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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2015

May 12, 2015

435_10-q_2015-05-12_05573212-43dc-4433-91d6-a05682e79f31.pdf

Interim / Quarterly Report

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Zwischenlagebericht

01 ThyssenKrupp in Zahlen

03 ThyssenKrupp in Kürze

04 Strategie

05 Wirtschaftsbericht

  • 05 Makro- und Branchenumfeld
  • 06 Zusammenfassende Beurteilung des Vorstands
  • 08 Geschäftsentwicklung im Konzern
  • 14 Geschäftsverlauf in den Business Areas
  • 25 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

28

ThyssenKrupp Aktie

29

Compliance

30

Mitarbeiter

31 Technologie und Innovationen

31 Nachtragsbericht

32 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

32 Prognose Geschäftsjahr 2014/2015

34 Chancen und Risiken

Verkürzter Zwischenabschluss

36 Konzern-Bilanz

37 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

38 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

39 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

40 Konzern-Kapitalflussrechnung

41 Verkürzter Konzern-Anhang

61 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

62 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Weitere Informationen

63 Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats

64 Kontakt und Finanzkalender 2015/2016

Dieser Zwischenbericht ist am 12. Mai 2015 erschienen.

ThyssenKrupp in Zahlen

Konzern fortgeführte Aktivitäten 1)

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 20.871 20.500 – 371 – 2 10.210 10.406 196 2
Umsatz Mio € 19.357 21.039 1.682 9 10.269 10.995 726 7
EBITDA Mio € 1.092 1.268 176 16 610 678 68 11
EBIT 2) Mio € 533 486 – 47 – 9 324 201 – 123 – 38
EBIT-Marge 2) % 2,8 2,3 – 0,5 3,2 1,8 – 1,4
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 551 722 171 31 306 405 99 32
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 2,8 3,4 0,6 3,0 3,7 0,7
EBT Mio € 139 215 76 55 369 64 – 305 – 83
Ergebnis nach Steuern Mio € 15 94 79 527 272 47 – 225 – 83
davon Anteil der Aktionäre
der ThyssenKrupp AG Mio € 19 104 85 447 271 50 – 221 – 82
Ergebnis je Aktie 0,03 0,18 0,15 500 0,48 0,09 – 0,39 – 81
Operating Cashflow Mio € – 322 – 168 154 48 – 361 214 575 ++
Cashflow für Investitionen Mio € – 538 – 532 6 1 – 290 – 267 23 8
Free Cashflow vor Desinvestitionen Mio € – 860 – 700 160 19 – 651 – 53 598 92
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.046 134 – 912 – 87 1.020 24 – 996 – 98
Free Cashflow Mio € 186 – 566 – 752 -- 369 – 29 – 398 --
Mitarbeiter (31.03.) 162.411 155.697 – 6.714 – 4 162.411 155.697 – 6.714 – 4

Konzern gesamt 1)

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 20.871 20.500 – 371 – 2 10.210 10.406 196 2
Umsatz Mio € 19.357 21.039 1.682 9 10.269 10.995 726 7
EBITDA Mio € 1.277 1.262 – 15 – 1 608 675 67 11
EBIT 2) Mio € 718 480 – 238 – 33 322 199 – 123 – 38
EBIT-Marge 2) % 3,7 2,3 – 1,4 3,1 1,8 – 1,3
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 551 722 171 31 306 405 99 32
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 2,8 3,4 0,6 3,0 3,7 0,7
EBT Mio € 324 209 – 115 – 35 367 62 – 305 – 83
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) Mio € 200 88 – 112 – 56 270 45 – 225 – 83
davon Anteil der Aktionäre
der ThyssenKrupp AG
Mio € 204 98 – 106 – 52 269 48 – 221 – 82
Ergebnis je Aktie 0,37 0,17 – 0,20 – 54 0,48 0,09 – 0,39 – 81
Operating Cashflow Mio € – 322 – 174 148 46 – 361 212 573 ++
Cashflow für Investitionen Mio € – 538 – 532 6 1 – 290 – 267 23 8,0
Free Cashflow vor Desinvestitionen Mio € – 860 – 706 154 18 – 651 – 55 596 92
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.046 134 – 912 – 87 1.020 24 – 996 – 98
Free Cashflow Mio € 186 – 572 – 758 -- 369 – 31 – 400 --
Netto-Finanzschulden (31.03.) Mio € 4.178 4.633 455 11 4.178 4.633 455 11
Eigenkapital (31.03.) Mio € 3.182 2.863 – 319 – 10 3.182 2.863 – 319 – 10
Mitarbeiter (31.03.) 162.411 155.697 – 6.714 – 4 162.411 155.697 – 6.714 – 4

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Business Areas

Auftragseingang
Mio €
Umsatz
Mio €
EBIT 2)
Mio €
Bereinigtes EBIT 2)
Mio €
Mitarbeiter
1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
31.03.2014 31.03.2015
Components Technology 3.012 3.384 2.983 3.329 121 146 138 150 28.354 29.431
Elevator Technology 3.382 3.758 3.025 3.373 253 334 299 346 49.316 51.001
Industrial Solutions 3.483 1.817 2.881 3.010 205 203 208 201 19.081 18.761
Materials Services 6.256 7.269 6.059 7.215 79 – 151 90 51 30.653 22.418
Steel Europe 1) 4.701 4.489 4.443 4.245 73 193 82 192 28.022 27.481
Steel Americas 1.183 895 1.073 955 114 – 30 – 46 – 20 4.037 3.562
Corporate 85 96 84 93 – 315 – 214 – 222 – 201 2.948 3.043
Konsolidierung – 1.231 – 1.208 – 1.191 – 1.181 3 5 2 3
Fortgeführte Aktivitäten 1) 20.871 20.500 19.357 21.039 533 486 551 722 162.411 155.697
Auftragseingang
Mio €
Umsatz
Mio €
EBIT 2)
Mio €
Bereinigtes EBIT 2) Mio €
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Components Technology 1.573 1.763 1.555 1.732 67 79 75 83
Elevator Technology 1.581 1.890 1.481 1.661 138 158 143 168
Industrial Solutions 1.188 742 1.593 1.633 114 108 117 109
Materials Services 3.414 3.723 3.320 3.794 36 – 137 56 49
Steel Europe 1) 2.429 2.394 2.377 2.260 54 113 64 113
Steel Americas 574 420 535 453 115 – 19 – 27 – 20
Corporate 43 49 42 48 – 199 – 107 – 118 – 99
Konsolidierung – 592 – 575 – 634 – 586 – 1 6 – 4 2
Fortgeführte Aktivitäten 1) 10.210 10.406 10.269 10.995 324 201 306 405

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Anmerkungen zu den Kennzahlen

Mit rückwirkender Erstanwendung von IFRS 11 ist das vormals nach der Equity-Methode einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in den Berichtsperioden des Vorjahres nicht mehr als Joint Venture, sondern als Joint Operation zu klassifizieren. Dies hat zur Folge, dass Vermögenswerte und Schulden sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge von HKM anteilig in den Konzern einzubeziehen sind. Organisatorisch ist HKM der Business Area Steel Europe zugeordnet. Vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften".

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2014/2015 haben wir zudem rückwirkend die Definitionen von EBIT, Bereinigtem EBIT und Capital Employed bezüglich der Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen angepasst. In EBIT und Bereinigtem EBIT werden die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr zurückgenommen. Analog werden die aktivierten Bauzeitzinsen wieder Bestandteil des Capital Employed. Darüber hinaus werden Korrekturfaktoren erhöhend in das Capital Employed einbezogen, die zu einer Erhöhung der Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag führen. Daneben werden das EBIT und Bereinigte EBIT auf Business Area-Ebene, insbesondere bei Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen, nicht mehr um einen aus Anzahlungsüberschüssen bzw. aus den damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekten abgeleiteten kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht. Analog werden die Anzahlungsüberschüsse nicht mehr bei der Ermittlung des Capital Employed berücksichtigt. Vgl. auch die Ausführungen im Geschäftsbericht 2013/2014 im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Nach dem Abgang der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global zum Ende des 1. Quartals 2012/2013 durch den Zusammenschluss mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu (OTK) fallen noch nachlaufende Aufwendungen und Erträge an, die hiermit in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Die im Rahmen der Transaktion entstandene Finanzbeteiligung in Höhe von 29,9 % an OTK wurde bis zur Ankündigung des vollständigen Verkaufs dieser Finanzbeteiligung am 29. November 2013 nach der Equity-Methode bilanziert und die at-Equity-Ergebnisse waren aufgrund ihres fehlenden operativen Charakters nicht im EBIT enthalten. Der Vollzug des vollständigen Verkaufs erfolgte am 28. Februar 2014.

ThyssenKrupp in Kürze

ThyssenKrupp ist ein diversifizierter Industriekonzern mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz und einem wachsenden Anteil an Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäften. Über 155.000 Mitarbeiter arbeiten in knapp 80 Ländern mit Leidenschaft und Technologie-Know-how an hochwertigen Produkten sowie intelligenten industriellen Verfahren und Dienstleistungen für nachhaltigen Fortschritt. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind die Basis für unseren Erfolg. ThyssenKrupp erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von rund 41 Mrd €.

Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern Mechanik, Anlagenbau und Werkstoffe ermöglichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen. Technischer Fortschritt und Innovationen sind für uns Schlüsselfaktoren, um mit der Verbundkraft des Konzerns den Entwicklungstrends auf den globalen Absatzmärkten zu folgen, auf den Zukunftsmärkten zu wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften.

Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie / ADRs

ISIN (International Stock Identification Number)
Aktien DE 000 750 0001
ADRs US88629Q2075
Kürzel
Aktien (Börsen Frankfurt, Düsseldorf) TKA
ADRs (Over-the-counter Handel) TKAMY

Strategie

Mit der Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cashund Wertbeiträge zu erwirtschaften. Dies wollen wir erreichen, indem wir uns zunehmend auf ertragsstarke Industriegüterund Dienstleistungsgeschäfte mit geringerer Volatilität und Kapitalintensität sowie auf die weltweiten Wachstumsregionen und -branchen ausrichten. Darüber hinaus zielen wir weiterhin auf eine deutliche Verbesserung unserer Ertragsstärke. Dafür setzen wir an zwei Hebeln an: Wir steigern konsequent die Ertragskraft in den Business Areas und wachsen dort profitabel. Zugleich nutzen wir konsequent und systematisch die Verbundkraft des Konzerns.

Alle Geschäfte in unserem Portfolio haben klare Mindestanforderungen zu erfüllen oder einen überzeugenden Geschäftsplan zu deren Erreichung umzusetzen: Alle Geschäftseinheiten müssen nachhaltig ein positives Ergebnis, einen positiven Cashflow und im Durchschnitt über den Zyklus hinweg einen positiven Wertbeitrag (ThyssenKrupp Value Added) erwirtschaften sowie bei der Profitabilität im Branchenvergleich zu den Besten gehören oder aufschließen.

Unser ganzheitlicher Ansatz für die Positionierung von ThyssenKrupp als diversifizierter Industriekonzern ist die Strategische Weiterentwicklung, die wir seit Mai 2011 konsequent umsetzen. In den letzten Geschäftsjahren haben wir uns insbesondere auf die Stärkung unserer Finanzkennzahlen und die Sicherung von Wert und Liquidität für unser Unternehmen konzentriert. Auf dieser soliden Basis können wir nun – parallel zu den Veränderungen in der Unternehmenskultur, -führung und -organisation sowie der stärkeren Leistungsorientierung – den strategischen Fokus verstärkt auf unsere Kunden und Märkte legen sowie unsere Personalstrategie weiterentwickeln. Die konsequente Bearbeitung dieser vier strategischen Handlungsfelder führt zu einer weiteren Stabilisierung unserer Finanzen und eröffnet uns strategische Freiräume für Investitionen wie auch für unsere Forschung und Entwicklung. In den kommenden Jahren wollen wir sowohl in den aufstrebenden Wachstumsregionen als auch in den Industrieländern weiter profitabel expandieren. Durch das Effizienzprogramm "impact 2015" soll in den drei Geschäftsjahren von 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015 ein positiver EBIT-Effekt aus Performancemaßnahmen von kumuliert mindestens 2,5 Mrd € erzielt werden. Im 1. Halbjahr 2014/2015 haben wir EBIT-Effekte in Höhe von 550 Mio € erreicht und damit aufgelaufen bereits gut 2,1 Mrd € realisiert. Deshalb sind wir zuversichtlich, das Ziel für den Dreijahreszeitraum zu erfüllen bzw. zu übertreffen.

Mehr zur Positionierung als diversifizierter Industriekonzern und der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung finden Sie im Geschäftsbericht 2013/2014 in den "Grundlagen des Konzerns" im Kapitel "Strategische Weiterentwicklung".

Mehr über die Fortschritte in den vier strategischen Handlungsfeldern finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie in den Kapiteln "Compliance" und "Mitarbeiter".

Mehr über die Stärkung der strategisch wichtigen Wachstumsfelder sowie über unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit erfahren Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Investitionen" sowie im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Wirtschaftsbericht

MAKRO- UND BRANCHENUMFELD

Deutliche Veränderungen bei Ölpreis und Wechselkursen mit stabilisierender Wirkung auf Konsum und wichtige Abnehmerindustrien

Wichtige Einflussfaktoren auf das wirtschaftliche Umfeld haben seit Beginn unseres Berichtsjahres deutliche Veränderungen erfahren: Der Ölpreis hat um über 40 % nachgegeben und die Wechselkursrelationen haben sich deutlich verschoben, der Euro hat weiter deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen, der zeitliche Verlauf und die Intensität der Transmission in konjunkturelle Impulse sind noch nicht verlässlich bewertbar. Niedrigere Energiepreise und ein rückläufiger Wechselkurs zeigen jedoch eine stabilisierende Wirkung auf den privaten Konsum sowie die Wettbewerbsfähigkeit der für uns wichtigen Abnehmerindustrien in der Eurozone. Eine rückläufige Investitionsneigung im Öl- und Rohstoffsektor und in öl- und rohstoffexportierenden Ländern, geopolitische Krisen in Osteuropa, im Mittleren Osten und Afrika sowie länderspezifische strukturelle Reformbedarfe wirken hingegen weiter negativ.

Im Vergleich zu den Prognosen zu Beginn des Geschäftsjahres sind die Wachstumserwartungen für 2015 im Berichtszeitraum insgesamt nach unten korrigiert worden. Dennoch wird weiterhin eine leicht höhere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft prognostiziert. Zudem wurden die Prognosen für die Fahrzeugproduktion in 2015 für Westeuropa und Deutschland leicht angehoben und zeigen für die USA einen unverändert robusten weiteren Anstieg der produzierten Stückzahlen sowie eine gefestigte Baukonjunktur.

Die Erwartungen an die Konjunktur 2015 in China und Brasilien wurden hingegen zurückgenommen. Für China wird ausgehend von hohen Zuwachsraten eine etwas rückläufige Dynamik in der Fahrzeugproduktion und der Bauwirtschaft erwartet. Für Brasilien wird mit einem negativen Wirtschaftswachstum und einer sinkenden Fahrzeugproduktion gerechnet, nachdem noch zu Beginn unseres Berichtsjahres ein leichtes Wachstum prognostiziert wurde.

Die nachstehende Grafik und Tabelle enthalten die aktuellen Prognosen zur konjunkturellen Entwicklung in ausgewählten Regionen und wichtigen Abnehmerbranchen.

Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten

20141) 20151)
Fahrzeugproduktion in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 85,2 86,8
Westeuropa 13,2 13,4
Deutschland 5,8 5,8
USA 11,4 11,8
Japan 9,2 8,8
China 22,4 23,9
Brasilien 2,9 2,8
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 1,1 2,0
USA 7,1 3,8
Japan 11,8 2,0
China 6,4 5,4
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 5,2 1,5
USA 3,5 8,4
China 7,4 5,9
Indien 3,8 3,4
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.537 1.544
Deutschland 39 40
USA 107 107
China 711 707

1) Prognose

ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DES VORSTANDS

Positive Entwicklung im 2. Quartal fortgesetzt; Effizienzsteigerungsprogramm impact treibt weitere Verbesserung des Bereinigten EBIT

ThyssenKrupp hat im 2. Quartal und insgesamt im 1. Halbjahr 2014/2015 (1. Oktober 2014 bis 31. März 2015) die operativen und strategischen Zwischenziele erreicht: Das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten lag in beiden Quartalen signifikant über den jeweiligen Vorjahreswerten und belief sich im 1. Halbjahr auf insgesamt 722 Mio €, 31 % über dem Vorjahresniveau. Dies reflektiert insbesondere unsere stärkere Leistungsorientierung und die Fortschritte bei der Umsetzung der Performance-Maßnahmen im Rahmen des impact-Programms. Das 2. Quartal hat zum Bereinigten EBIT 405 Mio € beigetragen und lag damit um 28 % über dem Vorquartal. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben einen positiven Beitrag geleistet. Steel Americas hat die Ergebnisse gegenüber beiden Vorjahresquartalen weiter verbessert, dabei im 1. Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet und im 2. Quartal lediglich aufgrund deutlich negativer Wechselkurseffekte auf Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA ein negatives EBIT ausgewiesen. Components Technology, Elevator Technology, Steel Europe und Steel Americas haben zudem in beiden Quartalen das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Industrial Solutions blieb im 2. Quartal temporär leicht unter dem Vorjahreswert. Materials Services war neben einer hohen Wettbewerbsintensität und einem hohen Preisdruck im Werkstoffumfeld insbesondere durch im Wesentlichen streikbedingte Verluste bei AST in Italien belastet. Die in Umsetzung befindlichen umfassenden neuen Geschäftspläne für AST und VDM zeigten dabei jedoch bereits deutliche Fortschritte; so leisteten beide Einheiten im 2. Quartal einen positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT der Business Area. Elevator Technology hat sein Ergebnis und seine Marge bereits zehn Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahreswert gesteigert. Steel Europe konnte das Bereinigte EBIT im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahreswert mehr als verdoppeln und erreichte mit 113 Mio € im 2. Quartal den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Die Industriegütergeschäfte trugen insgesamt 697 Mio € zum Bereinigten EBIT im 1. Halbjahr bei, die Werkstoffgeschäfte leisteten inklusive Steel Americas und trotz des Streiks im 1. Quartal in Italien mit 223 Mio € insgesamt einen deutlich positiven Beitrag. Dagegen betrug das Bereinigte EBIT von Corporate und Konsolidierung −198 Mio €. Vor dem Hintergrund der Fortschritte bei der operativen Leistungsfähigkeit und der sich insgesamt stabilisierenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir daher unsere Geschäftsjahresprognose präzisiert und angehoben und erwarten nun einen deutlichen Anstieg des Bereinigten EBIT auf 1,6 bis 1,7 Mrd € (vorher: mindestens 1,5 Mrd €; vgl. Prognose-, Chancen- und Risikobericht).

Zu Beginn des 3. GeschäftsquartaIs haben wir die Verträge zur Veräußerung der VDM-Gruppe unterzeichnet. Mit Abschluss der Transaktion werden wir einen positiven Effekt bei den Netto-Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-€-Betrags erzielen. Der Verkauf reduziert gleichzeitig weiter den Anteil der volatilen Werkstoffgeschäfte und unterstützt damit die strategische Weiterentwicklung von ThyssenKrupp zu einem diversifizierten Industriekonzern. In diesem Zusammenhang haben wir eine Buchwertberichtigung vorgenommen und damit im Halbjahresabschluss einen Netto-Abgangsverlust in Höhe von 119 Mio € berücksichtigt.

Auf dieser Basis erwirtschaftete der Konzern in den ersten sechs Monaten einen Periodenüberschuss von 88 Mio €, zu dem das 2. Quartal trotz des bereits berücksichtigten, vorgenannten Abgangsergebnisses mit 45 Mio € beigetragen hat.

Der Free Cashflow vor Desinvestitionen (FCF vor Desinvest) des Konzerns verbesserte sich mit −706 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 um 154 Mio € gegenüber dem Vorjahreswert, blieb jedoch aufgrund von aperiodischen Effekten im Netto-Umlaufvermögen, die im Wesentlichen im 1. Quartal anfielen, sowie aufgrund von Zahlungsverschiebungen und einem vorübergehend niedrigeren Auftragseingang im Anlagen- und Schiffbau erwartungsgemäß im 1. Halbjahr noch deutlich negativ. Der FCF vor Desinvest entwickelte sich jedoch voll innerhalb des für die ersten beiden Quartale avisierten Korridors und im Rahmen der Geschäftsjahresprognose und verbesserte sich im 2. Quartal, das einen Großteil unserer jährlichen Zinszahlungen enthält, um rund 600 Mio € deutlich gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal und war mit −55 Mio € bereits nahezu ausgeglichen. Unverändert erwarten wir daher für das gesamte laufende Geschäftsjahr insgesamt deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest. Der FCF des Konzerns lag im 1. Halbjahr 2014/2015 bei −572 Mio € und enthält Mittelzuflüsse aus Desinvestitionen, die im Wesentlichen im 1. Quartal anfielen und insbesondere aus der Veräußerung der RIP-Gruppe resultieren, die Industriedienstleistungen in Brasilien erbringt und der Business Area Materials Services zugeordnet war. Die Netto-Finanzschulden des Konzerns beliefen sich zum 31. März 2015 auch unter Berücksichtigung der anteiligen Konsolidierung von HKM auf 4,6 Mrd € und stiegen gegenüber dem Geschäftsjahresende 2013/2014 um knapp 1,0 Mrd €. Das Eigenkapital reduzierte sich trotz des Periodenüberschusses insbesondere als Folge der im Rahmen der Neubewertung der Pensionen aktualisierten Zinssätze. Das Gearing erhöhte sich daher im Berichtshalbjahr von 114,9 % auf 161,8 %. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres gehen wir von einer signifikanten Verbesserung unseres Gearing aus. Neben erwarteten Mittelzuflüssen aus Desinvestitionen wird hierzu insbesondere ein im 2. Geschäftshalbjahr deutlich positiver FCF vor Desinvest beitragen.

