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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2012

Aug 21, 2012

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Interim / Quarterly Report

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Publication

ThyssenKrupp AG

Duisburg und Essen

Quartalsfinanzbericht vom 01. Oktober 2011 bis zum 30. Juni 2012

Zwischenbericht 9 Monate 2011/2012 vom 01. Oktober 2011 bis 30. Juni 2012

Zwischenlagebericht

STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DES KONZERNS

Wichtige Fortschritte bei der strategischen Weiterentwicklung erzielt

ThyssenKrupp will sich als diversifizierter Industriekonzern weltweit auf attraktiven Wachstumsmärkten und nah bei seinen Kunden positionieren. Dazu wurde vom Vorstand ein ganzheitliches Konzept zur strategischen Weiterentwicklung beschlossen, mit dem ThyssenKrupp wettbewerbsfähig und nachhaltig in die Zukunft geführt wird. Weltweite Trends wie demographische Entwicklung, Urbanisierung, Globalisierung, Klimawandel und effiziente Ressourcennutzung bilden dabei die Grundlage für die Erschließung neuer Geschäftspotenziale. Das Konzept, das die Optimierung des Portfolios, Change-Management-Prozesse sowie Maßnahmen zur Performance-Steigerung umfasst, ist in den ersten 9 Monaten 2011/2012 in allen drei Themenfeldern weiter erfolgreich umgesetzt worden. Wesentliche Fortschritte sind:

– Für 90 % des Umsatzvolumens der Maßnahmen, die für die Portfoliooptimierung geplant waren, konnten bereits Verkaufsverträge unterzeichnet oder die Transaktionen abgeschlossen werden. Eine wichtige Maßnahme war der Verkauf der US-amerikanischen Eisengießerei Waupaca – nach Freigabe der erforderlichen Genehmigungen – an KPS Capital Partners. Hierbei haben wir einen deutlichen Veräußerungsgewinn sowie Mittelzufluss erzielt und damit auch Wert generiert.

– Die Change-Management-Prozesse umfassen neben der Einführung eines konzernweiten Leitbildes auch die Stärkung der Regionalorganisation, um unsere Chancen auf den zukünftigen Wachstumsmärkten besser zu nutzen. Hierzu sind Pilotprojekte in Nordamerika, Indien, Japan und der Türkei gestartet worden.

– Zur Performance-Steigerung tragen insbesondere die Maßnahmen unseres Konzernprogramms impact bei, das bis zum Ende des Geschäftsjahres 2011/2012 einen positiven EBIT-Effekt von gut 300 Mio € erzielen soll. Der konsequenten Performance-Orientierung wird dabei unter anderem mit einem kontinuierlichen Benchmarking Rechnung getragen. Die erhöhte Transparenz als wichtige Voraussetzung zur effizienten Konzernsteuerung wird durch die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur sowie die Harmonisierung der Reporting-Prozesse unterstützt. Als zusätzliche Maßnahme von impact ist im April 2012 das neue Programm synergize+ angelaufen, mit dem Kostenvorteile im Einkauf realisiert werden.

Prüfung der strategischen Optionen für Steel Americas

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Business Area Steel Americas haben sich seit der Entwicklung des Konzepts eines integrierten Verbundes mit dem Brammenwerk in Rio de Janeiro und dem Weiterverarbeitungswerk in Mobile, Alabama, nachhaltig verändert. Für die beiden Werke werden deshalb parallel zur weiteren technischen und wirtschaftlichen Optimierung strategische Optionen in alle Richtungen geprüft. Dies kann auch eine Partnerschaft oder den Verkauf an einen Best Owner umfassen, dessen strategisches Konzept die hervorragende Qualität und die grundsätzliche Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Werke besser nutzen kann. Zur Unterstützung bei der Prüfung der strategischen Optionen wurden am 27. Juni 2012 die Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley mandatiert. Die strategische Überprüfung verläuft ergebnisoffen. Beide Werke werden in ihren jeweiligen Märkten technologisch und bei den Umwandlungskosten Spitzenpositionen einnehmen.

Portfolio weiter optimiert

In den ersten 9 Monaten 2011/2012 haben wir die strategische Portfoliooptimierung weiter vorangetrieben:

– Am 31. Januar 2012 fand das Signing des Zusammenschlusses des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu mit Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, statt. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Inzwischen ist die Phase I der kartellrechtlichen Prüfung der EU-Kommission beendet. Erwartungsgemäß hat die Kommission am 21. Mai 2012 das Verfahren in eine vertiefte Phase II überführt. Wir sind zuversichtlich, dass die Transaktion bis Ende 2012 abgeschlossen sein wird. Bis zum Closing operieren Inoxum und Outokumpu als voneinander unabhängige Wettbewerber am Markt.

– Zum 30. November 2011 wurde der Verkauf der Xervon-Gruppe aus der Business Area Materials Services an den Industriedienstleister REMONDIS vollzogen.

– Components Technology hat die brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten am 06. Dezember 2011 an eine Tochtergesellschaft des Automobilzulieferers Magna verkauft.

– Am 31. Januar 2012 kaufte Star Capital Partners aus Großbritannien die zivilen Schiffbauaktivitäten von der Business Area Marine Systems. Die Restrukturierung unserer Werften ist damit im Wesentlichen abgeschlossen.

– In der Business Area Components Technology haben wir die Integration der Fahrwerksgeschäfte der Bilstein-Gruppe und von Presta Steering zu ThyssenKrupp Chassis im Frühjahr 2012 planmäßig abgeschlossen. Damit ist einer der größten Chassis-Full-Service-Provider mit globalem Auftritt und einem Umsatz von rund 3 Mrd € entstanden.

– Der Verkauf der US-amerikanischen Eisengießerei Waupaca von Components Technology an KPS Capital Partners, eine Beteiligungsgesellschaft in New York, ist am 29. Juni 2012 erfolgreich abgeschlossen worden. Mit drei Werken in Waupaca und einem in Marinette, Wisconsin, sowie Betriebsanlagen in Tell City, Indiana, und Etowah, Tennessee, ist das Unternehmen die größte selbstständige Eisengießerei der Welt. 3.500 Mitarbeiter in allen drei Bundesstaaten erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd US-Dollar.

– Die Verkaufsprozesse für das Federn- und Stabilisatoren-Geschäft von Components Technology und für ThyssenKrupp Tailored Blanks von Steel Europe werden intensiv weitergeführt.

Auch der Ausbau der Technologiebereiche konnte durch gezielte Akquisitionen unterstützt werden:

– Um auf dem asiatischen Markt für Kokereitechnik besser präsent zu sein, hat die Business Area Plant Technology am 05. Oktober 2011 die in Tokio ansässige Otto Corporation erworben.

– Plant Technology hat außerdem zum 02. Juli 2012 Energy & Power Global in London erworben. Das Ingenieurberatungsunternehmen erbringt Engineeringleistungen für weltweite Kunden aus der Öl-, Gas- und Energiewirtschaft. Die Akquisition stärkt den internationalen Anlagenbau von ThyssenKrupp.

– In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres konnte die Business Area Elevator Technology mit Akquisitionen in Nordamerika sowie dem Erwerb von Beteiligungen im asiatischen Wachstumsmarkt ihre Marktposition ausbauen.

Mit impact auf gutem Weg

Der Erfolg vieler Maßnahmen und Initiativen belegt die konzernweite Mobilisierung und die hohe Akzeptanz des Konzernprogramms impact. Mit dem Programm sind wir auf einem guten Weg, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2011/2012 mit Performance-Maßnahmen einen positiven EBIT-Effekt von 300 Mio € zu erzielen. Das 2011 gestartete Konzernprogamm setzt sich aus vier Initiativen zusammen: Kunden & Märkte, Performance & Portfolio, Innovation & Technologie sowie Mitarbeiter & Entwicklung. Damit ist impact die Summe vieler Aktivitäten und Maßnahmen, um die Produktivität, Kundenorientierung und Innovationskraft des Unternehmens zu steigern. Mittlerweile ist impact in allen Business Areas etabliert.

Als Teil der impact-Initiative Performance & Portfolio sorgt das neue Programm synergize+ seit April 2012 für eine bessere Performance und Steuerung aller Aktivitäten des Einkaufs- und Supply-Managements im Konzern. Es wird die Kosten für zugekaufte Lieferungen und Leistungen nachhaltig senken.

ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN

EBIT im Industriegüter-Geschäft weiter auf hohem Niveau – Werkstoff-Geschäft konjunkturell belastet – insgesamt positives Ergebnis – Netto-Finanzschulden reduziert

Auf Grund der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den ersten 9 Monaten 2011/2012 (01. Oktober 2011 –30. Juni 2012) konnten der Auftragseingang der fortgeführten ThyssenKrupp Aktivitäten mit 31,9 Mrd € und der Umsatz mit 31,2 Mrd € die Werte des vergleichbaren Vorjahreszeitraums nicht erreichen. In unserem Werkstoff-Geschäft führten niedrige Absatzmengen und Preise zu einem schwächeren Auftragseingang und Umsatz. Das Geschäft mit Industriegütern hingegen entwickelte sich beim Auftragseingang – unter Berücksichtigung eines Großauftrags bei Marine Systems im Vorjahreszeitraum – und Umsatz sehr stabil. Die Bestellungen für Aufzüge und Fahrtreppen stiegen auf einen neuen Rekordwert. Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global, die unter dem Namen Inoxum firmiert, lag der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2011/2012 bei 35,6 Mrd €, der Umsatz bei 35,4 Mrd €.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten blieb mit 339 Mio € unter dem Vorjahreswert von 1.266 Mio €. Mit Ausnahme von Steel Americas haben alle Business Areas ein positives bereinigtes Ergebnis erzielt. Im Werkstoff-Geschäft konnte der Verlust von Steel Americas von −778 Mio € allerdings nicht durch die übrigen Business Areas Steel Europe und Materials Services ausgeglichen werden. Die Werkstoff-Geschäfte erreichten ein Bereinigtes EBIT von −372 Mio €. Unsere Geschäfte mit Industriegütern erzielten ein Bereinigtes EBIT von 1.306 Mio €, wobei Elevator Technology den größten Ergebnisbeitrag leistete. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte betrugen −595 Mio €. Einschließlich Stainless Global verminderte sich das Bereinigte EBIT des Konzerns von 1.336 Mio € auf 278 Mio €.

Bei unserem Ziel, die Netto-Finanzschulden abzubauen, haben wir klare Fortschritte gemacht. Die Netto-Finanzschulden, einschließlich Stainless Global, beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 5.800 Mio € und lagen damit unterhalb der Verschuldung zum Vorjahresstichtag (30. Juni 2011: 6.249 Mio €) sowie zum Vorquartalsstichtag (31. März 2012: 6.480 Mio €). Der Rückgang gegenüber dem Vorquartal wurde durch den Abbau von Vorräten sowie die Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca erreicht. Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien in einer Höhe von insgesamt 7.283 Mio € sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Wesentliche Kennzahlen für die ersten 9 Monate 2011/2012:

– Der Auftragseingang unserer fortgeführten Aktivitäten erreichte 31,9 Mrd €, ein Rückgang um 7 % im Vergleich mit den ersten 9 Monaten 2010/2011. Deutliche Zuwächse im Aufzugsgeschäft und im Geschäft mit industriellen Komponenten konnten Rückgänge im Werkstoff-Geschäft nicht ganz kompensieren. Im 3. Quartal 2011/2012 lagen die Auftragseingänge 12 % unter dem Vorquartal. Zu berücksichtigen ist, dass im Vorjahr ein Auftrag bei Marine Systems mit rund 2 Mrd € zum Auftragseingang beigetragen hat.

– Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten betrug 31,2 Mrd €, 3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere bei Industriegütern konnten wir das Geschäft ausbauen. Im 3. Quartal übertraf der Umsatz den Vorquartalswert um 1 %.

– Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 339 Mio €, im Vorjahr waren es 1.266 Mio €. Gegenüber dem 2. Quartal lag es im 3. Quartal mit 122 Mio € auf einem vergleichbaren Niveau, wobei Steel Americas ein deutlich negatives Ergebnis verzeichnete. Bis auf Steel Americas haben alle Business Areas sowohl im 3. Quartal als auch in den ersten 9 Monaten einen positiven Beitrag geleistet.

– Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten blieb mit 339 Mio € unter dem Vorjahreswert von 1.245 Mio €. Bezogen auf den Umsatz verringerte sich die EBIT-Marge von 3,9 % auf 1,1 %.

– Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten ging von 1,24 € auf −0,43 € zurück.

Konjunkturelles Umfeld anhaltend schwach

Die Weltkonjunktur zeigt anhaltend ausgeprägte Schwächetendenzen. Nachdem das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) bereits im vergangenen Jahr auf 3,3 % nachgab, dürfte es sich im 1. Halbjahr 2012 weiter verlangsamt haben. Davon waren hauptsächlich die Industrieländer betroffen.

Insbesondere im Euro-Raum verlief die wirtschaftliche Entwicklung enttäuschend. Im 1. Quartal 2012 hat das BIP stagniert. Die von der Schuldenkrise besonders stark betroffenen Länder Südeuropas verzeichneten dabei negative Wachstumsraten. Unerwartet positiv zeigte sich dagegen die deutsche Wirtschaft. Dank hoher Exporte stieg die gesamtwirtschaftliche Leistung im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 %. Im 2. Quartal 2012 dürfte das deutsche BIP nur noch geringfügig gewachsen sein, im gesamten Euro-Raum war es nach gegenwärtiger Einschätzung leicht rückläufig.

In den USA haben eine höhere Industrieproduktion und ein stärkerer privater Verbrauch im 1. Quartal 2012 zu einem im Vorquartalsvergleich um 0,5 % höheren BIP beigetragen; im 2. Quartal betrug das Wachstum 0,4 %. In Japan konnte sich die Konjunktur nach den Wachstumseinbrüchen im vergangenen Jahr spürbar erholen; im 1. Quartal 2012 nahm das BIP um 1,2 % zu und dürfte auch im Folgequartal weiter gewachsen sein.

In den Schwellenländern hat die bislang zumeist hohe Konjunkturdynamik zu Jahresbeginn merklich an Tempo verloren. Eine schwächere Auslandsnachfrage und geringere Wohnungsbauinvestitionen dämpften in China das Expansionstempo, so dass sich im 1. bzw. 2. Quartal 2012 der BIP-Zuwachs im Vergleich zu den Vorquartalen auf 1,6 % bzw. 1,8 % verlangsamte. In Brasilien sorgten vor allem rückläufige Exporte und eine stagnierende Industrieproduktion im 1. Quartal 2012 für ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,2 %.

