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thyssenkrupp AG — Interim / Quarterly Report 2010
Feb 12, 2010
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Interim / Quarterly Report
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Zwischenbericht 1. Quartal 09 10
ThyssenKrupp ag 01. Oktober – 31. Dezember 2009
Inhalt
Zwischenbericht 1. Quartal 2009 – 2010
- Der Konzern in Zahlen 02 /
- ThyssenKrupp in Kürze 02 /
Zwischenlagebericht
- Neue Konzernorganisation 03 /
- Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern 04 /
- Geschäftsverlauf in den Business Areas 09 /
- ThyssenKrupp Aktie 21 /
- Innovationen 22 /
- Mitarbeiter 22 /
- Finanz- und Vermögenslage 23 /
- Risikobericht 25 /
- Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 26 /
Zwischenabschluss
- Konzern-Bilanz 29 /
- Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 30 /
- Konzern-Gesamtergebnisrechnung 31 /
- Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 32 /
- Konzern-Kapitalflussrechnung 33 /
- Konzern-Anhang 34 /
- Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht 41 /
03 S. 41
Weitere Informationen
- Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats 42 /
- Kontakt 43 /
- Termine 2010/2011 43 /
Der Konzern in Zahlen
Konzernüberblick
| Vergleich 1. Quartal | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal | 2009/2010 Veränderung | Veränderung in % |
||
| Auftragseingang | Mio € | 12.887 | 9.328 | – 3.559 | – 28 |
| Umsatz | Mio € | 11.522 | 9.351 | – 2.171 | – 19 |
| EBITDA | Mio € | 764 | 808 | 44 | 6 |
| EBIT | Mio € | 407 | 477 | 70 | 17 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 416 | 401 | – 15 | – 4 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 240 | 313 | 73 | 30 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 249 | 237 | – 12 | – 5 |
| Periodenüberschuss | Mio € | 163 | 195 | 32 | 20 |
| Ergebnis je Aktie | € | 0,36 | 0,35 | – 0,01 | – 3 |
| Mitarbeiter | (31.12.) | 197.175 | 174.763 | – 22.412 | – 11 |
| 30.09.2009 | 31.12.2009 | ||
|---|---|---|---|
| Netto-Finanzschulden | Mio € | 2.059 | 2.130 |
| Eigenkapital | Mio € | 9.696 | 10.041 |
Business Areas
| Auftragseingang in Mio € |
Umsatz in Mio € |
Ergebnis vor Steuern (EBT) in Mio € |
Bereinigtes EBT in Mio € |
Mitarbeiter | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
31.12.2008 | 30.09.2009 | 31.12.2009 | ||
| Steel Europe | 1.866 | 2.500 | 2.848 | 2.281 | 345 | 104 | 354 | 104 | 38.048 | 36.416 | 35.582 | |
| Steel Americas | 0 | 0 | 0 | 0 | – 76 | – 4 | – 76 | – 4 | 1.263 | 1.659 | 1.794 | |
| Stainless Global | 967 | 943 | 1.173 | 1.210 | – 243 | – 59 | – 243 | – 59 | 12.167 | 11.755 | 11.597 | |
| Materials Services | 4.016 | 2.681 | 3.995 | 2.760 | 30 | 112 | 30 | 31 | 46.367 | 44.316 | 31.972 | |
| Elevator Technology | 1.562 | 1.230 | 1.343 | 1.226 | 159 | 155 | 159 | 155 | 43.599 | 42.698 | 42.926 | |
| Plant Technology | 1.751 | 1.324 | 1.078 | 954 | 99 | 95 | 99 | 95 | 13.416 | 13.043 | 12.977 | |
| Components Technology | 1.290 | 1.169 | 1.299 | 1.237 | 53 | 43 | 53 | 43 | 31.418 | 27.973 | 27.997 | |
| Marine Systems | 1.856 | 110 | 546 | 254 | 33 | – 10 | 33 | – 5 | 8.319 | 7.770 | 7.593 | |
| Corporate | 34 | 31 | 34 | 31 | – 155 | – 121 | – 155 | – 121 | 2.578 | 1.865 | 2.325 | |
| Konsolidierung | – 455 | – 660 | – 794 | – 602 | – 5 | – 2 | – 5 | – 2 | — | — | — | |
| Konzern | 12.887 | 9.328 | 11.522 | 9.351 | 240 | 313 | 249 | 237 | 197.175 | 187.495 | 174.763 |
ThyssenKrupp in Kürze
Maßgeschneiderte Werkstoffe aller Art und ein umfassendes Angebot an anspruchsvollen Technologiegütern, begleitet von einer breiten Dienstleistungspalette, sind die Tätigkeitsschwerpunkte unserer fast 175.000 Mitarbeiter. Engagiert und qualifiziert bieten sie unseren Kunden in über 80 Ländern auf allen fünf Kontinenten innovative Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. In unseren acht Business Areas – Steel Europe, Steel Americas, Stainless Global, Materials Services, Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems – nehmen sie die globalen Herausforderungen an und wandeln sie in Chancen. Unsere Hochleistungswerkstoffe und Anlagen, Komponenten und Systeme bieten Antworten auf viele wirtschaftliche und technische Fragen der Zukunft. Zu dem von der ThyssenKrupp AG geführten Konzern gehören direkt oder indirekt mehr als 850 Unternehmen und Beteiligungen. Zwei Drittel der insgesamt 2.500 Produktionsstätten, Büros und Servicestützpunkte liegen außerhalb Deutschlands.
Neue Konzernorganisation
Um den Konzern für die wirtschaftlichen und strategischen Herausforderungen der kommenden Jahre zu stärken, haben wir zum 01. Oktober 2009 eine neue und effizientere Konzernorganisation eingeführt. Die Aktivitäten des Konzerns rund um Werkstoffe und Technologien sind nun in acht Business Areas aufgeteilt: Steel Europe, Steel Americas, Stainless Global, Materials Services, Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems.
Die ThyssenKrupp AG übernimmt als Corporate Headquarter die strategische Steuerungsfunktion, während die Business Areas und die zugehörigen Konzernunternehmen selbstständig am Markt operieren. Gegenüber der bisherigen Konzernorganisation entfällt dabei eine Führungsebene. ThyssenKrupp Business Services und ThyssenKrupp IT Services bieten standardisierte Dienstleistungen an, auf die alle Konzernunternehmen, Business Areas und das Corporate Headquarter zurückgreifen können.
Unsere Berichterstattung folgt der neuen Konzernstruktur und gewinnt dadurch an Transparenz. Mit Beginn des 1. Quartals 2009/2010 berichten wir nach den neuen Business Areas; die Vergleichszahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.
thyssenkrupp konzern
| Technologies |
|---|
| Elevator Technology Central/Eastern/Northern Europe Southern Europe /Africa /Middle East Americas Asia / Pacific Escalators /Passenger Boarding Bridges |
| Accessibility |
| Plant Technology Uhde Polysius ThyssenKrupp Fördertechnik System Engineering ThyssenKrupp Transrapid Components Technology Presta Camshafts |
| Forging Group ThyssenKrupp Waupaca Rothe Erde Berco Presta Steering Bilstein-Gruppe |
| Marine Systems Naval Shipyards and Services |
Business Services
ThyssenKrupp Business Services
ThyssenKrupp IT Services
Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
ThyssenKrupp – im 1. Quartal 2009/2010 wieder mit Gewinn
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld hat sich im Schlussquartal 2009 etwas stabilisiert. Noch überwogen aber die Auswirkungen der tiefgreifenden Wirtschafts- und Finanzkrise. Auftragseingang und Umsatz waren im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich rückläufig. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich allerdings die Auftragslage spürbar erholt.
Besser als erwartet hat sich die Ergebnissituation entwickelt. Nach drei Verlustquartalen erzielte ThyssenKrupp im 1. Quartal 2009/2010 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 313 Mio € – ein Plus von 73 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal in Höhe von 240 Mio €. Das Bereinigte EBT lag mit 237 Mio € nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 249 Mio €.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2009/2010 werden EBT und EBIT um wesentliche, fest definierte Sondereinflüsse bereinigt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Veräußerungsergebnisse, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen, weitere nicht operative Aufwendungen sowie weitere nicht operative Erträge. Bereinigt werden diese Einflüsse nur, sofern der Vorgang für den Konzernabschluss wesentlich ist. Die im Vorjahr noch bereinigten Anlaufverluste in der Business Area Steel Americas werden nicht mehr als Sondereinflüsse klassifiziert, da der Projektcharakter durch die Inbetriebnahme der Stahl- und Weiterverarbeitungswerke im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr vorliegt. Entsprechend wird die Vorjahresvergleichszahl angepasst.
Die Mehrzahl der Business Areas erwirtschaftete im 1. Quartal 2009/2010 einen Gewinn. Damit sehen wir uns auf gutem Wege, unsere gesetzten Ergebnisziele zu erreichen – auch bedingt durch die konsequente Umsetzung unserer Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme.
Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Quartal 2009/2010:
- Der Auftragseingang gab im Vergleich zum Vorjahresquartal um 28 % auf 9,3 Mrd € nach.
- Der Umsatz fiel um 19 % auf 9,4 Mrd € zurück.
- Das EBITDA betrug 808 Mio €, im Vorjahr waren es 764 Mio €.
- Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich von 240 Mio € im Vorjahresquartal auf 313 Mio €.
- Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern erreichte mit 237 Mio € nahezu den Vorjahreswert von 249 Mio €.
- Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,35 € nach 0,36 € im Vorjahr.
- Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2009 auf 2.130 Mio €, eine Zunahme um 71 Mio € gegenüber dem 30. September 2009, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 2.059 Mio € bestanden. Am 31. Dezember 2008 betrugen die Netto-Finanzschulden 3.514 Mio €.
Konjunkturelle Talfahrt gestoppt
Nach der schwersten Rezession der Nachkriegszeit hat sich das globale Konjunkturumfeld zuletzt stabilisiert. Der Welthandel, der zu Beginn des vorigen Jahres noch rückläufig war, nahm wieder zu. Frühindikatoren wie die Ifo-Geschäftserwartungen oder der Einkaufsmanager-Index zeigten in der zweiten Jahreshälfte 2009 zum Teil spürbare Erholungstendenzen. Nach gegenwärtiger Einschätzung ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt 2009 um insgesamt 1,4 % geschrumpft.
Die Wirtschaft im Euroraum ist dank einer expansiven staatlichen Ausgabenpolitik und höherer Exporte in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder leicht gewachsen. Insgesamt blieb die Wirtschaftsleistung 2009 aber um rund 4 % unter dem Vorjahresniveau. Noch stärker war der Rückgang in Deutschland, vor allem auf Grund des tiefen konjunkturellen Einbruchs zu Jahresbeginn. Im weiteren Jahresverlauf ist die deutsche Wirtschaft leicht gewachsen, die Erholung bei den Investitionen und den Exporten war jedoch sehr verhalten.
Die US-Wirtschaft ist erst im 3. und 4. Quartal 2009 dank höherer privater und staatlicher Konsumausgaben insbesondere infolge des umfangreichen staatlichen Konjunkturprogramms wieder gewachsen. Trotz der anziehenden Konjunktur im 2. Halbjahr blieb die Wirtschaftsleistung der USA 2009 um 2,5 % unter dem Vorjahreswert. Noch stärker war im vergangenen Jahr der Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Produktion in Japan, wo aber ebenfalls der Tiefpunkt der Rezession durchschritten zu sein scheint.
Die asiatischen Schwellenländer haben den Einbruch des Welthandels relativ gut verkraftet. Sie profitierten von dem anhaltenden dynamischen Wachstum in China, dessen Binnenwirtschaft durch massive Konjunkturprogramme gestützt wurde. Auch Indien blieb dank einer regen Binnennachfrage auf Wachstumskurs. Die brasilianische Wirtschaft entwickelte sich relativ stabil. Deutliche Rückgänge gab es in Russland, allerdings hat sich die wirtschaftliche Lage zum Jahresende hin etwas verbessert.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Branchen ergaben sich folgende Entwicklungen:
• Die internationalen Stahlmärkte zeigen sich seit Herbst 2009 lagerzyklisch bedingt wieder in stabilerer Verfassung. Im Schlussquartal 2009 übertraf die Weltrohstahlerzeugung deutlich die allerdings sehr niedrigen Vorjahresmengen. Trotz insgesamt höherer Kapazitätsauslastungen in den letzten Monaten des vergangenen Jahres blieb im Gesamtjahr 2009 die globale Stahlproduktion mit rund 1,2 Mrd t 8 % niedriger als ein Jahr zuvor. Dabei verzeichnete China – massiv gestützt durch staatliche Konjunkturprogramme – einen Anstieg von 14 % auf rund 570 Mio t, während in der übrigen Welt die Erzeugung um etwa 21 % abnahm. Die deutsche Stahlindustrie musste einen Rückgang um 29 % auf knapp 33 Mio t verkraften. Aber auch hier erreichte die Auslastung im 4. Quartal 2009 wieder annähernd Normalmaß. Die Stahlpreise zeigten infolge der festeren Mengenkonjunktur ab dem Spätsommer 2009 erste Stabilisierungs- und Aufwärtstendenzen.
Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt hat sich die Lage ab Herbst 2009 zum Besseren gewendet. Die Ordereingänge der Stahlanbieter haben sich in den letzten Wochen des Jahres 2009 auf höherem Niveau eingependelt. Dabei wurden gezielt Bedarfslücken gefüllt, ohne dass allerdings bereits eine Tendenz zu einem stärkeren Lageraufbau erkennbar gewesen wäre. Die Endverbrauchernachfrage blieb insgesamt schleppend, die Stahlkunden agieren noch sehr vorsichtig. Importe aus Drittländern in die EU zeigten zwar seit September eine steigende Tendenz, erreichten jedoch noch keine besorgniserregenden Mengen. Der US-amerikanische Markt für Qualitätsflachstahlprodukte hat sich ebenfalls im 4. Quartal 2009 bei Mengen und Preisen stabilisiert.