Mit flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 7,3 Mrd € zum 31. März 2015 und einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Risiken weiter reduziert

Nachdem wir im Geschäftsjahr 2013/2014 mit wichtigen Portfolio- und Finanzierungsmaßnahmen das Risikoprofil des Konzerns bereits deutlich verbessert hatten, haben sich die Risiken im Konzern auch im laufenden Geschäftsjahr weiter erheblich reduziert, insbesondere durch die Einstellung des Kartellverfahrens gegen ThyssenKrupp im Bereich "Autostahl". Über die Chancen und Risiken können Sie sich zudem im Chancen- und Risikobericht informieren.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM KONZERN

Geschäftsverlauf

Industriegütergeschäfte mit hohem Auftragsbestand, treiben Wachstum im Umsatz

ThyssenKrupp hat sich im 1. Halbjahr 2014/2015 in einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld insgesamt gut behauptet. Wesentliche Treiber für das organische Wachstum im Umsatz waren erneut die soliden Positionen bei den Industriegütergeschäften.

Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten betrug in den ersten sechs Monaten 2014/2015 20,5 Mrd € und lag damit um 2 % unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis, das heißt währungs- und portfoliobereinigt, war der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr, das von einem Großauftrag im 1. Quartal des Vorjahres bei Industrial Solutions profitiert hatte, um 8 % rückläufig. Im 2. Quartal 2014/2015 lag der Auftragseingang mit 10,4 Mrd € über dem Vorjahreswert und profitierte dabei von positiven Wechselkurs- und Portfolioeffekten sowie vom organischen Wachstum in unseren Komponenten- und Aufzugsgeschäften. Auf vergleichbarer Basis war der Auftragseingang insgesamt rückläufig (−6 %). Gegenüber dem Vorquartal konnte der Auftragseingang insgesamt zulegen (+3 %).

Die Industriegütergeschäfte konnten das Vorjahresniveau auch unterstützt durch positive Wechselkurseffekte deutlich übertreffen. Ausnahme war Industrial Solutions, deren Auftragseingang insbesondere aufgrund des Großauftrags im Vorjahr im Bereich Marine Systems rückläufig war. Nach stabilen bis steigenden Auftragseingängen in den Bereichen Process Technologies und Resource Technologies im 1. Quartal zeigten sich die Kunden hier insbesondere vor dem Hintergrund der volatilen und rückläufigen Öl- und Rohstoffpreise im 2. Quartal – bei weiterhin lebhafter Nachfrage und aussichtsreichen Verhandlungen über geplante Projekte – bei der Auftragsvergabe vorübergehend zurückhaltend. Die Auftragseingänge bei System Engineering stiegen hingegen weiter an und reflektieren die erfreuliche Nachfrage aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Components Technology und Elevator Technology konnten beim Auftragseingang sowohl im 1. Halbjahr 2014/2015 als auch im 2. Quartal zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr erzielen. Im Komponentengeschäft trugen neben dem Hochlauf neuer Produkte und Werke sowie einer erhöhten Nachfrage bei der Montage von Achsmodulen auch deutlich positive Translationseffekte zu dieser Entwicklung bei. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg hier 6 % in den ersten sechs Monaten bzw. 3 % im 2. Quartal. Der Auftragseingang im Aufzugsgeschäft erreichte in beiden Quartalen jeweils neue Höchstwerte, konnte im 2. Quartal um 20 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden und stieg im 1. Halbjahr auf 3,8 Mrd €. Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Anstieg von 3 % im Halbjahr bzw. von 7 % im 2. Quartal. Besonders erfreulich entwickelte sich das Neuanlagengeschäft in den USA. Der Auftragsbestand erreichte mit 4,9 Mrd € ebenfalls ein neues Rekordniveau und beträgt zusammen mit dem Auftragsbestand von Industrial Solutions insgesamt annähernd 18 Mrd € – eine solide Grundlage für das angestrebte profitable Umsatzwachstum in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften.

Der Auftragseingang bei den Werkstoffaktivitäten stieg im Halbjahr und im 2. Quartal insgesamt vor allem portfoliobedingt – d.h. durch die mit Wirkung zum 1. März 2014 bei Materials Services enthaltenen Beiträge der von OTK übertragenen VDMund AST-Gruppe – gegenüber dem Vorjahr an (+4 % bzw. +2 %) und war auf vergleichbarer Basis insgesamt unter anderem preisbedingt rückläufig (−3 % und −5 %). Bei Materials Services betrug der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr inklusive Special Materials (VDM und AST) 16 % bzw. 9 % (auf vergleichbarer Basis 0 % bzw. −6 %). Der Ausweitung des weltweiten Werkstoff-Streckengeschäfts und der sehr guten Entwicklung des Lager- und Servicegeschäfts in Nordamerika stehen die vollständige Einstellung des Werkstofflagergeschäfts in Russland, die Beendigung der Gleistechnikaktivitäten sowie die Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe gegenüber. Die Auftragseingänge bei Steel Europe waren bei anhaltend hohem Preisdruck im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die Mengenentwicklung, die im 1. Quartal durch temporäre Engpässe in der Produktion erheblich beeinträchtigt war, normalisierte sich nach dem Jahreswechsel und lag im 2. Quartal über dem Vorjahreswert sowie bei auch saisonal belebter Nachfrage deutlich über dem Vorquartal. Insgesamt lagen die Bestellmengen in den ersten sechs Monaten mit 6 Mio t rund 1 % höher als im Vorjahr. Bei Steel Americas lag der Auftragseingang im 1. Halbjahr auch bedingt durch die Veräußerung der ThyssenKrupp Steel USA um 24 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis betrug der Rückgang 5 % und war insbesondere im 2. Quartal auch durch hohen Preisdruck beeinflusst.

Auftragseingang nach Business Areas

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
Veränderung
auf
vergleichbarer
Basis 1)
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Veränderung
auf
vergleichbarer
Basis 1)
in %
Components Technology 3.012 3.384 12 6 1.573 1.763 12 3
Elevator Technology 3.382 3.758 11 3 1.581 1.890 20 7
Industrial Solutions 3.483 1.817 – 48 – 48 1.188 742 – 38 – 39
Materials Services 6.256 7.269 16 0 3.414 3.723 9 – 6
Steel Europe 2) 4.701 4.489 – 5 – 5 2.429 2.394 – 1 – 3
Steel Americas 1.183 895 – 24 – 5 574 420 – 27 – 15
Corporate 85 96 13 12 43 49 14 13
Konsolidierung – 1.231 – 1.208 – 592 – 575
Auftragseingang fortgeführter Aktivitäten 2) 20.871 20.500 – 2 – 8 10.210 10.406 2 – 6
Stainless Global 0 0 0 0
Konsolidierung 0 0 0 0
Auftragseingang Konzern 2) 20.871 20.500 – 2 – 8 10.210 10.406 2 – 6

1) währungs- und portfoliobereinigt 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 21 Mrd € im 1. Halbjahr und 11 Mrd € im 2. Quartal 2014/2015 in nahezu allen Business Areas auch wechselkursbedingt über den Vorjahreswerten. Ausnahme waren lediglich die Stahlgeschäfte: Bei Steel Europe war der Umsatz preisbedingt und bei Steel Americas auch durch den Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr um 2 % gegenüber dem Vorjahreswert und profitierte dabei vor allem vom organischen Wachstum der Industriegütergeschäfte. Im 2. Quartal lag der Umsatz auf vergleichbarer Basis aufgrund rückläufiger Werkstoffgeschäfte leicht unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres (−1 %).

Auftragseingang und Umsatz des Gesamtkonzerns entwickelten sich wie die Werte aus fortgeführten Aktivitäten, da die nicht fortgeführten Aktivitäten bereits im Vorjahr lediglich nachlaufende Aufwendungen und Erträge abbildeten und weder Beiträge zum Auftragseingang noch zum Umsatz leisteten.

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
Veränderung
auf
vergleichbarer
Basis 1)
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Veränderung
auf
vergleichbarer
Basis 1)
in %
Components Technology 2.983 3.329 12 5 1.555 1.732 11 2
Elevator Technology 3.025 3.373 12 4 1.481 1.661 12 1
Industrial Solutions 2.881 3.010 4 4 1.593 1.633 3 0
Materials Services 6.059 7.215 19 3 3.320 3.794 14 – 1
Steel Europe 2) 4.443 4.245 – 4 – 5 2.377 2.260 – 5 – 6
Steel Americas 1.073 955 – 11 0 535 453 – 15 – 9
Corporate 84 93 11 9 42 48 14 10
Konsolidierung – 1.191 – 1.181 – 634 – 586
Umsatz fortgeführter Aktivitäten 2) 19.357 21.039 9 2 10.269 10.995 7 – 1
Stainless Global 0 0 0 0
Konsolidierung 0 0 0 0
Umsatz Konzern 2) 19.357 21.039 9 2 10.269 10.995 7 – 1

Umsatz nach Business Areas

1) währungs- und portfoliobereinigt

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

impact-Programm treibt Verbesserung – Bereinigtes EBIT weiter signifikant gesteigert

In einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Umfeld konnten wir mit 722 Mio € im 1. Halbjahr und 405 Mio € im 2. Quartal 2014/2015 das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten trotz negativer Effekte aus dem Streik bei AST in Italien und deutlich negativer Wechselkurseffekte auf das Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA im Vergleich zum Vorjahr und zum Vorquartal signifikant steigern. Die positive Ergebnisentwicklung reflektiert dabei insbesondere unsere umfangreichen Effizienzsteigerungsmaßnahmen. So haben wir im 1. Halbjahr 2014/2015 EBIT-Effekte in Höhe von 550 Mio € aus dem impact-Programm erzielt, zu denen das 2. Quartal 300 Mio € beigetragen hat.

Bei allen Industriegütergeschäften lag das Bereinigte EBIT sowohl in beiden Quartalen als damit auch im Halbjahresvergleich über den Vorjahreswerten. Lediglich Industrial Solutions lag im 2. Quartal und im Halbjahr bei guten, jedoch leicht rückläufigen Margen temporär geringfügig unter dem Vorjahr, konnte allerdings gegenüber dem Vorquartal deutlich zulegen. Components Technology profitierte weiterhin von den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und konnte die Ergebnisse sowohl gegenüber den Werten des Vorjahres als auch gegenüber dem Vorquartal verbessern. Elevator Technology hat Ergebnis und Ergebnismarge gegenüber den Vorjahreswerten weiter gesteigert. Neben einer erfreulichen operativen Geschäftsentwicklung ist dies ebenfalls den begleitenden Maßnahmen von impact zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung zu verdanken.

Bei den Werkstoffgeschäften lag das Bereinigte EBIT insgesamt ebenfalls in beiden Quartalen und damit auch im Halbjahresvergleich über den Vorjahreswerten. Einzige Ausnahme war Materials Services, die insbesondere noch durch im Wesentlichen streikbedingte Verluste bei AST in Italien sowie durch ein wettbewerbsintensives Werkstoff-umfeld mit hohem Preisdruck belastet war. Deutlich stabilisierend wirkten zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Vertriebsinitiativen im Rahmen von impact. Auch bei Steel Europe und Steel Americas zeigten die impact-Maßnahmen weiter Wirkung: Die Stahlgeschäfte konnten Bereinigtes EBIT und EBIT-Marge in beiden Quartalen sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber den Vorquartalen deutlich steigern. Lediglich im 2. Quartal lagen bei Steel Americas aufgrund deutlich negativer Wechselkurseffekte auf Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA die Werte unterhalb des Vorquartals.

Das Bereinigte EBIT des Gesamtkonzerns entwickelte sich wie die Werte aus fortgeführten Aktivitäten, da die in den nicht fortgeführten Aktivitäten abgebildeten nachlaufenden Aufwendungen und Erträge als Sondereffekte berücksichtigt wurden.

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Components Technology 138 150 9 75 83 11
Elevator Technology 299 346 16 143 168 17
Industrial Solutions 208 201 – 3 117 109 – 7
Materials Services 90 51 – 43 56 49 – 13
Steel Europe 2) 82 192 134 64 113 77
Steel Americas – 46 – 20 57 – 27 – 20 26
Corporate – 222 – 201 9 – 118 – 99 16
Konsolidierung 2 3 – 4 2
Bereinigtes EBIT fortgeführter Aktivitäten 2) 551 722 31 306 405 32
Stainless Global 0 0 0 0
Konsolidierung 0 0 0 0
Bereinigtes EBIT Konzern 2) 551 722 31 306 405 32

Bereinigtes EBIT nach Business Areas 1)

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Ergebnis durch Sondereffekte belastet

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten war im 1. Halbjahr 2014/2015 mit Sondereffekten von insgesamt 236 Mio € belastet. Diese betrafen insbesondere desinvestitions- und restrukturierungsbedingte Aufwendungen in Höhe von insgesamt 202 Mio € bei Materials Services. Hierin enthalten sind Effekte aus der Buchwertberichtigung im Rahmen der Veräußerung der VDM-Gruppe, die im Halbjahresabschluss berücksichtigt wurde und im EBIT mit einem Effekt von −174 Mio € sowie im Ergebnis nach Steuern mit −119 Mio € enthalten ist. Bei der finalen Entkonsolidierung sind zusätzlich noch nicht realisierte Ergebnisse (kumuliertes sonstiges Ergebnis im Eigenkapital) zu realisieren; zum 31. März 2015 bestand ein noch nicht realisierter Ertrag in Höhe von 14 Mio € (aus Fremdwährung). Mehr zum Verkauf der VDM-Gruppe finden Sie im Anhang-Nr. 02. Bei Elevator Technology fielen zudem Sondereffekte von insgesamt 12 Mio € an, die in erster Linie das 2. Quartal und Restrukturierungsmaßnahmen in Europa betreffen. Bei Steel Americas betrugen die Sondereffekte insgesamt 10 Mio € und resultieren im Wesentlichen aus einem Aufwand im 1. Quartal aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags. Bei Corporate wurden Sondereffekte in Höhe von insgesamt 13 Mio € berücksichtigt, die infolge von Portfoliomaßnahmen und Umstrukturierungen anfielen.

Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten 1)

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
EBIT 2) 533 486 – 9 324 201 – 38
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne – 61 15 ++ – 63 5 ++
+ Restrukturierungsaufwendungen 90 17 – 81 40 11 – 73
+/- Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen – 1 174 ++ 0 175
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 10 30 200 7 13 86
- Weitere nicht operative Erträge – 20 0 -- – 2 0 --
Bereinigtes EBIT 2) 551 722 31 306 405 32

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Positives Nettoergebnis erwirtschaftet

Nach den genannten Sondereffekten ergab sich im Berichtshalbjahr ein EBIT der fortgeführten Aktivitäten von 486 Mio €, zu dem das 2. Quartal mit 201 Mio € beigetragen hat. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern betrug im 1. Halbjahr 94 Mio €, davon entfielen 47 Mio € auf das 2. Quartal.

Der Periodenüberschuss des Gesamtkonzerns belief sich im Berichtshalbjahr nach Abzug von auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfallende nachlaufende Aufwendungen in Höhe von 6 Mio € (2. Quartal: 2 Mio €) auf 88 Mio € (2. Quartal: 45 Mio €). Das Ergebnis je Aktie betrug im 1. Halbjahr 0,17 €, davon entfielen 0,09 € auf das 2. Quartal.

Investitionen

Investitionen leicht unter Vorjahresniveau, Anstieg bei Industriegütergeschäften

ThyssenKrupp hat im Berichtshalbjahr insgesamt 532 Mio € investiert, 1 % oder 6 Mio € weniger als im Vorjahr. Dabei haben alle Industriegütergeschäfte ihre Investitionstätigkeit erhöht, während die Investitionen bei den Werkstoffaktivitäten in Summe rückläufig waren. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Gesamtinvestitionen hat sich somit auf 43 % weiter erhöht.

Components Technology – Die Business Area investierte insgesamt 145 Mio €. Der größte Anteil der Investitionen floss in zusätzliche Produktionslinien für Zylinderkopfhaubenmodule an Standorten in Deutschland, China und Brasilien. Ebenso wurde in den Aufbau und Anlauf von neuen Kundenprojekten im Lenkungsgeschäft investiert. Durch eine Reihe von neuen Großaufträgen wurden Kapazitätserweiterungen vor allem für die Produktion von elektrischen Lenkgetrieben in China realisiert. Darüber hinaus wurde im April die letzte Ausbaustufe für ein neues Werk für Lenkungskomponenten in Mexiko offiziell eröffnet. Damit setzt die Business Area ihren Weg der regionalen Diversifizierung und Profitabilitätssteigerung im Automobilsektor weiter fort.

Elevator Technology – Bei Elevator Technology betrugen die Investitionen im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres insgesamt 51 Mio €. Hier haben wir im Rahmen unseres umfangreichen und konsequenten Wachstumskonzepts weiter in den Ausbau des globalen Servicenetzes und der Produktionsstätten investiert. Der Erwerb von Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien ist dabei ein weiterer Schritt zum Ausbau des weltweiten Servicegeschäfts. Die erworbene Gesellschaft hat eine starke regionale Präsenz in den englischen Midlands und im Großraum London, dem größten Markt für Service in England. Im Oktober 2014 erfolgte der erste Spatenstich für den Testturm in Rottweil. Im Testturm werden nach Fertigstellung Ende 2016 zukünftige Aufzugsgenerationen und insbesondere der innovative Aufzug MULTI getestet und zertifiziert. Durch den Betrieb mehrerer Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind mit MULTI nahezu unbegrenzte Gebäudehöhen und völlig neue architektonische Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich.

Industrial Solutions – Im 1. Halbjahr 2014/2015 lagen die Investitionen mit 31 Mio € leicht über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Im Fokus standen insbesondere die Stärkung unseres Technologieportfolios sowie der weitere Ausbau unseres Servicegeschäfts. So fielen im Wesentlichen Investitionen bei Process Technologies für den Erwerb von Technologien für Anlagen zur Herstellung industrieller Spezialchemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe von Inventa in Singapur an, die beispielsweise zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetika benötigt werden. Daneben investierte Resource Technologies in den Aufbau von Service Centern in Chile und Brasilien.

Materials Services – Die Investitionen von Materials Services beliefen sich auf insgesamt 44 Mio €. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen in den Bereichen Lager, Anarbeitung und Logistik. Rund 40 % der Investitionen entfielen auf VDM und AST.

Steel Europe – Die Business Area investierte im Berichtszeitraum 196 Mio €. Im Oktober 2014 wurde der Hochofen 2 in Duisburg Schwelgern nach erfolgreicher Zustellung Ende des letzten Geschäftsjahres wieder angeblasen. Auch die Stranggießanlage 1 in Duisburg, Beeckerwerth, ist nach einer umfangreichen Modernisierung, die parallel zum Stillstand der Hochofenzustellung stattfand, wieder in Betrieb gegangen. Entsprechend stellten die Maßnahmen im Nachgang zum Hochofenstillstand einen Investitionsschwerpunkt im 1. Halbjahr dar. Eine weitere Großinvestition in die Zukunftsfähigkeit ist die laufende Erneuerung der IT-Infrastruktur, die auf die Harmonisierung der Systemlandschaft abzielt. Ebenso wurde mit Beginn des Geschäftsjahres an der Sinteranlage ein Großinvestitionsprojekt zur Verbesserung des Umweltschutzes begonnen.

Steel Americas – Die Investitionen bei Steel Americas beliefen sich im Berichtszeitraum auf 24 Mio € und waren insbesondere infolge der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA gegenüber dem Vorjahr weiter rückläufig. Im Hüttenwerk in Brasilien lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf der weiteren Verbesserung des Umweltschutzes und der weiteren technischen Optimierung der Anlagen.

Corporate – Die Investitionen bei Corporate betrugen 35 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 und betrafen zu etwa zwei Drittel Immobilieninvestitionen, die zentral für den gesamten Konzern bei Real Estate gebündelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt waren Aufwendungen im Rahmen der Daten- und Prozessharmonisierung und für zentral eingekaufte Softwarelizenzen.