Bild

Industriekonjunktur uneinheitlich

Qualitätsflachstahl – Das schwache konjunkturelle Umfeld hat auch die internationalen Stahlmärkte belastet. Weltweit nahm die Rohstahlerzeugung im 1. Halbjahr 2012 nur noch um 1 % auf 767 Mio t zu. Das langsamere Wachstum war wesentlich auf die im Vergleich zu den Vorjahren geringere Expansionsdynamik in China zurückzuführen; dort stieg die Rohstahlproduktion lediglich um 2 % auf 357 Mio t. In den USA wurde die Erzeugung kräftig um 8 % auf 46 Mio t ausgeweitet. In vielen anderen Regionen hatte die niedrigere Stahlnachfrage dagegen Produktionskürzungen zur Folge. Die Stahlindustrie in der EU verzeichnete einen Rückgang um 5 % auf 89 Mio t. In Deutschland lag der Ausstoß in der 1. Jahreshälfte 2012 mit annähernd 22 Mio t um 6 % unter der allerdings recht hohen Vorjahresmenge.

Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt blieb die Nachfrage verhalten. Nachdem ein moderater Lageraufbau im 1. Quartal 2012 zu einer kurzzeitigen Nachfragebelebung geführt hatte, machte sich in den Folgemonaten die schwächere Konjunktur in den wesentlichen Abnehmerindustrien zunehmend bemerkbar. Handel und Endverbraucher haben weiterhin äußerst vorsichtig disponiert. Die Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten, die in den ersten drei Monaten des Jahres einen kräftigen Aufwärtstrend verzeichnet hatten, gerieten im 2. Quartal wieder unter Druck. Niedrige Stahlpreise und die Abwertung des Euro haben den Importdruck gemildert. Die europäischen Produzenten von Qualitätsflachstahl erlitten daher nur vergleichsweise moderate Absatzeinbußen und konnten in dem rückläufigen EU-Markt Anteile zurückgewinnen. Im US-amerikanischen Markt für Qualitätsflachstahl stieg die Nachfrage aus wichtigen stahlverarbeitenden Industriezweigen, vornehmlich der Automobilindustrie und dem Energiesektor. Allerdings führten hohe Lieferungen der heimischen Produzenten und steigende Importe zu einer Überversorgung des Marktes; der dadurch ausgelöste Preisrückgang fiel stärker aus als in Europa.

Automobilbau – Die internationale Automobilkonjunktur entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf regional sehr unterschiedlich. In den USA zog der Absatz von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen im 1. Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wegen eines hohen Ersatzbedarfs um 15 % auf 7,2 Mio Fahrzeuge an. Auch der japanische Markt hat sich von den Folgen der Naturkatastrophe kräftig erholt. Hohe Neuzulassungen wies auch der chinesische Fahrzeugmarkt aus. Im 1. Halbjahr 2012 stiegen die Verkaufszahlen um 20 % auf 7,2 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge. Die brasilianische Automobilkonjunktur war dagegen leicht rückläufig.

In der Europäischen Union lagen die PKW-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012 mit 6,6 Mio Fahrzeugen um 7 % unter dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die Schuldenkrise war vor allem der Absatz in den südlichen Ländern stark rückläufig. Mit 1,63 Mio PKW übertrafen die deutschen Neuzulassungen die Vorjahreshöhe um 1 %. Die Exporte gaben um 1 % auf 2,16 Mio Einheiten nach, und die PKW-Produktion fiel ebenfalls um 1 % auf 2,84 Mio Einheiten. Deutliche Bremsspuren zeigte zuletzt der Markt für schwere Nutzfahrzeuge.

Maschinenbau – Auf dem Maschinenbaumarkt haben sich die hohen Wachstumsraten des vergangenen Jahres abgeschwächt. China und die USA dürften im 1. Halbjahr 2012 die Produktion jedoch weiter gesteigert haben.

Der deutsche Maschinenbau konnte im 1. Halbjahr 2012 die Produktion nur dank eines hohen Auftragsbestandes ausweiten. Die Auftragseingänge waren im gleichen Zeitraum bereits um 7 % rückläufig. Auch die Nachfrage nach Aufzügen und Fahrtreppen lag unter dem Vorjahresniveau. Im deutschen Großanlagenbau sanken in den ersten Monaten 2012 die Neubestellungen auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2009.

Bauwirtschaft – Die Bauindustrie blieb auch in der 1. Jahreshälfte 2012 in den Industrieländern überwiegend schwach. Während sich der US-Immobilienmarkt zuletzt auf niedrigem Niveau stabilisierte, verzeichneten die südeuropäischen Länder weitere Rückgänge. Ein höheres Wachstum erzielte die Bauwirtschaft in Schwellenländern wie China und Indien.

Die deutsche Bauwirtschaft entwickelte sich weiter sehr robust. Die Auftragseingänge sind im bisherigen Jahresverlauf merklich gestiegen. Hohe Auftragseingänge erzielte insbesondere der Wohnungsbau, der von niedrigen Zinsen und den von den Finanzmärkten ausgehenden Unsicherheiten profitierte.

Auftragseingang und Umsatz des Konzerns konjunkturell gedrückt

In einem anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfeld hat ThyssenKrupp sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz die Werte des Vorjahreszeitraums nicht erreicht.

Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 34.309 31.905 – 7
Umsatz Mio € 32.206 31.219 – 3
EBITDA Mio € 2.363 1.562 – 34
EBIT Mio € 1.245 339 – 73
EBIT-Marge % 3,9 1,1
Bereinigtes EBIT Mio € 1.266 339 – 73
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,9 1,1
EBT Mio € 852 – 133 --
Bereinigtes EBT Mio € 873 – 133 --
Ergebnis nach Steuern (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) Mio € 576 – 220 --
Ergebnis je Aktie 1,24 – 0,43 --
Operating Cash-Flow Mio € – 396 – 526 – 33
Free Cash-Flow Mio € – 2.032 – 988 51
Mitarbeiter (30.06.) 171.086 155.588 – 9
Fortgeführte Aktivitäten ThyssenKrupp in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 12.984 10.231 – 21
Umsatz Mio € 11.506 10.710 – 7
EBITDA Mio € 944 659 – 30
EBIT Mio € 549 296 – 46
EBIT-Marge % 4,8 2,8
Bereinigtes EBIT Mio € 570 122 – 79
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,0 1,1
EBT Mio € 419 141 – 66
Bereinigtes EBT Mio € 440 – 33 --
Ergebnis nach Steuern (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) Mio € 205 238 16
Ergebnis je Aktie 0,44 0,46 5
Operating Cash-Flow Mio € 843 902 7
Free Cash-Flow Mio € 387 1.013 162
Mitarbeiter (30.06.) 171.086 155.588 – 9

Die fortgeführten Aktivitäten akquirierten in den ersten 9 Monaten 2011/2012 neue Aufträge in Höhe von 31,9 Mrd €, 7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz unterschritt mit 31,2 Mrd € den Vorjahreswert um 3 %. Schwächer zeigte sich insbesondere das Werkstoff-Geschäft. Geringe Absatzmengen und niedrige Preise führten hier zu einem rückläufigen Auftragseingang und Umsatz. Das Geschäft mit Industriegütern hingegen entwickelte sich beim Auftragseingang – unter Berücksichtigung eines Großauftrags bei Marine Systems im Vorjahreszeitraum – und Umsatz sehr stabil. Im 3. Quartal 2011/2012 lagen die Auftragseingänge 12 % unter dem Vorquartal, die Umsätze legten dagegen um 1 % zu. Auch hier entwickelten sich die Industriegüter-Geschäfte deutlich besser.

Einschließlich Stainless Global gab der Konzern-Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2011/2012 um 7 % auf 35,6 Mrd € leicht nach, der Konzern-Umsatz um 3 % auf 35,4 Mrd €.

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Bereinigtes EBIT positiv

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten blieb mit 339 Mio € unter dem Vorjahreswert von 1.266 Mio €. Mit Ausnahme von Steel Americas haben alle Business Areas ein positives bereinigtes Ergebnis erzielt. Im Werkstoff-Geschäft konnte der Verlust von Steel Americas von −778 Mio € allerdings nicht durch die übrigen Business Areas Steel Europe und Materials Services ausgeglichen werden. Die Werkstoff-Geschäfte erreichten ein Bereinigtes EBIT von −372 Mio €. Unsere Geschäfte mit Industriegütern erzielten ein Bereinigtes EBIT von 1.306 Mio €, wobei Elevator Technology den größten Ergebnisbeitrag leistete. Die Corporate-Kosten und Konsolidierungseffekte betrugen −595 Mio €.

Die Bereinigte-EBIT-Marge der fortgeführten Aktivitäten bezogen auf den Umsatz ging von 3,9 % auf 1,1 % zurück.

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Einschließlich Stainless Global verminderte sich das Bereinigte EBIT des Konzerns von 1.336 Mio € auf 278 Mio €, die Bereinigte-EBIT-Marge von 3,7 % auf 0,8 %.

EBIT der fortgeführten Aktivitäten durch Sondereffekte beeinflusst

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtszeitraum 339 Mio €; der Saldo der Sondereffekte war ausgeglichen. Im 3. Quartal wirkten sich Sondereffekte per Saldo von insgesamt 174 Mio € positiv auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten aus. Dazu trugen die Veräußerungsgewinne bei Components Technology aus der Entkonsolidierung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca bei. Gegenläufig schlugen sich Sondereffekte im Zusammenhang mit dem sogenannten Schienenkartell bei Materials Services in Höhe von 133 Mio € nieder. Ferner ergaben sich Belastungen aus Restrukturierungsaufwendungen insbesondere bei Elevator Technology.

Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten

in Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
EBIT 1.245 339 – 73 549 296 – 46
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne 21 – 404 -- 21 – 355 --
+ Restrukturierungsaufwendungen 0 43 0 3
+ Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) 0 191 0 0
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 0 198 0 178
- Weitere nicht operative Erträge 0 – 28 0 0
Bereinigtes EBIT 1.266 339 – 73 570 122 – 79

Unter Berücksichtigung des negativen Ergebnisses von Stainless Global (−769 Mio €) betrug das Konzern-EBIT einschließlich nicht fortgeführter Aktivitäten −434 Mio €. Ursächlich hierfür waren einerseits Sondereffekte bei Stainless Global hauptsächlich auf Grund von Restrukturierungen und des Impairment des Stahlwerks bei Nirosta von insgesamt 110 Mio € und andererseits Zeitwertberichtigungen von 574 Mio €, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global standen. Die EBIT-Marge des Konzerns einschließlich nicht fortgeführter Aktivitäten betrug −1,2 %.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2011/2012 mit 31.219 Mio € um 987 Mio € oder 3 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten verminderten sich insgesamt nur leicht um 60 Mio €; hier stand einem Anstieg der Produktionsfixkosten ein hauptsächlich umsatzbedingter Rückgang der Materialaufwendungen gegenüber. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verminderte sich auf 3.947 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge ging von 15 % auf 13 % zurück.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen um 7 % über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten stiegen um 72 Mio €, insbesondere durch höhere Aufwendungen für Frachten und Verkaufsversicherungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten gingen um 44 Mio € zurück; dies lag in erster Linie an geringeren Personalaufwendungen.

Der Anstieg der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten um 15 Mio € betraf hauptsächlich vereinnahmte Versicherungsentschädigungen. Die sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 277 Mio €, insbesondere durch Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit dem Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss sowie durch Aufwendungen im Rahmen des Schienenkartellverfahrens.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen sonstige Gewinne und Verluste, die um 324 Mio € über dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. In der Berichtszeit wurden Gewinne aus der Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca sowie aus den Verkäufen der Xervon-Gruppe und der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten erfasst, denen insbesondere negative Wechselkurseffekte aus ertragsunabhängigen Steuern gegenüberstanden.

Eine wesentliche Ursache für die um 48 Mio € erhöhten Finanzierungserträge waren Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen; gegenläufig wirkten gesunkene Zinserträge aus Finanzforderungen. Der Anstieg der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 94 Mio € betraf insbesondere Wechselkurseffekte im Zusammenhang mit Finanztransaktionen wie auch erhöhte Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Für die ersten 9 Monate 2011/2012 ergab sich bei einem Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 126 Mio € eine effektive Steuerbelastung von −94,7 %, was im Wesentlichen an Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern lag.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 259 Mio €; gegenüber dem Vorjahr hat sich damit das Ergebnis um 812 Mio € verschlechtert.

Unter Einbeziehung des Verlustes nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 721 Mio €, der auf Stainless Global entfiel, ergab sich insgesamt ein Periodenfehlbetrag von 980 Mio €. Im Vorjahr wurde noch ein Periodenüberschuss von 604 Mio € erzielt.

Auf die nicht beherrschenden Anteile entfiel ein Periodenfehlbetrag von 42 Mio €; im Vorjahreszeitraum fiel hier ein Fehlbetrag von 22 Mio € an. Die Erhöhung um 20 Mio € betraf im Wesentlichen Gesellschaften in der Business Area Components Technology, die einer rückläufigen Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich in China ausgesetzt waren.

Das Ergebnis je Aktie bezogen auf das Periodenergebnis, das auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, lag mit −1,82 € um 3,17 € unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Aktivitäten ging um 1,67 € auf −0,43 € zurück.

Netto-Finanzschulden und Investitionen

Bei unserem Ziel, die Netto-Finanzschulden abzubauen, haben wir klare Fortschritte gemacht. Die Netto-Finanzschulden, einschließlich Stainless Global, beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 5.800 Mio € und lagen damit unterhalb der Verschuldung zum Vorjahresstichtag (30. Juni 2011: 6.249 Mio €) sowie zum Vorquartalsstichtag (31. März 2012: 6.480 Mio €). Der Rückgang gegenüber dem Vorquartal wurde durch den Abbau von Vorräten sowie die Veräußerung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca erreicht. Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien in einer Höhe von insgesamt 7.283 Mio € sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist ThyssenKrupp solide finanziert.

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In den ersten 9 Monaten 2011/2012 investierte ThyssenKrupp insgesamt 1.481 Mio € und lag damit 24 % unter dem Niveau des Vorjahres. 1.421 Mio € wurden für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 60 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA betrugen die Investitionen 1.089 Mio € gegenüber 757 Mio € im Vorjahr.

