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thyssenkrupp AG Management Reports 2022

Jan 18, 2023

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Management Reports

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Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Zusammengefasster Lagebericht

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung ist die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in dem zusammengefassten Lagebericht enthalten. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 im Segment Multi Tracks eingeleiteten Verkäufe von Mining, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts erfüllten im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erstmals die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis dieser Aktivitäten als Veräußerungsgruppen. Dementsprechend wurde in der Bilanz zum 30. September 2021 ein gesonderter Ausweis der auf diese Aktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich. Die Verkäufe von Infrastructure sowie des Edelstahlgeschäfts wurden Ende Januar 2022 abgeschlossen, der Verkauf von Mining zum 31. August 2022. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15 % an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST) behält, um die schon bestehende operative Zusammenarbeit mit dem Erwerber Arvedi zu stärken. Diese Anteile werden seit dem 31. Januar 2022 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet.

Seit dem Verkauf des Aufzuggeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung siehe auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte) und Anhang-Nr. 22 (Finanzinstrumente). Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung werden darüber hinaus in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten stehende noch anfallende nachlaufende Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

Seit dem 1. Oktober 2020 wird die erwähnte Elevator-Beteiligung dem Segment Multi Tracks zugeordnet.

Darüber hinaus werden die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Lagebericht nicht als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei den rechtlichen Konsolidierungskreis.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs gliedert sich nach Segmenten. Den jeweiligen Abschnitten sind jeweils eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells des Segments sowie die Erläuterung der Mittelfristziele vorangestellt.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") sieht Angaben zu dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind ("lageberichtsfremde Angaben"). Diese werden nachfolgend thematisch der Erklärung zur Unternehmensführung zugeordnet; sie sind zudem von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend gekennzeichnet.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen der Gruppe

Profil und Organisation

Leistungsversprechen thyssenkrupp ist eine internationale Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir dank unserer umfassenden Engineering- und Innovationskompetenzen wirtschaftliche sowie ressourcen- und umweltschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren innovativen Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für eine bessere, lebenswertere und nachhaltigere Zukunft leisten und damit Verantwortung für künftige Generationen übernehmen. Dabei verfolgen wir zum einen ambitionierte Klimaschutzziele und optimieren unsere eigene Energie- und Klimaeffizienz. Zum anderen wollen wir durch unsere vielfältigen Fähigkeiten entlang der relevanten Wertschöpfungsketten unsere Kunden bei der grünen Transformation entscheidend voranbringen. Dadurch wollen wir die grundlegende Erneuerung der gesamten Industrie ermöglichen und die grüne Transformation aktiv mitgestalten. Unser Markenversprechen und unser hoher Anspruch an uns selbst bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." zum Ausdruck. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Unseren Anspruch und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in sechs Segmenten zusammengefasst: Materials Services, Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe, Marine Systems sowie Multi Tracks - ein Segment, in dem wir Geschäfte bündeln, für die thyssenkrupp unterschiedliche Potenziale sieht und daher verschiedene Entwicklungspfade in Erwägung zieht. Details dazu finden Sie im folgenden Abschnitt "Strategie" und im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie die im Segment Industrial Components zusammengefassten Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2022 sind in den Gruppenabschluss 312 Unternehmen sowie 19 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

48

Für den Abschluss der Gruppe konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

Unsere Service-Einheiten sind in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und erbringen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale. Darüber hinaus bieten vier regionale Plattformen Dienstleistungen an, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters".

Unternehmenszentrale thyssenkrupp AG

Segmente

Materials Service Industrial Components Automotive Technology
Umsatz 16.444 Mio € Umsatz 2.766 Mio € Umsatz 4.825 Mio €
Bereinigtes EBIT 837 Mio € Bereinigtes EBIT 234 Mio € Bereinigtes EBIT 108 Mio €
■ Weltweiter Handel mit Werk- und Rohstoffen ■ Fertigung von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und unterschiedliche Industrieanwendungen (Bearings) ■ Serienlieferant von Fahrwerks- und Antriebskomponenten
■ Kundenspezifische Anarbeitungs-, Lager- und Logistikdienstleistungen ■ Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) ■ Montage- und Logistikpartner
■ Intelligente Supply-Chain-Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten ■ Karosserieanlagenbauer mit Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen
Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
Umsatz 13.156 Mio € Umsatz 1.831 Mio € Umsatz 4.101 Mio €
Bereinigtes EBIT 1.200 Mio € Bereinigtes EBIT 32 Mio € Bereinigtes EBIT - 173 Mio €
■ Produktion von Qualitätsflachstahl für die Automobilindustrie und eine Vielzahl weiterer Industrien ■ Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie ■ Anlagenbau, u.a. für die Chemie- und Zementindustrie
■ Weitere Umsetzung der Strategie 20-30 mit Fokus auf Premiumprodukte mit höheren Festigkeiten, weiter optimierte Oberflächen sowie dünnere leistungsfähigere Bleche für die Elektromobilität ■ Anbieter von Antriebs- und Batteriemontagen und Herstellung von Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie
■ Aufbau einer klimaneutralen Stahlproduktion im Rahmen des Transformationsprojekts tkH2Steel ■ Anbieter von Technologie für hocheffiziente Elektrolyse-Anlagen, insbesondere auch für Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab

Mit der Aufstellung als Unternehmensgruppe agieren die einzelnen Segmente der thyssenkrupp-Gruppe insbesondere bei operativen Managemententscheidungen dezentral, aber weiterhin unter der starken Dachmarke thyssenkrupp. Damit sollen die Geschäfte den Spielraum nutzen, der erforderlich ist, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima fördern, das Entscheidungen beschleunigt, die Effizienz erhöht und die Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die Zentrale konzentriert sich hingegen neben der Steuerung der Performance auf das Portfoliomanagement, Governance-Aufgaben, die Führungskräfteentwicklung und die Allokation von Investitionsmitteln. Im Sinne einer möglichst schlanken und effizienten Zentrale wird sie über drei Corporate Center als unmittelbare Leitungsebene unterhalb des Vorstands geführt, die im Zuschnitt unseren drei Handlungsfeldern "Performance", "Portfolio" und "People" entsprechen.

Die strategische Führung der Gruppe liegt bei der thyssenkrupp AG. Um die Steuerung des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Geschäften zu ermöglichen, hat sich das Executive Committee als Lenkungsgremium etabliert. Mitglieder sind neben dem Vorstand der thyssenkrupp AG die CEOs der Segmente, die Leiter der Corporate Center und ein Vertreter der Regionen. Die Entscheidungen des Vorstands können sich so enger an Kunden und Märkte sowie an Technologien, Produkten und geschäftsspezifischen Entwicklungen orientieren.

Strategie

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Fortsetzung Transformationsprozess

In einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld treibt thyssenkrupp die im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 konkretisierte Transformation des Unternehmens weiter voran. Ziel ist es, thyssenkrupp zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio umzubauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte.

Mit Beginn der Transformation haben wir unser Konzept für den Umbau von thyssenkrupp folgend unser Portfolio - unter Berücksichtigung der jeweiligen Wert- und Weiterentwicklungspotenziale der Geschäfte - angepasst und auch im abgelaufenen Geschäftsjahr Fortschritte erzielt. Gleichzeitig haben wir Maßnahmen eingeleitet, um die Profitabilität der Geschäfte weiter zu steigern und auf dieser neuen Effizienzbasis insgesamt wieder profitabel zu wachsen.

thyssenkrupp möchte einerseits selbst einen signifikanten Beitrag zur CO2-Reduktion leisten und seine Aktivitäten weiter systematisch an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten. Andererseits wollen wir mit unseren Produkten und Technologien ein relevanter Partner - und mehr noch: ein Wegbereiter - für die grüne Transformation unserer Kunden sein. Hier sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien und Elektromobilität.

Unsere Stärke ist, dass wir an entscheidenden Punkten der grünen Transformation maßgebliche Kompetenzen zu bieten haben. Das gilt insbesondere für das Thema Wasserstoff und die unterschiedlichen Perspektiven auf die Wertschöpfungskette: Bei unseren Lösungen für eine grüne Stahlproduktion werden wir zukünftig große Mengen Wasserstoff einsetzen, um einen erheblichen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen zu leisten (Nachfrage). Mit unserem Elektrolysegeschäft thyssenkrupp nucera haben wir als einer von wenigen Anbietern weltweit schon heute Technologien zur Produktion von Wasserstoff im Gigamaßstab im Portfolio (Angebot). Unsere Anlagenbauer von Uhde sind unter anderem Experten für den Bau von Anlagen für die Produktion von Ammoniak, dem Transportmedium für importierten grünen Wasserstoff. Und unsere innovativen Großwälzlager sind ein wesentlicher Baustein für den schnellen Ausbau der Windenergie (Infrastruktur). Darüber hinaus haben wir weitere erfolgversprechende Produkte und Lösungen im Portfolio, die für das Gelingen der grünen Transformation maßgeblich sind, etwa unsere antriebsunabhängigen Komponenten im Automobilbau, die intelligent optimierten Lieferketten bei Materials Services oder die Anlagen zur Produktion von CO2-reduziertem Zement von Polysius.

In unserem Transformationsprozess orientieren wir uns weiterhin an den drei Handlungsfeldern "Performance", "Portfolio" und "People":

Performance

Übergeordnetes Ziel des Transformationsprozesses ist die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Der grundsätzliche Anspruch ist, dass unsere Geschäfte zu den jeweils Besten ihrer Branche gehören. Für jede Einheit gilt ein individueller und aus dem Wettbewerb abgeleiteter Profitabilitätsanspruch, der mithilfe der identifizierten Wertsteigerungshebel in Ziele und konkrete Maßnahmen überführt wird. Die Werthebel werden im regelmäßigen Dialog zwischen der Führungsgesellschaft und den dezentralen Einheiten nachgehalten, hinterfragt und gegebenenfalls angepasst. Die Führungsmannschaften der Geschäfte tragen dabei die volle Ergebnisverantwortung. Im Dezember 2021 wurden zudem ambitionierte Mittelfristziele für die Unternehmensgruppe und auf Segmentebene veröffentlicht. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt "Ziele". Details zum Status bei den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

Mit Beginn unserer Transformation sind umfangreiche Performance- und Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Ziel der deutlichen Verbesserung von Bereinigtem EBIT und FCF vor M & A eingeleitet worden; sie sind bereits abgeschlossen, befinden sich in Umsetzung oder wurden um neue Maßnahmen ergänzt. Über die gesamte Gruppe hinweg haben wir im Rahmen unserer Planung insgesamt einen erforderlichen Abbau von bis zu knapp 13.000 Stellen identifiziert. Rund 9.950 davon haben wir bereits in den vergangenen drei Geschäftsjahren abgebaut.

Zum Handlungsfeld "Performance" gehört auch, dass wir gruppenweit einen stärkeren Fokus auf unsere Performance-Kultur legen und konsequent dafür Sorge tragen, unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Das umfasst auch die Weiterentwicklung und stringente Ausrichtung unserer Vergütungssysteme auf die Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Mitarbeiter".
Portfolio

Das Ziel von thyssenkrupp ist klar: Wir wollen, dass sich jedes einzelne Geschäft bestmöglich weiterentwickelt. Deshalb überprüfen und bewerten wir das individuelle Entwicklungspotenzial der Geschäfte kontinuierlich dahingehend, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven aus Sicht aller Stakeholder haben. Kriterien sind insbesondere die Marktattraktivität, die Technologie- und Kostenposition sowie das zukünftige Wertsteigerungspotenzial. Das Erreichen bzw. Aufrechterhalten einer nachhaltigen Wettbewerbsposition der einzelnen Geschäfte - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Klimaschutz - ist dabei wichtiger als konkrete Eigentümerstrukturen. Das Portfolio von thyssenkrupp haben wir vor diesem Hintergrund wie folgt gegliedert:

PORTFOLIO - UNTERNEHMENSGRUPPE

Unternehmenszentrale thyssenkrupp AG

Segmente

Ø = Abgeschlossene Verkäufe bzw. Schließung

1) Automation Engineering

2) Mining Technologies - Verkauf an FLSmidth Ende August 2022 erfolgt

3) Springs & Stabilizers

4) Acciai Speciali Terni (inkl. der dazugehörigen Vertriebsorganisation) - Verkauf an Arvedi Gruppe Ende Januar 2022 erfolgt

5) Uhde

6) Infrastructure - Verkauf an FMC Beteiligungs KG Ende Januar 2022 vollständig erfolgt

7) Polysius (ehemals Cement Technologies)

8) Carbon Components - Verkauf an Action Composites im August 2021 erfolgt

9) thyssenkrupp nucera (ehemals Uhde Chlorine Engineers; Joint Venture mit Industrie De Nora)

10) Heavy Plate (Grobblech) - Schließung zum 30.9.2021 erfolgt

11) Beteiligung TK Elevator

Bei Materials Services sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke ein unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Bei Industrial Components gehen wir mittelfristig davon aus, dass insbesondere der Bereich Windenergie vom anhaltenden Marktwachstum profitieren wird. Automotive Technology werden wir zwar innerhalb der Gruppe weiterführen, dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv aber auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. So prüfen wir derzeit ein Joint Venture mit dem japanischen Industriekonzern NSK für das Lenkungsgeschäft.

Mit der Umsetzung der Strategie 20-30 treibt thyssenkrupp die Entwicklung des Stahls weiter aus eigener Kraft voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir weitere Fortschritte bei der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erzielen. Zudem haben wir Anfang September mit der Freigabe entsprechender Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg die Grundlage für den Einstieg in die grüne Transformation geschaffen. Nach wie vor sind wir überzeugt, dass die Strategie der eigenständigen Aufstellung des Stahlgeschäfts gute Zukunftsperspektiven eröffnet. Deshalb arbeiten wir daran weiter, auch wenn die konkrete Ausgestaltung aufgrund der aktuell unsicheren geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Lage zum jetzigen Zeitpunkt offenbleiben muss.

Marine Systems zeigt sowohl bei den Kostensenkungs- und den Performance-Maßnahmen als auch bei der Auftragslage eine positive Entwicklung. Zusätzliche Chancen für das Segment ergeben sich - neben der höheren weltweiten Nachfrage - durch das "Sondervermögen Bundeswehr" und die langfristige strukturelle Erhöhung des deutschen Verteidigungshaushalts. Mit der Übernahme des Standortes der MV Werften in Wismar im Juni 2022 konnten wir zudem unsere strategischen Optionen für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen erweitern und damit den nächsten Schritt unserer Wachstumsgeschichte einleiten. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation verfolgen wir parallel zu den weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Performance auch eine Stand-alone-Lösung, mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass eine europäische Konsolidierung des Marineschiffbaus von Vorteil wäre.

Im Segment Multi Tracks sind Geschäfte aus verschiedenen Industrien mit sehr unterschiedlichen und spezifischen Herausforderungen zusammengefasst und werden im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements geführt. Mit den seit Beginn der Transformation bereits abgeschlossenen Verkäufen einzelner Geschäfte und der Schließung von Grobblech - insgesamt einem Transaktionsvolumen von mehr als der Hälfte des Segmentumsatzes entsprechend - konnten wir wichtige Meilensteine bei der Fokussierung des Portfolios erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das Segment insbesondere mit dem Vollzug der Veräußerungen des Edelstahlwerks AST sowie von Mining Technologies zudem die Nettofinanzposition der Gruppe verbessern und damit die Bilanz von thyssenkrupp weiter stärken. Darüber hinaus führt thyssenkrupp für die Geschäftseinheit Automation Engineering Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten und hat für Springs & Stabilizers die Vorbereitungen eines M & A-Prozesses gestartet. Für das Wasserstoffgeschäft thyssenkrupp nucera bleibt ein Börsengang vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds die präferierte Wahl, um als einer der weltweiten Technologieführer von den Wachstumsaussichten für grüne Elektrolyseanlagen zu profitieren. Das Potenzial der Wasserelektrolyse ist weiterhin beträchtlich. Davon zeugt nicht zuletzt der inzwischen auf rund 1,5 Mrd € gewachsene Auftragsbestand von thyssenkrupp nucera. Ebenfalls im Zusammenhang mit der grünen Transformation werden wir über die weitere Entwicklung des Chemie- und Zementanlagenbaus entscheiden. Uhde liefert durch den Bau von Methanol- und Ammoniakanlagen eine zukünftige Technologie für den Transport von grünem Wasserstoff. Polysius hält Technologien für eine nachhaltigere Zementproduktion bereit.

Weitere Details zum Status des Transformationsprozesses bei den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

People

Die Transformation des Unternehmens erfordert nicht nur strukturelle Veränderungen und eine dezentralere Organisationsform, sondern sie stellt auch neue Anforderungen an die Art, wie wir arbeiten, und sie erfordert eine kontinuierliche Ausrichtung an den strategisch wichtigen Feldern der Personalarbeit. Zu berücksichtigen ist auch die durch die Pandemie maßgeblich veränderte Arbeitswelt und eine enorme Verschärfung des Wettbewerbs auf den für thyssenkrupp relevanten Arbeitsmärkten. Unser Anspruch lautet, auch in einem herausfordernden Umfeld ein attraktiver und fairer Arbeitgeber zu sein. Wir unterstützen Führungskräfte und Mitarbeiter mit einem breiten Angebot von Weiterentwicklungsmaßnahmen bei der Transformation und insbesondere mit Blick auf Wachstumsthemen aktiv. Zum einen begleiten wir die notwendigen Restrukturierungsaktivitäten mit den auf die jeweiligen Unternehmen zugeschnittenen Personalmaßnahmen und zum anderen arbeiten wir an den für thyssenkrupp zukunftsweisenden relevanten Personalthemen: Wir begreifen die sich stetig ändernde Arbeitswelt als Chance und gestalten die Zusammenarbeit, die Prozesse und die Arbeitsmodelle entlang der Geschäftsmodelle modern; jüngstes Beispiel ist die Einführung von hybriden Arbeitsmodellen. Wir positionieren uns als attraktiver

Technologie-Arbeitgeber bei den für uns relevanten Zielgruppen und auf den entsprechenden Plattformen. Intern nutzen wir Maßnahmen der Mitarbeiterbindung, die gleichzeitig unsere starke Kultur unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Identifizierung, Vernetzung und Bindung von Beschäftigten, vor allem aus Technologie- und Engineering-Bereichen. Das Fundament all dessen sind unsere gemeinsamen Werte: Wir setzen auf Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und Respekt. Wir wollen uns kontinuierlich verbessern und die Organisation mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen agiler und anpassungsfähiger machen. Wir bauen weiter Hierarchien ab und fördern fachliche Stärken und Eigeninitiative. Wir wollen dabei unsere Kräfte bündeln, um unsere Effizienz langfristig zu steigern. Dazu nutzen wir die Methodik von "Lean & Agile"; Näheres dazu finden Sie im Kapitel "Mitarbeiter".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Gewinn, Wertbeitrag und Liquidität, die wir gruppenweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte - neben weiteren Faktoren - festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) der thyssenkrupp-Gruppe, der thyssenkrupp Value Added (tkVA) bzw. der Return on Capital Employed (ROCE) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.

Der Vorstand definiert auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele sowie für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Die thyssenkrupp-Gruppe hält eine wesentliche Beteiligung an dem ehemaligen Segment Elevator Technology. Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativem Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Sondereffekten. Bereinigt werden Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT der Gruppe und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Kapitels "Wirtschaftsbericht". Darüber hinaus verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)

Der Jahresüberschuss entspricht dem Gewinn, der innerhalb des Geschäftsjahres durch die Gruppe erwirtschaftet wurde und errechnet sich als positiver Saldo sämtlicher Erträge und Aufwendungen. Bei der Berechnung werden, anders als beim EBIT, auch nicht operative Bestandteile - zum Beispiel Zinsen und Steuern - berücksichtigt. Der Jahresüberschuss gibt somit gesamthaft Auskunft über die Ertragskraft der Gruppe. Ein negatives Jahresergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.

Den Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) der thyssenkrupp-Gruppe erläutern wir ausführlich im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

tkVA / ROCE

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivpositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert; dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Anhand der Kennzahl Return on Capital Employed (ROCE) ermitteln wir die erwirtschaftete relative Verzinsung. Der ROCE ergibt sich als Verhältnis von EBIT zu Capital Employed. Übersteigt der ROCE den WACC, d.h. den Verzinsungsanspruch der Eigen- und Fremdkapitalgeber, haben wir Wert geschaffen.

Der ROCE ist das zentrale Leistungskriterium im Rahmen des Long Term Incentiveplans (LTI) und wird ab dem kommenden Geschäftsjahr für sämtliche ausgegeben Tranchen herangezogen. Daher wird der ROCE erstmalig zu den wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren gezählt.

Über die Entwicklung des tkVA / ROCE im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung sowie Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

Ziele

Finanzielle Ziele

Unser Ziel ist, dass alle Segmente ihre Leistungsfähigkeit steigern, um dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für die Gruppe zu erwirtschaften. Zur Konkretisierung unserer Ambitionen haben wir unsere mittelfristigen finanziellen Ziele beim Capital Market Day im Dezember 2021 bekannt gegeben; wir halten an ihnen trotz des herausfordernden Marktumfelds weiter fest.

Die Bereinigte EBIT-Marge der Gruppe soll mittelfristig auf 4 bis 6 % gesteigert werden. Für den Free Cashflow vor M & A streben wir einen signifikant positiven Wert durch weitere Fortschritte bei der Performance an. Die Rückkehr zu verlässlichen Dividendenzahlungen ist klar als Ziel definiert, damit unsere Aktionäre in Zukunft auch wieder am Unternehmenserfolg partizipieren können. Unsere Geschäfte sollen dabei Wachstumschancen effizient nutzen und ihre Profitabilität in dem Maße steigern, dass sie mindestens auf Wettbewerbsniveau und über den Kapitalkosten liegt. Die mittelfristigen Ziele für unsere Segmente in ihrer bestehenden Aufstellung sind im Einzelnen:

Materials Services - Steigerung der Versandmengen auf über 6 Mio t, Bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3 %, Cash Conversion Rate von ca. 0,8 im Mehrjahresdurchschnitt sowie ROCE-Wert von über 9 %
Industrial Components - Jährliches Umsatzwachstum von 3 bis 5 %, Bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10 % sowie Cash Conversion Rate von 0,6 bis 0,8
Automotive Technology - Umsatz von mindestens 5,5 Mrd € pro Jahr, Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 % sowie Cash Conversion Rate von mindestens 0,5
Steel Europe - Steigerung der Versandmengen auf rund 11 Mio t, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 %, Cash Conversion Rate von mindestens 0,4 sowie Bereinigtes EBITDA pro Tonne von etwa 100 € über den Stahlzyklus
Marine Systems - Jährliches Umsatzwachstum von rund 6 %, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 % sowie Cash Conversion Rate von ca. 1,0
Multi Tracks - Skalierung des Portfolios, strukturelle Verbesserungen sowie Weiterentwicklung des Wasserstoffgeschäfts thyssenkrupp nucera
Corporate Headquarters - Weitere Reduktion der Verwaltungskosten

Für die Zielerreichung tragen die jeweiligen Führungsmannschaften der Geschäfte die volle unternehmerische Verantwortung. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe basiert auf dem erwarteten Wertbeitrag sowie auf geschäftsspezifischen Anforderungen. Alle Ziele müssen konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen hinterlegt werden.

Weitere Informationen zu den Zielen unserer Segmente sowie den entsprechenden Maßnahmen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie in den auf unserer Internetseite veröffentlichten Unterlagen zum Capital Market Day.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > Berichterstattung und Publikationen

Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem "Prognosebericht".

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element des Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert, die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Vorstandsvorsitzenden. Gemeinsam mit den Zentralfunktionen, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unserer Gruppe, den CEOs der Segmente und den Leitern der drei Corporate Center sowie Experten zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Umsetzung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (Indirect Financial Targets, IFTs). Für die Umsetzung sind die Zentralfunktionen, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeiter, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung sowie Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr das interdisziplinäre Nachhaltigkeitsprojekt "Sustainability Way Forward" fortgeführt. In dessen verschiedenen Teilprojekten liegt das Augenmerk zum Beispiel auf dem Erreichen der Klimaziele, den Anforderungen der EU-Taxonomie oder dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Entwickelt werden Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Segmenten und Geschäftsbereichen von thyssenkrupp, die für die operative Umsetzung verantwortlich sind. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr 2021/2022 die gruppenweite Nachhaltigkeitskampagne #mehroderweniger initiiert. Als Teil der Kampagne wurden unter anderem Schulungen in Form von Videos und Podcasts als Lernreihe zu verschiedenen relevanten Nachhaltigkeitsthemen, etwa Klimaschutz und -ziele, Nachhaltigkeit in der Lieferkette und Menschenrechte, produziert und allen Führungskräften und Beschäftigten über das Intranet zur Verfügung gestellt. Die Schulungen informieren außerdem grundlegend über die Bedeutung des Begriffs "Nachhaltigkeit" und zeigen, welche Themen bei thyssenkrupp unter dem Begriff subsumiert werden. Einen weiteren Fokus setzen wir auf die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Arbeitskultur, die wir unter anderem in segmentübergreifenden "Lean & Agile" Projekten zur Optimierung von Abläufen unter breiter Beteiligung der Beschäftigten unterstützen. Im Rahmen von "New Ways of Working" werden Beschäftigte und Vorgesetzte weiterhin mit umfassenden Trainingsangeboten rund um hybrides Arbeiten und Zusammenarbeit begleitet. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Mitarbeiter" in den jeweiligen Abschnitten.

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovation, Mitarbeiter und Einkauf IFTs beschlossen. Die Jahresziele werden in Absprache mit den Segmenten festgelegt, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften die Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten über die IFTs schrittweise in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte berücksichtigt. Bereits geschehen ist das im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Unfallhäufigkeit. Seit dem Geschäftsjahr 2021/2022 haben wir darüber hinaus zur Abbildung unserer Klimaziele die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten und - bezogen auf die Stahlaktivitäten - die produzierte Menge bilanziell klimaneutral erzeugten Stahls ebenfalls in die Langfristverfügung integriert. Im laufenden Geschäftsjahr 2022 / 2023 wird die Verbesserung des employee

Net Promoter Scores (eNPS), der im Rahmen der jährlichen Befragung zur Mitarbeiterzufriedenheit erhoben wird, erstmalig und die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erneut in die Langfristvergütung integriert (Näheres dazu finden Sie auch im "Vergütungsbericht"). Alle bestehenden IFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung weiterhin verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.

Mit Blick auf die Erreichung der jährlichen Zielwerte unserer IFTs können wir wie folgt berichten: Den Zielwert für Energieeffizienz haben wir im Geschäftsjahr 2021/2022 deutlich übertroffen. Seit dem Berichtsjahr ist die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten ebenfalls Teil der IFTs. Hier lautet das Ziel, die Emissionsintensität um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 37,5 t CO2 pro Mio € Umsatz zu senken. Dieses Ziel wurde im Berichtsjahr mit einer Emissionsintensität von 28,9 t CO2 pro Mio € Umsatz durch erzielte Effizienzgewinne und starkes Umsatzwachstum ebenfalls deutlich übertroffen. Die F&E-Quote fiel trotz erhöhter F&E-Ausgaben wegen im Wesentlichen preisbedingt gestiegener Umsätze vergleichsweise niedriger aus. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe erfüllt. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte mit 2,3 deutlich verbessert werden, womit das für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 anvisierte Ziel bereits vorzeitig übererfüllt wurde. Die bisher für den Planungszeitraum festgelegten Zielwerte der Unternehmensgruppe wurden deshalb um 0,2 Punkte gesenkt. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag deutlich über dem geplanten Zielwert.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Gruppe Stand 30.09.2021 Stand 30.09.2022 Veränderung Kapitel
Energieeffizienzgewinne von 110 GWh im GJ 2021/2022 GWh 325 255 - Klima, Energie und Umwelt
Jährliche Senkung der Emissionsintensität um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im GJ 2024 / 2025 t CO2 pro Mio € -- 28,9 -
Umsatz
Bereinigte F&E-Quote von rund 3,0 % % 2,6 2,4 - Technologie und Innovationen
Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 17 % bis 2025 / 2026 % 12,2 13,1 +0,9 %-Pkte. Mitarbeiter
Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate um mindestens 0,1 pro Jahr auf insgesamt 2,3 bis 2023 / 2024 Unfälle pro 1 Mio 2,6 2,3 - 12 % Mitarbeiter
Arbeitsstunden
Jährlich mindestens 60 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten # 69 108 + 57 % Einkauf

Für das laufende Geschäftsjahr 2022 / 2023 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 85 GWh an. Die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten soll jährlich um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im Geschäftsjahr 2024 / 2025 gesenkt werden. Die bereinigte F&E-Quote soll im Geschäftsjahr 2022 / 2023 bei rund 3,0 % liegen; die Unfallhäufigkeit soll bis zum Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf insgesamt 2,3 verbessert werden. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen in der gesamten thyssenkrupp-Gruppe streben wir für das laufende Geschäftsjahr eine Steigerung auf 14 % und bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine Steigerung auf 17 % im Vergleich zu 2019 / 2020 an. Die Durchführung der Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten bleibt auch im kommenden Berichtsjahr im Fokus; hier wird ein neues Ziel von mindestens 88 Audits anvisiert. Ab dem laufenden Geschäftsjahr wird auf Gruppenebene analog zur Integration in die Langfristvergütung die Verbesserung des eNPS mit dem Ziel der jährlichen Steigerung um 3,0 Punkte als neues IFT implementiert.

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Zahlreiche Belastungsfaktoren verlangsamen Erholung der Weltwirtschaft

2022 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 2,9 % wachsen und 2023 nur um 2,0 % expandieren.

Der Krieg in der Ukraine, weiterhin hohe Inflationsraten, anhaltende Lieferengpässe und lokale Lockdown-Maßnahmen in China bremsen aktuell die Expansion der Weltwirtschaft und verlangsamen deren Erholung. Die zahlreichen Belastungsfaktoren für das gesamtwirtschaftliche Umfeld dämpfen sowohl die Investitions- als auch die Konsumbereitschaft. Nachdem sich die globale Wirtschaftsleistung 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 % erhöht hatte, dürfte sie in diesem Jahr mit 2,9 % deutlich weniger stark wachsen. Im kommenden Jahr 2023 wird sich die globale Produktion lediglich um 2,0 % erhöhen. Die Industrieländer werden in diesem Jahr ein BIP-Wachstum von 2,6 % und 2023 lediglich eine Stagnation verzeichnen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer wird 2022 um 3,4 % und im kommenden Jahr um 3,6 % expandieren.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind mit großer Unsicherheit behaftet. Unklar ist etwa der weitere Verlauf des Kriegs in der Ukraine; auch könnte sich der Konflikt geografisch ausdehnen. Risiken ergeben sich auch aus möglichen weiteren Liefereinschränkungen bei Öl und Gas mit der Folge von Produktionsstopps in der Industrie sowie weiterhin hohen Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreisen. Damit verbunden sind Befürchtungen, die Inflationsraten könnten weiter steigen, mit negativen Auswirkungen auf die Konsum- und die Investitionsbereitschaft, auch als Folge weiterer Zinserhöhungen. Hinzu kommen mögliche anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten. Unklar ist auch der weitere Verlauf der Corona-Pandemie, insbesondere im Hinblick auf neue Virus-Mutationen sowie erneute Lockdown-Maßnahmen, die die Weltwirtschaft bremsen könnten. Darüber hinaus ist ungewiss, wie sich die anderen zahlreichen geopolitischen Krisenherde sowie die handelspolitischen Konflikte entwickeln werden. Wiederkehrende Naturkatastrophen, zum Beispiel Fluten, als Folge des Klimawandels sowie eine ausgeprägte und dauerhafte Wachstumsabschwächung in China als Folge der Null-Covid-Strategie der Regierung stellen ebenfalls Risikofaktoren dar. Auch die Verschuldungsproblematik, insbesondere in einigen Ländern Europas, als Folge der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der durch die hohen Preissteigerungsraten bedingten Kaufkraftverluste und Pandemie-Folgen könnten perspektivisch wachstumsbremsend wirken. Schließlich könnte auch eine volatile Entwicklung der Wechselkurse das makroökonomische Expansionsumfeld belasten.

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat zuletzt deutlich an Schwung verloren. Im 3. Quartal 2022 expandierte das BIP lediglich um 0,2 % im Vergleich zur Vorperiode, nach einem Plus von 0,8 % im 2. Quartal. Die stark gestiegenen Energiepreise und die drohenden Versorgungsengpässe bei Gas führen zu einem Konsumverzicht bei den privaten Haushalten und zu einer Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen. Aktuelle Daten zum Unternehmens- und Konsumklima trüben den Ausblick merklich ein. Insgesamt wird sich das BIP im Euro-Raum 2022 noch um solide 3,0% erhöhen. Für 2023 wird hier aber ein Rückgang um 0,6 % erwartet.

BIP-Wachstum in Deutschland 2022 bei 1,5 %, Abwärtsrisiken gestiegen

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im 3. Quartal 2022 überraschend um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen, nach einem Plus von 0,1 % im 2. Quartal. Der Ausblick ist angesichts der hohen Inflation und steigender Zinsen allerdings deutlich getrübt. Die Investitions- und Konsumbereitschaft dürfte perspektivisch spürbar geringer ausfallen. Zahlreiche Frühindikatoren signalisieren schon seit geraumer Zeit eine spürbare Abkühlung bzw. Schrumpfung der Wirtschaft. Die Erwartungen sinken in allen Wirtschaftsbereichen deutlich und befinden sich teilweise auf Rezessionsniveau. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2022 voraussichtlich um 1,5 % wachsen. Für das kommende Jahr 2023 rechnen wir in Deutschland angesichts der aktuell schwierigen Lage mit einem BIP-Rückgang um 1,5 %.

In den USA ist die Wirtschaftsleistung im 3. Quartal überraschend um 0,7 % im Vergleich zum Vorquartal gestiegen; in den beiden ersten Quartalen 2022 hatte es jeweils ein Minus des Bruttoinlandsprodukts gegeben, was gemeinhin als Rezessionskriterium gilt. Perspektivisch wird der deutliche Zinserhöhungspfad der Notenbank Fed merkliche Bremsspuren bei der Investitionstätigkeit hinterlassen. Der aus den hohen Inflationsraten resultierende Kaufkraftentzug wird die privaten Haushalte in ihrem Konsumverhalten belasten. Allerdings zeigt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor relativ robust, was noch vergleichsweise stützend auf die US-Konjunktur wirken könnte. In Summe wird das US-BIP 2022 voraussichtlich noch um 1,7 % wachsen, 2023 dann aber um 0,5 % zurückgehen.

Die Konjunkturdynamik in China hat sich im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich abgeschwächt. Im 1. Quartal 2022 legte das BIP um 4,8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zu, im 2. Quartal nur noch um schwache 0,4 %. Im 3. Quartal konnte wieder ein Zuwachs von 3,9 % erreicht werden. Insgesamt führten die Belastungen aus der Null-Covid-Strategie und im Immobiliensektor zu einer ungewöhnlich schwachen Inlandsnachfrage. Auch für die kommenden Quartale wird mit einem für chinesische Verhältnisse eher niedrigem Wachstum gerechnet. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe sind zuletzt im Trend gefallen und deuten darauf hin, dass hier vorerst nicht mit einer nachhaltigen Erholung zu rechnen ist. In Summe wird für 2022 nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 3,0 % erwartet. Erst im nächsten Jahr könnte wieder ein stärkeres BIP-Plus von 4,4 % erreicht werden.

Die Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität in Indien schreitet voran. Nachdem die Entwicklung des BIP im 1. Quartal nochmals durch eine Corona-Welle gebremst worden war, legte die gesamtwirtschaftliche Produktion im 2. Quartal 2022 trotz Belastungen durch eine Periode extremer Hitze kräftig zu. Die Stimmungsindikatoren lassen eine weiterhin kräftige Expansion im 3. Quartal erwarten. Den inflationären Effekten des weltweiten Rohstoffpreisanstiegs wirkte die Regierung durch Steuersenkungen bei Kraftstoffen, höheren Subventionen bei Düngemittel sowie Exportkontrollen bei Getreide entgegen. Positive Impulse gehen auch von einem Infrastrukturprogramm der Regierung aus, während die Exporte wohl nur noch verhalten wachsen werden. Alles in allem wird die indische Wirtschaft 2022 um 7,1 % expandieren. Das Jahr 2023 dürfte ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum von 5,3 % bringen.

Die brasilianische Wirtschaft entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf besser als zunächst erwartet. Im 2. Quartal 2022 ist die gesamtwirtschaftliche Produktion dort um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach einem Plus von 1,0 % im 1. Quartal. Das Land kann als Nettoexporteur von den steigenden Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel und Energie als Folge des Kriegs in der Ukraine profitieren. Gestiegene Kapitalkosten und die hohe Inflationsrate wirken dagegen bremsend auf die Investitions- und Konsumbereitschaft. Insgesamt rechnen wir für die Wirtschaft Brasiliens in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,8%, für das kommende Jahr mit einem Zuwachs um 1,3 %.

Die russische Wirtschaft ist im 2. Quartal 2022 um 4,1 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum geschrumpft, nach einem Zuwachs von 3,5 % im 1. Quartal. Problematisch für das Land ist insbesondere, dass die Importe aus den westlichen Industrieländern eingebrochen sind, die zur Aufrechterhaltung der Produktion in wichtigen Industriesektoren notwendig sind und nur schwer aus anderen Quellen ersetzt werden können. Hingegen haben sich die Exporterlöse dank gestiegener Rohstoffpreise erhöht. Insgesamt wird die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr deutlich um voraussichtlich 6,3 % schrumpfen und auch 2023 mit -3,1 % weiter rückläufig sein.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr

in %
20221) 20231)
Euroraum 3,0 - 0,6
Deutschland 1,5 - 1,5
Russland - 6,3 - 3,1
Übriges Mittel-/Osteuropa - 1,6 1,2
USA 1,7 - 0,5
Brasilien 2,8 1,3
Japan 1,6 1,2
China 3,0 4,4
Indien 7,1 5,3
Naher Osten & Afrika 5,1 3,3
Welt 2,9 2,0

1) Prognosen

Quellen: IHS Markit, IMF, Consensus Forecasts, diverse Banken und Forschungsinstitute, eigene Schätzungen

Entwicklung der Industriekonjunktur durch diverse Unwägbarkeiten gekennzeichnet

Prognosen zur Automobilproduktion aufgrund zahlreicher Belastungsfaktoren von großer Unsicherheit geprägt

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion kann sich 2022 im Vergleich zu ihrem schwachen Vorjahresvolumen voraussichtlich leicht erholen. Der zuvor antizipierten deutlichen Erholung wirken Effekte wie die anhaltende Chip-Knappheit, lokale Corona-Ausbrüche sowie der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Einflüsse auf die globalen Lieferketten entgegen. Das Produktionsniveau bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bleibt damit auch 2022 vergleichsweise niedrig. Eine Rückkehr zur Größenordnung von vor der Pandemie wird frühestens 2025 erwartet.

Im weltgrößten Automarkt China werden 2022 trotz lokaler Corona-Ausbrüche und damit verbundener lokaler Lockdowns höhere Absatz- und Produktionszahlen als im Vorjahr erwartet.

Die westeuropäische Automobilproduktion wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich wachsen. Dennoch wird sie die erheblichen Rückgänge aus den Vorjahren nicht kompensieren können und weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019 bleiben. Der Absatz wird 2022 leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Die deutsche Inlandsproduktion wird 2022 voraussichtlich über der des Vorjahres liegen, trotz weiterer Wachstumserwartung jedoch auch 2023 noch hinter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 zurückbleiben. Der deutsche Inlandsabsatz wird voraussichtlich niedriger sein als im Vorjahr.

Die nordamerikanische Automobilproduktion wird 2022 wachsen und die Zahlen von 2020 übertreffen, jedoch unter dem Niveau vor der Pandemie bleiben. Der Absatz in Nordamerika wird 2022 aller Voraussicht nach geringer sein als im Vorjahr.

Da die Nachfrage auch 2022 wegen anhaltender Halbleiterengpässe nicht vollständig bedient werden kann, besteht für 2023 - unter der Prämisse einer Entspannung der Engpässe auf der Versorgungsseite - auf allen großen Märkten weiteres Erholungspotenzial. Angesichts wiederholter Prognoseanpassungen im Jahresverlauf und deutlichen Anzeichen für anhaltende Produktionseinschränkungen im Jahr 2023 ist diese Prämisse allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet. Mit einer nachhaltigen Erholung ist nicht vor 2024 zu rechnen.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2021 20221) 20231)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge2)
Welt 77,2 81,8 85,3
Westeuropa (inkl. Deutschland) 9,4 9,8 10,9
Deutschland 3,2 3,6 4,3
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 13,0 14,5 15,4
USA 8,9 9,9 10,5
Mexiko 3,0 3,4 3,5
Japan 7,5 7,5 8,2
China 24,8 26,4 26,6
Indien 4,1 5,0 5,2
Brasilien 2,1 2,2 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 12,7 1,6 2,1
Europa 12,2 2,3 0,5
Deutschland 7,2 1,0 - 2,0
USA 10,7 2,1 - 0,8
Japan 15,0 2,6 1,2
China 12,0 0,4 4,3
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum 6,0 2,9 0,6
Deutschland - 1,6 - 0,6 - 0,6
USA 3,2 - 3,5 2,7
China 4,5 6,2 5,3
Indien 17,7 11,3 5,8
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 2,8 - 2,3 1,0
Deutschland 13,4 - 4,9 - 3,9
EU(27) + Großbritannien 18,1 - 3,5 - 1,3
USA 21,3 2,1 1,6
China - 5,4 - 4,0 0,0

1) Prognosen

2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Die internationale Maschinenproduktion wird 2022 nur mäßig um 1,6 % zulegen.

Maschinenbau - Die Produktion im weltweiten Maschinenbau wird sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,6 % erhöhen. Hauptgründe sind gestörte Lieferketten und damit verbundene Material- bzw. Ausrüstungsmängel, die sich produktionshemmend auswirken. 2023 ist nur mit einer leichten Verbesserung auf 2,1 % zu rechnen. In China dürfte die Wachstumsrate 2022 mit voraussichtlich 0,4 % kaum über eine Stagnation hinauskommen und erst 2023 mit 4,3 % merklich höher liegen. Der US-Maschinenbau wird 2022 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein Produktionsplus von lediglich 2,1 % ausweisen. Für 2023 erwarten wir sogar einen Rückgang um 0,8 %. Auch der Ausstoß beim europäischen Maschinenbau wird sich im laufenden Jahr nur moderat, um 2,3 %, erhöhen; 2023 wird mit einem Wachstumsplus von nur 0,5 % gerechnet. Hier sind es insbesondere Engpässe bei Fachkräften, die sich dämpfend auf die Produktion auswirken.

Die Auftragseingänge bei den deutschen Maschinenbauern sind bis September 2022 um 1 % zum Vorjahr gestiegen, im September allein wurde ein Plus von 5 % zum Vorjahresniveau erreicht. Aus dem Inland kamen von Januar bis September 3 % weniger Aufträge, die Auslandsorders legten um 2 % zu. Die Produktion verringerte sich bis August um 0,8 %. Die Ursache waren die nach wie vor zahlreichen Produktionsbehinderungen. Es mangelte insbesondere an Zulieferungen und Arbeitskräften. Aufgrund der zahlreichen Engpässe gelingt es den Maschinenbauern nicht, ihre Auftragsbestände zeitnah abzuarbeiten und die Fertigungskapazitäten stärker auszulasten. Insgesamt dürfte der Ausstoß der Branche - bei Annahme einer besseren Entwicklung in den verbleibenden Monaten - in diesem Jahr deshalb um bestenfalls 1 % über dem Niveau des Vorjahres liegen. Für 2023 ist mit einem Minus von 2 % zu rechnen.

2,9 % Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2022 um 2,9 % zulegen.

Bauwirtschaft - Im Euro-Raum wird die Bauproduktion im Gesamtjahr 2022 um 2,9 % zulegen, im kommenden Jahr ist aufgrund steigender Finanzierungskosten und einer allgemein geringeren Konjunkturdynamik noch mit einem Plus von 0,6 % zu rechnen. In Deutschland belasten mittlerweile zahlreiche Faktoren die Bau-Aktivität. Beispielsweise haben sich die Bedingungen für Wohnungsbaukredite deutlich verschlechtert. Zudem gehen die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zurück, und die Unsicherheit über die zukünftigen Energiepreise und die wirtschaftlichen Aussichten bremst die Nachfrage. Außerdem sind die Baukosten stark gestiegen. So legte der Deflator der Bauinvestitionen im zweiten Quartal um mehr als 7 % gegenüber dem ersten Quartal zu; im Vergleich zum Vorjahr ist er um fast 20 % gestiegen. In der Folge sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe zuletzt deutlich zurückgegangen, und das Geschäftsklima in der Bauwirtschaft hat sich spürbar verschlechtert. Insgesamt wird die deutsche Bauproduktion in diesem und auch im kommenden Jahr um jeweils 0,6% zurückgehen.

In China wird das Wachstum der Bauwirtschaft 2022 bei 6,2 % liegen; der anhaltende Trend zur Urbanisierung stützt die Wohnungs- und Tiefbauinvestitionen weiterhin, und die Geldpolitik wirkt ebenfalls belebend. Allerdings bestehen aufgrund der aktuellen Probleme im Immobiliensektor Risiken für eine Abwärtskorrektur dieser Prognose. Für 2023 wird ein Zuwachs von 5,3 % erwartet. Die US-Bautätigkeit wird im laufenden Jahr um 3,5 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Ursächlich für die negative Entwicklung sind die deutlich gestiegenen Zinsen und höhere allgemeine Baukosten. Erst im kommenden Jahr könnte aufgrund steigender öffentlicher Infrastrukturausgaben wieder ein Plus von 2,7 % erreicht werden.

Stahlmarkt - Die Entwicklung des weltweiten Stahlmarktes war 2021 durch eine Erholung nach den pandemiebedingten Einbrüchen im Vorjahr geprägt. Trotz regionaler Infektionswellen und zunehmender Störungen in den globalen Lieferketten wuchs der globale Walzstahlbedarf um 2,8 %. Dabei bremste China das Wachstum noch mit einem Nachfrageeinbruch um 5,4 %, der im Wesentlichen durch die inländische Immobilienkrise ausgelöst worden war. Ohne China wäre der globale Stahlbedarf um 13,5 % gestiegen. Auch im laufenden Jahr 2022 werden sich das weitere Infektionsgeschehen, die Lieferkettenstörungen und ein zu erwartendes niedriges Wirtschaftswachstum in China auf die Walzstahlnachfrage auswirken. Darüber hinaus wird der seit Februar andauernde Krieg in der Ukraine sowohl die globale Konjunktur als auch die Stahlmarktentwicklung stark beeinträchtigen. Für 2022 erwartet der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie worldsteel einen Rückgang der Walzstahlnachfrage um 2,3 %. Dabei wird die Nachfrage in China vor dem Hintergrund weiterer pandemiebedingter Lockdowns und dem Einbruch des Immobilienmarktes um 4,0% zurückgehen. Die staatlichen Konjunkturprogramme zur Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarktes werden wohl in diesem Jahr noch keinen nachhaltigen Nachfrageanstieg generieren. Für die übrigen asiatischen Märkte wird dagegen ein Zuwachs erwartet. Nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr um 21,3 % wird für die USA 2022 eine weitere Erholung der Nachfrage erwartet, die jedoch angesichts von Inflation und Zinserhöhungen mit 2,1 % deutlich niedriger ausfallen könnte. Für die Türkei wird dagegen eine Reduzierung um 4,1 % prognostiziert. In der EU ist die Walzstahlnachfrage 2021 - nach Rückgängen in den beiden Vorjahren - wieder um 18,1 % angestiegen. Wegen der anhaltenden Probleme in der Versorgungskette, der Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten könnte die Nachfrage 2022 um 3,5 % zurückgehen. Die weltweite Stahlmarktentwicklung ist im laufenden Jahr mit hohen Risiken behaftet, die durch die steigende Inflation, die drohende Rezession in mehreren Volkswirtschaften, internationale Konflikte und die Unsicherheiten über die Energieversorgung in einigen Regionen geschürt werden.

Der Markt für Qualitätsflachstahl wuchs in der EU im Jahr 2021 nach dem pandemiebedingten Einbruch im Vorjahr wieder um 16,4 %. Die Nachfrage nach Flachstahl lag mit 86,2 Mio t nur noch um 3,5 % unter dem letzten Höchststand von 2018. Dabei verfehlte lediglich das erste Quartal 2021 das Nachfragevolumen des vergleichbaren Vorjahresquartals. Von dem anschließenden positiven Trend konnten die europäischen Flachstahlhersteller nur im zweiten Quartal 2021 mit signifikanten Zuwachsraten profitieren, wobei das Vorjahresquartal durch Lockdowns erheblich beeinträchtigt gewesen war. Im zweiten Halbjahr 2021 legten die Lieferungen dann nur noch in moderatem Umfang zu. Dagegen entwickelten sich in diesem Zeitraum die Flachstahlimporte aus Drittländern mit hoher Dynamik. Im Oktober 2021 erreichten sie mit 3,5 Mio t einen neuen Rekordwert, der deutlich über dem bisherigen lag. Im Gesamtjahr 2021 wurden 20,5 Mio t Flachstahlerzeugnisse in die EU eingeführt. Ihr Anteil am EU-Markt stieg damit von 19,8% im Jahr 2020 auf 23,7 %. Auch im ersten Halbjahr 2022 lag der Importanteil auf diesem hohen Niveau. Im weiteren Verlauf dieses Jahres ist hier keine signifikante Entspannung zu erwarten, zumal die EU-Kommission zum 1. Juli 2022 die jährliche Anhebung der Quotenmengen im Rahmen der EU Schutzmaßnahmen - diesmal von 3 auf 4 % - vorgenommen hatte. Die Schutzmaßnahmen enthalten Importquoten, im Rahmen derer ausgewählte Drittländer ihre Stahlerzeugnisse ohne Zahlung eines Zolls von 25 % in die EU einführen dürfen. Sie sollen den EU-Markt eigentlich vor steigenden Einfuhren schützen. Trotz des hohen Importdrucks wird erwartet, dass sich die Stahlverarbeiter im laufenden Jahr noch leicht positiv entwickeln werden. Sie profitieren dabei von einer höheren Dynamik im ersten Quartal. Im weiteren Jahresverlauf haben dann zunehmend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die anhaltenden Lieferkettenprobleme sowie die sich eintrübenden globalen Industrie- und Wirtschaftsaussichten die Entwicklung gehemmt.

Die Erholung der Nachfrage 2021 wirkte sich auch positiv auf die weltweite Entwicklung der Spotpreise im Flachstahlmarkt aus. Gegenüber dem Tiefpunkt im Sommer 2020 hatten sich die Preise bis Sommer 2021 in Nordeuropa nahezu verdreifacht, in den USA lagen sie in der Spitze sogar mehr als viermal so hoch. Eine sich abschwächende Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie, sowie ein erhöhtes Angebot, vornehmlich aus Importen, führte zu einer rückläufigen Tendenz der Marktpreise in der EU bis Anfang 2022. In Reaktion auf die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Unsicherheiten über eine Rohstoff- und Materialverknappung kam es zum Teil zu Panikkäufen, sodass sich die Lager entlang der Wertschöpfungskette schnell füllten. Gleichzeitig stiegen die Preise binnen weniger Wochen um bis zu 50% an. Ab Beginn des 2. Quartals 2022 gingen sowohl die Nachfrage als auch die Preise angesichts hoher Bestände und einer sich abkühlenden Konjunktur zurück. Der Preis für Eisenerz stieg nach dem Tiefpunkt im November 2021 in den Folgemonaten um rund 60% an, gab danach jedoch recht schnell wieder nach und hat sich seit Juli 2022 bei rund 100 USD/t eingependelt. Dagegen verteuerte sich die Kokskohle von März 2021 bis März 2022 um mehr als das Fünffache. Wenngleich die Preise anschließend wieder fielen, rangieren sie noch deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Nach dem Rückgang 2022 wird für das kommende Jahr eine leichte Erholung der weltweiten Stahlnachfrage um 1,0 % erwartet. Dieser Ausblick ist mit hohen Unsicherheiten behaftet und hängt insbesondere von den Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik in vielen Ländern ab. Für China wird - unter der Voraussetzung neuer Konjunkturmaßnahmen sowie einer weitgehenden Aufhebung der Lockdowns zum Ende dieses Jahres - mit einer Stagnation auf Vorjahresniveau gerechnet. In der EU wird sich der negative Trend 2023 mit -1,3 % fortsetzen. Deutschland allein trägt hierzu mit einem Rückgang um 3,9 % bei. Dabei besteht für die EU aufgrund der hohen Inflation und der Energiekrise ein zusätzliches Abwärtsrisiko. Für die USA wird ein Anstieg der Walzstahlnachfrage um 1,6 %prognostiziert.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Wichtige Meilensteile beim Umbau zur leistungsfähigen Unternehmensgruppe erreicht - Kernsteuerungsgrößen weiter verbessert

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte thyssenkrupp seine Kernsteuerungsgrößen trotz eines nicht zuletzt auch wegen des Kriegs in der Ukraine herausfordernden Marktumfelds signifikant verbessern und weitere wichtige Meilensteine beim Umbau hin zu einer leistungsfähigen Unternehmensgruppe erreichen. Beispielsweise haben wir mit dem Signing zum Erwerb des Standorts der MV Werften in Wismar unsere strategischen Optionen für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen im Marinebereich erweitert. Bei Automotive Technology prüfen wir ein mögliches Joint Venture mit dem japanischen Industriekonzern NSK für das Lenkungsgeschäft. Die grüne Transformation wollen wir aktiv mitgestalten und haben auch hier im Berichtsjahr Fortschritte erzielt. Insbesondere mit der Freigabe der Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg haben wir im September 2022 die Grundlage für den Einstieg in die grüne Transformation von Steel Europe gelegt. Daneben sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass eine eigenständige Aufstellung des Stahlgeschäfts sehr gute Zukunftsperspektiven eröffnet und arbeiten daran weiter, auch wenn der Zeitpunkt und die konkrete Form der Umsetzung aufgrund der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten zunächst offenbleiben müssen. Eine Platzierung von thyssenkrupp nucera am Kapitalmarkt bleibt für uns die bevorzugte Option, um als einer der weltweiten Technologieführer für die Elektrolyse von Wasserstoff von vielversprechenden Wachstumsaussichten zu profitieren. Zudem sind wir im Segment Multi Tracks bei der Fokussierung des Portfolios weiter vorangekommen: Neben den abgeschlossenen Verkäufen von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts haben wir auch die Veräußerung von Mining Technologies mit dem Closing Ende August 2022 vollständig vollziehen können. Die erfolgreichen Abschlüsse der Transaktionen wirkten sich positiv auf unsere Nettofinanzposition und damit stärkend auf die Bilanz der thyssenkrupp-Gruppe aus.

Mehr Informationen dazu und auch zur strategischen Weiterentwicklung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie", sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht" in den einzelnen Abschnitten der Segmente.

Deutliche Steigerung des Bereinigten EBIT

Die Situation der globalen Lieferketten, die im Berichtsjahr immer noch angespannt war, sowie die damit verbundenen verzögerten Kundenabrufe, die pandemiebedingten Werksschließungen in China, aber vor allem die - auch infolge des Kriegs in der Ukraine - stark gestiegenen Faktorkosten blieben insgesamt und insbesondere bei Industrial Components, Automotive Technology und Steel Europe herausfordernd und belasteten die Ergebnisentwicklung. Teilweise ist es uns gelungen, die stark gestiegenen Material-, Energie- und Logistikkosten durch die Verhandlung neuer Preiskonditionen zu kompensieren. Insgesamt lag das Bereinigte EBIT jedoch sowohl bei Automotive Technology als auch bei Industrial Components deutlich unter dem des Vorjahres. Dagegen führten bei insgesamt rückläufigen Absatzmengen die insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals gestiegenen Materialpreise bei Materials Services und Steel Europe zu verbesserten Erlösen und Margen und damit zu einer deutlichen Ergebnissteigerung. Auch Multi Tracks und Marine Systems konnten ihr Ergebnis verbessern, sodass thyssenkrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt eine deutliche Steigerung des Bereinigten EBIT von rund 1,3 Mrd € gegenüber dem Vorjahr erzielte. Zusätzlich trugen Effekte aus Restrukturierungen und Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung zur positiven Entwicklung des Bereinigten EBIT bei. In diesem Zusammenhang und in Folge der Portfoliomaßnahmen wurde die Anzahl der Mitarbeiter in der Gruppe im Laufe des Geschäftsjahres um 4.781 reduziert. Die insgesamt positive Entwicklung des Bereinigten EBIT im Verlauf des Geschäftsjahres spiegelte sich auch in der Anhebung der Prognose nach dem 1. Halbjahr wider.

Der Jahresüberschuss der Gruppe lag mit 1,2 Mrd € deutlich über dem Wert des Vorjahres (- 25 Mio €). Der operativen Verbesserung wirkten Wertminderungsaufwendungen entgegen, die unter anderem im Zusammenhang mit höheren Kapitalkostensätzen aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus standen.

