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thyssenkrupp AG — Interim / Quarterly Report 2010
Sep 3, 2010
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Interim / Quarterly Report
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Publication

ThyssenKrupp AG
Duisburg und Essen
Zwischenbericht 9 Monate 2009/2010 vom 01. Oktober 2009 bis 30. Juni 2010
Zwischenlagebericht
Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
ThyssenKrupp – erneut mit höherem Gewinn
Die wirtschaftliche Entwicklung von ThyssenKrupp hat sich im Berichtsjahr erkennbar gebessert: Auftragseingang und Umsatz nahmen von Quartal zu Quartal zu. Auch aufgelaufen lagen Auftragseingang und Umsatz in den ersten 9 Monaten 2009/2010 über den Vorjahreswerten. Insbesondere die höhere Steigerung des Auftragseingangs spiegelt die wirtschaftliche Belebung auch im Geschäft von ThyssenKrupp wider.
Positiv hat sich ebenfalls die Ergebnissituation entwickelt. In allen drei Quartalen wurde ein Gewinn erwirtschaftet, wobei im abgelaufenen Quartal das beste Ergebnis seit sieben Quartalen erreicht wurde. Insgesamt erzielte ThyssenKrupp in den ersten 9 Monaten 2009/2010 ein Ergebnis vor Steuern von 918 Mio € – ein Plus von 1.905 Mio € gegenüber dem Verlust vor Steuern von 987 Mio € im Vorjahreszeitraum. Das Bereinigte EBT lag mit 923 Mio € ebenfalls beträchtlich über dem Vorjahreswert von −506 Mio €.
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2009/2010 werden EBT und EBIT um wesentliche, fest definierte Sondereinflüsse bereinigt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Veräußerungsergebnisse, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte, weitere nicht operative Aufwendungen sowie weitere nicht operative Erträge. Bereinigt werden diese Einflüsse nur, sofern der Vorgang für den Konzernabschluss wesentlich ist. Die im Vorjahr noch bereinigten Anlaufverluste in der Business Area Steel Americas werden nicht mehr als Sondereinflüsse klassifiziert, da der Projektcharakter durch die Inbetriebnahme der Stahl- und Weiterverarbeitungswerke im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr vorliegt. Entsprechend wird die Vorjahresvergleichszahl angepasst.
Wesentliche Kennzahlen für die ersten 9 Monate 2009/2010:
· Der Auftragseingang hat sich im Vergleich zu den ersten 9 Monaten des vorangegangenen Geschäftsjahres um 8 % auf 30,6 Mrd € erhöht.
· Der Umsatz lag mit 31,1 Mrd € um 1 % über dem Vorjahreswert.
· Das EBITDA verbesserte sich auf 2.443 Mio € nach 726 Mio € im Vorjahr.
· Das EBIT erreichte 1.418 Mio €, im Vorjahr waren es −466 Mio €.
· Das Bereinigte EBIT stieg von 15 Mio € im Vorjahr auf 1.423 Mio €.
· Das EBT übertraf mit 918 Mio € den Vorjahreswert von −987 Mio €.
· Das Bereinigte EBT betrug 923 Mio € nach −506 Mio € im Vorjahr.
· Das Ergebnis je Aktie wuchs im Vorjahresvergleich von −1,73 € auf 1,38 €.
· Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 30. Juni 2010 auf 3.753 Mio €, eine Zunahme um 1.694 Mio € gegenüber dem 30. September 2009, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 2.059 Mio € bestanden. Am 30. Juni 2009 betrugen die Netto-Finanzschulden 3.122 Mio €.
Konjunkturelle Aufwärtstendenz gefestigt
Der weltwirtschaftliche Aufschwung hat sich seit Jahresbeginn gefestigt. Insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern Asiens setzte sich das wirtschaftliche Wachstum dynamisch fort. Spürbar gedämpft war dagegen die Erholung in Nordamerika und vor allem in Europa. Nachdem das Welt-Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr noch um 1 % zurückgegangen ist, dürfte es im 1. Halbjahr 2010 voraussichtlich um rund 4,5 % zugelegt haben. Impulse kamen dabei weiterhin von der zum Teil sehr expansiven Geld- und Fiskalpolitik einiger Länder sowie vom kräftig anziehenden Welthandel.
Im Euroraum blieb die wirtschaftliche Lage verhalten. Belastet haben die Verschuldungsprobleme einzelner Länder. Sowohl im Euroraum als auch in Deutschland ist die Wirtschaft im 1. Quartal 2010 mit einem Plus von 0,2 % zum Vorquartal nur sehr moderat gewachsen. Positiv trugen hierzu die Ausrüstungsinvestitionen, die Exporte, der Staatskonsum sowie der Vorratsaufbau bei. Negativen Einfluss hatten dagegen der private Konsum sowie die Bauinvestitionen, die unter der schlechten Witterung litten. Im 2. Quartal 2010 dürfte sich die Aufwärtsentwicklung im Euroraum verstärkt fortgesetzt haben; die deutsche Wirtschaft ist dabei dank höherer Exporte, einer guten Industriekonjunktur und auf Grund von Nachholeffekten beim Bau aller Voraussicht nach am schnellsten gewachsen.
Die US-Wirtschaft zeigte sich zu Jahresbeginn leicht belebt. Im 1. Quartal 2010 lag die Wirtschaftsleistung um 0,9 % über dem Vorquartal. Der Zuwachs stützte sich vor allem auf den privaten Verbrauch, während die Investitionen leicht nachgaben. Im 2. Quartal 2010 hat sich das Wachstum allerdings merklich verlangsamt.
Die aufstrebenden Schwellenländer sind zumeist kräftig gewachsen. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt nahm im 1. Quartal 2010 wegen hoher staatlicher Investitionen und eines steigenden privaten Verbrauchs um knapp 3 % zum Vorquartal zu; gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Wachstum von nahezu 12 %. Im 2. Quartal hat sich diese positive Entwicklung – allerdings mit nachlassender Dynamik – fortgesetzt. Auch die übrigen großen Schwellenländer wie Brasilien, Russland und Indien wiesen erfreuliche Wachstumsraten auf.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Branchen ergaben sich folgende Entwicklungen:
· Das verbesserte gesamtwirtschaftliche Umfeld führte weltweit zu einer stark erhöhten Stahlnachfrage. In den ersten sechs Monaten 2010 lag die Weltrohstahlerzeugung um 28 % über dem äußerst niedrigen Vorjahresniveau. China und Indien, die ihre Produktion um 21 % bzw. 7 % erhöhten, konnten an den letztjährigen Wachstumstrend anknüpfen. In den übrigen Regionen waren die zum Teil noch deutlicheren Zuwächse die Gegenbewegung zu den drastischen Einbrüchen des Vorjahres. In der Europäischen Union wurden trotz eines Produktionszuwachses von 45 % die Vorkrisenniveaus noch nicht ganz erreicht. Die deutschen Stahlwerke, die ihre Erzeugung im 1. Halbjahr um 64 % auf annähernd 23 Mio t steigerten, profitierten in besonderem Maße von der ausgeprägten Exportorientierung ihrer Kunden. Gegen Ende der Berichtsperiode gab die zuvor sehr hohe globale Stahlnachfrage leicht nach, und der Preisdruck erhöhte sich in vielen Regionen. Nachdem in Europa zuletzt die positiven Impulse aus dem Lagerzyklus ausliefen und der reale Stahlverbrauch nur moderat zunahm, wurde hier der Aufwärtstrend bei den Stahlpreisen gestoppt. Eine starke Verunsicherung ging weiterhin von der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten aus.
· Der europäische Qualitätsflachstahlmarkt hat sich über weite Strecken der Berichtsperiode spürbar erholt. Die Ordereingänge der Stahlanbieter zeigten seit dem 4. Quartal 2009 einen deutlichen Aufwärtstrend, schwächten sich dann im Laufe des 2. Quartals 2010 aber wieder leicht ab. Der Versand der Euroferwerke in die EU lag in den ersten sechs Monaten 2010 um 51 % über der vergleichbaren, allerdings sehr niedrigen Vorjahresmenge. Die expansive Nachfrage war spürbar durch den Lagerzyklus bedingt. Im Zuge der konjunkturellen Erholung mussten der Handel und die Endverbraucher ihre während der Rezession stark abgebauten Lagerbestände wieder auffüllen. Bis Jahresmitte hatten sich die Bestandsniveaus weitgehend normalisiert. Die Endverbrauchernachfrage erholte sich im 1. Halbjahr 2010 nur zögerlich. Von der insgesamt aber doch positiven Mengenkonjunktur profitierten besonders die europäischen Anbieter; die Importe aus Drittländern blieben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres auf moderatem Niveau.
· Nachdem die Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten im vergangenen Jahr weltweit abgeflaut war, hat sich zu Beginn des Jahres 2010 der Auftragseingang der Rostfrei-Produzenten in Europa, Nordamerika und China deutlich erholt; dazu hat neben den Nachdispositionen des Handels auch ein steigender Bedarf verschiedener Endverbrauchersegmente beigetragen. Im weiteren Verlauf des 1. Halbjahres 2010 gab der Auftragseingang in allen Regionen jedoch wieder nach. Der Nickelpreis zeigte zu Jahresbeginn zunächst eine Aufwärtstendenz und lag im April auf dem höchsten Stand seit Mai 2008; danach erfolgte eine Abwärtskorrektur.
Die Basispreise für Edelstahlflachprodukte in Deutschland, Europa und Nordamerika zogen seit Jahresbeginn wieder an. Parallel dazu stieg ebenfalls der Legierungszuschlag auf Grund der Nickelpreisentwicklung. In China zeigte sich innerhalb des Berichtszeitraums eine wechselhafte Entwicklung; während auch hier zunächst eine deutliche Steigerung erfolgte, gaben die Preise zum Ende des 1. Halbjahres 2010 wieder nach.
Im Bereich der Nickellegierungen hat sich die Nachfrage seit Jahresbeginn verbessert, wobei die Erholung auf Grund der Volatilität der Metallpreise nur zögernd verlief und abhängig von Branche und Region sehr unterschiedlich war. Der Titanmarkt scheint die Talsohle durchschritten zu haben; sowohl in der Luftfahrt als auch im Anlagenbau zeigte sich eine Belebung.
· Die internationale Automobilindustrie hat sich nach dem tiefen Einbruch im vergangenen Jahr wieder erholt. Seit dem 3. Quartal 2009 ist die weltweite Fahrzeugnachfrage aufwärts gerichtet, was insbesondere von den asiatischen und nordamerikanischen Märkten getragen wird. In den USA nahm im 1. Halbjahr 2010 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum der Absatz von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen um 17 % auf 5,6 Mio Einheiten zu. In China, mittlerweile größter PKW-Einzelmarkt der Welt, wurden im gleichen Zeitraum fast 5,6 Mio PKW verkauft – das entspricht einem Zuwachs von 23 % gegenüber dem Vorjahr.
In Europa belastet dagegen das Auslaufen der Zulassungsprämien den Fahrzeugabsatz. Mit 7,3 Mio neu zugelassenen PKW im 1. Halbjahr 2010 stagnierte der Absatz in der Europäischen Union. In Deutschland gaben die Neuzulassungen sogar um 29 % auf 1,5 Mio PKW nach. Allerdings hat dies die deutsche Fahrzeugindustrie mit ihrem Schwerpunkt bei höherwertigen PKW weniger getroffen. Dank der um 44 % gestiegenen Exporte nahm ihre Produktion gegenüber dem schwachen Vorjahreswert sogar um 23 % auf 2,8 Mio Fahrzeuge zu. Die deutschen Marken stehen damit besser da als viele ihrer Wettbewerber.
· Der internationale Maschinenbau war im bisherigen Jahresverlauf weiterhin von einer geringen Kapazitätsauslastung und einer verhaltenen Investitionsneigung geprägt. Eine wesentliche Ausnahme bildete der chinesische Maschinenbau, der von den staatlichen Konjunkturpaketen profitierte. In Deutschland hat sich die Auftragslage seit Jahresbeginn deutlich verbessert. Die Auftragseingänge lagen in den ersten sechs Monaten 2010 preisbereinigt um 32 % über dem allerdings niedrigen Vorjahreswert. Die Kapazitätsauslastung ist mit zuletzt rund 83 % deutlich gestiegen, blieb aber noch unter dem langjährigen Durchschnitt. Rückläufig waren dagegen die Auftragseingänge für Aufzüge und Fahrtreppen. Auch im deutschen Großanlagenbau war das Vergabevolumen in den ersten Monaten des Jahres 2010 noch verhalten.
· Die Baukonjunktur blieb auch in der 1. Jahreshälfte 2010 in den meisten Industrieländern sehr schwach. In den USA ging die Bautätigkeit trotz staatlicher Stützungsprogramme weiter zurück. Auch in Europa gab die Bauproduktion nach, was in Deutschland unter anderem an der kalten Witterung zu Jahresbeginn lag. Positiv entwickelten sich dagegen die Auftragseingänge für die deutsche Bauwirtschaft. In den Schwellenländern war die Baukonjunktur aufwärts gerichtet; die chinesische Bauwirtschaft profitierte dabei stark von staatlichen Konjunkturprogrammen.
Auftragseingang und Umsatz wieder aufwärts gerichtet
Die Geschäftslage von ThyssenKrupp hat sich im laufenden Geschäftsjahr spürbar verbessert. Obwohl noch nicht die Niveaus der Jahre vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht wurden, haben sich Umsatz und Auftragseingang von Quartal zu Quartal erholt. Das wieder günstigere gesamtwirtschaftliche Umfeld machte sich insbesondere im Anstieg der Bestellungen bemerkbar.
THYSSEN KRUPP IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 28.455 | 30.631 | 7.926 | 10.930 |
| Umsatz | Mio € | 30.680 | 31.137 | 9.299 | 11.679 |
| EBITDA | Mio € | 726 | 2.443 | -180 | 935 |
| EBIT | Mio € | -466 | 1.418 | -597 | 587 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 15 | 1.423 | -289 | 653 |
| EBT | Mio € | -987 | 918 | -772 | 414 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -506 | 923 | -464 | 480 |
| Investitionen | Mio € | 3.094 | 2.460 | 898 | 942 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 188.501 | 174.541 | 188.501 | 174.541 |
Der Auftragseingang des Konzerns erhöhte sich in den ersten 9 Monaten 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf 30,6 Mrd €. Allein im 3. Quartal betrug der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal 38 %. Die meisten Business Areas verzeichneten in der Berichtsperiode höhere Bestellungen, wobei die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl und Edelstahl sowie nach industriellen Komponenten stärker zunahm. Hohe Rückgänge gab es dagegen bei Marine Systems.
Der Umsatz verbesserte sich im 3. Quartal 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr um 26 %; bis auf Plant Technology konnten alle Business Areas dabei das Umsatzniveau des Vorjahres halten oder ausbauen. In den ersten 9 Monaten stieg der Umsatz insgesamt um 1 % auf 31,1 Mrd €. Bei den Werften und abrechnungsbedingt im Anlagenbau war der Umsatz rückläufig; auch bei Werkstoffdienstleistungen sowie Aufzügen und Fahrtreppen wurde das Vorjahresniveau nicht ganz erreicht. Zum Teil kräftige Zuwächse verzeichnete dagegen das Geschäft mit Qualitätsflachstahl, Edelstahl und mit Komponenten für die Automobilindustrie.

Ergebnis vor Steuern auf 918 Mio € gestiegen
In den ersten 9 Monaten 2009/2010 erzielte ThyssenKrupp ein EBT von 918 Mio €. Der Vorjahreswert wurde damit um 1.905 Mio € übertroffen. In den Ergebniszahlen sind Sondereffekte in Höhe von 5 Mio € enthalten; Erträgen aus der Veräußerung der Industrial-Services-Bereiche der Business Area Materials Services standen Aufwendungen in den Business Areas Components Technology und Marine Systems gegenüber. Im 3. Quartal 2009/2010 lag das EBT bei 414 Mio €; mit Ausnahme von Steel Americas und Marine Systems erwirtschafteten alle Business Areas einen Vorsteuergewinn.

Bereinigt lag das EBT des Konzerns in den ersten 9 Monaten 2009/2010 bei 923 Mio € und damit 1.429 Mio € über dem Vorjahreswert von −506 Mio €.