Aktuelle Emittenten-Ratings

ThyssenKrupp verfügt seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat Standard & Poor's eine Herabstufung unseres Langfrist-Ratings von BB+ auf BB vorgenommen. Bei Standard & Poor's befindet sich unser Rating weiterhin unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Bei Moody's und Fitch liegt unser Rating dagegen unverändert im Investment-Grade-Bereich.

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B Negativ
Moody's Baa3 Prime-3 Negativ
Fitch BBB- F3 Negativ

GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS

STEEL EUROPE

Steel Europe in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 9.656 8.206 – 15
Umsatz Mio € 9.763 8.316 – 15
EBIT Mio € 880 170 – 81
EBIT-Marge % 9,0 2,0
Bereinigtes EBIT Mio € 880 184 – 79
Bereinigte-EBIT-Marge % 9,0 2,2
Mitarbeiter (30.06.) 33.702 28.104 – 17
Steel Europe in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 3.006 2.511 – 16
Umsatz Mio € 3.518 2.900 – 18
EBIT Mio € 322 47 – 85
EBIT-Marge % 9,2 1,6
Bereinigtes EBIT Mio € 322 52 – 84
Bereinigte-EBIT-Marge % 9,2 1,8
Mitarbeiter (30.06.) 33.702 28.104 – 17

Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die hochwertigen Flacherzeugnisse werden an Kunden in der Automobilindustrie und anderen stahlverarbeitenden Branchen geliefert. Zum Programm gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie die Verpackungsindustrie.

Niedrigerer Auftragseingang und Umsatz

Der Auftragseingang von Steel Europe lag in den ersten 9 Monaten 2011/2012 mit 8,2 Mrd € um 15 % unter dem Vorjahreswert. Ursächlich waren zum einen die um 9 % geringeren Bestellmengen; insbesondere im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurde deutlich weniger geordert. Der Rückgang ist darüber hinaus auf die Veräußerung des Metal-Forming-Geschäfts zurückzuführen, das in den Vorjahreszahlen noch enthalten war.

Der Umsatz verminderte sich um 15 % auf 8,3 Mrd €. Dies war, abgesehen vom Verkauf von Metal Forming, wesentlich auf die nachfragebedingt um 9 % niedrigeren Versandmengen von 9,1 Mio t zurückzuführen. Das durchschnittliche Erlösniveau konnte entgegen dem Marktpreistrend leicht verbessert werden. Der Absatzrückgang betraf wesentliche Abnehmerbereiche wie zum Beispiel die Kaltwalzbetriebe. Gestiegen sind dagegen unsere Lieferungen an die Rohrindustrie. Bei Elektroband war der Umsatzrückgang mengen- und erlösbedingt.

Produktionsanpassungen

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann ging im Berichtszeitraum um 13 % auf 8,9 Mio t zurück. Auch die nachgeschalteten Walz- und Veredelungsstufen waren nicht voll ausgelastet. Auf Grund der anhaltenden Marktschwäche wird der zurzeit stillgesetzte Hochofen 9 im laufenden Geschäftsjahr nicht wieder in Betrieb gehen. Angesichts der anhaltend schwachen Auftragseingänge bei Steel Europe wird ab August 2012 an fünf Standorten Kurzarbeit eingeführt.

EBIT deutlich gesunken

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich in der Berichtsperiode um 710 Mio € auf 170 Mio €. Die EBIT-Marge sank von 9,0 % auf 2,0 %. Wesentliche Ursache für den Rückgang war die schwache Mengenkonjunktur.

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STEEL AMERICAS

Steel Americas in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 856 1.628 90
Umsatz Mio € 775 1.587 105
EBIT Mio € – 887 – 781 12
EBIT-Marge %
Bereinigtes EBIT Mio € – 887 – 778 12
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (30.06.) 3.995 4.236 6
Steel Americas in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 504 413 – 18
Umsatz Mio € 429 543 27
EBIT Mio € – 190 – 263 – 38
EBIT-Marge %
Bereinigtes EBIT Mio € – 190 – 262 – 38
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (30.06.) 3.995 4.236 6

Die Business Area Steel Americas erschließt mit ihren Stahl- und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA den NAFTA-Markt für Premium-Flachstahlprodukte. Derzeit werden ergebnisoffen strategische Optionen für die Business Area geprüft (s. Kapitel „Strategische Weiterentwicklung des Konzerns“).

Marktposition gestärkt

Steel Americas hat in den ersten 9 Monaten 2011/2012 in einem schwierigen Geschäftsumfeld Fortschritte bei der Entwicklung des Kunden- und Produktmix gemacht. In der Rohrband-, Land- und Baumaschinenindustrie konnten wir weitere Kunden gewinnen und haben insbesondere in den Bereichen Automobil- und Rohrindustrie zahlreiche Produkte zur Zertifizierung bei allen großen Kunden eingereicht sowie bereits erste Zulassungen erhalten. Mit einem Auftragseingang von 1,6 Mrd € und einem Umsatz von 1,6 Mrd € in den ersten 9 Monaten 2011/2012 wurden die Vorjahreswerte deutlich übertroffen. Insgesamt sind auf dem nordamerikanischen Markt über 2,0 Mio t Flachstahl abgesetzt worden.

Schwieriges Geschäftsumfeld und Hochlauf belasten EBIT

In den ersten 9 Monaten 2011/2012 erzielte Steel Americas mit −781 Mio € einen um 106 Mio € geringeren Verlust als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für das negative EBIT war das schwierige Geschäftsumfeld im nordamerikanischen Markt mit einem unbefriedigenden Preisniveau vor allem im anlaufbedingt besonders wichtigen Service-Center-Geschäft. Nachteilig für die Stahlpreise wirkte sich auch der Rückgang des Schrottpreises aus, der zuletzt allerdings Anzeichen einer Stabilisierung aufwies. Weiterhin belasteten erhebliche Kosten durch hohen spezifischen Reduktionsmittelverbrauch infolge der noch nicht effizienten Auslastung der Hochöfen bzw. ungeplanter Stillstände.

Produktionsanlauf weiter vorangetrieben – Batterie C der Kokerei in planmäßigem Betrieb

Im Berichtszeitraum wurden im Hüttenwerk bei Rio de Janeiro rund 2,5 Mio t Brammen produziert und an das US-Weiterverarbeitungswerk und Steel Europe geliefert. Mit der Batterie C der Kokerei ging das letzte zentrale Aggregat am Standort in Brasilien erfolgreich in Betrieb. Damit kann der technische Hochlauf bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen und anschließend die Optimierungsphase eingeleitet werden. In den USA wird die letzte Feuerverzinkungsanlage in Abhängigkeit von der Marktnachfrage den Betrieb aufnehmen.

Bewertungsrisiken

Mit Beschluss des Vorstands der ThyssenKrupp AG im Mai 2012, für die Business Area Steel Americas strategische Optionen in alle Richtungen zu überprüfen, liegt ein sogenanntes triggering event gemäß IAS 36 im 3. Quartal des Geschäftsjahres vor, das eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Buchwerte der Business Area notwendig macht. Die zu überprüfenden Buchwerte beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 7.866 Mio €; davon entfallen 6.871 Mio € auf Sachanlagen.

Entsprechend den möglichen strategischen Optionen werden derzeit die jeweiligen Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Unsere zurzeit vorliegende beste Schätzung lässt den Schluss zu, dass die Buchwerte der Business Area Steel Americas nach heutigem Stand im Wesentlichen durch den Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gedeckt sein könnten. Auf dieser Grundlage wurden in diesem Zwischenabschluss keine Bewertungsmaßnahmen aus einem Impairment-Test nach IAS 36 bezüglich der Business Area Steel Americas vorgenommen. Es ist nicht auszuschließen, dass im Fortgang des Prozesses, beispielsweise bei einem Verkauf, die Buchwerte der Business Area nicht vollständig realisiert werden können.

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MATERIALS SERVICES

Materials Services in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 11.150 10.009 – 10
Umsatz Mio € 10.995 9.922 – 10
EBIT Mio € 397 72 – 82
EBIT-Marge % 3,6 0,7
Bereinigtes EBIT Mio € 397 222 – 44
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,6 2,2
Mitarbeiter (30.06.) 35.440 27.945 – 21
Materials Services in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 3.973 3.235 – 19
Umsatz Mio € 3.980 3.369 – 15
EBIT Mio € 149 – 42 --
EBIT-Marge % 3,7 – 1,2
Bereinigtes EBIT Mio € 149 92 – 38
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,7 2,7
Mitarbeiter (30.06.) 35.440 27.945 – 21

Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert.

Schwache Nachfrage, Preis- und Margendruck verstärkt

Materials Services erreichte in den ersten 9 Monaten 2011/2012 einen Umsatz von 9,9 Mrd €, 10 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Vergleichbar gerechnet, ohne die im 1. Quartal veräußerte Xervon-Gruppe, belief sich der Rückgang auf 6 %.

Die schwache Marktverfassung hat die Nachfrage nach metallischen Werkstoffen zurückgehen lassen. Mit Ausnahme des Nordamerika-Geschäfts waren davon sämtliche Bereiche und Regionen erfasst. So bewegte sich der Lagerabsatz mit metallischen Werkstoffen in Osteuropa in den letzten Monaten unter dem des Vorjahres. Von der Nachfrageschwäche war besonders das Walzstahl- und Röhrengeschäft betroffen. Der seit Mitte letzten Jahres registrierte Rückgang der Preise und Margen setzte sich unvermindert fort. Neben dem Lagergeschäft betraf dies auch das internationale Strecken- und Projektgeschäft, insbesondere in Europa. Die Kunststoffaktivitäten entwickelten sich ähnlich schwach wie das Geschäft mit metallischen Werkstoffen. Dies galt nicht nur für den südeuropäischen Markt, sondern auch für Deutschland und die meisten westeuropäischen Länder. Unverändert positiv verlief das Werkstoff- und Logistikgeschäft mit der Luftfahrtindustrie; hier konnte der Umsatz deutlich ausgeweitet werden.

Der Absatz von metallurgischen Rohstoffen litt vor allem unter der eingeschränkten Produktion in der Stahlindustrie. Besonders deutlich war der Rückgang bei Koks; der Preisverfall war hier noch stärker als bei den Werkstoffen. Auch bei den stahlwerksnahen Dienstleistungen machte sich die rückläufige Beschäftigung in der Stahlindustrie bemerkbar.

EBIT durch Sondereffekte massiv belastet

Das EBIT von Materials Services ist in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres von 397 Mio € auf 72 Mio € zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund hierfür waren die im 3. Quartal verhängte Buße des Kartellamts in Höhe von 103 Mio € sowie Rückstellungen von 30 Mio € im Zusammenhang mit dem Schienen-Kartellverfahren. Darüber hinaus haben sich der starke Preis- und Wettbewerbsdruck im Werkstoff-Geschäft sowie die massiven Umsatzeinbußen in der Rohstoffdistribution negativ ausgewirkt. Das Bereinigte EBIT erreichte 222 Mio €; die entsprechende EBIT-Marge ging von 3,6 % auf 2,2 % zurück.

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ELEVATOR TECHNOLOGY

Elevator Technology in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 3.984 4.582 15
Umsatz Mio € 3.864 4.099 6
EBIT Mio € 469 365 – 22
EBIT-Marge % 12,1 8,9
Bereinigtes EBIT Mio € 469 421 – 10
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,1 10,3
Mitarbeiter (30.06.) 45.603 46.656 2
Elevator Technology in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.320 1.575 19
Umsatz Mio € 1.298 1.429 10
EBIT Mio € 151 134 – 11
EBIT-Marge % 11,6 9,4
Bereinigtes EBIT Mio € 151 147 – 3
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,6 10,3
Mitarbeiter (30.06.) 45.603 46.656 2

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Rekordwert beim Auftragseingang, deutliche Steigerung beim Umsatz

Elevator Technology setzte in den ersten 9 Monaten 2011/2012 die erfolgreiche Geschäftsentwicklung fort. Beim Auftragseingang wurde erneut ein Rekordwert erzielt. Auch der Umsatz konnte deutlich gesteigert werden.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Auftragseingang um 15 % auf 4,6 Mrd €. Die positive Entwicklung wurde sowohl vom Neuinstallations- als auch vom Wartungs- und Modernisierungsgeschäft getragen. Vor allem auf dem chinesischen und dem US-amerikanischen Markt hat Elevator Technology das Geschäftsvolumen, insbesondere mit Neuanlagen, deutlich ausgebaut. Die europäischen Aktivitäten zeigten insgesamt ein stabiles Niveau.

Der Umsatz von Elevator Technology nahm um 6 % auf 4,1 Mrd € zu. Das Servicevolumen wurde kontinuierlich ausgeweitet; auch das Modernisierungs- und Neuinstallationsgeschäft hat sich erfreulich entwickelt. Umsatzrückgänge in Südeuropa konnten durch das sehr positive Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum und in den USA mehr als ausgeglichen werden.

Bereinigtes EBIT von 421 Mio €

Im Berichtszeitraum erzielte Elevator Technology ein EBIT von 365 Mio € nach 469 Mio € im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte, im wesentlichen Aufwand für Restrukturierungsmaßnahmen, bereinigte Ergebnis lag bei 421 Mio €. Die Bereinigte-EBIT-Marge betrug 10,3 %. Die Ergebnis- und Margenentwicklung war durch die anhaltend schwierigen Marktbedingungen in Südeuropa sowie durch einen höheren Anteil an Neuinstallationen beeinflusst. Verglichen mit dem Vorquartal konnte das EBIT im 3. Quartal um 16 Mio € gesteigert werden.

Wachstums- und Investitionsprogramm beschlossen

Um die Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology auch in Zukunft zu sichern, wurde im 3. Quartal ein umfangreiches Wachstums- und Investitionsprogramm für den Standort Neuhausen beschlossen. Neben der Modernisierung der Produktionsstätten und der Optimierung der Prozesse wird ein neues Technologie- und Kundenzentrum errichtet.