Der FCF vor M & A der Gruppe lag mit -476 Mio € im Gesamtjahr deutlich über dem Vorjahreswert und im Bereich der zuletzt formulierten Prognose. Der deutlichen Ergebnisverbesserung stand ein höherer wertmäßiger Aufbau des Nettoumlaufvermögens als zum Geschäftsjahresbeginn erwartet gegenüber, im Wesentlichen bedingt durch die stark gestiegenen Rohstoff- und Materialpreise. Daneben wirkten sich auch verzögerte Abrufe unserer Kunden aus der Automobilindustrie infolge von Engpässen in deren Lieferketten negativ auf den FCF vor M & A aus. Weitere Einflussfaktoren waren die Auszahlungen für Restrukturierungen, die Höhe der über den Abschreibungen liegenden Investitionen sowie die teilweise negativen Zahlungsprofile insbesondere aufgrund von Verzögerungen in den Projektgeschäften (v.a. Multi Tracks). Der erwartungsgemäß stark positive FCF vor M & A im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht ausgleichen, sodass der FCF vor M & A für das Gesamtjahr weiterhin negativ war.

Das Netto-Finanzguthaben lag durch positive Effekte aus erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen im Segment Multi Tracks mit 3,7 Mrd € leicht über Vorjahresniveau.

Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 9,2 Mrd € (30. September 2022) verfügt thyssenkrupp zum Bilanzstichtag über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
2020 / 2021 2021 / 2022 Veränderung in % 2020 / 2021
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 39.571 44.297 4.727 12 39.571
Umsatzerlöse Mio € 34.015 41.140 7.124 21 34.015
EBITDA Mio € 1.416 3.248 1.833 ++ 1.422
EBIT2) Mio € 451 1.827 1.376 ++ 457
EBIT-Marge % 1,3 4,4 3,1 ++ 1,3
Bereinigtes EBIT2) Mio € 796 2.062 1.266 ++ 796
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,3 5,0 2,7 ++ 2,3
Ergebnis vor Steuern Mio € 95 1.396 1.301 ++ 101
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 25 1.220 1.245 ++ - 19
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 115 1.136 1.250 ++ - 109
Ergebnis je Aktie - 0,18 1,82 2,01 ++ - 0,17
Operating Cashflow Mio € 92 617 525 ++ 94
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.485 - 1.304 181 12 - 1.485
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 975 1.027 52 5 975
Free Cashflow3) Mio € - 418 340 759 ++ - 416
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 1.273 - 476 797 63 - 1.273
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € - 3.586 - 3.667 - 82 - 2
Eigenkapital (30.9.) Mio € 10.845 14.742 3.897 36
Gearing (30.9.) % -4) -4) - -
ROCE % 3,4 11,3 7,9 ++
thyssenkrupp Value Added Mio € - 622 529 1.151 ++
Dividende je Aktie - 0,15 5) - -
Ausschüttung Mio € - 93 5) - -
Mitarbeiter (30.9.) 101.275 96.494 - 4.781 - 5
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
2021/2022 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 44.297 4.727 12
Umsatzerlöse 41.140 7.124 21
EBITDA 3.240 1.818 ++
EBIT2) 1.819 1.362 ++
EBIT-Marge 4,4 3,1 ++
Bereinigtes EBIT2) 2.062 1.266 ++
Bereinigte-EBIT-Marge 5,0 2,7 ++
Ergebnis vor Steuern 1.387 1.286 ++
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern 1.212 1.231 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.127 1.236 ++
Ergebnis je Aktie 1,81 1,99 ++
Operating Cashflow 618 523 ++
Cashflow für Investitionen - 1.304 181 12
Cashflow aus Desinvestitionen 1.027 52 5
Free Cashflow3) 341 756 ++
Free Cashflow vor M & A3) - 476 797 63
Netto-Finanzguthaben (30.9.)
Eigenkapital (30.9.)
Gearing (30.9.)
ROCE
thyssenkrupp Value Added
Dividende je Aktie
Ausschüttung
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

5) Vorschlag an die Hauptversammlung

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021 / 2022 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 14.311 10.391 - 3.919 - 27
Umsatzerlöse Mio € 9.441 10.568 1.128 12
EBITDA Mio € 410 715 305 75
EBIT2) Mio € 167 432 264 ++
EBIT-Marge % 1,8 4,1 2,3 ++
Bereinigtes EBIT2) Mio € 232 161 - 72 - 31
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,5 1,5 - 0,9 - 38
Ergebnis vor Steuern Mio € 89 294 204 ++
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 143 419 276 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 116 389 273 ++
Ergebnis je Aktie 0,19 0,63 0,44 ++
Operating Cashflow Mio € 314 1.884 1.570 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 624 - 502 122 20
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 2 434 432 ++
Free Cashflow3) Mio € - 308 1.816 2.124 ++
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 321 1.565 1.886 ++
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € - 3.586 - 3.667 - 82 - 2
Eigenkapital (30.9.) Mio € 10.845 14.742 3.897 36
Gearing (30.9.) % -4) -4) - -
Mitarbeiter (30.9.) 101.275 96.494 - 4.781 - 5
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 14.311 10.391 - 3.919 - 27
Umsatzerlöse Mio € 9.441 10.568 1.128 12
EBITDA Mio € 398 715 317 79
EBIT2) Mio € 156 432 276 ++
EBIT-Marge % 1,7 4,1 2,4 ++
Bereinigtes EBIT2) Mio € 232 161 - 72 - 31
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,5 1,5 - 0,9 - 38
Ergebnis vor Steuern Mio € 78 294 216 ++
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 132 419 288 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 105 389 284 ++
Ergebnis je Aktie 0,17 0,63 0,46 ++
Operating Cashflow Mio € 314 1.884 1.570 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 624 - 502 122 20
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 2 434 432 ++
Free Cashflow3) Mio € - 308 1.816 2.124 ++
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 321 1.565 1.886 ++
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio €
Eigenkapital (30.9.) Mio €
Gearing (30.9.) %
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

Prognose-Ist-Vergleich

Ziel für das Bereinigte EBIT wurde deutlich übertroffen; FCF vor M & A blieb hinter den anfänglichen Erwartungen zurück

Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir deutlich übertroffen. Wegen der preisbedingten deutlichen Ergebnissteigerungen bei Materials Services und Steel Europe hob thyssenkrupp die ursprüngliche Erwartung mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Halbjahr an und prognostizierte - auch unter Berücksichtigung der im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossenen Transaktionen - ein Bereinigtes EBIT von mindestens 2,0 Mrd € für das Geschäftsjahr 2021/2022. Diese Erwartung haben wir mit Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts für die Gruppe insgesamt beibehalten und mit 2,1 Mrd € letztlich erfüllt.

Das zu Beginn des Geschäftsjahres formulierte Ziel für den Jahresüberschuss der Gruppe haben wir mit der Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts angepasst, einen Wert in Höhe eines hohen dreistelligen Millionen-€-Betrags in Aussicht gestellt und diesen mit 1,2 Mrd € schlussendlich sogar übertroffen. Der Ergebnisverbesserung sowie einer im 4. Quartal vorgenommenen Wertaufholung bei latenten Steuern wirkten Wertminderungsaufwendungen entgegen, die unter anderem im Zusammenhang mit höheren Kapitalkostensätzen aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus standen.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den FCF vor M & A haben wir mit der Ad-hoc-Mitteilung am 16. März 2022 ausgesetzt. Während die Entwicklung dieser Steuerungskennzahl im 1. Quartal und zu Beginn des 2. Quartals erwartungsgemäß verlief, führten der Beginn des Kriegs in der Ukraine und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwerfungen zu hohen Unsicherheiten, insbesondere wegen der steigenden Rohstoffpreise und der damit verbundenen erheblichen negativen Auswirkungen auf die Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen. Unter Berücksichtigung der starken Ergebnisverbesserung prognostizierten wir zum 1. Halbjahr zwar eine signifikante Verbesserung des FCF vor M & A, jedoch einen negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich. Diese Entwicklung berücksichtigte unter anderem den starken preisbedingten Aufbau des Nettoumlaufvermögens. Bei einem deutlich positiven FCF vor M & A im 4. Quartal lag dieser für das gesamte Geschäftsjahr mit -476 Mio € im Rahmen der zuletzt formulierten Prognose.

Der thyssenkrupp Value Added (tkVA) entwickelte sich im Berichtsjahr innerhalb des prognostizierten Rahmens deutlich positiv und lag über dem Vorjahreswert. Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Quartal, 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres - auch unter Berücksichtigung der unterjährig abgeschlossenen Transaktionen - jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2021/2022:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/20221

Prognose im Geschäftsbericht 2020 / 2021 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Quartal 2021/2022 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2021/2022 Ist Geschäftsjahr 2021/2022
Umsatz (Gruppe) Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich +21 %; auf vergleichbarer Basis: +23 %
Materials Services - +34 %; auf vergleichbarer Basis: +30 %
Industrial Components Leicht niedriger Auf Vorjahresniveau Umsatzanstieg +10 %; auf vergleichbarer Basis: +5 %
Automotive Technology Stabil Weitgehend stabil +7 %; auf vergleichbarer Basis: +2 %
Steel Europe - +47 %; auf vergleichbarer Basis: +46 %
Marine Systems Leicht verbesserte Umsatzentwicklung Leichter Umsatzrückgang -9 %; auf vergleichbarer Basis: -10 %
Multi Tracks Insgesamt leicht verbesserte Umsatzentwicklung Insgesamt deutlich rückläufige Umsatzentwicklung -27 %; auf vergleichbarer Basis: +1 %
Bereinigtes EBIT (Gruppe) Deutliche Verbesserung auf einen Wert zwischen 1,5 und 1,8 Mrd € Deutliche Verbesserung auf einen Wert von mindestens 2,0 Mrd € Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 1.266 Mio € auf 2.062 Mio €
Materials Services Im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich Im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Bis zu 1,0 Mrd € Verbesserung um 250 Mio € auf 837 Mio €
Industrial Components Rückläufig auf einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich Rückgang um 88 Mio € auf 234 Mio
Automotive Technology In etwa auf Vorjahresniveau Deutlich unter Vorjahr Rückgang um 156 Mio € auf 108 Mio €
Steel Europe Signifikanter Anstieg um einen Betrag von mindestens 1 Mrd € Verbesserung um 1.084 Mio € auf 1.200 Mio €
Marine Systems Leicht gesteigertes Bereinigtes EBIT Verbesserung um 6 Mio € auf 32 Mio €
Multi Tracks Signifikante Verbesserung Verbesserung Verbesserung um 125 Mio € auf -173 Mio €
Corporate Headquarters Auf Vorjahresniveau Leicht über Vorjahresniveau Über Vorjahresniveau Verbesserung um 40 Mio € auf -154 Mio €
Jahresüberschuss (Gruppe) Jahresüberschuss von mindestens 1 Mrd € Jahresüberschuss im hohen dreistelligen Millionen-€-Bereich Anstieg um 1.245 Mio € auf 1.220 Mio €
Investitionen (Gruppe) Voraussichtlich auf Vorjahresniveau Voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegend Rückgang um 158 Mio € auf 1.472 Mio €
FCF vor M & A (Gruppe) Signifikante Steigerung in den Bereich eines ausgeglichenen Wertes Signifikante Verbesserung auf einen negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Anstieg um 797 Mio € auf -476 Mio €
tkVA (Gruppe) Über Vorjahr und signifikant positiv Anstieg um 1.151 Mio € auf 529 Mio €

1) Siehe auch Vorbemerkungen

Geschäftsentwicklung in der Gruppe

Geschäftsverlauf

Deutliche Verbesserung der Finanzkennzahlen aufgrund starker Preissteigerungen; unterstützend wirkten Effekte aus Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Materials Services 12.710 16.021 26 23 3.519 3.671
Industrial Components 2.556 2.792 9 4 633 764
Automotive Technology 4.506 4.866 8 3 1.090 1.468
Steel Europe 9.283 11.811 27 26 1.951 2.844
Marine Systems 6.662 4.232 - 36 - 37 5.846 320
Multi Tracks2) 5.883 6.499 10 44 1.610 1.724
Corporate Headquarters 5 4 - 16 - 16 1 - 1
Überleitung - 2.035 - 1.927 5 - 338 - 400
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 39.571 44.297 12 15 14.311 10.391
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 0 0 - - 0 0
Gruppe insgesamt 39.571 44.297 12 15 14.311 10.391
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services 4 - 1
Industrial Components 21 13
Automotive Technology 35 26
Steel Europe 46 44
Marine Systems - 95 - 95
Multi Tracks2) 7 56
Corporate Headquarters -- --
Überleitung - 18 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) - 27 - 25
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt - 27 - 25

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang insgesamt stark gestiegen

Deutlich höhere Auftragseingänge insbesondere bei Materials Services und Steel Europe aufgrund gestiegener Materialpreise

Bei Materials Services lag der Auftragseingang 2021/2022 deutlich über dem des Vorjahres. Über alle Produktgruppen hinweg profitierte das Segment von den insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals gestiegenen Werkstoffpreisen. Bei Industrial Components erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr. Hier konnte ein deutlicher Anstieg im Schmiedegeschäft eine rückläufige Entwicklung beim Geschäft mit Großwälzlagern kompensieren. Unterstützend wirkten Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten sowie positive Wechselkurseffekte. Automotive Technology konnte seinen Auftragseingang in einem schwierigen Marktumfeld im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls steigern, wozu im Wesentlichen der Bereich Steering sowie das Projektgeschäft des Bereichs Automotive Body Solutions beitrug. Steel Europe verzeichnete einen wertmäßig deutlich gestiegenen Auftragseingang. Während das Segment ebenfalls von gestiegenen Materialpreisen profitierte, führte insbesondere eine rückläufige Nachfrage zu einer negativen Mengenentwicklung. Bei Marine Systems blieb der Auftragseingang unter dem Wert des Vorjahres, das maßgeblich durch die Vergabe des Großauftrags Deutschland/ Norwegen geprägt gewesen war. Im Berichtsjahr folgten unter anderem ein weiterer Großauftrag im Unterwasserbereich sowie größere Auftragserweiterungen im Überwasserbereich. Im Segment Multi Tracks führte insbesondere die gestiegene Nachfrage im Anlagenbau, bei thyssenkrupp nucera, Automation Engineering und Springs & Stabilizers zu einem höheren Auftragseingang als im Vorjahr. Die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate hatten eine dämpfende Wirkung auf die Entwicklung des Auftragseingangs.

UMSATZERLÖSE

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Materials Services 12.315 16.444 34 30 3.770 3.916
Industrial Components 2.512 2.766 10 5 635 754
Automotive Technology 4.522 4.825 7 2 1.063 1.369
Steel Europe 8.932 13.156 47 46 2.361 3.538
Marine Systems 2.022 1.831 - 9 - 10 572 567
Multi Tracks2) 5.651 4.101 - 27 1 1.608 839
Corporate Headquarters 13 6 - 53 - 53 2 1
Überleitung - 1.953 - 1.990 - 2 - 571 - 416
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 34.015 41.140 21 23 9.441 10.568
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 0 0 - - 0 0
Gruppe insgesamt 34.015 41.140 21 23 9.441 10.568
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services 4 - 1
Industrial Components 19 10
Automotive Technology 29 20
Steel Europe 50 48
Marine Systems - 1 - 3
Multi Tracks2) - 48 - 7
Corporate Headquarters - 9 - 10
Überleitung 27 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 12 15
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt 12 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

UMSATZERLÖSE NACH ABSATZGEBIETEN1

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten

2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZERLÖSE NACH KUNDENGRUPPEN 2021/20221

in %

1) Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten

Insgesamt starkes Umsatzwachstum

Auch der Umsatz lag bei Materials Services aufgrund starker Preissteigerungen deutlich über dem Wert des Vorjahres. Die Materialknappheit sowie die schwächere Nachfrage, insbesondere zum Ende des Geschäftsjahres hin, führten insgesamt jedoch zu einer rückläufigen Mengenentwicklung. Bei Industrial Components folgte der Umsatz dem Auftragseingang und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft mit Großwälzlagern erzielte einen geringeren Umsatz als in der Vergleichsperiode; Grund war der deutliche Umsatzrückgang im Anwendungsbereich Windenergie in der Absatzregion China. Im Schmiedegeschäft lag der Umsatz analog zum Auftragseingang preisbedingt deutlich über dem des Vorjahres. Auch Automotive Technology konnte seinen Umsatz trotz eines schwierigen Marktumfelds (u.a. pandemiebedingte Lockdown-Einschränkungen sowie eingeschränkte Verfügbarkeit von elektronischen Vorprodukten) leicht steigern. Unterstützend wirkten hier ebenfalls Preisanpassungen sowie positive Wechselkurseffekte. Der Umsatz von Steel Europe stieg im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen der positiven Erlösentwicklung bei gleichzeitig rückläufiger Mengenentwicklung. Der Umsatzrückgang bei Marine Systems resultierte im Wesentlichen aus der vergleichsweise geringeren Anzahl abgelieferter und schlussgerechneter Einheiten. Bei Multi Tracks brachten die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr. Im Anlagenbau lag der Umsatz deutlich unter dem des Vorjahres, was durch einen Umsatzanstieg in den übrigen Geschäften nicht kompensiert werden konnte.

Die regionale Umsatzverteilung der Gruppe war weitgehend stabil. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von rund 36% der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Nordamerika, das mit 19 % leicht zunahm, sowie das Geschäft mit Kunden in Westeuropa, das leicht auf 18 % zurückging. Der Umsatzanteil des Großraums China ging leicht auf rund 5 % zurück.

Die Automobilindustrie blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von 28% die wichtigste Kundengruppe; sie ist entscheidend insbesondere für unser Geschäft mit Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil. Der Umsatzanteil des Handels lag ebenfalls leicht über dem des Vorjahres, während der Maschinen- und Anlagenbau leicht rückläufig war.

Bereinigtes EBIT mit deutlicher Verbesserung gegenüber Vorjahr

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung

in %
Materials Services 587 837 43 225 - 104 --
Industrial Components 322 234 - 27 56 64 15
Automotive Technology 264 108 - 59 30 61 ++
Steel Europe 116 1.200 ++ 29 221 ++
Marine Systems 26 32 23 27 20 - 28
Multi Tracks1) - 298 - 173 42 - 63 - 77 - 22
Corporate Headquarters - 194 - 154 20 - 47 - 36 25
Überleitung - 26 - 22 17 - 23 12 ++
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 796 2.062 ++ 232 161 - 31
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0 0 -
Gruppe insgesamt 796 2.062 ++ 232 161 - 31

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Das Bereinigte EBIT von Materials Services und Steel Europe lag deutlich über dem des Vorjahres

Im Berichtsjahr bewirkten im Wesentlichen die Entwicklungen bei Materials Services und Steel Europe eine deutliche Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr. Unterstützend wirkten dazu Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung. Materials Services profitierte von den gestiegenen Preisen und hohen Margen. Zudem konnten wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation (u.a. weitere Netzwerkoptimierungen) erreicht werden. Industrial Components verzeichnete insgesamt einen deutlichen Ergebnisrückgang. Im Großwälzlagergeschäft belasteten, neben deutlich gestiegenen Faktorkosten, im Wesentlichen der temporäre Nachfragerückgang in China im Bereich Windenergie sowie die Produkt- und Regionalstruktur des Absatzes. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT in etwa auf Vorjahresniveau. Unterstützend wirkte insbesondere hier die rückwirkende Weitergabe der gestiegenen Faktorkosten. Die in beiden Business Units eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung wirkten sich zusätzlich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Bei Automotive Technology belasteten die stark gestiegenen Faktorkosten sowie eine volatile Kundennachfrage und Kapazitätsauslastung infolge anhaltender Störungen in der Transport- und Lieferkette die Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr. Die Verhandlung neuer Preiskonditionen sowie ein positiver Einmaleffekt aus der Neubewertung ausgewählter Pensionszusagen konnten diese Entwicklung teilweise kompensieren. Bei Steel Europe führten die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Spotmarktpreise, die im Verlauf des Geschäftsjahres zunehmend in neu abgeschlossenen Langzeitverträgen umgesetzt werden konnten, zu einer deutlichen Ergebnissteigerung. Zusätzlich wirkten Effekte aus Restrukturierungen leicht positiv auf das Bereinigte EBIT. Das Marinegeschäft entwickelte sich ebenfalls positiv: Altaufträge konnten erfolgreich abgeschlossen bzw. stabilisiert und Overheadkosten weiter reduziert werden. Auch Multi Tracks verzeichnete einen deutlich verringerten Verlust beim Bereinigten EBIT mit positiven Entwicklungen in der Mehrzahl der Geschäftseinheiten.

Bei Corporate Headquarters führten unter anderem geringere Verwaltungskosten in der Hauptverwaltung sowie kursbedingte Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungen dazu, dass sich das Bereinigte EBIT verglichen mit dem Vorjahr deutlich auf -154 Mio € verbesserte.

Sondereffekte belasteten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 235 Mio € belastet.

EBIT durch Sondereffekte belastetet

SONDEREFFEKTE

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung 4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung
Materials Services - 7 - 133 - 126 42 - 131 - 173
Industrial Components 24 - 17 - 41 5 - 9 - 14
Automotive Technology 30 56 26 41 26 - 15
Steel Europe 175 313 138 4 - 62 - 67
Marine Systems 1 8 6 2 - 1 - 2
Multi Tracks1) 89 - 29 - 119 - 30 - 105 - 75
Corporate Headquarters 43 38 - 5 28 8 - 19
Überleitung - 17 8 25 - 15 3 18
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 340 244 - 96 76 - 271 - 347
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 6 - 9 - 15 - 11 0 11
Gruppe insgesamt 346 235 - 111 65 - 271 - 336

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Materials Services ergaben sich positive Sondereffekte durch Erträge aus dem Verkauf von Immobilien sowie Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen. Im Segment Industrial Components gab es insbesondere im Schmiedegeschäft positive Sondereffekte, unter anderem aus dem Verkauf eines Grundstücks sowie aus dem Erhalt einer Abfindungszahlung im Zusammenhang mit der Stilllegung eines Produktionsstandortes. Bei Steel Europe und Automotive Technology ergaben sich im Wesentlichen Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen, unter anderem wegen gestiegener Kapitalkosten. Bei Marine Systems resultierten die Sondereffekte im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung. Bei Multi Tracks ergaben sich wesentliche Sondereffekte aus dem Ertrag der Entkonsolidierung des Mining-Geschäfts. Hinzu kamen ein Aufwand durch einen unwetterbedingten Schaden in einem Werk von Springs & Stabilizers, negative Entkonsolidierungseffekte im Edelstahlgeschäft und bei Infrastructure sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang von thyssenkrupp nucera. Im Bereich Corporate Headquarters fielen im Wesentlichen Projektaufwendungen für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen an.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich über dem Vorjahreswert

Im Berichtsjahr lag der tkVA der Gruppe deutlich über dem Wert des Vorjahres. Die höchsten Wertbeiträge haben Materials Services und Steel Europe aufgrund starker Ergebnissteigerungen generiert. Durch den preisbedingten Aufbau des Nettoumlaufvermögens lag die durchschnittliche Kapitalbindung in beiden Segmenten deutlich über Vorjahr. Der Wertbeitrag von Industrial Components und Automotive Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr ab. Neben den - unter anderem durch die stark gestiegenen Faktorkosten - deutlich geringeren Ergebnisbeiträgen, stieg auch das gebundene Kapital in beiden Segmenten im Vergleich zum Vorjahr an. Marine Systems verzeichnete ein EBIT auf Vorjahresniveau sowie eine geringere Kapitalbindung. Infolgedessen nahm der Wertbeitrag zu. Der tkVA von Multi Tracks verbesserte sich ebenfalls aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung sowie geringerer Kapitalbindung. In Folge lag auch der ROCE der Gruppe mit 11,3% deutlich über dem Wert des Vorjahres.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2020 / 2021 2021/2022
EBIT1)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
ROCE

(%)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT1)

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 451 13.410 3,4 8,0 - 622 1.827
Davon:
Materials Services 594 2.587 23,0 8,0 387 970
Industrial Components 297 1.376 21,6 8,5 180 250
Automotive Technology 234 2.421 9,7 8,5 28 53
Steel Europe - 59 4.062 - 1,5 8,5 - 404 887
Marine Systems 24 1.686 1,4 8,0 - 111 24
Multi Tracks2) - 387 830 - 46,7 8,0 - 454 - 143
2021/2022
Capital employed

(Mio €)
ROCE

(%)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 16.224 11,3 8,0 529 1.151
Davon:
Materials Services 3.921 24,7 8,0 657 269
Industrial Components 1.626 15,4 8,5 112 - 69
Automotive Technology 2.603 2,0 8,5 - 169 - 197
Steel Europe 5.636 15,7 8,5 408 813
Marine Systems 1.218 2,0 8,0 - 73 37
Multi Tracks2) 650 - 22,1 8,0 - 195 258

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA, ROCE und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Materials Services

Materials Services: in rund 30 Ländern an 380 Standorten weltweit für unsere Kunden aktiv

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt. Mit smarter Materialdistribution und innovativen Lieferketten-Lösungen können Autos vom Band laufen, Flugzeuge abheben, Gebäude gebaut, Anlagen gefertigt werden.

15.914 Mitarbeiter weltweit

"Wir wollen bei Nachhaltigkeit Vorreiter unserer Industrie sein. Unser Handeln beeinflusst das Klima, unsere Produkte, Dienstleistungen, unsere Mitarbeitenden und die Gesellschaft."

Weltweit klimaneutral ab 2030 - am Standort El Puig bereits ab 2023

16,4 Mrd € Umsatz

Martin Stillger,

Vorsitzender des Vorstands von thyssenkrupp Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 12.710 16.021 26 3.519 3.671
Umsatzerlöse Mio € 12.315 16.444 34 3.770 3.916
EBITDA Mio € 758 1.102 46 244 62
EBIT Mio € 594 970 63 183 27
Bereinigtes EBIT Mio € 587 837 43 225 - 104
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,8 5,1 6,0 - 2,7
Investitionen Mio € 97 101 4 41 52
Mitarbeiter (30.9.) 15.296 15.914 4 15.296 15.914
Veränderung

in %
Auftragseingang 4
Umsatzerlöse 4
EBITDA - 75
EBIT - 85
Bereinigtes EBIT --
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen 27
Mitarbeiter (30.9.) 4

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt (Europa und Nordamerika). Unser Leistungsspektrum reicht von qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zu intelligenten Prozessen in den Bereichen Automatisierung, verlängerte Lieferkette sowie Lager- und Bestandsmanagement.

Auf der Grundlage unserer Strategie "Materials as a Service" wollen wir uns sowohl im intelligenten Werkstoffhandel als auch im integrierten Supply-Chain-Geschäft fortwährend weiterentwickeln. Dies unterstreicht unsere Mission "Connecting smarter" anschaulich. Regional konzentrieren wir uns auf unsere Kernmärkte Nordamerika und Europa. Um resiliente Lieferketten zu schaffen, arbeiten wir kontinuierlich an einer starken Lieferperformance auf Basis vertrauensvoller langjähriger Lieferpartnerschaften und unseres Multisourcing-Ansatzes. Gleichzeitig streben wir die Branchenführerschaft in Sachen Nachhaltigkeit an; hier lautet eines unserer Ziele, ab 2030 klimaneutral zu arbeiten. Die digitale Transformation sowohl unserer internen Prozesse als auch der Lieferketten spielt dabei eine wichtige Rolle.

Unser vorrangiges übergeordnetes Ziel ist, unsere führenden Marktpositionen in Europa und Nordamerika zu festigen bzw. weiter auszubauen. In beiden Regionen wollen wir stärker als der Markt wachsen. Wir planen weiterhin mittelfristig mit Lagerversandmengen von mehr als 6 Mio Tonnen pro Jahr weltweit, einer Bereinigten EBIT-Marge von 2 bis 3 % sowie einem ROCE-Wert größer 9 %. Die Cash Conversion Rate soll bei ca. 0,8 im Mehrjahresdurchschnitt liegen.

Im laufenden Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt unserer Initiativen auf der weiteren Fokussierung unseres Standortnetzwerks sowie auf profitablem Wachstum in Nordamerika. Wir haben deshalb insgesamt 13 Lagerstandorte geschlossen und unsere großen Investitionsprojekte an Standorten in den USA und Mexiko vorangetrieben. Darüber hinaus stand bei Materials Services die Weiterentwicklung digitaler und nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen auf der Agenda. Hierbei setzen wir auf einen systematischen Innovationsprozess; in diesem Rahmen wurden im Berichtszeitraum insgesamt sieben Projekte in geringem Umfang finanziert.

Auftragseingang und Umsatz: Preisbedingt weit über Vorjahr

Materialengpässe und eine steigende Nachfrage ließen die Verkaufspreise klettern

Auftragseingang und Umsatz sind im Berichtszeitraum deutlich gestiegen. Grund hierfür waren vor allem die signifikant gestiegenen Werkstoffpreise über alle Produktgruppen, insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals. Davon profitierten alle Geschäftsbereiche - vom lagerhaltenden Werkstoffhandel über das Streckengeschäft bis hin zu den Service-Centern und den auf Supply-Chain-Lösungen spezialisierten Einheiten. Auch in regionaler Hinsicht ist das Bild durchweg positiv, wobei die nordamerikanischen Service-Center besonders zulegen konnten. Aufgrund der Materialknappheit zu Beginn des Geschäftsjahres und des Nachfragerückgangs gegen dessen Ende entwickelten sich die Verkaufsmengen nicht in gleichem Maße. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,7 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit 4,5 % weniger als im Vorjahr.

Bereinigtes EBIT: Äußerst positive Entwicklung

Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen erhöhte sich das Bereinigte EBIT von Materials Services stark. Bis ins 3. Quartal hinein profitierte das Segment von der guten Marktlage mit steigenden Preisen und hohen Margen, während das 4. Quartal durch den Wegfall dieser positiven Markteffekte sowie aufgrund negativer Effekte aus der Vorratsbewertung im Minus abschloss. Wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation erzielten wir unter anderem durch die weitere Netzwerkoptimierung; beispielsweise wurde die Gesellschaft thyssenkrupp Materials Vietnam geschlossen, womit die Fokussierung der Distributionsgeschäfte auf Europa und Nordamerika weitgehend abgeschlossen ist. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr weitere Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Hinblick auf die Transformation im Rahmen des strategischen Ansatzes "Materials as a Service" wurde unter anderem eine selbst entwickelte Lösung für die Koordination der Lieferkette zur Marktreife gebracht; andere Projekte - zum Beispiel ein neuer Online-Marktplatz oder ein Tool zur Bedarfsprognose - befanden sich im Berichtszeitraum in der Konzeptionsphase.

Sondereffekte

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich im Wesentlichen positive Sondereffekte, und zwar vor allem in Form von Erträgen aus dem Verkauf von Immobilien in Düsseldorf. Darüber hinaus ergaben sich sowohl Erträge als auch Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen.

Investitionen

Gemäß den Zielen des Segments wurde im Berichtsjahr in hohem Maße in nordamerikanische Wachstumsprojekte investiert, unter anderem in ein Grundstück sowie in Hallen und Maschinenanlagen für Großprojekte in den USA und Mexiko. Auf dem europäischen Markt hat Materials Services seinen Anteil an der Gesellschaft thyssenkrupp Materials Poland um 4 % erhöht sowie einen neuen Standort von thyssenkrupp Plastics Germany in Betrieb genommen. Zusätzlich wurden Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen bei verschiedenen Lager- und Serviceeinheiten getätigt. Weitere Investitionsschwerpunkte waren die Fortführung der digitalen Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der weitere Ausbau der vertrieblichen Omnichannel-Architektur.

Industrial Components - Bearings

6.211 Mitarbeiter weltweit

Systemlösungen von thyssenkrupp rothe erde erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen, wie beispielsweise in Windenergieanlagen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar.

thyssenkrupp rothe erde ist weltweit führender Hersteller von Großwälzlagern und spezialisiert auf die Produktion von Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen.

rothe erde® Großwälzlager werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt.

1,2 Mrd € Umsatz

" Mit unseren Produkten, Service- und Dienstleistungen befähigen wir Branchen weltweit, neue Wege zu beschreiten und den Übergang in eine nachhaltige Zukunft zu meistern."

Winfried Schulte,

CEO thyssenkrupp rothe erde

Industrial Components - Forged Technologies

Hochautomatisierte Fertigung von Komponenten für Kettenfahrwerke

1,6 Mrd € Umsatz

Als global aufgestellter Schmiede-Spezialist gehört Forged Technologies zu den führenden Herstellern von Motoren- und Fahrwerkskomponenten sowie von Kettenfahrwerkskomponenten und -systemen. Mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk erfüllen wir individuelle Anforderungen lokal und nah am Kunden.

5.808 Mitarbeiter weltweit

Neues Anlagenkonzept aus Induktionsofen ergänzt durch Warmhalteöfen trägt zur Steigerung der Energieeffizienz bei.

"Für uns als Schmiedeunternehmen steht die Energieeffizienz unserer Fertigung immer im Fokus. Mit gezielten Investitionen in unsere Anlagen wollen wir uns hierbei kontinuierlich verbessern. "

Patrick Buchmann,

CEO Forged Technologies

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 2.556 2.792 9 633 764
Umsatzerlöse Mio € 2.512 2.766 10 635 754
EBITDA Mio € 400 363 - 9 79 105
EBIT Mio € 297 250 - 16 50 73
Bereinigtes EBIT Mio € 322 234 - 27 56 64
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,8 8,4 8,8 8,5
Investitionen Mio € 225 151 - 33 92 60
Mitarbeiter (30.9.) 12.812 12.019 - 6 12.812 12.019
Veränderung

in %
Auftragseingang 21
Umsatzerlöse 19
EBITDA 33
EBIT 44
Bereinigtes EBIT 15
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen - 36
Mitarbeiter (30.9.) - 6

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Bearings and Forged Technologies

Industrial Components umfasst zwei Business Units: das Großwälzlager- und das Schmiedegeschäft. Insgesamt streben wir für das Segment mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von 3 bis 5 %, eine Bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10 % sowie eine Cash Conversion Rate von 0,6 bis 0,8 an.

Im Bereich Großwälzlager, einer Nische des Wälzlagermarktes, ist Bearings weltweiter Marktführer und zugleich einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen. Unsere Produkte werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt. Sie erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar. Unsere Großwälzlager und Ringe werden in den verschiedensten, oft zukunftsorientierten Anwendungsbereichen eingesetzt. Neben Kunden im Windenergiemarkt, der das größte Wachstum verspricht, bedienen wir auch Kunden in den unterschiedlichsten Industriemärkten - von Baumaschinen über Krane und Tunnelbohrmaschinen bis hin zu Fördergeräten und den allgemeinen Maschinenbau sowie viele andere. Unsere technische Kompetenz ist ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb und trägt in erheblichem Maße zu unserer Reputation als Qualitäts- und Technologieführer bei. Mit unseren Fertigungsstandorten sind wir in vielen wichtigen Regionen der Welt vertreten und können unsere global agierenden Kunden bestmöglich unterstützen. Unser Ziel ist die langfristige Sicherung der weltweiten Marktführerschaft im dynamisch wachsenden Marktsegment Großwälzlager. Mittelfristig streben wir ein Umsatzwachstum von durchschnittlich mindestens 5 % pro Jahr an. Um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wollen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung umsetzen. Begleitet wird dies von einer langfristigen Investitionsstrategie mit dem Ziel, vom anhaltenden Marktwachstum im Windenergiebereich profitieren zu können. Bei der Umsetzung von Personalmaßnahmen zur Effizienzsteigerung kommen wir gut voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir zwei Restrukturierungsmaßnahmen in Deutschland erfolgreich abschließen sowie Personalanpassungen an anderen Standorten, vor allem in China, vornehmen. Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern und unsere führende Marktposition verteidigen; entsprechende weitere Strukturmaßnahmen werden bereits umgesetzt oder vorbereitet.

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten und beliefert Kunden in der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenbranche. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Kunden die hohe Qualität unserer Komponenten, unser technisches Know-how und unseren hochautomatisierten Maschinenpark schätzen. Unsere Stärke sehen wir in unserer ausgeprägten Leistungskultur und unserem klaren Fokus auf der kontinuierlichen Verbesserung unserer Performance. Mittelfristig lautet unser Ziel, unseren Marktanteil zu steigern und mit neuen Produkten zu wachsen. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unseres Angebots für Endkunden. Neben der weiteren Etablierung unserer neuen Marke "Berco Service Line", neuen Produkten und der Stärkung unseres Vertriebspartnernetzes in neuen Regionen arbeiten wir daran, ein professionelles E-Commerce Angebot aufzubauen und optimieren somit unsere Wertschöpfungskette. Um der Marktentwicklung im Bereich Motorkomponenten hin zu einem höheren E-Mobility-Anteil zu begegnen, wollen wir unser Produktportfolio um Fahrwerkskomponenten erweitern. Die Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen weiterhin auf der Steigerung unserer Personaleffizienz, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Optimierung unserer Produktions- und Logistikprozesse. Ein wichtiger Fokus lag außerdem in der erfolgreichen Umsetzung unserer Investitionsvorhaben mit dem Ziel der Transformation der Business Unit. Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres konnten wir erste Musterteile für Lkw-Chassis-Komponenten an unsere Kunden liefern und die Serienproduktion im Oktober 2022 starten.

Auftragseingang und Umsatz: Rückgang im Bereich Großwälzlager bei deutlichem Anstieg im Schmiedegeschäft

Positive Auftragsentwicklung im Schmiedegeschäft kann Rückgang im Bereich Großwälzlager kompensieren

Der Auftragseingang lag im Berichtsjahr über dem Vorjahreswert. Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete insgesamt einen rückläufigen Auftragseingang bei leicht steigender Tendenz im 2. Halbjahr. Signifikante Rückgänge gegenüber dem durch Vorzieheffekte geprägten Vorjahr verzeichnete der Anwendungsbereich Windenergie, und hier vor allem die Absatzregion China. Deutlich positiv entwickelte sich die Auftragssituation im Allgemeinen Maschinenbau (vor allem Medizintechnik und Luftfahrtkomponenten). In den Anwendungsbereichen Baumaschinen, Exploration und Kranbau lag das Auftragsvolumen auf oder leicht über dem Vorjahresniveau. Der Auftragseingang im Schmiedegeschäft war insgesamt deutlich höher als im Vorjahr, auch unterstützt durch Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten (vor allem Material-, Energie- und Frachtkosten) sowie positive US-Dollar Wechselkurseffekte. Zuwächse verzeichnete im Wesentlichen das Industriegeschäft. Auch im Bereich Lkw-Antriebsstrang-Komponenten war das Auftragsniveau anhaltend hoch. Leicht rückläufig entwickelte sich hingegen der Bereich Pkw, vor allem in Europa. Wesentliche Faktoren waren hier die Halbleiterproblematik, gestörte Lieferketten und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen zeigte sich ein unverändert hohes Nachfrageniveau in allen relevanten Regionen, leicht unterstützt durch die Erweiterung unseres Produktangebots sowie die Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder.

Analog dazu entwickelte sich der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr. Im Bereich Großwälzlager lag er deutlich unter dem des Vorjahres; im Anwendungsbereich Windenergie sank er vor allem in der Absatzregion China erwartungsgemäß deutlich. Die Anwendungsbereiche Allgemeiner Maschinenbau (vor allem Medizintechnik und Luftfahrtkomponenten) und Kranbau hingegen verzeichneten einen deutlichen Umsatzanstieg. Fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich die Umsatzentwicklung in den Bereichen Exploration und Baumaschinen. Die positive Nachfrageentwicklung vor allem in Nordamerika, Europa (insbesondere Deutschland) und in einigen asiatischen Absatzmärkten konnte den - unter anderem durch Lockdown-Maßnahmen bedingten - starken Rückgang des Geschäftsvolumens in China nur teilweise kompensieren. Der Umsatz im Schmiedegeschäft folgte dem Auftragseingang und verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Positive Effekte ergaben sich dabei insbesondere aus der Weitergabe gestiegener Faktorkosten sowie aus der US-Dollar-Wechselkursentwicklung.

Bereinigtes EBIT durch Rückgang im Bereich Großwälzlager deutlich unter Vorjahr

Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete einen deutlichen Ergebnisrückgang, der im Wesentlichen auf einen intensiveren Wettbewerb insbesondere im Zusammenhang mit dem temporären Nachfragerückgang in China im Bereich Windenergie, auf die Produkt- und Regionalstruktur des Absatzes sowie auf deutlich gestiegene Material- und Energiekosten zurückzuführen ist. Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung, strukturelle Verbesserungen, teilweise Weitergabe gestiegener Kosten im Industriebereich und positive Einmaleffekte konnten den Ergebnisrückgang in Teilen kompensieren. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT bei deutlichem Anstieg im 2. Halbjahr, insbesondere aufgrund der rückwirkenden Weitergabe deutlich gestiegener Faktorkosten, insgesamt leicht über Vorjahresniveau. Unterstützend wirkten dabei zudem die fortgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen einschließlich der Optimierung der Personalkostenquote.

Sondereffekte

Im Schmiedegeschäft gab es positive Sondereffekte aus dem Verkauf eines Grundstücks inklusive Gebäude in Indien sowie aus dem Erhalt einer Abfindungszahlung und dem Verkauf von Anlagen und Maschinen des im Geschäftsjahr 2020 / 2021 stillgelegten Produktionsstandorts in Remscheid.

Investitionen

Im Bereich Großwälzlager tätigten wir Wachstumsinvestitionen zur Anpassung und Erhöhung der Produktionskapazität vor allem im Anwendungsbereich Windenergie und dort hauptsächlich an den Fertigungsstandorten in Europa und Asien. Im Schmiedegeschäft haben wir weiter in den Bau einer vollautomatischen Schmiedepresse für Lkw-Vorderachsen am Standort Homburg investiert und erste Investitionen in die weitere Lokalisierung des Baumaschinengeschäfts in Nordamerika getätigt.

Automotive Technology

20.266 Mitarbeiter weltweit

Bis 2024 sollen alle Automotive-Werke CO2-frei produzieren.

Automotive Technology ist einer der führenden Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie in den Bereichen Fahrwerk, Antrieb und Karosserie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten und Systeme sowie Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau.

4,8 Mrd € Umsatz

Steer-by-Wire Testfahrzeug im Einsatz

"Unser Ziel ist es, bis 2024 unsere Produkte CO2-frei zu produzieren. Dabei setzen wir verstärkt auf den Ausbau der Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung an unseren Standorten und den langfristigen Zukauf von Grünstrom."

Dr. Karsten Kroos,

CEO Automotive Technology

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 4.506 4.866 8 1.090 1.468
Umsatzerlöse Mio € 4.522 4.825 7 1.063 1.369
EBITDA Mio € 482 336 - 30 82 121
EBIT Mio € 234 53 - 78 - 11 35
Bereinigtes EBIT Mio € 264 108 - 59 30 61
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,8 2,2 2,8 4,5
Investitionen Mio € 268 230 - 14 110 97
Mitarbeiter (30.9.) 19.723 20.266 3 19.723 20.266
Veränderung

in %
Auftragseingang 35
Umsatzerlöse 29
EBITDA 48
EBIT ++
Bereinigtes EBIT ++
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen - 11
Mitarbeiter (30.9.) 3

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Automotive Technology ist einer der führenden deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau sowie mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen. Dazu zählen Fahrwerkstechnologien wie Lenkungs- und Dämpfersysteme, die Montage von Achssystemen sowie Motorkomponenten für konventionelle und alternative Antriebe. Wir produzieren aber auch auf unseren eigenen Anlagen Karosserieleichtbauteile und ganze Karosserien in Serie. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Komponenten über die mechanische Bearbeitung bis hin zur Montage hochkomplexer Systeme. Entscheidend bei der Entwicklung neuer Produkte sind die Anforderungen unserer Kunden in puncto Qualität und Funktionalität.

Unser Wachstums- und Leistungsanspruch lautet, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören. Wir haben unser Produktportfolio konsequent auf die Zukunftsthemen der Automobilindustrie wie Elektromobilität und autonomes Fahren ausgerichtet, die uns vielversprechende Chancen bieten. Mittelfristig ist es unser Ziel, einen Umsatz von mindestens 5,5 Mrd € pro Jahr zu erreichen. Vornehmlich konzentrieren wir uns zur Erreichung unserer mittelfristigen Performance-Ziele - eine Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 % und eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,5 - auf die Verbesserung der Produktionseffizienz sowie auf Maßnahmen im Bereich Einkauf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Margenverbesserungen durch Ausbau von Ressourcen im Claim Management.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war in unserem Marktumfeld von Herausforderungen geprägt. Hierzu zählen die andauernden Engpässe in der Versorgung mit elektronischen und anderen Vorprodukten, Störungen in der Lieferkette, der Krieg in der Ukraine, volatile Kundenabrufe sowie pandemiebedingte Werksschließungen bei Kunden und Lieferanten, vornehmlich in China. Hinzu kam der starke Anstieg der Faktorkosten bei Material, Transport und Logistik sowie Energie. Diesen Herausforderungen sind wir mit einem strikten Kostenmanagement, der Verhandlung neuer Preiskonditionen und der Fortführung von Effizienzmaßnahmen begegnet.

Auftragseingang und Umsatz gesteigert

Automotive Technology erzielte in einem schwierigen Marktumfeld einen Anstieg des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahr; hierzu trug im Wesentlichen der Bereich Steering sowie das Projektgeschäft des Bereichs Automotive Body Solutions bei. Auch der Umsatz lag über dem Wert des Vorjahres. Zusätzlich unterstützend wirkten im Berichtsjahr Preisanpassungen und positive Wechselkurseffekte insbesondere beim US-Dollar und dem chinesischen Renminbi.

Im wichtigen Absatzmarkt China zeigte sich ab Juni 2022 eine spürbare Geschäftsbelebung nach den pandemiebedingten Lockdown-Einschränkungen vorwiegend im April und Mai 2022. Diese Entwicklung, ein größerer Auftragseingang im Projektgeschäft sowie positive Wechselkurseffekte und Preisanpassungen trugen dazu bei, dass sich im 4. Quartal der Auftragseingang und Umsatz im Vorjahresvergleich deutlich erhöhten. Weiterhin beschränkend bleibt jedoch die Verfügbarkeit von elektronischen Vorprodukten.

Unabhängig davon haben wir im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres in allen Business Units von Automotive Technology relevante langfristige Rahmenaufträge im automobilen Seriengeschäft gewonnen, die dazu beitragen werden, die künftige Auslastung unserer Werke abzusichern und den Umsatz des Segments zu steigern.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

Stark gestiegene Faktorkosten belasteten die Ergebnisentwicklung

Das Bereinigte EBIT war deutlich belastet durch stark gestiegene Faktorkosten, vor allem bei Logistik und Material. Hinzu kamen eine volatile Kundennachfrage und Kapazitätsauslastung infolge anhaltender Störungen in der Transport- und Lieferkette. Die Störungen entstanden im Wesentlichen durch Engpässe in der Versorgung mit elektronischen Komponenten und anderen Vorprodukten sowie pandemiebedingte Werksstillstände in China. Die gestiegenen Faktorkosten konnten durch die Verhandlung neuer Preiskonditionen sowie durch den positiven Einmaleffekt aus der Neubewertung ausgewählter Pensionszusagen zum Teil kompensiert werden. Die weitere Umsetzung des Restrukturierungsprogramms mit positiven Effekten auf die Personalkosten schreitet zudem planmäßig voran.

Sondereffekte

Im Berichtszeitraum wurden Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Bereich Steering und bei Bilstein, unter anderem aufgrund erhöhter Kapitalkosten, vorgenommen. Hinzu kamen Restrukturierungsaufwendungen bei Bilstein.

Investitionen

Im Bereich Steering wurde in auftragsbezogene Projekte für elektrische Lenksysteme investiert, unter anderem in China, Mexiko und Europa - und hier speziell in Ungarn. Bei Bilstein lag der Schwerpunkt des Ausbaus bei auftragsbezogenen Fertigungskapazitäten in Rumänien, Mexiko und den USA. Des Weiteren haben wir auftragsbezogen in die Produktion von Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben investiert. Durch unsere Investitionen in zukunftsgerichtete Produkte und kundennahe Fertigungen in wirtschaftlich attraktiven Regionen wollen wir Wachstumschancen wahrnehmen und das Erreichen unsere Kosten- und Profitabilitätsziele unterstützen.

Steel Europe

Steel Europe konzentriert sich auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls. In seiner Transformation hat sich Steel Europe zum Ziel gesetzt, bereits ab 2030 jährlich 5 Mio Tonnen CO2-armen Stahl zu produzieren. Spätestens 2045 soll die Stahlproduktion klimaneutral sein.

13,2 Mrd € Umsatz

26.304 Mitarbeiter weltweit

Energiesparend und höchste Qualität: Das Vormaterial, das häufig in der Autoindustrie Verwendung findet, wird im neuen Hubbalkenofen in Duisburg oberflächenschonend vorgeheizt.

Premiumoberflächen und hochwertige feuerverzinkte Produkte liefert zukünftig die neue Feuerbeschichtungsanlage FBA 10 in Dortmund.

"In der Umsetzung der Strategie 20-30 und der Transformation sind wir im Plan. Wir schaffen damit die Basis, um im Wettbewerb um die Stahlmärkte der Zukunft eine führende Rolle einzunehmen."

Bernhard Osburg,

Vorsitzender des Vorstands der thyssenkrupp Steel Europe AG

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 9.283 11.811 27 1.951 2.844
Umsatzerlöse Mio € 8.932 13.156 47 2.361 3.538
EBITDA Mio € 214 1.579 ++ 92 348
EBIT Mio € - 59 887 ++ 24 283
Bereinigtes EBIT Mio € 116 1.200 ++ 29 221
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 9,1 1,2 6,2
Investitionen Mio € 681 630 - 8 292 193
Mitarbeiter (30.9.) 26.303 26.304 0 26.303 26.304
Veränderung

in %
Auftragseingang 46
Umsatzerlöse 50
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT ++
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen - 34
Mitarbeiter (30.9.) 0

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent. Er konzentriert sich auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und gehört hier zu den bedeutsamen Anbietern im Kernmarkt Europa. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte, Weißblech, Mittelband und kornorientiertes sowie nicht kornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und der Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie einschließlich des Energiesektors sowie die Bauwirtschaft. Unsere Stärken sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen sowie in unserem auf langjährige Erfahrung beruhenden technischen Know-how. Selbstverständliche Bestandteile unserer Arbeit sind ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse.

Mit der weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir ein noch werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur erreichen. Ziel ist, dadurch unsere operative Leistungsfähigkeit deutlich zu steigern und zu den Besten im Wettbewerb zu gehören. Wir investieren in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzes und berücksichtigen dabei insbesondere die wachsenden Anforderungen der Automobilkunden und einzelner Industriebereiche. Das können crashrelevante Bleche für die Sicherheitsarchitektur der Fahrzeuge, verbesserte Oberflächen oder dünnere und leistungsfähigere Stähle für die Elektromobilität sein.

Der Krieg in der Ukraine, hohe Energie- und Rohstoffkosten, Verwerfungen in den Lieferketten, Unsicherheiten hinsichtlich der Versorgung mit fossilen Energieträgern (insbesondere Erdgas) und eine sich eintrübende Konjunktur - ein herausforderndes gesamtwirtschaftliches Umfeld, auch für Steel Europe. An unseren Zielen halten wir dennoch grundsätzlich fest: Unsere Versandmengen wollen wir mittelfristig auf rund 11 Mio t steigern sowie eine Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 %, eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,4 und ein Bereinigtes EBITDA pro Tonne von etwa 100 € über den Stahlzyklus erreichen.

Im Rahmen der Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung planen wir, bis 2026 unsere erste, perspektivisch mit grünem Wasserstoff betriebene Direktreduktionsanlage in Betrieb zu nehmen. Bis spätestens 2030 wollen wir die Kapazität klimafreundlicher Stähle auf 5 Mio t erweitern. Dies entspräche einer CO2-Minderung von deutlich mehr als 30 % gegenüber dem Referenzjahr 2018. Im 4. Quartal des Berichtsjahres hat thyssenkrupp die Grundlage für Investitionen von mehr als 2 Mrd € zum Einstieg in die grüne Transformation gelegt und den entsprechenden Eigenmittelanteil für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg freigegeben. Ein starkes Signal der Unterstützung kam von der NRW (Nordrhein-Westfalen)-Landesregierung: sie bestätigte ihre Bereitschaft, unsere Transformation mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu fördern. Das Großprojekt steht weiterhin unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU. Hinsichtlich der Vermarktung von CO2-reduziertem Stahl haben wir bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Im 1. Quartal wurden die ersten Mengen hochwertigen Flachstahls mit reduzierter CO2-Intensität der neuen Marke bluemint® Steel ausgeliefert. Eine Reihe weiterer Aufträge für bluemint® aus verschiedenen Abnehmerbranchen sind dem seither gefolgt.

Auftragseingang und Umsatz trotz rückläufiger Mengen deutlich höher

Steel Europe startete mit positiven Tendenzen in das Berichtsjahr, die Geschäftsentwicklung war jedoch bereits geprägt durch Material- und Lieferengpässe in vielen Kundenbranchen, allen voran in der Automobilindustrie. Der wertmäßige Auftragseingang und der Umsatz entwickelten sich jedoch gut. Der Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar führte zu weiteren Marktstörungen. Die Produktion wichtiger Vorprodukte für die Automobilindustrie in der EU (u.a. Kabelbäume) wurde vorübergehend unterbrochen. Zudem stieg die Sorge, dass es zu Rohstoffengpässen und einer geringeren Verfügbarkeit von Flachstahlerzeugnissen kommen könnte, nachdem ukrainische Stahlhersteller ihre Produktion einstellen mussten und Sanktionen gegen Russland verhängt wurden. Die Marktpreise reagierten darauf mit kurzfristig signifikanten Steigerungen. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gaben die Preise unter dem Eindruck der steigenden Inflation, einer sinkenden Nachfrage und der schwächer werdenden Konjunktur nach.

Der Wert der Bestellungen nahm vor allem in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres wegen deutlich höherer Durchschnittserlöse zu. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wirkte sich der negative Marktpreistrend allmählich auch auf die neu verhandelten Geschäftsabschlüsse aus, das Niveau lag aber insgesamt noch deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Die Bestellmengen sanken im Geschäftsjahr 2021/2022 gegenüber dem Vorjahr um 27 % auf rund 8 Mio t. Hierzu trugen im 1. Quartal sowohl eingeschränkte Buchungsmöglichkeiten nach der Teilzustellung des Hochofens 1 im vorangegangenen Quartal als auch eine rückläufige Nachfrage insbesondere aus der Automobilindustrie bei. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres gingen dann die Auftragseingänge auch aus nahezu allen anderen Branchen zurück.

Erlösanstieg trotz Nachfragerückgang und konjunktureller Abkühlung

Der signifikante Anstieg beim Umsatz ist darauf zurückzuführen, dass wir beim Verkauf der Waren einen höheren Preis pro Tonne erzielen konnten. Gestützt wurde diese Entwicklung durch die zuvor gestiegenen Spotmarktpreise. Diese gaben wegen des Nachfragerückgangs und der konjunkturellen Abkühlung ab Beginn des 3. Quartals 2021/2022 wieder nach. Dank des hohen Anteils langfristiger Kontraktgeschäfte blieb die Erlösentwicklung davon jedoch unberührt. Auf der Absatzseite dagegen fielen die Versandmengen im gesamten Geschäftsjahr, insbesondere an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, deutlich niedriger als im Vorjahr aus. Gestützt durch ein Plus bei den Verkäufen an die Bauindustrie lagen die Lieferungen an die Industriekunden in Summe nur knapp unter dem Vorjahreswert. Während der Bereich Packaging Steel einen leichten Rückgang verbuchte, konnte Electrical Steel einen deutlich positiven Beitrag zum Gesamtabsatz leisten. Hintergrund war hier vor allem die im Vorjahr umgesetzte Verbesserung der Produktqualitäten und die Ausrichtung auf ein werthaltigeres Produktportfolio.

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag mit rund 11 Mio t um 4 % unter dem Wert des Vorjahres. Nach der Teilzustellung des Hochofen 1 im 4. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres konnte die Produktion im 1. Quartal 2021/2022 wieder gesteigert werden. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres musste die Produktion jedoch an die marktbedingten Versandrücknahmen angepasst werden. Beeinträchtigungen der Rohstoffversorgung und damit auch der Produktion durch das Rhein-Niedrigwasser im Sommer 2022 konnten wir durch geeignete Maßnahmen, wie beispielsweise das frühzeitige Auffüllen der Rohstoff-Lagerbestände, entgegenwirken. Bei einigen Anlagen kam es im Jahresverlauf infolge technischer Störungen zu temporären Produktionsbeschränkungen. Dementsprechend ging die Walzstahlerzeugung für Kunden um 7 % auf rund 10 Mio t zurück.

Bereinigtes EBIT: Signifikante Ergebnisverbesserung im Jahresverlauf

Das Bereinigte EBIT stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr signifikant. Ausschlaggebend hierfür waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Spotmarktpreise, die im Jahresverlauf zunehmend in neu abgeschlossenen Langzeitverträgen berücksichtigt werden konnten und somit zu einem Anstieg der Nettoerlöse beitrugen. Einen weiteren positiven Effekt hatten die fortschreitenden Restrukturierungen, die bereits im Geschäftsjahr 2019 / 2020 eingeleitet worden waren. Ergebnismindernd wirkten die hohen und volatilen Rohstoff- und Energiekosten sowie der geringere Versand.