BEREINIGTES EBT in Mio €
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | |
|---|---|---|---|---|
| EBT | -987 | 918 | -772 | 414 |
| +/- Veräußerungsverluste/-gewinne | -1 | -81 | -1 | 0 |
| + Restrukturierungsaufwendungen | 302 | 43 | 236 | 43 |
| + Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) | 150 | 4 | 74 | 4 |
| + Weitere nicht operative Aufwendungen | 30 | 39 | -1 | 19 |
| - Weitere nicht operative Erträge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bereinigtes EBT | -506 | 923 | -464 | 480 |
Die Umsatzerlöse lagen in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2009/2010 mit 31.137 Mio € um 457 Mio € oder 1 % über dem Wert für den entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz der Umsatzerhöhung verringerten sich die Umsatzkosten um 961 Mio € oder 4 %. Hierzu trugen neben gesunkenen Personal- und Materialaufwendungen auch erheblich verminderte Vorratsabwertungen sowie im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen bei. Das Bruttoergebnis vom Umsatz verbesserte sich erheblich um 1.418 Mio € oder 42 % auf 4.788 Mio €, verbunden mit einer entsprechenden deutlichen Zunahme der Brutto-Umsatzmarge von 11,0 % auf 15,4 %.
Die Abnahme der Vertriebskosten um 63 Mio € resultierte insbesondere aus verminderten Personalaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen auch als Folge der Kostensenkungsmaßnahmen um 126 Mio € unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 80 Mio € resultierte im Wesentlichen aus der Annullierung von Währungssicherungen für geplante Rohstoffeinkäufe im Vorjahreszeitraum als Folge der Finanzkrise. Die Verminderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 72 Mio € betraf mit 10 Mio € geringere Verluste aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte sowie mit 17 Mio € Effekte aus der Bewertung von Fremdwährungspositionen. Der Anstieg des Ergebnisses aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen um 97 Mio € betraf hauptsächlich die Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice sowie ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services. Die Zunahme des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 92 Mio € resultierte aus der im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserten Ertragslage bei den betreffenden Gesellschaften. Für die Erhöhung des sonstigen Finanzergebnisses um 96 Mio € waren hauptsächlich ein um 25 Mio € verbessertes Kursergebnis aus Finanztransaktionen sowie eine im Vergleich zum Vorjahr um 60 Mio € erhöhte Aktivierung von Bauzeitzinsen, die die Errichtung der Stahlwerke in Brasilien und den USA betraf, verantwortlich.
Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen im Berichtszeitraum 191 Mio €; dies entspricht einer Steuerquote von 21 %. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurde hier insbesondere auf Grund der negativen Ergebnissituation insgesamt ein Ertrag in Höhe von 158 Mio € ausgewiesen.
Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich im Berichtszeitraum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, der einen Periodenfehlbetrag von 829 Mio € aufwies, ein um 1.556 Mio € auf 727 Mio € verbesserter Periodenüberschuss.
Unter Einbezug der Periodenergebnisse, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen, verbesserte sich das Ergebnis je Aktie für die ersten 9 Monate des Geschäftsjahres 2009/2010 deutlich auf einen Gewinn von 1,38 € nach einem negativen Wert von −1,73 € im Vorjahreszeitraum.
ThyssenKrupp PLuS erfolgreich fortgesetzt
Mit dem konzernweiten Maßnahmenprogramm ThyssenKrupp PLuS wollen wir einerseits positive Ergebniseffekte auf der Kosten- und Absatzseite realisieren sowie andererseits die Liquidität stabilisieren bzw. weiter verbessern, um den Finanzierungsbedarf möglichst gering zu halten. Die in den ersten 9 Monaten 2009/2010 erzielten Ergebnisse sind vielversprechend: Wir bleiben auf Kurs und werden unsere Ziele zum Ende des Geschäftsjahres erreichen.
Der Erfolg unserer Ergebnismaßnahmen spiegelt sich neben anderen Einflussfaktoren im deutlich verbesserten Konzernergebnis wider. Die Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen – Net Working Capital – ist gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr nur soweit gestiegen, wie es für das wieder besser laufende Geschäft notwendig war. Dazu haben begleitende Maßnahmen wie eine effizientere Vorratshaltung und ein verbessertes Forderungsmanagement beigetragen. Bei den Investitionen bewegen wir uns durch eine zurückhaltende Vergabe der Mittel ebenfalls im Rahmen unserer Auszahlungsziele.
Netto-Finanzschulden und Investitionen
Die Netto-Finanzschulden lagen am 30. Juni 2010 bei 3.753 Mio €. Der Anstieg um 1.694 Mio € gegenüber dem 30. September 2009 begründet sich wesentlich durch das operative Geschäft – insbesondere wegen des Anlaufens der Großprojekte in Brasilien und den USA – sowie die Investitionstätigkeit und die Dividendenzahlung. Einmaleffekte – u.a. die Eigenkapitaleinzahlung bei ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A. sowie die Desinvestitionen ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway – haben den Anstieg begrenzt.

In den ersten 9 Monaten 2009/2010 investierte ThyssenKrupp insgesamt 2.460 Mio € und damit 20 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hiervon wurden 2.384 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 76 Mio €. Ohne die Großprojekte in Brasilien und den USA betrugen die Investitionen 752 Mio € gegenüber 1.509 Mio € im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Aktuelle Emittenten-Ratings
Im 1. Quartal 2009/2010 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s das Rating von ThyssenKrupp auf BB+ heruntergestuft. Damit hat ThyssenKrupp bei Standard & Poor’s den Investment-Grade-Status verloren. Bei Moody’s und Fitch befindet sich unser Rating weiterhin im Investment-Grade-Bereich. Am 30. Juli 2010 stufte Fitch den Ausblick für das Rating BBB- von „negativ" auf „stabil" herauf.
RATINGS
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor’s | BB+ | B | stabil |
| Moody’s | Baa3 | Prime–3 | negativ |
| Fitch | BBB- | F3 | stabil |
Geschäftsverlauf in den Business Areas
Steel Europe
STEEL EUROPE IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 5.568 | 8.205 | 2.223 | 2.706 |
| Umsatz | Mio € | 7.325 | 7.835 | 2.151 | 2.887 |
| EBT | Mio € | 142 | 450 | -312 | 183 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 294 | 450 | -172 | 183 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 36.607 | 34.434 | 36.607 | 34.434 |
Die Business Area Steel Europe bündelt die Qualitätsflachstahlaktivitäten des Konzerns vor allem im europäischen Markt. Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe als größter Umsatzträger beliefert den Markt direkt mit hochwertigen Qualitätsflachstahlerzeugnissen und versorgt darüber hinaus die überwiegend in nachgeschalteten Produktionsbereichen tätige Operating Unit Processing mit Vormaterial beispielsweise für Weißblech, Elektroband und Tailored Blanks.
Auftragslage verbessert, Umsatz stabilisiert
Gestützt durch das wieder günstigere konjunkturelle Umfeld nahm der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres im Vorjahresvergleich um 47 % auf 8,2 Mrd € zu. Dies war im Wesentlichen durch die wieder höheren Bestellmengen bedingt: Sie lagen um 96 % über dem entsprechenden Vorjahreswert, wobei sich zuletzt die Ordertätigkeit wieder etwas beruhigte; mittlerweile wird an der Kapazitätsgrenze produziert. Der Umsatz stieg um 7 % auf 7,8 Mrd €. Auch der Versand erholte sich zunehmend und übertraf das Vorjahresniveau um 33 %. Dieser positiven Mengenentwicklung standen negative Erlöseffekte gegenüber. Die Durchschnittserlöse zeigten während des Berichtszeitraums zwar einen weitgehend stabilen Verlauf. Im Vergleich zu den außerordentlich hohen Erlösen im Vorjahr war aber ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen; zum Vorquartal sind die Stahlerlöse im 3. Quartal jedoch gestiegen. Die kostenbedingt höheren Marktpreise werden sich wegen der laufenden Langfristkontrakte nur verzögert in den durchschnittlichen Erlösen niederschlagen.
Steel Europe erzielte einen Gewinn vor Steuern von 450 Mio € und übertraf damit das Vorjahresergebnis um 308 Mio €. Dies lag maßgeblich an der positiven Mengenentwicklung und den fortlaufenden Kostensenkungs- und Ergebnisverbesserungsprogrammen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatten die rezessive Marktentwicklung und erhebliche Restrukturierungskosten negativ zu Buche geschlagen.
Die Unternehmen der Business Area beschäftigten am 30. Juni 2010 insgesamt 34.434 Mitarbeiter. Der Rückgang um 2.173 gegenüber dem Stand ein Jahr zuvor ging im Wesentlichen auf die Personalanpassungen im Rahmen des Programms 20/10 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG und im Bereich Metal Forming zurück.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe erhöhte den Umsatz. Eine deutlich gestiegene Absatzmenge konnte den Erlösrückgang mehr als ausgleichen. Die Mengenausweitung im Vertriebsbereich Industrie betraf insbesondere das Fremdkundengeschäft, das im Vorjahr starke Einbußen verzeichnet hatte und nun vor allem von Lagerergänzungen, aber auch von dem wieder gestiegenen realen Bedarf einzelner Branchen profitierte. Die stärksten Impulse gingen von Abnehmern aus dem Handel und von Stahl-Service-Centern aus. Der Versand an Kunden aus der Automobilindustrie hat sich im Verlauf der vergangenen Monate zwar zunehmend stabilisiert, lag aber nach dem letztjährigen Einbruch noch unter den Rekordniveaus früherer Jahre. Durch die realisierten Kostensenkungen und höhere Absatzmengen konnte ThyssenKrupp Steel Europe den Gewinn vor Steuern erheblich verbessern.
Die Auslastung der Anlagen ist infolge der höheren Nachfrage im 3. Quartal des Geschäftsjahres weiter gestiegen. Seit im Januar 2010 der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann wieder angeblasen wurde, sind alle verfügbaren Hochöfen erneut in Betrieb. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im Berichtszeitraum mit 9,9 Mio t um 49 % über der vergleichbaren Vorjahresmenge. Die Metallurgiestufen waren damit wieder voll ausgelastet. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien verbesserte sich die Kapazitätsauslastung deutlich, so dass seit Mai 2010 keine Kurzarbeit mehr verfahren werden musste.
Die Weiterverarbeitungsaktivitäten der Operating Unit Processing entwickelten sich unterschiedlich. Insgesamt lag der Umsatz geringfügig über dem Niveau des Vorjahres; das Ergebnis vor Steuern hat sich verbessert.
Das Geschäft mit Weißblech behauptete sich in einem von Nachfrageüberhängen gekennzeichneten Markt weiterhin gut, und das Umsatzniveau konnte leicht gesteigert werden. Die kräftige mengenbedingte Umsatzsteigerung bei Mittelband war wesentlich durch die verbesserte Beschäftigung in der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie bedingt. Der Umsatz mit Elektroband lag über dem Vorjahr, weil dem Bereich Electrical Steel mit Wirkung vom 01. Oktober 2009 die bisher bei ThyssenKrupp Steel Europe angesiedelte Fertigung von nichtkornorientiertem Elektroband zugeordnet wurde. Bei Grobblech gingen Umsatz und Erlöse marktbedingt zurück; der Versand erholte sich jedoch zuletzt deutlich.
Der Bereich Tailored Blanks konnte sein Geschäft signifikant ausweiten; die Absatzmengen wurden durch die staatlichen Konjunkturprogramme für die Automobilindustrie in vielen europäischen Ländern und den USA noch günstig beeinflusst. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus positive Impulse, so dass sich der Umsatz erhöhte. Nach der erfolgreichen Restrukturierung dieses Bereichs wird nun eine Best-Owner-Lösung gesucht. Color/Construction verzeichnete ein niedrigeres Geschäftsvolumen. Trotz einer positiveren Mengenentwicklung in einzelnen Branchen wie der Garagentorindustrie und in Teilen des Fahrzeugbaus blieb die Marktlage insgesamt angespannt.
Steel Americas
STEEL AMERICAS IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 0 | 47 | 0 | 24 |
| Umsatz | Mio € | 0 | 47 | 0 | 24 |
| EBT | Mio € | -117 | -98 | -19 | -62 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -117 | -98 | -19 | -62 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 1.590 | 2.876 | 1.590 | 2.876 |
Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA und organisiert die Brammenlogistik zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.
Einweihung des Werkes in Brasilien
Am 18. Juni 2010 ist das neue integrierte Hüttenwerk von ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico bei Santa Cruz im Westen von Rio de Janeiro in Anwesenheit von Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva feierlich eröffnet worden. Mit einem Investitionsbudget von 5,2 Mrd € ist es für ThyssenKrupp das größte Auslandsengagement der Konzerngeschichte. Es ist ebenfalls die größte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das erste große Stahlwerk, das in diesem Land seit Mitte der 1980er Jahre gebaut wurde. Die Produktionskapazität wird insgesamt rund 5 Mio t Rohstahl jährlich betragen.
Die Bauarbeiten befinden sich auf der Zielgeraden. Hafenanlage und Rohstofflager sind errichtet; Batterie A der Kokerei und Stahlwerk sind weit fortgeschritten; Kraftwerk, Sinteranlage und Hochöfen wurden bereits in der 1. Jahreshälfte 2010 technisch fertiggestellt, und die beiden Gasturbinen gingen im abgelaufenen Quartal in Betrieb. Auch die Arbeiten für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für die sonstigen Infrastruktureinrichtungen kommen gut voran.
Nach dem Anblasen des ersten Hochofens, das während der Einweihungsfeier des Hüttenwerks erfolgte, wird Ende August 2010 die erste komplette Produktionslinie mit Hochofen, Stahlwerkskonverter und Stranggießanlage angefahren; eine zweite Stahlwerkslinie geht in Betrieb, sobald die erste Linie stabil arbeitet. Der Hochlauf des zweiten Hochofens erfolgt flexibel nach den Bedürfnissen des Marktes, aus heutiger Sicht bereits Ende 2010.
Ende Juni 2010 waren knapp 24.000 Personen auf der Baustelle tätig, und fast 1.900 Mitarbeiter waren bei CSA in Brasilien angestellt.
Weiterverarbeitungswerk in den USA
Auch die Bauarbeiten für unser Weiterverarbeitungswerk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama sind weit fortgeschritten. Das Investitionsbudget beträgt 3,6 Mrd US-Dollar. Der Baufortschritt befindet sich weitestgehend im Zeitplan; Ende Juli 2010 erfolgte die Inbetriebnahme der Warmbandstraße. Das Kaltwalzwerk, die Beize sowie die Adjustagen werden in der 2. Jahreshälfte 2010 den Betrieb aufnehmen. Auf Grund der konjunkturellen Situation verlagert sich die Fertigstellung der Veredelungsanlagen in das nächste Geschäftsjahr, wobei die einzelnen Veredelungsanlagen sukzessive fertiggestellt werden. In der Warmwalzkapazität von insgesamt etwa 5 Mio t jährlich ist auch die erforderliche Walzkapazität für das Rostfrei-Werk von Stainless Global in Alabama enthalten.
Ende Juni 2010 waren etwa 7.000 Personen auf der Baustelle tätig; knapp 1.000 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.
Ergebnissituation und Belegschaft
Die Ergebnissituation wird hauptsächlich durch die mit der Fertigstellung der Projekte verbundenen Anlaufkosten sowie den Hochlauf der Produktion geprägt. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 verzeichnete die Business Area ein negatives Ergebnis vor Steuern von 98 Mio €. Neben den mit dem Projekt verbundenen Anlaufkosten war dieses Ergebnis im Wesentlichen beeinflusst durch positive Währungseffekte, die sich aus der Entwicklung des Real gegenüber dem Euro ergaben, und die Aktivierung von Bauzeitzinsen.
Am 30. Juni 2010 beschäftigte die Business Area Steel Americas 2.876 Mitarbeiter; dies entsprach einem Anstieg von 1.286 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr.
Markteintritt Nafta
Parallel zu den Bauarbeiten haben wir die Marktanalysen über die Preis- und Mengenentwicklung sowie die Kundenanforderungen im Nafta-Raum systematisch weitergeführt und eine optimale Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen und den verfügbaren Produktspezifikationen vorbereitet. Dazu setzen die Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl-Service-Center und Rohrindustrie intensiv fort, so dass bereits die ersten Zusagen von Kunden aus dem Nafta-Raum gewonnen werden konnten.