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PLANT TECHNOLOGY

Plant Technology in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 3.009 2.637 – 12
Umsatz Mio € 2.809 2.953 5
EBIT Mio € 377 379 1
EBIT-Marge % 13,4 12,8
Bereinigtes EBIT Mio € 377 380 1
Bereinigte-EBIT-Marge % 13,4 12,9
Mitarbeiter (30.06.) 13.194 14.105 7
Plant Technology in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.097 832 – 24
Umsatz Mio € 943 1.027 9
EBIT Mio € 131 140 7
EBIT-Marge % 13,9 13,6
Bereinigtes EBIT Mio € 131 140 7
Bereinigte-EBIT-Marge % 13,9 13,6
Mitarbeiter (30.06.) 13.194 14.105 7

Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau mit hoher Innovationskraft. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Weiterhin gute Auftragslage und Umsatzentwicklung

Die Business Area hat sich in einem angespannten Marktumfeld wie dem Chemieanlagenbau gut behauptet. In den ersten 9 Monaten wurden neue Aufträge im Wert von 2,6 Mrd € gewonnen. Wegen der Verzögerung von Projekten in Nordafrika sowie der angespannten Lage an den Finanzmärkten und schwieriger Projektfinanzierungen konnte Plant Technology jedoch nicht an das hohe Vorjahresniveau anknüpfen werden. Erfreulich stark waren weiterhin Produktionssysteme für die Automobilindustrie als auch Produkte für den Bereich Minerals und Mining nachgefragt. So konnten unter anderem im Bereich Mining Liefer- und Serviceaufträge in Kasachstan gewonnen werden.

Plant Technology übertraf mit einem Umsatz von 3,0 Mrd € in den ersten 9 Monaten 2011/2012 den Vorjahreswert um 5 %.

Der hohe Auftragsbestand von 6,3 Mrd € zum 30. Juni 2012 sichert weiterhin eine gute Beschäftigung.

Ergebnis weiterhin auf hohem Niveau

Mit einem EBIT von 379 Mio € in den ersten 9 Monaten 2011/2012 wurde das hohe Niveau des Vorjahres wieder erreicht. Auch die EBIT-Marge von 12,8 % blieb nur leicht unter Vorjahresniveau.

Anlagenbau durch Unternehmenserwerb gestärkt

Plant Technology hat zum 02. Juli 2012 Energy & Power Global mit Sitz in London erworben. Energy & Power ist ein Ingenieurberatungsunternehmen mit weltweiten Kunden aus der Öl-, Gas- und Energiewirtschaft. Dieser Erwerb folgt der im Mai 2011 beschlossenen strategischen Weiterentwicklung und ist ein weiterer Schritt zum konsequenten Ausbau des Technologiegeschäfts. ThyssenKrupp stärkt damit den Anlagenbau im weltweiten Öl- und Gasgeschäft.

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COMPONENTS TECHNOLOGY

Components Technology in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 5.208 5.464 5
Umsatz Mio € 5.147 5.485 7
EBIT Mio € 382 756 98
EBIT-Marge % 7,4 13,8
Bereinigtes EBIT Mio € 382 365 – 4
Bereinigte-EBIT-Marge % 7,4 6,7
Mitarbeiter (30.06.) 31.049 27.775 – 11
Components Technology in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 1.811 1.828 1
Umsatz Mio € 1.779 1.852 4
EBIT Mio € 141 459 226
EBIT-Marge % 7,9 24,8
Bereinigtes EBIT Mio € 141 134 – 5
Bereinigte-EBIT-Marge % 7,9 7,2
Mitarbeiter (30.06.) 31.049 27.775 – 11

Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für den allgemeinen Maschinenbau, Baumaschinen und Windkraftanlagen. Im Automobilsektor liegen die Schwerpunkte unserer Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn, Stabilisatoren und Montage von Achsmodulen.

Auftragseingang und Umsatz gestiegen

Components Technology hat sich in den ersten 9 Monaten 2011/2012 weiterhin erfolgreich entwickelt. Trotz der Veräußerung des Chassis-Komponenten-Herstellers ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 5,5 Mrd €. Sowohl bei den Komponenten für PKW und Nutzfahrzeuge als auch bei den Anwendungen für den Baumaschinenbereich wurden Zuwächse erzielt. Die Dynamik im Bereich Windenergie hat wegen der fehlenden Netzanbindung und technischer Herausforderungen im Offshore-Bereich nachgelassen. Eine sehr positive Marktentwicklung zeigte weiterhin das US-Automobilgeschäft. In Brasilien dagegen entwickelte sich die PKW- und LKW-Nachfrage seit Anfang des Jahres schwächer. Entgegen einem sinkenden Automobilabsatz in Europa insgesamt profitierte die Business Area von der guten Geschäftsentwicklung wichtiger Kunden und der lebhaften Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment.

Der Umsatz folgte der positiven Auftragsentwicklung und lag mit 5,5 Mrd € um 7 % über dem Vorjahresniveau.

EBIT weiter gesteigert, Portfolio optimiert

Components Technology erzielte in den ersten 9 Monaten einen deutlichen EBIT-Anstieg auf 756 Mio €. Hierin enthalten sind positive Sondereffekte aus dem Verkauf von ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil sowie der US-amerikanischen Gießerei Waupaca. Beide Veräußerungen sind Teil der strategischen Weiterentwicklung von ThyssenKrupp zu einem diversifizierten Industriekonzern.

Das Bereinigte EBIT blieb mit 365 Mio € unter dem Wert des Vorjahres. Dies lag vor allem an einer rückläufigen Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich in China sowie an Anlaufkosten neuer Produkte und Werke. Die Bereinigte-EBIT-Marge betrug 6,7 %.

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MARINE SYSTEMS

Marine Systems in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.730 1.409 – 48
Umsatz Mio € 1.202 880 – 27
EBIT Mio € 192 – 32 --
EBIT-Marge % 16,0 – 3,6
Bereinigtes EBIT Mio € 192 140 – 27
Bereinigte-EBIT-Marge % 16,0 15,9
Mitarbeiter (30.06.) 5.398 3.781 – 30
Marine Systems in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.155 456 – 79
Umsatz Mio € 479 294 – 39
EBIT Mio € 62 23 – 63
EBIT-Marge % 12,9 7,8
Bereinigtes EBIT Mio € 62 23 – 63
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,9 7,8
Mitarbeiter (30.06.) 5.398 3.781 – 30

Nach erfolgreicher strategischer Neuausrichtung konzentriert sich die Business Area Marine Systems ausschließlich auf den Marineschiffbau. Zu den Kernaktivitäten der Business Area gehören die Entwicklung, der Bau sowie der Umbau von U-Booten und Marine-Überwasserschiffen sowie umfassende, damit verbundene Service-Leistungen.

Auftragseingang und Umsatz mit stabilem Aufwärtstrend

Das Marktumfeld im Marineschiffbau ist geprägt von der Notwendigkeit, internationale Seewege und Hoheitsgebiete zu schützen. Dies führte zu einer Nachfrage nach Fregatten und U-Booten in außereuropäischen Ländern. Der Auftragseingang von Marine Systems betrug in der Berichtszeit 1,4 Mrd €; im höheren Vorjahreswert war ein Großauftrag im Wert von rund 2,0 Mrd € enthalten. In der Berichtszeit wurde über einen weiteren Auftrag in vergleichbarer Größenordnung verhandelt; es bestehen gute Aussichten, diesen im 4. Quartal zu erhalten.

Marine Systems erzielte in den ersten 9 Monaten 2011/2012 einen Umsatz von 880 Mio €. Beim Vergleichswert des Vorjahres von 1.202 Mio € ist zu beachten, dass ab Februar 2012 die zivilen Aktivitäten nicht mehr enthalten sind und zudem im Vorjahr Einmaleffekte aus der vertraglichen Einigung mit Griechenland über eine Neuordnung der U-Boot-Aufträge den Umsatz maßgeblich beeinflusst haben.

Im Verlauf der ersten 9 Monate 2011/2012 konnte der Auftragsbestand weiter aufgestockt werden; er stieg zum 30. Juni 2012 auf 7,0 Mrd €.

Bereinigtes Ergebnis auf gutem Niveau

Das EBIT von Marine Systems lag mit −32 Mio € unter dem Vorjahreswert von 192 Mio €. Allerdings belasteten in der Berichtszeit Sondereffekte in Höhe von 172 Mio € das Ergebnis; sie betrafen Wertberichtigungen insbesondere auf den Firmenwert, die beim Verkauf der zivilen Schiffbauaktivitäten anfielen. Das Bereinigte EBIT erreichte mit 140 Mio € ein weiterhin gutes Niveau, und die Bereinigte-EBIT-Marge lag bei 15,9 % nach 16,0 % im Vorjahr.

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BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, lag in der Berichtszeit mit 106 Mio € über dem Vorjahreswert von 96 Mio €.

Das EBIT betrug −324 Mio € nach −319 Mio € im Vorjahreszeitraum und liegt somit auf dem Niveau des Vorjahres. Das Bereinigte EBIT belief sich auf −328 Mio € nach −298 Mio € in den ersten 9 Monaten des letzten Geschäftsjahres.

STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)

Stainless Global in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang* Mio € 4.633 4.281 – 8
Umsatz* Mio € 5.047 4.812 – 5
EBIT Mio € 66 – 769 --
EBIT-Marge % 1,3 – 16,0
Bereinigtes EBIT Mio € 66 – 58 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 – 1,2
Mitarbeiter (30.06.) 11.339 11.806 4

* einschließlich konzerninterne Auftragseingänge / Umsätze

Stainless Global in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang* Mio € 1.360 1.291 – 5
Umsatz* Mio € 1.586 1.606 1
EBIT Mio € 0 – 145
EBIT-Marge % 0,0 – 9,0
Bereinigtes EBIT Mio € 0 – 21
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,0 – 1,3
Mitarbeiter (30.06.) 11.339 11.806 4

*einschließlich konzerninterne Auftragseingänge / Umsätze

Die nicht fortgeführte Aktivität Stainless Global produziert anspruchsvolle Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukte sowie Hochleistungswerkstoffe wie Nickellegierungen, Titan und Zirkonium.

Auftragseingang und Umsatz rückläufig

Die Geschäftsentwicklung von Stainless Global war durch rückläufige Preise bei wichtigen Rohstoffen wie Nickel belastet. Wegen der niedrigeren Rohstoffpreise gaben die Legierungszuschläge nach und der wertmäßige Auftragseingang fiel um 8 % auf 4,3 Mrd €, obwohl der mengenmäßige Auftragseingang um 5 % auf 1,6 Mio t anzog. Die Produktion von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten betrug 1,8 Mio t und von Hochleistungswerkstoffen rund 32.000 t. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Preisniveau der Hochleistungswerkstoffe um ein Vielfaches höher liegt als das der Edelstahl-Rostfrei-Produkte.

Die Gesamtlieferungen lagen mit 1,6 Mio t um 4 % über dem Niveau des Vorjahres. Wegen des insgesamt niedrigeren Preisniveaus und der gesunkenen Legierungszuschläge verringerte sich der Umsatz dennoch um 5 % auf 4,8 Mrd €.

EBIT unter Vorjahresniveau

Nach weiteren Anpassungen des Zeitwertes um 59 Mio €, die im Zusammenhang mit der Trennung von Stainless Global stehen, hat sich das EBIT von 66 Mio € in den ersten 9 Monaten des Vorjahres auf −769 Mio € verringert, die EBIT-Marge von 1,3 % auf −16,0 %. Darüber hinaus wurde die insgesamt schwächere Ergebnissituation durch das nach wie vor schwierige Marktumfeld bei Edelstahl-Flachprodukten und den damit verbundenen Preisdruck belastet. Effekte aus dem gesunkenen Nickelpreis sowie Restrukturierungsrückstellungen von 63 Mio € im Zusammenhang mit der geplanten Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und der Schließung des Stahlwerkes in Krefeld wirkten sich zudem negativ aus. Das Ergebnis beinhaltet auch Verluste von 136 Mio € des im Anlauf befindlichen neuen Edelstahlwerkes in den USA; hierin sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von 24 Mio € enthalten, die nicht Bestandteil des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten sind. Die Hochleistungswerkstoffe profitierten hingegen von der weiterhin stabilen Marktlage bei Nickellegierungen. Außerdem werden mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben. In den ersten 9 Monaten 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen in Höhe von 143 Mio € entfallen. Hingegen wurden außerplanmäßige Abschreibungen, vorwiegend für den Standort Krefeld, von 47 Mio € vorgenommen.

Edelstahlwerk in den USA im Plan

Am US-Standort Calvert schreiten die Bauarbeiten sowie der Hochlauf der in Betrieb genommenen Anlagen weiterhin planmäßig voran. Der Hochlauf der Warmbandglüh- und -beizlinie im Kaltwalzbereich ist fast abgeschlossen. Die Bauarbeiten für das Stahlwerk mit einer Jahreskapazität von bis zu 1 Mio t verlaufen ebenfalls planmäßig; der Produktionsbeginn soll im Dezember 2012 erfolgen. Bis zum Hochlauf des Stahlwerkes wird der Standort weiterhin mit Warmband bzw. Brammen aus den europäischen Werken versorgt.

ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global

ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global in Zahlen 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang* Mio € 38.228 35.630 – 7
Umsatz* Mio € 36.487 35.409 – 3
EBITDA Mio € 2.560 1.409 – 45
EBIT Mio € 1.315 – 434 --
EBIT-Marge % 3,6 – 1,2
Bereinigtes EBIT Mio € 1.336 278 – 79
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,7 0,8
EBT Mio € 904 – 927 --
Bereinigtes EBT Mio € 925 – 215 --
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) Mio € 626 – 938 --
Ergebnis je Aktie 1,35 – 1,82 --
Operating Cash-Flow Mio € – 805 – 848 – 5
Free Cash-Flow Mio € – 2.608 – 1.586 39
Mitarbeiter (30.06.) 182.425 167.394 – 8

*einschließlich konzerninterne Auftragseingänge / Umsätze

ThyssenKrupp einschließlich Stainless Global in Zahlen 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012 Veränderung

in %
Auftragseingang* Mio € 14.120 11.362 – 20
Umsatz* Mio € 12.851 12.116 – 6
EBITDA Mio € 983 573 – 42
EBIT Mio € 545 151 – 72
EBIT-Marge % 4,2 1,2
Bereinigtes EBIT Mio € 566 101 – 82
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,4 0,8
EBT Mio € 407 – 12 --
Bereinigtes EBT Mio € 428 – 62 --
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) Mio € 212 109 – 49
Ergebnis je Aktie 0,46 0,21 – 54
Operating Cash-Flow Mio € 709 871 23
Free Cash-Flow Mio € 198 889 349
Mitarbeiter (30.06.) 182.425 167.394 – 8

*einschließlich konzerninterne Auftragseingänge / Umsätze

Einschließlich Stainless Global lagen der Auftragseingang des Konzerns mit 35,6 Mrd € und der Umsatz mit 35,4 Mrd € um 7 % bzw. 3 % unter dem Vorjahresniveau. Das EBIT des Konzerns betrug −434 Mio € nach 1.315 Mio € im Vorjahr. Entsprechend fiel die EBIT-Marge von 3,6 % auf −1,2 %.