Sondereffekte

Es wurden Sondereffekte in Form von Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen, unter anderem wegen gestiegener Kapitalkosten, berücksichtigt.

Investitionen

Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden. Die Inbetriebnahme der Anlage ist nach Abschluss der Funktionstests im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 geplant. Der Hochlauf der neuen Veredelungsanlage des Bereichs Packaging Steel in Andernach, mit der spezialverchromtes Weißblech nach höheren Umweltstandards produziert werden soll, ist nach Abschluss der Funktionstests und Inbetriebnahme für Ende des Kalenderjahres 2022 vorgesehen.

Bei den Großinvestitionen der Stahlstrategie 20-30, wie dem Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen und dem Neubau einer Glüh-Isolierlinie in Bochum, schreiten die Engineering-Tätigkeiten mit den Lieferanten planmäßig voran; Maßnahmen, um die Baufelder vorzubereiten, wurden gestartet. Beim Neubau des Doppelreversiergerüsts in Bochum wurde das Engineering abgeschlossen und mit der Erstellung der Fundamente sowie mit Vorbereitungen für die Montage begonnen. Mit den Großinvestitionen in Bochum schaffen wir gute Voraussetzungen, um die Entwicklungen des Marktes für Elektromobilität zu begleiten und die steigende Nachfrage nach hochwertigem Elektroband zu befriedigen.

Marine Systems

6.943 Mitarbeiter weltweit

Fregatten der Klasse 125, die zurzeit modernsten Einheiten der Marine

Industrielle Lösung zur Bergung und Entsorgung von Altmunition aus Nord- und Ostsee

Wir sind Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und führend in der Entwicklung neuer Über- und Unterwassertechnologien für die Marinekunden.

1,8 Mrd € Umsatz

" Neben der Verfolgung ambitionierter Klimaziele - Klimaneutralität bis 2045 - wird die Begleitung von Kunden durch nachhaltige Innovationen und Technologien fokussiert. Beispiele hierfür sind Technologien zur Entsorgung von Munitionsaltlasten, die Brennstoffzelle sowie diverse maritime Services."

Oliver Burkhard,

CEO Marine Systems

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 6.662 4.232 - 36 5.846 320
Umsatzerlöse Mio € 2.022 1.831 - 9 572 567
EBITDA Mio € 88 89 1 43 37
EBIT Mio € 24 24 - 1 25 20
Bereinigtes EBIT Mio € 26 32 23 27 20
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 1,7 4,7 3,4
Investitionen Mio € 101 131 29 47 77
Mitarbeiter (30.9.) 6.534 6.943 6 6.534 6.943
Veränderung

in %
Auftragseingang - 95
Umsatzerlöse - 1
EBITDA - 13
EBIT - 21
Bereinigtes EBIT - 28
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen 65
Mitarbeiter (30.9.) 6

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Marine Systems

Marine Systems ist ein weltweit führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Marineschiffen und Marineelektronik und bietet Services für die Marinen über den gesamten Produktlebenszyklus an. Als vollintegriertes Systemhaus (Plattform, Elektronik, Integration sowie Dienstleistungen) entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden, sowohl in Deutschland als auch im Land des Kunden. Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios - insbesondere im zivilen Bereich, in dem wir die von uns entwickelten Technologien und unser Marine-Know-how zur Anwendung bringen wollen.

Unser Ziel ist, unsere Technologieführerschaft zu untermauern und unsere Wettbewerbsposition zu stärken. Zusätzliche Möglichkeiten für den Marinebereich ergeben sich aus unserer Sicht - zusätzlich zur gestiegenen weltweiten Nachfrage - durch das "Sondervermögen Bundeswehr" und die langfristige strukturelle Erhöhung des Verteidigungshaushalts in Deutschland. Vor dem Hintergrund mehrerer erfolgreicher Auftragsabschlüsse haben wir eine weitere Fertigungsstätte, in Wismar, gekauft. Damit haben wir die Weichen gestellt, um weitere Aufträge sowohl im Über- als auch im Unterwasserbereich bearbeiten zu können.

Wir streben mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 6 %, eine Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge auf Industriestandardniveau (6 - 7 %) sowie eine Cash Conversion Rate von ca. 1,0 an. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits konsequent auf die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Projektabwicklung und Profitabilität gesetzt. Dazu investieren wir unter anderem umfangreich in die Modernisierung des Werftstandorts Kiel. Gleichzeitig wollen wir unsere Abläufe, Instrumente und Strukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren und uns effizienter aufstellen. Um auch das sich abzeichnende Auftragswachstum stemmen zu können, haben wir ein Transformations- und Wachstumsprogramm entwickelt, mit dem wir das gesamte Unternehmen auf die zukünftigen Aufgaben ausrichten.

Auftragseingang durch U-Boot Großauftrag geprägt - Umsatzwachstum unter Vorjahr

Nach dem Rekordauftrag im Geschäftsjahr 2020 / 2021 über 5,5 Mrd € für sechs U-Boote Norwegen/Deutschland lag der Auftragseingang im Berichtszeitraum deutlich unter dem Vorjahreswert, aber erneut deutlich über dem Umsatz. Ein maßgeblicher Faktor ist hier ein weiterer Großauftrag im Unterwasserbereich, den wir im 2. Quartal erhielten. Darüber hinaus gab es mehrere größere Auftragserweiterungen im Überwasserbereich sowie umfangreiche Auftragseingänge im Bereich Wartung, Service und Marineelektronik.

Der Umsatz blieb im Geschäftsjahr 2021/2022 leicht unter dem des Vorjahres. Ursächlich hierfür ist vor allem ein Rückgang der Anzahl abgelieferter und schlussgerechneter Einheiten, nachdem 2020 / 2021 mit insgesamt sechs Schiffen und U-Booten ein Rekordjahr gewesen war. Der Auftragsbestand betrug zum Bilanzstichtag dank der starken Auftragseingänge der vergangenen beiden Jahre 13,6 Mrd € - ein mehr als solides Fundament für unseren Wachstumskurs.

Bereinigtes EBIT erneut über Vorjahr

Erneute Steigerung des Bereinigten EBIT

Das Bereinigte EBIT konnte im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr erneut zulegen und setzte somit die positive Entwicklung fort. Altaufträge mit nur schwachen Margen, konnten erfolgreich abgeschlossen bzw. stabilisiert werden. Das Neugeschäft entwickelte sich dank einer hohen Quote bereits abgeschlossener Beschaffungsverträge und dank Preisgleit-Vereinbarungen in den Kundenverträgen weitgehend unbeeinträchtigt von den volatilen Rohstoff- und Energiemärkten. Zudem konnten die Overheadkosten im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr gesenkt werden.

Sondereffekte

Die Sondereffekte ergaben sich im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung sowie aus Rückstellungen für Restrukturierungen.

Investitionen

Die Kieler Werft wurde wie geplant weiter modernisiert, um die Projektabwicklung zu optimieren, die Effizienz zu erhöhen, die technischen Voraussetzungen für die Fertigung größerer Boote entsprechend dem Markttrend zu schaffen und die Profitabilität nachhaltig zu verbessern. Um die für das Wachstum erforderlichen weiteren Kapazitäten für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen anbieten zu können, haben wir in Wismar den Standort der insolventen MV Werften erworben. Diese zusätzliche Fertigungsstätte bietet uns Expansionsmöglichkeiten, sowohl für militärische als auch für zivile Produkte.

Multi Tracks

12.892 Mitarbeiter weltweit

Im Segment Multi Tracks sind Geschäfte zusammengefasst, die im Hinblick auf ihre Größe, ihr Tätigkeitsfeld und den Grad ihrer Eigenständigkeit sehr unterschiedlich sind und vor individuellen Herausforderungen stehen. Wir versuchen, für jedes dieser Unternehmen die beste Option zu entwickeln.

Ammoniak-Anlage für die Realisierung von Green-Ammonia-Projekten

4,1 Mrd € Umsatz

Elektrolyseanlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff

" Um die finanzielle Performance zu verbessern, haben wir in jedem Geschäft zentrale Hebel zur Wertsteigerung identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet. Ein besonderes Augenmerk legen wir bei Multi Tracks darüber hinaus auf die Geschäfte, die durch ihre Technologie zu einer grünen Transformation beitragen können"

Dr. Volkmar Dinstuhl,

CEO Multi Tracks

MULTI TRACKS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 5.883 6.499 10 1.610 1.724
Umsatzerlöse Mio € 5.651 4.101 - 27 1.608 839
EBITDA Mio € - 285 - 17 94 - 39 71
EBIT Mio € - 387 - 143 63 - 33 28
Bereinigtes EBIT Mio € - 298 - 173 42 - 63 - 77
Bereinigte-EBIT-Marge % - 5,3 - 4,2 - - 3,9 - 9,1
Investitionen Mio € 107 59 - 45 41 24
Mitarbeiter (30.9.) 18.360 12.892 - 30 18.360 12.892
Veränderung

in %
Auftragseingang 7
Umsatzerlöse - 48
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT - 22
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen - 43
Mitarbeiter (30.9.) - 30

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Multi Tracks

Im Segment Multi Tracks bündelt thyssenkrupp Geschäfte, für die wir unterschiedliche Potenziale sehen und daher verschiedene Entwicklungspfade in Erwägung ziehen. Dies kann beispielsweise ein vollständiger Verkauf oder ein Teilverkauf sein oder die Fortführung des Geschäfts zusammen mit einem oder mehreren externen Partnern.

Aktuell befinden sich sechs Geschäfte im Portfolio des Segments Multi Tracks: zwei Anlagenbauer in den Bereichen Chemie und Zement, zwei Automobilzulieferer und thyssenkrupp nucera, ein Tochterunternehmen im Zukunftsmarkt Wasserstoff, an dem thyssenkrupp die Mehrheit hält, sowie die Elevator-Beteiligung.

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2021/2022

Zwei Handlungsfelder der thyssenkrupp Strategie bestimmen die Aktivitäten des Segments Multi Tracks: Portfolio und Performance. Bei beiden hat das Segment im abgelaufenen Geschäftsjahr gute Fortschritte erzielt.

Portfolio: Ende August 2022 wurde der Verkauf des Mining-Geschäfts an das dänische Unternehmen FLSmidth vollzogen. Nach den erfolgreichen Veräußerungen von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts war dies das dritte Closing im vergangenen Geschäftsjahr, der fünfte Abschluss insgesamt. Mit diesen Transaktionen hat Multi Tracks dazu beigetragen, die Nettofinanzposition von thyssenkrupp um mehr als 800 Mio € zu stärken.
Performance: Um die finanzielle Performance zu verbessern, haben wir in jedem einzelnen Geschäft des Segments Multi Tracks die zentralen Hebel zur Wertsteigerung identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet. Mit der Umsetzung von Maßnahmen auf der Umsatz- und der Kostenseite ist es dem Segment gelungen, den Verlust gegenüber dem Vorjahr deutlich zu verringern. Gegenläufig wirkten außerordentliche Belastungen bei Großprojekten sowie Einmalaufwendungen durch Projektverzögerungen und Forderungsabschreibungen. Zudem haben sich negative Effekte durch den Krieg in der Ukraine ergeben.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten im Segment Multi Tracks ist die Weiterentwicklung unseres Wasserstoffgeschäfts thyssenkrupp nucera. Um als einer der weltweiten Technologieführer für grüne Wasserstoffanlagen von den Wachstumsaussichten des Geschäfts zu profitieren, ist vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds für thyssenkrupp nucera ein Börsengang die präferierte Wahl. Dabei ist unsere Vorzugslösung, einen Teil des Geschäfts an die Börse zu bringen, gleichzeitig aber Mehrheitseigner zu bleiben.

Höherer Auftragseingang bei geringerem Umsatz als im Vorjahr

Der Auftragseingang der weiterverfolgten Geschäftsbereiche von Multi Tracks lag im Berichtsjahr deutlich über dem des Vorjahres. Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf eine gestiegene Nachfrage im Anlagenbau, bei Automation Engineering sowie Springs & Stabilizers zurückzuführen. Insbesondere Uhde hat durch den Bau einer Düngemittelproduktionsanlage in Katar einen höheren Auftragseingang verzeichnet. thyssenkrupp nucera wies ein hohes Wachstum auf, insbesondere dank des Chlor-Alkali-Servicegeschäfts in Deutschland und Japan sowie die Vergabe größerer Wasserstoff-Projekte in Saudi-Arabien und in den Niederlanden an unser Tochterunternehmen. Die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie der Schließung von Heavy Plate wirkten dämpfend auf das Wachstum des Auftragseingangs.

Der Umsatz lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Der Grund für diese Entwicklung waren die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate. Im Anlagenbau ist ein deutlicher Umsatzrückgang festzustellen, der unter anderem durch den geringeren Auftragseingang im Vorjahr bedingt war. Der deutliche Umsatzrückgang bei Uhde resultierte im Wesentlichen aus der Konzentration auf attraktivere Marktsegmente und Verzögerungen in der Abwicklung einzelner Projekte. Der Umsatz von Mining Technologies lag deutlich unter dem Vorjahreswert; zu den Gründen zählen Folgeeffekte des Kriegs in der Ukraine sowie verzögerte Auftragseingänge. thyssenkrupp nucera erzielte dank des stabilen Chlor-Alkali-Geschäfts und des Wachstums im Bereich Wasserelektrolyse einen deutlich höheren Umsatz als in der Vorperiode. Der Umsatz im Geschäftsbereich Springs & Stabilizers lag wegen gestiegener Volumina und der Weitergabe von Materialpreiserhöhungen deutlich über dem des Vorjahres. Auch Automation Engineering erzielte deutlich höhere Umsätze als im Vorjahr; Grund war hier das wachsende Neugeschäft.

Deutlich geringeres Minus beim Bereinigten EBIT

Die Mehrzahl der Geschäftseinheiten konnten ihr Bereinigtes EBIT im Vergleich zum Vorjahr verbessern

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ, allerdings verbesserte es sich im Vergleich zum Vorjahr in der Mehrzahl der Geschäftseinheiten. Wesentlich trugen die positiven Effekte aus der Schließung von Heavy Plate sowie der Ergebnisbeitrag aus dem Edelstahlgeschäft bis zum Abgang im Januar zur Verbesserung des Bereinigten EBIT bei.

Uhde konnte dank geringerer Fehlleistungskosten und einer höheren Projektmarge als im Vorjahr sein Ergebnis deutlich verbessern, es blieb aber deutlich negativ. Polysius schloss das Berichtsjahr trotz positiver Umsatzeffekte mit einem Bereinigten EBIT deutlich unter dem des Vorjahres ab. Gründe waren die höheren Fehlleistungskosten infolge von Projektverzögerungen sowie Einmaleffekte.

Mining Technologies hat sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr trotz negativer Umsatzeffekte aus dem Krieg in der Ukraine verbessert; positiv wirkte hier eine deutliche Margenverbesserung.

Der Ergebnisbeitrag von thyssenkrupp nucera lag deutlich unter dem des Vorjahres. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch höhere Entwicklungskosten, steigende Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie den Aufbau der Strukturen für ein börsennotiertes Unternehmen im Zusammenhang mit dem angestrebten Wachstum.

Das Bereinigte EBIT von Automation Engineering lag wegen geringerer Fehlleistungskosten und verbesserten Projektmargen über dem Vorjahreswert; der Geschäftsbereich wies jedoch trotzdem einen negativen Ergebnisbeitrag aus, der aus einem zu geringen Beschäftigungsniveau resultierte. Springs & Stabilizers verbesserte sein negatives Ergebnis leicht, konnte jedoch gestiegene Material- und Energiekosten nur mit Verzögerung weitergeben. Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in Deutschland reduzierten in nahezu allen Einheiten den Verlust deutlich.

Sondereffekte

Wesentliche Sondereffekte ergaben sich aus dem Ertrag der Entkonsolidierung des Mining-Geschäfts sowie dem Aufwand durch einen unwetterbedingten Schaden in einem chinesischen Werk von Springs & Stabilizers. Hinzu kamen negative Entkonsolidierungseffekte im Edelstahlgeschäft und bei Infrastructure sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang von thyssenkrupp nucera.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Multi Tracks sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, im Wesentlichen wegen der strukturellen Effekte aus den Entkonsolidierungen des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie der Schließung von Heavy Plate. Bei thyssenkrupp nucera waren im Vergleich zum Vorjahr die Investitionen deutlich höher, um das angestrebte Wachstum zu begleiten. In allen Geschäften wurden fortlaufend Investitionen für den Substanzerhalt und die Absicherung der Marktposition getätigt. Die größten Investitionsvolumina entfielen auf den Anlagenbau sowie Springs & Stabilizers.

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Die Gruppe wird zentral von der thyssenkrupp AG geführt. Hier sind die wesentlichen Verwaltungseinheiten gebündelt. Im Bereich Corporate Headquarters sind die Verwaltungseinheiten der Hauptverwaltung in Deutschland und der ausländischen Plattformen (Regions) zusammengeführt. Die Struktur des Corporate Headquarters mit den drei Corporate Centern folgt den Leitthemen "Performance", "Portfolio" und "People". Den Corporate Centern sind die einzelnen Zentralfunktionen zugeordnet. Der Bereich Regions umfasst vier große regionale Plattformen: APA (Asien/Pazifik/ Afrika), Nordamerika, Südamerika und den Großraum China.

Corporate Headquarters mit geringeren Verwaltungskosten

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf -154 Mio €, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist auf geringere Verwaltungskosten in der Hauptverwaltung sowie zusätzlich auf kursbedingte Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungen und einen entfallenden Einmalaufwand für Personalmaßnahmen zurückzuführen.

Sondereffekte

Sondereffekte ergaben sich bei Corporate Headquarters im Wesentlichen aus dem Projektaufwand für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen.

Investitionen

Bei Corporate Headquarters wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 keine wesentlichen Investitionen getätigt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ergänzend zu den im Folgenden dargestellten Analysen vergleiche hinsichtlich der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine im Geschäftsjahr 2021/2022 sowie der Corona-Pandemie in den Geschäftsjahren 2020 / 2021 und 2021/2022 auch die im Wirtschaftsbericht in den Kapiteln "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" enthaltenen Ausführungen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2021/2022 trotz der erfolgten Entkonsolidierungen (Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft, Mining und Infrastructure) um 21 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu der deutlichen Verbesserung trugen vor allem die hohen preisbedingten Umsatzzuwächse in den Werkstoffgeschäften der Segmente Materials Services und Steel Europe bei. Gleichzeitig stiegen die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zur Umsatzentwicklung mit 20 % insgesamt nur leicht unterproportional an. Hauptursachen hierfür waren überproportional erhöhte Material- und Energieaufwendungen verbunden mit gesunkenen Personalaufwendungen, die insbesondere auch aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen resultierten, sowie deutlich erhöhten Wertminderungsaufwendungen bei langfristigen Vermögenswerten im Segment Steel Europe. Die Brutto-Umsatzmarge verbesserte sich vor diesem Hintergrund auf 13,8 % (Vorjahr: 12,8 %).

Die Erhöhung der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich gestiegene verkaufsbezogene Fracht-, Versicherungs- und Zollaufwendungen sowie insgesamt höhere Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; gegenläufig wirkten vor allem geringere Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten. Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen insgesamt auf Vorjahresniveau; hier standen Rückgängen insbesondere bei den Personalaufwendungen, auch im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem höhere Wertminderungs- sowie Beratungs- und IT-Aufwendungen gegenüber. Wesentliche Ursachen für den Anstieg der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren gestiegene Erträge im Zusammenhang mit Versicherungsentschädigungen und aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Die Zunahme der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten war im Wesentlichen beeinflusst durch gestiegene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Zur deutlichen Verbesserung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem der Gewinn aus der Entkonsolidierung von Mining sowie insgesamt höhere Gewinne aus dem Verkauf von Sachanlagen bei; gegenläufig wirkten Verluste aus den Entkonsolidierungen der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Infrastructure.

Das insgesamt erhöhte negative Finanzergebnis der fortgeführten Aktivitäten war einerseits durch ein deutlich verringertes Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten beeinflusst, im Wesentlichen als Folge der im Berichtsjahr erfassten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 136 Mio € im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung. Andererseits ergab sich eine Verbesserung des insgesamt unverändert negativen Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten insbesondere als Folge gestiegener Zinssätze im Rahmen der Bewertung sonstiger Rückstellungen, gesunkener Netto-Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie höherer Erträge im Rahmen der Folgebewertung des im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erworbenen zinslosen Darlehens.

Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten resultierte maßgeblich aus gestiegenen Ergebnissen vor Steuern der fortgeführten Aktivitäten, gegenläufig wirkte sich ein latenter Steuerertrag aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern in Deutschland aus.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten auf 1.212 Mio €, nach einem Verlust von 19 Mio € im Vorjahr. Das den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Ergebnis je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich entsprechend um 1,99 € auf einen Gewinn von 1,81 €. Die Verbesserung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten auf einen Gewinn von 9 Mio € war beeinflusst durch nachlaufende Erträge im 2. Quartal des Berichtsjahres als Folge einer Vereinbarung mit dem Erwerber der in 2019 / 2020 veräußerten Aufzugaktivitäten über die Auflösung gegenseitiger Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresüberschuss von 1.220 Mio €, gegenüber einem Jahresfehlbetrag von 25 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie um 2,01 € auf einen Gewinn von 1,82 €.

thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2020 / 2021 2021/2022
Umsatzerlöse 34.015 41.140
Umsatzkosten - 29.659 - 35.479
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.356 5.660
Forschungs- und Entwicklungskosten - 234 - 246
Vertriebskosten - 2.379 - 2.518
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.540 - 1.537
Sonstige Erträge 323 375
Sonstige Aufwendungen - 114 - 191
Sonstige Gewinne und Verluste 32 230
Betriebliches Ergebnis 443 1.772
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen - 106 - 245
Finanzierungserträge 725 1.291
Finanzierungsaufwendungen - 962 - 1.431
Finanzergebnis - 343 - 385
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 101 1.387
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 120 - 175
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 19 1.212
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 6 9
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 25 1.220
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 115 1.136
Nicht beherrschende Anteile 90 85
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 25 1.220
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 0,17 1,81
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 0,18 1,82

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Analyse der Bilanz

Die insgesamt eingetretene leichte Erhöhung der Bilanzsumme im Vergleich zum 30. September 2021 war wesentlich auch durch die Währungsumrechnung beeinflusst.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr. Der hier enthaltene Anstieg bei den Sachanlagen resultierte hauptsächlich aus der Währungsumrechnung und insgesamt leicht über den planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen liegenden Zugängen; wesentliche Wertminderungsaufwendungen ergaben sich hierbei im Segment Steel Europe. Der Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betraf im Wesentlichen die Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg; hier standen höheren Verlusten, die im Berichtsjahr auch deutliche Wertminderungsaufwendungen enthielten, vor allem erfolgsneutral erfasste Gewinne aus der Währungsumrechnung gegenüber. Die Zunahme der finanziellen Vermögenswerte resultierte insbesondere aus der Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten zinslosen Darlehen und der im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts behaltenen Anteile in Höhe von 15 % an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST). Der deutliche Anstieg der latenten Steuern ergab sich vor allem aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen auf Vorjahresniveau. Die hier enthaltenen starken Zunahmen der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrafen insbesondere auch preisbedingte Anstiege bei den Werkstoffgeschäften in den Segmenten Steel Europe und Materials Services sowie bei den Automobilgeschäften. Der insgesamt eingetretene Anstieg der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft sowie in den Anlagenbaugeschäften im Segment Multi Tracks. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultierte überwiegend aus der Bilanzierung von Warenderivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung. Die Erhöhung der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betraf ganz überwiegend im Segment Multi Tracks gestiegene geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit. Die starke Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente war im Wesentlichen Folge der Rückzahlung einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens jeweils im Dezember 2021 sowie der Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten; gegenläufig wirkten vor allem der positive Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten und die Einzahlungen aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining. Darüber hinaus ergab sich ebenfalls eine starke Verminderung der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Wesentlichen durch die im Berichtsjahr abgeschlossenen Verkäufe der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining.

Das Eigenkapital verbesserte sich zum 30. September 2022 gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich auf 14.742 Mio €. Hauptursachen waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen im Wesentlichen als Folge des gestiegenen Pensionszinssatzes in Deutschland sowie der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss. Darüber hinaus wirkten insbesondere auch im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne aus der Währungsumrechnung erhöhend. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich deutlich auf über 39 %.

Für die starke Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten waren hauptsächlich zwei Effekte verantwortlich: Einerseits ergab sich eine starke Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen vor allem durch die aus der Neubewertung der Pensionen resultierenden Gewinne im Wesentlichen als Folge gestiegener Pensionszinssätze. Andererseits gingen die Finanzschulden insbesondere durch die Umgliederung einer im März 2023 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden deutlich zurück.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen auf Vorjahresniveau. Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betraf vor allem die Automobilgeschäfte. Die Abnahme der Finanzschulden resultierte im Wesentlichen aus den erwähnten Rückzahlungen einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens im Dezember 2021; gegenläufig wirkte die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betraf hauptsächlich Freistellungsansprüche des Erwerbers von Mining im Zusammenhang mit der Abwicklung noch laufender Fertigungsaufträge. Der deutliche Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten ergab sich insbesondere aus der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen war wesentlich durch Umgliederungen aus den kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen verursacht; gegenläufig wirkten hier gesunkene Rückstellungen für Restrukturierungen im Personalbereich. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten war vor allem Folge der erwähnten Umgliederungen in sonstige Rückstellungen verbunden mit gestiegenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern und höheren Verbindlichkeiten im Personalbereich. Der deutliche Rückgang der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten betraf im Wesentlichen die im Berichtsjahr erfolgten Verkäufe der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining.

Bilanz

thyssenkrupp-Gruppe

AKTIVA

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Immaterielle Vermögenswerte 1.892 1.872
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 6.513 6.748
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 670 642
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 718 863
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 337 304
Aktive latente Steuern 472 732
Langfristige Vermögenswerte 10.602 11.161
Vorräte 7.116 8.889
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.308 5.298
Vertragsvermögenswerte 1.434 1.895
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 849 701
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.386 1.745
Laufende Ertragsteueransprüche 123 159
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.974 7.638
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 2.019 8
Kurzfristige Vermögenswerte 26.209 26.331
Summe Vermögenswerte 36.811 37.492
PASSIVA
Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.771 4.777
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 372 1.167
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen - 34 -
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 10.400 14.202
Nicht beherrschende Anteile 445 540
Eigenkapital 10.845 14.742
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.896 5.812
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 226
Sonstige Rückstellungen 513 431
Passive latente Steuern 60 53
Finanzschulden 3.784 2.786
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 66 41
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 15
Langfristige Verbindlichkeiten 12.619 9.363
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 176 168
Sonstige Rückstellungen 1.175 1.268
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 151 150
Finanzschulden 1.640 1.195
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 729 980
Vertragsverbindlichkeiten 2.205 3.098
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.794 1.722
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 1.232 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.347 13.387
Verbindlichkeiten 25.966 22.750
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.811 37.492

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung der Gruppe ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Tochterunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner verfügen wir über fest zugesagte Kreditlinien, die wir in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen können; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzguthaben und verfügbare Liquidität

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Das Netto-Finanzguthaben berechnet sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente (nachfolgend liquide Mittel) und der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2022 weist die Gruppe bei liquiden Mitteln von 7,7 Mrd € abzüglich Brutto-Finanzschulden von 4,0 Mrd € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 3,7 Mrd € aus. Entsprechend lag das Netto-Finanzguthaben durch positive Effekte aus erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen im Segment Multi Tracks leicht über Vorjahresniveau (30. September 2021: 3,6 Mrd €).

Die verfügbare Liquidität der Gruppe belief sich zum 30. September 2022 auf 9,2 Mrd €. Sie umfasste liquide Mittel in Höhe von 7,7 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,5 Mrd €. Damit bietet sie ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 / 2023 auf 1,1 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität der Gruppe waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Rating

Wir verfügen über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime positive
Fitch BB- B stable

Im Dezember 2021 setzten die Ratingagenturen Standard & Poor's wie auch Moody's bei unverändertem Rating den Ausblick von "negative" auf "stable" bzw. von "stable" auf "positive".

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente". Im Vorjahr enthielt der Zahlungsmittelfonds auch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Mining, Edelstahlgeschäft und Infrastructure, die in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte umgegliedert wurden.

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr ergab sich ein positiver Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten. Die Hauptursache für die im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verbesserung war das auf einen hohen Gewinn stark erhöhte Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen; gegenläufig wirkte insbesondere der insgesamt eingetretene Aufbau des Netto-Umlaufvermögens vor allem als Folge nach Bereinigung um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gesunkener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gleichzeitig erhöhter Vertragsverbindlichkeiten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Rückgang beim Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten resultierte vor allem aus geringeren Investitionsauszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen. Die im Berichtsjahr erzielten Desinvestitionseinzahlungen der fortgeführten Aktivitäten lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr; insbesondere standen hier dem Abbau von Termingeldern mit ursprünglicher Laufzeit größer 90 Tage im 1. Quartal des Vorjahres die im Berichtsjahr erzielten Mittelzuflüsse aus den Verkäufen des Edelstahlgeschäfts und von Mining gegenüber.

Die Investitionen lagen im Berichtjahr mit 1,3 Mrd € unter dem Vorjahreswert. Dabei standen geringere Investitionen bei Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe und Multi Tracks höheren Investitionen - unter anderem in Zusammenhang mit gezielten Wachstumsinitiativen - bei Materials Services und Marine Systems gegenüber.

INVESTITIONEN

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021 / 2022 Veränderung

in %
Materials Services 97 101 4 41 52 27
Industrial Components 225 151 - 33 92 60 - 36
Automotive Technology 268 230 - 14 110 97 - 11
Steel Europe 681 630 - 8 292 193 - 34
Marine Systems 101 131 29 47 77 65
Multi Tracks1) 107 59 - 45 41 24 - 43
Corporate Headquarters - 1 1 ++ 0 0 ++
Überleitung 7 1 - 86 1 - 2 --
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 1.485 1.304 - 12 624 502 - 20
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0 0 -
Gruppe insgesamt 1.485 1.304 - 12 624 502 - 20

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten deutlich positiv und damit gegenüber dem negativen Vorjahreswert stark verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag signifikant über dem Vorjahr. Neben der operativen Entwicklung wirkte gegenläufig der temporäre preisbedingt hohe Aufbau des Nettoumlaufvermögens.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten, der vor allem aus höheren Auszahlungen für Tilgungen von Anleihen resultierte.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung 4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 94 618 523 314 1.884 1.570
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 510 - 277 233 - 622 - 68 554
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF)1) - 416 341 756 - 308 1.816 2.124
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen 121 - 699 - 820 42 - 209 - 251
Anpassung w/IFRS 16 - 128 - 118 10 - 55 - 42 13
Anpassung w/Termingelder - 850 0 850 0 0 0
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A)1) - 1.273 - 476 797 - 321 1.565 1.886
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0 0 0 0
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) - 1.273 - 476 797 - 321 1.565 1.886

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

THYSSENKRUPP-GRUPPE - KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2020 / 2021 2021/2022
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 25 1.220
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 6 - 9
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) - 67 - 184
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.064 1.421
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte - 159 - 72
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 106 245
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 45 - 243
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte - 1.816 - 1.570
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 35 - 767
- Vertragsvermögenswerte 62 - 330
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 132 - 268
- Sonstige Rückstellungen 116 - 330
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.400 408
- Vertragsverbindlichkeiten - 358 694
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit - 24 403
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 94 618
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten - 3 0
Operating Cashflow 92 617
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 1 - 7
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 36 - 1
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.404 - 1.247
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 44 - 49
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 855
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 122 171
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 1 0
Desinvestitionen von Termingeldern 850 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 510 - 277
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 510 - 277
Tilgung von Anleihen - 850 - 1.250
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 222 186
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 264 - 136
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen - 148 - 141
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen - 140 - 196
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 44 - 40
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften - 3 - 40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten - 3 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 52 - 174
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 1.283 - 1.792
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 3 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 1.280 - 1.791
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 1.698 - 1.451
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18 72
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 10.697 9.017
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 9.017 7.638
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 42 -
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 10 29
Zinsauszahlungen - 159 - 131
Erhaltene Dividenden 17 35
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag - 177 - 381

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählt auch der regresslose Verkauf von Forderungen, die die Gruppe insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,6 Mrd € (Vorjahr: 0,6 Mrd €) veräußert hat. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend liquide Mittel und freie Kreditlinien.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft der thyssenkrupp-Gruppe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und der Gruppe verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Lagebericht der Gruppe zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2021/2022

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg der Gruppe bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.

Voraussichtliche Entwicklung 2022 / 2023 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2022 / 2023 ist wesentlich von der Entwicklung der thyssenkrupp-Gruppe und deren Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage der Gruppe auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG. Details zur Zielerreichung können dem Prognose-Ist-Vergleich für die thyssenkrupp-Gruppe entnommen werden.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 hatte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.103 Mio € erzielt. Somit hatte die thyssenkrupp AG ihre Erwartungen von einem Jahresüberschuss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich deutlich übertroffen. Grund dafür war vor allem das Beteiligungsergebnis in Höhe von 2.862 Mio €, das die Ausschüttung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, sowie Erträge aus Gewinnabführungen insbesondere von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, beinhaltete.

Als Obergesellschaft der Gruppe erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen vor allem ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2022 / 2023 erwartete Geschäftsentwicklung in der Gruppe auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2022 / 2023 einen Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich und somit ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2021/2022 signifikant schlechteres Ergebnis.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021/2022 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.103 Mio €; während der Jahresfehlbetrag im Vorjahr 651 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 243 Mio € (i. Vj. 98 Mio €) erfasst. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr war vor allem auf die Verbesserung der der Berechnung der Nutzungsentgelte zu Grunde liegenden Kennzahlen zurück zuführen. Ferner waren Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 18 Mio € sowie Mieten in Höhe von 17 Mio € enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 15 Mio € auf 326 Mio €. Hintergrund waren unter anderem geringere Beratungskosten für M & A-Transaktionen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 157 Mio € (i. Vj. 605 Mio €) umfassten vor allem die Zuschreibung auf den Buchwert für Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg, in Höhe von 59 Mio €. Diese war auf eine positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Zudem waren Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 21 Mio € enthalten. Im Vorjahr kam es zu Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 524 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 169 Mio € auf 430 Mio €. Sie enthielten insbesondere eine Einzelwertberichtigung auf die Tagesgeldforderungen der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, in Höhe von 341 Mio € aufgrund von zugesagten Sanierungsbeiträgen. Zudem fielen Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € an.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 3.524 Mio € auf 2.862 Mio €. Im Vorjahr waren -662 Mio € ausgewiesen.

Es konnten Beteiligungserträge in Höhe von 1.425 Mio € vereinnahmt werden. Diese betrafen insbesondere die Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, in Höhe von 1.424 Mio €. Hierbei wurden Erträge aus der Veräußerung von Elevator Technology aus dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 gab es keine Dividendenausschüttung an die thyssenkrupp AG.

1.459 Mio € Erträge aus Gewinnabführungen

Die Erträge aus Gewinnabführungen stiegen um 1.412 Mio € auf 1.459 Mio €. Insbesondere die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, wies nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 686 Mio € nunmehr einen Gewinn in Höhe von 1.066 Mio € aus. Die Verbesserung des Ergebnisses war vor allem auf höhere aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen selbst vereinnahmte Gewinne zurückzuführen. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, konnte ihren Gewinn um 355 Mio € auf 379 Mio € erhöhen.

Im Geschäftsverlauf 2021/2022 wurden um 241 Mio € höhere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauerhafter Wertminderung auf Finanzanlagen vorgenommen. Hierbei entfielen auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, 173 Mio €, auf die Anteile an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, 88 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen, 34 Mio € sowie auf die Anteile an sechs weiteren Gesellschaften insgesamt 17 Mio €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern. Sie umfassten Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Steuerzahlungen resultierten aus dem hohen positiven steuerlichen Ergebnis im Geschäftsjahr 2021/2022. Latente Steuern waren auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 7.624 Mio € auf 24.239 Mio € insbesondere bedingt durch eine Kapitalrückzahlung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, im Rahmen der Ausschüttung von Kapital- und Gewinnrücklagen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2022 verringerte sich von 59 % auf 51 %.

Das Anlagevermögen sank um 6.385 Mio € auf 12.314 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich dabei um 6.333 Mio € auf 10.680 Mio €. Diese Reduzierung war insbesondere auf die thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen, bei der sich der Beteiligungsbuchwert um 6.176 Mio € verringerte. Hintergrund war die bereits erwähnte Kapitalrückzahlung im Rahmen der Ausschüttung von Kapital- und Gewinnrücklagen. Bei der thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen, erhöhte sich der Beteiligungsbuchwert um 9 Mio € durch eine Einzahlung in die Kapitalrücklage.

Bei der Veräußerung des Elevator Technology Geschäfts im Geschäftsjahr 2019 / 2020 hatte die thyssenkrupp AG eine Beteiligung sowie eine unverzinsliche Ausleihung als Teile des Gesamtkaufpreises erhalten. Bei der Beteiligung kam es zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf die Anteile aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung in Höhe von 88 Mio €, sodass die Beteiligung zum Bilanzstichtag mit 569 Mio € ausgewiesen wurde. Die Ausleihung wurde mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 738 Mio € angesetzt.

Die Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 59 Mio € sowie die weiteren außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund von dauerhafter Wertminderung auf die Anteile an Beteiligungen in Höhe von insgesamt 312 Mio € sind unter "Ertragslage" detaillierter erläutert.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des gruppenweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2022 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Saldo um 562 Mio € auf 5.084 Mio €, was insbesondere auf Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen war. Gegenläufig wirkten sich mit 341 Mio € die Aufwendungen aus der Einzelwertberichtigung von Forderungen gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, aus.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Mio € auf 202 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2022 um 1.832 Mio € auf 6.561 Mio €. Hintergrund der Reduzierung waren im Wesentlichen die Rückführung einer Anleihe in Höhe von 1.250 Mio €, eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio € sowie einer Privatplatzierung in Höhe von 100 Mio €.

33 % Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2022 um 2.102 Mio € auf 7.940 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte aus dem nach einem Bilanzverlust im Vorjahr in Höhe von 940 Mio € nunmehr ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 581 Mio € sowie der Einstellung von 581 Mio € aus dem Jahresüberschuss nach Verrechnung des Verlustvortrages in die anderen Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 33 % (Vorjahr: 18 %).

Die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 29 Mio € resultierte insbesondere aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 71 Mio € sowie der Aufzinsung in Höhe von 16 Mio €. Gegenläufig wirkten die Inanspruchnahmen in Höhe von 44 Mio € sowie die Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 13 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatten sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 21 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 16 Mio € verringert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 8.312 Mio € auf 11.656 Mio € insbesondere bedingt durch eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Tagesgeldkonten. Grund hierfür war im Wesentlichen die Dividendenausschüttung und Kapitalrückführung der thyssenkrupp Nederland Holding B. V., Niederlande. Die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen sanken um 687 Mio € auf 22 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

581 Mio € Bilanzgewinn

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der thyssenkrupp AG in Höhe von 2.103 Mio € abzüglich des Verlustvortrags aus dem Vorjahr sowie abzüglich der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG beschlossenen Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 581 Mio €. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 581 Mio € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von 581 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 6 4
Sachanlagen 134 124
Finanzanlagen 18.559 12.185
18.699 12.314
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.753 5.355
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.393 6.561
13.146 11.915
Rechnungsabgrenzungsposten 19 10
Summe der Aktiva 31.863 24.239
PASSIVA
Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.480 3.062
Bilanzverlust/-gewinn - 940 581
5.838 7.940
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.054 1.083
Übrige Rückstellungen 166 124
1.220 1.207
Verbindlichkeiten
Anleihen 4.350 3.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100 21
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.968 11.656
Übrige Verbindlichkeiten 387 314
24.805 15.092
Rechnungsabgrenzungsposten 0 0
Summe der Passiva 31.863 24.239

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2020 / 2021 2021/2022
Umsatzerlöse 171 280
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 71 - 46
Bruttoergebnis vom Umsatz 100 234
Allgemeine Verwaltungskosten - 341 - 326
Sonstige betriebliche Erträge 605 157
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 261 - 430
Beteiligungsergebnis - 662 2.862
Zinsergebnis - 29 3
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 71 - 312
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8 - 85
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag/-überschuss - 651 2.103
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag/-überschuss - 651 2.103
Verlustvortrag - 289 - 940
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 0 581
Bilanzverlust/-gewinn - 940 581

Klima, Energie und Umwelt

Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen: von den vorgeschalteten Lieferketten über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den vor allem global steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil unseres Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp, aber auch eine Grundlage für den nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 in Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein, in einzelnen Geschäften und Ländern bereits deutlich früher. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie sowohl in der Lieferkette als auch bei der Nutzung unserer Produkte durch unsere Kunden entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Alle unsere Geschäfte haben Roadmaps und Maßnahmenpläne entwickelt, um diese Ziele zu erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion und wegen der Festlegungen im deutschen Klimaschutzgesetz, das in Deutschland Klimaneutralität bereits 2045 vorsieht, prüfen wir eine frühere Erreichbarkeit der Klimaneutralität sowie eine noch schnellere Reduktion unserer Emissionen auf dem Weg dorthin. Der zukünftige Erfolg bei der Umsetzung der Klimaziele von thyssenkrupp wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte verankert. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im "Vergütungsbericht" sowie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Umgesetzt werden unsere Gruppen-Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions). Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir wegen des prozessbedingten hohen Anteils der Emissionen aus der Stahlerzeugung neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei Technologiepfade: die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff (Carbon Direct Avoidance, CDA) sowie die Nutzung von anfallendem CO2 (Carbon Capture and Usage, CCU). In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür entwickeln wir ein bislang einzigartiges Verfahren: Wir werden eine zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit einem integrierten elektrischen Einschmelzer kombinieren, um so klimafreundliches Roheisen zu erzeugen. Das Konzept wurde von Wissenschaftlern der RWTH Aachen als technologisch machbar, skalierbar und innovativ bestätigt. Die Innovation versetzt uns in die Lage, unseren Kunden weiterhin das gesamte Spektrum qualitativ hochwertiger Stahlgüten anzubieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beizutragen. Mit dem sogenannten CCU-Pfad wollen wir das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Bei der Reduzierung der Emissionen unserer Produkte beim Kunden setzen wir für die Zement- und Stahlindustrie ebenfalls auf unsere Carbon2Chem-Technologie. Diese Lösung ermöglicht künftig auch unseren Kunden, ihre Emissionen zu reduzieren und werthaltige Nebenprodukte zu erzeugen. Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien insbesondere im Bereich der Windenergie und an Elektrolyseanlagen im Rahmen des Hochlaufs einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft sowie an unterschiedlichen innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Durch die Einführung sogenannter Product Carbon Footprints ermitteln wir für erste Produkte die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette und sind so in der Lage, wesentliche Reduktionsansätze über unsere eigenen Produktionsprozesse hinaus auch für die indirekten Emissionen zu identifizieren. Weitere Informationen zu unseren innovativen Lösungen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation", im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Wirtschaftsbericht" im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie auf unserer Website.

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Gruppe - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp 22 Mio t.

Zum sechsten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Jahr 2021 wurde thyssenkrupp bereits zum sechsten Mal in Folge in die A-List der Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Umweltmanagement an unseren Standorten

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik der Gruppe sowie auf einer entsprechenden Gruppenrichtlinie. Entsprechend dieser Richtlinie müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis zu ihrer Entsorgung. Die Anforderungen an die Gruppenunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was wir unter umweltrelevanten Aktivitäten verstehen, ist in unserer Gruppenrichtlinie definiert. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben im Sinne dieser Richtlinie alle umweltrelevanten Unternehmen in unserer Gruppe ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Im Berichtsjahr konnten etwa 73 % aller thyssenkrupp Standorte - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - ein Umweltmanagementsystem vorweisen, das gemäß ISO 14001 implementiert und zertifiziert wurde.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

Der Energieverbrauch der Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf rund 66 Terawattstunden (TWh).

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit acht Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten und Beleuchtungssystemen umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Gruppe um 110 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 255 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 85.000 t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 85 GWh an. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben alle Unternehmen mit energierelevanten Aktivitäten ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 implementiert und extern zertifizieren lassen. Das heißt unter anderem, dass für jedes entsprechende Gruppenunternehmen konkrete Energieverbrauchsziele gesetzt, Energieverbräuche gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Bezogen auf den gruppenweiten Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2021/2022 entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu rund 99 % dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation", im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation

Mit seiner Erfahrung und dem Know-how können die Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe Lösungen für die wesentlichen Herausforderungen der Zukunft bereitstellen. Schwerpunkte sind dabei Technologien zur Bewältigung von Klimawandel und Energiewende, die Digitalisierung der Industrie und die Mobilität der Zukunft.

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst rund 75 Standorte mit insgesamt etwa 3.600 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.500 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio unserer Gruppe gegenwärtig etwa 17.370 Patente und Gebrauchsmuster, im Markenbereich etwa 9.860 Schutzrechte.

Die Aufwendungen der thyssenkrupp-Gruppe für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 624 Mio €, das sind 4 % mehr als im Vorjahr (600 Mio €). Die bereinigte F&E-Quote betrug 2,4 % (Vorjahr: 2,6 %); sie bezeichnet den Anteil der Aufwendungen für F&E am Umsatz ohne Handel und Distribution und lag wegen im Wesentlichen preisbedingt gestiegener Umsätze unter dem Unternehmensziel von rund 3,0 %.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 13 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten aktiviert (Vorjahr: 12 Mio €). Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - bleibt unverändert zum Vorjahr bei 5 %.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 234 246 5
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 13 11 - 15
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 353 367 4
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 600 624 4

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Klimaschutz und Energiewende

Stahl mit verringerter CO2-Intensität in Produktion

thyssenkrupp Steel Europe hat damit begonnen, Stahl mit bis zu 70 % verringerter CO2-Intensität zu fertigen. Das Produkt mit dem Namen bluemint® pure wird unter Einsatz von zugeliefertem, bereits reduziertem Eisenschwamm (Hot Briquetted Iron, HBI) hergestellt. Dadurch kann weniger Kohlenstoff für den Reduktionsprozess im Hochofen eingesetzt werden.

Die auf diese Weise realisierten CO2-Einsparungen werden auf die Produktion am Standort Duisburg allokiert und neutralisieren so die direkten Emissionen von bluemint® pure in Duisburg. Die Emissionen der sogenannten Vorkette (Scope 3) bleiben erhalten. Dies sind alle Emissionen, die bei der Produktion und dem Transport der Einsatzstoffe entstehen. Die CO2-Intensität je Tonne wird auf diese Weise bilanziell jeweils um 1,5 t auf 0,6 t verringert. Das international anerkannte technische Beratungsunternehmen DNV hat die Methode zur Minderung der CO2-Emissionen am Hochofen bestätigt.

Der Einsatz von metallischem Eisen, der zu einem verminderten Bedarf an Eisenerz und Kohlenstoffträgern für die Herstellung der gleichen Menge Stahl führt, ist auch das Prinzip auf dem das zweite CO2-reduzierte Produkt, bluemint® recycled, beruht. Hier lassen sich durch den Einsatz eines speziell aufbereiteten Schrottproduktes im Hochofen CO2-Emissionen einsparen. Mit diesem Prozess kann im Vergleich zum traditionellen Hochofenprozess eine Absenkung der CO2-Intensität von 2,1 Tonnen auf 0,75 Tonnen bilanziell erzielt und ausgewiesen werden. Die CO2-Einsparung in diesem hochwertigen Recyclingprozess wurde vom TÜV SÜD zertifiziert.

bluemint® Steel ermöglicht auch in der Weiterverarbeitung, attraktive CO2-reduzierte Produkte auszuweisen. So kann thyssenkrupp Electrical Steel durch den Einsatz von bluemint® pure und bluemint® recycled Produkte unter der Marke bluemint® powercore mit um 50 % verringerter CO2-Intensität anbieten. Hierbei handelt es sich um sogenanntes Elektroband für den Bau von Transformatoren.

thyssenkrupp Uhde, der Zementhersteller Holcim und die Technische Universität Berlin untersuchen gemeinsam den Einsatz neuester Aminwäsche-Technologie zur CO2-Abtrennung bei der Zementproduktion. Ziel ist, den CO2-Ausstoß von bestehenden Zementanlagen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig das abgetrennte CO2 für weitere Anwendungen nutzbar zu machen. Hierzu werden unter anderem neue Stoffaustausch-Apparate entwickelt, die den Wirkungsgrad bei der Abtrennung verbessern sollen und widerstandsfähiger gegen Verunreinigungen sind. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Die Leistungsfähigkeit und Effizienz der neuen Einrichtungen werden mit entstehenden Abgasen im Holcim-Zementwerk am Standort Beckum getestet. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten für die chemische Weiterverarbeitung des abgeschiedenen betrachtet, beispielsweise zu Methanol oder nachhaltigen Kraftstoffen.

Digitalisierung der Industrie

Werkstoffhandel entwickelt Berechnungsmodell für CO2-Footprint

thyssenkrupp Materials Services hat ein auf dem Markt bisher einzigartiges Berechnungsmodell entwickelt, um Klimaschutz-Transparenz für sein gesamtes Produktportfolio und seine Kunden zu schaffen: Der Product Carbon Footprint (PCF)-Rechner berechnet für jedes Produkt von der Herstellung bis zur Auslieferung den genauen Ausstoß von CO2-Äquivalent (CO2e).

In die Berechnung des Product Carbon Footprint fließen spezifische Daten zu den Lagerstandorten, der An- und Ablieferung sowie alle Lieferanten- und Materialdaten ein. Damit werden alle Daten entlang der gesamten Lieferkette bis zum Kunden im sogenannten "Cradle to Gate"-Ansatz berücksichtigt. Nach den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocol - des weltweit anerkannten Standards für die Messung von Treibhausgas-Emissionen - werden diese Daten den einzelnen Auftragspositionen bei thyssenkrupp Materials Services zugeordnet. Unterstützt wird das Unternehmen bei der Bewertung der entsprechenden Treibhausgaseffekte durch externe Experten. Auf diese Weise können für jeden Artikel alle Schritte von der Herstellung über die Anlieferung, die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Kunden hinsichtlich der Treibhausgasbelastung transparent dargestellt werden.

thyssenkrupp Materials Processing Europe hat sein Leistungsspektrum um "Control Tower" erweitert, ein Komplettpaket für die Koordination seiner gesamten Lieferkette. Kernstück ist ein Daten-Dashboard, das jederzeit einen Überblick über Planungs- und Abrufdaten des Kunden sowie seiner unterschiedlichen Zulieferer bietet.

Das Unternehmen trägt damit den weltweit immer komplexer werdenden Netzwerken von Produktionsstandorten auf der einen und den immer feiner gestaffelten Zulieferbeziehungen auf der anderen Seite Rechnung. "Control Tower" verarbeitet eine Vielzahl von Kundeninformationen wie Abrufdaten und Kontingente bei den Lieferwerken. Zugleich sorgt die Plattform für Transparenz in der gesamten supply chain hinsichtlich Einhaltung von Lieferterminen, Qualitätsüberwachung, Abnahmeverhalten und Forecasting der verschiedenen Werke und Zulieferer.

Control Tower ermöglicht die dynamische und intelligente Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern in einem Netzwerk, stärkt damit die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit der Lieferkette und mindert Risiken in der Lieferkette. Die Plattform ist ein weiterer Baustein in der strategischen Weiterentwicklung "Materials as a Service", mit dem die Dachgesellschaft thyssenkrupp Materials Services ihr supply-chain-Servicegeschäft ausbaut.

Ein weiteres Element der "Materials as a Service"-Strategie ist die ebenfalls bei thyssenkrupp Materials Processing Europe entwickelte Software "Pacemaker", die auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Hier lautet das Ziel, die Versorgungssicherheit im Werkstoffhandel zu erhöhen, die Bestände bei den Kunden zu senken und damit die Produktionsleistung zu erhöhen. Der Algorithmus kommt bereits bei einigen Automobilzulieferern im portugiesischen Industriepark Autoeuropa zum Einsatz. Die Software erfasst in Echtzeit Produktionsdaten des Automobilherstellers, erkennt aus Mustern Abweichungen vom Plan und visualisiert die Daten. Im Gegensatz zum vorherigen Ablauf der Lieferkette prognostiziert Pacemaker den tatsächlichen Bedarf des Kunden früher, sodass der Lieferant den Materialfluss entsprechend anpassen kann. Die Nova School of Science and Technology in Lissabon hat in einer Studie die Leistung und Genauigkeit der Pacemaker-Prognosen getestet und bestätigt, dass Pacemaker in vielen Situationen die Genauigkeit der Kundenprognosen übertreffen kann.

Mobilität der Zukunft

Der Karosseriebauspezialist thyssenkrupp Automotive Body Solutions beteiligt sich an der cap-on GmbH, einem auf "Pay per use"-Services spezialisierten Start-up im bayrischen Elchingen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zukünftig neue Finanzierungs- und digitale Nutzungskonzepte im kapitalintensiven Anlagen- und Industriegütergeschäft etablieren. thyssenkrupp bringt in die Partnerschaft das Wissen um komplexe Maschinen- und Anlagensteuerung, cap-on das Know-how für neue Finanzierungsmodelle und digitale Abrechnungssysteme ein.

Die angebotenen Pay-per-Use- oder Equipment-as-a-Service-Lösungen basieren darauf, dass Industrieunternehmen ihre Produktionsanlagen nicht mehr selbst anschaffen und finanzieren müssen, sondern spezifische Produktions- und Arbeitsleistungen bei einem Serviceanbieter einkaufen. Der Industriekunde profitiert dabei von einem geringeren Risiko bei langfristigen Investitionsentscheidungen, einer geringeren Mittelbindung, der Verlagerung von Investitionsausgaben hin zu den Betriebskosten und einer höheren Flexibilität bei der Produktionssteuerung.

Ein dauerhafter Forschungsschwerpunkt im Automobilgeschäft ist die Weiterentwicklung des hoch automatisierten Fahrens. Ausgehend von bestehenden, elektrisch unterstützten Lenksystemen sollen neue Lenkkonzepte wie Steer-by-Wire zur Serienreife gebracht werden. Sie kommen ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern aus. Der Lenkbefehl wird rein elektrisch übertragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit ist die intelligente Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten mithilfe des integrierten Steuerungsmoduls "Vehicle Motion Control". Das Modul soll die Signale der Aktuatoren von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie verarbeiten. Damit wird die Voraussetzung dafür geschaffen, die Fahrdynamik in allen Stufen des autonomen Fahrens zu steuern.

Im Geschäftsbereich für Antriebskomponenten (thyssenkrupp Dynamic Components) wird die Transformation in Richtung Elektromobilität weiter vorangetrieben. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von Rotorwellen für E-Motoren spezialisiert und ist auf dieser Basis in die Entwicklung kompletter Rotoren für Elektroantriebe eingestiegen. Gleichzeitig laufen weitere Entwicklungsprojekte für neue Produkte im Bereich Thermomanagement für batterieelektrische Fahrzeuge.

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und versuchen, diese von vornherein so zu konzipieren, dass wir die benötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Materialaufwand

69 % Anteil des Materialaufwands am Umsatz

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen der Gruppe (der fortgeführten Aktivitäten) für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er im Vergleich zu 2020 / 2021 wegen Preissteigerungen bei einigen Vormaterialien um 25% auf 28 Mrd € gestiegen. Das entspricht einem Anteil am Umsatz von 69 % (Vorjahr: 67 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 49 % (Marine Systems) und 82 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

MATERIALAUFWAND

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
Materials Services 9.694 13.561 40
Industrial Components 1.282 1.609 26
Automotive Technology 2.570 2.887 12
Steel Europe 5.961 8.873 49
Marine Systems 979 900 - 8
Multi Tracks1) 4.261 2.788 - 35
Corporate Headquarters 7 1 - 80
Überleitung - 2.027 - 2.128 - 5
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 22.727 28.490 25
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 -
Gruppe insgesamt 22.727 28.490 25

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2021/2022

1 Materials Services 82%
2 Industrial Components 58%
3 Automotive Technology 60%
4 Steel Europe 67%
5 Marine Systems 49%
6 Multi Tracks 68%

Der Einkauf in unseren Gesellschaften hat die Fertigungen und Projekte im Berichtsjahr weitestgehend zuverlässig mit Materialien und Dienstleistungen in erforderlichem Umfang versorgt - trotz eingeschränkter Verfügbarkeiten bei einzelnen Materialgruppen und massiver Herausforderungen in der Logistik, sowohl was die Land- und wassergebundenen Transporte betrifft, wie auch die Luftfrachten. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Als internationale Gruppe von Unternehmen entwickeln wir Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Um mit innovativen Produkt- und Servicelösungen den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden zu sichern, beziehen wir Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen weltweit. Grundlage dafür ist eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Deshalb binden wir Lieferanten direkt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein gruppenweites interdisziplinäres Nachhaltigkeitsprojekt vorangetrieben, um die Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zu erfüllen, das zum 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Dies umfasst die Implementierung eines Risikomanagementsystems für bestimmte menschen- und umweltrechtliche Risiken sowie die Verankerung eines Katalogs wirksamer Präventionsmaßnahmen. Gegenüber unseren Lieferanten haben hier unsere etablierten Instrumente wie die Risikoanalyse, die Nachhaltigkeitsaudits sowie der Supplier Code of Conduct (Lieferanten-Verhaltenskodex) weiterhin einen hohen Stellenwert.

Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie die Anforderungen erfüllen, die in unserem Supplier Code of Conduct dargelegt sind und die wir auch für die thyssenkrupp-Gruppe selbst definiert haben. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und fordert von unseren Lieferanten insbesondere den Schutz der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, einen aktiven Umweltschutz und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch Umweltschäden, die Bekämpfung von Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (der sogenannten Konfliktmineralien).

Fester Bestandteil des strategischen Lieferantenmanagements in unseren Gesellschaften ist die jährliche Auswahl der Lieferanten, bei denen Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt werden. In den Audits wird bei den Lieferanten vor Ort geprüft, ob sie die Anforderungen des Supplier Code of Conduct einhalten und ob somit unsere nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen erfüllt sind. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Schutz von Menschenrechten, etwa mit Blick auf Arbeitsbedingungen, und auf dem Umweltschutz im Hinblick auf z.B. Abfall- und Abwasserbeseitigung oder Schadstoffmessung. Die zu prüfenden Lieferanten werden überwiegend anhand länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien oder anlassbezogen ausgewählt, etwa wenn wir Kenntnis über potenzielle Risikothemen erhalten. Wenn nötig, werden im Zuge der Nachhaltigkeitsaudits Verbesserungsmaßnahmen mit den Lieferanten vereinbart, deren Umsetzung und Effektivität nachgehalten wird. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung der Lieferanten und reduzieren gleichzeitig das Risikopotenzial in Bezug auf nachhaltigkeitsrelevante Aspekte entlang unserer Lieferkette.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden mehr als 100 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. In diesen Audits waren Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit wichtige Themen im Hinblick auf mögliche Verbesserungen.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2022 waren bei thyssenkrupp 96.494 Mitarbeiter beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang um 4.781 Personen oder 4,7 % im Vergleich zum 30. September 2021.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeitende bei thyssenkrupp

MITARBEITER

30.9.2021 30.9.2022 Veränderung

in %
Materials Services 15.296 15.914 4
Industrial Components 12.812 12.019 - 6
Automotive Technology 19.723 20.266 3
Steel Europe 26.303 26.304 0
Marine Systems 6.534 6.943 6
Multi Tracks1) 18.360 12.892 - 30
Corporate Headquarters 634 615 - 3
Überleitung 1.613 1.541 - 4
Gruppe insgesamt 101.275 96.494 - 5
Deutschland 53.278 51.649 - 3
Übrige Länder 47.997 44.845 - 7

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 51.649 (53.278)

Schwerpunkte der HR-Arbeit im Geschäftsjahr 2021/2022

Im zurückliegenden Geschäftsjahr war die Personalarbeit bei thyssenkrupp von drei wesentlichen Herausforderungen geprägt: Zum einen galt es, im Zusammenhang mit der anhaltenden Corona-Pandemie entsprechend den lokalen Verordnungen weiterhin Personalmaßnahmen zu ergreifen, anzupassen oder aufzuheben. Zum anderen wurde die Transformation der Geschäfte von thyssenkrupp auch im zurückliegenden Geschäftsjahr eng mit entsprechenden Personalmaßnahmen begleitet und vorangebracht. Auch die laufenden Restrukturierungen wurden weiter umgesetzt. Darüber hinaus hat auch der Ende Februar begonnene Krieg in der Ukraine die übergreifende und lokale Personalarbeit beeinflusst. So standen in diesem Zusammenhang die Organisation zur Aufnahme und Erstversorgung von Geflüchteten, insbesondere in grenznahen Standorten, sowie das Bereitstellen von Hilfsgütern ebenfalls auf der Agenda. Zudem wurden weitere Personalmaßnahmen ergriffen, um flexibel auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Sanktionen und Lieferengpässen reagieren zu können.

#bettertogether: Gemeinsam für mehr Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie war im Geschäftsjahr 2021/2022 das Krisenmanagement nach wie vor ein zentrales Thema bei thyssenkrupp. Der Austausch zwischen dem zentralen Fachgremium mit Experten aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz und den Krisenstäben in den Geschäften und Regionen wurde fortgesetzt. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass alle Informationsketten erhalten blieben und schnell reagiert werden konnte.

Mehr als 3 Mio Selbsttests an Beschäftigte seit Beginn der Pandemie ausgegeben

Die betrieblichen Impf- und Testangebote wurden auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgeführt. In Deutschland fanden im Geschäftsjahr 2021/2022 weitere rund 12.000 Impfungen an thyssenkrupp Standorten statt; mehr als 2,2 Mio Selbsttests wurden an Beschäftigte ausgegeben. Mit insgesamt mehr als 35.000 Impfungen und über 3 Mio bereitgestellten Tests seit Beginn der Pandemie hat thyssenkrupp einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet. Auch den psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie wurde und wird weiterhin Rechnung getragen. 84 % der Belegschaft hatten im Berichtsjahr Zugang zu einem Employee Assistance Program, ein Angebot zur vertraulichen Mitarbeiterberatung durch externe Psychologen, Mediziner und Pädagogen. Nachdem die Nachfrage sich zu Beginn der Pandemie im Geschäftsjahr 2020 / 2021 von 1,6 % auf 3,1 % deutlich erhöht hatte, lag die Nutzungsquote im Geschäftsjahr 2021/2022 in Deutschland bei 2,4 %. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 wurden zudem Konzepte zur Arbeitssicherheit und Gesundheit für die Zeit nach der Pandemie erarbeitet, insbesondere mit Blick auf die Resilienz von Mitarbeitern und Führungskräften. Das Thema Resilienz hat thyssenkrupp als gruppenweites Schwerpunktthema im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit festgelegt, zunächst für drei Jahre. Um die Teamresilienz zu stärken, standen die "we care Days" 2022 mit dem Motto #bettertogether ganz im Zeichen des Miteinanders und des Zusammenhalts im Team. Insbesondere die Zeit der Kontaktbeschränkungen hatte noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig soziale Beziehungen sind - auch am Arbeitsplatz. Mit dem "we care Award" werden jedes Jahr Teams ausgezeichnet, die mit gezielten Maßnahmen für eine besonders gute Zusammenarbeit sorgen. Im Berichtsjahr wurden aus den 69 Einreichungen aus 19 Ländern schließlich drei Gewinner gekürt.

thyssenkrupp versteht Arbeitssicherheit und Gesundheit als Führungsaufgabe und Führung als wirkungsvollen Stellhebel für eine resiliente Belegschaft. "leaders care" - unter diesem Motto erhalten Führungskräfte auf einer Onlineplattform Hilfestellungen zur Verbesserung ihrer Führungskompetenz auf diesem Gebiet.

thyssenkrupp fördert auch die individuelle Gesundheit der Beschäftigten. Themen sind Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention, medizinische Screenings und Vermeidung anderer nicht arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken. Entsprechend unserem Fokusthema Resilienz legen wir künftig einen besonderen Schwerpunkt auf das Themenfeld Stressmanagement. Hier haben aktuell 75 % der Mitarbeiter Zugang zu entsprechenden Angeboten.

Das selbstgesetzte Ziel einer Ersthelfer-Quote von 10 % in der Belegschaft übertrifft thyssenkrupp bereits seit Jahren. Zum Ende des Berichtsjahres waren 15,8 % der Beschäftigten in Erster Hilfe qualifiziert. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.

Die Unfallhäufigkeitsrate bei thyssenkrupp sank im Berichtsjahr auf 2,3 - der niedrigste Wert, der jemals erreicht wurde.

Die Arbeitssicherheit hat bei thyssenkrupp weiterhin höchste Priorität, selbst auf oberster Unternehmensebene: Der Vorstand befasst sich in seinen regelmäßigen Sitzungen auch mit dem Unfallgeschehen in der Unternehmensgruppe. Die maßgebliche Kennzahl ist in diesem Zusammenhang die Unfallhäufigkeitsrate; sie wird jeden Monat von allen Einheiten weltweit erhoben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank sie auf 2,3. Mit diesem Ergebnis hat thyssenkrupp das für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 anvisierte Ziel von 2,5 deutlich unterschritten und damit vorzeitig übererfüllt. Die bisher für den Planungszeitraum festgelegten Zielwerte der Unternehmensgruppe wurden deshalb um 0,2 gesenkt. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnte auf 0 verringert werden: Nach einem Todesfall im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ist im Berichtsjahr kein Beschäftigter infolge eines Arbeitsunfalls tödlich verunglückt. Diese positiven Entwicklungen sind den umfassenden Maßnahmen zu verdanken, die im vergangenen Geschäftsjahr umgesetzt oder neu angestoßen wurden. Ein Beispiel dafür ist der neu aufgelegte Fokusdialog, der mit den drei Segmenten mit vergleichsweise hoher Unfallhäufigkeit geführt wurde; Ergebnis waren hier zielgenaue Maßnahmenpläne für die Unfallverhütung.

In puncto Arbeitssicherheit behält thyssenkrupp auch die für das Unternehmen tätigen Subunternehmen im Blick. Das erklärte Ziel lautet hier, die geltenden Standards auch auf Partnerfirmen anzuwenden. Um die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern, wurde im vergangenen Geschäftsjahr zum ersten Mal ein interner Wettbewerb ausgerufen, bei dem es darum ging, die besten - im Sinne von sichersten - Partnerfirmen zu finden und auszuzeichnen. Im Zusammenhang mit #bettertogether waren alle Gruppenunternehmen aufgerufen, Partnerfirmen zu nominieren, die sie bei der Abwicklung eines konkreten Auftrags als vorbildlich in Sachen Arbeitssicherheit wahrnehmen oder wahrgenommen haben.

Personalpolitische Maßnahmen im Rahmen der Transformation

Die personalpolitischen Maßnahmen betrafen weiterhin in erster Linie die operative Umsetzung der Fokussierung des Portfolios der Unternehmensgruppe

Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit war im Geschäftsjahr 2021/2022 die Fortführung und operative Umsetzung der Fokussierung des Portfolios der Unternehmensgruppe sowie der im Geschäftsjahr 2019 / 2020 begonnenen umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in den Geschäften der Gruppe. Der insgesamt erforderliche Personalabbau umfasst nach der Planung bis zu knapp 13.000 Beschäftigte. Bis zum 30. September 2022 hatte thyssenkrupp rund 80 % des vorgesehenen Personalabbaus plangemäß umgesetzt, das entspricht rund 9.950 Beschäftigten. Der Großteil der Maßnahmen entfiel im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Segmente Multi Tracks, Materials Services und Steel Europe. Regionaler Schwerpunkt mit rund 68 % war auch in diesem Jahr Deutschland.

Hinsichtlich der Portfoliofokussierung konnten zum 30. April 2022 die Personalmaßnahmen im Zuge der Teilung der bisherigen thyssenkrupp System Engineering in Automotive Body Solutions und Automation Engineering erfolgreich abgeschlossen werden. Die umfangreichen weltweiten Aktivitäten zur Herauslösung des Bereichs Mining aus der thyssenkrupp Industrial Solutions AG in Verbindung mit der Veräußerung an FLSmidth führten zum 31. August 2022 zum erfolgreichen Closing. Im Zuge dessen kamen personalpolitische Instrumente wie Freiwilligenprogramme, Aufhebungsvereinbarungen sowie weitere Sozialplanregelungen für Mitarbeiter zum Einsatz. Maßnahmen wie Altersteilzeit - im Rahmen der tariflichen Bestimmungen - und Nutzung der Fluktuation mit Verzicht auf Nachbesetzung der Stellen wurden ebenfalls angewandt. Um im Sinne der Unternehmen und der Beschäftigten zukunftsfähige Lösungen zu finden, stand ein geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk beratend zur Verfügung.

Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die erschwerte Versorgung mit Gütern aus China wirken sich negativ auf die Beschaffungs- und Absatzmärkte aus. Um den damit einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, nutzt thyssenkrupp weiterhin Instrumente wie Kurzarbeit und andere staatliche Förderungen nach den im jeweiligen Land gegebenen Möglichkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr war der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit weiterhin stark rückläufig: In der Spitze waren im Geschäftsjahr 2021/2022 nur noch 1.900 Beschäftigte in Kurzarbeit oder vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen (Vorjahr: 2.600).

Zukunftsorientierte Arbeits- und Führungskultur

Im Rahmen der Transformation und der sich stetig verändernden Anforderungen an Führung unterstützen wir unsere Führungskräfte bei der Umsetzung einer zukunftsorientierten Arbeits- und Führungskultur. Die sechs Leadership-Kompetenzen (Business Excellence, Inspirational Leadership, Courage, Thrive on Change, Ensure Accountability und Strategic Orientation) dienen unseren Führungskräften als Orientierungspunkte und sind zugleich Gegenstand des jährlichen Bewertungsprozesses "lead2perform". Die thyssenkrupp Academy unterstützt die Umsetzung unserer Führungskultur mit zahlreichen Angeboten. Das regelmäßig stattfindende Dialogformat "Backstage" unterstützt die Durchdringung des Führungsverständnisses und die Erwartungen an die Führungskräfte in den Geschäften; daran nehmen der Vorstand der thyssenkrupp AG und Vertreter des Top-Managements aus den Segmenten teil. Nachwuchskräfte für Top-Management-Positionen haben darüber hinaus die Möglichkeit, das Führungsverständnis von thyssenkrupp in unterschiedlichen Modulen des Top-Potential-Programms zu vertiefen. Die Glaubwürdigkeit der Führung bei thyssenkrupp insgesamt und in den Gesellschaften wird jährlich in der gruppenweiten Mitarbeiterbefragung "Employee Pulse Check" erhoben. In den Programmen "Lean & Agile" sowie "New Ways of Working" (siehe weiter unten) werden zudem zahlreiche Impulse gesetzt, um die Umsetzung einer zukunftsorientierten Arbeitskultur zu unterstützen.

Stärkung der Performance-Kultur

Neu im Berichtsjahr: das Vergütungs- und Entwicklungssystem "lead2perform"

Die im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020 / 2021 eingeleitete Ausrichtung der Systeme für die kurz- und langfristige variable Vergütung der Führungskräfte auf die Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte wurde auch im Berichtsjahr konsequent weiterverfolgt und umgesetzt. Zugleich haben wir die Einführung eines übergreifenden HR-Performance-Management-Ansatzes "lead2perform" erfolgreich abgeschlossen; er vereint die bisher getrennten Prozesse der jährlichen Bonus- und Entwicklungsrunde. Die Performance-Kultur soll die Unternehmensgruppe künftig noch stärker durchdringen. Deshalb bekommen die Geschäfte die Möglichkeit, die jährliche Überprüfung der Vergütungsbestandteile ("Entgeltrunde") in den übergreifenden HR-Performance-Management-Prozess zu integrieren und dabei noch stärker als bisher auf die individuelle Leistung als Grundlage für die Anpassung der Vergütung abzustellen. Zusätzlich wurde die Zielgruppe für diesen übergreifenden Ansatz erweitert, sodass in Zukunft auch Talente in Teile des Prozesses aufgenommen werden können. Die dem zugrunde liegenden Prozesse und IT-Lösungen wurden im Berichtsjahr erarbeitet; umgesetzt werden sie ab dem kommenden Geschäftsjahr 2022 / 2023. Neben der Steigerung der Performance-Orientierung zielen diese Maßnahmen auch auf die Etablierung effizienter, IT-basierter HR-Prozesse ab.

thyssenkrupp Academy: Verlässlicher Partner bei aktuellen Herausforderungen

Die thyssenkrupp Academy war auch im Geschäftsjahr 2021/2022 - mit 129 Programmen aus den offen buchbaren Curricula und 127 kundenspezifischen Programmen und Angeboten für insgesamt 3.999 Teilnehmer - der starke Partner für das Lernen und die Transformation aller Beschäftigten der Unternehmensgruppe weltweit. Die Qualität der Angebots- und Programmlandschaft spiegelt sich nicht nur in der hohen Weiterempfehlungsrate von 4,6 von 5 (Votum der Teilnehmer: 1 = stimme nicht zu / 5 = stimme voll zu) wider, sondern ist im vergangenen Geschäftsjahr durch die TÜV-ISO-Zertifizierung 29993 auch von neutralen Auditoren anerkannt worden. Demnach entsprechen die Produkte und Angebote der thyssenkrupp Academy höchsten internationalen Standards im Bereich der Aus- und Weiterbildung jenseits der formalen Bildung.

Inhaltlich lag im Berichtsjahr ein besonderer Fokus der thyssenkrupp Academy auf der nachhaltigen Begleitung der Unternehmensgruppe in das "new normal" als Folge der pandemiebedingten Veränderungen der Arbeitswelt. An den 71 Angeboten zu den Themen virtuelles und hybrides Arbeiten und Führen haben 1.039 Mitarbeiter und Führungskräfte teilgenommen.

Ein weiteres Schwerpunktprojekt im Berichtsjahr war die Transformation der thyssenkrupp Gesellschaften hin zu agilen Organisations- und Führungsstrukturen, auch hier mit dem Ziel, die Performance und die Leistungskultur der Geschäfte zu stärken. Die Unterstützung reichte von virtuellen Impulsen über das Design und die Konzeption einer Programmlandschaft zum Thema "Führen in einer dynamischen und komplexen Welt" ("Dynexity") bis hin zur konkreten Implementierung agiler Organisations- und Führungselemente in unterschiedlichen Gesellschaften. Insgesamt wurden mit 33 Angeboten unterschiedlicher Formate 692 Mitarbeiter erreicht.

Bei den digitalen Angeboten der thyssenkrupp Academy lag in diesem Jahr der Fokus auf einem übergreifenden Nachhaltigkeitsprojekt. Das Projekt umfasste unter anderem die Produktion einer Nachhaltigkeitslernreihe, bestehend aus Videos und Podcasts, als Teil der gruppenweiten #mehroderweniger-Kampagne. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Employee Pulse Check: Mitarbeiterbefragung zeigt Verbesserungen auf

86.000 Beschäftigte weltweit hatten die Möglichkeit, an der Mitarbeiterbefragung "Employee Pulse Check" teilzunehmen.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde zum zweiten Mal der gruppenweite "Employee Pulse Check" bei thyssenkrupp durchgeführt, eine kurze Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit und zu den Erfolgsfaktoren von Veränderungen, wie Führung, Kultur und Kommunikation. Daran teilnehmen konnten alle Beschäftigten von thyssenkrupp, die in einer Gesellschaft arbeiten, die sich an der Umfrage beteiligte. Das waren dieses Mal weltweit rund 85 % der Unternehmen in der thyssenkrupp-Gruppe - rund 86.000 Beschäftigte hatten somit die Gelegenheit, ihre Einschätzung abzugeben. Die Ergebnisse der Umfrage haben für thyssenkrupp insgesamt Verbesserungen beim Employee Net Promoter Score und beim Vertrauen der Beschäftigten in die Zukunft des Unternehmens sowie insbesondere bei Fragen der kontinuierlichen Verbesserung, der Glaubwürdigkeit der Führung und der Kommunikation aufgezeigt.

New Ways auf Working: Weg in die neue Arbeitswelt wird fortgeführt

thyssenkrupp fördert die hybride Arbeitsweise als Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hat thyssenkrupp eine unternehmensweite Haltung zum hybriden Arbeiten verabschiedet: Die Unternehmensgruppe ermöglicht ihren Beschäftigten, zwischen mobiler und bürobasierter Arbeit zu wechseln, soweit die betrieblichen Anforderungen für die jeweilige Tätigkeit es zulassen. Die konkrete geschäftsspezifische Detaillierung und Umsetzung oblag den Geschäften; in Deutschland wurden dazu lokale Betriebsvereinbarungen geschlossen. Die weitere Umsetzung an den deutschen Standorten berücksichtigt jeweils das pandemische Geschehen sowie mögliche gesetzliche und behördliche Regelungen und wird begleitet von umfassenden Trainingsangeboten rund um das hybride Arbeiten und die virtuelle Zusammenarbeit. Darüber hinaus wurden beispielsweise im Quartier, dem Hauptsitz von thyssenkrupp in Essen, Raumkonzepte passend zur neuen Arbeitsweise entwickelt und pilotiert. Da die Unternehmensgruppe und die Beschäftigten bis dato positive Erfahrungen mit dem hybriden Arbeiten gemacht haben, wird thyssenkrupp diese Arbeitsweise auch in Zukunft als Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle fördern.

Lean & Agile: Verankerung schlanker und agiler Arbeitsweisen

Bereits seit Beginn des Geschäftsjahres 2020 / 2021 kooperieren in der Unternehmensgruppe die Segmente und Corporate im Sinne eines gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Im Mittelpunkt stehen hierbei inhaltlich und zeitlich sehr fokussierte, segmentübergreifende Lean & Agile-Projekte. Ein besonderes Merkmal dieser Projekte ist die breite Beteiligung der Beschäftigten: Sie haben die Möglichkeit, über die unternehmensinterne Onlineplattform "i2d - ideation to delivery" ihre Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung einzureichen und persönlich einem geschäfts- und hierarchieübergreifenden Gremium vorzustellen. Darüber hinaus bietet die Plattform allen Mitarbeitern vollständige Transparenz über den Status der eingereichten Anregungen; ein Projektmarktplatz ermöglicht allen Interessierten, sich aktiv an der Umsetzung der Projekte zu beteiligen.

Das Ziel von Lean & Agile sind neben der unmittelbaren Verbesserung von Abläufen die Verankerung von schlanken und agilen Arbeitsweisen in der Unternehmensgruppe sowie von positiven Erfahrungen der Beschäftigten durch eine erfolgreiche übergreifende Zusammenarbeit. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren hierbei sind die sichtbare Unterstützung durch Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG und der Segmente, die Steuerung des gesamten Prozesses durch ein zentrales Lean & Agile-Team sowie die professionelle Begleitung aller Projekte durch agile Coaches.

Von Oktober 2020 bis September 2022 wurden insgesamt 28 übergreifende Lean & Agile-Projekte unter der Beteiligung von Beschäftigten aller Geschäfte durchgeführt. Die Bandbreite der Projekte im abgelaufenen Geschäftsjahr reichte von "Bewerberpipeline für gewerbliche Auszubildende" über "Nachhaltige Mobilität für Mitarbeitende" und Bildung einer "Offenen Community zum Thema Digitalisierung" bis hin zu "Nachhaltigkeitsroadmaps für thyssenkrupp Standorte".

Nach vorne gehen: Förderung von Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit

Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit zu fördern ist integraler Bestandteil der HR-Arbeit bei thyssenkrupp. In den folgenden Abschnitten legen wir die Schwerpunktthemen des vergangenen Geschäftsjahres in Auszügen dar.

Diversity & Inclusion

Zu den zentralen Werten unserer Unternehmenskultur zählen Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung. Ein Element unseres vielfältigen Arbeitsumfelds sind unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, darunter verschiedenste Teilzeitmodelle und zum Beispiel auch Ausbildung in Teilzeit. Das oben erläuterte hybride Arbeiten, das Arbeiten unterwegs und im Büro kombiniert, ist ebenfalls ein fester Bestandteil der flexiblen Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle.

Darüber hinaus unterstützt thyssenkrupp seine Belegschaft bei der Kinderbetreuung, wir sprechen eine gendergerechte Sprache, pflegen unsere unternehmensinternen Netzwerke (Frauennetzwerk wow!, women@MX, LGBTI Netzwerk, tk Turkish Community) und haben verschiedenste Formate entwickelt (u.a. Veranstaltung zum Diversity Day, klar:text female edition), um die Aufmerksamkeit für diese Themen intern und extern zu erhöhen. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, religiösem Bekenntnis, politischen oder sonstigen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen konnte von 12,2 % im Vorjahr auf 13,1 % zum 30. September 2022 gesteigert werden.

Mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen hat sich thyssenkrupp bereits im Jahr 2011 freiwillig ein Ziel zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gesetzt. Mit einer Steigerung von 8 % im Jahr 2011 auf 13,1 % zum 30. September 2022 hat thyssenkrupp hier eine deutliche Verbesserung erreicht. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen strebt thyssenkrupp weltweit einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16 % an und möchte dieses Ziel bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen. Dieser ambitionierte Zielwert spiegelt den Anteil der Frauen in der Gesamtbelegschaft wider und ist eine der Zielgrößen im Long Term Incentive Plan. Um der Bedeutung des Themas Rechnung zu tragen wurde die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen auf 17 % für das Geschäftsjahr 2025 / 2026 erneut im Long Term Incentive Plan integriert.

Darüber hinaus haben sich im Berichtsjahr deutsche mitbestimmte Tochterunternehmen innerhalb der thyssenkrupp-Gruppe gemäß dem zweiten Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) erneut Zielgrößen für den Frauenanteil für Aufsichtsrat, Geschäftsleitung und die zwei Führungsebenen unterhalb der Geschäftsleitung gesetzt, die bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden sollen. Wie bei der freiwilligen globalen Zielsetzung für den Frauenanteil in Führungspositionen im Unternehmen insgesamt, so geht thyssenkrupp auch bei der Umsetzung des FüPoG II über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: Bei der Festlegung der Zielgrößen werden zum Beispiel keine "Null"-Ziele mehr akzeptiert, insbesondere nicht auf den Ebenen der Geschäftsleitungen und darunter.

Ein starkes Zeichen für Frauen in Führung hat thyssenkrupp im Mai 2022 gemeinsam mit dem Initiativkreis Ruhr mit der neu etablierten Initiative "her.summit" gesetzt. Damit soll ein zusätzliches, tragfähiges Netzwerk für die führenden Frauen der Region etabliert werden; mehr Frauen sollen für Führungs- und Schlüsselpositionen begeistert, auf ihrem Weg dahin gefördert und ihnen mehr Sichtbarkeit gegeben werden. Im Rahmen der ersten Veranstaltung der Reihe trafen sich rund 140 führende Frauen von Rhein und Ruhr zum ersten "her.summit" bei thyssenkrupp in Essen. Das neue Format wird fortan in regelmäßigen Abständen Vordenkerinnen aus der Region zusammenbringen, um über besonders relevante industriepolitische Themen unserer Zeit zu sprechen und so Impulse zu setzen. Die Auftaktveranstaltung stand im Zeichen des Zukunftsthemas "Ruhrgebiet und Wasserstoff - eine Region als Vorreiter für die grüne Transformation". Die Teilnehmerinnen kamen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Medien und Medizin.

Positionierung von thyssenkrupp als Tech- und Innovationsunternehmen

Um der zunehmenden Dynamisierung auf den Arbeitsmärkten zu begegnen, treibt thyssenkrupp die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber voran, insbesondere bei IT- und Engineering-Fachkräften sowie Nachwuchskräften im gewerblichen und kaufmännischen Bereich. Im Rahmen der Initiative Tech@tk wurden beispielsweise Formate zur Gewinnung und Bindung von Auszubildenden, Hochschulabsolventen und Fachkräften umgesetzt. Darüber hinaus hat sich thyssenkrupp insbesondere bei IT-Fachkräften mit der Kampagne "Unsere Generation braucht…" positioniert.

Entwicklungsplattformen und Vernetzungsformate für Talente

Das etablierte Talent-Management-System "tk Talents" sowie die zugehörigen Entwicklungsmaßnahmen wurden in den vergangenen herausfordernden Jahren konsequent so ausgerichtet, dass unsere Talente - aktuell sind es mehr als 1.500 weltweit - auch bei Remote Work oder in hybriden Arbeitsmodellen erfolgreich identifiziert und weiterentwickelt werden können. Mit tk Talents werden vielversprechende Nachwuchskräfte eng an die thyssenkrupp Unternehmen gebunden. Gleichzeitig haben die Unternehmen Transparenz über die Talent-Pipelines für die Besetzung von Schlüsselpositionen, in und nach der Krise.

Ein besonderer Fokus lag im Berichtsjahr auf der Identifikation von Talenten aus technischen Jobfamilien wie IT und Engineering, denen unter anderem geschäftsübergreifende Informations- und Netzwerkformate angeboten wurden. Positiv bewerten wir auch den erneuten Anstieg des Anteils weiblicher Talente auf 24,6 %; er ist unter anderem auf Maßnahmen wie den ersten "her.summit" und die stetige Sensibilisierung der Führungskräfte zurückzuführen.

Ausbildung - weiterhin zentral für die Sicherung von Fachkräften

Zahl der Auszubildenden: 2.500

Zahl der Ausbildungsberufe: 62

Die Ausbildung von Fachkräftenachwuchs ist für thyssenkrupp seit jeher ein zentrales Element in der Personalarbeit. Im Berichtsjahr arbeiteten in der Unternehmensgruppe insgesamt mehr als 2.500 Auszubildende (Vorjahr: mehr als 2.600) in 62 verschiedenen Berufen, die meisten davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - blieb in Deutschland konstant bei 5,0 % (Vorjahr: 5,0 %). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für die Ausbildung und das duale Studium. Trotz starker Einschränkungen durch die im Berichtsjahr weiterhin anhaltende Corona-Pandemie konnte die Qualität der Ausbildung weitgehend sichergestellt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich und im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres waren große Anstrengungen der Ausbilder notwendig, um zu gewährleisten, dass Lerninhalte trotz verminderter Anwesenheit der Auszubildenden in den Betrieben vermittelt werden konnten. Im Sommer stabilisierte sich die Lage und die Auszubildenden konnten ihre Ausbildungsstationen wieder ohne Einschränkungen absolvieren.

Da die Anzahl der Bewerbungen für gewerbliche Ausbildungsberufe rückläufig ist, ist ein Lean & Agile-Projekt "Gewerbliche Ausbildungs-Pipeline" gestartet worden. Ziel ist, die Entwicklung umzukehren sowie die Gleichwertigkeit mit anderen Ausbildungszweigen und akademischen Ausbildungen bei thyssenkrupp zu unterstreichen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die thyssenkrupp Gruppe will das gesellschaftliche Umfeld an ihren Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Sie möchte an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt ihre unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften der Gruppe in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement im Umfeld unserer Standorte. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr rund 340 Maßnahmen erfasst.

Engagement vor Ort und für die Ukraine

Im Berichtsjahr haben erneut Gruppenunternehmen an unterschiedlichen Standorten Projekte sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort unterstützt. So ermöglichte thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo wieder mehrere Theater- und Chorworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Steel Europe in Duisburg stiftete Solarmobilbausätze für ein Gymnasium, mehrere Beamer für eine Grund- sowie 3-D-Drucker für eine Gesamtschule, und unterstützte die Marxloher Theatertage für integrative und interkulturelle Jugendarbeit.

Das menschliche Leid infolge des Kriegs in der Ukraine hat auch bei thyssenkrupp Betroffenheit und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Zahlreiche Gruppenunternehmen und Standorte in Grenznähe zur Ukraine, etwa von Materials Services, Bearings oder Automotive Technologies, unterstützen initial bei der Aufnahme und Erstversorgung von Geflüchteten sowie seither bei deren Integration.

Mitarbeiter an zwei thyssenkrupp Dynamic Components Standorten sammelten zahlreiche Hilfsgüter und Sachspenden zentral am Standort Ilsenburg. Über den Werkstransport in das Werk im ungarischen Jászfényszaru befördert, gingen die Hilfsgüter von dort über eine enge Kooperation mit einer Partnerstadt zur direkten Unterstützung in die Ukraine. Seitdem stellen die ungarischen Kollegen an zwei Standorten zudem Wohnungen für geflüchtete Familien zur Verfügung.

Mit einer eigenen Initiative unterstützt das Service Center Gdansk in Polen bei der Sammlung von Lebensmitteln, Kleidung und anderem Notwendigen für Geflüchtete. Mitarbeiter stellen ukrainischsprachige Informationen zu Hilfsangeboten in Polen zusammen und helfen pragmatisch bei der Erstellung und Übersetzung von Dokumenten, beispielsweise zur Arbeitssuche. Außerdem wurde in einer Versteigerungsaktion von Mitarbeitern für Mitarbeiter Geld für ukrainische Waisenkinder gesammelt.

Für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis der Gruppe generell unvereinbar und daher unzulässig sind Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2021/2022 im Wesentlichen von folgenden Themen geprägt:

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem erneut wirtschaftlich schwierigen Umfeld,
Bekräftigung der unternehmerischen Compliance-Verantwortung durch den Vorstand als Tone-from-the-Top und neuerliches Bekenntnis zum Compliance-Programm,
kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,
kontinuierliche Steigerung des Reifegrades der Compliance-Management-Systeme zum Datenschutz und zur Geldwäscheprävention,
besonderer Fokus auf dem Bereich Außenwirtschaftsrecht aufgrund der verschärften internationalen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine,
Begleitung der Weiterentwicklung der sogenannten Weiteren Compliance-Themen in der Unternehmensgruppe, insbesondere Vorbereitung auf die Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes,
Durchführung anlassabhängiger Untersuchungen aufgrund von Hinweisgebermeldungen sowie anlassunabhängiger Compliance-Audits.

Verankerung von Compliance in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt. Eine besondere Verantwortung übernehmen dabei unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Der Vorstand hat den Beschluss zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung im Berichtsjahr aktualisiert. Er umfasst, dass alle Führungskräfte in der thyssenkrupp-Gruppe die Pflicht und Verantwortung haben, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen die Leistungsbereitschaft und das Handeln auf Basis eines gemeinsamen Werteverständnisses Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Eingehende Hinweise behandeln wir vertraulich und schützen Hinweisgeber mit allen gebotenen Mitteln gegen etwaige aus einer Meldung resultierende Nachteile. Im Rahmen der Aufklärung der Hinweise tragen wir den schutzwürdigen Interessen der von einer Meldung betroffenen Personen Rechnung.

Compliance-Programm

thyssenkrupp hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben.

thyssenkrupp hat mit dem Leitbild, dem Code of Conduct und dem Compliance Commitment ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben. Diese Pflicht gilt für sämtliche Unternehmen, jede Führungskraft und jeden Mitarbeiter.

Besondere Risikofelder werden vom thyssenkrupp Compliance-Programm abgedeckt, das in der Verantwortung der Zentralfunktion Legal & Compliance liegt und auf den drei Säulen "Informieren und Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" ruht.

Dieses Programm ist eng mit dem Risikomanagement und unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht.

Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Geschäftsjahr 2021/2022 war insbesondere geprägt durch die kartellrechtliche Begleitung verschiedener Portfoliomaßnahmen sowie die weitere Stärkung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems.

Für die Bekräftigung des Tone-from-the-Top innerhalb der Unternehmensgruppe ist das Compliance Commitment des Vorstands ein wesentlicher Baustein. Das Compliance Commitment des Vorstands spiegelt das Selbstverständnis wider, dass wir uns entsprechend unserer positiven Haltung zu Compliance aus Überzeugung an die Regeln halten. Die aktive Mitwirkung aller Führungskräfte und Mitarbeiter an der Umsetzung des thyssenkrupp Compliance-Programms im jeweiligen Verantwortungsbereich ist unverzichtbar, um das Vertrauen von Kunden, Lieferanten, Aktionären und der Gesellschaft in thyssenkrupp weiter zu festigen.

Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben weiter intensiv an der kontinuierlichen Steigerung des Reifegrades des Compliance-Management-Systems Datenschutz gearbeitet.

Ferner haben wir durch die Implementierung von Maßnahmen zur Abgabe von Verdachtsmeldungen die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestärkt.

Der Bereich Außenwirtschaftsrecht wurde weiter in das Compliance-Programm integriert. Eine besondere Bedeutung hatte das Außenwirtschaftsrecht wegen des Kriegs in der Ukraine: Sanktions- und exportkontrollrechtliche Vorgaben wurden fortlaufend aktualisiert und waren tagesaktuell zu berücksichtigen.

Darüber hinaus steht die Compliance-Funktion den gruppenweit jeweils unmittelbar zuständigen Bereichen bei den sogenannten Weiteren Compliance-Themen Arbeitssicherheit, Fremdpersonaleinsatz, Gleichbehandlung, Informationssicherheit, Lieferanten-Compliance und Umweltschutz beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Die inhaltliche Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden. Das bedeutet auch, dass die Compliance-Funktion gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen die Berichterstattung und die Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder mitgestaltet.

Einen besonderen Fokus bei dem Weiteren Compliance-Thema Lieferanten-Compliance nahm im Berichtsjahr die im Rahmen eines Funktions- und Segment-übergreifenden Projektes organisierte Vorbereitung auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ein, das am 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Dieses Gesetz soll die Einhaltung der Menschenrechte international verbessern, indem es die zu beachtenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten festlegt. Daraus abgeleitet definiert es Anforderungen an ein verantwortliches Management von zum einen Lieferketten sowie zum anderen des sogenannten Eigenen Geschäftsbereiches für Unternehmen wie thyssenkrupp.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, gruppenweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Im Berichtsjahr wurden mehr als 5.300 Teilnehmer im Rahmen von Präsenzschulungen sensibilisiert, die aufgrund der neuen Formen des Zusammenarbeitens sowie auch noch bedingt durch die Corona-Pandemie vielfach virtuell stattfanden. Die Schulungen umfassen alle Kernthemen des thyssenkrupp Compliance-Programms. Ferner haben wir die nunmehr fünfte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht gestartet. Bis Ende des vergangenen Geschäftsjahres wurden insgesamt, bereinigt um Abgänge, nahezu 26.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert. Der E-Learning-Kurs Compliance@thyssenkrupp umfasst grundsätzliches Basiswissen zu Compliance bei thyssenkrupp und ist allen Mitarbeitern mit E-Mail-Adresse zugewiesen. Die Teilnahme ist, anders als bei den vorgenannten Kursen, freiwillig; mehr als 12.000 Mitarbeiter haben ihn im Berichtsjahr absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr auf die Kernthemen bezogene anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der direkte Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion als Kanäle, über die Mitarbeiter und Externe auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können. Dafür stehen auch eine zentrale Hotline und eine zentrale E-Mail-Adresse zur Verfügung. Der Hinweis auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße kann bei Bedarf auch ohne Offenlegung der Identität des Hinweisgebers erfolgen.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Unternehmensgruppe - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung.

Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

250 Nahezu 250 Compliance Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

Unsere Compliance-Funktion hat neben der Steuerung und stetigen Weiterentwicklung des Compliance Programms die wichtige Aufgabe, als strategischer Businesspartner Fachfunktionen und Geschäfte frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Das erfordert eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen innerhalb der Unternehmensgruppe entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 80 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter, von denen rund 40 auch teilweise mit Legal-Aufgaben betraut sind. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 250 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Gruppenunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Sie schaffen gemeinsam die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

EU-Taxonomie

Erste thyssenkrupp Berichterstattung zur EU-Taxonomie

Die Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union (EU-Taxonomie) ist ein wesentlicher Baustein des EU Green Deal und des Aktionsplans "Finanzierung nachhaltigen Wachstums" zur Verwirklichung des Klimaneutralitätsziels der Europäischen Union bis 2050. Ziel der EU-Taxonomie ist es, Kapitalflüsse vermehrt in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken und die allgemeine Transparenz für Kapitalmarktteilnehmer zu fördern. Im Berichtsjahr 2021/2022 ist thyssenkrupp nach Art. 8 Abs. 1 der EU-Taxonomie erstmals verpflichtet, im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung, die in diesen Lagebericht integriert ist, Informationen über Art und Umfang ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten entlang des Klassifizierungssystems der EU-Taxonomie zur Verfügung zu stellen. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 wendet thyssenkrupp die vom Gesetzgeber gewährten Berichterstattungserleichterungen an; insbesondere berichten wir nur über taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten in Zusammenhang mit den Umweltzielen "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel". Entsprechend haben wir unsere Wirtschaftsaktivitäten und die daraus resultierenden Umsatzerlöse, Investitions- (CapEx) sowie Betriebsausgaben (OpEx) der Gruppe eingehend analysiert und beurteilt, welche Anteile als taxonomiefähig einzuordnen sind. Ab dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 ist thyssenkrupp verpflichtet, auch über die Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten zu berichten.

Aufgrund von ungeklärten Rechtsbegriffen in der EU-Taxonomie ergeben sich gegenwärtig noch Unklarheiten in der Auslegung der Verordnung. Zudem wurden bereits weitere Rechtsakte und Erläuterungen für die Verwendung der bereits veröffentlichten Vorgaben angekündigt. Sie werden unter anderem die weiteren Umweltziele (Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme) adressieren und können sich auf die zukünftig zu berichtenden Angaben auswirken.

Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten

Eine Wirtschaftstätigkeit gilt als taxonomiefähig, wenn sie in den delegierten Rechtsakten zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erfasst ist. Aktivitäten, die nicht in den Rechtsakten gelistet sind, können demzufolge nicht als taxonomiefähig klassifiziert werden. Im Rahmen einer gruppenweiten Analyse haben wir das Produktportfolio der thyssenkrupp-Gruppe folgenden Wirtschaftsaktivitäten gemäß EU-Taxonomie zugeordnet:

Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie (Kategorie 3.1)
Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff (Kategorie 3.2)
Herstellung anderer CO2-armer Technologien (Kategorie 3.6)
Herstellung von Eisen und Stahl (Kategorie 3.9)
Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen (Kategorie 5.9)
Güterbeförderung im Straßenverkehr (Kategorie 6.6)

Die taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten der thyssenkrupp-Gruppe, die wir jeweils dem Ziel "Klimaschutz" zuordnen, umfassen insbesondere die Stahlherstellung im Segment Steel Europe, die Ende Januar 2022 verkaufte Edelstahlherstellung im Segment Multi Tracks, die Produktion von Großwälzlagern für Windenergieanlagen (Business Unit Bearings im Segment Industrial Components), die Konzeption und Herstellung von Elektrolyseanlagen für die Wasserstoffproduktion (thyssenkrupp nucera im Segment Multi Tracks) sowie Logistikdienstleistungen und Schlackenaufbereitungsaktivitäten (Segment Materials Services). Sowohl die Oxygen Depolarized Cathode (ODC)-Technologie der Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Chlorherstellung (ebenfalls thyssenkrupp nucera) als auch die EnviNOx®-Technologie zur Reduzierung von Lachgas- und Stickoxidemissionen (Uhde im Segment Multi Tracks) wurden der Wirtschaftsaktivität "Herstellung anderer CO2-armer Technologien" zugeordnet. Weite Teile des Produktportfolios der thyssenkrupp-Gruppe sind derzeit nicht von der EU-Taxonomie erfasst und dementsprechend aus Sicht der EU-Taxonomie nicht relevant bzw. nicht taxonomiefähig. Dies betrifft beispielsweise die Wirtschaftsaktivitäten der Segmente Automotive Technology und Marine Systems sowie der Business Unit Forged Technologies im Segment Industrial Components, nahezu sämtliche Produkte und Dienstleistungen von Materials Services sowie Teile des Produktportfolios von Multi Tracks. Im Berichtsjahr 2021/2022 betraf dies insgesamt rund 72 % der Umsatzerlöse der thyssenkrupp-Gruppe.

Ermittlung der EU-Taxonomie Kennzahlen

Die Ermittlung der Taxonomie-Kennzahlen und die Berichterstattung über die Art unserer taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten folgt Art. 10 Abs. 3 und Art. 11 Abs. 3 der EU-Taxonomie. Im Zuge unserer gruppenweiten Analyse haben wir gemeinsam mit Experten aus den relevanten Zentralfunktionen und Geschäften die mit den Wirtschaftsaktivitäten verbundenen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben sowie die relevanten Erfassungsprozesse und Buchungskonten analysiert, um die taxonomiefähigen Anteile zu identifizieren. Die Angaben werden von unseren Geschäften erhoben, auf Gruppenebene zusammengeführt und geprüft.

Wir vermeiden Doppelzählungen, indem wir Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben den identifizierten Wirtschaftsaktivitäten grundsätzlich direkt zuordnen. Wenn eine direkte Zuordnung nicht möglich ist, ermitteln wir die auf taxonomiefähige Aktivitäten entfallenden Beträge anhand sachgerechter Verteilungsschlüssel, zum Beispiel auf Basis von Umsatzerlösen mit bestimmten Kundengruppen. Aktivitäten in Berichtseinheiten, die nicht im Wege der Vollkonsolidierung oder nicht anteilig in den thyssenkrupp Gruppenabschluss einbezogen werden (unter anderem nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen) wurden in Ausübung des Wahlrechts der EU-Taxonomie in der Analyse nicht berücksichtigt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der Gruppe insgesamt entsprechen dem Betrag der in der Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp-Gruppe ausgewiesenen Umsatzerlöse (siehe auch Kapitel "thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung"). Auf dieser Basis wird der Anteil der gruppenexternen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) sowie aus Leasingverträgen (IFRS 16) ermittelt, der gemäß EU-Taxonomie auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt.

Investitionsausgaben (CapEx)

Die Investitionsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie der Gruppe insgesamt umfassen gruppenexterne Zugänge von Sachanlagen (IAS 16 sowie Zugänge von Immobilien, die gemäß IAS 40 als Finanzinvestition gehalten werden), immateriellen Vermögenswerten (IAS 38) und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen (IFRS 16) im Berichtszeitraum, ohne Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen einschließlich solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen (siehe auch Anhang-Nr. 04 Immaterielle Vermögenswerte und Anhang-Nr. 05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)). Darüber hinaus werden Zugänge im Zusammenhang mit den zuvor genannten Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen berücksichtigt. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden gruppenexternen Investitionsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges CapEx). Hierin enthalten sind entsprechende Investitionen im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, insbesondere Maschinen für den Produktionsprozess sowie Gebäude für die Produktion und die Erbringung von Dienstleistungen. Darüber hinaus erfassen wir Investitionen, die eine Erweiterung bestehender taxonomiefähiger Wirtschaftsaktivitäten zum Ziel haben, sowie Einzelmaßnahmen, die Wirtschaftsaktivitäten befähigen, CO2-ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen herbeizuführen.

Betriebsausgaben (OpEx)

Die Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie der Gruppe insgesamt umfassen bestimmte gruppenexterne direkte Aufwendungen, die nach IFRS nicht aktivierungsfähig sind. Hierzu gehören: Forschungsaufwendungen und nicht aktivierte Entwicklungsaufwendungen, Aufwendungen für Gebäudesanierungsmaßnahmen, Aufwendungen im Zusammenhang mit nicht aktivierten kurzlaufenden oder geringwertigen Leasingverhältnissen, Aufwendungen im Zusammenhang mit regelmäßigen oder ungeplanten Wartungs- und Reparaturmaßnahmen sowie sonstige direkte Aufwendungen für die tägliche Wartung von Sachanlagen. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden gruppenexternen Betriebsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges OpEx). Darüber hinaus erfassen wir hier nicht aktivierungsfähige Aufwendungen, die eine Erweiterung der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten zum Ziel haben, sowie Einzelmaßnahmen, die bestimmte Wirtschaftsaktivitäten befähigen, CO2-ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen herbeizuführen.

Taxonomiefähige Anteile der Wirtschaftsaktivitäten

28 % der Umsatzerlöse von thyssenkrupp taxonomiefähig

Im Berichtsjahr 2021/2022 beliefen sich die mit den oben beschriebenen taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten verbundenen Umsatzerlöse auf 11.515 Mio €, dies entspricht einem Anteil von 28% an den gesamten Umsatzerlösen der thyssenkrupp-Gruppe. Mit einer Summe von 641 Mio € betrug der Anteil der taxonomiefähigen Investitionsausgaben an den gesamten Investitionsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie 49 %. Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben entsprachen mit insgesamt 907 Mio € rund 65 % der gesamten Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie. Den größten Beitrag zu den taxonomiefähigen Kennzahlen leisteten dabei die Stahlherstellung sowie auch die Ende Januar 2022 verkaufte Edelstahlherstellung und die Produktion von Großwälzlagern für Windenergieanlagen.

TAXONOMIEFÄHIGE ANTEILE DER WIRTSCHAFTSAKTIVITÄTEN 2021/2022

Gruppe insgesamt Taxonomiefähig Nicht taxonomiefähig
Mio € in % in %
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 41.140 11.515 28 29.624 72
Investitionsausgaben 1.307 641 49 666 51
Betriebsausgaben 1.388 907 65 481 35

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b ff. und §§ 315b ff. HGB ist vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage der Gruppe von Bedeutung sind. Die thyssenkrupp AG ist im Geschäftsjahr 2021/2022 erstmalig als Einzelgesellschaft von der Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung gelten dennoch weiterhin für die Gruppe und für die thyssenkrupp AG gleichermaßen. Im Berichtsjahr sind wir erstmalig zu Angaben im Rahmen der EU-Taxonomie verpflichtet; diese sind als Teil unserer nichtfinanziellen Erklärung ebenfalls in den Lagebericht integriert. Bei der Zusammenstellung der nichtfinanziellen Erklärung wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, unter anderem des UN Global Compact. In den verschiedenen Abschnitten des Lageberichts werden außerdem Risiken aufgrund negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp auf nichtfinanzielle Aspekte, wie Umwelt und Gesellschaft, adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß § 289c HGB. Die Aspekte "Achtung der Menschenrechte" und "Sozialbelange" werden als Querschnittsthemen betrachtet; hier kommt es zu großen Überschneidungen der Themen miteinander und mit dem Aspekt "Arbeitnehmerbelange". Der Aspekt "Sozialbelange" ist für thyssenkrupp von Bedeutung, wurde aber nicht als wesentlich im Sinne der nichtfinanziellen Erklärung identifiziert. Über nichtfinanzielle Angaben zum Aspekt "Sozialbelange" berichten wir daher freiwillig.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht
Achtung der Menschenrechte Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Compliance Chancen- und Risikobericht Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2022 / 2023

Rahmenbedingungen und wesentliche Annahmen

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 werden wir den Schwerpunkt - bei erhöhten Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und möglicher rezessiver Entwicklungen - weiterhin auf die Performance, strukturelle Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Geschäfte legen und dabei auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen.

Zu den wesentlichen Annahmen und den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die der Prognose zugrunde liegen, vgl. Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Bzgl. der entsprechenden Chancen und Risiken vgl. den anschließenden "Chancen- und Risikobericht". Die Prognose basiert zudem insbesondere auf folgenden wesentlichen Planungsprämissen:

Notwendige fossile Energieträger (insbesondere Erdgas) und weitere Rohstoffe bleiben verfügbar und aufgrund dessen ergeben sich keine wesentlichen Einschränkungen der geplanten Produktion.
Aufgrund etwaiger Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ergeben sich keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Geschäftsentwicklung.

Die teilweise volatilen Preisniveaus von Rohstoffen, Energie sowie weiteren Faktorkosten (unter anderem Material und Transport) können dazu führen, dass Umsatz- und Ergebnisentwicklung entsprechenden Schwankungen unterliegen.

Für unsere Geschäfte gehen wir zudem von folgenden Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2022 / 2023 aus:

Bei Materials Services erwarten wir einen Anstieg des Lagerabsatzes sowie unterstützende Effekte aus fortgesetzten Effizienzmaßnahmen. Diese geplanten Verbesserungen werden voraussichtlich überkompensiert durch den Wegfall der im Vorjahr stark unterstützenden dynamischen Preiseffekte. Insgesamt sehen wir weder nennenswerte Einschränkungen in der Materialverfügbarkeit auf der Beschaffungsseite noch signifikante Verwerfungen bei unseren wesentlichen Kundenbranchen, sondern eine insgesamt stabile Entwicklung.

Für das Segment Industrial Components stellen sich die erwarteten Rahmenbedingungen für den Bereich Großwälzlager sowie das Schmiedegeschäft wie folgt dar: Im Bereich Großwälzlager erwarten wir nach der temporären Abschwächung im Vorjahr wieder eine Belebung der Windenergienachfrage sowie ein anhaltend hohes Nachfrageniveau bei den Industrie-Anwendungsbereichen. Den steigenden Faktorkosten wird weiterhin mit einem ambitionierten Maßnahmenprogramm entgegengewirkt. Im Schmiedegeschäft erwarten wir eine anhaltend hohe Nachfrage für Lkw-Komponenten sowie einen weiterhin starken Auftragseingang im Geschäft mit Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten. Unser Fokus liegt neben der konsequenten Umsetzung von Performance-steigernden Maßnahmen und der Weitergabe der steigenden Faktorkosten auf der Diversifizierung unseres Produktportfolios zur gezielten Nutzung von sich abzeichnenden Marktchancen.

Unter der Prämisse einer Entspannung auf der Versorgungsseite (v.a. Halbleiter) ab dem 2. Halbjahr des Geschäftsjahres gehen wir bei Automotive Technology von einem Erholungspotenzial in unserem Marktumfeld, inklusive einer Normalisierung des Abrufverhaltens unserer Kunden, aus. Dies ist unter anderem auf den hohen Auftragsbestand bei unseren Kunden, der im Vorjahr durch Versorgungsengpässe bei Vormaterialien entstanden ist, zurückzuführen. Weiteren Steigerungen der Faktorkosten werden wir mit fortgesetzten Preis- und Effizienzmaßnahmen begegnen.

Bei Steel Europe erwarten wir vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfeldes eine weitgehend stabile Entwicklung der Versandmengen gegenüber dem Vorjahr. Zusätzliche strukturelle Verbesserungen erwarten wir infolge der weiterhin konsequenten Umsetzung der Stahlstrategie 20-30, mit der wir unsere Produktivität und Performance steigern werden. Des Weiteren planen wir den Start der Umsetzung der grünen Transformation mit dem Bau der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO2-armen Stahl, unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU.

Bei Marine Systems erwarten wir, auch durch das beschlossene "Sondervermögen Bundeswehr" für die nächsten Jahre und die langfristige strukturelle Erhöhung des deutschen Verteidigungshaushaltes, weiterhin wachsende Nachfrage und zusätzliche Möglichkeiten für den Marinebereich. Wir gehen in diesem Zusammenhang von positiven Effekten aus dem neu aufgesetzten Transformations- und Wachstumsprogramm aus. Diese sind insbesondere durch unseren soliden Auftragsbestand im Unterwasser- als auch Überwasser-Schiffbau unterlegt. Zudem wird das bereits eingeleitete Programm zur Performance-Steigerung weiter vorangetrieben.

Bei Multi Tracks erwarten wir eine Investitionsbereitschaft im Anlagenbau auf dem Niveau des Vorjahres. Für das Wasserstoffgeschäft von thyssenkrupp nucera sowie das Ammoniakgeschäft von Uhde gehen wir von einem weiter stark wachsenden Markt aus. Bezüglich des Autozuliefergeschäfts erwarten wir, dass etwaige Steigerungen von Faktorkosten in hohem Maße in steigende Erlöse umgesetzt werden können. Insgesamt nehmen wir an, dass die operative Projektabwicklung stabil und ohne wesentliche Verzögerungen verläuft.

Im Segment Multi Tracks konnten wir im Geschäftsjahr 2021/2022 die Verkaufsprozesse des Infrastructure-Geschäfts, des Edelstahlgeschäfts sowie von Mining Technologies abschließen (vgl. "Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" in Anhang-Nr. 03). Damit sind diese Geschäfte kein Bestandteil der Prognose für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 und werden nachfolgend als "verkaufte Veräußerungsgruppen" bezeichnet. In den Vorjahreswerten sind die verkauften Veräußerungsgruppen jedoch anteilig bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses enthalten. Daher werden nachfolgend bei Umsatz und Bereinigtem EBIT des Segments Multi Tracks sowie der Gruppe die anteiligen Vorjahreswerte für die verkauften Veräußerungsgruppen pro-forma angegeben.

Die Prognose unterstellt keine Effekte aus weiteren möglichen Portfoliomaßnahmen.