Finanzierung

Cashflow und Netto-Finanzschulden

Der Free Cashflow vor Desinvestitionen (FCF vor Desinvest) des Konzerns verbesserte sich mit −706 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 um 154 Mio € gegenüber dem Vorjahreswert, blieb jedoch aufgrund von aperiodischen Effekten im Netto-Umlaufvermögen, die im Wesentlichen im 1. Quartal anfielen, sowie aufgrund von Zahlungsverschiebungen und einem vorübergehend niedrigeren Auftragseingang im Anlagen- und Schiffbau erwartungsgemäß im 1. Halbjahr noch deutlich negativ. Der FCF vor Desinvest entwickelte sich jedoch voll innerhalb des für die ersten beiden Quartale avisierten Korridors und im Rahmen der Geschäftsjahresprognose und verbesserte sich im 2. Quartal, das einen Großteil unserer jährlichen Zinszahlungen enthält, um rund 600 Mio € deutlich gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal und war mit −55 Mio € bereits nahezu ausgeglichen. Unverändert erwarten wir daher für das gesamte laufende Geschäftsjahr insgesamt deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 31. März 2015 unter Berücksichtigung der anteiligen Konsolidierung von HKM auf 4.633 Mio €.

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich über den Saldo der in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden zur Veräußerung vorgesehenen Werte der Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und der nicht fortgeführten Aktivitäten (Discontinued Operations) zu berücksichtigen.

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Die ThyssenKrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Zum 31. März 2015 lag das Gearing bei 161,8 % und damit um 46,9 Prozentpunkte über dem Wert vom 30. September 2014 (114,9 %; inklusive HKM). Ausschlaggebend für den Anstieg war im Wesentlichen das Niedrigzinsumfeld, das zu einer Neubewertung der Pensionen, verbunden mit negativen Auswirkungen auf das Eigenkapital, führte. Darüber hinaus stiegen die Netto-Finanzschulden durch eine erhöhte Mittelbindung im Umlaufvermögen. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres gehen wir von einer signifikanten Verbesserung unseres Gearing aus; neben erwarteten Mittelzuflüssen aus Desinvestitionen wird hierzu insbesondere ein im 2. Geschäftshalbjahr deutlich positiver FCF vor Desinvest beitragen.

Per 31. März 2015 belief sich die freie Liquidität des Konzerns auf 7,3 Mrd €, bestehend aus 3,9 Mrd € flüssigen Mitteln und 3,4 Mrd € freien, zugesagten Kreditlinien. Darüber hinaus standen uns Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 31. März 2015 mit 100 Mio € in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden im Geschäftsjahr 2014/2015 belaufen sich auf 0,2 Mrd €.

Damit ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Finanzierungsmaßnahmen

Anleihe erfolgreich platziert – Die ThyssenKrupp AG hat am 18. Februar 2015 im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Dual Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 1,35 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und neun Monaten sowie zehn Jahren emittiert. Die Tranche über fünf Jahre und neun Monate hat ein Volumen von 750 Mio €. Der Zinskupon beträgt 1,75 % p.a. bei einem Emissionserlös von 99,328 %. Die Tranche über zehn Jahre hat ein Volumen von 600 Mio €. Der Zinskupon beträgt 2,5 % p.a. bei einem Emissionserlös von 98,818 %. Mit der Emission wurde das günstige Marktumfeld genutzt. Zudem konnten das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert und der Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix gestärkt werden.

Syndizierte Kreditlinie verlängert – ThyssenKrupp hat im März 2015 die syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2 Mrd € um ein Jahr verlängert. Die Fazilität hat damit derzeit eine Laufzeit bis zum 28. März 2018.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating Agenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Im Dezember 2014 haben S&P und Fitch den Ausblick des gegenwärtigen BB bzw. BB+ Ratings von "Negativ" auf "Stabil" angehoben. Moody's bestätigte unser Ba1 Rating mit negativem Ausblick. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten über diese erneut entscheidet.

Rating

Langfrist
Rating
Kurzfrist
Rating
Ausblick
Standard & Poor's BB B stabil
Moody's Ba1 Not Prime negativ
Fitch BB+ B stabil

GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS

Die Aktivitäten des Konzerns sind in Business Areas gebündelt. In einem insgesamt anspruchsvollen Geschäftsumfeld haben alle Business Areas bis auf Steel Americas positive Beiträge zum Bereinigten EBIT geleistet. Steel Americas konnte seine Verluste gegenüber beiden Vorjahresquartalen weiter reduzieren, dabei im 1. Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften und lediglich aufgrund von deutlich negativen Wechselkurseffekten auf Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA im 2. Quartal ein negatives Bereinigtes EBIT ausweisen.

Components Technology

Components Technology in Zahlen

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 3.012 3.384 12 1.573 1.763 12
Umsatz Mio € 2.983 3.329 12 1.555 1.732 11
EBIT 1) Mio € 121 146 21 67 79 18
EBIT-Marge 1) % 4,1 4,4 4,3 4,6
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 138 150 9 75 83 11
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 4,6 4,5 4,8 4,8
Mitarbeiter (31.03.) 28.354 29.431 4 28.354 29.431 4

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilgeschäft umfasst die Produktpalette im Bereich Powertrain gebaute Nockenwellen und Zylinderkopfmodule mit integrierten Nockenwellen sowie Kurbelwellen und im Bereich Chassis gefertigte Lenkungs- und Dämpfersysteme, Federn und Stabilisatoren sowie die Montage von Achsmodulen. Im Industriegeschäft liefert Components Technology Komponenten für Baumaschinen, Windkraftanlagen und zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Die Grundlage für dieses breite Produktspektrum ist die in der Business Area gebündelte langjährige Erfahrung bei innovativen Werkstoffen und Massivumformungsverfahren. Components Technology deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungskomponenten über die mechanische Bearbeitung bis zum Zusammenbau von hochkomplexen Systemen. Dabei spielen mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklung eine zunehmend größere Rolle.

Auftragseingang und Umsatz deutlich über Vorjahresniveau

Components Technology verzeichnete im 1. Halbjahr 2014/2015 eine gute Entwicklung. Auftragseingang und Umsatz stiegen sowohl in den ersten sechs Monaten als auch im 2. Quartal um mehr als 10 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum und konnten auch saisonalbedingt gegenüber dem Vorquartal zulegen. Beim Auftragseingang konnten wir sowohl im 1. Halbjahr 2014/2015 als auch im 2. Quartal einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von jeweils 12 % erzielen. Neben dem Serienhochlauf neuer Produkte, dem Hochlauf neuer Werke sowie einer erhöhten Nachfrage bei der Montage von Achsmodulen trugen deutlich positive Translationseffekte vorwiegend aus der Währungsumrechnung von US-Dollar und chinesischen Yuan in Euro zu dieser Entwicklung bei. Auf vergleichbarer Basis wuchs der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten um 6 % und im 2. Quartal um 3 %. Im Geschäft mit Automobilkomponenten setzte sich der moderate Erholungskurs der Pkw- und Nutzfahrzeugmärkte in Westeuropa fort. In China und dem NAFTA-Raum, hier insbesondere in den USA, profitierte die Geschäftsentwicklung vom Wachstum der Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion. Rückläufig blieb der Absatz von schweren Nutzfahrzeugen (>6 t) in China. In Brasilien und Russland ging das Marktvolumen aufgrund der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich zurück. Um unsere weltweite Präsenz bei Automobilkomponenten, insbesondere auch in den Wachstumsregionen China und NAFTA-Raum weiter auszubauen, haben wir im Bereich Powertrain im November ein neues Werk in Changzhou eröffnet. Hier werden jährlich rund 1 Mio Zylinderkopfhaubenmodule produziert. Das neue Werk ist bereits das vierte dieser Art, das wir derzeit weltweit errichten oder in den letzten zwölf Monaten in Betrieb genommen haben. Des Weiteren sind die Planungen zur Ansiedlung eines neuen Werks am Standort San Miguel de Allende in Mexiko nahezu abgeschlossen. Im Jahr 2016 soll dort mit dem Bau des Werkes, insbesondere zur Belieferung US-amerikanischer Kunden begonnen werden. Die weltweit große Nachfrage und das hohe Wachstumspotenzial beruhen auf der Weiterentwicklung unserer Nockenwellentechnologie und einem optimierten Fertigungsverfahren. Durch die Lieferung kompletter Nockenwellenmodule bieten wir unseren Kunden Systeme von höchster Qualität und Funktionalität mit einem sehr attraktiven Kosten-Nutzenverhältnis: Unsere Nockenwellenmodule ermöglichen eine effizientere Motorenmontage, Gewichtseinsparungen von bis zu 30 %, einen geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffemissionen. Auch im Bereich Chassis haben wir im Februar einen neuen Zulieferstandort in Mexiko für die Montage von Vorderachsen in Betrieb genommen. Eine Reihe von Neuaufträgen machte eine Kapazitätserweiterung am Standort Puebla notwendig. Täglich können nun rund 2.200 Achsmodule produziert und an den Kunden ausgeliefert werden. Die Zulieferung umfasst alle Modellplattformen von Volkswagen in Mexiko. Darüber hinaus haben wir im April in Puebla ein neues Werk für Lenkungskomponenten eröffnet und bauen damit unsere Marktpräsenz im wachsenden nordamerikanischen Markt weiter aus.

Im Geschäft mit Industriekomponenten haben wir den Auftragseingang im 2. Quartal sowohl bei Komponenten für Windkraftanlagen als auch Baumaschinen gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Insbesondere in China erhöhten sich Auftragseingänge bei Komponenten für Windkraftanlagen. Im Bereich Baumaschinenkomponenten zeigte sich eine leicht verbesserte Nachfrage.

Der Umsatz folgte der Entwicklung des Auftragseingangs und konnte in den ersten sechs Monaten um 12 % und im 2. Quartal 2014/2015 um 11 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Auf vergleichbarer Basis erhöhte er sich um 5 % bzw. 2 %.

Höheres Ergebnis profitiert von Effizienzsteigerungsmaßnahmen

Mit 150 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 konnte das Bereinigte EBIT von Components Technology gegenüber dem Vorjahreswert gesteigert werden. Auch das 2. Quartal lag mit 83 Mio € über dem Niveau des Vorjahres und Vorquartals. Eine gute Geschäftsentwicklung bei den Industriekomponenten und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung unter anderem aus dem Konzernprogramm impact hatten einen positiven Einfluss auf das Ergebnis. Trotz höherer Logistikkosten beim Serienhochlauf neuer Produkte, Kostennachteilen aus der Aufwertung des Schweizer Franken, Aufwendungen im Bereich Kurbelwellen im Zusammenhang mit einer Großreparatur und Mix-Effekten durch den deutlichen Anstieg im Geschäft mit der Montage von Achsmodulen, lag die Bereinigte-EBIT-Marge im 2. Quartal mit 4,8 % auf dem Niveau des Vorjahres und konnte gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden. Das EBIT stieg ebenfalls sowohl in den ersten sechs Monaten als auch im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahr und konnte auch gegenüber dem Vorquartal zulegen. Es spiegelt neben operativen Verbesserungen deutlich geringere Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen wider.

Auftragseingang Components Technology Bereinigtes EBIT Components Technology 1)
in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorquartal in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorguartal
Q1 1.439 Q1 63
Q 2 $+9%$ 1.573 Q2 $+19%$ 75
Q 3 $+2%$ 1.611 Q 3 $-8%$ 69
Q 4 $-5%$ 1.534 Q 4 $-12%$ 61
2013/2014 2013/2014
Q1 $+6%$ 1.621 Q1 $+10%$ 67
Q2 $+9%$ 1.763 Q2 $+24%$ 83
2014/2015 2014/2015

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Elevator Technology

Elevator Technology in Zahlen

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 3.836 4.891 28 3.836 4.891 28
Auftragseingang Mio € 3.382 3.758 11 1.581 1.890 20
Umsatz Mio € 3.025 3.373 12 1.481 1.661 12
EBIT 1) Mio € 253 334 32 138 158 14
EBIT-Marge 1) % 8,4 9,9 9,3 9,5
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 299 346 16 143 168 17
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 9,9 10,2 9,6 10,1
Mitarbeiter (31.03.) 49.316 51.001 3 49.316 51.001 3

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Servicenetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Auftragseingang und Auftragsbestand mit neuen Höchstwerten

Die Business Area Elevator Technology hat im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/2015 die positive Entwicklung weiter fortgesetzt. Auftragseingang und Umsatz konnten dabei sowohl in den ersten sechs Monaten als auch im 2. Quartal 2014/2015 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum mit zweistelligen Zuwachsraten gesteigert werden. Beim Auftragseingang profitiert der Bereich von positiven Wechselkurseffekten und einer gestiegenen Nachfrage im Neuanlagengeschäft speziell in den USA. Dabei wurde im 1. Halbjahr ein Zuwachs von 11 % und im 2. Quartal sogar von 20 % erzielt. Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Anstieg von 3 % bzw. 7 %. In Europa blieb die Nachfrage nahezu konstant, wobei das Geschäft ganz wesentlich durch Service getrieben wird. Im Vergleich zum 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/2015 hat Elevator Technology beim Auftragseingang trotz saisonaler Effekte leicht zugelegt. Der Auftragsbestand erreichte mit 4,9 Mrd € per 31. März 2015 einen neuen Höchstwert.

Den Umsatz konnten wir aufgrund von positiven Wechselkurseffekten und der starken Nachfrage im Neuanlagengeschäft ebenfalls deutlich steigern und Zuwachsraten von 12 % sowohl in den ersten sechs Monaten als auch im 2. Quartal 2014/2015 gegenüber den entsprechenden Vorjahreswerten erzielen. Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Anstieg von 4 % bzw. 1 %. Während im europäischen Raum der Umsatz auf Grund des immer noch schwachen Marktes in Südeuropa insgesamt leicht unter dem Wert des Vorjahres lag, verzeichnete die Business Area Elevator Technology im amerikanischen und asiatischen Raum – insbesondere in den USA, China und Südkorea – auf vergleichbarer Basis deutliche Wachstumsraten. Im Vergleich zum Vorquartal ist der Umsatz saisonal bedingt im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres leicht zurückgegangen.

Im Zuge der Umsetzung des umfangreichen Wachstumskonzepts wurde weiter in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und der Produktionsstätten investiert. Der Erwerb von Lift & Engineering Services Ltd. in Großbritannien im Dezember ist dabei ein weiterer Schritt hin zum Ausbau des weltweiten Servicegeschäfts. Darüber hinaus haben wir zur Stärkung unserer Marktposition im Bereich Service und Modernisierung ein Unternehmen im Bundesstaat Louisiana, USA, erworben.

Im Oktober 2014 fand der erste Spatenstich für den Testturm für Aufzugsinnovationen in Rottweil statt. Nach seiner Fertigstellung Ende 2016 wird hier unter anderem der innovative MULTI-Aufzug getestet und zertifiziert. Durch mehrere Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen können, sind mit MULTI völlig neue Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Business Area Elevator Technology mit innovativer Technik für eine effiziente und komfortable urbane Mobilität sorgt.

Bereinigtes EBIT zum zehnten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert

Elevator Technology hat im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr umsatzund margenbedingt um 16 % auf 346 Mio € gesteigert. Das Ergebnis- und Margenwachstum spiegelt vor allem die erfreuliche operative Geschäftsentwicklung sowie die begleitenden Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms impact wider. Zudem haben positive Wechselkurseffekte zu dieser Entwicklung beigetragen. Im 2. Quartal 2014/2015 konnte das Bereinigte EBIT um 17 % auf 168 Mio € und damit das zehnte Mal in Folge gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert werden. Im Vergleich zum Vorquartal des laufenden Geschäftsjahres war das Bereinigte EBIT saisonal bedingt leicht rückläufig. Trotz der Belastungen im Zusammenhang mit der Werksrestrukturierung in Frankreich konnte die Bereinigte EBIT-Marge im 1. Halbjahr um 0,3 Prozentpunkte gesteigert werden und lag mit 10,1 % auch im 2. Quartal um 0,5 Prozentpunkte über dem Wert des 2. Quartals des Vorjahres.

Das EBIT betrug im 1. Halbjahr 334 Mio €. Darin sind Sondereffekte in Höhe von 12 Mio € enthalten, die in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa resultieren.

Im April haben wir zudem beschlossen, die Strukturen der Business Area zu straffen, um künftig noch effizienter am Markt zu agieren. Die Anzahl der regionalen operativ führenden Einheiten wird von derzeit vier auf drei konzentriert. Das Europageschäft wird dabei künftig aus einer Hand gesteuert. Dies wird auch die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Technologien sowie die Harmonisierung und Reduzierung des Produktportfolios unterstützen.

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Industrial Solutions

Industrial Solutions in Zahlen

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 15.082 12.785 – 15 15.082 12.785 – 15
Auftragseingang Mio € 3.483 1.817 – 48 1.188 742 – 38
davon Marine Systems 1) Mio € 1.360 53 – 96 59 18 – 69
Umsatz Mio € 2.881 3.010 4 1.593 1.633 3
davon Marine Systems 1) Mio € 762 750 – 2 444 391 – 12
EBIT 2) Mio € 205 203 – 1 114 108 – 5
EBIT-Marge 2) % 7,1 6,7 7,2 6,6
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 208 201 – 3 117 109 – 7
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 7,2 6,7 7,3 6,7
Mitarbeiter (31.03.) 19.081 18.761 – 2 19.081 18.761 – 2

1) einschließlich Sonstiger Beteiligungen und Konsolidierung

2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns haben wir durch die Integration und Regionalisierung des Anlagenbaus die wesentlichen Grundlagen geschaffen, um unsere Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und unsere Effizienz zu steigern. Als global aufgestellter, integrierter Anlagenbauer mit hoher technologischer Kompetenz stellt ThyssenKrupp Industrial Solutions eine strategische Marktentwicklung und eine gemeinsame Kundenansprache sicher und fördert den weltweiten Austausch von Wissen sowie Engineering- und Abwicklungskompetenzen über all seine Geschäftsaktivitäten hinweg. Führende Technologien und eine sichere Projektausführung bilden die Basis für unsere nachhaltigen Engineering-Lösungen.

Neben dem Anlagenbaugeschäft, das operativ durch die beiden Business Units Process Technologies und Resource Technologies geführt wird, umfasst die Business Area Industrial Solutions auch die Business Units System Engineering und Marine Systems. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen bei Process Technologies, Anlagen für die Mining- und Zementindustrie

sowie innovativen Lösungen zur Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen bei Resource Technologies über Produktionssysteme für die Automobilindustrie bei System Engineering bis hin zum Marineschiffbau bei Marine Systems.

Auftragseingang im 1. Halbjahr gegenüber hohem Vorjahreswert rückläufig, Umsatzentwicklung stabil

Industrial Solutions verzeichnete im 1. Halbjahr 2014/2015 mit einem Auftragseingang in Höhe von 1,8 Mrd € erwartungsgemäß ein niedrigeres Geschäftsvolumen als im Vorjahreszeitraum, der wesentlich durch Großaufträge bei Marine Systems und Resource Technologies begünstigt war. Im Vergleich zum 2. Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres ging der Auftragseingang ebenfalls zurück. Vor dem Hintergrund der volatilen und rückläufigen Öl- und Rohstoffpreise zeigten sich die Kunden bei der Auftragsvergabe vorübergehend zurückhaltend. Der Auftragseingang bei Process Technologies blieb im Berichtshalbjahr gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres weitgehend stabil. Unter anderem konnten wir im 2. Quartal einen größeren Folgeauftrag zum Bau einer Düngemittelanlage in Ungarn gewinnen. Vor dem Hintergrund der weiterhin attraktiven Gaspreise sehen wir in den USA und Kanada weiterhin Chancen auf Folgeaufträge für Düngemittelanlagen sowie die zugehörige Infrastruktur. Nach der Freigabe der zuständigen Wettbewerbsbehörden hat im April 2015 das Closing zur Gründung eines Joint Ventures mit Industrie De Nora, Italien, stattgefunden. Durch die Zusammenführung der Aktivitäten im Bereich Planung, Beschaffung und Errichtung von Elektrolyseanlagen erweitern beide Partner ihre technologische Plattform und erhöhen die Kundennähe sowie die globale Präsenz.

Der Auftragseingang bei Resource Technologies blieb im 1. Halbjahr 2014/2015 unter dem Vorjahreswert, der durch einen Großauftrag für eine Zementanlage in Algerien begünstigt war. Der hohe Auftragsbestand, das ausgewogene Produktportfolio mit einem wachsenden Anteil des Reparatur- und Servicegeschäfts sowie die weiterhin lebhafte Nachfrage und aussichtsreiche Verhandlungen über geplante Projekte versprechen dennoch eine stabile Geschäftsentwicklung. Mit dem Erwerb der Maxx Engineering Pty. in Australien konnte das Unternehmen Anfang April 2015 seine Marktposition im Servicegeschäft weiter ausbauen. Die Pilbara Region im Nordwesten Australiens gilt als eine der größten Eisenerzregionen der Welt und bietet vor dem Hintergrund der zunehmenden Nachfrage nach effizienzsteigernden Produkten und Lösungen Wachstumspotenzial für das Servicegeschäft von ThyssenKrupp Resource Technologies.