• Die weltweite Nachfrage nach rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten ist 2009 voraussichtlich um rund 8 % gegenüber dem Vorjahr gefallen. Die europäischen Produzenten verzeichneten seit dem Frühjahr lagerzyklisch bedingt gestiegene Auftragseingänge und Lieferungen. Seit Sommer stagnierte die Nachfrage jedoch wieder. Die Importe, vor allem aus Asien, nahmen im 4. Quartal 2009 wieder deutlich zu. Auch in Nordamerika führte der Lagerbestandsabbau bei Handel und Service-Centern seit Beginn des Sommers zu einem Nachfrageanstieg, der sich im Schlussquartal 2009 aber nicht fortsetzte. In China lagen die Lagerbestände des Handels im Oktober 2009 auf einem historischen Höchststand, nahmen seitdem auch auf Grund von Produktionskürzungen chinesischer Produzenten aber deutlich ab.
Die Basispreise, die in Europa ab dem Frühjahr angehoben werden konnten, sind seit Beginn des 4. Quartals 2009 jedoch wieder rückläufig. Zudem führte der niedrigere Nickelpreis zu einer Abnahme des Legierungszuschlags für austenitische Werkstoffe. In Nordamerika sind die Basispreise nach einem Anstieg in den Sommermonaten seit Beginn des Berichtsquartals konstant. Das Preisniveau in China erreichte im Frühsommer fast das europäische Niveau, brach jedoch im weiteren Verlauf des Jahres ein. Erst gegen Jahresende stabilisierten sich die Preise wieder.
Im Bereich der Nickel- und Titanlegierungen war die Nachfrage aller Abnehmergruppen schwach. Das Preisniveau blieb weltweit belastet.
• Die Automobilindustrie musste 2009 die Produktion deutlich zurückfahren. Weltweit liefen nach derzeitigem Stand nur knapp 60 Mio Personenwagen und Nutzfahrzeuge vom Band, 14 % weniger als im Jahr zuvor. Lediglich in China konnte die Produktion – gestützt durch staatliche Förderprogramme – beträchtlich erhöht werden. In den USA wurden 21 % weniger Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, wobei im 4. Quartal 2009 allerdings wieder Zuwächse zu verzeichnen waren. In der Europäischen Union lagen 2009 die PKW-Neuzulassungen 1,3 % unter dem Vorjahreswert; allerdings zogen im Schlussquartal 2009 die Neuwagenverkäufe gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum spürbar an. Sowohl in den USA als auch in einigen EU-Ländern wurde im vergangenen Jahr die Nachfrage durch staatliche Maßnahmen gestützt.
In Deutschland hat die Umweltprämie den inländischen PKW-Absatz spürbar belebt. Insgesamt stiegen 2009 die PKW-Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr um 23 %. Da jedoch gleichzeitig die Exporte um 17 % wegbrachen, ist die PKW-Produktion um 10 % gesunken. Mit dem Auslaufen der Prämie gaben die Zuwachsraten bei den Neuzulassungen im 4. Quartal wieder erheblich nach und waren im Dezember 2009 negativ. Die Produktion von Nutzfahrzeugen fiel 2009 im Jahresvergleich um 52 %.
- Als Folge der globalen Rezession und der damit einhergehenden Einbrüche im Welthandel ist das Seehandelsvolumen deutlich zurückgegangen. Wegen dieser geringeren Nachfrage und der Finanzierungsschwierigkeiten haben die deutschen Seeschiffswerften 2009 kaum Neubestellungen akquirieren können. Die Zahl der Auftragsannullierungen nahm dagegen massiv zu, so dass der Auftragsbestand merklich gefallen ist.
- Die Wirtschaftskrise führte 2009 zu erheblich niedrigeren Investitionen. Dementsprechend ging vor allem in den Industrieländern 2009 die Maschinenbauproduktion drastisch zurück. In Deutschland fiel sie um rund ein Viertel. Der heftige Fall der Auftragseingänge konnte erst in den letzten Monaten des Jahres 2009 gebremst werden. Auch der deutsche Großanlagenbau verzeichnete deutlich weniger Bestellungen als im Vorjahr. Entgegen dem globalen Trend konnte China die Maschinenbauproduktion dank staatlicher Konjunkturprogramme ausweiten.
- Die Bauwirtschaft erlitt im vergangenen Jahr in den meisten Ländern einen kräftigen konjunkturellen Rückschlag. Während China und Indien auf Wachstumskurs blieben, verzeichneten vor allem die USA große Einbußen. Erst ab Jahresmitte waren auf dem US-Immobilienmarkt Stabilisierungstendenzen erkennbar. In Europa gab die Bauproduktion vor allem in Großbritannien und Irland, aber auch in Spanien nach. Die deutsche Bauwirtschaft verbuchte insbesondere im Wirtschaftsbau weniger Aufträge.
Auftragseingang und Umsatz weiter gedrückt
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld hat die Geschäftsentwicklung von ThyssenKrupp im 1. Quartal 2009/2010 noch erheblich belastet. Der Umsatz und vor allem die Auftragseingänge gaben gegenüber dem Vorjahresquartal spürbar nach. Im Vergleich zu den Vorquartalen zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung ab; in Teilbereichen hat sich vor allem die Auftragslage wieder erholt.
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 12.887 | 9.328 |
| Umsatz | Mio € | 11.522 | 9.351 |
| EBITDA | Mio € | 764 | 808 |
| EBIT | Mio € | 407 | 477 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 416 | 401 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 240 | 313 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 249 | 237 |
| Investitionen | Mio € | 1.106 | 777 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 197.175 | 174.763 |
Der Auftragseingang von ThyssenKrupp erreichte im 1. Quartal 2009/2010 einen Wert von 9,3 Mrd €, 28 % weniger als in den ersten drei Monaten des vorigen Geschäftsjahres. Während die Nachfrage bei Aufzügen und Fahrtreppen, im Anlagenbau und vor allem bei den Werften geringer war, gab es bei Qualitätsflachstahl mengenbedingt wieder deutliche Zuwächse. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal, als Aufträge in Höhe von 7,5 Mrd € akquiriert wurden, sind die Neubestellungen um 24 % gestiegen.
Der Konzernumsatz verminderte sich im 1. Quartal 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr um 19 % auf 9,4 Mrd €. Rückgänge gab es in nahezu allen Business Areas. Im Qualitätsflachstahlgeschäft verursachten geringere Stahlerlöse einen niedrigeren Umsatz, während bei Edelstahl die Effekte aus höheren Versandmengen die Preisrückgänge überdeckten. Auch bei Materials Services machten sich die niedrigeren Preise für Werk- und Rohstoffe bemerkbar. Die geringere Nachfrage für Neuinstallationen von Aufzügen und Fahrtreppen belastete das Geschäft von Elevator Technology. Abrechnungsbedingt gab auch der Umsatz im Anlagenbau nach. Besser als erwartet entwickelte sich die Nachfrage nach Automobilkomponenten, dennoch lag der Umsatz von Components Technology unter dem Vorjahreswert. Bei Marine Systems sorgte die schlechte Auftragslage für ein stark rückläufiges Geschäft.
Umsatz in Mrd €
Ergebnis vor Steuern auf 313 Mio € verbessert
Im 1. Quartal 2009/2010 erreichte das Ergebnis vor Steuern (EBT) 313 Mio €. ThyssenKrupp konnte damit den Wert des Vorjahresquartals um 73 Mio € übertreffen und ist nach den Verlusten in den drei vorangegangenen Quartalen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. In den Ergebniszahlen sind Sondereffekte in Höhe von 76 Mio € enthalten, die im Wesentlichen Erträge aus der Veräußerung der Industrial-Services-Bereiche der Business Area Materials Services enthalten. Bereinigt lag das EBT im Berichtsquartal bei 237 Mio € und damit knapp 5 % unter dem Vorjahreswert von 249 Mio €.
ergebnis vor steuern (ebt) in Mio €
Die Umsatzerlöse lagen im 1. Quartal 2009/2010 um 2.171 Mio € oder 19 % unter dem Wert für das entsprechende Vorjahresquartal. Die Umsatzkosten verringerten sich um 1.857 Mio € oder 19 % und damit proportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Hierzu trugen insbesondere auch deutlich verminderte Vorratsabwertungen bei, die den Effekt aus der insgesamt umsatzbedingten Abnahme der übrigen Umsatzkosten verstärkten. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging um 314 Mio € oder 18 % zurück; gleichzeitig ergab sich hieraus ein leichter Anstieg der Brutto-Umsatzmarge von 15,5 % auf 15,8 %.
Die Abnahme der Vertriebskosten um 92 Mio € resultierte insbesondere aus verminderten Personalaufwendungen sowie aus umsatzbedingt gesunkenen Aufwendungen für Verkaufsfrachten und Verkaufsversicherungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen auch als Folge der Kostensenkungsmaßnahmen um 50 Mio € unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Anstieg des Ergebnisses aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen um 93 Mio € betraf insbesondere die Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice sowie ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services. Für die Verbesserung des sonstigen Finanzergebnisses um 104 Mio € waren hauptsächlich zwei Faktoren verantwortlich: ein um 73 Mio € verbessertes Kursergebnis aus Finanztransaktionen sowie eine im Vergleich zum Vorjahr um 20 Mio € erhöhte Aktivierung von Bauzeitzinsen, die die Errichtung der Stahlwerke in Brasilien und den USA betrafen.
Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 41 Mio € resultierte insbesondere aus Sondereffekten bei der Besteuerung von Veräußerungsergebnissen sowie aus Belastungen durch die Wertberichtigung von Zinsvorträgen im Inland. Entsprechend nahm die Steuerquote im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6 Prozentpunkte auf 38 % zu. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich im Berichtszeitraum ein gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 32 Mio € auf 195 Mio € verbesserter Periodenüberschuss.
Unter Einbezug der Periodenergebnisse, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen, verringerte sich das Ergebnis je Aktie im 1. Quartal 2009/2010 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert um 0,01 € auf 0,35 €.
Netto-Finanzschulden und Investitionen
Die Netto-Finanzschulden lagen am 31. Dezember 2009 bei 2.130 Mio €. Der nur leichte Anstieg um 71 Mio € gegenüber dem 30. September 2009 war durch Einmaleffekte – u.a. Eigenkapitaleinzahlung bei ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlântico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A. sowie Desinvestitionen ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway – begünstigt; daraus wurden rund 900 Mio € generiert.
Netto-Finanzschulden in Mio €
Im 1. Quartal 2009/2010 investierte ThyssenKrupp insgesamt 777 Mio €, 30 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Davon wurden 710 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 67 Mio €.
Aktuelle Emittenten-Ratings
Im abgelaufenen Quartal hat die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating von ThyssenKrupp auf BB+ heruntergestuft. Damit hat ThyssenKrupp bei Standard & Poor's den Investment-Grade-Status verloren. Bei Moody's und Fitch befindet sich unser Rating weiterhin im Investment-Grade-Bereich. Derzeit wird die Kreditwürdigkeit des Konzerns von den Ratingagenturen wie folgt bewertet:
| Langfrist Rating |
Kurzfrist Rating |
Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB+ | B | stabil |
| Moody's | Baa3 | Prime–3 | negativ |
| Fitch | BBB- | F3 | negativ |
Geschäftsverlauf in den Business Areas
Steel Europe
Steel Europe in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.866 | 2.500 |
| Umsatz | Mio € | 2.848 | 2.281 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 345 | 104 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 354 | 104 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 38.048 | 35.582 |
Die Business Area Steel Europe produziert hochwertigen Qualitätsflachstahl vor allem für den europäischen Markt. Zum Produktportfolio gehören beispielsweise Weißblech, Elektroband, Tailored Blanks und Bauteile aus Stahl. Die europäischen und nordamerikanischen Stahl-Service-Center gingen mit Beginn des Geschäftsjahres auf die Business Area Materials Services über.
Höhere Bestellmengen, niedrigerer Umsatz
Im 1. Quartal 2009/2010 lag der wertmäßige Auftragseingang der Business Area Steel Europe bei 2,5 Mrd €. Diese Steigerung um 34 % ist ausschließlich durch höhere Bestellmengen bedingt, die deutlich über dem außerordentlich schwachen Vorjahresniveau lagen.
Der Umsatz verminderte sich um 20 % auf 2,3 Mrd €. Die Versandmenge konnte zwar konstant gehalten werden, dieser stabilisierende Effekt wurde aber durch die marktbedingt erheblich niedrigeren Durchschnittserlöse überlagert. Dennoch wurde ein Gewinn vor Steuern (EBT) von 104 Mio € erwirtschaftet, der aber um 241 Mio € niedriger war als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die eingeleiteten Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme kompensierten die negativen Markteffekte nur teilweise.