Erwartung 2022 / 2023

Angesichts der bestehenden hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ist die voraussichtliche Geschäftsentwicklung nur eingeschränkt verlässlich absehbar. Daher formulieren wir unsere Prognose in entsprechenden Bandbreiten. Vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Prognose erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen sowie der weiter erwarteten strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2022 / 2023 für angemessen:

ERWARTUNGEN DER SEGMENTE UND DER GRUPPE

Geschäftsjahr 2021/2022 Prognose Geschäftsjahr 2022 / 2023
Materials Services Umsatz Mio € 16.444 Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 837 Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Industrial Components Umsatz Mio € 2.766 Leicht über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 234 Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Automotive Technology Umsatz Mio € 4.825 Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 108 Steigerung; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Steel Europe Umsatz Mio € 13.156 Leicht unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 1.200 Rückläufig; Wert im mittleren dreistelligen Mio € Bereich
Marine Systems Umsatz Mio € 1.831 Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 32 Steigerung; Wert im mittleren bis hohen zweistelligen Mio € Bereich
Multi Tracks Umsatz Mio € 4.101(1.3991)) Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € -173(1231)) Steigerung; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Corporate Headquarters Bereinigtes EBIT Mio € -154 Rückläufig; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Gruppe Umsatz Mio € 41.140(1.3991)) Deutlicher Rückgang
Bereinigtes EBIT Mio € 2.062(1231)) Rückläufig auf einen Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio € Bereich
Investitionen Mio € 1.472 Über Vorjahr; inkl. IFRS 16-Effekte
Free Cashflow vor M & A Mio € -476 Steigerung auf einen mindestens ausgeglichenen Wert
Jahresüberschuss Mio € 1.220 Rückläufig auf einen mindestens ausgeglichenen Wert
tkVA Mio € 529 Rückläufig bis auf einen negativen Wert im höheren dreistelligen Mio € Bereich
ROCE % 11,3 % Rückläufig bis auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich

1) Davon verkaufe Veräußerungsgruppe, pro forma

Der Umsatz wird voraussichtlich deutlich zurückgehen, vorwiegend aufgrund normalisierter Preisentwicklungen bei Materials Services und Steel Europe. Der erwartete Rückgang im Segment Multi Tracks ist hauptsächlich auf die o.g. abgeschlossenen Verkaufsprozesse aus dem Vorjahr zurückzuführen.
Für das Bereinigte EBIT erwarten wir einen Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio € Bereich. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus dem Wegfall der im Vorjahr stark unterstützenden dynamischen Preiseffekte, welche die Rückgänge bei Materials Services sowie auch Steel Europe, wo sich zusätzlich höhere Faktorkosten auswirken, im Wesentlichen begründet. Verbesserungen der Ergebnisse, u.a. bei Automotive Technology und Multi Tracks, wirken dieser Entwicklung entgegen.
Die Investitionen werden voraussichtlich über Vorjahr liegen. Bei Steel Europe stehen erhöhte Investitionen vorwiegend im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30 sowie der grünen Transformation. Darüber hinaus wirken sich außerordentliche und im Wesentlichen nicht zahlungswirksame IFRS 16-Effekte, insbesondere im Zusammenhang mit einem langfristigen Dienstleistungsvertrag bei Materials Services, werterhöhend auf die Investitionen aus. Weiterhin sind Investitionen für gezielte Wachstumsinitiativen in unseren Geschäften geplant. Die Freigabe der Investitionen wird insgesamt restriktiv und in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte sowie der Gruppe erfolgen.
Für den Free Cashflow vor M & A streben wir eine Steigerung auf einen mindestens ausgeglichenen Wert an. Diese Entwicklung berücksichtigt bereits die geplant über Vorjahr liegenden Investitionen, inkl. der vorstehend genannten außerordentlichen IFRS 16-Effekte. Die dennoch deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auch auf die geplante Verbesserung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Zudem haben Zuflüsse aus dem Auftragseingang und dem Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (i. W. bei Marine Systems und Multi Tracks) sowie weitere Auszahlungen für Restrukturierungen Einfluss auf die Entwicklung.
Der Jahresüberschuss wird rückläufig auf einen mindestens ausgeglichenen Wert erwartet.
Der tkVA wird - infolge der vorstehend genannten Effekte sowie gestiegener Kapitalkosten - mit einem Rückgang auf einen negativen Wert im höheren dreistelligen Mio € Bereich erwartet. Entsprechend wird auch der ROCE rückläufig auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als Unternehmensgruppe und als Wegbereiter für die grüne Transformation

Für thyssenkrupp eröffnen sich unverändert Chancen aus der Positionierung der Gruppe als leistungsstarke Unternehmensgruppe. Das Ziel ist, die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Geschäfts entscheidend zu verbessern und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit sich die Geschäfte auch zukünftig bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können. Auch die grüne Transformation bietet große Chancen für unsere Unternehmensgruppe und Potenziale für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien und Elektromobilität, wozu wir mit unseren Produkten bereits jetzt einen Teil beitragen.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente unter anderem Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr, und berücksichtigen somit die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte. Das heißt: Chancen und Risiken sind Gegenstand der Planungsgespräche mit dem Vorstand. Bei ihrer Abschätzung spielen unter anderem strategische Entwicklungen eine Rolle, beispielsweise Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und die Liquidität sowie für die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichterstattung eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger der Gruppe eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und die Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu Verantwortlichen und Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen der Gruppe

Chancen ergeben sich für die Gruppe, wenn wir unsere Transformation hin zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe weiter konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen.

Als Unternehmensgruppe wollen wir den Geschäften den Spielraum geben, den sie brauchen, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und Märkte zu konzentrieren und dort erfolgreich agieren zu können. Wir wollen das unternehmerische Klima stärken, sodass Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen erhöht und Kunden in den Mittelpunkt gestellt werden. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung. Daraus ergibt sich die Chance, das zukünftige Wertsteigerungspotenzial unserer Geschäfte noch besser zu nutzen.

Als internationale Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Wir sehen Chancen, mit unseren Produkten und Services unter einer starken Dachmarke einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft zu leisten und somit ein bedeutender Wegbereiter für die grüne Transformation zu sein.

Die grüne Transformation als große Chance für die Unternehmensgruppe

Wir sind der Überzeugung, dass thyssenkrupp für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren mit hoher Produktqualität steht und dass viele unserer Anlagen zudem weltweit Standards im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz setzen. Wir glauben daher, dass wir auch künftig die große Chance haben, ein Teil der Lösung für die grüne Transformation zu sein. Das bedeutet auch: Unsere Fähigkeiten ermöglichen nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Kunden eine nachhaltige Unternehmensführung.

Wasserstoff wird eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Welt spielen. Es ist einer der Energieträger der Zukunft und muss in ausreichenden Mengen vorhanden sein - das ist von zentraler Bedeutung, damit die grüne Transformation gelingt. thyssenkrupp sieht große Chancen, an entscheidenden Stellen an der Ausgestaltung dieser Entwicklung mitzuwirken: Auf der Nachfrageseite werden wir mit unseren Lösungen für eine grüne Stahlproduktion große Mengen Wasserstoff einsetzen, um einen erheblichen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen zu leisten. Auf der Angebotsseite verfügen wir mit unserem Elektrolysegeschäft thyssenkrupp nucera als einer von wenigen Anbietern schon heute über Technologien zur Produktion von Wasserstoff im Gigamaßstab. Im Zusammenhang mit der Infrastruktur sind unsere Anlagenbauer von Uhde Experten im Bau von Ammoniakanlagen, dem Transportmedium für den Import von grünem Wasserstoff; unsere Großwälzlager sind ein wesentlicher Baustein für den schnellen Ausbau der Windenergie.

Über zusätzliche erfolgversprechende Produkte und Lösungen für das Gelingen der grünen Transformation, weitere Einzelheiten zu unserer Unternehmensstrategie und über unsere weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie die damit verbundenen Chancen informieren wir Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Initiativen und Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Gruppe. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nicht unmittelbar oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Geschäfte

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Materials Services - Unsere Segmentstrategie "Materials as a Service" umfasst zwei strategische Wachstumsfelder, die sich in ihrer Entwicklung gegenseitig verstärken: der smarte Werkstoffhandel und das integrierte Supply-Chain-Service-Geschäft. Wir arbeiten daran, in die gesamte Lieferkette unserer Kunden integriert zu sein, und uns somit vom Netzwerkpartner zum Netzwerkgestalter zu wandeln. Dies geschieht im Einklang mit den Anforderungen unserer Kunden, die sich in einem wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren und immer stärker digitalisierten Marktumfeld weiter auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. Wir sind der Überzeugung, dass diese innovativen Services für uns eine höhere Profitabilität und ein stärkeres Marktwachstum bedeuten, als im klassischen Materialgroßhandel zu erreichen ist.

Materials Services besitzt zum einen spezifisches Markt- und Branchen-Know-how, Zugang zu seinem weltweiten Kundenstamm sowie hohe Kompetenzen im agilen wie klassischen Projektmanagement. Zum anderen kann das Segment dank seines weltweiten Netzwerks Prozesse und Systeme in der Werkstoffdistribution weiter standardisieren und so sein Geschäft systematisch ausbauen. Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für das Segment aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - zum Beispiel durch Übernahme der Steuerung mehrerer Kundenzulieferer oder durch zunehmende Vermarktung selbst entwickelter Lösungen für die Überwachung der Lieferkette oder die Prognose des zukünftigen Bedarfs. Dies alles fasst unsere Segment-Mission "Connecting smarter" zusammen.

Durch die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen will Materials Services auch eine höhere Kundenbindung erreichen. Über die Omnichannel-Architektur - bestehend aus individuellen Kundenportalen, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps - können Kunden weltweit auf die Produkte und Dienstleistungen des Segments zugreifen, und zwar jeden Tag rund um die Uhr. Auf der Grundlage eines systematischen Innovationsprozesses treibt Materials Services seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette voran. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können sowohl spezifische Kundenanforderungen, beispielsweise an Liefergeschwindigkeit, Materialqualität oder Preisgestaltung, erfüllt als auch interne Logistik- und Produktionsprozesse optimiert werden.

Gleichzeitig streben wir an, Branchenführer in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Unser Manifest BEYOND zeigt, dass wir über die bestehenden Standards hinausgehen und unter anderem bereits 2030 operativ klimaneutral sein wollen. Ein vom Segment entwickeltes Tool, das den CO2-Ausstoß jedes Produkts von der Herstellung bis zur Auslieferung berechnet, wird für Kundenberechnungen eingesetzt. Darüber hinaus baut Materials Services sein Portfolio nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen konsequent aus mit dem Ziel, durch den intelligenten Einsatz von digitalen Lösungen und Produkten die Ressourcennutzung zu verbessern und langfristig die physischen Güter in den Lieferketten zu reduzieren. Materials Services nutzt die zur Verfügung stehenden Daten, um Wareneinsatz und Transporte und damit auch C02-Emissionen zu verringern mit dem Ziel, Lieferketten so zu verbessern, dass Leerfahrten vermieden und Transportwege ohne Effizienzverluste gestaltet werden. Materials Services begreift Nachhaltigkeit als Chance für eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Kunden und für weitere Innovationen.

Das Segment hat vernetztes digitales Arbeiten weiter professionalisiert und interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - vom Lager über die Produktion bis hin zur Verwaltung - intensiviert. Dadurch baut Materials Services seine Leistungsfähigkeit bei der Projektabwicklung weiter aus. Das gelingt unter anderem durch die vermehrte Anwendung agiler Methoden.

Im Rahmen seiner Transformations- und Effizienzprogramme hat Materials Services Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um seine Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind hierbei weiterhin Netzwerk-, Portfolio- und Prozessoptimierungen sowie Initiativen im Hinblick auf Beschaffungs- und Vertriebsexzellenz. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, besteht auch die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven, die durch die aktuellen Klimaziele und Maßnahmen zu deren Erreichung noch verstärkt werden. Trotz kurzfristiger Schwankungen der Nachfrage, die im Zusammenhang mit dem Auslaufen einzelner staatlicher Förderprogramme stehen, bleibt der Wachstumstrend mittel- und langfristig bestehen bzw. verstärkt sich noch. Entsprechend wurde im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres die Wachstumsprognose für den globalen Windenergiemarkt bis 2030 angehoben, nicht zuletzt aufgrund politischer Dekarbonisierungsinitiativen sowie der stetig steigenden Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie. Der Großteil des Wachstums beruht auf der zunehmenden Größe der Windenergieanlagen, die verstärkt offshore installiert werden.

Wir sind der Überzeugung, dass Bearings durch seine maschinelle Ausstattung, seine technische Expertise und sein weltweites Produktionsnetzwerk gut auf diese Marktentwicklung vorbereitet ist. Bei den Industrieanwendungen unserer Großwälzlager hat sich die Nachfrage nach dem coronabedingten Einbruch gut erholt. Mittel- bis langfristig gehen wir dort weiterhin von einem moderaten Wachstum aus. Sollte sich unter anderem aus regionalen größeren Infrastrukturprogrammen ein weiterer Nachfrageschub für unsere Produkte ergeben, bestehen Chancen, unsere Prognosen moderat zu übertreffen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des weltweiten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes und des Baumaschinensektors ab. Sollte das Marktumfeld der genannten Branchen stärker wachsen als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology ist wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und speziell der individuellen Mobilität bestimmt. Trotz gestiegener Rohstoffpreise, deutlich erhöhter Inflationsraten und der hohen Unsicherheit über Gaslieferungen und Energiepreise wird aufgrund des gebuchten Neugeschäfts eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten und Technologien erwartet. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Innovationskraft zunehmend zu wesentlichen Erfolgsfaktoren im Wettbewerb.

Neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit prüft, bewertet und verfolgt Automotive Technology auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, künftige Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung und Fokussierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine zunehmende Digitalisierung, auch an den Produktionsstandorten.

Als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen erfüllt, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien wollen wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten und einen Beitrag zum noch sichereren Fahren leisten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen. Dies gilt insbesondere, falls sich das Marktumfeld nach den Einbrüchen infolge der gestiegenen Rohstoffpreise, der hohen Inflation, der Corona Lockdowns in China und des drohenden Gasmangels im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine schneller erholt als erwartet, teilweise unterstützt durch staatliche Förderprogramme, wie aktuell in China praktiziert.

Weitere Chancen ergeben sich, falls wir mit den Effizienzsteigerungsprogrammen, die wir konsequent vorantreiben, höhere Einsparungen erzielen als erwartet.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; dessen Entwicklung hängt wesentlich von der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir im Jahr 2019 mit der Ausarbeitung der Strategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um mehr als 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet insbesondere Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern. Zusätzlich wurde ein Performance-Programm aufgesetzt, um weitere Maßnahmen kurz- bis mittelfristig umzusetzen. Dies wird die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. Wenn es uns gelingt, diese Maßnahmen schneller als erwartet umzusetzen, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Einer der Schwerpunkte unserer Strategie 20-30 ist das Investitionsprogramm. Im Verlauf des Programms sollen durch umfangreiche Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen und gleichzeitig die Voraussetzungen für kostensenkende strukturelle Maßnahmen geschaffen werden. Die Kerninvestitionen des Programms befinden sich mittlerweile bereits alle in der Umsetzung. Mit der Inbetriebnahme des zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg Anfang September 2022 wurde der erste Baustein des Programms bereits erfolgreich abgeschlossen. Mit diesem Ofen wollen wir eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen erreichen, zum Beispiel für Außenhautteile in Automobilen. Weitere Chancen eröffnen sich im Bereich Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Diese Marktentwicklung möchten wir durch gezielte Investitionen in ein Doppelreversiergerüst sowie eine Glüh- und Isolierlinie begleiten und dadurch unsere Kompetenzen bei Stählen für die Elektromobilität weiter ausbauen. Insgesamt sind wir der Überzeugung, dass das Investitionsprogramm unsere Markt- und Wettbewerbsposition in puncto Technologie und Qualität deutlich stärken wird.

Darüber hinaus bietet auch die Transformation hin zur Klimaneutralität große Möglichkeiten. Viele unserer Kunden signalisieren ein starkes Interesse an klimafreundlichen Stahlprodukten. Hintergrund dafür sind zum einen ihre eigenen Dekarbonisierungsziele, zum anderen die Erwartung ihrer Endkunden im Hinblick auf CO2-reduzierte Produkte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir erfolgreich unsere neue Produktfamilie bluemint® Steel für CO2-reduzierte Stähle am Markt platziert und in allen Vertriebsbereichen zertifizierte Mengen CO2-reduzierten Stahls ausgeliefert. Dabei konnten wir ein Preispremium gegenüber den konventionellen Produkten erzielen. Die Produktionsmengen bei bluemint® Steel wollen wir in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Mit der geplanten Investition in eine Direktreduktionsanlage mit Einschmelzern eröffnet sich für Steel Europe die Chance, am neu wachsenden und profitablen Markt für grüne Produkte langfristig zu partizipieren und diesen aktiv mitzugestalten.

Marine Systems - Durch einen neuerlichen Großauftrag im Unterwasserbereich hat Marine Systems seine Marktposition weiter ausbauen können. Sowohl Auftragseingang als auch Auftragsbestand liegen auf überdurchschnittlich hohem Niveau und übertreffen die Planung. Die Reichweite des Auftragsbestands beträgt mehr als sieben Jahre und bringt Marine Systems mittelfristig in der U-Boot-Fertigung am Standort Kiel an die Kapazitätsgrenze.

Zugleich werden das "Sondervermögen Bundeswehr", die strukturelle Erhöhung des Verteidigungsetats in Deutschland sowie die geopolitische Lage zu zusätzlichen, weltweiten Absatzchancen bei U-Booten, Überwassereinheiten, der Elektronik sowie dem Service von Marine Systems führen. Um auf diese steigende Nachfrage vorbereitet zu sein, wurde der Erwerb der MV Werft Wismar vollzogen. Dadurch erhält Marine Systems zusätzliche Kapazitäten auf dem neuesten technischen Stand, die für den Bau von Überwasserschiffen und zivilen Projekten sowie nach Anpassungen auch für den Bau von U-Booten geeignet sind. Für den Standort Wismar ist ein flexibler Mitarbeiteraufbau je nach Auftragseingang vorgesehen.

Parallel sieht Marine Systems erhebliche Chancen, mit seinem Know-how und seinen Kompetenzen zivile maritime Geschäftsfelder zu erschließen; Anknüpfungspunkte könnten unbemannte Fahrzeuge, die Brennstoffzellen-Technologie oder unterseeische Munitionsräumung sein.

Die Umsetzung des Standortkonzepts für Kiel schreitet planmäßig voran und wird die Abarbeitung des Auftragsbestands wirksam unterstützen. Begleitet werden diese Investitionen in die Zukunft des Standorts durch umfassende Nachhaltigkeitsinitiativen im Zusammenhang mit dem Umwelt- und Energiemanagement. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen Chancen, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Multi Tracks - Das Ziel unseres Großanlagenbaus ist, zum grünen Wandel der Industrie beizutragen und diesen durch technologische Entwicklungen mitzugestalten. Hierzu forschen wir an Technologien und Innovationen, mit denen sich die im jeweiligen Produktionsprozess entstehenden Treibhausgase wesentlich verringern lassen. Auf diese Weise wollen wir unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern und weiter ausbauen.

Im Chemieanlagenbau bestehen insbesondere Chancen im Bereich grüner Ammoniak, der als notwendiger Infrastrukturbaustein in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ebenso benötigt wird wie im Bereich Düngemittelproduktion mit nachhaltigen Verfahren. Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen möchten wir nutzen und uns mit entsprechenden Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder erschließen.

Im Zementanlagenbau konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen ersten Auftrag zum Bau eines CO2-neutralen Zementwerks unter Anwendung unserer patentierten Oxyfuel-Technologie gewinnen. Damit haben wir die Grundlage geschaffen, um unsere Lösungen zur CO2-Reduktion erfolgreich in eine Vielzahl von Projekten einzubringen. Wir sehen große Chancen, diese CO2-Vermeidungstechnologien im Markt zu verankern. Zudem wollen wir unsere Marktposition im Bereich Service und Automation weiter ausbauen und sehen große Chancen, den margenstarken Service-Anteil am Umsatz weiter zu steigern.

Dank unseren Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse, die wir in der eigenständigen Einheit thyssenkrupp nucera gebündelt haben, stehen die Chancen gut, dass wir von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff profitieren können. Diesen Startvorteil wollen wir nutzen. Unsere bevorzugte Option ist eine Platzierung am Kapitalmarkt; dadurch wollen wir den Wert des Geschäftsbereichs sichtbar machen und weiteres Wachstum finanzieren. Die Entscheidung über einen potenziellen Börsengang hängt von der Situation am Kapitalmarkt ab.

Sofern sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die grundsätzliche Chance, dass das Segment Multi Tracks die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. andere Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. In Erweiterung dieser Perspektive um Nachhaltigkeitsaspekte umfasst unsere überarbeitete ganzheitliche Risikodefinition jetzt auch mögliche negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima.

Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp bei Aufrechterhaltung der Gasversorgung

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt mit seinen strukturierten Prozessen zu einer effizienten Steuerung der Gesamtrisiken in der Gruppe bei. Aus heutiger Sicht und unterstützt durch das Ergebnis einer Risikotragfähigkeitsanalyse auf Gruppenebene liegen unverändert keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden, sofern die Gasversorgung für unsere Industrieanlagen insb. bei Steel Europe aufrechterhalten werden kann. In einem extremen Verfügbarkeitsszenario sind dabei irreparable Schäden an der Kokerei und weiteren Aggregaten nicht vollständig auszuschließen.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, setzt das voraus, dass wir Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

Grundlagen der Risikostrategie und Risikopolitik verbindlich festgelegt

In unserer Governance, Risk and Compliance Policy (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung bei thyssenkrupp definiert. Allgemeingültige und übergreifende risikopolitische Grundsätze der Gruppe als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, gruppenweit einheitliches und aktives Risikomanagement sind in der Gruppenrichtlinie "Risk und Internal Control" beschrieben. Zu den in den Grundsätzen verankerten Zielen des Risikomanagements bei thyssenkrupp gehört, das Risikobewusstsein in allen Gruppenunternehmen und in der thyssenkrupp AG zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Dafür ist es wichtig, Risiken und Chancen in der Gruppe transparent aufzubereiten und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem sowie anderen Managementsystemen. Das Zusammenspiel der einzelnen Governance-Systeme bei thyssenkrupp gemäß unserer GRC-Policy können Sie der Erklärung zur Unternehmensführung entnehmen. Details zu einzelnen Verantwortlichkeiten im Risikomanagement-Prozess sowie weitere Vorgaben haben wir in der Gruppenrichtlinie "Risk und Internal Control" einheitlich und verbindlich definiert.

Risikomanagement umfasst gruppenweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir in der ganzen Gruppe implementiert; wir entwickeln sie im Falle neuer Anforderungen fortlaufend weiter.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Risikoidentifikation

Risiken in maßgeschneiderten Verfahren identifiziert

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. in der Budgetplanung berücksichtigten operativen Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken in den etablierten Controlling-Gesprächen unter Einbindung des Finanzvorstands trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, denn hier werden Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Risiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Risikoprämissen. Diese gruppenweiten Risikoszenarien betreffen vor allem Wachstumseinbrüche in wesentlichen Volkswirtschaften sowie andere exogene Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken strukturiert zu erfassen und die Risikoinventur durchzuführen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen über mehrere Jahre gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein in der Gruppe flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im gruppenweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Unser internes Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, Risiken in den Geschäftsabläufen zu verringern. Näheres dazu finden Sie im Abschnitt zur Risikosteuerung.

Risikobewertung

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

Risiken, die erkannt wurden, werden nach zentralen Vorgaben einheitlich bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen - gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum - leiten wir Risikoklassen ab. Sollten die Ergebnis- und die Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken voneinander abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß der folgenden Grafik in die Risikoklassen "hoch", "mittel" oder "gering" einordnen.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Mögliche negative Auswirkungen unseres eigenen Handelns auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima bewerten wir unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsdimension darüber hinaus auch qualitativ.

Risikosteuerung

Maßnahmen zur Risikosteuerung für alle Risiken hinterlegt

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen Risiken zu formulieren und deren Umsetzung anschließend systematisch nachzuverfolgen sowie auf Wirksamkeit zu prüfen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern die Entstehung von Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere gruppenweit relevante Richtlinien verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Unsere interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Unternehmen der Gruppe versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Für alle Unternehmen der Gruppe gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen der Unternehmensgruppe unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern. In seiner Ausgestaltung betrachtet das interne Kontrollsystem bei thyssenkrupp alle wesentlichen Geschäftsprozesse und geht über Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus.

Im Rechnungslegungsprozess selbst tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen beispielsweise dazu bei, dass der Gruppenabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Gruppensystem, das auf Standardsoftware basiert, und gewährleisten dadurch ein einheitliches Vorgehen; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen. Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Bei relevanten IT-Systemen führen wir regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter, passen die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess. Im Interesse einer gruppenweit vergleichbaren Transparenz des jeweils vor Ort implementierten internen Kontrollsystems ist die Nutzung einer einheitlichen IT-Anwendung verpflichtend.

Als Abschluss ihrer unterjährigen Kontrollen und Überwachungsaktivitäten bestätigen die Segmente am Ende des Geschäftsjahres in einem sogenannten In Control Statement die Richtigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation zum internen Kontrollsystem für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden auf Gruppenebene zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die wesentlichen Risiken der Gruppe präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen die wesentlichen Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Verantwortlichen der Gruppe teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp auf hohem Niveau weiter zu stärken.

Regelmäßig und bei Bedarf schulen wir die mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem betrauten Mitarbeiter und nutzen unter anderem unsere gruppenweiten internetbasierten Anwendungen, um die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse der Risikoinventur, der Risiko-Kontroll-Matrix und des Selbstbewertungsprozesses nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen sollen dazu beitragen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem effizient zu überwachen, und sie liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken in der Gruppe weiter verbessern können.

Unsere standardisierten Risikomanagement-Prozesse sind wesentlich, um Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation der Gruppe zu informieren. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten jedoch nicht gänzlich ausschließen. Zu unserer Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems verweisen wir auf die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen,
finanzwirtschaftliche Risiken,
rechtliche Risiken und Compliance-Risiken,
Risiken aus operativer Tätigkeit.

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab. Veränderungen bei vereinzelten Risikoeinschätzungen gegenüber dem Vorjahr haben sich im Wesentlichen als Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen sowie aus gestiegenen Kapitalkosten ergeben.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleibt.

Die Konjunkturprognosen sind aufgrund vielschichtiger Unwägbarkeiten von extremer Unsicherheit geprägt.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind aufgrund der Ungewissheiten im Hinblick auf den weiteren Kriegsverlauf in der Ukraine und einer nicht auszuschließenden geografischen Ausdehnung des Konflikts sowie der wirtschaftlichen Folgen des Kriegs von extremer Unsicherheit geprägt. Weitere Liefereinschränkungen bei Öl und Gas, hohe Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreise in einem höchst volatilen Umfeld und damit verbundene Befürchtungen nochmals steigender Inflationsraten mit negativen Auswirkungen auf die Konsum- und die Investitionsbereitschaft sowie anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten bergen erhebliche Risiken für die künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Auch die Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, insb. im Hinblick auf neue Virus-Mutationen sowie erneute Lockdown-Maßnahmen, kann unsere Geschäftsaktivitäten belasten und die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen erheblich beeinträchtigen.

Zudem existieren zahlreiche weitere geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, wie sich die bestehenden handelspolitischen Konflikte und globalen Krisenherde weiter entwickeln werden. Auch wiederkehrende Flut- oder andere Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels stellen ein bedeutendes Wachstumsrisiko dar. Dies gilt auch für eine mögliche mittelfristig stärkere und dauerhafte Abschwächung der chinesischen Wirtschaft auch als Folge der Null-Covid-Strategie des Landes.

Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung, insb. in einigen Ländern Europas, deutlich angestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Kaufkraftverluste und Pandemiefolgen sowie Unsicherheiten aufgrund volatiler Wechselkurse und weiterer Zinserhöhungen könnten diese Entwicklung noch verstärken.

Falls sich die Wirtschaft aufgrund der genannten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickelt, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp aufgrund der weiterhin großen Unsicherheiten in einem höchst volatilen Umfeld aktuell als "hoch" einzuschätzen.

Die wirtschaftliche Entwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Negative-Case-Szenario die Effekte einer sich weiter abschwächenden Konjunktur für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Anforderungen aus neuen Gesetzen können Risiken für unsere Geschäftsmodelle mit sich bringen.

Regulatorische Risiken - Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp unverändert als "mittel" ein.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder unsere Produkte oder Technologien langfristig nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzielle Risiken durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert die Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Über weitere Details dazu berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Tochterunternehmen weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir gruppenweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Tochterunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist, das Zinsänderungsrisiko aus Geldanlagen und -aufnahmen zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen weiterhin als "gering" zu bewerten.

Bei Wertberichtigungsbedarf bilden wir entsprechende bilanzielle Vorsorgen.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Somit sind Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften oder auch Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken bewerten wir aktuell aufgrund höherer Kapitalkosten in Folge steigender Zinsen als "mittel" und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. In der thyssenkrupp-Gruppe werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Software-Tools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von unseren eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert unverändert als "mittel" ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und einheitlich klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken in den Bereichen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht, da diese sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden ein enormes Schadenspotenzial haben. Details zum Compliance-Programm sowie weitere Informationen zur Compliance-Organisation können Sie dem Kapitel "Compliance" entnehmen.

Ein striktes Compliance-Programm wirkt potenziell hohen Schäden bei Verstößen entgegen.

Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt unverändert als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Die weltweite Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt es mit sich, dass sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen Risiken ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, und wir benötigen Energie. Die entsprechenden Einkaufspreise sind im Berichtsjahr im Wesentlichen als Folge des Kriegs in der Ukraine signifikant angestiegen; sie können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen auch zukünftig stark belasten. Die Verfügbarkeit einzelner Energieträger (z.B. Gas), Vormaterialien (z.B. Halbleiterprodukte) oder Transportwege für Rohstoffe können eingeschränkt sein. Lieferanten oder Transportkapazitäten können ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken bewerten wir unter Berücksichtigung der bereits in der Planung berücksichtigten höheren Einkaufspreise aufgrund aktueller Verfügbarkeitsrisiken weiterhin als "mittel".

Risiken in der Lieferkette und insbesondere die Verfügbarkeit von Energie und Vormaterialien sind kontinuierlich unter Beobachtung.

Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen sollen den Beschaffungsrisiken entgegenwirken. Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir mit einer strukturierten Energiebeschaffung. Wir arbeiten darüber hinaus in allen Geschäften daran, unsere Abhängigkeit von Gas zu reduzieren, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten. Sollten dennoch Energie oder Vormaterialien nicht oder nicht fristgerecht verfügbar sein, haben wir im Rahmen unseres Business-Continuity-Managements geschäftsspezifische Notfallpläne entwickelt, um die Folgen möglichst gering zu halten. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir arbeiten daran, diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen entgegenzuwirken. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir unverändert als "mittel" ein.

Mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen und Anlageninvestitionen beugen wir produktionsbedingten Betriebsunterbrechungen vor.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken und damit verbundene Personenschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheitsorganisation zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen dazu beitragen, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken entstehen teilweise verfahrensbedingt Umweltrisiken im Zusammenhang mit der Verunreinigung von Luft und Wasser. Darüber hinaus können auf eigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei sich verfestigenden Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen begegnen wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft. Als Unternehmensgruppe mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Die Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir unverändert als "gering" ein und begegnen ihnen mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem Debitorenmanagement, das der Begrenzung von Forderungsausfällen dient, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen oder unterschiedliche Auslegungen der abgeschlossenen Verträge sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir zusammengenommen weiterhin als "mittel".

Im Rahmen der Vertragsgestaltung von Neuaufträgen versuchen wir, bereits bei Auftragsvergabe mögliche Risiken im Projektablauf zu antizipieren, um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Wir entwickeln unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir - gemessen an unseren Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A - unverändert als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Cyberrisiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen und auch auf thyssenkrupp nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen mit dem Ziel der Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDV-Sicherheitsfachleute unterstützend; sie wird kontinuierlich personell aufgestockt. Zusätzlich überprüft das thyssenkrupp eigene Cyber Defense Center regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Ein sehr wichtiges Thema ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikations- und Schulungskampagnen durch und arbeiten daran, dass die Vertraulichkeit von Informationen dank entsprechender technischer Unterstützung gewahrt bleibt.

Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten und -koordinatoren der Gruppe stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den jeweils anwendbaren lokalen Gesetzen verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger und Fachkräfte nicht in ausreichendem Maße bzw. nicht in der erforderlichen Qualifikation zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation der Gruppe kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Pandemiebedingt kann es darüber hinaus zu vorübergehenden Personalengpässen kommen, wobei der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter für uns höchste Priorität hat. Auch andere Extrem-Ereignisse, wie Naturkatastrophen, Terroranschläge oder schwere Unfälle, können zu einem Mitarbeiterausfall führen. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt unverändert als "gering" ein.

thyssenkrupp positioniert sich auf den sehr dynamischen Arbeitsmärkten weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an die Gruppe. Dazu gehören eine konsequente Führungskräfteentwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme einschließlich betrieblicher Sozialleistungen sowie zeitgemäßer Arbeitsbedingungen. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunkt-Universitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt zu qualifizierten Studenten auf, um Nachwuchs für uns in ausreichender Anzahl und Qualität zu gewinnen.

Operative Risiken der Geschäfte

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- und auf der Absatzseite. Dies beeinflusst die Ergebnissituation sowie das Netto-Umlaufvermögen des Segments. Das zeigte sich auch im Berichtsjahr: Bis zur Mitte des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2021/2022 hat Materials Services vom Konjunkturzyklus profitiert, seitdem sind jedoch gegenläufige Effekte, d.h. eine zunehmende Marktabkühlung, zu beobachten.

Darüber hinaus werden Supply-Chain-Disruptionen immer häufiger und vielfältiger - seien sie bedingt durch den Krieg in der Ukraine, Sanktionen, Marktabschottung, den Klimawandel oder weiterhin durch die Corona-Pandemie. Umso deutlicher zeigt sich, wie essenziell strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten für die Stabilität des Beschaffungsprozesses sind: Dank seiner Multi-Sourcing-Strategie kann Materials Services kurzfristig auf mögliche Störungen in der Lieferkette reagieren. Die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor seines Geschäftsmodells; deshalb arbeitet das Segment permanent daran, seine Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Materials Services forciert strategische Partnerschaften mit Lieferanten.

Eine mögliche Gasknappheit im europäischen Marktumfeld in den Wintermonaten 2022/2023 hätte nur marginalen Einfluss auf die Verarbeitungsprozesse bei Materials Services selbst. Indirekt würde sie sich jedoch in Form von Nachfragerückgängen bei unseren Kunden auf unser Geschäft auswirken. Ähnliche Auswirkungen könnten ab Herbst auch weitere Wellen der Corona-Pandemie haben. Solchen Risiken begegnen wir durch unsere breite internationale Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl der Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige - sowie durch unseren hohen Diversifizierungsgrad: Materials Services kann sowohl etwaige Produktionsstopps bei einzelnen Kunden als auch branchenspezifische Nachfragerückgänge abfedern. Dadurch ergibt sich insgesamt eine signifikante Risikostreuung.

Darüber hinaus will Materials Services seine Absicherung gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen und Wechselkursen auf Basis von Big Data weiter verbessern. Dem Risiko von Forderungsausfällen wiederum begegnet das Segment durch systematisches Management des Netto-Umlaufvermögens und ein effizientes Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente ist vor dem Hintergrund zunehmender Konjunkturrisiken unverändert hoch.

Industrial Components - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Risiken vor allem durch die als Folge von politischen Krisen gestiegene Volatilität des wirtschaftlichen Umfelds. Unter anderem dadurch könnten Faktorkosten, beispielsweise beim Vormaterial und der Energie, künftig noch stärker steigen als ohnehin erwartet, was sich negativ auf die Ergebnismargen auswirken könnte. Eine mögliche Gas- und Energieversorgungsknappheit insbesondere in Deutschland kann zu Produktionsausfällen, Kurzarbeit und höheren Kosten für die Ersatzbeschaffung von produktionsnotwendigen Materialien und Komponenten führen. Lieferkettenstörungen aufgrund anderer Ereignisse, etwa Corona-Lockdowns, können die Beschaffung wie auch die Nachfrage negativ beeinflussen.

Im Anwendungsbereich Windenergie gibt es darüber hinaus Nachfragerisiken, da diese - teilweise - abhängt von nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energien bzw. durch Verzögerungen bei der Umsetzung von Dekarbonisierungsinitiativen gehemmt wird. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Störungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau könnten das Erreichen unserer Ziele in diesen Märkten gefährden. Markt-, Preis- und Kostenrisiken begegnen wir, soweit möglich, mit kontinuierlichen Verbesserungen, Effizienzsteigerungen und einer höheren Flexibilisierung unserer Prozesse. Zudem investieren wir in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

In unserem Schmiedegeschäft bedeuten veränderte Wechselkursrelationen Risiken für Umsatz und Ergebnis, und zwar sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Eine deutlich schnellere - als bereits in der eigenen Planung unterstellte - Elektrifizierung im Bereich Pkw und Lkw kann ein temporäres Risiko für einzelne Standorte bedeuten. Neben dem Hochlauf einer neuen Linie für geschmiedete Vorderachsen arbeiten wir an der weiteren Ausweitung und Lokalisierung unseres verbrennerunabhängigen Industriegeschäfts sowie der Entwicklung neuer Produkte.

Letztlich stellt neben der Energiewende hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem auch die Entwicklung der Strom- und Gaspreise die gesamte energieintensive Industrie und damit auch unsere Schmiedestandorte in Deutschland und Italien vor große Herausforderungen.

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Der Automobilsektor konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zunehmend erholen, doch haben Versorgungsengpässe bei Vormaterialien und -produkten sowie Corona-Lockdowns in China den Fahrzeugmarkt stark beeinflusst.

Die durch Krieg und Pandemie verursachten Versorgungsengpässe - vor allem die anhaltende Halbleiterknappheit - führen zu massiven Lieferverzögerungen. Zudem tragen der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen gegen Russland und Restriktionen in China im Rahmen der dortigen Null-Covid-Strategie zu einer Erhöhung der Preise von Rohstoffen und Zwischenprodukten bei.

Weitere Diversifizierung bei Lieferanten und Vertriebswegen von Automotive Technology

Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren, sind verstärkte Lokalisierungen sowohl auf Lieferanten- als auch auf Produktionsseite, die weitere Diversifizierung bei den Lieferanten und Vertriebswegen, der Aufbau von direkten strategischen und langfristigen Beziehungen zu den Chip-Produzenten sowie die Erhöhung der eigenen Sicherheitsbestände.

Als Folge der angespannten Lieferketten in der Automobilindustrie drohen plötzliche Abrufänderungen durch unsere Kunden, die auch bei uns zu Produktionsstillständen und nicht optimalen Werksauslastungen führen können. Sollten diese Risiken eintreten, werden wir zum Beispiel das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um unseren qualifizierten Mitarbeiterstamm zu halten.

Unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang besetzen wir weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Zusätzliche Risiken können sich aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels ergeben, etwa aus Zöllen für Automobilexporte oder Zulieferteile. Mit Ausweitung seiner Kundenbasis, technischen Innovationen und einer verstärkten internationalen Präsenz versucht Automotive Technology, der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegenzuwirken.

Neben diesen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, eine hohe Wettbewerbsintensität und einen weiter zunehmenden Preisdruck. Diesem Preisdruck wollen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und langfristigen Effizienzsteigerungen begegnen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge streben wir an, diesem Risiko entgegen zu wirken. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Logistik- und Lieferkette. Bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität, Ausbringungsprobleme einzelner Lieferanten sowie ein genereller Mangel bestimmter Vormaterialien und Bauteile, etwa von Gas und Halbleiterprodukten, auch zu Produktionsstillständen bei uns und in der Folge bei unseren Kunden führen.

Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten (Lkw, Schiffe, Container) sowie von Infrastruktureinrichtungen. Diesen Risiken wirken wir durch ein systematisches Lieferanten- und Logistikmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit entgegen. Im Hinblick auf die oben beschriebenen Risiken sind wir bestrebt, Force-Majeure-Klauseln in unseren Lieferverträgen zu verankern.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

Automotive Technology sieht sich auch vor dem Hintergrund des Wandels der Autoindustrie hin zu Elektromobilität und Digitalisierung dem Risiko eines zunehmenden Arbeits- und speziell Fachkräftemangels ausgesetzt. Wir begegnen dem durch die konsequente Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie durch Maßnahmen der Mitarbeiterbindung. Neben Modellen der systematischen Nachfolgeregelung und Talentförderung betrifft dies vor allem die Ausbildung einer ausreichenden Zahl junger Nachwuchskräfte. Darüber hinaus erhöhen wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber kontinuierlich mit den sich verändernden Marktbedingungen und haben zum Beispiel weitreichende Modelle hybriden Arbeitens eingeführt. Die Besetzung offener Stellen wird durch das gruppeninterne Jobportal sowie moderne Recruiting-Prozesse unterstützt.

Durch die Digitalisierung der Automobilbranche werden die Angriffsflächen für Cyberangriffe größer. Durch das interne Programm "Accelerate IT Security", die Einführung einer auf die speziellen Anforderungen im Automotive-Bereich abgestimmten Informationssicherheitsrichtlinie, umfangreiche Zertifizierungen nach dem TISAX-Standard und die konsequente Abarbeitung eines definierten Maßnahmenplans versuchen wir, unautorisierte Zugriffe von Fremden auf unsere IT-Systeme zu verhindern.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko schwankender Nachfragen aufgrund von Verwerfungen in der Supply Chain unserer Kunden (u.a. durch die Halbleiterkrise oder den Krieg in der Ukraine) ausgesetzt. Zusätzlich belasten Preissteigerungen unsere gesamte Produktionskette. Diesen Absatzrisiken will Steel Europe mit vertrieblichen Maßnahmen (z.B. Anpassung von Vertragslaufzeiten), Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen begegnen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe mit seiner Technologiekompetenz, die das Ziel hat, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, soll darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität gewährleisten und so maßgeblich dazu beitragen, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert Steel Europe durch intensives Monitoring der Geschäftspartner sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise will Steel Europe mit risikomindernden Beschaffungsstrategien sowie Maßnahmen zur Margensicherung begegnen. Risiken in der Vormaterialversorgung aus zunehmend extremen Wetterbedingungen, die grundsätzlich alle Verkehrsträger betreffen können, reduziert Steel Europe mit vielfältigen Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel der Verlagerung eines Teils der Warenströme auf jeweils nicht betroffene Verkehrsträger oder dem Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen. Pandemiebedingt besteht weiterhin das Risiko einer Unterbrechung globaler Lieferketten.

Erdgas-Mindestbezug bei Steel Europe zum Aufrechterhalten der Produktion notwendig

Wegen der möglichen Verknappung der Erdgasversorgung und da eine Umstellung der Produktionsprozesse auf Erdöl oder Kohle nicht möglich ist, bestehen das erhöhte Risiko der Produktionseinschränkung und bei Unterschreitung eines Erdgas-Mindestbezugs das Risiko von Stilllegungen oder technischen Schäden an unseren Aggregaten. Insbesondere vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Optimierung unserer Produktionsprozesse auch hinsichtlich des Energieeinsatzes gibt es bei Erdgas nur in geringem Maße zusätzliche Einsparpotenziale. Diese Risiken lassen sich nur eingeschränkt bewältigen.

Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der sich verstärkenden Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei den Emissionszertifikaten wird auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) weiterbestehen, etwa durch Verknappung der Zertifikate sowie die Umsetzung der EU-Klimaziele bis 2030. Dem begegnen wir mit unserer Strategie der Sicherungsgeschäfte. Um Risiken aus zu erwartenden Anpassungen im EU-Emissionshandel, insbesondere der Freizuteilung in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bei gleichzeitiger Einführung eines CO2-Grenzausgleichs, signifikant zu senken, beschleunigen wir - um nur eine Maßnahme zu nennen - die Transformation, indem wir die erste Direktreduktionsanlage größer dimensionieren als ursprünglich geplant.

Mit dem Ziel, Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, stellen wir Mittel für die laufende präventive Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereit. Für den Fall einer auch pandemiebedingt möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgeschrieben sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen und Kostenbelastungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu regenerativ dominierten Energiesystemen für die Gas- und Stromversorgung. Bei ihrer grünen Transformation ist die Stahlindustrie jederzeit auf ausreichend verfügbare erneuerbare Strommengen zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Das angedachte Konzept eines Industriestrompreises, mit dem der energieintensiven Industrie für die Transformation ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung stehen soll, könnte geeignet sein, etwaige Risiken auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Stahlerzeugung zu minimieren. Diese Diskussion begleiten wir aktiv.

Des Weiteren stehen wir in diesem Zusammenhang vor der Herausforderung, dass temporäre, krisenbedingte Produktionseinschränkungen im Zusammenhang mit einer drohenden Gasmangellage oder auch geänderten technischen Rahmenbedingungen dauerhaft dazu führen, dass die geltenden Entlastungsmechanismen (z.B. CO2-Freizuteilungen) für die Zukunft nicht mehr in Gänze greifen. Auch diese Entwicklung begleiten wir aktiv im Rahmen der aktuellen Reform des EU-Emissionshandels.

Marine Systems - Technischen und terminlichen Risiken in den Bestandsaufträgen, die häufig von der Entwicklung neuer Systeme und Komponenten herrühren, will Marine Systems durch die strukturierte Umsetzung eigener technischer Mitigationsmaßnahmen und ein konsequentes Lieferanten- und Risikomanagement begegnen.

Im Exportgeschäft bestehen wegen möglicher politischer Entwicklungen in Kundenländern oder umliegenden Regionen grundsätzlich Risiken durch nicht erteilte Exportgenehmigungen für unsere Projekte. Hinsichtlich der von uns bedienten Kundenbasis und der aktuellen geostrategischen Lage sieht Marine Systems gegenwärtig zwar in einem Fall Verzögerungen bei Erteilung einer Exportgenehmigung, jedoch keine Indizien für ein generelles Versagen dieser Genehmigung seitens der Bundesregierung. Die anhaltende Rohstoff- und Komponentenknappheit sowie Störungen in unseren Lieferketten machen sich zunehmend als Termin- und Kostenrisiken in unseren Bestandsaufträgen bemerkbar. Die Auswirkungen dieser Risiken sind bislang aufgrund der sehr langfristig angelegten Projektbearbeitung beherrschbar.

Die Preisentwicklung und die möglichen Lieferengpässe beim Erdgas verfolgt Marine Systems mit Sorge. Im Produktionsprozess spielt Erdgas zwar nur eine untergeordnete Rolle, gleichwohl wären bei einem auch nur vorübergehenden Lieferstopp Auswirkungen auf einzelne Gewerke nicht auszuschließen, etwa bei der Schweißvorbereitung oder in der Glasfaser-Verbundstoff-Fertigung. Marine Systems begegnet diesem Risiko mit einem Notfallplan.

Im Exportgeschäft verlangen Aufträge mit Wertschöpfungsanteilen im Kundenland sowie in anderen Nicht-Euro-Währungsräumen aufgrund der gegenüber Vorjahren erhöhten Marktvolatilität ein sorgfältiges Beobachten und Steuern wechselkurs- und inflationsbedingter Risiken.

Marine Systems nimmt zudem Anzeichen einer Änderung der Nachfrage- und Angebotsverhältnisse auf den Märkten für Fachkräfte wahr und stellt sich dem durch ein intensiviertes und zielgerichtetes Recruiting. Bislang sind keine signifikanten Störungen durch fehlendes Know-how eingetreten.

Multi Tracks - Das Marktumfeld in unserem Anlagenbau ist herausfordernd. Grund dafür sind neben der Volatilität aufgrund der weiterhin pandemischen Situation Lieferengpässe sowie der Krieg in der Ukraine mit den sich hieraus ergebenden Folgen. Das Servicegeschäft ist weitgehend stabil. Durch den Verkauf der Geschäftseinheit Mining wurden Projekt- und Marktrisiken im Anlagenbau reduziert.

Den Risiken in der Abwicklung langfristiger und technisch komplexer Aufträge im Anlagenbau wollen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei einem kleineren Anteil von Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge). Zur Risikominimierung bei laufenden Aufträgen oder bei der Anbahnung von neuen Großaufträgen werden bei Bedarf auch externe Beratungen hinzugezogen.

Bei Springs & Stabilizers bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Abrufvolumen aufgrund der anhaltenden Halbleiter-Krise der Automobilindustrie und von Corona-Lockdowns in China und daraus resultierenden Produktionsproblemen unserer Kunden. Lieferengpässe und der Krieg in der Ukraine beeinflussen das Umfeld zusätzlich. Risiken bestehen zudem aufgrund der zuletzt dynamischen Material- und Energiepreissteigerungen.

Im Bereich Automation Engineering wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zur Anpassung der Kapazität umgesetzt. Der Markt im Bereich Antriebsmontage bleibt mit Unsicherheiten behaftet. Die operative Entwicklung ist weiterhin abhängig von stabilen Auftragsbearbeitungen und Lieferketten.

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2022 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a und 315a HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte Kapitalbeteiligungen

Zum 30. September 2022 besteht eine direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG laut einer freiwilligen Information vom September 2022.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat die Hauptversammlung die Satzung in § 5 erweitert und die Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss beschlossen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Mit Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 3. Februar 2027

das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen auszuschließen, unter anderem bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen und bei Barkapitalerhöhungen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegebenen Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechte, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten ausgegeben werden oder auszugeben sind.
mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, unter anderem bei Ausgabe gegen Sacheinlagen und bei Barzahlung, wenn der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen den ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aufgrund der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten auszugebenden Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechte, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten ausgegeben werden oder auszugeben sind.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.
zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Als Verwendung eigener Aktien ist der Vorstand beispielsweise ermächtigt, diese mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barleistung zu veräußern, wenn der Veräußerungspreis den Börsenpreis von Aktien der zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet und deren rechnerische Anteil am Grundkapital insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreitet.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,5 Mrd €. Bei dem größten Teil dieser Kreditlinien haben die Banken unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50% der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.
Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 3,2 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen. In den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrags durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels vereinbart worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Falle eines Kontrollwechsels haben Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch die Vorstandsmitglieder haben diese Anspruch auf eine Abfindung in Höhe des Jahresfestgehalts und der voraussichtlichen STI-Leistungen für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags, jedoch begrenzt auf maximal zwei Jahresvergütungen, bestehend aus Festgehalt und STI. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt. Die zugehörigen Regelungen sind im "Vergütungsbericht" im Abschnitt "Leistungen bei Vertragsbeendigung - Change of Control" dargestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst sämtliche Bereiche unserer Unternehmensgruppe. Dabei werden sowohl nationale Regelungen wie die Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" eingehalten als auch weitere gängige Standards mitberücksichtigt. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Abs. 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate-Governance-Berichterstattung. Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2022 auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde:

Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AG

zu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2021 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 28. April 2022 entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2022

Für den Aufsichtsrat - Russwurm -

Für den Vorstand - Merz -

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Einbindung in die Gruppe berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2022 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate-Governance > Vergütungsbericht

Das geltende Vorstandsvergütungssystem, das von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 96,70 % des vertretenen Grundkapitals gebilligt wurde, sowie die Vergütungsberichte der letzten Geschäftsjahre einschließlich des jeweils zugehörigen Vermerks des Abschlussprüfers und der letzten Beschlüsse der Hauptversammlung zu Vergütungssystem und Vergütungsbericht sind auf unserer Website verfügbar. Den Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2021/2022 finden Sie zudem im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts.

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild der Gruppe Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln unseres Handelns sowie unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. thyssenkrupp verfolgt zudem die Strategie, in den einzelnen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Über unsere umfassende Nachhaltigkeitsagenda informieren wir ausführlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung integriert im Geschäftsbericht. Eine Übersicht der nichtfinanziellen Angaben finden Sie im gleichnamigen Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" und unter anderem in den Kapiteln "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" und "EU-Taxonomie" sowie auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem gruppenweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe gültigen GRC-Policy verankert ist.

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

Der organisatorische Rahmen des integrierten GRC-Modells ist bei thyssenkrupp das Three-Lines-Modell. Es veranschaulicht, auf welcher Ebene (Linie) welche Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement im weiteren Sinne in der Unternehmensgruppe liegen. Es hilft Organisationen, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, die eine starke Governance und ein starkes Risikomanagement ermöglichen.

MODELL DER 3 LINIEN

In der ersten Linie (First Line) werden die Tätigkeiten (einschließlich des Managements von Risiken) und der Einsatz von Ressourcen unter Berücksichtigung externer und interner Vorgaben geleitet und gelenkt, dorthin wo sie erforderlich sind. Risiken sollen dort verhindert bzw. erfasst und reduziert werden, wo sie entstehen können, d.h. auf operativer Ebene in den Geschäften.

Dies geschieht, indem die Risiko- und Kontrollverantwortlichen vor Ort konkrete Maßnahmen des Risikomanagements und der Compliance ergreifen und die Vorgaben des internen Kontrollsystems umsetzen. Alle Mitarbeitenden in der First Line sind dazu aufgefordert, bewusst und eigenverantwortlich mit Risiken im Rahmen ihrer Kompetenzen und unter Einhaltung der Gesetze und der von thyssenkrupp vorgegebenen internen verbindlichen Regelungen umzugehen und somit Risiken angemessen zu steuern. Über die Leitung der Segmente erfolgt ein ständiger Dialog mit dem Vorstand der thyssenkrupp AG über geplante, tatsächliche und erwartete Ergebnisse im Zusammenhang mit den Zielen der Organisation sowie über Risiken.

Die zweite Linie (Second Line) gestaltet die konkrete Governance für die thyssenkrupp Unternehmensgruppe und legt entsprechende Mindestvorgaben für Systeme und Prozesse zur Anwendung in der First Line fest.

Sie setzt den Rahmen für die Zusammenarbeit in der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und formuliert gruppenweit gültige Vorgaben für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance - etwa durch verbindliche interne Regelwerke. Die spezifische Ausgestaltung der Governance erfolgt risikoorientiert und liegt im Ermessen des Vorstands.

Die Verantwortung des Managements zur Erreichung der Organisationsziele umfasst sowohl Rollen der ersten als auch der zweiten Linie.

Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance soll ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet werden.

Wesentliche Merkmale unseres Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der gruppenweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Compliance Verstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstößen, insbesondere in Bezug auf unsere Compliance Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht, begegnen wir mit "Null Toleranz". Gleichzeitig bringt das Compliance Commitment aber auch unsere positive Grundhaltung zu Compliance zum Ausdruck: Wir halten uns aus Überzeugung an die Regeln.

Der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, berichtet über den zuständigen Head of Corporate Center an das für Compliance zuständige Vorstandsmitglied der thyssenkrupp AG.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als dritte Linie (Third Line) überwacht die Gruppen Funktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit, Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse, der internen Kontrollen sowie des Risikomanagements. Sie unterstützt die Unternehmensleitung und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion und berichtet direkt und unabhängig an den Vorstand der thyssenkrupp AG sowie bei Bedarf an den Aufsichtsrat. Die Unabhängigkeit von Internal Auditing gewährleistet, dass sie in ihrer Planung und bei der Durchführung ihrer Arbeit frei von Behinderungen und Voreingenommenheit ist sowie ungehinderten Zugang zu den erforderlichen Personen, Ressourcen und Informationen hat. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet halbjährlich bzw. bei Bedarf über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einer externen Qualitätsprüfung (Quality Assessment) unterzogen; das letzte Quality Assessment wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Ergänzt wird das Modell der drei Linien in Bezug auf die Rechnungslegung durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Mit dem integrierten Governance-, Risiko- und Compliance-Ansatz hat der Vorstand einen Steuerungsrahmen für thyssenkrupp geschaffen und implementiert, der auf ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagement abzielt. Die im Rahmen dieses Ansatzes umgesetzten Maßnahmen zielen ebenfalls auf die Wirksamkeit und Angemessenheit des internen Kontroll- und Risikomanagements ab und werden beispielsweise im Chancen- und Risikobericht näher erläutert. Im Rahmen der Verankerung des Modells der drei Linien und der gesetzlichen Rahmenbedingungen finden zugleich unabhängige Überwachungen und Prüfungen statt, insbesondere durch die Prüfungen der Funktion Internal Auditing und deren Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie durch sonstige externe Prüfungen.1)

Aus der Befassung mit dem internen Kontroll- und Risikomanagement sowie der Berichterstattung der Funktion Internal Auditing sind dem Vorstand keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.1)

1) Bei den Angaben in diesem Absatz handelt es sich um sogenannte lageberichtsfremde Angaben im Sinne der Erläuterungen in den Vorbemerkungen zu diesem Lagebericht.

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Ausschüsse

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe sie beachten. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in § 7 Abs. 1 der Satzung und Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Der Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert sie den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Er wird von dem regelmäßig tagenden Executive Committee, bestehend aus den CEOs der Segmente, den Leitern der Corporate Center und einem Vertreter der Regionen beraten. Im Veränderungsprozess zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe können Geschäftskompetenzen so stärker als bisher in die Überlegungen auf Gruppenebene einfließen und die Rolle der Geschäfte weiter stärken.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Gruppenabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebericht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Gruppenabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021/2022 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 99,71 % des vertretenen Kapitals ebenfalls gebilligt. Damit wurde das am 17. Januar 2014 durch die Hauptversammlung beschlossene System ohne Veränderungen bestätigt. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

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Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden von dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens.

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Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Verena Volpert [Vorsitzende], Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Tanja Jacquemin, Daniela Jansen und Dirk Sievers), dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Friederike Helfer, Jürgen Kerner, Dr. Ingo Luge, Tekin Nasikkol, Peter Remmler und Dirk Sievers). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten zu den Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Webseite der Gesellschaft veröffentlicht.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen die Aufgaben nicht abschließend übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und deren Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die letzte Selbstbeurteilung wurde im Geschäftsjahr 2019 / 2020 von externer und unabhängiger Seite begleitet.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe unter Nr. 23 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Die im Geschäftsjahr 2021/2022 gemeldeten, bisher getätigten Geschäfte, wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2022 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl des Abschlussprüfers, sowie über die Billigung des Vergütungsberichts. Grundsätzlich können Aktionäre ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann die Hauptversammlung in voller Länge für jedermann live verfolgt werden. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Auf der Webseite haben Aktionäre darüber hinaus auch unterjährig Zugang zu einer Vielzahl von Informationen über ihr Unternehmen.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > Hauptversammlung

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führt einmal im Jahr in einem strukturierten Governance Dialog Gespräche mit institutionellen Investoren über Themen, die den Aufsichtsrat und dessen Arbeit betreffen. Die Präsentation, die für diesen Zweck erstellt wird, steht als ein Element der vielfältigen ESG-Informationen für den Kapitalmarkt ebenfalls auf der Webseite zum Download zur Verfügung.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > esg-informationen-fuer-den-kapitalmarkt

Wegen der Corona-Pandemie hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch für die Hauptversammlung 2022 gemäß § 1 Abs. 1 und Abs. 2 des "Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie" ("Covid-Gesetz") entschieden, diese ohne physische Präsenz der Aktionäre und ihrer Bevollmächtigten abzuhalten. Die Aktionäre und Bevollmächtigten konnten ihre Rechte wie bisher schriftlich über das InvestorPortal auf der Webseite von thyssenkrupp ausüben. Die Hauptversammlung wurde in voller Länge auf der Website der Gesellschaft bzw. parallel im InvestorPortal übertragen. Dort standen den Aktionären frühzeitig alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Als zusätzliche Funktion konnten aufgrund des Covid-Gesetzes Fragen bis spätestens einen Tag vor der Hauptversammlung elektronisch im InvestorPortal eingereicht werden. Alle eingereichten Fragen wurden von der Gesellschaft strukturiert nach Themenblöcken beantwortet. Außerdem hatten Aktionäre die Möglichkeit, Stellungnahmen als Text- oder Videobeiträge einzureichen, die ebenfalls auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurden.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/2022 und zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2021/2022.

