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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2014

Feb 24, 2014

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Interim / Quarterly Report

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Publication

ThyssenKrupp AG

Duisburg und Essen

Quartalsfinanzbericht zum 31. Dezember 2013

Zwischenbericht 1. Quartal 2013/2014 vom 01. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern Konzern gesamt 1)
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung Veränderung

in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 11.202 10.671 – 531 – 5
Umsatz Mio € 10.412 9.109 – 1.303 – 13
EBITDA Mio € 444 655 211 48
EBIT Mio € 169 398 229 136
EBIT-Marge % 1,6 4,4 2,8
Bereinigtes EBIT Mio € 38 247 209 550
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,4 2,7 2,3
EBT Mio € – 9 – 42 – 33 --
Ergebnis nach Steuern bzw. Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) Mio € – 16 – 69 – 53 --
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 1 – 64 – 63 --
Ergebnis je Aktie 0,00 – 0,12 – 0,12
Operating Cash-Flow Mio € – 140 147 287 ++
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 934 23 – 911 – 98
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 433 – 232 201 46
Free Cash-Flow Mio € 361 – 62 – 423 --
Mitarbeiter (31.12.) 154.850 156.633 1.783 1
Netto-Finanzschulden (31.12.) Mio € 5.205 4.459 – 746 – 14
Eigenkapital (31.12.) Mio € 4.267 3.273 – 994 – 23

1) Der Vorjahresausweis für alle Ergebnis-Kennzahlen (außer EBITDA) und das Eigenkapital wurde angepasst.

2) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Konzern Fortgeführte Aktivitäten 2)
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung Veränderung

in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 10.063 10.671 608 6
Umsatz Mio € 9.189 9.109 – 80 – 1
EBITDA Mio € 371 468 97 26
EBIT Mio € 97 211 114 118
EBIT-Marge % 1,1 2,3 1,2
Bereinigtes EBIT Mio € 107 247 140 131
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,2 2,7 1,5
EBT Mio € – 73 – 229 – 156 --
Ergebnis nach Steuern bzw. Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) Mio € – 75 – 256 – 181 --
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 61 – 251 – 190 --
Ergebnis je Aktie – 0,12 – 0,47 – 0,35 --
Operating Cash-Flow Mio € 54 147 93 172
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 934 23 – 911 – 98
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 334 – 232 102 31
Free Cash-Flow Mio € 654 – 62 – 716 --
Mitarbeiter (31.12.) 154.850 156.633 1.783 1

1) Der Vorjahresausweis für alle Ergebnis-Kennzahlen (außer EBITDA) und das Eigenkapital wurde angepasst.

2) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (−). Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Business Areas Auftragseingang

Mio €
Umsatz

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014
--- --- --- --- ---
Components Technology 1.324 1.439 1.345 1.428
Elevator Technology 1.616 1.801 1.532 1.544
Industrial Solutions 2.002 2.295 1.306 1.288
Materials Services 2.765 2.842 2.815 2.739
Steel Europe 2.403 2.274 2.253 2.074
Steel Americas 1) 560 609 488 538
Corporate 55 42 55 42
Konsolidierung – 662 – 631 – 605 – 544
Fortgeführte Aktivitäten 10.063 10.671 9.189 9.109

1) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

Business Areas EBIT

Mio €
Bereinigtes EBIT

Mio €
Mitarbeiter
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 31.12.2012 31.12.2013
--- --- --- --- --- --- ---
Components Technology 43 56 42 64 27.789 28.057
Elevator Technology 171 133 169 175 47.897 49.348
Industrial Solutions 141 173 140 173 18.176 18.982
Materials Services 36 43 40 34 26.280 25.128
Steel Europe 29 20 30 19 27.629 26.658
Steel Americas 1) – 122 1 – 122 – 17 3.990 5.491
Corporate – 112 – 116 – 97 – 103 3.089 2.969
Konsolidierung – 89 – 99 – 95 – 98 0 0
Fortgeführte Aktivitäten 97 211 107 247 154.850 156.633

1) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

Nachdem die Business Area Steel Americas zum 30. September 2012 als nicht fortgeführte Aktivität im Sinne der IFRS klassifiziert wurde, erfolgte zum 30. September 2013 eine Einstufung als fortgeführte Aktivität; der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst. Innerhalb von Steel Americas bildet ThyssenKrupp Steel USA eine Veräußerungsgruppe bzw. Disposal Group. Nach dem Abgang der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global zum Ende des 1. Quartals 2012/2013 durch den Zusammenschluss mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu fielen im 1. Quartal 2013/2014 noch nachlaufende Erträge an, die hiermit in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführten Aktivitäten darstellen. Die im Rahmen der Transaktion entstandene Finanzbeteiligung in Höhe von 29,9 % an Outokumpu, die nach der Equity-Methode bilanziert wurde und deren Ergebniseffekt auf Grund ihres fehlenden operativen Charakters nicht im EBIT enthalten ist, wird seit der Ankündigung des vollständigen Verkaufs vom 29. November 2013 als zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert ausgewiesen. Der Konzern besteht seit Ende des 1. Quartals 2012/2013 ausschließlich aus fortgeführten Aktivitäten; sie enthalten sechs Business Areas sowie den Bereich Corporate.

STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DES KONZERNS

Die demografische Entwicklung, die Globalisierung der Warenströme und das rasante Wachstum der Megastädte führen dazu, dass die weltweite Nachfrage kontinuierlich steigt. Die Welt braucht immer „mehr“ Konsum- und Investitionsgüter, Infrastruktur, Energie und Rohstoffe. Dieser wachsenden Nachfrage steht jedoch die Endlichkeit natürlicher Ressourcen gegenüber. Gleichzeitig ist der Klimawandel längst Realität und auch politische Rahmenbedingungen erfordern „bessere“ Lösungen. Die Welt hat nicht nur Bedarf nach „mehr“, sondern vor allem nach „besser“: Wir müssen Ressourcen effizienter nutzen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produzieren sowie eine nachhaltigere Infrastruktur aufbauen.

ThyssenKrupp bietet mit technologischer Kompetenz Lösungen für diese Herausforderungen und erfüllt bereits heute mit seinen Industriegütern, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten die Anforderungen nach „mehr“ bei gleichzeitigem „besser“ – in den Industrieländern wie auch in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir mit unserer Ingenieurkunst und der Qualität der Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden Mehrwert und damit für uns klare Wettbewerbsvorteile.

Um ThyssenKrupp als diversifizierten Industriekonzern weiter konsequent auf diese Entwicklungstrends auszurichten, verfolgen wir seit Mai 2011 das Programm zur Strategischen Weiterentwicklung. Kontinuierliche Portfoliooptimierung, Veränderungen in Unternehmenskultur, -führung und -organisation sowie stärkere Leistungsorientierung bilden die Säulen des ganzheitlichen Konzepts. Damit stärken wir unsere finanzielle Basis und gewinnen Freiheitsgrade, um unsere Geschäftsaktivitäten strategisch auszubauen. Im 1. Quartal 2013/2014 haben wir weitere wichtige Schritte in der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung erzielt.

Tragfähige Lösung für Steel Americas

Am 29. November 2013 haben wir mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (das Konsortium) einen Vertrag über den Verkauf des Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama unterzeichnet. Mit dem Vollzug der Transaktion erhält ThyssenKrupp für das Werk in Alabama einen Kaufpreis von 1,55 Mrd US-Dollar und einen werthaltigen Brammenliefervertrag. Damit konnte auch eine tragfähige Lösung für das Stahlwerk ThyssenKrupp CSA in Brasilien erreicht werden. Es wurde vertraglich vereinbart, dass das Konsortium bis 2019 jährlich 2 Mio Tonnen Brammen aus der Produktion von ThyssenKrupp CSA bezieht. Wir sind zuversichtlich, die schon im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten operativen Verbesserungen bei Steel Americas auf Basis der vereinbarten Transaktion in den Folgejahren beschleunigt fortsetzen und gleichzeitig die Marktchancen aus den geänderten Rahmenbedingungen besser nutzen zu können. Anfang Februar 2014 lag die Zustimmung der relevanten Wettbewerbsbehörden vor. ThyssenKrupp schafft mit dem Verkauf und dem Brammenliefervertrag wichtige Voraussetzungen, künftig sein Cash-Flow-Profil und wesentliche Finanzkennzahlen weiter zu verbessern.

Beendigung aller finanziellen Verbindungen mit Outokumpu

Im Zuge der notwendigen Refinanzierungsmaßnahmen von Outokumpu haben wir am 29. November 2013 einen Vertrag mit Outokumpu zur Übertragung von jeweils 100 % der Anteile von VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp unterzeichnet. Als Gegenleistung wird die im Rahmen des Inoxum-Verkaufs entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu übertragen. Mit diesem Schritt reduzieren wir Risiko und sichern Wert für unser Unternehmen. Zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission für diese Transaktion wird sich ThyssenKrupp zudem von seinem 29,9%-Anteil an Outokumpu vollständig trennen und alle weiteren finanziellen Verbindungen zur Outokumpu-Gruppe beenden. Mit der Freigabe der EU-Kommission am 12. Februar 2014 lag die Zustimmung zur Transaktion nahezu aller Wettbewerbsbehörden vor. Das Closing steht darüber hinaus noch unter dem Vorbehalt der Mitwirkung und Zustimmung von Aktionären, Banken und Gläubigern zum Gesamtkonzept für eine tragfähige Refinanzierung von Outokumpu.

Detailliertere Angaben zu den Transaktionen finden Sie im Geschäftsbericht 2012/2013, Kapitel „Profil und Strategie“.

Zusätzlich zu dem im Mai 2011 beschlossenen Programm zur Portfoliooptimierung arbeiten wir im Rahmen der stärkeren Leistungsorientierung auch an weiteren Desinvestitionsprojekten. Bereits eingeleitet wurden Verkaufsprozesse im Geschäftsbereich Baumaschinenkomponenten der Business Area Components Technology und im Geschäftsbereich Railway/Construction der Business Area Materials Services. Auch der in der Business Area Steel Europe eingeleitete Prozess zum Verkauf der kornorientierten Elektrobandfertigung mit den Werken in Gelsenkirchen und Isbergues, Frankreich, sowie der Elektrobandaktivitäten in Nashik, Indien, befindet sich in der Umsetzung.

Ausbau wichtiger Wachstumsfelder und Innovationen

Im Berichtszeitraum haben wir die strategisch wichtigen Wachstumsfelder im Anlagenbau und Aufzugsgeschäft weiter gestärkt und insbesondere in organisches Wachstum investiert:

• Die Business Area Industrial Solutions hat mit Industrie De Nora, einem Anbieter elektrochemischer Technologien mit Hauptsitz in Mailand, Italien, im November 2013 eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures getroffen. Durch die Zusammenführung der Aktivitäten im Bereich Planung, Beschaffung und Errichtung von Elektrolyse-Anlagen erweitern beide Partner ihre technologische Plattform und erhöhen die Kundennähe sowie die globale Präsenz. Unter dem Namen ThyssenKrupp Uhde Chlorine Engineers wird die neue Gesellschaft von ThyssenKrupp Industrial Solutions als Mehrheitseigentümer geführt und konsolidiert. Sie wird ihren Hauptsitz in Dortmund haben und mit den weiteren Standorten in Japan, China, Italien und den USA weltweit vertreten sein. Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

• Um die weltweiten Marktchancen im Anlagenbau als einem wichtigen Wachstumsfeld des Konzerns besser nutzen zu können, haben wir im Januar 2014 die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen ThyssenKrupp Uhde und ThyssenKrupp Resource Technologies (zuvor entstanden aus ThyssenKrupp Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik) unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions zusammengeführt. Integration sowie Regionalisierung sind zentrale Elemente, um die Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und die Effizienz zu steigern. Durch die Bündelung der Kompetenzen in einem global agierenden Unternehmen wollen wir gerade in den Wachstumsregionen das Marktpotenzial optimal ausschöpfen und den Umsatz in den kommenden Jahren um durchschnittlich mehr als 5 % pro Jahr steigern.

• Neben der weiteren Stärkung des Servicegeschäfts durch Akquisitionen in Deutschland und Frankreich hat die Business Area Elevator Technology in den Ausbau und die Modernisierung der Werke investiert. In Deutschland wird der Standort Neuhausen des Aufzugsgeschäfts zu einem hochmodernen Technologiepark ausgebaut. Zusätzlich plant Elevator Technology in Rottweil, Deutschland, die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungsturms, um Aufzüge für die höchsten Gebäude weltweit zu testen.

• In der Business Area Components Technology bauen wir unsere Präsenz in Europa und vor allem in den Wachstumsregionen Brasilien, China, Indien und NAFTA aus. Im Dezember 2013 haben wir in Chengdu (China) ein neues Werk für Automobilkomponenten eröffnet, in dem künftig Federn und Stabilisatoren für den chinesischen Markt gefertigt werden.

Im Berichtsquartal haben wir auch unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit weiter intensiviert. Durch eine Forschungskooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft soll zudem eine neue Verfahrenstechnik zur Nutzung von Prozessgasen, insbesondere CO2, als Rohstoff entwickelt werden – eine Technologie mit positiven Effekten für den Klimaschutz und bedeutendem Marktpotenzial. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel „Innovationen“.

Konzernprogramm „impact 2015“ weiterhin auf gutem Weg

Das Konzernprogramm impact bündelt gezielte Initiativen und Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, die die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns unterstützen. Durch das Effizienzprogramm „impact 2015“ soll in den drei Geschäftsjahren 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015 ein positiver EBIT-Effekt aus Performance-Maßnahmen von kumuliert nun 2,3 Mrd € realisiert werden; auf diesen Wert haben wir das bisherige Ziel von 2,0 Mrd € im Zuge der Fortführung von ThyssenKrupp CSA erhöht.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir bereits 600 Mio € erreicht und damit das Ziel von 500 Mio € deutlich übertroffen. Auch für das laufende Geschäftsjahr sind wir zuversichtlich, das Einsparziel von 850 Mio € zu realisieren. Im 1. Quartal 2013/2014 wurden zusätzliche EBIT-Effekte in Höhe von rund 200 Mio € erzielt und das übrige Einsparvolumen weitgehend mit konkreten Einzelmaßnahmen hinterlegt. Wichtige Beiträge liefern die konzernweite Iniatiative synergize+, ein Programm zur Optimierung der Einkaufsabläufe, und Programme in den Business Areas, die in diesem Geschäftsjahr fortgeführt werden bzw. starten.

ACT schafft neue Konzernführungsstruktur mit wettbewerbsfähigen Kosten

Mit der Konzerninitiative ACT („Achieve Change @ ThyssenKrupp“) optimiert ThyssenKrupp die Führungs- und Geschäftsorganisation und die zugehörigen Prozesse. Damit unterstützt ACT den Kulturwandel und die Steigerung der Leistungsfähigkeit und Effizienz und somit die Profitabilität im gesamten Konzern. Hierzu wurden umfassende Wettbewerbsanalysen sowie Benchmarks durchgeführt und Einspar- und Optimierungspotenziale im Hinblick auf die neuen Strukturen und Prozesse im Konzern in Höhe von rund 250 Mio € identifiziert. Die Effekte sollen überwiegend bis einschließlich Geschäftsjahr 2014/2015 realisiert werden. Die Zahl der Beschäftigten der Verwaltungsfunktionen soll insgesamt von derzeit 15.000 um rund 3.000 verringert werden. In einem ersten Schritt haben wir die Anzahl der Konzernfunktionen deutlich reduziert und neu geordnet. Seit dem 01. Oktober 2013 arbeiten das Corporate Headquarter und die Führungen der Business Areas bereits in der neuen Struktur. Die neuen, effizienteren Strukturen und Prozesse werden derzeit in den Geschäftseinheiten der Business Areas und Regionen umgesetzt. In einem zweiten Schritt werden wesentliche, zurzeit dezentral ausgeführte Funktionen der bisherigen Shared-Services-Einheiten wie der ThyssenKrupp Business Services und der ThyssenKrupp IT Services in Zukunft in der weltweit aufgestellten Einheit „Global Shared Services“ gebündelt. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig sind, wie etwa bestimmte Aufgaben im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienmanagement und der Personalabteilung. Zurzeit befinden wir uns in formalen Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite über die Effizienzziele. Zudem wird die Konzernorganisation künftig routinemäßig im Rahmen des jährlichen Strategieprozesses überprüft, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Fokus auf Governance und Compliance

Bei ThyssenKrupp gibt es zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von „Null Toleranz” nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Ulrich Lehner hat die Themen Corporate Governance und Compliance als inhaltliche Schwerpunkte seiner Tätigkeit gewählt. Mit Wirkung zum 01. Februar 2014 hat der Aufsichtsrat Dr. Donatus Kaufmann zum Mitglied des Vorstands bestellt. Er leitet das neu geschaffene Ressort Recht und Compliance. Hierdurch wird die Entscheidung bekräftigt, die Compliance-Aktivitäten im Konzern zu intensivieren.

Mehr zu unseren Compliance-Aktivitäten erfahren Sie im Kapitel „Compliance“.

GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN

Operative Meilensteine erreicht

ThyssenKrupp hat im 1. Quartal 2013/2014 (01. Oktober – 31. Dezember 2013) die operativen Zwischenziele erreicht:

Das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten betrug 247 Mio € und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal, deutlich über dem Vorquartal sowie voll im Rahmen des Geschäftsjahresausblicks. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben deutlich positive Beiträge geleistet; die Verluste bei Steel Americas wurden erheblich reduziert. Alle Industriegüter-Geschäfte konnten ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahresquartal steigern und lagen mit 412 Mio € in den ersten drei Monaten signifikant höher als die Werkstoff-Geschäfte, die jedoch auch inklusive Steel Americas mit 36 Mio € insgesamt einen positiven Beitrag erwirtschafteten. Dagegen betrugen das Bereinigte EBIT von Corporate −103 Mio € und die Konsolidierung −98 Mio €.