Die Unternehmen der Business Area Steel Europe beschäftigten am 31. Dezember 2009 insgesamt 35.582 Mitarbeiter, 2.466 weniger als ein Jahr zuvor. Der Personalabbau resultierte vor allem aus der Restrukturierung des Bereichs Metal Forming sowie der Umsetzung des Anpassungsprogramms 20/10 bei ThyssenKrupp Steel Europe. Der Umfang der Kurzarbeit konnte deutlich zurückgenommen werden. Im Durchschnitt des Berichtsquartals waren davon noch rund 2.800 Mitarbeiter betroffen.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe, Hauptumsatzträger der Business Area, gliedert sich im Wesentlichen in die beiden Vertriebsbereiche Auto und Industrie. Gestützt auf eine schon Mitte 2009 einsetzende temporär sehr kräftige Nachfragebelebung bei industriellen Kunden hat sich der Versand im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten deutlich verbessert und erreichte insgesamt wieder die vergleichbaren Vorjahresniveaus. Die Bestellmengen, die im 1. Quartal 2008/2009 eingebrochen waren, haben sich mehr als verdoppelt. Daher erhöhte sich der Auftragseingang signifikant.
Durch die bereits im Spätsommer einsetzende Belebung der Nachfrage hat sich die Beschäftigungssituation schrittweise entspannt. In der Metallurgiestufe wurden zuvor zeitweise stillgesetzte Kapazitäten wieder in Betrieb genommen. So ist der Hochofen 9 am 01. November 2009 angeblasen worden. Der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) folgte auf Grund des steigenden Marktbedarfs Anfang Januar 2010. Einschließlich der Zulieferungen von HKM lag die Rohstahlerzeugung jedoch mit insgesamt knapp 3 Mio t um 7 % unter dem Vorjahresquartal. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien verbesserte sich der Auslastungsgrad ebenfalls, allerdings blieben auch im Berichtsquartal Kapazitäten ungenutzt.
Nach den vorübergehenden Stillsetzungen von Kapazitäten in den Monaten zuvor war es zeitweilig schwierig, den Wünschen der Kunden nach zumeist sehr kurzfristigen Lieferungen in vollem Umfang zu entsprechen. Der Umsatz war infolge der stark gesunkenen Durchschnittserlöse niedriger als im Vorjahr. Aus dem gleichen Grund blieb das EBT trotz eingeleiteter Maßnahmen zur Kostensenkung deutlich hinter dem letztjährigen Ergebnis zurück.
Die einzelnen Weiterverarbeitungsaktivitäten, die in der Operating Unit Processing zusammengefasst sind, wiesen unterschiedliche Entwicklungen auf. Insgesamt wurde ein niedrigerer Umsatz als im Vorjahr verzeichnet, und auch das EBT ging marktbedingt deutlich zurück.
Bei Weißblech, dem größten Bereich von Processing, war das Geschäftsvolumen mengenbedingt geringfügig niedriger; positiv wirkten sich die realisierten Erlösverbesserungen aus. Das Mittelbandgeschäft, das ein Jahr zuvor einen beispiellosen Mengeneinbruch hinnehmen musste, profitierte von der kräftigen Erholung der Nachfrage der Automobilzulieferer und der Kaltwalzindustrie. Unser Geschäft mit kornorientiertem Elektroband, das 2009 etwas verzögert in den Sog der Krise geraten war, verzeichnete einen überdurchschnittlichen Umsatzrückgang. Zum einen war die abgesetzte Menge etwas niedriger als im Vorjahr, zum anderen gaben die bislang weitgehend stabilen Erlöse nach. Bei Grobblech hat sich die Lage in wichtigen Kundenbereichen weiter verschlechtert. Der Umsatz ging daher mengen- und preisbedingt stark zurück.
Tailored Blanks verzeichnete dagegen einen höheren Umsatz, da der Absatz im Berichtsquartal stark von den staatlichen Konjunkturprogrammen in vielen europäischen Ländern und den USA profitierte. Auch das Metal-Forming-Geschäft erhielt daraus positive Impulse und konnte den Umsatz annähernd konstant halten. Da die Restrukturierung des Bereichs im Geschäftsjahr 2008/2009 ergebniswirksam abgeschlossen wurde, kam es im Berichtsquartal zu keinen weiteren Ergebnisbelastungen. Color/Construction verzeichnete ein im Vorjahresvergleich niedrigeres Geschäft. Trotz einer positiveren Mengenentwicklung in einzelnen Branchen blieb die Marktlage insgesamt – auch unter Erlösgesichtspunkten – angespannt.
Steel Americas
Steel Americas in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 0 | 0 |
| Umsatz | Mio € | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | – 76 | – 4 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | – 76 | – 4 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 1.263 | 1.794 |
Mit der Business Area Steel Americas erschließen wir den nordamerikanischen Markt für hochwertige Flachstahlprodukte. Sie umfasst die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA. Darüber hinaus ist sie verantwortlich für den Transport von Brammen zwischen Brasilien, Deutschland und den USA.
Negatives Ergebnis
Im 1. Quartal 2009/2010 erwirtschaftete die Business Area ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 4 Mio €. Wesentliche Einflussgrößen waren mit dem Projekt verbundene Anlaufkosten und substanzielle gegenläufige Währungseffekte von in brasilianischem Real vorgehaltenen liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2009 beschäftigte Steel Americas 1.794 Mitarbeiter.
Flexible Fortführung der Großprojekte
Wegen der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir den Hochlauf und die Inbetriebnahme der einzelnen Gewerke der konjunkturellen Entwicklung angepasst.
Das Hüttenwerk Brasilien wird die erste Produktionslinie mit einem Hochofen und einem Stahlwerkskonverter Mitte 2010 anfahren; die Inbetriebnahme des zweiten Stahlwerkskonverters und der Hochlauf des zweiten Hochofens sind aus heutiger Sicht für 2011 vorgesehen. Nach wie vor bleibt die Planung flexibel, um beispielsweise auf eine frühere Markterholung zügig reagieren zu können. Im Weiterverarbeitungswerk USA wird die Warmbandstraße Mitte 2010 die Produktion aufnehmen. Der weitere Hochlauf wird flexibel an die Stahlnachfrage angepasst.
Hüttenwerk in Brasilien
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 21. Januar 2010 das Investitionsvolumen für das brasilianische Hüttenwerk von 4,7 Mrd € auf 5,2 Mrd € erhöht. Dadurch konnten Mehraufwendungen, z.B. für das Stahlwerk im Bereich Hochofen, Umweltauflagen, Feuerschutzmaßnahmen und eine weitere Risikovorsorge, im Budget berücksichtigt werden. Bei den nicht aktivierungsfähigen Aufwendungen ergaben sich Minderungen. Die geplanten gesamten Auszahlungen haben sich seit Mitte 2009 kaum verändert und liegen bei rund 5,9 Mrd €. Die Produktionskapazität wird insgesamt über 5 Mio t Rohstahl jährlich betragen.
Die Bauarbeiten in Santa Cruz im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind in vollem Gange. Hafen, Rohstofflager und Sinteranlage sind weitgehend errichtet. Kraftwerk und Hochöfen wurden Anfang 2010 technisch fertig gestellt. Dies gilt auch für die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, sowie für sonstige Infrastruktureinrichtungen. Bei den Stahlbauarbeiten einiger Gewerke muss auf Grund mangelnder Qualität der Zulieferer nachgearbeitet werden. Hiervon sind insbesondere die Kokerei und das Stahlwerk betroffen.
Ende 2009 waren rund 21.000 Menschen auf der Baustelle tätig, und rund 1.400 Mitarbeiter arbeiteten bei unserer brasilianischen Tochtergesellschaft. Die weitere Rekrutierung von Personal haben wir der konjunkturellen Entwicklung angepasst.
Der brasilianische Eisenerzproduzent Vale hat seinen Anteil an ThyssenKrupp CSA, unserer brasilianischen Tochtergesellschaft für das Hüttenwerk, von rund 10 % auf knapp 27 % gesteigert; der Kaufpreis betrug 965 Mio €. Dieser Schritt bestätigt den Wert unserer Investition und unseres industriellen Konzeptes. Zugleich wurde die Basis für eine langfristige Partnerschaft zwischen ThyssenKrupp und dem strategisch wichtigen Rohstofflieferanten Vale weiter gestärkt.
Weiterverarbeitungswerk in den USA
Für das US-Werk hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Januar 2010 ein um 10 % erhöhtes Investitionsvolumen von 3,6 Mrd US-Dollar genehmigt. Hauptgründe für die Erhöhung waren Mehrkosten für Infrastruktur, Brandschutzsysteme und Kühleinrichtungen. Die erwarteten Auszahlungen für das Projekt betragen aktuell 3,8 Mrd US-Dollar. Die Warmwalzkapazität wird bei insgesamt über 5 Mio t jährlich liegen.
Die Bauarbeiten im US-Bundesstaat Alabama machen gute Fortschritte. Wir führen den Bau der Warm- und Kaltwalzanlagen sowie der Beize weitgehend planmäßig fort, so dass deren Inbetriebnahme beginnend ab Mitte 2010 bis zum Ende des Geschäftsjahres geplant ist. Die Fertigstellung der Veredelungsanlagen wird sich auf Grund der konjunkturellen Situation in das nächste Geschäftsjahr verlagern. Das Werk wird Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Bis zur Inbetriebnahme des brasilianischen Werkes werden die zu verarbeitenden Brammen aus Deutschland kommen.
Ende 2009 waren rund 4.500 Menschen auf der Baustelle tätig, und über 400 Mitarbeiter arbeiteten bei ThyssenKrupp Steel USA.
Vorbereitung des Markteintritts in vollem Gange
Parallel zu den Bauarbeiten bereiten wir den Markteintritt und die Vertriebsplanung für die Hochlaufphase entsprechend den Kundenwünschen im Nafta-Raum vor. Dazu setzen unsere Vertriebsfachleute ihre Besuche bei Schlüsselkunden in den Zielgruppen Automobil- und Elektroindustrie sowie Stahl-Service-Center, Baubranche und Rohrindustrie intensiv fort. Unser attraktiver Produktmix sowie technologische und logistische Vorteile gegenüber unseren Wettbewerbern machen uns zuversichtlich, den Markteintritt in der Nafta-Region erfolgreich zu meistern.
Stainless Global
Stainless Global in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 967 | 943 |
| Umsatz | Mio € | 1.173 | 1.210 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | – 243 | – 59 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | – 243 | – 59 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 12.167 | 11.597 |
Als weltweit führender Edelstahlproduzent steht die Business Area Stainless Global für höchste Ansprüche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das neue Edelstahlwerk in Alabama, das in enger Kooperation mit Steel Americas errichtet wird.
Noch mit Verlust
Der mengenmäßige Auftragseingang verbesserte sich im 1. Quartal 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr um 29 %. Besonders stark war der Anstieg im Bereich Edelstahl Rostfrei mit 38 % bei Kaltband und 74 % bei Warmband. Bei den Hochleistungswerkstoffen Nickellegierungen und Titan gaben die Auftragsmengen dagegen um 22 % bzw. 85 % nach. Der wertmäßige Auftragseingang von Stainless Global blieb mit 0,9 Mrd € vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahresquartal niedrigeren Legierungszuschläge sowie des gesunkenen Absatzes bei den Hochleistungswerkstoffen nahezu konstant.
Die Gesamtlieferungen stiegen im Berichtszeitraum um 25 % auf 510.000 t. Analog zur Entwicklung beim Auftragseingang nahm der Versand von Kalt- und Warmband im Bereich Edelstahl Rostfrei zu, während die Lieferungen von Titan und Nickellegierungen zurückgingen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 3 % auf 1,2 Mrd €.
Stainless Global hat das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal um 184 Mio € verbessert, blieb allerdings mit -59 Mio € in der Verlustzone. Alle Operating Units konnten ihre Verluste jedoch wesentlich verringern: Ausschlaggebend dafür waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell insgesamt verbesserte Marktlage, die entsprechend höhere Basispreise ermöglichte und die Produktionskapazitäten besser auslastete. Allerdings stagnierte diese Marktentwicklung zum Ende des Berichtsquartals – saisonalbedingt und wegen der erneuten Zurückhaltung angesichts der Nickelpreisentwicklung. Die Operating Units reagierten auf die nach wie vor anhaltende Verlustsituation mit der weltweiten Umsetzung der Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus realisierten sie weitere Kostensenkungen – im Wesentlichen im Produktions- und Verwaltungsbereich.
Ende 2009 beschäftigte Stainless Global 11.597 Mitarbeiter, 570 weniger als ein Jahr zuvor.
Entwicklung der Operating Units
Die steigende Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten führte sowohl bei ThyssenKrupp Nirosta als auch bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni mengenmäßig zu einer deutlich besseren Auftragslage sowie einem höheren Versand. Der Umsatz von ThyssenKrupp Nirosta nahm leicht zu, konnte allerdings durch die verringerten Legierungszuschläge sowie die Veränderungen im Produktmix nicht an die Wachstumsraten des Versands anschließen. Nach dem hohen Verlust im Vorjahresquartal war das Nirosta-Ergebnis nur noch leicht negativ. Auch für ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hat sich die Ergebnissituation stark verbessert. In beiden Operating Units trugen dazu höhere Basispreise, gestiegene Kaltbandmengen sowie eine forcierte Realisierung der Restrukturierungsmaßnahmen bei. Die unverändert stabile Entwicklung im Schmiedebereich stützte das Ergebnis von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zusätzlich.
ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten einen höheren mengenmäßigen Auftragseingang und höhere Versandmengen sowie deutlich bessere Ergebnisse. Gesunkene Basispreise und Legierungszuschläge ließen jedoch den Umsatz von ThyssenKrupp Mexinox zurückgehen. Shanghai Krupp Stainless verzeichnete einen steigenden Umsatz. Lohnwalzaufträge aus dem chinesischen Markt führten zu einer höheren Auslastung der Kaltbandkapazitäten und trugen in Verbindung mit einem höheren Versand sowie verbesserten Erlösen zur Ergebnissteigerung bei.