PwC ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2012 nach externer Ausschreibung. Die Pflicht zur externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers nach der EU-Verordnung 537 / 2014 besteht für die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2022 / 2023. Am 4. Februar 2022 wählte die Hauptversammlung daher auf Empfehlung des Aufsichtsrats die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) für eine prüferische Durchsicht unterjähriger Finanzinformationen für das Geschäftsjahr 2022 / 2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden. Dem Wahlvorschlag des Aufsichtsrats war eine entsprechende Empfehlung des Prüfungsausschusses nach Durchführung des gesetzlich vorgesehenen Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens für Abschlussprüfer vorausgegangen. Nähere Informationen hierzu sind in der Einladung zur Hauptversammlung und im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe zum 30. September 2022 sind Michael Preiß als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer und Linksunterzeichner sowie Philip Meyer zu Spradow als Rechtsunterzeichner. Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen werden erfüllt.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene und die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindesthöhe des Frauenanteils von 30 % ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Zum 30. September 2022 gehörten dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite fünf weibliche Mitglieder, und auf Arbeitnehmerseite drei weibliche Mitglieder an, woraus sich ein Frauenanteil von 40 % ergibt.

Für den Frauenanteil Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % mit einer Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Seit der Bestellung von Martina Merz in den Vorstand der thyssenkrupp AG liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 33 %. Mit Beschluss vom 19. Mai 2022 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG von 33 % (eine Person) und eine Zielerreichungsfrist bis zum 30.06.2027 beschlossen.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hatte der Vorstand im April 2017 für die erste Führungsebene von 8 auf 11 % und für die zweite Führungsebene von 23 auf 25 % mit Zielerreichungsfrist jeweils zum 30. Juni 2022 festgelegt. Zum 30.Juni 2022 beträgt der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 20 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 19 %. Die Zielgröße für die erste Führungsebene wurde übererfüllt, die anvisierte Zielgröße für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands konnte zum 30. Juni 2022 nicht erreicht werden. Zum Zeitpunkt ihrer Festlegung 2017 war die Umstrukturierung mehrerer Corporate Gesellschaften inklusive der thyssenkrupp AG bedingt durch die Transformation hin zu einer Unternehmensgruppe mit vermehrt dezentralen Verantwortlichkeiten und dem damit einhergehenden Personalwechsel nicht absehbar gewesen.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat sich auch für die Zukunft das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern. Mit Beschluss vom 23. Juni 2022 hat er deshalb eine Zielgröße von 33 % (fünf Personen) für die erste und von 30 % (vierzehn Personen) für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands und eine Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2027 festgelegt. Zudem haben weitere mitbestimmte Gesellschaften in der Unternehmensgruppe Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsleitung und in deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für die Erreichung dieser Ziele beschlossen und beides entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt in Vorstand und Aufsichtsrat, wie insbesondere im Aktiengesetz, im DCGK und in den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften dargelegt. Die dort beschriebenen unterschiedlichen Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind auch im vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand ausgerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: die Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats berücksichtigt die genannten Kriterien bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand. Das Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands ist im Berichtszeitraum, in dem es keine Wechsel im Vorstand gegeben hat, erfüllt. Insbesondere verfügen die Vorstandsmitglieder über langjährige Erfahrung in den ihnen zugewiesenen Ressorts. Zudem ist mit Martina Merz eines von drei Vorstandsmitgliedern weiblich. Ihre Bestellung hat der Aufsichtsrat im Mai 2022 unter Berücksichtigung des Diversitätskonzepts und des Unternehmensinteresses verlängert.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben umfasst das Diversitätskonzept zwei weitere wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen, sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss berücksichtigt bei seiner Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat auf Seiten der Aktionärsvertreter das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Der Aufsichtsrat hat die bestehenden Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil entsprechend der Anforderungen des DCGK in seiner aktuellen Fassung im Mai 2020 aktualisiert. Diese sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;

industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance;

Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;

maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann;
das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als 12 Jahre an;

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als 12 Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet);

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil. Die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung werden in den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt, zuletzt bei der Wahl des zuvor gerichtlich bestellten Mitglieds des Aufsichtsrats, Dr. Verena Volpert, in der Hauptversammlung 2021. Nach Auffassung des Aufsichtsrats verfügt er in seiner derzeitigen Zusammensetzung über die im Kompetenzprofil enthaltenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen:

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ANTEILSEIGNERVERTRETER

Russwurm Behrendt Buchner Colberg
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2019 2020 2021 2018
Diversität
Geburtsjahr 1963 1959 1960 1959
Geschlecht m w m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Ingenieur Betriebswirtin Wirtschaftsingenieur Betriebswirt / Wirtschaftsinformatiker
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X X X
Personal/HR2) X - - X
Finanzierung und Kapitalmarkt - - - X
Nachhaltigkeit X X X -
Digitalisierung und IT X - - X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - - X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X X X X
Materials Services - X - -
Industrial Components X X X X
Automotive Technologies X X X X
Marine Systems - - - X
Gather Gifford
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2018 2019
Diversität
Geburtsjahr 1953 1965
Geschlecht w w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Mathematikerin / Betriebswirtin Bankbetriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X
Personal/HR2) X -
Finanzierung und Kapitalmarkt - -
Nachhaltigkeit X X
Digitalisierung und IT X X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X -
Materials Services - X
Industrial Components - -
Automotive Technologies - X
Marine Systems - -
Günther Helfer Luge Volpert
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2020 2019 2020
Diversität
Geburtsjahr 1967 1976 1957 1960
Geschlecht m w m w
Staatsangehörigkeit deutsch österreichisch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Diplom Volkswirt Ingenieurin Jurist Betriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X X -
Personal/HR2) X - X -
Finanzierung und Kapitalmarkt X X - X
Nachhaltigkeit X - - X
Digitalisierung und IT - - - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung X - X X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - - -
Materials Services X - X -
Industrial Components - - X -
Automotive Technologies - - - -
Marine Systems - - - -

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) sowie operative Exzellenz.

2) Personal / HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ARBEITNEHMERVERTRETER

Hass Jacquemin Jansen Julius
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2017 2016 2021 2022
Diversität
Geburtsjahr 1965 1972 1977 1968
Geschlecht m w w m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Energieanlagenelektroniker Betriebswirtin Politikwissenschaftlerin Schlosser
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X - - -
Personal / HR2) X - - -
Finanzierung und Kapitalmarkt - - - -
Nachhaltigkeit X X X -
Digitalisierung und IT - - - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - X - X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - X -
Materials Services X - - -
Industrial Components X - X X
Automotive Technologies X - X X
Marine Systems X - -
Kerner Koch
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2022
Diversität
Geburtsjahr 1969 1977
Geschlecht m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Informationselektroniker Werkzeugmechaniker
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X
Personal / HR2) X X
Finanzierung und Kapitalmarkt X -
Nachhaltigkeit X -
Digitalisierung und IT - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe - -
Materials Services - -
Industrial Components - -
Automotive Technologies - X
Marine Systems - -
Nasikkol Remmler Sievers Würz
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2009 2018 2015
Diversität
Geburtsjahr 1968 1958 1971 1959
Geschlecht m m m w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Betriebswirt Groß- und Außenhandelskaufmann Industriemechaniker Juristin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X - X -
Personal / HR2) X X X -
Finanzierung und Kapitalmarkt X - - X
Nachhaltigkeit - X - X
Digitalisierung und IT - X - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - X X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - - X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - X X
Materials Services - X - X
Industrial Components - - - X
Automotive Technologies - - - X
Marine Systems - - - X

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) sowie operative Exzellenz.

2) Personal/HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich: Birgit Behrendt, Stefan Erwin Buchner, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm und Dr. Verena Volpert.

Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als CFO und Finanzvorstand börsennotierter Unternehmen ist insbesondere Dr. Bernhard Günther als Mitglied des Prüfungsausschusses mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung anzusehen. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in Leitungsfunktionen im Finanzbereich börsennotierter Aktiengesellschaften und Aufsichtsratsfunktionen von Kapitalgesellschaften sowie ihrer Tätigkeit als Steuerberaterin ist insbesondere Dr. Verena Volpert (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung anzusehen. Der Sachverstand bezieht sich jeweils auch auf die in diesen Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung und deren Prüfung. Die Aufsichtsratsmitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem thyssenkrupp tätig ist, vertraut.

Gruppenabschluss

thyssenkrupp-Gruppe - Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2021 30.9.2022
Immaterielle Vermögenswerte 04 1.892 1.872
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 05 6.513 6.748
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 06 670 642
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 718 863
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 337 304
Aktive latente Steuern 31 472 732
Langfristige Vermögenswerte 10.602 11.161
Vorräte 08 7.116 8.889
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 4.308 5.298
Vertragsvermögenswerte 10 1.434 1.895
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 849 701
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 1.386 1.745
Laufende Ertragsteueransprüche 123 159
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34 8.974 7.638
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 2.019 8
Kurzfristige Vermögenswerte 26.209 26.331
Summe Vermögenswerte 36.811 37.492

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2021 30.9.2022
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.771 4.777
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 372 1.167
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen - 34 -
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 10.400 14.202
Nicht beherrschende Anteile 445 540
Eigenkapital 13 10.845 14.742
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 7.896 5.812
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 298 226
Sonstige Rückstellungen 16 513 431
Passive latente Steuern 31 60 53
Finanzschulden 17 3.784 2.786
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 66 41
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 1 15
Langfristige Verbindlichkeiten 12.619 9.363
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 176 168
Sonstige Rückstellungen 16 1.175 1.268
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 151 150
Finanzschulden 17 1.640 1.195
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18 4.244 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 729 980
Vertragsverbindlichkeiten 10 2.205 3.098
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 1.794 1.722
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 03 1.232 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.347 13.387
Verbindlichkeiten 25.966 22.750
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.811 37.492

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 2020/2021 2021/2022
Umsatzerlöse 24 ,25 34.015 41.140
Umsatzkosten 04, 05 -29.659 -35.479
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.356 5.660
Forschungs- und Entwicklungskosten -234 -246
Vertriebskosten -2.379 -2.518
Allgemeine Verwaltungskosten -1.540 -1.537
Sonstige Erträge 26 323 375
Sonstige Aufwendungen 27 -114 -191
Sonstige Gewinne und Verluste 28 32 230
Betriebliches Ergebnis 443 1.772
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 06 -106 -245
Finanzierungserträge 725 1.291
Finanzierungsaufwendungen -962 -1.431
Finanzergebnis 29 -343 -385
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 101 1.387
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31 -120 -175
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -19 1.212
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 03 -6 9
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -115 1.136
Nicht beherrschende Anteile 90 85
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 32
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,17 1,81
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,18 1,82

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gesamtergebnisrechnung

Mio € 2020/2021 2021/2022
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 455 1.847
Steuereffekt -23 31
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt 432 1.878
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 6 0
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 6 0
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 3 11
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 440 1.889
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 127 532
Realisierte (Gewinne)/Verluste 1 14
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 128 545
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 9 10
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt -1 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 8 10
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -20 -5
Realisierte (Gewinne)/Verluste 7 59
Steuereffekt 4 -8
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -9 47
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 48 -41
Realisierte (Gewinne)/Verluste 46 66
Steuereffekt -3 -19
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 90 6
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 83 229
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können 300 837
Sonstiges Ergebnis 740 2.726
Gesamtergebnis 715 3.946
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 611 3.811
Nicht beherrschende Anteile 105 135
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten 617 3.803
Nicht fortgeführte Aktivitäten -6 9

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
--- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
--- --- --- --- ---
Stand am 30.9.2020 622.531.741 1.594 6.664 1.472
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -115
Sonstiges Ergebnis 434
Gesamtergebnis 319
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung 0
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften - 7
Sonstige Veränderungen -14
Stand am 30.9.2021 622.531.741 1.594 6.664 1.771
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.136
Sonstiges Ergebnis 1.880
Gesamtergebnis 3.016
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen - 9
Stand am 30.9.2022 622.531.741 1.594 6.664 4.777
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
--- --- ---
Stand am 30.9.2020 - 93 6
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 111 4
Gesamtergebnis 111 4
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2021 19 10
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 505 5
Gesamtergebnis 505 5
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2022 524 15
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- ---
Cashflow-Hedges
--- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente Wertminderungen Finanzinstrumente Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung
--- --- --- --- ---
Stand am 30.9.2020 2 42 84 - 1
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 6 - 9 133 - 36
Gesamtergebnis 6 - 9 133 - 36
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2021 8 33 217 - 37
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 0 46 - 2 11
Gesamtergebnis 0 46 - 2 11
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2022 7 79 215 - 26
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- ---
--- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Insgesamt
--- --- ---
Stand am 30.9.2020 40 9.810
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 115
Sonstiges Ergebnis 83 725
Gesamtergebnis 83 611
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Kapitalerhöhung 0
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften - 7
Sonstige Veränderungen - 14
Stand am 30.9.2021 123 10.400
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1.136
Sonstiges Ergebnis 229 2.676
Gesamtergebnis 229 3.811
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0
Sonstige Veränderungen - 9
Stand am 30.9.2022 352 14.202
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand am 30.9.2020 364 10.174
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 90 - 25
Sonstiges Ergebnis 15 740
Gesamtergebnis 105 715
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 44 - 44
Kapitalerhöhung 2 2
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften 4 - 3
Sonstige Veränderungen 16 2
Stand am 30.9.2021 445 10.845
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 85 1.220
Sonstiges Ergebnis 50 2.726
Gesamtergebnis 135 3.946
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 40 - 40
Sonstige Veränderungen 0 - 9
Stand am 30.9.2022 540 14.742

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Kapitalflussrechnung

Mio € 2020/2021 2021/2022
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 6 -9
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) -67 -184
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.064 1.421
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -159 -72
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 106 245
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -45 -243
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -1.816 -1.570
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -35 -767
- Vertragsvermögenswerte 62 -330
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -132 -268
- Sonstige Rückstellungen 116 -330
-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.400 408
-Vertragsverbindlichkeiten -358 694
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -24 403
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 94 618
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten -3 0
Operating Cashflow 92 617
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -1 -7
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -36 -1
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.404 -1.247
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -44 -49
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 855
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 122 171
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 1 0
Desinvestitionen von Termingeldern 850 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -510 -277
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -510 -277
Tilgung von Anleihen -850 -1.250
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 222 186
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -264 -136
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -148 -141
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -140 -196
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -44 -40
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -3 -40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -3 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge -52 -174
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -1.283 -1.792
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 3 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.280 -1.791
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.698 -1.451
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18 72
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 10.697 9.017
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 9.017 7.638
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 42 -
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 10 29
Zinsauszahlungen -159 -131
Erhaltene Dividenden 17 35
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -177 -381

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Anhang

thyssenkrupp-Gruppe

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Die Anschrift lautet: thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen. Die Gesellschaft ist eingetragen beim Registergericht in Duisburg, HR B 9092 und in Essen, HR B 15364. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochterunternehmen ("Gruppe") zum 30. September 2022 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 8. November 2022 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Gruppenabschluss wurde unter Anwendung von §315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Gruppenabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen der Gruppe durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Gruppenabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Gruppenabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Gruppenunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Gruppenabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit die Gruppe Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt die Gruppe maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn die Gruppe einen Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50% hält. Soweit ein Gruppenunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochterunternehmen ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Gruppenabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Gruppenwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder-Verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für die thyssenkrupp-Gruppe wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1

Jahresdurchschnittskurs Basis 1€
30.9.2021 30.9.2022 2020/2021 2021/2022
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,16 0,97 1,20 1,09
Chinesische Renminbi Yuan 7,48 6,94 7,78 7,10
Schweizerische Franken 1,08 0,96 1,09 1,02
Polnische Zloty 4,62 4,85 4,54 4,66

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen der Gruppe zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.

Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die Gruppe die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene in der thyssenkrupp-Gruppe dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes. Bei der Zuordnung des Wertminderungsaufwands wird der Buchwert nicht unter den höchsten Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, Nutzungswert und Null herabgesetzt (Wertuntergrenze des IAS 36.105).

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Ein Vertrag begründet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt,

die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts (des Leasinggegenstandes)
für einen bestimmten Zeitraum
gegen Zahlung eines Entgelts

zu kontrollieren.

Als Leasingnehmer bilanziert die Gruppe grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln unter Berücksichtigung des jeweiligen Währungsraums.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,
variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,
erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien,
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde und
Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Leasingverbindlichkeit,
bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,
anfängliche direkte Kosten und
Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben.

Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. thyssenkrupp hat bestimmte Anlagenklassen (z. B. PCs, Telefone, Drucker, Kopierer) identifiziert, in denen regelmäßig Leasinggegenstände von geringem Wert enthalten sind. Außerhalb dieser Anlagenklassen werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000€ als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Des Weiteren werden die neuen Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Daneben werden gruppeninterne Leasingverhältnisse gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich auch zukünftig wie Operating-Lease-Verhältnisse gemäß IAS 17 dargestellt.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten der Gruppe eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.

Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist die Gruppe das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die Summe der Leasingzahlungen wird als Miet- und Pachterträge in den Umsatzerlösen ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.

Als Leasinggeber bei einem Finance Lease weist die Gruppe Forderungen in Höhe des Barwertes der abgezinsten Leasingzahlungen zuzüglich des ungarantierten Restwertes aus dem Leasingverhältnis aus.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen.

Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie die zinslosen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung (vgl. Anhang-Nr. 03).

Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.

Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp mit Ausnahme der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung das Wahlrecht einheitlich ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertänderungen der Vorzugsaktien werden hingegen erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) ausgewiesen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust, mit Ausnahme der langfristigen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp folgendes Modell entwickelt, in dem sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ableiten. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags.

Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder umfassen Barmittel, Sichteinlagen und finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen sowie kurzfristige Termingelder mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls realisiert wurden.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivativen Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.

Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern auf Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst.

In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Grundsätzlich ermitteln sich die Ertragsteuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen Gewinne.

Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Laufende Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Bilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen der Gruppe aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Gruppe verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn die Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Die Gruppe verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 unterhält die Gruppe einen Vergütungsplan mit Ausgleich durch Aktien. Hiernach erhalten die Vorstände einen Teil der kurz- und langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile (STI und LTI) in Form von Aktien. Sofern die bestehenden Tranchen der Incentivepläne betroffen sind, erfolgte eine Umgliederung der Rückstellung in das Eigenkapital, im Übrigen wird der Aufwand linear über den Erdienungszeitraum verteilt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlangung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.

Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.

Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.

Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und die Gruppe über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung der thyssenkrupp-Gruppe ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Gruppenabschluss abgeleitet mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Gruppe weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Die Gruppe weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte gesonderte Komponente der Gruppe (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente der Gruppe in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

In der Regel klassifiziert die Gruppe Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Gruppenunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Gruppenabschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen in der Gruppe und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, der derzeitigen weltweiten Corona-Pandemie sowie des Klimawandels. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Gruppenabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz der Gruppe ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft die Gruppe jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat die Gruppe einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen die Gruppe tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines von der thyssenkrupp Gruppe erstellten Modells bestimmt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Finanzielle Vermögenswerte werden darüber hinaus im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Leasing

Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Vertragskonditionen bieten thyssenkrupp als Leasingnehmer eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit eines entsprechenden Leasingvertrags werden sämtliche Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung einer Verlängerungs- bzw. zur Nichtausübung einer Kündigungsoption haben. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit werden etwaige Optionen nur berücksichtigt, sofern sie als hinreichend sicher eingeschätzt werden. Im Falle sich im Zeitablauf ändernder Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.

Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

Bestimmte Gruppengesellschaften, insbesondere bei Marine Systems und Multi Tracks, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.

Die im Falle von Verträgen mit Kunden, die mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen enthalten, notwendige Aufteilung des Transaktionspreises auf die unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen erfolgt anhand der relativen Einzelveräußerungspreise. Die verwendeten relativen Einzelveräußerungspreise entsprechen grundsätzlich direkt beobachtbaren Marktpreisen, zu denen die Gruppengesellschaft die Leistungsverpflichtungen separat an andere Kunden verkauft. Ist der Einzelveräußerungspreis nicht direkt beobachtbar, so erfolgt eine bestmögliche Schätzung des Einzelveräußerungspreises. In diesen Fällen kommen die Methode der angepassten Marktbeurteilung, die Kostenzuschlagsmethode oder die Restwertmethode zur Anwendung.

Ertragsteuern

Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der weltweiten Corona-Pandemie

Insbesondere vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der weltweiten Corona-Pandemie wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05), Beteiligungen (vgl. Anhang-Nr. 06), aktive latente Steuern (vgl. Anhang-Nr. 31), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 09 und 10) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Die Unsicherheiten bei der Beurteilung der Auswirkungen der fortbestehenden weltweiten Corona-Pandemie auf die aktuelle Geschäftsentwicklung einschließlich der Ertragsaussichten, insbesondere im Hinblick auf neue Virus-Mutationen sowie erneute Lockdown-Maßnahmen, bleiben auch in diesem Berichtsjahr unverändert bestehen. Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 sind verschiedene geopolitische und wirtschaftliche Verwerfungen zu beobachten. Die weitere Entwicklung und die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung, wie beispielsweise weiterhin steigende Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreise, mögliche weitere Liefereinschränkungen bei Öl und Gas und damit verbundene Befürchtungen weiterhin hoher oder sogar steigender Inflationsraten mit negativen Auswirklungen auf die Konsum- und Investitionsbereitschaft auch als Folge weiterer Zinserhöhungen, anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie, lokale Lockdown-Maßnahmen bzw. Null-Covid-Strategie in China sowie die zunehmende Verschuldung in einigen Ländern Europas, sind aus heutiger Sicht mit großen Unsicherheiten verbunden; vgl. hierzu auch ergänzend die ausführliche Darstellung des Makro- und Branchenumfelds im Wirtschaftsbericht des Lageberichts.

Auswirkungen des Klimawandels

Generell steht die Stahlindustrie als eine der größten CO2-Emittenten zukünftig vor großen strukturellen Herausforderungen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So hat in den vergangenen zwei Berichtsjahren die gesellschaftliche und politische Diskussion um notwendige bzw. zu verschärfende Klimaschutz-Maßnahmen an Dynamik gewonnen. In diesem Zusammenhang wurde Anfang September 2022 mit der Freigabe entsprechender Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg die Grundlage für den Einstieg in die grüne Transformation geschaffen.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2021/2022 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

Änderungen an IFRS 4 "Insurance Contracts - deferral of IFRS 9", Veröffentlichung im Juni 2020
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 "Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2", Veröffentlichung im August 2020

Veröffentlichte, aber 2021/2022 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende Standards bzw. Änderungen von Standards herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Die Gruppe geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards und Änderungen von Standards einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
IFRS 17 "Insurance Contracts", Veröffentlichung im Mai 2017, einschließlich Änderungen an IFRS 17 "Amendments to IFRS 17", Veröffentlichung im Juni 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current", Veröffentlichung im Januar 2020 bzw. Oktober 2022, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024/2025
Änderungen an IFRS 3, IAS 16, IAS 37 und Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2018-2020, Veröffentlichung im Mai 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2022/2023
Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies", Veröffentlichung im Februar 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 8 "Accounting policies, Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates", Veröffentlichung im Februar 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction", Veröffentlichung im Mai 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IFRS 17 "Insurance Contracts: Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9-Comparative Information", Veröffentlichung im Dezember 2021, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IFRS 16 "Leases: Lease Liability in a Sale and Leaseback", Veröffentlichung im September 2022, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024/2025

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2020/2021 und 2021/2022 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.9.2020 93 238 331
Zugänge 6 10 16
Abgänge -5 -7 -12
Stand am 30.9.2021 94 241 335
Zugänge 5 15 20
Abgänge -7 -36 -43
Stand am 30.9.2022 92 220 312

Die Zugänge in 2021/2022 resultieren im Wesentlichen aus Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf Veräußerungen zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe und Verkäufe" in dieser Anhang-Nr. sowie unter "Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" in Anhang-Nr. 03.

2 (Vorjahr: 2) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,005% des gesamten Gruppenumsatzes, ihr Ergebnis 0,004% des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,008% des Gruppeneigenkapitals.

8 (Vorjahr: 11) assoziierte Unternehmen und 11 (Vorjahr: 11) Joint Ventures werden in der Gruppe nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 5 (Vorjahr: 6) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 0,199% des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,069% des Gruppeneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 3 (Vorjahr: 4) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Gruppenabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Gruppenabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die zwei anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 2) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält die Gruppe maximal Anteile in Höhe von 1 %. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem die Gruppe keine Anteile hält. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen besteht ein Liefervertrag mit einem Gruppenunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).

Erwerbe und Verkäufe

Geschäftsjahr 2021/2022

Im Geschäftsjahr 2021/2022 tätigte die Gruppe nur einen kleineren Erwerb bei Marine Systems. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr neben kleineren Verkäufen bei Materials Services die Verkäufe der drei Veräußerungsgruppen Infrastructure, Edelstahlgeschäft und Mining (vgl. Anhang-Nr. 03) vollzogen, die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Gruppenabschluss auswirkten:

ABGÄNGE

Mio € 2021/2022
Firmenwert 93
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 342
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 75
Vorräte 727
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 678
Vertragsvermögenswerte 42
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 35
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 53
Laufende Ertragsteueransprüche 14
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 228
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 2.337
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 63
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 5
Sonstige langfristige Rückstellungen 16
Passive latente Steuern 19
Langfristige Finanzschulden 29
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 19
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 10
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 41
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 12
Kurzfristige Finanzschulden 257
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 773
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 54
Vertragsverbindlichkeiten 185
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 129
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 1.613
Abgehendes Reinvermögen 724
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 2
Nicht beherrschende Anteile - 3
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 96
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung 819
Verkauf Tagesgeldforderung 317
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung einschließlich Verkauf Tagesgeldforderung 1.136
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 1.083
Davon: durch Forderungsabtretung aus Gewinnabführungsvertrag beglichen -6
Davon: durch Fremdkapitalinstrumente beglichen 60

Geschäftsjahr 2020/2021

Im Geschäftsjahr 2020/2021 tätigte die Gruppe kleinere Erwerbe bei Marine Systems und Industrial Components, die jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren sowie kleinere Veräußerungen bei Multi Tracks und Materials Services, die ebenfalls jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren; hierzu gehört auch Verkauf der Carbon Components, der im August 2021 an die Action Composites GmbH aus Österreich erfolgte.

03 Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Nicht fortgeführte Aufzugaktivität thyssenkrupp hatte Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach der Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgte der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020. Die Transaktion erfüllte die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasste Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung werden die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden noch anfallenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

In der nachfolgenden Tabelle sind die in 2020/2021 und 2021/2022 angefallenen nachlaufenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die aus beiderseitigen Verpflichtungen aus dem Vertrag über die Veräußerung der Aufzugaktivitäten in 2019/2020 resultieren. In Bezug auf die gegenseitigen Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien wurde im 2. Quartal 2021/2022 eine neue Vereinbarung mit dem Erwerber getroffen, die dazu führte, dass die insoweit bisher bilanzierten Ansprüche und Verpflichtungen vollständig aufgelöst werden konnten.

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio € 2020/2021 2021/2022
Umsatzerlöse 0 0
Andere Erträge 61 0
Aufwendungen -67 9
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) -6 9
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -6 9
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -6 9
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -6 9
Nicht beherrschende Anteile 0 0

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Diese Beteiligung setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:

Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Angaben nach den Regeln des IFRS 12 sind in Anhang-Nr. 06 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden. Die Anhangangaben nach IFRS 7 sind in Anhang-Nr. 22 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang Nr. 24.

Veräußerungsgruppen

Im Rahmen der Transformation und strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp erfolgt auch eine Fokussierung des Portfolios. In diesem Zusammenhang wurden im 4. Quartal 2020/2021 die Verkäufe von Mining, Infrastructure und dem Edelstahlgeschäft eingeleitet, die die Kriterien von IFRS 5 für den Ausweis als Veräußerungsgruppen, aber nicht als nicht fortgeführte Aktivitäten erfüllten. Damit waren die jeweiligen Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auszuweisen sowie die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der jeweiligen Veräußerungsgruppe in der Bilanz zum 30. September 2021 separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" auszuweisen.

Veräußerungsgruppe Mining

Am 29. Juli 2021 hat thyssenkrupp den Verkauf des Mining-Geschäfts aus dem Segment Multi Tracks mit dem dänischen Unternehmen FLSmidth vereinbart (Signing). Die Veräußerungsgruppe ist Anbieter von Technologien für die Miningindustrie.

Nach Erhalt aller fusionskontrollrechtlichen Freigaben und dem Abschluss der umfangreichen Carve out-Aktivitäten wurde der Verkauf am 31. August 2022 vollzogen. Hieraus resultierte ein Gewinn in Höhe von 118 Mio €, der im 4. Quartal 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

Im Zusammenhang mit dem im 4. Quartal 2020/2021 eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 umfasste, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug zum 30. September 2021: -30 Mio €.

VERÄUSSERUNGSGRUPPE MINING

Mio € 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 93
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 66
Aktive latente Steuern 18
Vorräte 98
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 115
Vertragsvermögenswerte 74
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 33
Laufende Ertragsteueransprüche 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 532
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 4
Sonstige langfristige Rückstellungen 4
Passive latente Steuern 0
Langfristige Finanzschulden 6
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 10
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 39
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Kurzfristige Finanzschulden 3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 95
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Vertragsverbindlichkeiten 167
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 78
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 445

Veräußerungsgruppe Infrastructure

Am 5. August 2021 hat thyssenkrupp mit der FMC Beteiligungs KG einen Vertrag zum Verkauf der Infrastructure aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe ist im Tief-, Hafen- und Spezialtiefbau sowie im Ingenieurbau tätig. Das Produktportfolio umfasst die Bereiche Profile und Ankertechnik, Hochwasserschutz, Ramm- und Ziehtechnik, Bohrtechnik, Grabenverbau und Traggerüstbau.

Im Zusammenhang mit der Zuordnung von Infrastructure zum Segment Multi Tracks wurden umfangreiche Analysen des Markumfeldes und der Veräußerungsmöglichkeit einzelner Vermögenswerte durchgeführt. Vor diesem Hintergrund wurde im 3. Quartal 2020/2021 die Werthaltigkeit von Infrastructure nach IAS 36 nochmals überprüft und ein Wertminderungsbedarf von 27,3 Mio € ermittelt; dieser betraf in Höhe von 0,2 Mio € immaterielle Vermögenswerte und in Höhe von 24,3 Mio € Sachanlagen. 2,8 Mio € konnten wegen der Wertuntergrenzen gemäß IAS 36.105 nicht erfasst werden. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entsprach dem Nutzungswert, der insgesamt 58 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,65% angesetzt wurde. Darüber hinaus erfolgte im 4. Quartal 2020/2021 im Rahmen des eingeleiteten Verkaufs mit der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten; hieraus resultierten im Wesentlichen weitere Wertminderungen in Höhe von 20 Mio €, die insbesondere die kurzfristigen Vermögenswerte betreffen. Die Wertminderungen wurden im 4. Quartal 2020/2021 in den Umsatzkosten ausgewiesen. Nach den vorgenommenen Wertminderungen entsprach der Buchwert der Veräußerungsgruppe dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Nach Erhalt aller fusionskontrollrechtlichen Freigaben wurde der Verkauf der Infrastructure an die FMC Beteiligungs KG mit Ausnahme der australischen Aktivitäten am 30. November 2021 vollzogen. Hieraus resultierte ein Verlust von 6 Mio €, der im 1. Quartal 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wurde. Für die australischen Aktivitäten erfolgte der Vollzug mit Abschluss der IT-Carve-Out-Aktivitäten am 31. Januar 2022. Hieraus resultierte ein Verlust von 0,2 Mio €, der im 2. Quartal 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wurde.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 umfasste, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug zum 30. September 2021: -2 Mio €:

VERÄUSSERUNGSGRUPPE INFRASTRUCTURE

Mio € 30.9.2021
Vorräte 39
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 68
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Langfristige Finanzschulden 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 2
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Vertragsverbindlichkeiten 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 40

Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Am 16. September 2021 hat thyssenkrupp mit der italienischen Arvedi Gruppe einen Vertrag zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet.

Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus resultierte eine Wertaufholung in Höhe von insgesamt38 Mio €, da der beizulegende Zeitwert (Level 3, Ableitung aus Kaufpreis) abzüglich der Kosten der Veräußerung höher ist als der Buchwert. Dieser war aufgrund der durch die Corona-Pandemie geminderten Erwartungen an die künftige Ertragslage zum 30. September 2020 wertgemindert. Die Wertaufholung in Höhe von insgesamt 38 Mio € entfällt mit 6 Mio € auf Bauten und mit 32 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen. Sie ist in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2020/2021 ausgewiesen; gleichzeitig wurden latente Steuern von 11 Mio € passiviert. Darüber hinaus entstanden im 1. Quartal 2021/2022 unter Berücksichtigung der kaufvertraglichen Vereinbarungen und der Entwicklung des Working Capitals aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 26 Mio €.

Nach Erhalt aller fusionsrechtlichen Freigaben wurde der Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) an die italienische Arvedi Gruppe am 31. Januar 2022 vollzogen (Closing). Nach der Finalisierung der vertraglich vereinbarten Prozesse zur Kaufpreisabstimmung resultierte hieraus ein Abgangsverlust von insgesamt 15 Mio €, der in 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird und wovon bereits 8 Mio € im 2. Quartal 2021/2022 realisiert wurden.

Im Rahmen des Verkaufs wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15% an AST behält, um die schon heute bestehende operative Zusammenarbeit mit Arvedi zu stärken; diese Anteile behandelt thyssenkrupp als Fremdkapitalinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 umfasste, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden zudem konzerninterne Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 276 Mio €. Das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug zum 30. September 2021: -1 Mio €.

VERÄUSSERUNGSGRUPPE EDELSTAHLGESCHÄFT

Mio € 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 22
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 282
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 60
Vorräte 521
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 477
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 8
Laufende Ertragsteueransprüche 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.419
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige langfristige Rückstellungen 15
Langfristige Finanzschulden 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 24
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 577
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 9
Vertragsverbindlichkeiten 38
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 59
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 747

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Zum 30. September 2022 werden in der Bilanz in der Zeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" Sachanlagen in Höhe von 8 Mio € ausgewiesen, die zwei Grundstücke im Raum Dortmund betreffen, die im Segment Steel Europe zur Veräußerung vorgesehen sind. Der Vollzug wird im 1. Quartal 2022/2023 erwartet.

Erläuterungen zur Bilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2020 1.482 904 2.700 5.085
Währungsunterschiede 6 1 4 11
Veränderung Konsolidierungskreis -22 0 -5 -27
Zugänge 24 14 0 38
Umbuchungen 12 2 0 14
Abgänge -21 -2 0 -23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -135 -3 -114 -252
Stand am 30.9.2021 1.346 916 2.585 4.847
Währungsunterschiede 27 30 46 103
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zugänge 25 17 0 42
Umbuchungen 16 3 0 18
Abgänge -22 -373 0 -395
Stand am 30.9.2022 1.392 592 2.630 4.614
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2020 988 803 1.219 3.010
Währungsunterschiede 3 0 5 8
Veränderung Konsolidierungskreis -22 0 -6 -28
Abschreibungen 73 20 0 93
Wertminderungsaufwendungen 20 4 3 26
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 0 0 2
Abgänge -19 -2 0 -20
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -111 -3 -23 -137
Stand am 30.9.2021 934 823 1.197 2.955
Währungsunterschiede 20 29 41 90
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 -2 -2
Abschreibungen 60 18 0 78
Wertminderungsaufwendungen 2 8 0 11
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 3 0 5
Abgänge -21 -373 0 -393
Stand am 30.9.2022 997 509 1.236 2.743
Nettowerte
Stand am 1.10.2020 494 101 1.481 2.075
Stand am 30.9.2021 412 92 1.387 1.892
Stand am 30.9.2022 395 82 1.394 1.872

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Der höhere Wert von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt gemäß IFRS den erzielbaren Betrag einer CGU. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurde der Wert für die CGUs auf Basis des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Geschäften erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Grundannahme der Planung ist - aufgrund der aktuell zahlreichen Belastungsfaktoren für die Weltwirtschaft - ein unterdurchschnittliches Wachstum in 2023. Ab dem Jahr 2024 wird bei erwarteter allmählicher Entspannung im Hinblick auf die Belastungsfaktoren eine Normalisierung des Wirtschaftswachstums angenommen. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode wird das dritte Planjahr unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen um zwei weitere Jahre fortgeschrieben und dann in der Regel über eine nachhaltige Wachstumsrate von 1,4% (Vorjahr: 1,3%) in die ewige Rente überführt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 1,5% (Vorjahr: 0,1 %) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 7,5% (Vorjahr: 7,5%). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze für die sieben per 30. September 2022 in der thyssenkrupp-Gruppe definierten firmenwerttragenden CGUs ermittelt wurden (Vorjahr: 7 CGUs):

VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE

Bandbreiten
in % 30.9.2021 30.9.2022
--- --- ---
Materials Services n/a n/a
Industrial Components 9,8 12,2
Automotive Technology 9,2 10,1
Steel Europe n/a n/a
Marine Systems 9,3 9,9
Multi Tracks 10,6-13,3 13,7-15,1
Corporate Headquarters & Others 8,8 10,7

Per 30. September 2022 beträgt der Gesamtfirmenwert in der thyssenkrupp-Gruppe 1.394 Mio € (Vorjahr: 1.387 Mio €). Dieser entfällt im Wesentlichen auf die CGUs Marine Systems und nucera (Segment Multi Tracks).

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Segment) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes (Vorjahreswert)

in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert

in %
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Wachstumsrate

in %
Wesentliche Prämissen für den Werthaltigkeitstest
Marine Systems (Marine Systems) 1.043 75 9,9 1,3 - Profitable Abarbeitung des Auftragsportfolios
(1.041) (9,3) - Realisierung des geplanten Auftragseingangs, insbesondere im Unterwasserbereich, und damit auch einer deutlichen Margenverbesserung im abzuarbeitenden Auftragsportfolio
- Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Basis des implementierten Performance-Programms
- Ableitung Cashflow in der ewigen Rente basiert auf Annahmen zum bestehenden Auftragsbestand sowie künftigen Auftragseingängen
nucera 186 (n/a) 13 14,9 (n/a) 1,4 - Profitable Abarbeitung der gewonnenen Aufträge
(Multi Tracks) - Realisierung des geplanten Auftragseingangs
- Profitables Wachstum in den Geschäftsbereichen "Green Hydrogen" und "Chlor-Alkali-Elektrolyse-Verfahren
- Ergebnisverbesserung durch Skalierungs- und Standardisierungseffekte im zukunftsträchtigen Geschäftssegment

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

Zu den in 2021/2022 erfolgten Wertminderungen vgl. die Ausführungen zum Segment Steel Europe in Anhang-Nr. 02.

In 2020/2021 erfolgte im Bereich Corporate Headquarters im Zusammenhang mit der Beendigung des zentralen Daproh-Projekts (Daten- und Prozessharmonisierungsprojekt) in Höhe von 17 Mio € die vollständige Wertminderung der erworbenen Software.

05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)

Die Sachanlagen der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte
Bruttowerte
Stand am 1.10.2020 5.512 19.569 2.115 791
Währungsunterschiede 20 92 6 6
Veränderung Konsolidierungskreis 25 -4 -3 -1
Zugänge 77 286 102 136
Umbuchungen 76 387 40 - 7
Abgänge -87 -251 -86 -29
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -262 -1.090 -189 -41
Stand am 30.9.2021 5.360 18.988 1.985 852
Währungsunterschiede 108 432 31 56
Veränderung Konsolidierungskreis -6 -16 0 -3
Zugänge 72 298 91 120
Umbuchungen 107 491 36 -4
Abgänge -55 -461 -79 -36
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -8 0 0 0
Stand am 30.9.2022 5.579 19.732 2.065 985
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2020 3.633 16.955 1.783 168
Währungsunterschiede 8 69 5 4
Veränderung Konsolidierungskreis -1 -11 -3 -2
Abschreibungen 95 489 105 139
Wertminderungsaufwendungen 4 49 19 28
Wertaufholungen -50 -39 0 0
Umbuchungen 13 81 5 -2
Abgänge -50 -241 -78 -14
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -148 -939 -157 -29
Stand am 30.9.2021 3.505 16.413 1.679 292
Währungsunterschiede 56 344 24 28
Veränderung Konsolidierungskreis -7 -17 0 -3
Abschreibungen 99 505 101 126
Wertminderungsaufwendungen 55 265 25 0
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 32 49 0 -2
Abgänge -49 -453 -76 -16
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0 0 0
Stand am 30.9.2022 3.693 17.106 1.752 424
Nettowerte
Stand am 1.10.2020 1.879 2.614 331 622
Stand am 30.9.2021 1.855 2.575 307 560
Stand am 30.9.2022 1.886 2.626 313 561
Mio € Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau
Bruttowerte
Stand am 1.10.2020 49 1.047
Währungsunterschiede 0 9
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -1
Zugänge 0 740
Umbuchungen -1 -453
Abgänge -9 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -48
Stand am 30.9.2021 39 1.292
Währungsunterschiede 0 44
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 0 683
Umbuchungen 4 -532
Abgänge -18 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0
Stand am 30.9.2022 25 1.485
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2020 23 201
Währungsunterschiede 0 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -2
Abschreibungen 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 9
Wertaufholungen 0 -5
Umbuchungen -1 -100
Abgänge -5 -1
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -5
Stand am 30.9.2021 17 99
Währungsunterschiede 0 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 132
Wertaufholungen 0 -1
Umbuchungen 8 - 93
Abgänge -13 -2
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0
Stand am 30.9.2022 12 136
Nettowerte
Stand am 1.10.2020 27 846
Stand am 30.9.2021 22 1.193
Stand am 30.9.2022 13 1.349
Mio € Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2020 29.082
Währungsunterschiede 133
Veränderung Konsolidierungskreis 16
Zugänge 1.341
Umbuchungen 41
Abgänge -465
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.630
Stand am 30.9.2021 28.518
Währungsunterschiede 672
Veränderung Konsolidierungskreis -26
Zugänge 1.265
Umbuchungen 102
Abgänge -651
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -8
Stand am 30.9.2022 29.871
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2020 22.763
Währungsunterschiede 87
Veränderung Konsolidierungskreis -19
Abschreibungen 829
Wertminderungsaufwendungen 109
Wertaufholungen -94
Umbuchungen -4
Abgänge -389
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.278
Stand am 30.9.2021 22.005
Währungsunterschiede 454
Veränderung Konsolidierungskreis -26
Abschreibungen 832
Wertminderungsaufwendungen 476
Wertaufholungen -2
Umbuchungen - 7
Abgänge -608
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0
Stand am 30.9.2022 23.123
Nettowerte
Stand am 1.10.2020 6.319
Stand am 30.9.2021 6.513
Stand am 30.9.2022 6.748

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den sonstigen Funktionsbereichen.

Geschäftsjahr 2021/2022

Im 1. Quartal 2021/2022 war im Segment Steel Europe eine Wertminderung in Höhe von 13 Mio € auf eine Anlage im Bau aufgrund von vom Vorlieferanten verursachten Baumängeln erforderlich. Im Segment Multi Tracks erfolgten in einem chinesischen Werk von Springs & Stabilizers infolge von unwetterbedingten Schäden Wertminderungen in Höhe von 12 Mio €, die im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen sowie Bauten betreffen.

Nachdem im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering bereits im 2. Quartal 2021/2022 Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 6 Mio € aufgrund reduzierter Absatzerwartungen erfolgten, wurden in diesem Bereich im 3. Quartal 2021/2022 weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 23 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen erhöhte Material- und Logistikkosten sowie gestiegene Kapitalkosten. Der anhaltende Halbleiter-Engpass und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs führen auch weiterhin zu reduzierten Abrufen der Kunden in der Automobilindustrie. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 565 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,40% angesetzt wurde.

Aufgrund der im 3. Quartal 2021/2022 deutlich gestiegenen Kapitalkosten ("Triggering Event" gem. IAS 36.12) wurden zum 30. Juni 2022 alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der thyssenkrupp Gruppe einer erneuten Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 unterzogen; hieraus resultierte ein Wertberichtigungsbedarf im Segment Steel Europe. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 7,67 % für die zukünftigen Cashflows ergab sich bei einem Gesamtbuchwert per 30. Juni 2022 von in Summe 6.869 Mio € ein relevanter Nutzungswert von 6.475 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsbedarf beträgt 390 Mio €. Hiervon entfallen 204 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 109 Mio € auf Anlagen im Bau, 46 Mio € auf Bauten, 21 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 8 Mio € auf Entwicklungskosten sowie 2 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Darüber hinaus entstand hieraus ein Wertminderungsbedarf auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind, in Höhe von 4 Mio €. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf unterschiedlichen Szenarien für den zukünftigen Geschäftsverlauf. Neben den bereits für vorherige Bewertungsanlässe herangezogenen stahlspezifischen zyklischen Risiken wurde nunmehr auch eine mögliche temporäre Einschränkung der Gasversorgung (für die eigenen Produktionsstätten und die der Kunden) und damit verbunden eine temporäre Minderauslastung von Steel Europe bezogen auf das Winterhalbjahr 2022/2023 als Szenario berücksichtigt, welches die kurzfristige Cashflow-Erwartung im nächsten Geschäftsjahr belastet. Die Ergebnisse der Szenarien wurden mit Wahrscheinlichkeiten gewichtet, welche die aktuelle Management-Einschätzung reflektieren. Das aktuelle Bewertungsumfeld bleibt von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch der dynamischen Entwicklung der Kapitalkosten geprägt. Aus heutiger Sicht kann es daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich die weitere Entwicklung negativ auf die Wertentwicklung der Vermögenswerte von Steel Europe auswirkt.

Die im 3. Quartal 2021/2022 erfolgte Wertberichtigung in Höhe von 4 Mio € der in der thyssenkrupp Gruppe gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 3. Quartal 2021/2022.

Im Rahmen der erneuten Werthaltigkeitsprüfungen wurde im 4. Quartal 2021/2022 weiterer Wertminderungsbedarf im Segment Automotive Technology identifiziert. So wurden in der Business Unit Steering weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 14 Mio € erforderlich. Dies ist im Wesentlichen auf weitere Kostensteigerungen in den Bereichen Rohmaterial, Logistik und Energien zurückzuführen. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 583 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,21 % angesetzt wurde. Darüber hinaus wurden im Segment Automotive Technology in der Business Unit Bilstein im Erstausrüstergeschäft in Deutschland im 4. Quartal 2021/2022 Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 8 Mio € und auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 3 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen der Verlust eines Folgeauftrags sowie die Anpassung der Geschäftsstrategie an die Marktgegebenheiten. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt -7 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,88% angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 66 Mio € nicht erfasst werden. Darüber hinaus wurden im 4. Quartal 2021/2022 im Segment Multi Tracks weitere Wertminderungen in der Business Unit Springs & Stabilizers erfasst. An den deutschen und ungarischen Standorten wurden somit für das Geschäftsjahr 2021/2022 insgesamt Wertminderungen in Höhe von 6 Mio € auf Anlagen im Bau, technische Anlagen und Maschinen sowie weitere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung erforderlich. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt 18 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,48 % (Deutschland) bzw. 9,84 % (Ungarn) angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 25 Mio € nicht erfasst werden.

Im 4. Quartal 2021/2022 wurde auch im Segment Steel Europe eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit vorgenommen, woraus sich kein Anpassungsbedarf ergab.

Darüber hinaus erfolgten Wertminderungen bei den Veräußerungsgruppen, die unter Anhang-Nr. 03 dargestellt sind.

Geschäftsjahr 2020/2021

Aufgrund der insbesondere durch die Corona-Pandemie gesunkenen Nachfrage im Luftfahrtbereich und der damit einhergehenden niedrigeren Erwartung in die zukünftige Ertragslage wurden bei Materials Services in der Business Unit Supply Chain Services in den USA Wertminderungen in Höhe von 19 Mio € erforderlich. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 5,89% angesetzt wurde, beträgt insgesamt 24 Mio €. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 1 Mio € nicht erfasst werden.

Bei Automotive Technology erfolgten in der Business Unit Steering Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 38 Mio €. Ursächlich hierfür waren die seit der Corona-Pandemie reduzierten Absatzerwartungen bei laufenden Aufträgen, welche sich u.a. durch den anhaltenden Halbleiter-Engpass fortsetzen. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante Nutzungswert beträgt insgesamt 525 Mio €, zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,13% angesetzt wurde. Vom so ermittelten Wertminderungsaufwand konnten 7 Mio € aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 nicht erfasst werden.

Die nicht vollständige Erfassung eines Wertminderungsaufwands aufgrund der Regelung des IAS 36.105 in den vorgenannten Fällen resultiert daraus, dass eine Einzelveräußerung des jeweiligen langfristigen Vermögenswerts zu einem höheren Wert möglich wäre.

In der Einheit Special Units erfolgte eine teilweise Wertaufholung in Höhe von 42 Mio € der im Vorjahr wertgeminderten in der thyssenkrupp-Gruppe gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets). Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Zuschreibung ergibt sich aus einer gegenüber dem Vorjahr in Summe erhöhten Tragfähigkeit von Corporate Assets durch die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die erhöhte Tragfähigkeit geht im Wesentlichen auf Struktureffekte (Verkauf Edelstahlgeschäft) sowie auf eine gegenüber der Vorjahresplanung verbesserte Erwartung in die zukünftige Ertragslage zurück, welche insbesondere bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Segmente Materials Services und Automotive Technology zu einer erhöhten Tragfähigkeit an Corporate Assets führt.

Darüber hinaus erfolgten Wertminderungen und Wertaufholungen bei den Veräußerungsgruppen, die unter Anhang-Nr. 03 dargestellt sind.

Die Sachanlagen enthalten auch Nutzungsrechte, deren Zusammensetzung und Entwicklung nachfolgend dargestellt ist:

ENTWICKLUNG NUTZUNGSRECHTE

Mio € Grundstücke Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2020 155 506 48 81 1 791
Währungsunterschiede 0 5 0 0 0 6
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -1 0 0 0 -1
Zugänge 7 103 9 17 0 136
Umbuchungen -4 -2 0 -1 0 -7
Abgänge 0 -25 -1 -3 0 -29
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1 -22 -10 -8 0 -41
Stand am 30.9.2021 156 563 46 86 0 852
Währungsunterschiede 0 48 5 3 0 56
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -3 0 0 0 -3
Zugänge 8 89 6 17 0 120
Umbuchungen 0 -3 0 0 0 -4
Abgänge 0 -27 -1 -8 0 -36
Stand am 30.9.2022 164 667 56 98 1 985
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2020 7 112 18 31 0 168
Währungsunterschiede 0 3 0 0 0 4
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -2 0 0 0 -2
Abschreibungen 6 100 9 24 0 139
Wertminderungsaufwendungen 1 27 0 0 0 28
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen -1 -1 0 0 0 -2
Abgänge 0 -10 -1 -2 0 -14
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1 -13 -9 -7 0 -29
Stand am 30.9.2021 12 216 17 46 0 292
Währungsunterschiede 0 24 3 2 0 28
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -3 0 0 0 -3
Abschreibungen 6 88 10 21 0 126
Wertminderungsaufwendungen 0 0 0 0 0 0
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 -2 0 0 0 -2
Abgänge 0 -8 -1 -6 0 -16
Stand am 30.9.2022 19 314 29 62 0 424
Nettowerte
Stand am 1.10.2020 148 393 30 50 1 622
Stand am 30.9.2021 144 347 29 40 0 560
Stand am 30.9.2022 145 353 27 36 0 561

Die thyssenkrupp-Gruppe mietet als Leasingnehmer im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Verbindlichkeiten werden innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen (vgl. Anhang-Nr. 17).

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 89 Mio € (Vorjahr: 115 Mio €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung -ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2022 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 14 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 32 Mio € (Vorjahr: 50 Mio €); davon wurden 7 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 25 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 11 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind mit Ausnahme des Anteils der Beteiligung an TK Elevator, der nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03) alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 523 Mio € (Vorjahr: 549 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 119 Mio € (Vorjahr: 121 Mio €).

Mit dem Vollzug des Verkaufs von Elevator Technology am 31. Juli 2020 hat thyssenkrupp 18,95% an der Vertical Topco I S.A. mit Sitz in Luxembourg in Form von mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien erhalten (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung wird aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss nach der Equity-Methode bilanziert und ist als wesentlich für thyssenkrupp zu betrachten. Maßgeblicher Einfluss liegt insbesondere vor, da thyssenkrupp einen Sitz im Board der Vertical TopCo S.a.r.l. hat und an wesentlichen Entscheidungsprozessen teilnimmt. Die Elevator-Beteiligung hat für thyssenkrupp ausschließlich einen finanzstrategischen Charakter.

Die Anschaffungskosten der Beteiligung an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg zum 31. Juli 2020 betrugen 606 Mio €. Der Buchwert dieser Beteiligung zum 1. Oktober 2021 betrug 544 Mio € (Vorjahr: 600 Mio €). Durch die Equity-Fortschreibung reduzierte sich der Buchwert um 26 Mio € auf 518 Mio € zum 30. September 2022 (Vorjahr: 544 Mio €).

Darin enthalten ist ein zum 30. Juni 2022 erfasster Wertminderungsaufwand in Höhe von 63 Mio €, der aufgrund des gestiegenen Buchwerts (vor Wertminderung) der Beteiligung sowie gleichzeitig sinkendem beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten aufgrund von Entwicklungen des Diskontierungszinssatzes sowie des Kursverhältnisses von USD zu EUR zustande kam. Der für die Bestimmung dieses Wertminderungsaufwands relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, für dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 11,48% angesetzt wurde, belief sich zum 30. Juni 2022 auf insgesamt 519 Mio €.

Darüber hinaus ergab sich zum 30. September 2022 ein weiterer Wertminderungsbedarf in Höhe von 73 Mio €. Der buchwerterhöhenden Auswirkung der Equity-Fortschreibung, die im Wesentlichen aufgrund der Veränderung des Kursverhältnisses von USD zu EUR zustande gekommen ist, stand ein nahezu unveränderter beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gegenüber. Der für die Bestimmung dieses Wertminderungsaufwands relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten beträgt zum 30. September 2022 insgesamt 518 Mio €. Für die Ermittlung wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 11,79% angesetzt.

Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde jeweils unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Verwendungen der zum Bilanzstichtag vorliegenden beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren abgeleitet und ist in Level 3 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 einzustufen.

Nachfolgend sind die wesentlichen Finanzinformationen des Konzerns der VerticalTopco I S.A. dargestellt. Die Werte beziehen sich nicht auf die Anteile, welche der thyssenkrupp AG zurechenbar sind, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100% dar und werden anschließend auf den Buchwert, der in die thyssenkrupp-Gruppenbilanz einbezogen wird, übergeleitet.

FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN VERTICAL TOPCO I S.A.

30.9.2021 30.9.2022
Mio € 2020/20211) 2021/20222)
--- --- ---
Langfristige Vermögenswerte 20.185 21.745
Kurzfristige Vermögenswerte 3.435 3.574
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 587 467
Langfristige Verbindlichkeiten3) 16.513 17.406
Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.472 4.692
Umsatzerlöse 7.827 8.285
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -633 -646
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -633 -646
Sonstiges Ergebnis 267 1.234
Gesamtergebnis -366 588

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2021; Fortschreibung zum 30.9.2021 wurde geschätzt.

2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2022; Fortschreibung zum 30.9.2022 wurde geschätzt.

3) Anpassung 30.9.2021 aufgrund der Berücksichtigung des Jahresabschlusses 30.9.2021 der Vertical TopCo II S.A., Luxemburg

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG AUF DEN BUCHWERT, DER IN DIE GRUPPEN-BILANZ EINBEZOGEN WURDE

30.9.2021 30.9.2022
Mio € 2020/20211) 2021/20222)
--- --- ---
Netto-Vermögenswerte zum 1.10.3 2.999 2.633
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -633 -646
Sonstiges Ergebnis (Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung) 257 1.174
Übriges sonstiges Ergebnis 10 60
Netto-Vermögenswerte zum 30.9. 2.633 3.221
Anteil der Netto-Vermögenswerte zum 30.9., die auf die thyssenkrupp-Gruppe entfallen 499 610
Wertminderungsaufwendungen 0 -136
Sonstige Überleitungseffekte 45 43
Buchwert zum 30.9. 544 518

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.06.2021; Fortschreibung zum 30.9.2021 wurde geschätzt.

2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2022; Fortschreibung zum 30.9.2022 wurde geschätzt.