Stainless Global
STAINLESS GLOBAL IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 2.992 | 3.820 | 1.207 | 1.317 |
| Umsatz | Mio € | 3.191 | 4.379 | 1.030 | 1.708 |
| EBT | Mio € | -812 | -112 | -202 | 64 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -706 | -112 | -156 | 64 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 11.869 | 11.150 | 11.869 | 11.150 |
Als einer der weltweit führenden Edelstahlproduzenten steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das Edelstahlwerk in Alabama, das in Kooperation mit Steel Americas errichtet wird.
Auftragslage und Umsatz verbessert, Verlust weiter reduziert
Die Auftragslage von Stainless Global hat sich in den ersten 9 Monaten 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Der mengenmäßige Auftragseingang erhöhte sich um 17 %, wobei im Bereich Edelstahl Rostfrei die Nachfrage nach Kaltband sogar um 27 % zulegte. Auch bei den Nickellegierungen erhöhten sich die Auftragsmengen, während sie bei Titan auf Vorjahresniveau lagen. Der wertmäßige Auftragseingang der Business Area nahm um 28 % auf 3,8 Mrd € zu – vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahr höheren Legierungszuschläge.
Die Gesamtlieferungen stiegen um 30 % auf 1,7 Mio t. Während sich der Versand von Edelstahl Rostfrei erhöhte, ging er in den Bereichen Titan und Nickellegierungen im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück. Insgesamt wuchs der Umsatz der Business Area um 37 % auf 4,4 Mrd €.
Stainless Global hat das EBT um 700 Mio € auf −112 Mio € verbessert; im 3. Quartal 2009/2010 wurde wieder ein Gewinn vor Steuern erzielt. Im 9-Monats-Vergleich konnten mit Ausnahme von ThyssenKrupp Stainless USA alle Operating Units des Edelstahl-Rostfrei-Bereichs ihre Verluste wesentlich verringern: Ausschlaggebend dafür waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen und Wertminderungsaufwendungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell insgesamt günstigere Marktlage, die entsprechend höhere Basispreise ermöglichte und die Produktionskapazitäten besser auslastete. Die Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen wurden an allen Standorten weiter konsequent umgesetzt. Mit dem Performance-Steigerungsprogramm SPRINT wird bereits jetzt eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage und der Wettbewerbsposition realisiert sowie eine weitere Flexibilisierung der Kostenbasis geschaffen.
Zum 30. Juni 2010 beschäftigte Stainless Global 11.150 Mitarbeiter, 719 weniger als ein Jahr zuvor.
Entwicklung der Operating Units
Die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten führte bei ThyssenKrupp Nirosta und bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mengenmäßig zu einer deutlich besseren Auftragslage sowie einem höheren Versand. Auch der Umsatz dieser Operating Units nahm beachtlich zu. Nach dem hohen Verlust im Vorjahreszeitraum hat sich sowohl bei ThyssenKrupp Nirosta als auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni das EBT in den ersten 9 Monaten 2009/2010 verbessert, blieb aber negativ. Dazu trugen höhere Basispreise, gestiegene Kalt- und Warmbandmengen sowie eine forcierte Realisierung der Restrukturierungsmaßnahmen bei. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zusätzlich.
ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten ebenfalls einen höheren mengenmäßigen Auftragseingang und gestiegene Versandmengen sowie bessere Umsätze und nahezu ausgeglichene Ergebnisse. Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt lasteten bei Shanghai Krupp Stainless die Kapazitäten höher aus; verbunden mit einem höheren Versand sowie gestiegenen Erlösen reduzierte dies den Vorsteuerverlust deutlich.
Durch die sich weltweit erholende Nachfrage hat ThyssenKrupp Stainless International sowohl Versand als auch Umsätze nahezu verdoppelt.
Das Geschäft von ThyssenKrupp VDM war dadurch belastet, dass Kunden Projekte verschoben oder stornierten. Während der Auftragseingang bei den Nickellegierungen anstieg und bei den Titanhalbzeugen stabil blieb, ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in beiden Geschäftsfeldern zurück. Das Ergebnis blieb weiter negativ, obwohl Restrukturierungsmaßnahmen ergriffen wurden und Bestandsabwertungen größtenteils entfielen.
Edelstahlwerk in den USA
In Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes integriertes Rostfrei-Werk; das Investitionsvolumen beträgt rund 1,4 Mrd US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks wird zeitlich gestreckt erfolgen. Es ist vorgesehen, im Oktober 2010 mit einem Kaltwalzgerüst und einer jährlichen Kaltbandkapazität von 100.000 t zu starten, die im weiteren zeitlichen Verlauf auf eine Gesamtkapazität von maximal 140.000 t pro Jahr ausgeweitet wird. In Vorbereitung auf die Warminbetriebnahme des Gerüsts wurden im Juni 2010 erste Weißband-Coils von ThyssenKrupp Nirosta in die USA geliefert. Der Start der Warmband-Glüh- und Beizlinie ist auf 2011 vorgezogen worden. Das Hochfahren der übrigen Aggregate kann weiterhin flexibel angepasst werden. Dies gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks; sie war für Anfang 2012 vorgesehen und kann sich um bis zu 24 Monate verschieben. Zunächst wird der Standort sein Vormaterial aus den europäischen Werken erhalten.
Materials Services
MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 9.204 | 9.435 | 2.469 | 3.695 |
| Umsatz | Mio € | 9.855 | 9.239 | 2.751 | 3.598 |
| EBT | Mio € | -204 | 316 | -128 | 144 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -204 | 235 | -128 | 144 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 44.744 | 32.096 | 44.744 | 32.096 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf Distribution, Logistik und Service von Roh- und Werkstoffen, technische Dienstleistungen sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen spezialisiert. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen, Sonderwerkstoffen und Kunststoffen bietet Materials Services Dienstleistungen an, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain- sowie Projektmanagement reichen.
Erholung verstärkt fortgesetzt – Kostensenkungsprogramme wirken nachhaltig
Die Business Area erzielte in den ersten 9 Monaten 2009/2010 einen Umsatz von 9,2 Mrd €, 6 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nachdem der Umsatz im 1. Halbjahr noch 21 % unter dem Vorjahreswert lag, wurden im 3. Quartal erstmalig die Umsatzwerte von 2008/2009 signifikant übertroffen. Dazu haben neben einer erhöhten Mengennachfrage deutlich gestiegene Verkaufspreise beigetragen. Die im 1. Quartal veräußerten Bereiche ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway sind nur anteilig in den Umsatzzahlen des laufenden Jahres enthalten.
Materials Services wies im 3. Quartal ein EBT von 144 Mio € aus und hat damit sein Ergebnis vor Sondereffekten von Quartal zu Quartal wesentlich verbessert. Einschließlich der außerordentlichen Erträge aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in Höhe von 81 Mio € erwirtschaftete die Business Area in 9 Monaten ein EBT von 316 Mio €; bereinigt belief es sich auf 235 Mio €. Neben der wirtschaftlichen Erholung war der Ergebnisanstieg vor allem auf die nachhaltig gesenkten Kosten in allen Bereichen zurückzuführen.
In der Business Area arbeiteten zum Ende des Berichtszeitraums 32.096 Mitarbeiter, 12.648 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang war wesentlich auf Desinvestitionen bei Industrial Services zurückzuführen. Doch auch in nahezu allen Gesellschaften der Operating Unit Metals Services sank die Zahl der Mitarbeiter.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Werkstoffaktivitäten im Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen. Der Umsatz war in den ersten 9 Monaten 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig; Grund dafür war das durchschnittlich immer noch niedrigere Preisniveau. In den Schwerpunktmärkten Europa und Nordamerika zeichnete sich gegen Ende des 2. Quartals eine Belebung ab, die sich im 3. Quartal verstärkt fortsetzte. Die Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Maschinen- und Anlagenbau und eingeschränkt auch aus der Bauwirtschaft ist spürbar gestiegen, jedoch nicht in gleichem Umfang wie das Preisniveau. Erhebliche strukturelle Maßnahmen haben die wirtschaftliche Situation der Operating Unit wesentlich verbessert. Auf Grund der Nachfrage aus der Automobilindustrie hat sich die Geschäftslage der automobilnahen Service-Center-Aktivitäten gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreszeitraum weiter deutlich positiv entwickelt. Das internationale Streckengeschäft litt unverändert unter zurückhaltender Nachfrage und sehr hartem Wettbewerb bei den wenigen ausgeschriebenen Großprojekten. Die Kunden bestellen zunehmend vorsichtiger, wobei ihre Aufträge wieder stärker rein projektbezogen und sehr kurzfristig erfolgen. Nach dem erheblichen Verlust im Vorjahreszeitraum, der durch drastisch fallende Preise und in der Konsequenz durch hohe Wertberichtigungen auf Vorräte bestimmt war, konnte die Operating Unit ihren Gewinn im 3. Quartal erheblich verbessern und wies in 9 Monaten das beste Ergebnis der Business Area aus.
Die Operating Unit Special Services umfasst die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Kunststoffgeschäft. Hinzu kommen der Rohstoffhandel, Systemlösungen in der Bau- und Gleistechnik sowie Stahlwerks- und Technikdienstleistungen. Der Umsatz der Operating Unit lag insgesamt über dem Vorjahreswert. Das Kunststoffgeschäft zog nach der langen witterungsbedingten Winterpause mit den Einschränkungen für die Bauindustrie spürbar an. Unverändert stabil und positiv entwickelte sich der Bereich Aerospace. In Europa und Nordamerika wurden im Berichtszeitraum neue Projekte und Verträge abgeschlossen. Im Zuge der merklich verbesserten Beschäftigung in der Stahlindustrie konnte das Rohstoffgeschäft erheblich ausgeweitet werden. Witterungsbedingte Verschiebungen, Verzögerungen in der Umsetzung von Konjunkturprogrammen, Finanzierungsschwierigkeiten bei Großprojekten, aber auch erhöhter Wettbewerbsdruck beeinträchtigten den Umsatz in der Gleis- und Bautechnik. Im Bereich der stahlwerksnahen Dienstleistungen hat sich die Beschäftigungslage in Brasilien auf einem erfreulich hohen Niveau stabilisiert. Im Berichtsquartal konnten erste größere Projektabrechnungen für das Stahlwerk CSA in Brasilien realisiert werden. In Deutschland hat sich die Auslastung im Zuge der anziehenden Stahlkonjunktur wesentlich verbessert. Insgesamt erzielte die Operating Unit einen deutlichen Gewinn und konnte das Vorjahresergebnis überschreiten.
Das Zahlenwerk der Operating Unit Industrial Services war im Wesentlichen durch die Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway geprägt. Umsatz und Ergebnis sind nur anteilig enthalten. Der verbliebene Bereich wurde mit einer zeitlichen Verzögerung von der allgemeinen Konjunkturkrise betroffen; Chemie- und Energiewirtschaft blieben mit der Auftragsvergabe zögerlich. Umsatz und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern erreichten in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres nicht das Niveau des Vergleichszeitraums.
Elevator Technology
ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.937 | 3.835 | 1.186 | 1.390 |
| Umsatz | Mio € | 3.964 | 3.760 | 1.328 | 1.313 |
| EBT | Mio € | 474 | 459 | 166 | 151 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 474 | 459 | 166 | 151 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 42.761 | 43.066 | 42.761 | 43.066 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Mehr als 43.000 Mitarbeiter an über 900 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Gut behauptet
Die Business Area hat sich in den ersten 9 Monaten 2009/2010 trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds gut behauptet. Der Auftragseingang des Vorjahreszeitraums konnte mit 3,8 Mrd € nahezu erreicht werden. Einem Rückgang im Neuinstallations- sowie im Modernisierungsgeschäft stand das deutliche Wachstum im Wartungsgeschäft gegenüber. Zusätzlich haben sich Wechselkurseffekte mit 31 Mio € positiv auf den Auftragseingang ausgewirkt. Während die meisten Operating Units geringfügige Rückgänge verzeichneten, konnte Asia/Pacific den Auftragseingang erheblich steigern.
Wegen des schwächeren Neuinstallations- und Modernisierungsgeschäfts verminderte sich der Umsatz um 5 % auf 3,8 Mrd €, wobei Wechselkurseffekte in Höhe von 25 Mio € leicht kompensierend wirkten. Gleichzeitig wurde der Umsatz aus dem Wartungsgeschäft ausgebaut: Die Anzahl der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten stieg weiter an.
Elevator Technology erwirtschaftete ein EBT von 459 Mio € und konnte damit an das gute Vorjahresniveau anknüpfen. Alle Operating Units haben zu diesem positiven Ergebnis beigetragen.
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich mit 43.066 am 30. Juni 2010 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, was vor allem am Belegschaftszuwachs bei Asia/Pacific lag. In der Operating Unit Americas gab es dagegen einen geringen Rückgang.
Entwicklung der Operating Units
In der Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe war ein geringfügig niedrigerer Auftragseingang zu verzeichnen. Ursache hierfür war eine rückläufige Entwicklung in Frankreich. Alle anderen Regionen blieben hingegen stabil. Der Umsatz lag ebenfalls unter dem Vorjahresniveau, was vor allem an Großbritannien und Frankreich lag. In allen anderen Märkten konnte der Umsatz nahezu konstant gehalten werden. Das schwächere Geschäft in Großbritannien und Frankreich ließ auch das EBT deutlich zurückgehen.
Der Auftragseingang der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East blieb insbesondere durch das schwächere Neuanlagen- und Modernisierungsgeschäft leicht hinter dem Vorjahreswert zurück. Belastend wirkten das negative Marktumfeld auf der iberischen Halbinsel sowie die Normalisierung bei den ägyptischen Aktivitäten; dem stand ein erhebliches Wachstum in der Golfregion gegenüber. Die Operating Unit baute dank starker Zuwächse vor allem in den Golfstaaten, in Ägypten sowie in Italien ihren Umsatz leicht aus. Das Ergebnis vor Steuern lag leicht unter dem Vorjahresniveau.
Die Operating Unit Americas erwirtschaftete trotz leicht positiver Wechselkurseffekte einen geringeren Auftragseingang, Umsatz und EBT. Darüber hinaus entwickelten sich das Neuinstallations- sowie das Modernisierungsgeschäft in Nordamerika deutlich rückläufig, während das Wartungsgeschäft weiter gesteigert werden konnte. Die südamerikanischen Aktivitäten mit Schwerpunkt Brasilien legten bei Auftragseingang, Umsatz und insbesondere beim EBT nochmals erheblich zu.
Die Geschäftsaktivitäten der Operating Unit Asia/Pacific lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahres, was durch Wechselkurseffekte insgesamt unterstützt wurde. Auftragseingang und Umsatz nahmen insbesondere wegen der weiterhin erfreulichen Entwicklung in China erheblich zu. Das Ergebnis vor Steuern übertraf den Vorjahreswert, was vor allem von den chinesischen und koreanischen Aktivitäten getragen wurde.
In der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges blieb das Geschäft hinter dem Vorjahresniveau zurück. Während sich die Fahrtreppenaktivitäten durchweg stabil entwickelt haben, gingen bei den Fluggastbrücken Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis vor Steuern projektbedingt gegenüber den guten Werten des Vorjahreszeitraums zurück.
Trotz Zuwächsen in Europa und Asien lagen Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis vor Steuern der Operating Unit Accessibility leicht unter dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die weiterhin anhaltende Krise des Immobilienmarktes für Einfamilienhäuser entwickelte sich das Geschäft in den USA rückläufig, weshalb dort strikte Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt werden.
Plant Technology
PLANT TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.075 | 2.948 | 807 | 800 |
| Umsatz | Mio € | 3.366 | 2.864 | 1.101 | 970 |
| EBT | Mio € | 238 | 230 | 65 | 62 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 244 | 230 | 66 | 62 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 13.062 | 12.975 | 13.062 | 12.975 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen und Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Stabiler Geschäftsverlauf in schwierigerem Marktumfeld
Plant Technology erzielte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Uhde, Fördertechnik und System Engineering einen Auftragseingang von 2,9 Mrd € und konnte damit nahezu an den Wert des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Insgesamt zeigte sich in einzelnen Feldern des Anlagenbaus ein intensiverer Wettbewerb, bedingt durch vermehrte Überkapazitäten auf der Angebotsseite bei einer vergleichsweise geringeren Anzahl zu vergebender Projekte. Die wieder anziehenden Rohstoffmärkte führten dagegen zu einer höheren Vergabetätigkeit bei Projekten im Mining- und Minerals-Bereich.