Durch die sich weltweit erholende Nachfrage hat ThyssenKrupp Stainless International sowohl Auftragseingänge als auch Umsätze gesteigert.
Das Geschäft von ThyssenKrupp VDM wurde durch die insbesondere in der Luftfahrtindustrie anhaltend angespannte Lage beeinträchtigt. Auftragseingang und Umsatz fielen sowohl bei Nickellegierungen als auch bei Titanhalbzeugen unter das Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis blieb trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen und der größtenteils entfallenen Bestandsabwertungen weiter negativ.
Edelstahlwerk in den USA
In enger Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes, integriertes Rostfrei-Werk. Das Investitionsvolumen beträgt 1,4 Mrd US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Edelstahlwerks wird zeitlich gestreckt erfolgen. Es ist vorgesehen, im Oktober 2010 zunächst mit einer jährlichen Kaltbandkapazität von rund 100.000 t zu starten. Die Inbetriebnahme der übrigen Aggregate kann flexibel angepasst werden; ein schnelleres Hochfahren ist jederzeit möglich. Das gilt auch für die Inbetriebnahme des Stahlwerks, die für Anfang 2012 vorgesehen war und sich nun um bis zu 24 Monate verschieben kann. Der Standort wird zunächst mit Vormaterial aus den europäischen Werken beliefert.
Der Umfang des Gesamtprojekts wird unverändert beibehalten, da nach wie vor von einem Bedarf für einen optimierten Edelstahl-Produktionsstandort auf dem nordamerikanischen Markt ausgegangen wird.
Materials Services
Materials Services in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 4.016 | 2.681 |
| Umsatz | Mio € | 3.995 | 2.760 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 30 | 112 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 30 | 31 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 46.367 | 31.972 |
Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in 40 Ländern auf Distribution, Logistik und Service von Roh- und Werkstoffen sowie technische Dienstleistungen spezialisiert. Neben Walzund Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen bietet Materials Services Dienstleistungen an, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Die technischen und infrastrukturellen Services umfassen die Bereiche Gleisund Bautechnik sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen.
Nachfrage und Preise auf niedrigem Niveau
Die Business Area erreichte im 1. Quartal 2009/2010 einen Umsatz von 2,8 Mrd €; das waren gut 1,2 Mrd € oder 31 % weniger als im 1. Quartal des Vorjahres. In diesen Zahlen spiegelt sich insbesondere das gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich niedrigere Preisniveau für Werkstoffe und Rohstoffe wider. Über die gesamte Produktpalette hinweg war eine leichte Nachfrage- und Preisstabilisierung festzustellen.
Das Quartalsergebnis von Materials Services von 112 Mio € war wesentlich durch Einmalerträge aus der Veräußerung der Industrial-Services-Bereiche gekennzeichnet. Bereinigt lag der Gewinn mit 31 Mio € leicht über dem Wert des Vorjahresquartals.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2008 um mehr als 14.000 reduziert. Wesentliche Ursache für diesen Rückgang war die Veräußerung von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway. Darüber hinaus mussten nahezu alle Gesellschaften der Operating Unit Metals Services weitere beschäftigungsbedingte Anpassungen vornehmen.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Aktivitäten im Werkstoff-, Lager-, Service- und Streckengeschäft zusammen. In den Schwerpunktmärkten Europa und Nordamerika ist der Abwärtstrend bei Mengen und Preisen zum Stillstand gekommen. Teilweise zeichnete sich eine leichte Belebung ab. Das Niveau war jedoch sehr niedrig und lag weit unter den Rekordwerten von 2007/2008. Dies betraf besonders das Rohrgeschäft; Walzstahl, Edelstahl und NE-Metalle zeigten eine festere bzw. leicht aufwärtsgerichtete Mengen- und Preisentwicklung. Das Tagesgeschäft war überwiegend von Kleinaufträgen und hartem Wettbewerb geprägt. Im internationalen Streckengeschäft blieben größere Projekte rar und preislich umkämpft. Der Umsatz der Operating Unit lag im Berichtsquartal deutlich unter dem Vergleichszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern, das im Vorjahresquartal noch durch hohe Wertberichtigungen auf Vorräte beeinträchtigt war, konnte erheblich verbessert werden.
Die Operating Unit Special Services umfasst die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitäten für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das neu in ThyssenKrupp Plastics zusammengefasste Kunststoffgeschäft. Hinzu kommen der Rohstoffhandel, Systemlösungen in der Bau- und Gleistechnik sowie Stahlwerks- und Technikdienstleistungen. Trotz der schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigten sich die Kunststoff- und Aerospace-Aktivitäten im Vergleich zum 1. Quartal 2008/2009 erfreulich stabil. Gleiches gilt für das Rohstoffgeschäft, das sich auf niedrigem Niveau gefestigt hat; allerdings blieb die Preisentwicklung weitgehend unbefriedigend. Die Bau- und Gleistechnikaktivitäten litten unter einem rückläufigen Auftragsvolumen auf Grund von Finanzierungsproblemen mehrerer Kunden; erschwerend wirkte zusätzlich der harte Preiswettbewerb. Die Stahlwerks- und Technikdienstleistungen zeigten ein differenziertes Bild. Die anziehende Stahlkonjunktur sorgte für eine bessere Beschäftigung in Europa, dagegen sind in Brasilien einige Großprojekte ausgelaufen. Special Services konnte insbesondere wegen des Rohstoff- und Technikgeschäfts den Vorjahresumsatz nicht wieder erreichen. Obwohl sich der Gewinn mehr als halbierte, leistete die Operating Unit auf Basis des Bereinigten EBT den größten Gewinnbeitrag der Business Area.
In der Operating Unit Industrial Services war das 1. Quartal 2009 / 2010 im Wesentlichen vom Abschluss der Desinvestitionen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway geprägt. Das Closing fand Ende November bzw. Mitte Dezember statt. Insofern sind die Gesellschaften nur noch anteilig im Quartalsabschluss enthalten. Der verbleibende Bereich ThyssenKrupp Xervon hat sich in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Situation positiv entwickelt.
Elevator Technology
Elevator Technology in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.562 | 1.230 |
| Umsatz | Mio € | 1.343 | 1.226 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 159 | 155 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 159 | 155 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 43.599 | 42.926 |
Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Nahezu 43.000 Mitarbeiter in über 60 Ländern und an mehr als 800 Standorten sorgen für ein dichtes Service- und Dienstleistungsnetz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.
Weiterhin hohes Ergebnisniveau
Elevator Technology hat sich trotz negativer Effekte aus der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Berichtsquartal erfolgreich entwickelt. Das Geschäftsvolumen lag unter dem sehr hohen Auftragseingang und Umsatz des Vorjahresquartals. Eine weitere Belastung stellten negative Wechselkurseffekte dar. Insgesamt verminderte sich der Auftragseingang auf Grund des starken Marktrückgangs im Neuanlagengeschäft um 21 % auf 1,2 Mrd €; wechselkursbereinigt lag er 18 % niedriger. Der Umsatz betrug 1,2 Mrd € – ein Rückgang um 9 %, wechselkursbereinigt um 5 %.
Elevator Technology erwirtschaftete einen Gewinn von 155 Mio € und konnte damit an das sehr hohe Ergebnisniveau des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Alle Operating Units erzielten einen Gewinn.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich mit 42.926 zum Ende des 1. Geschäftsjahresquartals gegenüber dem Vorjahr leicht verringert.
Entwicklung der Operating Units
Die Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe verzeichnete beim Auftragseingang eine im Vergleich zum Vorjahresquartal schwächere Entwicklung. Ursache hierfür waren Rückgänge im Neuanlagengeschäft in beinahe allen Regionen. Umsatz und Gewinn lagen ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres. Grund dafür war vor allem der Rückgang in Großbritannien.
In der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East wurde der Auftragseingang des Vorjahres nicht erreicht. Ursache war das schwächere Neuanlagengeschäft vor allem in Spanien sowie in der Golfregion. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut werden, insbesondere getragen durch die Aktivitäten in der Golfregion. Das Ergebnis lag auf Vorjahresniveau.
Die Operating Unit Americas erwirtschaftete wechselkursbedingt einen niedrigeren Auftragseingang und Umsatz. Der wesentliche Teil der Rückgänge entfiel auf die nordamerikanischen Aktivitäten. In Südamerika konnte der Umsatz dagegen ausgeweitet werden. Das Ergebnis erreichte erneut das sehr gute Vorjahresniveau, wobei operative Verbesserungen negative Wechselkurseffekte kompensierten.
Der Auftragseingang in der Operating Unit Asia/Pacific war leicht rückläufig. Das Wachstum in China wurde dabei durch Rückgänge bei den koreanischen Aktivitäten aufgezehrt. Der Ausbau des China-Geschäfts führte auch zu einem spürbaren Umsatzanstieg. Das Ergebnis übertraf deutlich den Vorjahreswert. Dabei erwirtschafteten wir in allen Ländern positive Ergebnisbeiträge.
In der Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges war das Geschäftsvolumen rückläufig. Sowohl die Fahrtreppen- als auch die Fluggastbrückenaktivitäten konnten das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen. Der Gewinn blieb leicht hinter der Vorjahresmarke zurück.
Die Operating Unit Accessibility lag beim Auftragseingang leicht unter dem Vorjahreswert. Hierbei konnten Zuwächse in Europa Rückgänge in den USA ausgleichen. Bei Letzteren wirkte sich nach wie vor die schwierige Situation bei Einfamilienhäusern negativ aus. Der Umsatz blieb infolge des geringeren US-Geschäfts ebenso unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Dementsprechend war das Ergebnis leicht niedriger als im Vorjahr.
Plant Technology
Plant Technology in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.751 | 1.324 |
| Umsatz | Mio € | 1.078 | 954 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 99 | 95 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 99 | 95 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 13.416 | 12.977 |
Die Business Area Plant Technology ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie. Die Anlagen und Verfahren der Business Area eröffnen neue Möglichkeiten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Stabiler Geschäftsverlauf in schwierigerem Marktumfeld
Plant Technology erreichte im 1. Quartal des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Uhde und ThyssenKrupp Fördertechnik sowie der Einbuchung eines größeren Auftrags bei System Engineering einen Auftragseingang von 1,3 Mrd €. Gegenüber dem außerordentlich hohen Wert des Vorjahresquartals entspricht dies dennoch einem Rückgang um 24 %. Hierzu hat auch die Verschiebung eines ursprünglich für das 1. Quartal geplanten Auftrags bei Polysius beigetragen. Insgesamt zeigten sich im Anlagenbau nach wie vor Unsicherheiten und Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden, die auch aus der restriktiven Kreditvergabe der Banken resultieren.
Mit rund 1,0 Mrd € lag der Umsatz abrechnungsbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 6,6 Mrd € zum 31. Dezember 2009, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz und konnte im Verlauf des 1. Quartals weiter aufgestockt werden.
Mit einem EBT von 95 Mio € erzielte Plant Technology im 1. Quartal 2009/2010 wieder ein erfreuliches Ergebnis. Hauptergebnisträger war der Chemieanlagenbau.
Die Mitarbeiterzahl hat sich zum 31. Dezember 2009 gegenüber dem Vorjahr um 439 verringert, im Wesentlichen bedingt durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Sonderfahrzeugbau von System Engineering, Restrukturierungsmaßnahmen bei System Engineering und Transrapid sowie eine beschäftigungsbedingte Reduzierung der Belegschaft an einigen Auslandsstandorten von Uhde. Wegen der guten Auftragslage gab es dagegen Zuwächse bei Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik.
Entwicklung der Operating Units
Dank der Großaufträge für Düngemittelanlagen in Abu Dhabi sowie Ägypten lag der Auftragseingang der Operating Unit Uhde, dem Spezialisten für Chemie- und Raffinerieanlagen, im 1. Quartal 2009/2010 deutlich über dem Vorjahreswert. Der Umsatz war dagegen im Wesentlichen wegen des verzögerten Eingangs geplanter Aufträge leicht rückläufig. Das Ergebnis lag erneut auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Die Operating Unit Polysius, Anlagenbauer für die Zement- und Mineralsindustrie, verzeichnete einen deutlich niedrigeren Auftragseingang. Dies war bedingt durch mehrere Großaufträge, die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten, sowie durch die Verzögerung mehrerer Projekte im Berichtsquartal. Auf Grund des guten Auftragsbestands übertraf der Umsatz jedoch den bereits hohen Wert des Vorjahres. Das hohe Vorjahresergebnis wurde nicht ganz erreicht.
Der Auftragseingang für fördertechnische Anlagen entwickelte sich auch im 1. Quartal 2009/2010 erfreulich und konnte den Vorjahreswert nochmals deutlich übertreffen. Hierzu trugen insbesondere die Aufträge für Tagebauausrüstungen einschließlich zweier vollmobiler Brecheranlagen in Brasilien, für eine Kraftwerksbekohlungsanlage in Südafrika sowie für mehrere Kleinkraftwerke in Indien bei. Der Umsatz blieb ebenfalls auf hohem Niveau. Insgesamt ist es ThyssenKrupp Fördertechnik gelungen, das gute Ergebnisniveau des Vorjahres zu halten.
Bei System Engineering – spezialisiert auf Produktionssysteme und Montageanlagen für die Automobilindustrie – konnten höhere Auftragseingänge im Wesentlichen im Geschäftsfeld Body-in-White geringere Abrufe im Bereich Parts Production weitgehend ausgleichen. Ursachen für den rückläufigen Abruf waren geringere Produktionsstückzahlen und temporäre Werksschließungen der Automobilhersteller. Der Umsatz lag abrechnungsbedingt niedriger als im Vergleichszeitraum. Niedrigere Abrufe im Bereich Parts Production und die Unterbeschäftigung bei Assembly Systems belasteten das Ergebnis im 1. Quartal 2009/2010.