Der Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten vor Desinvestitionen verbesserte sich ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 195 Mio € auf −85 Mio €. Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns konnten durch die Anfang Dezember 2013 erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 882 Mio € gegenüber dem Geschäftsjahresende 2012/2013 von 5,0 Mrd € auf 4,5 Mrd € gesenkt, das Eigenkapital von 2,5 Mrd € auf 3,3 Mrd € gestärkt und das Gearing um rund 64 Prozentpunkte auf 136,2 % signifikant reduziert werden. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres gehen wir von einer weiteren Verbesserung unseres Gearing aus, insbesondere durch den erwarteten Verkaufserlös für ThyssenKrupp Steel USA.

Mit flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 7,6 Mrd € zum 31. Dezember 2013 ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Industriegüter-Geschäfte treiben Wachstum im Auftragseingang

ThyssenKrupp hat sich im 1. Quartal 2013/2014 in einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld insgesamt gut behauptet; wesentliche Treiber für das Wachstum im Auftragseingang waren die soliden Positionen bei den Industriegüter-Geschäften.

Bild

Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtszeitraum 10,7 Mrd € und lag damit deutlich über dem Vorquartal (+18 %) und Vorjahresniveau (+6 %); auf vergleichbarer Basis, das heißt währungs- und portfoliobereinigt, hat der Auftragseingang um 10 % gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Zuwächse von jeweils über 10 % gab es in der Aufzugssparte, die insbesondere durch ein starkes Wachstum im Asien/Pazifik-Raum einen neuen Rekordwert erzielte, sowie im Projektgeschäft: Industrial Solutions konnte das bereits hohe Vorjahresniveau, das durch einen Großauftrag für petrochemische Anlagen geprägt war, noch einmal um 15 % übertreffen – unterstützt durch einen Großauftrag aus Asien für Marine Systems. Der Auftragsbestand bei Elevator Technology und Industrial Solutions stieg im 1. Quartal 2013/2014 um insgesamt rund 1 Mrd € und erreichte mit mehr als 19 Mrd € zum 31. Dezember 2013 nahezu das hohe Vorjahresniveau. Der Auftragseingang bei Components Technology lag saisonbedingt etwas unter dem Vorquartal, konnte jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich zulegen – dank einer leichten Belebung im Geschäft mit Industriekomponenten sowie durch Neuproduktanläufe im Autogeschäft. Bei einer insgesamt robusten und durch zahlreiche Vertriebsinitiativen gestützten Mengenentwicklung hat der anhaltende Preisdruck bei hoher Wettbewerbsintensität den globalen Werkstoffhandel und das Stahlgeschäft in Europa belastet. Dennoch lag der Auftragseingang bei Materials Services auf Grund einer deutlichen Mengensteigerung im Lagergeschäft über dem Vorjahresniveau; Steel Europe blieb bei nahezu konstanten Bestellmengen auch desinvestitionsbedingt unter dem Vorjahreswert. Im Wesentlichen saisonbedingt war die Bestelltätigkeit bei Materials Services im Vergleich zum Vorquartal leicht rückläufig, während Bestellmengen und Auftragswert bei Steel Europe im Vergleich zum Vorquartal gesteigert werden konnten. Steel Americas legte bei positiven Preis-, Mengen- und Mix-Effekten gegenüber Vorjahres- und Vorquartal deutlich zu; mehr als 20 % der Bestellmengen entfielen dabei auf konzernexterne Brammenkunden.

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 9,1 Mrd € im 1. Quartal im Wesentlichen saisonbedingt unter dem Vorquartal und leicht unter dem Niveau des Vorjahres; auf vergleichbarer Basis hat der Umsatz um 4 % gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Im Vorjahresvergleich waren die Umsätze im globalen Werkstoffhandel und im europäischen Stahlgeschäft insbesondere desinvestitions-, wechselkurs- und preisbedingt rückläufig. Bei Industrial Solutions waren die Umsätze wechselkurs- und abrechnungsbedingt temporär leicht rückläufig. Dem standen trotz negativer Wechselkurseffekte Umsatzsteigerungen im Komponentengeschäft und in der Aufzugssparte sowie bei Steel Americas gegenüber.

Bild

Auftragseingang und Umsatz des Gesamtkonzerns lagen im Berichtsquartal unterhalb der entsprechenden Vorjahreswerte, da im Vorjahresquartal noch Beiträge der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global enthalten waren.

Bereinigtes EBIT mit 247 Mio € gegenüber Vorjahr mehr als verdoppelt

In einem weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Umfeld konnten wir mit 247 Mio € im 1. Quartal 2013/2014 das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorquartal bei geringeren Umsätzen um mehr als 50 % verbessern und gegenüber dem Vorjahresquartal bei einem vergleichbaren Umsatzniveau mehr als verdoppeln.

Bei allen Industriegüter-Geschäften lag das Bereinigte EBIT über dem Vorjahresniveau. Components Technology und Industrial Solutions konnten zudem die Ergebnisse gegenüber dem Vorquartal verbessern. Alle Industriegüter-Geschäfte steigerten die Bereinigte-EBIT-Marge sowohl im Vorjahres- als auch im Vorquartalsvergleich; bei Elevator Technology betrug die Marge im 1. Quartal 11,3 %.

Bei Materials Services und Steel Europe war das Bereinigte EBIT bei anhaltend hohem Preisdruck und hoher Wettbewerbsintensität im Wesentlichen mengenbedingt gegenüber dem Vorquartal rückläufig, blieb jedoch weiterhin – unterstützt durch zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Vertriebsinitiativen – deutlich positiv und weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres. Steel Americas blieb mit einem Bereinigten EBIT von −17 Mio € im Berichtsquartal noch leicht negativ, konnte jedoch durch Effizienz- und Mengensteigerungen sowie durch positive Effekte aus Währung und Marktpreisen in den USA die Verluste gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal um mehr als 100 Mio € reduzieren.

Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich das Bereinigte EBIT des Konzerns im 1. Quartal 2013/2014 von 38 Mio € auf 247 Mio €. Hauptursachen waren neben den Verbesserungen bei den fortgeführten Aktivitäten die mit Abschluss der Veräußerung entfallenden operativen Verluste bei Stainless Global aus dem Vorjahresquartal.

Bild

EBIT und Finanzergebnis durch Sondereffekte belastet

Im 1. Quartal 2013/2014 war das EBIT der fortgeführten Aktivitäten durch Sondereffekte von insgesamt 36 Mio € belastet. Die Sondereffekte betrafen insbesondere Restrukturierungsrückstellungen bei Elevator Technology und Components Technology sowie Aufwendungen bei Corporate im Rahmen der Portfoliomaßnahmen. Gegenläufig wirkten in erster Linie ein Veräußerungsertrag bei Materials Services sowie ein Ertrag aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags bei Steel Americas.

Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
EBIT 1) 97 211 118
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne – 5 2 ++
+ Restrukturierungsaufwendungen 13 50 285
+ Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) – 1 – 1 0
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 6 3 – 50
- Weitere nicht operative Erträge – 3 – 18 --
Bereinigtes EBIT 1) 107 247 131

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Nach Sondereffekten ergab sich insgesamt ein EBIT der fortgeführten Aktivitäten von 211 Mio €; der Vorjahreswert lag bei 97 Mio €.

Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern war jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal von −75 Mio € auf −256 Mio € rückläufig. Wesentliche Ursache waren auf die Outokumpu-Beteiligung entfallende, bereits angekündigte Belastungen im Finanzergebnis in Höhe von 276 Mio €.

Der Periodenfehlbetrag des Gesamtkonzerns betrug 69 Mio €. Die vorgenannten Belastungen im Finanzergebnis, die sich insbesondere aus der im Rahmen der Transaktion zur Entflechtung von ThyssenKrupp und Outokumpu vereinbarten Veräußerung der Anteile an Outokumpu ergaben, wurden dabei teilweise durch die auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfallenden nachlaufenden Erträge aus dem Wegfall bilanzierter Risiken in Höhe von 187 Mio € kompensiert. Diese stammen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen. Der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfallende Periodenfehlbetrag betrug 64 Mio €; das Ergebnis je Aktie lag entsprechend bei −0,12 €.

Free Cash-Flow vor Desinvestitionen verbessert und Netto-Finanzschulden reduziert

Der Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten vor Desinvestitionen verbesserte sich im 1. Quartal 2013/2014 deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 195 Mio € auf −85 Mio €. Einschließlich kleinerer Desinvestitionen betrug der Free Cash-Flow des Gesamtkonzerns −62 Mio €; im Vorjahr, das die Mittelzuflüsse aus der Inoxum-Transaktion enthielt, waren es 361 Mio €.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2013 auf 4.459 Mio € und lagen damit unterhalb der Verschuldung zum Vorjahresstichtag (5.205 Mio €) sowie zum 30. September 2013 (5.038 Mio €).

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich über den Saldo der in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden; dabei sind auch die entsprechenden zur Veräußerung vorgesehenen Werte der Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und der nicht fortgeführten Aktivitäten (Discontinued Operations) zu berücksichtigen.

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Die ThyssenKrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet.

Zum 31. Dezember 2013 lag das Gearing bei 136,2 % und damit um rund 64 Prozentpunkte unter dem Wert vom 30. September 2013 sowie wieder unterhalb der Gearing-Grenze von 150 %. Wesentliche Ursache für die Verbesserung war die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung. Bis zum Geschäftsjahresende gehen wir von einer weiteren Verbesserung unseres Gearing aus, insbesondere durch den erwarteten Verkaufserlös für ThyssenKrupp Steel USA.

Per 31. Dezember 2013 belief sich die freie Liquidität des Konzerns auf 7,6 Mrd €, bestehend aus 4,1 Mrd € flüssigen Mitteln und 3,5 Mrd € freien, zugesagten Kreditlinien. Damit besteht ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres 2014/2015 belaufen sich auf 2,7 Mrd €. Damit ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Kapitalerhöhung erfolgreich platziert

Der Vorstand hat am 02. Dezember 2013 beschlossen, das Grundkapital der ThyssenKrupp AG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um nominal 131.709.191,68 €, d.h. rund 10 % des Grundkapitals, gegen Ausgabe von 51.448.903 neuen Aktien zu erhöhen. Die neu ausgegebenen Aktien sind am 03. Dezember 2013 im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens zu einem Preis von 17,15 € je Stückaktie bei deutschen und internationalen institutionellen Anlegern platziert worden. Die Platzierung führte zu einem Bruttoerlös von 882,3 Mio €, der dazu beiträgt, das Eigenkapital zu stärken und die Netto-Finanzschulden zu reduzieren. Das Grundkapital der ThyssenKrupp AG beträgt nun 1.448.801.144,32 € und ist in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Der Platzierungspreis von 17,15 € beruht auf den von institutionellen Investoren im Rahmen des beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens abgegebenen Angeboten. So konnte ein marktnaher Platzierungspreis erzielt werden. Gegenüber dem vorausgegangenen Xetra-Börsenschlusskurs betrug der Abschlag lediglich 2,75 % und damit deutlich weniger als der zulässige Maximalabschlag von 5 %. Durch den liquiden Börsenhandel der ThyssenKrupp Aktien bestand für jeden Aktionär die Möglichkeit, seine Beteiligungsquote durch den Erwerb der erforderlichen Aktien zu annähernd gleichen Bedingungen über die Börse aufrechtzuerhalten. Die schnelle Platzierung bei nahezu dreifacher Überzeichnung von überwiegend langfristig orientierten Investoren bestätigt das Vertrauen des Kapitalmarktes in die langfristige Strategie von ThyssenKrupp.

Investitionen unter Vorjahresniveau

Im 1. Quartal 2013/2014 investierte ThyssenKrupp insgesamt 232 Mio € und lag damit um 201 Mio € unter dem Vorjahresniveau. 99 Mio € des Rückgangs entfielen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten und resultierten aus mit Abschluss der Veräußerung entfallenden Investitionen bei Stainless Global.

In die Industriegüter-Geschäfte und hier, trotz eines im Vorjahresvergleich rückläufigen Niveaus, insbesondere in Components Technology haben wir in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 90 Mio € investiert. Der überwiegende Teil des Budgets für unser Komponenten-Geschäft betrifft die Wachstumsregionen BIC und NAFTA; so konnten wir beispielsweise im Dezember 2013 in Chengdu (China) ein neues Werk für Federn und Stabilisatoren eröffnen. In unsere Werkstoff-Geschäfte haben wir insgesamt 126 Mio € investiert. Hiervon entfielen 91 Mio € auf das Stahlgeschäft in Europa, in das auf Vorjahresniveau investiert wurde, während die Investitionen in Steel Americas weiter deutlich rückläufig waren.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns nach Rückgliederung von Steel Americas (inkl. der Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp Steel USA); nicht enthalten sind Umsatz- und Ergebniseffekte aus der beabsichtigten Übertragung der Anteile an VDM und AST von Outokumpu an ThyssenKrupp als Gegenleistung für die Übertragung der im Rahmen des Inoxum-Verkaufs entstandenen Finanzforderung an Outokumpu:

Umsatz und Ergebnis – Die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2013/2014 wird aus heutiger Sicht von einer moderaten Belebung der Weltwirtschaft geprägt sein. Die sich abzeichnenden Trends – Ende des wirtschaftlichen Abschwungs im Euro-Raum sowie Stabilisierung der Wachstumsdynamik außerhalb Europas – sind noch nicht als gesichert einzuschätzen.

Unter den Annahmen

• einer insgesamt verhaltenen Wachstumsdynamik der Kernmärkte für unsere stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte in den entwickelten Weltregionen sowie anhaltenden Wachstums in den aufstrebenden Weltregionen,

• keiner größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten sowie

• einer verlässlichen Planbarkeit weiter Teile unserer Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinaus

erwarten wir für 2013/2014 derzeit folgende Geschäftsentwicklung für ThyssenKrupp:

• Der Konzernumsatz sollte gegenüber Vorjahr (Umsatz 2012/2013: 38,6 Mrd €) vor Portfolioanpassungen im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

• Industriegüter-Geschäfte: Die hohen Auftragsbestände bei Elevator Technology und Industrial Solutions decken das erwartete Umsatzwachstum bereits weit ins Geschäftsjahr hinein ab. Bei Components Technology sollten die neuen Werke in China und Indien steigende Umsatzbeiträge liefern.

• Werkstoff-Geschäfte: Bei Materials Services sollten selektive Wachstumsinitiativen zu leicht steigenden Umsätzen führen, während wir bei Steel Europe infolge von Portfoliomaßnahmen etwas geringere Umsätze erwarten. Bei Steel Americas gehen wir bei fortschreitender technischer Optimierung und zunehmender Marktdurchdringung von steigenden Umsätzen aus.

• Das Bereinigte EBIT des Konzerns vor Portfolioanpassungen sollte sich gegenüber dem Vorjahr (Bereinigtes EBIT 2012/2013: 599 Mio €) auf rund 1 Mrd € verbessern. Dabei werden bis auf Steel Americas alle Business Areas positive Beiträge erwirtschaften. Der Verlust von Steel Americas wird auf Grund operativer Fortschritte weiter rückläufig sein. Daneben werden das erwartete Wachstum in unseren ertragsstarken Industriegüter-Geschäften und die konzernweiten Anstrengungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Rahmen von impact zum verbesserten Ergebnis des Konzerns beitragen. Dabei wird insbesondere Elevator Technology Ergebnis und Marge weiter verbessern. Eine Ergebnissteigerung erwarten wir auch bei Industrial Solutions. Bei den Werkstoff-Geschäften sollte Steel Europe bei anhaltend hoher Wettbewerbsintensität einen steigenden Ergebnisbeitrag infolge von Effizienzgewinnen durch „Best-in-Class Reloaded“ zeigen.

Unser Ziel in den Folgejahren ist es weiterhin, mit einem wieder positiven Jahresüberschuss das Eigenkapital zu stärken; für das Geschäftsjahr 2013/2014 erwarten wir dabei – ohne Ergebniseffekte von VDM und AST – eine deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses. Daneben arbeiten wir mit Nachdruck daran, die Cash-Generierung aus operativer Leistung nachhaltig zu verbessern und die Netto-Finanzschulden weiter zu reduzieren.

Unsere Finanzierung und Liquidität stehen auch im Geschäftsjahr 2013/2014 auf einer gesicherten Basis und können Schwankungen abfedern, die sich aus kurzfristigen makroökonomischen Veränderungen ergeben können. Neben der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung werden insbesondere die erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Verkauf des Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama einen wesentlichen Beitrag zur deutlichen Reduzierung unserer Netto-Finanzschulden und des Gearing bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres leisten; zudem wird ThyssenKrupp mit der stringenten Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung und den Effizienzmaßnahmen im Rahmen von impact das Ertrags- und Wettbewerbsprofil des Konzerns weiter deutlich verbessern. Die Investitionen des Gesamtkonzerns erwarten wir auf Vorjahresniveau.