System Engineering verzeichnete weiterhin eine lebhafte Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem 1. Halbjahr 2013/2014 sowie gegenüber dem Vorjahres- und dem Vorquartal an. Unter anderem konnte das Unternehmen mehrere Aufträge im zweistelligen Millionenbereich für den Bau von Fertigungslinien für europäische und US-amerikanische Automobilhersteller gewinnen. Unser über Jahrzehnte gewonnenes Prozessund Technologie-Know-how im Automobilbereich übertragen wir für zukunftsorientierte Montage- und Automatisierungslösungen auch zunehmend auf die Flugzeugherstellung.

Der durch einen Großauftrag geprägte sehr hohe Auftragseingang bei Marine Systems im 1. Halbjahr 2013/2014 konnte im Berichtszeitraum erwartungsgemäß nicht erreicht werden. Nachdem ThyssenKrupp im Zuge der Fokussierung der Schiffbauaktivitäten auf den Über- und Unterwasserschiffbau im Dezember mit dem Finanzinvestor Seafort Advisors GmbH im Rahmen eines Asset Deals den Verkauf der Emder Werft und Dockbetriebe in Emden vereinbart hatte, wurde dieser im Februar 2015 vollzogen.

Der Umsatz profitierte vom hohen Auftragsbestand und von positiven Wechselkurseffekten und konnte mit 3 Mrd € im 1. Halbjahr und 1,6 Mrd € im 2. Quartal 2014/2015 trotz der Veräußerung der schwedischen Aktivitäten im 2. Halbjahr 2013/2014 das hohe Niveau der entsprechenden Vorjahreswerte übertreffen und lag damit weitgehend im Rahmen des langfristigen Wachstumsziels. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg im Halbjahr 4 % und lag im 2. Quartal auf Vorjahresniveau. Bei Process Technologies führten geringere Auftragseingänge im vergangenen Geschäftsjahr im 1. Halbjahr 2014/2015 zu einer rückläufigen Entwicklung. Dagegen erzielte Resource Technologies in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Zuge der Abwicklung laufender Ölsand-Aufträge und des Hochlaufens der neuen Zementaufträge einen deutlich höheren Umsatz als in der Vorjahresperiode. Während der Umsatz bei Marine Systems in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres leicht rückläufig war, setzte sich der positive Umsatztrend bei System Engineering fort.

Der weiterhin hohe Auftragsbestand von 12,8 Mrd € sichert eine langfristige Planbarkeit und Auslastung für die nächsten zwei bis drei Jahre.

Bereinigtes EBIT weiterhin mit guter Margenqualität

Das Bereinigte EBIT lag mit 201 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 und mit 109 Mio € im 2. Quartal temporär leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Bereinigte EBIT-Marge lag dabei weiterhin im Zielbereich von 6 bis 7 %. Das EBIT war im Berichtshalbjahr kaum durch Sondereffekte beeinflusst und lag ebenfalls weitgehend auf Vorjahresniveau.

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Materials Services

Materials Services in Zahlen

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 6.256 7.269 16 3.414 3.723 9
Umsatz Mio € 6.059 7.215 19 3.320 3.794 14
EBIT 1) Mio € 79 – 151 -- 36 – 137 --
EBIT-Marge 1) % 1,3 – 2,1 1,1 – 3,6
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 90 51 – 43 56 49 – 13
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % 1,5 0,7 1,7 1,3
Mitarbeiter (31.03.) 30.653 22.418 – 27 30.653 22.418 – 27

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Die Business Area ist auf die Distribution und den Handel von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert. Sie ist an rund 500 Standorten in 45 Ländern aktiv. Die Gesellschaften und Bereiche der VDM- und AST-Gruppe sind seit dem 1. März 2014 in den Finanzkennziffern der Business Area enthalten, im Wesentlichen im Bereich Special Materials. Dadurch sind die Kennziffern des Geschäftshalbjahres nur eingeschränkt mit denen des entsprechenden Vorjahreszeitraums vergleichbar.

Auftragseingang und Umsatz vergleichbar leicht über Vorjahr

Im 1. Halbjahr 2014/2015 erreichten Auftragseingang und Umsatz 7,3 bzw. 7,2 Mrd €, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 16 % bzw. 19 %. Auf vergleichbarer Basis – insbesondere ohne Berücksichtigung von Special Materials (VDM und AST) – lag der Auftragseingang auf und der Umsatz 3 % über dem Vorjahresniveau. Der Ausweitung des weltweiten Werkstoff-Streckengeschäfts und der sehr guten Entwicklung des Lager- und Servicegeschäfts in Nordamerika standen dämpfend die vollständige Einstellung des Werkstoff-Lagergeschäfts in Russland, die Beendigung der Gleistechnikaktivitäten jeweils zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres sowie die Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe in Brasilien im Dezember 2014 gegenüber. Besser als in der Vergleichsperiode entwickelte sich der Umsatz im Bereich Aerospace, der vor allem in Nordamerika weiter zulegte, im Rohstoffhandel sowie im Werkstofflager- und Werkstoffservicegeschäft in Westeuropa. Lediglich aufgrund des sehr geringen Preisniveaus lag der Umsatz der automobilnahen Servicecenter-Aktivitäten nur gering über dem Vergleichszeitraum. Auch das Kunststoffgeschäft war durch ein sehr niedriges Preisniveau belastet. Der Umsatz im Bereich Special Materials, der im Vorjahr nur für einen Monat in den Kennziffern enthalten war, erreichte knapp 1,3 Mrd €. Gegenüber dem in unserem Handels- und damit verbundenen Dienstleistungsgeschäft traditionell schwachen 1. Quartal haben wir im 2. Quartal nicht nur den Auftragseingang sondern auch den Umsatz in nahezu allen Aktivitäten deutlich verbessert.

Die Gesellschaften der Business Area Materials Services haben im 1. Halbjahr 2014/2015 insgesamt 6,3 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe verkauft, 3 % weniger als im Vergleichszeitraum. Auf Produktion und Vertrieb von Edelstahl-Flachprodukten und Hochleistungswerkstoffen des neuen Bereichs Special Materials entfielen knapp 400.000 t. Der Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen lag mit 2,7 Mio t knapp 5 % unter dem Vorjahreswert, ohne Berücksichtigung des Russlandgeschäfts leicht darüber. Leichten Zuwächsen im Servicecenter- und Nordamerika-Geschäft standen geringe Rückgänge in West- und Osteuropa gegenüber. In Deutschland blieb das Absatzvolumen auf dem Niveau des Vergleichszeitraums. Der Absatz im weltweiten Werkstoff-Streckengeschäft lag insbesondere aufgrund des exzellenten 1. Quartals mit 1,5 Mio t um gut 40 % über dem Vorjahresniveau. Im Berichtszeitraum haben wir fast 1,6 Mio t Rohstoffe verkauft; insbesondere die Auslieferungen von Koks/Kohle, aber auch von Nickelerzen sind gegenüber den extrem hohen Mengen des Vergleichszeitraums um fast 20 % zurückgegangen. Dagegen konnte der Absatz von Metallen und Legierungen gesteigert werden.

Bereinigtes EBIT im 2. Quartal deutlich verbessert, aber insgesamt unter Vorjahr

Materials Services hat das Ergebnis im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 gegenüber dem nahezu ausgeglichenen 1. Quartal deutlich verbessert und erzielte im 1. Halbjahr ein Bereinigtes EBIT von 51 Mio €. Im 1. Halbjahr 2013/2014 waren es 90 Mio €. Wesentliche Ursachen für den Rückgang waren der hohe Wettbewerbsdruck und das weitgehend schwache Preisniveau. Auch die Veräußerung der Dienstleistungsaktivitäten in Brasilien wirkte sich ergebnismindernd aus. Der Bereich Special Materials mit den Einheiten VDM und AST belastete das Bereinigte Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2014/2015 insgesamt mit −20 Mio €, insbesondere durch den Streik in Italien im 1. Quartal. Die in Umsetzung befindlichen umfassenden neuen Geschäftspläne für VDM und AST zeigten jedoch bereits deutliche Fortschritte; so leisteten beide Einheiten im 2. Quartal einen positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT der Business Area.

Die Performance-Programme im Rahmen von impact – in erster Linie diejenigen zur Optimierung des Logistiknetzwerks, der operativen Struktur und der Verwaltung – haben wir weltweit mit Nachdruck fortgesetzt und die Mitarbeiterzahl in allen Regionen sowie Geschäftseinheiten der Marktentwicklung angepasst. In Europa, dabei insbesondere auch in Deutschland, wird die Anzahl der rechtlichen Einheiten weiter reduziert. Jüngstes Beispiel zur nachhaltigen Verbesserung von Aufgaben, Prozessen und Strukturen ist Metals Germany: Mit Wirkung zum 8. April 2015 haben wir die Aktivitäten der Unternehmen ThyssenKrupp MetalServ GmbH, ThyssenKrupp Stahlkontor GmbH und ThyssenKrupp Schulte GmbH gesellschaftsrechtlich unter dem Dach der neuen ThyssenKrupp Schulte GmbH zusammengeführt. Damit entsteht eine Einheit mit über 3.000 Mitarbeitern, einem Absatzvolumen von über 2 Mio t jährlich mit über 60.000 Kunden. Fast 400 Aggregate in den Lägern und Servicecentern gewährleisten Werkstoffe nach Maß, angearbeitet nach individuellen Kundenwünschen. Die Zusammenführung zielt auf eine stärkere Integration der Geschäftsbereiche von ThyssenKrupp, um die Verbundkraft des Konzerns zu stärken.

Zu Beginn des 3. GeschäftsquartaIs haben wir zudem die Verträge zur Veräußerung der VDM-Gruppe unterzeichnet. In diesem Zusammenhang haben wir eine Buchwertberichtigung vorgenommen und damit im Halbjahresabschluss einen EBIT-Effekt von −174 Mio € und einen Effekt nach Steuern von −119 Mio € berücksichtigt.

Desinvestitions- und restrukturierungsbedingte Sondereffekte in Höhe von 202 Mio € – im Wesentlichen Effekte aus der vorgenannten Buchwertberichtigung im 2. Quartal – führten für die Business Area Materials Services im Berichtszeitraum zu einem EBIT von −151 Mio €.

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Steel Europe

Steel Europe in Zahlen 1)

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 4.701 4.489 – 5 2.429 2.394 – 1
Umsatz Mio € 4.443 4.245 – 4 2.377 2.260 – 5
EBIT 2) Mio € 73 193 164 54 113 109
EBIT-Marge 2) % 1,6 4,5 2,3 5,0
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 82 192 134 64 113 77
Bereinigte-EBIT-Marge 2) % 1,8 4,5 2,7 5,0
Mitarbeiter (31.03.) 28.022 27.481 – 2 28.022 27.481 – 2

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und in andere stahlverarbeitende Industriezweige geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie beispielsweise die Verpackungsindustrie.

Auftragseingang und Umsatz preisbedingt rückläufig

Steel Europe verzeichnete im 2. Quartal und auch im 1. Halbjahr 2014/2015 ein im Vorjahresvergleich niedrigeres Geschäftsvolumen. Ursächlich war die anhaltende Schwäche der Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten, die sich in unseren Geschäftsabschlüssen widerspiegelte. Die Mengenentwicklung, die im 1. Quartal durch temporäre Engpässe in der Produktion erheblich beeinträchtigt war, normalisierte sich nach dem Jahreswechsel. Auftragseingänge und Lieferungen übertrafen im 2. Quartal die entsprechenden Vorjahresvolumina und lagen deutlich über den Mengen des vorangegangenen Quartals.

Der Auftragseingang erreichte im Halbjahreszeitraum 4,5 Mrd € und war damit um 5 % niedriger als in der gleichen Vorjahresperiode. Auf vergleichbarer Basis, das heißt währungsbereinigt, betrug der Rückgang ebenfalls 5 %. Mit wieder stabilerer Produktion und auch saisonal belebter Nachfrage ab dem Jahreswechsel übertraf der Auftragseingang im 2. Quartal den Wert des Vorquartals deutlich. Die Auftragsbestände lagen zum Ende der Berichtsperiode wieder auf einem recht ordentlichen Niveau. Die Bestellmengen waren insgesamt in den ersten sechs Monaten mit 6 Mio t rund 1 % höher als im Vorjahr.

Der Umsatz der Business Area belief sich in der ersten Geschäftsjahreshälfte auf 4,2 Mrd €. Dieser Rückgang von 4 % bzw. auf vergleichbarer Basis von 5 % gegenüber dem Vorjahr war bedingt durch die gesunkenen durchschnittlichen Nettoerlöse. Der Versand übertraf mit 5,7 Mio t trotz der zeitweilig schwierigen Vormaterialversorgung leicht das Vorjahresniveau. Dabei konnte der Export, besonders an Kunden außerhalb Europas, deutlich ausgeweitet werden, dies betraf insbesondere Warmbandlieferungen an die Rohrindustrie. Der Absatz von Verpackungsblech wurde ebenfalls gesteigert. Handel und Servicecenter haben ab Jahresbeginn 2015 im Zuge der leichten konjunkturellen Erholung wieder merklich höhere Mengen abgenommen. Auf Vorjahreshöhe bewegte sich der Versand an die Automobilindustrie einschließlich Zulieferer. Niedriger war der Grobblechabsatz.

Zur weiteren Stärkung der Marktposition bei hochwertigen feuerbeschichteten Blechen im stark wachsenden chinesischen Automobilmarkt haben wir im März 2015 einen Vertrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem Unternehmen der Angang Gruppe zum Betrieb einer neuen Feuerbeschichtungsanlage im Südwesten Chinas abge-schlossen. Bisher waren wir mit unserem Joint Venture-Partner Angang Steel bereits im Nordosten Chinas vertreten. Der Abschluss der Transaktion steht im Wesentlichen noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch chinesische Regulierungsbehörden.

Rohstahlerzeugung durch Brammenlieferungen von ThyssenKrupp CSA ergänzt

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von HKM lag im 1. Halbjahr 2014/2015 mit 6,2 Mio t um 5 % unter der Vorjahresmenge. Infolge der verzögerten Wiederinbetriebnahme der Stranggießanlage 1 im vergangenen Oktober war die Vormaterialversorgung vor allem im 1. Quartal des Geschäftsjahres beeinträchtigt. Zwischenzeitlich stabilisierten sich die Produktion und die Brammensituation. Rückstände wurden teilweise aufgeholt, auch durch fortgesetzte Zulieferungen seitens des brasilianischen Werks ThyssenKrupp CSA. Die Walzstahlproduktion für Kunden war im Berichtszeitraum um 3 % niedriger als ein Jahr zuvor, wobei die Erzeugung im 2. Quartal 11 % höher als im Vorquartal war.

"Best-in-Class Reloaded" zeigt weiter Wirkung: EBIT deutlich gesteigert

Die Business Area Steel Europe konnte im Berichtszeitraum das Bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahreswert auf 192 Mio € mehr als verdoppeln. Dies ist eine Steigerung um 110 Mio €. Auch im Vergleich der beiden Berichtsquartale wurde erneut eine deutliche Verbesserung realisiert. Mit 113 Mio € wurde im 2. Quartal dieses Geschäftsjahres das höchste Quartalsergebnis seit mehr als drei Jahren erzielt. Die Bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich im Berichtshalbjahr auf 4,5 %.

Während vor allem das im Vorjahresvergleich erneut niedrigere, unverändert nicht auskömmliche Stahlpreisniveau negativ zu Buche schlug, lieferten die konsequent weiter umgesetzten Maßnahmenprogramme, insbesondere "Best-in-Class Reloaded", positive Ergebniseffekte. Darüber hinaus trugen Entlastungen bei den Rohstoffkosten zur Ergebnisverbesserung bei, wenngleich diese Kostenvorteile zum Teil durch den zuletzt stark gefallenen Eurokurs wieder aufgezehrt wurden. Sondereffekte hatten im Wesentlichen nur das Vorjahresergebnis leicht beeinflusst. Das EBIT nahm von 73 Mio € im 1. Halbjahr 2013/2014 um 120 Mio € auf jetzt 193 Mio € zu.

Vor dem Hintergrund der voraussichtlich auch künftig schwierigen Marktbedingungen liegt der Fokus des Managements weiter auf der nachdrücklichen Umsetzung der Maßnahmen aus "Best-in-Class Reloaded". Kostensenkungsmaßnahmen werden dabei durch Differenzierungsinitiativen bei Stahlgüten und durch umfangreiche Vertriebsoptimierungen ergänzt. Die breit angelegte Vermarktungsoffensive des Ende vergangenen Geschäftsjahres vorgestellten konzernübergreifenden Entwicklungsprojektes InCar®plus wurde im Berichtszeitraum intensiv fortgeführt und in einer ersten Phase automobilen Kunden in Europa vorgestellt. Im Verlauf des Jahres folgen Termine bei Automobilherstellern in den USA, China, Südkorea und Japan. Dieses derzeit größte herstellerunabhängige Entwicklungsprojekt eines Automobilzulieferers wird den Kunden im Rahmen einer weltweiten Technologie-Roadshow direkt an ihren Standorten präsentiert und reflektiert in besonderem Maße, wie wir auf der Grundlage genauer Kenntnisse der Geschäftstätigkeit unserer Kunden und eines starken technischen Knowhows gemeinsam innovative, marktorientierte Lösungen erarbeiten.

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Steel Americas

Steel Americas in Zahlen

1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
Veränderung
in %
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.183 895 – 24 574 420 – 27
Umsatz Mio € 1.073 955 – 11 535 453 – 15
EBIT 1) Mio € 114 – 30 -- 115 – 19 --
EBIT-Marge 1) % 10,6 – 3,1 21,5 – 4,2
Bereinigtes EBIT 1) Mio € – 46 – 20 57 – 27 – 20 26
Bereinigte-EBIT-Marge 1) % – 4,3 – 2,1 – 5,0 – 4,4
Mitarbeiter (31.03.) 4.037 3.562 – 12 4.037 3.562 – 12

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Vom Stahlwerk in Brasilien (ThyssenKrupp CSA) aus beliefert die Business Area Steel Americas insbesondere den US-amerikanischen und den brasilianischen Markt mit hochwertigen Brammen. Neben einem langfristigen Brammenliefervertrag mit ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (AM/NS), der uns bereits verlässlich über mehrere Jahre eine Mindestauslastung unseres Werkes von 40 % sichert, bearbeitet ThyssenKrupp CSA gezielt die Brammenmärkte in Süd- und Nordamerika.

Auftragseingang und Umsatz rückläufig

Bei Steel Americas waren Auftragseingang und Umsatz im 1. Halbjahr 2014/2015 und im 2. Quartal gegenüber den Vorjahreswerten rückläufig. Dies reflektiert neben der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA im Vorjahr Engpässe in der Produktion infolge eines unplanmäßigen Stillstandes der Konverter im 1. Quartal sowie infolge von temporär schlechter Rohstoffqualität und geplanten Wartungsstillständen im 2. Quartal. Hinzu kam insbesondere im 2. Quartal auch ein hoher Preisdruck.

Der Auftragseingang lag dabei mit 895 Mio € in den ersten sechs Monaten 2014/2015 und 420 Mio € im 2. Quartal um mehr als 20 % unter den entsprechenden Vorjahreswerten; auf vergleichbarer Basis betrug der Rückgang 5 % bzw. 15 %.

Der Umsatz war mit 955 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 und 453 Mio € im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 11 % bzw. 15 % rückläufig. Auf vergleichbarer Basis lag er im Halbjahr auf Vorjahresniveau und um 9 % unter dem Vorjahresquartal. Der Rückgang um 10 % gegenüber dem 1. Quartal 2014/2015 reflektiert neben rückläufigen Preisen insbesondere auch ein niedrigeres Versandniveau.

Das brasilianische Hüttenwerk produzierte im Berichtshalbjahr 1,9 Mio t und lag damit 5 % unter dem Vorjahreswert. 1 Mio t Brammen wurden an das Walz- und Beschichtungswerk von AM/NS in Calvert/Alabama und 0,3 Mio t an Steel Europe geliefert. Die hochwertigen Brammen erfreuen sich einer guten Nachfrage, der Aufbau des Kundenstamms in Süd- und Nordamerika macht Fortschritte. Dabei stehen höhere Stabilität und Effizienzsteigerung in der Produktion grundsätzlich vor Mengenausweitung.

Bereinigtes EBIT verbessert

Steel Americas hat das Bereinigte EBIT in beiden Quartalen und damit im Berichtshalbjahr weiter gegenüber den Vergleichswerten des Vorjahres verbessert, dabei im 1. Quartal 2014/2015 ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet und lediglich aufgrund deutlich negativer Wechselkurseffekte auf Vorsteuerguthaben bei ThyssenKrupp CSA im 2. Quartal ein negatives Bereinigtes EBIT ausgewiesen. Die Verbesserung gegenüber den Vorjahreswerten ist vor allem auf positive Preiseffekte im nordamerikanischen Markt, rückläufige Rohstoffpreise und Effizienzsteigerungsmaßnahmen zurückzuführen. Gegenüber dem Vorquartal ging das Bereinigte EBIT insbesondere durch die negativen Wechselkurseffekte leicht zurück.