3) Anpassung 30.9.2021 aufgrund der Berücksichtigung des Jahresabschlusses 30.9.2021 der Vertical TopCo II S.A., Luxemburg

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Gruppenanteil beziehen.

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNWESENTLICHEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2020/2021 2021/2022 2020/2021 2021/2022
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 1 0 24 20
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 7 9
Gesamtergebnis 1 1 32 29

In 2021/2022 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 10 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.

07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Die Gruppe vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MIETERTRÄGE

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Bis zu einem Jahr 7 8
Über einem bis zwei Jahre 5 7
Über zwei bis drei Jahre 5 5
Über drei bis vier Jahre 3 3
Über vier bis fünf Jahre 2 2
Über fünf Jahre 10 9
Insgesamt 33 34

08 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Rohstoffe 1.812 2.425
Hilfs- und Betriebsstoffe 373 430
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.693 2.133
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.238 3.901
Insgesamt 7.116 8.889

Von den Vorräten haben 17 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 35.479 Mio € (Vorjahr: 29.659 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 107 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.

09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2022 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 240 Mio € (Vorjahr: 205 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.

10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Die Gruppe weist zum 30. September 2022 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1.895 Mio € (Vorjahr: 1.434 Mio €) aus; davon haben 1.252 Mio € (Vorjahr: 1.164 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von 14 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Die im Berichtsjahr eingetretene Zunahme der Vertragsvermögenswerte resultierte insbesondere aus stark erhöhten Auftragskosten bei gleichzeitig weniger stark gestiegenen Anzahlungen im Marineschiffbaugeschäft. Darüber hinaus verzeichneten die Anlagenbaugeschäfte des Segments Multi Tracks eine moderate Zunahme der Auftragskosten verbunden mit gleichzeitig nur leicht erhöhten Anzahlungen.

Die Gruppe weist zum 30. September 2022 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 3.098 Mio € (Vorjahr: 2.205 Mio €) aus; davon haben 1.879 Mio € (Vorjahr: 1.544 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die deutliche Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten betraf überwiegend das Marinegeschäft; hier stand einer wesentlichen Abnahme der Auftragskosten eine stark unterproportionale Abnahme der Anzahlungen gegenüber. Darüber hinaus ergaben sich bei den übrigen Anlagenbaugeschäften des Segments Multi Tracks insgesamt Erhöhungen der Anzahlungen bei gleichzeitig nur unterproportional gestiegenen Auftragskosten. Im Laufe des Geschäftsjahres 2021/2022 wurden Umsatzerlöse von 1.810 Mio € (Vorjahr: 1.531 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2021/2022 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 82 Mio € (Vorjahr: 61 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.

Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2022 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 19.075 Mio € (Vorjahr: 14.594 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2022

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2022/2023 4.414
2023/2024 -2026/2027 9.581
nach 2026/2027 5.079
Insgesamt 19.075

Im Vorjahr stellten sich die erwarteten künftigen Umsatzerlöse wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2021

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
2021/2022 3.166
2022/2023 -2025/2026 7.487
nach 2025/2026 3.940
Insgesamt 14.594

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2021 30.9.2022
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 544 632 547 764
Eigenkapitalinstrumente 0 71 0 71
Fremdkapitalinstrumente 9 16 11 27
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75 - 117 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 220 - 27 -
Insgesamt 849 718 701 863

Die sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlich Forderungen im Zusammenhang mit Agententätigkeiten, Ansprüche aus Boni und Rabatten sowie Forderungen aus Preisanpassungen.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 873 Mio € (Vorjahr: 728 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2022 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) für kurzfristige und 18 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2021 30.9.2022
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 10 - 14
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 316 - 275
Geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte - 1 - 0
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 662 - 1.015 -
Vorauszahlungen 252 - 234 -
Übrige 472 10 497 15
Insgesamt 1.386 337 1.745 304

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 650 Mio € (Vorjahr: 683 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2022 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 30 Mio € (Vorjahr: 48 Mio €) für kurzfristige und 5 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2022 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56€.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochterunternehmen, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Gruppenergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2022 lag die Eigenkapitalquote bei 39,3% (Vorjahr: 29,5%). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen der thyssenkrupp-Gruppe zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Die thyssenkrupp-Gruppe verfügt derzeit über folgende Ratings:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime positive
Fitch BB- B stable

Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung der thyssenkrupp-Gruppe führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch den Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Der Vorstand der thyssenkrupp AG wurde ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 3. Februar 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmen Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Februar 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

Der Vorstand wurde bis zum 3. Februar 2027 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2021/2022 eine Dividende in Höhe von 0,15€je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten und den verbleibenden Teil auf neue Rechnung vorzutragen. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 93 Mio € ergeben. Für die Geschäftsjahre 2020/2021 und 2019/2020 wurden keine Dividenden gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte der Gruppe. Zum 30. September 2022 sind für den LTI in der 10. Tranche 2.338.872 Wertrechte, in der 11. Tranche 5.321.857 Wertrechte und in der 12. Tranche 3.700.500 Wertrechte ausgegeben.

Der LTI wird in jährlichen Tranchen gewährt. Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig zugeteilt. Die Anzahl virtueller Aktien, die den Planteilnehmern am Ende der Laufzeit einer Tranche final zugeteilt wird, ist abhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Leistungskriterien über den jeweiligen Performance-Zeitraum. Die finale Anzahl an Wertrechten kann daher von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen.

Bis einschließlich der für das Geschäftsjahr 2019/2020 ausgegebenen 10. Tranche des Incentiveplans wird als Leistungskriterium die Entwicklung des tkVA herangezogen, indem die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst wird. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche des Incentiveplans wurde das Plandesign für die Vorstandsmitglieder sowie für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte angepasst.

Für die Vorstandsmitglieder bestimmt sich die finale Anzahl an virtuellen Aktien am Ende eines vier- statt dreijährigen Performance-Zeitraums anhand der drei additiv verknüpften Leistungskriterien relativer Total Shareholder Return (TSR-Maßzahl für die Entwicklung des Werts eines Aktienengagements, bezogen auf Kursentwicklung und Dividenden, über einen bestimmen Zeitraum), Return on Capital Employed (ROCE - Renditekennzahl, die sich aus der Division von EBIT durch durchschnittliches Capital Employed errechnet) und Nachhaltigkeit, für die der Aufsichtsrat vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche beschließt, die über die gesamte vierjährige Laufzeit der Tranche Gültigkeit haben. Der tkVA ist damit beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche als Leistungskriterium nicht mehr relevant. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Die Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG sind zudem verpflichtet, thyssenkrupp-Aktien im Wert insgesamt eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Es gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25% der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (Short Term Incentive und LTI), bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte in den Segmenten Material Services, Automotive Technology, Steel Europe und Marine Systems sowie für die Business Units des Segments Industrial Components gilt ein am weiterentwickelten Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder orientiertes LTI Plandesign, jedoch in segmentspezifischer Ausgestaltung. Die finale Anzahl an Wertrechten bestimmt sich dabei nach Ablauf eines ebenfalls vierjährigen Performance-Zeitraums und stellt schwerpunktmäßig auf den Erfolg des jeweiligen Segments ab, bestimmt anhand von bis zu drei additiv verknüpften Leistungskriterien (Bereinigte EBIT-Marge, ROCE und Nachhaltigkeit). Auch hier stellt der tkVA beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche kein relevantes Leistungskriterium mehr dar. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Für die teilnahmeberechtigten Führungskräfte im Bereich Corporate Headquarters und im Segment Multi Tracks gilt das LTI Plandesign des Vorstands, im Falle von Multi Tracks zuzüglich eines diskretionären Faktors, mit dem der Vorstand die sich auf Basis der drei oben genannten, additiv verknüpften Leistungskriterien ergebende Anzahl an Wertrechten zur zusätzlichen Berücksichtigung der spezifischen Performance des Segments um bis zu 50 % anheben oder absenken kann.

Eine Verpflichtung wie für den Vorstand der thyssenkrupp AG zum Erwerb und Halten von thyssenkrupp-Aktien besteht für die weiteren am LTI teilnahmeberechtigten Führungskräfte nicht.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der in bar abzugeltenden Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2021/2022

10. Tranche LTI 11. Tranche LTI 12. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2022 31.12.2024 31.12.2025
--- --- --- ---
Mittelungsperiode 1.10.-31.12.2022 20.8.-30.9.2024 20.8.-30.9.2025
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 4,39€ 4,39€ 4,39€
0,15€ zum 6.2.2023
0,15€ zum 6.2.2023 0,15€ zum 5.2.2024
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - 0,15€ zum 5.2.2024 0,15€ zum 3.2.2025
Durchschnittliche Dividendenrendite - 3,63% 3,60%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) 1,02% 2,83% 2,92%
Beizulegender Wert per 30.9.2022
- ungedeckelt 4,38€ 4,09 € 3,95 €
- gedeckelt 4,38€ 4,09 € 3,95 €

Im 2. Quartal 2021/2022 ist die 9. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 9,29 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 36,5 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2020/2021 die 8. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 5,40 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 17,6 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 12. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2021/2022 aus den Incentiveplänen einen Ertrag in Höhe von 16 Mio € (Vorjahr: 66 Mio € Aufwand), der im Wesentlichen aus dem Kursrückgang der thyssenkrupp Aktie resultiert. Zum 30. September 2022 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 32 Mio € (Vorjahr: 83 Mio €). Darüber hinaus werden für die aktienbasierte Vergütung der Mitglieder des Vorstands 2 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) im Eigenkapital ausgewiesen.

Hintergrund für den Ausweis im Eigenkapital ist, dass alle Vorstandsmitglieder verpflichtet sind, thyssenkrupp Aktien insgesamt im Wert eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Der jährliche Mindestinvestitionsbetrag beträgt ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 25% der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (STI und LTI) bis das vorgesehene Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs. Vgl. dazu auch die Ausführungen zur Vergütung des aktiven Vorstands in Anhang-Nr. 23.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG 452.539 Wertrechte der 12. Tranche des LTI gewährt, die sich wie folgt aufteilen:

12. TRANCHE LTI

Anzahl an Wertrechten Durchschnittsgewichteter beizulegender Zeitwert
Abgeltung in thyssenkrupp Aktien (= equity settled) 56.567 9,45€ zum Gewährungszeitpunkt
Abgeltung in bar (= cash settled) 395.972 3,97 € zum Bilanzstichtag

Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts für die 12. Tranche des LTI erfolgte mittels einer Monte-Carlo-Simulation.

Die bewertungsrelevanten Annahmen für die thyssenkrupp Aktie für die Bewertung der 12. Tranche des LTI zum Gewährungszeitpunkt am 17. November 2021 wurden anhand von Marktwerten festgelegt und stellen sich wie folgt dar:

Aktienkurs 10,20€
Risikoloser Zinssatz -0,31%
Erwartete Dividendenrendite 0,65%
Volatilität 41,00%
Restlaufzeit 3,87 Jahre

Bei der Bewertung wurden für die Berechnung des relativen Total Shareholder Returns die Aktienkurse der Vergleichsunternehmen simuliert. Die hierfür verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:

Volatilität 17%-38%
Risikoloser Zinssatz -0,31%
Erwartete Dividendenrendite 2,10%-26,92%
Korrelation mit der thyssenkrupp Aktie -75,18% - 75,11 %

Weiterhin wurde eine Zielerreichung für die Ziele ROCE und Nachhaltigkeit sowie die vertraglich festgelegten Auszahlungshöchstgrenzen berücksichtigt.

Die Bewertung des in bar abzugeltenden Anteils erfolgte mittels der Monte-Carlo-Simulation anhand von Annahmen zum Bilanzstichtag, die in der folgenden Tabelle enthalten sind:

INCENTIVEPLÄNE 2021/2022

10. Tranche LTI 11. Tranche LTI 12. Tranche LTI
Aktienkurs 4,39€ 4,39€ 4,39€
Risikoloser Zinssatz 0,01% 2,20% 2,62%
Erwartete Dividendenrendite 0,00% 1,12% 1,86%
Volatilität 73,00% 62,00% 59,00%
Restlaufzeit 0,25 Jahre 2 Jahre 3 Jahre

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Pensionen 7.647 5.573
Altersteilzeit 290 206
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 34 33
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -75 0
Insgesamt 7.896 5.812

Pensionen

Die thyssenkrupp-Gruppe gewährt Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in den unterschiedlichsten Ländern der Welt.

Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 96% (Vorjahr: 96%) der gruppenweiten Pensionsverpflichtung und 90% (Vorjahr: 90%) des entsprechenden Planvermögens.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistungspläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.

Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1% durch den Arbeitgeber garantiert wird.

Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. Zum 1. Januar 2020 wurde zur Stärkung der Altersversorgung zudem ein zum "flexplan" identisches Modell nur für die Entgeltumwandlung eingeführt (DC2020), welches durch alle Mitarbeiter genutzt werden kann, die nicht bereits an einer Zusage mit integrierter Entgeltumwandlung teilnehmen können. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" und "DC2020" eine Kapitaldeckung über das gruppeneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.

Die Gruppengesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Gruppenunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und hinsichtlich zukünftiger Dienstzeiten durch Beitragspläne abgelöst.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.9.2021 30.9.2022
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive 103.215 23.747 126.962 98.157 21.790 119.947
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 27.397 3.643 31.040 29.629 3.367 32.996
Rentner 87.292 8.469 95.761 83.008 7.642 90.650
Insgesamt 217.904 35.859 253.763 210.794 32.799 243.593

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.9.2021 30.9.2022
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 8.013 2.567 10.580 7.638 2.324 9.962
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 153 39 192 139 35 174
Zinsaufwand 54 29 84 66 35 102
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -64 -31 -96 179 28 208
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 0 -33 -33 0 -3 -3
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen -141 -81 -222 -1.991 -582 -2.573
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -3 -3 0 -24 -24
Planabgeltungen 0 -1 -1 0 0 0
Kursdifferenzen 0 42 42 0 190 190
Beiträge der Arbeitnehmer 0 20 20 0 22 22
Rentenzahlungen -376 -130 -505 -364 -118 -482
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 -94 -94 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis - 1 -1 -2 -45 -18 -63
Sonstiges 0 1 1 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 7.638 2.324 9.962 5.624 1.888 7.512
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 203 2.269 2.472 242 2.258 2.500
Zinsertrag 1 28 29 2 36 38
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge 27 80 107 -25 -514 -539
Kursdifferenzen 0 54 54 0 171 171
Beiträge der Arbeitgeber 5 28 33 6 28 34
Beiträge der Arbeitnehmer 6 20 26 7 22 29
Rentenzahlungen 0 -125 -126 -30 -113 -143
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 -94 -94 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 -3 0 -3
Verwaltungskosten 0 -3 -3 0 -4 -4
Sonstiges 0 1 1 0 0 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 242 2.258 2.500 200 1.884 2.084

Die Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen in 2020/2021 betreffen Pläne in den USA und in den Niederlanden. Der Ertrag aus dem nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in 2021/2022 resultiert aus der Reduktion des Umwandlungssatzes bei den Pensionszusagen in Liechtenstein. Der Stiftungsrat des Pensionsplans hat hiermit auf das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die im Grundsatz zu beobachtende Längerlebigkeit der Mitarbeitenden reagiert.

Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 7.512 Mio € (Vorjahr: 9.962 Mio €) beziehen sich 4.784 Mio € (Vorjahr: 6.524 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 2.727 Mio € (Vorjahr: 3.438 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.9.2021 30.9.2022
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 7.811 337 8.147 7.396 115 7.511
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 206 41 247 203 35 238
Effekte aus der Neubewertung -233 - 219 - 452 -1.787 - 59 - 1.846
Kursdifferenzen 0 - 10 - 10 0 19 19
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -3 -3 0 - 24 - 24
Planabgeltungen 0 - 1 - 1 0 0 0
Beiträge der Arbeitgeber - 5 - 28 - 33 -6 - 28 - 34
Beiträge der Arbeitnehmer - 6 0 - 6 - 7 0 - 7
Rentenzahlungen -375 -4 - 380 -334 - 5 - 339
Veränderung Konsolidierungskreis - 1 - 1 -2 - 42 - 18 - 61
Verwaltungskosten 0 3 3 0 4 4
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 7.396 115 7.511 5.424 38 5.461
davon: Rückstellungen für Pensionen 7.396 251 7.647 5.424 149 5.573
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 - 137 -137 0 - 112 - 112

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.9.2021 30.9.2022
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 39 39 0 49 49
Zinsaufwand/-ertrag(-) 0 1 1 0 1 1
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge 0 6 6 0 - 16 - 16
Kursdifferenzen 0 2 2 0 0 0
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 49 49 0 34 34

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2020/2021 2021/2022
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 153 39 192 139 35 174
Nettozinsaufwand 53 2 55 64 0 64
Verwaltungskosten 0 3 3 0 4 4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -3 -3 0 -24 -24
Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen 0 -1 -1 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 206 40 246 203 14 218

Der Ertrag aus dem nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in 2021/2022 resultiert aus der Reduktion des Umwandlungssatzes bei den Pensionszusagen in Liechtenstein. Der Stiftungsrat des Pensionsplans hat hiermit auf das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie die im Grundsatz zu beobachtende Längerlebigkeit der Mitarbeitenden reagiert.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Das zugrundeliegende Bondportfolio für die Eurozone wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 anhand verfügbarer Daten optimiert. Des Weiteren wurde aufgrund der volatilen Situation auf den Finanzmärkten die Ermittlung der Zinsstrukturkurve im hohen Laufzeitbereich modifiziert. Diese leichten Anpassungen führten zu einem um 20 Basispunkte höherem Zinssatz und somit zu einer um 117 Mio € geringeren Pensionsverpflichtung. Zum 30. September 2022 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 3,7% (Vorjahr: 0,9%). Aufgrund der stark gestiegenen Inflationserwartung für Deutschland erfolgte zum 30. September 2022 eine Anpassung der Rentendynamik von 1,90% im Vorjahr auf 2,20%.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.9.2021 30.9.2022
in % Deutschland Übrige Länder Insgesamt Deutschland Übrige Länder Insgesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz 0,90 1,51 1,04 3,70 3,93 3,76
Gehaltsdynamik 2,50 1,37 2,35 3,00 1,42 2,76
Rentendynamik 1,90 2,19 192 2,20 1,66 2,13

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an die gruppenspezifischen Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale unterschieden zwischen Blue and White Collars (Arbeiter und Angestellte); Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2021 Model; Liechtenstein: BVG2020 Gen (bei Invalidität 80% BVG2020).

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.9.2021 30.9.2022
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -493 -167 -275 - 108
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 542 184 297 119
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 10 8 5 5
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte -10 -8 - 5 - 5
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 159 30 83 20
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -156 -29 - 82 - 20
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 285 98 176 65

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10% abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Der Großteil des Planvermögens der Gruppe befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich die Gruppe professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Teile des Planvermögens der Gruppe werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 90% (Vorjahr: 90%) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS

30.9.2021
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- --- --- ---
Aktien 588 555 33 26
Anleihen 967 959 8 43
Derivate 5 5 0 0
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 433 433 0 19
Sonstige 263 183 80 12
Insgesamt 2.256 2.135 121 100
30.9.2022
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
--- --- ---
Aktien 508 477
Anleihen 982 970
Derivate 6 6
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 105 105
Sonstige 265 189
Insgesamt 1.866 1.747
30.9.2022
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- ---
Aktien 31 27
Anleihen 12 53
Derivate 0 0
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 0 6
Sonstige 76 14
Insgesamt 119 100

Grundsätzlich führt die Gruppe dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet die Gruppe von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 43 Mio € (Vorjahr: 38 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 364 Mio € (Vorjahr: 376 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 118 Mio € (Vorjahr: 130 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt
(für die Geschäftsjahre)
--- --- --- ---
2022/2023 462 134 596
2023/2024 396 133 529
2024/2025 398 134 532
2025/2026 388 135 523
2026/2027 400 134 534
2027/2028-2031/2032 1.818 680 2.498
Insgesamt 3.860 1.352 5.212

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 10 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre) und für die übrigen Länder 12 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).

Beitragspläne

Für die im In- und Ausland über Pensionskassen/-fonds bzw. vergleichbare Versorgungseinrichtungen bereitgestellte Pläne erbringen Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 23 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 454 Mio € (Vorjahr: 435 Mio €) gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken Restrukturierungen
Stand am 30.9.2021 474 225 285 336
Währungsunterschiede 8 13 5 1
Veränderung Konsolidierungskreis 10 0 15 -1
Zuführungen 179 31 131 54
Aufzinsung 1 0 0 -2
Umgliederung 0 193 0 0
Inanspruchnahmen -199 -26 -104 -150
Auflösungen -79 -43 -67 -61
Stand am 30.9.2022 393 392 264 176
Mio € Entfernungsverpflichtungen Sonstige
Stand am 30.9.2021 288 554
Währungsunterschiede 0 11
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -4
Zuführungen 57 329
Aufzinsung -30 -1
Umgliederung 0 0
Inanspruchnahmen -4 -184
Auflösungen -5 -145
Stand am 30.9.2022 307 560
Mio € Insgesamt
Stand am 30.9.2021 2.162
Währungsunterschiede 38
Veränderung Konsolidierungskreis 20
Zuführungen 779
Aufzinsung -32
Umgliederung 193
Inanspruchnahmen -667
Auflösungen -401
Stand am 30.9.2022 2.092

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2022 sind 1.436 Mio € (Vorjahr: 1.351 Mio €) kurzfristig und 657 Mio € (Vorjahr: 811 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.030 Mio € (Vorjahr: 1.149 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Auflösungen der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer betreffen im Wesentlichen die Segmente Automotive Technology, Steel Europe und Industrial Components. Die Auflösungen für Rückstellungen für Restrukturierungen resultieren insbesondere aus Anpassungen hinsichtlich Laufzeit und Kostenschätzung in den Segmenten Steel Europe und Multi Tracks. Die Auflösungen für Rückstellungen für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken betreffen hauptsächlich die Segmente Multi Tracks und Automotive Technology. Die Auflösungen für sonstige Rückstellungen beinhalten insbesondere einen hohen zweistelligen Millionenbetrag im Zusammenhang mit den nachlaufenden Aufwendungen und Erträgen, die aus dem Vertrag über die Veräußerung der Aufzugaktivitäten resultieren (vgl. Anhang-Nr. 03).

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung der Gruppe für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung). Im Geschäftsjahr 2021/2022 erfolgte insbesondere aufgrund einer geänderten Wahrscheinlichkeitseinschätzung der zugrundeliegenden Verpflichtungen eine Umgliederung aus den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten in diese Rückstellungskategorie.

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 54 Mio € entfallen 16 Mio € auf Steel Europe, 16 Mio € auf Multi Tracks, 10 Mio € auf Materials Services, 3 Mio € auf Industrial Components, 2 Mio € auf Automotive Technology, 2 Mio € auf Marine Systems sowie 5 Mio € auf die Einheit Service Units.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen. Die Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren betragen zum 30. September 2022 118 Mio € (Vorjahr: 98 Mio €). Für die Ermittlung wurde ein laufzeitadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 3,9 % (Vorjahr: 4,1 %) zugrunde gelegt. Die Veränderung der Verpflichtung resultiert insbesondere aus der Berücksichtigung des Inflationsgeschehens im Berichtsjahr.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen. Eine Rückstellung für den nachfolgenden Sachverhalt ist darin enthalten:

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH hat die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) wegen der Eigenstromversorgung von Betrieben der thyssenkrupp Steel Europe AG für die Kalenderjahre 2014 bis 2019 im Wege der Stufenklage auf Auskunft und Zahlung von EEG-Umlagen und Zinsen in Anspruch genommen und der thyssenkrupp Steel Europe AG den Streit verkündet. Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist aufgrund vertraglicher Verpflichtungen gegenüber HKM regresspflichtig für den Fall des Obsiegens von Amprion. HKM hat im Berichtsquartal gegenüber der Klägerin zum 30. Juni 2022 den Abschluss eines Vergleichs gemäß § 104 Abs. 5 EEG verlangt. Aufgrund der gesetzlichen Regelung steht HKM nach Abschluss des Vergleichs ein Leistungsverweigerungsrecht bezüglich der EEG-Umlage für die Jahre 2014 bis 2020 zu. Für die im Gegenzug abzuführende EEG-Umlage für Strombezüge in den Jahren 2021 und 2022 hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellung im zweistelligen Millionenbetrag getroffen.

17 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte

Mio €
30.9.2021 30.9.2022
Anleihen 3.090 2.095
Schuldscheindarlehen 4 12
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 105 79
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 493 497
Sonstige Darlehen 94 104
Langfristige Finanzschulden 3.784 2.786
Anleihen 1.249 999
Schuldscheindarlehen 108 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 44 57
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 125 133
Sonstige Darlehen 114 6
Kurzfristige Finanzschulden 1.640 1.195
Finanzschulden 5.424 3.981

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 89 Mio € (Vorjahr: 115 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2022 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 6 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

Im Rahmen des Ausweises der Veräußerungsgruppen (vgl. Anhang-Nr. 03) wurden zum 30. September 2021 Finanzschulden in Höhe von 16 Mio € in die Bilanzposition "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" umgegliedert.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.9.2021 Buchwert in Mio € 30.9.2022 Nominalwert 30.9.2022 Zinssatz

in %
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.9.2022 Fälligkeit
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015/2025 597 598 600 2,500 554 25.2.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2017/2022 (ursprüngliche Laufzeit bis 3.3.2022) 1.249 - - - - 3.12.2021
Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019/2024 1.496 1.497 1.500 2,875 1.413 22.2.2024
Anleihe thyssenkrupp AG (1.000 Mio €) 2019/2023 997 999 1.000 1,875 984 6.3.2023
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2019/2021 100 - - - - 14.12.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2019/2022 8 - - - - 30.6.2022
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2019/2024 4 4 4 2,300 3 30.12.2024
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2022/2025 - 8 8 2,500 7 30.6.2025
Insgesamt 4.451 3.106 3.112 2.961

Am 3. Dezember 2021 wurde die Anleihe über 1.250 Mio € mit Fälligkeit 3. März 2022 unter Beachtung einer vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit gemäß den Emissionsbedingungen vorzeitig zurückgezahlt. Darüber hinaus erfolgte im 1. Quartal die fristgerechte Rückzahlung des Schuldscheindarlehens über 100 Mio € mit Fälligkeit 14. Dezember 2021.

Am 30. Juni 2022 wurde ein Schuldscheindarlehen der thyssenkrupp AG über 8 Mio € fällig. Gleichzeitig wurde ein neues Schuldscheindarlehen über 8 Mio € mit Fälligkeit 30. Juni 2025 platziert.

Die thyssenkrupp AG hat mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,5 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Zum 30. September 2022 waren diese fest zugesagten Kreditvereinbarungen in Höhe von 1,5 Mrd € nicht in Anspruch genommen.

Die Fälligkeiten der Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN)

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2022/2023 1.062 57
2023/2024 1.522 23
2024/2025 628 18
2025/2026 117 15
2026/2027 8 8
nach 2026/2027 15 15
Insgesamt 3.352 136

Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (ohne Veräußerungsgruppen) in Höhe von 629 Mio € (Vorjahr: 617 Mio €).

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 275 Mio € (Vorjahr: 230 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2021 30.9.2022
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 469 66 724 41
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 - 107 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 147 - 148 -
Insgesamt 729 66 980 41

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 57 Mio € (Vorjahr: 74 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2021 30.9.2022
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 505 - 289 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 33 0 0 15
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 730 - 797 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 63 89
Rechnungsabgrenzungsposten 15 - 11 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 239 298
Übrige 210 1 238 0
Insgesamt 1.794 1 1.722 15

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 17 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochterunternehmen haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximale Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.9.2021 30.9.2022 30.9.2021 30.9.2022
--- --- --- --- ---
Anzahlungsgarantien 29 10 0 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 50 385 0 1
Zahlungsgarantien 0 58 0 0
Sonstige Haftungserklärungen 5 6 1 0
Insgesamt 84 459 1 1

Der Anstieg der Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien resultiert aus dem Verkauf des Mining-Geschäfts.

Die thyssenkrupp-Gruppe hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern über 21 Mio € (Vorjahr: 58 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochterunternehmen ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein gruppenfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei den folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Die Firma SysCo hat 2012 vor dem High Court of Sindh at Karachi in Pakistan gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Atlas Elektronik GmbH sowie sieben weitere Beklagte aus der thyssenkrupp-Gruppe Klage erhoben auf Zahlung von 139 Mio €. SysCo macht vertragliche Ansprüche und Schadenersatz aus einem erfolglos beendeten Vertriebsprojekt geltend. Aus prozessualen Gründen hatte das Gericht 2014 zwei der weiteren Beklagten aus dem Verfahren entlassen. Eine Verhandlung in der Sache hat bisher nicht stattgefunden, da die Klägerin das Verfahren seit 2014 nicht betreibt.

Die Republik Korea macht vor dem ICC schiedsgerichtlich Schadensersatz in Höhe von 201 Mio € gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH wegen verzögerter Ablieferung von U-Booten geltend, die aus Materialpaketen von thyssenkrupp Marine Systems von koreanischen Werften gebaut und an die Republik Korea geliefert wurden. Da die Materialpakete pünktlich an die Werften geliefert wurden, sieht thyssenkrupp Marine Systems die Verantwortung bei den koreanischen Werften, die aufgrund eigener bilateraler Verträge gegenüber der Republik Korea in der Bau- und Lieferverpflichtung waren. Die Republik Korea nimmt die Bauwerften in separaten Verfahren in Anspruch.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung von Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung die Forderungen nur in Höhe eines geringen Teils konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Die Al-Jafr Trading Contracting Company, Mitgesellschafterin einer Gesellschaft in Saudi-Arabien, macht anwaltlich Schadenersatz in Höhe von 70 Mio € gegenüber der thyssenkrupp Industrial Solutions AG wegen Verletzung von Gesellschafterrechten geltend. Die Erfolgsaussichten der Ansprüche, die thyssenkrupp als gering einschätzt, werden derzeit nach saudischem Recht geprüft.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH hat die thyssenkrupp Steel Europe AG wegen der Eigenstromversorgung einzelner Betriebe des Unternehmens für die Kalenderjahre 2016 bis 2019 im Wege der Stufenklage auf Auskunft und Zahlung von EEG-Umlagen und Zinsen in Anspruch genommen. Mit Verweis auf IAS 37.92 geben wir keine weiteren Informationen zu dieser Eventualverbindlichkeit, da über Auskunftsanträge bereits der Umfang der Auseinandersetzung im gerichtlichen Verfahren zu klären ist und keine höchstrichterliche Rechtsprechung zu der dahinterstehenden EEG-rechtlichen Frage existiert.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Gruppenunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat genannten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2022 auf 898 Mio € (Vorjahr: 1.041 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen bei Steel Europe.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.357 Mio € (Vorjahr: 1.555 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen in der Gruppe, wobei der starke Anstieg hauptsächlich auf die Bewertung mit den aktuell vertraglich fixierten Preise zurückzuführen ist. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in 2021/2022 Verpflichtungen aus eingegangenen Leasingverhältnissen, für die gemäß IFRS 16 noch kein Nutzungsrecht bzw. keine Leasingverbindlichkeit bilanziert wurde, in Höhe von 11 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €). Daneben bestehen bei Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen bis maximal zum 31. Dezember 2024 resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 1.327 Mio € (Vorjahr: 2.584 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit der Gruppe bzw. der einzelnen Gruppenunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe führen.

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen aus Finance Lease und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2021

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert It. Bilanz 30.9.2021 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.302 2.411 1.891
Vertragsvermögenswerte 1.434
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.568 1.176 87 245
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.176
Eigenkapitalinstrumente 12
Fremdkapitalinstrumente 25
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 220
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 8.974 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 743 669 0 0
Summe finanzielle Vermögenswerte 17.027
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 4.807 4.807
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 795 535 114 147
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 147
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 10.463
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.434
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 59
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 59
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 74
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.347
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.619
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.227
Eigenkapitalinstrumente 71
Fremdkapitalinstrumente 25
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 220
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 743
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 4.894
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 795
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 147
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2022

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.9.2022 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.277 2.869 2.408
Vertragsvermögenswerte 1.895
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.563 1.311 130 64
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.311
Eigenkapitalinstrumente 13
Fremdkapitalinstrumente 38
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 1 26
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 7.638 7.638
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte 16.393
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 3.352 3.352
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.020 765 107 148
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 148
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 9.808
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.895
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 59
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 59
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.376
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.584
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.331
Eigenkapitalinstrumente 71
Fremdkapitalinstrumente 38
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 27
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 7.638
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 0
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 3.191
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.020
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 148
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Die Wertberichtigungen werden ergebniswirksam im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den Fremdkapitalinstrumenten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 03. Die übrigen Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2021

Mio € 30.9.2021 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75 0 75 0
Eigenkapitalinstrumente 12 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.891 1.891
Eigenkapitalinstrumente 59 59
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 25 25 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 220 0 220 0
Insgesamt 2.283 32 301 1.950
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 0 114 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 147 0 147 0
Insgesamt 260 0 260 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2022

Mio € 30.9.2022 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 117 0 117 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 1 0 1 0
Eigenkapitalinstrumente 13 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.408 2.408
Eigenkapitalinstrumente 59 59
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 38 38 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 26 0 26 0
Insgesamt 2.661 45 149 2.467
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 0 107 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 148 0 148 0
Insgesamt 255 0 255 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Für die in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.9.2021 59
Ergebnisneutrale Veränderungen 0
Stand am 30.9.2022 59

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien aus der Beteiligung. Die Anteile wurden unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 8.923 Mio € (Vorjahr: 9.585 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 8.763 Mio € (Vorjahr: 9.673 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

In der thyssenkrupp-Gruppe bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.

Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 65 Mio € (Vorjahr: 105 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 56 Mio € (Vorjahr: 65 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 51 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €).

Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dar:

NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2020/2021 2021/2022
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 99 277
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) -8 -55
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) 0 0
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam -42 -59
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -248 -324

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen enthalten.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling)" sind die Wertänderungen der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.

Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von 34 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) enthalten.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Buchwert lt. Bilanz
Stand am 30.9.2020 4.392 -24 -139 -163 4.229
Währungsunterschiede 49 0 -2 -3 46
Veränderung Konsolidierungskreis -6 0 0 0 -6
Zuführungen -17 -45 -62 -62
Inanspruchnahmen 0 23 23 23
Auflösungen 15 17 32 32
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 -22 -22 -22
Sonstige Veränderungen 270 0 0 0 270
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -689 2 21 23 -665
Stand am 30.9.2021 4.015 -25 -146 -171 3.845
Währungsunterschiede 252 -2 -6 -8 244
Veränderung Konsolidierungskreis 39 0 0 0 38
Zuführungen -17 -84 -101 -101
Inanspruchnahmen 1 35 36 36
Auflösungen 11 65 76 76
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 625 0 0 0 625
Stand am 30.9.2022 4.931 -31 -136 -167 4.764

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL

Mio € Buchwert It. Bilanz Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen
Stand am 30.9.2020 2.179 - 6 -53 -59
Währungsunterschiede 6 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis -4 0 0 0
Zuführungen -13 -10 -23
Inanspruchnahmen 0 3 3
Auflösungen 13 3 16
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 17 17
Sonstige Veränderungen -269 0 0 0
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -22 0 0 0
Stand am 30.9.2021 1.891 - 5 -40 -45
Währungsunterschiede 59 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis -7 0 0 0
Zuführungen -10 -62 -73
Inanspruchnahmen 0 5 6
Auflösungen 9 4 13
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0
Sonstige Veränderungen 464 0 0 0
Stand am 30.9.2022 2.408 - 6 -93 -99

Für die Darlehen aus der Elevator-Beteiligung wurden Wertminderungen in Höhe von 37 Mio € (Vorjahr: 39 Mio €) bilanziert. Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit basiert auf dem Credit Spread, der bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Darlehen im Diskontierungssatz enthalten war.

Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2020/2021 und das Geschäftsjahr 2021/2022 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich folgendes Modell angewendet: Die erwarteten Ausfallraten werden im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent abgeleitet, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich in der thyssenkrupp-Gruppe verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Gruppenabschluss zum 30. September 2022 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg bereits berücksichtigen. Somit ist in diesem Modell keine zusätzliche Anpassung der Wertberichtigung notwendig.

Die Einzelwertberichtigungen betreffen im Wesentlichen Insolvenzfälle, die im Vorjahr nicht aus den Rating-Informationen ableitbar waren.

Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Segment sind nachfolgend dargestellt.

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2021

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Materials Services 1.442 -4 -81 -85 0,81
Industrial Components 590 -6 -22 -28 0,96
Automotive Technology 850 -5 -1 -6 0,57
Steel Europe 1.000 -2 -9 -11 0,69
Marine Systems 1.188 -2 -21 -24 0,64
Multi Tracks 816 -10 -49 - 59 0,89
Corporate Headquarters 4 0 -1 -1 0,76
Überleitung 17 0 -2 -2 0,76

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2022

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Materials Services 1.809 -5 -62 - 67 0,77
Industrial Components 651 -6 -9 -16 0,96
Automotive Technology 1.095 -6 -1 -6 0,35
Steel Europe 1.338 -3 -61 -64 0,59
Marine Systems 1.453 -3 -20 -23 1,13
Multi Tracks 972 -14 -73 -87 2,09
Corporate Headquarters 4 0 -1 -1 0,70
Überleitung 17 0 -2 -2 0,70

Das Maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 2.984 Mio € (Vorjahr: 2.758 Mio €) besichert.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gruppe setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der in der Gruppe eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Aktiva

Mio € Nominalwert 30.9.2021 Beizulegender Zeitwert 30.9.2021 Nominalwert 30.9.2022 Beizulegender Zeitwert 30.9.2022
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.633 34 1.452 45
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 268 6 379 26
Eingebettete Derivate 112 3 163 11
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 15 2 8 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 542 37 448 61
Warenderivate im Cashflow-Hedge 624 214 9 0
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 40 1
Insgesamt 3.195 295 2.499 143
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.547 38 1.353 48
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 310 8 394 50
Eingebettete Derivate 442 41 435 41
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 9 1 13 1
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 367 34 187 16
Warenderivate im Cashflow-Hedge 598 138 642 99
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 3 0
Insgesamt 3.272 260 3.026 255

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cashflow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert It. Bilanz 30.9.2021
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 6 8 -10 10
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 6 8 -10 10
Absicherung des Zinsrisikos1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 214 138 221 -221
Warenderivate im Cashflow-Hedge 214 138 221 -221
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert It. Bilanz 30.9.2022
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 26 50 -24 24
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 26 50 -24 24
Absicherung des Zinsrisikos1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 1 99 234 -234
Warenderivate im Cashflow-Hedge 0 99 234 -234
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 1 0 1 -1

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 33 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften -44 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 40 Mio € anschaffungskostenmindernd (Vorjahr: 91 Mio € anschaffungskostenmindernd) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 30 Mio €. Darüber hinaus werden 10 Mio € in 2022/2023 als Aufwendungen ergebniswirksam.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:

ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN

Mio € Gesamt Währungsrisiko Zinsrisiko1) Warenpreisrisiko
Stand am 1.10.2020 84
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 83 -23 1 105
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung -36 -36 - -
Realisierte Gewinne / Verluste 46 -15 0 60
Steuereffekt -3
Stand am 30.9.2021 173
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente -56 -88 0 32
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung 4 4 - -
Realisierte Gewinne / Verluste 77 64 0 13
Steuereffekt -19
Stand am 30.9.2022 180

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Zum 30. September 2022 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 17 Mio €. Im Geschäftsjahr 2023/2024 werden Erträge in Höhe von 71 Mio €, im Geschäftsjahr 2024/2025 Erträge in Höhe von 142 Mio € und in den folgenden Geschäftsjahren Erträge in Höhe von 5 Mio € erwartet.

Der Abbruch von Cashflow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von -3 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €). Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.

Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen jeweils zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in den nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt.

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2021

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2021 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 535 43 0 578
davon:
Währungsderivate USD 513 39 1 553 1,19 USD/€
Währungsderivate PLN 12 3 0 15 4,56 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 1.223 0 0 1.223
davon:
Eisenerz-Termingeschäfte 784 0 0 784 128,0€/to
CO2-Termingeschäfte 208 0 0 208 29,7 €/to
Nickel-Termingeschäfte 139 0 0 139 15.753 €/to

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2022

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2022 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 751 18 3 772
davon:
Währungsderivate USD 696 12 3 711 1,11 USD/€
Währungsderivate GBP 23 0 0 23 0,87 GBP/€
Währungsderivate PLN 17 0 0 17 4,90 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 693 0 0 693
davon:
CO2-Termingeschäfte 554 0 0 554 85,2 €/to
Zinn-Termingeschäfte 97 0 0 97 29.444 €/to
Eisenerz-Termingeschäfte 43 0 0 43 98,3 €/to

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IFRS 9 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen in der thyssenkrupp-Gruppe grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

thyssenkrupp ist als weltweit agierende Gruppe im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.

Kreditrisiko

Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Die Segmente und Gruppengesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.

Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.

Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Segmente legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.

Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zudem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.

Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko für die Gruppe besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2021

Mio € Buchwerte 30.9.2021 Cashflows 2021/2022 Cashflows 2022/2023 Cashflows 2023/2024 bis 2025/2026 Cashflows nach 2025/2026
Anleihen 4.339 1.340 1.077 2.173 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149 49 30 61 24
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617 141 113 194 310
Übrige Finanzschulden 319 232 10 103 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.014 211 15 5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 76 1 38 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 147 147 0 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535 497 41 0 3

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2022

Mio € Buchwerte 30.9.2022 Cashflows 2022/2023 Cashflows 2023/2024 Cashflows 2024/2025 bis 2026/2027 Cashflows nach 2026/2027
Anleihen 3.094 1.075 1.558 615 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 136 61 25 45 16
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 629 155 113 197 318
Übrige Finanzschulden 122 11 6 123 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.807 4.532 255 13 7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 71 5 4 29
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 148 147 1 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 765 709 57 0 0

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Sensitivitätsanalysen

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu fünf Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2022 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2022 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 3 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) höher und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 6 Mio € niedriger (Vorjahr: 17 Mio € höher) gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2022 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 3 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 7 Mio € höher (Vorjahr: 22 Mio € niedriger) gewesen.

Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2022 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Variable Finanzinstrumente einschließlich flüssiger Mittel unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2022 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um +100/-50 (Vorjahr: + 100/-20) Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten wurde zum aktuellen Stichtag von vormals -20 Basispunkten auf -50 Basispunkte erhöht, um dem inzwischen wieder gestiegenen Zinsniveau Rechnung zu tragen. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.9.2021 um 30.9.2022 um
--- --- --- --- ---
Mio € +100 Basispunkte -20 Basispunkte + 100 Basispunkte -50 Basispunkte
--- --- --- --- ---
Cashflow-Risiko 79 -16 69 -35
Opportunitätseffekte 84 -17 43 -22
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2022 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 69 Mio € (Vorjahr: 79 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2022 um 50 Basispunkte (Vorjahr: 20 Basispunkte) niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 35 Mio € (Vorjahr: 16 Mio €) niedriger gewesen.

Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt die Gruppe zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Zinn, Eisenerz, Kupfer, Nickel, Zink und Aluminium, ein.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt die Gruppe u.a. langfristige Festpreisverträge ein.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2022 eine Preisvarianz der NE-Metalle um +20%/-20%. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um +20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 2 Mio € (Vorjahr: -17 Mio €) und auf das Eigenkapital: -24 Mio € (Vorjahr: -25 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 55 Mio € (Vorjahr: 16 Mio €) und auf das Eigenkapital -30 Mio € (Vorjahr: -145 Mio €).

23 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach §21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03% an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von September 2022 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2022 auf rund 21 %. Über die in der Satzung (§21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2020/2021 und 2021/2022 hatte die Gruppe Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2020/2021 2021/2022 2020/2021 2021/2022 30.9.2021 30.9.2022
--- --- --- --- --- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 1 2 0 0
Assoziierte Unternehmen 119 98 6 4 82 25
Joint Ventures 14 11 3 3 2 2
Verbindlichkeiten
Mio € 30.9.2021 30.9.2022
--- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 106 29
Joint Ventures 0 0

Im Rahmen des Verkaufs von Elevator wurden mehrere befristete Serviceverträge mit thyssenkrupp Gesellschaften abgeschlossen (sog. Transitional Service Agreements). Diese betreffen Dienstleistungen, die von der thyssenkrupp AG und anderen Gruppengesellschaften im In- und Ausland für Elevator übergangsweise erbracht werden bzw. wurden. Das Volumen über die Gesamtlaufzeit, die voraussichtlich bis Ende September 2023 andauert, liegt insgesamt im niedrigen zweistelligen Mio €-Bereich, wobei vorzeitige Kündigungen und Verlängerungen der Services grundsätzlich möglich sind und wesentliche Teile der Leistungen bereits Mitte 2021 beendet wurden. Die vereinbarten Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen den IT- und Personalbereich. Darüber hinaus beziehen Elevator-Gesellschaften weiterhin Roh-Stoffe von Materials Services. Die daraus resultierenden Umsätze sind im Umsatz mit assoziierten Unternehmen für 2020/2021 und 2021/2022 enthalten.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte in der Vergangenheit gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen der Gruppe Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Großteil der Verfahren ist mittlerweile vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt. Durch den Verkauf von Elevator sind betroffene Unternehmen aus der Gruppe ausgeschieden. thyssenkrupp hat sich verpflichtet, die Erwerber bis zu einem Höchstbetrag von den Ansprüchen Dritter im Zusammenhang mit noch anhängigen Gerichtsverfahren in Österreich, Belgien und den Niederlanden freizustellen. Für diese Freistellung, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen wird, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen. Der Höchstbetrag der Freistellung und die entsprechende Rückstellung entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Rückstellungen für die Gerichtsverfahren.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology wurde ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmen Markenklassen gegen ein Entgelt gewährt. Nach dem Closing am 31. Juli 2020 erfolgte die Anpassung dieses Vertrages, der u.a. die Gewährung eines zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechts an der Marke "TK" zur Nutzung von "TK Elevator" und "TKE" in bestimmten Markenklassen vorsieht. Eine Anpassung des vereinbarten Entgelts erfolgte nicht.

Darüber sind in der Gruppe die Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology angestiegen; vgl. dazu Anhang-Nr. 21.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands nach §314 Abs. 1 Nr. 6a HGB betrugen für die Tätigkeit im Berichtsjahr 9.005 Tausend € (Vorjahr: 11.657 Tausend €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Short-Term Incentive (STI) auch der Long-Term Incentive (LTI) als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den STI sind im Geschäftsjahr 2021/2022 vorläufige Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert im Gewährungszeitpunkt 326Tausend € (Vorjahr: 816Tausend €) beträgt. Auf die Angabe der Anzahl der gewährten Wertrechte wird verzichtet, da diese erst im nächsten Geschäftsjahr feststeht. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf 4.276 Tausend € (Vorjahr: 4.253Tausend €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Zum 30. September 2022 besteht für die aktiven Mitglieder des Vorstands eine Verbindlichkeit in Höhe von 912 Tausend € (Vorjahr: 2.447 Tausend €) für den STI. Der Anspruch ist mit der Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erdient, wobei sich die tatsächliche Auszahlung anhand der vom Aufsichtsrat auf Grundlage des geltenden Vorstandsvergütungssystems festgelegten Zielerreichung bemisst und im Dezember nach dem jeweiligen Geschäftsjahresende erfolgt. Diese Festlegung erfolgt auf Basis finanzieller (70% Gewichtung) sowie individueller Leistungskriterien (30% Gewichtung). Es besteht die Verpflichtung, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem STI in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Zum 30. September 2022 werden aus dem STI für die aktienbasierte Vergütung 326Tausend € (Vorjahr: 816Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen.

Für einen Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands bestehen Pensionszusagen, die zugehörigen Rückstellungen belaufen sich auf 6.021 Tausend € (Vorjahr: 11.757 Tausend €). Die Pensionen werden ab Vollendung des 60. bzw. 63. Lebensjahrs als lebenslanges monatliches Ruhegeld gezahlt, sofern zu diesem Zeitpunkt kein aktives Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Die Hinterbliebenenversorgung beläuft sich auf 60% des Ruhegelds für den Ehe- bzw. Lebenspartner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Zusätzlich besteht zum 30. September 2022 eine Verbindlichkeit von 612 Tausend € (Vorjahr: 612 Tausend €) für das Versorgungsentgelt, welches einem Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands vertraglich zugesichert ist und als Geldbetrag für die Eigenvorsorge pro Kalenderjahr jeweils im Dezember ausgezahlt wird.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen der Gruppe umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend € 2020/2021 2021/2022
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 6.497 4.598
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 158 161
Aktienbasierte Vergütungen 11.696 -4.564
Insgesamt 18.351 196

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Veränderung der Angabe für aktienbasierte Vergütung gegenüber dem Vorjahr resultiert insbesondere aus der kursbedingten Anpassung der zum 30. September 2021 bilanzierten Verpflichtung.

Zum 30. September 2022 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Zum 30. September 2022 sind für den LTI für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands in der 10. Tranche 328.000 Wertrechte, in der 11. Tranche 728.242 Wertrechte und in der 12. Tranche 452.539 Wertrechte ausgegeben (Vorjahr: 9. Tranche 59.356 Wertrechte, 10. Tranche 328.000 Wertrechte und 11. Tranche 728.242 Wertrechte). Die daraus resultierende Rückstellung beträgt 5.477 Tausend € (Vorjahr: 9.384 Tausend €). Darüber hinaus werden zum 30. September 2022 aus dem LTI für die aktienbasierte Vergütung 1.255Tausend € (Vorjahr: 3.128Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen, da für die aktiven Mitglieder des Vorstands die Verpflichtung besteht, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem LTI ebenfalls in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Hinsichtlich der Bedingungen und Konditionen vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend € 2020/2021 2021/2022
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.739 1.688

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine jährliche Grundvergütung sowie Funktionszuschläge für die Tätigkeit in Ausschüssen und darüber hinaus ein Sitzungsgeld. Mit Ausnahme des Sitzungsgelds, das unmittelbar am jeweiligen Monatsende ausbezahlt wird, ist die Aufsichtsratsvergütung insgesamt erst nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig. Zum 30. September 2022 besteht eine Rückstellung in Höhe von 1.572 Tausend € (Vorjahr: 1.600 Tausend €) für die Aufsichtsratvergütung, die im nächsten Geschäftsjahr ausgezahlt werden.

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen für das Geschäftsjahr 2021/2022 Vergütungen von 47 Tausend € (Vorjahr: 50 Tausend €) gewährt. Daneben erhalten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein reguläres Gehalt aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis in der Gruppe, wobei die Höhe einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit der Gruppe entspricht.

Zum 30. September 2022 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 16.965 Tausend € (Vorjahr: 15.275 Tausend €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 211.095 Tausend € (Vorjahr: 289.229Tausend €) zurückgestellt; nach HGB beträgt die Rückstellung 262.287 Tausend € (Vorjahr: 248.302Tausend €).

24 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen Segmente gegliedert, die die Aktivitäten der Gruppe rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar.

Materials Services

Das Segment betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Industrial Components

Hier erfolgt sowohl die Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) als auch die Fertigung von Großwälzlager, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und den Baumaschinensektor (Bearings).

Automotive Technology

Im Segment erfolgt die Entwicklung und Fertigung von Hightech-Komponenten und -Systemen für die Automobilindustrie.

Steel Europe

In dem Segment sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Marine Systems

Die Einheit ist Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie.

Multi Tracks

Das Segment beinhaltet die Elevator-Beteiligung sowie die Geschäfte, für die thyssenkrupp kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht und für die teilweise schon die Veräußerungsprozesse eingeleitet bzw. abgeschlossen wurden; vgl. hierzu auch die Ausführungen zu den Veräußerungsgruppen in Anhang-Nr. 03.

Corporate Headquarters

Corporate Headquarters umfasst die Verwaltungseinheiten der Gruppe in der Hauptverwaltung in Deutschland sowie in den regionalen Zentralen.

Überleitung

Hier werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit den Konsolidierungssachverhalten abgebildet. Zu den Service Units gehören tk Services, die im Wesentlichen Teilprozesse für den Einkauf, das Personalwesen und das Rechnungswesen für die thyssenkrupp-Gruppe anbieten und tk Information Management als IT-Ansprechpartner aller Einheiten der thyssenkrupp-Gruppe. Unter Special Units wird das Asset Management geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

Bis zur Entkonsolidierung zum 31. Juli 2020 hat das Segment den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken betrieben. Das Leistungsspektrum umfasste die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß. Nach der Entkonsolidierung werden hier in der Zeile "EBIT" die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden, noch anfallenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die sich auf insgesamt 9 Mio € (Vorjahr: -6 Mio €) belaufen und zum EBIT der Gruppe überleiten.

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme gruppeninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für die Gruppe in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung der Aufzugaktivitäten hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die u.a. nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Dementsprechend sind sämtliche Ergebnisauswirkungen einschließlich des Equity-Ergebnisses nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2020 / 2021

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2020/2021
Außenumsätze 11.750 2.493 4.518 7.945 2.021 5.238
Gruppeninterne Umsätze 566 19 4 987 1 413
Umsatzerlöse 12.315 2.512 4.522 8.932 2.022 5.651
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 2 0 0 27 0 -134
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 16 0 0 107 4 561
EBIT 594 297 234 -59 24 -387
Bereinigtes EBIT 587 322 264 116 26 -298
Durchschnittliches Capital Employed 2.587 1.376 2.421 4.062 1.686 830
Abschreibungen 134 100 217 274 64 99
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 30 4 41 0 0 42
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 1 10 0 0 39
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -89 -102 -43 -241 -135 -275
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 97 223 268 681 66 106
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology1) Gruppe2)
2020/2021
Außenumsätze 9 42 0 34.015
Gruppeninterne Umsätze 5 -1.995 0 0
Umsatzerlöse 13 -1.953 0 34.015
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 -106
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 687
EBIT -237 -9 -63) 451
Bereinigtes EBIT -194 -26 0 796
Durchschnittliches Capital Employed -5 452 0 13.410
Abschreibungen 3 32 0 923
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 18 0 135
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 42 0 94
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -24 -87 0 -997
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1 6 0 1.448

1) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 03).

2) Einschließlich Veräußerungsgruppen

3) Es handelt sich um nachlaufende Aufwendungen bzw. Erträge, die zum EBIT der Gruppe überleiten (vgl. Anhang-Nr. 03).

SEGMENTINFORMATIONEN 2021/2022

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2021/2022
Außenumsätze 16.132 2.749 4.814 11.687 1.828 3.910
Gruppeninterne Umsätze 313 17 10 1.469 3 190
Umsatzerlöse 16.444 2.766 4.825 13.156 1.831 4.101
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 4 0 0 16 - 6 - 259
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 19 0 0 102 3 518
EBIT 970 250 53 887 24 - 143
Bereinigtes EBIT 837 234 108 1.200 32 - 173
Durchschnittliches Capital Employed 3.921 1.626 2.603 5.636 1.218 300
Abschreibungen 133 112 230 288 65 78
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 1 56 403 0 48
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 2 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -46 -39 - 1 - 160 - 71 - 92
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 101 151 230 630 123 59
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology1) Gruppe2)
2021/2022
Außenumsätze 1 18 0 41.140
Gruppeninterne Umsätze 5 - 2.008 0 0
Umsatzerlöse 6 - 1.990 0 41.140
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 -245
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 642
EBIT - 193 - 29 93) 1.827
Bereinigtes EBIT - 154 - 22 0 2.062
Durchschnittliches Capital Employed - 58 623 355 16.224
Abschreibungen 2 2 0 910
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 5 0 513
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 2
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -3 65 - 104 -450
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 1 0 1.296

1) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 03).

2) Einschließlich Veräußerungsgruppen

3) Es handelt sich um nachlaufende Aufwendungen bzw. Erträge, die zum EBIT der Gruppe überleiten (vgl. Anhang-Nr. 03).

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2020 / 2021

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
2020/2021
Außenumsätze 37 5 0 42
Gruppeninterne Umsätze 232 46 -2.274 -1.995
Umsatzerlöse 269 52 -2.274 -1.953
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0
EBIT -30 37 -16 -9
Bereinigtes EBIT -3 -7 -17 -26
Durchschnittliches Capital Employed 1 537 -85 452
Abschreibungen 22 14 -3 32
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 17 1 0 18
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 42 0 42
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -13 - 74 0 -87
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 1 5 6

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2021/2022

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
2021/2022
Außenumsätze 17 2 0 18
Gruppeninterne Umsätze 225 33 -2.265 -2.008
Umsatzerlöse 241 34 -2.265 -1.990
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0
EBIT 0 -31 2 -29
Bereinigtes EBIT 4 -27 2 -22
Durchschnittliches Capital Employed -29 851 -200 623
Abschreibungen 13 14 -25 2
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 5 0 5
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -5 67 3 65
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3 2 -5 1

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG EBIT ZUM ERGEBNIS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN (VOR STEUERN)

Mio € 2020/2021 2021/2022
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 796 2.062
Sondereffekte1) -346 -235
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 451 1.827
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -136 -259
+ Finanzierungserträge 725 1.291
- Finanzierungsaufwendungen -962 -1.431
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -2 - 4
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 19 -28
Ergebnis Gruppe (vor Steuern) 95 1.396
- Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 6 -9
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 101 1.387

1) Vgl. die Erläuterung der Sondereffekte im Wirtschaftsbericht in der Geschäftsentwicklung in der Gruppe bzw. in den Segmenten.