Geschäftsjahr 2014/2015

Im Geschäftsjahr 2014/2015 werden wir weiter an der strukturellen Verbesserung des Konzerns arbeiten und das ganzheitliche Konzept zur Strategischen Weiterentwicklung mit Nachdruck weiter umsetzen. Dies kann unter anderem gezielte Wachstumsimpulse und weitere Optimierungen des Portfolios umfassen. Sollte sich die moderate Belebung der Weltwirtschaft fortsetzen, der wirtschaftliche Abschwung im Euro-Raum nachhaltig überwunden sein sowie die Wachstumsdynamik außerhalb Europas stabilisieren, gehen wir im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswachstums auch von einem weiter steigenden Umsatz aus. Höherer Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken. Zusätzlich erwarten wir auf der Ergebnisseite für 2014/2015 weitere signifikante Verbesserungen aus den initiierten Konzernprogrammen, insbesondere aus „impact 2015“, sowie den kontinuierlichen Effizienzimpulsen aus dem Benchmarking. Somit rechnen wir auch für 2014/2015 mit einer Verbesserung der Eigenkapital- und Finanzierungssituation. Mehr über unsere Konzernprogramme erfahren Sie im Kapitel „Strategische Weiterentwicklung des Konzerns“.

GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS

COMPONENTS TECHNOLOGY

Components Technology in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.324 1.439 9
Umsatz Mio € 1.345 1.428 6
EBIT Mio € 43 56 30
EBIT-Marge % 3,2 3,9
Bereinigtes EBIT Mio € 42 64 52
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,1 4,5
Mitarbeiter (31.12.) 27.789 28.057 1

Die Business Area Components Technology produziert weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilsektor reicht die Produktpalette von gebauten Nockenwellen und Zylinderkopfmodulen mit integrierten Nockenwellen sowie Kurbelwellen (Powertrain) über Lenkungs- und Dämpfersysteme bis hin zu Federn und Stabilisatoren sowie der Montage von Achsmodulen (Chassis). Im Industriebereich liefert Components Technology Komponenten für Baumaschinen, Windkraftanlagen und zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Grundlage für dieses breite Produktspektrum ist die langjährige Erfahrung sowohl bei den Schmiedeverfahren als auch in der Kaltmassivumformung. Zusammen mit der mechanischen Bearbeitung und der Kompetenz beim Zusammenbau von hochkomplexen Systemen besitzt Components Technology das Entwicklungs- und Fertigungs-Know-how für Hochleistungskomponenten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Auftragseingang und Umsatz erhöht

Components Technology ist gut in das neue Geschäftsjahr 2013/2014 gestartet. Im 1. Quartal stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal – trotz vorwiegend negativer Effekte aus der Währungsumrechnung von US-Dollar und brasilianischem Real – um 9 % auf 1,4 Mrd €; auf vergleichbarer Basis hat der Auftragseingang um 12 % zugelegt. Die Nachfrage nach Automobilkomponenten für PKW und Nutzfahrzeuge in Westeuropa zeigte erste leichte Erholungstendenzen. Auch das PKW-Geschäft in China und im NAFTA-Raum entwickelte sich insgesamt weiter positiv, während die Entwicklung in Brasilien und Indien unter den Erwartungen lag. Bei Powertrain und Chassis wuchs das Geschäft im PKW-Mittelklasse- und Premiumsegment unter anderem durch Neuproduktanläufe. Im Bereich Nutzfahrzeuge blieb die Nachfrage in den USA weiterhin verhalten. Der Aufbau unserer neuen Werke befindet sich auf gutem Wege. Im Dezember 2013 wurde in Chengdu (China) ein neues Werk für Automobilkomponenten eröffnet, in dem künftig Federn und Stabilisatoren für den chinesischen Markt gefertigt werden. Im Geschäft mit Industriekomponenten war eine leichte Belebung gegenüber dem schwachen Vorjahr zu spüren. Insbesondere in China erhöhten sich Auftragseingänge mit Komponenten für Windkraftanlagen. Das weiterhin unsichere Investitionsklima in Westeuropa führte dagegen zu keiner durchgreifenden Verbesserung beim Absatz von Baumaschinenkomponenten.

Der Umsatz folgte der Auftragseingangsentwicklung und stieg um 6 % gegenüber dem Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis hat der Umsatz um 9 % zugelegt. Gegenüber dem Vorquartal wurden saisonbedingt rund 4 % geringere Auftragseingänge und Umsätze erzielt.

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Ergebnis gesteigert

Mit 64 Mio € im 1. Quartal konnte das Bereinigte EBIT von Components Technology gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert werden. Dabei wirkten sich höhere Umsätze, aber auch Leistungssteigerungen aus im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen im Rahmen des Konzernprogramms impact positiv aus. Das Ergebnis enthält Anlaufkosten für neue Werke (vor allem in Asien und Südamerika) und neue Produkte. Auch gegenüber dem Vorquartal konnte trotz geringerer Umsätze ein höheres Ergebnis erzielt werden. Die Bereinigte-EBIT-Marge erhöhte sich auf 4,5 %.

Das EBIT konnte trotz negativer Sondereffekte ebenfalls gegenüber dem Vorjahr auf 56 Mio € verbessert werden; die Sondereffekte enthalten im Wesentlichen Restrukturierungsaufwendungen für Personalmaßnahmen im Bereich Baumaschinenkomponenten. Bereits im vorherigen Geschäftsjahr wurde ein umfassendes Restrukturierungsprogramm in diesem Bereich gestartet. Neben den Standorten in Italien erstreckt sich die Neuorganisation auch auf Berco Deutschland, wo der Schwerpunkt der Aktivitäten zukünftig auf dem profitablen After-Market- und Kleinseriengeschäft liegen wird. Neben diesen Restrukturierungen arbeiten wir weiterhin an der Veräußerung von Berco.

Gegenüber dem Vorquartal stieg das EBIT deutlich um 35 Mio € und reflektiert neben operativen Verbesserungen geringere Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen.

ELEVATOR TECHNOLOGY

Elevator Technology in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragsbestand (31.12.) Mio € 3.611 3.801 5
Auftragseingang Mio € 1.616 1.801 11
Umsatz Mio € 1.532 1.544 1
EBIT Mio € 171 133 – 22
EBIT-Marge % 11,2 8,6
Bereinigtes EBIT Mio € 169 175 4
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,0 11,3
Mitarbeiter (31.12.) 47.897 49.348 3

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Service-Netz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Anhaltendes Wachstum im Auftragseingang

Elevator Technology hat in den ersten drei Monaten 2013/2014 die positive Entwicklung, basierend auf dem operativen Geschäft sowie auf begleitenden Maßnahmen zur Performance-Optimierung, fortgesetzt. Beim Auftragseingang erzielte die Business Area erneut ein deutliches Wachstum auf einen neuen Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Auftragseingang um 11 % auf 1,8 Mrd € gesteigert; auf vergleichbarer Basis hat der Auftragseingang um 16 % zugelegt. Diese Steigerung ist insbesondere auf die Nachfrage auf dem chinesischen Neuanlagenmarkt zurückzuführen. Größere Aufträge wurden in Guangxi und Ningbo in China gewonnen, wo wir insgesamt 70 Aufzüge und 128 Fahrtreppen liefern werden. Trotz negativer Wechselkurseffekte, insbesondere in Brasilien und den USA, konnte Elevator Technology auch in Nord- und Südamerika den Auftragseingang steigern. In Europa blieb die Nachfrage insgesamt auf einem unveränderten Niveau.

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Der Umsatz betrug im Berichtsquartal 1,5 Mrd € und lag mit einem Anstieg um 1 % auf Grund von Wechselkurseffekten nur leicht über dem Vorjahresniveau; auf vergleichbarer Basis hat der Umsatz um 5 % gegenüber dem Vorjahresquartal zugelegt. Im Vergleich zum saisontypisch besonders umsatzstarken 4. Quartal war das 1. Quartal leicht rückläufig.

Bereinigte-EBIT-Marge gesteigert

Elevator Technology hat im 1. Quartal 2013/2014 im Vergleich zum Vorjahresquartal das Bereinigte EBIT um 4 % auf 175 Mio € gesteigert; im Vergleich zum Vorquartal lag das Bereinigte EBIT insbesondere umsatzbedingt um 13 Mio € niedriger. Die Bereinigte-EBIT-Marge konnte mit 11,3 % sowohl gegenüber dem Vorjahreswert als auch gegenüber dem Vorquartal weiter verbessert werden und reflektiert insbesondere die Maßnahmen zur Leistungssteigerung und Restrukturierung im Rahmen des Konzernprogramms impact.

Das EBIT betrug im 1. Quartal 133 Mio €. Darin sind Sondereffekte in Höhe von 42 Mio € enthalten, die in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa resultieren.

INDUSTRIAL SOLUTIONS

Industrial Solutions in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragsbestand (31.12.) Mio € 16.292 15.505 – 5
Auftragseingang Mio € 2.002 2.295 15
davon Marine Systems 1) Mio € 182 1.301 615
Umsatz Mio € 1.306 1.288 – 1
davon Marine Systems 1) Mio € 303 318 5
EBIT Mio € 141 173 23
EBIT-Marge % 10,8 13,4
Bereinigtes EBIT Mio € 140 173 24
Bereinigte-EBIT-Marge % 10,7 13,4
Mitarbeiter (31.12.) 18.176 18.982 4

1) einschließlich Sonstiger Beteiligungen und Konsolidierung

Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns haben wir bei der Integration und Regionalisierung des Anlagenbaus wichtige Meilensteine erreicht. Um die weltweiten Marktchancen im Anlagenbau als einem wichtigen Wachstumsfeld des Konzerns besser nutzen zu können, haben wir im Januar 2014 die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen ThyssenKrupp Uhde und ThyssenKrupp Resource Technologies (zuvor entstanden aus ThyssenKrupp Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik) unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions zusammengeführt. Integration sowie Regionalisierung sind zentrale Elemente, um die Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und die Effizienz zu steigern. Als global aufgestellter, integrierter Anlagenbauer stellt ThyssenKrupp Industrial Solutions strategische Marktentwicklung und einheitliche Kundenansprache sicher und fördert den globalen Austausch von Wissen sowie Engineering- und Abwicklungskompetenzen über all seine Geschäfte hinweg.

Neben dem Anlagenbaugeschäft, das wir operativ durch die beiden Business Units Process Technologies (bisher Uhde) und Resource Technologies (früher Polysius und Fördertechnik) führen, umfasst die Business Area Industrial Solutions auch die Business Units Marine Systems und System Engineering. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen im Bereich Process Technologies, Anlagen für die Zementindustrie sowie innovativen Lösungen zur Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen im Bereich Resource Technologies über den Marineschiffbau im Bereich Marine Systems bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie im Bereich System Engineering.

Auftragseingang deutlich gesteigert

Die positive Entwicklung der Industrial-Solutions-Geschäfte hat sich im 1. Quartal 2013/2014 fortgesetzt. Insbesondere durch einen Großauftrag von Marine Systems über die Lieferung von zwei U-Booten an Singapur wurde der Auftragseingang der Business Area Industrial Solutions mit 2,3 Mrd € nochmals um 15 % gegenüber dem bereits hohen Wert im 1. Quartal des Vorjahres gesteigert und legte auf vergleichbarer Basis um 18 % zu. Im Vergleich zum 4. Quartal 2012/2013 stieg der Auftragseingang sogar um rund 150 %.

Resource Technologies verzeichnete eine lebhafte Nachfrage nach Zementanlagen, während bei Neuanlagen im Mining-Geschäft weiterhin eine Abschwächung spürbar ist. Dennoch konnten auch hier neue Aufträge gewonnen werden, etwa in Südamerika und Indien für Ausrüstung der Tagebau- und Umschlagtechnik. Bei Process Technologies hält das positive Investitionsklima an – unter anderem getragen durch den Schiefergas-Boom in den USA. Der Auftragseingang konnte jedoch nicht das sehr hohe Niveau des 1. Quartals 2012/2013 erreichen, das von einem Großauftrag im Bereich Düngemittel geprägt war.

Insgesamt übertraf der Auftragseingang den Umsatz mit einer Book-to-bill-Ratio von 1,8 deutlich, entsprechend erhöhte sich der Auftragsbestand im Vergleich zum 30. September 2013 um 0,9 Mrd € auf 15,5 Mrd €.

Der Umsatz lag mit 1,3 Mrd € abrechnungs- und währungsbedingt temporär leicht unter dem Niveau der Vorjahresperiode; auf vergleichbarer Basis hat der Umsatz um 2 % zugelegt.

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Bereinigtes EBIT weiterhin mit guter Margenqualität

Das Bereinigte EBIT erhöhte sich gegenüber dem 1. Quartal 2012/2013 von 140 Mio € auf 173 Mio €, ein Zuwachs von 24 %. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Beiträge aus dem Anlagenbau und ein abrechnungsbedingt starkes EBIT bei Marine Systems konnten dabei die leicht rückläufigen Ergebnisse bei den Produktionssystemen für die Automobilindustrie mehr als ausgleichen. Die EBIT-Marge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal und lag mit 13,4 % weiter deutlich im zweistelligen Zielbereich.

MATERIALS SERVICES

Materials Services in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.765 2.842 3
Umsatz Mio € 2.815 2.739 – 3
EBIT Mio € 36 43 19
EBIT-Marge % 1,3 1,6
Bereinigtes EBIT Mio € 40 34 – 15
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,4 1,2
Mitarbeiter (31.12.) 26.280 25.128 – 4

Die Business Area Materials Services ist an rund 500 Standorten in 35 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.

Lagergeschäft dank umfangreicher Vertriebsinitiativen deutlich ausgeweitet

Die internationale Ausrichtung, verbunden mit einer breiten Kunden- und Branchenorientierung hat sich im 1. Quartal 2013/2014 für die Business Area deutlich ausgezahlt. Der Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen wurde auf Basis intensiver Vertriebsinitiativen in fast allen Regionen, allen voran Osteuropa, deutlich ausgeweitet und erreichte mit einem Zuwachs von 9 % auf über 1,3 Mio t einen neuen Spitzenwert. In Nordamerika, der Region mit dem größten Wachstum 2012/2013, blieben die Mengen auf dem hohen Vorjahresniveau. Im Trading-Geschäft konnten auf Grund fehlender Großprojekte sowie des intensiven Wettbewerbs die Vorjahresmengen nicht erreicht werden. Die Preisentwicklung blieb insgesamt unbefriedigend. Statt der erwarteten Stabilisierung gingen bei Walzstahl, Edelstahl, NE-Metallen und Kunststoffen, aber auch bei zahlreichen Rohstoffen die Preise weiter zurück. Die Wettbewerbsintensität blieb in allen Bereichen außerordentlich hoch. Der Auftragseingang lag mit gut 2,8 Mrd € mengenbedingt um 3 % über dem Vorjahreswert; auf vergleichbarer Basis hat der Auftragseingang um 6 % zugelegt. Der Umsatz blieb mit etwas mehr als 2,7 Mrd € preisbedingt um 3 % unter den Vorjahreszahlen; auf vergleichbarer Basis war er nahezu konstant. Zuwächse wurden in Osteuropa, bei Kunststoffen sowie insbesondere im Rohstoffhandel erzielt, hier auf Grund des beträchtlich ausgeweiteten Koksgeschäfts. Wegen des sehr schwachen Edelstahl-Marktes gingen dagegen die Mengen und Umsätze mit Legierungen deutlich zurück. Die Dienstleistungen für die Luftfahrtindustrie blieben auf hohem Niveau stabil. Gleiches galt auch für das automobilnahe Service-Center-Geschäft. Der Umsatz der Stahlwerksdienstleistungen lag leicht unter dem Vorjahr. Daneben arbeiten wir an dem Veräußerungsprozess für den Geschäftsbereich Railway/Construction.

Die Performance-Programme im Rahmen von impact – in erster Linie zur Optimierung des Logistik-Netzwerks, der operativen Struktur und der Verwaltung – wurden weltweit mit hoher Intensität fortgesetzt, die Mitarbeiterzahl in allen Regionen und Geschäftseinheiten der Marktentwicklung angepasst. Zuwächse gegenüber dem Vorjahresquartal gab es lediglich in Nordamerika und bei Aerospace; die stärkste Reduzierung war auf Grund einer Portfolioveränderung bei den Stahlwerksdienstleistungen zu verzeichnen.

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EBIT in schwierigem Preis- und Wettbewerbsumfeld nahezu stabil

Das Bereinigte EBIT lag mit 34 Mio € leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals, das EBIT mit 43 Mio € auf Grund eines positiven Sondereffekts um 7 Mio € über dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorquartal waren Ergebnis und Marge im saisontypisch schwächeren 1. Quartal rückläufig. Als Sondereffekt wurde im Wesentlichen ein Ertrag aus der Veräußerung einer Beteiligung aus dem Bereich Rohstoffhandel berücksichtigt.

STEEL EUROPE

Steel Europe in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.403 2.274 – 5
Umsatz Mio € 2.253 2.074 – 8
EBIT Mio € 29 20 – 31
EBIT-Marge % 1,3 1,0
Bereinigtes EBIT Mio € 30 19 – 37
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 0,9
Mitarbeiter (31.12.) 27.629 26.658 – 4

Die Business Area Steel Europe umfasst die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von hochwertigem Qualitätsflachstahl vor allem im europäischen Markt. Wichtige Kunden sind die Automobilindustrie und andere stahlverarbeitende Industriezweige. Zum Leistungsspektrum gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie beispielsweise die Verpackungsindustrie.