Das EBIT betrug −30 Mio € im 1. Halbjahr 2014/2015 und −19 Mio € im 2. Quartal. Die enthaltenen Sondereffekte von insgesamt 10 Mio € resultieren im Wesentlichen aus einem Aufwand im 1. Quartal aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags. Die negative Abweichung gegenüber dem Vorjahr reflektiert den hohen positiven Sondereffekt aus der Veräußerung des US-Standortes in Calvert im 2. Quartal 2013/2014.

Auftragseingang Steel Americas Bereinigtes EBIT Steel Americas 1)
in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorguartal in Mio €, Veränderungsrate gegenüber Vorguartal
Q1 609 Q 1 $-19$
Q2 574
$-6%$
Q2 $-42%$ $-27$
Q 3 412
$-28%$
Q3 $+ + 9/0$ 12
Q 4 620
$+50%$
Q 4 $- - 9/0$ $-34$
2013/2014 2013/2014
Q1 475
$-23%$
Q 1 $+ + 9/0$ 0
Q2 420
$-12%$
Q 2 $- - 9/6$ $-20$
2014/2015 2014/2015

1) Der Vorjahresausweis wurde durch die Definitionsänderung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 angepasst (vgl. die Ausführungen im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen").

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung sowie die Shared-Services-Aktivitäten. Der Konzern wird von der ThyssenKrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Für eine noch stärkere, weltweite Vernetzung arbeitet der Konzern in einer dreidimensionalen Führungsstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Funktionen und Regionen. Im Zuge der Umsetzung dieses neuen Führungskonzepts wurden Regional Headquarters in Nord- und Südamerika, China, Indien und in der Region Asien/Pazifik aufgebaut.

Die Shared-Services-Aktivitäten umfassen die Bereiche Business Services (Finanzen und Personal), IT und die ThyssenKrupp Real Estate GmbH. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen und externe Kunden erbringen, betrug im Berichtshalbjahr 93 Mio € und somit 9 Mio € mehr als im Vorjahreshalbjahr.

Das Bereinigte EBIT von Corporate lag im 1. Halbjahr 2014/2015 bei −201 Mio € und verbesserte sich damit aufgrund von unterjährig niedrigeren Projektkosten um 21 Mio € gegenüber dem Vorjahr. Einschließlich Sondereffekten infolge Aufwendungen für Portfoliomaßnahmen und Umstrukturierungen belief sich das EBIT auf −214 Mio €. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es −315 Mio € bedingt durch die Entkonsolidierung der US-amerikanischen Mantelgesellschaft The Budd Company im Rahmen der Abwicklung im Chapter 11 Verfahren sowie der Veräußerung der Outokumpu-Beteiligung.

Stainless Global (nicht fortgeführte Aktivität)

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen OTK abgeschlossen. Nach dem Abgang fallen noch nachlaufende Aufwendungen und Erträge an, die mit dem Verkauf von Stainless Global in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Der im 1. Halbjahr 2014/2015 entstandene Aufwand von 6 Mio € resultiert aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen; davon betreffen 4 Mio € das 1. Quartal 2014/2015. Die im 1. Halbjahr 2013/2014 ausgewiesenen Erträge führten zu einem EBIT von 185 Mio €. Sie stammen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an OTK resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für OTK aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen im 1. Quartal 2013/2014.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Im nachfolgenden Abschnitt erfolgen im Wesentlichen die Analyse der Ertragslage anhand der Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsanalyse anhand der Kapitalflussrechnung sowie die Analyse der Bilanzstruktur. Angaben zur Finanzierung und zu Investitionen finden Sie im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im 1. Halbjahr 2014/2015 mit 21.039 Mio € um 1.682 Mio € oder 9 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Für diesen Anstieg waren vor allem die deutliche Geschäftsausweitung bei den Industriegüteraktivitäten sowie die im Berichtshalbjahr mit sechs Monaten enthaltenen Umsätze der im Vorjahreszeitraum erst ab dem 1. März 2014 einbezogenen VDM- und AST-Gruppe verantwortlich. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 1.422 Mio € oder 9 % und damit insgesamt proportional zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursache für den Anstieg waren umsatzbedingt höhere Materialaufwendungen sowie im 2. Quartal 2014/2015 erfasste Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf der VDM-Gruppe. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 260 Mio € auf 3.263 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge lag unverändert bei 16 %.

Der Anstieg der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten um 51 Mio € sowie die Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten um 27 Mio € waren hauptsächlich auf die im Berichtszeitraum mit sechs Monaten statt wie im Vorjahreszeitraum nur mit einem Monat einbezogenen Zahlen von VDM und AST zurückzuführen.

Der Rückgang der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 24 Mio € betraf insbesondere verminderte sonstige Steuern sowie geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit Derivaten im Strombereich.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen insgesamt sonstige Verluste in Höhe von 143 Mio €. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum ergaben sich demgegenüber insgesamt sonstige Gewinne von 293 Mio €. Hauptursachen für die Verschlechterung um 436 Mio € waren insbesondere die nur im Vorjahr enthaltenen Gewinne aus der Entkonsolidierung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company und aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA; hinzu kamen höhere Verluste aus der Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

Die Verbesserung des auf die fortgeführten Aktivitäten entfallenden Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 43 Mio € betraf in erster Linie den Wegfall der im Vorjahreszeitraum enthaltenen Verluste der Beteiligung an Outokumpu Oyj. Der Anstieg der Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten um 283 Mio € resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Wechselkursgewinnen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen. Gegenläufig wirkten insbesondere geringere Erträge aus Derivaten. Die insgesamt eingetretene Erhöhung der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 11 Mio € enthielt deutlich gestiegene Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen. Gegenläufig wirkte insbesondere der Wegfall der im Vorjahreszeitraum enthaltenen Verluste aus dem Abgang der Beteiligung an der Outokumpu Oyj.

Im Berichtshalbjahr ergab sich bei einem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) von 215 Mio € ein Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 121 Mio €, der insbesondere durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern beeinflusst wurde.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Gewinn der fortgeführten Aktivitäten auf 94 Mio €. Dies sind 79 Mio € mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Aus den nicht fortgeführten Aktivitäten resultierte im Berichtszeitraum ein Verlust von 6 Mio € nach einem Gewinn von 185 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für die Verschlechterung um 191 Mio € war die im Vorjahreszeitraum erfolgte Auflösung einer Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe von Inoxum an Outokumpu.

Unter Einbeziehung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich ein Periodenüberschuss von 88 Mio € nach 200 Mio € im Vorjahr.

Im Berichtshalbjahr wurde ein Gewinn je Aktie bezogen auf den Periodenüberschuss, der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, in Höhe von 0,17 € erzielt, 0,20 € weniger als im entsprechenden Vorjahrzeitraum. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel ein Gewinn je Aktie von 0,18 €; dies ist eine Verbesserung um 0,15 €.

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" und enthält bis zu ihrer tatsächlichen Veräußerung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen.

Im Berichtshalbjahr ergab sich ein Mittelabflusss aus der operativen Geschäftstätigkeit von insgesamt 174 Mio €. Die fortgeführten Aktivitäten verzeichneten eine Verbesserung um 154 Mio € auf einen Mittelabfluss von 168 Mio €. Einem deutlich verbesserten Periodenergebnis vor Abschreibungen, latenten Steuern und Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten stand hier eine insgesamt erhöhte Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gegenüber.

Aus der Investitionstätigkeit resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 398 Mio €, der ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurden hier Mittelzufüsse von 508 Mio € erzielt. Die eingetretene Veränderung von 906 Mio € betraf im Wesentlichen den Wegfall der im Vorjahr erfassten Einzahlungen aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA, denen im Berichtszeitraum die deutlich geringeren Einzahlungen aus dem Verkauf der Dienstleistungsaktivitäten der RIP-Gruppe in Brasilien gegenüber standen.

Im Berichtszeitraum ergab sich insgesamt, insbesondere als Folge der Auszahlungen für Investitionen, ein negativer Free Cash-Flow von 572 Mio €, der nahezu ausschließlich die fortgeführten Aktivitäten betraf.

Die Finanzierungstätigkeit führte insgesamt zu Mittelzuflüssen in Höhe von 371 Mio €, dies waren 666 Mio € weniger als im Vorjahreszeitraum. Hierfür waren insbesondere der Wegfall der Einzahlungen aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung in Höhe von 878 Mio € sowie höhere, in den sonstigen Finanzierungsvorgängen enthaltene Auszahlungen aus Devisen- und Cross Currency-Swaps im Zusammenhang mit der Konzernfinanzierung verantwortlich; gegenläufig wirkte die um 694 Mio € gestiegene Aufnahme von Finanzschulden.

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2014 insgesamt deutlich um 1.541 Mio € auf 37.971 Mio €. Effekte aus der Währungsumrechnung, insbesondere auf Grund der stark rückläufigen Kursentwicklung des US-Dollar im 2. Quartal 2014/2015, trugen allein mit 1.726 Mio € zu diesem Anstieg bei.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt um 659 Mio € über dem Wert am 30. September 2014. Aus der Währungsumrechnung resultierte hierbei eine Zunahme um 872 Mio €. Die Erhöhung der immateriellen Vermögenswerte um 204 Mio € betraf insbesondere Wechselkurseffekte, hauptsächlich bei den Firmenwerten. Die Sachanlagen stiegen insgesamt um 119 Mio €; Kurseffekten in Höhe von 463 Mio € standen insbesondere über den Investitionen liegende Abschreibungen sowie Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Einleitung des Verkaufs der VDM-Gruppe in der Business Area Materials Services im 2. Quartal 2014/2015 gegenüber. Der Rückgang der langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 78 Mio € betraf hauptsächlich eine Verminderung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern. Der Anstieg der aktiven latenten Steuern um 462 Mio € betraf neben der Währungsumrechnung vor allem Steuereffekte auf die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 882 Mio €. Dieser Anstieg enthielt kursbedingte Zunahmen von 854 Mio €. Die Vorräte lagen zum 31. März 2015 mit 7.514 Mio € insgesamt auf dem Niveau zu Beginn des Berichtszeitraumes. Mindernd wirkten mit 447 Mio € vor allem Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit der erwähnten Einleitung des Verkaufs der VDM-Gruppe, denen insbesondere kursbedingte Zunahmen von 301 Mio € gegenüber standen. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 76 Mio € enthielt ebenfalls deutliche umrechnungsbedingte Zunahmen. Gegenläufig wirkten hier insbesondere Umgliederungen von 104 Mio € in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte. Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 206 Mio € betraf im Wesentlichen geleistete Anzahlungen für die Beschaffung von Vorräten sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern. Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 146 Mio € war insbesondere Folge des im Berichtshalbjahr negativen Free Cashflow von 572 Mio €. Dem standen neben Wechselkurseffekten Einnahmen aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber, die insbesondere aus der Aufnahme von Finanzschulden resultierten.

Die Zunahme der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte um 677 Mio € betraf hauptsächlich die erwähnte Einleitung des Verkaufs der VDM-Gruppe im 2. Quartal 2014/2015.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 31. März 2015 gegenüber dem 30. September 2014 um 336 Mio € auf 2.863 Mio €. Hauptursache waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste (nach Steuern) von 896 Mio € aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen von 94 Mio €. Gegenläufig wirkten der im Berichtshalbjahr erzielte Periodenüberschuss von 88 Mio € sowie vor allem die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne aus der Währungsumrechnung in Höhe von 588 Mio €. Die Eigenkapitalquote ging auf 7,5 % zurück.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 1.212 Mio €. Dieser Anstieg resultierte mit 1.161 Mio € aus der Zunahme der Rückstellungen für Pensionen, insbesondere als Folge der im Rahmen der Neubewertung zum 31. März 2015 aktualisierten Zinssätze. Die Zunahme der langfristigen Finanzschulden um 137 Mio € betraf mit 338 Mio die Anleihen. Hier stand der Begebung einer Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1.350 Mio € im Februar 2015 die Umgliederung einer im Februar 2016 fälligen Anleihe von 997 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden gegenüber. Weitere Umgliederungen von 250 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden standen im Zusammenhang mit Schuldscheindarlehen, die im März 2016 fällig werden.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 665 Mio €. Dieser Anstieg war mit 505 Mio € deutlich durch die Währungsumrechnung beeinflusst. Der enthaltene Rückgang der sonstigen Rückstellungen um 68 Mio € resultierte hauptsächlich aus zahlungswirksamen Inanspruchnahmen. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 682 Mio € betraf neben Zunahmen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit 1.247 Mio € insbesondere die angesprochenen Umgliederungen der Anleihe und der Schuldscheindarlehen aus den langfristigen Finanzschulden. Gegenläufig wirkte die Rückzahlung einer Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio € im März 2015. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen am 31. März 2015 mit 4.952 Mio € auf dem Niveau zu Beginn des Berichtszeitraumes. Hauptsächlich kursbedingten Erhöhungen standen hier mit 171 Mio € insbesondere Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten als Folge des erwähnten eingeleiteten Verkaufs der VDM-Gruppe gegenüber. Die insgesamt eingetretene leichte Erhöhung der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 11 Mio € betraf insbesondere Zunahmen im Zusammenhang mit der Derivatebilanzierung; gegenläufig waren geringere Zinsverpflichtungen sowie verminderte Verbindlichkeiten aus der Beschaffung von Sachanlagen. Insgesamt gesunkene Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen sowie verminderte Verbindlichkeiten im Personalbereich waren die Hauptursachen für die Abnahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 288 Mio €; erhöhend wirkten hier insbesondere gestiegene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

Die Einleitung des Verkaufs der VDM-Gruppe im 2. Quartal 2014/2015 war für den Anstieg der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten um 379 Mio € verantwortlich.

ThyssenKrupp Aktie

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2014/2015 konnte sich die ThyssenKrupp Aktie den auf den Märkten lastenden geopolitischen Risiken und Konjunktursorgen nicht entziehen. Insbesondere nach Veröffentlichung des Jahresabschlusses im November 2014 und auch nach dem erfolgreichen Capital Markets Day in London im Dezember konnte die ThyssenKrupp Aktie in der Wertentwicklung dann jedoch wieder zu den Indizes aufschließen und auch im 2. Quartal in einem positiven Marktumfeld weiter zulegen. Zum Ende des 2. Quartals notierte die Aktie am 31. März 2015 bei 24,43 € und damit rund 18 % höher als zu Beginn des Geschäftsjahres. Im gleichen Zeitraum hat sich der DAX um 26 % verbessert, während der DJ STOXX um rund 17 % zulegte.

Capital Markets Day und Broker Field Trips als effiziente Dialog-Plattform

Mit der Strategischen Weiterentwicklung und dem Zielbild eines diversifizierten Industriekonzerns haben wir ThyssenKrupp am Kapitalmarkt positioniert und die Wertperspektive für Anleger klar aufgezeigt. Effiziente Plattformen für den Dialog mit dem Kapitalmarkt über den Fortschritt im Transformationsprozess sind dabei neben Roadshows und Investorenkonferenzen der einmal im Jahr stattfindende Capital Markets Day sowie die regelmäßig durch in- und ausländische Broker organisierten Field Trips. Die teilnehmenden Investoren haben dabei wie bei einem Capital Markets Day Gelegenheit, neben Konzern-Vorständen auch die Vorstände und Industrie-Experten der Business Areas zu treffen und vertiefende Gespräche zu führen. Im 2. Quartal fanden allein drei Field Trips statt.

Im Dialog mit dem Kapitalmarkt spielen bei allen unseren Maßnahmen für Investoren und Analysten die Ziele unserer Business Areas und die Erläuterung der Maßnahmenprogramme zu deren Erreichen durch die jeweils verantwortlichen Vorstände eine entscheidende Rolle.

Ihr Kontakt zu Investor Relations

Die Mitarbeiter von Investor Relations stehen Ihnen bei allen Themen rund um die ThyssenKrupp Aktie und das Wertpotenzial des Unternehmens jederzeit gern zur Verfügung. Daneben stellen wir im Internet umfangreiche Daten und Fakten bereit. Auch wenn Sie Kontakt zu Investor Relations aufnehmen oder sich über die geplanten Termine des Finanzkalenders 2014/2015 informieren möchten, finden Sie alle notwendigen Informationen in der Übersicht am Ende dieses Zwischenberichts oder im Internet unter www.thyssenkrupp.com unter der Überschrift "Investor Relations".

Compliance

Der Schwerpunkt des Compliance-Programms als konzernweite Maßnahme liegt bei ThyssenKrupp auf der Korruptionsbekämpfung und dem Kartellrecht, entsprechend der Compliance-Strategie 2020 erweitert um die Themen Geldwäscheprävention, Datenschutz sowie Einhaltung des italienischen Organisationsgesetzes 231/01. Vor diesem Hintergrund haben wir das Programm mit seinen drei Säulen "Informieren", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" im Berichtszeitraum weiter konsequent umgesetzt, dabei lag der Fokus weiterhin auf der Umsetzung der Ergebnisse der konzernweiten Bottomup-Risikoerhebung sowie der Bearbeitung der im Rahmen der Compliance-Strategie 2020 erarbeiteten Maßnahmen.

Konzernweite Risikoerhebung: Umsetzung in die Praxis

Die detaillierte Berichterstattung über die Ergebnisse der im vergangenen Geschäftsjahr konzernweit durchgeführten Bottom-up-Risikoerhebung an sämtliche erfassten Einheiten sowie Business Areas und Regionen wurde abgeschlossen. Die Umsetzung der Ergebnisse und der daraus abgeleiteten Maßnahmen zur Risikominimierung in der unternehmerischen Praxis wurde durch Compliance weiter unterstützt. Auch wurden im Berichtszeitraum weitere unternehmensspezifische Workshops zur Diskussion der Risiken und zur Ableitung von Maßnahmen durchgeführt. Auf der Ebene des Konzerns und der Regionen ermöglicht die Risikoanalyse eine deutlich zielgerichtetere und effizientere Steuerung der Compliance-Aktivitäten. Die Business Areas können die Ergebnisse der Risikoanalyse zudem bei der strategischen Ausrichtung ihrer unternehmerischen Entwicklung berücksichtigen und ihre geschäftlichen Aktivitäten risikoorientiert steuern. Die jeweils operativ Verantwortlichen können dank der Risikoanalyse ihre Aufgaben fokussierter wahrnehmen und im Tagesgeschäft Compliance-Risiken aktiv reduzieren.

Weiterentwicklung des Compliance-Programms: Compliance 2020

Im Strategieprojekt "Compliance 2020" haben wir im vergangenen Geschäftsjahr wesentliche Festlegungen für die zukünftige Compliance-Strategie von ThyssenKrupp bis in das Jahr 2020 getroffen. Dementsprechend werden im Rahmen der Umsetzung der Compliance-Strategie unter sieben strategischen Oberzielen Maßnahmen entwickelt, die zusammengenommen zu einer systemischen Verankerung von Compliance im Konzern führen sollen. Im Berichtszeitraum lag deshalb ein Schwerpunkt der Compliance-Arbeit in der Bearbeitung der konkreten Einzelmaßnahmen; erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Insbesondere wird weiterhin die Integration und der Aufbau bzw. die Erweiterung der neuen Kernbereiche des Compliance-Programms vorangetrieben, d.h. die Themenfelder Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und italienisches Compliance-Gesetz 231/01. Daneben hat die Compliance-Funktion im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung von Compliance im Konzern die vom Vorstand beschlossene beratende, koordinierende und konsolidierende Rolle bezüglich weiterer Themenfelder (wie z.B. Arbeitssicherheit oder Umweltschutz) übernommen.

Die Grundlage: Unsere Unternehmenskultur

Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Compliance-Programms ist eine für Werte wie Transparenz, Integrität und Glaubwürdigkeit stehende Unternehmenskultur. Unsere Mitarbeiter tragen die persönliche und unsere Führungskräfte zudem die unternehmerische Verantwortung für Compliance und richten ihr Handeln an diesen Werten aus. Die Weiterentwicklung der Compliance-Strategie und ihre Umsetzung dienen letztlich auch dazu, den dazu notwendigen Wandel in der geistigen Haltung und im Verhalten unserer Mitarbeiter weiter zu unterstützen und so zu einer noch stärkeren Compliance-Durchdringung im Konzern beizutragen. Nur so können wir nachhaltig unser klares Bekenntnis umsetzen, dass bei ThyssenKrupp insbesondere Korruption und Verstöße gegen das Kartellrecht auf "null Toleranz" stoßen und nicht geduldet werden.

Mitarbeiter

Bei ThyssenKrupp waren zum 31. März 2015 weltweit 155.697 Mitarbeiter beschäftigt, 6.714 oder 4,1 % weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2014 verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 6.675 oder 4,1 %. Diese Verringerung ergibt sich hauptsächlich in der Business Area Materials Services durch den Verkauf der RIP-Gruppe in Brasilien mit 7.206 Mitarbeitern im Dezember 2014.

