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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2022

May 11, 2022

435_10-q_2022-05-11_21d6c4d1-ba0b-482c-a464-2503c353ba3c.pdf

Interim / Quarterly Report

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Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021 / 2022

  1. Oktober 2021 – 31. März 2022

thyssenkrupp in Zahlen

Gruppe insgesamt Gruppe – Fortgeführte Aktivitäten1)
1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung in % 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 16.491 23.960 7.470 45 16.491 23.960 7.470 45
Umsatzerlöse Mio € 15.899 19.622 3.723 23 15.899 19.622 3.723 23
EBITDA Mio € 422 1.581 1.159 ++ 438 1.572 1.134 ++
EBIT2) Mio € – 49 1.090 1.139 ++ – 33 1.082 1.115 ++
EBIT-Marge % – 0,3 5,6 5,9 ++ – 0,2 5,5 5,7 ++
Bereinigtes EBIT2) Mio € 298 1.180 882 ++ 298 1.180 882 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,9 6,0 4,1 ++ 1,9 6,0 4,1 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € – 217 922 1.139 ++ – 202 913 1.115 ++
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw.
Ergebnis nach Steuern
Mio € – 313 709 1.021 ++ – 297 700 997 ++
davon Anteil der Aktionäre der
thyssenkrupp AG
Mio € – 356 671 1.027 ++ – 340 662 1.002 ++
Ergebnis je Aktie – 0,57 1,08 1,65 ++ – 0,55 1,06 1,61 ++
Operating Cashflow Mio € – 212 – 1.082 – 870 -- – 209 – 1.082 – 873 --
Cashflow für Investitionen Mio € – 602 – 555 47 8 – 602 – 555 47 8
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 908 578 – 331 – 36 908 578 – 331 – 36
Free Cashflow3) Mio € 94 – 1.060 – 1.154 -- 97 – 1.060 – 1.157 --
Free Cashflow vor M & A3) Mio € – 718 – 1.630 – 912 -- – 718 – 1.630 – 912 --
Netto-Finanzguthaben (31.03.) Mio € – 4.229 – 2.446 1.783 42
Eigenkapital (31.03.) Mio € 10.414 12.754 2.340 22
Gearing (31.03.) % –4) –4)
Mitarbeiter (31.03.) 102.306 97.542 – 4.764 – 5

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 thyssenkrupp in Zahlen

Gruppe insgesamt Gruppe – Fortgeführte Aktivitäten1)
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung in % 2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 8.646 13.562 4.916 57 8.646 13.562 4.916 57
Umsatzerlöse Mio € 8.577 10.599 2.022 24 8.577 10.599 2.022 24
EBITDA Mio € 172 1.026 854 ++ 184 1.018 834 ++
EBIT2) Mio € – 69 792 861 ++ – 57 783 840 ++
EBIT-Marge % – 0,8 7,5 8,3 ++ – 0,7 7,4 8,1 ++
Bereinigtes EBIT2) Mio € 220 802 582 ++ 220 802 582 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,6 7,6 5,0 ++ 2,6 7,6 5,0 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € – 124 718 843 ++ – 112 710 822 ++
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw.
Ergebnis nach Steuern
Mio € – 187 587 775 ++ – 175 579 754 ++
davon Anteil der Aktionäre der
thyssenkrupp AG
Mio € – 211 565 776 ++ – 199 556 755 ++
Ergebnis je Aktie – 0,34 0,91 1,25 ++ – 0,32 0,89 1,21 ++
Operating Cashflow Mio € – 476 – 483 – 7 – 1 – 474 – 483 – 9 – 2
Cashflow für Investitionen Mio € – 328 – 303 26 8 – 328 – 303 26 8
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 35 553 518 ++ 35 553 518 ++
Free Cashflow3) Mio € – 769 – 233 537 70 – 767 – 233 534 70
Free Cashflow vor M & A3) Mio € – 750 – 772 – 21 – 3 – 750 – 772 – 21 – 3
Netto-Finanzguthaben (31.03.) Mio € – 4.229 – 2.446 1.783 42
Eigenkapital (31.03.) Mio € 10.414 12.754 2.340 22
Gearing (31.03.) % –4) –4)
Mitarbeiter (31.03.) 102.306 97.542 – 4.764 – 5

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

STAMMDATEN UND KENNZAHLEN ZUR THYSSENKRUPP AKTIE / ADR

ISIN Anzahl Aktien (insgesamt) Stück 622.531.741
Aktien (Börsen Frankfurt, Düsseldorf) DE 000 750 0001 Kurs Ende März 2022 7,79
ADR (Außerbörslicher Handel) US88629Q2075 Marktkapitalisierung Ende März 2022 Mio € 4.849
Kürzel
Aktien TKA
ADR TKAMY

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Inhalt

Inhalt

  • 02 thyssenkrupp in Zahlen
  • 05 Vorwort

07 Zwischenlagebericht

  • 07 Vorbemerkungen
  • 08 Wirtschaftsbericht
  • 09 Zusammenfassung
  • 10 Makro- und Branchenumfeld
  • 14 Berichterstattung zu den Segmenten
  • 28 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • 32 Compliance
  • 32 Mitarbeiter

  • 33 Technologie und Innovationen

  • 35 Prognose-, Chancen- und Risikobericht
  • 35 Prognose 2021 / 2022
  • 39 Chancen und Risiken

40 Verkürzter Zwischenabschluss

  • 41 thyssenkrupp-Gruppe Bilanz
  • 43 thyssenkrupp-Gruppe Gewinn- und Verlustrechnung
  • 44 thyssenkrupp-Gruppe Gesamtergebnisrechnung
  • 46 thyssenkrupp-Gruppe Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 48 thyssenkrupp-Gruppe Kapitalflussrechnung
  • 50 thyssenkrupp-Gruppe Verkürzter Anhang
  • 74 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

76 Weitere Informationen

76 Kontakt und Finanzkalender 2022 / 2023

Unser Geschäftsjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres.

In diesem Finanzbericht verwenden wir im Interesse der besseren Lesbarkeit ausschließlich die grammatisch männliche Form, wie bspw. "Aktionär" oder "Mitarbeiter". Sie bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers.

Vorwort

Sehr geehrte Aktionäre, meine Damen und Herren,

hinter uns liegt ein einschneidendes 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2021 / 2022. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hält an und ein Ende ist bisher nicht absehbar. Das unfassbare Leid der Zivilbevölkerung macht uns alle sehr betroffen. In allen Bereichen unserer Unternehmensgruppe sehen wir eine enorme Hilfs- und Spendenbereitschaft. Das gilt insbesondere für Standorte nahe der Ukraine: Bei Automotive Technology in Polen, Ungarn und Rumänien etwa, in den osteuropäischen Landesgesellschaften von Materials Services oder auch bei thyssenkrupp Group Services im polnischen Danzig. Aber auch an vielen weiteren Standorten.

Die Geschäfte von thyssenkrupp in Russland sind überschaubar: Die Umsätze unserer Segmente mit russischen Kunden beliefen sich im vergangenen Geschäftsjahr auf deutlich unter 1 % des Gesamtumsatzes. Trotzdem sind auch wir wie viele andere Unternehmen von den Folgen des Krieges stark betroffen. Auf der einen Seite belasten weiter steigende Einsatzkosten und verstärkte Lieferengpässe und damit verbundene verzögerte Kundenabrufe vor allem unsere Komponentengeschäfte. Auf der anderen Seite sind für viele Materialien und Werkstoffe die Marktpreise in einem ohnehin guten Umfeld nochmals signifikant gestiegen. Dies hat insbesondere bei den Materialgeschäften zu deutlichen Margen- und Ergebnissteigerungen beigetragen. Insgesamt haben wir dadurch das beste Halbjahresergebnis seit über zehn Jahren erzielt und auch unter dem Strich steht ein deutlicher Periodenüberschuss.

Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Gesamtjahresprognose für das Bereinigte EBIT angehoben und erwarten bei heutigen Annahmen nun eine deutliche Verbesserung auf einen Wert von mindestens 2,0 Mrd €. Trotz und vorbehaltlich der anhaltenden Ungewissheit der weiteren Entwicklung des geopolitischen und makroökonomischen Umfelds und der damit nur eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit der Auswirkungen – wie beispielsweise steigende und teilweise stark schwankende Rohstoffpreise sowie ein hoch volatiles Abrufverhalten der Kunden aus dem Automobilsektor – haben wir vor allem zur Verbesserung der Transparenz bei ungewissen Rahmenbedingungen nun auch die im März zeitweise ausgesetzte Prognose für den Free Cashflow vor M & A wieder aufgenommen. Auch hier erwarten wir eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Die gestiegenen Rohstoff- und Materialpreise sowie die verzögerten Kundenabrufe haben jedoch temporär zu einem Aufbau des Nettoumlaufvermögens geführt. Wir gehen deshalb für das aktuelle Geschäftsjahr von einem negativen Free Cashflow vor M & A im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich aus.

Nicht nur bei der Steigerung der operativen Performance, sondern auch bei der strategischen Transformation von thyssenkrupp haben wir im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres Fortschritte erzielt. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen leisten unsere Mitarbeiter weltweit eine beeindruckende Arbeit und zeigen weiterhin hohen Einsatz für unsere Kunden, Geschäftspartner und ihre Kollegen. Daran wollen wir weiter anknüpfen.

Wir sind mit unserer Transformation nach wie vor auf dem bereits am Kapitalmarkttag und auf der Hauptversammlung vorgestellten Weg. Es kommt in der aktuellen Situation in erster Linie darauf an, den Schwerpunkt weiter auf Performance zu legen und den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Und genau das tun wir. Gleichzeitig gilt es zu analysieren, wie die geopolitischen Veränderungen mittel- und langfristig Lieferketten und ganze Wertschöpfungsketten verändern können. Klar ist auch, dass wir unsere Kompetenzen entlang der grünen Wertschöpfungsketten weiter nutzen und einbringen werden. Unsere Stärken bestehen darin, dass wir an entscheidenden Punkten der grünen Transformation Maßgebliches zu bieten haben – mit guten Zukunftsperspektiven bei Demand, Supply und Infrastructure: Mit unseren Lösungen für eine grüne Stahlproduktion werden wir große Mengen Wasserstoff einsetzen (Demand). Mit unserem Elektrolysegeschäft thyssenkrupp nucera bieten wir als einer von wenigen Anbietern weltweit schon heute Technologien zur Produktion von Wasserstoff im Gigamaßstab an (Supply). Und beim Thema Infrastruktur sind einerseits unsere Anlagenbauer von Uhde Experten für den Bau von Ammoniakund Methanolanlagen – den Transportmedien für den Import von grünem Wasserstoff. Andererseits machen wir mit unseren innovativen Großwälzlagern den Boom bei Windenergie überhaupt erst möglich (Infrastructure). Diese unterschiedlichen Perspektiven machen uns zu einem relevanten Partner für die grüne Transformation.

Auch wenn die Herausforderungen im Umfeld zunehmen, die Rückkehr zu einem positiven Free Cashflow vor M & A und die Wiederherstellung der Dividendenfähigkeit von thyssenkrupp bleiben vorrangige Ziele. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine erschwert Aussagen, wann genau wir diese Ziele erreichen werden. Aber: Wir lassen nicht locker. Wir gehen an, was in unserer eigenen Hand liegt. Das bedeutet vorrangig, die Performance zu verbessern, um damit neue Wachstumsperspektiven für thyssenkrupp zu erschließen.

Vielen Dank, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten.

Martina Merz Dr. Klaus Keysberg

Vorsitzende des Vorstands Vorstand für Finanzen (CFO)

Zwischenlagebericht

Vorbemerkungen

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 im Segment Multi Tracks eingeleiteten Verkaufsprozesse hinsichtlich der Anlagenbaugeschäfte des Bereichs Mining, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts erfüllten im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erstmals die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis dieser Aktivitäten als Veräußerungsgruppen. Dementsprechend wurde in der Bilanz zum 30. September 2021 ein gesonderter Ausweis der auf diese Aktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich. Der gesonderte Ausweis der auf die Anlagenbaugeschäfte des Bereichs Mining entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt weiterhin auch zum 31. März 2022. Der Verkaufsprozess für das Edelstahlgeschäft wurde Ende Januar 2022 abgeschlossen. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15% an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST) behält, um die schon heute bestehende operative Zusammenarbeit mit dem Erwerber Arvedi zu stärken. Diese Anteile werden seit dem 31. Januar 2022 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet. Ebenfalls Ende Januar 2022 wurde der Verkaufsprozess für Infrastructure mit der Veräußerung der australischen Aktivitäten vollständig abgeschlossen.

Seit dem Ende Juli 2020 erfolgten Verkauf des Aufzuggeschäfts Elevator Technology hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung siehe auch Anhang-Nr. 02 (Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und Abgänge) und Anhang-Nr. 08 (Finanzinstrumente). Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung werden darüber hinaus in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten stehende noch anfallende nachlaufende Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

Seit dem 1. Oktober 2020 wird die erwähnte Elevator-Beteiligung dem Segment Multi Tracks zugeordnet.

Darüber hinaus werden die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Zwischenlagebericht nicht als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei den rechtlichen Konsolidierungskreis.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs gliedert sich nach Segmenten. Den jeweiligen Segmenten sind hierbei eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells sowie die Erläuterung der Mittelfristziele vorweggestellt.

Wirtschaftsbericht

Auftragseingang
Mio €
Umsatzerlöse
Mio €
EBIT1)
Mio €
Bereinigtes EBIT1)
Mio €
Mitarbeiter
1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
31.03.2021 31.03.2022
Materials Services 5.579 8.256 5.256 7.736 143 550 131 555 15.495 15.657
Industrial Components 1.318 1.308 1.247 1.311 188 124 198 121 13.005 12.384
Automotive Technology 2.341 2.205 2.382 2.250 191 34 184 41 20.719 19.880
Steel Europe 4.845 5.869 4.155 6.061 – 138 607 68 603 25.912 25.945
Marine Systems 664 3.623 1.054 853 8 2 7 9 6.466 6.619
Multi Tracks2) 2.785 3.861 2.622 2.533 – 317 – 99 – 191 – 34 18.305 14.878
Corporate Headquarters 2 3 9 3 – 110 – 108 – 103 – 88 642 618
Überleitung – 1.042 – 1.165 – 827 – 1.126 3 – 29 4 – 28 1.762 1.561
Gruppe fortgeführte
Aktivitäten2)
16.491 23.960 15.899 19.622 – 33 1.082 298 1.180 102.306 97.542
Nicht fortgeführte
Aufzugaktivitäten2)
0 0 0 0 – 16 9 0 0 0 0
Gruppe insgesamt 16.491 23.960 15.899 19.622 – 49 1.090 298 1.180 102.306 97.542

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang
Mio €
Umsatzerlöse
Mio €
EBIT1)
Mio €
Bereinigtes EBIT1)
Mio €
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Materials Services 3.096 4.533 2.888 4.446 132 331 126 336
Industrial Components 656 707 626 707 90 67 97 65
Automotive Technology 1.158 1.115 1.167 1.143 74 – 4 75 3
Steel Europe 2.437 3.389 2.238 3.392 – 161 495 47 479
Marine Systems 405 3.144 689 476 3 3 2 3
Multi Tracks2) 1.360 1.294 1.422 993 – 133 – 49 – 80 – 33
Corporate Headquarters 0 2 5 2 – 56 – 47 – 49 – 36
Überleitung – 468 – 622 – 457 – 560 – 7 – 14 1 – 14
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 8.646 13.562 8.577 10.599 – 57 783 220 802
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 0 0 0 0 – 12 9 0 0
Gruppe insgesamt 8.646 13.562 8.577 10.599 – 69 792 220 802

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Zusammenfassung

Bestes Halbjahresergebnis seit über zehn Jahren, dabei 2. Quartal mit deutlicher Verbesserung gegenüber Vorjahr und Vorquartal: Effekte aus Verschärfung der Lieferkettenproblematik und steigenden Faktorkosten in Folge des Kriegs in der Ukraine überlagert von damit einhergehenden dynamischen Preiseffekten in den Materialgeschäften

■ Geschäftsverlauf der fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr gegenüber Vorjahr:

  • Auftragseingang und Umsatz insgesamt mit deutlicher Verbesserung aufgrund preisbedingtem Anstieg in den Materialgeschäften insb. im 2. Quartal, Marine Systems mit Großauftrag im Februar
  • Bereinigtes EBIT signifikant über Vorjahr: Deutliche Margensteigerungen in den Materialgeschäften überlagern steigende Faktorkosten und Auswirkungen aus verzögerten Kundenabrufen insb. in Teilen der Komponentengeschäfte; dabei 2. Quartal mit signifikanter Verbesserung gegenüber Vorjahr und Vorquartal
  • Periodenergebnis i.W. aufgrund der Ergebnissteigerung mit deutlicher Verbesserung und positiv
  • FCF vor M & A signifikant unter Vorjahr und weiterhin deutlich negativ: Temporärer Aufbau des Nettoumlaufvermögens durch gestiegene Rohstoff- und Materialpreise sowie verzögerter Kundenabrufe infolge der Engpässe in der Lieferkette
  • Geschäftsverlauf in den Segmenten im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr:
    • Materials Services mit deutlicher Steigerung von Umsatz, Bereinigtem EBIT und Bereinigter EBIT-Marge, i.W. aufgrund deutlich gestiegener Werkstoffpreise über alle Produktgruppen, insb. im 2. Quartal; Absatzentwicklung insgesamt stabil
    • Industrial Components insgesamt mit gesteigertem Umsatz durch deutlichen Anstieg im 2. Quartal: Wachstum im Schmiedegeschäft gegenüber Rückgang im Bereich Großwälzlager; Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr und durch steigende Faktorkosten belastet
    • Automotive Technology mit rückläufigem Auftragseingang und Umsatz in beiden Quartalen i. W. aufgrund verzögerter Kundenabrufe infolge andauernder Engpässe in der Lieferkette; Bereinigtes EBIT signifikant unter Vorjahr, zusätzlich belastet durch höhere Faktorkosten bei gegenläufig positiv wirkendem Einmaleffekt aufgrund Neubewertung ausgewählter Pensionszusagen im 1. Quartal
    • Steel Europe mit sequentiell signifikant gestiegenem Umsatz und Bereinigtem EBIT, i.W. durch höhere Erlöse; mengenmäßiger Auftragseingang und Versand aufgrund verzögerter Kundenabrufe infolge andauernder Lieferengpässe insb. bei Auto rückläufig
    • Marine Systems mit signifikant höherem Auftragseingang, i.W. aufgrund Eingang eines weiteren Großauftrags im Unterwasserbereich im Februar, einer Auftragserweiterung im Überwasserbereich sowie größerer Projekte bei Service und Marineelektronik; Bereinigtes EBIT leicht über Vorjahr
    • Multi Tracks mit signifikant gestiegenem Auftragseingang, i.W. in den Bereichen Wasserelektrolyse und Anlagenbau sowie deutlich verringertem Verlust beim Bereinigten EBIT, i. W. durch die positive Entwicklung im Edelstahlgeschäft bis zur Entkonsolidierung im Januar, die Schließung von Heavy Plate sowie die Verbesserung der Projektabwicklung im Anlagenbau
    • Corporate Headquarters i.W. mit geringeren Verwaltungskosten
  • Gesamtjahresprognose angepasst: Erwartung für das Bereinigte EBIT angehoben, deutliche Verbesserung auf mindestens 2,0 Mrd €; FCF vor M & A mit signifikanter Verbesserung auf einen negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich bei weiterhin eingeschränkter Prognosefähigkeit aufgrund der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen erwartet (siehe Prognosebericht)
  • Portfolio: Aussage zur Machbarkeit einer möglichen Verselbständigung des Stahlgeschäfts aufgrund der gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorerst nicht möglich; Closing zum Verkauf des Infrastructure-Geschäfts an die FMC Beteiligungs KG sowie des Edelstahlgeschäfts an das italienische Unternehmen Arvedi am 30. November 2021 bzw. 31. Januar 2022 erfolgt; für thyssenkrupp nucera ist ein Börsengang aktuell die präferierte Wahl
  • Ambitionierte Mittelfristziele für die Unternehmensgruppe beim Kapitalmarkttag am 2. Dezember 2021 veröffentlicht: Bereinigte EBIT-Marge von 4–6%, signifikant positiver FCF vor M & A sowie Rückkehr zur verlässlichen Dividendenzahlung für das Gesamtunternehmen; Mittelfristziele auf Segmentebene s. Kapitel "Berichterstattung zu den Segmenten"

Makro- und Branchenumfeld

Geopolitische Lage verlangsamt Erholung der Weltwirtschaft – Unsicherheiten bleiben hoch

  • Krieg in der Ukraine, weiterhin hohe Anzahl an Corona-Infektionen, Lieferengpässe und aktuelle Schwäche der chinesischen Wirtschaft behindern anhaltenden globalen Aufschwung
  • Im Vergleich zum Beginn des Geschäftsjahres Prognose für das Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 bei einem Plus von 3,2% merklich nach unten angepasst; Wachstum 2021 noch bei 5,6%
  • Industrieländer: Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion 2021 bei 5,2%; 2022 derzeit deutlich niedrigeres Wachstum von 2,8 % prognostiziert
  • Schwellenländer: BIP-Wachstum in 2021 bei 5,9%; für 2022 Revision der Erwartung auf 3,4%
  • Risiken und Unsicherheiten: Unsicherheit bezüglich weiterem Kriegsverlauf in der Ukraine, möglicher Liefereinschränkungen bei Öl und Gas und einer geografischen Ausdehnung des Konfliktes; Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie insbesondere aufgrund neuer Virus-Mutationen, mit Blick auf die Entwicklung bei den Impfquoten sowie erneuter Lockdown-Maßnahmen; Ungewissheit über die Entwicklung bei weiteren zahlreichen geopolitischen Krisenherden sowie bei handelspolitischen Konflikten; anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie; wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels; ausgeprägte und dauerhafte Wachstumsabschwächung in China auch als Folge der Null-Covid-Strategie; Verschuldungsproblematik insbesondere in einigen Ländern Europas auch als Folge der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen; deutlich gestiegene Energie-, Material- und Rohstoffpreise und damit verbundene Befürchtungen weiter steigender Inflationsraten

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in % 20211) 20222)
Euroraum 5,3 2,4
Deutschland 2,9 2,0
Russland 4,3 – 11,1
Übriges Mittel-/Osteuropa 4,8 – 2,1
USA 5,7 3,3
Brasilien 4,7 0,1
Japan 1,7 2,5
China 8,1 4,5
Indien 7,8 6,4
Naher Osten & Afrika 4,7 4,7
Welt 5,6 3,2

1) teilweise vorläufige Zahlen

2) Prognosen

Quellen: IHS Markit, IMF, Consensus Forecasts, diverse Banken und Forschungsinstitute, eigene Schätzungen

Automobilindustrie

  • Weltweiter Absatz und Produktion von Pkw sowie leichten Nutzfahrzeugen in 2021 mit Wachstum gegenüber Vorjahr, v.a. gebremst durch materialbedingte Produktionseinschränkungen (z.B. bei Halbleitern, Kabelbäumen) und logistische Herausforderungen in globalen Lieferketten
  • Antizipierte deutliche Erholung in 2022 gebremst durch Auswirkungen anhaltender Chipknappheit, lokaler Corona-Ausbrüche sowie des Kriegs in der Ukraine auf Produktion und globale Lieferketten
  • Rückkehr zum Niveau vor der Pandemie aufgrund anhaltender Chipknappheit frühestens 2023 / 2024 erwartet
  • Europa: Produktion und Absatz in 2021 zum Vorjahr schwächer; 2022 Erholung erwartet, jedoch weiterhin deutlich unter Niveau vor der Pandemie
  • Nordamerika: Produktion in 2021 in Größenordnung des Vorjahres, Absatz leicht stärker auf Kosten der Händlerbestände; 2022 deutliche Erholung erwartet, jedoch weiterhin unterhalb des Niveaus vor der Pandemie
  • China: 2021 mit Produktion und Absatz leicht oberhalb des Vorjahreszeitraums; 2022 infolge lokaler Corona-Ausbrüche in der Größenordnung des Vorjahres erwartet

Maschinenbau

  • Deutschland: Nach Produktionsanstieg von 6,4 % in 2021 Abwärtsrevision der Wachstumsprognose für 2022 auf Plus von 4%; anhaltende Einschränkung bei Lieferketten, weitere Energieverteuerung sowie allgemeine Verunsicherung bei Kunden als Belastungsfaktoren
  • USA: Nach deutlichem Produktionsplus von 11% in 2021 Prognose für 2022 von geringerer Wachstumsdynamik in Höhe von gut 5% geprägt; fiskalische konjunkturelle Hilfsmaßnahmen stützen, zunächst noch anhaltende Lieferkettenprobleme begrenzen Produktionsmöglichkeiten
  • China: Nach starkem Produktionsplus von rund 12% in 2021 für dieses Jahr deutlich geringere Wachstumsdynamik in Höhe von 3,5% erwartet; staatliche Vorhaben zur Begrenzung von Überkapazitäten in der Schwerindustrie schränken Wachstumsmöglichkeiten ein

Bauwirtschaft

  • Deutschland: Produktionsplus 2021 bei lediglich 0,6%; anhaltende Probleme bei der Materialbeschaffung und hohe Preissteigerungen bei Baumaterial begrenzen Wachstum 2022 auf bestenfalls 0,5%; aufgestaute Kaufkraft, nach wie vor relativ günstige Finanzierungsbedingungen sowie Bedarf an neuem Wohnraum und Büroflächen als positive Faktoren
  • USA: Nach Produktionsplus von 3,4% in 2021 merklich geringere Expansion von etwa 1,5 % in diesem Jahr; steigende Hauspreise, höhere Materialkosten und weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf belasten; fiskalpolitische Maßnahmen stützen
  • China: Nach Wachstum von 4,4% in 2021 Produktion im laufenden Jahr mit rund 5% nur leicht höher; verschärfte Regulierung des Immobiliensektors wirkt dämpfend, expansivere Geldpolitik und anhaltender Trend zur Urbanisierung stützt die Wohnungs- und Tiefbauinvestitionen weiterhin

Stahlumfeld

  • Globale Walzstahlnachfrage in 2022 angesichts der hohen Unsicherheiten u. a. durch die Russland-Ukraine-Krise oder den erneuten Corona-Lockdown in China – voraussichtlich nur um 0,4% im Plus; Nachfrage in China stagniert auf Vorjahresniveau, in der EU geht Markt um 1,3% zurück
  • Nachfrage im EU-Markt für Qualitätsflachstahl in den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 15% über Vorjahr; Importanteil steigt dabei deutlich auf 27%
  • Spotmarktpreise für Flachstahl nach leichten Rückgängen in den Vormonaten im März insbesondere in den USA und in Europe signifikant angestiegen, i.W. aufgrund weggebrochener Angebote aus Russland und der Ukraine sowie deutlich gestiegener Rohstoffpreise
  • Weiterhin äußerst herausforderndes Marktumfeld aufgrund anhaltender Lieferengpässe, äußerst volatilen Rohstoffpreisen, geopolitischen Krisenherden und hohen Unsicherheiten über die weitere konjunkturelle Entwicklung

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Zwischenlagebericht | Wirtschaftsbericht

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

20211) 20222)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge3)
Welt 77,2 80,6
Westeuropa (inkl. Deutschland) 9,4 10,5
Deutschland 3,2 3,9
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 13,0 14,7
USA 8,9 9,9
Mexiko 3,0 3,5
Japan 7,5 7,9
China 24,6 24,4
Indien 4,2 4,5
Brasilien 2,1 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 12,6 4,0
Europa 12,1 3,9
Deutschland 6,4 4,0
USA 11,0 5,3
Japan 15,8 4,7
China 12,1 3,5
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum 5,3 2,3
Deutschland 0,6 0,5
USA 3,4 1,5
China 4,4 5,0
Indien 16,0 7,3
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 2,7 0,4
Deutschland 12,9 – 0,6
EU(27) + Großbritannien 16,8 – 1,3
USA 21,3 2,8
China – 5,4 0,0

1) teilweise vorläufige Zahlen

2) Prognosen

3) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Berichterstattung zu den Segmenten

Materials Services

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt (Europa & Nordamerika). Unser Angebot reicht von qualitativ hochwertigen Rohund Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zu intelligenten Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten.

Unser vorrangiges Ziel ist es, unsere führenden Marktpositionen in Europa und Nordamerika zu festigen bzw. weiter auszubauen. Dabei wollen wir in beiden Regionen stärker als der Markt wachsen. Wir planen mittelfristig mit Lagerversandmengen von über 6 Mio Tonnen weltweit, einer Bereinigten EBIT-Marge von 2–3% sowie einem ROCE-Wert größer 9%. Die Cash Conversion Rate soll bei ca. 0,8 liegen.

Im laufenden Geschäftsjahr liegt der Schwerpunkt unserer Initiativen weiterhin auf der Fokussierung unseres Standortnetzwerks sowie auf profitablem Wachstum in Nordamerika. So haben wir im 1. Halbjahr insgesamt sechs Lagerstandorte geschlossen und unsere großen Investitionsprojekte an Standorten in den USA vorangetrieben. Darüber hinaus steht der u.a. KI-gestützte Ausbau digitaler Supply Chain-Lösungen im Fokus unseres Segments.

Neues Edelstahl-Schmalbandcenter fertigt bis zu 25 km lange Bänder (Standort Mannheim)

7,7 Mrd €

Umsatz im 1. Halbjahr

15.657

Mitarbeiter weltweit

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 5.579 8.256 48 3.096 4.533 46
Umsatzerlöse Mio € 5.256 7.736 47 2.888 4.446 54
EBITDA Mio € 210 615 ++ 166 364 ++
EBIT Mio € 143 550 ++ 132 331 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 131 555 ++ 126 336 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,5 7,2 4,4 7,5
Investitionen Mio € 42 32 – 25 16 16 – 1
Mitarbeiter (31.03.) 15.495 15.657 1 15.495 15.657 1

Auftragseingang

  • Signifikant über Vorjahr durch höhere Preise in allen Geschäftsbereichen, insb. im lagerführenden Werkstoffhandel, bei den Servicecentern und im Streckengeschäft
  • Auch Plastics über Vorjahr

Umsatz

  • Insgesamt signifikant über Vorjahr, i.W. stark preisgetrieben
  • Deutliches Umsatzplus beim lagerführenden Werkstoffhandel, dem Streckengeschäft und den automobilnahen Servicecentern
  • Aerospace und Plastics ebenfalls über Vorjahr
  • Werk- und Rohstoff-Absatz insgesamt leicht über Vorjahr (2,30 Mio t vs. 2,26 Mio t); positive Entwicklung insb. im nordamerikanischen Lager- und Servicecenter-Geschäft sowie im Streckengeschäft bei Materials Trading

Bereinigtes EBIT

  • Insgesamt signifikante Steigerung durch Erhöhung der Marge aufgrund höherer Preise bei insgesamt leicht gestiegenen Absätzen
  • Weitere Fortschritte bei der strategischen Transformation i.W. durch Netzwerkoptimierung sowie Restrukturierungen; Fortführung der Standortkonsolidierung durch Schließung von vier weiteren Lagerstandorten
  • Weiterentwicklung der Transformation im Rahmen des strategischen Ansatzes "Materials as a Service", z.B. durch Beginn der Konzeptionsphase für unseren neuen digitalen Stahlmarktplatz

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ Keine wesentlichen Sondereffekte

Investitionen

  • Erweiterung des Lagerstandortes Veghel in den Niederlanden zur Optimierung des Logistiknetzwerkes in Benelux
  • Inbetriebnahme einer Querteilanlage für Aluminium und andere NE-Metalle in Polen zur Vertiefung der Anarbeitungsmöglichkeiten und Ausweitung der Produktpalette
  • Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen bei Lager- und Serviceeinheiten; Fortsetzung der digitalen Transformation

Industrial Components

Industrial Components umfasst zwei Business Units: das Großwälzlager- und das Schmiedegeschäft. Insgesamt streben wir für das Segment mittelfristig eine Bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10% sowie eine Cash Conversion Rate von 0,6–0,8 an.

Als weltweiter Marktführer für Großwälzlager und einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen streben wir im Bereich Bearings mittelfristig ein Umsatzwachstum von durchschnittlich mindestens 5% pro Jahr an. Um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wollen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung umsetzen – so auch im laufenden Geschäftsjahr. Ergänzend werden diese Maßnahmen begleitet von einer langfristigen Investitionsstrategie mit dem Ziel, vom anhaltenden Marktwachstum im Windenergiebereich profitieren zu können. Bei der Umsetzung von Personalmaßnahmen zur Effizienzsteigerung kommen wir gut voran. So konnten wir im 1. Halbjahr zwei Restrukturierungsmaßnahmen in Deutschland erfolgreich abschließen sowie Personalanpassungen in China vornehmen.

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten. Mittelfristig ist es unser Ziel, unseren Marktanteil zu steigern und mit neuen Produkten zu wachsen. Die Schwerpunkte im laufenden Geschäftsjahr liegen weiterhin auf der Steigerung unserer Personaleffizienz, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Optimierung unserer Produktionsprozesse. Ein wichtiger Fokus liegt zudem auf der erfolgreichen Umsetzung der Investitionsvorhaben zur Transformation der Business Unit. Im 1. Halbjahr konnten wir bereits erste Musterteile für Chassis-Komponenten gemäß Plan an unsere Kunden liefern.

rothe erde® Rotorlager Herstellung einer Lkw-Kurbelwelle

596 Mio € Umsatz Bearings im 1. Halbjahr

6.379 Mitarbeiter Bearings weltweit

715 Mio € Umsatz Forged Technologies

im 1. Halbjahr

6.005 Mitarbeiter Forged Technologies weltweit

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.318 1.308 – 1 656 707 8
Umsatzerlöse Mio € 1.247 1.311 5 626 707 13
EBITDA Mio € 237 177 – 25 115 93 – 19
EBIT Mio € 188 124 – 34 90 67 – 26
Bereinigtes EBIT Mio € 198 121 – 39 97 65 – 34
Bereinigte-EBIT-Marge % 15,9 9,2 15,5 9,1
Investitionen Mio € 81 65 – 20 49 34 – 31
Mitarbeiter (31.03.) 13.005 12.384 – 5 13.005 12.384 – 5

Auftragseingang

  • Über Vorjahr, insb. durch positive Entwicklung im Schmiedegeschäft
  • Großwälzlager: Deutlicher Anstieg in den Industrie-Anwendungsbereichen konnte signifikanten Rückgang im Anwendungsbereich Windenergie (insb. in China) größtenteils kompensieren
  • Schmiedegeschäft: Deutlicher Anstieg i.W. durch Zuwächse im Industrie-Geschäft sowie ein anhaltend hohes Niveau bei Antriebsstrang-Komponenten für Lkw; Pkw mit leichtem Rückgang v.a. in Europa insb. getrieben durch die Halbleiterproblematik, gestörter Lieferketten und den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine; Fahrwerke für Baumaschinen mit unverändert hohem Nachfrageniveau in allen relevanten Regionen leicht unterstützt durch die Erweiterung des Produktangebots sowie der Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder

Umsatz

  • Umsatz über Vorjahr: Anstieg im Schmiedegeschäft gegenüber Rückgang im Bereich Großwälzlager
  • Großwälzlager: Leicht unter Vorjahr, temporärer Nachfragerückgang in China (v.a. im Anwendungsbereich Windenergie) gegenüber Belebung in den Industrie-Anwendungsbereichen, insb. im Allgemeinen Maschinenbau sowie im Bereich Baumaschinen; Absatzregionen Deutschland und Amerikas deutlich über Vorjahr, restliches Europa und Asien (exkl. China) leicht über Vorjahr
  • Schmiedegeschäft: Umsatzentwicklung folgt Auftragseingang und liegt deutlich über Vorjahr; positive Effekte insb. aus der Weitergabe von gestiegenen Faktorkosten sowie der US-Dollar-Wechselkursentwicklung

Bereinigtes EBIT

  • Deutlich unter Vorjahr durch Rückgang in beiden Business Units
  • Großwälzlager: Signifikant unter Vorjahr, i.W. getrieben durch höheren Wettbewerb, Produkt- und Regionalstruktur des Absatzes sowie deutlich gestiegene Material- und Energiekosten; gegenläufig wirkten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung (v.a. Restrukturierung)
  • Schmiedegeschäft: Rückgang i.W. aufgrund verzögerter Möglichkeiten zur Weitergabe von weiter gestiegenen Stahlpreisen sowie Energie- und Frachtkosten; fortgesetzte Kostensenkungsmaßnahmen mit einhergehender Optimierung der Personalkostenquote konnten die gestiegenen Kosten teilweise kompensieren

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ Keine wesentlichen Sondereffekte

Investitionen

  • Überwiegend Wachstumsinvestitionen zur Erhöhung der Produktionskapazität v.a. im Anwendungsbereich Windenergie und i. W. in europäischen und asiatischen Fertigungsstandorten
  • Fortgesetzte Investition in vollautomatische Schmiedepresse für Lkw-Vorderachsen am deutschen Standort Homburg

Automotive Technology

Automotive Technology ist einer der führenden deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau sowie mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen.

Unser Wachstums- und Leistungsanspruch ist es, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören und schneller als der Markt zu wachsen. Zur Erreichung unserer mittelfristigen Performance-Ziele – eine Bereinigte EBIT-Marge von 7–8% sowie eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,5 – konzentrieren wir uns auf die Verbesserung der Produktionseffizienz sowie auf Maßnahmen im Bereich Einkauf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Margenverbesserungen durch Ausbau von Claim Management Ressourcen.

Im 1. Halbjahr belasteten weiterhin die seit Mitte des letzten Geschäftsjahres aufgetretenen Herausforderungen in unserem Marktumfeld, wie z.B. Engpässe in der Versorgung mit elektronischen Halbleiter- und anderen Vorprodukten, Störungen in der Lieferkette, volatile Kundenabrufe sowie höhere Vormaterial-, Logistik- und Energiekosten. Im März führten die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine zu Produktionsstillständen bei unseren Kunden. Hinzu kamen pandemiebedingte Werksschließungen bei unseren Kunden, Lieferanten und unseren Werken in China. Diesen Herausforderungen begegnen wir mit der weitestmöglichen Flexibilisierung des Personaleinsatzes, der Verhandlung neuer Preiskonditionen und einer strikten Kostenkontrolle.

2,3 Mrd €

Umsatz im 1. Halbjahr

19.880

Mitarbeiter weltweit

Steer-by-Wire Testfahrzeug

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Zwischenlagebericht | Wirtschaftsbericht

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.341 2.205 – 6 1.158 1.115 – 4
Umsatzerlöse Mio € 2.382 2.250 – 6 1.167 1.143 – 2
EBITDA Mio € 296 151 – 49 127 57 – 55
EBIT Mio € 191 34 – 82 74 – 4 --
Bereinigtes EBIT Mio € 184 41 – 78 75 3 – 95
Bereinigte-EBIT-Marge % 7,7 1,8 6,4 0,3
Investitionen Mio € 104 87 – 17 54 40 – 26
Mitarbeiter (31.03.) 20.719 19.880 – 4 20.719 19.880 – 4

Auftragseingang

  • Leicht unter Vorjahr, i. W. aufgrund weiterhin anhaltender Engpässe in der Lieferkette (v.a. bei Halbleiterprodukten) und dadurch volatile Kundenabrufe, jedoch über schwächerem Vorquartal
  • März geprägt durch kundenseitige Produktionsstillstände aufgrund der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine (v.a. Versorgungsengpässe bei Vormaterialien) sowie zusätzlich pandemiebedingte Werksschließungen bei Kunden, Lieferanten und eigenen Werken in China
  • Gegenläufig wirkten positive Wechselkurseffekte aus USD und CNY

Umsatz

■ Umsatz folgt dem Auftragseingang mit Rückgang gegenüber Vorjahr und positiven Wechselkurseffekten

Bereinigtes EBIT

  • Signifikant unter Vorjahr, i.W. aufgrund deutlich gestiegener Faktorkosten (v.a. Logistik und Material) sowie geringerer Kundennachfrage und Kapazitätsauslastung in Folge der anhaltenden Engpässe in der Lieferkette, des Kriegs in der Ukraine und pandemiebedingten Werksstillständen in China
  • Gegenläufig wirkten Maßnahmen zur Flexibilisierung des Personaleinsatzes, wie z.B. Abbau von Leiharbeit, Kurzarbeit und Anpassung von Schichtmodellen, sowie die Verhandlung neuer Preiskonditionen

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ I.W. Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Bereich Lenkungen

Investitionen

■ Schwerpunkt der Investitionen im Bereich Lenkungen für auftragsbezogene Projekte, mit dem Ziel der Unterstützung der Kosten- und Profitabilitätsziele sowie Wahrnehmung von Wachstumschancen

Steel Europe

Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent. Das Unternehmen konzentriert sich auf attraktive Marktsegmente für hochwertigen Qualitätsflachstahl und gehört hier zu den führenden Anbietern im Kernmarkt Europa.

Unser Wachstums- und Leistungsanspruch ist es, zu den besten im Wettbewerb zu gehören. Mit der konsequenten weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir unsere operative Leistungsfähigkeit deutlich steigern und unsere Marktposition festigen und ausbauen.

Der Krieg in der Ukraine hat aktuell signifikante Auswirkungen auf unser Geschäft, insbesondere auf die Energie- und Rohstoffkosten, denen wir mit einem aktiven Krisen- und Cashmanagement begegnen. An unseren Zielen halten wir grundsätzlich fest. So wollen wir mittelfristig unsere Versandmengen auf rund 11 Mio Tonnen steigern, eine Bereinigte EBIT-Marge von 6–7% und eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,4 erreichen.

Im aktuellen Geschäftsjahr liegt der Schwerpunkt unserer Initiativen neben der laufenden Restrukturierung auf den Investitionen in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzwerkes und berücksichtigen dabei insbesondere die wachsenden Anforderungen bei Automobilkunden und einzelner Industriebereiche. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck an der grünen Transformation und haben uns das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Im 1. Halbjahr haben wir bereits einen bedeutenden Meilenstein erreicht, indem die ersten Produktmengen der neuen Marke bluemint® Steel mit einer verringerten CO2-Intensität ausgeliefert wurden.

Nicht kornorientiertes Elektroband wird für die Herstellung von Generatoren und Elektromotoren produziert

6,1 Mrd €

Umsatz im 1. Halbjahr

25.945

Mitarbeiter weltweit

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 4.845 5.869 21 2.437 3.389 39
Umsatzerlöse Mio € 4.155 6.061 46 2.238 3.392 52
EBITDA Mio € – 1 770 ++ – 92 571 ++
EBIT Mio € – 138 607 ++ – 161 495 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 68 603 ++ 47 479 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,6 10,0 2,1 14,1
Investitionen Mio € 275 309 13 174 185 6
Mitarbeiter (31.03.) 25.912 25.945 0 25.912 25.945 0

Auftragseingang

  • Preisbedingt signifikant über Vorjahr bei rückläufiger Mengenentwicklung, insb. bei Auto
  • Erlössteigerungen sowohl bei kurz- als auch bei langfristigen Verträgen
  • Rückgang der Mengen auf 2,6 Mio t infolge geringerer Abrufe aus nahezu allen Abnehmerbranchen i.W. aufgrund von Engpässen in den Lieferketten, die zuletzt durch den Krieg in der Ukraine weiter verstärkt wurden

Umsatz

■ Signifikant über Vorjahr infolge stark gestiegener Erlöse; Rückgang der Versandmengen auf 2,5 Mio t insb. an Automobil- und Zulieferindustrie durch Halbleitermangel, teilweise kompensiert durch gestiegene Lieferungen an Industriekunden

Bereinigtes EBIT

  • Signifikante Steigerung gegenüber Vorjahr, i. W. durch deutlich höhere Erlöse, bei gegenläufig signifikant gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie geringerem Versand
  • Positive Effekte aus den fortschreitenden Restrukturierungen und dem laufenden Performanceprogramm

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ Keine wesentlichen Sondereffekte

Investitionen

  • Funktionstests der neuen Feuerbeschichtungsanlage 10 (FBA 10) in Dortmund, mit der die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden soll; Inbetriebnahme der Anlage wird im Laufe des Geschäftsjahres erwartet
  • Großinvestitionen der Strategie 20-30 befinden sich planmäßig in der Engineering-Phase mit den Lieferanten; u.a. der Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen zur Verbesserung von Qualität bei gleichzeitiger Kostensenkung sowie der Neubau einer Glüh-Isolierlinie in Bochum, die den Hochlauf der Elektromobilität und die steigende Nachfrage nach hochwertigem Elektroband begleiten; beim Neubau des Doppelreversiergerüsts in Bochum laufen bereits Vorbereitungen der Montage

Marine Systems

Marine Systems ist ein führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Überwasserschiffen und Marine-Elektronik und bietet Services weltweit an. Als vollintegriertes Systemhaus entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden.

Unser Ziel ist es, unsere Technologieführerschaft zu untermauern und unsere Wettbewerbsposition weiter zu stärken. Die aktuelle Auftragslage – insbesondere im Unterwasserbereich – hat die strategische Schlüsselrolle von thyssenkrupp Marine Systems weiter gestärkt. Durch das "Sondervermögen Bundeswehr" und die langfristige strukturelle Erhöhung des Verteidigungshaushaltes sehen wir – neben der gewachsenen weltweiten Nachfrage – zusätzliche Möglichkeiten für den Marinebereich.

Wir streben mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 6 %, eine Verbesserung der Bereinigten EBIT-Marge auf Industriestandardniveau (~6 – 7%) sowie eine Cash Conversion Rate von 1,0 an. Um die langfristige Profitabilität der Aufträge zu sichern, verfolgen wir konsequent unser Performance-Programm und optimieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette Abläufe, Instrumente und Strukturen und reduzieren Verwaltungskosten.

853 Mio €

Umsatz im 1. Halbjahr

6.619

Mitarbeiter weltweit

Fregatte "Baden-Württemberg" der Klasse F125

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 664 3.623 ++ 405 3.144 ++
Umsatzerlöse Mio € 1.054 853 – 19 689 476 – 31
EBITDA Mio € 40 35 – 13 19 20 4
EBIT Mio € 8 2 – 77 3 3 12
Bereinigtes EBIT Mio € 7 9 23 2 3 43
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,7 1,1 0,3 0,7
Investitionen Mio € 46 33 – 30 10 13 32
Mitarbeiter (31.03.) 6.466 6.619 2 6.466 6.619 2

Auftragseingang

■ Signifikant über Vorjahr, i.W. aufgrund des Eingangs eines Großauftrages im Unterwasserbereich, einer Auftragserweiterung im Überwasserbereich sowie weiterer größerer Auftragseingänge im Bereich Wartung, Service und Marineelektronik; Auftragsbestand mit rund 14 Mrd € auf Rekord-Hoch

Umsatz

■ Deutlich unter Vorjahr, i.W. durch Ablieferung eines Großauftrags im Vorjahresquartal; Umsatzhochlauf wie geplant

Bereinigtes EBIT

■ Leicht über Vorjahr; notwendige Stabilisierung der margenschwachen Altaufträge weiterhin im Fokus, gleichzeitig zeigt die Optimierung der Verwaltungskosten Wirkung

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ Keine wesentlichen Sondereffekte

Investitionen

■ Fortsetzung der Modernisierung der Kieler Werft zur Optimierung der Projektabwicklung, Erhöhung der Effizienz, Schaffung der technischen Voraussetzung zur Fertigung größerer Boote gemäß Markttrend sowie nachhaltiger Verbesserung der Profitabilität; Prüfung von alternativen Fertigungskonzepten zur Optimierung des Investitionseinsatzes

Multi Tracks

Im Segment Multi Tracks bündelt thyssenkrupp diejenigen Geschäfte, für die die thyssenkrupp Gruppe kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht. Dies kann bspw. ein vollständiger Verkauf oder ein Teilverkauf sein oder die Fortführung des Geschäfts zusammen mit einem oder mehreren externen Partnern.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden durch den Verkauf des Edelstahlgeschäfts AST sowie der Infrastructure bereits zwei Transaktionen erfolgreich abgeschlossen. Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres liegt der Schwerpunkt auf dem Abschluss der Transaktion für Mining Technologies. Ebenso haben wir die Vorbereitungen für die geplanten M & A-Prozesse für die Business Units Automation Engineering und Springs & Stabilizers gestartet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung des Wasserstoffgeschäfts. thyssenkrupp nucera ist einer der weltweiten Technologieführer für grüne Wasserstoffanlagen. Mit mehr als 600 abgeschlossenen Projekten, 240.000 produzierten Elektrolysezellen und über 10 Gigawatt installierter Elektrolyse-Leistung ist das Unternehmen ein Marktführer im Chlor-Alkali-Geschäft. Auf dieser starken Expertise gründet die alkalische Wasserelektrolyse, die grünen Wasserstoff in großem Stil erzeugt. Im Vergleich zu anderen Technologien ermöglicht die alkalische Wasserelektrolyse eine größere und zentralisiertere Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab. Vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds ist für thyssenkrupp nucera ein Börsengang aktuell die präferierte Wahl. Über diese Option kann der tatsächliche Wert des Geschäftsbereichs sichtbar gemacht und weiteres Wachstum finanziert werden.

Lösungen für die Zementindustrie

2,5 Mrd €

Umsatz im 1. Halbjahr

14.878

Mitarbeiter weltweit

Geschäftsverlauf im 2. Quartal

MULTI TRACKS IN ZAHLEN

1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung
in %
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.785 3.861 39 1.360 1.294 – 5
Umsatzerlöse Mio € 2.622 2.533 – 3 1.422 993 – 30
EBITDA Mio € – 258 – 35 86 – 98 – 29 71
EBIT Mio € – 317 – 99 69 – 133 – 49 63
Bereinigtes EBIT Mio € – 191 – 34 82 – 80 – 33 59
Bereinigte-EBIT-Marge % – 7,3 – 1,3 – 5,6 – 3,3
Investitionen Mio € 50 25 – 49 24 9 – 60
Mitarbeiter (31.03.) 18.305 14.878 – 19 18.305 14.878 – 19

Auftragseingang

  • Aufgrund der Abgänge vom Edelstahlgeschäft und Infrastructure leicht unter Vorjahr trotz deutlicher Steigerungen im Anlagenbau, bei thyssenkrupp nucera und Automation Engineering
  • Anlagenbau: Mining (Großprojekte in Usbekistan) und Uhde (Polyesteranlage in der Türkei) deutlich über Vorjahr; Cement deutlich unter Vorjahr
  • Automation Engineering mit signifikantem Anstieg durch deutliche Erholung im Bereich Powertrain; größter Auftragseingang für eine Modullinie in Deutschland im Bereich Battery
  • thyssenkrupp nucera mit hohem Wachstum, insb. durch das Chlor-Alkali Servicegeschäft in Deutschland und Japan sowie die Vergabe eines größeren Wasserstoff-Projekts in den USA
  • Springs & Stabilizers leicht über Vorjahr

Umsatz

  • Deutlich unter Vorjahr, getrieben durch die Abgänge vom Edelstahlgeschäft, Heavy Plate und Infrastructure sowie heterogene Entwicklung in den übrigen Geschäften
  • Anlagenbau: Deutlich gesunkener Umsatz bei Uhde durch geringeren Auftragseingang der Vorperioden, u.a. durch Konzentration auf attraktivere Marktsegmente und Verzögerungen in der Abwicklung einzelner Projekte; Mining leicht unter Vorjahr; Cement mit positiver Entwicklung
  • Automation Engineering deutlich über Vorjahr, insb. im Bereich Battery
  • thyssenkrupp nucera: Über Vorjahr durch stabiles Chlor-Alkali Geschäft und Wachstum im Bereich Wasserelektrolyse
  • Springs & Stabilizers leicht über Vorjahr

Bereinigtes EBIT

  • Deutlich verringerter Verlust gegenüber Vorjahr, i.W. getrieben durch das Edelstahlgeschäft (bis zur Entkonsolidierung im Januar) und die Schließung von Heavy Plate
  • Anlagenbau leicht unter Vorjahr: Uhde insb. durch geringere positive Einmaleffekte und Cement aufgrund von Forderungsabschreibungen belastet; Mining mit verbesserter Projektabwicklung; Carve out Aktivitäten des Mining Geschäfts mit ergebnisminderndem Effekt
  • Springs & Stabilizers: Negative finanzielle Implikationen aufgrund eines Unwetterschadens in einem chinesischen Werk im November sowie Belastungen durch deutlich gestiegene Materialund Energiekosten, die nur teilweise und zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können
  • thyssenkrupp nucera: Unter Vorjahr i. W. durch höhere Entwicklungskosten sowie steigende Verwaltungskosten im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Marktdynamik des Wasserstoffgeschäfts
  • Automation Engineering durch Kostensenkungen (i. W. Restrukturierungen) und verbesserter Projektabwicklung leicht über Vorjahr
  • Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen mit entsprechendem Personalabbau wirken in nahezu allen Einheiten deutlich verlustreduzierend

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ I.W. Entkonsolidierungseffekte im Edelstahlgeschäft und Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang der thyssenkrupp nucera

Investitionen

■ Fortlaufende Investitionen in das Technologie-Portfolio, i. W. im Anlagenbau, u.a. zum Ausbau der Service-Standorte von Cement und Mining sowie substanzerhaltende Investitionen für die Geschäfte

Corporate Headquarters

Bereinigtes EBIT

■ Reduzierte Verwaltungskosten i.W. infolge Teilauflösung Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung und Einsparungen von IT-Kosten bei Corporate Headquarters

Wesentliche Sondereffekte im Berichtszeitraum

■ Projektaufwand im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen

Investitionen

■ Keine wesentlichen Investitionsauszahlungen

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Betriebliches Ergebnis

  • Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten sowohl im Berichtshalbjahr als auch im Berichtsquartal, insb. als Folge der deutlichen Umsatzzuwächse in den Werkstoffgeschäften der Segmente Materials Services und Steel Europe, jeweils um mehr als 23% deutlich über Vorjahr; gleichzeitig im Vergleich zur Umsatzentwicklung jeweils insgesamt nur unterproportionale Zunahme der Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten insb. als Folge gestiegener Materialaufwendungen bei gleichzeitig rückläufigen Personalaufwendungen; Bruttogewinn vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten im Berichtshalbjahr mit 3.004 Mio € um 58 % sowie im Berichtsquartal mit 1.810 Mio € um 73% jeweils sehr deutlich über Vorjahr, Brutto-Umsatzmarge entsprechend im Berichtshalbjahr auf 15,3% (Vorjahr: 12,0%) sowie im Berichtsquartal auf 17,1% (Vorjahr: 12,2%) erhöht
  • Anstieg der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten i.W. Folge gestiegener verkaufsbezogener Fracht-, Versicherungs- und Zollaufwendungen
  • Deutliche Abnahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten hauptsächlich beeinflusst durch geringere Personalaufwendungen, auch im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen
  • Erhöhung der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten insb. Folge von insgesamt gestiegenen Versicherungsentschädigungen
  • Verschlechterung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten v.a. durch die im Berichtshalbjahr erfassten Verluste aus den Entkonsolidierungen (Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Infrastructure) sowie insgesamt verringerte Ergebnisse aus dem Verkauf von Sachanlagen und von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien

Finanzergebnis und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

  • Insgesamt leicht erhöhtes negatives Finanzergebnis der fortgeführten Aktivitäten; hauptsächlich durch verschlechtertes Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen aufgrund gestiegener anteilig übernommener Verluste der Elevator-Beteiligung; gegenläufig gesunkene Zinsaufwendungen für Finanzschulden
  • Erhöhung der Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten i. W. in Folge deutlich gestiegener Ergebnisse vor Steuern der fortgeführten Aktivitäten

Ergebnis je Aktie

  • Verbesserung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) beeinflusst durch nachlaufende Erträge im Berichtsquartal als Folge einer Vereinbarung mit dem Erwerber der in 2019 / 2020 veräußerten Aufzugsaktivitäten über die Auflösung gegenseitiger Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien
  • Periodenergebnis im Berichtshalbjahr um 1.021 Mio € auf einen Gewinn von 709 Mio € deutlich verbessert
  • Ergebnis je Aktie entsprechend um 1,65 € auf einen Gewinn von 1,08 € deutlich verbessert

Analyse der Kapitalflussrechnung

Operating Cashflow

■ Negativer Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten im Berichtshalbjahr deutlich verschlechtert insb. aufgrund auch preisbedingt erhöhter Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; gegenläufig deutlich verbesserter Periodengewinn der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen

Cashflow aus Investitionstätigkeit

  • Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten leicht unter Vorjahr
  • Desinvestitionseinzahlungen der fortgeführten Aktivitäten insgesamt unter Vorjahr hauptsächlich durch den Abbau von Termingeldern mit ursprünglicher Laufzeit größer 90 Tage im 1. Quartal des Vorjahres; gegenläufig Einzahlungen aus dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts im 2. Quartal des Berichtsjahres

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

■ Rückgang beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten hauptsächlich aufgrund höherer Auszahlungen für die vorzeitige Tilgung von Anleihen

Free Cashflow und Netto-Finanzguthaben

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
Veränderung 2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Veränderung
Operating Cashflow – fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) – 209 – 1.082 – 873 – 474 – 483 – 9
Cashflow aus Investitionstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 306 22 – 284 – 293 250 543
Free Cashflow – fortgeführte Aktivitäten (FCF)1) 97 – 1.060 – 1.157 – 767 – 233 534
–/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen 72 – 518 – 590 43 – 505 – 547
Anpassung w/IFRS 16 – 37 – 52 – 15 – 26 – 34 – 8
Anpassung w/Termingelder – 850 0 850 0 0 0
Free Cashflow vor M & A – fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A)1) – 718 – 1.630 – 912 – 750 – 772 – 21
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0 0 0 0
Free Cashflow vor M & A – insgesamt (FCF vor M & A) – 718 – 1.630 – 912 – 750 – 772 – 21

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

  • FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr signifikant unter Vorjahr und weiterhin deutlich negativ: Temporärer Aufbau des Nettoumlaufvermögens durch gestiegene Rohstoff- und Materialpreise sowie verzögerter Kundenabrufe infolge der Engpässe in der Lieferkette
  • Signifikanter Rückgang Netto-Finanzguthaben zum 31. März 2022 im Vergleich zum 30. September 2021 i.W. aufgrund des negativen FCF auf 2,4 Mrd €
  • Verfügbare Liquidität von 8,0 Mrd € (6,5 Mrd € flüssige Mittel und 1,5 Mrd € freie, zugesagte Kreditlinien)
  • Anleihe über 1.250 Mio € mit Fälligkeit 3. März 2022 wurde unter Beachtung einer vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit gemäß Emissionsbedingungen vorzeitig am 3. Dezember 2021 zurückgezahlt
  • Rückzahlung Schuldscheindarlehen über 100 Mio € mit Fälligkeit 14. Dezember 2021

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Zwischenlagebericht | Wirtschaftsbericht

Rating

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 not Prime positive
Fitch BB- B stable

■ Ratingagenturen Standard & Poor's wie auch Moody's setzten im Dezember 2021 bei unverändertem Rating den Ausblick von "negative" auf "stable" bzw. "stable" auf "positive"

Analyse der Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

  • Insgesamt geringer Anstieg der Sachanlagen hauptsächlich durch die Währungsumrechnung beeinflusst; gegenläufig leicht über den Zugängen liegende Abschreibungen
  • Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte i.W. Folge der Fortschreibung der Elevator-Beteiligung sowie der im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts behaltenen Anteile an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST).
  • Erhöhung der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich durch gestiegene geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit Sachanlagen

Kurzfristige Vermögenswerte

  • Starker Anstieg der Vorräte insb. bei den Werkstoffgeschäften in den Segmenten Steel Europe und Materials Services
  • Starke Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen v.a. bei den Werkstoffgeschäften in den Segmenten Materials Services und Steel Europe
  • Insgesamt Rückgang der Vertragsvermögenswerte hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft
  • Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte i. W. durch gesunkene Rabattansprüche und die Derivatebilanzierung
  • Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich durch höhere geleistete Anzahlungen im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern
  • Deutliche Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente i.W. Folge der vorzeitigen Rückzahlung einer ursprünglich im März 2022 fälligen Anleihe sowie der planmäßigen Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens im Dezember 2021, des negativen Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten sowie der Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten; gegenläufig v.a. Einzahlungen aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft
  • Starker Rückgang der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte insb. Folge des im Berichtsquartal abgeschlossenen Verkaufs der Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Eigenkapital

■ Starker Anstieg im Vergleich zum 30. September 2021 hauptsächlich durch den Periodenüberschuss im Berichtshalbjahr sowie durch im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, aus der Währungsumrechnung sowie aus Cashflow-Hedges

Langfristige Verbindlichkeiten

  • Deutliche Abnahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen v.a. durch die aus der Neubewertung der Pensionen resultierenden Gewinne i. W. als Folge des gestiegenen Pensionszinssatzes für Deutschland
  • Deutlicher Rückgang der Finanzschulden insb. durch Umgliederung einer im März 2023 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden

Kurzfristige Verbindlichkeiten

  • Rückgänge bei den Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer und bei den sonstigen Rückstellungen insb. durch Inanspruchnahmen beeinflusst
  • Insgesamt Rückgang der Finanzschulden hauptsächlich durch die erwähnten Rückzahlungen einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens im Dezember 2021; gegenläufig die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden
  • Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen v.a. bei den Werkstoffgeschäften im Segment Steel Europe sowie in den Automobilgeschäften
  • Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten insb. durch die Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft
  • Erhöhung der nicht finanziellen Verbindlichkeiten durch gestiegene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern beeinflusst
  • Deutliche Abnahme der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten insb. Folge des im Berichtsquartal abgeschlossenen Verkaufs der Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Compliance

  • Starke Werte als Fundament unserer Zusammenarbeit insb. auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld; verankert in Mission Statement, Code of Conduct und Compliance Commitment
  • Kontinuierliche Implementierung und Weiterentwicklung des thyssenkrupp Compliance Management Systems in unseren Compliance Kernbereichen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäsche und Außenwirtschaftsrecht
  • Enge Einbindung von Compliance bei diversen sanktionsrechtlichen Fragestellungen sowie weiterhin in M & A-Aktivitäten, um bei den verschiedenen kartellrechtlichen Fragestellungen zu beraten
  • Nähere Informationen zu Compliance bei thyssenkrupp im Geschäftsbericht 2020 / 2021 und auf der Website www.thyssenkrupp.com

Mitarbeiter

  • Weltweit 97.542 Mitarbeiter zum 31. März 2022 in der Gruppe; das entspricht einem Rückgang um 3.733 Mitarbeiter oder 3,7% gegenüber dem 30. September 2021 und einem Rückgang um 4.764 Mitarbeiter oder 4,7% gegenüber dem 31. März 2021; dies ist hauptsächlich auf die Unternehmensveräußerungen innerhalb des Segments Multi Tracks zurückzuführen
  • Anhaltende Beratung und Unterstützung des thyssenkrupp Vorstands mit Fachexperten und einer betrieblichen Krisenorganisation der globalen Organisation für Arbeitssicherheit und Gesundheit (OSH) zur Entwicklung der andauernden weltweiten Corona-Pandemie, um die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und die negativen Auswirkungen für die Geschäfte zu begrenzen
  • Laufendes Angebot "Vertrauliche Mitarbeiterberatung" (EAP) für thyssenkrupp Mitarbeiter und deren Angehörigen: Professionelle Beratung durch geschultes Personal in Bezug auf die zusätzlichen beruflichen oder privaten Herausforderungen der Beschäftigten, die vor allem im Hinblick auf die anhaltende pandemische Situation sowie die aktuelle Situation in der Ukraine gegeben sein können
  • Nähere Informationen zum Thema "Mitarbeiter" bei thyssenkrupp im Geschäftsbericht 2020 / 2021 und auf der Website www.thyssenkrupp.com

Technologie und Innovationen

Als international agierende Unternehmensgruppe entwickelt thyssenkrupp Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Schwerpunkte sind Klimaschutz, Digitalisierung und die Mobilität der Zukunft.

Klimaschutz

  • CO2-reduzierter Stahl bluemint® steel
  • Steel Europe hat Fertigung von Stahl mit 70% verringerter CO2-Intensität begonnen.
  • Basis für bluemint® Steel ist Verwendung von bereits reduziertem Eisenschwamm (HBI). Hierdurch Verringerung des Einsatzes von Kohlenstoff im Hochofen
  • Internationaler Zertifizierter DNV bestätigt CO2-Bilanzierungsmethode für bluemint® Steel.
  • CO2-reduzierte Stähle Teil der Transformationsstrategie von Steel. Entscheidender Schritt wird Ablösung der Hochöfen durch mit Wasserstoff betriebene Direktreduktionsanlagen sein.
  • Grüne Zementproduktion
    • Forschungsunternehmen CI4C (Cement Innovation for Climate) errichtet polysius® pure oxyfuel Zementofenlinie. Kapazität 450 Tonnen pro Tag.
    • polysius® pure oxyfuel setzt für Verbrennungsprozess reinen Sauerstoff statt Umgebungsluft ein. Resultat: hochkonzentrierte CO2-Emissionen, effizient abscheidbar. Ziel: nahezu 100% der CO2-Emissionen eines Zementwerks aufzufangen.
    • Nutzung CO2 für Produktion klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe mit Hilfe erneuerbarer Energien. Beispiel: Kerosin für den Flugverkehr.
    • Erster grüner Zement soll Ende 2024 produziert werden.
  • Grüner Wasserstoff
    • thyssenkrupp an allen drei Wasserstoff-Leitprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt. Leitprojekte sind bisher größte Forschungsinitiative des BMBF zur Energiewende.
    • Von thyssenkrupp geführtes H2Giga-Projekt "INSTALL AWE" auf Industrialisierung Alkalische Wasserelektrolyse (AWE) gerichtet. Standardmodule für großtechnische Anwendungen bereits Teil des thyssenkrupp Portfolios.
    • Im Leitprojekt H2Mare Proj sekt "PtX-Wind" bearbeitet. Ziel: Entwicklung der Grundlagen für Produktion synthetischer Kraftstoffe Methanol, Ammoniak und synthetisches Methan mit Wasserstoff auf hoher See.
    • thyssenkrupp Beitrag drittes Leitprojekt TransHyDE: Potenzialermittlung für Ammoniak-Cracking-Verfahrens. Auf lange Distanzen ist Transport von Ammoniak als Wasserstoffträger wirtschaftlicher als andere Lösungen. Nach Transport Zerlegung des flüssigen Ammoniaks in seine Bestandteile Wasserstoff und Stickstoff.

Digitalisierung

  • Lieferketten-Koordination
    • Material Services hat sein Leistungsspektrum um "Control Tower" erweitert. Komplett-Paket für die Koordination der gesamten Lieferkette.
    • Kernstück ist Daten-Dashboard, das Überblick über Planungs- und Abrufdaten des Kunden sowie seiner unterschiedlichen Zulieferer ermöglicht.
    • Control Tower ist weiterer Baustein der strategischen Weiterentwicklung "Materials as a Service" zum Ausbau Supply Chain Service Geschäft.
  • Industrial Internet of Things
    • Werkstoffhändler Knauf Interfer setzt von thyssenkrupp Materials Services eigenständig entwickelte Plattform toii® für digitale Fertigungsvernetzung ein. toii® ist eine Industrial Internet of Things (IIoT)-Anwendung.
    • Anwendung bietet ® Echtzeit-Transparenz für Produktivität, Qualität und Auftragsfortschritt.
    • Von thyssenkrupp Materials Services zunächst für die eigene Produktion realisierte Lösung wird über thyssenkrupp Materials IoT GmbH an externe Kunden vermarktet.
    • Anarbeitungszentren von thyssenkruppMaterials Services erzielten mit der Anwendung bislang Produktivitätssteigerungen von 10 bis 15%.

Mobilität der Zukunft

  • Komponenten für Elektromobilität
    • Bisherige Geschäftseinheit Camshafts von Automotive Technology auf stärkeres Wachstum bei Elektromobilität ausgerichtet.
    • Geschäftsbereich firmiert jetzt als Dynamic Components.
    • Neben Entwicklung kompletter Rotoren für Elektroantriebe weitere Entwicklungsprojekte im Bereich Thermomanagement für batterieelektrische Fahrzeuge.
    • Dauerhafte Forschungs- und Entwicklungsarbeit Fahrwerk: Integration von Software und Elektrik/Elektronik-Bestandteilen in Produktbereiche Lenkung und Dämpfer. Ziel ist Erweiterung Funktions- und Leistungsfähigkeit des bestehenden Produktprogramms.
    • Dauerhafte F&E-Aktivitäten Karosserie: Entwicklung von neuen Produkten im Betriebsmittelbau. Beispiele: Laser-Schweißsysteme, Klebe- und Falztechnologien.
  • Leichtbau-Stahl
    • Steel Europe hat gemeinsam mit japanischem Stahlhersteller JFE Steel Corporation neuen, hochfesten Stahl entwickelt.
    • Material ermöglicht Gewichtseinsparungen in der Karosserie. Gleichzeitig verbesserte Crashperformance. Außerdem: Produktivitätssteigerungen und geringere Herstellungskosten beim Kunden.
    • Neuer Werkstoff für vielfältige Anwendungen in Fahrzeugen der nächsten Generation, einschließlich batteriebetriebener Elektrofahrzeuge, ausgelegt.
    • JFE und thyssenkrupp Steel entwickeln weiterhin gemeinsam Produkte mit noch höheren Festigkeitswerten.

Nähere Informationen zu Technologie und Innovationen bei thyssenkrupp im Geschäftsbericht 2020 / 2021.

Prognose-, Chancenund Risikobericht

Prognose 2021 / 2022 angepasst

Gesamtaussage und wesentliche Annahmen

Zu wesentlichen Annahmen und erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vgl. Prognosekapitel sowie Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Wirtschaftsbericht des Geschäftsberichts 2020 / 2021 und des vorliegenden Zwischenlageberichts. Die entsprechenden Chancen und Risiken im anschließenden "Chancen- und Risikobericht".

Auf dem Weg zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe wird die Umsetzung der Neuausrichtung weiter vorangetrieben. Mit der Definition des Ziel-Portfolios im Mai 2020 wurde ein klarer Fokus auf industrielles Portfolio und Geschäftsmodelle, Entwicklungspotential, wettbewerbsfähige Profitabilität und Cashflow der Geschäfte gelegt.

Vor diesem Hintergrund werden wir im Geschäftsjahr 2021/2022 den Schwerpunkt, trotz signifikant erhöhter geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten der Rahmenbedingungen, weiterhin auf die Performance, strukturelle Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Geschäfte legen, aber auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen. Alle mittelfristigen Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen hinterlegt.

Die Verkaufsprozesse des Infrastructure-Geschäfts und des Edelstahlgeschäfts konnten wir Ende November 2021 bzw. Ende Januar 2022 abschließen. Zudem erwarten wir – vorwiegend abhängig vom Zeitpunkt der Zustimmung aller relevanten Wettbewerbsbehörden – für das Mining-Geschäft aus dem Segment Multi Tracks, für das wir bereits ein Signing zum Verkauf erreicht haben, den vollständigen Abschluss der Transaktion. Weitere "best & fair owner" Konzepte werden wir ebenfalls in Richtung eines Abschlusses entwickeln. Für die Weiterentwicklung des Wasserstoffgeschäfts ist der Börsengang weiterhin die präferierte Wahl.

Im März 2022 wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hinsichtlich Free Cashflow vor M & A aufgrund der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen ausgesetzt. Der konkrete Umfang der direkten und indirekten Folgen des Kriegs in der Ukraine auf die Geschäftsentwicklung von thyssenkrupp, wie beispielsweise steigende und teilweise stark schwankende Rohstoffpreise sowie ein hoch volatiles Abrufverhalten der Kunden aus dem Automobilsektor, ist aus heutiger Sicht weiterhin mit hohen Unsicherheiten verbunden. Zugleich lassen die geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen teilweise nur eine eingeschränkte Abschätzung möglicher Effekte und Risiken zu und schränken damit die Prognosefähigkeit, insbesondere bezüglich der Entwicklung des Nettoumlaufvermögens und damit einhergehend hinsichtlich Free Cashflow vor M & A, entsprechend ein.

Sowohl in Bezug auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäfte als auch auf die zugrundeliegenden Planprämissen der Prognose 2021 / 2022 bestehen teils erhebliche Unsicherheiten u.a. aus:

  • der Ungewissheit über die weitere Entwicklung inkl. der direkten und indirekten Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der daraus resultierenden handelspolitischen Konflikte und Einschränkungen
  • der weiterhin notwendigen fortlaufenden Versorgung mit fossilen Energieträgern (insbesondere Erdgas) und Rohstoffen insbesondere für die Stahlproduktion
  • der Volatilität auch kurzfristige, teilweise extreme und kaum vorhersehbare Schwankungen und weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise und Faktorkosten (u. a. Energie-, Material- und Frachtkosten)
  • der anhaltend angespannten Situation des globalen Beschaffungsmarktes sowie Lieferengpässen bei Vorprodukten in der Industrie (u.a. Halbleiter und Kabelbäume), die verstärkt wachstumsbremsend wirken könnten
  • der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie inkl. etwaiger neuerlicher Lockdown-Maßnahmen, insbesondere in China und dem gesamten asiatischen Raum
  • dem möglichen nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt

Erwartung 2021/ 2022

Der Prognose liegen die im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" angegebenen Marktprognosen und beschriebenen Chancen und Risiken zugrunde. Das Wachstum des BIPs für 2022 in den für uns u.a. wichtigen Regionen Deutschland, USA und China wird bei 2,0 %, 3,3% bzw. 4,5% erwartet.

Darüber hinaus liegt der Prognose 2021 / 2022 insbesondere die Annahme zugrunde, dass notwendige fossile Energieträger (insbesondere Erdgas) und Rohstoffe weiterhin uneingeschränkt verfügbar sind. Ferner wird unterstellt, dass sich die Preisniveaus für Rohstoffe und Energie für das restliche Geschäftsjahr auf den insgesamt im Durchschnitt beobachtbaren Niveaus des 2. Quartals bewegen.

Die im Geschäftsjahr 2020/2021 im Segment Multi Tracks eingeleiteten Verkaufsprozesse hinsichtlich der Anlagenbaugeschäfte des Bereichs Mining, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts erfüllten im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis dieser Aktivitäten als Veräußerungsgruppen. Da die Verkaufsprozesse des Infrastructure-Geschäfts und des Edelstahlgeschäfts Ende November 2021 bzw. Ende Januar 2022 abgeschlossen wurden, sind diese Geschäfte für das verbleibende Geschäftsjahr nicht mehr Bestandteil der Prognose und werden nachfolgend als "verkaufte Veräußerungsgruppen" bezeichnet. Die Referenzwerte des Vorjahres bleiben dabei unverändert. Bei Umsatz und Bereinigtes EBIT des Segment Multi-Tracks und der Gruppe werden die Vorjahreswerte für die verkauften Veräußerungsgruppen nachfolgend pro-forma angegeben.

Die Prognose unterstellt keine Effekte aus weiteren möglichen Portfoliomaßnahmen.

Vor dem Hintergrund der erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen, der weiter erwarteten strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte sowie der aktuell erhöhten Unsicherheiten halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2021/2022 für angemessen:

Der Umsatz wird voraussichtlich deutlich über Vorjahr liegen und im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr: 34 Mrd €, davon verkaufte Veräußerungsgruppen: pro-forma 2,2 Mrd €).

Für das Bereinigte EBIT erwarten wir unter Berücksichtigung der vorstehend beschriebenen Unsicherheiten eine deutliche Verbesserung auf einen Wert von mindestens 2,0 Mrd € (Vorjahr: 796 Mio €, davon verkaufte Veräußerungsgruppen: pro-forma 61 Mio €). Diese Entwicklung folgt im Wesentlichen der signifikanten Ergebnisverbesserung bei Steel Europe sowie bei Material Services, einem signifikant verringerten Verlust bei Multi Tracks sowie gegenläufig aus aktuell niedrigeren Ergebnisbeiträgen der Komponentengeschäfte. Dabei können Belastungen in den Komponentengeschäften aus der Lieferkettenproblematik – teilweise sowohl durch den Krieg in der Ukraine als auch durch die neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in China und dem asiatischen Raum zusätzlich verschärft – sowie weiter steigende Faktorkosten nicht vollständig durch Effizienzmaßnahmen und Kostenweitergaben kompensiert werden.

  • Bei Materials Services erwarten wir eine Mengenentwicklung unter Vorjahresniveau. Durch weiterhin unterstützende Effekte aus der dynamischen Preisentwicklung gehen wir von einem Bereinigten EBIT von bis zu 1,0 Mrd € aus (Vorjahr: 587 Mio €).
  • Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau und ein rückläufiges Bereinigtes EBIT, insbesondere aufgrund höherer Faktorkosten, auf einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr, Umsatz: 2,5 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 322 Mio €). Dabei wird eine temporäre regionale Abschwächung der Windenergienachfrage insbesondere aufgrund der durch Subventionen in China bereits erfolgten Vorzieheffekte erwartet. Im Schmiedegeschäft erwarten wir bei Pkw/Lkw-Komponenten Belastungen aus den anhaltenden Engpässen in der Lieferkette bei den Kunden.
  • Bei Automotive Technology erwarten wir einen weitgehend stabilen Umsatz (Vorjahr: 4,5 Mrd €). Dieser ist jedoch – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell erhöhten Unsicherheiten – abhängig von der Entwicklung der geplanten Abrufe der Kunden infolge anhaltender Engpässe in der Lieferkette. Das Bereinigte EBIT erwarten wir deutlich unter Vorjahr (Vorjahr: 264 Mio €), auch infolge der zuletzt stark gestiegenen Faktorkosten, die durch fortgesetzte Effizienzmaßnahmen nicht vollständig kompensiert werden können.
  • Bei Steel Europe erwarten wir aufgrund einer deutlichen Margenerhöhung bei einer stabilen Mengenentwicklung sowie struktureller Verbesserungen infolge der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 einen signifikanten Anstieg des Bereinigten EBIT um einen Betrag von mindestens 1,0 Mrd €. Diese Entwicklung ist insbesondere abhängig vom weiteren Verlauf der Lieferkettenproblematik und sich daraus ergebenden Versandmengen sowie der weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise und Energiekosten (Vorjahr Bereinigtes EBIT: 116 Mio €).
  • Bei Marine Systems erwarten wir, bei einer leicht verbesserten Umsatzentwicklung, ein leicht gesteigertes Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 2,0 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 26 Mio €), auch unterstützt durch Verbesserungen in der Projektabwicklung.
  • Für die unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte erwarten wir nach dem Verkauf des Infrastructure-Geschäfts und des Edelstahlgeschäfts insgesamt eine deutlich rückläufige Umsatzentwicklung (Vorjahr: 5,7 Mrd €, davon verkaufte Veräußerungsgruppen: pro-forma 2,2 Mrd €) bei gleichzeitig signifikanter Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: Bereinigtes EBIT –298 Mio €, davon verkaufte Veräußerungsgruppen: pro-forma 61 Mio €). Hierzu sollen im Wesentlichen die Schließung des Grobblechwerkes, die verbesserte Projektabwicklung im Anlagenbau und die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen beitragen.
  • Für Corporate Headquarters rechnen wir im Geschäftsjahr mit einem Bereinigten EBIT leicht über Vorjahresniveau (Vorjahr: Bereinigtes EBIT –194 Mio €).

Die Investitionen werden voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen (Vorjahr: 1.630 Mio €). Die Freigabe der Investitionen wird dabei, insbesondere infolge der aktuell erhöhten Unsicherheiten, restriktiv und in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte erfolgen. Fokus der Investitionen bei Steel Europe stehen im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30. In den übrigen Geschäften werden weiterhin Investitionen für gezielte Wachstumsinitiativen getätigt.

Beim Free Cashflow vor M & A erwarten wir eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten Annahmen (u.a. bezüglich der Verfügbarkeit von fossilen Energieträgern sowie den Preisniveaus für Rohstoffe und Energie) und der aktuell erhöhten geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen – und damit einhergehend eingeschränkten Prognosefähigkeit – gehen wir für das aktuelle Geschäftsjahr von einem negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich aus (Vorjahr: –1,3 Mrd €). Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus der Steigerung des Bereinigten EBIT. Gegenläufig wirkt ein insbesondere preisbedingt getriebener temporärer Aufbau des Nettoumlaufvermögens sowie weitere Auszahlungen für Restrukturierungen. Zudem können Zuflüsse aus dem Auftragseingang und dem Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (i.W. bei Marine Systems und Multi Tracks) die Entwicklung beeinflussen. In Anbetracht der aktuell hohen Volatilität, sowohl in Bezug auf Rohstoff- und Energiepreise als auch hinsichtlich des Abrufverhaltens der Kunden aus dem Automobilsektor, schließen wir nicht aus, die avisierte Bandbreite im Verlauf des Geschäftsjahres entsprechend weiter anzupassen.

Wir erwarten einen Jahresüberschuss von mindestens 1,0 Mrd € (Vorjahr: –25 Mio €).

Der tkVA wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte über Vorjahr und signifikant positiv erwartet (Vorjahr: –622 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir – auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen und Risiken

Chancen

  • Detaillierte Ausführungen zu den Chancen gemäß Geschäftsbericht 2020 / 2021 weiterhin gültig
  • Chancen aus weiterer konsequenter Umsetzung der Transformation hin zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe
  • Chancen aus umfassendem Technologie-Know-how unter einer starken Dachmarke "thyssenkrupp"; mit nachhaltigen Produkten und Technologien verstärkte Chancen, am Wachstum z.B. in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Wasserstoff oder Elektromobilität zu partizipieren

Risiken

  • Keine bestandsgefährdenden Risiken, sofern Gasversorgung für unsere Industrieanlagen insb. bei Steel Europe aufrechterhalten werden kann; detaillierte Ausführungen zu den Risiken gemäß Geschäftsbericht 2020 / 2021 weiterhin gültig
  • Gravierende Unsicherheiten bezüglich weiterem Kriegsverlauf in der Ukraine, möglicher Liefereinschränkungen bei Öl und Gas und einer geografischen Ausdehnung des Konfliktes
  • Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie insb. aufgrund neuer Virus-Mutationen, mit Blick auf die Entwicklung bei den Impfquoten sowie erneuter Lockdown-Maßnahmen; Wachstumsrisiken für die Weltwirtschaft und in für thyssenkrupp relevanten Märkten
  • Weitere konjunkturelle Risiken: Ungewissheit über die Entwicklung bei weiteren zahlreichen geopolitischen Krisenherden sowie bei handelspolitischen Konflikten, anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie; wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels; ausgeprägte und dauerhafte Wachstumsabschwächung in China auch als Folge der Null-Covid-Strategie; Verschuldungsproblematik insb. in einigen Ländern Europas auch als Folge der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen; deutlich gestiegene Energie-, Material- und Rohstoffpreise und damit verbundene Befürchtungen weiter steigender Inflationsraten
  • Risiken durch temporäre Effizienzverluste in der Produktion infolge von Restrukturierungen im Rahmen unserer Unternehmens-Transformation
  • Risiken von Kosten- und Terminüberschreitungen im Rahmen der Abwicklung von Großaufträgen
  • Risiken aus weiter zunehmenden Angriffen auf die IT-Infrastruktur; Gegenmaßnahme: Weiterer kontinuierlicher Ausbau von Informationssicherheitsmanagement und Sicherheitstechnologien

Verkürzter Zwischenabschluss der thyssenkrupp-Gruppe

  • 41 thyssenkrupp-Gruppe Bilanz
  • 43 thyssenkrupp-Gruppe Gewinn- und Verlustrechnung
  • 44 thyssenkrupp-Gruppe Gesamtergebnisrechnung
  • 46 thyssenkrupp-Gruppe Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 48 thyssenkrupp-Gruppe Kapitalflussrechnung
  • 50 thyssenkrupp-Gruppe Verkürzter Anhang
  • 74 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
  • 75 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

thyssenkrupp-Gruppe – Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2021 31.3.2022
Immaterielle Vermögenswerte 1.892 1.882
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 6.513 6.563
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 670 677
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 718 814
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 337 479
Aktive latente Steuern 472 470
Langfristige Vermögenswerte 10.602 10.886
Vorräte 7.116 9.015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.308 5.578
Vertragsvermögenswerte 1.434 1.385
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 849 719
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.386 1.596
Laufende Ertragsteueransprüche 123 155
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 8.974 6.455
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 2.019 539
Kurzfristige Vermögenswerte 26.209 25.444
Summe Vermögenswerte 36.811 36.329

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Verkürzter Zwischenabschluss der thyssenkrupp-Gruppe | thyssenkrupp-Gruppe – Bilanz

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2021 31.3.2022
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.771 3.150
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 372 861
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen – 34 – 13
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 10.400 12.269
Nicht beherrschende Anteile 445 485
Eigenkapital 03 10.845 12.754
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 04 7.896 7.069
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 274
Sonstige Rückstellungen 05 513 492
Passive latente Steuern 60 79
Finanzschulden 06 3.784 2.779
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 66 34
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 1
Langfristige Verbindlichkeiten 12.619 10.727
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 176 131
Sonstige Rückstellungen 05 1.175 1.013
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 151 212
Finanzschulden 06 1.640 1.278
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.795
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 729 686
Vertragsverbindlichkeiten 2.205 2.468
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.794 1.859
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 1.232 406
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.347 12.848
Verbindlichkeiten 25.966 23.575
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.811 36.329

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp-Gruppe – Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € Anhang-Nr. 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Umsatzerlöse 09, 10 15.899 19.622 8.577 10.599
Umsatzkosten – 13.996 – 16.618 – 7.532 – 8.789
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.902 3.004 1.045 1.810
Forschungs- und Entwicklungskosten – 111 – 109 – 60 – 58
Vertriebskosten – 1.113 – 1.201 – 584 – 632
Allgemeine Verwaltungskosten – 840 – 716 – 492 – 355
Sonstige Erträge 11 160 176 60 47
Sonstige Aufwendungen – 50 – 55 – 36 – 22
Sonstige Gewinne und Verluste 14 – 17 3 – 10
Betriebliches Ergebnis – 38 1.081 – 63 779
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen
12 – 42 – 70 9 – 28
Finanzierungserträge 367 496 156 250
Finanzierungsaufwendungen – 489 – 594 – 214 – 292
Finanzergebnis – 164 – 168 – 49 – 69
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 202 913 – 112 710
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 95 – 213 – 63 – 131
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 297 700 – 175 579
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
02 – 16 9 – 12 9
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 313 709 – 187 587
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG – 356 671 – 211 565
Nicht beherrschende Anteile 43 38 24 23
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 313 709 – 187 587
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 13
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
– 0,55 1,06 – 0,32 0,89
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
–0,57 1,08 – 0,34 0,91

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp-Gruppe – Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 313 709 – 187 587
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das
Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen
Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 355 719 521 586
Steuereffekt – 21 – 10 – 15 – 2
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen
Verpflichtungen, insgesamt
335 710 506 584
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 5 3 0 2
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 5 3 0 2
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode
bilanzierte Beteiligungen entfällt
– 1 0 – 1 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig
nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden
339 713 505 587
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis
umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 58 218 141 113
Realisierte (Gewinne)/Verluste 01) 5 0 2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 58 223 141 115
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 5 1 3 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 5 1 3 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 2 – 1 0 – 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 1 1 0 1
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt – 2 1 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 196 262 28 29
Realisierte (Gewinne)/Verluste 3 – 37 14 – 18
Steuereffekt – 43 – 2 2 – 2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 155 223 45 9
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode
bilanzierte Beteiligungen entfällt
12 70 – 16 49

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Verkürzter Zwischenabschluss der thyssenkrupp-Gruppe | thyssenkrupp-Gruppe – Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in
das Periodenergebnis umgegliedert werden können
228 517 173 175
Sonstiges Ergebnis 566 1.231 678 761
Gesamtergebnis 254 1.939 491 1.349
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 188 1.869 459 1.304
Nicht beherrschende Anteile 66 70 32 45
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am
Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten 204 1.861 471 1.295
Nicht fortgeführte Aktivitäten – 16 9 – 12 9

1) Die Aufteilung der realisierten bzw. unrealisierten Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung wurde angepasst.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp-Gruppe – Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG

Mio €,
mit Ausnahme der Aktienanzahl
Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
Stand am 30.9.2020 622.531.741 1.594 6.664 1.472
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 356
Sonstiges Ergebnis 333
Gesamtergebnis – 23
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften – 7
Sonstige Veränderungen – 16
Stand am 31.3.2021 622.531.741 1.594 6.664 1.427
Stand am 30.9.2021 622.531.741 1.594 6.664 1.771
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 671
Sonstiges Ergebnis 710
Gesamtergebnis 1.380
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen – 1
Stand am 31.3.2022 622.531.741 1.594 6.664 3.150

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022

Verkürzter Zwischenabschluss der thyssenkrupp-Gruppe | thyssenkrupp-Gruppe – Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG

Cashflow-Hedges
Unterschiedsbetrag
aus der Währungs
umrechnung
Marktbewertung
Fremdkapital
instrumente
Marktbewertung
Eigenkapital
instrumente
Wertminderungen
Finanzinstrumente
Designierte
Risikokomponente
Kosten der
Absicherung
Anteil der auf nach
der Equity-Methode
bilanzierte
Beteiligungen
entfällt
Insgesamt Nicht
beherrschende
Anteile
Eigenkapital
– 93 6 2 42 84 – 1 40 9.810 364 10.174
– 356 43 – 313
53 3 5 – 2 140 1 12 544 22 566
53 3 5 – 2 140 1 12 188 66 254
0 – 10 – 10
– 7 4 – 3
– 16 16 0
– 40 9 7 40 223 0 52 9.976 439 10.414
19 10 8 33 217 – 37 123 10.400 445 10.845
671 38 709
192 1 3 1 204 18 70 1.199 32 1.231
192 1 3 1 204 18 70 1.869 70 1.939
0 – 28 – 28
– 1 – 1 – 2
211 11 11 34 421 – 19 193 12.269 485 12.754

thyssenkrupp-Gruppe – Kapitalflussrechnung

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 313 709 – 187 587
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum
Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 16 – 9 12 – 9
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 4 29 14 12
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 473 494 243 235
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 34 – 34 – 16 – 17
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen,
soweit nicht zahlungswirksam
42 70 – 9 28
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 20 17 – 7 10
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus
Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
– Vorräte – 542 – 1.846 – 317 – 635
– Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 515 – 1.176 – 762 – 913
– Vertragsvermögenswerte 46 97 – 254 – 61)
– Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 50 – 119 – 35 – 99
– Sonstige Rückstellungen 98 – 292 199 – 149
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 818 543 609 534
– Vertragsverbindlichkeiten – 46 203 – 54 – 761)
– Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit – 187 232 91 13
Operating Cashflow – fortgeführte Aktivitäten – 209 – 1.082 – 474 – 483
Operating Cashflow – nicht fortgeführte Aktivitäten – 3 0 – 3 0
Operating Cashflow – 212 – 1.082 – 476 – 483
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in
langfristige finanzielle Vermögenswerte
– 2 – 7 0 0
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich
übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
– 37 – 1 – 2 0
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als
Finanzinvestition gehaltene Immobilien
– 548 – 528 – 317 – 291
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) – 15 – 19 – 9 – 11
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und
langfristigen finanziellen Vermögenswerten
0 0 0 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich
abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
– 1 569 – 1 551
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 59 8 36 1
Desinvestitionen von Termingeldern 850 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten 306 22 – 293 250
Cashflow aus Investitionstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 306 22 – 293 250

thyssenkrupp Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021/2022 Verkürzter Zwischenabschluss der thyssenkrupp-Gruppe | thyssenkrupp-Gruppe – Kapitalflussrechnung

– 850
Tilgung von Anleihen – 1.250 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 153 107 121 21
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 102 – 100 – 13 – 27
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen – 69 – 71 – 36 – 36
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen – 138 – 99 – 128 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 10 – 28 – 2 – 19
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften – 3 0 – 3 0
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten – 3 0 – 3 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 36 – 60 – 46 – 8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten – 1.059 – 1.503 – 109 – 69
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten 3 0 3 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 1.056 – 1.502 – 107 – 69
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
– 962 – 2.563 – 876 – 302
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
7 44 7 36
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 10.697 9.017 10.611 6.764
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 9.742 6.498 9.742 6.498
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 0 43 0 43
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow
fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 4 6 2 3
Zinsauszahlungen – 138 – 111 – 111 – 90
Erhaltene Dividenden 1 0 0 0
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 72 – 146 – 52 – 87

1) Im Vergleich zum 1. Quartal 2021 / 2022 erfolgte eine Umgliederung zwischen den Zeilen Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp-Gruppe – Verkürzter Anhang

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Gruppe") für den Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022 wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen und mit Beschluss des Vorstands vom 9. Mai 2022 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Zwischenabschluss wurde nach § 115 WpHG sowie in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" erstellt. Er steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Die im verkürzten Zwischenabschluss der Gruppe zum 31. März 2022 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Abschlusses der Gruppe zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Abschlusses der Gruppe unseres Geschäftsberichts 2020 / 2021 veröffentlicht.

Überprüfung der Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Abschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der derzeitigen weltweiten Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine. Vor diesem Hintergrund wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, aktive latente Steuern sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 08) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen. Hervorzuheben sind im 1. Quartal 2021 / 2022 folgende Wertminderungen: Im Segment Steel Europe war eine Wertminderung in Höhe von 13 Mio € auf eine Anlage im Bau aufgrund von vom Vorlieferanten verursachten Baumängeln erforderlich. Im Segment Multi Tracks erfolgten in einem chinesischen Werk von Springs & Stabilizers infolge von unwetterbedingten Schäden Wertminderungen in Höhe von 12 Mio €, die im Wesentlichen technische Anlagen und Maschinen sowie Bauten betreffen. Hinzu kamen im 2. Quartal 2021 / 2022 weitere Wertminderungen: Im Segment Automotive Technology erfolgten in der Business Unit Steering Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 6 Mio €; ursächlich hierfür waren die seit der Corona-Pandemie reduzierten Absatzerwartungen bei laufenden Aufträgen, welche sich u.a. durch den anhaltenden Halbleiter-Engpass fortsetzen und durch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine aktuell noch verstärken.

Die Unsicherheiten bei der Beurteilung der Auswirkungen der fortbestehenden weltweiten Corona-Pandemie auf die aktuelle Geschäftsentwicklung einschließlich der Ertragsaussichten bleiben gegenüber dem 30. September 2021 unverändert bestehen. Neu hinzugekommen sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine: Der konkrete Umfang der direkten und indirekten Folgen auf die Geschäftsentwicklung, wie beispielsweise steigende und teilweise stark schwankende Energie-, Material- und Rohstoffpreise sowie ein hoch volatiles Abrufverhalten der Kunden aus dem Automobilsektor, ist aus heutiger Sicht weiterhin mit hohen Unsicherheiten verbunden; vgl. hierzu auch die ausführliche Darstellung der Rahmenbedingungen im Wirtschaftsbericht des Zwischenlageberichts.

01 Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2021 / 2022 wendet thyssenkrupp erstmalig die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards an, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben:

  • Änderungen an IFRS 4 "Insurance Contracts deferral of IFRS 9", Veröffentlichung im Juni 2020
  • Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 "Interest Rate Benchmark Reform Phase 2", Veröffentlichung im August 2020

02 Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und Abgänge

Nicht fortgeführte Aufzugaktivität

thyssenkrupp hatte Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgte der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020. Die Transaktion erfüllte die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasste Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung werden die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden noch anfallenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

In der nachfolgenden Tabelle werden die im 1. Halbjahr bzw. im 2. Quartal 2021 / 2022 sowie in den entsprechenden Vorjahreszeiträumen angefallenen nachlaufenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die aus den beiderseitigen Verpflichtungen aus dem Vertrag über die Veräußerung der Aufzugaktivitäten in 2019 / 2020 resultieren. In Bezug auf die gegenseitigen Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien wurde im 2. Quartal 2021 / 2022 eine neue Vereinbarung mit dem Erwerber getroffen, die dazu führt, dass die insoweit bisher bilanzierten Ansprüche und Verpflichtungen vollständig aufgelöst werden können.

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Umsatzerlöse 0 0 0 0
Andere Erträge 0 0 0 0
Aufwendungen – 16 9 – 12 9
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 16 9 – 12 9
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 16 9 – 12 9
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0 0 0 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 16 9 – 12 9
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG – 16 9 – 12 9
Nicht beherrschende Anteile 0 0 0 0

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Sie setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:

  • Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten.
  • Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden.
  • Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden.

Veräußerungsgruppen

Im Rahmen der Transformation und strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp erfolgt auch eine Fokussierung des Portfolios. In diesem Zusammenhang wurden im 4. Quartal 2020 / 2021 die Verkäufe von Mining, Infrastructure und dem Edelstahlgeschäft eingeleitet, die jedoch nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität erfüllen. Damit sind die jeweiligen Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auszuweisen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der jeweiligen Veräußerungsgruppe sind in der Bilanz zum 30. September 2021 und – sofern nicht zwischenzeitlich veräußert – auch in der Bilanz zum 31. März 2022 separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" auszuweisen.

Veräußerungsgruppe Mining

Am 29. Juli 2021 hat thyssenkrupp den Verkauf des Mining-Geschäfts aus dem Segment Multi Tracks mit dem dänischen Unternehmen FLSmidth vereinbart (Signing). Die Veräußerungsgruppe ist Anbieter von Technologien für die Miningindustrie. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. Mit dem Signing starteten umfangreiche Carve out-Aktivitäten, deren Abschluss bis zu einem Closing in einem Zeitraum von ungefähr zwölf Monaten nach Signing erwartet wird. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus ergab sich kein Wertminderungsbedarf.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 und zum 31. März 2022 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis beträgt – 13 Mio € (30. September 2021: – 30 Mio €).

Mio € 30.9.2021 31.3.2022
Immaterielle Vermögenswerte 93 94
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 66 67
Aktive latente Steuern 18 19
Vorräte 98 104
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 115 120
Vertragsvermögenswerte 74 49
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 33 39
Laufende Ertragsteueransprüche 4 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31 43
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 532 539
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37 34
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 4 4
Sonstige langfristige Rückstellungen 4 4
Passive latente Steuern 0 2
Langfristige Finanzschulden 6 3
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 10 10
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 39 26
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2 1
Kurzfristige Finanzschulden 3 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 95 74
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1 1
Vertragsverbindlichkeiten 167 157
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 78 87
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 445 406

VERÄUSSERUNGSGRUPPE MINING

Veräußerungsgruppe Infrastructure

Am 5. August 2021 hat thyssenkrupp mit der FMC Beteiligungs KG einen Vertrag zum Verkauf der Infrastructure aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe ist im Tief-, Hafen- und Spezialtiefbau sowie im Ingenieurbau tätig. Das Produktportfolio umfasst die Bereiche Profile und Ankertechnik, Hochwasserschutz, Ramm- und Ziehtechnik, Bohrtechnik, Grabenverbau und Traggerüstbau.

Im Zusammenhang mit der Zuordnung von Infrastructure zum Segment Multi Tracks wurden umfangreiche Analysen des Marktumfeldes und der Veräußerungsmöglichkeit einzelner Vermögenswerte durchgeführt. Vor diesem Hintergrund wurde im 3. Quartal 2020 / 2021 die Werthaltigkeit von Infrastructure nach IAS 36 nochmals überprüft und ein Wertminderungsbedarf von 27,3 Mio € ermittelt; dieser betraf in Höhe von 0,2 Mio € immaterielle Vermögenswerte und in Höhe von 24,3 Mio € Sachanlagen. 2,8 Mio € konnten wegen der Wertuntergrenzen gemäß IAS 36.105 nicht erfasst werden. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entsprach dem Nutzungswert, der insgesamt 58 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,65% angesetzt wurde. Darüber hinaus erfolgte im 4. Quartal 2020/2021 im Rahmen des eingeleiteten Verkaufs mit der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten; hieraus resultierten im Wesentlichen weitere Wertminderungen in Höhe von 20 Mio €, die insbesondere die kurzfristigen Vermögenswerte betreffen. Die Wertminderungen sind im 4. Quartal 2020 / 2021 in den Umsatzkosten ausgewiesen. Nach den vorgenommenen Wertminderungen entsprach der Buchwert der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Nach Erhalt aller fusionskontrollrechtlichen Freigaben wurde der Verkauf der Infrastructure an die FMC Beteiligungs KG mit Ausnahme der australischen Aktivitäten am 30. November 2021 vollzogen. Hieraus resultierte ein Verlust von 6 Mio €, der im 1. Quartal 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird. Für die australischen Aktivitäten erfolgte der Vollzug mit Abschluss der IT-Carve-Out-Aktivitäten am 31. Januar 2022. Hieraus resultierte ein Verlust von 0,2 Mio €, der im 2. Quartal 2021/2022 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 umfasste, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug zum 30. September 2021: – 2 Mio €:

Mio € 30.9.2021
Vorräte 39
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 68
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Langfristige Finanzschulden 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 2
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Vertragsverbindlichkeiten 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 40

VERÄUSSERUNGSGRUPPE INFRASTRUCTURE

Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Am 16. September 2021 hat thyssenkrupp mit der italienischen Arvedi Gruppe einen Vertrag zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet.

Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus resultierte eine Wertaufholung in Höhe von insgesamt 38 Mio €, da der beizulegende Zeitwert (Level 3, Ableitung aus Kaufpreis) abzüglich der Kosten der Veräußerung höher war als der Buchwert. Dieser war aufgrund der durch die Corona-Pandemie geminderten Erwartungen an die künftige Ertragslage zum 30. September 2020 wertgemindert. Die Wertaufholung in Höhe von insgesamt 38 Mio € entfällt mit 6 Mio € auf Bauten und mit 32 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen. Sie ist in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2020 / 2021 ausgewiesen; gleichzeitig wurden latente Steuern von 11 Mio € passiviert. Darüber hinaus entstanden im 1. Quartal 2021 / 2022 unter Berücksichtigung der kaufvertraglichen Vereinbarungen und der Entwicklung des Working Capitals aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 26 Mio €.

Nach Erhalt aller fusionsrechtlichen Genehmigungen wurde der Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) an die italienische Arvedi Gruppe am 31. Januar 2022 vollzogen (Closing). Vorbehaltlich der Finalisierung der vertraglich vereinbarten Prozesse zur Kaufpreisabstimmung resultierte hieraus ein Abgangsverlust von 8 Mio €, der in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

Im Rahmen des Verkaufs wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15% an AST behält, um die schon heute bestehende operative Zusammenarbeit mit Arvedi zu stärken; diese Anteile behandelt thyssenkrupp als Fremdkapitalinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 umfasste, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zudem bestanden zum 30. September 2021 konzerninterne Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 276 Mio €; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug – 1 Mio €.

VERÄUSSERUNGSGRUPPE EDELSTAHLGESCHÄFT

Mio € 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 22
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 282
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 60
Vorräte 521
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 477
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 8
Laufende Ertragsteueransprüche 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.419
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige langfristige Rückstellungen 15
Langfristige Finanzschulden 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 24
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 577
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 9
Vertragsverbindlichkeiten 38
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 59
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 747

Abgänge

Im 1. Halbjahr 2021 / 2022 wurden die Verkäufe der beiden Veräußerungsgruppen Infrastructure und Edelstahlgeschäft vollzogen, die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Gruppenabschluss auswirkten:

ABGÄNGE

Mio € 1. Halbjahr
2021 / 2022
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 23
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 269
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 60
Vorräte 609
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 526
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 27
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 11
Laufende Ertragsteueransprüche 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 1.650
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 2
Sonstige langfristige Rückstellungen 15
Langfristige Finanzschulden 22
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 19
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 18
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9
Kurzfristige Finanzschulden 254
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 691
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 21
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 107
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 1.196
Abgehendes Reinvermögen 454
Kumuliertes sonstiges Ergebnis – 11
Nicht beherrschende Anteile – 1
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen – 15
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung 427
Verkauf Tagesgeldforderung 288
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung einschließlich Verkauf Tagesgeldforderung 715
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 655
Davon: durch Fremdkapitalinstrumente beglichen 60

03 Eigenkapital

Durch den Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Der Vorstand der thyssenkrupp AG wurde ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 3. Februar 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmen Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Februar 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

Der Vorstand wurde bis zum 3. Februar 2027 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

04 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurden die Rückstellungen für Pensionen zum 31. März 2022 angepasst.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.9.2021 31.3.2022
Pensionen 7.647 6.817
Altersteilzeit 290 255
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 34 30
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten – 75 – 34
Insgesamt 7.896 7.069

Die Reduktion des Umwandlungssatzes bei den Pensionszusagen in Liechtenstein führte im 1. Quartal 2021 / 2022 zu einer ergebniswirksamen Auflösung bei den Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 24 Mio €.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.9.2021 31.3.2022
in % Deutschland Übrige Länder Insgesamt Deutschland Übrige Länder Insgesamt
Diskontierungssatz für Pensionen 0,90 1,51 1,04 1,60 2,27 1,76

05 Sonstige Rückstellungen

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Restrukturierungsrückstellungen verminderten sich im Vergleich zum 30. September 2021 um 90 Mio € auf 246 Mio €. Zuführungen in Höhe von 8 Mio €, die im Wesentlichen die Segmente Materials Services, Industrial Components, Steel Europe und Multi Tracks betreffen, wurden insbesondere durch Inanspruchnahmen überkompensiert.

06 Finanzschulden

Am 3. Dezember 2021 wurde die Anleihe über 1.250 Mio € mit Fälligkeit 3. März 2022 unter Beachtung einer vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit gemäß den Emissionsbedingungen vorzeitig zurückgezahlt. Darüber hinaus erfolgte im 1. Quartal die fristgerechte Rückzahlung des Schuldscheindarlehens über 100 Mio € mit Fälligkeit 14. Dezember 2021.

07 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximale
Haftungsvolumen
Rückstellung
Mio € 31.3.2022 31.3.2022
Anzahlungsgarantien 59 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 27 0
Sonstige Haftungserklärungen 5 0
Insgesamt 91 1

Die thyssenkrupp-Gruppe hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen; diese verringerten sich zum 31. März 2022 im Vergleich zum 30. September 2021 um 27 Mio € auf 31 Mio €. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder deren Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein Dritter außerhalb der Gruppe beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die im Segment Steel Europe bestehenden langfristigen Abnahmeverträge für Eisenerz und Eisenerzpellets werden aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2021 verminderten sich die Abnahmeverpflichtungen preis- und mengenbedingt deutlich um rund 0,8 Mrd € auf 1,8 Mrd €.

Bei den übrigen sonstigen Verpflichtungen und den anderen Risiken sind seit dem Geschäftsjahresende 2020 / 2021 keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

08 Finanzinstrumente

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den Fremdkapitalinstrumenten unter der Bilanzposition "Sonstige finanzielle Vermögenswerte – langfristig" sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 02. Die übrigen Eigen- und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Quartalsstichtag oder eigenen Bewertungsmodellen.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Quartalsstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren beeinflusst, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Quartalsstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Quartalsstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 8.750 Mio € zum 31. März 2022 (30. September 2021: 9.585 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 8.756 Mio € (30. September 2021: 9.673 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2021

30.9.2021 Level 1 Level 2 Level 3
75 0 75 0
12 7 5 0
1.891 1.891
59 59
25 25 0 0
220 0 220 0
2.283 32 301 1.950
114 0 114 0
147 0 147 0
260 0 260 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 31.3.2022

Mio € 31.3.2022 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 137 0 137 0
Eigenkapitalinstrumente 12 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.944 2.944
Eigenkapitalinstrumente 63 63
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 27 27 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 120 0 120 0
Insgesamt 3.303 34 262 3.006
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 0 114 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 95 0 95 0
Insgesamt 208 0 208 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten ermittelt, z. B. anhand von Währungskursen. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsquartal gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Für die in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.9.2021 59
Ergebnisneutrale Veränderungen 3
Stand am 31.3.2022 63

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung. Die Anteile wurden unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp folgendes Bewertungsmodell entwickelt:

Die erwarteten Ausfallraten leiten sich im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich in der thyssenkrupp-Gruppe verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Gruppenabschluss zum 31. März 2022 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie und aus dem Krieg in der Ukraine bereits berücksichtigen.

09 Segmentberichterstattung

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Die Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2020 / 2021 und das 1. Halbjahr 2021 / 2022 bzw. für das 2. Quartal 2020 / 2021 und das 2. Quartal 2021 / 2022 stellen sich damit wie folgt dar:

SEGMENTINFORMATIONEN

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Elevator
Technology1)
Gruppe2)
1. Halbjahr
2020 / 2021
Außenumsätze 5.066 1.236 2.381 3.706 1.053 2.423 7 26 0 15.899
Gruppeninterne Umsätze 190 10 1 449 0 199 3 – 853 0 0
Umsatzerlöse 5.256 1.247 2.382 4.155 1.054 2.622 9 – 827 0 15.899
EBIT 143 188 191 – 138 8 – 317 – 110 3 – 163) – 49
Bereinigtes EBIT 131 198 184 68 7 – 191 – 103 4 0 298
1. Halbjahr
2021 / 2022
Außenumsätze 7.548 1.302 2.243 5.298 853 2.368 1 9 0 19.622
Gruppeninterne Umsätze 188 9 7 763 1 165 2 – 1.135 0 0
Umsatzerlöse 7.736 1.311 2.250 6.061 853 2.533 3 – 1.126 0 19.622
EBIT 550 124 34 607 2 – 99 – 108 – 29 93) 1.090
Bereinigtes EBIT 555 121 41 603 9 – 34 – 88 – 28 0 1.180
2. Quartal 2020 / 2021
Außenumsätze 2.784 621 1.167 1.987 689 1.313 3 14 0 8.577
Gruppeninterne Umsätze 104 5 0 251 1 110 1 – 471 0 0
Umsatzerlöse 2.888 626 1.167 2.238 689 1.422 5 – 457 0 8.577
EBIT 132 90 74 – 161 3 – 133 – 56 – 7 – 123) – 69
Bereinigtes EBIT 126 97 75 47 2 – 80 – 49 1 0 220
2. Quartal 2021 / 2022
Außenumsätze 4.355 702 1.140 2.981 476 941 1 5 0 10.599
Gruppeninterne Umsätze 91 5 4 412 1 53 1 – 566 0 0
Umsatzerlöse 4.446 707 1.143 3.392 476 993 2 – 560 0 10.599
EBIT 331 67 – 4 495 3 – 49 – 47 – 14 93) 792
Bereinigtes EBIT 336 65 3 479 3 – 33 – 36 – 14 0 802

1) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 02).

2) Einschließlich Veräußerungsgruppen

3) Es handelt sich um nachlaufende Aufwendungen bzw. Erträge, die zum EBIT der Gruppe überleiten (vgl. Anhang-Nr. 02).

Im Vergleich zum 30. September 2021 verminderte sich zum 31. März 2022 das durchschnittliche Capital Employed bei Marine Systems um 475 Mio € auf 1.211 Mio € und bei Multi Tracks um 569 Mio € auf 261 Mio €, während es sich bei Material Services um 1.037 Mio € auf 3.624 Mio €, bei Industrial Components um 202 Mio € auf 1.579 Mio €und bei Steel Europe um 980 Mio € auf 5.042 Mio € erhöhte.

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
1. Halbjahr 2020 / 2021
Außenumsätze 20 5 0 26
Gruppeninterne Umsätze 114 25 – 992 – 853
Umsatzerlöse 135 30 – 992 – 827
EBIT 0 – 16 19 3
Bereinigtes EBIT 0 1 3 4
1. Halbjahr 2021 / 2022
Außenumsätze 7 2 0 9
Gruppeninterne Umsätze 101 16 – 1.252 – 1.135
Umsatzerlöse 107 19 – 1.252 – 1.126
EBIT 0 – 10 – 18 – 29
Bereinigtes EBIT 0 – 10 – 18 – 28
2. Quartal 2020 / 2021
Außenumsätze 12 2 0 14
Gruppeninterne Umsätze 59 5 – 535 – 471
Umsatzerlöse 71 6 – 535 – 457
EBIT 0 – 20 2 – 7
Bereinigtes EBIT 0 0 – 2 1
2. Quartal 2021 / 2022
Außenumsätze 3 2 0 5
Gruppeninterne Umsätze 54 8 – 628 – 566
Umsatzerlöse 57 10 – 628 – 560
EBIT 3 – 6 – 10 – 14
Bereinigtes EBIT 2 – 6 – 10 – 14

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG EBIT ZUM ERGEBNIS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN (VOR STEUERN)

Mio € 1. Halbjahr
2020 / 2021
1. Halbjahr
2021 / 2022
2. Quartal
2020 / 2021
2. Quartal
2021 / 2022
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 298 1.180 220 802
Sondereffekte1) – 347 – 90 – 289 – 11
EBIT gemäß Segmentberichterstattung – 49 1.090 – 69 792
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 53 – 69 0 – 32
+ Finanzierungserträge 367 496 156 250
– Finanzierungsaufwendungen – 489 – 594 – 214 – 292
– Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem
EBIT zugeordnet werden
0 0 0 0
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher
Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden
6 – 1 3 0
Ergebnis Gruppe (vor Steuern) – 217 922 – 124 718
– Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 16 – 9 12 – 9
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) gemäß
Gewinn- und Verlustrechnung
– 202 913 – 112 710

1) Vgl. die Erläuterung der Quartals-Sondereffekte im Wirtschaftsbericht in der Berichterstattung zu den Segmenten.a

Im aktuellen Berichtshalbjahr entfallen die Sondereffekte im Wesentlichen auf Wertminderungen in den Segmenten Multi Tracks und Steel Europe, Veräußerungsgewinne/-verluste aus der Entkonsolidierung von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang der thyssenkrupp nucera bei Multi Tracks sowie Projektaufwand im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen bei Corporate Headquarters.

10 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Gruppe
1. Halbjahr 2020 / 2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen
Erzeugnissen
720 1.064 1.832 3.866 19 1.292 0 – 586 8.207
Umsatzerlöse aus Verkauf von
Handelswaren
4.326 144 207 36 4 163 0 – 173 4.707
Umsatzerlöse aus Erbringung von
Dienstleistungen
239 4 86 108 20 220 9 – 63 624
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 5 0 250 0 994 918 0 – 10 2.158
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit
Kunden
0 34 8 148 17 25 0 – 8 223
Zwischensumme Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden
5.291 1.246 2.383 4.158 1.054 2.619 9 – 840 15.919
Sonstige Umsatzerlöse – 35 1 0 – 3 0 3 0 13 – 21
Insgesamt 5.256 1.247 2.382 4.155 1.054 2.622 9 – 827 15.899
1. Halbjahr 2021 / 2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen
Erzeugnissen
1.040 1.093 1.734 5.605 27 1.237 0 – 851 9.886
Umsatzerlöse aus Verkauf von
Handelswaren
6.686 161 158 116 2 200 0 – 218 7.106
Umsatzerlöse aus Erbringung von
Dienstleistungen
279 5 84 103 27 233 3 – 69 665
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 6 0 266 0 794 843 0 – 13 1.896
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit
Kunden
0 52 8 245 3 21 0 – 9 320
Zwischensumme Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden
8.012 1.312 2.250 6.069 853 2.533 3 – 1.160 19.873
Sonstige Umsatzerlöse – 277 – 1 0 – 8 0 0 0 34 – 251
Insgesamt 7.736 1.311 2.250 6.061 853 2.533 3 – 1.126 19.622

UMSATZERLÖSE

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Gruppe
2. Quartal 2020 / 2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen
Erzeugnissen
399 533 896 2.098 12 659 0 – 322 4.275
Umsatzerlöse aus Verkauf von
Handelswaren
2.382 72 102 0 1 115 0 – 123 2.548
Umsatzerlöse aus Erbringung von
Dienstleistungen
117 2 36 61 10 120 5 – 31 319
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 4 0 131 0 656 515 0 – 7 1.299
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen
mit Kunden
0 20 3 83 11 15 0 – 4 128
Zwischensumme Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden
2.902 626 1.168 2.242 689 1.425 5 – 488 8.569
Sonstige Umsatzerlöse – 14 – 1 – 1 – 4 1 – 2 0 30 9
Insgesamt 2.888 626 1.167 2.238 689 1.422 5 – 457 8.577
2. Quartal 2021 / 2022
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen
Erzeugnissen
597 582 895 3.162 14 352 0 – 434 5.169
Umsatzerlöse aus Verkauf von
Handelswaren
3.687 94 74 52 0 74 0 – 96 3.885
Umsatzerlöse aus Erbringung von
Dienstleistungen
146 3 38 55 15 107 2 – 36 328
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 2 0 133 0 445 451 0 – 7 1.025
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen
mit Kunden
0 27 5 128 1 9 0 – 6 165
Zwischensumme Umsatzerlöse aus
Verträgen mit Kunden
4.432 706 1.144 3.397 476 994 2 – 578 10.572
Sonstige Umsatzerlöse 14 1 0 – 5 0 – 1 0 17 27
Insgesamt 4.446 707 1.143 3.392 476 993 2 – 560 10.599

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Gruppe
1. Halbjahr 2020 / 2021
Automobilindustrie 706 394 2.255 1.261 0 529 1 – 23 5.123
Handel 762 52 112 715 7 239 1 – 267 1.623
Maschinen- und Anlagenbau 568 732 8 106 7 502 0 – 6 1.918
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 933 12 1 1.179 0 572 0 – 547 2.151
Bauwirtschaft 282 9 0 11 0 55 0 – 3 354
Öffentliche Hand 27 1 0 0 1.016 0 0 1 1.046
Verpackungsindustrie 48 0 0 580 0 0 0 0 629
Energie und Versorgung 43 14 0 127 0 20 0 0 205
Übrige Kundengruppen 1.922 30 7 177 24 700 7 5 2.871
Insgesamt 5.291 1.246 2.383 4.158 1.054 2.619 9 – 840 15.919
1. Halbjahr 2021 / 2022
Automobilindustrie 953 475 2.122 1.398 0 563 1 9 5.521
Handel 933 117 106 1.219 3 200 1 – 422 2.157
Maschinen- und Anlagenbau 900 635 13 159 9 47 0 – 19 1.745
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 1.575 27 1 1.895 0 585 0 – 684 3.399
Bauwirtschaft 515 15 0 30 0 27 0 – 13 575
Öffentliche Hand 55 3 0 3 834 0 0 10 906
Verpackungsindustrie 73 0 0 764 0 0 0 7 845
Energie und Versorgung 71 9 0 275 0 15 0 2 371
Übrige Kundengruppen 2.937 30 8 325 8 1.095 1 – 49 4.354
Insgesamt 8.012 1.312 2.250 6.069 853 2.533 3 – 1.160 19.873
2. Quartal 2020 / 2021
Automobilindustrie 372 211 1.099 645 0 271 1 – 20 2.579
Handel 417 25 60 393 6 141 0 – 141 902
Maschinen- und Anlagenbau 329 357 5 56 2 295 0 – 6 1.037
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 504 5 0 677 0 299 0 – 317 1.168
Bauwirtschaft 152 6 0 8 0 28 0 – 2 191
Öffentliche Hand 9 1 0 – 1 665 0 0 0 675
Verpackungsindustrie 27 0 0 294 0 0 0 – 1 320
Energie und Versorgung 24 6 0 73 0 8 0 0 111
Übrige Kundengruppen 1.069 16 4 97 16 382 3 – 1 1.586
Insgesamt 2.902 626 1.168 2.242 689 1.425 5 – 488 8.569
2. Quartal 2021 / 2022
Automobilindustrie 509 263 1.085 769 0 205 0 – 21 2.811
Handel 644 63 47 585 2 70 0 – 85 1.327
Maschinen- und Anlagenbau 495 336 7 91 0 14 0 – 6 936
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 832 15 1 1.196 0 141 0 – 495 1.690
Bauwirtschaft 250 8 0 19 0 1 0 – 1 277
Öffentliche Hand 29 1 0 2 470 0 0 – 1 502
Verpackungsindustrie 37 0 0 453 0 0 0 – 2 488
Energie und Versorgung 44 4 0 150 0 3 0 – 1 200
Übrige Kundengruppen 1.592 16 4 133 3 559 1 33 2.341
Insgesamt 4.432 706 1.144 3.397 476 994 2 – 578 10.572

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Gruppe
1. Halbjahr 2020 / 2021
Deutschsprachiger Raum1) 2.043 212 777 2.357 201 448 8 – 577 5.468
Westeuropa 871 206 364 879 59 825 0 – 157 3.046
Zentral- und Osteuropa 780 24 128 308 1 202 0 – 53 1.391
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 22 15 5 25 0 65 0 0 132
Nordamerika 1.210 248 516 312 10 177 1 – 49 2.426
Südamerika 16 74 30 45 16 126 0 1 309
Asien / Pazifik 236 28 25 22 298 220 0 – 3 825
Großraum China 30 411 429 65 3 165 0 – 3 1.100
Indien 23 16 4 22 9 102 0 0 176
Naher Osten & Afrika 60 12 105 123 458 288 0 1 1.047
Insgesamt 5.291 1.246 2.383 4.158 1.054 2.619 9 – 840 15.919
1. Halbjahr 2021 / 2022
Deutschsprachiger Raum1) 2.649 272 727 3.575 245 432 2 – 854 7.048
Westeuropa 1.328 247 296 1.243 113 815 0 – 150 3.891
Zentral- und Osteuropa 1.314 27 97 438 3 164 0 – 97 1.946
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 26 9 5 26 0 56 0 0 122
Nordamerika 2.145 328 571 368 9 212 1 – 72 3.563
Südamerika 21 97 25 72 44 111 0 4 374
Asien / Pazifik 375 31 22 27 158 158 0 – 6 766
Großraum China 37 260 447 55 4 208 0 6 1.018
Indien 36 24 3 41 12 188 0 2 307
Naher Osten & Afrika 80 16 57 225 265 189 0 8 839
Insgesamt 8.012 1.312 2.250 6.069 853 2.533 3 – 1.160 19.873

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Materials
Services
Industrial
Components
Automotive
Technology
Steel
Europe
Marine
Systems
Multi
Tracks
Corporate
Headquarters
Überleitung Gruppe
2. Quartal 2020 / 2021
Deutschsprachiger Raum1) 1.152 119 384 1.282 151 256 4 – 320 3.028
Westeuropa 481 105 182 464 32 426 0 – 95 1.597
Zentral- und Osteuropa 434 14 66 167 0 131 0 – 34 777
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 8 8 2 14 0 33 0 0 66
Nordamerika 648 137 263 159 5 91 1 – 31 1.273
Südamerika 14 36 15 25 11 66 0 0 168
Asien / Pazifik 121 13 14 14 222 138 0 – 3 520
Großraum China 12 179 189 35 1 76 0 – 3 489
Indien 13 9 2 11 5 60 0 0 100
Naher Osten & Afrika 19 6 49 71 260 148 0 – 1 552
Insgesamt 2.902 626 1.168 2.242 689 1.425 5 – 488 8.569
2. Quartal 2021 / 2022
Deutschsprachiger Raum1) 1.607 151 355 2.000 161 146 1 – 436 3.985
Westeuropa 698 132 159 711 64 222 0 – 70 1.917
Zentral- und Osteuropa 718 15 56 244 0 77 0 – 34 1.076
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 8 3 2 15 0 31 0 0 58
Nordamerika 1.131 184 311 197 8 99 1 – 28 1.903
Südamerika 6 54 15 41 24 59 0 – 1 199
Asien / Pazifik 172 15 11 17 83 80 0 – 3 374
Großraum China 21 131 201 26 4 103 0 – 3 483
Indien 18 13 2 22 7 106 0 – 1 169
Naher Osten & Afrika 52 7 31 122 125 71 0 – 1 408
Insgesamt 4.432 706 1.144 3.397 476 994 2 – 578 10.572

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren im 1. Halbjahr 2021/2022 2.598 Mio € (Vorjahr: 2.285 Mio €) bzw. im 2. Quartal 2021/2022 1.439 Mio € (Vorjahr: 1.188 Mio €) aus langfristigen Verträgen und im 1. Halbjahr 2021/2022 17.274 Mio € (Vorjahr: 13.635 Mio €) bzw. im 2. Quartal 2021/2022 9.133 Mio € (Vorjahr: 7.381 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. im 1. Halbjahr 2021/2022 3.016 Mio € (Vorjahr: 2.571 Mio €) bzw. im 2. Quartal 2021/2022 1.728 Mio € (Vorjahr: 1.351 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und im 1. Halbjahr 2021/2022 16.856 Mio € (Vorjahr: 13.348 Mio €) bzw. im 2. Quartal 2021/2022 8.844 Mio € (Vorjahr: 7.218 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

11 Sonstige Erträge

Die Erträge aus Zulagen und Zuschüssen in Höhe von 13 Mio € im 1. Halbjahr 2021 / 2022 (Vorjahr: 18 Mio €) bzw. in Höhe von 3 Mio € im 2. Quartal 2021 / 2022 (Vorjahr: 5 Mio €) enthalten im Wesentlichen die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland, die die Gruppe von der öffentlichen Hand erhalten hat. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen Erträge Versicherungsentschädigungen in Höhe 25 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) im 1. Halbjahr 2021 / 2022 bzw. in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) im 2. Quartal 2021 / 2022.

12 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis enthält in der Zeile "Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen" im 1. Halbjahr 2021 / 2022 Aufwendungen in Höhe von 69 Mio € (Vorjahr: 53 Mio €) bzw. im 2. Quartal 2021 / 2022 Aufwendungen in Höhe von 32 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) aus den Stammaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg, die Bestandteil der Elevator-Beteiligung sind (vgl. Anhang-Nr. 02).

13 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE
1. Halbjahr 2020 / 2021 1. Halbjahr 2021 / 2022 2. Quartal 2020 / 2021 2. Quartal 2021 / 2022
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
– 340 – 0,55 662 1,06 – 199 – 0,32 556 0,89
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
– 16 – 0,03 9 0,01 – 12 – 0,02 9 0,01
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
–356 – 0,57 671 1,08 – 211 – 0,34 565 0,91
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741 622.531.741 622.531.741 622.531.741

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

14 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" herleiten.

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 31.3.2021 30.9.2021 31.3.2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Bilanz 9.742 8.974 6.455
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 0 42 43
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 9.742 9.017 6.498

Per 31. März 2022 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 21 Mio € (31. März 2021: 92 Mio €; 30. September 2021: 44 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Essen, den 9. Mai 2022

thyssenkrupp AG Der Vorstand

Merz

Burkhard Keysberg

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Essen, den 10. Mai 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Harald Kayser Michael Preiß

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der verkürzte Gruppenzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt und im Gruppenzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gruppe im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Essen, den 9. Mai 2022

thyssenkrupp AG Der Vorstand

Merz

Burkhard Keysberg

Weitere Informationen

Kontakt und Finanzkalender 2022/2023

Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Communications

Telefon: (0201) 844-536043 Telefax: (0201) 844-536041 E-Mail: [email protected]

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Telefax: (0201) 8456-531000

Herausgeber

thyssenkrupp AG thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen Postfach, 45063 Essen

Telefon: (0201) 844-0 Telefax: (0201) 844-536000 E-Mail: [email protected]

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Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Finanzbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen sind mit Unsicherheiten verbunden, da sie von thyssenkrupp nicht beeinflusst oder kontrolliert werden können, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Daher können die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesem Finanzbericht explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Die in diesem Finanzbericht enthaltenen zukunftsbezogene Aussagen werden nicht an Ereignisse oder Entwicklungen angepasst, die nach dem Datum dieses Berichts eintreten.

Finanzkalender 2022 /2023

  1. August 2022 Zwischenbericht 9 Monate 2021 / 2022 (Oktober bis Juni)

  2. November 2022 Geschäftsbericht 2021 / 2022 (Oktober bis September)

  3. Februar 2023 Ordentliche Hauptversammlung

  4. Februar 2023 Zwischenbericht 1. Quartal 2022 / 2023 (Oktober bis Dezember)

  5. Mai 2023 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2022 / 2023 (Oktober bis März)

Dieser Zwischenbericht ist am 11. Mai 2022 erschienen. Inhouse produziert mit firesys. Bildnachweis: thyssenkrupp

Rundungen und Veränderungsraten

Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (−). Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 100 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Abweichungen aus technischen Gründen

Dieser Finanzbericht ist von der Gesellschaft aufgrund gesetzlicher Offenlegungspflichten zum elektronischen Bundesanzeiger einzureichen. Aus technischen Gründen kann es beim Bundesanzeiger Verlag zu Abweichungen in den im Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen kommen.

Der Finanzbericht steht in deutscher Sprache und in englischer Übersetzung im Internet unter www.thyssenkrupp.com zum Download bereit. Bei Abweichungen geht die deutsche Fassung des Finanzberichts der englischen Übersetzung vor.

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