Auftragseingang und Umsatz desinvestitions- und preisbedingt rückläufig

Steel Europe verzeichnete im 1. Quartal 2013/2014 ein im Vorjahresvergleich nochmals niedrigeres Geschäftsvolumen. Der Rückgang war zum einen durch die Desinvestition von Tailored Blanks bedingt, die in den Vorjahreszahlen noch enthalten waren, zum anderen durch das gesunkene Preisniveau. Der anhaltende Preisdruck bei hoher Wettbewerbsintensität im europäischen Markt belastete weiterhin die Geschäftsentwicklung, während sich die Mengensituation robuster darstellte. Der wertmäßige Auftragseingang war bei nahezu konstanten Bestellmengen mit 2,3 Mrd € etwa 5 % niedriger als im Vorjahr; auf vergleichbarer Basis hat der Auftragseingang um 1 % zugelegt. Auftragswert und Bestellmengen stiegen jedoch im Vergleich zum Vorquartal saisontypisch um mehr als 4 %.

Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf 2,1 Mrd € zurück. Vergleichbar gerechnet – währungsbereinigt und ohne das veräußerte Tailored-Blanks-Geschäft – nahm er um 1 % ab. Der Versand konnte um 2 % ausgeweitet werden, bereinigt waren es 5 %. Die wieder positivere Mengenentwicklung, die vor allem den Inlandsabsatz und bei den Endabnehmern die Automobilindustrie, Kaltwalzer und Hersteller sonstiger Metallerzeugnisse betraf, konnte die gesunkenen Durchschnittserlöse nur teilweise kompensieren. Verglichen mit dem Vorquartal war der Umsatz mengenbedingt leicht rückläufig. Die durchschnittlichen Nettoerlöse blieben indes weitgehend stabil.

Höhere Produktion in Vorbereitung der Zustellung des Hochofens 2 Schwelgern

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) lag mit 3,1 Mio t um 20 % höher als in der entsprechenden Vorjahresperiode und 7 % über dem Vorquartal. In Vorbereitung der 2014 geplanten Zustellung des Hochofens 2 Schwelgern wurde im Oktober 2013 der neu zugestellte Hochofen 9 wieder angeblasen. Aus dem gleichen Grund wurden die Brammenbezüge von HKM gesteigert. Bei leicht verbesserter Auftragslage nahm die Walzstahlproduktion für Kunden im Vorjahresvergleich um insgesamt 5 % zu, 6 % höher war die Produktion beschichteter Erzeugnisse. Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Stillsetzung einzelner Oberflächenveredelungsanlagen waren die der Metallurgie nachgelagerten Verarbeitungsstufen im Berichtsquartal gut ausgelastet.

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EBIT in schwierigem Preis- und Wettbewerbsumfeld nahezu stabil

Das Bereinigte EBIT lag im 1. Quartal 2013/2014 mit 19 Mio € leicht unter dem entsprechenden Vorjahresgewinn von 30 Mio €. Im vorangegangenen Quartal wurden 42 Mio € erzielt. Das EBIT war im Berichtszeitraum kaum durch Sondereffekte beeinflusst und belief sich auf 20 Mio €. Ursächlich für die insgesamt unzureichenden Ergebnisse waren wiederum primär die nicht auskömmlichen Durchschnittserlöse. Vor diesem Hintergrund wird intensiv an der Detaillierung und Umsetzung der Maßnahmenpakete des Programms „Best-in-Class Reloaded“ gearbeitet. Kostensenkungsmaßnahmen werden dabei durch intensivierte Vertriebsanstrengungen und Differenzierungsinitiativen ergänzt. Der auch im Rahmen von „Best-in-Class Reloaded“ eingeleitete Prozess zum Verkauf der kornorientierten Elektrobandfertigung mit den Werken in Gelsenkirchen und Isbergues, Frankreich, sowie der Elektrobandaktivitäten in Nashik, Indien, befindet sich ebenfalls in der Umsetzung.

STEEL AMERICAS

Steel Americas in Zahlen 1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 560 609 9
Umsatz Mio € 488 538 10
EBIT 1) Mio € – 122 1 ++
EBIT-Marge % 0,2
Bereinigtes EBIT 1) Mio € – 122 – 17 86
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (31.12.) 3.990 5.491 38

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Mit dem Stahlwerk in Brasilien und dem Walz- und Beschichtungswerk in den USA beliefert die Business Area Steel Americas den amerikanischen Markt mit hochwertigen Brammen und Flachstahlprodukten. Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung hat ThyssenKrupp entschieden, das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama abzugeben; über den Verkauf wurde am 29. November 2013 mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation ein Vertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung beinhaltet auch den Abschluss eines langfristigen Brammenliefervertrags für das brasilianische Stahlwerk (ThyssenKrupp CSA). Daraus folgend wurde die Business Area Steel Americas insgesamt zum Ende des Geschäftsjahres 2012/2013 aus dem Status der nicht fortgeführten Aktivität bzw. Discontinued Operation im Sinne der IFRS wieder als fortgeführte Aktivität eingegliedert; innerhalb der Business Area bildet ThyssenKrupp Steel USA eine Veräußerungsgruppe bzw. Disposal Group.

Auftragseingang, Umsatz und Produktion deutlich gesteigert

Der Auftragseingang betrug im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 609 Mio € und konnte bei positiven Preis-, Mengen- und Mix-Effekten um 9 % gegenüber dem Vorjahresniveau wachsen; auf vergleichbarer Basis hat der Auftragseingang um 13 % zugelegt. Gegenüber dem Vorquartal konnte der Auftragseingang um 24 % gesteigert werden. Mehr als 20 % der Bestellmengen entfielen dabei im Berichtszeitraum auf externe Brammenkunden; das Orderbuch unseres Stahlwerks in Brasilien ist bereits weit ins Geschäftsjahr hinein gut gefüllt. Der Umsatz übertraf mit 538 Mio € um 10 % das Vorjahresquartal und hat auf vergleichbarer Basis um 15 % zugelegt. Gegenüber dem Vorquartal konnte der Umsatz um 33 % gesteigert werden und reflektiert ebenfalls ein höheres Versand- und Erlösniveau. Das brasilianische Hüttenwerk steigerte die Brammenproduktion im Berichtsquartal auf 1,0 Mio t und lag damit leicht über dem Vorquartal und um 17 % über dem Vorjahresniveau. Davon wurden 0,7 Mio t Brammen an das US-Weiterverarbeitungswerk geliefert und 0,3 Mio t Brammen an konzernexterne Kunden in Nord- und Südamerika vermarktet. Das US-Werk konnte die Lieferleistung ebenfalls deutlich steigern und verkaufte 0,7 Mio t Flachstahl an nordamerikanische Kunden.

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EBIT stark verbessert

Das Bereinigte EBIT konnte sowohl im Vorjahresvergleich als auch gegenüber dem Vorquartal um mehr als 100 Mio € auf −17 Mio € verbessert werden. Der deutliche Anstieg resultierte insbesondere aus einer höheren und effizienteren Auslastung, der Optimierung von Kosten, wie einem vor allem strukturell verbesserten spezifischen Reduktionsmittelverbrauch, sowie aus positiven Effekten aus Währung und Marktpreisen in den USA. Das EBIT betrug im Berichtsquartal 1 Mio € und konnte gegenüber dem Vorjahresniveau und dem Vorquartal ebenfalls stark verbessert werden; das Ergebnis profitierte neben den operativen Verbesserungen von einem positiven Sondereffekt in Höhe von 18 Mio € aus der aktualisierten Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags. Die Veränderung der Mitarbeiterzahl reflektiert im Wesentlichen die mit Beginn des Geschäftsjahres geänderte Zuordnung eines für ThyssenKrupp CSA tätigen Stahlwerksdienstleisters von Materials Services zu Steel Americas.

BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung sowie die Shared-Services-Aktivitäten. Der Konzern wird von der ThyssenKrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Für eine noch stärkere, weltweite Vernetzung arbeitet der Konzern nun in einer dreidimensionalen Führungsstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Funktionen und Regionen. Im Rahmen dieses neuen Führungskonzepts haben Regional Headquarters in Brasilien, Indien, China und der Region Asien/Pazifik ihre Arbeit aufgenommen. Das Regional Headquarter in Nordamerika ist seit Beginn des vergangenen Geschäftsjahres vollumfänglich aktiv.

Die Shared-Services-Aktivitäten umfassen die Bereiche Business Services (Finanzen und Personal), IT und Real Estate einschließlich der nicht betriebsnotwendigen Immobilien. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen und externe Kunden erbringen, betrug im Berichtsquartal 42 Mio € und somit 13 Mio € weniger als im Vorjahr.

Das Bereinigte EBIT von Corporate lag bei −103 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio € verschlechtert. Ohne Sondereffekte, die aus Aufwendungen für Portfoliomaßnahmen resultieren, belief sich das EBIT auf −116 Mio €; im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es −112 Mio €.

STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu abgeschlossen. Bis zum Ende der Konzernzugehörigkeit erzielte Stainless Global im 1. Quartal 2012/2013 einen Auftragseingang von 1,3 Mrd €, einen Umsatz von 1,4 Mrd € und ein EBIT von 72 Mio €. In direktem Zusammenhang mit dem Abgang von Stainless Global entstanden im 1. Quartal 2013/2014 nachlaufende Erträge, die zu einem EBIT von 187 Mio € führen; sie stammen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

ANALYSE DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im 1. Quartal 2013/2014 mit 9.109 Mio € um 80 Mio € oder 1 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten verminderten sich um 196 Mio € oder 2 %; wesentliche Ursache für den Rückgang waren die im Vergleich zur Umsatzentwicklung überproportional gesunkenen Materialaufwendungen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 116 Mio € auf 1.438 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge erhöhte sich um 2 Prozentpunkte auf 16 %.

Zu dem Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 8 Mio € trugen hauptsächlich die Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions bei.

Die Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen auf Vorjahreshöhe. Die Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 31 Mio € resultierte insbesondere aus im Berichtszeitraum angefallenen Restrukturierungsaufwendungen in der Business Area Elevator Technology sowie gestiegenen Beratungskosten.

Die sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten nahmen um 27 Mio € ab, ohne dass hier wesentliche Einzelsachverhalte vorlagen.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen insgesamt sonstige Verluste, die um 17 Mio € über dem Vorjahreswert lagen. Dies war vor allem auf die Währungsumrechnung von Erstattungsansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern zurückzuführen.

Die Verschlechterung des auf die fortgeführten Aktivitäten entfallenden Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 42 Mio € betraf insbesondere die Fortschreibung der Bewertung der Anteile an der Outokumpu Oyj. Der Anstieg der Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten um 111 Mio € resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Wechselkursgewinnen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen sowie höheren Zinserträgen aus Finanzforderungen. Die Zunahme der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 311 Mio € betraf hauptsächlich erwartete Verluste aus der als Aktienderivat bilanzierten Verpflichtung zum Verkauf der Beteiligung an der Outokumpu Oyj sowie erhöhte Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen.

Für den Berichtszeitraum ergab sich bei einem Verlust aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern von 229 Mio € ein Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 27 Mio €, der im In- und Ausland angefallen ist und insbesondere durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern beeinflusst wurde. Steuereffekte auf Grund geplanter Desinvestitionen sind zurzeit nicht hinreichend abschätzbar und noch nicht im Steueraufwand des Berichtszeitraums enthalten. Im Vorjahr war die effektive Steuerbelastung maßgeblich durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern im Bereich Steel Americas beeinflusst.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich für die fortgeführten Aktivitäten ein Verlust von 256 Mio €.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten erzielten im Berichtsquartal einen Gewinn von 187 Mio € nach 59 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für den Gewinnanstieg um 128 Mio € war das insgesamt um 274 Mio € auf einen Gewinn von 187 Mio € verbesserte laufende Ergebnis; diese Entwicklung war insbesondere durch die Auflösung der Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe des Edelstahlgeschäfts an Outokumpu beeinflusst. Gegenläufig wirkte der nur im Vorjahreszeitraum erfasste Gewinn von 146 Mio € aus dem Abgang des Edelstahlgeschäfts.

Unter Einbeziehung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich für den Konzern ein Periodenfehlbetrag von 69 Mio € nach einem Fehlbetrag von 16 Mio € im Vorjahresquartal.

Im Berichtsquartal ergab sich ein Verlust je Aktie bezogen auf den Periodenfehlbetrag, der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, in Höhe von 0,12 €. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel ein Verlust je Aktie von 0,47 €; dies waren 0,35 € mehr als im Vorjahr.

ANALYSE DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente” und enthält bis zu deren tatsächlichen Veräußerung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für das 1. Quartal 2012/2013 Zahlungen, die auf die Aktivitäten von Stainless Global entfallen.

Im Berichtszeitraum ergab sich für den Konzern ein Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von insgesamt 147 Mio €, während im Vorjahr noch ein Mittelabfluss von 140 Mio € zu verzeichnen war. Die Verbesserung um insgesamt 287 Mio € betraf mit 194 Mio € überwiegend den Wegfall der im Vorjahresquartal noch erfassten Mittelabflüsse der nicht fortgeführten Aktivitäten. Der Mittelzufluss der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich gleichzeitig um 93 Mio € auf 147 Mio €, insbesondere als Folge erhöhter Kundenzahlungen sowie geringerer Zins- und Ertragsteuerzahlungen.

Aus der Investitionstätigkeit resultierte für den Konzern insgesamt ein Mittelabfluss von 209 Mio € nach einem Mittelzufluss von 501 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für die Veränderung um 710 Mio € waren die um 911 Mio € gesunkenen Desinvestitionseinnahmen der fortgeführten Aktivitäten; dieser Rückgang betraf mit 916 Mio € die Abgabe des Edelstahlgeschäfts an Outokumpu im Dezember 2012. Gegenläufig wirkten um 94 Mio € geringere Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten für Sachanlagen sowie der Wegfall der im Vorjahr noch erfassten Investitionsauszahlungen in Höhe von 99 Mio € bei den nicht fortgeführten Aktivitäten.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, verminderte sich insgesamt um 423 Mio € auf einen negativen Wert von 62 Mio €. Hauptursache hierfür war der Rückgang bei den fortgeführten Aktivitäten um 716 Mio €, der im Wesentlichen aus dem Wegfall der Einnahmen aus der Veräußerung des Edelstahlgeschäfts im Dezember 2012 resultierte. Gegenläufig wirkte mit 293 Mio € der Wegfall des negativen Free Cash-Flows der nicht fortgeführten Aktivitäten im Vorjahreszeitraum.

Die Finanzierungstätigkeit führte für den Konzern insgesamt zu Mittelzuflüssen in Höhe von 356 Mio €. Dies waren 1.243 Mio € weniger als im Vorjahr; hiervon betrafen 238 Mio € den Wegfall des Mittelzuflusses bei den nicht fortgeführten Aktivitäten. Der Rückgang resultierte darüber hinaus mit 1.005 Mio € insbesondere aus der Entwicklung bei den fortgeführten Aktivitäten. Hierfür waren vor allem zwei gegenläufige Effekte verantwortlich: Im Berichtszeitraum wurden Finanzschulden in Höhe von 308 Mio € getilgt, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum eine Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 1.550 Mio € erfolgte. Der hiermit verbundenen Abnahme um 1.858 Mio € standen jedoch Mittelzuflüsse in Höhe von 878 Mio € aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung gegenüber.

ANALYSE DER BILANZSTRUKTUR

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2013 um insgesamt 158 Mio € auf 35.458 Mio €. Hierin ist eine umrechnungsbedingte Abnahme um 374 Mio € enthalten, die insbesondere die Kursentwicklung des US-Dollar betraf.

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich insgesamt um 1.399 Mio €. Hauptursache war mit 970 Mio € der Rückgang der sonstigen finanziellen Vermögenswerte als Folge der Umgliederung der Finanzforderung gegenüber Outokumpu in die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den am 29. November 2013 abgeschlossenen Verhandlungen zur Restrukturierung der Finanzierung von Outokumpu. Darüber hinaus trugen mit 305 Mio € die Umgliederung der bis zum 29. November 2013 nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an der Outokumpu Oyj in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte sowie Wechselkurseffekte von 141 Mio €, die im Wesentlichen die Sachanlagen und die immateriellen Vermögenswerte betrafen, zu dem Rückgang bei.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 1.557 Mio €; hierin war eine umrechnungsbedingte Abnahme von 233 Mio € enthalten.

Die Vorräte lagen zum 31. Dezember 2013 mit 6.810 Mio € um 459 Mio € über dem Wert am 30. September 2013. Der Anstieg betraf überwiegend einen mengenmäßigen Bestandsaufbau in der Business Areas Steel Europe; weitere Zunahmen ergaben sich insbesondere in den Business Areas Materials Services und Steel Americas.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen insgesamt um 639 Mio € auf 4.317 Mio € zurück. Mindernd wirkten neben der Währungsumrechnung vor allem gesunkene Forderungen im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen in der Business Area Industrial Solutions sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Mittelbindung in der Business Area Materials Services.

Die deutliche Zunahme der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um 954 Mio € resultierte insbesondere aus der erwähnten Umgliederung der Finanzforderung gegenüber Outokumpu.

Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 154 Mio € betraf hauptsächlich geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Vorräten und anderen Vorauszahlungen sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

Der Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 245 Mio € enthielt Einzahlungen in Höhe von 878 Mio € aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung. Gegenläufig wirkten insbesondere Rückzahlungen von Finanzschulden sowie von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen.

Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte stiegen hauptsächlich als Folge der erwähnten Umgliederung der Beteiligung an der Outokumpu Oyj sowie der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit von ThyssenKrupp Steel USA um 361 Mio € auf 1.908 Mio €.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2013 gegenüber dem 30. September 2013 um 755 Mio € auf 3.273 Mio €. Hauptursache war mit 878 Mio € die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung. Gegenläufig wirkten insbesondere die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Verluste aus der Währungsumrechnung in Höhe von 120 Mio €. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 7,1 % auf 9,2 %.

