leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Der - 34 - Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, der Planung, der Finanzierung, der Risikolage und des Risikomanagements. Der Aufsichtsrat der tiscon besteht gemäß § 7 Abs. 1 der Satzung aus drei Mitgliedern. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird aus der Mitte des Gremiums gewählt. Im Berichtszeitraum gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an: bis zum 11.07.2022 Bernd Schnell, Vorsitzender, Dipl.-Betriebswirt, München Hans Gisbert Ulmke, stellvertretender Vorsitzender, Kaufmann, Gauling Kurt, Früh, Dipl.-Kaufmann, Riedt-Neerach, Schweiz ab dem 11.07.2022 Hans-Georg Möckesch, Vorsitzender, Unternehmensberater und Geschäftsführer der PR Partner Societät für Öffentlichskeitsarbeit, München Christian Lange, stellvertretender Vorsitzender, Geschäftsführer der ISN International Security Network GmbH, Baden-Baden Sascha Magsamen, Vorstand der PVM Private Values Media AG, Oestrich-Winkel Zu den weiteren ausgeübten Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen wird auf die Angaben im Anhang des Jahresabschlusses verwiesen. Der Aufsichtsrat übt eine Kontrollfunktion aus und überwacht den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Zur Überwachung kann er Informationen anfordern und die Schriften und Bücher der Gesellschaft prüfen. Der Aufsichtsrat prüft den Jahresabschluss unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und beschließt über seine Feststellung. Angesichts seiner Besetzung mit drei Mitgliedern sind vom Aufsichtsrat keine Ausschüsse eingerichtet worden; Beratungen und Beschlussfassungen erfolgen stets im Plenum des Aufsichtsrates. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats werden stets in Sitzungen, auf Anordnungen des Vorsitzenden auf andere Art und Weise gefasst. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten wird auf den Corporate Governance Bericht und den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen. - 35 - 9. Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind. Frankfurt am Main, den 29. April 2024 Michael Winkel Vorstand