THYSSENKRUPP AKTIE

Die Schuldenkrise in Europa und die damit verbundenen unsicheren gesamtwirtschaftlichen Erwartungen waren maßgebliche Einflussfaktoren für die Entwicklung der Aktienmärkte im Berichtszeitraum.

Während die ThyssenKrupp Aktie, die an der Börse als frühzyklischer Wert eingeordnet wird, im 1. Quartal 2011/2012 noch von Anzeichen zur Lösung der Schuldenkrise und damit verbundenen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung profitieren konnte, war die Kursentwicklung im 2. und 3. Quartal ganz wesentlich von der zunehmenden Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes geprägt. Hinzu kam, dass bei der Ergebnisentwicklung von Steel Americas keine substanzielle Verbesserung eintrat. Diese Einflussfaktoren überlagerten vollständig die erheblichen Fortschritte, die ThyssenKrupp bei der Umsetzung der Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung erzielte; diese wird von internationalen Investoren sehr positiv bewertet.

Daraufhin entkoppelte sich die Aktie von der Entwicklung der Vergleichsindizes DAX und DJ STOXX: Nach dem Höchststand bei 22,86 € am 09. Februar 2012 notierte sie am 29. Juni 2012 bei 12,84 € und damit rund 30 % niedriger als am 30. September 2011. Die Indizes DAX und DJ STOXX konnten sich dagegen im gleichen Zeitraum um 16 % bzw. 14 % verbessern.

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Mitarbeiteraktienprogramm 2012

Im Frühjahr 2012 erhielten rund 71.000 Mitarbeiter in den deutschen Konzernunternehmen erneut die Gelegenheit, ThyssenKrupp Aktien zu Sonderkonditionen zu erwerben. Die Beteiligung an diesem Programm erreichte dabei mit 60 % einen neuen Spitzenwert. Auch an den vergangenen Aktionen, zwischen 2001 und 2011, hatte sich bereits jeder zweite Mitarbeiter beteiligt.

Insgesamt wurden diesmal ca. 634.000 Aktien an die Mitarbeiter ausgegeben. Bei einem Kurs von 17,21 € je Aktie konnte jeder Mitarbeiter fünfzehn Aktien erwerben. Das Angebot erfolgte nach dem sogenannten 50/50-Modell: Hierbei erwirbt der Mitarbeiter ThyssenKrupp Aktien im Wert von bis zu 270 € und erhält vom Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe von 50 %, also bis zu 135 €. Der 50%ige Arbeitgeberzuschuss ist nach deutschem Recht (§ 3 Nr. 39 EStG) steuer- und sozialversicherungsfrei.

Neben dem Programm in Deutschland existieren auch Mitarbeiteraktienprogramme in Frankreich, Spanien und Großbritannien, die den jeweiligen nationalen Rahmenbedingungen angepasst sind.

INNOVATIONEN

Neues TechCenter Carbon Composites stärkt Materialkompetenz

Um die Materialkompetenz im intelligenten Leichtbau zu stärken, hat ThyssenKrupp im 3. Quartal 2011/2012 das TechCenter Carbon Composites in Dresden eröffnet. Das neue Entwicklungscenter wird die Kompetenzen des Konzerns im Bereich faserverstärkte Kunststoffe ausbauen sowie konzernweite Projekte in allen Business Areas vernetzen und unterstützen. Mit dem Einsatz karbonfaserverstärkter Kunststoffe eröffnen sich neue erfolgversprechende Einsatzfelder – etwa durch Multi-Material-Design in Kombination mit innovativen Stahllösungen. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird der Konzern dafür in Dresden Kapazitäten und Versuchsanlagen aufbauen, mit denen sich die Auslegung, Simulation und Fertigung von Bauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen untersuchen lassen. Die neuen Werkstoffe können sowohl für den automobilen Leichtbau als auch für industrielle Anwendungen eingesetzt werden. Schon seit Jahren liefert ThyssenKrupp mit hochfesten Stählen und Sandwich-Verbundwerkstoffen wesentliche Beiträge für ressourcenschonende Mobilität.

Hochwertige Elektrobandstähle für Solar-Sportwagen

Zusammen mit der Hochschule Bochum entwickeln ThyssenKrupp Ingenieure gegenwärtig einen neuartigen Motor für einen Sportwagen als Solarfahrzeug. Der Einsatz hochwertiger Elektrobandstähle soll die Effizienz weiter steigern, um mit möglichst wenig Energie auszukommen. Bereits heute werden die weichmagnetischen Elektrobandstähle der Business Area Steel Europe in vielen Antriebsmotoren von Hybrid- und Elektrofahrzeugen eingesetzt. Die Kooperation mit der Hochschule ist eine ideale Plattform, um das Zusammenspiel zwischen Leistungselektronik und Elektroband als Werkstoff für den Elektromotorkern zu untersuchen und die vielfältigen Einflussgrößen auf die Gesamtleistung des Fahrzeugs zu bewerten. Erstmals sollen dabei Antriebsmotoren mit Elektrobandkernen in alle vier Räder eingebaut werden. Im Mai 2013 will ein Team von Studierenden den Sportwagen der Öffentlichkeit präsentieren. Der Härtetest folgt in Australien bei der Weltmeisterschaft der Solarmobile im Oktober 2013: 3.000 km von Norden nach Süden durch den Kontinent – nur mit der Energie der Sonne.

MITARBEITER

ThyssenKrupp beschäftigte am 30. Juni 2012 in den fortgeführten Aktivitäten 155.588 Mitarbeiter, 15.498 oder 9,1 % weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war auf Restrukturierungsmaßnahmen sowie insbesondere auf Unternehmensverkäufe im Rahmen der strategischen Portfoliooptimierung zurückzuführen und betraf die Business Areas Steel Europe, Materials Services, Components Technology sowie Marine Systems. Hingegen haben Steel Americas, Elevator Technology und Plant Technology neue Mitarbeiter eingestellt.

Gegenüber dem 30. September 2011 verminderte sich die Mitarbeiterzahl um 12.972 oder 7,7 %. In Deutschland ging sie um 5.394 oder 8,5 % auf 57.817 zurück; der Anteil an der Gesamtbelegschaft betrug damit 37 %.

In den übrigen Ländern waren Ende Juni 2012 insgesamt 97.771 Mitarbeiter beschäftigt, 7.578 oder 7,2 % weniger als am 30. September 2011. 21 % aller Mitarbeiter hatten ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13 % im NAFTA-Raum, 14 % in Südamerika, 14 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1 % in den übrigen Regionen.

Einschließlich Stainless Global beschäftigte ThyssenKrupp Ende Juni 2012 weltweit 167.394 Mitarbeiter, 15.031 oder 8,2 % weniger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2011 hat sich diese Belegschaftszahl damit um 12.656 oder 7,0 % vermindert.

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Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen Auftragseingänge hat die Business Area Steel Europe ab August 2012 Kurzarbeit eingeführt. Sie betrifft zunächst fünf Standorte. In den vergangenen Wochen war die schwächere Auslastung der Werke zunächst über Instrumente wie flexible Arbeitszeitkonten, Urlaubskonten und Reparaturschichten abgefangen worden. Gemeinsam mit den Betriebsräten wird die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen während der Kurzarbeit geprüft.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente” und enthält auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für den Berichtszeitraum sowie für den entsprechenden Vorjahreszeitraum die Aktivitäten von Stainless Global.

In den ersten 9 Monaten 2011/2012 ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 848 Mio €, im Vorjahr waren es 805 Mio €. Der Mittelabfluss der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich um 130 Mio € auf 526 Mio €. Eine wesentliche Ursache dafür war das um 783 Mio € verminderte Periodenergebnis vor Abschreibungen und Zuschreibungen sowie vor latenten Steuern; darüber hinaus ergab sich eine um 419 Mio € höhere Rücknahme von Gewinnen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte, die insbesondere Gewinne aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften im Berichtszeitraum betraf. Gegenläufig wirkten eine um 859 Mio € niedrigere Mittelbindung in den operativen Aktiva und Passiva sowie Einzahlungen durch Umstellung der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 168 Mio € im 3. Quartal 2011/2012. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich der Operating Cash-Flow um 87 Mio € auf −322 Mio € .

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um 1.065 Mio € auf 738 Mio € zurück. Bei den fortgeführten Aktivitäten waren es 1.174 Mio € weniger. Wesentliche Ursachen hierfür waren die um 613 Mio € niedrigeren Investitionen in Sachanlagen sowie die um 675 Mio € höheren Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Unternehmen – hauptsächlich der Xervon-Gruppe, der brasilianischen Automotive-Systems-Aktivitäten sowie der US-amerikanischen Gießerei Waupaca. Bei den nicht fortgeführten Aktivitäten stieg der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit um 109 Mio €; Grund waren vor allem höhere Investitionen in Sachanlagen.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, war sowohl bei den fortgeführten Aktivitäten als auch bei den nicht fortgeführten Aktivitäten negativ; die fortgeführten Aktivitäten verzeichneten jedoch eine deutliche Verbesserung um 1.044 Mio € gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt betrug der Free Cash-Flow im Berichtszeitraum −1.586 Mio €.

Aus der Finanzierungstätigkeit flossen den fortgeführten Aktivitäten 498 Mio € zu, 265 Mio € mehr als im Vorjahr. Diese Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Effekten. Zum einen wurden per Saldo 777 Mio € mehr Finanzschulden aufgenommen. Zum anderen flossen aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 162 Mio € ab, nach einem Mittelzufluss von 253 Mio € im Vorjahr. Aus der Veränderung ergab sich ein Mittelabfluss von 415 Mio €; er betraf insbesondere die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie die Weiterleitung von Zahlungseingängen von Kunden für bereits verkaufte Forderungen an die Factoring-Gesellschaft im Berichtszeitraum. Weiterhin verminderte sich der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf Grund höherer Dividendenzahlungen. Hinzu kamen geringere Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile; im Vorjahr wurden hier Einzahlungen von Vale S.A. in das Eigenkapital der ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlántico Ltda. erfasst. Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten von 566 Mio € war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu unverändert; sowohl im Berichtszeitraum als auch im entsprechenden Vorjahreszeitraum betraf die Finanzierungstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten vor allem die Einbindung von Stainless Global in die Konzernfinanzierung. Insgesamt erhöhte sich der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit um 261 Mio € auf 1.064 Mio €.

Analyse der Bilanzstruktur

Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2011 um 315 Mio € auf 43.918 Mio €. Hierin ist eine umrechnungsbedingte Erhöhung um 1.296 Mio € enthalten, die insbesondere die Kursentwicklung des US-Dollar betraf.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um insgesamt 705 Mio €; allein Wechselkurseinflüsse führten zu einer Zunahme um 735 Mio €. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um 188 Mio € betraf neben höheren Firmenwerten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben in den Business Areas Elevator Technology und Plant Technology hauptsächlich Wechselkurseffekte. Der Anstieg der Sachanlagen um 300 Mio € resultierte mit 530 Mio € vor allem aus der Währungsumrechnung; gegenläufig wirkte im Wesentlichen die Entkonsolidierung der US-amerikanischen Gießerei Waupaca. Die aktiven latenten Steuern nahmen um 213 Mio € zu; ursächlich war neben Effekten aus der Währungsumrechnung insbesondere der Aufbau steuerlich nutzbarer Verluste im In- und Ausland.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich insgesamt um 390 Mio €. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse, die zu einer Zunahme von 560 Mio € führten, ergab sich jedoch ein Rückgang um 950 Mio €.

Die Vorräte lagen mit 8.187 Mio € zum 30. Juni 2012 um 82 Mio € über dem Wert vom 30. September 2011. Dieser Anstieg betraf insbesondere Effekte aus der Währungsumrechnung.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 623 Mio €. Neben Wechselkurseffekten, die eine Zunahme um 124 Mio € bewirkten, trugen insbesondere der Hochlauf der neuen Stahlwerke sowie eine erhöhte Anarbeitung bei Fertigungsaufträgen zu dieser Entwicklung bei.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte verminderten sich um 177 Mio €, bedingt im Wesentlichen durch die Derivatebilanzierung. Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 373 Mio €; Ursachen waren insbesondere gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern sowie erhöhte Vorauszahlungen für die Beschaffung von Vorräten.

Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 170 Mio € resultierte in erster Linie aus dem im Berichtszeitraum hohen negativen Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten von −988 Mio €; gegenläufig wirkte hauptsächlich die Platzierung einer neuen Anleihe mit einem Volumen von 1.250 Mio € im Februar 2012.

Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich um 1.158 Mio € auf 4.603 Mio € – vor allem durch den Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (620 Mio €) in der Business Area Marine Systems im 2. Quartal 2011/2012 sowie die Verkäufe der Xervon-Gruppe in der Business Area Materials Services (451 Mio €) und der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe in der Business Area Steel Europe (65 Mio €) im November 2011. Darüber hinaus ergab sich bei Stainless Global insgesamt ein Rückgang um 22 Mio €; Erhöhungen als Folge der weiterlaufenden Geschäftstätigkeit standen Abwertungsaufwendungen von 574 Mio € auf Basis des Vertrags mit Outokumpu gegenüber.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. Juni 2012 im Vergleich zum 30. September 2011 um 1.294 Mio € auf 9.088 Mio €. Wesentliche Faktoren waren der Periodenfehlbetrag von 980 Mio €, Dividendenzahlungen von 284 Mio € sowie die im Sonstigen Ergebnis berücksichtigten versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (500 Mio € nach Steuern). Kompensierend wirkten vor allem die im Sonstigen Ergebnis erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung (470 Mio €).

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 344 Mio €. Dieser Anstieg enthielt mit 556 Mio € eine Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die neben einem wechselkursbedingten Anstieg mit 757 Mio € insbesondere auf die im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. Juni 2012 berücksichtigten aktualisierten Zinssätze zurückzuführen war; gegenläufig wirkten hauptsächlich der Verkauf der US-amerikanischen Gießerei Waupaca sowie Plananpassungen. Die Abnahme der passiven latenten Steuern um 202 Mio € war insbesondere auf zusätzliche Saldierungsmöglichkeiten mit den angestiegenen aktiven latenten Ertragsteuern zurückzuführen. Darüber hinaus verminderten sich die langfristigen Finanzschulden insgesamt um 103 Mio €. Einer Erhöhung bei den Anleihen aus der oben erwähnten Anleiheemission im Februar 2012 standen um 190 Mio € niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gegenüber. Weitere Abnahmen resultierten insbesondere aus Umgliederungen in die kurzfristigen Finanzschulden. Diese Umgliederungen betrafen mit 1.002 Mio € eine im Februar 2013 zu tilgende Anleihe sowie mit 249 Mio € im April 2013 fällige Schuldscheindarlehen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 1.265 Mio €; allein der wechselkursbedingte Anstieg belief sich auf 376 Mio €.

Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 227 Mio € betraf insbesondere die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen, Rückstellungen für Absatz-, Prozess- und Finanzierungsrisiken sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionsrechten. Die kurzfristigen Finanzschulden erhöhten sich um 2.122 Mio €; hauptverantwortlich hierfür waren mit 872 Mio € die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie mit 1.251 Mio € die angesprochenen Umgliederungen einer Anleihe sowie von Schuldscheindarlehen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 506 Mio € zurück; dazu trugen sämtliche fortgeführten Aktivitäten bei. In der Business Area Components Technology war insbesondere der Verkauf der US-amerikanischen Gießerei Waupaca für den Rückgang verantwortlich.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten nahmen um 332 Mio € ab, vor allem durch die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie die Derivatebilanzierung. Der Anstieg der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 994 Mio € war neben Wechselkurseffekten hauptsächlich durch erhöhte Kundenanzahlungen bedingt.

Die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten gingen um 724 Mio € auf 2.500 Mio € zurück, in erster Linie wegen der bereits erwähnten Verkäufe der Xervon-Gruppe (397 Mio €) sowie der zivilen Bereiche von Blohm + Voss (325 Mio €).

NACHTRAGSBERICHT

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN CHANCEN UND RISIKEN

Weltwirtschaftswachstum weiter schwach

Die weltwirtschaftliche Entwicklung bleibt auch im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich äußerst schwach. Ausschlaggebend dafür sind die anhaltende Schuldenkrise in einigen Industrieländern und das langsamere Wachstum in den Schwellenländern. Nach einem Anstieg von 3,3 % im Vorjahr dürfte das globale Wirtschaftswachstum 2012 auf unter 3 % fallen. Dabei sollten die Schwellenländer insgesamt um 5,2 % expandieren, die Industrieländer dagegen nur um 1,4 %. Für 2013 rechnen wir mit einer etwas stärkeren Konjunkturdynamik.

Hohe Staatsschulden, Sparzwänge der öffentlichen Haushalte und zurückhaltende Unternehmensinvestitionen führen im Euro-Raum 2012 zu einem Rückgang des BIP um 0,6 %. Von einer Rezession sind insbesondere die südeuropäischen Länder betroffen. In Deutschland wird dagegen angesichts der guten Arbeitsmarktlage und eines steigenden privaten Konsums ein wirtschaftliches Wachstum von 0,5 % erwartet.

In den USA könnte sich 2012 das gesamtwirtschaftliche Wachstum auf gut 2 % erhöhen. Positive Impulse kommen vor allem vom privaten Konsum und den Unternehmensinvestitionen. In Japan wird der Aufholprozess nach der Naturkatastrophe im Vorjahr zu einer Expansion von 2,4 % führen.

In vielen Schwellenländern hat sich die bislang hohe Wachstumsdynamik merklich abgeschwächt. Dennoch bleiben die großen BRIC-Länder auch 2012 eine Stütze der Weltkonjunktur: Für China wird ein BIP-Zuwachs von 7,8 % erwartet, für Indien 6,6 %. Geringere Zuwachsraten werden voraussichtlich Russland und insbesondere Brasilien aufweisen.

Industriekonjunktur durchwachsen

Qualitätsflachstahl – Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben sich die kurz- bis mittelfristigen Perspektiven für die Stahlmärkte weiter eingetrübt. Das globale Wachstum der Walzstahlnachfrage wird in diesem Jahr voraussichtlich nur noch 3 % betragen. Insbesondere für den europäischen Markt muss gegenwärtig von einem Rückgang der Stahlnachfrage um etwa 5 % ausgegangen werden. Eine deutliche Belebung der Nachfrage nach der Sommerpause ist kaum zu erwarten. In Deutschland dürfte die Stahlmarktversorgung um rund 4 % fallen. Für den US-Stahlmarkt wird im weiteren Verlauf des Jahres bei unsicherer Preisentwicklung eine stagnierende Entwicklung erwartet. In den meisten Schwellenländern wird die Stahlnachfrage weiter zunehmen; für den chinesischen Markt rechnen wir unverändert mit einem Plus von etwa 4 %.

Automobilbau – Der globale Automobilmarkt wird auch 2012 wachsen. Weltweit dürften 78,3 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge produziert werden, wie etwa 6 % mehr als im Jahr zuvor. In den USA könnte die Produktion um weitere 12 % zulegen, und in Japan wird der Nachholbedarf ein Plus von voraussichtlich 15 % zur Folge haben. In China vermindert sich das Wachstum auf 9 %. Die westeuropäische Automobilindustrie wird wahrscheinlich die Stückzahl von 2011 um 6 % verfehlen. In Deutschland bleibt das Produktionsniveau stabil; auf Grund statistischer Änderungen wird aber ein Minus von 4 % ausgewiesen.

Maschinenbau – Die Branche wird 2012 das sehr hohe Expansionstempo des Vorjahres nicht fortsetzen können, denn mehrere Länder zeigen eine verhaltene Investitionsneigung. In den USA könnte sich das Wachstum auf 6 % verlangsamen, in China auf 12 %. In Japan steigt die Produktion voraussichtlich um 2 %. Für Deutschland wird eine Stabilisierung auf dem hohen Niveau des Vorjahres prognostiziert.

Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft bleibt auch 2012 regional gespalten. In Westeuropa wird sie über eine Stagnation kaum hinauskommen; günstiger sind die Perspektiven für einige mittel- und osteuropäische Länder. Die US-Bauindustrie kann sich leicht erholen. Relativ kräftig bleibt die Baukonjunktur weiterhin in Indien und China mit Wachstumsraten von 6 % bzw. 9 %.

Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten 2011 2012*
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t
Welt 1.373 1.422
Deutschland 40,7 40,8
USA 89 94
China 624 649
Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 73,8 78,3
Westeuropa/Türkei 15,1 14,2
Deutschland** 6,1 5,8
USA 8,5 9,5
Japan 7,9 9,1
China** 16,0 17,5
Brasilien** 3,1 3,1
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 12,1 0,0
USA 9,5 6,0
Japan 10,5 2,0
China 17,2 12,0
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 13,4 1,7
USA 1,1 5,1
China 14,6 7,8

*Prognose **2012 geänderte statistische Erfassung: ohne CKD (Complete Knock-Down, Bausätze)

Erwartete Ertragslage (fortgeführte Aktivitäten)

Die Folgen der Staatsschuldenkrise führten im Geschäftsjahr 2011/2012 zu schwächeren Entwicklungen in unseren Kernmärkten; weiter anhaltende konjunkturelle Verunsicherungen können nicht ausgeschlossen werden.

Auf Grund der Stabilität unserer weniger zyklischen Industriegüter-Geschäfte sowie der positiven Ergebnisbeiträge von Steel Europe und Materials Services gehen wir für das Geschäftsjahr 2011/2012 auf Konzernebene weiterhin davon aus, ein Bereinigtes EBIT im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zu erzielen.

Unsere Erwartungen für das 4. Quartal gegenüber dem 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres sind:

– Bei den Werkstoff-Aktivitäten gehen wir davon aus, dass sich bei einer von anhaltend hoher Wettbewerbsintensität geprägten Mengen- und Preisentwicklung die Ergebnisse für Steel Europe und Materials Services stabil entwickeln werden. Bei Steel Americas sollten sich durch weiteren technischen Hochlauf Verbesserungen ergeben; deutlich gegenläufig wird sich allerdings der durch den Markteintritt und die allgemeine Marktsituation bedingte Erlösdruck auswirken.

– Bei den Industriegüter-Geschäften sollten sich die Ergebnisbeiträge des Anlagenbaus auf hohem Niveau weitgehend stabil entwickeln. Im Aufzugsgeschäft können weitere Ergebnisauswirkungen durch die Abschwächung der Märkte in Südeuropa nicht ausgeschlossen werden. Im Komponentengeschäft wirken sich die wegfallenden Ergebnisbeiträge von Waupaca sowie geringere Kapazitätsauslastungen vorwiegend bei Großwälzlagern für die Windenergie in rückläufigen Ergebnissen aus. Die Ergebnisbeiträge von Marine Systems werden sich stabil entwickeln.

Für das Geschäftsjahr 2012/2013 gilt:

– Unter der Voraussetzung, dass die Staatsschuldenkrise weiterhin auf der wirtschaftlichen Entwicklung lastet, aber die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession verfällt, gehen wir beim Umsatz von einer Fortschreibung des im Geschäftsjahr 2011/2012 erreichten Niveaus aus.

– Verbesserungen beim Ergebnis sollten sich aus strukturellen Veränderungen im Zuge der weiteren Umsetzung unseres Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung ergeben. Dies kann unter anderem Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen oder Optimierungen des Portfolios umfassen.

– Die Entkonsolidierung von Steel Americas würde erheblich zur Ergebnisverbesserung beitragen.

Chancen durch Wachstum in Schwellenländern

ThyssenKrupp kann mit seinen innovativen und ressourcenschonenden Produkten und Verfahren Vorteile im weltweiten Wettbewerb generieren. Insbesondere in den Schwellenländern sehen wir daher erhebliche Wachstumschancen bei einer Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes. Zusätzlich gelingt es uns durch das Programm impact, in allen Konzernbereichen Wertsteigerungsmaßnahmen umzusetzen und die Produktivität nachhaltig zu erhöhen.

Risiken im konjunkturellen Umfeld

Das aktuelle gesamtwirtschaftliche Umfeld und insbesondere die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten bedeuten Risiken für einen Großteil unserer Aktivitäten. Durch das systematische Risikomanagement verfolgen und bewerten wir kontinuierlich unsere Marktperspektiven. So können wir zeitnah auf aktuelle Entwicklungen reagieren und begrenzen unsere Risiken. Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor.

ThyssenKrupp steuert Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität des Konzerns stehen auch im Geschäftsjahr 2011/2012 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 30. Juni 2012 über 7,3 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.

Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten steigt die Bedeutung des Ausfallrisikos zusätzlich; wir steuern es durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.

Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.

Unsere Stahlaktivitäten bewegen sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld, was Risiken für die Absatzmengen und -preise mit sich bringt. Schwankende Rohstoff- sowie steigende Energiepreise bedeuten weitere Unsicherheiten für die Business Areas Steel Europe und Steel Americas. Zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit reagieren wir soweit möglich mit angepassten Verkaufspreisen und alternativen Beschaffungsquellen. Eine enge Zusammenarbeit aller Experten im Stahlbereich trägt darüber hinaus dazu bei, die Produktion in den neuen Werken von Steel Americas weiter zu erhöhen und qualitativ zu verbessern.

Allerdings hat die veränderte Einschätzung der strategischen Situation der Business Area Steel Americas eine Überprüfung der Buchwerte notwendig gemacht. Entsprechend den möglichen strategischen Optionen werden derzeit die jeweiligen Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Unsere zurzeit vorliegende beste Schätzung lässt den Schluss zu, dass die Buchwerte der Business Area Steel Americas nach heutigem Stand im Wesentlichen durch den Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gedeckt sein könnten. Auf dieser Grundlage wurden in diesem Zwischenabschluss keine Bewertungsmaßnahmen aus einem Impairment-Test nach IAS 36 bezüglich der Business Area Steel Americas vorgenommen. Es ist nicht auszuschließen, dass im Fortgang des Prozesses, beispielsweise bei einem Verkauf, die Buchwerte der Business Area nicht vollständig realisiert werden können.

Die diversifizierten Geschäftsaktivitäten bei ThyssenKrupp mit den guten und langjährigen Beziehungen zu unseren weltweiten Kunden tragen dazu bei, die Abhängigkeit von einzelnen Absatzmärkten und Branchen zu reduzieren. Ein weiterer Ausbau der Präsenz in wachstumsstarken Schwellenländern wird diesen Effekt noch verstärken.

Die politische Entwicklung in Krisenregionen beobachten wir kontinuierlich und bewerten die Auswirkungen auf unsere aktuellen und geplanten Geschäftsaktivitäten. Bei Bedarf können wir zeitnah auf schlechter werdende Rahmenbedingungen reagieren und minimieren so unsere länderspezifischen Risiken.

Auf nationaler und europäischer Ebene können durch veränderte rechtliche Rahmenbedingungen Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten entstehen, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern höhere Kosten oder sonstige Nachteile für ThyssenKrupp bedeuten. Durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen begleiten wir den diesbezüglichen Diskussionsprozess und reduzieren die entsprechenden Risiken.

Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2010/2011 auf den Seiten 108-119 detaillierten Aussagen des Risikoberichts weiterhin.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 8.