Der Umsatz lag in den ersten 9 Monaten 2009/2010 abrechnungsbedingt mit 2,9 Mrd € um 15 % unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 6,5 Mrd € zum 30. Juni 2010, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz.
Mit einem Gewinn vor Steuern von 230 Mio € erzielte Plant Technology in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres wieder ein erfreuliches Ergebnis. Hauptergebnisträger waren Uhde, Polysius und Fördertechnik.
Die Mitarbeiterzahl von 12.975 zum 30. Juni 2010 hat sich gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verringert.
Entwicklung der Operating Units
Dank der Großaufträge für mehrere Düngemittelanlagen in Abu Dhabi und Ägypten sowie einer Kokerei mit Gasbehandlung in Taiwan und einer Wasserstoffanlage in Indien lag der Auftragseingang von Uhde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 merklich über dem Vorjahreswert. Der Umsatz war dagegen im Vergleich zum Vorjahr, in dem einige Großaufträge abgerechnet wurden, deutlich rückläufig. Dagegen übertraf der Gewinn vor Steuern signifikant das bereits hohe Ergebnisniveau des Vorjahres.
Bei Polysius, einem der führenden Engineering-Unternehmen für die Ausrüstung der Zement- und Minerals-Industrie, war der Auftragseingang erheblich niedriger als im Vorjahr. Dies war bedingt durch mehrere Großaufträge, die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten, sowie durch die Verzögerung bei der Vergabe mehrerer Projekte im Berichtszeitraum. Auf Grund des hohen Auftragsbestands konnte der Umsatz jedoch leicht das Vorjahresniveau übertreffen. Das Ergebnis vor Steuern erreichte nicht ganz den guten Vorjahreswert.
Der Auftragseingang von Fördertechnik entwickelte sich auch in den ersten drei Quartalen 2009/2010 erfreulich und übertraf erheblich den Vorjahreswert. Hierzu trugen insbesondere die Aufträge aus Brasilien für Tagebauausrüstungen einschließlich zweier vollmobiler Brecheranlagen und für eine Kraftwerksbekohlungsanlage in Südafrika sowie die sehr gute Auftragslage in Indien bei. Auch beim Umsatz konnte der hohe Vorjahreswert nochmals gesteigert werden. Das EBT erreichte ebenfalls das gute Vorjahresniveau.
Bei System Engineering – Spezialist bei Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie – hat sich die Auftragslage weiter verbessert. Höhere Auftragseingänge im Wesentlichen im Bereich Rohkarosserien konnten rückläufige Abrufe in der Teilefertigung auf Grund der geringeren Produktionsstückzahlen und temporärer Werksschließungen einzelner Kunden in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres deutlich überkompensieren. Der Umsatz lag allerdings abrechnungsbedingt unter dem Wert des Vorjahres. Niedrigere Abrufe in der Teilefertigung sowie die Unterbeschäftigung im Bereich Montageanlagen trugen zu einem negativen Ergebnis vor Steuern bei.
Components Technology
COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 3.205 | 4.090 | 899 | 1.584 |
| Umsatz | Mio € | 3.462 | 4.149 | 1.063 | 1.568 |
| EBT | Mio € | -95 | 164 | -101 | 58 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -44 | 211 | -76 | 105 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 27.963 | 28.860 | 27.963 | 28.860 |
Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen und für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt
In der Business Area Components Technology hat sich die erfreulich positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 verbesserte sich der Auftragseingang um 28 % auf 4,1 Mrd €. Der Umsatz stieg um 20 % auf 4,1 Mrd €. Gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal konnten im 3. Quartal 2009/2010 Umsatzzuwächse von fast 50 % erzielt werden. Zur Nachfragebelebung in der Automobilindustrie haben neben der anziehenden Konjunktur u.a. die staatlichen Förderprogramme in vielen Ländern sowie der Aufbau der Lagerbestände unserer Kunden beigetragen.
Nach dem Verlust im Vorjahr wurde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 164 Mio € erzielt. Dazu haben die stärkere Nachfrage aus der Automobilindustrie sowie geringere Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen beigetragen. Außerdem wirkten sich die bereits im Vorjahr eingeleiteten und weiterhin umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen positiv aus: Diese Maßnahmen zielen hauptsächlich auf eine strukturelle Kapazitätsanpassung ab und beinhalten neben Personalanpassungen auch Schließungen von Werken in Europa und den USA. Hinzu kamen weitere Kostensenkungsprogramme. Nach Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen betrug das Bereinigte EBT 211 Mio €.
Ende Juni 2010 beschäftigte Components Technology 28.860 Mitarbeiter, 897 mehr als ein Jahr zuvor. Dank der positiven Nachfrageentwicklung auf den internationalen Automobilmärkten konnten insbesondere in den USA sowie in Brasilien und China zusätzlich Mitarbeiter eingestellt werden; in Deutschland ging die Belegschaftszahl dagegen zurück.
Entwicklung der Operating Units
Die Geschäftsentwicklung der Operating Units verlief insgesamt positiv.
Das Automobilzuliefergeschäft zeigte weiterhin eine erfreuliche Entwicklung. Das Geschäft von Presta Camshafts, Presta Steering und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen, Dämpfern, Federn und der Montage von Achsmodulen erzielte auf Grund der erhöhten Abrufe aus der Automobilindustrie in den ersten 9 Monaten 2009/2010 deutlich höhere Umsätze. Presta Camshafts und Presta Steering verbesserten ihr Ergebnis und erwirtschafteten einen Gewinn vor Steuern; das Ergebnis der Bilstein-Gruppe war hingegen durch Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen belastet.
Die Forging-Group erhöhte mit geschmiedeten Kurbelwellen für Personen- und Nutzfahrzeuge ihren Umsatz deutlich und kehrte in die Gewinnzone zurück. Insbesondere auf dem brasilianischen und dem US-Markt war eine höhere Nachfrage zu verzeichnen. Auch in Europa belebte sich der Markt, was insbesondere im 3. Quartal die Umsätze steigen ließ.
Die amerikanischen Gießereien von Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und übrige Anwendungsfelder produzieren, profitierten ebenfalls von der höheren Marktnachfrage sowie von weiteren Einsparungen im Health-Care-Programm und strukturellen Kapazitätsanpassungen. Im 9‑Monats-Vergleich konnten ein erheblicher Umsatzzuwachs und ein Gewinn vor Steuern erzielt werden.
Im Baumaschinengeschäft von Berco belebte sich die Nachfrage ab März 2010. Ausgehend von einem niedrigen Basisniveau im Vorjahr verdoppelte sich der Umsatz im 3. Quartal nahezu, weil beispielsweise Kunden ihre verringerten Lagerbestände wieder aufbauten. Auch im 9-Monats-Vergleich konnte das Geschäftsvolumen ausgeweitet werden. Zur weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wurde ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit strukturellen Kapazitätsanpassungen eingeleitet. Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen sowie gestiegene Materialkosten führten zu einem Verlust.
Die noch schwache Nachfrage im allgemeinen Maschinenbau sowie ein am kurzfristigen Bedarf orientiertes Abrufverhalten der Kunden aus der Windenergiebranche hatten im 1. Halbjahr 2009/2010 den Auftragseingang für Großwälzlager und Ringe der Operating Unit Rothe Erde zurückgehen lassen. Im 3. Quartal belebte sich dann jedoch die Ordertätigkeit gegenüber dem Vorjahr, aber auch gegenüber dem Vorquartal deutlich, so dass der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2009/2010 insgesamt auf Vorjahreshöhe lag. Der Umsatz erreichte zwar nicht das Vorjahresniveau, das 3. Quartal zeigte jedoch ansteigende Tendenzen. Rothe Erde blieb Hauptergebnisträger der Business Area, konnte aber umsatzbedingt nicht an den hohen Gewinn des Vorjahres anschließen.
Marine Systems
MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.710 | 357 | -339 | 108 |
| Umsatz | Mio € | 1.238 | 964 | 321 | 423 |
| EBT | Mio € | -211 | -40 | -127 | -23 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | -45 | -1 | -31 | -4 |
| Mitarbeiter | 30.06. | 8.057 | 6.588 | 8.057 | 6.588 |
Mit der Restrukturierung unserer Werften wird sich die Business Area Marine Systems in Zukunft verstärkt auf ihre weltweit herausragende Position im Marineschiffbau konzentrieren.
Auftragseingang und Umsatz rückläufig, Ergebnis verbessert
Das Marktumfeld für Marine Systems war in der Berichtszeit überwiegend ungünstig. Im Marinegeschäft wirkte sich die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte wichtiger Kundenländer negativ aus. In den letzten Monaten haben sich allerdings die Frachtraten für Handelsschifftonnagen deutlich erholt; dies hat auch den Markt für Reparaturen, Erneuerungen und Umbauten spürbar belebt.
Vor diesem Hintergrund fiel der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten 2009/2010 um 79 % auf 357 Mio €; im Wesentlichen handelte es sich um kleinere Projekte. Der im vergangenen Geschäftsjahr paraphierte Vertrag mit der Türkei über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 soll noch im laufenden Geschäftsjahr wirksam werden, nachdem die Finanzierungskonditionen geklärt sind.
Der Umsatz betrug in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 964 Mio €. Ausschlaggebend für den Rückgang um 22 % war der Wegfall aller Umsätze aus den im September 2009 gekündigten U-Bootaufträgen für Griechenland. Durch den Anstieg der Frachtraten gelang es, von Kunden stornierte Containerschiff-Neubauten an Dritte zu veräußern.
Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 171 Mio € auf −40 Mio € und enthielt insbesondere Belastungen durch Hellenic Shipyards in Griechenland. Bereinigt um diese Sondereffekte war das Ergebnis nahezu ausgeglichen.
Infolge der Restrukturierung der Werften ist die Zahl der Mitarbeiter zum 30. Juni 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 1.469 auf 6.588 zurückgegangen.
Restrukturierung der Werften
Die Restrukturierung der Business Area Marine Systems wurde in den ersten 9 Monaten 2009/2010 weiter vorangetrieben:
Der Bereich Design und Projektmanagement des Marineüberwassergeschäfts von Blohm + Voss Nordseewerke soll in ein 50/50-Joint-Venture mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe eingebracht werden. Zugleich wurde die Veräußerung von 100 % des Megayachtbaus und zunächst je 80 % der Schiffsreparatur und Komponentenfertigung vereinbart. Darüber hinaus soll Abu Dhabi MAR die Mitarbeiter und die Anlagen des im Herbst 2009 eingestellten Handelsschiffbaus von HDW-Gaarden in Kiel übernehmen. Die Verträge über diese Vereinbarungen wurden am 13. April 2010 unterzeichnet.
Für diese Restrukturierungen sind die entsprechenden kartell- und außenwirtschaftsrechtlichen Genehmigungsprozesse eingeleitet und teilweise bereits abgeschlossen.
Auch für eine mögliche Veräußerung von Hellenic Shipyards in Griechenland an Abu Dhabi MAR laufen Gespräche unter Einbeziehung der griechischen Regierung, die einer solchen Lösung positiv gegenübersteht.
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen erbringen, erreichte in der Berichtszeit 94 Mio € nach 82 Mio € im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrug −442 Mio €; gegenüber dem Vorjahr hat es sich um 15 Mio € verschlechtert.
Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.
ThyssenKrupp Aktie
In den ersten drei Monaten 2009/2010 hatte sich die positive Kursentwicklung der ThyssenKrupp Aktie fortgesetzt. Am 08. Januar 2010 notierte sie mit 28,07 € auf dem bisherigen Höchststand im Geschäftsjahr. Die allgemeinen konjunkturellen Erwartungen sowie die strategischen Maßnahmen bei ThyssenKrupp hatten die Kursentwicklung ganz wesentlich beeinflusst.
Im 2. Quartal konnte die Aktie die Kursverluste nach einer Schwächephase Ende Januar zunächst wieder nahezu ausgleichen.
Im 3. Quartal gerieten Aktien aus dem Stahlsektor unter Druck. Gründe waren Befürchtungen, dass die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe zu Ergebnisbelastungen bei den Stahlunternehmen führen würden; daneben belasteten Sorgen, die laufende konjunkturelle Erholung könne sich abschwächen. Dem konnte sich auch die ThyssenKrupp Aktie nicht entziehen. Zum 30. Juni 2010 notierte sie bei 20,35 € und hat sich damit seit dem 30. September 2009 schlechter entwickelt als die Indizes DAX und DJ STOXX.

ThyssenKrupp Mitarbeiteraktienprogramm 2010
Im Frühjahr 2010 erhielten rund 80.000 Mitarbeiter in den deutschen Konzernunternehmen bereits zum siebten Mal die Gelegenheit, ThyssenKrupp Aktien zu Sonderkonditionen zu erwerben. Das Programm fand mit einer Teilnahmequote von 56 % wieder hohe Akzeptanz in der Belegschaft. Auch an den vergangenen Aktionen in den Jahren 2001 sowie 2004 bis 2008 hat sich jeweils rund jeder zweite Mitarbeiter beteiligt.
Insgesamt wurden über 500.000 Aktien an die Mitarbeiter ausgegeben. Bei einem Kurs von 22,09 € je Aktie konnte jeder Mitarbeiter zwölf Aktien erwerben.
Das Angebot erfolgte nach dem 50/50-Modell: Hierbei erwirbt der Mitarbeiter ThyssenKrupp Aktien im Wert von bis zu 270 € und bezahlt nur die Hälfte – also bis zu 135 € – selbst. Die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber. Dieser 50%ige Arbeitgeberzuschuss ist nach deutschem Steuerrecht steuer- und sozialversicherungsfrei.
Basisinformationen zur Börsennotiz
Die ThyssenKrupp Aktie ist an den Börsenplätzen Frankfurt und Düsseldorf notiert.
| Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie | |
|---|---|
| Wertpapier-Kenn-Nummer | |
| Börsenplätze | |
| Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf | DE 000 750 0001 |
| Kürzel | |
| Börsen Frankfurt, Düsseldorf | TKA |
| Reuters Börse Frankfurt | TKAG.F |
| Xetra-Handel | TKAG.DE |
| BloombergXetra-Handel | TKA GY |
Innovationen
Ob in der Wirtschaft oder im privaten Alltag: Energie ist unverzichtbar vor allem für Wärme und Mobilität. Allerdings verlangen die begrenzten Reserven an Primärenergieträgern und die Herausforderungen des Klimawandels eine künftig höhere Effizienz beim Umwandeln und Nutzen von Energie. Neuartige Lösungen können dabei die CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig die knapper werdenden Ressourcen schonen.
ThyssenKrupp trägt mit seinen innovativen Werkstoffen dazu bei, CO2-Emissionen bereits bei der Energieerzeugung erheblich zu reduzieren. In Zusammenarbeit mit E.ON und Hitachi Power Europe haben wir einen Werkstoff entwickelt, der künftig eine bedeutende Rolle bei der Konstruktion fortschrittlicher Hochtemperaturkraftwerke spielen kann. Um den Wirkungsgrad neuer Kraftwerke zu steigern, ist die Dampftemperatur in Kessel und Turbine von herkömmlich 600 °C auf rund 700 °C erhöht worden; gleichzeitig wurde der Druck von bisher 250 bar auf 350 bar gesteigert. Diesen Belastungen würden die Materialien der derzeit in Betrieb befindlichen Kraftwerke aber nicht dauerhaft standhalten. Unser neuer nickelbasierter Werkstoff ist dazu jedoch in der Lage; er zeichnet sich durch hohe Festigkeit aus und lässt sich trotzdem gut verformen und schweißen. In Kraftwerken der kommenden Generation könnten aus ihm Rohre, Ventile und Verbindungsteile sowie Bleche bestehen. Der optimierte Hochleistungswerkstoff soll ab 2012 in mehreren Versuchsanlagen erprobt werden; parallel dazu gehen die Laboruntersuchungen weiter. Ein Vorläufer ist bereits seit etwa fünf Jahren in verschiedenen Labors und Versuchsanlagen erfolgreich getestet worden. ThyssenKrupp geht davon aus, dass sich auch bei dem weiter optimierten Werkstoff die gewünschten Eigenschaften bestätigen. Dem Ziel, effizientere CO2-reduzierte Kraftwerke zu ermöglichen, wird der Konzern mit diesem innovativen Werkstoff gerecht.