Operativ haben wir gegenüber dem 30. September 2014 im Berichtszeitraum im Saldo rund 500 Mitarbeiter aufgebaut. Während im Rahmen des Konzernprogramms impact ein weitgehend sozial verträglicher Abbau in Höhe von rund 1.000 Mitarbeitern insbesondere bei Steel Europe und Materials Services erfolgt ist, sind im Zuge der Erschließung neuer Kunden und Märkte für unsere wachstumsstarken Industriegütergeschäfte hingegen rund 1.500 Mitarbeiter neu eingestellt worden – insbesondere in Amerika und Asien. In Deutschland war die Mitarbeiterzahl leicht rückläufig.

In Deutschland arbeiteten 60.948 Mitarbeiter zum 31. März 2015, 39,1 % der Belegschaft. 19,6 % unserer Mitarbeiter hatten ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13,6 % im NAFTA-Raum, 8,9 % in Südamerika, 17,2 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1,6 % in den übrigen Regionen.

Technologie und Innovationen

Um künftige Geschäftsfelder für ThyssenKrupp zu erschließen, nutzen wir gezielt unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern. Auf der Basis eines systemischen Innovationsansatzes setzen wir auf Kooperation über klassische Branchen- und Industriegrenzen hinweg. Dies gilt sowohl für die Zusammenarbeit der Business Areas innerhalb des Konzerns als auch für gemeinsame Projekte mit externen Industriepartnern und Forschungseinrichtungen.

InCar®plus: Vermarktungsoffensive geht weiter

Die breit angelegte Vermarktungsoffensive für das Entwicklungsprojekt InCar®plus wurde im Berichtszeitraum fortgeführt. In der ersten Phase wurde die Forschungs- und Entwicklungsplattform automobilen Kunden in Europa vorgestellt. Im Verlauf des Jahres folgen weitere Termine bei Automobilherstellern in den USA, China, Südkorea und Japan. Im Mittelpunkt stehen bei InCar®plus umweltschonende Lösungen rund um Energieeffizienz, Elektromobilität und Leichtbau. InCar®plus ist das derzeit größte herstellerunabhängige Entwicklungsprojekt eines Automobilzulieferers. In dem Projekt ist das gesamte automobile Know-how des Konzerns über drei Business Areas hinweg gebündelt.

Flexible Anlagentechnik für die Automobilindustrie

ThyssenKrupp System Engineering aus der Business Area Industrial Solutions hat mit FlexCell einen innovativen modularen Baukasten für Fertigungsanlagen in der Automobilindustrie entwickelt. Das System lässt sich innerhalb kürzester Zeit räumlich verlagern, beim Automobilhersteller schnell vor Ort in Betrieb nehmen und flexibel erweitern. Alle Module sind mit Gabelstapler oder Kran verladbar und passen in jeden Standard-LKW.

Nachtragsbericht

Zwischen dem Stichtag des 1. Halbjahres (31. März 2015) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (5. Mai 2015) sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht PROGNOSE GESCHÄFTSJAHR 2014/2015

Gesamtaussage des Vorstands

Wir halten einen insgesamt vorsichtig optimistischen Blick auf die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2014/2015 für angemessen. Bei weiterhin vorhandenen geopolitischen Risiken, Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer begrenzten Sichtweite insbesondere in den Werkstoffgeschäften erwarten wir bei einer in den Regionen und Branchen sehr heterogenen Entwicklung im Saldo weitgehend unverändert ein moderat höheres Wachstum der Weltwirtschaft. Nachhaltigkeit und konjunkturelle Auswirkungen aus den deutlichen Veränderungen beim Ölpreis und bei den Wechselkursrelationen sind noch nicht verlässlich bewertbar, zeigen jedoch eine stabilisierende Wirkung auf den privaten Konsum sowie die Wettbewerbsfähigkeit der für uns wichtigen Abnehmerindustrien in der Eurozone. Insgesamt erwarten wir, dass die weiteren Fortschritte bei der Umsetzung unseres Konzepts der Strategischen Weiterentwicklung, insbesondere dank der Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus impact, auch im Geschäftsjahr 2014/2015 in einer erneut deutlichen Verbesserung unserer Kernsteuerungsgrößen klar erkennbar werden.

Wesentliche Annahmen

Der erwarteten positiven Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen liegt in erster Linie die Annahme zugrunde, dass es zu keiner weiteren Eskalation der geopolitischen Krisen mit potenziell negativen Auswirkungen insbesondere auf unsere stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte kommt.

Entsprechend unterstellen wir die Fortsetzung der derzeitigen Trends: heterogene, im Saldo leicht aufwärts gerichtete Dynamik im Euroraum, ebenfalls heterogene, im Saldo etwas geringere Dynamik in den Schwellenländern sowie insgesamt eine stabile konjunkturelle Entwicklung in den USA.

Auf dieser Basis erwarten wir eine insgesamt verhaltene Wachstumsdynamik der Kernmärkte für unsere Werkstoff- und Komponentengeschäfte. Verlässlich planbar sind diese im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld jedoch in weiten Teilen nicht wesentlich über den Zeithorizont von einem Quartal hinaus.

Bei der globalen Stahlnachfrage erwarten wir für 2015 einen Anstieg von weniger als 1 %, dabei in Europa ein moderates Wachstum und in den USA Stagnation auf hohem Niveau; wir unterstellen keine weiteren größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten sowie anhaltend hohe Wettbewerbsintensität.

Im Hinblick auf die weltweite Automobilkonjunktur erwarten wir insgesamt eine geringe Wachstumsdynamik mit regional sehr heterogener Entwicklung. In China sollten die produzierten Stückzahlen trotz leicht reduzierter Erwartungen weiter stark steigen und auch in den USA sowie insgesamt in Westeuropa mit allerdings gemäßigteren Raten zulegen; für Deutschland erwarten wir eine Seitwärtsbewegung. Stabilisierend wirken dabei ein niedriger Ölpreis, ein schwächerer Euro sowie niedrige Zinsen. Die Automobilfertigung in Brasilien dürfte nach einem bereits starken Rückgang 2014 im Jahr 2015 weiter rückläufig sein.

Der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität bei Elevator Technology und Industrial Solutions deckt das angestrebte profitable Umsatzwachstum in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften bereits weit ins Geschäftsjahr hinein ab.

Mehr zu den künftig erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Kapitel "Makro- und Branchenumfeld".

Deutlicher Anstieg bei Bereinigtem EBIT, TKVA und FCF vor Desinvest erwartet

Nachfolgend beschreiben wir die entsprechend der vorgenannten Annahmen erwartete Geschäftsentwicklung für ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2014/2015. Die Prognose ebenso wie der Vorjahresvergleichswert für das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie für den TKVA basieren dabei auf der neuen Kennzahlendefinition (mehr zu den Definitionsänderungen finden Sie im Kapitel "ThyssenKrupp in Zahlen" sowie im Geschäftsbericht 2013/2014, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung") und berücksichtigen auch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen im Anhang unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"):

Der Konzernumsatz sollte, wie der Umsatz der Industriegütergeschäfte und des Werkstoffhandels, auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahr insgesamt im einstelligen Prozentbereich wachsen. Die Umsatzentwicklung in den Stahlbereichen erwarten wir im Vergleich schwächer (Konzernumsatz 2013/2014: 41,2 Mrd €).

Das Bereinigte EBIT des Konzerns sollte sich auf 1,6 bis 1,7 Mrd € erhöhen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 1,3 Mrd €). Dabei werden bis auf Steel Americas alle Business Areas deutlich positive Beiträge erwirtschaften. Bei Steel Americas erwarten wir aufgrund operativer Fortschritte mindestens eine deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen EBIT (Bereinigtes EBIT 2013/2014: −68 Mio €). Daneben werden das erwartete Wachstum in unseren ertragsstarken Industriegütergeschäften und die konzernweiten Anstrengungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Rahmen von impact zum verbesserten Ergebnis des Konzerns beitragen.

  • Industriegütergeschäfte:
  • ° Bei Components Technology erwarten wir infolge der Fortschritte beim Hochlauf der neuen Werke und bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen eine leichte Ergebnissteigerung (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 268 Mio €).
  • ° Bei Elevator Technology erwarten wir neben Ergebnisverbesserungen aus dem Umsatzwachstum auch eine Verbesserung der Bereinigte-EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 674 Mio €, Bereinigte-EBIT-Marge 2013/2014: 10,5 %).
  • ° Bei Industrial Solutions erwarten wir aufgrund der steigenden Umsätze eine leichte Ergebnisverbesserung (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 420 Mio €).
  • Werkstoffgeschäfte:
  • ° Bei Materials Services erwarten wir ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 212 Mio €). Ergebnisbelastungen aus dem hohen Preisdruck im Werkstoffumfeld, aus dem Streik im 1. Quartal in Italien sowie aus Desinvestitionen werden dabei durch Fortschritte bei den Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen sowie durch Vertriebsinitiativen kompensiert.
  • ° Steel Europe sollte durch Effizienzgewinne und Differenzierungsinitiativen im Rahmen von "Best-in-Class Reloaded" einen deutlich steigenden Ergebnisbeitrag erreichen (Bereinigtes EBIT 2013/2014: 221 Mio €).

Für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir weiterhin eine deutliche Verbesserung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr (Jahresüberschuss 2013/2014: 195 Mio €).

Der TKVA (ThyssenKrupp Value Added) des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich verbessern (TKVA 2013/2014: −185 Mio €).

Zudem arbeiten wir mit Nachdruck daran, die Cash-Generierung aus operativer Leistung nachhaltig zu verbessern. Für das Geschäftsjahr 2014/2015 erwarten wir dabei deutliche Fortschritte mit einem mindestens ausgeglichenen FCF vor Desinvest (FCF vor Desinvest 2013/2014: −357 Mio €).

Die Investitionen des Konzerns werden voraussichtlich bei maximal 1,5 Mrd € liegen (Investitionen 2013/2014: 1.250 Mio €).

Sollten unsere Erwartungen hinsichtlich der Steigerung von Ergebnis und Cashflow eintreffen, werden wir dies – auch unter Beachtung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit – bei unserem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung berücksichtigen.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen

Mit der Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cashund Wertbeiträge zu erwirtschaften. Die Ausführungen zu unseren strategischen und operativen Chancen auf den Seiten 94 bis 96 des Geschäftsberichts 2013/2014 sind nach wie vor gültig.

Risiken

Für den Konzern bestehen konjunkturelle Risiken, wenn positive Impulse aus den für ThyssenKrupp relevanten Märkten ausbleiben oder exogene Schocks die Gesamtkonjunktur beeinflussen. Die entsprechenden Rahmenbedingungen beobachten und bewerten wir kontinuierlich, um frühzeitig gegensteuernde Maßnahmen ergreifen zu können. Absatzrisiken wirken wir als diversifizierter Industriekonzern durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft und eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung entgegen.

ThyssenKrupp steuert Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Unternehmens stehen auch im Geschäftsjahr 2014/2015 auf einer sicheren Grundlage. Der Konzern verfügte zum 31. März 2015 über 7,3 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien. Dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) und anderen finanzwirtschaftlichen Risiken begegnen wir durch den Abschluss verschiedener Finanzinstrumente unter Berücksichtigung restriktiver Grundsätze für die Auswahl möglicher Kontrahenten.

Auf den Beschaffungsmärkten können die Einkaufspreise je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Wir wirken diesen Risiken möglichst durch angepasste Verkaufspreise und alternative Beschaffungsquellen entgegen und sichern so unsere Wettbewerbsfähigkeit.

In unseren Werken kann es zu Betriebsunterbrechungen, Sachschäden und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender vorbeugender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. In enger Abstimmung mit unserem zentralen Dienstleister ThyssenKrupp Risk and Insurance Services schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf einen externen Dienstleister.

Unsere Diversifizierung mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass ThyssenKrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist. Gegen Absatzrisiken in relevanten Märkten ergreifen wir verschiedene Maßnahmen sowohl auf Konzern- als auch auf Business Area-Ebene, beispielhaft mit dem ganzheitlichen Optimierungsprogramm "Best-in-Class Reloaded" in der Business Area Steel Europe.

Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen bei der Abwicklung von hoch komplexen Großaufträgen mit langer Projektlaufzeit sind nicht auszuschließen. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere internen Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter.

Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie mit Nachteilen für ThyssenKrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern verbunden sind. Wir begleiten die Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten auch über die Wirtschaftsverbände daran, mögliche Risiken, etwa weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren. Regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitablauf verändern. In Brasilien etwa werden auf Bundesstaatenebene gewährte steuerliche Vergünstigungen, von denen auch ThyssenKrupp CSA profitiert, verfassungsrechtlich überprüft.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 07 im Zwischenabschluss.

Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit 2013 u.a. gegen (ehemalige) Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Amtsträger und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Provisionszahlungen an einen Vertriebsmittler bei Marineprojekten in Griechenland. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile in diesem Zusammenhang gegen Atlas als juristische Person ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, das als Basis für eine Unternehmensgeldbuße dienen soll. Auch die griechische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Atlas Elektronik und beteiligte natürliche Personen aufgenommen. Im Rahmen dieses Strafverfahrens hat der griechische Staat im Februar 2015 zivilrechtliche Schadensersatzansprüche in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages gegen Atlas als Unternehmen gerichtlich geltend gemacht bzw. angekündigt. Atlas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp und Airbus. Das Unternehmen kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und wirkt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen durch eine eigene interne Untersuchung an der weiteren Aufarbeitung des Sachverhalts mit. Das laufende behördliche Verfahren und die interne Untersuchung werden eng durch die Eigentümer begleitet.

Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind mit verschiedenen Risiken der Informationssicherheit behaftet. Aufgrund menschlicher Fehler, organisatorischer oder technischer Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir treffen daher kontinuierlich Maßnahmen, um unser Informationssicherheitsmanagement und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln.

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt wesentlich dazu bei, die Gesamtrisiken im Konzern effizient zu steuern. In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres haben wir dabei unser Risikoprofil durch die Einstellung des Kartellermittlungsverfahrens im Bereich "Autostahl" weiter reduzieren können. Aus heutiger Sicht sind die Konzernrisiken begrenzt und es liegen keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken vor.

Darüber hinaus gelten die detaillierten Ausführungen im Risikobericht innerhalb des Geschäftsberichts 2013/2014 auf den Seiten 97 bis 111 weiterhin.

ThyssenKrupp AG — Konzern-Bilanz

Aktiva Mio € Anhang-Nr. 01.10.2013 1) 30.09.2014 1) 31.03.2015
Immaterielle Vermögenswerte 4.219 4.314 4.518
Sachanlagen 7.801 8.719 8.838
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 283 271
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 718 399 364
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.013 51 50
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 335 442 364
Aktive latente Steuern 1.662 1.775 2.237
Langfristige Vermögenswerte 16.035 15.983 16.642
Vorräte 6.508 7.529 7.514
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.915 5.808 5.884
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 518 399 459
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.073 2.465 2.671
Laufende Ertragsteueransprüche 124 174 198
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.858 4.030 3.884
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 1.543 42 719
Kurzfristige Vermögenswerte 19.539 20.447 21.329
Summe Vermögenswerte 35.574 36.430 37.971
Passiva Mio € Anhang-Nr. 01.10.2013 1) 30.09.2014 1) 31.03.2015
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.449 1.449
Kapitalrücklage 4.684 5.434 5.434
Gewinnrücklagen – 3.816 – 4.142 – 5.004
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 58 242 828
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen (30.09.2014: 1; 31.03.2015: 15)
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 2.243 2.983 2.707
Nicht beherrschende Anteile 268 216 156
Eigenkapital 05 2.511 3.199 2.863
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 04 7.484 7.490 8.651
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 281 368 347
Sonstige Rückstellungen 677 748 656
Passive latente Steuern 54 55 83
Finanzschulden 06 7.075 6.651 6.788
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 3 3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 4 3
Langfristige Verbindlichkeiten 15.575 15.319 16.531
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 311 275
Sonstige Rückstellungen 1.369 1.197 1.129
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 235 194 163
Finanzschulden 2.030 1.071 1.753
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.765 4.936 4.952
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.029 1.330 1.341
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.497 8.862 8.574
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 265 11 390
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.488 17.912 18.577
Verbindlichkeiten 33.063 33.231 35.108
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.574 36.430 37.971

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp AG — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € Anhang-Nr. 1. Halbjahr
2013/2014 1)
1. Halbjahr
2014/2015
2. Quartal
2013/2014 1)
2. Quartal
2014/2015
Umsatzerlöse 09 19.357 21.039 10.269 10.995
Umsatzkosten 10 – 16.354 – 17.776 – 8.707 – 9.362
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.003 3.263 1.562 1.633
Forschungs- und Entwicklungskosten – 138 – 150 – 74 – 78
Vertriebskosten – 1.374 – 1.425 – 689 – 725
Allgemeine Verwaltungskosten – 1.093 – 1.120 – 541 – 577
Sonstige Erträge 94 97 39 44
Sonstige Aufwendungen – 87 – 63 – 67 – 20
Sonstige Gewinne und Verluste 293 – 143 313 – 99
Betriebliches Ergebnis 698 459 543 178
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 11 – 16 27 13 10
Finanzierungserträge 563 846 350 603
Finanzierungsaufwendungen – 1.106 – 1.117 – 537 – 727
Finanzergebnis – 559 – 244 – 174 – 114
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 139 215 369 64
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 124 – 121 – 97 – 17
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 15 94 272 47
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 02 185 – 6 – 2 – 2
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 88 270 45
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 204 98 269 48
Nicht beherrschende Anteile – 4 – 10 1 – 3
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 88 270 45
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 12
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,03 0,18 0,48 0,09
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,37 0,17 0,48 0,09

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp AG — Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014 1)
1. Halbjahr
2014/2015
2. Quartal
2013/2014 1)
2. Quartal
2014/2015
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 88 270 45
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis
umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 286 – 1.291 – 361 – 753
Steuereffekt 86 396 107 232
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt – 200 – 895 – 254 – 521
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 0 – 1 0 – 1
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis
umgegliedert werden – 200 – 896 – 254 – 522
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 121 531 – 1 511
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 73 18 – 73 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 194 549 – 74 511
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 1 3 1 2
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 1 3 1 2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 10 – 42 – 15 – 48
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 7 0 5
Steuereffekt 4 11 12 14
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 14 – 24 – 3 – 29
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 8 39 – 5 34
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis
umgegliedert werden – 187 567 – 81 518
Sonstiges Ergebnis – 387 – 329 – 335 – 4
Gesamtergebnis – 187 – 241 – 65 41
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 179 – 212 – 67 54
Nicht beherrschende Anteile – 8 – 29 2 – 13
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten – 364 – 206 – 65 56
Nicht fortgeführte Aktivitäten 185 – 6 – 2 – 2

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp — Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Mio €, mit Ausnahme der
Aktienanzahl
Aktienanzahl
im Umlauf
Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Unter
schieds
betrag
aus der
Währungs
um
rechnung
Zur
Veräuße
rung
verfügbare
finanzielle
Vermögens
werte
Derivative
Finanz
instrumente
Anteil,
der auf
nach der
Equity
Methode
bilanzierte
Beteili
gungen
entfällt
Gesamt Nicht
beherr
schende
Anteile
Gesamtes
Eigen
kapital
Stand am 30.09.2013 514.489.044 1.317 4.684 – 3.816 107 3 – 65 13 2.243 269 2.512
Anpassung aus der
rückwirkenden Erstanwen
dung von IFRS 11
0 – 1 – 1
Stand am 01.10.2013 1) 514.489.044 1.317 4.684 – 3.816 107 3 – 65 13 2.243 268 2.511
Periodenüberschuss/
(-fehlbetrag) 1)
204 204 – 4 200
Sonstiges Ergebnis – 200 – 190 1 14 – 8 – 383 – 4 – 387
Gesamtergebnis 1) 4 – 190 1 14 – 8 – 179 – 8 – 187
Gewinnausschüttungen an
nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung
Sonstige Veränderungen
51.448.903 132 750 – 3
– 3
0
879
– 3
– 20
0
2
– 20
879
– 1
Stand am 31.03.2014 1) 565.937.947 1.449 5.434 – 3.818 – 83 4 – 51 5 2.940 242 3.182
Stand am 30.09.2014 1) 565.937.947 1.449 5.434 – 4.142 248 6 – 61 49 2.983 216 3.199
Periodenüberschuss/
(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
98
– 896
– 798
566
566
2
2
– 21
– 21
39
39
98
– 310
– 212
– 10
– 19
– 29
88
– 329
– 241
Gewinnausschüttungen an
nicht beherrschende Anteile
0 – 32 – 32
Dividendenzahlung – 62 – 62 0 – 62
Sonstige Veränderungen – 2 – 2 1 – 1
Stand am 31.03.2015 565.937.947 1.449 5.434 – 5.004 814 8 – 82 88 2.707 156 2.863

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Konzern-Anhang. 1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

ThyssenKrupp — Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014 1)
1. Halbjahr
2014/2015
2. Quartal
2013/2014 1)
2. Quartal
2014/2015
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 88 270 45
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 185 6 2 2
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 7 44 24 14
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 561 783 287 477
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 2 – 1 – 1 0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 16 – 27 – 13 – 10
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 323 – 1 – 314 – 11
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis-
und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 477 – 132 121 353
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 551 122 – 985 – 307
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 130 – 77 – 93 – 49
- Sonstige Rückstellungen – 183 – 238 95 – 136
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 219 – 19 191 105
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 540 – 716 55 – 269
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten – 322 – 168 – 361 214
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 – 6 0 – 2
Operating Cashflow - gesamt – 322 – 174 – 361 212
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 – 1 – 1 0
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmit
teläquivalente
– 6 – 19 – 4 – 1
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 501 – 451 – 273 – 230
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) – 31 – 61 – 12 – 36
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 46 5 30 – 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
1.254 93 1.254 1
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund von Kontrollverlust bei bislang konsolidierten, aber
nicht verkauften Unternehmen
– 279 0 – 279 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 25 36 15 25
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 0 0 – 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 508 – 398 730 – 243
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - gesamt 508 – 398 730 – 243
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.250 1.350 1.250 1.350
Tilgung von Anleihen 0 – 750 0 – 750
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 700 677 129 257
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 1.645 – 644 – 758 – 272
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen – 169 197 – 121 108
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 1 1 – 1 0
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 1 1 1
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 878 0 0 0
Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG 0 – 62 0 – 62
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 19 – 32 – 14 – 22
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 – 1 0 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge 41 – 366 74 – 403
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 1.037 371 560 207
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 1.037 371 560 207
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 1.223 – 201 929 176
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 51 64 0 75
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 3.874 4.040 4.117 3.652
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 5.046 3.903 5.046 3.903
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (4) (19) (4) (19)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (–) (–) (–) (–)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 71 71 33 37
Zinsauszahlungen – 268 – 304 – 219 – 226
Erhaltene Dividenden 4 101 2 99
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 208 – 140 – 108 – 81

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Konzern-Anhang.