Die langfristigen Verbindlichkeiten nahmen insgesamt um 471 Mio € ab. Hauptursache war der Rückgang der langfristigen Finanzschulden um 353 Mio €, der insbesondere die Rückzahlung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betraf. Der Rückgang der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 134 Mio € resultierte hauptsächlich aus versicherungsmathematischen Gewinnen als Folge der im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2013 aktualisierten Zinssätze sowie aus Auszahlungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorge.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gingen insgesamt um 126 Mio € zurück; dieser Rückgang war auch durch Effekte aus der Währungsumrechnung beeinflusst.

Der Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer um 117 Mio € war überwiegend auf Auszahlungen zurückzuführen.

Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um 192 Mio € resultierte insbesondere aus der Auflösung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe des Edelstahlgeschäfts an Outokumpu.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 3.784 Mio € insgesamt auf dem Niveau am 30. September 2013. Bei den nahezu unveränderten kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wirkten sich hauptsächlich die im Berichtszeitraum erfolgte Erfassung der als Aktienderivat bilanzierten Verpflichtung zum Verkauf der Beteiligung an der Outokumpu Oyj sowie gegenläufig die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen aus. Gestiegene Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen trugen hauptsächlich zur Erhöhung der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 102 Mio € bei.

NACHTRAGSBERICHT

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.

THYSSENKRUPP AKTIE

Auch im 1. Quartal 2013/2014 waren das Wertpotenzial aus der Strategischen Weiterentwicklung und die Fortschritte bei deren Umsetzung die wesentlichen Kaufargumente bei den Anlageentscheidungen der Investoren. In Erwartung einer baldigen Lösung beim geplanten Verkauf von Steel Americas entwickelte sich der Kurs der ThyssenKrupp Aktie zu Beginn des Quartals besser als die Vergleichsindizes DAX und DJ STOXX. Gegen Ende des Quartals büßte die Aktie den Vorsprung jedoch wieder ein. Am 30. Dezember 2013 notierte die ThyssenKrupp Aktie bei 17,69 € und damit nahezu unverändert gegenüber dem 30. September 2013. In diesem Zeitraum haben sich der DAX und der DJ STOXX um 11 % bzw. rund 6 % verbessert.

Seit Anfang Dezember, im Anschluss an die erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung und den Capital Market Day mit Fokus auf unsere wachstums- und margenstarken Aufzugs- und Projektgeschäfte, konnte die Aktie wieder deutlich an Wert gewinnen und entwickelte sich dabei besser als die Vergleichsindizes.

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Cevian Capital erhöht Beteiligung an ThyssenKrupp

Am 06. Dezember 2013 hat Cevian Capital in einer Stimmrechtsmitteilung darüber informiert, dass sich der Anteil an der ThyssenKrupp AG weiter auf 10,96 % erhöht hat. Damit ist Cevian Capital zweitgrößter Aktionär nach der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung; diese hält einen Anteil von 23,03 % am Grundkapital der ThyssenKrupp AG.

RATING

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Im Dezember 2013 stufte Fitch das Rating von ThyssenKrupp von BBB- auf BB+ herab. Damit befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Alle drei Ratings haben einen negativen Ausblick. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten über diese erneut entscheidet. Durch die Herabstufung unseres Ratings bei Fitch kommt es zu keinen wesentlichen Veränderungen unserer vertraglich vereinbarten Finanzierungskosten.

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B negativ
Moody's Ba1 Not Prime negativ
Fitch BB+ B negativ

INNOVATIONEN

Innovationskraft und Technologieführerschaft sind Kernelemente der Strategischen Weiterentwicklung bei ThyssenKrupp. Ziel ist es, für die technischen Herausforderungen der Zukunft nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Entscheidend für den dauerhaften Erfolg des Konzerns ist auch der effektive Schutz unseres geistigen Eigentums (Intellectual Property, IP).

Wir haben deshalb eine umfassende Strategie und eine neue Organisation zum Schutz des geistigen Eigentums aufgesetzt. Seit dem 01. Oktober 2013 unterstützt der Bereich IP Services unsere Business Areas dabei, Intellectual Property mit Patenten zu schützen. Operative Patent Councils sind in den Business Units für die Entwicklung der jeweiligen Patentstrategie zuständig. IP Services hat derzeit konzernweit fünf Außenstellen, darunter je eine in unseren Regional Headquarters Beijing und Chicago.

Nachhaltiges Wirtschaften in geschlossenen Energie- und Materialkreisläufen steht im Mittelpunkt eines Projekts, das ThyssenKrupp gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft initiiert hat. Ziel ist die Umwandlung von Prozessgasen aus der Stahlherstellung in wertvolle Chemikalien. Die für die Umwandlung nötige Energie soll aus erneuerbaren Quellen stammen. Dabei kann der Kohlenstoff, der heute unter anderem als Kohlendioxid (CO2) in die Umwelt abgegeben wird, nahezu vollständig verwertet werden. Wenn das Projekt erfolgreich ist, wird CO2 zukünftig als wertvoller Rohstoff einsetzbar sein und damit das Klima deutlich weniger belasten. Hinzu kommt, dass überschüssige erneuerbare Energie direkt für Ausgangsstoffe für industrielle Produkte wie Düngemittel oder Treibstoff genutzt werden kann. Vorarbeiten für das Projekt haben unsere Business Areas Steel Europe und Industrial Solutions gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim geleistet. Zu den Projektpartnern zählen neben der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft die Unternehmen BASF, Bayer, RWE und Siemens. Das Projekt ist offen für weitere Partner.

MITARBEITER

Bei ThyssenKrupp waren zum 31. Dezember 2013 weltweit 156.633 Mitarbeiter beschäftigt, 1.783 oder 1,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Auf Grund von Effizienzmaßnahmen und der strategischen Portfoliooptimierung hat sich die Mitarbeiterzahl bei Corporate und Steel Europe verringert. Der Personalanstieg ist im Wesentlichen zurückzuführen auf verstärkten operativen Personalaufbau bei Elevator Technology und Industrial Solutions durch die Erschließung neuer Kunden und Märkte in Amerika und Asien. Durch eine interne Umstrukturierung sind 1.412 Mitarbeiter aus der Business Area Materials Services in die Business Area Steel Americas gewechselt.

Gegenüber dem 30. September 2013 verminderte sich die Mitarbeiterzahl geringfügig um 223. In Deutschland ging sie um 193 oder 0,3 % auf 57.971 zurück, vor allem in Verwaltungsfunktionen als Folge der ACT-Restrukturierungsmaßnahmen. Der Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug damit 37,0 %. 18,8 % aller Mitarbeiter hatten zum 31. Dezember 2013 ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13,4 % im NAFTA-Raum und 13,8 % in Südamerika, 15,6 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1,4 % in den übrigen Regionen.

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COMPLIANCE

Das Compliance-Programm zur Korruptionsbekämpfung und zum Kartellrecht mit seinen drei Säulen „Informieren“, „Identifizieren“ sowie „Berichten und Handeln“ wurde auch im Berichtszeitraum weiter konsequent umgesetzt und weiterentwickelt. Der Fokus lag dabei auf der Umsetzung der im Rahmen des Konzernprogramms ACT verabschiedeten strukturellen Änderungen. Zudem hat die Corporate Function Compliance intensiv die Durchführung der freiwilligen Sonderprüfung begleitet. Im Nachgang zu der Prüfung setzen wir uns mit deren Ergebnissen und den Empfehlungen der Prüfer auseinander.

Zu der Kartelluntersuchung bei ThyssenKrupp Steel Europe und den wirtschaftlichen Risiken aus dem Verfahren lesen Sie im Kapitel „Chancen und Risiken“.

Weiterentwicklung des Compliance-Programms

Unser Compliance-Programm wird unter Berücksichtigung aktueller Compliance-Entwicklungen, einschließlich der Erkenntnisse aus der internen Compliance-Arbeit, kontinuierlich weiterentwickelt. Im Berichtsquartal wurde die Compliance-Organisation weiter an die durch das Projekt ACT geänderte Konzernstruktur angepasst. Auf zentraler Ebene der ThyssenKrupp AG sowie in den Business Areas und Regionen werden neben dem Chief Compliance Officer weltweit künftig rund 60 hauptamtliche Compliance Officer tätig sein. Sie beraten, informieren und schulen die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen sowie interne Richtlinien und führen u.a. anlassunabhängige Compliance Audits und Untersuchungen in Verdachtsfällen durch. Die Compliance Officer greifen in den Business Areas und Konzernunternehmen auf ein Netzwerk von etwa 320 Compliance Managern zu, die – in der Regel als Geschäftsführer eines Konzernunternehmens – für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich sorgen.

Im Sonderprüfungsbericht haben die Prüfer bestätigt, dass die Compliance-Funktion sachgerecht organisiert und angemessen ausgestattet ist. Die Zusammenarbeit mit den Prüfern und die verschiedenen Empfehlungen zur Verbesserung des Compliance-Programms haben weitere Anregungen für dessen Weiterentwicklung gegeben. Von den ca. 30 unmittelbar an Compliance gerichteten Empfehlungen der Sonderprüfer wurde rund die Hälfte bereits umgesetzt oder befindet sich in Umsetzung; die übrigen Empfehlungen sind auf langlaufende Projekte gerichtet und sollen im Wesentlichen innerhalb der nächsten 6 bis 18 Monate umgesetzt werden.

Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Compliance-Programms ist eine für Werte wie Offenheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit stehende Unternehmenskultur. Unsere Führungskräfte tragen die unternehmerische Verantwortung für Compliance und richten ihr Handeln an diesen Werten aus. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es das klare Bekenntnis, dass bei ThyssenKrupp Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, im Sinne von „Null Toleranz” nicht geduldet werden.

MAKRO- UND BRANCHENUMFELD

Weltwirtschaft zeigt moderates Wachstum

Das globale Wirtschaftswachstum blieb 2013 mit lediglich 2,8 % noch unter dem schwachen Niveau von 2012, hat im Verlauf des Jahres jedoch an Schwung gewonnen. Frühindikatoren vom 4. Quartal 2013 signalisieren eine moderate Belebung der weltweiten Konjunkturdynamik auf eine Zuwachsrate von 3,5 % in diesem Jahr. Vor allem in den Industrieländern ist eine Stimmungsverbesserung zu erkennen, die – allerdings in erster Linie gestützt durch die weiterhin sehr expansive Geldpolitik – auf ein Wachstum von gut 2 % im Jahr 2014 nach nur rund 1 % im letzten Jahr hindeutet.

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat sich im Laufe des letzten Jahres aus der Rezession gelöst. Allerdings verläuft die Erholung nur sehr verhalten und das Bild innerhalb der Region bleibt gemischt, insbesondere da die Strukturanpassungen in einigen Ländern die Konjunktur nach wie vor bremsen. Im 3. Quartal 2013 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich um 0,1 % zum Vorquartal zu, nachdem es im Quartal zuvor um 0,3 % wuchs. Insgesamt wird das Wachstum nach einem Minus von 0,5 % im letzten Jahr 2014 mit 0,8 % nur leicht im Plus liegen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Reform- und Anpassungsprozess im Euro-Raum konsequent weitergeführt wird und nicht ins Stocken gerät. Die deutsche Wirtschaft expandierte im vergangenen Jahr nur moderat. Im 3. Quartal 2013 legte das BIP lediglich um 0,3 % zum Vorquartal zu, nach einem Anstieg von 0,7 % in der Vorperiode. In diesem Jahr dürfte die deutsche Konjunktur an Dynamik gewinnen. Dabei wird das Wachstum in erster Linie von der Binnennachfrage getragen. Bei den Investitionen werden neben dem notwendigen Ersatzbedarf auf Grund steigender Kapazitätsauslastung und den weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen auch vermehrt Erweiterungsinvestitionen erfolgen. Aber auch der private Konsum wird bei steigenden Einkommen und dank eines relativ soliden Arbeitsmarktes merklich zulegen. Dagegen dürften vom Außenhandel nur schwache Wachstumsimpulse ausgehen. Insgesamt wird das BIP nach einem Plus von nur 0,4 % im abgelaufenen Jahr 2014 um 1,5 % zulegen.

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Auch die US-Konjunktur gewinnt allmählich an Dynamik. Im 2. Halbjahr 2013 nahm das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 % im Vergleich zur entsprechenden Vorperiode zu, nachdem es im 1. Halbjahr 2013 nur um 0,6 % expandiert war. Angesichts des vorangeschrittenen Konsolidierungsprozesses bei den privaten Haushalten und der Verbesserung am Arbeitsmarkt dürfte der private Konsum weiter zulegen. Im Zuge der günstigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen werden sich auch die Unternehmensinvestitionen beleben. Zudem dürften die bremsenden Wirkungen der Finanzpolitik etwas geringer ausfallen. Insgesamt wird die US-Wirtschaft nach einem Plus von 1,9 % 2013 in diesem Jahr um 2,7 % expandieren.

Für die Schwellenländer wird 2014 ebenfalls ein – wenngleich nur moderater – Aufschwung infolge der verbesserten Weltkonjunktur erwartet. Das Wirtschaftswachstum wird, nach 4,8 % 2013, mit 5,2 % wieder leicht höher ausfallen. Das Wirtschaftswachstum in China dürfte nach 7,7 % im Jahr 2013 im laufenden Jahr mit 7,6 % allerdings etwas an Dynamik verlieren. Einerseits werden stärkere Wachstumsimpulse vom Außenhandel sowie dem Wohnungsbau erwartet. Andererseits ist damit zu rechnen, dass die chinesische Regierung verstärkt darum bemüht ist, die private Konsumnachfrage vor allem in den weniger produktiven Dienstleistungssektor zu leiten, was den Wachstumsausblick tendenziell dämpft. Nach einem schwachen Wachstum von nur 4,5 % im vergangenen Jahr wird sich der BIP-Zuwachs in Indien 2014 infolge einer verstärkten Auslandsnachfrage und einer stärkeren Umsetzung von laufenden Infrastrukturprojekten zwar leicht beschleunigen. Mit 5,5 % bleibt das Expansionstempo allerdings spürbar hinter den Zuwachsraten des vergangenen Jahrzehnts zurück.

Industriekonjunktur zeigt vermehrt positive Wachstumssignale

Automobilbau – Die Automobilkonjunktur entwickelte sich 2013 regional weiterhin stark unterschiedlich. Während der Automobilmarkt in den USA und China zweistellige Zuwächse erzielte, war er in Europa weiter rückläufig. In den USA nahmen sowohl der Absatz als auch die Produktion von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen 2013 im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 8 % auf 15,5 bzw. knapp 11 Mio Einheiten zu. In China stiegen Nachfrage und Produktion 2013 sogar um jeweils ca. 12 % auf rund 20 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. In Westeuropa entwickelten sich die PKW-Neuwagenverkäufe dagegen mit einem Minus von 3 % weiter rückläufig, besonders deutlich in den südlichen Ländern. Auch in Deutschland gingen die Verkaufszahlen zurück, nämlich um 4 % auf 2,95 Mio Neuzulassungen. Da die Exporte jedoch um 2 % zunahmen, stieg die Pkw-Produktion insgesamt um 1 % auf 5,45 Mio Fahrzeuge.

Insgesamt wird die globale Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 2014 voraussichtlich um etwa 4,5 % wachsen, die Produktion wird dann etwa 84,8 Mio Einheiten erreichen. Für die USA und China werden im Rahmen steigender Nachfrage Zuwächse von 4 % bzw. 9 % erwartet. Brasilien dürfte 2014 seine Wachstumsschwäche mit einem Produktionsplus von nur gut 3 % nicht endgültig überwinden. Für Westeuropa kann nach mehreren rückläufigen Jahren 2014 als Folge einer zumindest stabilisierten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erstmals für die Nachfrage wie auch die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit einem Zuwachs von jeweils ca. 3 % gerechnet werden. Für Deutschland wird 2014 ein kleines Nachfrageplus gegenüber 2013 erwartet, die Produktion sowohl von Pkw wie auch leichten Nutzfahrzeugen wird sich dagegen nach aktuellen Voraussagen in etwa auf Vorjahresniveau bewegen.

Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten 2013* 2014*
Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 81,9 84,8
Westeuropa/Türkei 13,5 13,8
Deutschland 5,5 5,5
USA 10,8 11,3
Japan 9,0 8,2
China 20,5 22,3
Brasilien 3,4 3,5
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland – 1,0 3,0
USA 2,5 3,5
Japan – 2,0 10,0
China 5,0 7,0
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 0,5 1,5
USA 4,6 10,2
China 9,0 8,4
Indien 4,4 7,8
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.479 1.529
Deutschland 38 39
USA 97 102
China 704 725

* Prognose

Maschinenbau – Die Maschinenbauindustrie zeigt weiter regional unterschiedliche Entwicklungen. China weist zwar für 2013 und 2014 mit 5 % bzw. 7 % weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten aus, verfehlt jedoch die in den letzten Jahren gewohnten zweistelligen Raten wegen der gebremsten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung deutlich. Der US-Maschinenbau profitiert weiterhin von höheren Unternehmensinvestitionen. Dementsprechend stieg die Maschinenbauproduktion im vergangenen Jahr um ca. 2,5 % und wird 2014 voraussichtlich um weitere 3,5 % expandieren. Für den japanischen Maschinenbau wird nach dem zweiprozentigen Rückgang 2013 in diesem Jahr mit einem starken Produktionsanstieg von etwa 10 % gerechnet, gefördert durch die währungsbedingt deutlich expandierenden Exporte. In vielen Ländern der EU zeigt die Maschinenbauproduktion nach heftigen Produktionseinbrüchen 2013 im laufenden Jahr mit Anstiegen von 2 % bis 3 % erstmals wieder spürbare Aufwärtstendenzen.