Components Technology
Components Technology in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.290 | 1.169 |
| Umsatz | Mio € | 1.299 | 1.237 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 53 | 43 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 53 | 43 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 31.418 | 27.997 |
Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für Windkraftanlagen und die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitäten für die Automobilindustrie liegen in den Geschäftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dämpfer, Federn und Montage von Achsmodulen.
Positive Geschäftsentwicklung
Im 1. Quartal 2009/2010 wurde in einem weiterhin durch Unsicherheiten geprägten Marktumfeld ein Umsatz von 1,2 Mrd € erzielt, wobei der schwache US-Dollar zu negativen Effekten bei der Kursumrechnung führte. Er lag um 5 % unter dem Vorjahresquartalswert. Insbesondere das Nachfrageverhalten in der Automobilindustrie zeigte ansteigende Tendenzen. Hierzu trugen zum einen die Anreize der staatlichen Förderprogramme in nahezu allen europäischen Ländern, aber auch in den USA und China bei. Hinzu kamen positive Effekte durch verringerte Lagerbestände unserer Kunden und eine steigende Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen in den USA.
Nach den beträchtlichen Verlusten im 3. und 4. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres wurde ein Gewinn von 43 Mio € erzielt. Die bereits im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, die hauptsächlich auf eine strukturelle Kapazitätsanpassung an die rückläufige Nachfragesituation im Automobilzuliefergeschäft abzielen und neben Personalanpassungen u.a. die Schließung von Werken in Europa und den USA beinhalten, werden konsequent umgesetzt. Weitere Kostensenkungsprogramme wie z.B. Reduzierung von Verwaltungskosten, weitere Einsparungen im Health-Care-Programm der amerikanischen Gießereien sowie Kurzarbeit insbesondere in den italienischen Werken wurden durchgeführt.
Zum Ende des Jahres 2009 beschäftigte Components Technology 27.997 Mitarbeiter, 3.421 weniger als ein Jahr zuvor. Die rückläufige Nachfrage führte zu Belegschaftsanpassungen, die hauptsächlich Auslandsgesellschaften in der Automobilzulieferung betrafen. Aber auch Gesellschaften in den übrigen Geschäftsfeldern verringerten die Belegschaft.
Entwicklung der Operating Units
Die Geschäftsentwicklung der Operating Units wies ein differenziertes Bild auf. Auftragseingang und Umsatz von Presta Camshafts, Presta Steering und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen sowie Dämpfern und Federn zeigten insgesamt eine erfreuliche Entwicklung und übertrafen das Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals.
Die Forging-Group konnte im Bereich geschmiedete Kurbelwellen für PKW- und Nutzfahrzeuge den Umsatz des Vorjahresquartals nicht erreichen. Auf dem brasilianischen und US-Markt waren deutliche Belebungstendenzen im Vergleich zu den Vorquartalen zu verzeichnen. In den USA wurde die steigende Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen u.a. durch die ab Januar 2010 geltenden neuen Umweltnormen getrieben. Dagegen blieb die Umsatzentwicklung in Europa unter dem Niveau des Vorjahresquartals – mit steigender Tendenz im Vergleich zu den Vorquartalen.
Bei der amerikanischen Gießerei Waupaca, die Komponenten für PKW, Nutzfahrzeuge und übrige Anwendungsfelder herstellt, lag der Umsatz wechselkursbereinigt nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Auch hier war eine Belebung im Vergleich zu den Vorquartalen festzustellen.
Auf Grund der schwachen Nachfrage im Baumaschinengeschäft und im allgemeinen Maschinenbau entwickelten sich der Auftragseingang und der Umsatz der Operating Units Rothe Erde und Berco in den Bereichen Großwälzlager, Ringe und Baumaschinenkomponenten rückläufig.
Marine Systems
Marine Systems in Zahlen
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
||
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 1.856 | 110 |
| Umsatz | Mio € | 546 | 254 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio € | 33 | – 10 |
| Bereinigtes EBT | Mio € | 33 | – 5 |
| Mitarbeiter | 31.12. | 8.319 | 7.593 |
Als führender Systemanbieter für Über- und Unterwasser-Marineschiffe sowie Yachten im Premium-Segment vereint die Business Area Marine Systems das Know-how und die Erfahrung traditionsreicher europäischer Werften sowie verschiedener Schiffstechnikunternehmen unter einem Dach. In Zukunft wird sich Marine Systems verstärkt auf ihre weltweit führende Position im Marineschiffbau konzentrieren.
Auftragslage schwach
Im 1. Quartal lag der Auftragseingang deutlich unter dem Vorjahr, in dem ein Großauftrag über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea gebucht werden konnte. Ein Großauftrag aus der Türkei über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 214 ist paraphiert; mit dem Auftragseingang wird im laufenden Geschäftsjahr gerechnet.
Der Umsatz erreichte mit 254 Mio € nur knapp die Hälfte des Vorjahresniveaus. Wesentliche Gründe waren fehlende Umsätze aus den im Vorquartal gekündigten U-Boot-Aufträgen für Griechenland sowie der Wegfall von Containerschiffaufträgen.
Im Berichtsquartal fiel ein EBT von -10 Mio € an. Wesentlich waren der Wegfall von Ergebnisbeiträgen der Griechenland-Aufträge sowie die Unterbeschäftigung der Werften, insbesondere in Griechenland, aber auch an allen deutschen Standorten. Da sich nach derzeitigem Stand die Going-Concern-Prämisse für Hellenic Shipyards S.A. (HSY) nicht aufrecht erhalten lässt, wurden die weiterhin laufend entstehenden Aufwendungen in Höhe von 5 Mio € im 1. Quartal 2009/2010 als Sondereffekt bereinigt, wodurch sich das Bereinigte Ergebnis der Business Area auf -5 Mio € beläuft.
Marine Systems beschäftigte zum Jahresende 7.593 Mitarbeiter, 726 weniger als ein Jahr zuvor.
Restrukturierung der Werften
Die weitreichende Restrukturierung der Business Area Marine Systems als Reaktion auf die Auftragsstornierungen und den kompletten Nachfrageeinbruch im Handelsschiffbau ist im Berichtsquartal entscheidend vorangekommen. An den hauptsächlich auf zivilen Schiffbau ausgerichteten Standorten Emden und Hamburg werden derzeit zukunftsfähige Kooperationen umgesetzt, die die Beschäftigung sichern und das Risiko der Unterauslastung verringern.
In Emden wird der Windkraftanlagen-Hersteller SIAG Schaaf Industrie den Standort zur Fertigung von Komponenten für Offshore-Windkraftanlagen nutzen und damit einen Beitrag zum Strukturwandel in der Region leisten. Rund 700 Mitarbeiter gehen zu SIAG über. Im Auftragsbestand befindliche U-Boot-Projekte und ein Einsatzgruppenversorger werden noch plangemäß in Emden fertig gestellt. Hierzu besteht während der Hochlaufphase des Windenergie-Anlagenbaus eine Vereinbarung mit SIAG.
In Hamburg ist geplant, jeweils 80 % an den Gesellschaften Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries an die Abu Dhabi MAR Group zu verkaufen. Im Überwasser-Marineschiffbau, weiterhin ein Kerngeschäft von Marine Systems, ist eine Zusammenarbeit mit Abu Dhabi MAR geplant. ThyssenKrupp Marine Systems behält eine führende Position bei allen Projekten der Deutschen Marine und der Nato-Partner. Durch die Zusammenarbeit werden die Marktchancen für Fregatten und Korvetten vor allem im Mittleren Osten und im nördlichen Afrika wesentlich verbessert.
Wegen ausstehender Zahlungen in Höhe von 534 Mio € haben die Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und Hellenic Shipyards die bestehenden Bauprogramme über U-Boote mit dem griechischen Staat gekündigt. ThyssenKrupp hat den Prozess für den Verkauf von HSY gestartet und ist hierzu in Gesprächen mit der griechischen Regierung.
Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG
Der Bereich Corporate umfasst nach der Neuorganisation die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften für marktgängige Dienstleistungen an Konzernunternehmen erbringen, erreichte in den ersten drei Monaten des Berichtsjahres 31 Mio € nach 34 Mio € im Vorjahr.
Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrug -121 Mio € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 34 Mio € verbessert. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem besseren Zinsergebnis. Zusätzlich war die Vorjahreszahl durch die Marktbewertung des Cross-Currency-Swaps beeinflusst.
Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.
ThyssenKrupp Aktie
Die seit Mitte des Geschäftsjahres 2008/2009 positive Kursentwicklung der ThyssenKrupp Aktie hat sich im 1. Quartal 2009/2010 fortgesetzt. Gründe waren zum einen die Erwartung einer konjunkturellen Verbesserung und zum anderen die weitere Umsetzung der strategischen Maßnahmen bei Effizienzsteigerung, Management der Investitionsprojekte in Brasilien und den USA sowie Portfoliooptimierung.
Nach dem Höchststand im Quartal bei 26,82 € am 29. Dezember 2009 notierte die ThyssenKrupp Aktie am 30. Dezember 2009 bei 26,40 € und damit 12 % höher als noch am 30. September 2009. Im Vergleich zu DAX und DJ STOXX entwickelte sie sich um 7 Prozentpunkte besser.
— ThyssenKrupp — DAX — DJ STOXX
Gesteigerte Analysten-Coverage
Obwohl die Finanzmarktkrise zunächst zu einer weiteren Konsolidierungswelle im Bankensektor geführt hatte, stieg die Anzahl der Analysten, die die ThyssenKrupp Aktie intensiv verfolgen, im 1. Quartal weiter: Aktuell veröffentlichen 34 Banken bzw. Broker regelmäßig Analysen. Gegenüber 2007/2008 ist das eine Steigerung um 30 %, was das weiter zunehmende Interesse am Unternehmen widerspiegelt. Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad von ThyssenKrupp insbesondere auf den internationalen Finanzmärkten zu steigern. Die noch weiter verbesserte Transparenz des Konzerns mit acht gegenüber dem Kapitalmarkt berichtenden Business Areas wird hierbei förderlich sein.
Basisinformationen zur Börsennotiz
Die ThyssenKrupp Aktie wird an den folgenden Börsenplätzen notiert:
Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie
| Wertpapier Kenn-Nummer |
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| Börsenplätze | |||||
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| Börsen | Frankfurt, Düsseldorf | TKA | |||
| Reuters | Börse Frankfurt | TKAG.F | |||
| Xetra-Handel | TKAG.DE | ||||
| Bloomberg | Xetra-Handel | TKA GY |
Innovationen
Innovationen und neue Technologien sind ein wichtiger Bestandteil der Strategie von ThyssenKrupp. Unsere Forscher und Entwickler verbessern das breite Spektrum der Produkte und Herstellungsprozesse stetig weiter und entwickeln zahlreiche neue Produkte, die sich durch hohen Kundennutzen und hohe Ressourcen- und Energieeffizienz auszeichnen.
So haben unsere Werkstoffspezialisten die Produktfamilie mikrolegierter Feinkornbaustähle um vier neue Güten ergänzt. Diese Sonderbaustähle zeichnen sich durch hervorragende Verformbarkeit bei gleichzeitig hoher Festigkeit aus. Selbst mechanisch hoch belastete Bauteile können dünnwandig und somit gewichtsreduziert konzipiert werden – z.B. Zahnkranzteile mit filigranen Konturen.
Unsere Anlagenbauer stellten ein innovatives Membran-Elektrolyse-Verfahren zum Recycling von Salzsäure zur Verfügung, das zusammen mit dem italienischen Konzern De Nora entwickelt wurde. Mit diesem Verfahren lässt sich das in vielen Herstellungsprozessen anfallende Nebenprodukt Salzsäure in hochreines Chlor umwandeln. Im Vergleich zu konventionellen Elektrolyseverfahren werden bis zu 30 % Energie eingespart. Wir haben von einem chinesischen Polyurethan-Hersteller einen Planungs- und Beschaffungsauftrag zum Bau einer auf dieser Technologie basierenden Salzsäure-Elektrolyse-Anlage erhalten.
Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurden die Gewinner des bereits zum zehnten Mal durchgeführten konzernweiten Innovationswettbewerbs ausgezeichnet. Den ersten Preis erhielt ein Team von Plant Technology für die Entwicklung des "STAR Process®", eines neuen hochproduktiven Verfahrens zur Propylenherstellung mit geringem Energieverbrauch. Den zweiten Preis gewann ein Gemeinschaftsprojekt von Steel Europe und Components Technology für die "Integrierte Lenkung", bei der das Lenkgehäuse erstmalig in den Vorderachsträger integriert ist und so Gewicht und Bauraum eingespart werden. Der dritte Preis ging an ein Team von Stainless Global in Italien für den technisch anspruchsvollen Guss großer Blöcke, die als Vorprodukt geschmiedeter Bauteile für die Energieerzeugung und die Schwerindustrie dienen.
Den erstmalig vergebenen Sonderinnovationspreis "Energie und Umwelt" erhielt ein Team aus der Business Area Materials Services für ein modulares Modernisierungskonzept zur Steigerung der Effizienz konventioneller Kraftwerke. Bei einer Kraftwerksmodernisierung lassen sich so die Wirkungsgrade erheblich verbessern und die spezifischen CO2 -Emissionen reduzieren.