Als metallischer Werkstoff, der eine besonders hohe Festigkeit bei niedrigem Gewicht aufweist und zudem thermisch hochbelastbar ist, spart Titan im Flugverkehr Energie. Beim Großraumflugzeug A380 sind in Triebwerk, Fahrgestell, Flügel und Flugzeugzelle größere Mengen Titanlegierungen eingesetzt, die dank ihres vergleichsweise geringen Gewichts den Kerosinverbrauch verringern. Eine neuartige Titanlegierung wird zudem in einem kerndicht geschmiedeten Bauteil im Fahrgestell des doppelstöckigen Passagierflugzeugs verwendet, wo der hydraulische Block der Bremsanlage einem Druck von 300 bar standhalten muss.
Uhde in der Business Area Plant Technology gehört mit mehr als 2.000 gebauten Anlagen zu den international führenden Ingenieurunternehmen in der Planung und im Bau von Chemie-, Raffinerie- und anderen Industrieanlagen. Hierbei nimmt weltweit die nachhaltige Produktion von Grundstoffen einen immer größeren Stellenwert ein. Mit einem US-amerikanischen Partner hat Uhde jetzt eine weitere Kooperation im Bereich der Biotechnologie vereinbart. Die industrielle Produktion von Bernsteinsäure soll noch 2010 anlaufen. Mit dem Rohstoff Bernsteinsäure verbinden sich große Erwartungen für die Zukunft verschiedener industriell produzierter Chemikalien. Im Vergleich zu herkömmlichen Alternativen bietet Bernsteinsäure aus nachwachsenden Rohstoffen günstige Herstellungskosten mit geringen Preisschwankungen und einem erheblich reduzierten CO2-Ausstoß. Für Bernsteinsäure gibt es heute eine Reihe von Anwendungen, zum Beispiel in Polymeren, Lösungsmitteln, Pharmaprodukten oder auch in Lebensmitteln. Typische Endprodukte sind Autoteile, elektronische Gehäuse und Farben.
Beim Leichtbau neuer Fahrzeuge sind Automobilhersteller und ihre Zulieferer gleichermaßen gefordert. Es gilt, durch möglichst leichte Einzelkomponenten das Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu reduzieren und so zu einer Senkung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen beizutragen. Auch bei der Business Area Components Technology wird dieses Thema großgeschrieben. Dazu zählen Maßnahmen für den Antriebsstrang sowie Fahrwerkkomponenten, die dank innovativer Konstruktionen oder zielgerichteter Werkstoffwahl erheblich weniger wiegen als vergleichbare Komponenten in konventioneller Technik. Zudem bringen leichte Federbeine und Achsen ein Mehr an Fahrkomfort.
Dass neben der Gewichtsreduzierung eine verbesserte Funktion der Produkte im Fokus steht, verdeutlich auch eine weitere wichtige Innovation der Business Area: DampTronic® Sky, ein gewichtsoptimiertes, robustes und technisch anspruchsvolles aktives Dämpfungssystem. DampTronic® Sky ermöglicht dem Fahrer, die Fahreigenschaften des Fahrzeugs stufenlos anzupassen und so das Fahrerlebnis fühlbar straffer und agiler oder komfortabler zu gestalten. Es handelt sich dabei um ein aktives Dämpfungssystem, bei dem durch den Einsatz von Wegeventiltechnologie in Verbindung mit einem leichteren Einrohr-Dämpfer ein außergewöhnlich komfortables Fahrverhalten erzeugt werden kann. Außerdem verbessert sich die Fahrsicherheit durch eine unabhängige Verstellung der Zug- und Druckstufendämpfung. Erste Serienaufträge für das Produkt liegen bereits vor.
Diese und weitere Entwicklungen verdeutlichen, wie ambitioniert und ideenreich unsere Ingenieure sind. Sie arbeiten daran, die technisch orientierte Zukunft nachhaltig zu gestalten und unseren Kunden leistungsfähige und innovative Produktlösungen zu bieten.
Mitarbeiter
Mitarbeiterzahl zuletzt wieder leicht gestiegen
ThyssenKrupp beschäftigte am 30. Juni 2010 weltweit 174.541 Mitarbeiter. Damit hat sich ihre Zahl im 3. Quartal 2009/2010 leicht erhöht. Gegenüber dem Vorjahresstichtag ergab sich dennoch ein Rückgang um 13.960 Mitarbeiter oder 7,4 %. Auf Grund von Unternehmensverkäufen beschäftigte insbesondere die Business Area Materials Services weniger Mitarbeiter. Stellenzuwächse gab es dagegen bei Steel Americas, in geringerem Umfang auch bei Components Technology und Elevator Technology.
Gegenüber dem 30. September 2009 verminderte sich die Mitarbeiterzahl um 12.954 oder 6,9 %. Vor allem in Deutschland ging die Mitarbeiterzahl um 13,4 % auf 70.350 zurück, in den übrigen Ländern um 2,0 % auf 104.191. Ende Juni 2010 waren 40 % der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, 24 % hatten ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 13 % im Nafta-Raum, 11 % in Asien – insbesondere in China und Indien –, 10 % in Südamerika sowie 2 % in den übrigen Regionen.

Die Kurzarbeit konnte stark zurückgefahren werden. Ende Juni 2010 waren im Konzern weltweit nur noch 3.456 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Der Höchststand lag im April 2009 bei 38.020. In der Business Area Steel Europe, die im April 2009 noch 14.004 Kurzarbeiter zählte, konnte sie nahezu vollständig abgebaut werden. Der Schwerpunkt der Kurzarbeit lag Ende Juni 2010 außerhalb Deutschlands und dort insbesondere in den Werken von Components Technology.
Umzug in das neue ThyssenKrupp Quartier
Nach dreijähriger Bauzeit ist in Essen die neue Konzernzentrale der ThyssenKrupp AG – das ThyssenKrupp Quartier – am 17. Juni 2010 offiziell eingeweiht worden. Der Neubau des Quartiers war nicht nur aus architektonischer Sicht ein Meilenstein für den Konzern. Durch den Umzug der Mitarbeiter der ThyssenKrupp AG wurde die im Oktober 2009 gestartete Reorganisation der Holding auch räumlich weitgehend abgeschlossen.
Im letzten Jahr waren die Verwaltungsstrukturen optimiert und in den 13 Corporate Centern der ThyssenKrupp AG organisatorisch gebündelt worden. Seitdem verteilten sich rund 700 Mitarbeiter auf vier Standorte in Düsseldorf, Duisburg und Essen. Durch den Umzug in die neuen Gebäude des Quartiers sind die Mitarbeiter der Corporate Center jetzt nach ihren Kommunikationsbeziehungen zusammengeführt.
Finanz- und Vermögenslage
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente”.
In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2009/2010 ergab sich ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von 147 Mio € nach einem Mittelzufluss von 1.954 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wesentliche Ursache hierfür waren die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 3.720 Mio € verschlechterte Mittelbindungssituation bei den Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Während im entsprechenden Vorjahreszeitraum hier noch eine Mittelfreisetzung in Höhe von 2.156 Mio € erzielt wurde, ergab sich im Berichtszeitraum eine Mittelbindung von 1.564 Mio €, die insbesondere aus der eingetretenen Nachfragebelebung resultierte. Gegenläufig wirkte der um 1.483 Mio € auf 1.474 Mio € stark verbesserte Periodenüberschuss vor Abschreibungen, Zuschreibungen und latenten Steuererträgen.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verringerte sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 808 Mio € auf 1.937 Mio €. Ursache hierfür waren die um 417 Mio € auf 2.316 Mio € verminderten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen und als Finanzinvestition gehaltener Immobilien) sowie die insbesondere durch die Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway insgesamt um 473 Mio € erhöhten Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften. Gegenläufig wirkten um 73 Mio € verminderte Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum einen negativen Wert auf. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich eine deutliche Erhöhung des negativen Free Cash-Flows um 1.293 Mio € auf −2.084 Mio €, die hauptsächlich auf den im Vergleich zum Vorjahr eingetretenen erheblichen Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit zurückzuführen war.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf 367 Mio €, nach einem Mittelzufluss von 3.163 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ergebende Mittelabfluss von 2.796 Mio € resultierte hauptsächlich aus den im Berichtszeitraum erfolgten geringen Rückzahlungen von Finanzschulden in Höhe von 19 Mio €, denen im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch eine Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 3.971 Mio € gegenüberstand. Gegenläufig wirkten um 500 Mio € gestiegene Einzahlungen in das Eigenkapital im Zusammenhang mit der Erhöhung des Anteils von Vale S.A. an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. Darüber hinaus ergaben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verminderte Dividendenzahlungen (470 Mio €) sowie geringere Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Unternehmen (147 Mio €).
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2009 um 3.774 Mio € auf 45.141 Mio €. Dieser Anstieg war in Höhe von 1.980 Mio € durch Effekte aus der Währungsumrechnung, insbesondere auf Grund der rückläufigen US-Dollarkursentwicklung im Berichtszeitraum, beeinflusst.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um insgesamt 2.687 Mio €. Hierin enthalten ist eine Zunahme der Sachanlagen um 2.291 Mio €. Neben Wechselkurseffekten, die einen Anstieg um 718 Mio € bewirkten, trugen insbesondere die beiden Großprojekte in Brasilien und den USA zu der Erhöhung bei; eine Umgliederung in zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte wirkte mit 120 Mio € gegenläufig. Der Anstieg bei den immateriellen Vermögenswerten war mit 301 Mio € wechselkursbedingt; auch hier wirkten Umgliederungen von 140 Mio € in zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte gegenläufig. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 151 Mio € betraf hauptsächlich geleistete Anzahlungen, die im Zusammenhang mit dem weiteren Baufortschritt des Stahlwerks in Brasilien in Sachanlagen umgegliedert wurden. Der Anstieg der aktiven latenten Steuern um 328 Mio € war in Höhe von 152 Mio € auf Wechselkurseffekte zurückzuführen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 1.087 Mio €. Der Anstieg resultierte insbesondere aus deutlichen Zunahmen der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, denen ein wesentlicher Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gegenüberstand.
Der Anstieg der Vorräte um 1.357 Mio € betraf mit 307 Mio € Wechselkurseffekte. Darüber hinaus ergaben sich als Folge der im Berichtszeitraum spürbar verbesserten Geschäftslage Erhöhungen in den Business Areas Steel Europe (313 Mio €) und Materials Services (165 Mio €). Die Zunahme in der Business Area Steel Americas (181 Mio €) stand im Zusammenhang mit der vorgesehenen Produktionsaufnahme des brasilianischen Stahlwerks. Der deutliche Anstieg der Vorräte in der Business Area Stainless Global (457 Mio €) resultierte aus Preis- und Mengensteigerungen. Durch Umgliederung in zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte ergab sich eine Verminderung um 50 Mio €.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen um 1.429 Mio € zu. Neben einem wechselkursbedingten Anstieg in Höhe von 323 Mio € ergaben sich Zunahmen in den Business Areas Steel Europe (356 Mio €), Materials Services (313 Mio €) sowie Components Technology (188 Mio €) als Folge der Nachfragebelebung im Berichtszeitraum. Der Anstieg in der Business Area Stainless Global (210 Mio €) war sowohl mengenbedingt als auch durch Rohstoffpreissteigerungen im Berichtszeitraum verursacht. Die Zunahme in der Business Area Plant Technology (84 Mio €) war insbesondere auf den Anstieg der Forderungen aus Fertigungsaufträgen zurückzuführen. Umgliederungen in zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte führten zu einem Rückgang von 82 Mio €.
Die innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte ausgewiesenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte verminderten sich um 448 Mio €. Der Rückgang resultierte insbesondere aus den im Berichtszeitraum erfolgten Eigenkapitaleinzahlungen bei der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A.
Die Zunahme der als kurzfristig ausgewiesenen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 226 Mio € betraf neben Wechselkurseffekten (95 Mio €) insbesondere erhöhte Steuererstattungsansprüche. Verringernd wirkten sich Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte in Höhe von 87 Mio € aus.
Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.686 Mio € auf 3.663 Mio € resultierte hauptsächlich aus dem im Berichtszeitraum negativen Free Cash-Flow in Höhe von −2.084 Mio € sowie mit 173 Mio € aus Dividendenzahlungen. Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte führten darüber hinaus zu einem Rückgang von 245 Mio €. Gegenläufig wirkten Wechselkurseffekte von 249 Mio € sowie insbesondere die im Berichtszeitraum erfolgte Eigenkapitaleinzahlung in Höhe von 500 Mio € bei der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. im Zusammenhang mit der Anteilserhöhung des Mitgesellschafters Vale S.A.
Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte erhöhten sich um 260 Mio €. Zum 30. September 2009 wurden hier Vermögenswerte in Höhe von 491 Mio € ausgewiesen, die mit den im Oktober 2009 eingeleiteten Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services im Zusammenhang standen; diese eingeleiteten Verkäufe wurden bis Mitte Dezember 2009 abgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Portfoliooptimierung wurde im April 2010 der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Zum 30. Juni 2010 führte dies zu einem Ausweis von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in Höhe von 681 Mio €; insgesamt wurden in diesem Zusammenhang langfristige Vermögenswerte von 202 Mio € sowie kurzfristige Vermögenswerte von 479 Mio € umgegliedert. Darüber hinaus waren in den zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten am 30. Juni 2010 Sachanlagen in Höhe von 70 Mio € aus der Business Area Steel Americas enthalten.
Die Zunahme des Eigenkapitals um 1.245 Mio € auf 10.941 Mio € war hauptsächlich auf den im Berichtszeitraum erzielten Periodenüberschuss in Höhe von 727 Mio € sowie auf die im Sonstigen Ergebnis insgesamt erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechnung (804 Mio €) und aus derivativen Finanzinstrumenten (224 Mio € nach Steuern) zurückzuführen. Gegenläufig wirkten insbesondere Gewinnausschüttungen (173 Mio €) sowie im Sonstigen Ergebnis insgesamt erfasste versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (437 Mio € nach Steuern). Der in der Zunahme des Eigenkapitals enthaltene Anstieg der nicht beherrschenden Anteile um 190 Mio € betraf mit 85 Mio € den Periodenüberschuss im Berichtszeitraum, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt. Der weitere Anstieg resultierte insbesondere aus den auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechung (50 Mio €) sowie aus derivativen Finanzinstrumenten (82 Mio € nach Steuern); gegenläufig wirkten Gewinnausschüttungen (34 Mio €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich insgesamt um 164 Mio €. Hierin enthalten war ein Rückgang der Finanzschulden um 873 Mio €, der mit 749 Mio € die Umgliederung einer Anleihe in die kurzfristigen Finanzschulden betraf. Gegenläufig wirkte eine Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 668 Mio €, die mit 312 Mio € Effekte aus der Währungsumrechnung betraf. Darüber hinaus ergab sich eine Zunahme in Höhe von 601 Mio € insbesondere auf Grund der im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. Juni 2010 berücksichtigten aktualisierten Zinssätze; Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten führten zu einer Verminderung um 121 Mio €.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen insgesamt um 2.693 Mio €. Dieser Anstieg betraf mit 1.063 Mio € die kurzfristigen Finanzschulden insbesondere als Folge der erwähnten Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden.
Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 288 Mio € betraf hauptsächlich die Inanspruchnahme von Rückstellungen als Folge der Umsetzung der im Konzern während des Geschäftsjahres 2008/2009 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Mindernd wirkten darüber hinaus Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten in Höhe von 48 Mio €.
Die deutliche Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 843 Mio € enthielt mit 159 Mio € Effekte aus der Währungsumrechung. Darüber hinaus ergaben sich Zunahmen in der Business Area Stainless Global (404 Mio €), die hauptsächlich aus signifikanten Zahlungszielverlängerungen gegenüber Rohstofflieferanten und höheren Einkaufspreisen resultierten, sowie bei den Business Areas Components Technology (150 Mio €) und Materials Services (123 Mio €) als Folge der im Berichtszeitraum eingetretenen Nachfragebelebung. Gegenläufig wirkte die Umgliederung von 56 Mio € in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten.
Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 184 Mio € war hauptsächlich durch um 227 Mio € gestiegene Zahlungsverpflichtungen aus dem Kauf von Sachanlagen, die insbesondere das Großprojekt in den USA betrafen, verursacht; gegenläufig wirkten Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten in Höhe von 21 Mio €. Der Anstieg der kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 768 Mio € war mit 287 Mio € auf Wechselkurseffekte zurückzuführen. Darüber hinaus wirkten sich hier insbesondere eine Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen in der Business Area Plant Technology um 351 Mio € sowie gestiegene erhaltene Anzahlungen in den Business Areas Elevator Technology (152 Mio €) und Plant Technology (48 Mio €) aus. Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten führten zu einem Rückgang von 197 Mio €.
Die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten erhöhten sich insgesamt um 183 Mio €. Hierin enthalten ist ein Rückgang von 288 Mio €, der die im Oktober 2009 eingeleiteten und im Berichtszeitraum abgeschlossenen Verkäufe von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services betraf. Der im April 2010 eingeleitete Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems führte zum 30. Juni 2010 zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten um 471 Mio €. Insgesamt wurden langfristige Verbindlichkeiten von 134 Mio € sowie kurzfristige Verbindlichkeiten von 337 Mio € umgegliedert.
Risikobericht
Die Risiken aus den Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bestehen für ThyssenKrupp weiterhin. Unsere systematischen und effizienten Instrumente zum Risikomanagement halten diese Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten überschaubar. Es liegen keine Risiken vor, die als bestandsgefährdend einzustufen sind. Weiterhin setzen wir konsequent unser umfassendes Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung in allen Konzernbereichen um.
Im Zuge der Finanzkrise sind finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditäts- und das Kreditrisiko verstärkt in den Fokus gerückt. ThyssenKrupp berücksichtigt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Trotz des schwierigen Marktumfeldes steht die Finanzierung in diesem und im nächsten Geschäftsjahr auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 30. Juni 2010 über 8,5 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
In unserem operativen Geschäft sehen wir weiterhin Risiken für einen konjunkturellen Rückschlag. Insbesondere die Preiserhöhungen bei der Beschaffung von Eisenerz und Kokskohle bedeuten im weiteren Geschäftsverlauf Risiken für unsere Stahlaktivitäten. Zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit reagieren wir auf die enormen Preissteigerungen mit entsprechend angepassten Verkaufspreisen.
In der Business Area Marine Systems sind die Verhandlungen mit dem griechischen Kunden zu ausstehenden Zahlungen noch nicht abgeschlossen, so dass weiterhin negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen sind.
Aus dem Produktionsbeginn unserer Stahlaktivitäten in Nord- und Südamerika sehen wir keine wesentlichen Risiken. Der Ausbau unserer weltweiten Präsenz mit guten und langjährigen Kundenbeziehungen in den für unsere Geschäftsaktivitäten relevanten Märkten trägt dazu bei, Abhängigkeiten von einzelnen Absatzmärkten und Branchen zu reduzieren und Nachfragerückgänge abzufedern.
Durch das Engagement und die Kompetenz unserer Mitarbeiter gelingt es, Risiken in den verschiedenen Konzernbereichen zu reduzieren. Risiken wie Forderungsausfälle oder Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen begegnen wir mit einem kontinuierlichen Monitoring. Die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2008/2009 auf den Seiten 155–165 gelten darüber hinaus weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken lesen Sie unter Anhang-Nr. 7.
Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Konjunkturaufschwung setzt sich 2010 fort
Der im 2. Halbjahr 2009 begonnene Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich im weiteren Verlauf des Jahres 2010 – wenngleich mit geringerer Dynamik – fortsetzen. Nach dem spürbaren Rückgang im letzten Jahr ist 2010 mit einem Wachstum des Welt-Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 4 % zu rechnen. Allerdings gehen von der Schuldenkrise, dem weiterhin hohen Abschreibungsbedarf der Banken sowie von der Preisentwicklung bei Rohstoffen hohe Unsicherheiten aus. Verbessert haben sich die Perspektiven für den Welthandel; hier ist 2010 ein Zuwachs von rund 10 % zu erwarten. Durch den Wegfall zahlreicher Konjunkturprogramme und den Zwang zur Konsolidierung öffentlicher Haushalte wird das Welt-Wirtschaftswachstum 2011 voraussichtlich etwas schwächer ausfallen.
Der Euroraum entwickelt sich 2010 mit einem BIP-Wachstum von rund 1 % nur unterdurchschnittlich. Wachstumstreiber sind insbesondere steigende Exporte, die von der kräftigen globalen Nachfrage und dem schwächeren Euro profitieren. Allerdings wird die Verschuldungskrise einiger Euroländer das Ausgabeverhalten der privaten und öffentlichen Haushalte belasten und damit deren Wachstumsdynamik deutlich beeinträchtigen. Für Deutschland wird ein etwas höheres Wirtschaftswachstum von rund 2 % erwartet. Gründe hierfür sind die anziehenden Exporte und eine lebhafte Industriekonjunktur, flankiert von einem überraschend stabilen Arbeitsmarkt.
Die Wirtschaft der USA wird sich 2010 mit einem BIP-Zuwachs von etwa 3 % moderat erholen. Vom privaten Verbrauch gehen auf Grund der hohen Arbeitslosigkeit, geringer Einkommenszuwächse, gesunkener Häuserpreise und schwieriger Kreditbeschaffung nur moderate Wachstumsimpulse aus.
In China und Indien ist 2010 mit einem BIP-Wachstum von rund 10 % bzw. 8 % die hohe Konjunkturdynamik vorerst ungebrochen; allerdings besteht in China das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft, insbesondere des Immobiliensektors. Dank gestiegener Rohstoffpreise werden auch Brasilien und Russland ein höheres Wirtschaftswachstum erreichen.
Hohe Unsicherheiten gehen von der weiteren Entwicklung auf den Rohstoffmärkten aus. So ist es den drei großen Eisenerzproduzenten in der 1. Jahreshälfte gelungen, die Verträge mit den Stahlunternehmen von Jahresverträgen auf Quartalsverträge umzustellen. Der Preis für die Erze wird dabei in jedem Quartal neu am volatilen Spotmarkt ausgerichtet. Da die Spotpreise auf Grund der Nachfrage in China deutlich über den Jahrespreisen lagen, kam es durch die Umstellung Anfang April 2010 zu Preissteigerungen von teilweise über 100 %. Die zunehmende Macht der Rohstoffkonzerne, eine steigende Nachfrage und auch spekulative Elemente lassen für die nächsten Quartale erhebliche Preisausschläge erwarten, die sich von der allgemeinen Konjunktur- und Branchenentwicklung abkoppeln können.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Absatzmärkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:
· Auf den Stahlmärkten in Europa, dem Nafta-Raum und Japan wird die Nachfrage 2010 im Wesentlichen aus lagerzyklischen Gründen höher ausfallen als im Vorjahr. Dabei werden die in den Vorjahren erreichten Niveaus bei Weitem noch nicht wieder erreicht, zumal sich in den Sommermonaten die Märkte deutlich beruhigt haben. Von einer nennenswerten Steigerung des realen Verbrauchs ist 2010 insbesondere in Europa nicht auszugehen. Durch den weiteren Kapazitätsaufbau weltweit besteht zudem das Risiko wieder steigender europäischer Importe aus Drittländern, insbesondere China. Hier hat sich in den letzten Wochen das inländische Nachfragewachstum verlangsamt. In den Schwellenländern dürfte der Stahlverbrauch weiter wachsen. Nach der Frühjahrsprognose des Weltstahlverbandes wird die globale Walzstahlmarktversorgung in diesem Jahr um 11 % zunehmen; dies entspricht einer Rohstahlproduktion von annähernd 1,4 Mrd t. Der bisherige signifikante Kostenanstieg für Rohstoffe wird sich in höheren Stahlpreisen niederschlagen müssen.
· Die Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen Edelstahlflachprodukten dürfte sich 2010 trotz der aktuellen Schwäche in allen Regionen erholen. Weltweit wird in diesem Jahr der Anstieg voraussichtlich 18 % betragen. Für den westeuropäischen und nordamerikanischen Markt ist eine Zunahme von 22 % bzw. 28 % zu erwarten. In China wird sich die Wachstumsdynamik voraussichtlich auf 12 % abschwächen, während für den übrigen asiatischen Raum mit einem Plus von 22 % zu rechnen ist.
· Der Aufschwung im globalen Automobilmarkt setzt sich 2010 fort. Weltweit dürfte die Produktion in diesem Jahr um 11 % auf knapp 66 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge steigen. Für die USA und Japan werden nach den starken Einbrüchen in den Vorjahren wieder Zuwächse von bis zu 20 % erwartet, ohne allerdings das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Mit einem Plus von 28 % wächst die chinesische Fahrzeugproduktion nochmals etwas stärker als zuvor erwartet. In Westeuropa wird die Produktion mit 5 % weniger stark zunehmen; negativ wirkt sich das Auslaufen der Zulassungsprämien in vielen Ländern aus. Die Automobilhersteller in Deutschland können dank höherer Exporte das Produktionsniveau des Vorjahres wieder übertreffen.
· In der Maschinenbauindustrie der Industrieländer zeichnet sich nach den drastischen Einbrüchen im Vorjahr eine leichte Erholung ab. Auf Grund der niedrigen Kapazitätsauslastung und vorsichtiger Produktionserwartungen bleibt die Investitionsneigung gedämpft. Für Deutschland und die USA wird nur ein moderater Produktionsanstieg von jeweils 3 % erwartet; kräftiger ist die Zunahme in China und in Japan. Die Aussichten für den deutschen Großanlagenbau haben sich mit der anziehenden Konjunktur in vielen Schwellenländern verbessert.
· Die Schwäche der Baukonjunktur wird in den meisten Industrieländern auch 2010 anhalten. In den USA dürfte die Bauproduktion nochmals kräftig zurückgehen, und auch in den westeuropäischen Ländern dürfte sie weiter nachgeben. In Deutschland wird der öffentliche Bau in diesem Jahr dank der Konjunkturpakete zulegen. Dieser Anstieg reicht aber nicht aus, um den Rückgang im Wirtschaftsbau auszugleichen. Kräftig bleibt die Baukonjunktur in China und Indien.
Chancen durch Konjunktur und Rationalisierung
Verbesserte konjunkturelle Aussichten, vor allem aber unser qualitativ hochwertiges Produkt- und Leistungsprogramm und die erfolgreichen Maßnahmen zur Kostensenkung und Wertsteigerung bieten dem Konzern aussichtsreiche Zukunftschancen. Die im Geschäftsbericht 2008/2009 auf den Seiten 168–171 ausführlich dargestellten strategischen und operativen Chancen gelten weiterhin. Unsere Konzerninitiativen ThyssenKrupp PLuS und ThyssenKrupp best werden dazu beitragen, Produktivität, Profitabilität und Markterfolge weiter nachhaltig zu steigern.
Ausblick
Die Nachhaltigkeit der derzeitigen wirtschaftlichen Erholung beurteilen wir vorsichtig optimistisch.
Auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres hat sich unser Ausblick auf das Gesamtjahr hinsichtlich der Umsatz- und Ergebnisentwicklung verbessert.
Im Geschäftsjahr 2009/2010 gehen wir von einer leichten Steigerung des Umsatzes aus. Für die Ergebnisentwicklung erwarten wir eine signifikante Verbesserung hin zu einem wieder positiven Ergebnis, zu dem auch die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme beitragen. Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (um Sondereinflüsse korrigiertes EBIT) wird voraussichtlich über einer Milliarde Euro liegen. Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern (um Sondereinflüsse korrigiertes EBT) erwarten wir im mittleren bis höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dabei wird das Bereinigte EBT durch Anlaufverluste in der Business Area Steel Americas im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erheblich belastet werden.
Die Erwartungen für das 4. Geschäftsjahresquartal der einzelnen Business Areas sind wie folgt:
· Steel Europe – Gute Auslastung, höhere Durchschnittserlöse und deutlich gestiegene Rohstoffkosten
· Steel Americas – Negativer EBT-Beitrag auf Grund der Anlaufverluste für die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA
· Stainless Global – Vorwiegend saisonaltypisch nachgebende Mengenentwicklung, stabiles Endkundengeschäft und nickelpreisbedingte Zurückhaltung im Handel
· Materials Services – Vorwiegend saisonaltypisch nachgebende Mengenentwicklung, höhere Flachstahlpreise und anhaltend gute Nachfrage aus Automobilindustrie und Maschinenbau
· Elevator Technology – Weiterhin hohe Ergebnisbeiträge dank des guten Auftragsbestands sowie des stabilen Wartungsgeschäfts
· Plant Technology – Weiterhin gut vorhersehbare Erlös- und Ergebnisentwicklung im Projektgeschäft auf Grund des Auftragsbestands, der eine gute Ergebnisqualität ausweist
· Components Technology – Belebung der Nachfrage bei Baumaschinen, überwiegend positive Ergebnisentwicklung bei Automobilzulieferern sowie weiterhin positiver Ergebnisbeitrag des Bereichs Großwälzlager für den Windenergiesektor
· Marine Systems – Anhaltende Verluste durch fehlende Auslastung im zivilen Schiffbau bis zum Abschluss der eingeleiteten Konsolidierung der Werftenstandorte
Für 2010/2011 erwarten wir eine Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes sowie weitere positive Effekte aus unseren Kostensenkungsprogrammen. Dies wird sich auf Umsatz und Ergebnis entsprechend auswirken.
Personelle Veränderungen im Vorstand
Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat in seiner Sitzung am 12. Mai 2010 auf Vorschlag des Personalausschusses Dr. Heinrich Hiesinger, gegenwärtig Mitglied des Vorstands der Siemens AG, München, mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2011 als Nachfolger von Dr. Ekkehard Schulz zum Vorstandsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG bestellt. Dr. Hiesinger wird zum 01. Oktober 2010 in den Vorstand der ThyssenKrupp AG eintreten und zugleich den stellvertretenden Vorstandsvorsitz übernehmen. Als Vorsitzender des Vorstands wird Dr. Hiesinger die Ressorts Corporate Strategy & Technology, Corporate Executives, Corporate Communications, Corporate Information Technology und Internal Auditing verantworten.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat Dr. Jürgen Claassen, derzeit Generalbevollmächtigter der ThyssenKrupp AG, mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Dr. Claassen wird als Vorstand für Konzernentwicklung und Compliance für die Ressorts Corporate Development, Legal & Compliance, Corporate Programmes und Corporate Sustainability zuständig sein.