Verkürzter Zwischenabschluss

Konzern-Bilanz

Aktiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2011 30.06.2012
Immaterielle Vermögenswerte 4.166 4.354
Sachanlagen 03 12.649 12.949
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 301 291
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 593 618
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 71 93
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 453 420
Aktive latente Steuern 940 1.153
Langfristige Vermögenswerte 19.173 19.878
Vorräte 8.105 8.187
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen* 5.138 5.761
Sonstige finanzielle Vermögenswerte* 499 322
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.563 1.936
Laufende Ertragsteueransprüche 134 171
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.230 3.060
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 5.761 4.603
Kurzfristige Vermögenswerte 24.430 24.040
Summe Vermögenswerte 43.603 43.918
Passiva Mio €
Anhang-Nr. 30.09.2011 30.06.2012
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.317
Kapitalrücklage 4.684 4.684
Gewinnrücklagen 2.833 1.157
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 178 589
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen bzw. nicht fortgeführte Aktivitäten (30.09.2011: -19; 30.06.2012: -2)
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 9.012 7.747
Nicht beherrschende Anteile 1.370 1.341
Eigenkapital 04 10.382 9.088
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 06 6.940 7.496
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer* 197 204
Sonstige Rückstellungen* 451 537
Passive latente Steuern 324 122
Finanzschulden 6.494 6.391
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1 1
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7 7
Langfristige Verbindlichkeiten 14.414 14.758
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer* 300 253
Sonstige Rückstellungen* 1.200 973
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 409 394
Finanzschulden 178 2.300
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen* 4.926 4.420
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten* 1.238 906
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.332 8.326
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 3.224 2.500
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18.807 20.072
Verbindlichkeiten 33.221 34.830
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 43.603 43.918

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang. * Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 9 Monate 2010/2011* 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011* 3. Quartal 2011/2012
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Umsatzerlöse 10 32.206 31.219 11.506 10.710
Umsatzkosten 11 – 27.332 – 27.272 – 9.697 – 9.345
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.874 3.947 1.809 1.365
Forschungs- und Entwicklungskosten – 120 – 128 – 39 – 48
Vertriebskosten – 2.006 – 2.078 – 692 – 693
Allgemeine Verwaltungskosten – 1.649 – 1.605 – 533 – 528
Sonstige Erträge 157 172 46 70
Sonstige Aufwendungen – 104 – 381 – 53 – 180
Sonstige Gewinne und Verluste 23 347 – 10 310
Betriebliches Ergebnis 1.175 274 528 296
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 64 26 19 14
Finanzierungserträge 663 711 220 333
Finanzierungsaufwendungen – 1.050 – 1.144 – 348 – 502
Finanzergebnis – 323 – 407 – 109 – 155
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 852 – 133 419 141
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 299 – 126 – 156 76
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 553 – 259 263 217
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 51 – 721 7 – 130
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 604 – 980 270 87
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 626 – 938 212 109
Nicht beherrschende Anteile – 22 – 42 58 – 22
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 604 – 980 270 87
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 12
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 1,24 – 0,43 0,44 0,46
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 1,35 – 1,82 0,46 0,21

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang. * Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
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Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 604 – 980 270 87
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 317 459 – 119 302
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 11 0 19
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 317 470 – 119 321
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 3 0 0 – 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0
Steuereffekt 1 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 2 0 0 – 1
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) 781 – 715 – 14 – 281
Steuereffekt – 256 215 5 85
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt 525 – 500 – 9 – 196
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling"
Veränderung der Gewinne/(Verluste) – 41 8 – 15 12
Steuereffekt 13 – 2 4 – 3
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt – 28 6 – 11 9
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 100 34 – 38 – 33
Realisierte (Gewinne)/Verluste – 80 – 43 – 5 4
Steuereffekt 59 2 14 7
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 121 – 7 – 29 – 22
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 23 12 1 13
Sonstiges Ergebnis 34 – 19 – 167 124
Gesamtergebnis 638 – 999 103 211
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 759 – 1.023 72 185
Nicht beherrschende Anteile – 121 24 31 26

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
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Kumuliertes sonstiges Ergebnis
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Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
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Stand am 30.09.2010 464.394.337 1.317 4.684 3.703 127 5
Periodenüberschuss 626
Sonstiges Ergebnis 486 – 246 – 2
Gesamtergebnis 1.112 – 246 – 2
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung – 209
Veräußerung eigener Anteile 609.865 – 1
Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile 2
Sonstige Veränderungen 3
Stand am 30.06.2011 465.004.202 1.317 4.684 4.610 – 119 3
Stand am 30.09.2011 514.489.044 1.317 4.684 2.833 170 2
Periodenfehlbetrag – 938
Sonstiges Ergebnis – 496 402 0
Gesamtergebnis – 1.434 402 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung – 232
Sonstige Veränderungen – 10
Stand am 30.06.2012 514.489.044 1.317 4.684 1.157 572 2

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
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Kumuliertes sonstiges Ergebnis
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Derivative Finanzinstrumente Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Eigene Anteile Gesamt Nicht beherrschende Anteile Gesamtes Eigenkapital
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Stand am 30.09.2010 50 10 – 1.396 8.500 1.888 10.388
Periodenüberschuss 626 – 22 604
Sonstiges Ergebnis – 93 – 12 133 – 99 34
Gesamtergebnis – 93 – 12 759 – 121 638
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 34 – 34
Dividendenzahlung – 209 0 – 209
Veräußerung eigener Anteile 19 18 0 18
Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile – 2 0 0 0
Sonstige Veränderungen 3 36 39
Stand am 30.06.2011 – 43 – 2 – 1.379 9.071 1.769 10.840
Stand am 30.09.2011 – 22 28 0 9.012 1.370 10.382
Periodenfehlbetrag – 938 – 42 – 980
Sonstiges Ergebnis – 5 14 – 85 66 – 19
Gesamtergebnis – 5 14 – 1.023 24 – 999
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 – 52 – 52
Dividendenzahlung – 232 0 – 232
Sonstige Veränderungen – 10 – 1 – 11
Stand am 30.06.2012 – 27 42 0 7.747 1.341 9.088

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
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Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 604 – 980 270 87
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 51 721 – 7 130
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 69 – 148 12 – 177
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.150 1.257 407 375
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 2 – 1 0 0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam – 59 – 25 – 18 – 14
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 0 – 419 19 – 359
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte – 1.890 8 – 506 227
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 592 – 716 – 13 – 218
- Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 200 – 21 – 68 119
- Sonstige Rückstellungen – 158 – 204 – 24 – 32
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 103 – 470 9 – 5
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 768 472 762 769
Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten – 396 – 526 843 902
Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten – 409 – 322 – 134 – 31
Operating Cash-Flow - gesamt – 805 – 848 709 871
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte – 26 – 12 – 4 6
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 45 – 41 – 1 – 2
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 1.662 – 1.049 – 437 – 306
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 49 – 95 – 21 – 23
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 16 6 4 5
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 688 – 4 425
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 111 32 4 4
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 6 9 3 2
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten – 1.636 – 462 – 456 111
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten – 167 – 276 – 55 – 93
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt – 1.803 – 738 – 511 18
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 0 1.250 0 0
Tilgung von Anleihen – 750 0 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.926 2.383 252 536
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 711 – 2.178 – 533 – 991
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 314 94 – 169 102
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten – 6 2 – 2 1
Abnahme kurzfristige Wertpapiere 1 0 0 0
Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile 34 0 2 0
Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile 7 0 6 0
Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG – 209 – 232 0 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 34 – 52 – 14 – 4
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften – 1 – 17 – 1 – 2
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten – 591 – 590 – 190 – 89
Sonstige Finanzierungsvorgänge 253 – 162 104 – 5
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 233 498 – 545 – 452
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 570 566 189 130
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 803 1.064 – 356 – 322
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt – 1.805 – 522 – 158 567
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 3 49 13 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 3.673 3.568 2.016 2.525
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 1.871 3.095 1.871 3.095
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (232) (-) (232) (-)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (-) (35) (-) (35)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 139 113 37 32
Zinsauszahlungen – 487 – 456 – 155 – 159
Erhaltene Dividenden 14 36 8 32
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 246 – 300 – 85 – 98

Siehe Anhang-Nr. 13 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

Verkürzter Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2011 bis 30. Juni 2012 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 07. August 2012 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 30. Juni 2012 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2010/2011 veröffentlicht.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 „Related Party Disclosures“ veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. „government-related entities“) und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassung hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 „Employee Benefits“ ist, mit dem Titel „Prepayments of a Minimum Funding Requirement“ veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der Interpretation hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Mai 2010 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den dritten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an sechs Standards und an einer Interpretation kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen. Die Erstanwendung der überarbeiteten Fassungen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Im Oktober 2010 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Durch diese Änderungen wird den Nutzern von Finanzberichten ein besserer Einblick in Transaktionen zur Übertragung von finanziellen Vermögenswerten gewährt. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2011 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind Vergleichsangaben nicht erforderlich. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Erstanwendung der Änderungen im Konzernanhang zum 30. September 2012 einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung haben wird.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011/2012 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:

Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erst- und Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“ veröffentlicht, welche die Voraussetzungen für die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz klarstellt, um derzeit bestehende Inkonsistenzen bei der praktischen Handhabung zu beseitigen. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangen. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Ergänzung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Dezember 2011 hat das IASB Änderungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ und IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht. Dadurch wird der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 vom 01. Januar 2013 auf den 01. Januar 2015 verschoben. Zusätzlich wird durch die Änderungen die Verpflichtung zur Angabe von angepassten Vorjahreszahlen im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 9 erlassen. Stattdessen werden in IFRS 7 zusätzliche Anhangangabepflichten eingefügt, die es den Adressaten der Abschlüsse ermöglichen sollen, die Effekte, die die Erstanwendung von IFRS 9 auf den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten hat, zu beurteilen. Eine frühere Anwendung von IFRS 9 ist weiterhin zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung von IFRS 9 haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Im Mai 2012 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den vierten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an fünf Standards kleinere Änderungen vorgenommen. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

Im Juni 2012 hat das IASB mit „Consolidated Financial Statements, Joint Arrangements and Disclosure of Interests in Other Entities: Transition Guidance“ Änderungen zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 veröffentlicht. Die Änderungen beinhalten Klarstellungen und Erleichterungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der vorgenannten Standards. Die Änderungen sind – analog zu IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 – erstmalig anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung von IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 haben wird, sofern die Standards von der EU in dieser Form übernommen werden.

01 Erwerbe und Veräußerungen

Nachdem im August 2011 im Rahmen der Portfoliobereinigung in der Business Area Materials Services der Verkauf der ThyssenKrupp Xervon-Gruppe eingeleitet worden war, erfolgte im November 2011 der Vollzug der Veräußerung. Die Gruppe zählt zu den führenden Unternehmen für technische Dienstleistungen zur Errichtung und Instandhaltung von Industrieanlagen weltweit. Diese Veräußerung, die Veräußerung der chinesischen Aktivitäten der Metal-Forming-Gruppe, die im April 2011 eingeleitet und im November 2011 vollzogen wurde, die Veräußerung von ThyssenKrupp Automotive Systems Industrial do Brasil Ltda., die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems, die im April 2010 eingeleitet und Ende Januar 2012 vollzogen wurde, die Veräußerung von Waupaca, sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:

Mio € 9 Monate 2011/2012
Firmenwert 19
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10
Sachanlagen 384
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 7
Vorräte 226
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 489
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 63
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 33
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 140
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 1.373
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 306
Sonstige langfristige Rückstellungen 5
Passive latente Steuern 11
Langfristige Finanzschulden 2
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 54
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 8
Kurzfristige Finanzschulden 32
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 243
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 175
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 244
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 1.083
Abgehendes Reinvermögen 290
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 3
Nicht beherrschende Anteile 7
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 409
Verkaufspreise 695
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 688

Darüber hinaus tätigte der Konzern in den ersten 9 Monaten 2011/2012 kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio € 9 Monate 2011/2012
Firmenwert 74
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 22
Sachanlagen 3
Vorräte 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 125
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1
Passive latente Steuern 1
Langfristige Finanzschulden 1
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 14
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 37
Erworbenes Reinvermögen 88
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 88
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 80

02 Nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) und Veräußerungsgruppen (Disposal Groups)

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung und des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung wurden in 2009/2010 bzw. in 2010/2011 der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems und die Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global eingeleitet. Während die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems im 2. Quartal 2011/2012 erfolgte, ist die Abgabe der Business Area Stainless Global zum Stichtag noch nicht vollzogen.

Der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems erfüllte nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit wurden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs am 31. Januar 2012 weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die eingeleitete Abgabe der gesamten Business Area Stainless Global erfüllte hingegen erstmals zum 30. September 2011 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Daher werden in der Berichtsperiode alle Aufwendungen und Erträge dieser Business Area separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Sofern der Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe und der nicht fortgeführten Aktivität in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.

Im April 2010 wurde die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasste den Verkauf der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Megayachten tätig ist, und den Verkauf der Blohm + Voss Repair GmbH und der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben waren die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden Bestandteil der Veräußerungsgruppe. In 2010/2011 wurde bereits der Abgang des zivilen Teils der ehemaligen HDW Gaarden vollzogen. Zusätzlich wurden auf Grund der Beendigung der Verhandlungen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe über die komplette Übernahme der zivilen Schiffbauaktivitäten sowie ein Joint Venture im Marine-Überwasserschiffbau zum 30. Juni 2011 zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte von 133 Mio € und Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten von 145 Mio € wieder den entsprechenden Bilanzpositionen zugeordnet. Zum 31. Dezember 2011 war wie bereits zum 30. September 2011 der Verkauf der zivilen Bereiche von Blohm + Voss noch Bestandteil der Veräußerungsgruppe; dabei handelte es sich um den Yachtbau sowie das Reparatur- und Komponentengeschäft in Hamburg. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten führte im 1. Quartal 2011/2012 zu Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte von 125 Mio €, die in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden, sowie Wertminderungsaufwendungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von 6 Mio € und auf Sachanlagen von 24 Mio €, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.

Nicht fortgeführte Aktivität: Business Area Stainless Global

Im Rahmen des Konzepts zur strategischen Weiterentwicklung unter den wesentlichen Eckpunkten der Reduzierung der Konzernverschuldung, der Ermöglichung eines nachhaltigen Wachstums sowie der Schaffung von Werten und der Steigerung der Ertragskraft hat der Konzern im Mai 2011 eine Fokussierung des Portfolios und eine Trennung von Geschäften, für die alternative strategische Optionen tragfähiger sind, beschlossen.

Zum 30. September 2011 wurden daher als eine Maßnahme die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit der Business Area Stainless Global und somit für den erstmaligen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen.

In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand ist im 4. Quartal 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.

Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich hinsichtlich der Bewertung zum 31. Dezember 2011 ein Abwertungsaufwand in Höhe von 265 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Aus der Aktualisierung der Bewertung zum 31. März 2012 und zum 30. Juni resultierte ein zusätzlicher Abwertungsaufwand von 250 Mio € bzw. von 59 Mio €, der jeweils wiederum auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand wird im jeweiligen Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Für die Bewertungen der Anteilskomponente in Höhe von 29,9 % an dem neuen Unternehmen per 31. Dezember 2011, per 31. März 2012 sowie per 30. Juni 2012 wurden der Kurs der Outokumpu Aktie vom 02. Februar 2012, 08. Mai 2012 bzw. vom 01. August 2012 (0,70 €) zu Grunde gelegt. Eine Kursveränderung von 0,01 € führt zu einer Wertveränderung von ca. 6 Mio €. Bis zur endgültigen Feststellung der Wertverhältnisse am Tag des Vollzugs der Transaktion können erhebliche Wertschwankungen eintreten.

Darüber hinaus wurden im 2. Quartal 2011/2012 auf Grund der Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013 Wertberichtigungen auf Sachanlagen in Höhe von 42 Mio € erforderlich, die im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im 2. Quartal 2011/2012 enthalten sind. Im Mai 2012 hat Stainless Global im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen betreffend die Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und den damit verbundenen Personalabbau mit dem zuständigen Betriebsrat einen Sozialplan abgeschlossen. Der Sozialplan beinhaltet neben Vorruhestandsregelungen und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, die Stainless Global verlassen werden, auch Ausgleichszahlungen für Mitarbeiter, die versetzt werden. Der Sozialplan wird entsprechend auf die geplante Schließung des Stahlwerks in Krefeld Anwendung finden, sobald die Stainless Global Transaktion vollzogen ist. Für den aus dem Sozialplan Düsseldorf-Benrath und Krefeld resultierenden Aufwand wurde zum 30. Juni 2012 eine Restrukturierungsrückstellung von 63 Mio € gebildet.