ThyssenKrupp AG — Verkürzter Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 31. März 2015 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 5. Mai 2015 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2015 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2013/2014 veröffentlicht.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im Mai 2011 hat das IASB mit IFRS 10 "Consolidated Financial Statements", IFRS 11 "Joint Arrangements" und IFRS 12 "Disclosure of Interests in Other Entities" drei neue Standards zur Bilanzierung von Unternehmensverbindungen veröffentlicht. Gleichzeitig wurden mit IAS 27 "Separate Financial Statements" (2011) und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures" (2011) angepasste Versionen der bisherigen Standards veröffentlicht. Die neuen sowie die angepassten Standards sind verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende retrospektive Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verschoben; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hatte ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht.

IFRS 10 führt eine einheitliche Definition für den Begriff der Beherrschung für sämtliche Unternehmen ein und schafft damit eine einheitliche Grundlage für die Bestimmung des Vorliegens einer Mutter-Tochter-Beziehung und die hiermit verbundene Einbeziehung in den Konsolidierungskreis. Der Standard enthält umfassende Anwendungsleitlinien zur Bestimmung eines Beherrschungsverhältnisses. Der neue Standard ersetzt SIC-12 "Consolidation – Special Purpose Entities" vollständig sowie IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements" teilweise. Die Anwendung von IFRS 10 führte zu keinen wesentlichen Änderungen des Konsolidierungskreises.

IFRS 11 regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, in denen ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ausübt. Der neue Standard ersetzt IAS 31 "Interests in Joint Ventures" und SIC-13 "Jointly Controlled Entities – Non-Monetary Contributions by Venturers". Die retrospektive Anwendung von IFRS 11 führte dazu, dass das bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH nicht mehr als Joint Venture, sondern als Joint Operation zu klassifizieren ist, mit der Folge, dass die Vermögenswerte und Schulden sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Die Auswirkungen der erstmaligen retrospektiven Anwendung von IFRS 11 auf den Konzernabschluss sind nachfolgend dargestellt:

IFRS 11 – Konzern-Bilanz

01.10.2013
30.09.2014
31.03.2014
Aktiva Mio € Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Immaterielle Vermögenswerte 4.206 13 4.219 4.308 6 4.314 4.214 8 4.222
Sachanlagen 7.484 317 7.801 8.308 411 8.719 7.923 412 8.335
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 0 287 283 0 283 292 0 292
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 949 – 231 718 639 – 240 399 677 – 235 442
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.019 – 6 1.013 57 – 6 51 51 – 6 45
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 335 0 335 442 0 442 370 0 370
Aktive latente Steuern 1.662 0 1.662 1.775 0 1.775 1.461 0 1.461
Langfristige Vermögenswerte 15.942 93 16.035 15.812 171 15.983 14.988 179 15.167
Vorräte 6.351 157 6.508 7.420 109 7.529 7.709 136 7.845
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.956 – 41 4.915 5.782 26 5.808 5.633 67 5.700
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 500 18 518 384 15 399 426 9 435
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.069 4 2.073 2.452 13 2.465 2.398 14 2.412
Laufende Ertragsteueransprüche 123 1 124 174 0 174 206 0 206
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.813 45 3.858 3.979 51 4.030 5.035 7 5.042
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.543 0 1.543 42 0 42 33 0 33
Kurzfristige Vermögenswerte 19.355 184 19.539 20.233 214 20.447 21.440 233 21.673
Summe Vermögenswerte 35.297 277 35.574 36.045 385 36.430 36.428 412 36.840
01.10.2013 30.09.2014 31.03.2014
Passiva Mio € Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Gezeichnetes Kapital 1.317 0 1.317 1.449 0 1.449 1.449 0 1.449
Kapitalrücklage 4.684 0 4.684 5.434 0 5.434 5.434 0 5.434
Gewinnrücklagen – 3.816 0 – 3.816 – 4.144 2 – 4.142 – 3.818 0 – 3.818
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 58 0 58 242 0 242 – 125 0 – 125
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 2.243 0 2.243 2.981 2 2.983 2.940 0 2.940
Nicht beherrschende Anteile 269 – 1 268 218 – 2 216 243 – 1 242
Eigenkapital 2.512 – 1 2.511 3.199 0 3.199 3.183 – 1 3.182
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.348 136 7.484 7.354 136 7.490 6.946 133 7.079
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 270 11 281 357 11 368 309 10 319
Sonstige Rückstellungen 676 1 677 741 7 748 717 5 722
Passive latente Steuern 52 2 54 49 6 55 81 3 84
Finanzschulden 6.955 120 7.075 6.477 174 6.651 6.484 163 6.647
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 0 3 3 0 3 3 0 3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 0 1 5 – 1 4 2 0 2
Langfristige Verbindlichkeiten 15.305 270 15.575 14.986 333 15.319 14.542 314 14.856
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 0 298 311 0 311 214 0 214
Sonstige Rückstellungen 1.363 6 1.369 1.195 2 1.197 1.025 7 1.032
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 234 1 235 193 1 194 203 1 204
Finanzschulden 1.911 119 2.030 1.005 66 1.071 2.519 62 2.581
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.713 52 3.765 4.925 11 4.936 4.637 – 35 4.602
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.241 – 212 1.029 1.379 – 49 1.330 1.011 30 1.041
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.455 42 8.497 8.841 21 8.862 9.086 34 9.120
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen
Vermögenswerten
265 0 265 11 0 11 8 0 8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.480 8 17.488 17.860 52 17.912 18.703 99 18.802
Verbindlichkeiten 32.785 278 33.063 32.846 385 33.231 33.245 413 33.658
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.297 277 35.574 36.045 385 36.430 36.428 412 36.840

IFRS 11 - Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2013/2014
Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Umsatzerlöse 19.404 – 47 19.357 10.295 – 26 10.269
Umsatzkosten – 16.418 64 – 16.354 – 8.746 39 – 8.707
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.986 17 3.003 1.549 13 1.562
Forschungs- und Entwicklungskosten – 137 – 1 – 138 – 73 – 1 – 74
Vertriebskosten – 1.372 – 2 – 1.374 – 688 – 1 – 689
Allgemeine Verwaltungskosten – 1.080 – 13 – 1.093 – 532 – 9 – 541
Sonstige Erträge 88 6 94 37 2 39
Sonstige Aufwendungen – 87 0 – 87 – 67 0 – 67
Sonstige Gewinne und Verluste 295 – 2 293 313 0 313
Betriebliches Ergebnis 693 5 698 539 4 543
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 17 1 – 16 14 – 1 13
Finanzierungserträge 562 1 563 350 0 350
Finanzierungsaufwendungen – 1.099 – 7 – 1.106 – 534 – 3 – 537
Finanzergebnis – 554 – 5 – 559 – 170 – 4 – 174
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 139 0 139 369 0 369
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 124 0 – 124 – 97 0 – 97
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 15 0 15 272 0 272
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 185 0 185 – 2 0 – 2
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 0 200 270 0 270
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 204 0 204 269 0 269
Nicht beherrschende Anteile – 4 0 – 4 1 0 1
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 0 200 270 0 270
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,03 0,00 0,03 0,48 0,00 0,48
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,37 0,00 0,37 0,48 0,00 0,48

IFRS 11 – Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2013/2014
Mio € Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 0 200 270 0 270
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses,
die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste)
Steuereffekt
– 289
86
3
0
– 286
86
– 361
107
0
0
– 361
107
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen,
gesamt
– 203 3 – 200 – 254 0 – 254
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode
bilanzierte Beteiligungen entfällt
3 – 3 0 0 0 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses,
die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden
– 200 0 – 200 – 254 0 – 254
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis
umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 121 0 – 121 – 1 0 – 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 73 0 – 73 – 73 0 – 73
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 194 0 – 194 – 74 0 – 74
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögens
werten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 1 0 1 1 0 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0 0 0
Steuereffekt 0 0 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 1 0 1 1 0 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 9 1 10 – 16 1 – 15
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0 0 0
Steuereffekt 4 0 4 12 0 12
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 13 1 14 – 4 1 – 3
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten),
der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt
– 7 – 1 – 8 – 4 – 1 – 5
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses,
die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 187 0 – 187 – 81 0 – 81
Sonstiges Ergebnis – 387 0 – 387 – 335 0 – 335
Gesamtergebnis – 187 0 – 187 – 65 0 – 65
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 179 0 – 179 – 67 0 – 67
Nicht beherrschende Anteile – 8 0 – 8 2 0 2
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis
teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten – 364 0 – 364 – 65 0 – 65
Nicht fortgeführte Aktivitäten 185 0 185 – 2 0 – 2

IFRS 11 - Konzern-Kapitalflussrechnung

1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2013/2014
Mio € Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Vor
Anpassung
IFRS 11
Anpassung
IFRS 11
Nach
Anpassung
IFRS 11
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 200 0 200 270 0 270
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating
Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 185 0 – 185 2 0 2
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 6 – 1 – 7 24 0 24
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 541 20 561 277 10 287
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 2 0 – 2 – 1 0 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht
zahlungswirksam 17 – 1 16 – 14 1 – 13
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis-
und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
– 325 2 – 323 – 315 1 – 314
- Vorräte – 497 20 – 477 115 6 121
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 444 – 107 – 551 – 977 – 8 – 985
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 134 4 – 130 – 92 – 1 – 93
- Sonstige Rückstellungen – 188 5 – 183 – 91 186 95
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 307 – 88 219 219 – 28 191
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 507 33 540 227 – 172 55
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten – 209 – 113 – 322 – 356 – 5 – 361
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0 0 0
Operating Cashflow - gesamt
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige
finanzielle Vermögenswerte
– 209
0
– 113
0
– 322
0
– 356
0
– 5
– 1
– 361
– 1
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
– 7 1 – 6 – 5 1 – 4
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als
Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 415 – 86 – 501 – 204 – 69 – 273
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen)
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen
– 30
46
– 1
0
– 31
46
– 11
32
– 1
– 2
– 12
30
finanziellen Vermögenswerten
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich
1.254 0 1.254 1.254 0 1.254
abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund von Kontrollverlust
bei bislang konsolidierten, aber nicht verkauften Unternehmen
– 279 0 – 279 – 279 0 – 279
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 25 0 25 16 – 1 15
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 0 0 0 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 594 – 86 508 803 – 73 730
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - gesamt 594 – 86 508 803 – 73 730
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.250 0 1.250 1.250 0 1.250
Tilgung von Anleihen 0 0 0 0 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 611 89 700 88 41 129
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 1.645 0 – 1.645 – 758 0 – 758
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen – 66 – 103 – 169 – 120 – 1 – 121
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 1 0 1 – 1 0 – 1
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 0 0 1 0 1
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 878
– 20
0
1
878
– 19
0
– 14
0
0
0
– 14
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften
0 0 0 0 0 0
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 0 0 0 0 0 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 133 174 41 74 0 74
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 876 161 1.037 520 40 560
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0 0 0 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 876 161 1.037 520 40 560
Zahlungswirksame Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 1.261 – 38 1.223 967 – 38 929
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und -äquivalente - gesamt – 51 0 – 51 1 – 1 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 3.829 45 3.874 4.071 46 4.117
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 5.039 7 5.046 5.039 7 5.046
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (4) 0 (4) (4) 0 (4)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (–) 0 (–) (–) 0 (–)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter
Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 71 0 71 33 0 33
Zinsauszahlungen – 266 – 2 – 268 – 218 – 1 – 219
Erhaltene Dividenden 4 0 4 2 0 2
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 280 72 – 208 – 107 – 1 – 108

IFRS 12 fasst alle Anhangangaben in einem Standard zusammen, die ein Unternehmen mit Anteilen an bzw. einem Engagement in anderen Unternehmen erfüllen muss; hierzu gehören Anteile an Tochtergesellschaften, Anteile an assoziierten Unternehmen, Anteile an gemeinschaftlichen Vereinbarungen (Joint Arrangements) sowie Anteile an strukturierten Unternehmen. Der neue Standard ersetzt die bisherigen Vorschriften zu den Anhangangaben in IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements", IAS 28 "Investments in Associates", IAS 31 "Interests in Joint Ventures" und SIC-12 "Consolidation – Special Purpose Entities". Die Anwendung von IFRS 12 wird zu deutlich erweiterten Anhangangaben im Jahresabschluss führen.

Der angepasste IAS 27 enthält nur noch Regelungen zur Bilanzierung und zu Anhangangaben von Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die für einen nach IFRS erstellten Einzelabschluss relevant sind. Für den Konzernabschluss ergeben sich aus dem angepassten Standard keine Auswirkungen.

Der angepasste IAS 28 regelt die Rechnungslegung für Anteile an assoziierten Unternehmen sowie die Anforderungen für die Anwendung der Equity-Methode bei der Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Für den Konzernabschluss ergeben sich aus dem angepassten Standard keine wesentlichen Änderungen.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 "Financial Instruments: Presentation" veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Ergänzung hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Juni 2012 hat das IASB mit "Consolidated Financial Statements, Joint Arrangements and Disclosure of Interests in Other Entities: Transition Guidance" Änderungen zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 veröffentlicht. Die Änderungen beinhalten Klarstellungen und Erleichterungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der vorgenannten Standards. Die Änderungen sind – analog zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 – erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verschoben; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht.

Im Oktober 2012 hat das IASB mit "Investment Entities" Änderungen zu IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 veröffentlicht, die die Bilanzierung von Investmentgesellschaften betreffen. Die Änderungen beinhalten eine Definition von Investmentgesellschaften und nehmen derartige Investmentgesellschaften grundsätzlich von der Verpflichtung zur Konsolidierung von Tochtergesellschaften nach IFRS 10 aus; diese sind stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Zusätzlich sind Anhangangaben für Investmentgesellschaften erforderlich. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen sind für ThyssenKrupp nicht von Relevanz.

Im Mai 2013 hat das IASB mit IFRIC 21 "Levies" eine Interpretation zu IAS 37 "Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets" veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung öffentlicher Abgaben, die keine Ertragsteuern nach IAS 12 darstellen, und klärt insbesondere, wann eine Verpflichtung zur Zahlung derartiger Abgaben als Verbindlichkeit zu bilanzieren ist. Die Interpretation ist anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Interpretation hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Mai 2013 hat das IASB mit "Recoverable Amount for Disclosures for Non-Financial Assets (Amendments to IAS 36)" Änderungen zu den Angabevorschriften des IAS 36 veröffentlicht. Mit diesen Änderungen setzt das IASB seine ursprüngliche Absicht um, dass Angaben über den erzielbaren Betrag, der auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten ermittelt wurde, nur für die nicht finanziellen Vermögenswerte zu machen sind, für die in der laufenden Berichtsperiode eine Wertminderung oder eine Wertaufholung erfasst wurde. Zusätzlich wurden die Anhangangaben angepasst, die zu machen sind, wenn der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt wurde. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Juni 2013 hat das IASB mit "Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting (Amendments to IAS 39)" Änderungen zu IAS 39 "Financial Instruments" veröffentlicht. Durch die Änderung wird erreicht, dass ein Wechsel der Vertragspartei eines Sicherungsinstruments zu einer zentralen Gegenpartei infolge von rechtlichen oder regulatorischen Anforderungen unter bestimmten Voraussetzungen keine Beendigung einer Sicherungsbeziehung auslöst. Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen; von der Möglichkeit einer früheren Anwendung hat ThyssenKrupp keinen Gebrauch gemacht. Die Änderungen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im Dezember 2014 hat das IASB Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements" veröffentlicht. Die Änderungen umfassen im Wesentlichen Klarstellungen hinsichtlich der Beurteilung der Wesentlichkeit von Anhangangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung, der Struktur von Anhangangaben und der Darstellung der maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen Einfluss auf die Darstellung der Anhangangaben haben werden.

Im Dezember 2014 hat das IASB den Änderungsstandard "Investment Entities: Applying the Consolidation Exception (Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28)" veröffentlicht. Der Standard klärt Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10 auf Mutterunternehmen und deren Tochtergesellschaften, die die Definition einer "Investmentgesellschaft" erfüllen. Ergänzt wurden zudem Änderungen an IFRS 12, die klarstellen, dass eine Investmentgesellschaft, die sämtliche Tochtergesellschaften zum beizulegenden Zeitwert bewertet, dennoch in den Anwendungsbereich von IFRS 12 fällt. Ergänzt wird auch IAS 28 um die Anwendbarkeit der Equity-Methode durch einen Nicht-Investmentgesellschaft-Investor auf ein Investmentgesellschaft-Beteiligungsunternehmen. Der Änderungsstandard ist anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, für ThyssenKrupp von Relevanz sind.

01 Erwerbe und Veräußerungen

Im 1. Halbjahr 2014/2015 tätigte der Konzern kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Erwerbe 1. Halbjahr 2014/2015

Mio €
Firmenwert 11
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 29
Sachanlagen 1
Vorräte 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 46
Passive latente Steuern 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 6
Erworbenes Reinvermögen 40
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 40
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 21

Darüber hinaus erfolgten im Rahmen der Portfoliooptimierung im 1. Halbjahr 2014/2015 kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Abgänge 1. Halbjahr 2014/2015

Mio €
Firmenwert 15
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1
Sachanlagen 11
Vorräte 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 80
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 27
Laufende Ertragsteueransprüche 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 150
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1
Sonstige langfristige Rückstellungen 3
Passive latente Steuern 8
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 40
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 85
Abgehendes Reinvermögen 65
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 18
Nicht beherrschende Anteile 0
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen – 10
Verkaufspreise 73
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 62

02 Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) und Veräußerungsgruppen (Disposal Groups)

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung hat der Konzern den Verkauf von Geschäften eingeleitet. Bis auf die Veräußerung der ehemaligen Business Area Stainless Global und die damit in direktem Zusammenhang stehenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge erfüllen diese Transaktionen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Sofern ein Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen.

Die ehemalige Business Area Stainless Global erfüllte die Voraussetzungen für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität seit dem 30. September 2011 bis zum Vollzug des Zusammenschlusses mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu (OTK) am 28. Dezember 2012. Somit wurden für die Business Area Stainless Global alle Aufwendungen und Erträge bis zum 28. Dezember 2012 sowie werden darüber hinaus die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehen, separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen.