Konzern-Bilanz
Aktiva
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2009 | 30.06.2010 |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.642 | 4.773 | |
| Sachanlagen | 13.793 | 16.084 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 341 | 342 | |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 480 | 577 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 94 | 84 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 455 | 304 | |
| Aktive latente Steuern | 638 | 966 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 20.443 | 23.130 | |
| Vorräte | 6.735 | 8.092 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.120 | 6.549 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.253 | 805 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.724 | 1.950 | |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 252 | 201 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.349 | 3.663 | |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 02 | 491 | 751 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.924 | 22.011 | |
| Summe Vermögenswerte | 41.367 | 45.141 | |
| Passiva | |||
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2009 | 30.06.2010 |
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.317 | |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 4.684 | |
| Gewinnrücklagen* | 3.643 | 3.742 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis* | -296 | 635 | |
| davon entfallen auf Disposal Groups (30.09.2009: -12; 30.06.2010: 1) | |||
| Eigene Anteile | 06 | -1.421 | -1.396 |
| Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 7.927 | 8.982 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.769 | 1.959 | |
| Eigenkapital | 9.696 | 10.941 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 05 | 7.525 | 8.193 |
| Sonstige Rückstellungen | 792 | 857 | |
| Passive latente Steuern | 307 | 283 | |
| Finanzschulden | 7.160 | 6.287 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 | 0 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 46 | 50 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 15.834 | 15.670 | |
| Sonstige Rückstellungen | 2.040 | 1.752 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 794 | 734 | |
| Finanzschulden | 305 | 1.368 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.169 | 5.012 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.585 | 1.769 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 6.656 | 7.424 | |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 02 | 288 | 471 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 15.837 | 18.530 | |
| Verbindlichkeiten | 31.671 | 34.200 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 41.367 | 45.141 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
|||||
|---|---|---|---|---|---|
| Anhang-Nr. | 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 10 | 30.680 | 31.137 | 9.299 | 11.679 |
| Umsatzkosten* | 03 | -27.310 | -26.349 | -8.577 | -9.848 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz* | 3.370 | 4.788 | 722 | 1.831 | |
| Vertriebskosten* | -2.085 | -2.022 | -668 | -715 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten* | -1.855 | -1.729 | -622 | -574 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 286 | 206 | 56 | 73 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen* | -350 | -278 | -125 | -116 | |
| Ergebnis aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen | -5 | 92 | -5 | -1 | |
| Betriebliches Ergebnis | -639 | 1.057 | -642 | 498 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | -30 | 62 | -15 | 27 | |
| Zinserträge | 196 | 247 | 61 | 77 | |
| Zinsaufwendungen | -717 | -747 | -236 | -250 | |
| Sonstiges Finanzergebnis | 203 | 299 | 60 | 62 | |
| Finanzergebnis | -348 | -139 | -130 | -84 | |
| Ergebnis vor Steuern | -987 | 918 | -772 | 414 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 158 | -191 | 142 | -116 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | -829 | 727 | -630 | 298 | |
| Davon: | |||||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | -800 | 642 | -639 | 272 | |
| Nicht beherrschende Anteile | -29 | 85 | 9 | 26 | |
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | -829 | 727 | -630 | 298 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 11 | ||||
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | -1,73 | 1,38 | -1,38 | 0,58 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 |
|---|---|---|---|---|
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | -829 | 727 | -630 | 298 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | -5 | 790 | -6 | 403 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 14 | 0 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | -5 | 804 | -6 | 403 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | -3 | 0 | 2 | -1 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Steuereffekt | 1 | 0 | -1 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | -2 | 0 | 1 | -1 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||||
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) | -787 | -603 | -241 | -396 |
| Steuereffekt | 243 | 166 | 75 | 123 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt | -544 | -437 | -166 | -273 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling" | ||||
| Veränderung der Gewinne/(Verluste) | 1 | -50 | 0 | 10 |
| Steuereffekt | 0 | 16 | 0 | -2 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt | 1 | -34 | 0 | 8 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten | ||||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 67 | 297 | 88 | 132 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | -5 | 1 | -4 | 5 |
| Steuereffekt | -19 | -74 | -26 | -50 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 43 | 224 | 58 | 87 |
| Anteile an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | -1 | 26 | -6 | 21 |
| Sonstiges Ergebnis | -508 | 583 | -119 | 245 |
| Gesamtergebnis | -1.337 | 1.310 | -749 | 543 |
| Davon: | ||||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | -1.308 | 1.093 | -756 | 456 |
| Nicht beherrschende Anteile | -29 | 217 | 7 | 87 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktienanzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Kumuliertes sonstiges Ergebnis Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2008 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 6.845 | -283 | -2 |
| Periodenfehlbetrag | -800 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | -547 | -9 | -2 | |||
| Gesamtergebnis | -1.347 | -9 | -2 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Dividendenzahlung | -603 | |||||
| Aktienbasierte Vergütung | 3 | |||||
| Sonstige Veränderungen | -35 | |||||
| Stand am 30.06.2009 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 4.863 | -292 | -4 |
| Stand am 30.09.2009 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 3.643 | -329 | 5 |
| Periodenüberschuss | 642 | |||||
| Sonstiges Ergebnis | -480 | 754 | 0 | |||
| Gesamtergebnis | 162 | 754 | 0 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||||
| Dividendenzahlung | -139 | |||||
| Veräußerung eigener Anteile | 920.845 | -7 | ||||
| Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile | 3 | |||||
| Aktienbasierte Vergütung | -7 | |||||
| Sonstige Veränderungen | 87 | |||||
| Stand am 30.06.2010 | 464.394.337 | 1.317 | 4.684 | 3.742 | 425 | 5 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis Derivative Finanzinstrumente | Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Eigene Anteile | Gesamt | Nicht beherrschende Anteile | Gesamtes Eigenkapital | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2008 | -130 | -3 | -1.421 | 11.007 | 482 | 11.489 |
| Periodenfehlbetrag | -800 | -29 | -829 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 47 | 3 | -508 | 0 | -508 | |
| Gesamtergebnis | 47 | 3 | -1.308 | -29 | -1.337 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | -40 | -40 | |||
| Dividendenzahlung | -603 | 0 | -603 | |||
| Aktienbasierte Vergütung | 3 | 0 | 3 | |||
| Sonstige Veränderungen | -35 | -43 | -78 | |||
| Stand am 30.06.2009 | -83 | 0 | -1.421 | 9.064 | 370 | 9.434 |
| Stand am 30.09.2009 | 33 | -5 | -1.421 | 7.927 | 1.769 | 9.696 |
| Periodenüberschuss | 642 | 85 | 727 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 142 | 35 | 451 | 132 | 583 | |
| Gesamtergebnis | 142 | 35 | 1.093 | 217 | 1.310 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | -34 | -34 | |||
| Dividendenzahlung | -139 | 0 | -139 | |||
| Veräußerung eigener Anteile | 28 | 21 | 0 | 21 | ||
| Steuereffekt aus der Abschreibung eigener Anteile | -3 | 0 | 0 | 0 | ||
| Aktienbasierte Vergütung | -7 | 0 | -7 | |||
| Sonstige Veränderungen | 87 | 7 | 94 | |||
| Stand am 30.06.2010 | 175 | 30 | -1.396 | 8.982 | 1.959 | 10.941 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Kapitalflussrechnung
| Mio € | 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 |
|---|---|---|---|---|
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) | -829 | 727 | -630 | 298 |
| Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow: | ||||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | -385 | -128 | -148 | 37 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.194 | 1.028 | 417 | 348 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | -2 | -3 | 0 | 0 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | 40 | -61 | 20 | -26 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | -27 | -89 | -5 | 4 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||||
| - Vorräte | 2.281 | -1.099 | 1.231 | -771 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.190 | -1.193 | 249 | -607 |
| - Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 63 | -170 | 154 | -52 |
| - Sonstige Rückstellungen | -102 | -298 | 36 | 13 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -2.315 | 728 | -54 | 612 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | -154 | 411 | 61 | 121 |
| Operating Cash-Flow | 1.954 | -147 | 1.331 | -23 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | -39 | -26 | -13 | -4 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften* | -21 | -50 | -4 | -4 |
| Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften | 1 | 3 | 0 | 0 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | -2.733 | -2.316 | -817 | -912 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) | -142 | -68 | -64 | -22 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 57 | 3 | 17 | 1 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften** | 6 | 479 | 5 | 0 |
| Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften | -5 | -5 | -5 | 0 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 114 | 41 | 39 | 14 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 17 | 2 | 1 | 0 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | -2.745 | -1.937 | -841 | -927 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 2.985 | 0 | 1.500 | 0 |
| Tilgung von Anleihen | -500 | 0 | 0 | 0 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.345 | 716 | 606 | 456 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -2.014 | -767 | -1.316 | -122 |
| Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 167 | 30 | 88 | 3 |
| (Abnahme)/Zunahme Akzeptverbindlichkeiten | -9 | 2 | -12 | 0 |
| Abnahme Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen | -3 | 0 | 0 | 0 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | -34 | 184 | 12 | 10 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 0 | 500 | 0 | 0 |
| Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile | 0 | 8 | 0 | 6 |
| Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG | -603 | -139 | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | -40 | -34 | -3 | -15 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | -159 | -12 | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 28 | -121 | 35 | -219 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | 3.163 | 367 | 910 | 119 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.372 | -1.717 | 1.400 | -831 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -3 | 250 | 6 | 130 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 2.725 | 5.375 | 3.688 | 4.609 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 5.094 | 3.908 | 5.094 | 3.908 |
| (davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Disposal Groups) | (0) | (245) | (0) | (-33) |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow enthalten sind: | ||||
| Zinseinzahlungen | 107 | 159 | 31 | 47 |
| Zinsauszahlungen | -294 | -481 | -90 | -151 |
| Erhaltene Dividenden | 10 | 7 | 4 | 7 |
| Einzahlungen/(Auszahlungen) für Steuern vom Einkommen und Ertrag | 291 | -224 | 101 | -56 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst auf Grund der Erstanwendung des überarbeiteten IAS 7.** Der Q1-Betrag 2009/2010 wurde angepasst auf Grund der Umklassifizierung von im Rahmen des Verkaufs von konsolidierten Gesellschaften abgelösten Finanzschulden. Siehe Anhang-Nr. 12 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2009 bis 30. Juni 2010 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 09. August 2010 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 30. Juni 2010 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2008/2009 veröffentlicht.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2009/2010 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:
Im September 2007 hat das IASB eine überarbeitete Version des Standards IAS 1 „Presentation of Financial Statements“ herausgegeben, die den Anwendern die Analyse und den Vergleich von Abschlüssen erleichtern soll. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung des Standards hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.
Im März 2007 hat das IASB den geänderten Standard IAS 23 „Borrowing Costs“ herausgegeben. Danach sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die bislang bestehende Möglichkeit zur sofortigen aufwandswirksamen Erfassung von Fremdkapitalkosten wird abgeschafft. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung des geänderten Standards hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da bereits vor der Änderung die einem qualifizierten Vermögenswert direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Teil der Herstellungskosten aktiviert wurden.
Im Februar 2008 hat das IASB einen Änderungsstandard zu „IAS 32 Financial Instruments: Presentation and IAS 1 Presentation of Financial Statements – Puttable Financial Instruments and Obligations Arising on Liquidation“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Klassifizierung bestimmter Arten von Finanzinstrumenten als Eigen- oder Fremdkapital. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben für die von der Regelung betroffenen Finanzinstrumente gefordert. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Juli 2008 hat das IASB eine Ergänzung zu IAS 39 „Eligible Hedged Items – Amendment to IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement“ veröffentlicht. Die Ergänzung stellt klar, wie die Grundprinzipien des Hedge Accounting in zwei speziellen Situationen – der Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft und der Designation eines einseitigen Risikos in einem Grundgeschäft anzuwenden sind. Die Ergänzung ist verpflichtend rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im März 2009 hat das IASB mit der Herausgabe von „Embedded Derivatives“ Änderungen zu IFRIC 9 „Reassessment of Embedded Derivatives“ und IAS 39 „Financial Instruments“ veröffentlicht. Die Änderungen dienen der Klarstellung der Bilanzierung von eingebetteten Derivaten bei Umklassifizierungen von Finanzinstrumenten. Die Änderungen sind verpflichtend rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Januar 2008 hat das IASB eine Änderung von IFRS 2 „Share-based Payment“ veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nur Dienstzeitbedingungen (service conditions) und Leistungsbedingungen (performance conditions) sind. Außerdem wird präzisiert, dass die Bilanzierungsregeln zur vorzeitigen Planbeendigung unabhängig davon gelten, ob der Plan vom Unternehmen selbst oder einer anderen Partei beendet wird. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Januar 2008 hat das IASB auch die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 „Business Combinations“ und IAS 27 „Consolidated and Separate Financial Statements“ veröffentlicht. Ein wesentlicher Änderungspunkt hinsichtlich IFRS 3 ist die Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens. Es wird das Wahlrecht eingeführt, den Goodwill aus einem Erwerb nach der „Full Goodwill Method“ voll aufzudecken, d.h. auch in Höhe des Anteils, der den Minderheiten zuzurechnen ist. Außerdem sind die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Darüber hinaus sieht IAS 27 vor, den Erwerb oder die Veräußerung von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktion zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Im Falle einer Anteilsveräußerung mit Kontrollverlust sind die verbleibenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Entstehende Differenzen zu dem bisherigen Buchwert sind erfolgswirksam zu erfassen. Die geänderten Standards sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen. Die Anwendung der geänderten Standards hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.
Im März 2009 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures” mit dem Titel „Improving Disclosures about Financial Instruments” veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Anhangangaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die erstmalige Anwendung der geänderten Fassung bei ThyssenKrupp wird zu erweiterten Anhangangaben führen.
Im Juli 2007 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 14 „IAS 19 – The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction“ herausgegeben. Die Interpretation gibt Hinweise, wie die Begrenzung nach IAS 19 „Employee Benefits“ für einen Überschuss festzulegen ist, der als Vermögenswert angesetzt werden kann. Zudem wird erklärt, welche Auswirkungen sich auf die Bewertung von Vermögenswerten und Rückstellungen aus leistungsorientierten Plänen auf Grund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung zu einer Einzahlung von Mindestbeträgen ergeben. Dadurch wird sichergestellt, dass Unternehmen einen Planvermögensüberschuss als Vermögenswert konsistent bilanzieren. IFRIC 14 ist in der EU verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung des Konzernabschlusses hat.
Im Mai 2008 hat das IASB den ersten Sammelstandard „Improvements to IFRSs“ zur Vornahme kleinerer Änderungen an den bestehenden IFRS-Standards veröffentlicht. Dieser Standard enthält in zwei Teilabschnitten die Änderungen von 20 IFRS-Standards. Der erste Teilabschnitt beinhaltet Änderungen, die Auswirkungen auf die Darstellung, den Ansatz oder die Bewertung haben können. Der zweite Teilabschnitt enthält Formulierungsänderungen oder redaktionelle Änderungen. Sofern im jeweiligen Standard nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2009/2010 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:
Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 „Related Party Disclosurses“ veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. „government-related entities“) und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im November 2009 hat das IASB den neuen Standard IFRS 9 „Financial Instruments“ zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten veröffentlicht. Dieser Standard ist der erste Teil des dreiteiligen Projekts zur vollständigen Ablösung von IAS 39 „Financial Instruments: Recognition and Measurement“, das in 2010 abgeschlossen werden soll. Gemäß der Methodik von IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Zuordnung zu einer der beiden Bewertungskategorien hängt davon ab, wie das Unternehmen seine Finanzinstrumente steuert (sog. Geschäftsmodell) und welche Produktmerkmale die einzelnen finanziellen Vermögenswerte haben. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung für Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2009 ist zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.
Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 „Employee Benefits“ ist, mit dem Titel „Prepayments of a Minimum Funding Requirement“ veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung für Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2009 ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im November 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 19 „Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments“ veröffentlicht. Diese Interpretation stellt die Anforderungen klar, die IFRS hat, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu verhandelt und der Gläubiger dabei akzeptiert, dass die finanzielle Verbindlichkeit vollständig oder teilweise mit Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens getilgt wird. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2010 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im Mai 2010 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den dritten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an sechs Standards und an einer Interpretation kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
01 / Erwerbe und Veräußerungen
In den ersten 9 Monaten 2009/2010 tätigte der Konzern Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
| Mio € | 9 Monate 2009/2010 | ||
|---|---|---|---|
| Buchwerte zum Erwerbszeitpunkt | Anpassungen | Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt | |
| --- | --- | --- | --- |
| Firmenwert | 0 | 2 | 2 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 4 | 0 | 4 |
| Sachanlagen | 13 | 0 | 13 |
| Vorräte | 6 | 0 | 6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8 | 0 | 8 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 | 0 | 3 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3 | 0 | 3 |
| Insgesamt erworbene Vermögenswerte | 37 | 2 | 39 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 1 | 0 | 1 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 19 | 0 | 19 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7 | 0 | 7 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 2 | 0 | 2 |
| Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten | 29 | 0 | 29 |
| Erworbenes Reinvermögen | 8 | 2 | 10 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 | ||
| Kaufpreise | 10 | ||
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 10 |
Nachdem im Oktober 2009 im Rahmen der Portfoliobereinigung der Verkauf von ThyssenKrupp Industrieservice und von ThyssenKrupp Safway aus der Business Area Materials Services eingeleitet worden war, erfolgte Ende November 2009 bzw. Mitte Dezember 2009 der Vollzug der Veräußerungen. ThyssenKrupp Industrieservice ist ein deutscher Facility Management Dienstleister, dessen Leistungsspektrum Instandhaltung, Supply Chain Services, Standortservice und technische Reinigung für die Industrie sowie Industriemontage umfasst. Safway ist ein amerikanischer Gerüstdienstleister. Diese beiden Veräußerungen sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:
| Mio € | 9 Monate 2009/2010 |
|---|---|
| Firmenwert | 97 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 6 |
| Sachanlagen | 173 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Aktive latente Steuern | 2 |
| Vorräte | 27 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 163 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 9 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 9 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 497 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 12 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 23 |
| Passive latente Steuern | 27 |
| Langfristige Finanzschulden | 2 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 20 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 3 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 20 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 13 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 142 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 29 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 291 |
| Abgehendes Reinvermögen | 206 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 13 |
| Nicht beherrschende Anteile | 2 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 93 |
| Verkaufspreise | 310 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 310 |
02 / Disposal Group und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
Im Rahmen der Portfoliooptimierung wurde im April 2010 die Veräußerung von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Die Transaktion umfasst zum einen die Abgänge bei der TKMS Blohm + Voss Nordseewerke GmbH im Zusammenhang mit der Gründung eines 50/50-Joint-Ventures für den Bereich Design und Projektmanagement im Überwassermarineschiffbau sowie zum anderen den Verkauf von 100 % an der Blohm + Voss Shipyards GmbH, die im Schiffsneubau insbesondere von Megayachten tätig ist, und den Verkauf von zunächst jeweils 80 % an der Blohm + Voss Repair GmbH und an der Blohm + Voss Industries GmbH, die Schiffsreparatur und Komponentenfertigung betreiben. Daneben werden die Fertigungskapazitäten für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden abgegeben.