Die Ergebnisse der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global stellen sich in den ersten 9 Monaten bzw. im 3. Quartal wie folgt dar:

Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 4.496 4.366 1.405 1.462
Andere Erträge 21 18 11 4
Aufwendungen – 4.465 – 4.604 – 1.428 – 1.559
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 52 – 220 – 12 – 93
Steuern vom Einkommen und Ertrag – 1 73 19 22
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 51 – 147 7 – 71
Ergebnis aus Bewertungsanpassung (vor Steuern) – 574 – 59
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ergebnis aus Bewertungsanpassung aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 – 574 0 – 59
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 51 – 721 7 – 130
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 50 – 718 7 – 129
Nicht beherrschende Anteile 1 – 3 0 – 1

Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; in den ersten 9 Monaten 2011/2012 sind daher Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen von 143 Mio € entfallen; davon im 3. Quartal 2011/2012 49 Mio €.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivität zum 30. Juni 2012 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Mio € 30.06.2012
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 29
Sachanlagen 1.511
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 12
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 5
Aktive latente Steuern 179
Vorräte 1.968
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 673
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 37
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 113
Laufende Ertragsteueransprüche 22
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 35
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 4.603
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 301
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 22
Sonstige langfristige Rückstellungen 136
Passive latente Steuern 92
Langfristige Finanzschulden 48
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 4
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 54
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 12
Kurzfristige Finanzschulden 162
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.403
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 116
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 149
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 2.500

03 Sachanlagen

Mit Beschluss des Vorstands der ThyssenKrupp AG im Mai 2012, für die Business Area Steel Americas strategische Optionen in alle Richtungen zu überprüfen, liegt ein sogenanntes triggering event gemäß IAS 36 im 3. Quartal des Geschäftsjahres vor, das eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Buchwerte der Business Area notwendig macht. Die zu überprüfenden Buchwerte beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 7.866 Mio €; davon entfallen 6.871 Mio € auf Sachanlagen.

Entsprechend den möglichen strategischen Optionen werden derzeit die jeweiligen Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Unsere zurzeit vorliegende beste Schätzung lässt den Schluss zu, dass die Buchwerte der Business Area Steel Americas nach heutigem Stand im Wesentlichen durch den Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gedeckt sein könnten. Auf dieser Grundlage wurden in diesem Zwischenabschluss keine Bewertungsmaßnahmen aus einem Impairment-Test nach IAS 36 bezüglich der Business Area Steel Americas vorgenommen. Es ist nicht auszuschließen, dass im Fortgang des Prozesses, beispielsweise bei einem Verkauf, die Buchwerte der Business Area nicht vollständig realisiert werden können.

04 Eigenkapital

Auf Grund des Auslaufens der bestehenden und bisher nicht ausgenutzten Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 500 Mio € (Genehmigtes Kapital) am 18. Januar 2012 wurde der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 erneut ermächtigt, das Grundkapital bis zum 19. Januar 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 500 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu; die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss wird auf insgesamt 20 % des Grundkapitals beschränkt. § 5 Abs. 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG ist entsprechend neu gefasst worden.

05 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Im 2. Quartal 2011/2012 gewährte ThyssenKrupp den Mitgliedern des Vorstands der ThyssenKrupp Wertrechte für die 2. Tranche des Long Term Incentiveplans (LTI). Daneben wurden im 2. und 3. Quartal 2011/2012 LTI-Wertrechte weiteren Führungskräften gewährt. Gleichzeitig sind im 2. Quartal 2011/2012 die im Rahmen der 7. Tranche des Mid Term Incentiveplans (MTI) gewährten Wertrechte auf Grund des Rückgangs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) im dreijährigen Performance-Zeitraum im Vergleich zum durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. In den ersten 9 Monaten 2011/2012 resultieren aus den Management Incentiveplänen MTI und LTI Aufwendungen von 1,3 (9 Monate 2010/2011: 17,7) Mio €; hiervon sind Erträge von 0,5 (9 Monate 2010/2011: Aufwendungen von 0,7) Mio € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten. Im 3. Quartal 2011/2012 enthält das Ergebnis aus diesen Plänen Erträge von 0,1 (3. Quartal 2010/2011: Aufwendungen von 11,8) Mio €; hiervon entfallen im 3. Quartal 2011/2012 Erträge von 0,1 (3. Quartal 2010/2011: Aufwendungen von 0,5) Mio € auf das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten.

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonuses verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis der ersten 9 Monate 2011/2012 Aufwendungen von 2,6 (9 Monate 2010/2011: 5,5) Mio € bzw. des 3. Quartals 2011/2012 Erträge von 1,8 (3. Quartal 2010/2011: Aufwendungen von 3,5) Mio €.

Belegschaftsaktienprogramme

Im 3. Quartal 2011/2012 hat ThyssenKrupp der deutschen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Aktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%-igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,0 (3. Quartal 2010/2011: 6,1) Mio €.

06 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. Juni 2012 vorgenommen.

Mio €
30.09.2011 30.06.2012
--- --- ---
Pensionen 6.007 6.494
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 1.080 998
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 210 305
Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten – 357 – 301
Insgesamt 6.940 7.496

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2011 30.06.2012
--- --- --- --- ---
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Diskontierungssatz für Pensionen 5,00 4,41 4,00 3,77
Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen (nur USA) 4,75 3,75

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio € 9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 59 26 56 25
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 187 76 202 69
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 10 – 83 – 9 – 75
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 1 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 236 20 249 19
Mio € 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 20 8 18 8
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 62 25 68 24
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 4 – 27 – 3 – 25
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 1 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 78 7 83 7

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten in den ersten 9 Monaten 2011/2012 Aufwendungen von 10 (9 Monate 2010/2011: 10) Mio € und im 3. Quartal 2011/2012 Aufwendungen von 3 (3. Quartal 2010/2011: 3) Mio €. Von den oben angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in übrigen Ländern entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten in den ersten 9 Monaten 2011/2012 Aufwendungen von 1 (9 Monate 2010/2011: 1) Mio € und im 3. Quartal 2011/2012 Aufwendungen von 0,4 (3. Quartal 2010/2011: 0,4) Mio €. Diese Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio € 9 Monate 2010/2011 USA/Kanada 9 Monate 2011/2012 USA
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 5 4
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 41 34
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 3 – 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 5 – 37
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 38 – 2
Mio € 3. Quartal 2010/2011 USA/Kanada 3. Quartal 2011/2012 USA
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 1 2
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 13 12
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 1 – 1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand – 1 – 4
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 12 9

07 Begebung einer Anleihe

Im Februar 2012 hat die ThyssenKrupp AG im Rahmen des bestehenden 10-Mrd-Euro-Debt-Issuance-Programmes eine Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinskupon von 4,375 % p.a. bei einem Emissionskurs von 99,753 % begeben.

Mit der Anleiheemission wurde das günstige Marktumfeld genutzt und das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert.

08 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
Maximales Haftungsvolumen 30.06.2012 Rückstellung 30.06.2012
--- --- ---
Anzahlungsgarantien 244 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 116 1
Kreditaufträge 43 0
Restwertgarantien 60 1
Sonstige Haftungserklärungen 34 0
Insgesamt 497 3

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit dem zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2011 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen auf Grund der auf US-Dollar-Basis gesunkenen Erzpreise trotz des gegenläufig wirkenden schwächeren Euro um 7,5 Mrd € auf 20,9 Mrd €.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von Verfahren ist noch anhängig.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

09 Derivative Finanzinstrumente

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert 30.09.2011 Beizulegender Zeitwert 30.09.2011 Nominalwert 30.06.2012 Beizulegender Zeitwert 30.06.2012
--- --- --- --- ---
Derivative Finanzinstrumente
Aktiva
Währungsderivate inklusive eingbettete Derivate 4.429 136 4.422 60
Zinsderivate* 299 5 291 8
Warenderivate 511 78 328 21
Insgesamt 5.239 219 5.041 89
Passiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 5.489 275 3.941 167
Zinsderivate* 750 35 1.122 100
Warenderivate 384 68 322 50
Insgesamt 6.623 378 5.385 317

* inklusive Zins-/Währungsderivate

10 Segmentberichterstattung

Die Segmentinformationen für die ersten 9 Monate 2010/2011 und die ersten 9 Monate 2011/2012 sowie das 3. Quartal 2010/2011 und das 3. Quartal 2011/2012 stellen sich wie folgt dar:

Mio € Steel Europe Steel Americas Materials Services Elevator Technology Plant Technology Components Technology
9 Monate 2010/2011
Außenumsätze 8.108 494 10.366 3.861 2.781 5.136
konzerninterne Umsätze 1.655 281 629 3 28 11
Umsatzerlöse gesamt 9.763 775 10.995 3.864 2.809 5.147
EBIT 880 – 887 397 469 377 382
9 Monate 2011/2012
Außenumsätze 6.878 1.141 9.584 4.097 2.941 5.476
konzerninterne Umsätze 1.438 446 338 2 12 9
Umsatzerlöse gesamt 8.316 1.587 9.922 4.099 2.953 5.485
EBIT 170 – 781 72 365 379 756
3. Quartal 2010/2011
Außenumsätze 2.952 245 3.750 1.296 937 1.775
konzerninterne Umsätze 566 184 230 2 6 4
Umsatzerlöse gesamt 3.518 429 3.980 1.298 943 1.779
EBIT 322 – 190 149 151 131 141
3. Quartal 2011/2012
Außenumsätze 2.417 371 3.260 1.427 1.024 1.847
konzerninterne Umsätze 483 172 109 2 3 5
Umsatzerlöse gesamt 2.900 543 3.369 1.429 1.027 1.852
EBIT 47 – 263 – 42 134 140 459
Mio € Marine Systems Corporate Stainless Global* Konsolidierung Konzern
9 Monate 2010/2011
Außenumsätze 1.200 45 4.496 0 36.487
konzerninterne Umsätze 2 51 551 – 3.211 0
Umsatzerlöse gesamt 1.202 96 5.047 – 3.211 36.487
EBIT 192 – 319 66 – 242 1.315
9 Monate 2011/2012
Außenumsätze 880 46 4.366 0 35.409
konzerninterne Umsätze 0 60 446 – 2.751 0
Umsatzerlöse gesamt 880 106 4.812 – 2.751 35.409
EBIT – 32 – 324 – 769 – 270 – 434
3. Quartal 2010/2011
Außenumsätze 479 12 1.405 0 12.851
konzerninterne Umsätze 0 20 181 – 1.193 0
Umsatzerlöse gesamt 479 32 1.586 – 1.193 12.851
EBIT 62 – 120 0 – 101 545
3. Quartal 2011/2012
Außenumsätze 294 14 1.462 0 12.116
konzerninterne Umsätze 0 20 144 – 938 0
Umsatzerlöse gesamt 294 34 1.606 – 938 12.116
EBIT 23 – 106 – 145 – 96 151

* Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 36.487 35.409 12.851 12.116
- Umsatzerlöse Stainless Global – 5.047 – 4.812 – 1.586 – 1.606
+ Umsatzerlöse von Stainless Global mit Konzerngesellschaften 551 446 181 144
+ Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit Stainless Global 215 176 60 56
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 32.206 31.219 11.506 10.710
Mio €
9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012 3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
--- --- --- --- ---
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 1.315 – 434 545 151
- Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen – 30 – 33 – 11 – 12
+ Finanzierungserträge 676 717 230 332
- Finanzierungsaufwendungen – 1.081 – 1.175 – 365 – 508
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 11 – 65 – 6 – 1
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 35 63 14 26
EBT - Konzern 904 – 927 407 – 12
- EBT Stainless Global – 52 794 12 153
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 852 – 133 419 141

11 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten der ersten 9 Monate 2011/2012 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 27 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Materials Services und Components Technology betreffen. Zum 30.09.2011 betrugen die Wertberichtigungen 232 Mio €. In den ersten 9 Monaten 2010/2011 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 49 Mio €, die im Wesentlichen auf Steel Americas entfielen. Darüber hinaus enthält das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten der ersten 9 Monate 2011/2012 Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 42 (9 Monate 2010/2011: 27) Mio €.

12 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:

9 Monate 2010/2011 9 Monate 2011/2012
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 576 1,24 – 220 – 0,43
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 50 0,11 – 718 – 1,39
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 626 1,35 – 938 – 1,82
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 464.591.599 514.489.044
3. Quartal 2010/2011 3. Quartal 2011/2012
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 205 0,44 238 0,46
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 7 0,02 – 129 – 0,25
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 212 0,46 109 0,21
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 464.848.610 514.489.044

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/ (-fehlbetrages) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

In 2010/2011 erhöhte sich der gewichtete Durchschnitt der Aktien durch die Veräußerung eigener Anteile im Februar 2011 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs, durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2011 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms sowie durch den Verkauf eigener Anteile an vorwiegend institutionelle Investoren durch das „Accelerated Bookbuilding-Verfahren“ im Juli 2011.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

13 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

In den ersten 9 Monaten 2011/2012 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 65 (9 Monate 2010/2011: 0) Mio €. Im 3. Quartal 2011/2012 gab es wie im Vorjahresquartal keine Zugänge.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug in den ersten 9 Monaten 2011/2012 9 (9 Monate 2010/2011: 19) Mio € bzw. im 3. Quartal 2011/2012 6 (3. Quartal 2010/2011: 4) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

In den ersten 9 Monaten 2011/2012 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 2 (9 Monate 2010/2011: 0) Mio €; im 3. Quartal 2011/2012 gab es wie im Vorjahresquartal keinen Zugang.

14 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Essen, den 07. August 2012

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Berlien

Claassen

Eichler

Kerkhoff

Labonte

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis 30. Juni 2012, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir bezüglich der Werthaltigkeit der Vermögenswerte der Business Area Steel Americas auf die Darstellung auf den Seiten 13 und 30 im Zwischenlagebericht und auf Seite 40 im verkürzten Konzern-Anhang hin.

Düsseldorf, den 9. August 2012

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Klaus Becker, Wirtschaftsprüfer

Michael Gewehr, Wirtschaftsprüfer