Die deutsche Maschinenbauproduktion ging 2013 trotz des zufriedenstellenden Auftragsbestands nach ersten Einschätzungen um etwa 1 % zurück. Im gesamten Jahr 2013 hat sich die Auftragslage nochmals leicht rückläufig entwickelt. Die Bestellungen aus dem Inland wie aus dem Ausland verfehlten das Vorjahresergebnis preisbereinigt um jeweils 2 %. Damit war das Jahresergebnis noch etwas positiver als das Ergebnis des 4. Quartals 2013, in dem insbesondere wegen der negativen Entwicklung der Aufträge aus der Euro-Zone der Rückgang gegenüber dem Vorjahr bei 3 % lag. Bei Aufzügen und Fahrtreppen waren die Bestellungen dagegen im Jahr 2013 um 8 % höher als im Vorjahr. Dabei stiegen die inländischen Aufträge um 4 %, die aus dem Ausland sogar um 19 %. Die Nachfrage im deutschen Großanlagenbau hat sich bis zum 3. Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 6 % belebt. Insbesondere der Chemieanlagenbau profitierte wegen der Schiefergasförderung in den USA weiter von mehreren Großaufträgen. Daneben konnten auch Projekte mittlerer Größenordnung in Indien, China und Russland vereinbart werden. Insgesamt kann bei der deutschen Maschinenproduktion 2014 mit einem Zuwachs von 3 % gerechnet werden, insbesondere wegen der zuletzt positiven Wachstumsraten auch im kriselnden Euro-Raum.

Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft zeigte insbesondere in Europa weiterhin eine relativ schwache Entwicklung. In den meisten west- und osteuropäischen Ländern ging die Bauproduktion auch 2013 zurück. In Osteuropa ist 2014 mit einem Wachstum von etwa 4 % zu rechnen. In Westeuropa wird 2014 eine Stabilisierung der Baukonjunktur erwartet. Die deutsche Bauproduktion dürfte im vergangenen Jahr noch ein leichtes Plus erzielt haben, da der befürchtete frühe Wintereinbruch ausgeblieben ist. Insbesondere dank des Wohnungsbaus wird die Branche 2014 mit einer moderaten Wachstumsrate von 1,5 % aufwarten.

Der US-Immobilienmarkt zeigt weiterhin eine hohe Wachstumsdynamik. Baugenehmigungen und Baubeginne wachsen zweistellig. Auch die Immobilienpreise sind weiterhin aufwärts gerichtet. 2014 ist bei der US-Bauproduktion mit einem Zuwachs von rund 10 % zu rechnen. Der Produktionszuwachs der Bauwirtschaft in China wird bei einer Wachstumsrate von rund 8,5 % etwas geringer ausfallen.

Qualitätsflachstahl – Der europäische Qualitätsflachstahlmarkt verzeichnete 2013 in einem über weite Strecken schwachen konjunkturellen Umfeld nochmals nur eine gedämpfte Entwicklung. Auch im Schlussquartal blieb die Nachfragedynamik insgesamt noch verhalten, ein leichter Aufwärtstrend war aber doch erkennbar. Der Versand der europäischen Flachstahlproduzenten in den EU-Markt lag im Durchschnitt dieses Quartals wieder deutlich über der vergleichbaren, allerdings niedrigen Vorjahresmenge. Der wieder gestiegene Bedarf der Automobilindustrie und die stärkere Nachfrage seitens der Service Center und des Handels waren wesentliche Treiber; von der europäischen Bauproduktion gingen dagegen weiter bremsende Effekte aus. Die Flachstahlimporte der EU aus Drittländern lagen auf relativ niedrigem Niveau, die heimischen Anbieter konnten somit Marktanteile im Vergleich zum 1. Halbjahr 2013 zurückgewinnen. Die Marktversorgung dürfte im Berichtsquartal insgesamt wieder höher gewesen sein als vor einem Jahr. Der im Jahresverlauf verbesserten Mengenkonjunktur stand ein negativer Preistrend gegenüber. Zum Jahresende haben sich die Preise auf den europäischen Spotmärkten jedoch stabilisiert, die Talsohle dürfte durchschritten sein. Der US-amerikanische Markt für Qualitätsflachstahl war im 2. Halbjahr 2013 fester, die positive Mengenentwicklung war von steigenden Preisen begleitet. Dies erhöhte auch den Importdruck.

Vor dem Hintergrund der erwarteten weltwirtschaftlichen Erholung bleibt der globale Stahlmarkt 2014 auf Wachstum ausgerichtet. Die Walzstahlmarktversorgung wird voraussichtlich um gut 3 % auf 1,53 Mrd t steigen. In der EU haben sich die konjunkturellen Perspektiven trotz noch bestehender, aber verminderter Risiken leicht aufgehellt. Von einem niedrigen Niveau kommend dürfte die Stahlnachfrage um rund 3 % zunehmen. Die deutsche Stahlnachfrage dürfte ein Wachstum mindestens in dieser Größenordnung verzeichnen und wieder annähernd 40 Mio t Walzstahl erreichen. In den USA könnte sich das Stahlmarktwachstum auf 5 % beschleunigen. Auch in vielen Schwellenländern wird mit einer wieder stärkeren Nachfragedynamik gerechnet. In China wird dagegen von einer Abschwächung auf 3 % ausgegangen – nach 6 % im Vorjahr.

CHANCEN UND RISIKEN

Chancen

ThyssenKrupp als weltweit agierender diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz richtet sich mit seinen innovativen und ressourcenschonenden Produkten und Verfahren konsequent auf die Märkte der Zukunft aus. Diese Fokussierung bietet uns gute Wettbewerbschancen insbesondere für unsere Aufzugs- und Projektgeschäfte in den Schwellenländern. Durch die im Januar 2014 vollzogene Vollintegration des Anlagenbaus in Form der Verschmelzung von Resource Technologies, Process Technologies und ThyssenKrupp Industrial Solutions schaffen wir im Anlagenbau die Basis, die globalen Wachstumsmöglichkeiten in unseren Märkten noch konsequenter zu nutzen. Die gezielte Fortsetzung unseres internen Unternehmensprogramms impact wird darüber hinaus die Produktivität nachhaltig steigern und zu einer Wertsteigerung in allen Konzernbereichen beitragen.

Weiterhin gelten auch die Ausführungen zu unseren strategischen und operativen Chancen auf den Seiten 76-78 des Geschäftsberichts 2012/2013.

Risiken

Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für ThyssenKrupp relevanten Märkten ausbleiben, bestehen für den Konzern konjunkturelle Risiken. Geringere Wachstumsraten in den Schwellenländern sowie ungelöste Schuldenkrisen insbesondere im Euro-Raum können unsere Marktperspektiven mindern. Die entsprechenden konjunkturellen sowie weiteren länderspezifischen Rahmenbedingungen verfolgen und bewerten wir kontinuierlich, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Absatzrisiken aus Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz ist ThyssenKrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung.

ThyssenKrupp steuert Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität stehen auch im Geschäftsjahr 2013/2014 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2013 über 7,6 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.

Dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wirken wir entgegen, indem wir Finanzinstrumente unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abschließen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.

ThyssenKrupp hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Zum 31. Dezember 2013 lag das Gearing des Konzerns bei 136,2 %. Wesentliche Ursache für die Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahresende 2012/2013 war die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung. Darüber hinaus rechnen wir mit einer weiteren Verbesserung des Gearing vor allem durch den erwarteten Verkaufserlös für ThyssenKrupp Steel USA.

ThyssenKrupp hat am 29. November 2013 mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation einen Vertrag über den Verkauf des Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama und einen langfristigen Brammenliefervertrag für ThyssenKrupp CSA abgeschlossen. Damit kann der Konzern Risiken aus dem ursprünglich angestrebten währungsraumübergreifenden Verbundmodell sowie Preisrisiken im Rahmen des Markteintritts in den USA reduzieren. Anfang Februar 2014 lag die Zustimmung der relevanten Wettbewerbsbehörden vor.

Ebenso am 29. November 2013 hat ThyssenKrupp einen Vertrag mit der Outokumpu Oyj unterzeichnet, der die Übertragung von jeweils 100 % der Anteile von VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp vorsieht, als Gegenleistung zur Übertragung der Finanzforderung von ThyssenKrupp auf Outokumpu. Mit diesem Schritt reduzieren wir Risiko und sichern Wert für unser Unternehmen. Zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission wird sich die ThyssenKrupp AG von ihrem 29,9%-Anteil an der Outokumpu Oyj vollständig trennen und alle weiteren finanziellen Verbindungen zu Outokumpu beenden. Mit der Freigabe der EU-Kommission am 12. Februar 2014 lag die Zustimmung zur Transaktion nahezu aller Wettbewerbsbehörden vor. Das Closing steht darüber hinaus noch unter dem Vorbehalt der Mitwirkung und Zustimmung von Aktionären, Banken und Gläubigern zum Gesamtkonzept für eine tragfähige Refinanzierung von Outokumpu. Sollte die Transaktion nicht zustandekommen, bestehen für ThyssenKrupp die Wert- und Ausfallrisiken aus der Beteiligung an Outokumpu sowie aus den gewährten Verkäuferdarlehen weiter.

Die europäische Stahlindustrie ist neben konjunkturellen Unsicherheiten auch Importdruck und Überkapazitäten am Markt ausgesetzt. Mit dem ganzheitlichen Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded“ wirkt die Business Area Steel Europe den entsprechenden Risiken für die Absatzmengen und -preise entgegen, positioniert sich in anspruchsvollen Marktsegmenten mit geringer Zyklizität und leistet damit einen wesentlichen Beitrag, um das im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung von allen Konzerngeschäften geforderte Ertrags-, Cash-Flow-, Wertbeitrags- und Wettbewerbsprofil wieder zu erreichen.

Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp verbunden sind. Insbesondere die 2014 weiter steigenden Energiekosten durch die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bedeuten schon heute eine erhebliche Belastung für die deutschen Stahlstandorte, die unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Verschärft wird die Risikosituation noch durch das EU-Beihilfeverfahren, das die Europäische Kommission am 18. Dezember 2013 gegen Deutschland eröffnet hat. Die Europäische Kommission vermutet, dass die teilweise Entlastung zahlreicher Unternehmen von der EEG-Umlage gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt. Sollte in diesem Zusammenhang, durch die neuen Umweltleitlinien der EU oder durch neue gesetzgeberische Maßnahmen der Bundesregierung die bisher gewährte teilweise Entlastung von der EEG-Umlage für ThyssenKrupp und andere energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb verringert oder aufgehoben werden, bestehen erhebliche Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der deutschen Produktionsstandorte von ThyssenKrupp, insbesondere der Stahlstandorte. Wir begleiten den Diskussionsprozess im Zusammenhang mit dem EEG und zu weiteren Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten daran, so die entsprechenden Risiken zu reduzieren.

Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt seit Ende Februar 2013 u.a. gegen ThyssenKrupp Steel Europe wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen unseres vom 15. April bis zum 15. Juni 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den laufenden Untersuchungen gegeben. Das Verfahren des Bundeskartellamtes dauert an. Die internen Untersuchungen, die auf Grund der Ermittlungen des Bundeskartellamtes aufgenommen wurden, sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der derzeitigen Erkenntnislage können signifikante nachteilige Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.

Die verschiedenen Elemente unseres Konzern-Risikomanagements sind systematisch an den aktuellen Herausforderungen und Risiken des Konzerns ausgerichtet. So stellen wir sicher, dass keine bestandsgefährdenden Risiken vorliegen. Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2012/2013 auf den Seiten 78-88 detaillierten Ausführungen des Risikoberichts weiterhin.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 06 im Zwischenabschluss.

Konzern-Bilanz Verkürzter Zwischenabschluss

Aktiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2013* 31.12.2013
Immaterielle Vermögenswerte 4.206 4.165
Sachanlagen 7.484 7.357
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 287 287
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 949 659
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.019 49
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 335 384
Aktive latente Steuern 1.661 1.641
Langfristige Vermögenswerte 15.941 14.542
Vorräte 6.351 6.810
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.956 4.317
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 500 1.454
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.069 2.223
Laufende Ertragsteueransprüche 123 146
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.813 4.058
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 1.547 1.908
Kurzfristige Vermögenswerte 19.359 20.916
Summe Vermögenswerte 35.300 35.458
Passiva Mio €
Anhang-Nr. 30.09.2013* 31.12.2013
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.449
Kapitalrücklage 4.684 5.434
Gewinnrücklagen – 4.080 – 3.758
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 328 -106
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen (30.09.2013: 2; 31.12.2013: 106)
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 2.249 3.019
Nicht beherrschende Anteile 269 254
Eigenkapital 2.518 3.273
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 04 7.345 7.211
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 270 281
Sonstige Rückstellungen 676 674
Passive latente Steuern 52 60
Finanzschulden 6.955 6.602
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3 2
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 1
Langfristige Verbindlichkeiten 15.302 14.831
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 298 181
Sonstige Rückstellungen 1.363 1.171
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 234 219
Finanzschulden 1.911 1.926
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.713 3.784
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.241 1.260
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 8.455 8.557
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 265 256
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.480 17.354
Verbindlichkeiten 32.782 32.185
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.300 35.458

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 1. Quartal 2012/2013* 1. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse 09 9.189 9.109
Umsatzkosten 10 – 7.867 – 7.671
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.322 1.438
Forschungs- und Entwicklungskosten – 56 – 64
Vertriebskosten – 678 – 684
Allgemeine Verwaltungskosten – 517 – 548
Sonstige Erträge 46 51
Sonstige Aufwendungen – 47 – 20
Sonstige Gewinne und Verluste – 1 – 18
Betriebliches Ergebnis 69 155
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 11 11 – 31
Finanzierungserträge 101 212
Finanzierungsaufwendungen – 254 – 565
Finanzergebnis – 142 – 384
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 73 – 229
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 2 – 27
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 75 – 256
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 02 59 187
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 16 – 69
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 1 – 64
Nicht beherrschende Anteile – 15 – 5
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 16 – 69
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 12
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 0,12 – 0,47
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,00 – 0,12

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Quartal 2012/2013* 1. Quartal 2013/2014
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 16 – 69
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) – 134 76
Steuereffekt 41 – 22
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt – 93 54
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling"
Veränderung der Gewinne/(Verluste) – 2 – 4
Steuereffekt 0 1
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt – 2 – 3
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 6 3
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 101 54
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 120 – 120
Realisierte (Gewinne)/Verluste 15 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 105 – 120
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 0
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 15 27
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 2 – 2
Steuereffekt 5 – 8
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 12 17
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 7 – 3
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 124 – 106
Sonstiges Ergebnis – 225 – 52
Gesamtergebnis – 241 – 121
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 217 – 111
Nicht beherrschende Anteile – 24 – 10
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten – 266 – 298
Nicht fortgeführte Aktivitäten 49 187

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
--- --- --- --- --- --- ---
Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Kumuliertes sonstiges Ergebnis Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2012 514.489.044 1.317 4.684 – 2.485 463 7
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IAS 19R* 8
Stand am 01.10.2012* 514.489.044 1.317 4.684 – 2.477 463 7
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)** – 1
Sonstiges Ergebnis** – 101 – 96 0
Gesamtergebnis** – 102 – 96 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen – 1
Stand am 31.12.2012** 514.489.044 1.317 4.684 – 2.580 367 7
Stand am 30.09.2013* 514.489.044 1.317 4.684 – 3.810 107 3
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 64
Sonstiges Ergebnis 54 – 115 0
Gesamtergebnis – 10 – 115 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung 51.448.903 132 750 – 3
Sonstige Veränderungen 2
Stand am 31.12.2013 565.937.947 1.449 5.434 – 3.821 – 8 3

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“)

** Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Mio €, mit Ausnahme der Aktienzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
--- --- --- --- --- ---
Kumuliertes sonstiges Ergebnis Derivative Finanzinstrumente Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Gesamt Nicht beherrschende Anteile Gesamtes Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2012 – 32 32 3.986 540 4.526
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IAS 19R* 8 8
Stand am 01.10.2012* – 32 32 3.994 540 4.534
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)** – 1 – 15 – 16
Sonstiges Ergebnis** – 12 – 7 – 216 – 9 – 225
Gesamtergebnis** – 12 – 7 – 217 – 24 – 241
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 13 – 13
Sonstige Veränderungen – 1 – 12 – 13
Stand am 31.12.2012** – 44 25 3.776 491 4.267
Stand am 30.09.2013 – 65 13 2.249 269 2.518
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 64 – 5 – 69
Sonstiges Ergebnis 17 – 3 – 47 – 5 – 52
Gesamtergebnis 17 – 3 – 111 – 10 – 121
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 6 – 6
Kapitalerhöhung 879 879
Sonstige Veränderungen 2 1 3
Stand am 31.12.2013 – 48 10 3.019 254 3.273

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“)

** Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 1. Quartal 2012/2013* 1. Quartal 2013/2014
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 16 – 69
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 59 – 187
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 63 – 30
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 280 263
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte 0 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam – 12 31
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 2 – 10
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 166 – 612
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 497 533
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 67 – 42
- Sonstige Rückstellungen 120 – 97
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 217 88
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit – 241 280
Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten 54 147
Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten – 194 0
Operating Cash-Flow - gesamt – 140 147
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 0
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 1 – 2
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 305 – 211
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 28 – 19
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 1 14
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 919 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 13 9
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 1 0
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 600 – 209
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten – 99 0
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt 501 – 209
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.146 523
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 866 – 887
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 274 54
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten – 4 2
Abnahme kurzfristige Wertpapiere 1 – 1
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 0 878
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 13 – 6
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten – 278 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge 101 – 207
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 1.361 356
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 238 0
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 1.599 356
Zahlungswirksame Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 1.960 294
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 37 – 52
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 2.347 3.829
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 4.270 4.071
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (10) (13)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (46) (-)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 30 38
Zinsauszahlungen – 52 – 48
Erhaltene Dividenden 2 2
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 103 – 101

Siehe Anhang-Nr. 13 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Verkürzter Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 12. Februar 2014 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2013 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2012/2013 veröffentlicht.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im Dezember 2010 hat das IASB Änderungen zu IAS 12 „Income Taxes“ veröffentlicht. Nach IAS 12 hängt die Bewertung latenter Steuern davon ab, ob der Buchwert eines Vermögenswerts durch Nutzung oder durch Veräußerung realisiert wird. Diese Beurteilung ist oftmals schwierig, insbesondere wenn der Vermögenswert nach dem Zeitwertmodell von IAS 40 für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien bewertet wird. Die Änderung sieht daher vor, bei als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die zum Zeitwert bewertet werden, grundsätzlich von einer Realisierung durch Veräußerung auszugehen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2012 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen, verschoben. Die überarbeitete Fassung hat keinen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse, da der Konzern derzeit als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert.