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Bilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 36.811 37.492
Aktive latente Steuern -472 -732
Laufende Ertragsteueransprüche -123 -159
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder -8.974 -7.638
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile -1.004 -1.124
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer -298 -226
Sonstige Rückstellungen, langfristig -513 -431
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig -1 -15
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer -176 -168
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig -1.175 -1.268
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -4.244 -4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -729 -980
Vertragsverbindlichkeiten -2.205 -3.098
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -1.794 -1.722
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 198 266
Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis von Veräußerungsgruppen -1.872 -568
Stichtags-Capital Employed 13.427 14.825
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed -655 432
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 12.772 15.258
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 638 967
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 13.410 16.224

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Gruppenumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2020/2021 11.119 4.315 2.126 16.455 34.015
2021/2022 13.894 6.362 1.973 18.910 41.140

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN1

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
30.9.2021 5.716 391 567 2.536 9.210
30.9.2022 5.638 470 612 2.205 8.924

1) Einschließlich Veräußerungsgruppen bzw. einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

25 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2020/2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.540 2.109 3.491 8.267 61 2.685
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 10.146 311 363 81 9 412
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 496 11 178 240 46 492
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 15 0 474 0 1.891 2.011
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 80 16 349 15 49
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
Sonstige Umsatzerlöse 118 2 -1 -6 0 2
Insgesamt 12.315 2.512 4.522 8.932 2.022 5.651
2021/2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 2.170 2.277 3.712 12.143 50 1.583
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 13.668 376 359 278 5 260
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 620 8 214 215 52 516
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 8 0 528 0 1.624 1.681
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1 101 19 556 97 63
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 16.466 2.763 4.832 13.192 1.829 4.103
Sonstige Umsatzerlöse -22 3 -8 -36 2 -3
Insgesamt 16.444 2.766 4.825 13.156 1.831 4.101
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2020/2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 0 -1.244 16.910
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 -555 10.768
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 13 -143 1.334
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 -23 4.368
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 -20 490
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 13 -1.984 33.870
Sonstige Umsatzerlöse 0 31 146
Insgesamt 13 -1.953 34.015
2021/2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 0 -1.602 20.334
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 -309 14.637
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 6 -141 1.490
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 -21 3.820
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 -20 818
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 6 -2.093 41.098
Sonstige Umsatzerlöse 0 103 41
Insgesamt 6 -1.990 41.140

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2020/2021
Automobilindustrie 1.433 833 4.264 2.428 0 1.107
Handel 1.928 102 222 2.065 16 473
Maschinen- und Anlagenbau 1.300 1.432 19 227 81 68
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 2.321 22 2 2.151 0 1.206
Bauwirtschaft 683 23 0 27 0 126
Öffentliche Hand 69 5 0 0 1.877 12
Verpackungsindustrie 124 1 0 1.239 0 0
Energie und Versorgung 88 25 0 301 0 36
Übrige Kundengruppen 4.251 67 16 500 48 2.620
Insgesamt 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
2021/2022
Automobilindustrie 2.026 1.048 4.515 3.029 0 943
Handel 2.328 253 273 3.014 6 219
Maschinen- und Anlagenbau 1.763 1.290 25 356 19 62
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 3.009 48 3 3.379 0 619
Bauwirtschaft 989 33 0 68 0 28
Öffentliche Hand 92 7 0 6 1.783 0
Verpackungsindustrie 158 1 0 1.841 0 0
Energie und Versorgung 186 15 0 618 0 15
Übrige Kundengruppen 5.916 68 16 881 21 2.218
Insgesamt 16.466 2.763 4.832 13.192 1.829 4.103
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2020/2021
Automobilindustrie 2 -76 9.992
Handel 1 -957 3.851
Maschinen- und Anlagenbau 0 -12 3.116
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 0 -894 4.809
Bauwirtschaft 0 - 1 858
Öffentliche Hand 0 -8 1.955
Verpackungsindustrie 0 - 5 1.359
Energie und Versorgung 0 -1 449
Übrige Kundengruppen 9 -29 7.482
Insgesamt 13 -1.984 33.870
2021/2022
Automobilindustrie 2 -80 11.482
Handel 2 -1.165 4.929
Maschinen- und Anlagenbau 0 -27 3.489
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 0 -618 6.441
Bauwirtschaft 0 -8 1.110
Öffentliche Hand 0 0 1.888
Verpackungsindustrie 0 - 7 1.992
Energie und Versorgung 0 -3 831
Übrige Kundengruppen 2 -185 8.936
Insgesamt 6 -2.093 41.098

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2020/2021
Deutschsprachiger Raum1) 4.848 451 1.432 5.133 371 991
Westeuropa 1.918 414 662 1.826 178 1.729
Zentral- und Osteuropa 1.818 48 232 644 1 419
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 49 27 12 61 0 140
Nordamerika 2.793 552 1.061 673 12 428
Südamerika 34 164 62 94 116 280
Asien / Pazifik 489 56 50 49 504 407
Großraum China 88 734 885 135 7 385
Indien 53 39 9 53 23 249
Naher Osten & Afrika 108 25 119 271 810 621
Insgesamt 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
2021/2022
Deutschsprachiger Raum1) 5.688 590 1.533 7.605 477 629
Westeuropa 2.522 500 603 2.731 257 932
Zentral- und Osteuropa 2.520 55 213 945 6 239
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 33 26 9 36 2 110
Nordamerika 4.552 743 1.262 977 13 446
Südamerika 39 234 68 141 188 235
Asien / Pazifik 719 68 54 55 373 300
Großraum China 103 467 964 106 6 403
Indien 126 49 14 98 17 384
Naher Osten & Afrika 164 31 113 496 490 425
Insgesamt 16.466 2.763 4.832 13.192 1.829 4.103
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2020/2021
Deutschsprachiger Raum1) 10 -1.418 11.818
Westeuropa 0 -341 6.387
Zentral- und Osteuropa 0 -106 3.056
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 - 1 288
Nordamerika 2 -83 5.438
Südamerika 0 - 2 747
Asien / Pazifik 0 - 7 1.547
Großraum China 0 -16 2.219
Indien 0 -2 424
Naher Osten & Afrika 0 -8 1.946
Insgesamt 13 -1.984 33.870
2021/2022
Deutschsprachiger Raum1) 3 -1.558 14.967
Westeuropa 0 -260 7.286
Zentral- und Osteuropa 0 -116 3.862
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 -2 214
Nordamerika 3 -133 7.862
Südamerika 0 -2 904
Asien / Pazifik 0 - 5 1.565
Großraum China 0 -13 2.036
Indien 0 -2 687
Naher Osten & Afrika 0 -3 1.716
Insgesamt 6 -2.093 41.098

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren 5.120 Mio € (Vorjahr: 5.139 Mio €) aus langfristigen Verträgen und 35.978 Mio € (Vorjahr: 28.731 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. 6.241 Mio € (Vorjahr: 6.062 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und 34.858 Mio € (Vorjahr: 27.808 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

26 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2020/2021 2021/2022
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 30 28
Versicherungsentschädigungen 27 67
Übrige 265 280
Insgesamt 323 375

Die Erträge aus Zulagen und Zuschüssen enthalten im Wesentlichen die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland, die die Gruppe für die fortgeführten Aktivitäten von der öffentlichen Hand erhalten hat. In den übrigen sonstigen Erträgen sind Erträge aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 38 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 312 (Vorjahr: 335) konsolidierten Unternehmen enthalten.

27 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2020/2021 2021/2022
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen 26 40
Wertminderungen auf Firmenwerte 3 0
Sonstige Steuern 17 21
Übrige 69 130
Insgesamt 114 191

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 51 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 312 (Vorjahr: 335) konsolidierten Unternehmen.

28 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2020/2021 2021/2022
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte -2 0
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen (ohne als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 44 142
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0 1
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 12 4
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften -10 96
Übrige -13 -13
Insgesamt 32 230

29 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2020/2021 2021/2022
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -106 -245
Zinserträge aus Finanzguthaben 10 30
Erträge aus Beteiligungen 2 4
Sonstige Finanzierungserträge 713 1.257
Finanzierungserträge 725 1.291
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -137 -113
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -55 -66
Sonstige Finanzierungsaufwendungen -770 -1.252
Finanzierungsaufwendungen -962 -1.431
Insgesamt -343 -385

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.

In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 31 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 112 Mio € (Vorjahr: 136 Mio €) enthalten.

Die sonstigen Finanzierungserträge bzw. die sonstigen Finanzierungsaufwendungen enthalten Erträge bzw. Aufwendungen aus Währungsderivaten sowie Kursgewinne bzw. Kursverluste aus Finanztransaktionen in Fremdwährung.

Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen langfristigen Rückstellungen und Zinserträge aus der Anpassung des Abzinsungszinssatzes werden saldiert in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen. Im Berichtsjahr ergab sich durch einen gestiegenen Abzinsungszinssatz ein positiver Zinsänderungseffekt in der Aufzinsung der sonstigen langfristigen Rückstellungen.

30 Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Aufwendungen und Erträge:

LEASING IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2020/2021 2021/2022
Sonstige Umsatzerlöse
Erträge aus Operating-Lease-Verhältnissen 6 3
Leasingaufwendungen
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 25 35
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte 1 1
Aufwendungen aus nicht bilanzierten variablen Leasingzahlungen 1 2
Abschreibungen
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 139 126
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 28 0
Sonstige Gewinne und Verluste
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0 - 1
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 21 22

Erträge aus Untermietverträgen fielen in beiden Geschäftsjahren nicht an. Aus Sale and Leaseback-Transaktionen ergab sich für die Gruppe ein Gewinn von 89 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) sowie ein Verlust von 2 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).

31 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern der Gruppe teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2020/2021 2021/2022
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) 186 360
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) -67 -184
Insgesamt 120 175

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2020/2021 2021/2022
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis 120 175
Steueraufwand auf nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten 23 - 3
Nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Insgesamt 143 172

Zum 30. September 2022 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochterunternehmen in der Gruppe, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 166 Mio € (Vorjahr: 846 Mio €).

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

30.9.2021 2021/2022 30.9.2022
Mio € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Latenter Steuerertrag (+) / -aufwand (-) Übrige Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- --- --- ---
Latente Steuern auf langfristige Positionen
Immaterielle Vermögenswerte 154 124 6 21 164 106
Sachanlagen (einschließlich als 218 154 32 1 225 128
Finanzinvestition gehaltene Immobilien)
Finanzielle Vermögenswerte 201 130 -3 0 81 13
Übrige Aktiva 1 91 16 0 1 75
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.309 8 -81 -577 653 11
Sonstige Rückstellungen 150 23 -62 1 96 30
Übrige Passiva 80 478 103 5 88 377
Latente Steuern auf kurzfristige Positionen
Vorräte 355 44 18 10 418 79
Übrige Aktiva 611 965 160 -17 711 922
Sonstige Rückstellungen 65 283 63 5 60 210
Übrige Passiva 1.176 529 -253 7 1.134 733
Wertberichtigungen - temporäre Differenzen -1.146 - 2 609 -535 -
Zwischensumme 3.174 2.829 1 65 3.096 2.684
Steuerliche Verlustvorträge 2.160 - -142 10 2.028 -
Zinsvorträge 281 - -136 0 145 -
Ausländische Steuergutschriften 0 - 3 0 3 -
Wertberichtigungen - steuerliche -2.374 - 474 -8 -1.909 -
Verlustvorträge u.a.
Zwischensumme 67 0 199 2 267 0
Summe vor Saldierung 3.241 2.829 200 67 3.363 2.684
Saldierung -2.769 -2.769 - - -2.631 -2.631
Bilanzansatz 472 60 - - 732 53

Zum 30. September 2022 werden für in der Gruppe bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 7.449 Mio € (Vorjahr: 7.927 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 7.333 Mio € (Vorjahr: 7.626 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 116 Mio € (Vorjahr: 301 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.

Zum 30. September 2022 werden u.a. die folgenden, auf Verlustvorträgen beruhenden, aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: thyssenkrupp AG 220 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), thyssenkrupp France S.A.S. 42 Mio € (Vorjahr: 43 Mio €), thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V. 21 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) und thyssenkrupp Presta de Mexico S.A. de C.V. 20 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €).

Zum 30. September 2022 werden in Deutschland aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen) in Höhe von 495 Mio € (Vorjahr: 1.123 Mio €) nicht angesetzt, da das Management nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass künftig genügend steuerliche Ergebnisse in Deutschland zur Verfügung stehen werden.

Der Ansatz aktiver latenter Steuern für steuerliche Verlust- und Zinsvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland führte im Geschäftsjahr 2021/2022 zu latentem Steuerertrag von 182 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt im sonstigen Ergebnis, der das Eigenkapital um 38 Mio € erhöht hat.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,4% (Vorjahr: 32,2%) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0% und 37,5% (Vorjahr: 9,0% und 37,5%).

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2020/2021 in % 2021/2022 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) 32 32,2 449 32,4
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz -71 -70,3 -31 - 2,2
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 1 1,0 9 0,6
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern 110 108,9 -467 - 33,7
Einkommenskorrekturen 16 15,8 135 9,7
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen 3 3,0 -32 - 2,3
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 34 33,7 79 5,7
Nicht anrechenbare Quellensteuern 27 26,7 40 2,9
Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) -33 -32,7 - 2 - 0,1
Sonstiges 0 0,0 - 5 - 0,4
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) 120 118,8 175 12,6

32 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2020/2021 2021/2022
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -109 -0,17 1.127 1,81
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -6 -0,01 9 0,01
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -115 -0,18 1.136 1,82
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741 622.531.741

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

33 Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2020/2021 2021/2022
Löhne und Gehälter 5.285 5.292
Soziale Abgaben 942 951
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage1) 191 153
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 18 23
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre1) -3 0
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 297 - 2
Aufwendungen für Unterstützung 85 86
Insgesamt 6.815 6.502

1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Im Jahresdurchschnitt waren in der Gruppe beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2020/2021 2021/2022
Materials Services 15.527 15.638
Industrial Components 12.893 12.330
Automotive Technology 19.733 19.881
Steel Europe 26.122 26.058
Marine Systems 6.459 6.645
Multi Tracks 19.118 15.673
Corporate Headquarters 641 618
Überleitung 1.750 1.553
Insgesamt 102.243 98.396
Davon:
Arbeiter 50.411 48.055
Angestellte 48.787 47.491
Auszubildende 3.045 2.850

Die Jahresdurchschnittsbelegschaft enthält in 2021/2022 anteilig 1.492 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.501 Mitarbeiter) der gemeinschaftlichen Tätigkeit (Joint Operation) Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM).

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2020/2021 2021/2022
Mio € Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
--- --- --- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 14 8 15 10
Andere Bestätigungsleistungen 1 1 3 3
Steuerberatungsleistungen 1 0 0 0
Sonstige Leistungen 0 0 0 0
Insgesamt 16 9 18 13

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Abschlussprüfung der Gruppe, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Gruppenabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Leistungen im Zusammenhang mit den Verkäufen einzelner Geschäfte im Rahmen des Umbaus von thyssenkrupp sowie auf Leistungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung des geplanten Börsengangs von thyssenkrupp nucera. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

34 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" herleiten:

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Bilanz 8.974 7.638
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 42 0
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 9.017 7.638

Per 30. September 2022 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 19 Mio € (Vorjahr: 44 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2021/2022 resultiert ein zahlungsunwirksamer Zugang von Nutzungsrechten nach IFRS 16 von 120 Mio € (Vorjahr: 135 Mio €).

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2021/2022 resultiert aus Entkonsolidierung ein Abgang von Brutto-Finanzschulden von 286 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €).

Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2020 / 2021

30.9.2020 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 5.182 -850 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 459 -140 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214 -43 0 -22
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647 -148 -1 3
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 6.502 -1.181 -1 -18
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 110 -50 0 -10
Insgesamt 6.611 -1.231 -1 -29
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Marktwertänderungen Umgliederung von Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten
--- --- ---
Anleihen 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 -16
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 -16
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 27 0
Insgesamt 27 -16
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2021
Mio € Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 7 4.339
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 319
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 149
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 132 617
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 139 5.424
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen -33 43
Insgesamt 105 5.467

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2021/2022

30.9.2021 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 4.339 -1.250 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 319 -196 -270 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149 53 -1 -66
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 633 -142 -15 34
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 5.440 -1.535 -286 -31
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 43 -178 -30 32
Insgesamt 5.483 -1.713 -317 1
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Marktwertänderungen Umgliederung von Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten
--- --- ---
Anleihen 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 0
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 215 0
Insgesamt 215 0
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2022
Mio € Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 5 3.094
Schuldschein- /sonstige Darlehen 269 122
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 136
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 119 629
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 393 3.981
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 0 81
Insgesamt 393 4.062

Leasing in der Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der bilanzierten Leasingverhältnisse im Operating Cashflow und die Tilgungskomponente im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2021/2022 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse der Gruppe als Leasingnehmer 207 Mio € (Vorjahr: 186 Mio €).

Die folgenden möglichen Zahlungsmittelabflüsse beim Leasingnehmer wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen und werden nur dann in der Kapitalflussrechnung enthalten sein, sofern sie in künftigen Perioden auch tatsächlich zu Auszahlungen führen:

MÖGLICHE ZUKÜNFTIGE LEASINGZAHLUNGEN

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Verlängerungs- und/oder Kündigungs- sowie Kaufoptionen -130 -140
Eingegangene Leasingverpflichtungen -10 -11
Insgesamt -140 -151

Mögliche zukünftige Leasingzahlungen des Leasingnehmers aus der Ausübung von Optionen wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, wenn die Ausübung der entsprechenden Optionen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Diese Optionen beinhalten Leasingzahlungen aus Mietverlängerungsoptionen, Strafzahlungen aus der Ausübung von Kündigungsoptionen und Zahlungen aus Kaufoptionen. Nur bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Optionen als ausübbar angesehen und als Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angesetzt. Im Falle veränderter Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Bestehen in Einzelfällen unendlich revolvierende Mietverlängerungsoptionen oder sich automatisch verlängernde Mietverträge sind deren Zahlungen nicht in den möglichen zukünftigen Leasingzahlungen enthalten. Eine Einschätzung der Laufzeit wurde bei der Ermittlung der entsprechenden Leasingverbindlichkeit vorgenommen.

Einzelne Leasingverträge können mehrere Optionen enthalten. Die thyssenkrupp-Gruppe verwendet Optionen, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu erhalten. Solche Optionen können grundsätzlich nur durch die thyssenkrupp-Gruppe als Leasingnehmer ausgeübt werden. Ferner sind in den abgeschlossenen Leasingverträgen keine Klauseln enthalten, die die Gruppe durch die Einhaltung bestimmter Zusagen wesentlich beschränken.

Sonstige Angaben

35 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 1. Oktober 2022 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2022 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

36 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach §264 Abs. 3 und §264b HGB

Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:

A
ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen
B
Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
C
CarValoo GmbH Essen
D
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E
EH Güterverkehr GmbH Duisburg
G
German Marine Systems GmbH Hamburg
H
Hagenuk Marinekommunikation GmbH Flintbek
J
Jacob Bek GmbH Ulm
M
Max Cochius GmbH Berlin
P
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach
R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Andernach
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
T
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Essen
thyssenkrupp AT.Pro tec GmbH Essen
thyssenkrupp Automation Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH Essen
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Components Tech GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
thyssenkrupp Dynamic Components GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH Chemnitz
thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Essen
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH Dortmund
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH Hagen
thyssenkrupp Holding Germany GmbH Essen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Essen
thyssenkrupp Information Management GmbH Essen
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH Essen
thyssenkrupp Materials loT GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp MaterialsTrading GmbH Essen
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Polysius GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Projekt 1 GmbH Essen
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Senior Experts GmbH Essen
thyssenkrupp Services GmbH Essen
thyssenkrupp smart steel GmbH Duisburg
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH Duisburg
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp Steel Logistics GmbH Duisburg
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Dortmund
thyssenkrupp Uhde GmbH Essen
thyssenkrupp USA Holding AG & Co KG Essen
thyssenkrupp Vermietungs GmbH Duisburg
U
Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

37 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.

Aufstellung des Anteilsbesitzes der thyssenkrupp-Gruppe gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2022

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am gehalten über lfd. Nr. Quote

%
Kapital

%
--- --- --- --- --- ---
A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen
Ägypten
1 thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 100,00 105
2 thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten 100,00 57 1,00
109 98,00
67 1,00
Algerien
3 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 100,00 262
Argentinien
4 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 105
Australien
5 SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/Sysney, Australien 100,00 57
6 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien 100,00 172
7 thyssenkrupp nucera (Australia) Pty Ltd , Perth WA, Australien 100,00 119
8 thyssenkrupp Uhde Australia Pty. Ltd., Melbourne VIC, Australien 100,00 142
Belgien
9 thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 100,00 93 65,59
116 34,41
10 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 100,00 93 100,00
121 0,00
11 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 100,00 76 0,00
137 100,00
Brasilien
12 Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja / Santa Catarina, Brasilien 75,00 109
13 BercoSul Ltda., Campo Limpo Paulista-São Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
187 100,00
14 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 17 0,00
24 100,00
15 Thyssen Trading Ltda., São Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
116 100,00
16 thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien 80,00 24
17 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 83 0,68
157 5,96
139 83,11
85 10,26
18 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 99,48 117
19 thyssenkrupp Estaleiro Brasil Sul Ltda., Itajai, Brasilien 100,00 21
20 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 17 0,00
116 100,00
21 thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Itajai, Brasilien 100,00 17 1,00
109 99,00
22 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 59,77 226
23 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 100,00 13 0,00
22 100,00
24 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100,00 17 0,00
116 100,00
25 thyssenkrupp Uhde Brasil Ltda., Nova Lima, Brasilien 100,00 142
Brunei
26 thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 100,00 260 99,00
141 1,00
Bulgarien
27 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 100,00 187
28 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 80,00 116
China
29 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 100,00 38
30 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Qingdao, China 100,00 139
31 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China 100,00 139
32 thyssenkrupp Automotive Body Solutions (Suzhou) Co. Ltd., Kunshan City, China 100,00 34
33 thyssenkrupp Bilstein Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
34 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 100,00 79
35 thyssenkrupp Dynamic Components Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
36 thyssenkrupp Dynamic Components Dalian Co. Ltd., Dalian, China 100,00 34
37 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China 100,00 139
38 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 60,00 34
39 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
40 thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China 100,00 117
41 thyssenkrupp nucera (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 194
42 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 60,00 157
43 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 60,00 157
44 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 34
45 thyssenkrupp Presta Steering Gear Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 100,00 49
46 thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 100,00 139
47 thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., Pinghu, Jiaxing, China 100,00 34
48 thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 100,00 227
49 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
50 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
51 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 60,00 34
Curacao
52 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 100,00 223
Dänemark
53 ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 100,00 57
54 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 54,15 93
55 thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark 100,00 227
Deutschland
56 ALSE Deutschland GmbH, Bremen 100,00 57
57 ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 100,00 139 89,90
79 10,10
58 Becker & Co. GmbH, Neuwied 100,00 73
59 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 100,00 139
60 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 100,00 139
61 carValoo GmbH, Essen 100,00 139
62 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 66 1) 94,00 79
63 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 100,00 129
64 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 100,00 137
65 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 87,98 137
66 German Marine Systems GmbH, Hamburg 100,00 139
67 Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 100,00 57
68 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 100,00 109
69 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 100,00 109
70 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 79,96 116
71 Max Cochius GmbH, Berlin 75,00 116
72 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 100,00 267
73 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Andernach 100,00 137 59,23
65 40,77
74 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 100,00 116
75 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,00 139 89,90
79 10,10
76 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 100,00 87
77 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 100,00 139
78 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Essen 100,00 116 89,90
79 10,10
79 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 100,00
80 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 100,00 117
81 thyssenkrupp Automation Engineering GmbH, Essen 100,00 139 89,90
79 10,10
82 thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen 100,00 102 89,90
79 10,10
83 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 100,00 139
84 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 100,00 139 89,99
79 10,01
85 thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 100,00 95
86 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 100,00 134
87 thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 139 89,90
79 10,10
88 thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH, Chemnitz 100,00 139 89,90
79 10,10
89 thyssenkrupp Dynamic Components GmbH, Ilsenburg 100,00 139 89,98
79 10,02
90 thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH, Ilsenburg (Harz) 100,00 139 89,90
79 10,10
91 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 99,58 92 87,62
76 11,96
92 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 100,00 137 62,46
65 37,54
93 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 100,00 116
94 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 100,00 84 89,99
79 10,01
95 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 100,00 139
96 thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 100,00 105
97 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 100,00 139 90,00
79 10,00
98 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 100,00 116
99 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 134 10,10
79 89,90
100 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 100,00 137
101 thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 100,00 100
102 thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen 100,00 79
103 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 99 89,90
106 5,10
134 5,00
104 thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 100,00 97
105 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 100,00 79 10,10
139 89,90
106 thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen 100,00 79
107 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 100,00 139
108 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 100,00 134
109 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 100,00 79 10,10
139 89,90
110 thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 100,00 109
111 thyssenkrupp Marine Systems Wismar GmbH, Kiel 100,00 109 89,90
102 10,10
112 thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 100,00 116
113 thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH, Essen 100,00 116
114 thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 100,00 116
115 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,58 79 10,34
116 89,24
116 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 99,84 79 89,74
134 10,10
117 thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 100,00 79 10,10
116 89,90
118 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 68,00 87
119 thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund 66,00 125
120 thyssenkrupp nucera Management AG, Dortmund 66,00 125
121 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 100,00 93
122 thyssenkrupp Polysius GmbH, Beckum 100,00 139
123 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 100,00 79 10,01
139 89,99
124 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 100,00 123
125 thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen 100,00 102
126 thyssenkrupp Projekt 2 GmbH, Essen 100,00 79
127 thyssenkrupp Projekt 3 GmbH, Essen 100,00 79
128 thyssenkrupp Projekt 4 GmbH, Essen 100,00 81
129 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 99,50 73
130 thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen 100,00 79
131 thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 100,00 79 10,10
139 89,90
132 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 100,00 79 10,10
116 89,90
133 thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 100,00 139
134 thyssenkrupp Services GmbH, Essen 100,00 79
135 thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg 100,00 87
136 thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg 100,00 87
137 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 100,00 76 89,90
79 10,10
138 thyssenkrupp Steel Logistics GmbH, Duisburg 100,00 137
139 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 100,00 79
140 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 100,00 139
141 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 100,00 79 10,10
105 89,90
142 thyssenkrupp Uhde GmbH, Essen 100,00 139
143 thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 3) 100,00 79 100,00
139 0,00
144 TKMS Business Partnership, GbR, Kiel 100,00 109 95,00
168 5,00
145 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 100,00 79 10,50
105 89,50
146 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 100,00 79 10,10
105 89,90
Finnland
147 ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 100,00 57
148 thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 100,00 172
Frankreich
149 Defontaine S.A.S., La Bruffière, Frankreich 100,00 152
150 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Hambach, Frankreich 100,00 152
151 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 100,00 227
152 thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 224
153 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Les Pennes-Mirabeau , Frankreich 100,00 152
154 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 152
155 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 100,00 152
156 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 100,00 152
157 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 152
158 thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 227
159 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 100,00 152
Griechenland
160 Advanced Lithium Systems Europe S.A., Athen, Griechenland 100,00 57
161 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 100,00 68
Großbritannien
162 ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Dorset Innovation Park, Großbritannien 100,00 57
163 ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 162
164 Polysius Ltd., Shirley, Solihull, Großbritannien 100,00 172
165 Steelbuy Limited, Solihull, Großbritannien 100,00 172
166 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 172
167 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 100,00 172
168 thyssenkrupp Marine Systems LLP, Dorchester, Dorset, Großbritannien 100,00 109 99,50
139 0,50
169 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 100,00 172
170 thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 100,00 172
171 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 100,00 172
172 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 100,00 130 100,00
139 0,00
173 thyssenkrupp UK 2006 Pension Trustees Limited, Shirley, Solihull, Großbritannien 100,00 172
Guatemala
174 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 215 99,98
216 0,02
Indien
175 ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 57 99,99
67 0,01
176 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 100,00 59 0,08
131 72,39
97 8,96
139 0,00
191 0,00
187 18,57
177 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 100,00 165 0,00
172 100,00
178 thyssenkrupp Automotive Body Solutions India Private Limited, Pune, Indien 100,00 82 99,90
139 0,10
179 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 100,00 91 100,00
151 0,00
180 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 224 100,00
226 0,00
181 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 80,43 105
182 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 54,73 139
183 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, NEW DELHI, Indien 100,00 168
184 thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 100,00 93 0,00
116 100,00
Indonesien
185 PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 67,00 105
Italien
186 Berco Aftermarket S.r.l., Bologna, Italien 100,00 187
187 Berco S.p.A., Copparo, Italien 100,00 79 0,05
189 99,95
188 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,00 227
189 thyssenkrupp Italia S.r.l., Copparo, Italien 100,00 79
190 thyssenkrupp nucera Italia S.R.L., Milan, Italien* 100,00 119
191 thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 100,00 189
192 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Torino, Italien 100,00 81 2,00
189 98,00
Japan
193 thyssenkrupp Automotive Japan K.K., Yokohama-city, Japan 100,00 195
194 thyssenkrupp nucera Japan Ltd., Tokyo, Japan 100,00 119
195 thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , 3-5, Hacchobori 4-Chome, Chuo-ku, Tokyo, Japan 100,00 105
196 thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 100,00 227
197 thyssenkrupp Uhde Japan Ltd, Nihonbashi-Kayabacho, Japan 100,00 142
Kanada
198 Budcan Holdings Inc., Toronto, Ontario, Kanada 100,00 224
199 thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 100,00 79
200 thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada 100,00 57
201 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 100,00 297
202 thyssenkrupp Materials Trading CA, Ltd., Toronto, Ontario, Kanada 100,00 201
203 thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 100,00 201
Korea, Rep.
204 ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Busan, Korea, Rep. 100,00 57
205 ThyssenKrupp Korea Ltd., SUWON-si, Gyeonggi-do, Korea, Rep. 100,00 264
206 thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 70,00 116
Liechtenstein
207 thyssenkrupp Dynamic Components TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 100,00 89
208 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 100,00 139
Malaysia
209 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Selangor, Malaysia 100,00 105
210 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Seksyen 13, Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia 100,00 105
211 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 182
212 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia 100,00 79
Mexico
213 thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 219 0,00
83 100,00
214 thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 100,00 139 0,00
85 100,00
215 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 139 0,01
105 99,99
216 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 215 99,98
105 0,02
217 thyssenkrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Cuautlancingo, State of Puebla, Mexico 100,00 116 100,00
93 0,00
218 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 219 0,00
214 100,00
219 thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 157 50,00
83 50,00
220 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 100,00 139 0,00
81 100,00
Niederlande
221 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 75,00 228 50,00
137 25,00
222 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 75,25 137 24,75
228 49,50
221 0,99
223 thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00 224
224 thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 100,00 79
225 thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 100,00 139
226 thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 224
227 thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 139
228 thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 100,00 227
Österreich
229 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 100,00 231
230 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 79
231 thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 100,00 79
232 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 229
Peru
233 thyssenkrupp Polysius Peru S.A.C., Lima, Peru 100,00 271 99,90
122 0,10
Polen
234 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 98
235 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 100,00 106
236 thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 94,00 116
237 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 100,00 115
238 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 100,00 123
Portugal
239 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 90,00 274
Puerto Rico
240 Carolina Building Materials, Corp., Carolina, Puerto Rico 100,00 117
Rep. Südafrika
241 Ninafor 2 (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 0,00 2) 244
242 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika 0,00 2) 105
243 thyssenkrupp Uhde Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 100,00 142
244 thyssenkrupp Uhde South Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 72,16 243
Rumänien
245 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 100,00 94 0,18
84 99,82
246 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00 116
Russland
247 OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 100,00 105
248 OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russische Föderation, Russland 100,00 82
249 thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moscow, Russland 100,00 267 99,00
72 1,00
Saudi Arabien
250 thyssenkrupp nucera Arabia for Contracting LLC, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 119
251 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 159 5,00
153 95,00
252 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 60,00 105
Schweiz
253 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 100,00 105
254 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 100,00 223
255 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 100,00 223
256 thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 100,00 116
257 thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 100,00 227
258 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 100,00 105
Serbien
259 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 100,00 116
Singapur
260 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 264
261 thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 264
262 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 264
263 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 264
264 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 79
265 thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd. i.L., Singapur, Singapur 100,00 227
Slowakei
266 thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 100,00 116
267 thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 100,00 131
268 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei 51,00 98
Spanien
269 Defontaine Ibérica S.A.U. i. L., Viana, Spanien 100,00 149
270 thyssenkrupp Galmed S.A.U., Sagunto, Spanien 100,00 227
271 thyssenkrupp Industrial Solutions S.A., Madrid, Spanien 100,00 139
272 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 100,00 139
273 thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L.U., Valencia, Spanien 100,00 139
274 thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A.U., Mungia, Spanien 100,00 116
275 thyssenkrupp Plastic Ibérica SLU, Massalfassar (Valencia), Spanien 100,00 139
276 thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 100,00 139
277 thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Barcelona, Spanien 100,00 227
278 thyssenkrupp System Engineering S.A., Casellbisbal (Barcelona), Spanien 100,00 139
Thailand
279 Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited i. L., Huaykwang, Bangkok, Thailand 100,00 57
280 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 75,00 142
Tunesien
281 Defontaine Tunisie S.A., Fouchana, Tunesien 100,00 149
282 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 99,98 154
Türkei
283 thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei 100,00 109
284 thyssenkrupp Polysius Teknolojik Ürünler Insaat Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 100,00 122
Ungarn
285 thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,00 123
286 thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 100,00 116
USA
287 Atlas North America, LLC, Dover, Delaware, USA 100,00 57
288 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 100,00 300
289 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 100,00 300
290 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 300
291 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Wilmington, Delaware, USA 100,00 300
292 thyssenkrupp Dynamic Components Danville, LLC, Wilmington, Delaware, USA 100,00 300
293 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 300
294 thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 100,00 300
295 thyssenkrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 297
296 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 297
297 thyssenkrupp Materials NA, Inc., East Lansing,Michigan, USA 100,00 300
298 thyssenkrupp Materials Trading NA, LLC , East Lansing/MI, USA 100,00 297
299 thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 100,00 143
300 thyssenkrupp North America, LLC, Delaware, USA 100,00 299
301 thyssenkrupp nucera USA Inc. , Wilmington/Delaware, USA 100,00 194
302 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 297
303 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Wilmington, DE, USA 100,00 300
304 thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Coumbus, Ohio, USA 100,00 300
305 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 100,00 227
306 thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 297
307 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 300
308 thyssenkrupp Uhde USA, LLC, East Lansing/Michigan, USA 100,00 300
Vereinigte Arabische Emirate
309 ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 57
Vietnam
310 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 105
311 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Thu Duc City, Ho Chi Minh City, Vietnam 100,00 116
B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
Deutschland
312 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* 50,00 137
C. At equity bewertete Beteiligungen (*\=Joint Venture)
Belgien
313 Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 1) 38,54 137
China
314 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China* 1) 50,00 137
315 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China* 1) 12,50 137
Deutschland
316 BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf* 1) 50,00 79
317 cap-on GmbH, Elchingen 1) 15,00 82
318 COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 1) 49,00 106
319 HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Heilbronn* 50,00 81
320 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 1) 40,00 129
321 mt industry recycling GmbH, München* 50,00 116
322 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 1) 49,00 57 10,00
109 39,00
323 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* 50,00 137
Finnland
324 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* 1) 50,00 116
Katar
325 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar* 1) 40,00 109
Korea, Rep.
326 KEPCO-Uhde Inc., Daejeon, Korea, Rep. * 1) 26,93 105
Luxemburg
327 Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 19,32 79
Norwegen
328 KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen* 1) 50,00 57 33,33
109 16,67
Puerto Rico
329 Aceros de America Corp., San Juan, Puerto Rico* 1) 50,00 117
Rep. Südafrika
330 Cybicom Atlas Defence (Pty.) Ltd., Tokai, Cape Town, Rep. Südafrika 1) 40,00 57
Singapur
331 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapore, Singapur 1) 30,00 116
D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
Lfd. Nr Name und Sitz Eigenkapital

in TEUR
Jahresergebnis

in TEUR
Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
--- --- --- --- --- --- ---
Rumänien
332 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 650 1331) 100,00 253
Tschechische Republik
333 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 572 -1201) 100,00 105
Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
E. Sonstige assoziierte Beteiligungen
--- --- --- --- ---
Deutschland
334 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 1) 21,71 137
335 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 33,33 87
336 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 1) 20,00 79
337 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 1) 94,76 139
Japan
338 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* 1) 50,00 137
Portugal
339 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Setúbal, Portugal 1) 20,00 139
F. Andere Beteiligungsunternehmen
Brasilien
340 Susin, Francescutti Metalurgica Ltda., Caxias do Sul / RS, Brasilien 1) 12,50 22
Deutschland
341 BELASTAHL Außenhandel GmbH, Berlin 1) 10,00 117
342 Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 1) 20,42 109
343 Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 1) 25,01 137
344 LEWA Attendorn GmbH, Olpe 1) 19,20 137
345 PEAG Holding GmbH, Dortmund 1) 13,72 79
Frankreich
346 Bionext S.A.S., Venette, Frankreich 1) 18,96 105

1) Jahresabschluss nicht 30.09.

2) nach IFRS Vorschriften einbezogen

3) die thyssenkrupp AG ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin bei der thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Gruppenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gruppe beschrieben sind.

Essen, den 8. November 2022

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Merz

Burkhard

Keysberg

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der an verschiedenen Stellen des Konzernlageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung zur Erfüllung der §§ 289b bis 289e HGB und der §§ 315b bis 315c HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022,
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht (ohne die darin enthaltene nichtfinanzielle Erklärung) insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar; wir geben kein Prüfungsurteil zu der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab und
ist die an verschiedenen, in Abschnitt "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" dargestellten Stellen des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Erklärung in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften sowie mit den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien aufgestellt.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht und zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Werthaltigkeit der Firmenwerte

2 Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

3 Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1. Sachverhalt und Problemstellung

2. Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3. Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Firmenwerte

1. Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 1.394 Mio € (9% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units)zu. Diese Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich jeweils zum Bilanzstichtag oder auch anlassbezogen einem Werthaltigkeitstest (sog. "Impairment-Test") unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Bei der Bestimmung der Nutzungswerte der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird die Discounted Cashflow Methode verwendet, wobei die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigt, zugrunde gelegt wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung und den Annahmen der zukünftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2. Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Planungsrechnung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künftigen Cashflows nachvollzogen. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planungsrechnung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

3. Die Angaben der Gesellschaft zu den Firmenwerten und deren Werthaltigkeit sind im Abschnitt 04 des Konzernanhangs enthalten.

2 Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

1. Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden in der Konzernbilanz Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) mit einem Betrag von insgesamt 7.226 Mio € (19% der Bilanzsumme bzw. 49% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Der Wert der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) entfällt im Wesentlichen auf die Segmente Steel Europe und Automotive Technology. Die Vermögenswerte werden von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn interne oder externe Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hindeuten oder Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Grund für eine in einer früheren Berichtsperiode nach IAS 36 vorgenommenen Abschreibung vollständig oder teilweise nicht länger besteht. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gemäß IAS 36. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des Nutzungswerts, soweit nicht der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher ist. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Dabei bildet die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe den Ausgangspunkt, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Als Ergebnis dieser Werthaltigkeitstests kam es insgesamt zu Wertminderungen von 513 Mio €, die insbesondere auf die Segmente Steel Europe und Automotive Technology entfallen. Hierin sind Wertminderungen von 26 Mio € auf die inzwischen entkonsolidierte Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft enthalten. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit des verwendeten Diskontierungssatzes sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Für ausgewählte Werthaltigkeitstests, deren Auswahl nach qualitativen und quantitativen Aspekten erfolgte, haben wir nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künftigen Cashflows nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise jeweils ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen liegen innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

3. Die Angaben der Gesellschaft zur Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Abschnitt 03, 04 und 05 des Konzernanhangs enthalten.

3 Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

1. Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden nach Saldierungen und Wertberichtigungen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von 732 Mio € (5% des Konzerneigenkapitals) und passive latente Steuern in Höhe von 53 Mio € (0,4% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Bilanzierung der aktiven latenten Steuern erfolgte in dem Umfang, in dem es nach den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse anfallen, durch die die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verlust- sowie Zinsvorträge genutzt werden können. Dazu werden, soweit nicht ausreichend passive latente Steuern vorhanden sind, Prognosen über die künftigen steuerlichen Ergebnisse ermittelt, die sich aus der verabschiedeten Planungsrechnung ergeben und die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe berücksichtigt. Für die Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Geschäftsjahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Von den insgesamt 5.807 Mio € latenten Steueransprüchen der thyssenkrupp-Gruppe vor Wertberichtigungen und Saldierungen entfallen 2.028 Mio € auf Verlustvorträge und 145 Mio € auf Zinsvorträge. Von diesen aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge wurden 1.909 Mio € wertberichtigt, da für das jeweilige Steuersubjekt der thyssenkrupp-Gruppe nicht von einem ausreichenden zu versteuernden Ergebnis ausgegangen wird. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der betragsmäßigen Höhe bzw. der Abhängigkeit von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter von besonderer Bedeutung.

2. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Steuersachverhalten und die Angemessenheit der bilanziellen Abbildung beurteilt. Die Werthaltigkeit der aktivierten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in IFRS- und Steuerbilanz haben wir, soweit nicht ausreichende passive latente Steuern vorlagen, auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten steuerlichen Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe unter Berücksichtigung der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der thyssenkrupp-Gruppe beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.

3. Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind im Abschnitt 31 des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem

den Vergütungsbericht nach § 162 AktG, für den zusätzlich auch der Aufsichtsrat verantwortlich ist
alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung in Übereinstimmung mit den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften sowie mit den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Erklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten- falschen Darstellungen ist.

Die einschlägigen Vorschriften enthalten Formulierungen und Begriffe, die erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch keine maßgebenden umfassenden Interpretationen veröffentlicht wurden. Demzufolge haben die gesetzlichen Vertreter im Abschnitt "EU-Taxonomie" der nichtfinanziellen Erklärung ihre Auslegungen solcher Formulierungen und Begriffe angegeben. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegungen. Da solche Formulierungen und Begriffe unterschiedlich durch Regulatoren oder Gerichte ausgelegt werden können, ist die Gesetzmäßigkeit dieser Auslegungen unsicher.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und ob die nichtfinanzielle Erklärung in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften und den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien entspricht, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht und zur nichtfinanziellen Erklärung beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts sowie der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlageberichtabzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
beurteilen wir die Eignung der von den gesetzlichen Vertretern in der nichtfinanziellen Erklärung dargestellten Kriterien insgesamt. Wie in der Beschreibung der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter dargelegt, haben die gesetzlichen Vertreter die in den einschlägigen Vorschriften enthaltenen Formulierungen und Begriffe ausgelegt; die Gesetzmäßigkeit dieser Auslegungen ist mit den in dieser Beschreibung genannten inhärenten Unsicherheiten behaftet. Diese inhärenten Unsicherheiten bei der Auslegung gelten entsprechend auch für unsere Prüfung.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach §317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß §317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei thyssenkrupp_AG_KA+KLB_ESEF-2022-09-30.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. Februar 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht-auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach §317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, den 14. November 2022

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Philip Meyer zu Spradow, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2021/2022 informiere, möchte ich zu Beginn kurz auf dieses Jahr und die vielfältigen Themen zurückblicken, die uns beschäftigt haben. Es war das dritte Jahr in Folge mit Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Darüber hinaus wurde auch thyssenkrupp vom Beginn des Kriegs in der Ukraine am 24. Februar 2022 getroffen. Mit diesem Krieg mitten in Europa, der Millionen von Menschen in der Ukraine unendliches Leid beschert, der aber auch die gesamte Wirtschaft global nachhaltig beeinträchtig, haben sich die Rahmenbedingungen für gemeinsamen Handel und auch für die Versorgungssicherheit grundlegend verändert, weltweit, aber auch in Deutschland und für deutsche Unternehmen.

Der Vorstand hat in dieser Situation entschlossen reagiert und erneut Schwerpunkte für den eingeschlagenen Transformationspfad von thyssenkrupp gesetzt: weitere Fokussierung auf die operative Performance der Geschäfte, die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs Multi Tracks mit Blick auf einen potenziellen Börsengang von thyssenkrupp nucera, die Suche nach strategischen Lösungen für die Bereiche Steel Europe und Marine Systems - auch wenn das im aktuellen Umfeld schwierig bleibt - sowie die grüne Transformation im Stahlbereich. Ferner hat der Vorstand unverzüglich nach Kriegsbeginn eine Task Force auf Gruppen- und Geschäftsebene etabliert und regelmäßig über die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf das Unternehmen berichtet. Diese kriegsbedingten Auswirkungen waren ein wesentlicher Grund für den Aufschub der weitgehend vorbereiteten Verselbstständigung des Bereichs Steel Europe und die Verschiebung des geplanten potenziellen Börsengangs von thyssenkrupp nucera, aber auch für den Ausbau der Geschäftsaktivitäten des Bereichs Marine Systems mit dem Erwerb der MV Werften in Wismar. Wesentlicher Schritt auf dem Weg der Dekarbonisierung des Unternehmens war die Investitionsentscheidung des Vorstands zum Bau einer Direktreduktionsanlage im Stahlbereich für eine CO2-freie Stahlproduktion, die der Aufsichtsrat einstimmig unterstützt hat. Auch bei der Veränderung der Organisation sind erneut Fortschritte erzielt worden: einerseits durch die Umsetzung weiterer Restrukturierungsmaßnahmen, andererseits durch neue Wege in der Arbeitswelt und die Stärkung der Performance-Kultur. Die sukzessive Umgestaltung und Umsetzung des Transformationsprozesses haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und werden das auch weiterhin tun. Über die Fortschritte wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse berichtet und diskutiert.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/2022 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung, der Compliance und der Nachhaltigkeitsstrategie unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Des Weiteren hat der Vorstand eine regelmäßige Berichterstattung über die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen aufgenommen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation - hier insbesondere auch der Cybersicherheit -, der Refinanzierungs- und der Liquiditätsplanung sowie der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte der Gruppe sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Aufsichtsrat und Vorstand haben auch in diesem Geschäftsjahr wieder besonders intensiv zusammengearbeitet und Informationen ausgetauscht. In 16 Sitzungen hat das Präsidium mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und vereinzelt auch externen Beratern schwerpunktmäßig den Transformationsprozess von thyssenkrupp sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und insbesondere des Kriegs in der Ukraine erörtert.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt thyssenkrupp die Mitglieder des Aufsichtsrats bei grundsätzlich eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisatorisch und mit der Übernahme der Kosten. Ergänzend dazu bietet das Unternehmen themenspezifische Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen an. So fand eine Information des Aufsichtsrats zum Thema grüne Transformation des Stahlbereichs statt, in der die Parameter für die Dekarbonisierung Deutschlands und Europas, die technischen und finanziellen Voraussetzungen der Produktion von grünem Stahl und die Möglichkeiten einer Förderung einer ersten Direktreduktionsanlage durch öffentliche Mittel erläutert und diskutiert wurden. Für neue Aufsichtsratsmitglieder finden spezielle Informationsveranstaltungen ("Onboarding") statt, um diese mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Strukturen von thyssenkrupp vertraut zu machen.

Die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden in aller Regel als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit zur Videozuschaltung statt; auf ausschließliche Telefon- bzw. Videokonferenzen wird nur bei Vorliegen besonderer Umstände zurückgegriffen. Im Berichtsjahr fanden von insgesamt 41 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lediglich fünf Sitzungen als Videokonferenz statt, die übrigen Sitzungen in Präsenz. Bei den als Videokonferenz durchgeführten Sitzungen handelte es sich um kurzfristig anberaumte Sitzungen von nur geringer Dauer.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit zur Videozuschaltung durchgeführt wurden, lag bei 96,5 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

PRÄSENZ BEI DEN SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2021/2022

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. 6 6 100,00 % 30 30 100,00 %
Siegfried Russwurm, Vorsitzender
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender 6 6 100,00 % 28 28 100,00 %
Birgit A. Behrendt 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Stefan Erwin Buchner 5 6 83,33 % ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 6 6 100,00 % 6 6 100,00 %
Angelika Gifford 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günther 6 6 100,00 % 28 32 87,50 %
Achim Hass 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Friederike Helfer 6 6 100,00 % 11 11 100,00 %
Tanja Jacquemin 6 6 100,00 % 4 5 80,00 %
Daniela Jansen 5 6 83,33 % 3 4 75,00 %
Christian Julius (seit 02.03.2022) 3 3 100,00 % ./. ./. ./.
Thorsten Koch (seit 26.08.2022) 1 1 100,00 % ./. ./. ./.
Barbara Kremser-Bruttel (bis 28.02.2022) 2 3 66,67 % ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge 6 6 100,00 % 5 6 83,33 %
Tekin Nasikkol 6 6 100,00 % 3 3 100,00 %
Peter Remmler 6 6 100,00 % 3 3 100,00 %
Dirk Sievers 6 6 100,00 % 32 32 100,00 %
Dr. Verena Volpert 6 6 100,00 % 5 5 100,00 %
Friedrich Weber (bis 30.06.2022) 5 5 100,00 % ./. ./. ./.
Isolde Würz 6 6 100,00 % ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden insgesamt sechs Sitzungen des Aufsichtsrats sowie eine Weiterbildungssitzung statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2021. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 und stellte damit den Jahresabschluss fest.

Ferner folgte der Aufsichtsrat der vom Prüfungsausschuss nach Abschluss des gesetzlich vorgegebenen Auswahlverfahrens für Abschlussprüfer vorgeschlagenen Empfehlung und schlug der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) als neuen Abschluss- und Konzernabschlussprüfer von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2022 / 2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden, vor. Weitere Themen waren neben Fragen der Vorstandsvergütung Veränderungen in der Gesetzgebung, die die Durchführung virtueller Hauptversammlungen betreffen sowie die Reform des Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK). Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), dem Thema Compliance und der EMIR-Pflichtprüfung 2021 gemäß § 32 WpHG sowie den regelmäßigen Aktualisierungen zu allen Segmenten befasst. In den Aufsichtsratssitzungen haben einzelne Segmente selbst mit detaillierten Präsentationen ihre Geschäftsentwicklung und -perspektiven vorgestellt.

Die Berichte des Vorstands zur Lage der thyssenkrupp-Gruppe und zur Umsetzung des Transformationspfades wurden mit Beginn des Kriegs in der Ukraine ergänzt um detaillierte Berichte zur geopolitischen Lage und zu den Maßnahmenpaketen des Krisenmanagements. Unter diesen neuen Rahmenbedingungen wurden die Beratungen zur Performancesteigerung, zu den Portfolio-Maßnahmen und zu den kurz- und mittelfristigen Ergebniszielen der thyssenkrupp-Gruppe und all ihrer Segmente intensiv fortgeführt. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig auf Basis einer fokussierten Werthebelbetrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Segmente die Performanceziele und den Stand der Zielerreichung, verbunden mit Empfehlungen für eine schnellere Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Auch die in der Septembersitzung verabschiedete Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 hat der Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählten der Verkauf der Anteile an AST, der potenzielle Börsengang von thyssenkrupp nucera sowie der Erwerb der MV Werften in Wismar, um die Produktionskapazitäten von Marine Systems kurzfristig erhöhen zu können.

Intensiv hat sich der Aufsichtsrat auch mit dem Segment Steel Europe befasst, insbesondere die Verselbstständigung dieses Bereichs sowie die erforderlichen Maßnahmen für die grüne Transformation waren Gegenstand ausführlicher Erörterungen. Der Vorstand berichtet regelmäßig über den Fortgang der Prüfung beider Schwerpunkte an den Aufsichtsrat bzw. an seine Ausschüsse. Der Aufsichtsrat hat sich ferner mit den Wachstumschancen der nach einer eigenständigen Aufstellung verbleibenden thyssenkrupp-Gruppe ohne das Segment Steel Europe befasst.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/2022 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des DCGK die Abgabe und Veröffentlichung der Entsprechenserklärung beschlossen. Die aktuelle, zum 1. Oktober 2022 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind soweit gesetzlich zulässig vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Themen auszutauschen. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2022 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr zu 16 Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen im Fokus dieses Ausschusses die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, Themen im Zusammenhang mit dem Umbau von thyssenkrupp sowie angemessene Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2021/2022 in acht Sitzungen die Personalthemen der aktiven Vorstandsmitglieder und Themen zu Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren die Entscheidungen zur Festsetzung der variablen Vergütungen und die innerjährliche Überprüfung der festgelegten individuellen Ziele sowie die Darstellung im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, die Vorbereitung zur Verlängerung von Vorstandsverträgen und für die Umsetzung des Teilhabegesetzes für den Vorstand. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, sowie die Management-Entwicklung und die Nachfolgeplanung in der thyssenkrupp-Gruppe behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2021/2022 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2022 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine gruppenweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert.

Dr. Bernhard Günther, Vorsitzender des Prüfungsausschusses bis zum 3. Februar 2022, und Dr. Verena Volpert, Prüfungsausschuss-Vorsitzende seit dem 3. Februar 2022, standen auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Gruppenfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2021/2022 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2021/2022 beschlossen. Gemäß der EU-Verordnung 537 / 2014 ist für thyssenkrupp die Pflicht zur regelmäßigen externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers gesetzlich vorgesehenen. Nach Auswertung der Ausschreibungsergebnisse für die Abschlussprüfung hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat alternativ KPMG und die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als neue Abschlussprüfer vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung für KPMG gefolgt und hat der Hauptversammlung 2022 diese für eine etwaige prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2022 / 2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden, vorgeschlagen.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Begleitende Prüfung der Projektaktivitäten zur erstmaligen Umsetzung der Berichtspflichten aus der EU-Taxonomie-Verordnung zum Abschlussstichtag 30. September 2022". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 14. November 2022 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die dort vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2022 / 2023 umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der gruppenweiten Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2021/2022 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die vollständig in den Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 gemäß § 32 WpHG, der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung in allen Segmenten sowie die Implementierung der Berichtsanforderungen aus der EU-Taxonomie-Verordnung.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2021/2022 dreimal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. In jeder Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der operativen und wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp und der Weiterentwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Situation seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine. Zu den weiteren behandelten Themenschwerpunkten gehörten - wie im Vorjahr auch - der Transformationspfad der thyssenkrupp-Gruppe und seine Fortschritte, das Fortschreiten auf dem Pfad zur Verselbstständigung für das Segment Steel Europe, die Entwicklung der Performance im Segment Multi Tracks einschließlich der Veräußerungen weiterer Geschäfte an externe Erwerber, die globale Herausforderung des Klimaschutzes sowie das dynamische Marktumfeld beim Wasserstoff, die Risikoeinschätzung zu Cyber-Angriffen auf thyssenkrupp und Maßnahmen der IT-Sicherheit, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im September 2022 hat sich der Ausschuss intensiv mit der Unternehmens- sowie Investitionsplanung der Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 befasst und diese beschlossen. Zudem hat sich der Ausschuss im Berichtsjahr umfangreich mit den prioritären Themen der Nachhaltigkeit befasst.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu drei Sitzungen zusammengekommen, in denen zum einen der Wechsel im Vorsitz des Prüfungsausschusses vorbereitet wurde. Zum anderen wurde mit Blick auf die anstehenden Neuwahlen auf der Anteilseignerseite in der Hauptversammlung 2023 festgestellt, dass der Aufsichtsrat bezüglich Diversität, finanzieller Expertise und Erfüllung des Kompetenzprofils angemessen besetzt sei.

Auch in diesem Berichtsjahr bestand für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2021/2022 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und der Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 14. November 2022 sowie des Aufsichtsrats am 16. November 2022 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzende in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der vollständig in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vergütungsbericht nach § 162 AktG geprüft und keine Einwendungen erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand der thyssenkrupp AG aufgestellte Jahresabschluss festgestellt.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 vor, für das Geschäftsjahr 2021/2022 eine Dividende in Höhe von 0,15 € je Stückaktie auszuschütten.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr die folgenden personellen Veränderungen gegeben:

Auf Seiten der Vertreter der Arbeitnehmer schieden Barbara Kremser-Bruttel mit Ablauf des 28. Februar 2022 und Friedrich Weber mit Ablauf des 30. Juni 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. In deren Nachfolge wurden Christian Julius zum 2. März 2022 und Thorsten Koch zum 26. August 2022 durch gerichtliche Bestellung zu Aufsichtsratsmitgliedern für die Dauer der restlichen Amtszeit der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestellt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern der thyssenkrupp-Gruppe weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Gesellschaften der Gruppe für die im Geschäftsjahr 2021/2022 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.

Essen, 16. November 2022

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2022

Präsidium

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Prüfungsausschuss

Dr. Verena Volpert (Vorsitzende)

Dr. Bernhard Günther

Friederike Helfer

Tanja Jacquemin

Daniela Jansen

Dirk Sievers

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Friederike Helfer

Jürgen Kerner

Dr. Ingo Luge

Tekin Nasikkol

Peter Remmler

Dirk Sievers

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Dr. Bernhard Günther

Friederike Helfer

Dr. Ingo Luge

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AG

zu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2021 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 28. April 2022 entsprochen.

Duisburg/Essen, den 1. Oktober 2022

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz