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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2014

May 27, 2015

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Interim / Quarterly Report

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Publication

ThyssenKrupp AG

Duisburg und Essen

Quartalsfinanzbericht zum 31. Dezember 2014

Zwischenbericht 1. Quartal 2014/2015 vom 01. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014

Zwischenlagebericht

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern 1)

Konzern gesamt
1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung Veränderung

in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 10.661 10.094 – 567 – 5
Umsatz Mio € 9.088 10.044 956 11
EBITDA Mio € 669 587 – 82 – 12
EBIT 2) Mio € 396 281 – 115 – 29
EBIT-Marge 2) % 4,4 2,8 – 1,6
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 245 317 72 29
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 2,7 3,2 0,5
EBT Mio € – 43 147 190 ++
Ergebnis nach Steuern bzw. Periodenüberschuss /(-fehlbetrag) Mio € – 70 43 113 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 65 50 115 ++
Ergebnis je Aktie – 0,12 0,09 0,21 ++
Operating Cashflow Mio € 39 – 386 – 425 --
Cashflow für Investitionen Mio € – 248 – 265 – 17 – 7
Free Cashflow vor Desinvestitionen Mio € – 209 – 651 – 442 --
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 26 110 84 323
Free Cashflow Mio € – 183 – 541 – 358 --
Mitarbeiter (31.12.) 158.234 155.407 – 2.827 – 2
Netto-Finanzschulden (31.12.) Mio € 4.599 4.212 – 387 – 8
Eigenkapital (31.12.) Mio € 3.266 2.907 – 359 – 11

Konzern 1)

Fortgeführte Aktivitäten
1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung Veränderung

in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 10.661 10.094 – 567 – 5
Umsatz Mio € 9.088 10.044 956 11
EBITDA Mio € 482 590 108 22
EBIT 2) Mio € 209 285 76 36
EBIT-Marge 2) % 2,3 2,8 0,5
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 245 317 72 29
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 2,7 3,2 0,5
EBT Mio € – 230 151 381 ++
Ergebnis nach Steuern bzw. Periodenüberschuss /(-fehlbetrag) Mio € – 257 47 304 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 252 54 306 ++
Ergebnis je Aktie – 0,47 0,10 0,57 ++
Operating Cashflow Mio € 39 – 382 – 421 --
Cashflow für Investitionen Mio € – 248 – 265 – 17 – 7
Free Cashflow vor Desinvestitionen Mio € – 209 – 647 – 438 --
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 26 110 84 323
Free Cashflow Mio € – 183 – 537 – 354 --
Mitarbeiter (31.12.) 158.234 155.407 – 2.827 – 2
Netto-Finanzschulden (31.12.) Mio €
Eigenkapital (31.12.) Mio €

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Business Areas

Auftragseingang

Mio €
Umsatz

Mio €
1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015
--- --- --- --- ---
Components Technology 1.439 1.621 1.428 1.597
Elevator Technology 1.801 1.868 1.544 1.712
Industrial Solutions 2.295 1.075 1.288 1.377
Materials Services 2.842 3.546 2.739 3.421
Steel Europe 1) 2.272 2.095 2.066 1.985
Steel Americas 609 475 538 502
Corporate 42 47 42 45
Konsolidierung – 639 – 633 – 557 – 595
Fortgeführte Aktivitäten 1) 10.661 10.094 9.088 10.044

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Business Areas

EBIT 2)

Mio €
Bereinigtes EBIT 2)

Mio €
Mitarbeiter
1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 31.12.2013 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- ---
Components Technology 54 67 63 67 28.057 29.162
Elevator Technology 115 176 156 178 49.348 51.044
Industrial Solutions 91 95 91 92 18.982 18.690
Materials Services 43 – 14 34 2 25.128 22.423
Steel Europe 1) 19 80 18 79 28.259 27.740
Steel Americas – 1 – 11 – 19 0 5.491 3.348
Corporate – 116 – 107 – 104 – 102 2.969 3.000
Konsolidierung 4 – 1 6 1
Fortgeführte Aktivitäten 1) 209 285 245 317 158.234 155.407

Anmerkungen zu den Kennzahlen

Mit rückwirkender Erstanwendung von IFRS 11 ist das bisher nach der Equity-Methode einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) im Berichtsquartal und in den Quartalen des Vorjahres nicht mehr als Joint Venture, sondern als Joint Operation zu klassifizieren. Dies hat zur Folge, dass Vermögenswerte und Schulden sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge von HKM anteilig in den Konzern einzubeziehen sind. Organisatorisch ist HKM der Business Area Steel Europe zugeordnet. Vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2014/2015 haben wir zudem rückwirkend die Definitionen von EBIT, Bereinigtem EBIT und Capital Employed bezüglich der Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen angepasst. In EBIT und Bereinigtem EBIT werden die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr zurückgenommen. Analog werden die aktivierten Bauzeitzinsen wieder Bestandteil des Capital Employed. Darüber hinaus werden Korrekturfaktoren erhöhend in das Capital Employed einbezogen, die zu einer Erhöhung der Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag führen. Daneben werden das EBIT und Bereinigte EBIT auf Business Area-Ebene, insbesondere bei Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen, nicht mehr um einen aus Anzahlungsüberschüssen bzw. aus den damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekten abgeleiteten kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht. Analog werden die Anzahlungsüberschüsse nicht mehr bei der Ermittlung des Capital Employed berücksichtigt. Vgl. auch die Ausführungen im Geschäftsbericht 2013/2014 im Kapitel „Grundlagen des Konzerns“, Abschnitt „Unternehmenssteuerung“.

Nach dem Abgang der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global zum Ende des 1. Quartals 2012/2013 durch den Zusammenschluss mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu (OTK) fallen noch nachlaufende Aufwendungen und Erträge an, die hiermit in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Die im Rahmen der Transaktion entstandene Finanzbeteiligung in Höhe von 29,9 % an OTK wurde bis zur Ankündigung des vollständigen Verkaufs dieser Finanzbeteiligung am 29. November 2013 nach der Equity-Methode bilanziert und die at-Equity-Ergebnisse waren aufgrund ihres fehlenden operativen Charakters nicht im EBIT enthalten; der Vollzug des vollständigen Verkaufs erfolgte am 28. Februar 2014.

THYSSENKRUPP IN KÜRZE

ThyssenKrupp ist ein diversifizierter Industriekonzern mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz und einem wachsenden Anteil an Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäften. Rund 155.000 Mitarbeiter arbeiten in knapp 80 Ländern mit Leidenschaft und Technologie-Know-how an hochwertigen Produkten sowie intelligenten industriellen Verfahren und Dienstleistungen für nachhaltigen Fortschritt. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind die Basis für unseren Erfolg. ThyssenKrupp erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von rund 41 Mrd €.

Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern Mechanik, Anlagenbau und Werkstoffe ermöglichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen. Technischer Fortschritt und Innovationen sind für uns Schlüsselfaktoren, um mit der Verbundkraft des Konzerns den Entwicklungstrends auf den globalen Absatzmärkten zu folgen, auf den Zukunftsmärkten zu wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften.

Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie / ADRs

ISIN (International Stock Identification Number)

Aktien DE 000 750 0001

ADRs US88629Q2075

Kürzel

Aktien (Börsen Frankfurt, Düsseldorf) TKA

ADRs (Over-the-counter Handel) TKAMY

STRATEGIE

Positionierung als diversifizierter Industriekonzern

Die demografische Entwicklung, die Globalisierung der Warenströme und das rasante Wachstum der Megastädte infolge der zunehmenden Urbanisierung führen dazu, dass die weltweite Nachfrage kontinuierlich steigt: Die Welt braucht immer „mehr“ Konsum- und Investitionsgüter, Infrastruktur, Energie und Rohstoffe. Dieser wachsenden Nachfrage steht jedoch die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen gegenüber. Die Sorge um das Klima und die Umwelt sowie strengere politische Vorgaben erfordern „bessere“ Lösungen. Wir müssen Ressourcen effizienter nutzen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produzieren und eine nachhaltigere Infrastruktur aufbauen.

ThyssenKrupp bietet mit seiner Ingenieurkunst Lösungen für diese Herausforderungen und erfüllt bereits heute mit seinen Technologien, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten die Anforderungen nach „mehr“ bei gleichzeitigem „besser“ – in den Industrieländern wie auch in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir Mehrwert für unsere Kunden und damit klare Wettbewerbsvorteile für uns.

Mit der Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Dies wollen wir erreichen, indem wir uns zunehmend auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte mit geringerer Volatilität und Kapitalintensität sowie auf die weltweiten Wachstumsregionen und -branchen ausrichten. Darüber hinaus zielen wir weiterhin auf eine deutliche Verbesserung unserer Ertragsstärke. Dafür verfolgen wir zwei Hebel: Wir steigern konsequent die Ertragskraft in den Business Areas und wachsen dort profitabel; zugleich nutzen wir konsequent und systematisch die Verbundkraft des Konzerns.

Den Anteil der volatileren und kapitalintensiven Geschäfte haben wir durch Portfoliomaßnahmen deutlich gesenkt; der Anteil der stahlproduzierenden Geschäfte am Umsatz der Business Areas liegt bereits unter 30 %, der des Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfts entsprechend bei gut 70 %.

Die Ausrichtung auf die Wachstumsregionen in Asien, Südamerika und den USA treiben wir auch durch unsere Regionalorganisation mit effizienten Strukturen und einem einheitlichen Marktauftritt voran.

Die Freisetzung und Realisierung der Verbundkraft erreichen wir durch eine gezielt vernetzte, geschäfts-, regionen- und funktionsübergreifende Zusammenarbeit. Die größten Synergien erwarten wir dabei in den nächsten Jahren aus der professionellen Steuerung und Bündelung von Prozessen im Rahmen unserer Einkaufs- und Materialkostensenkungsinitiative synergize+, aus der konzernweit vereinheitlichten IT-Infrastruktur, der Daten- und Prozessharmonisierung sowie aus Global Shared Services.

Alle Geschäfte in unserem Portfolio müssen zudem klare Mindestanforderungen erfüllen oder einen überzeugenden Geschäftsplan zu deren Erreichung umsetzen: Alle Geschäftseinheiten müssen nachhaltig ein positives Ergebnis, einen positiven Cashflow und im Durchschnitt über den Zyklus hinweg einen positiven Wertbeitrag (ThyssenKrupp Value Added) erwirtschaften sowie bei der Profitabilität im Branchenvergleich zu den Besten gehören oder aufschließen.

Erfolgreiche Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung

Unser Konzept für die Positionierung von ThyssenKrupp als diversifizierter Industriekonzern ist die Strategische Weiterentwicklung; seit Mai 2011 setzen wir dieses Konzept konsequent um. Insbesondere mit dem Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA und dem Brammenliefervertrag für ThyssenKrupp CSA, der Beendigung der finanziellen Verbindungen mit OTK sowie den erfolgreichen Finanzierungsmaßnahmen haben wir unsere Risiken im vergangenen Geschäftsjahr deutlich reduziert, unsere Finanzkennzahlen gestärkt sowie Wert und Liquidität für unser Unternehmen gesichert. Nun können wir in einem nächsten Schritt – parallel zu den Veränderungen in der Unternehmenskultur, -führung und -organisation sowie der stärkeren Leistungsorientierung – einen besonderen Fokus auf die Weiterentwicklung unserer Personalstrategie sowie die strategische Bearbeitung unserer Kunden und Märkte legen. Mit der konsequenten Bearbeitung dieser vier strategischen Handlungsfelder stabilisieren wir unsere Finanzen und gewinnen strategische Freiräume, sowohl für Investitionen als auch für unsere Forschung und Entwicklung. Von dieser soliden Basis aus wollen wir in den kommenden Jahren sowohl in den aufstrebenden Wachstumsregionen als auch in den Industrieländern weiter profitabel expandieren.

Mehr zum Konzept und der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung finden Sie im Geschäftsbericht 2013/2014 in den „Grundlagen des Konzerns“ im Kapitel „Strategische Weiterentwicklung“.

Im 1. Quartal 2014/2015 haben wir darüber hinaus weitere Schritte in der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung getan:

• Das Konzernprogramm impact bündelt Initiativen und Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Durch das Effizienzprogramm „impact 2015“ soll in den drei Geschäftsjahren von 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015 ein positiver EBIT-Effekt aus Performancemaßnahmen von kumuliert rund 2,5 Mrd € erzielt werden, davon 850 Mio € im laufenden Geschäftsjahr. Im 1. Quartal 2014/2015 haben wir EBIT-Effekte in Höhe von 250 Mio € erreicht und damit aufgelaufen bereits gut 1,8 Mrd € realisiert. Deshalb sind wir zuversichtlich, das Ziel für das laufende Geschäftsjahr und damit auch das Ziel für den Dreijahreszeitraum zu erfüllen. Zur Unterstützung der Leistungsorientierung führen wir auch im laufenden Berichtsjahr in mehreren Geschäftsbereichen Benchmarkingprojekte durch. Mithilfe eines strukturierten Vergleichs wollen wir weitere Lücken gegenüber den Besten im Wettbewerb identifizieren sowie darauf aufbauend Maßnahmen ableiten und umsetzen, um diese zu schließen.

• Im Zuge des Konzernumbaus werden zahlreiche Prozesse von ThyssenKrupp modernisiert und so organisiert, dass sie effizient und wettbewerbsfähig sind. Die Harmonisierung der IT-Infrastruktur ist Teil der Strategischen Weiterentwicklung. Ziele sind die Einführung weltweiter Standards, Kostensenkungen sowie Verbesserungen bei der Qualität und Sicherheit des Datenverkehrs. Mitte Dezember 2014 haben wir mit T-Systems einen Vertrag über den Aufbau und Betrieb von zentralen Rechenzentren unterzeichnet. Datenverarbeitungssysteme und Dienstleistungen, die bisher in rund 700 Datenräumen und elf Rechenzentren beheimatet sind, werden in fünf Rechenzentren überführt. Darüber hinaus sollen rund 10.000 Serversysteme sowie Software und Daten von mehr als 80.000 Computerarbeitsplätzen weltweit in die Cloud verlagert werden. Damit wird die internationale Zusammenarbeit über identische Anwendungen und einheitliche Plattformen mit konsistenten Daten und Analysen möglich.

In seiner Sitzung am 19. November 2014 hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Konzept der Strategischen Weiterentwicklung und zur Neuausrichtung von ThyssenKrupp hin zu einem diversifizierten Industriekonzern erteilt. Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinrich Hiesinger wurde für weitere fünf Jahre ab 1. Oktober 2015 bis zum September 2020 verlängert.

Mehr über die Fortschritte in den vier strategischen Handlungsfeldern finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Geschäftsverlauf in den Business Areas“ sowie in den Kapiteln „Compliance“ und „Mitarbeiter“.

Mehr über die Stärkung der strategisch wichtigen Wachstumsfelder sowie über unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit erfahren Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Investitionen“ sowie im Kapitel „Technologie und Innovationen“.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Makro- und Branchenumfeld

Deutliche Veränderungen bei Ölpreis und Wechselkursen: Effekte noch nicht verlässlich bewertbar

Wichtige Einflussfaktoren auf das wirtschaftliche Umfeld haben seit Beginn unseres Berichtsjahres deutliche Veränderungen erfahren: Der Ölpreis hat sich halbiert und die Wechselkursrelationen haben sich deutlich verschoben, der Euro hat weiter deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen, der zeitliche Verlauf und die Intensität der Transmission in konjunkturelle Impulse sind noch nicht verlässlich bewertbar und allenfalls teilweise in den Prognosen der Forschungsinstitute und Branchenverbände abgebildet. Niedrigere Energiepreise und ein rückläufiger Wechselkurs sollten jedoch für sich genommen insgesamt eine stabilisierende Wirkung auf den privaten Konsum sowie die Wettbewerbsfähigkeit der für uns wichtigen Abnehmerindustrien in der Eurozone haben.

Weltwirtschaft 2015: etwas höhere Wachstumsdynamik bei weiterhin hohen Unsicherheiten

Die Erholung der Weltwirtschaft ist im Jahresverlauf 2014 ins Stocken geraten; ein selbsttragender Aufschwung über alle Regionen hinweg hat nicht eingesetzt. Die Ursache hierfür sind nicht zuletzt geopolitische Unsicherheiten, beispielsweise die Ukraine-Krise und die Konflikte im Nahen Osten. Diese drückten sich in einer schwächeren Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren und in einem eingetrübten Investitions- und Konsumklima aus.

Frühindikatoren deuten derzeit darauf hin, dass sich die konjunkturelle Dynamik im Jahr 2015 zumindest leicht beschleunigen wird. Nicht zuletzt die nach wie vor sehr expansive Geldpolitik der Industrieländer wird hierzu einer Wachstumssteigerung auf voraussichtlich gut 2 % führen. In den Schwellenländern dürfte sich das Wirtschaftswachstum 2015 auf rund 4,5 % leicht erhöhen. Die Weltwirtschaft expandiert 2015 voraussichtlich mit einer Rate von 3,2 %, die damit nur leicht über dem bereits schwachen Niveau des Vorjahres liegen wird. Den Industrieländern und einigen Schwellenländern kommt der niedrige Ölpreis zugute; im Euroraum stützt zusätzlich der schwache Euro-Kurs die Konjunktur. Nach wie vor bestehen aber Risiken aufgrund der geopolitischen Situation (Ukraine/Russland, Naher Osten). Auch ein nachlassender Reformwille in den Problemländern des Euroraums oder ein Misslingen des sanften Ausstiegs aus der expansiven Geldpolitik insbesondere in den USA können die moderate Erholung der Weltkonjunktur gefährden.

Die konjunkturelle Erholung im Euroraum verläuft schleppend. Die Entwicklung ist nach wie vor heterogen, teilweise – etwa in Italien – sogar rückläufig. Im 3. Quartal 2014 legte die Wirtschaftsleistung des Euroraums um 0,2 % zum Vorquartal zu. Eine höhere wirtschaftliche Dynamik zeigte sich in einigen Krisenländern wie Spanien, Portugal und Irland. Dennoch begrenzen weiterhin notwendige Reformen und Strukturanpassungen die Wachstumsmöglichkeiten des Euroraums: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach einem Plus von 0,8 % im Vorjahr mit 1,3 % auch 2015 nur moderat steigen.

Die deutsche Wirtschaft ist 2014 mit einer Rate von 1,5 % vergleichsweise solide gewachsen. Das schwache Wachstumsumfeld im Euroraum sowie die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten sind aber auch hier nicht folgenlos geblieben und haben die konjunkturelle Entwicklung zur Jahresmitte belastet. Für den Zuwachs des BIP sorgte vor allem die Binnennachfrage: Der private Konsum erhöhte sich dank steigender Einkommen und des weiterhin stabilen Arbeitsmarktes. Auch die Investitionen legten spürbar zu. Selbst der Außenhandel lieferte trotz des schwierigen Umfelds einen moderaten Wachstumsbeitrag. Die zuletzt vermehrt positiven Frühindikatoren und die erwartete moderate Erholung der Weltwirtschaft lassen für 2015 einen Anstieg des deutschen BIP von ebenfalls rund 1,5 % möglich erscheinen.

Die US-Konjunktur hat nach einem witterungsbedingt sehr schwachen Auftakt Anfang 2014 im Verlauf des Jahres spürbar an Dynamik gewonnen. Angesichts der vorangeschrittenen Konsolidierung der privaten Haushalte und der fortlaufenden Verbesserung der Arbeitsmarktlage dürfte der private Konsum weiterhin zunehmen. Im Zuge dieser vorteilhaften Rahmenbedingungen werden voraussichtlich auch die Unternehmensinvestitionen wieder stärker steigen. Insgesamt wird die US-Wirtschaft – nach einem Zuwachs von 2,4 % im Vorjahr – 2015 wohl um mindestens 2,7 % expandieren.

Das Wirtschaftswachstum in China dürfte nach einem Plus von 7,4 % im Jahr 2014 etwas an Dynamik verlieren und 2015 bei rund 7,0 % liegen. Zwar werden einerseits stärkere Wachstumsimpulse vom Außenhandel erwartet, andererseits aber dürfte der angestrebte Wandel hin zu einem stärker vom privaten Verbrauch getragenen Wachstum noch nicht reichen, um die geringere Investitionsdynamik zu kompensieren. In Indien wird sich der BIP-Zuwachs 2015 voraussichtlich beschleunigen, da die Auslandsnachfrage steigt und die weitere Umsetzung bereits laufender Infrastrukturprojekte vorangetrieben wird. Mit 6,6 % wird die Expansionsrate allerdings hinter den Zuwachsraten des vergangenen Jahrzehnts zurückbleiben. Nach einer Stagnation im vergangenen Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum Brasiliens 2015 aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise und der fortdauernden Strukturprobleme mit einer Expansionsrate von voraussichtlich 0,5 % schwach bleiben. Für ein stärkeres Wachstum braucht Brasilien vor allem vorteilhaftere Rahmenbedingungen für Investitionen, etwa durch Bürokratieabbau, Vereinfachung des Steuersystems und Ausbau der Infrastruktur. Was die Wirtschaft Russlands betrifft, so wird diese nach einem sehr niedrigen Zuwachs von 0,2 % im Jahr 2014 aufgrund des fortdauernden Konflikts mit der Ukraine und des niedrigen Ölpreises 2015 mit einem Minus von 3,5 % sogar spürbar schrumpfen.

Bild

Branchenentwicklung zeigt gemischtes Bild

Die globale Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen legt insgesamt weiter zu. In den USA führten sinkende Benzinpreise und steigende Beschäftigungszahlen im Jahr 2014 zu einem Absatzplus gegenüber dem Vorjahr von 6 % auf 16,4 Mio Einheiten; starkes Wachstum zeigte insbesondere das Segment für sogenannte Light Trucks. Für 2015 werden ein gemäßigtes Wachstum von 2 % und eine Absatzmenge von insgesamt 16,7 Mio Einheiten prognostiziert. In China übertrafen die verkauften Einheiten im Jahr 2014 mit 18,4 Mio das Vorjahresniveau um 13 %; für 2015 wird ein weiteres Wachstum bei allerdings rückläufigen Raten von 6 % prognostiziert. Der Absatz im gesamteuropäischen Markt konnte mit 16,2 Mio Einheiten im Jahr 2014 um 1 % leicht zulegen, trotz der sich deutlich verschlechternde Lage des ukrainischen, russischen und auch des türkischen Automobilmarktes. Mit insgesamt 12,1 Mio Neuzulassungen und einem Wachstum von 5 % konnten die westeuropäischen Märkte 2014 eine erfreuliche Entwicklung verbuchen. Vor allem in den großen Automärkten wurde ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet: Deutschland (+3 %), Großbritannien (+9 %), Italien (+4 %) und Spanien (+18 %). 2015 erwarten wir für den gesamteuropäischen Markt einen leichten Rückgang bei den Absatzzahlen von 1 %. In Brasilien ist derzeit keine Verbesserung der Absatzlage absehbar: Nach einem Rückgang von 7 % im Jahr 2014 wird für 2015 eine Stagnation erwartet.

Die weltweite Automobilproduktion dürfte im Jahr 2014 gegenüber 2013 um 3 % auf 85,1 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge gestiegen sein. Für 2015 wird ein weiteres Wachstum um 2 % auf 87,2 Mio Einheiten prognostiziert. Regional bleibt die Entwicklung, ähnlich der Neuzulassungen, jedoch sehr unterschiedlich. In China wird weiterhin mit einem starken Wachstum von 7 % auf 24 Mio Einheiten gerechnet. In den USA wird im Jahr 2015 eine Verlangsamung des Wachstumstempos auf 5 % (2014: 6 %) erwartet. Die gesamteuropäische Produktion dürfte – nach einem Plus im Jahr 2014 von 4 % auf 19,4 Mio Fahrzeuge – im Jahr 2015 eher seitwärts gerichtet sein, wobei die erwartete Erholung in Spanien und Italien eine rückläufige Produktion insbesondere in Russland und Belgien ausgleichen dürfte. Für die deutsche Produktion erwarten wir nach einem voraussichtlichen Anstieg im Jahr 2014 von 4 % für 2015 ebenfalls eine Seitwärtsbewegung; Chancen könnten sich dabei aus einem niedrigen Ölpreis, einem schwächeren Euro sowie aus niedrigen Zinsen ergeben. Demgegenüber ist derzeit für die brasilianische Automobilfertigung keine Verbesserung absehbar: Nach einem erwarteten Rückgang von 14 % im Jahr 2014 wird für 2015 eine Stagnation prognostiziert.

Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten

20141) 20151)
Fahrzeugproduktion in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 85,1 87,2
Westeuropa 13,2 13,4
Deutschland 5,8 5,7
USA 11,4 11,9
Japan 9,2 8,8
China 22,4 24,0
Brasilien 2,9 2,9
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 0,9 2,0
USA 6,7 5,5
Japan 10,0 4,0
China 8,3 7,1
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 5,2 2,5
USA 3,5 6,0
China 7,6 5,7
Indien 6,5 6,6
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.563 1.598
Deutschland 39,2 39,6
USA 109 113
China 745 755

1) Prognose

Der weltweite Maschinenbau dürfte 2015 nahezu die Zuwachsrate des Vorjahres erreichen, allerdings zeigt sich auch weiterhin große regionale Heterogenität. Der chinesische Maschinenbau wird infolge seiner zeitweiligen Wachstumsschwäche sowie gebremster Investitionen in diesem Jahr mit rund 7 % etwas weniger expandieren. In Japan wird die Maschinenproduktion im laufenden Jahr mit einem Plus von nur noch 4 % spürbar an Dynamik verlieren, nachdem sie 2014 mit einem starken Zuwachs von 10 % wieder aufgeholt hatte. Ein etwas kräftigeres Wachstum zeigt die US-Maschinenproduktion: Nach einem Anstieg von 6,7 % im vergangenen Jahr wird sie 2015 um weitere 5,5 % wachsen – vor allem aufgrund deutlich steigender Ausrüstungsinvestitionen. Die meisten westeuropäischen Länder dürften 2014 zusammen einen Produktionszuwachs von rund 1 % erreicht haben. Für 2015 werden im Rahmen der moderaten weltweiten Konjunkturerholung etwas höhere – wenngleich weiterhin niedrige – Zuwächse von etwa 2 % erwartet.

Der exportorientierte deutsche Maschinenbau entwickelte sich im Jahr 2014 sehr schleppend. Die Auftragseingänge legten im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 2 % zu und blieben damit hinter den Erwartungen zurück. Sowohl bei den Aufträgen aus dem In- als auch aus dem Ausland wurde ein Zuwachs in dieser Höhe erreicht. Die Maschinenproduktion lag 2014 um knapp 1 % über dem Vorjahr. Für den deutschen Maschinenbau im Jahr 2015 gehen Prognosen von einem Produktionszuwachs von rund 2 % aus. Gründe dafür sind eine zyklisch bedingte Erholung aufgrund der leicht verbesserten Weltkonjunktur, die dynamischere Entwicklung auf wichtigen Absatzmärkten (USA, China und zum Teil auch Europa) sowie die Abwertung des Euro.

Die Bautätigkeit im Euroraum entwickelte sich nach einem schwachen 2013 im vergangenen Jahr etwas dynamischer: 2014 lag die kumulierte Produktion kurz vor Jahresende im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 2,5 % im Plus. Für 2015 wird in der Bauwirtschaft mit einer leichten Steigerung der Wachstumsrate auf rund 3 % gerechnet. Der US-Immobilienmarkt scheint sich weiter zu erholen: Sowohl die Anzahl der Baugenehmigungen als auch die der Baubeginne lagen zum Jahresende 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich im Plus. Die Immobilienpreise legten in dieser Periode um rund 8 % zu und zeigten damit eine größere Dynamik als im Vorjahr. Die US-Bauproduktion dürfte nach einem Anstieg um 3,5 % im vergangenen Jahr 2015 um rund 6 % expandieren. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe legte 2014 um gut 5 % zu; allerdings gingen die saisonbereinigten Auftragseingänge leicht zurück. Die weiterhin hohe Zuwanderung nach Deutschland, ein solider Arbeitsmarkt – verbunden mit steigenden Realeinkommen der privaten Haushalte – und ein historisch niedriges Hypothekenzinsniveau dürften allerdings den deutschen Wohnungsbau weiterhin stützen. Dennoch dürfte sich die Bautätigkeit in Deutschland – nach einem Plus von 5 % im Vorjahr – 2015 insbesondere aufgrund einer geringeren Dynamik bei den öffentlichen Bauausgaben weniger schwungvoll entwickeln und nur um 2,5 % zunehmen. Auch in China wird der Produktionszuwachs in der Bauwirtschaft in diesem Jahr aufgrund der geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik mit einer Wachstumsrate von knapp 6 % etwas niedriger ausfallen als in den Vorjahren.

Stahlmarkt – Die Entwicklung des europäischen Qualitätsflachstahlmarktes war 2014 bestimmt durch eine wieder etwas festere Mengenkonjunktur bei allerdings negativem Stahlpreistrend, auch aufgrund gesunkener Rohstoffnotierungen. Nahezu alle Branchen in der EU, die Stahl verbrauchen, verzeichneten eine höhere Produktion als im Vorjahr; dadurch nahm der Stahlbedarf zu. Von diesen Zuwächsen, die in der ersten Jahreshälfte höher waren als im 2. Halbjahr, profitierten die europäischen Stahlproduzenten allerdings nur unterproportional: Anbieter aus dritten Ländern, insbesondere aus Asien und der GUS, erhöhten ihre Marktanteile in der EU spürbar. Der internationale Stahlhandel wurde im vergangenen Jahr insgesamt erheblich ausgeweitet. Ursache dafür waren vor allem die signifikante Verlangsamung des Wachstums der chinesischen Stahlnachfrage, eingebrochene Binnenmärkte in Russland und der Ukraine sowie der fortgesetzte globale Kapazitätsausbau. Dadurch hat sich die Wettbewerbsintensität weltweit verschärft. Die EU-Produzenten konnten ihre Flachstahlexporte in Drittländer allerdings ebenfalls ausweiten. Im Berichtsquartal, dem letzten Quartal des Jahres, war die Nachfrage im EU-Markt saisonal bedingt etwas schwächer und auch der Importdruck ließ nach. Vor dem Hintergrund ausreichender Stahlverfügbarkeit und gedämpfter konjunktureller Aussichten waren Stahlverbraucher und -händler bestrebt, ihre Lagerbestände zum Jahresende zu minimieren. Der Versand der europäischen Flachstahlproduzenten in den EU-Markt lag im Durchschnitt der Monate Oktober und November 2014 zwar unter der vergleichbaren Vorjahresmenge, übertraf aber das Niveau der Vormonate. Unter dem Einfluss weiter stark fallender Rohstoffpreise gaben jedoch die Stahlpreise im 4. Quartal 2014 weltweit nochmals spürbar nach.

Dem US-amerikanischen Markt für Qualitätsflachstahl bescherten 2014 eine kräftig wachsende Automobilindustrie und ein boomender Energiesektor ein unerwartet hohes Wachstum. Die Stahlpreise behaupteten sich bis zum Herbst gegen den in allen anderen Regionen vorherrschenden Abwärtstrend auf hohem Niveau. Danach gerieten sie allerdings auch hier unter Druck, zum Jahresende in beschleunigtem Tempo. Gegenüber dem Vorjahr, aber auch im Jahresverlauf 2014 merklich gestiegene Importe waren eine wesentliche Ursache.

Auf dem Weltstahlmarkt wird die Nachfrage auch im kommenden Jahr gedämpft sein. Wie bereits 2014 dürfte sie weltweit um rund 2 % zunehmen und damit hinter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum zurückbleiben. Dies ist vor allem der Entwicklung in China geschuldet, wo die Stahlnachfrage im Wesentlichen als Folge des schwachen Immobilienmarktes nur noch um voraussichtlich 1 % wachsen wird. Robuster und auch höher als 2014 wird dagegen das Wachstum in anderen Schwellenländern ausfallen. Im EU-Markt gehen wir für 2015 bei sich moderat fortsetzender Konjunkturerholung derzeit von einem Nachfrageanstieg von rund 2 % aus. Die Risiken im außenwirtschaftlichen Umfeld der EU sind indes weiter gestiegen. Der Importdruck aus Asien wird voraussichtlich hoch bleiben, und die GUS-Länder, die aufgrund des Verfalls ihrer Währungen über erhebliche Kostenvorteile verfügen, könnten ihre Stahlexporte weiter forcieren. Die Stahlnachfrage in Deutschland wird 2015 bei weiter recht soliden Wachstumsperspektiven der wesentlichen stahlrelevanten Abnehmerbranchen um rund 1 % auf 39,6 Mio t Walzstahl zunehmen, nach 2 % im vergangenen Jahr. Die Stahlmarktversorgung in den USA dürfte – ausgehend vom 2014 erreichten hohen Niveau – mit 2 bis 3 % auf einem robusten Expansionspfad bleiben.

Zusammenfassende Beurteilung des Vorstands

Guter Start ins neue Geschäftsjahr; Effizienzsteigerungsprogramm impact treibt weitere Verbesserung des EBIT

ThyssenKrupp hat im 1. Quartal 2014/2015 (1. Oktober bis 31. Dezember 2014) die operativen Zwischenziele erreicht: Das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten betrug 317 Mio € und lag damit rund 29 % über dem Vorjahresquartal sowie voll im Rahmen der Geschäftsjahresprognose. Es reflektiert insbesondere die Fortschritte bei den Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Rahmen des Konzernprogramms impact. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben einen positiven Beitrag geleistet; Steel Americas hat ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Alle Business Areas haben zudem das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahresquartal verbessert; einzige Ausnahme war hier Materials Services, die durch den Streik bei AST in Italien belastet waren. Elevator Technology hat sein Ergebnis und seine Marge bereits neun Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahreswert gesteigert. Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag bei 337 Mio € in den ersten drei Monaten. Die Werkstoffgeschäfte leisteten inklusive Steel Americas und trotz des Streiks in Italien mit 81 Mio € insgesamt einen deutlich positiven Beitrag. Auf dieser Basis erwirtschaftete der Konzern einen Periodenüberschuss von 43 Mio €, eine Verbesserung um 113 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem noch ein Fehlbetrag ausgewiesen wurde.

Der Free Cashflow vor Desinvestitionen (FCF vor Desinvest) des Konzerns lag mit –651 Mio € in den ersten drei Monaten 2014/2015 aufgrund von aperiodischen Effekten im Netto-Umlaufvermögen erwartungsgemäß vorübergehend unter dem Vorjahr, jedoch innerhalb des für das 1. Quartal avisierten Korridors und voll im Rahmen der Geschäftsjahresprognose. Unverändert erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest. Im Berichtsquartal führten insbesondere die Normalisierung der Bestände nach der Zustellung des Hochofens 2 bei Steel Europe, der Streik bei AST und neue Großaufträge bei Materials Services, höhere Bestände im Zusammenhang mit einer Großreparatur bei Components Technology sowie abrechnungsbedingte Zahlungsverschiebungen bei Industrial Solutions zu einem temporären Anstieg des Netto-Umlaufvermögens. Der FCF des Konzerns lag im Berichtsquartal bei –541 Mio € und enthält Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen, insbesondere aus der Veräußerung der RIP-Gruppe (RIP Serviços Industriais Ltda. und RIP Comércio Ltda.), die Industriedienstleistungen in Brasilien erbringt und der Business Area Materials Services zugeordnet war. Die Netto-Finanzschulden des Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2014 auch unter Berücksichtigung der anteiligen Konsolidierung von HKM auf 4,2 Mrd € und stiegen gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Mrd €, blieben jedoch unter dem Wert des Vorjahresquartals (4,6 Mrd €). Das Eigenkapital reduzierte sich trotz des Periodenüberschusses als Folge der im Rahmen der Neubewertung der Pensionen aktualisierten Zinssätze. Das Gearing erhöhte sich daher im Berichtsquartal von 114,9 % auf 144,9 %.

Mit flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 7,3 Mrd € zum 31. Dezember 2014 und einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Risiken weiter reduziert

Nachdem wir im Geschäftsjahr 2013/2014 mit wichtigen Portfolio- und Finanzierungsmaßnahmen das Risikoprofil des Konzerns bereits deutlich verbessert hatten, hat sich unser Risikoportfolio auch im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres weiter erheblich reduziert, insbesondere durch die Einstellung des Kartellverfahrens gegen ThyssenKrupp im Bereich „Autostahl“. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zum Thema die Kooperationsbereitschaft von ThyssenKrupp im Verfahren unterstrichen. Details zum Verfahren und zu unseren Compliance-Aktivitäten finden Sie im Kapitel „Compliance“. Über die Chancen und Risiken können Sie sich zudem im Chancen- und Risikobericht informieren.

Geschäftsentwicklung im Konzern

GESCHÄFTSVERLAUF

Industriegütergeschäfte mit hohem Auftragsbestand, treiben Wachstum im Umsatz

ThyssenKrupp hat sich im 1. Quartal 2014/2015 in einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld insgesamt gut behauptet. Wesentliche Treiber für das hohe organische Wachstum im Umsatz waren erneut die soliden Positionen bei den Industriegütergeschäften.

Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten betrug 10,1 Mrd € und lag damit um 5 % unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis, das heißt währungs- und portfoliobereinigt, war der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 10 % rückläufig. Die Industriegütergeschäfte konnten dabei das Vorjahresniveau auch unterstützt durch positive Wechselkurseffekte deutlich übertreffen. Ausnahme war Industrial Solutions, deren Auftragseingang lediglich aufgrund eines Großauftrags im Vorjahresquartal im Bereich Marine Systems rückläufig war. Die übrigen Projektgeschäfte konnten durchweg stabile bis deutlich steigende Auftragseingänge verzeichnen, der Bereich Process Technologies dabei insbesondere zwei größere Aufträge für Chlor-Alkali-Elektrolyse-Anlagen gewinnen. Components Technology konnte den Auftragseingang sowohl gegenüber dem 4. Quartal 2013/2014 (+6 %) als auch insbesondere gegenüber dem Vorjahresquartal (+13 %) steigern; auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal 9 %. Die Nachfrageerholung bei Automobilkomponenten zeigte sich gefestigt, das Geschäft profitierte zudem vom Hochlauf neuer Produkte und Werke. Bei den Industriekomponenten setzte sich die Belebung gegenüber dem Vorjahr fort. Der Auftragseingang bei Elevator Technology legte gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahreswert ebenfalls zu und erreichte mit 1,9 Mrd € einen neuen Höchstwert; auf vergleichbarer Basis lag der Auftragseingang auf dem hohen Vorjahresniveau. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika und profitiert weiterhin in China und Südkorea von einer gestiegenen Nachfrage im Neuanlagengeschäft. Der Auftragsbestand erreichte mit 4,3 Mrd € ein neues Rekordniveau und beträgt zusammen mit dem Auftragsbestand von Industrial Solutions insgesamt annähernd 18 Mrd € – eine solide Grundlage für das angestrebte profitable Umsatzwachstum in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften.

Der Auftragseingang bei den Werkstoffaktivitäten war insbesondere saison- und streikbedingt gegenüber dem Vorquartal rückläufig (–4 %). Er konnte jedoch insgesamt vor allem portfoliobedingt – d.h. durch die mit Wirkung zum 1. März 2014 bei Materials Services enthaltenen Beiträge der von OTK übertragenen VDM- und AST-Gruppe – gegenüber dem Vorjahr zulegen (+7 %), auf vergleichbarer Basis lag der Auftragseingang auf Vorjahresniveau. Bei Materials Services betrug der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr inklusive Special Materials (VDM und AST) 25 % (auf vergleichbarer Basis +6 %). Im gut gefüllten Auftragsbuch spiegelt sich insbesondere die Ausweitung des weltweiten Werkstoff-Streckengeschäfts und die exzellente Entwicklung des Lager- und Servicegeschäfts in Nordamerika wider. Die Auftragseingänge bei Steel Europe waren bei anhaltend hohem Preisdruck im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die Bestellmengen lagen 5 % unter dem Vorjahresniveau, nicht zuletzt wegen temporärer Produktionsengpässe: Die Fertigstellung einer umgebauten Stranggießanlage hatte sich verzögert, sodass auch der neu zugestellte Hochofen 2 in Duisburg Schwelgern erst mit Verzögerung in Betrieb genommen werden konnte. Bei Steel Americas lag der Auftragseingang bedingt durch die Veräußerung der ThyssenKrupp Steel USA um 22 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis lag der Auftragseingang 5 % über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal wurde ein um 23 % geringerer Auftragseingang verbucht; der im Wesentlichen mengenbedingte Rückgang ist vor allem auf einen unplanmäßigen Stillstand beider Konverter im November 2014 zurückzuführen.

Auftragseingang nach Business Areas

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)

in %
Components Technology 1.439 1.621 13 9
Elevator Technology 1.801 1.868 4 0
Industrial Solutions 2.295 1.075 – 53 – 52
Materials Services 2.842 3.546 25 6
Steel Europe 2) 2.272 2.095 – 8 – 8
Steel Americas 609 475 – 22 5
Corporate 42 47 12 10
Konsolidierung – 639 – 633
Auftragseingang fortgeführter Aktivitäten 2) 10.661 10.094 – 5 – 10
Stainless Global 0 0
Konsolidierung 0 0
Auftragseingang Konzern 2) 10.661 10.094 – 5 – 10

1) währungs- und portfoliobereinigt

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 10 Mrd € im 1. Quartal im Wesentlichen saisonbedingt unter dem Vorquartal (–10 %), stieg jedoch auch portfolio- und wechselkursbedingt in nahezu allen Business Areas deutlich gegenüber dem Vorjahr an (+11 %). Lediglich bei Steel Europe war der Umsatz preisbedingt und bei Steel Americas durch den Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 5 % gegenüber dem Vorjahreswert und profitierte dabei vor allem vom starken organischen Wachstum der Industriegütergeschäfte.

Auftragseingang und Umsatz des Gesamtkonzerns entwickelten sich wie die Werte aus fortgeführten Aktivitäten, da die nicht fortgeführten Aktivitäten bereits im Vorjahr lediglich nachlaufende Erträge und Aufwendungen abbildeten und weder Beiträge zum Auftragseingang noch zum Umsatz leisteten.

Umsatz nach Business Areas

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis 1)

in %
Components Technology 1.428 1.597 12 8
Elevator Technology 1.544 1.712 11 7
Industrial Solutions 1.288 1.377 7 8
Materials Services 2.739 3.421 25 8
Steel Europe 2) 2.066 1.985 – 4 – 4
Steel Americas 538 502 – 7 9
Corporate 42 45 7 7
Konsolidierung – 557 – 595
Umsatz fortgeführter Aktivitäten 2) 9.088 10.044 11 5
Stainless Global 0 0
Konsolidierung 0 0
Umsatz Konzern 2) 9.088 10.044 11 5

1) währungs- und portfoliobereinigt

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

impact-Programm treibt weitere Verbesserung – Bereinigtes EBIT gegenüber Vorjahr um 29 % gesteigert

In einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Umfeld konnten wir im 1. Quartal 2014/2015 das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten mit 317 Mio € trotz negativer Effekte aus dem Streik bei AST in Italien gegenüber dem Vorjahr um 29 % steigern. Die positive Ergebnisentwicklung reflektiert dabei insbesondere unsere umfangreichen Effizienzsteigerungsmaßnahmen; so haben wir im 1. Quartal 2014/2015 EBIT-Effekte in Höhe von 250 Mio € aus dem impact-Programm erzielt.

Bei allen Industriegütergeschäften lag das Bereinigte EBIT über den Vorjahreswerten. Components Technology profitierte weiterhin von den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Zuge von impact und konnte die Ergebnisse sowohl gegenüber dem Wert des Vorjahres als auch gegenüber dem Vorquartal verbessern. Elevator Technology ist es gelungen, Ergebnis und Ergebnismarge bereits neun Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahreswert zu steigern. Neben einer erfreulichen operativen Geschäftsentwicklung ist dies ebenfalls den begleitenden Maßnahmen von impact zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung zu verdanken. Industrial Solutions erreichte bei guten, jedoch abrechnungsbedingt leicht rückläufigen Margen ein im Vorjahresvergleich leicht höheres Bereinigtes EBIT.

Bei den Werkstoffgeschäften lag das Bereinigte EBIT, mit Ausnahme von streikbedingt rückläufigen Werten bei Materials Services, deutlich über den Vorjahreswerten. Materials Services konnte das Bereinigte EBIT bei anhaltend hohem Preisdruck und hoher Wettbewerbsintensität portfoliobereinigt (ohne VDM und AST) auf dem Niveau des Vorjahres halten; Unterstützung leisteten zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Vertriebsinitiativen im Rahmen von impact. Die neue Business Unit Special Materials mit den Einheiten VDM und AST, die sich aktuell in einem umfassenden Restrukturierungsprozess befinden, belastete das Bereinigte EBIT mit –33 Mio €; wesentliche Ursache sind die Auswirkungen des Streiks bei AST in Italien. Bei Steel Europe und Steel Americas zeigten die impact-Maßnahmen weiter Wirkung: Bereinigtes EBIT und EBIT-Marge konnten in beiden Business Areas sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Vorquartal deutlich gesteigert werden. Steel Americas erzielte ein ausgeglichenes Bereinigtes EBIT.

Das Bereinigte EBIT des Gesamtkonzerns entwickelte sich wie die Werte aus fortgeführten Aktivitäten, da die in den nicht fortgeführten Aktivitäten abgebildeten nachlaufenden Aufwendungen und Erträge als Sondereffekte berücksichtigt wurden.

Bereinigtes EBIT nach Business Areas 1)

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Components Technology 63 67 6
Elevator Technology 156 178 14
Industrial Solutions 91 92 1
Materials Services 34 2 – 94
Steel Europe 2) 18 79 339
Steel Americas – 19 0 --
Corporate – 104 – 102 2
Konsolidierung 6 1
Bereinigtes EBIT fortgeführter Aktivitäten 2) 245 317 29
Stainless Global 0 0
Konsolidierung 0 0
Bereinigtes EBIT Konzern 2) 245 317 29

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Ergebnis durch Sondereffekte in geringem Umfang belastet

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten war im 1. Quartal 2014/2015 mit Sondereffekten von insgesamt 32 Mio € in geringem Umfang belastet. Diese betrafen insbesondere desinvestitions- und restrukturierungsbedingte Aufwendungen in Höhe von 16 Mio € bei Materials Services sowie einen Aufwand in Höhe von 11 Mio € aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags bei Steel Americas.

Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten 1)

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
EBIT 2) 209 285 36
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne 2 10 400
+ Restrukturierungsaufwendungen 50 6 – 88
+/- Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen – 1 – 1 0
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 3 17 467
- Weitere nicht operative Erträge – 18 0 --
Bereinigtes EBIT 2) 245 317 29

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Positives Netto-Ergebnis erwirtschaftet

Nach den genannten Sondereffekten ergab sich im Berichtsquartal ein EBIT der fortgeführten Aktivitäten von 285 Mio € und damit ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 76 Mio €.

Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern betrug 47 Mio € – ein Plus von 304 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem das Finanzergebnis von den Belastungen durch die ehemalige Outokumpu-Beteiligung beeinträchtigt war.

Der Periodenüberschuss des Gesamtkonzerns belief sich nach Abzug von auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfallende, nachlaufende Aufwendungen in Höhe von 4 Mio € auf 43 Mio €. Das entspricht einem Anstieg von 113 Mio € gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres. Dabei wurden die vorgenannten Belastungen im Finanzergebnis im Vorjahr teilweise durch auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfallende nachlaufenden Erträge des Vorjahres kompensiert. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von –0,12 € auf 0,09 €.

INVESTITIONEN

Investitionen über Vorjahresniveau, Anteil der Industriegütergeschäfte im Investitionsmix weiter gestärkt

ThyssenKrupp hat im Berichtsquartal insgesamt 265 Mio € investiert, 7 % oder 17 Mio € mehr als im Vorjahr. Dabei haben alle Industriegütergeschäfte ihre Investitionstätigkeit erhöht, während die Investitionen bei den Werkstoffaktivitäten in Summe leicht rückläufig waren. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Gesamtinvestitionen hat sich somit auf 43 % weiter erhöht.

Components Technology – Die Business Area investierte insgesamt 74 Mio €. Ganz überwiegend handelte es sich dabei um Folgeinvestitionen in laufende Wachstumsprojekte. Im Fokus standen dabei Kapazitätserweiterungen für Kundenprojekte im Bereich Powertrain. So wurde im November letzten Jahres in Changzhou (China) ein neues Werk für Zylinderkopfhaubenmodule in Betrieb genommen. Zudem wurde auch in die Erweiterung der neuen Produktionslinien für Zylinderkopfhaubenmodule in Ilsenburg (Deutschland) und Dalian (China) weiter investiert; genauso in das laufende Neubauprojekt in Poços de Caldas (Brasilien). Anschlussinvestitionen flossen zudem in das neue Werk für Chassis-Komponenten in Shanghai, das im Jahr 2014 eröffnet wurde. Mit den Investitionen setzt die Business Area ihren Wachstumskurs zum Ausbau ihrer globalen Präsenz bei Automobilkomponenten weiter fort.

Elevator Technology – Bei Elevator Technology betrugen die Investitionen im Berichtsquartal insgesamt 28 Mio €. Hier haben wir im Rahmen unseres umfangreichen Wachstumskonzepts weiter in den Ausbau des globalen Servicenetzes und der Produktionsstätten investiert. Der Erwerb von Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien ist dabei ein weiterer Schritt zum Ausbau des weltweiten Servicegeschäfts; die erworbene Gesellschaft hat eine starke regionale Präsenz in den englischen Midlands und im Großraum London. Im Oktober 2014 erfolgte der erste Spatenstich für den Testturm in Rottweil. In dem Testturm für Aufzugsinnovationen wird nach Fertigstellung Ende 2016 unter anderem der innovative MULTI-Aufzug getestet und zertifiziert. Durch mehrere Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind mit MULTI völlig neue Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich.

Industrial Solutions – Die Investitionen betrugen insgesamt 12 Mio €. Im Fokus stand insbesondere der weitere Ausbau unseres Servicegeschäfts bei Resource Technologies. Hier wurde durch weitere Investitionen in Servicecenter in Südamerika das weltweite Servicenetzwerk gestärkt und die Kundennähe erhöht. Zudem haben wir unser Technologieportfolio durch eigene F&E-Leistungen und diverse Patentanmeldungen erweitert.

Materials Services – Die Investitionen von Materials Services beliefen sich auf insgesamt 22 Mio €. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen in den Bereichen Lager, Anarbeitung und Logistik. Etwa die Hälfte der Investitionen entfiel auf VDM und AST.

Steel Europe – Die Investitionen bei Steel Europe betrugen im Berichtszeitraum 100 Mio €. Im Oktober 2014 wurde der Hochofen 2 in Duisburg Schwelgern nach erfolgreichem Umbaustillstand wieder angeblasen. Entsprechend bildeten Maßnahmen im Nachgang zur Zustellung von Europas größtem Hochofen einen Investitionsschwerpunkt im 1. Quartal. Eine weitere Großinvestition in die Zukunftsfähigkeit ist die laufende Erneuerung der IT-Infrastruktur, die auf die Harmonisierung der Systemlandschaft abzielt. Ebenso wurde an der Sinteranlage mit einem Investitionsprojekt zur weiteren Verbesserung des Umweltschutzes begonnen.

Steel Americas – Die Investitionen bei Steel Americas beliefen sich im Berichtszeitraum auf 10 Mio € und waren insbesondere infolge der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA gegenüber dem Vorjahr weiter rückläufig. Im Hüttenwerk in Brasilien lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf der weiteren Verbesserung des Umweltschutzes, dem Ausbau der vorhandenen Versandinfrastruktur zur Bedienung des lokalen Marktes als wichtige Säule der zukünftigen Absatzstrategie und der weiteren technischen Optimierung der Anlagen.

Corporate – Die Investitionen betrugen bei Corporate im Berichtsquartal 14 Mio € und beinhalteten – neben Ausgaben im Rahmen der Daten- und Prozessharmonisierung und für zentral eingekaufte Softwarelizenzen – als einen weiteren Schwerpunkt Immobilieninvestitionen, die zentral für den gesamten Konzern bei Real Estate gebündelt werden.

FINANZIERUNG

Cashflow und Netto-Finanzschulden

Der FCF vor Desinvest des Konzerns lag mit –651 Mio € in den ersten drei Monaten 2014/2015 aufgrund von aperiodischen Effekten im Netto-Umlaufvermögen erwartungsgemäß temporär unter dem Vorjahr. Er liegt damit jedoch voll im Rahmen sowohl des für das 1. Quartal avisierten Korridors als auch der Geschäftsjahresprognose. Unverändert erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2014 unter Berücksichtigung der anteiligen Konsolidierung von HKM auf 4.212 Mio €.

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich über den Saldo der in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden zur Veräußerung vorgesehenen Werte der Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und der nicht fortgeführten Aktivitäten (Discontinued Operations) zu berücksichtigen.

Bild

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Die ThyssenKrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet.

Zum 31. Dezember 2014 lag das Gearing bei 144,9 % und damit um 30 Prozentpunkte über dem Wert vom 30. September 2014 (114,9 %; inklusive HKM) aber weiterhin unterhalb von 150 %. Ausschlaggebend für den Anstieg war im Wesentlichen das Niedrigzinsumfeld, das zu einer Neubewertung der Pensionen, verbunden mit negativen Auswirkungen auf das Eigenkapital, führte. Darüber hinaus stiegen die Netto-Finanzschulden durch eine erhöhte Mittelbindung im Umlaufvermögen.

Per 31. Dezember 2014 belief sich die freie Liquidität des Konzerns auf 7,3 Mrd €, bestehend aus 3,6 Mrd € flüssigen Mitteln und 3,7 Mrd € freien, zugesagten Kreditlinien. Darüber hinaus standen uns Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 31. Dezember 2014 mit 120 Mio € in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden im Geschäftsjahr 2014/2015 belaufen sich auf 1,2 Mrd €.

Damit ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s (S&P) sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Im Dezember 2014 haben S&P und Fitch den Ausblick des gegenwärtigen BB bzw. BB+ Ratings von „Negativ“ auf „Stabil“ angehoben. Moody’s bestätigte unser Ba1 Rating mit negativem Ausblick. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von zwölf bis 18 Monaten über diese erneut entscheidet.

Rating

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stabil
Moody's Ba1 Not Prime negativ
Fitch BB+ B stabil

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Die Aktivitäten des Konzerns sind in Business Areas gebündelt. In einem insgesamt anspruchsvollen Geschäftsumfeld haben alle Business Areas positive Beiträge zum Bereinigten EBIT geleistet. Ausnahme war die Business Area Steel Americas, die ihre Verluste im Vergleich zum Vorjahr und Vorquartal signifikant reduzieren und ein ausgeglichenes Bereinigtes EBIT erwirtschaften konnte.

COMPONENTS TECHNOLOGY

Components Technology in Zahlen

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.439 1.621 13
Umsatz Mio € 1.428 1.597 12
EBIT 1) Mio € 54 67 24
EBIT-Marge 1) % 3,8 4,2
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 63 67 6
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 4,4 4,2
Mitarbeiter (31.12.) 28.057 29.162 4

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilgeschäft umfasst die Produktpalette im Bereich Powertrain gebaute Nockenwellen und Zylinderkopfmodule mit integrierten Nockenwellen sowie Kurbelwellen und im Bereich Chassis gefertigte Lenkungs- und Dämpfersysteme, Federn und Stabilisatoren sowie die Montage von Achsmodulen. Im Industriegeschäft liefert Components Technology Komponenten für Baumaschinen, Windkraftanlagen und zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Die Grundlage für dieses breite Produktspektrum ist die in der Business Area gebündelte langjährige Erfahrung sowohl bei den Schmiedeverfahren als auch in der Kaltmassivumformung. Components Technology deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungskomponenten über die mechanische Bearbeitung bis zum Zusammenbau von hochkomplexen Systemen.

Auftragseingang und Umsatz gesteigert

Components Technology verzeichnete im 1. Quartal 2014/2015 eine erfreuliche Entwicklung: Auftragseingang und Umsatz stiegen sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal als auch zum Vorquartal. Gegenüber dem 1. Quartal 2013/2014 haben wir einen Auftragszuwachs von rund 13 % auf 1,6 Mrd € erzielt. Neben dem Serienhochlauf neuer Produkte, dem Hochlauf neuer Werke sowie einem deutlichen Anstieg der Nachfrage bei der Montage von Achsmodulen trugen auch positive Effekte vorwiegend aus der Währungsumrechnung von US-Dollar und chinesischen Yuan in Euro zu dieser guten Entwicklung bei. Auf vergleichbarer Basis betrug der Zuwachs beim Auftragseingang 9 %. Im Geschäft mit Automobilkomponenten setzte sich der Erholungskurs der Pkw- und Nutzfahrzeugmärkte in Westeuropa fort. In China und dem NAFTA-Raum, hier insbesondere in den USA, profitierte die Geschäftsentwicklung vom Wachstum der Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion; rückläufig hat sich jedoch der Absatz von schweren Nutzfahrzeugen (> 6 t) in China entwickelt. In Indien und Brasilien blieb die Marktentwicklung aufgrund der unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen schwach. Um unsere weltweite Präsenz bei Automobilkomponenten, insbesondere im insgesamt weiter wachsenden chinesischen Markt, auszubauen, haben wir im Bereich Powertrain im November ein neues Werk in Changzhou eröffnet. Hier werden jährlich rund 1 Mio Zylinderkopfhaubenmodule produziert. Das neue Werk ist bereits das vierte dieser Art, das wir derzeit weltweit errichten oder in den letzten zwölf Monaten in Betrieb genommen haben. Die große Nachfrage und das hohe Wachstumspotenzial beruhen hier auf der Weiterentwicklung unserer Nockenwellentechnologie und einem optimierten Fertigungsverfahren. Durch die Lieferung kompletter Nockenwellenmodule bieten wir unseren Kunden Systeme von höchster Qualität und Funktionalität mit einem sehr attraktiven Kosten-Nutzenverhältnis: Unsere Nockenwellenmodule ermöglichen eine effizientere Motorenmontage, Gewichtseinsparungen von bis zu 30 %, einen geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffemissionen.

Im Geschäft mit Industriekomponenten haben wir den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesteigert. Insbesondere in China erhöhten sich Auftragseingänge bei Komponenten für Windkraftanlagen. Im Bereich Baumaschinenkomponenten dagegen zeigte sich keine grundlegende Verbesserung der Nachfrage.

Der Umsatz folgte der Entwicklung des Auftragseingangs und stieg um 12 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert auf 1,6 Mrd €. Auf vergleichbarer Basis erhöhte er sich um 8 %.

Höheres Ergebnis profitiert von impact

Mit 67 Mio € im 1. Quartal 2014/2015 lag das Bereinigte EBIT von Components Technology über dem Vorjahreswert und über dem Ergebnis des Vorquartals. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung aus dem Konzernprogramm impact hatten weiterhin einen positiven Einfluss auf das Ergebnis. Aufgrund von Mix-Effekten, insbesondere durch den deutlichen Anstieg im Geschäft mit der Montage von Achsmodulen, stieg das Bereinigte EBIT nicht so stark wie der Umsatz; entsprechend lag die Bereinigte-EBIT-Marge leicht unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal konnte bei vergleichbarem Umsatzniveau ein höheres Ergebnis erzielt und die Marge gesteigert werden. Das EBIT stieg ebenfalls auf 67 Mio € und spiegelt neben operativen Verbesserungen geringere Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen wider.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

ELEVATOR TECHNOLOGY

Elevator Technology in Zahlen

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragsbestand (31.12.) Mio € 3.801 4.277 13
Auftragseingang Mio € 1.801 1.868 4
Umsatz Mio € 1.544 1.712 11
EBIT 1) Mio € 115 176 53
EBIT-Marge 1) % 7,4 10,3
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 156 178 14
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 10,1 10,4
Mitarbeiter (31.12.) 49.348 51.044 3

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Servicenetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Auftragseingang und Auftragsbestand mit neuen Höchstwerten

Die Business Area Elevator Technology hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2014/2015 ihre positive Entwicklung fortgesetzt. Auftragseingang und -bestand wurden sowohl gegenüber dem Vorjahresquartal als auch gegenüber dem Vorquartal gesteigert. Der Auftragseingang belief sich in der Berichtsperiode auf 1,9 Mrd € und lag somit 4 % über dem Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis blieb der Auftragseingang auf gleichem Niveau. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika, das zusätzlich von positiven Wechselkurseffekten unterstützt wurde. In China und Südkorea profitiert Elevator Technology zudem von einer gestiegenen Nachfrage im Neuanlagengeschäft. Der Auftragsbestand belief sich per 31. Dezember 2014 auf 4,3 Mrd €.

Der Umsatz betrug im Berichtsquartal 1,7 Mrd € und lag damit 11 % über dem Vorjahresquartal; auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 7 %. Insbesondere in Nordamerika sowie in China und Südkorea hat Elevator Technology positive Wachstumsraten erzielt. Dies ist vor allem auf die hohe Nachfrage im Neuanlagengeschäft zurückzuführen. Im Vergleich zum umsatzstarken 4. Quartal war das 1. Quartal saisonal leicht rückläufig.

Im Zuge der Umsetzung des umfangreichen Wachstumskonzepts wurde weiter in den internationalen Ausbau des Service-Netzes und der Produktionsstätten investiert. Der Erwerb von Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien im Dezember ist dabei ein weiterer Schritt hin zum Ausbau des weltweiten Servicegeschäfts; die erworbene Gesellschaft hat eine starke regionale Präsenz in den englischen Midlands und im Großraum London.

Im Oktober 2014 fand der erste Spatenstich für den Testturm für Aufzugsinnovationen in Rottweil statt. Nach seiner Fertigstellung Ende 2016 wird hier unter anderem der innovative MULTI-Aufzug getestet und zertifiziert. Durch mehrere Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind mit MULTI völlig neue Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich. Dies ist ein hervorragendes Beispiel wie wir mit innovativer Technik für eine effiziente und komfortable urbane Mobilität sorgen.

Bereinigtes EBIT zum neunten Mal in Folge höher als im Vorjahresquartal

Elevator Technology hat im 1. Quartal 2014/2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal das Bereinigte EBIT umsatz- und margenbedingt um 14 % auf 178 Mio € gesteigert. Das Ergebnis- und Margenwachstum spiegelt vor allem die erfreuliche operative Geschäftsentwicklung sowie die begleitenden Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms impact wider. Im Vergleich zum Vorquartal war das Bereinigte EBIT saisonal bedingt um 24 Mio € rückläufig. Die bereinigte EBIT-Marge liegt mit 10,4 % über dem 1. Quartal 2013/2014 trotz Belastungen durch Streiks im Zusammenhang mit der Werksrestrukturierung in Frankreich.

Das EBIT stieg auf 176 Mio € und war durch Sondereffekte in Höhe von 2 Mio € beeinflusst. Damit liegt das EBIT sowohl über dem Vorjahreswert als auch über dem Ergebnis des Vorquartals.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

INDUSTRIAL SOLUTIONS

Industrial Solutions in Zahlen

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragsbestand (31.12.) Mio € 15.505 13.493 – 13
Auftragseingang Mio € 2.295 1.075 – 53
davon Marine Systems 1) Mio € 1.301 35 – 97
Umsatz Mio € 1.288 1.377 7
davon Marine Systems 1) Mio € 318 359 13
EBIT 2) Mio € 91 95 4
EBIT-Marge 2) % 7,1 6,9
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 91 92 1
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 7,1 6,7
Mitarbeiter (31.12.) 18.982 18.690 – 2

1) einschließlich Sonstiger Beteiligungen und Konsolidierung

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns haben wir durch die Integration und Regionalisierung des Anlagenbaus die strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um unsere Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und die Effizienz zu steigern. Nach der erfolgreichen Zusammenführung der ehemals eigenständigen Anlagenbauunternehmen ThyssenKrupp Uhde, ThyssenKrupp Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions im Geschäftsjahr 2013/2014 liegt nun der Fokus darauf, die Vertriebsaktivitäten auszubauen und das weltweite Servicegeschäft weiter zu stärken.

Als global aufgestellter, integrierter Anlagenbauer stellt ThyssenKrupp Industrial Solutions eine strategische Marktentwicklung und eine einheitliche Kundenansprache sicher und fördert den globalen Austausch von Wissen sowie Engineering- und Abwicklungskompetenzen über all seine Geschäfte hinweg. Führende Technologien und eine sichere Projektausführung bilden die Basis für unsere nachhaltigen Engineering-Lösungen.

Neben dem Anlagenbaugeschäft, das wir operativ durch die beiden Business Units Process Technologies und Resource Technologies führen, umfasst die Business Area Industrial Solutions auch die Business Units System Engineering und Marine Systems. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen bei Process Technologies, Anlagen für die Zementindustrie sowie innovativen Lösungen zur Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen bei Resource Technologies über Produktionssysteme für die Automobilindustrie bei System Engineering bis hin zum Marineschiffbau bei Marine Systems.

Solider Start ins neue Geschäftsjahr mit deutlichem Umsatzwachstum

Die positive Entwicklung der Geschäfte von Industrial Solutions hat sich im 1. Quartal 2014/2015 grundsätzlich fortgesetzt. Aufgrund eines Großauftrags von Marine Systems im 1. Quartal 2013/2014 blieb der Auftragseingang der Business Area Industrial Solutions mit 1,1 Mrd € im 1. Quartal 2014/2015 allerdings deutlich unter dem sehr hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr. Gegenüber dem 4. Quartal 2013/2014 war der Auftragseingang annähernd stabil.

Process Technologies steigerte seinen Auftragseingang im Vergleich zum 1. Quartal 2013/2014 um rund ein Viertel. Hierzu trugen insbesondere zwei größere Aufträge für Anlagen zur Chlor-Alkali-Elektrolyse bei. Insgesamt hält das positive Investitionsklima bei Process Technologies an. Vor dem Hintergrund der weiterhin attraktiven Gaspreise sehen wir in den USA und Kanada grundsätzlich weiterhin Chancen auf Folgeaufträge für Düngemittel- und Polymeranlagen sowie zugehörige Infrastruktur und Logistik.

Resource Technologies verzeichnete einen leicht rückläufigen Auftragseingang gegenüber dem 1. Quartal 2013/2014, steigerte sich aber im Vergleich zum letzten Quartal des Vorjahres. Im Bereich Zement konnte ein Großauftrag in Nordamerika verbucht werden; auch dieser wurde begünstigt durch die niedrigen Energiepreise in den USA. Trotz einer insgesamt weiterhin schwächeren Nachfrage nach Neuanlagen im Mining-Geschäft hat die Business Unit einen Großauftrag im Bereich der Tagebau- und Umschlagtechnik in Indien gewonnen. Insgesamt gewährleisten ein hoher Auftragsbestand sowie das ausgewogene Produktportfolio mit einem wachsenden Anteil von Reparatur- und Servicegeschäft eine stabile Geschäftsentwicklung.

Der Auftragseingang von System Engineering war gegenüber dem 1. Quartal 2013/2014 weitgehend stabil. Im Berichtszeitraum wurde eine Reihe mittelgroßer Aufträge in Europa, USA und China gewonnen. Wir sehen weiterhin gute Projektchancen aus der Nachfrage nach Produktionssystemen sowohl für die Automobil- als auch für die Luftfahrtindustrie.

Marine Systems hat im vergangenen Quartal kleinere Serviceaufträge gewonnen, allerdings war der Auftragseingang insgesamt nicht mit dem sehr hohen Wert des 1. Quartals 2013/2014 vergleichbar, das von einem Großauftrag geprägt war. Der Umsatz hingegen stieg im Berichtsquartal leicht an. Im Zuge der Fokussierung der Schiffbauaktivitäten des ThyssenKrupp-Konzerns auf den Über- und Unterwasserschiffbau wurde im Dezember 2014 im Rahmen eines Asset Deals der Verkauf des Geschäfts der Emder Werft und Dockbetriebe in Emden an den Finanzinvestor Seafort Advisors vereinbart.

Die insgesamt solide Auftragssituation der Business Area mit einem weiterhin hohen Auftragsbestand von 13,5 Mrd € sichert eine langfristige Planbarkeit und Auslastung für die kommenden zwei bis drei Jahre. Der Umsatz legte im 1. Quartal 2014/2015 deutlich um 7 % auf rund 1,4 Mrd € zu und lag damit voll im Rahmen des langfristigen Wachstumsziels; auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg 8 %.

Bereinigtes EBIT weiterhin mit guter Margenqualität

Das Bereinigte EBIT lag mit 92 Mio € im Berichtsquartal leicht über dem Wert des Vorjahres. Die Bereinigte EBIT-Marge ging abrechnungsbedingt leicht zurück auf 6,7 % und liegt damit weiterhin im Zielbereich von 6 bis 7 %. Das EBIT war im Berichtsquartal kaum durch Sondereffekte beeinflusst und stieg ebenfalls leicht auf 95 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal an.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

MATERIALS SERVICES

Materials Services in Zahlen

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.842 3.546 25
Umsatz Mio € 2.739 3.421 25
EBIT 1) Mio € 43 – 14 --
EBIT-Marge 1) % 1,6 – 0,4
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 34 2 – 94
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 1,2 0,1
Mitarbeiter (31.12.) 25.128 22.423 – 11

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Die Business Area ist auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert. Sie ist an rund 500 Standorten in 45 Ländern aktiv. Mit Wirkung zum 28. Februar 2014 hat Outokumpu im Zuge der Entflechtung aller finanziellen Verbindungen die gesamte VDM-Gruppe, die AST-Gruppe mit ihren Werken und mit dem italienischen Servicecenter sowie weitere Edelstahl-Servicecenter in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Türkei an ThyssenKrupp übertragen; sie wurden Materials Services zugeordnet. Diese Gesellschaften und Bereiche sind seit dem 1. März 2014 in den Finanzkennziffern der Business Area, im Wesentlichen in der neugeschaffenen Business Unit Special Materials, enthalten. Dadurch sind die Kennziffern des Berichtsquartals nur sehr eingeschränkt mit denen des entsprechenden Vorjahreszeitraums vergleichbar.

Auftragseingang und Umsatz auch mengenbedingt über Vorjahr

Im Berichtsquartal erreichten Auftragseingang und Umsatz gut 3,5 bzw. 3,4 Mrd €, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von jeweils 25 %. Auf vergleichbarer Basis – insbesondere ohne Berücksichtigung von Special Materials (VDM und AST) – ergab sich ein Anstieg von 6 % bzw. 8 %, der im Wesentlichen auf die Ausweitung des weltweiten Werkstoff-Streckengeschäfts und die exzellente Entwicklung des Lager- und Servicegeschäfts in Nordamerika zurückzuführen ist. Dämpfend auf die Aufträge und den Umsatz wirkten sich dagegen die vollständige Einstellung des Werkstoff-Lagergeschäfts in Russland, die Beendigung der Gleistechnikaktivitäten jeweils zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres sowie die Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe in Brasilien im Dezember 2014 aus. Der Umsatz im automobilnahen Service-Center-Geschäft lag leicht über dem der Vergleichsperiode. Gleiches galt für den Bereich Aerospace, der vor allem in Nordamerika weiter wuchs. Auf Vorjahresniveau bewegten sich die Umsätze im Kunststoffgeschäft und im Rohstoffhandel. Der Umsatz im Bereich Special Materials, im Vorjahr noch nicht in den Kennziffern enthalten, war durch den lang andauernden Streik bei AST in Italien beeinträchtigt. Die Preise für Walzstahl, Edelstahl, NE-Metalle und Kunststoffe, aber auch für die meisten Rohstoffe lagen auf sehr niedrigem Niveau und waren gegenüber dem 1. Quartal 2013/2014 überwiegend weiter gefallen. Das 1. Quartal eines Geschäftsjahres ist in unserem Handels- und dem damit verbundenen Dienstleistungsgeschäft traditionell das schwächste; entsprechend lagen Auftragseingang und Umsatz der Business Area saisonalbedingt sowie durch die Auswirkungen des Streiks unterhalb des Vorquartals.

Die Gesellschaften der Business Area Materials Services haben im 1. Quartal 2014/2015 insgesamt 3,2 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe verkauft, 2 % mehr als im Vergleichszeitraum. Auf Produktion und Vertrieb von Edelstahl-Flachprodukten des neuen Bereichs Special Materials entfielen streikbedingt lediglich gut 100.000 t. Der Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen lag mit gut 1,2 Mio t unter dem Vorjahreswert, ohne Berücksichtigung des Russlandgeschäfts leicht darüber; Zuwächsen im Servicecenter-, Deutschland- und Nordamerika-Geschäft standen Rückgänge in West- und Osteuropa gegenüber. Den Absatz im weltweiten Werkstoff-Streckengeschäft konnten wir trotz des unverändert starken Wettbewerbs deutlich um mehr als 50 % ausweiten. Im Berichtszeitraum haben wir gut 0,7 Mio t Rohstoffe verkauft; insbesondere die Auslieferungen von Koks/Kohle, aber auch von Nickelerzen sind gegenüber den extrem hohen Mengen des Vorjahres um über 20 % zurückgegangen; dagegen konnte der Absatz von Metallen und Legierungen gesteigert werden.

Wir handeln mit dem Anspruch, unseren Kunden neben einer großen Bandbreite an Werkstoffen und Fertigungsangeboten innovative Supply-Chain-Lösungen zu bieten. Auch im neuen Geschäftsjahr arbeiten wir als kundenorientierter Service-Partner konsequent an der Entwicklung und am Ausbau onlinebasierter Systeme für die Kundeninformation und den Kundenservice. Ein Beispiel ist unsere Endverbraucher-Plattform „Online Metals“, die in Nordamerika jährlich hohe zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz verzeichnet. Im vergangenen Jahr haben wir vier neue Service- und Logistikcenter zur Abwicklung der Internetaufträge eingerichtet. Ein weiteres Beispiel ist unser neues Customer-Web-Portal für Geschäftskunden in den USA. Mit dieser Portallösung starten wir in Kürze auch in Deutschland. Weitere Ausbaustufen des Portals und eine Ausbreitung in zusätzliche Länder sind bereits in Vorbereitung.

Die Performance-Programme im Rahmen von impact – in erster Linie diejenigen zur Optimierung des Logistiknetzwerks, der operativen Struktur und der Verwaltung – haben wir weltweit mit Nachdruck fortgesetzt und die Mitarbeiterzahl in allen Regionen sowie Geschäftseinheiten der Marktentwicklung angepasst. In Europa, dabei insbesondere auch in Deutschland, wird die Anzahl der rechtlichen Einheiten weiter reduziert.

Die umfassenden neuen Geschäftspläne für VDM und AST sind inzwischen mit den verschiedenen Interessengruppen verhandelt und verabschiedet. Bei AST war dies bis Ende November von massiven Streiks begleitet. Der Geschäftsplan sieht neben einer deutlichen Intensivierung und Neustrukturierung des Vertriebs für kaltgewalzte Produkte auch weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen in Produktion und Verwaltung mit erheblichem Personalabbau vor. Mehr als 300 Mitarbeiter haben von dem Abfindungsangebot des Unternehmens inzwischen Gebrauch gemacht. Bei VDM stehen ebenfalls die Intensivierung des Vertriebs sowie verschiedene Wachstumsinitiativen im Vordergrund und werden von mehreren Effizienzprogrammen begleitet, zu denen auch ein Personalabbau von mehr als 130 Mitarbeitern gehört.

Bereinigtes EBIT durch Auswirkungen des Streiks bei AST in Italien belastet

Mit 2 Mio € erzielte Materials Services lediglich ein knapp positives Bereinigtes EBIT und verfehlte das Vorjahresergebnis um 32 Mio €. Die wesentliche Ursache dafür sind die Auswirkungen des Streiks bei AST in Italien; der Bereich Special Materials mit den Einheiten VDM und AST belastete das Ergebnis insgesamt mit –33 Mio €. Ohne diesen Bereich konnte das Bereinigte EBIT trotz anhaltendem Preisdruck und hoher Wettbewerbsintensität gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres leicht gesteigert werden. Es lag jedoch deutlich unter dem außergewöhnlich absatz- und umsatzstarken Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres. Desinvestitions- und restrukturierungsbedingte Sondereffekte in Höhe von 16 Mio € führten für die Business Area Materials Services im Berichtszeitraum zu einem negativen EBIT von 14 Mio €.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

STEEL EUROPE

Steel Europe in Zahlen 1)

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.272 2.095 – 8
Umsatz Mio € 2.066 1.985 – 4
EBIT 2) Mio € 19 80 321
EBIT-Marge 2) % 0,9 4,0
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 18 79 339
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 0,9 4,0
Mitarbeiter (31.12.) 28.259 27.740 – 2

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und in andere stahlverarbeitende Industriezweige geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.

Auftragseingang und Umsatz preis- und mengenbedingt rückläufig

Steel Europe verzeichnete im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 ein im Vorjahresvergleich preis- und mengen-bedingt nochmals niedrigeres Geschäftsvolumen. Der anhaltende Abwärtstrend bei den Stahlpreisen auf den europäischen Spotmärkten schlug sich mit der üblichen Verzögerung – wenn auch in abgeschwächter Form – zum Teil in unseren Geschäftsabschlüssen nieder. Die Mengenentwicklung – in der Produktion sowie beim Auftragseingang und Absatz – war beeinträchtigt durch Produktionsengpässe infolge der verzögerten Fertigstellung einer umgebauten Stranggießanlage sowie damit verbunden auch der verspäteten Inbetriebnahme des neu zugestellten Hochofens 2 in Duisburg Schwelgern. Der wertmäßige Auftragseingang in Höhe von 2,1 Mrd € war 8 % geringer als im Vorjahr; auf vergleichbarer Basis – währungsbereinigt – betrug der Rückgang ebenfalls 8 %. Die Bestellmengen lagen 5 % unter dem Vorjahresniveau, nicht zuletzt wegen produktionsbedingt temporär eingeschränkter Buchungsmöglichkeiten.

Beim Umsatz verzeichnete die Business Area im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um insgesamt 4 % auf 2 Mrd €; auf vergleichbarer Basis – währungsbereinigt – ergibt sich ebenfalls ein Rückgang von 4 %. Der Versand blieb mit 2,6 Mio t aufgrund der zeitweilig schwierigen Vormaterialversorgung leicht unter dem Vorjahresniveau. Dabei konnte das Exportgeschäft ausgeweitet werden, insbesondere die Warmbandlieferungen an die Rohrindustrie. Aber auch der Absatz von Verpackungsblech war höher als im Vorjahr. Die durchschnittlichen Nettoerlöse lagen unter den Vorjahreswerten; gegenüber dem Vorquartal gaben sie nur geringfügig nach.

In der Produktion Brammenzukäufe erforderlich

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den HKM belief sich auf 3 Mio t und lag damit um 4 % unter der im 1. Quartal 2013/2014 produzierten Menge. Die niedrigere Produktion der eigenen Stahlwerke konnte durch höhere Zulieferungen seitens HKM nur teilweise ausgeglichen werden. Der neu zugestellte Hochofen 2 in Duisburg Schwelgern wurde erst Mitte Oktober wieder in Betrieb genommen, einen Monat später als geplant. Zur Unterstützung der daher zeitweilig angespannten Vormaterialversorgung hat die Business Area Brammen von unserem brasilianischen Werk ThyssenKrupp CSA bezogen. Zum Quartalsende hat sich die Produktionslage bei wieder stabilisiertem Brammenbestand verbessert. Die Walzstahlproduktion für Kunden war im Berichtszeitraum um 4 % niedriger als ein Jahr zuvor.

„Best-in-Class Reloaded“ zeigt weiter Wirkung: EBIT deutlich gesteigert

In einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld und trotz der schwierigen Produktionsbedingungen lag das Bereinigte EBIT der Business Area Steel Europe im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit 79 Mio € sowohl deutlich über dem entsprechenden Vorjahresergebnis von 18 Mio € als auch über dem Ergebnis des Vorquartals von 36 Mio €. Die Bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich ebenfalls signifikant auf 4 %. Während vor allem das im Vorjahresvergleich erneut niedrigere, unverändert nicht auskömmliche Stahlpreisniveau negativ zu Buche schlug, lieferten die konsequent weiter umgesetzten Maßnahmenprogramme, insbesondere „Best-in-Class Reloaded“, positive Ergebniseffekte. Darüber hinaus trugen Entlastungen bei den Rohstoffkosten zum besseren Ergebnis bei. Sondereffekte beeinflussten die Ergebnisse nur unwesentlich; das EBIT stieg ebenfalls deutlich gegenüber dem Wert des Vorjahres und des Vorquartals auf 80 Mio €.

Vor dem Hintergrund der voraussichtlich auch künftig schwierigen Marktbedingungen liegt der Fokus des Managements weiter auf der nachdrücklichen Umsetzung der Maßnahmen aus „Best-in-Class Reloaded“. Kostensenkungsmaßnahmen werden dabei durch Differenzierungsinitiativen bei Stahlgütern und umfangreiche Vertriebsoptimierungen ergänzt. Die Vertriebsphase des Ende des vergangenen Geschäftsjahres vorgestellten konzernübergreifenden Entwicklungsprojektes InCar®plus hat inzwischen begonnen. Das Projekt wird den Kunden im Rahmen einer weltweiten Technologie-Roadshow direkt an ihren Standorten präsentiert und reflektiert in besonderem Maße, wie wir auf der Grundlage genauer Kenntnisse der Geschäftstätigkeit unserer Kunden und eines starken technischen Know-hows gemeinsam innovative, marktorientierte Lösungen erarbeiten.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

STEEL AMERICAS

Steel Americas in Zahlen

1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 609 475 – 22
Umsatz Mio € 538 502 – 7
EBIT 1) Mio € – 1 – 11 --
EBIT-Marge 1) % – 2,2
Bereinigtes EBIT 1) Mio € – 19 0 ++
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 0,0
Mitarbeiter (31.12.) 5.491 3.348 – 39

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

Vom Stahlwerk in Brasilien (ThyssenKrupp CSA) aus beliefert die Business Area Steel Americas insbesondere den US-amerikanischen und den brasilianischen Markt mit hochwertigen Brammen. Neben einem langfristigen Brammenliefervertrag mit ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation, der uns bereits verlässlich über mehrere Jahre eine Mindestauslastung unseres Werks von 40 % sichert, bearbeitet ThyssenKrupp CSA gezielt die Brammenmärkte in Süd- und Nordamerika.

Auftragseingang und Umsatz portfoliobedingt rückläufig

Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag der Auftragseingang der Business Area mit 475 Mio € bedingt durch die Veräußerung der ThyssenKrupp Steel USA um 22 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis lag der Auftragseingang um 5 % über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal hat die Business Area einen um 23 % geringeren Auftragseingang realisiert. Der im Wesentlichen mengenbedingte Rückgang ist vor allem auf einen unplanmäßigen Stillstand beider Konverter im November 2014 zurückzuführen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 % auf 502 Mio € und hat auf vergleichbarer Basis um 9 % zugelegt. Der Rückgang um 8 % gegenüber dem 4. Quartal 2013/2014 spiegelt in erster Linie das niedrigere Versandniveau wider. Das brasilianische Hüttenwerk hat im Berichtsquartal 1 Mio t Brammen produziert und 0,9 Mio t versendet; Produktion und Versand lagen damit trotz der vorgenannten Produktionsstörungen auf dem Niveau des Vorjahres. 0,4 Mio t Brammen wurden davon an das Walz- und Beschichtungswerk in Calvert/Alabama und 0,1 Mio t an Steel Europe geliefert. Die hochwertigen Brammen erfreuen sich einer guten Nachfrage, der Aufbau des Kundenstamms in Süd- und Nordamerika macht Fortschritte.

Bereinigtes EBIT gegenüber Vorjahr und Vorquartal weiter verbessert

Im 1. Quartal 2014/2015 haben wir ein ausgeglichenes Bereinigtes EBIT erwirtschaftet; es konnte damit sowohl im Vorjahresvergleich als auch gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert werden. Der Anstieg um 19 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal resultierte insbesondere aus gesunkenen Rohstoffkosten sowie positiven Preiseffekten im nordamerikanischen Markt. Die Verbesserung um 33 Mio € gegenüber dem 4. Quartal 2013/2014 ist bei geringeren Produktions- und Versandmengen vor allem auf gesunkene Rohstoffkosten, operative Kostensenkungen aus impact-Maßnahmen sowie auf weniger negative Bewertungs- und Translationseffekte auf Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA zurückzuführen.

Das EBIT betrug −11 Mio €; es war durch Sondereffekte aus der Fortschreibung der Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags belastet.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“).

BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung sowie die Shared-Services-Aktivitäten. Der Konzern wird von der ThyssenKrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Für eine noch stärkere, weltweite Vernetzung arbeitet der Konzern in einer Netzwerkorganisation aus operativen Geschäften, Funktionen und Regionen. Im Zuge der Umsetzung dieses neuen Führungskonzepts wurden Regional Headquarters in Nord- und Südamerika, China, Indien und in der Region Asien/Pazifik aufgebaut.

Die Shared-Services-Aktivitäten umfassen die Bereiche Business Services (Finanzen und Personal), IT und Real Estate einschließlich der nicht betriebsnotwendigen Immobilien. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen und externe Kunden erbringen, betrug im Berichtsquartal 45 Mio € und somit 3 Mio € mehr als im Vorjahresquartal.

Das Bereinigte EBIT von Corporate lag im 1. Quartal 2014/2015 bei −102 Mio € und war damit nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Einschließlich der Sondereffekte, die im Wesentlichen aus Aufwendungen für Portfoliomaßnahmen resultierten, belief sich das EBIT auf −107 Mio €; im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es −116 Mio €.

STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen OTK abgeschlossen. Nach dem Abgang fallen noch nachlaufende Erträge und Aufwendungen an, die mit dem Verkauf von Stainless Global in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Der im 1. Quartal 2014/2015 entstandene Aufwand von 4 Mio € resultiert aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen. Die im 1. Quartal 2013/2014 ausgewiesenen Erträge führten zu einem EBIT von 187 Mio €; sie stammen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an OTK resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für OTK aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Im nachfolgenden Abschnitt erfolgen im Wesentlichen die Analyse der Ertragslage anhand der Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsanalyse anhand der Kapitalflussrechnung sowie die Analyse der Bilanzstruktur. Angaben zur Finanzierung und zu Investitionen finden Sie hingegen im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

ANALYSE DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im 1. Quartal 2014/2015 mit 10.044 Mio € um 956 Mio € oder 11 % über dem entsprechenden Vorjahreswert; für diesen Anstieg waren vor allem die deutliche Geschäftsausweitung im Komponenten- und Aufzugsgeschäft sowie die nur im Berichtsquartal enthaltenen Umsätze von VDM und AST verantwortlich. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 767 Mio € oder 10 % und damit leicht unter-proportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursache für den Anstieg waren umsatzbedingt höhere Materialaufwendungen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 189 Mio € auf 1.630 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge lag unverändert bei 16 %.

Der Anstieg der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten um 15 Mio € ist überwiegend auf die Konsolidierung von VDM und AST ausschließlich im Berichtsquartal zurückzuführen. Die insgesamt eingetretene Abnahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 9 Mio € resultierte hauptsächlich aus gesunkenen Restrukturierungs- und Beratungsaufwendungen; gegenläufig wirkte vor allem die nur im Berichtsquartal erfolgte Einbeziehung von VDM und AST.

Die Zunahme der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 23 Mio € betraf insbesondere die Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen insgesamt sonstige Verluste, die um 24 Mio € über dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Verluste aus der Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern zurückzuführen.

Die Verbesserung des auf die fortgeführten Aktivitäten entfallenden Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 46 Mio € betraf in erster Linie den Wegfall der im Vorjahresquartal realisierten Verluste der at Equity bilanzierten Beteiligung an Outokumpu Oyj. Der Anstieg der Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten um 30 Mio € resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Wechselkursgewinnen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen; gegenläufig wirkten insbesondere geringere Erträge aus Derivaten. Die Abnahme der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 179 Mio € betraf hauptsächlich den Wegfall der im Vorjahresquartal berücksichtigten erwarteten Verluste aus der als Aktienderivat bilanzierten Verpflichtung zum Verkauf der Beteiligung an der Outokumpu Oyj; gegenläufig wirkten erhöhte Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen.

Für das Berichtsquartal ergab sich bei einem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) von 151 Mio € ein Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 104 Mio €, der insbesondere durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern beeinflusst wurde.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich für die fortgeführten Aktivitäten ein Gewinn von 47 Mio €.

Aus den nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich im Berichtsquartal ein Verlust von 4 Mio € nach einem Gewinn von 187 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für die Verschlechterung um 191 Mio € war hauptsächlich die im Vorjahresquartal erfolgte Auflösung einer Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe von Inoxum an Outokumpu.

Unter Einbeziehung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich ein Periodenüberschuss von 43 Mio € nach einem Fehlbetrag von 70 Mio € im Vorjahr.

Im Berichtsquartal wurde ein Gewinn je Aktie bezogen auf den Periodenüberschuss, der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, in Höhe von 0,09 € erzielt; das entspricht einer Verbesserung um 0,21 € gegenüber dem Vorjahresquartal. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel ein Gewinn je Aktie von 0,10 € nach einem Verlust von 0,47 € im Vorjahr.

ANALYSE DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ und enthält bis zu ihrer tatsächlichen Veräußerung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen.

Im Berichtsquartal ergab sich ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von insgesamt 386 Mio €. Die fortgeführten Aktivitäten verzeichneten eine Verschlechterung um 421 Mio € auf einen Mittelabfluss von 382 Mio €. Einem verbesserten Periodenergebnis vor Abschreibungen und latenten Steuern stand hier eine deutlich erhöhte Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber.

Aus der Investitionstätigkeit resultierte insgesamt ein um 67 Mio € verminderter Mittelabfluss von 155 Mio €, der ausschließlich die fortgeführten Aktivitäten betraf. Hier wirkten sich insbesondere die Einzahlungen im Berichtsquartal aus dem Verkauf der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe in Brasilien aus.

Der negative Free Cashflow, d.h. die Summe von Operating Cashflow und Cashflow aus Investitionstätigkeit, erhöhte sich insgesamt um 358 Mio € auf 541 Mio €. Diese Entwicklung betraf nahezu ausschließlich die fortgeführten Aktivitäten als Folge der erhöhten Mittelabflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Die Finanzierungstätigkeit führte insgesamt zu Mittelzuflüssen in Höhe von 164 Mio €, dies waren 313 Mio € weniger als im Vorjahresquartal. Zwei gegenläufige Effekte waren hierfür insbesondere verantwortlich: Im Berichtsquartal wurden Finanzschulden in Höhe von 138 Mio € aufgenommen, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum eine Rückführung um 362 Mio € erfolgte. Der hiermit verbundenen Veränderung von 500 Mio € stand der Wegfall der Einzahlungen aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 878 Mio € gegenüber.

ANALYSE DER BILANZ

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2014 insgesamt geringfügig um 59 Mio € auf 36.489 Mio €. Hierin war eine umrechnungsbedingte Zunahme von 194 Mio € enthalten, die insbesondere die deutlich rückläufige Kursentwicklung des US-Dollar betraf.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen, unter Berücksichtigung einer umrechnungsbedingten Zunahme von 128 Mio €, insgesamt um 147 Mio € über dem Wert am 30. September 2014. Der enthaltene Anstieg der aktiven latenten Steuern um 175 Mio € betraf vor allem Steuereffekte auf die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Dem standen insbesondere niedrigere Sachanlagen, hauptsächlich als Folge von über den Zugängen liegenden Abschreibungen, sowie eine Verminderung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern, die innerhalb der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten erfasst wurden, gegenüber.

Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen insgesamt um 88 Mio € zurück. Die hierin enthaltenen Vorräte lagen zum 31. Dezember 2014 mit 8.043 Mio € um 514 Mio € über dem Wert drei Monate zuvor. Der Anstieg betraf insbesondere einen überwiegend mengenmäßigen Bestandsaufbau in der Business Area Steel Europe sowie Zunahmen in der Business Area Materials Services. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 455 Mio € auf 5.353 Mio €. Dieser Rückgang resultierte hauptsächlich aus Maßnahmen zur Reduzierung der Mittelbindung in der Business Area Materials Services; gegenläufig wirkten erhöhte Forderungen im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen. Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 270 Mio € betraf im Wesentlichen geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Vorräten sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern. Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 389 Mio € war insbesondere Folge des im Berichtsquartal negativen Free Cashflow von 541 Mio €. Gegenläufig wirkte mit 138 Mio € die Aufnahme von Finanzschulden.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. Dezember 2014 gegenüber dem 30. September 2014 um 292 Mio € auf 2.907 Mio €. Hauptursache waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste (nach Steuern) von 374 Mio € aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Gegenläufig wirkten der im Berichtsquartal erzielte Periodenüberschuss von 43 Mio € sowie die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne aus der Währungsumrechnung in Höhe von 38 Mio €. Die Eigenkapitalquote ging auf 8 % zurück.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 445 Mio €. Dieser Anstieg ergab sich insbesondere aus einer Zunahme der Rückstellungen für Pensionen als Folge der im Rahmen der Neubewertung zum 31. Dezember 2014 aktualisierten Zinssätze.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich insgesamt um 94 Mio €. Der enthaltene Rückgang der Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer um 114 Mio € war hauptsächlich durch zahlungswirksame Inanspruchnahmen verursacht. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 197 Mio € resultierte überwiegend aus Inanspruchnahmen im Zusammenhang mit einem Commercial-Paper-Programm. Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 133 Mio € betraf insbesondere die Derivatebilanzierung sowie erhöhte Zinsverpflichtungen. Verminderte Verbindlichkeiten im Personalbereich, Rückgänge der erhaltenen Anzahlungen sowie gesunkene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen waren die Hauptursachen für die Abnahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 304 Mio €.

THYSSENKRUPP AKTIE

Gleich zu Beginn des Geschäftsjahres 2014/2015 konnte sich die ThyssenKrupp Aktie geopolitischen Risiken und Konjunktursorgen, die auf den Märkten lasteten, nicht entziehen. Im weiteren Verlauf des 1. Quartals und insbesondere nach Veröffentlichung des Jahresabschlusses im November 2014 sowie im Nachgang zum erfolgreichen Capital Markets Day konnte die ThyssenKrupp Aktie jedoch in der Wertentwicklung wieder zu den Indizes aufschließen.

Zum Ende des 1. Quartals, am 30. Dezember 2014, notierte die Aktie bei 21,26 € und damit rund 2 % höher als am Anfang des Geschäftsjahres. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich der DAX um 3,5 %, während der DJ STOXX nahezu unverändert schloss. Im Kalenderjahr 2014 lag die ThyssenKrupp Aktie mit einem Performance-Plus von 20,2 % deutlich vor dem DAX, nahezu gleichauf mit dem Spitzenreiter im DAX, nur knapp auf dem zweiten Platz.

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Capital Markets Day erneut mit großer Resonanz

Am 11. Dezember 2014 hat ThyssenKrupp den dritten Capital Markets Day seit Beginn der Umsetzung des Konzepts der Strategischen Weiterentwicklung durchgeführt. Im Mittelpunkt standen zwei unserer Industriegütergeschäfte, Industrial Solutions und Components Technology. Ziel der Veranstaltung war es, Finanzanalysten und Fondsmanagern das Geschäftsmodell und Wertpotenzial dieser Aktivitäten sowie die Fortschritte bei der Entwicklung hin zu einem diversifizierten Industriekonzern zu verdeutlichen. Hierfür standen den Teilnehmern neben dem Konzernvorstand das Management der Business Areas detailliert Rede und Antwort. Mit rund 60 Teilnehmern überwiegend aus dem Vereinigten Königreich und den USA stieß der Capital Markets Day erneut auf große internationale Resonanz im Kapitalmarkt.

ADR-Programm erschließt neue Investorenkreise in den USA

Seit dem 19. November 2014 können institutionelle Investoren in den USA einfacher in ThyssenKrupp investieren: Um dem starken Interesse von US-Investoren entgegenzukommen, hat ThyssenKrupp zusammen mit der Deutschen Bank als Depotbank ein Sponsored Level I ADR-Programm aufgelegt. ADRs (American Depositary Receipts) sind Zertifikate auf Aktien, die es Investoren ermöglichen, indirekt Anteile an einem nichtamerikanischen Unternehmen zu halten und in den USA zu handeln. In unserem ADR-Programm entspricht ein ADR einer Aktie.

Stammdaten zu ThyssenKrupp ADRs

Struktur Sponsored Level I ADR

Ratio 1 ADR : 1 Stammaktie

Handel Over-the-counter (OTC)

Ticker Symbol TKAMY

CUSIP 88629Q 207

ISIN US88629Q2075

Ihr Kontakt zu Investor Relations

Die Mitarbeiter von Investor Relations stehen Ihnen bei allen Themen rund um die ThyssenKrupp Aktie und das Wertpotenzial des Unternehmens jederzeit gern zur Verfügung. Daneben stellen wir im Internet umfangreiche Daten und Fakten bereit. Auch wenn Sie Kontakt zu Investor Relations aufnehmen oder sich über die geplanten Termine des Finanzkalenders 2014/2015 informieren möchten, finden Sie alle notwendigen Informationen in der Übersicht am Ende dieses Zwischenberichts oder im Internet unter www.thyssenkrupp.com unter der Überschrift „Investor Relations“.

Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie

Wertpapier-Kenn-Nummern (International Stock Identification Number) DE 000 750 0001

Börsenplätze Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf

Kürzel

Börsen Frankfurt, Düsseldorf TKA

COMPLIANCE

Der Schwerpunkt des Compliance-Programms als konzernweite Maßnahme liegt bei ThyssenKrupp auf der Korruptionsbekämpfung und dem Kartellrecht. Wir haben das Programm mit seinen drei Säulen „Informieren”, „Identifizieren” sowie „Berichten und Handeln” im Berichtszeitraum weiter konsequent umgesetzt, entsprechend der Compliance-Strategie 2020 weiterentwickelt und den Anwendungsbereich des Programms um die Themen Geldwäscheprävention, Datenschutz sowie Einhaltung des italienischen Organisationsgesetzes 231/01 erweitert. Ferner lag der Fokus auf der Umsetzung der konzernweiten Bottom-up-Risikoerhebung sowie der Überführung der Compliance-Strategie 2020 in konkrete Maßnahmen, mit deren Abarbeitung wir ebenfalls bereits begonnen haben.

Kartellverfahren gegen ThyssenKrupp im Bereich „Autostahl“ eingestellt

Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch ThyssenKrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum zurück bis 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von ThyssenKrupp im Verfahren unterstrichen.

Konzernweite Risikoerhebung: Umsetzung in die Praxis

Die Ergebnisse der im vergangenen Geschäftsjahr konzernweit durchgeführten Bottom-up-Risikoerhebung wurden in eine vertiefte Berichterstattung an die erfassten Einheiten überführt, um so eine detaillierte Umsetzung der Ergebnisse in der unternehmerischen Praxis weiter zu unterstützen. Auf der Ebene des Konzerns und der Regionen ermöglicht die Risikoanalyse eine deutlich zielgerichtetere und effizientere Steuerung der Compliance-Aktivitäten. Die Business Areas können die Ergebnisse der Risikoanalyse zudem bei der strategischen Ausrichtung ihrer unternehmerischen Entwicklung berücksichtigen und ihre geschäftlichen Aktivitäten risikoorientiert steuern. Die jeweils operativ Verantwortlichen können dank der Risikoanalyse ihre Aufgaben fokussierter wahrnehmen und im Tagesgeschäft Compliance-Risiken aktiv reduzieren.

Weiterentwicklung des Compliance-Programms: Compliance 2020

Im Strategieprojekt „Compliance 2020“ haben wir im vergangenen Geschäftsjahr wesentliche Festlegungen für die zukünftige Compliance-Strategie von ThyssenKrupp bis in das Jahr 2020 getroffen. Dementsprechend werden im Rahmen der Umsetzung der Compliance-Strategie unter sieben strategischen Oberzielen Maßnahmen entwickelt, die zusammengenommen zu einer systemischen Verankerung von Compliance im Konzern führen sollen. Im Berichtszeitraum wurden deshalb die strategischen Entwicklungsziele mit konkreten Einzelmaßnahmen hinterlegt. Mit der Umsetzung dieser Einzelmaßnahmen – insbesondere im Bereich der Compliance-Kommunikation – haben wir bereits begonnen. Insbesondere wird die Integration und der Aufbau bzw. die Erweiterung der neuen Kernbereiche des Compliance-Programms vorangetrieben, d.h. die Themenfelder Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und italienisches Compliance-Gesetz 231/01.

Die Grundlage: Unsere Unternehmenskultur

Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Compliance-Programms ist eine für Werte wie Transparenz, Integrität und Glaubwürdigkeit stehende Unternehmenskultur. Unsere Mitarbeiter tragen die persönliche und unsere Führungskräfte zudem die unternehmerische Verantwortung für Compliance und richten ihr Handeln an diesen Werten aus. Die beschriebene Weiterentwicklung der Compliance-Strategie und ihre nun begonnene Umsetzung dienen letztlich auch dazu, den dazu notwendigen Wandel in der geistigen Haltung und im Verhalten unserer Mitarbeiter weiter zu unterstützen und so zu einer noch stärkeren Compliance-Durchdringung im Konzern beizutragen. Nur so können wir nachhaltig unser klares Bekenntnis umsetzen, dass bei ThyssenKrupp insbesondere Korruption und Verstöße gegen das Kartellrecht auf „null Toleranz” stoßen und nicht geduldet werden.

MITARBEITER

Bei ThyssenKrupp waren zum 31. Dezember 2014 weltweit 155.407 Mitarbeiter beschäftigt, 2.827 oder 1,8 % weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2014 verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 6.965 oder 4,3 %. Diese Verringerung ergibt sich hauptsächlich in der Business Area Materials Services durch den Verkauf der RIP-Gruppe in Brasilien mit 7.206 Mitarbeitern im Dezember 2014.

Operative Mitarbeiterentwicklung reflektiert Wachstumsregionen und Effizienzsteigerungen

Operativ haben wir hingegen gegenüber dem 30. September 2014 im Berichtsquartal im Saldo rund 200 Mitarbeiter aufgebaut. Dabei ergab sich aus der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen im Rahmen des Konzernprogramms impact ein weitgehend sozial verträglicher Abbau in Höhe von rund 900 Mitarbeitern insbesondere bei Steel Europe, Steel Americas und Materials Services. Im Zuge der Erschließung neuer Kunden und Märkte für unsere wachstumsstarken Industriegütergeschäfte haben wir hingegen rund 1.100 Mitarbeiter neu eingestellt, insbesondere in Amerika und Asien. In Deutschland war die Mitarbeiterzahl leicht rückläufig.

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1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

In Deutschland arbeiteten 61.372 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2014, 39,5 % der Belegschaft. 19,5 % unserer Mitarbeiter hatten ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13,6 % im NAFTA-Raum, 8,8 % in Südamerika, 17,0 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1,5 % in den übrigen Regionen.

Erste konzernweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt: hohe Rücklaufquote von 75 %

„Sag, wie es ist!“ – unter diesem Motto hat ThyssenKrupp im September 2014 zur Teilnahme an der ersten konzernweiten Mitarbeiterbefragung aufgerufen. Von knapp 140.000 eingeladenen Mitarbeitern haben sich über 105.000 – und damit 75 % – beteiligt. 7,9 Mio Antworten zu Themen wie Führung, Zusammenarbeit, Kunden und Produkten sind so zusammengekommen. Im Frühjahr 2015 beginnt nun die Analyse der in 28 Sprachen vorliegenden Antworten aus den verschiedenen Organisationsebenen. Ein erster Überblick über die Ergebnisse auf Konzernebene gibt konkrete Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten: Die Mitarbeiter sind bereit, die Veränderungen im Konzern zu unterstützen, fordern aber beispielsweise eine bessere Kommunikation der Geschäftsziele durch die Führungskräfte, mehr Feedback und eine schnellere Umsetzung von Anregungen. Im 2. Quartal 2014/2015 finden auf Basis der Ergebnisse der jeweiligen Organisationseinheit weltweit Workshops statt. Führungskräfte und Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, gemeinsam Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, wie die Arbeit vor Ort verbessert werden kann.

TECHNOLOGIE UND INNOVATIONEN

Um künftige Geschäftsfelder und attraktive Marktsegmente für ThyssenKrupp zu erschließen, nutzen wir gezielt unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern. Auf der Basis eines systemischen Innovationsansatzes setzen wir auf Kooperation über klassische Branchen- und Industriegrenzen hinweg. Dies gilt sowohl für die Zusammenarbeit der Business Areas innerhalb des Konzerns als auch für gemeinsame Projekte mit externen Industriepartnern und Forschungseinrichtungen.

Technologie- und Innovationsmanagement: INC Invention Center

ThyssenKrupp ist Premiumpartner des INC Invention Center auf dem Campus der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH). Das INC bündelt die Kompetenz der Aachener Hochschullandschaft im Bereich des Technologie- und Innovationsmanagements. Außerdem ist das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, IPT, beteiligt. Zu den Zielen der Kooperation gehören die Verringerung von Entwicklungskosten um 90 % und die Reduktion der Entwicklungszeiten um 75 %.

InCar®plus: Verbundprojekt für Innovationen im Automobilbau

Für das Ende des vergangenen Geschäftsjahres vorgestellte Entwicklungsprojekt InCar®plus hat inzwischen die Vertriebsphase begonnen. Das mit Abstand größte Forschungs- und Entwicklungsprojekt der letzten Jahre bei ThyssenKrupp wird den Kunden im Rahmen einer weltweiten Technologie-Roadshow direkt an ihren Standorten präsentiert. Die ersten Rückmeldungen sind positiv, erste Aufträge für InCar®plus Lösungen liegen bereits vor. Aufgrund des hohen Reifegrads der InCar®plus Innovationen sind viele Lösungen bereits serientauglich.

Bei InCar®plus haben Konzernunternehmen aus den Business Areas Components Technology, Industrial Solutions und Steel Europe zusammengearbeitet. Ergebnis der Kooperation sind über 40 Einzellösungen für den Automobilbau. Die Kunden können mit den Entwicklungen bis zu 60 % beim Gewicht einsparen und Kraftstoffverbrauch sowie CO2 Emissionen entsprechend verringern. Die Kostenersparnis beträgt bis zu 10 %.

MULTI: neue Maßstäbe im Aufzugsbau

Elevator Technology hat im Berichtszeitraum das seillose Mehrkabinenaufzugssystem MULTI vorgestellt. Anstelle von Seilen setzt MULTI erstmals – ähnlich wie bei der Transrapid-Technologie – Linearmotoren als Antrieb ein. Durch mehrere Kabinen, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind unterschiedliche Höhen, Formen und Nutzungskonzepte in Gebäuden möglich. Ähnlich wie im Paternoster können mit MULTI mehrere selbstfahrende Aufzugskabinen pro Schacht in einem Umlaufsystem betrieben werden. Dadurch erhöht sich die Beförderungskapazität in einem Schacht um bis zu 50 % und der Platzbedarf des Aufzugs in einem Gebäude kann im gleichen Maße reduziert werden. MULTI eignet sich besonders für Gebäudehöhen ab 300 m.

Biogene Festbrennstoffe: neues Verarbeitungsverfahren zum Patent angemeldet

Zum Patent angemeldet ist ein neuer Prozess von ThyssenKrupp Industrial Solutions für die Produktion biogener Festbrennstoffe, beispielsweise aus Holz oder Stroh. Verglichen mit Kohle sind Biomassen nur mit hohem Aufwand zu zerkleinern und haben neben einem erhöhten Feuchtegehalt einen geringeren Heizwert. Hier setzt der Torrefizierungsprozess (die Dörrung) im von ThyssenKrupp Industrial Solutions weiterentwickelten Mehretagenofen POLTORR an. Er überführt stückige Biomassen wie Holzchips oder Pellets in eine Biokohle, die problemlos in industrieüblichen Aggregaten vermahlen und verfeuert werden kann. Dabei nutzt der Prozess die bei der Torrefizierung entstehenden heizwertreichen Abgase zur Trocknung der Biomasse.

TetraFlex: innovative Windkraftanlagen aus Stahl

Die Windenergiebranche bleibt ein Wachstumsmarkt mit vielen interessanten Ansatzpunkten für den Einsatz von Stahlprodukten. Unter dem Projektnamen „TetraFlex“ arbeitet die Business Area Steel Europe an einem innovativen Konzept für Windkrafttürme aus Stahl, das für Nabenhöhen von 120 bis 200 m wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Derzeit erreichen Rundtürme aus Stahl maximal 120 m. In großer Höhe bläst der Wind jedoch nicht nur stärker, sondern auch konstanter. Dadurch steigt die Anzahl der Volllast-Stunden und hierdurch der Stromertrag der Anlagen deutlich. Bei TetraFlex kommen spiralnahtgeschweißte Rohre und innovative Knotenkonzepte zur Verbindung der Rohre zum Einsatz. Im oberen Bereich bestehen die TetraFlex Anlagen aus einem konventionellen Rundturm, unten aus einer aufgelösten Struktur mit vier Rohrprofilen. Die Vorteile dieser Architektur sind unter anderem verringerter Materialeinsatz sowie niedrigere Kosten bei Transport und Aufbau der modularen Turmsegmente. Das Konzept und mehrere Einzelkomponenten sind zum Patent angemeldet.

NACHTRAGSBERICHT

Zwischen dem Stichtag des Berichtsjahres (31. Dezember 2014) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (09. Februar 2015) sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Prognose Geschäftsjahr 2014/2015

Gesamtaussage des Vorstands

Wir halten einen insgesamt vorsichtigen Blick auf die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2014/2015 für geboten. Die Gründe dafür sind die hohen Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die begrenzte Sichtweite insbesondere in den Werkstoffgeschäften. Dabei unterstellen wir bei einer in den Regionen und Branchen sehr heterogenen Entwicklung im Saldo ein moderat höheres Wachstum der Weltwirtschaft. Nachhaltigkeit und konjunkturelle Auswirkungen aus den deutlichen Veränderungen beim Ölpreis und bei den Wechselkursrelationen sind noch nicht verlässlich bewertbar, sollten jedoch für sich genommen insgesamt eine stabilisierende Wirkung auf den privaten Konsum sowie die Wettbewerbsfähigkeit der für uns wichtigen Abnehmerindustrien in der Eurozone haben. Dieses kann jedoch angesichts der unverkennbar hohen geopolitischen Risiken noch nicht als gesichert gelten. Wir erwarten dennoch, dass die weiteren Fortschritte bei der Umsetzung unseres Konzepts der Strategischen Weiterentwicklung, insbesondere dank der Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus impact, auch im Geschäftsjahr 2014/2015 in einer erneut deutlichen Verbesserung unserer Kernsteuerungsgrößen klar erkennbar werden.

Wesentliche Annahmen

Der erwarteten positiven Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen liegt in erster Linie die Annahme zugrunde, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen mit potenziell negativen Auswirkungen insbesondere auf unsere stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte kommt.

Entsprechend unterstellen wir die Fortsetzung der derzeitigen Trends: schleppende und heterogene Entwicklung im Euro-Raum, ebenfalls heterogene, im Saldo seitwärts gerichtete Dynamik in den Schwellenländern, günstigere konjunkturelle Entwicklung in den USA.

Auf dieser Basis erwarten wir eine insgesamt verhaltene Wachstumsdynamik der Kernmärkte für unsere Werkstoff- und Komponentengeschäfte; verlässlich planbar sind diese im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld jedoch in weiten Teilen nicht wesentlich über den Zeithorizont von einem Quartal hinaus.

Bei der Werkstoffnachfrage sowohl in Europa und den USA als auch weltweit erwarten wir ein moderates Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich und unterstellen dabei ebenfalls keine weiteren größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten sowie anhaltend hohe Wettbewerbsintensität.

Im Hinblick auf die weltweite Automobilkonjunktur erwarten wir insgesamt eine geringe Wachstumsdynamik mit regional sehr heterogener Entwicklung. In China sollten die Stückzahlen weiter stark steigen und auch in den USA sowie insgesamt in Westeuropa mit allerdings gemäßigteren Raten zulegen; für Deutschland erwarten wir eine Seitwärtsbewegung; Chancen könnten sich dabei aus einem niedrigen Ölpreis, einem schwächeren Euro sowie aus niedrigen Zinsen ergeben. Die Automobilfertigung in Brasilien dürfte nach einem starken Rückgang 2014 im Jahr 2015 stagnieren.

Der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität bei Elevator Technology und Industrial Solutions deckt das angestrebte profitable Umsatzwachstum in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften bereits weit ins Geschäftsjahr hinein ab.

Mehr zu den künftig erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Kapitel „Makro- und Branchenumfeld“.

Deutlicher Anstieg bei Bereinigtem EBIT, TKVA und FCF vor Desinvest erwartet

Nachfolgend beschreiben wir die entsprechend der vorgenannten Annahmen erwartete Geschäftsentwicklung für ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2014/2015. Die Prognose ebenso wie der Vorjahresvergleichswert für das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie für den TKVA basieren dabei auf der neuen Kennzahlendefinition (mehr zu den Definitionsänderungen finden Sie im Kapitel „ThyssenKrupp in Zahlen“ sowie im Geschäftsbericht 2013/2014, Kapitel „Grundlagen des Konzerns“, Abschnitt „Unternehmenssteuerung“) und berücksichtigen auch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen im Anhang unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“):

Der Konzernumsatz sollte, wie der Umsatz der Industriegütergeschäfte und des Werkstoffhandels, auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahr insgesamt im einstelligen Prozentbereich wachsen; die Umsatzentwicklung in den Stahlbereichen erwarten wir im Vergleich etwas schwächer (Konzernumsatz 2013/2014: 41,2 Mrd €).

Das Bereinigte EBIT des Konzerns sollte sich auf mindestens 1,5 Mrd € erhöhen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 1,3 Mrd €). Dabei werden bis auf Steel Americas alle Business Areas deutlich positive Beiträge erwirtschaften; bei Steel Americas erwarten wir aufgrund operativer Fortschritte mindestens eine deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen EBIT (Bereinigtes EBIT 2013/2014: –68 Mio €). Daneben werden das erwartete Wachstum in unseren ertragsstarken Industriegütergeschäften und die konzernweiten Anstrengungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Rahmen von impact zum verbesserten Ergebnis des Konzerns beitragen.

• Industriegütergeschäfte:

° Bei Components Technology erwarten wir infolge der Fortschritte beim Hochlauf der neuen Werke und bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen eine leichte Ergebnissteigerung (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 268 Mio €).

° Bei Elevator Technology erwarten wir neben Ergebnisverbesserungen aus dem Umsatzwachstum auch eine Verbesserung der Bereinigte-EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 674 Mio €, Bereinigte-EBIT-Marge 2013/2014: 10,5 %).

° Bei Industrial Solutions erwarten wir aufgrund der steigenden Umsätze eine leichte Ergebnisverbesserung (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 420 Mio €).

• Werkstoffgeschäfte:

° Bei Materials Services erwarten wir infolge von Fortschritten bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen sowie den Vertriebsinitiativen eine leichte Ergebnisverbesserung (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 212 Mio €).

° Steel Europe sollte durch Effizienzgewinne und Differenzierungsinitiativen im Rahmen von „Best-in-Class Reloaded“ einen deutlich steigenden Ergebnisbeitrag erreichen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 221 Mio €).

Für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir weiterhin eine deutliche Verbesserung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr (Jahresüberschuss 2013/2014: 195 Mio €).

Der TKVA (ThyssenKrupp Value Added) des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich verbessern (TKVA 2013/2014: –185 Mio €).

Zudem arbeiten wir mit Nachdruck daran, die Cash-Generierung aus operativer Leistung nachhaltig zu verbessern; für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir dabei deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest (FCF vor Desinvest 2013/2014: –357 Mio €).

Die Investitionen des Konzerns werden voraussichtlich bei rund 1,5 Mrd € liegen (Investitionen 2013/2014: 1.250 Mio €).

Sollten unsere Erwartungen hinsichtlich der Steigerung von Ergebnis und Cashflow eintreffen, werden wir dies – auch unter Beachtung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei unserem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung berücksichtigen.

Chancen- und Risikobericht

CHANCEN

ThyssenKrupp agiert als diversifizierter Industriekonzern weltweit mit führender Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern Mechanik, Anlagenbau und Werkstoffe und richtet sich mit seinen innovativen und ressourcenschonenden Produkten und Verfahren konsequent auf die Märkte der Zukunft aus. Daraus ergeben sich gute Wettbewerbschancen insbesondere für unsere Aufzugs- und Projektgeschäfte in Wachstumsregionen. Die Fortsetzung unseres Unternehmensprogramms impact wird darüber hinaus auch im aktuellen Geschäftsjahr die Produktivität nachhaltig erhöhen und zu einer Wertsteigerung in allen Konzernbereichen beitragen.

Zudem sind die Ausführungen zu unseren strategischen und operativen Chancen auf den Seiten 94 bis 96 des Geschäftsberichts 2013/2014 nach wie vor gültig.

RISIKEN

Für den Konzern bestehen konjunkturelle Risiken, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für ThyssenKrupp relevanten Märkten ausbleiben. Vor allem eine weitere Gewalteskalation in Krisenregionen oder andere exogene Schocks könnten die Weltkonjunktur erheblich beeinflussen; ihnen würde sich auch ThyssenKrupp nicht entziehen können. Geringere Wachstumsraten in den Schwellenländern sowie ungelöste Schuldenkrisen insbesondere im Euroraum bergen die Gefahr, unsere Marktperspektiven zu mindern. Die entsprechenden konjunkturellen sowie weiteren länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten und bewerten wir kontinuierlich, um frühzeitig gegensteuernde Maßnahmen ergreifen zu können. Absatzrisiken aus Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern Mechanik, Anlagenbau und Werkstoffe ist ThyssenKrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung.

ThyssenKrupp steuert Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Unternehmens stehen auch im Geschäftsjahr 2014/2015 auf einer sicheren Grundlage. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2014 über 7,3 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.

Dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wirken wir entgegen, indem wir Finanzinstrumente unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abschließen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Dabei gelten ebenfalls restriktive Grundsätze für die Auswahl möglicher Kontrahenten.

Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte zu fertigen, benötigen wir in vielen Geschäftsprozessen Rohstoffe und Energie sowie Frachtkapazitäten, die wir auf den entsprechenden Beschaffungsmärkten beziehen. Die Einkaufspreise können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Wir wirken diesen Risiken möglichst durch angepasste Verkaufspreise und alternative Beschaffungsquellen entgegen und sichern so unsere Wettbewerbsfähigkeit.

In unseren Produktionsanlagen kann es zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt. Wir begegnen den Betriebsunterbrechungsrisiken mit laufender vorbeugender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister ThyssenKrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf einen externen Dienstleister.

Unsere Diversifizierung mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass ThyssenKrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist. Gegen Absatzrisiken in relevanten Märkten ergreifen wir verschiedene Maßnahmen sowohl auf Konzern- als auch auf Business Area-Ebene. Die europäische Stahlindustrie sieht sich nicht nur mit konjunkturellen Unsicherheiten, sondern auch mit einem starken Importdruck und Überkapazitäten am Markt konfrontiert. Mit dem ganzheitlichen Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded“ wirkt die Business Area Steel Europe den entsprechenden Risiken bei Absatzmengen und -preisen entgegen, positioniert sich in anspruchsvollen Marktsegmenten mit geringer Zyklizität und leistet damit einen wesentlichen Beitrag, um das im Konzept der Strategischen Weiterentwicklung von allen Konzerngeschäften geforderte Ertrags-, Cashflow-, Wertbeitrags- und Wettbewerbsprofil wieder zu erreichen.

Für unsere Kunden arbeiten wir häufig an der Abwicklung von hoch komplexen Großaufträgen mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, so dass wir jederzeit über den aktuellen Auftragsstand informiert sind und bei Bedarf zeitnah notwendige Maßnahmen ergreifen können.

Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern verbunden sind. Wir begleiten die Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten auch über die Wirtschaftsverbände daran, mögliche Risiken, etwa weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren.

Zusätzliche regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitablauf verändern. In Brasilien etwa werden auf Bundesstaatenebene gewährte steuerliche Vergünstigungen, von denen auch ThyssenKrupp CSA profitiert, verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es aufgrund der geführten gerichtlichen Verfahren zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind hohe Risiken in Form erheblicher Steuernachzahlungen plus etwaiger Nebenleistungen nicht auszuschließen.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 05 im Zwischenabschluss.

Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch ThyssenKrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum zurück bis 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von ThyssenKrupp im Verfahren unterstrichen.

Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit 2013 u.a. gegen (ehemalige) Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Amtsträger und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Provisionszahlungen an einen Vertriebsmittler bei Marineprojekten in Griechenland. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile in diesem Zusammenhang gegen Atlas als juristische Person ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, das als Basis für eine Unternehmensgeldbuße dienen soll. Auch die griechische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen beteiligte natürliche Personen aufgenommen. Im Rahmen dieses Strafverfahrens hat der griechische Staat im Februar 2015 zivilrechtliche Schadensersatzansprüche in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages gegen Atlas als Unternehmen gerichtlich geltend gemacht. Atlas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp und Airbus. Das Unternehmen kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und wirkt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen durch eine eigene interne Untersuchung an der weiteren Aufarbeitung des Sachverhalts mit. Das laufende behördliche Verfahren und die interne Untersuchung werden eng durch die Eigentümer begleitet.

Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind mit verschiedenen Risiken der Informationssicherheit behaftet. Aufgrund menschlicher Fehler, organisatorischer oder technischer Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir treffen kontinuierlich Maßnahmen, um unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Eine für den Konzern aufgebaute Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten hilft bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken.

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt wesentlich dazu bei, die Gesamtrisiken im Konzern effizient zu steuern. Aus heutiger Sicht sind die Konzernrisiken begrenzt und es liegen keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken vor.

Darüber hinaus gelten die detaillierten Ausführungen im Risikobericht innerhalb des Geschäftsberichts 2013/2014 auf den Seiten 97 bis 111 weiterhin.

Verkürzter Zwischenabschluss

Konzern-Bilanz

Aktiva

Mio € Anhang-Nr. 01.10.2013 1) 30.09.2014 1) 31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte 4.219 4.314 4.355
Sachanlagen 7.801 8.719 8.651
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 283 281
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 718 399 421
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.013 51 52
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 335 442 420
Aktive latente Steuern 1.662 1.775 1.950
Langfristige Vermögenswerte 16.035 15.983 16.130
Vorräte 6.508 7.529 8.043
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.915 5.808 5.353
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 518 399 369
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.073 2.465 2.735
Laufende Ertragsteueransprüche 124 174 177
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.858 4.030 3.641
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 1.543 42 41
Kurzfristige Vermögenswerte 19.539 20.447 20.359
Summe Vermögenswerte 35.574 36.430 36.489
Passiva
Mio € Anhang-Nr. 01.10.2013 1) 30.09.2014 1) 31.12.2014
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.449 1.449
Kapitalrücklage 4.684 5.434 5.434
Gewinnrücklagen – 3.816 – 4.142 – 4.466
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 58 242 300
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen (30.09.2014: 1; 31.12.2014: 1)
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 2.243 2.983 2.717
Nicht beherrschende Anteile 268 216 190
Eigenkapital 2.511 3.199 2.907
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 04 7.484 7.490 8.020
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 281 368 383
Sonstige Rückstellungen 677 748 675
Passive latente Steuern 54 55 78
Finanzschulden 7.075 6.651 6.601
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 3 3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 4 4
Langfristige Verbindlichkeiten 15.575 15.319 15.764
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 311 197
Sonstige Rückstellungen 1.369 1.197 1.265
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 235 194 219
Finanzschulden 2.030 1.071 1.268
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.765 4.936 4.843
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.029 1.330 1.463
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.497 8.862 8.558
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 265 11 5
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.488 17.912 17.818
Verbindlichkeiten 33.063 33.231 33.582
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.574 36.430 36.489

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
Umsatzerlöse 08 9.088 10.044
Umsatzkosten 09 – 7.647 – 8.414
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.441 1.630
Forschungs- und Entwicklungskosten – 64 – 72
Vertriebskosten – 685 – 700
Allgemeine Verwaltungskosten – 552 – 543
Sonstige Erträge 55 53
Sonstige Aufwendungen – 20 – 43
Sonstige Gewinne und Verluste – 20 – 44
Betriebliches Ergebnis 155 281
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 10 – 29 17
Finanzierungserträge 213 243
Finanzierungsaufwendungen – 569 – 390
Finanzergebnis – 385 – 130
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 230 151
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 27 – 104
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 257 47
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 02 187 – 4
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 43
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 65 50
Nicht beherrschende Anteile – 5 – 7
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 43
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 11
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 0,47 0,10
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 0,12 0,09

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 43
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 75 – 538
Steuereffekt – 21 164
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt 54 – 374
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 0 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 54 – 374
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 120 20
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 18
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 120 38
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 0 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 27 6
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 2 2
Steuereffekt – 8 – 3
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 17 5
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 3 5
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 106 49
Sonstiges Ergebnis – 52 – 325
Gesamtergebnis – 122 – 282
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 112 – 266
Nicht beherrschende Anteile – 10 – 16
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten – 299 – 262
Nicht fortgeführte Aktivitäten 187 – 4

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
--- --- --- --- --- --- ---
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschieds-

betrag aus der Währungs-

umrechnung
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2013 514.489.044 1.317 4.684 – 3.816 107 3
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 11
Stand am 01.10.2013 1) 514.489.044 1.317 4.684 – 3.816 107 3
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) 1) – 65
Sonstiges Ergebnis 54 – 115 0
Gesamtergebnis 1) – 11 – 115 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung 51.448.903 132 750 – 3
Sonstige Veränderungen 3
Stand am 31.12.2013 1) 565.937.947 1.449 5.434 – 3.827 – 8 3
Stand am 30.09.2014 1) 565.937.947 1.449 5.434 – 4.142 248 6
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) 50
Sonstiges Ergebnis – 374 46 1
Gesamtergebnis – 324 46 1
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 31.12.2014 565.937.947 1.449 5.434 – 4.466 294 7
Mio €, mit Ausnahme der Aktienzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
--- --- --- --- --- ---
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- ---
Derivative Finanzinstrumente Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Gesamt Nicht beherrschende Anteile Gesamtes Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2013 – 65 13 2.243 269 2.512
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 11 0 – 1 – 1
Stand am 01.10.2013 1) – 65 13 2.243 268 2.511
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) 1) – 65 – 5 – 70
Sonstiges Ergebnis 17 – 3 – 47 – 5 – 52
Gesamtergebnis 1) 17 – 3 – 112 – 10 – 122
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 6 – 6
Kapitalerhöhung 879 0 879
Sonstige Veränderungen 3 1 4
Stand am 31.12.2013 1) – 48 10 3.013 253 3.266
Stand am 30.09.2014 1) – 61 49 2.983 216 3.199
Periodenüberschuss/ (-fehlbetrag) 50 – 7 43
Sonstiges Ergebnis 6 5 – 316 – 9 – 325
Gesamtergebnis 6 5 – 266 – 16 – 282
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 10 – 10
Sonstige Veränderungen 0 0
Stand am 31.12.2014 – 55 54 2.717 190 2.907

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 43
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 187 4
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 31 30
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 274 306
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 1 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 29 – 17
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 9 10
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 598 – 485
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 434 429
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 37 – 28
- Sonstige Rückstellungen – 278 – 102
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28 – 124
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 485 – 447
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 39 – 382
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 – 4
Operating Cashflow - gesamt 39 – 386
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte 1 – 1
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 2 – 18
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 228 – 221
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) – 19 – 25
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 16 6
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 92
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund von Kontrollverlust bei bislang konsolidierten, aber nicht verkauften Unternehmen 0 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 10 11
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten – 222 – 155
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - gesamt – 222 – 155
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 0 0
Tilgung von Anleihen 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 571 420
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 887 – 372
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen – 48 89
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 2 1
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere – 1 0
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 878 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 5 – 10
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 – 1
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 33 37
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 477 164
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 477 164
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 294 – 377
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 51 – 11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 3.874 4.040
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 4.117 3.652
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (13) (11)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (-) (-)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 38 34
Zinsauszahlungen – 49 – 78
Erhaltene Dividenden 2 2
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 100 – 59

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Verkürzter Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 9. Februar 2015 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2014 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2013/2014 veröffentlicht.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im Mai 2011 hat das IASB mit IFRS 10 „Consolidated Financial Statements“, IFRS 11 „Joint Arrangements“ und IFRS 12 „Disclosure of Interests in Other Entities“ drei neue Standards zur Bilanzierung von Unternehmensverbindungen veröffentlicht. Gleichzeitig wurden mit IAS 27 „Separate Financial Statements“ (2011) und IAS 28 „Investments in Associates and Joint Ventures“ (2011) angepasste Versionen der bisherigen Standards veröffentlicht. Die neuen sowie die angepassten Standards sind verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende retrospektive Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verschoben; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hatte ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht.

IFRS 10 führt eine einheitliche Definition für den Begriff der Beherrschung für sämtliche Unternehmen ein und schafft damit eine einheitliche Grundlage für die Bestimmung des Vorliegens einer Mutter-Tochter-Beziehung und die hiermit verbundene Einbeziehung in den Konsolidierungskreis. Der Standard enthält umfassende Anwendungsleitlinien zur Bestimmung eines Beherrschungsverhältnisses. Der neue Standard ersetzt SIC-12 „Consolidation – Special Purpose Entities“ vollständig sowie IAS 27 „Consolidated and Separate Financial Statements“ teilweise. Die Anwendung von IFRS 10 führte zu keinen wesentlichen Änderungen des Konsolidierungskreises.

IFRS 11 regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, in denen ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ausübt. Der neue Standard ersetzt IAS 31 „Interests in Joint Ventures“ und SIC-13 „Jointly Controlled Entities – Non-Monetary Contributions by Venturers“. Die retrospektive Anwendung von IFRS 11 führte dazu, dass das bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH nicht mehr als Joint Venture, sondern als Joint Operation zu klassifizieren ist, mit der Folge, dass die Vermögenswerte und Schulden sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Die Auswirkungen der erstmaligen retrospektiven Anwendung von IFRS 11 auf den Konzernabschluss sind nachfolgend dargestellt:

01.10.2013 30.09.2014
Aktiva

Mio €
Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11 Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
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Immaterielle Vermögenswerte 4.206 13 4.219 4.308 6 4.314
Sachanlagen 7.484 317 7.801 8.308 411 8.719
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 0 287 283 0 283
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 949 – 231 718 639 – 240 399
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.019 – 6 1.013 57 – 6 51
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 335 0 335 442 0 442
Aktive latente Steuern 1.662 0 1.662 1.775 0 1.775
Langfristige Vermögenswerte 15.942 93 16.035 15.812 171 15.983
Vorräte 6.351 157 6.508 7.420 109 7.529
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.956 – 41 4.915 5.782 26 5.808
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 500 18 518 384 15 399
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.069 4 2.073 2.452 13 2.465
Laufende Ertragsteueransprüche 123 1 124 174 0 174
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.813 45 3.858 3.979 51 4.030
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.543 0 1.543 42 0 42
Kurzfristige Vermögenswerte 19.355 184 19.539 20.233 214 20.447
Summe Vermögenswerte 35.297 277 35.574 36.045 385 36.430
31.12.2013
Aktiva

Mio €
Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte 4.165 8 4.173
Sachanlagen 7.357 407 7.764
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 0 287
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 659 – 232 427
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 49 – 6 43
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 384 0 384
Aktive latente Steuern 1.641 0 1.641
Langfristige Vermögenswerte 14.542 177 14.719
Vorräte 6.810 143 6.953
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.317 59 4.376
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.454 5 1.459
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.223 21 2.244
Laufende Ertragsteueransprüche 146 0 146
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.058 46 4.104
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.904 0 1.904
Kurzfristige Vermögenswerte 20.912 274 21.186
Summe Vermögenswerte 35.454 451 35.905
01.10.2013 30.09.2014
Passiva

Mio €
Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11 Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- --- --- --- ---
Gezeichnetes Kapital 1.317 0 1.317 1.449 0 1.449
Kapitalrücklage 4.684 0 4.684 5.434 0 5.434
Gewinnrücklagen – 3.816 0 – 3.816 – 4.144 2 – 4.142
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 58 0 58 242 0 242
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 2.243 0 2.243 2.981 2 2.983
Nicht beherrschende Anteile 269 – 1 268 218 – 2 216
Eigenkapital 2.512 – 1 2.511 3.199 0 3.199
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.348 136 7.484 7.354 136 7.490
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 270 11 281 357 11 368
Sonstige Rückstellungen 676 1 677 741 7 748
Passive latente Steuern 52 2 54 49 6 55
Finanzschulden 6.955 120 7.075 6.477 174 6.651
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 0 3 3 0 3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 0 1 5 – 1 4
Langfristige Verbindlichkeiten 15.305 270 15.575 14.986 333 15.319
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 0 298 311 0 311
Sonstige Rückstellungen 1.363 6 1.369 1.195 2 1.197
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 234 1 235 193 1 194
Finanzschulden 1.911 119 2.030 1.005 66 1.071
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.713 52 3.765 4.925 11 4.936
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.241 – 212 1.029 1.379 – 49 1.330
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.455 42 8.497 8.841 21 8.862
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 265 0 265 11 0 11
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.480 8 17.488 17.860 52 17.912
Verbindlichkeiten 32.785 278 33.063 32.846 385 33.231
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.297 277 35.574 36.045 385 36.430
31.12.2013
Passiva

Mio €
Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- ---
Gezeichnetes Kapital 1.449 0 1.449
Kapitalrücklage 5.434 0 5.434
Gewinnrücklagen – 3.827 0 – 3.827
Kumuliertes sonstiges Ergebnis – 43 0 – 43
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 3.013 0 3.013
Nicht beherrschende Anteile 254 – 1 253
Eigenkapital 3.267 – 1 3.266
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.213 134 7.347
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 281 11 292
Sonstige Rückstellungen 674 5 679
Passive latente Steuern 60 2 62
Finanzschulden 6.602 141 6.743
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2 0 2
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 0 1
Langfristige Verbindlichkeiten 14.833 293 15.126
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 181 0 181
Sonstige Rückstellungen 1.171 8 1.179
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 219 1 220
Finanzschulden 1.926 44 1.970
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.784 – 8 3.776
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.260 87 1.347
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.557 27 8.584
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 256 0 256
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.354 159 17.513
Verbindlichkeiten 32.187 452 32.639
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.454 451 35.905

IFRS 11 - Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Quartal 2013/2014
Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 9.109 – 21 9.088
Umsatzkosten – 7.672 25 -7.647
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.437 4 1.441
Forschungs- und Entwicklungskosten – 64 0 – 64
Vertriebskosten – 684 – 1 – 685
Allgemeine Verwaltungskosten – 548 – 4 – 552
Sonstige Erträge 51 4 55
Sonstige Aufwendungen – 20 0 – 20
Sonstige Gewinne und Verluste – 18 – 2 – 20
Betriebliches Ergebnis 154 1 155
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 31 2 – 29
Finanzierungserträge 212 1 213
Finanzierungsaufwendungen – 565 – 4 – 569
Finanzergebnis – 384 – 1 – 385
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 230 0 – 230
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 27 0 – 27
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 257 0 – 257
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 187 0 187
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 0 – 70
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 65 0 – 65
Nicht beherrschende Anteile – 5 0 – 5
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 0 – 70
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 0,47 0,00 – 0,47
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 0,12 0,00 – 0,12

IFRS 11 - Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Quartal 2013/2014
Mio € Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- ---
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 0 – 70
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 72 3 75
Steuereffekt – 21 0 – 21
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt 51 3 54
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 3 – 3 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 54 0 54
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 120 0 – 120
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 120 0 – 120
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 0 0
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0
Steuereffekt 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 27 0 27
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 2 0 – 2
Steuereffekt – 8 0 – 8
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 17 0 17
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 3 0 – 3
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 106 0 – 106
Sonstiges Ergebnis – 52 0 – 52
Gesamtergebnis – 122 0 – 122
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 112 0 – 112
Nicht beherrschende Anteile – 10 0 – 10
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten – 299 0 – 299
Nicht fortgeführte Aktivitäten 187 0 187

IFRS 11 - Konzern-Kapitalflussrechnung

1. Quartal 2013/2014
Mio € Vor Anpassung IFRS 11 Anpassung IFRS 11 Nach Anpassung IFRS 11
--- --- --- ---
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 70 0 – 70
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 187 0 – 187
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 30 – 1 – 31
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 264 10 274
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 1 0 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 31 – 2 29
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 10 1 – 9
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 612 14 – 598
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 533 – 99 434
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 42 5 – 37
- Sonstige Rückstellungen – 97 – 181 – 278
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 88 – 60 28
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 280 205 485
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 147 – 108 39
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0
Operating Cashflow - gesamt 147 – 108 39
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 1 1
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 2 0 – 2
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 211 – 17 – 228
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) – 19 0 – 19
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 14 2 16
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund von Kontrollverlust bei bislang konsolidierten, aber nicht verkauften Unternehmen 0 0 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 9 1 10
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten – 209 – 13 – 222
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - gesamt – 209 – 13 – 222
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 0 0 0
Tilgung von Anleihen 0 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 523 48 571
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 887 0 – 887
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 54 – 102 – 48
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 2 0 2
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere – 1 0 – 1
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 878 0 878
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 6 1 – 5
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 0 0
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 0 0 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 207 174 – 33
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 356 121 477
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 356 121 477
Zahlungswirksame Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 294 0 294
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 52 1 – 51
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 3.829 45 3.874
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 4.071 46 4.117
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (13) 0 (13)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (-) 0 (-)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 38 0 38
Zinsauszahlungen – 48 – 1 – 49
Erhaltene Dividenden 2 0 2
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 101 1 – 100

IFRS 12 fasst alle Anhangangaben in einem Standard zusammen, die ein Unternehmen mit Anteilen an bzw. einem Engagement in anderen Unternehmen erfüllen muss; hierzu gehören Anteile an Tochtergesellschaften, Anteile an assoziierten Unternehmen, Anteile an gemeinschaftlichen Vereinbarungen (Joint Arrangements) sowie Anteile an strukturierten Unternehmen. Der neue Standard ersetzt die bisherigen Vorschriften zu den Anhangangaben in IAS 27 „Consolidated and Separate Financial Statements“, IAS 28 „Investments in Associates“, IAS 31 „Interests in Joint Ventures“ und SIC-12 „Consolidation – Special Purpose Entities“. Die Anwendung von IFRS 12 wird zu deutlich erweiterten Anhangangaben im Jahresabschluss führen.

Der angepasste IAS 27 enthält nur noch Regelungen zur Bilanzierung und zu Anhangangaben von Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die für einen nach IFRS erstellten Einzelabschluss relevant sind. Für den Konzernabschluss ergeben sich aus dem angepassten Standard keine Auswirkungen.

Der angepasste IAS 28 regelt die Rechnungslegung für Anteile an assoziierten Unternehmen sowie die Anforderungen für die Anwendung der Equity-Methode bei der Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Für den Konzernabschluss ergeben sich aus dem angepassten Standard keine wesentlichen Änderungen.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“ veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Ergänzung hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Juni 2012 hat das IASB mit „Consolidated Financial Statements, Joint Arrangements and Disclosure of Interests in Other Entities: Transition Guidance“ Änderungen zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 veröffentlicht. Die Änderungen beinhalten Klarstellungen und Erleichterungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der vorgenannten Standards. Die Änderungen sind – analog zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 – erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verschoben; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht.

Im Oktober 2012 hat das IASB mit „Investment Entities“ Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 veröffentlicht, die die Bilanzierung von Investmentgesellschaften betreffen. Die Änderungen beinhalten eine Definition von Investmentgesellschaften und nehmen derartige Investmentgesellschaften grundsätzlich von der Verpflichtung zur Konsolidierung von Tochtergesellschaften nach IFRS 10 aus; diese sind stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Zusätzlich sind Anhangangaben für Investmentgesellschaften erforderlich. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen sind für ThyssenKrupp nicht von Relevanz.

Im Mai 2013 hat das IASB mit IFRIC 21 „Levies“ eine Interpretation zu IAS 37 „Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung öffentlicher Abgaben, die keine Ertragsteuern nach IAS 12 darstellen, und klärt insbesondere, wann eine Verpflichtung zur Zahlung derartiger Abgaben als Verbindlichkeit zu bilanzieren ist. Die Interpretation ist anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Interpretation hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Mai 2013 hat das IASB mit „Recoverable Amount for Disclosures for Non-Financial Assets (Amendments to IAS 36)“ Änderungen zu den Angabevorschriften des IAS 36 veröffentlicht. Mit diesen Änderungen setzt das IASB seine ursprüngliche Absicht um, dass Angaben über den erzielbaren Betrag, der auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt wurde, nur für die nicht finanziellen Vermögenswerte zu machen sind, für die in der laufenden Berichtsperiode eine Wertminderung oder eine Wertaufholung erfasst wurde. Zusätzlich wurden die Anhangangaben angepasst, die zu machen sind, wenn der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt wurde. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Juni 2013 hat das IASB mit „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting (Amendments to IAS 39)“ Änderungen zu IAS 39 „Financial Instruments“ veröffentlicht. Durch die Änderung wird erreicht, dass ein Wechsel der Vertragspartei eines Sicherungsinstruments zu einer zentralen Gegenpartei infolge von rechtlichen oder regulatorischen Anforderungen unter bestimmten Voraussetzungen keine Beendigung einer Sicherungsbeziehung auslöst. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:

Im Dezember 2014 hat das IASB Änderungen an IAS 1 „Presentation of Financial Statements“ veröffentlicht. Die Änderungen umfassen im Wesentlichen Klarstellungen hinsichtlich der Beurteilung der Wesentlichkeit von Anhangangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung, der Struktur von Anhangangaben und der Darstellung der maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen Einfluss auf die Darstellung der Anhangangaben haben werden.

Im Dezember 2014 hat das IASB den Änderungsstandard „Investment Entities: Applying the Consolidation Exception (Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28)“ veröffentlicht. Der Standard klärt Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10 auf Mutterunternehmen und deren Tochtergesellschaften, die die Definition einer „Investmentgesellschaft“ erfüllen. Ergänzt wurden zudem Änderungen an IFRS 12, die klarstellen, dass eine Investmentgesellschaft, die sämtliche Tochtergesellschaften zum beizulegenden Zeitwert bewertet, dennoch in den Anwendungsbereich von IFRS 12 fällt. Ergänzt wird auch IAS 28 um die Anwendbarkeit der Equity-Methode durch einen Nicht-Investmentgesellschaft-Investor auf ein Investmentgesellschaft-Beteiligungsunternehmen. Der Änderungsstandard ist anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, für ThyssenKrupp von Relevanz sind.

01 ERWERBE UND VERÄUßERUNGEN

Im 1. Quartal 2014/2015 tätigte der Konzern kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Erwerbe 1. Quartal 2014/2015

Mio €
Firmenwert 11
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 29
Sachanlagen 1
Vorräte 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 46
Passive latente Steuern 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 6
Erworbenes Reinvermögen 40
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 40
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 21

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliooptimierung im 1. Quartal 2014/2015 kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkten:

Abgänge 1. Quartal 2014/2015

Mio €
Firmenwert 15
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1
Sachanlagen 10
Vorräte 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 67
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 25
Laufende Ertragsteueransprüche 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 133
Sonstige langfristige Rückstellungen 3
Passive latente Steuern 8
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 40
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 84
Abgehendes Reinvermögen 49
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 18
Nicht beherrschende Anteile 0
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen – 9
Verkaufspreise 58
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 58

02 NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS) UND VERÄUßERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS)

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung hat der Konzern den Verkauf eines Geschäfts eingeleitet. Bis auf die Veräußerung der ehemaligen Business Area Stainless Global und die damit in direktem Zusammenhang stehenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge erfüllt diese Transaktion nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Sofern ein Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.

Die ehemalige Business Area Stainless Global erfüllte die Voraussetzungen für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität seit dem 30. September 2011 bis zum Vollzug des Zusammenschlusses mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu (OTK) am 28. Dezember 2012. Somit wurden für die Business Area Stainless Global alle Aufwendungen und Erträge bis zum 28. Dezember 2012 sowie werden darüber hinaus die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehen, separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen.

Veräußerungsgruppe

Im September 2012 wurde in der Business Area Steel Europe der Verkauf der Tailored Blanks-Gruppe eingeleitet. Tailored Blanks ist Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie, der maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech herstellt. Nach der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden wurde der Verkauf an den chinesischen Stahlproduzenten Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) mit Ausnahme der Changchun Gesellschaften am 31. Juli 2013 vollzogen.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Changchun Gesellschaften in China, die die Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2014 umfasst, sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe Tailored Blanks China

Mio €
31.12.2014
Sachanlagen 10
Vorräte 7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 41
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 5

Nicht fortgeführte Aktivität Business Area Stainless Global

In der nachfolgenden Tabelle sind die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge und dargestellt, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der als nicht fortgeführten Aktivität klassifizierten ehemaligen Business Area Stainless Global stehen. Der im 1. Quartal 2014/2015 entstandene Aufwand resultiert aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen, während der im 1. Quartal 2013/2014 ausgewiesene Ertrag im Wesentlichen aus der Rückstellungsauflösung nach dem Wegfall der Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für OTK aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen stammt.

Nicht fortgeführte Aktivitäten Stainless Global

Mio €
1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2014/2015
Umsatzerlöse 0 0
Andere Erträge 0 0
Aufwendungen 187 – 4
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 187 – 4
Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 187 – 4
Abgangsergebnis (vor Steuern)
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ergebnis aus Bewertungsanpassung/Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 187 – 4
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 187 – 4
Nicht beherrschende Anteile 0 0

03 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

Management-Incentive-Pläne

Im 1. Quartal 2014/2015 enthält das Ergebnis aus dem LTI-Management-Incentive-Plan Aufwendungen von 15,2 (1. Quartal 2013/2014: 8,9) Mio €.

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonus verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2014/2015 wurde das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG dahingehend angepasst, dass keine Gewährung von Anteilen der Tantieme bzw. des Bonus in Wertrechten mehr erfolgt. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis im 1. Quartal 2014/2015 Aufwendungen von 0,7 (1. Quartal 2013/2014: 1,9) Mio €.

04 PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2014 vorgenommen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mio €
30.09.2014 1) 31.12.2014
Pensionen 7.288 7.831
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 10 11
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 192 178
Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 0
Insgesamt 7.490 8.020

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

Durchschnittliche Bewertungsfaktoren
30.09.2014 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- ---
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz für Pensionen 2,60 3,28 2,78 2,10 3,00 2,33

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Pensionsaufwendungen
1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 23 7 30 29 9 38
Nettozinsaufwand 52 3 55 43 3 46
Verwaltungskosten 0 1 1 0 1 1
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 75 11 86 72 13 85

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

05 SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN EINSCHLIEßLICH SCHWEBENDER RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENERSATZANSPRÜCHE

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Haftungsverhältnisse
Mio € Maximales Haftungsvolumen 31.12.2014 Rückstellung 31.12.2014
--- --- ---
Anzahlungsgarantien 282 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 122 3
Kreditaufträge 8 0
Restwertgarantien 61 2
Sonstige Haftungserklärungen 29 0
Insgesamt 502 6

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zugrunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2014 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen um 1,3 Mrd € auf 7,8 Mrd €.

Bei den sonstigen Verpflichtungen sind seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG (alter Fassung) beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart, vom gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind und auch der vom Landgericht Düsseldorf bestellte Sachverständige eine nur geringfügig abweichende Verschmelzungswertrelation festgestellt hat.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell haben verschiedene Unternehmen, insbesondere kommunale Verkehrsbetriebe als potenziell Geschädigte des Schienenkartells, Schadenersatzforderungen gerichtlich oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. ThyssenKrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte gegen die ThyssenKrupp AG und Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns Schadenersatzansprüche gerichtlich geltend gemacht. ThyssenKrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich „Autostahl“ mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch ThyssenKrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum zurück bis 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von ThyssenKrupp im Verfahren unterstrichen.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung der Business Area Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,1 Mrd € sowie Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio € von der ThyssenKrupp Industrial Solutions AG und der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung lediglich Ansprüche in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrags konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die ThyssenKrupp-Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von ThyssenKrupp Marine Systems und anderen ThyssenKrupp-Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Betriebsrentner verschiedener Konzerngesellschaften haben gerichtlich und außergerichtlich die Erhöhung ihrer künftigen Betriebsrentenzahlungen sowie Nachzahlungen für die Vergangenheit geltend gemacht, nachdem Betriebsrentenanpassungen gemäß § 16 BetrAVG wegen wirtschaftlich schwieriger Lage von Konzernunternehmen ganz oder teilweise unterblieben waren. Bisher haben die Instanzgerichte konkrete Klagen von Betriebsrentnern unterschiedlich beurteilt: einige Klagen wurden abgewiesen, anderen stattgegeben. ThyssenKrupp ist der Auffassung, dass die Anpassungen zu Recht unterblieben. Sollte sich diese Auffassung in letzter Instanz in den unterschiedlichen Verfahren nicht bestätigen, könnten Nachzahlungen und dann notwendige Rückstellungen für künftige, erhöhte Betriebsrentenzahlungen das Eigenkapital in der Konzernbilanz einmalig mit einem knapp dreistelligen Euro-Millionenbetrag belasten.

Darüber hinaus sind gegen ThyssenKrupp-Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen sowie behördliche Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Bau, den gewährten steuerlichen Vergünstigungen sowie dem laufenden Betrieb des Stahlwerks in Brasilien, die zu Schadenersatz und Geldstrafen oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet ThyssenKrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

06 FINANZINSTRUMENTE

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen sowie der jeweilige beizulegende Zeitwert dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Finanzinstrumente 30.09.2014 1)
Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2014 (Fortgeführte) Anschaffungs-

kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Beizulegender Zeitwert 30.09.2014
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.758 5.758 5.758
Kredite und Forderungen 5.758 5.758
Forderungen aus Finance Lease 50 50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 450 347 62 41 450
Kredite und Forderungen 329 329
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 62 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 24 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.030 4.030 4.030
Kredite und Forderungen 4.030 4.030
Summe finanzielle Vermögenswerte 10.288
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 10.117 10.117 10.117
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 35 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 62 62 62
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.663 7.663 8.091
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.663 8.091
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 59 59 59
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.936 4.936 4.936
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.936 4.936
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.333 889 280 164 1.333
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 889 889
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 280 280
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 164 164
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 13.991
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.488 13.488 13.916
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 280 280 280

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Finanzinstrumente 31.12.2014
Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € Buchwert lt. Bilanz 31.12.2014 (Fortgeführte) Anschaffungs-

kosten
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungs-

kosten
Beizulegender Zeitwert 31.12.2014
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.303 5.303 5.303
Kredite und Forderungen 5.303 5.303
Forderungen aus Finance Lease 50 50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 421 331 47 43 421
Kredite und Forderungen 313 313
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 19 37
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 47 47
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 24 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.641 3.641 3.641
Kredite und Forderungen 3.641 3.641
Summe finanzielle Vermögenswerte 9.415
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 9.257 9.257 9.257
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 37 18 19 37
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 47 47 47
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.811 7.811 8.221
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.811 8.221
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 58 58 58
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.843 4.843 4.843
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.843 4.843
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.466 971 276 219 1.466
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 971 971
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 276 276
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 219 219
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 14.178
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.625 13.625 14.035
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 276 276 276

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Bewertungshierarchie 30.09.2014 1)
Mio € Stichtag 30.09.2014 Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 62 0 62 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17 14 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 24 0 24 0
Insgesamt 103 14 89 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 280 0 181 99
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 164 0 164 0
Insgesamt 444 0 345 99

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Bewertungshierarchie 31.12.2014
Mio € Stichtag 31.12.2014 Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 47 0 47 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 19 19 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 24 0 24 0
Insgesamt 90 19 71 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 276 0 162 114
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 219 0 219 0
Insgesamt 495 0 381 114

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Finanzinstrumente dargestellt:

Überleitungsrechnung Finanzinstrumente Level 3
Stand 30.09.2014 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 99
Ergebniswirksame Veränderungen – 15
Stand 31.12.2014 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 114

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierende und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit beinhaltet ein Frachtderivat, das unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Mindestmenge auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet wurde. Der aus der Bewertung resultierende ergebniswirksame Effekt wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Sonstige Aufwendungen“ bzw. „Sonstige Erträge“ ausgewiesen.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Derivative Finanzinstrumente
Mio € Nominalwert 30.09.2014 1) Beizulegender Zeitwert 30.09.2014 1) Nominalwert 31.12.2014 Beizulegender Zeitwert 31.12.2014
--- --- --- --- ---
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 721 22 948 16
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 367 22 392 24
Eingebettete Derivate 100 4 71 3
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 2) 0 0 0 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 435 36 424 28
Warenderivate im Cashflow-Hedge 26 2 93 0
Insgesamt 1.649 86 1.928 71
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.185 130 3.042 132
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 272 16 372 34
Eingebettete Derivate 98 5 94 5
Zinsderivate im Cashflow-Hedge2) 1.556 107 1.544 158
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3) 625 145 561 139
Warenderivate im Cashflow-Hedge 199 41 128 27
Insgesamt 5.935 444 5.741 495

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

2) inkl. Zins-/Währungsderivate

3) inkl. Frachtderivate

07 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN (RELATED PARTIES)

Zum 31. Dezember 2013, dem Ende des 1. Quartals 2013/2014, bestand eine Finanzforderung gegen OTK mit einem seinerzeitigen Wert von 969 Mio € und einer ursprünglichen Laufzeit von maximal 9 Jahren. Des Weiteren existierte zum 31. Dezember 2013 gegen OTK eine kurzfristige Forderung aus einer Kreditlinie in Höhe von 160 Mio €. Darüber hinaus hatte ThyssenKrupp OTK eine Supplier Finance Backup Facility in Höhe von 82 Mio € gewährt, die am 31. Dezember 2013 nicht in Anspruch genommen war und OTK seit Anfang Januar 2014 nicht mehr zur Verfügung stand.

08 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurden die Definitionen von EBIT und Bereinigtem EBIT bezüglich der Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen dahingehend angepasst, dass die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr zurückgenommen werden. Außerdem wird das EBIT auf Business-Area-Ebene, insbesondere bei Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen, nicht mehr um einen aus Anzahlungsüberschüssen bzw. aus den damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekten abgeleiteten kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.

Die Segmentinformationen für das 1. Quartal 2013/2014 und das 1. Quartal 2014/2015 stellen sich wie folgt dar:

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services Steel Europe
1. Quartal 2013/2014 1)
Außenumsätze 1.426 1.544 1.282 2.583 1.704
konzerninterne Umsätze 2 0 6 156 362
Umsatzerlöse gesamt 1.428 1.544 1.288 2.739 2.066
EBIT 54 115 91 43 19
Bereinigtes EBIT 63 156 91 34 18
1. Quartal 2014/2015
Außenumsätze 1.594 1.711 1.374 3.337 1.634
konzerninterne Umsätze 3 1 3 84 351
Umsatzerlöse gesamt 1.597 1.712 1.377 3.421 1.985
EBIT 67 176 95 – 14 80
Bereinigtes EBIT 67 178 92 2 79
Mio € Steel Americas Corporate Stainless Global 2) Konsolidierung Konzern
1. Quartal 2013/20141)
Außenumsätze 535 14 0 9.088
konzerninterne Umsätze 3 28 – 557 0
Umsatzerlöse gesamt 538 42 – 557 9.088
EBIT – 1 – 116 187 4 396
Bereinigtes EBIT – 19 – 104 0 6 245
1. Quartal 2014/2015
Außenumsätze 382 12 0 10.044
konzerninterne Umsätze 120 33 – 595 0
Umsatzerlöse gesamt 502 45 – 595 10.044
EBIT – 11 – 107 – 4 – 1 281
Bereinigtes EBIT 0 – 102 0 1 317

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“) und die Definitionsänderung angepasst.

2) Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahlen Bereinigtes EBIT und EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

Überleitung EBIT zu EBT
Mio € 1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
--- --- ---
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 245 317
Sondereffekte 151 – 36
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 396 281
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 52 0
+ Finanzierungserträge 213 244
- Finanzierungsaufwendungen – 570 – 390
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 28 – 12
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 2 24
EBT - Konzern – 43 147
- EBT Stainless Global – 187 4
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung – 230 151

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“) und die Definitionsänderung angepasst.

09 UMSATZKOSTEN

Die Umsatzkosten des 1. Quartals 2014/2015 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 12 Mio €, die im Wesentlichen die Business Area Materials Services betreffen. Zum 30. September 2014 betrugen die Wertberichtigungen 75 Mio €. Im 1. Quartal 2013/2014 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 28 Mio €, die im Wesentlichen auf die Business Areas Steel Europe und Steel Americas entfielen.

10 ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN

Das Ergebnis enthielt im 1. Quartal 2013/2014 Aufwendungen aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an OTK in Höhe von 52 Mio €; diese umfassten sowohl die anteiligen Verluste von OTK vom 1. Oktober 2013 bis zum 29. November 2013 als auch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

11 ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie
1. Quartal 2013/2014 1) 1. Quartal 2014/2015
--- --- --- --- ---
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 252 – 0,47 54 0,10
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 187 0,35 – 4 – 0,01
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 65 – 0,12 50 0,09
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 530.495.370 565.937.947

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene, veräußerte oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum berücksichtigt, in dem sie sich im Umlauf befinden.

Bedingt durch die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung stieg der gewichtete Durchschnitt der Aktien im 1. Quartal 2014/2015 im Vergleich zum 1. Quartal 2013/2014.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

12 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 61 Mio € stammen per 31. Dezember 2014 von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Quartal 2014/2015 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 29 (1. Quartal 2013/2014: 1) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Quartal 2014/2015 2 (1. Quartal 2013/2014: 3) Mio €.

Im 1. Quartal des Vorjahres ergab sich im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Sachanlagen von 18 Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Quartal 2014/2015 erfolgte wie im Vorjahresquartal durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden.

Im 1. Quartal des Vorjahres ergab sich im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Finanzschulden von 18 Mio €.

Essen, den 9. Februar 2015

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard

Kaufmann

Kerkhoff

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Essen, den 12. Februar 2015

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer

Volker Linke, Wirtschaftsprüfer