Mitarbeiter
Mitarbeiterzahl deutlich rückläufig
Vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist die Zahl der Mitarbeiter weiter zurückgegangen. ThyssenKrupp beschäftigte am 31. Dezember 2009 weltweit 174.763 Mitarbeiter, 22.412 oder 11,4 % weniger als ein Jahr zuvor. Mit Ausnahme der im Aufbau befindlichen Steel Americas wurden in allen Business Areas Stellen reduziert.
Gegenüber dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2009 nahm die Mitarbeiterzahl um 12.732 oder 6,8 % ab. Vor allem bedingt durch Desinvestitionen ging die Zahl der Mitarbeiter in der Business Area Materials Services um 12.344 erheblich zurück.
Die Belegschaftszahlen entwickelten sich vor allem in Deutschland rückläufig. Hier verringerte sich im Vergleich zum 30. September 2009 die Mitarbeiterzahl um 9,4 % auf 73.598, in den übrigen Ländern um 4,8 % auf 101.165. Ende Dezember 2009 waren damit 42 % der Mitarbeiter in Deutschland tätig, 24 % im europäischen Ausland, 13 % im Nafta-Raum, 10 % in Asien – insbesondere in China und Indien –, 9 % in Südamerika sowie 2 % in den übrigen Regionen.
Im laufenden Geschäftsjahr ging die Kurzarbeit zurück. So waren im Dezember 2009 noch etwa 11.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, davon 2.600 bei Berco in Italien, 900 bei Defontaine in Frankreich sowie je 800 bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG und ThyssenKrupp Umformtechnik.
Ein Schwerpunkt der Personalarbeit lag in der Umsetzung der neuen Konzernorganisation. Dabei waren rund 450 Mitarbeiter von dem Wegfall der Segmentführungsgesellschaften betroffen. Im Rahmen der Bündelung von Verwaltungsfunktionen, beispielsweise IT-Dienstleistungen oder Entgeltabrechnung, wurden rund 530 Arbeitsplätze in die neuen Business-Services-Gesellschaften und in die ThyssenKrupp AG verlagert. Dieser Fokussierungsprozess ist damit noch nicht abgeschlossen.
Mitarbeiter
Finanz- und Vermögenslage
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".
Der Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit lag im 1. Quartal 2009/2010 mit 138 Mio € um 722 Mio € unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Wesentliche Ursache war die auf Grund eines fokussierten Net Working Capital Managements bei den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Berichtsquartal insgesamt erreichte Mittelfreisetzung um 33 Mio €, der im Vorjahresquartal noch eine entsprechende Mittelbindung in Höhe von 528 Mio € gegenüberstand. Zusätzlich konnte im Vergleich zum Vorjahresquartal die Mittelbindung in den Vorräten um 57 Mio € reduziert werden.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verringerte sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 540 Mio € auf 459 Mio €. Ursache hierfür waren die um 364 Mio € auf 686 Mio € verminderten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen sowie die insbesondere durch die Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway insgesamt um 217 Mio € erhöhten Einzahlungen aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte.
Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im Vorjahresquartal einen negativen Wert auf. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ergab sich im 1. Quartal 2009/2010 jedoch eine erhebliche Verminderung des negativen Free Cash-Flows um 1.262 Mio € auf -597 Mio €.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf 247 Mio €, nach einem Mittelzufluss von 2.507 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die sich insgesamt ergebende Verringerung des Mittelzuflusses um 2.260 Mio € resultierte hauptsächlich aus der im Berichtsquartal erfolgten Rückzahlung von Finanzschulden in Höhe von 393 Mio €, der im entsprechenden Vorjahresquartal noch eine Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 2.555 Mio € gegenüberstand. Gegenläufig wirkten um 500 Mio € gestiegene Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile aus der Erhöhung des Anteils von Vale S.A. an der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlántico Ltda.
Analyse der Bilanzstruktur
Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2009 um 524 Mio € auf 40.843 Mio €.
Die langfristigen Vermögenswerte nahmen um 812 Mio € zu. Der Anstieg resultierte mit 655 Mio € hauptsächlich aus der Erhöhung der Sachanlagen, insbesondere durch den Baufortschritt der beiden Großprojekte in Brasilien und den USA.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich um 1.336 Mio €. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus einer weiteren Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie einer Verminderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der durch deutliche Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verstärkt wurde. Gegenläufig wirkten gestiegene Vorräte und nicht finanzielle Vermögenswerte.
Der Anstieg der Vorräte um 190 Mio € betraf mit 193 Mio € vor allem die Business Area Steel Europe und resultierte insbesondere aus Produktionsanpassungen und Bestandserhöhungen als Folge der Nachfragebelebung auf den Stahlmärkten.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen um 345 Mio € zurück. Hiervon entfielen 131 Mio € auf die Business Area Plant Technology sowie 65 Mio € auf die Business Area Marine Systems, insbesondere auf Grund erhöhter Kundenanzahlungen bei Fertigungsaufträgen. Darüber hinaus verzeichnete die Business Area Materials Services im Wesentlichen umsatzbedingt einen Rückgang von 125 Mio €.
Die innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte ausgewiesenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte verminderten sich um 730 Mio €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus im Berichtszeitraum erfolgten Eigenkapitaleinzahlungen bei der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlántico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A. Die Zunahme der als kurzfristig ausgewiesenen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 335 Mio € betraf hauptsächlich erhöhte Steuererstattungsansprüche (157 Mio €) sowie gestiegene Vorauszahlungen (53 Mio €).
Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 282 Mio € auf 5.067 Mio € resultierte zum einen mit 393 Mio € aus der Rückzahlung von Finanzschulden sowie aus dem im Berichtszeitraum negativen Free Cash-Flow in Höhe von -597 Mio €. Gegenläufig wirkten zum anderen insbesondere die im Berichtszeitraum erfolgte Eigenkapitaleinzahlung in Höhe von 500 Mio € bei der ThyssenKrupp CSA Siderúrgica do Atlántico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A. sowie mit 168 Mio € Einzahlungen aus dem Verkauf von im Rahmen der Finanzierungstätigkeit gehaltenen kurzfristigen Wertpapieren.
Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich um 491 Mio €. Zum 30. September 2009 wurden hier Vermögenswerte ausgewiesen, die mit den im Geschäftsjahr 2008/2009 eingeleiteten Veräußerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services im Zusammenhang standen; diese eingeleiteten Verkäufe wurden im Berichtszeitraum abgeschlossen.
Die Zunahme des Eigenkapitals um 345 Mio € auf 10.041 Mio € war hauptsächlich auf den im Berichtszeitraum erzielten Periodenüberschuss in Höhe von 195 Mio € sowie auf die im Sonstigen Ergebnis insgesamt erfassten unrealisierten Gewinne aus der Währungsumrechung (126 Mio €) und aus derivativen Finanzinstrumenten (32 Mio € nach Steuern) zurückzuführen. Gegenläufig wirkten insbesondere Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile (13 Mio €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich insgesamt um 558 Mio €; dies war nahezu ausschließlich auf den Rückgang der Finanzschulden um 539 Mio € zurückzuführen.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen um 311 Mio € ab. Hierin enthalten war ein Rückgang der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 219 Mio €. Dieser Rückgang betraf hauptsächlich gesunkene Rückstellungen für Gewährleistungen, insbesondere in der Business Area Elevator Technology, verminderte Rückstellungen als Folge der begonnenen Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere in den Business Areas Marine Systems und Components Technology, sowie rückläufige Rückstellungen für belastende Verträge, insbesondere in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas. Zur Verminderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 321 Mio €
trugen mit Ausnahme von Steel Americas sämtliche Business Areas bei. Gegenläufig wirkten die um 277 Mio € erhöhten kurzfristigen Finanzschulden sowie die Zunahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 224 Mio €, die hauptsächlich gestiegene Zahlungsverpflichtungen aus dem Kauf von Sachanlagen für die Großprojekte in Brasilien und den USA betraf.
Die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten verminderten sich um 288 Mio €. Der Rückgang stand im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2008/2009 eingeleiteten und im Berichtszeitraum abgeschlossenen Verkäufen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der Business Area Materials Services.
Risikobericht
Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise belasten die Geschäftsaktivitäten von ThyssenKrupp auch im neuen Geschäftsjahr weiter. Durch unser systematisches und effizientes Risikomanagementsystem können wir aber diese Risiken begrenzt und überschaubar halten. Es liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Wir begegnen den gesamtwirtschaftlichen Risiken in den für uns wichtigen Märkten weiterhin mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, um in allen Konzernbereichen die Kosten nachhaltig zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stehen finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditätsund das Kreditrisiko verstärkt im Fokus. ThyssenKrupp berücksichtigt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Trotz des schwierigen Marktumfeldes steht die Finanzierung im Geschäftsjahr 2009/2010 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2009 über 9,9 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.
Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. In Krisenzeiten gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abgeschlossen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.
Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.
Die operativen Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf sind nach wie vor hoch, da weiterhin die Gefahr eines konjunkturellen Rückschlags besteht. Dies betrifft vor allem unsere Business Areas Steel Europe und Stainless Global sowie unsere Automobilzuliefer- und Schiffbauaktivitäten. Durch umfassende Maßnahmen passen wir uns den neuen Marktgegebenheiten an und sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit.
In der Business Area Marine Systems kann nicht ausgeschlossen werden, dass die sehr schwierigen Verhandlungen mit dem griechischen Kunden über ausstehende Zahlungen nicht erfolgreich zu Ende geführt werden können.
In der derzeitigen Marktsituation hilft uns die weltweite Konzernpräsenz mit guten und langjährigen Kundenbeziehungen, so dass wir weniger von einzelnen Absatzmärkten abhängig sind.
Die engagierten und kompetenten Mitarbeiter bei ThyssenKrupp tragen dazu bei, die derzeitigen Risiken in den verschiedenen Konzernbereichen abzumildern. Weiteren Unternehmensrisiken, wie Forderungsausfällen oder Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, begegnen wir mit einem kontinuierlichen Monitoring. Darüber hinaus gelten die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2008/2009 weiterhin.
Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 6.
Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
2010 nur zähe Erholung der Weltwirtschaft
Für 2010 ist nur mit einem leichten Wachstum des Welt-Bruttoinlandsprodukts von rund 3 % zu rechnen. Ein nachhaltiger Aufschwung der Weltwirtschaft ist damit noch nicht in Sicht. Nach dem Abklingen der zahlreichen staatlichen Stützungsmaßnahmen bestehen weiterhin konjunkturelle Rückschlagrisiken. Auch auf den Finanzmärkten gibt es wegen des noch bestehenden hohen Abschreibungsbedarfs der Banken latente Korrekturrisiken.
Die US-Wirtschaft wird 2010 nur moderat wachsen. Der private Verbrauch kann zunächst nicht wieder die Rolle als dominanter Wachstumstreiber übernehmen. Auch für die exportabhängige japanische Wirtschaft ist in den nächsten Monaten nicht mit einer durchgreifenden Besserung zu rechnen.
In den großen Schwellenländern dürfte das Wachstum 2010 zumeist kräftig ausfallen. Gestützt durch geld- und fiskalpolitische Maßnahmen wird China das Bruttoinlandsprodukt erneut beträchtlich ausweiten können. Etwas stärker als im Vorjahr wächst die indische Wirtschaft.
Im Euroraum ist für 2010 noch kein selbsttragender Aufschwung in Sicht. Die deutsche Wirtschaft wird nur leicht wachsen. Im Jahresverlauf 2010 ist eine zwischenzeitliche konjunkturelle Verlangsamung wahrscheinlich. Ausgelaufene staatliche Stützungsmaßnahmen wie die Umweltprämie, steigende Arbeitslosigkeit und eine wieder anziehende Inflation werden die private Konsumneigung negativ beeinflussen. Die Exporte werden auf Grund der allmählichen globalen Stabilisierung moderat zunehmen. Daher ist 2010 nur ein leichtes Wachstum von rund 1,5 % zu erwarten.
In den für ThyssenKrupp wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:
- Auf dem Weltstahlmarkt bleiben die Perspektiven gedämpft. In Europa, dem Nafta-Raum und Japan wird in diesem Jahr die Nachfrage im Wesentlichen aus lagerzyklischen Gründen höher ausfallen als 2009. Dabei werden die in den Vorjahren erreichten Produktions- und Nachfrageniveaus noch nicht wieder erreicht. Nicht zuletzt im Hinblick auf weitere Kapazitätserweiterungen weltweit verstärkt sich vor allem in Europa erneut das Risiko steigender Importe aus Drittländern. Die 2009 in China entstandenen Lagerüberhänge könnten das dortige Nachfragewachstum spürbar dämpfen. In den übrigen Schwellenländern dürfte der Stahlverbrauch wieder leicht wachsen. Nach der Herbstprognose des Weltstahlverbandes wird die globale Walzstahlmarktversorgung 2010 um 9 % zunehmen; dies entspricht einer Rohstahlproduktion von rund 1,3 Mrd t. Aus heutiger Sicht werden höhere Preise für den Bezug von Rohstoffen die Kosten der Stahlproduzenten steigen lassen. Dies wird auch Stahlpreiserhöhungen nach sich ziehen.
-
Für rost-, säure- und hitzebeständige Edelstahlflachprodukte wird in diesem Jahr mit einer Zunahme der weltweiten Nachfrage um rund 10 % gerechnet, womit das globale Nachfrageniveau wieder leicht über dem des Jahres 2008 liegen wird. Ein positiver Trend lässt sich ebenfalls auf dem europäischen Markt beobachten, insgesamt wird das Niveau der vergangenen Jahre jedoch noch nicht erreicht. Im Nafta-Raum dürfte sich nach dem schwachen Jahr 2009 der Absatz wieder erhöhen. China und die übrigen asiatischen Länder werden ebenfalls von einer zunehmenden Nachfrage profitieren, wenngleich insbesondere China nicht das Wachstumstempo der vergangenen Jahre beibehalten wird.