Veräußerungsgruppen

Im 2. Quartal 2014/2015 wurde in der Business Area Materials Services der Verkauf der VDM-Gruppe eingeleitet. VDM ist Spezialanbieter für hochwertige Edelstahlprodukte. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 21 Mio € und auf Sachanlagen von 153 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden; gleichzeitig wurden aktive latente Steuern von 55 Mio € aktiviert. Am 17. April 2015 wurde ein Vertrag über den Verkauf der VDM-Gruppe geschlossen. Das Wirksamwerden (Closing) des Verkaufs steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsräte sowie der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 31. März 2015 sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Mio € 31.03.2015
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3
Sachanlagen 22
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 6
Aktive latente Steuern 63
Vorräte 447
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 104
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 11
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 9
Laufende Ertragsteueransprüche 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 672
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 118
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 9
Sonstige langfristige Rückstellungen 14
Passive latente Steuern 23
Langfristige Finanzschulden 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 2
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 15
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 171
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 13
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 386

Veräußerungsgruppe VDM-Gruppe

Im September 2012 wurde in der Business Area Steel Europe der Verkauf der Tailored Blanks-Gruppe eingeleitet. Tailored Blanks ist Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie, der maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech herstellt. Nach der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden wurde der Verkauf an den chinesischen Stahlproduzenten Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) mit Ausnahme der Changchun Gesellschaften am 31. Juli 2013 vollzogen.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Changchun Gesellschaften in China, die die Veräußerungsgruppe zum 31. März 2015 umfasst, sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe Tailored Blanks China

Mio € 31.03.2015
Sachanlagen 12
Vorräte 8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 47
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 4

Nicht fortgeführte Aktivität ehemalige Business Area Stainless Global

In der nachfolgenden Tabelle sind die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge dargestellt, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten ehemaligen Business Area Stainless Global stehen. Der im 1. Halbjahr 2014/2015 entstandene Aufwand resultiert aus Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen, während der im 1. Halbjahr 2013/2014 ausgewiesene Ertrag im Wesentlichen aus der Rückstellungsauflösung nach dem Wegfall der Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für OTK aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen stammt.

Nicht fortgeführte Aktivitäten Stainless Global

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014
1. Halbjahr
2014/2015
2. Quartal
2013/2014
2. Quartal
2014/2015
Umsatzerlöse 0 0 0 0
Andere Erträge 0 0 0 0
Aufwendungen 185 – 6 – 2 – 2
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 185 – 6 – 2 – 2
Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0 0 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 185 – 6 – 2 – 2
Abgangsergebnis (vor Steuern) 0 0 0 0
Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0 0 0
Ergebnis aus Bewertungsanpassung/Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten
(nach Steuern)
0 0 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 185 – 6 – 2 – 2
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 185 – 6 – 2 – 2
Nicht beherrschende Anteile 0 0 0 0

03 Aktienbasierte Vergütung

Management-Incentive-Pläne

Im 2. Quartal 2014/2015 ist die 2. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 19,86 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 21,9 Mio € abgerechnet worden. Gleichzeitig gewährte ThyssenKrupp den Mitgliedern des Vorstands der ThyssenKrupp AG Wertrechte für die 5. Tranche des LTI. Im 1. Halbjahr 2014/2015 enthielt das Ergebnis aus dem LTI Aufwendungen von 37,6 (1. Halbjahr 2013/2014: 37,4) Mio €; davon entfielen 22,4 Mio € auf das 2. Quartal 2014/2015 (2. Quartal 2013/2014: 28,5 Mio €).

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonus verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des dritten Geschäftsjahres in bar ausgezahlt. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des dritten Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2014/2015 wurde das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG dahingehend angepasst, dass keine Gewährung von Anteilen der Tantieme bzw. des Bonus in Wertrechten mehr erfolgt. Aus dieser Vergütungskomponente enthielt das Ergebnis im 1. Halbjahr 2014/2015 Aufwendungen von 3,4 (1. Halbjahr 2013/2014: 4,9) Mio € bzw. im 2. Quartal 2014/2015 Aufwendungen von 2,7 (2. Quartal 2013/2014: 3,0) Mio €; gleichzeitig erfolgte im 1. Halbjahr eine Auszahlung der in 2010/2011 gewährten Wertrechte in Höhe von 2,3 Mio €.

04 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. März 2015 vorgenommen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mio € 30.09.2014 1) 31.03.2015
Pensionen 7.288 8.577
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 10 12
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 192 180
Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 – 118
Insgesamt 7.490 8.651

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

Durchschnittliche Bewertungsfaktoren

30.09.2014 31.03.2015
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Diskontierungssatz für Pensionen 2,60 3,28 2,78 1,50 2,91 1,85

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Pensionsaufwendungen

1. Halbjahr 2013/2014 1) 1. Halbjahr 2014/2015 2. Quartal 2013/2014 1) 2. Quartal 2014/2015
Mio € Deutschland Übrige
Länder
Gesamt Deutschland Übrige
Länder
Gesamt Deutschland Übrige
Länder
Gesamt Deutschland Übrige
Länder
Gesamt
Dienstzeitaufwand:
Barwert der im
Geschäftsjahr
hinzuverdienten
Versorgungsansprüche 46 14 60 58 19 77 23 7 30 29 10 39
Nettozinsaufwand 104 5 109 86 6 92 52 2 54 43 3 46
Verwaltungskosten 0 3 3 0 3 3 0 2 2 0 2 2
Netto-Pensions
aufwendungen
für Leistungs
zusagen
150 22 172 144 28 172 75 11 86 72 15 87

05 Eigenkapital

Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 ist der Vorstand der ThyssenKrupp AG bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand ist ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) im Rahmen des Erwerbs sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

06 Begebung einer Dual Tranche-Anleihe und Verlängerung einer syndizierten Kreditlinie

Am 18. Februar 2015 hat die ThyssenKrupp AG im Rahmen des bestehenden 10 Mrd € umfassenden Debt-Issuance-Programms eine Dual Tranche-Anleihe im Gesamtvolumen von 1,35 Mrd € begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und neun Monaten sowie zehn Jahren emittiert. Die Tranche über fünf Jahre und neun Monate hat ein Volumen von 750 Mio €. Der Zinskupon beträgt 1,75 % p.a. bei einem Emissionserlös von 99,328 %. Die Tranche über zehn Jahre hat ein Volumen von 600 Mio €. Der Zinskupon beträgt 2,5 % p.a. bei einem Emissionserlös von 98,818 %. Mit der Emission wurde das günstige Marktumfeld genutzt, das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert und der Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix gestärkt.

Darüber hinaus hat ThyssenKrupp im März 2015 die syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2,0 Mrd € um ein Jahr verlängert. Die Fazilität hat damit derzeit eine Laufzeit bis zum 28. März 2018 und war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

07 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Bürgschaften und Garantien

Haftungsverhältnisse

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio € Maximales
Haftungs
volumen
31.03.2015
Rückstellung
31.03.2015
Anzahlungsgarantien 190 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 125 3
Kreditaufträge 1 0
Restwertgarantien 61 2
Sonstige Haftungserklärungen 32 0
Insgesamt 409 6

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder die nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zugrunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2014 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen um 2,0 Mrd € auf 7,1 Mrd €.

Bei den sonstigen Verpflichtungen sind seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG (alter Fassung) beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart, vom gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind und auch der vom Landgericht Düsseldorf bestellte Sachverständige eine nur geringfügig abweichende Verschmelzungswertrelation festgestellt hat.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell haben verschiedene Unternehmen, insbesondere kommunale Verkehrsbetriebe als potenziell Geschädigte des Schienenkartells, Schadenersatzforderungen gerichtlich oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. ThyssenKrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte gegen die ThyssenKrupp AG und Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns Schadenersatzansprüche gerichtlich geltend gemacht. ThyssenKrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

Das Bundeskartellamt hat am 11. Dezember 2014 das laufende Kartellermittlungsverfahren im Bereich "Autostahl" mangels Tatverdachts eingestellt. Das Verfahren war Ende Februar 2013 mit einer Durchsuchung bei drei Unternehmen der Stahlbranche eingeleitet worden, darunter auch ThyssenKrupp. Die Behörde war dem Verdacht auf Preisabsprachen bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie im Zeitraum bis zurück ins Jahr 1998 nachgegangen. Das Bundeskartellamt hatte in seiner Pressemitteilung zur Einstellung des Verfahrens die Kooperation von Thyssen-Krupp im Verfahren unterstrichen.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung der Business Area Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,1 Mrd € sowie Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio € von der ThyssenKrupp Industrial Solutions AG und der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung lediglich Ansprüche in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrags konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die ThyssenKrupp-Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von ThyssenKrupp Marine Systems und anderen ThyssenKrupp-Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Betriebsrentner verschiedener Konzerngesellschaften haben gerichtlich und außergerichtlich die Erhöhung ihrer künftigen Betriebsrentenzahlungen sowie Nachzahlungen für die Vergangenheit geltend gemacht, nachdem Betriebsrentenanpassungen gemäß § 16 BetrAVG wegen wirtschaftlich schwieriger Lage von Konzernunternehmen ganz oder teilweise unterblieben waren. Für Risiken aus etwaig unterlassenen Betriebsrentenanpassungen wurde eine ausreichende bilanzielle Vorsorge getroffen.

Darüber hinaus sind gegen ThyssenKrupp-Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen sowie behördliche Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Bau, den gewährten steuerlichen Vergünstigungen sowie dem laufenden Betrieb des Stahlwerks in Brasilien, die zu Schadenersatz und Geldstrafen oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet ThyssenKrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

08 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen sowie der jeweilige beizulegende Zeitwert dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Finanzinstrumente 30.09.2014 1)

Bewertung
nach IAS 39
nach IAS 17
Bewertung
Mio € Buchwert
laut Bilanz
30.09.2014
(Fortgeführte)
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
erfolgswirk
sam
Beizulegender
Zeitwert
erfolgsneutral
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.758 5.758 5.758
Kredite und Forderungen 5.758 5.758
Forderungen aus Finance Lease 50 50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 450 347 62 41 450
Kredite und Forderungen 329 329
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
62 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 24 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.030 4.030 4.030
Kredite und Forderungen 4.030 4.030
Summe finanzielle Vermögenswerte 10.288
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 10.117 10.117 10.117
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 35 18 17 35
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
62 62 62
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.663 7.663 8.091
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.663 8.091
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 59 59 59
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.936 4.936 4.936
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.936 4.936
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.333 889 280 164 1.333
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 889 889
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 280 280
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 164 164
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 13.991
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.488 13.488 13.916
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
280 280 280

Finanzinstrumente 31.03.2015

Bewertung
nach IAS 39
Bewertung
nach IAS 17
Mio € Buchwert
laut Bilanz
31.03.2015
(Fortgeführte)
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
erfolgswirk
sam
Beizulegender
Zeitwert
erfolgsneutral
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Beizulegender
Zeitwert
31.03.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.834 5.834 5.834
Kredite und Forderungen 5.834 5.834
Forderungen aus Finance Lease 50 50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 509 325 130 54 509
Kredite und Forderungen 307 307
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 21 39
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
130 130
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 33 33
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.884 3.884 3.884
Kredite und Forderungen 3.884 3.884
Summe finanzielle Vermögenswerte 10.277
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 10.025 10.025 10.025
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 39 18 21 39
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
130 130 130
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 8.492 8.492 9.083
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 8.492 9.083
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 49 49 49
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.952 4.952 4.952
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.952 4.952
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.344 658 415 271 1.344
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 658 658
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 415 415
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 271 271
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 14.837
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 14.102 14.102 14.693
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)
415 415 415

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren beeinflusst, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Bewertungshierarchie 30.09.2014 1)

Mio € Stichtag
30.09.2014
Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 62 0 62 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17 14 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 24 0 24 0
Insgesamt 103 14 89 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 280 0 181 99
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 164 0 164 0
Insgesamt 444 0 345 99

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Bewertungshierarchie 31.03.2015

Mio € Stichtag
31.03.2015
Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 130 0 130 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 21 18 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 33 0 33 0
Insgesamt 184 18 166 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 415 0 288 127
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 271 0 271 0
Insgesamt 686 0 559 127

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten ermittelt, z. B. anhand von Währungskursen. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Finanzinstrumente dargestellt:

Überleitungsrechnung Finanzinstrumente Level 3
Stand 30.09.2014 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 99
Ergebniswirksame Veränderungen – 28
Stand 31.03.2015 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 127

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierende und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit beinhaltet ein Frachtderivat, das unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Mindestmenge auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet wurde. Der aus der Bewertung resultierende ergebniswirksame Effekt wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Sonstige Aufwendungen" bzw. "Sonstige Erträge" ausgewiesen.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Derivative Finanzinstrumente

Mio € Nominalwert
30.09.2014 1)
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2014 1)
Nominalwert
31.03.2015
Beizulegender
Zeitwert
31.03.2015
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 721 22 1.951 67
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 367 22 319 32
Eingebettete Derivate 100 4 99 6
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 2) 0 0 0 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 435 36 377 57
Warenderivate im Cashflow-Hedge 26 2 32 1
Insgesamt 1.649 86 2.778 163
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.185 130 1.946 226
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 272 16 416 65
Eingebettete Derivate 98 5 91 8
Zinsderivate im Cashflow-Hedge 2) 1.556 107 1.234 163
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3) 625 145 685 181
Warenderivate im Cashflow-Hedge 199 41 182 43
Insgesamt 5.935 444 4.554 686

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften"). 2) inklusive Zins-/Währungsderivate

3) inklusive Frachtderivate

09 Segmentberichterstattung

Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurden die Definitionen von EBIT und Bereinigtem EBIT bezüglich der Behandlung von aktivierten Bauzeitzinsen dahingehend angepasst, dass die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr zurückgenommen werden. Außerdem wird das EBIT auf Business-Area-Ebene, insbesondere bei Business Areas mit langfristigen Fertigungsaufträgen, nicht mehr um einen aus Anzahlungsüberschüssen bzw. aus den damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekten abgeleiteten kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhöht. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.

Die Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2013/2014 und das 1. Halbjahr 2014/2015 sowie das 2. Quartal 2013/2014 und das 2. Quartal 2014/2015 stellen sich wie folgt dar:

Segmentinformationen

Mio € Components
Technology
Elevator
Technology
Industrial
Solutions
Materials
Services
Steel
Europe
Steel
Americas
Corporate Stainless
Global 2)
Konsoli
dierung
Konzern
1. Halbjahr 2013/2014 1)
Außenumsätze 2.980 3.023 2.866 5.750 3.647 1.065 26 0 19.357
konzerninterne Umsätze 3 2 15 309 796 8 58 – 1.191 0
Umsatzerlöse gesamt 2.983 3.025 2.881 6.059 4.443 1.073 84 – 1.191 19.357
EBIT 121 253 205 79 73 114 – 315 185 3 718
Bereinigtes EBIT 138 299 208 90 82 – 46 – 222 0 2 551
1. Halbjahr 2014/2015
Außenumsätze 3.326 3.372 2.998 7.040 3.487 791 25 0 21.039
konzerninterne Umsätze 3 1 12 175 758 164 68 – 1.181 0
Umsatzerlöse gesamt 3.329 3.373 3.010 7.215 4.245 955 93 – 1.181 21.039
EBIT 146 334 203 – 151 193 – 30 – 214 – 6 5 480
Bereinigtes EBIT 150 346 201 51 192 – 20 – 201 0 3 722
2. Quartal 2013/2014 1)
Außenumsätze 1.554 1.479 1.584 3.167 1.943 530 12 0 10.269
konzerninterne Umsätze 1 2 9 153 434 5 30 – 634 0
Umsatzerlöse gesamt 1.555 1.481 1.593 3.320 2.377 535 42 – 634 10.269
EBIT 67 138 114 36 54 115 – 199 – 2 – 1 322
Bereinigtes EBIT 75 143 117 56 64 – 27 – 118 0 – 4 306
2. Quartal 2014/2015
Außenumsätze 1.732 1.661 1.624 3.703 1.853 409 13 0 10.995
konzerninterne Umsätze 0 0 9 91 407 44 35 – 586 0
Umsatzerlöse gesamt 1.732 1.661 1.633 3.794 2.260 453 48 – 586 10.995
EBIT 79 158 108 – 137 113 – 19 – 107 – 2 6 199
Bereinigtes EBIT 83 168 109 49 113 – 20 – 99 0 2 405

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften") und die Definitionsänderung angepasst. 2) Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahlen Bereinigtes EBIT und EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

Überleitung EBIT zu EBT

Mio € 1. Halbjahr
2013/2014 1)
1. Halbjahr
2014/2015
2. Quartal
2013/2014 1)
2. Quartal
2014/2015
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 551 722 306 405
Sondereffekte 167 – 242 16 – 206
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 718 480 322 199
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 52 0 0 0
+ Finanzierungserträge 563 846 350 602
- Finanzierungsaufwendungen – 1.106 – 1.117 – 536 – 727
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 34 – 30 – 6 – 18
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 235 30 237 6
EBT - Konzern 324 209 367 62
- EBT Stainless Global – 185 6 2 2
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 139 215 369 64

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften") und die Definitionsänderung angepasst.

10 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten des 1. Halbjahres 2014/2015 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 9 Mio €, die im Wesentlichen die Business Area Steel Americas betreffen. Zum 30. September 2014 betrugen die Wertberichtigungen 75 Mio €. Im 1. Halbjahr 2013/2014 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 21 Mio €, die im Wesentlichen auf die Business Areas Steel Europe, Components Technology und Materials Services entfielen.

Darüber hinaus enthalten die Umsatzkosten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5 Mio €, die vorwiegend die Business Areas Elevator Technology und Materials Services betreffen. Im Vorjahreshalbjahr beliefen sich die Restrukturierungskosten auf 51 Mio €, die im Wesentlichen auf die Business Areas Elevator Technology und Steel Europe entfielen.

11 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen

Das Ergebnis enthielt im 1. Halbjahr 2013/2014 Aufwendungen aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an OTK in Höhe von 52 Mio €; diese umfassten sowohl die anteiligen Verluste von OTK vom 1. Oktober 2013 bis zum 29. November 2013 als auch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

12 Ergebnis je Aktie

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

1. Halbjahr 2013/2014 1) 1. Halbjahr 2014/2015 2. Quartal 2013/2014 1) 2. Quartal 2014/2015
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)
(Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)
19 0,03 104 0,18 271 0,48 50 0,09
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)
(Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)
185 0,34 – 6 – 0,01 – 2 0,00 – 2 0,00
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)
204 0,37 98 0,17 269 0,48 48 0,09
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 548.216.658 565.937.947 565.937.947 565.937.947

1) Der Ausweis wurde durch die Erstanwendung von IFRS 11 angepasst (vgl. die Ausführungen unter "Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften").

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene, veräußerte oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum berücksichtigt, in dem sie sich im Umlauf befinden.

Bedingt durch die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung stieg der gewichtete Durchschnitt der Aktien im 1. Halbjahr 2014/2015 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013/2014.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

13 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 71 Mio € stammen per 31. März 2015 von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2014/2015 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 29 (1. Halbjahr 2013/2014: 729) Mio €. Im 2. Quartal 2014/2015 gab es keine Zugänge (2. Quartal 2013/2014: 728 Mio €).

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Halbjahr 2014/2015 2 (1. Halbjahr 2013/2014: 5) Mio € bzw. im 2. Quartal 2014/2015 0 (2. Quartal 2013/2014: 2) Mio €.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Sachanlagen im 1. Halbjahr 2013/2014 von 36 Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 von 18 Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2014/2015 erfolgte wie im 2. Quartal 2014/2015 durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden; im 1. Halbjahr 2013/2014 beliefen sich die Zugänge wie im 2. Quartal 2013/2014 auf 313 Mio €.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Finanzschulden im 1. Halbjahr 2013/2014 von 36 Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 von 18 Mio €.

Essen, den 5. Mai 2015 ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard Kaufmann Kerkhoff

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 31. März 2015, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Essen, den 11. Mai 2015

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann Volker Linke

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Essen, den 5. Mai 2015

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard Kaufmann Kerkhoff

Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats

Der Zwischenbericht für das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/2015 (Oktober 2014 bis März 2015) sowie der Bericht des Konzernabschlussprüfers über die prüferische Durchsicht des verkürzten Zwischenabschlusses und des Zwischenlageberichts (Review Report) sind dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 11. Mai 2015 vorgelegt und durch den Vorstand erläutert worden. Der Konzernabschlussprüfer stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Prüfungsausschuss stimmte dem Zwischenbericht zu.

Essen, den 11. Mai 2015

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses

Prof. Dr. Bernhard Pellens

Kontakt und Finanzkalender 2015/2016

Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Communications Telefon (0201) 844-536043 Telefax (0201) 844-536041 E-Mail [email protected]

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Privatanleger Telefon (0201) 844-536367 Telefax (0201) 8456-531000

Anschrift

ThyssenKrupp AG ThyssenKrupp Allee 1, 45143 Essen Postfach, 45063 Essen Telefon (0201) 844-0 Telefax (0201) 844-536000 E-Mail [email protected] www.thyssenkrupp.com

Finanzkalender 2015/2016

13. August 2015 Zwischenbericht 9 Monate 2014/2015 (Oktober bis Juni) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

19. November 2015 Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2014/2015 Bilanzpressekonferenz Analysten- und Investorenkonferenz

29. Januar 2016 Ordentliche Hauptversammlung

12. Februar 2016 Zwischenbericht 1. Quartal 2015/2016 (Oktober bis Dezember) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

10. Mai 2016 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2015/2016 (Oktober bis März) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von ThyssenKrupp bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von ThyssenKrupp weder beabsichtigt, noch übernimmt ThyssenKrupp eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.

Rundungen und Veränderungsraten

Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (−). Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Der Finanzbericht steht in deutscher Sprache und in englischer Übersetzung im Internet unter www.thyssenkrupp.com zum Download bereit.

Bei Abweichungen geht die deutsche Fassung des Berichts der englischen Übersetzung vor.

Aus technischen Gründen kann es in den im Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen zu Abweichungen unseres Finanzberichts kommen.