Im Mai 2011 hat das IASB den neuen Standard IFRS 13 „Fair Value Measurement“ veröffentlicht. IFRS 13 enthält eine Definition des beizulegenden Zeitwerts sowie Regelungen, wie dieser zu ermitteln ist, wenn andere IFRS-Vorschriften die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert als Wertmaßstab vorschreiben; der Standard selbst enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Mit Ausnahme der in IFRS 13 explizit ausgenommenen Standards definiert IFRS 13 einheitliche Anhangangaben für alle Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie für alle Vermögenswerte und Schulden, für die die Angabe des beizulegenden Zeitwerts als Anhangangabe erforderlich ist; hierdurch werden insbesondere in Bezug auf die nicht finanziellen Vermögenswerte die Angabepflichten erweitert. Der neue Standard ist verpflichtend prospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die Erstanwendung hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, führt aber zu erweiterten Anhangangaben.

Im Juni 2011 hat das IASB Änderungen zu IAS 19 „Employee Benefits“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Abschaffung der aufgeschobenen Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (sog. Korridormethode) zu Gunsten einer sofortigen Erfassung im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals sowie die Erfassung eines Nettozinsaufwands/-ertrags aus den Nettoverbindlichkeiten bzw. Nettovermögenswerten eines Pensionsplans, der unter Zugrundelegung des Diskontierungszinssatzes ermittelt wird. Weiterhin ergeben sich Auswirkungen durch die sofortige vollständige Erfassung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands, durch die Darstellung von Teilen der Verwaltungskosten in den Netto-Pensionsaufwendungen und durch den über den Erdienungszeitraum zu erfassenden Aufwand für Aufstockungsverpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben zu den Charakteristiken der Pensionspläne und den damit für das Unternehmen verbundenen Risiken verlangt. Die Änderungen zu IAS 19 sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Außerdem führt die Erstanwendung des geänderten Standards zu erweiterten Anhangangaben.

Aus der Abschaffung der Korridormethode bei der Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten ergeben sich keine Auswirkungen auf ThyssenKrupp, da bereits in der Vergangenheit versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in voller Höhe periodengerecht im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst wurden. Die Auswirkungen der Umstellung auf den IAS 19R auf die Konzern-Bilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind nachfolgend dargestellt:

01.10.2012 30.09.2013
Mio € Vor Anpassung IAS 19R Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R Vor Anpassung IAS 19R* Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
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Summe Vermögenswerte 38.284 – 4 38.280 35.300 0 35.300
Eigenkapital 4.526 8 4.534 2.519 – 1 2.518
Langfristige Verbindlichkeiten 13.797 – 12 13.785 15.301 1 15.302
davon: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.708 – 12 7.696 7.344 1 7.345
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 38.284 – 4 38.280 35.300 0 35.300

* Einschließlich der Anpassung IAS 19R per 01.10.2012.

31.12.2012
Mio € Vor Anpassung IAS 19R** Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
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Summe Vermögenswerte 37.288 0 37.288
Eigenkapital 4.267 0 4.267
Langfristige Verbindlichkeiten 15.793 0 15.793
davon: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.742 0 7.742
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 37.288 0 37.288

** Nach Anpassung durch IAS 19R per 01.10.2012, die Rückgliederung der Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp CSA und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA.

IAS 19R - Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2012/2013 1. Quartal 2012/2013
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Mio € Vor Anpassung IAS 19R Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R Vor Anpassung IAS 19R* Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
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Betriebliches Ergebnis – 696 – 1 – 697 69 0 69
Finanzergebnis – 952 – 44 – 996 – 131 – 11 – 142
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 1.648 – 45 – 1.693 – 62 – 11 – 73
Steuern vom Einkommen und Ertrag 59 15 74 – 6 4 – 2
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 1.589 – 30 – 1.619 – 68 – 7 – 75

* Nach Anpassung durch die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA.

Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erst- und Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Diese Interpretation hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangt. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Die Erstanwendung führt zu erweiterten Anhangangaben.

Im Mai 2012 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts den vierten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an fünf Standards (IFRS 1 „First-time Adoption of IFRS”, IAS 1 „Presentation of Financial Statements“, IAS 16 „Property, Plant and Equipment“, IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“, IAS 34 „Interim Financial Reporting“) kleinere Änderungen vorgenommen. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Die Anwendung der Änderungen hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:

Im November 2013 hat das IASB Ergänzungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ (Hedge Accounting and Amendments to IFRS 9; IFRS 7 and IAS 39) veröffentlicht. Die Ergänzungen an IFRS 9 umfassen eine grundsätzliche Überarbeitung der Regelungen zum Hedge Accounting, durch die es den Unternehmen ermöglicht werden soll, ihre Risikomanagementaktivitäten im Abschluss besser darstellen zu können. Zusätzlich werden umfangreiche Angabepflichten gefordert. Zudem wird die Möglichkeit geschaffen, den erfolgsneutralen Ausweis von bonitätsbedingten Marktwertänderungen für Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vorzeitig anzuwenden, ohne die vollständigen Regelungen von IFRS 9 anzuwenden. Des Weiteren wurde der bisher in IFRS 9 enthaltene verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt ab dem 01. Januar 2015 aufgehoben; ein neuer Erstanwendungszeitpunkt wird erst festgelegt, wenn das gesamte IFRS 9-Projekt kurz vor der Vollendung steht. Die Übernahme des Standards einschließlich der Ergänzungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards einschließlich der Ergänzungen haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Im November 2013 hat das IASB eng begrenzte Änderungen zu IAS 19 „Employee Benefits“ mit dem Titel „Defined Benefit Plans: Employee Contributions (Amendments to IAS 19)“ veröffentlicht. Die Änderungen sind anzuwenden auf die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zu leistungsorientierten Pensionsplänen. Hierdurch ist es gestattet, die Beiträge von Arbeitnehmern oder Dritten in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwands zu erfassen, in der die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wurde, sofern die Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre sind. Die Änderungen des IAS 19 sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden.

Im Dezember 2013 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts die jährlichen Verbesserungen für den Zyklus 2010 bis 2012 und für den aktuellen Zyklus 2011 bis 2013 veröffentlicht. Im Rahmen des Zyklus 2010 bis 2012 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an sieben Standards: IFRS 2 „Share-based Payment“, IFRS 3 „Business Combinations“, IFRS 8 „Operating Segments“, IFRS 13 „Fair Value Measurement“, IAS 16 „Property, Plant and Equipment“, IAS 24 „Related Party Disclosures“ sowie IAS 38 „Intangible Assets“. Im Rahmen des Zyklus 2011 bis 2013 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an vier Standards: IFRS 1 „First-time Adoption of IFRS”, IFRS 3 „Business Combinations“, IFRS 13 „Fair Value Measurement“ und IAS 40 „Investment Property“. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden.

01 ERWERBE

Im 1. Quartal 2013/2014 tätigte der Konzern einen kleineren Erwerb mit einem Kaufpreis in Höhe von 1 Mio €, der im Wesentlichen auf immaterielle Vermögenswerte entfällt.

02 NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS), VERÄUßERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS) UND EINZELNE ZUR VERÄUßERUNG VORGESEHENE VERMÖGENSWERTE

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung hat der Konzern den Verkauf einiger Geschäfte eingeleitet. Bis auf die Veräußerung der Business Area Stainless Global erfüllen diese Transaktionen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Sofern ein Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.

Der im September 2012 eingeleitete Verkauf der gesamten Business Area Steel Americas erfüllte zwar seit dem 30. September 2012 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität, jedoch führte die zum 30. September 2013 eingetretene Änderung der Veräußerungsplans dazu, dass die Business Area Steel Americas die Kriterien für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität nicht mehr erfüllt und stattdessen wieder als fortgeführte Aktivität einzustufen ist. Darüber hinaus führte die Planänderung dazu, dass nicht mehr die gesamte Business Area als nicht fortgeführte Aktivität bzw. Veräußerungsgruppe einzustufen war, sondern nur noch der Teilbereich ThyssenKrupp Steel USA die Voraussetzungen für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllt. Somit wurde es erforderlich, die für den Teilbereich ThyssenKrupp CSA nach IFRS 5 ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen nachzuholen; hieraus resultiert im 1. Quartal 2012/2013 eine Belastung des Vor-Steuer-Ergebnisses in Höhe von 38 Mio €. Die Darstellung der Vergleichsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kapitalflussrechnung wurde entsprechend für die Business Area Steel Americas angepasst.

Die Business Area Stainless Global erfüllte die Voraussetzungen für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität seit dem 30. September 2011 bis zum Vollzug des Zusammenschlusses mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu am 28. Dezember 2012. Somit werden für die Business Area Stainless Global alle Aufwendungen und Erträge bis zum 28. Dezember 2012 sowie darüber hinaus die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehen, separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen.

Veräußerungsgruppen

Im September 2012 wurde in der Business Area Steel Europe der Verkauf der Tailored-Blanks-Gruppe eingeleitet. Tailored Blanks ist Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie, der maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech herstellt. Nach der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden wurde der Verkauf an den chinesischen Stahlproduzenten Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) mit Ausnahme der Changchun Gesellschaften am 31. Juli 2013 vollzogen; für diese chinesischen Gesellschaften steht die Zustimmung der lokalen Regulierungsbehörden derzeit noch aus. Der Vollzug wird im Geschäftsjahr 2013/2014 erwartet.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Changchun Gesellschaften in China, die die Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2013 umfasst, sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe Tailored Blanks China

Mio €
31.12.2013
Sachanlagen 6
Vorräte 7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 28
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 5

Darüber hinaus wurde im September 2012 in der Business Area Components Technology der Verkauf der Berco-Gruppe eingeleitet. Berco ist ein führender und weltweit tätiger Anbieter von im Wesentlichen auf Schmiedeteilen basierten Unterbaufahrgestellen für die Baumaschinenbranche und bietet sowohl Herstellern als auch Zulieferern ein breites Spektrum von Teilen und Services an. Das Produktspektrum bedient dabei größere Abraummaschinen für den Betrieb von Rohstoffminen bis zu mobilen Kleinstmaschinen im Baubetrieb. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 4 Mio € und auf Sachanlagen von 131 Mio €, die in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2011/2012 ausgewiesen wurden; gleichzeitig wurden latente Steuern von 1 Mio € aktiviert. Die in IFRS 5 grundsätzlich vorgeschriebene Ein-Jahres-Frist hat sich durch unvorhergesehene Restrukturierungsnotwendigkeiten, die nur unter Mitwirkung der Arbeitnehmervertreter und der Politik umgesetzt werden konnten, über den 30. September 2013 hinaus verzögert, ohne dass hierdurch die bestehenden Veräußerungsmöglichkeiten beeinträchtigt wurden.

Die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2013 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe Berco-Gruppe

Mio €
31.12.2013
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2
Sachanlagen 38
Aktive latente Steuern 14
Vorräte 187
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 46
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 20
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 314
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 29
Sonstige langfristige Rückstellungen 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 11
Kurzfristige Finanzschulden 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 68
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 53
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 170

Die zum 30. September 2013 in der Business Areas Steel Americas eingetretene Änderung des Veräußerungsplans führte dazu, dass nicht mehr die gesamte Business Area als nicht fortgeführte Aktivität bzw. Veräußerungsgruppe einzustufen war, sondern nur noch der Teilbereich ThyssenKrupp Steel USA die Voraussetzungen für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllt.

Die Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp Steel USA umfasst das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden zum 30. September 2013 aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 2 Mio € und auf Sachanlagen von 335 Mio €, die im 4. Quartal 2012/2013 in Höhe von 328 Mio € in den Umsatzkosten, in Höhe von 3 Mio € in den Vertriebskosten und in Höhe von 6 Mio € in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen wurden. Die in IFRS 5 grundsätzlich vorgeschriebene Ein-Jahres-Frist hat sich durch außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegende Umstände über den 30. September 2013 hinaus verzögert, ohne dass hierdurch die bestehenden Veräußerungsmöglichkeiten beeinträchtigt wurden.

Am 29. November 2013 hat ThyssenKrupp mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (das Konsortium) einen Vertrag über den Verkauf der Veräußerungsgruppe unterzeichnet. Anfang Februar 2014 lag die Zustimmung der relevanten Wettbewerbsbehörden vor.

Mit dem Vollzug der Transaktion erhält ThyssenKrupp einen Kaufpreis von 1,55 Mrd US-Dollar und einen werthaltigen Brammenliefervertrag, in dem vereinbart wurde, dass das Konsortium bis 2019 jährlich 2 Mio Tonnen Brammen aus der Produktion von ThyssenKrupp CSA bezieht.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2013 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp Steel USA

Mio €
31.12.2013
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 8
Sachanlagen 799
Vorräte 331
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 164
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 5
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.313
Langfristige Finanzschulden 1
Kurzfristige Finanzschulden 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 15
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 40
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 81

Nicht fortgeführte Aktivität Business Area Stainless Global und ein einzelner zur Veräußerung vorgesehener Vermögenswert

Zum 30. September 2011 wurden im Rahmen des Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit des Business Area Stainless Global und somit für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen.

In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand war im 4. Quartal 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.

Am 31. Januar 2012 fand das Signing des Zusammenschlusses des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu mit Stainless Global statt. Die EU-Kommission hat dem Zusammenschluss im November 2012 zugestimmt. Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich im Geschäftsjahr 2011/2012 ein zusätzlicher Abwertungsbedarf von 400 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand von 400 Mio € ist 2011/2012 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten; davon entfielen 265 Mio € auf das 1. Quartal 2011/2012.

Darüber hinaus wurden im 2. Quartal 2011/2012 auf Grund der Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013 Wertberichtigungen auf Sachanlagen in Höhe von 42 Mio € erforderlich, die im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 2011/2012 enthalten sind. Im Mai 2012 hat Stainless Global im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen betreffend die Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und den damit verbundenen Personalabbau mit dem zuständigen Betriebsrat einen Sozialplan abgeschlossen. Der Sozialplan beinhaltet neben Vorruhestandsregelungen und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, die Stainless Global verlassen werden, auch Ausgleichszahlungen für Mitarbeiter, die versetzt werden. Der Sozialplan findet entsprechend auf die geplante Schließung des Stahlwerks in Krefeld Anwendung. Für den aus dem Sozialplan Düsseldorf-Benrath und Krefeld resultierenden Aufwand wurde zum 30. September 2012 eine Restrukturierungsrückstellung von 58 Mio € gebildet.

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu abgeschlossen. Mit dem Vollzug hat ThyssenKrupp für die Einbringung 1 Mrd € in bar erhalten. Darüber hinaus hat Outokumpu die externen Netto-Finanzverbindlichkeiten und die Pensionsverpflichtungen übernommen. ThyssenKrupp erhielt eine Beteiligung in Höhe von 29,9 % an Outokumpu sowie eine Finanzforderung gegen Outokumpu mit einem derzeitigen Wert von 969 Mio € und einer ursprünglichen Laufzeit von maximal 9 Jahren. Diese Finanzforderung kann bei gegebenenfalls eintretenden negativen finanziellen Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen gemäß den Regelungen des Kaufvertrags um maximal 200 Mio € angepasst werden.

Im Zuge der notwendigen Refinanzierungsmaßnahmen von Outokumpu hat ThyssenKrupp am 29. November 2013 einen Vertrag mit Outokumpu zur Übertragung von jeweils 100 % der Anteile von VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp unterzeichnet. Als Gegenleistung wird die im Rahmen der Inoxum-Transaktion entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu übertragen, die zum 31. Dezember 2013 mit 969 Mio € bilanziert ist. Damit entfällt auch die aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen in Höhe von bis zu 200 Mio €.

Zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission wird sich ThyssenKrupp zudem von seinem 29,9%-Anteil an Outokumpu vollständig trennen und alle weiteren finanziellen Verbindungen zur Outokumpu-Gruppe beenden. Mit der Freigabe der EU-Kommission am 12. Februar 2014 lag die Zustimmung zur Transaktion nahezu aller Wettbewerbsbehörden vor. Das Closing steht darüber hinaus noch unter dem Vorbehalt der Mitwirkung und Zustimmung von Aktionären, Banken und Gläubigern zum Gesamtkonzept für eine tragfähige Refinanzierung von Outokumpu.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse der bis zum 28. Dezember 2012 als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global dargestellt. Zusätzlich enthält die Tabelle die im 1. Quartal 2013/2014 entstandenen, nachlaufenden Erträge und Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Stainless Global stehen und die im Wesentlichen aus dem Ertrag resultieren, der aus der Rückstellungsauflösung nach dem Wegfall der Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen entstanden ist.

Nicht fortgeführte Aktivität Stainless Global

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse 1.268 0
Andere Erträge 9 0
Aufwendungen – 1.359 187
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 82 187
Steuern vom Einkommen und Ertrag – 5 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 87 187
Abgangsergebnis (vor Steuern) 146
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ergebnis aus Bewertungsanpassung/Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 146 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 59 187
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 60 187
Nicht beherrschende Anteile – 1 0

Die nach dem Abgang der Business Area Stainless Global erhaltene Beteiligung an Outokumpu in Höhe von 29,9 % wurde im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert. Zum 31. Dezember 2012 wurde diese Beteiligung zunächst auf Basis des Aktienkurses zum Transaktionszeitpunkt (0,79 €) multipliziert mit der Anzahl der erhaltenen Outokumpu-Aktien mit einem Wert von 491 Mio € aktiviert. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Anteile zum Transaktionszeitpunkt wurde im Rahmen einer Kaufpreisallokation ermittelt und zum 29. November 2013 finalisiert. Aus der Fortschreibung des Beteiligungsbuchwerts um die anteiligen Verluste von Outokumpu und die Effekte aus der Kaufpreisallokation ergibt sich zum 29. November 2013 ein Buchwert in Höhe von 253 Mio €.

Durch den im Rahmen der Verhandlungen über die Restrukturierung von Outokumpu am 29. November 2013 erfolgten Vertragsabschluss über die Abgabe des 29,9%-Anteils an der Outokumpu Oyj zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission erfüllt die Beteiligung an Outokumpu ab diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen für eine Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert. Der unmittelbar vor der Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert durchzuführende Werthaltigkeitstest führte am 29. November 2013 zu einer Wertminderung in Höhe von 17 Mio €, da der auf Basis des Börsenkurses von 0,38 € je Outokumpu-Aktie am 29. November 2013 ermittelte erzielbare Betrag von 236 Mio € unter dem auf diesen Zeitpunkt fortgeschriebenen Buchwert der Beteiligung von 253 Mio € lag. Die zum 31. Dezember 2013 vorzunehmende Bewertung der Outokumpu-Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten führte auf Basis des Börsenkurses von 0,41 € je Outokumpu-Aktie am Stichtag zu einem Wert in Höhe von 255 Mio €. Da dieser beizulegende Zeitwert über dem Buchwert unmittelbar vor der Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert in Höhe von 253 Mio € lag, ist eine Wertaufholung gegenüber dem 29. November 2013 in Höhe von 17 Mio € vorzunehmen. Im Vergleich zum bilanzierten Beteiligungsbuchwert von 305 Mio € am 30. September 2013 ergibt sich damit eine Verminderung des Beteiligungsbuchwerts in Höhe von 52 Mio €.

Darüber hinaus ist im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss zum 31. Dezember 2013 erstmalig ein passivisches Aktienderivat in Höhe von 224 Mio € zu bilanzieren, welches daraus resultiert, dass der Verkaufspreis für die Beteiligung an Outokumpu mit 0,05 € je Aktie vertraglich fixiert ist. Unter Einbeziehung des Ergebniseffekts aus der Verminderung des Beteiligungsbuchwerts in Höhe von 52 Mio € ergibt sich eine Belastung des Finanzergebnisses von insgesamt 276 Mio €. Die im Rahmen der Inoxum-Transaktion entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu wird zum 31. Dezember 2013 unverändert gegenüber dem 30. September 2013 mit 969 Mio € bilanziert.

03 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

Management Incentivepläne

Im 1. Quartal 2013/2014 enthält das Ergebnis aus dem LTI-Management Incentiveplan Aufwendungen von 8,9 Mio €. Im 1. Quartal 2012/2013 resultierten aus den Incentiveplänen auf Grund der rückläufigen Entwicklung des TKVA Erträge von 3,7 Mio €, wovon keine Effekte im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten sind.

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonus verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis im 1. Quartals 2013/2014 Aufwendungen von 1,9 (1. Quartal 2012/2013: 0,4) Mio €.

04 PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2013 vorgenommen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Mio €
30.09.2013* 31.12.2013
Pensionen 6.424 6.349
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 698 665
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 252 226
Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten – 29 – 29
Insgesamt 7.345 7.211

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

Durchschnittliche Bewertungsfaktoren 30.09.2013 31.12.2013
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz für Pensionen 3,50 3,88 3,60 3,50 4,00 3,63
Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 4,25 4,25 4,50 4,50

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Pensionsaufwendungen 1. Quartal 2012/2013* 1. Quartal 2013/2014
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 27 9 36 22 7 29
Nettozinsaufwand 55 3 58 51 3 54
Verwaltungskosten - - - 0 1 1
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 11 – 11 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 82 1 83 73 11 84

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Quartal 2012/2013 Aufwendungen von 5 Mio € und von den Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in den übrigen Ländern entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Quartal 2012/2013 keine Aufwendungen. Die Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 1 0
Nettozinsaufwand 7 7
Verwaltungskosten - 0
Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 8 7

05 ERHÖHUNG DES GRUNDKAPITALS

Am 02. Dezember 2013 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG mit Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats beschlossen, entsprechend der Ermächtigung gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung das Grundkapital der ThyssenKrupp AG um 10 Prozent gegen Ausgabe von 51.448.903 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft zu erhöhen und das Bezugsrecht auszuschließen.

Am 03. Dezember 2013 wurde die angekündigte Erhöhung des Grundkapitals in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Die neu ausgegebenen 51.448.903 Stückaktien der ThyssenKrupp AG sind zu einem Preis von 17,15 € pro Stückaktie bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert worden. Die Platzierung führte zu einem Bruttoerlös von 882 Mio €; die dabei entstandenen Transaktionskosten wurden erfolgsneutral als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

Mit der Kapitalmaßnahme werden das Eigenkapital des Konzerns gestärkt und die Netto-Finanzschulden reduziert.

06 SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN EINSCHLIEßLICH SCHWEBENDER RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENERSATZANSPRÜCHE

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Haftungsverhältnisse

Mio €
Maximales Haftungsvolumen 31.12.2013 Rückstellung 31.12.2013
Anzahlungsgarantien 266 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 115 1
Kreditaufträge 58 0
Restwertgarantien 61 2
Sonstige Haftungserklärungen 52 0
Insgesamt 552 4

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2013 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen um 0,3 Mrd € auf 14,4 Mrd €.

Verschiedene deutsche Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns haben auf Grund rechtskräftiger Bescheide Entlastungen von der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gemäß §§ 40 ff. EEG erhalten. Mit Beschluss vom 18. Dezember 2013 hat die EU-Kommission ein beihilferechtliches Prüfverfahren eingeleitet. ThyssenKrupp hat für 2013 Entlastungen in Höhe von 72 Mio € erhalten und rechnet für 2014 mit Entlastungen in Höhe von rund 94 Mio €.

Bei den sonstigen Verpflichtungen sind seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart, von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungs-prüfer geprüft und bestätigt worden sind und auch der vom Landgericht Düsseldorf bestellte Sachverständige eine nur geringfügig abweichende Verschmelzungswertrelation festgestellt hat.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell haben verschiedene Gesellschaften des Deutsche Bahn Konzerns (DB) gegen ThyssenKrupp GfT Gleistechnik, ThyssenKrupp Materials International und weitere Kartellbeteiligte Klage erhoben. Die DB hat umfangreiche Auskunft begehrt und in diesem Zusammenhang gegenüber allen am Kartell Beteiligten einen Gesamtschaden von ca. 550 Mio € zzgl. Zinsen in Höhe von ca. 300 Mio € geschätzt. Die dazu mit der DB geführten Gespräche haben zu einer Einigung über eine vergleichsweise Erledigung des Rechtsstreits geführt. Die Zustimmungen der zuständigen Gremien und auf Seiten der DB der Fördermittelgeber sind im Januar 2014 erteilt worden. Der Vergleich ist damit wirksam geworden. Auch weitere Unternehmen haben mittlerweile als potenziell Geschädigte des Schienenkartells Schadenersatzforderungen außergerichtlich geltend gemacht oder angekündigt. ThyssenKrupp hat im Zusammenhang mit den Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell werden gegen die ThyssenKrupp AG und Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Gegen gerichtlich verfolgte Schadenersatzansprüche verteidigt sich ThyssenKrupp. Soweit einzelne Ansprüche die in IAS 37 geforderte Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und verlässlich geschätzt werden können, werden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet.

Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt u.a. gegen die ThyssenKrupp Steel Europe AG wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen des vom Konzern vom 15. April bis zum 15. Juni 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den Untersuchungen des Bundeskartellamts gegeben. Das Verfahren des Bundeskartellamts dauert an. Die internen Untersuchungen wurden im Berichtszeitraum fortgesetzt und sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der derzeitigen Erkenntnislage können signifikante nachteilige Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus sind gegen ThyssenKrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln, wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet ThyssenKrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

07 FINANZINSTRUMENTE

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen sowie der jeweilige beizulegende Zeitwert dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Finanzinstrumente 31.12.2013 Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
Mio € Buchwert lt. Bilanz 31.12.2013 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 31.12.2013
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.267 4.267 4.267
Kredite und Forderungen 4.267 4.267
Forderungen aus Finance Lease 50 50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.503 1.414 55 34 1.503
Kredite und Forderungen 1.396 1.396
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 18 11 29
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 55 55
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 23 23
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.058 4.058 4.058
Kredite und Forderungen 4.058 4.058
Summe finanzielle Vermögenswerte 9.878
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 9.721 9.721 9.721
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 29 18 11 29
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 55 55 55
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 8.476 8.476 8.854
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 8.476 8.854
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 52 52 52
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.784 3.784 3.784
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 3.784 3.784
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.262 850 352 60 1.262
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 850 850
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 352 352
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 60 60
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 13.574
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.110 13.110 13.488
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 352 352 352

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cash-Flows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Bewertungshierarchie 31.12.2013

Mio €
Stichtag 31.12.2013 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 55 0 55 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 11 9 2 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 23 0 23 0
Insgesamt 89 9 80 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 352 0 280 72
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 60 0 60 0
Insgesamt 412 0 340 72

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden auf Grund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Finanzinstrumente dargestellt:

Überleitungsrechnung Finanzinstrumente Level 3 in Mio €
Stand 30.09.2013 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 92
Ergebniswirksame Veränderungen 20
Stand 31.12.2013 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 72

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierende und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit beinhaltet ein Frachtderivat, das unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Mindestmenge auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet wurde. Der aus der Bewertung resultierende ergebniswirksame Effekt wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Sonstige Aufwendungen“ bzw. „Sonstige Erträge“ ausgewiesen.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Derivative Finanzinstrumente

Mio €
Nominalwert 30.09.2013 Beizulegender Zeitwert 30.09.2013 Nominalwert 31.12.2013 Beizulegender Zeitwert 31.12.2013
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.477 36 3.239 44
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 106 2 375 9
Eingebettete Derivate 67 3 64 2
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 224 2 1.122 13
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 213 9 194 9
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 31 3 23 1
Insgesamt 3.118 55 5.017 78
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.854 68 1.174 46
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 179 6 746 13
Eingebettete Derivate 65 3 70 3
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 1.095 21 186 11
Aktienderivat - - 31 224
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung** 388 101 369 79
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 157 35 236 36
Insgesamt 3.738 234 2.812 412

* inkl. Zins-/Währungsderivate ** inkl. Frachtderivate

08 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN (RELATED PARTIES)

Zum 31. Dezember 2013 besteht eine Finanzforderung gegen Outokumpu mit einem derzeitigen Wert von 969 Mio € und einer ursprünglichen Laufzeit von maximal 9 Jahren. Des Weiteren existiert zum 31. Dezember 2013 gegen Outokumpu eine kurzfristige Forderung aus einer Kreditlinie in Höhe von 160 Mio €. Darüber hinaus hatte ThyssenKrupp Outokumpu eine Supplier Finance Backup Facility in Höhe von 82 Mio € gewährt, die am 31. Dezember 2013 nicht in Anspruch genommen war und Outokumpu seit Anfang Januar 2014 nicht mehr zur Verfügung steht.

09 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Zum 01. Januar 2013 wurden die bisherigen Business Areas Plant Technology und Marine Systems zu der neuen Business Area Industrial Solutions zusammengeführt. Nachdem die Business Area Steel Americas seit dem 30. September 2012 als nicht fortgeführte Aktivität klassifiziert wurde, erfolgte zum 30. September 2013 erneut eine Einstufung als fortgeführte Aktivität. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.

Die Segmentinformationen für das 1. Quartal 2012/2013 und das 1. Quartal 2013/2014 stellen sich wie folgt dar:

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services Steel Europe
1. Quartal 2012/2013
Außenumsätze 1.343 1.532 1.301 2.731 1.837
konzerninterne Umsätze 2 0 5 84 416
Umsatzerlöse gesamt 1.345 1.532 1.306 2.815 2.253
EBIT 43 171 141 36 29
Bereinigtes EBIT 42 169 140 40 30
1. Quartal 2013/2014
Außenumsätze 1.426 1.544 1.286 2.592 1.712
konzerninterne Umsätze 2 0 2 147 362
Umsatzerlöse gesamt 1.428 1.544 1.288 2.739 2.074
EBIT 56 133 173 43 20
Bereinigtes EBIT 64 175 173 34 19
Mio € Steel Americas Corporate Stainless Global* Konsolidierung Konzern
1. Quartal 2012/2013
Außenumsätze 373 27 1.268 0 10.412
konzerninterne Umsätze 115 28 134 – 784 0
Umsatzerlöse gesamt 488 55 1.402 – 784 10.412
EBIT – 122 – 112 72 – 89 169
Bereinigtes EBIT – 122 – 97 – 69 – 95 38
1. Quartal 2013/2014
Außenumsätze 535 14 - 0 9.109
konzerninterne Umsätze 3 28 - – 544 0
Umsatzerlöse gesamt 538 42 - – 544 9.109
EBIT 1 – 116 187 – 99 398
Bereinigtes EBIT – 17 – 103 0 – 98 247

* Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahlen Bereinigtes EBIT und EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

Überleitung Umsatzerlöse

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 10.412 9.109
- Umsatzerlöse Stainless Global – 1.402 -
+ Umsatzerlöse der nicht fortgeführten Aktivitäten mit Konzerngesellschaften 134 -
+ Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit den nicht fortgeführten Aktivitäten 45 -
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 9.189 9.109
Überleitung EBIT zu EBT

Mio €
1. Quartal 2012/2013 1. Quartal 2013/2014
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 38 247
Sondereffekte 131 151
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 169 398
- Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen – 6 – 5
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0 – 52
+ Finanzierungserträge 130 212
- Finanzierungsaufwendungen – 295 – 565
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 26 – 28
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 19 – 2
EBT - Konzern – 9 – 42
- EBT Stainless Global – 64 – 187
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung – 73 – 229

10 UMSATZKOSTEN

Die Umsatzkosten des 1. Quartals 2013/2014 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 28 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Europe und Steel Americas betreffen. Zum 30. September 2013 betrugen die Wertberichtigungen 94 Mio €. Im 1. Quartal 2012/2013 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 13 Mio €, die im Wesentlichen auf die Business Areas Steel Europe und Components Technology entfielen.

Darüber hinaus enthalten die Umsatzkosten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 27 Mio €, die größtenteils die Business Area Elevator Technology und in geringerem Umfang die Business Area Components Technology betreffen.

11 ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN

Das Ergebnis enthält im 1. Quartal 2013/2014 Aufwendungen aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an Outokumpu in Höhe von 52 (1. Quartal 2012/2013: 0) Mio €; diese umfassen sowohl die anteiligen Verluste von Outokumpu vom 01. Oktober 2013 bis zum 29. November 2013 als auch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

12 ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie 1. Quartal 2012/2013* 1. Quartal 2013/2014
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 61 – 0,12 – 251 – 0,47
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 60 0,12 187 0,35
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 1 0,00 – 64 – 0,12
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 514.489.044 530.495.370

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2)

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Neu ausgegebene, veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Im 1. Quartal 2013/2014 erhöhte sich der gewichtete Durchschnitt der Aktien durch die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung (vgl. Anhang-Nr. 05).

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

13 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Quartal 2013/2014 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 1 (1. Quartal 2012/2013: 4) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Quartal 2013/2014 3 (1. Quartal 2012/2013: 3) Mio €.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Sachanlagen im 1. Quartal 2013/2014 von 18 (1. Quartal 2012/2013: 5) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Quartal 2013/2014 erfolgte wie im Vorjahresquartal durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Finanzschulden im 1. Quartal 2013/2014 von 18 (1. Quartal 2012/2013: 5) Mio €.

Essen, den 12. Februar 2014

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard

Kaufmann

Kerkhoff

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 01. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Essen, den 13. Februar 2014

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer

Volker Linke, Wirtschaftsprüfer