Die Transaktion erfüllt nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen; dies gilt auch für die in Verbindung mit dem eingeleiteten Verkauf entstandenen, in den Umsatzkosten ausgewiesenen Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen in Höhe von 6 Mio €, die aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten resultieren. Im Hinblick auf die bis zum Vollzug der Transaktion endgültig abgehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind die zum 30. Juni 2010 in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Werte nur vorläufig:
| Mio € | 30.06.2010 |
|---|---|
| Firmenwert | 128 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 12 |
| Sachanlagen | 50 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 7 |
| Aktive latente Steuern | 5 |
| Vorräte | 50 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 82 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 15 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 87 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 245 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 681 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 121 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 7 |
| Passive latente Steuern | 2 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 48 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 3 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 12 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 56 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 21 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 197 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 471 |
Neben den Vermögenswerten der Disposal Group enthält die Bilanzzeile „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ Sachanlagen in Höhe von 70 Mio €, die in der Business Area Steel Americas zur Veräußerung vorgesehen sind.
03 / Umsatzkosten
Die Umsatzkosten der ersten 9 Monate 2009/2010 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 47 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Stainless Global und Components Technology betreffen. Zum 30.09.2009 betrugen die Wertberichtigungen 317 Mio €. Daneben werden in den Umsatzkosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Höhe von 28 Mio € ausgewiesen, von denen 6 Mio € das 3. Quartal 2009/2010 betreffen.
04 / Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Im Januar 2010 gewährte ThyssenKrupp Wertrechte für die 8. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Gleichzeitig sind im 2. Quartal 2009/2010 die im Rahmen der 5. Tranche des Mid Term Incentiveplans gewährten Rechte auf Grund der rückläufigen Entwicklung des ThyssenKrupp Value Added (TKVA) im Performance-Zeitraum ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. Im Juni 2010 gewährte ThyssenKrupp weiteren Führungskräften Wertrechte für die 8. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Im 3. Quartal 2009/2010 resultieren aus dem Mid Term Incentiveplan Aufwendungen von 1,6 (3. Quartal 2008/2009: 0,8) Mio €. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 enthält das Ergebnis aus dem Mid Term Incentiveplan Aufwendungen von 1,7 (9 Monate 2008/2009: Erträge von 16,9) Mio €.
Nachdem im Dezember 2009 die 1. Tranche des Programms zum rabattierten Aktienkauf aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 mit dem Erwerb von 350.924 ThyssenKrupp Aktien mit Rabatt durch die Begünstigten abgeschlossen wurde, folgte im März 2010 der Abschluss der 2. Tranche des Programms mit dem Erwerb von 40.793 ThyssenKrupp Aktien mit Rabatt. Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf entstanden im 3. Quartal 2009/2010 keine Aufwendungen (3. Quartal 2008/2009: 0) bzw. in den ersten 9 Monaten 2009/2010 Aufwendungen von 0,9 (9 Monate 2008/2009: 5,5) Mio €.
Belegschaftsaktienprogramme
Im 3. Quartal 2009/2010 hat ThyssenKrupp der deutschen Belegschaft den Erwerb von ThyssenKrupp Aktien im Gegenwert von bis zu 270 € mit einem 50%igen Rabatt angeboten. Hieraus resultierte ein Aufwand von 6,1 (3. Quartal 2008/2009: 0) Mio €
05 / Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 30. Juni 2010 vorgenommen.
| Mio € | 30.09.2009 | 30.06.2010 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen | 6.068 | 6.599 |
| Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen | 1.076 | 1.346 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 393 | 369 |
| Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | -12 | -121 |
| Insgesamt | 7.525 | 8.193 |
Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
| in % | 30.09.2009 Deutschland | Übrige Länder | 30.06.2010 Deutschland | Übrige Länder |
|---|---|---|---|---|
| Diskontierungssatz für Pensionen | 5,25 | 5,24 | 4,50 | 4,91 |
| Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen (nur USA/Kanada) | — | 5,50 | — | 5,05 |
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 9 Monate 2008/2009 Deutschland | Übrige Länder | 9 Monate 2009/2010 Deutschland | Übrige Länder |
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 46 | 19 | 49 | 22 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 242 | 91 | 216 | 82 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | -10 | -77 | -9 | -78 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 12 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | -1 | 0 | 0 |
| Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen | 0 | 8 | 0 | 0 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 290 | 40 | 256 | 26 |
| Mio € | 3. Quartal 2008/2009 Deutschland | Übrige Länder | 3. Quartal 2009/2010 Deutschland | Übrige Länder |
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 16 | 6 | 16 | 8 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 80 | 30 | 72 | 29 |
| Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens | -4 | -25 | -3 | -28 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 12 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Aufwand aus Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen | 104 | 11 | 85 | 9 |
Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 9 Monate 2008/2009 USA/Kanada | 9 Monate 2009/2010 USA/Kanada | 3. Quartal 2008/2009 USA/Kanada | 3. Quartal 2009/2010 USA/Kanada |
|---|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 6 | 5 | 1 | 2 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche | 50 | 42 | 16 | 15 |
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | -4 | -3 | -1 | -1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | -25 | -19 | 0 | -3 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen | -20 | 0 | 0 | 0 |
| Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre | 7 | 25 | 16 | 13 |
06 / Eigenkapital
Im Rahmen der Bedienung des rabattierten Aktienkaufs 2007/2008 wurden am 02. Dezember 2009 in der 1. Tranche 350.924 eigene Anteile und am 04. März 2010 in der 2. Tranche 40.793 eigene Anteile zum Kurs von 24,62 € je Anteil an die Begünstigten veräußert. Weitere 529.128 eigene Anteile wurden am 18. Mai 2010 im Rahmen des deutschen Belegschaftsaktienprogramms zum Kurs von 22,09 € je Anteil veräußert. Die angegebenen Kurse stellen dabei jeweils die Basis für den rabattierten Ausgabepreis dar.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Januar 2010 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 20. Januar 2015 ermächtigt, für bestimmte vordefinierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb der eigenen Anteile kann auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen.
07 / Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Mio € | Maximales Haftungsvolumen 30.06.2010 | Rückstellung 30.06.2010 |
|---|---|---|
| Anzahlungsgarantien | 238 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 83 | 1 |
| Kreditaufträge | 42 | 0 |
| Restwertgarantien | 45 | 1 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 44 | 0 |
| Insgesamt | 452 | 3 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Im Vergleich zum 30. September 2009 verringerte sich in den Business Areas Steel Americas und Stainless Global das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 1,3 Mrd € auf 1,4 Mrd €.
Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Hieraus ergab sich auf Grund der drastisch gestiegenen Erzpreise, deren Anstieg auf US-Dollar-Basis durch den zum Stichtag im Vergleich zum 30. September 2009 schwächeren Euro noch verstärkt wurde, eine Erhöhung der Abnahmeverpflichtungen gegenüber dem 30. September 2009 um 8 Mrd € auf rund 19,5 Mrd €. Darüber hinaus wurde im 3. Quartal ein langfristiger Frachtvertrag zum Seetransport von Brammen abgeschlossen, aus dem über einen Zeitraum von 11 Jahren Abnahmeverpflichtungen von insgesamt rund 590 Mio € resultieren.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
08 / Derivative Finanzinstrumente
Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | Nominalwert 30.09.2009 | Beizulegender Zeitwert 30.09.2009 | Nominalwert 30.06.2010 | Beizulegender Zeitwert 30.06.2010 |
|---|---|---|---|---|
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 4.693 | 214 | 4.769 | 428 |
| Zinsderivate* | 786 | 37 | 772 | 3 |
| Warenderivate | 839 | 108 | 723 | 105 |
| Insgesamt | 6.318 | 359 | 6.264 | 536 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate | 4.112 | 155 | 2.510 | 203 |
| Zinsderivate* | 1 | 0 | 1.003 | 117 |
| Warenderivate | 374 | 41 | 908 | 61 |
| Insgesamt | 4.487 | 196 | 4.421 | 381 |
* inklusive Zins-/Währungsderivate
09 / Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,5 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 45 Tsd € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. Juni 2010 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung Forderungen von 0,1 Mio € sowie Verbindlichkeiten von 49 Tsd €.
Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. In den ersten 9 Monaten 2009/2010 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 12,5 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen und mit der Heitkamp Baugruppe einen Umsatz von 0,3 Mio € aus der Erbringung von Leistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group Leistungen in Höhe von 7 Tsd € und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 0,1 Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 30. Juni 2010 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,5 Mio € und Verbindlichkeiten von 0,1 Mio € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Forderungen von 0,1 Mio € und Verbindlichkeiten von 7 Tsd €.
In den ersten 9 Monaten 2009/2010 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 0,1 Mio €.
10 / Segmentberichterstattung
ThyssenKrupp ist seit der Einführung der neuen Konzernorganisation zum 01. Oktober 2009 in die nachfolgend beschriebenen acht operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Werkstoffe und Technologien bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.
Steel Europe: In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.
Steel Americas: Diese Business Area umfasst die Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von hochwertigen Qualitätsstählen in Nord- und Südamerika. Sie beinhaltet auch die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA.
Stainless Global: Die Business Area ist Anbieter von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Bestandteil dieses Bereichs ist darüber hinaus das neue Edelstahlwerk in den USA.
Materials Services: Die Business Area betreibt die Distribution, Logistik und den Service von Roh- und Werkstoffen sowie technischen Dienstleistungen. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen werden Dienstleistungen angeboten, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Technische und infrastrukturelle Services werden in den Bereichen Gleis- und Bautechnik sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen angeboten.
Elevator Technology: Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.
Plant Technology: Die Business Area ist Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie.
Components Technology: Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.
Marine Systems: Die Business Area ist Anbieter von Über- und Unterwasser-Marineschiffen sowie Yachten im Premium-Segment. Nach der Restrukturierung sowie den vollzogenen Veräußerungen wird sich die Business Area zukünftig auf den Marineschiffbau konzentrieren.
Corporate: Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral geführt und verwertet werden, sowie die inaktiven Gesellschaften, die den einzelnen Business Areas nicht zugeordnet werden können.
Segmentinformationen für die ersten 9 Monate 2008/2009 und die ersten 9 Monate 2009/2010 sowie für das 3. Quartal 2008/2009 und das 3. Quartal 2009/2010:
| Mio € | Steel Europe | Steel Americas | Stainless Global | Materials Services | Elevator Technology | Plant Technology |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 9 Monate 2008/2009 | ||||||
| Außenumsätze | 6.250 | 0 | 2.904 | 9.489 | 3.961 | 3.322 |
| konzerninterne Umsätze | 1.075 | 0 | 287 | 366 | 3 | 44 |
| Umsatzerlöse gesamt | 7.325 | 0 | 3.191 | 9.855 | 3.964 | 3.366 |
| Ergebnis vor Steuern | 142 | -117 | -812 | -204 | 474 | 238 |
| 9 Monate 2009/2010 | ||||||
| Außenumsätze | 6.622 | 47 | 3.942 | 8.780 | 3.753 | 2.834 |
| konzerninterne Umsätze | 1.213 | 0 | 437 | 459 | 7 | 30 |
| Umsatzerlöse gesamt | 7.835 | 47 | 4.379 | 9.239 | 3.760 | 2.864 |
| Ergebnis vor Steuern | 450 | -98 | -112 | 316 | 459 | 230 |
| 3. Quartal 2008/2009 | ||||||
| Außenumsätze | 1.890 | 0 | 942 | 2.652 | 1.327 | 1.089 |
| konzerninterne Umsätze | 261 | 0 | 88 | 99 | 1 | 12 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.151 | 0 | 1.030 | 2.751 | 1.328 | 1.101 |
| Ergebnis vor Steuern | -312 | -19 | -202 | -128 | 166 | 65 |
| 3. Quartal 2009/2010 | ||||||
| Außenumsätze | 2.440 | 24 | 1.550 | 3.400 | 1.311 | 958 |
| konzerninterne Umsätze | 447 | 0 | 158 | 198 | 2 | 12 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.887 | 24 | 1.708 | 3.598 | 1.313 | 970 |
| Ergebnis vor Steuern | 183 | -62 | 64 | 144 | 151 | 62 |
| Mio € | Components Technology | Marine Systems | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| 9 Monate 2008/2009 | |||||
| Außenumsätze | 3.453 | 1.237 | 64 | 0 | 30.680 |
| konzerninterne Umsätze | 9 | 1 | 18 | -1.803 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 3.462 | 1.238 | 82 | -1.803 | 30.680 |
| Ergebnis vor Steuern | -95 | -211 | -427 | 25 | -987 |
| 9 Monate 2009/2010 | |||||
| Außenumsätze | 4.139 | 962 | 58 | 0 | 31.137 |
| konzerninterne Umsätze | 10 | 2 | 36 | -2.194 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 4.149 | 964 | 94 | -2.194 | 31.137 |
| Ergebnis vor Steuern | 164 | -40 | -442 | -9 | 918 |
| 3. Quartal 2008/2009 | |||||
| Außenumsätze | 1.059 | 321 | 19 | 0 | 9.299 |
| konzerninterne Umsätze | 4 | 0 | 3 | -468 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 1.063 | 321 | 22 | -468 | 9.299 |
| Ergebnis vor Steuern | -101 | -127 | -131 | 17 | -772 |
| 3. Quartal 2009/2010 | |||||
| Außenumsätze | 1.565 | 421 | 10 | 0 | 11.679 |
| konzerninterne Umsätze | 3 | 2 | 22 | -844 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 1.568 | 423 | 32 | -844 | 11.679 |
| Ergebnis vor Steuern | 58 | -23 | -167 | 4 | 414 |
11 / Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:
| 9 Monate 2008/2009 | 9 Monate 2009/2010 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zähler: | ||||
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | -800 | -1,73 | 642 | 1,38 |
| Nenner: | ||||
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 463.473.492 | 463.847.079 |
| 3. Quartal 2008/2009 | 3. Quartal 2009/2010 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zähler: | ||||
| Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | -639 | -1,38 | 272 | 0,58 |
| Nenner: | ||||
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 463.473.492 | 464.118.014 |
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/‑fehlbetrages durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Der gewichtete Durchschnitt der Aktien erhöhte sich in 2009/2010 durch die Veräußerung eigener Anteile im Dezember 2009 und im März 2010 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs sowie durch die Veräußerung eigener Anteile im Mai 2010 im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
12 / Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
In den ersten 9 Monaten 2009/2010 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 24 (9 Monate 2008/2009: 26) Mio €. Im 3. Quartal 2009/2010 beliefen sich diese Zugänge auf 21 (3. Quartal 2008/2009: 1) Mio €.
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug in den ersten 9 Monaten 2009/2010 10 (9 Monate 2008/2009: 9) Mio € bzw. im 3. Quartal 2009/2010 4 (3. Quartal 2008/2009: 2) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
In den ersten 9 Monaten 2009/2010 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 19 (9 Monate 2008/2009: 1) Mio €; im 3. Quartal 2009/2010 belief sich der Zugang auf 15 (3. Quartal 2008/2009: 0) Mio €.
13 / Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Essen, den 09. August 2010
ThyssenKrupp AG
Der Vorstand
Schulz
Berlien
Eichler
Hippe
Labonte
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis 30. Juni 2010, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Düsseldorf, den 9. August 2010
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, Wirtschaftsprüfer
Michael Gewehr, Wirtschaftsprüfer