-
Der internationale Automobilmarkt wird sich nach dem starken Rückgang im Vorjahr 2010 nur leicht erholen. Für das laufende Kalenderjahr rechnen wir mit einem Produktionsanstieg um 6 % auf knapp 63 Mio Personen- und Nutzfahrzeuge. Deutliche Zuwachsraten werden für die USA und Japan erwartet, ohne allerdings damit die tiefen Einbrüche aus dem Jahr 2009 kompensieren zu können. In China, dem inzwischen weltweit größten Fahrzeugmarkt, gibt die bisher sehr hohe Wachstumsdynamik mit der Rücknahme staatlicher Förderprogramme erheblich nach. Bei den westeuropäischen Herstellern dürfte die Produktion nur leicht zunehmen. In Deutschland wird nach dem Auslaufen der Umweltprämie insbesondere zu Jahresbeginn die Nachfrage nach Neufahrzeugen schwach ausfallen.
- Die Lage im Weltschiffbau bleibt auch 2010 sehr angespannt. Die bestehenden Überkapazitäten drücken die Frachtraten; weitere Stornierungen von Neubauaufträgen sind wahrscheinlich. Die Produktion der deutschen Werften dürfte nach dem bisherigen dramatischen Einbruch der Bestellungen deutlich unter das Niveau von 2009 fallen.
- Die nur zähe Erholung der Weltwirtschaft und die damit verbundene Investitionsschwäche werden auch 2010 die internationale Maschinenbauindustrie belasten. Nach dem starken Rückgang im vergangenen Jahr dürfte die Maschinenbauproduktion in den Industrieländern nur moderat zunehmen. In den USA und Deutschland werden Zuwächse von 3 % bzw. 2 % erwartet. Der chinesische Maschinenbau expandiert dagegen kräftiger.
- Die Baukonjunktur wird sich auch 2010 in den meisten Industrieländern nicht erholen. In den USA und in vielen westeuropäischen Ländern dürfte die Bauproduktion weiter abnehmen. Auch für die deutsche Bauwirtschaft ist trotz staatlicher Konjunkturprogramme keine substanzielle Besserung in Sicht. Moderate Zuwächse sind für die meisten mittel- und osteuropäischen Staaten zu erwarten, während die Baukonjunktur in China und Indien weiter kräftig anziehen wird.
Ausblick
Unsere Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr sind gegenüber dem im Geschäftsbericht 2008/2009 veröffentlichten Ausblick unverändert: Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2009/2010 sehen wir die sich aktuell abzeichnende wirtschaftliche Erholung als noch fragil an.
Wir gehen für das Geschäftsjahr 2009/2010 von einer Stabilisierung des Umsatzes aus. Für die Ergebnisentwicklung erwarten wir eine signifikante Verbesserung hin zu einem wieder positiven Ergebnis, zu dem die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme erheblich beitragen werden. Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (um Sondereinflüsse korrigiertes EBIT) wird voraussichtlich im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern (um Sondereinflüsse korrigiertes EBT) erwarten wir in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe. Dabei wird das Bereinigte EBT durch Anlaufverluste in der Business Area Steel Americas im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erheblich belastet werden.
Die Erwartungen für die einzelnen Business Areas sind wie folgt:
- Steel Europe Verbesserung der Mengen und der Kapazitätsauslastung bei unter Vorjahresniveau liegenden Durchschnittserlösen
- Steel Americas Negativer EBT-Beitrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich auf Grund der Anlaufverluste für die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA
- Stainless Global Stabilisierung der Mengen bei verbesserten Basispreisen
- Materials Services Stabilisierung der Mengen und Erlöse
- Elevator Technology Weiterhin hohe Ergebnisbeiträge dank des guten Auftragsbestands sowie des stabilen Modernisierungs- und Wartungsgeschäfts
- Plant Technology Gut vorhersehbare Erlös- und Ergebnisentwicklung im Projektgeschäft auf Grund des Auftragsbestands, der eine gute Ergebnisqualität ausweist
- Components Technology Unverändert schwieriges Umfeld in der Baumaschinenzulieferung; Verbesserung bei der Automobilzulieferung bei weiterhin positivem Ergebnisbeitrag des Bereichs Großwälzlager für den Windenergiesektor
- Marine Systems Verbesserte Ergebnisqualität durch die eingeleitete Konsolidierung der Werftenstandorte
Für 2010/2011 erwarten wir eine Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes sowie weitere positive Effekte aus unseren Kostensenkungsprogrammen. Dies wird sich auf Umsatz und Ergebnis entsprechend auswirken.
ThyssenKrupp PLuS erfolgreich fortgeführt
Wir führen das konzernweite Maßnahmenprogramm ThyssenKrupp PLuS fort, um die erreichten Erfolge zu stabilisieren und möglichst auszuweiten. Ziele des Programms sind es, positive Ergebnis- und Liquiditätseffekte zu realisieren, die Kosten und den Finanzierungsbedarf zu senken und die Performance künftig nachhaltig zu verbessern. Neben den bereits umgesetzten Maßnahmen zur Absicherung des Ergebnisses, Optimierung des Netto-Umlaufvermögens und Begrenzung der Investitionsauszahlungen verfolgen wir zusätzlich neue Wege und Möglichkeiten, die Ergebnis- und Liquiditätssituation des Konzerns weiter zu verbessern.
ThyssenKrupp AG Konzern-Bilanz
Aktiva Mio €
| Anhang-Nr. | 30.09.2009 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.642 | 4.665 |
| Sachanlagen | 13.793 | 14.448 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 341 | 341 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 480 | 517 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 94 | 93 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 455 | 497 |
| Aktive latente Steuern | 638 | 694 |
| Langfristige Vermögenswerte | 20.443 | 21.255 |
| Vorräte | 6.735 | 6.925 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.120 | 4.775 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.253 | 523 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.724 | 2.059 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 252 | 239 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.349 | 5.067 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 491 | 0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.924 | 19.588 |
| Summe Vermögenswerte | 41.367 | 40.843 |
Passiva Mio €
| Anhang-Nr. | 30.09.2009 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 1.317 | 1.317 | |
| Kapitalrücklage | 4.684 | 4.684 | |
| Gewinnrücklagen* | 3.643 | 3.798 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis* | – 296 | – 154 | |
| davon entfallen auf Disposal Groups (30.09.2009: -12) | — | — | |
| Eigene Anteile | 05 | – 1.421 | – 1.410 |
| Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 7.927 | 8.235 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 1.769 | 1.806 | |
| Eigenkapital | 9.696 | 10.041 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 04 | 7.525 | 7.467 |
| Sonstige Rückstellungen | 792 | 816 | |
| Passive latente Steuern | 307 | 321 | |
| Finanzschulden | 7.160 | 6.621 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 | 4 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 46 | 47 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 15.834 | 15.276 | |
| Sonstige Rückstellungen | 2.040 | 1.821 | |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 794 | 907 | |
| Finanzschulden | 305 | 582 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.169 | 3.848 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.585 | 1.809 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 6.656 | 6.559 | |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 288 | 0 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 15.837 | 15.526 | |
| Verbindlichkeiten | 31.671 | 30.802 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 41.367 | 40.843 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
ThyssenKrupp AG Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in €
| Anhang-Nr. | 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse 09 |
11.522 | 9.351 |
| Umsatzkosten* 02 |
– 9.735 | – 7.878 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz* | 1.787 | 1.473 |
| Vertriebskosten | – 735 | – 643 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 626 | – 576 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 76 | 77 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen* | – 121 | – 95 |
| Ergebnis aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen | 0 | 93 |
| Betriebliches Ergebnis | 381 | 329 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | – 11 | 7 |
| Zinserträge | 72 | 95 |
| Zinsaufwendungen | – 239 | – 259 |
| Sonstiges Finanzergebnis | 37 | 141 |
| Finanzergebnis | – 141 | – 16 |
| Ergebnis vor Steuern | 240 | 313 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 77 | – 118 |
| Periodenüberschuss | 163 | 195 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | 168 | 164 |
| Nicht beherrschende Anteile | – 5 | 31 |
| Periodenüberschuss | 163 | 195 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 10 |
||
| Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 0,36 | 0,35 |
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.
ThyssenKrupp AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Mio €
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
|
|---|---|---|
| Periodenüberschuss | 163 | 195 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 186 | 112 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 14 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 186 | 126 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 3 | 0 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 |
| Steuereffekt | – 1 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | 2 | 0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||
| Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) | – 684 | 75 |
| Steuereffekt | 219 | – 23 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt | – 465 | 52 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling" | ||
| Veränderung Gewinne/(Verluste) | 1 | – 63 |
| Steuereffekt | 0 | 19 |
| Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt | 1 | – 44 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | – 149 | 56 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 2 | – 5 |
| Steuereffekt | 47 | – 19 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt | – 100 | 32 |
| Anteile an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | – 3 | 1 |
| Sonstiges Ergebnis | – 751 | 167 |
| Gesamtergebnis | – 588 | 362 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | – 570 | 311 |
| Nicht beherrschende Anteile | – 18 | 51 |
ThyssenKrupp AG Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
| Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||||||||
| Aktienzahl im Umlauf |
Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklagen |
Unter schieds betrag aus der Währungs um rechnung |
Zur Veräuße rung verfügbare finanzielle Vermö gens werte |
Derivative Finanz instru mente |
Anteil, der auf nach der Equity Methode bilanzierte Beteili gungen entfällt |
Eigene Anteile |
Gesamt | Nicht beherr schende Anteile |
Gesamtes Eigen kapital |
|
| Stand am 30.09.2008 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 6.845 | – 283 | – 2 | – 130 | – 3 | – 1.421 | 11.007 | 482 | 11.489 |
| Periodenüberschuss Sonstiges Ergebnis |
168 – 468 |
– 172 | 2 | – 101 | 1 | 168 – 738 |
– 5 – 13 |
163 – 751 |
||||
| Gesamtergebnis | – 300 | – 172 | 2 | – 101 | 1 | – 570 | – 18 | – 588 | ||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile |
0 | – 18 | – 18 | |||||||||
| Aktienbasierte Vergütung |
3 | 3 | 0 | 3 | ||||||||
| Sonstige Veränderungen | – 32 | – 32 | – 48 | – 80 | ||||||||
| Stand am 31.12.2008 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 6.516 | – 455 | 0 | – 231 | – 2 | – 1.421 | 10.408 | 398 | 10.806 |
| Stand am 30.09.2009 | 463.473.492 | 1.317 | 4.684 | 3.643 | – 329 | 5 | 33 | – 5 | – 1.421 | 7.927 | 1.769 | 9.696 |
| Periodenüberschuss | 164 | 164 | 31 | 195 | ||||||||
| Sonstiges Ergebnis Gesamtergebnis |
5 169 |
117 117 |
0 0 |
21 21 |
4 4 |
147 311 |
20 51 |
167 362 |
||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile |
0 | – 13 | – 13 | |||||||||
| Veräußerung eigener Anteile |
350.924 | – 2 | 11 | 9 | 0 | 9 | ||||||
| Aktienbasierte Vergütung |
– 7 | – 7 | 0 | – 7 | ||||||||
| Sonstige Veränderungen | – 5 | – 5 | – 1 | – 6 | ||||||||
| Stand am 31.12.2009 | 463.824.416 | 1.317 | 4.684 | 3.798 | – 212 | 5 | 54 | – 1 | – 1.410 | 8.235 | 1.806 | 10.041 |
ThyssenKrupp AG Konzern-Kapitalflussrechnung
Mio €
| 1. Quartal 2008/2009 |
1. Quartal 2009/2010 |
|
|---|---|---|
| Periodenüberschuss | 163 | 195 |
| Anpassungen des Periodenüberschusses für die Überleitung zum Operating Cash-Flow: |
||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | – 90 | – 54 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 358 | 334 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | – 1 | – 3 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam |
11 | – 7 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | – 16 | – 94 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: |
||
| - Vorräte | – 211 | – 154 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.168 | 376 |
| - Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | – 55 | – 85 |
| - Sonstige Rückstellungen | – 108 | – 231 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – 1.696 | – 343 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | – 383 | – 72 |
| Operating Cash-Flow | – 860 | – 138 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | – 9 | – 21 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften | – 2 | – 46 |
| Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften | 1 | 0 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | – 1.050 | – 686 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) | – 45 | – 24 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 33 | 1 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften | 0 | 308 |
| Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften | 0 | – 5 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 64 | 12 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 9 | 2 |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | – 999 | – 459 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.667 | 168 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – 194 | – 588 |
| Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 68 | 19 |
| Zunahme Akzeptverbindlichkeiten | 16 | 8 |
| Abnahme Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen | – 2 | 0 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | – 37 | 168 |
| Einzahlungen in das Eigenkapital durch nicht beherrschende Anteile | 0 | 500 |
| Einzahlungen aus der Veräußerung eigener Anteile | 0 | 2 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | – 18 | – 13 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 7 | – 17 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | 2.507 | 247 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 648 | – 350 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – 46 | 42 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 2.725 | 5.375 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 3.327 | 5.067 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 43 | 68 |
| Zinsauszahlungen | 45 | 72 |
| Erhaltene Dividenden | 3 | 0 |
| Einzahlungen/(Auszahlungen) für Steuern vom Einkommen und Ertrag | 51 | – 62 |
Siehe Anhang-Nr. 11 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.
ThyssenKrupp AG Konzern-Anhang
Unternehmensinformation
Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 01. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2009 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 08. Februar 2010 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.
Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2009 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2008/2009 veröffentlicht.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2009/2010 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:
Im September 2007 hat das IASB eine überarbeitete Version des Standards IAS 1 "Presentation of Financial Statements" herausgegeben, die den Anwendern die Analyse und den Vergleich von Abschlüssen erleichtern soll. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung des Standards hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.
Im März 2007 hat das IASB den geänderten Standard IAS 23 "Borrowing Costs" herausgegeben. Danach sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die bislang bestehende Möglichkeit zur sofortigen aufwandswirksamen Erfassung von Fremdkapitalkosten wird abgeschafft. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung des geänderten Standards hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da bereits vor der Änderung die einem qualifizierten Vermögenswert direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Teil der Herstellungskosten aktiviert wurden.
Im Februar 2008 hat das IASB einen Änderungsstandard zu "IAS 32 Financial Instruments: Presentation und IAS 1 Presentation of Financial Statements – Puttable Financial Instruments and Obligations Arising on Liquidation" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Klassifizierung bestimmter Arten von Finanzinstrumenten als Eigen- oder Fremdkapital. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben für die von der Regelung betroffenen Finanzinstrumente gefordert. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Juli 2008 hat das IASB eine Ergänzung zu IAS 39 "Eligible Hedged Items – Amendment to IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement" veröffentlicht. Die Ergänzung stellt klar, wie die Grundprinzipien des Hedge Accounting in zwei speziellen Situationen – der Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft und der Designation eines einseitigen Risikos in einem Grundgeschäft – anzuwenden sind. Die Ergänzung ist verpflichtend rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im März 2009 hat das IASB mit der Herausgabe von "Embedded Derivatives" Änderungen zu IFRIC 9 "Reassessment of Embedded Derivatives" und IAS 39 "Financial Instruments" veröffentlicht. Die Änderungen dienen der Klarstellung der Bilanzierung von eingebetteten Derivaten bei Umklassifizierungen von Finanzinstrumenten. Die Änderungen sind verpflichtend rückwirkend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Januar 2008 hat das IASB eine Änderung von IFRS 2 "Sharebased Payment" veröffentlicht. Durch die Änderung wird klargestellt, dass Ausübungsbedingungen nur Dienstzeitbedingungen (service conditions) und Leistungsbedingungen (performance conditions) sind. Außerdem wird präzisiert, dass die Bilanzierungsregeln zur vorzeitigen Planbeendigung unabhängig davon gelten, ob der Plan vom Unternehmen selbst oder einer anderen Partei beendet wird. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Im Januar 2008 hat das IASB auch die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 "Business Combinations" und IAS 27 "Consolidated and Separate Financial Statements" veröffentlicht. Ein wesentlicher Änderungspunkt hinsichtlich IFRS 3 ist die Bilanzierung von Erwerben von weniger als 100 % der Anteile eines Unternehmens. Es wird das Wahlrecht eingeführt, den Goodwill aus einem Erwerb nach der "Full Goodwill Method" voll aufzudecken, d.h. auch in Höhe des Anteils, der den Minderheiten zuzurechnen ist. Außerdem sind die Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs in voller Höhe als Aufwand zu erfassen. Darüber hinaus sieht IAS 27 vor, den Erwerb oder die Veräußerung von Anteilen ohne Kontrollverlust als Transaktion zwischen Anteilseignern erfolgsneutral abzubilden. Im Falle einer Anteilsveräußerung mit Kontrollverlust sind die verbleibenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Entstehende Differenzen zu dem bisherigen Buchwert sind erfolgswirksam zu erfassen. Die geänderten Standards sind verpflichtend anzuwenden auf Unternehmenszusammenschlüsse in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 01. Juli 2009 beginnen. Die Anwendung der geänderten Standards hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.
Im März 2009 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures" mit dem Titel "Improving Disclosures about Financial Instruments" veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Anhangangaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die erstmalige Anwendung der geänderten Fassung bei ThyssenKrupp wird zu erweiterten Anhangangaben führen.
Im Juli 2007 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 14 "IAS 19 – The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction" herausgegeben. Die Interpretation gibt Hinweise, wie die Begrenzung nach IAS 19 "Employee Benefits" für einen Überschuss festzulegen ist, der als Vermögenswert angesetzt werden kann. Zudem wird erklärt, welche Auswirkungen sich auf die Bewertung von Vermögenswerten und Rückstellungen aus leistungsorientierten Plänen auf Grund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung zu einer Einzahlung von Mindestbeträgen ergeben. Dadurch wird sichergestellt, dass Unternehmen einen Planvermögensüberschuss als Vermögenswert konsistent bilanzieren. IFRIC 14 ist in der EU verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung des Konzernabschlusses hat.
Im Mai 2008 hat das IASB den ersten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" zur Vornahme kleinerer Änderungen an den bestehenden IFRS-Standards veröffentlicht. Dieser Standard enthält in zwei Teilabschnitten die Änderungen von 20 IFRS-Standards. Der erste Teilabschnitt beinhaltet Änderungen, die Auswirkungen auf die Darstellung, den Ansatz oder die Bewertung haben können. Der zweite Teilabschnitt enthält Formulierungsänderungen oder redaktionelle Änderungen. Sofern im jeweiligen Standard nicht anders geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hat.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2009/2010 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht ("Endorsement") erfordert:
Im November 2009 hat das IASB eine überarbeitete Fassung von IAS 24 "Related Party Disclosurses" veröffentlicht. Die Überarbeitung beinhaltet eine Vereinfachung der Anhangangabepflichten für Unternehmen, die Regierungen nahe stehend sind (sog. "government-related entities") und eine Klarstellung der Definition nahe stehender Unternehmen und Personen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassung, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im November 2009 hat das IASB den neuen Standard IFRS 9 "Financial Instruments" zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten veröffentlicht. Dieser Standard ist der erste Teil des dreiteiligen Projekts zur vollständigen Ablösung von IAS 39 "Financial Instruments: Recognition and Measurement", das in 2010 abgeschlossen werden soll. Gemäß der Methodik von IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Zuordnung zu einer der beiden Bewertungskategorien hängt davon ab, wie das Unternehmen seine Finanzinstrumente steuert (sog. Geschäftsmodell) und welche Produktmerkmale die einzelnen finanziellen Vermögenswerte haben. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen; eine frühere Anwendung für Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2009 ist zulässig. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.
Im November 2009 hat das IASB eine Änderung von IFRIC 14, der eine Interpretation des IAS 19 "Employee Benefits" ist, mit dem Titel "Prepayments of a Minimum Funding Requirement" veröffentlicht. Die Änderung ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt dem Unternehmen in diesem Fall, den Vorteil einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu bilanzieren. Die Änderung der Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2011 beginnen; eine frühere Anwendung für Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2009 ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
Im November 2009 hat das IFRIC die Interpretation IFRIC 19 "Extinguishing Financial Liabilities with Equity Instruments" veröffentlicht. Diese Interpretation stellt die Anforderungen klar, die IFRS hat, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu verhandelt und der Gläubiger dabei akzeptiert, dass die finanzielle Verbindlichkeit vollständig oder teilweise mit Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens getilgt wird. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2010 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der Interpretation, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen wird, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.
01 / Veräusserungen
Nachdem im Oktober 2009 im Rahmen der Portfoliobereinigung der Verkauf von ThyssenKrupp Industrieservice und von ThyssenKrupp Safway aus der Business Area Materials Services eingeleitet worden war, erfolgte Ende November 2009 bzw. Mitte Dezember 2009 der Vollzug der Veräußerungen. ThyssenKrupp Industrieservice ist ein deutscher Facility Management Dienstleister, dessen Leistungsspektrum Instandhaltung, Supply Chain Services, Standortservice und technische Reinigung für die Industrie sowie Industriemontage umfasst. Safway ist ein amerikanischer Gerüstdienstleister. Diese beiden Veräußerungen sowie weitere kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren, haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:
Mio €
| 1. Quartal 2009/2010 |
|
|---|---|
| Firmenwert | 97 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 6 |
| Sachanlagen | 170 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Aktive latente Steuern | 2 |
| Vorräte | 27 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 162 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 9 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 10 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 494 |
| Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen | 12 |
| Sonstige langfristige Rückstellungen | 23 |
| Passive latente Steuern | 27 |
| Langfristige Finanzschulden | 2 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 20 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 3 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 20 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 13 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 142 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 29 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 291 |
| Abgehendes Reinvermögen | 203 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 14 |
| Nicht beherrschende Anteile | 2 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | 93 |
| Verkaufspreise | 308 |
| davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen |
308 |
02 / Umsatzkosten
Die Umsatzkosten des 1. Quartals 2009/2010 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 100 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Europe, Stainless Global und Marine Systems betreffen. Zum 30.09.2009 betrugen die Wertberichtigungen 317 Mio €.
03 / Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Im 1. Quartal 2009/2010 resultieren aus dem Mid Term Incentiveplan auf Grund der rückläufigen Entwicklung des ThyssenKrupp Value Added (TKVA) keine Aufwendungen sowie keine weiteren Erträge (1. Quartal 2008/2009: Erträge von 6,6 Mio €).
Im Dezember 2009 wurde die 1. Tranche des Programms zum rabattierten Aktienkauf aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 mit dem Erwerb von 350.924 ThyssenKrupp Aktien mit Rabatt durch die Begünstigten abgeschlossen. Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf entstanden im 1. Quartal 2009/2010 Aufwendungen von 0,9 (1. Quartal 2008/2009: 5,5) Mio €.
04 / Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2009 vorgenommen.
| 30.09.2009 | 31.12.2009 |
|---|---|
| 6.068 | 6.029 |
| 1.076 | 1.057 |
| 393 | 381 |
| 7.537 | 7.467 |
In der Bilanz zum 30. September 2009 sind Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 12 Mio € in der Zeile "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen.
Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:
in %
| 30.09.2009 | 31.12.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | |||
| Diskontierungssatz | ||||||
| für Pensionen | 5,25 | 5,24 | 5,25 | 5,43 | ||
| Diskontierungssatz für Gesundheitsfür |
||||||
| sorgeverpflichtungen (nur USA/Kanada) |
— | 5,50 | — | 5,80 |
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:
Mio € 1. Quartal 2008/2009 1. Quartal 2009/2010 Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 15 7 17 7 Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen Ansprüche 81 30 72 26 Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 3 – 26 – 3 – 25 Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 1 0 0 Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 93 10 86 8 Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:
Mio €
| 1. Quartal 2008/2009 USA/Kanada |
1. Quartal 2009/2010 USA/Kanada |
|
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäfts | ||
| jahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 3 | 1 |
| Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits | ||
| erworbenen Ansprüche | 17 | 13 |
| Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen | – 1 | – 1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | – 24 | – 14 |
| Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen |
– 20 | 0 |
| Netto-Aufwendungen der Zuschuss verpflichtungen für Gesundheitsfürsorge |
||
| leistungen für Pensionäre | – 25 | – 1 |
05 / Eigenkapital
Am 02. Dezember 2009 wurden im Rahmen der Bedienung der 1. Tranche des rabattierten Aktienkaufs 350.924 eigene Anteile zum Kurs von 24,62 € je Anteil, der die Basis für den rabattierten Ausgabepreis darstellte, an die Begünstigten veräußert.
06 / Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
Bürgschaften und Garantien
Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
| Mio € | ||
|---|---|---|
| Maximales Haftungs volumen 31.12.2009 |
Rückstellung 31.12.2009 |
|
| Anzahlungsgarantien | 211 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungs | ||
| garantien | 80 | 0 |
| Kreditaufträge | 37 | 0 |
| Restwertgarantien | 45 | 1 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 44 | 2 |
| Insgesamt | 417 | 4 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.
Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Im Vergleich zum 30. September 2009 verringerte sich in den Business Areas Steel Americas und Stainless Global das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 0,6 Mrd € auf 2,1 Mrd €.
Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche
ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.
Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.
07 / Derivative Finanzinstrumente
Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
Mio €
| Nominalwert 30.09.2009 |
Beizulegender Zeitwert 30.09.2009 |
Nominalwert 31.12.2009 |
Beizulegender Zeitwert 31.12.2009 |
|
|---|---|---|---|---|
| Derivative Finanz instrumente |
||||
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate inklusive einge- bettete Derivate |
4.693 | 214 | 4.149 | 159 |
| Zinsderivate* | 786 | 37 | 775 | 23 |
| Warenderivate | 839 | 108 | 447 | 115 |
| Insgesamt | 6.318 | 359 | 5.371 | 297 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate inklusive einge- |
||||
| bettete Derivate | 4.112 | 155 | 3.293 | 103 |
| Zinsderivate* | 1 | 0 | 2 | 0 |
| Warenderivate | 374 | 41 | 584 | 84 |
| Insgesamt | 4.487 | 196 | 3.879 | 187 |
* inklusive Zins-/Währungsderivate
08 / Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)
Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2009/2010 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 4,0 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen und mit der Heitkamp Baugruppe einen Umsatz von 41 Tsd € aus der Erbringung von Leistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group keine Leistungen und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 121 Tsd € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,5 Mio € und Verbindlichkeiten von 16 Tsd € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Forderungen von 3 Tsd € und Verbindlichkeiten von 121 Tsd €.
Im 1. Quartal 2009/2010 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 41 Tsd €.
09 / Segmentberichterstattung
ThyssenKrupp ist seit der Einführung der neuen Konzernorganisation zum 01. Oktober 2009 in die nachfolgend beschriebenen acht operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Werkstoffe und Technologien bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.
Steel Europe: In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.
Steel Americas: Diese Business Area umfasst die Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von hochwertigen Qualitätsstählen in Nord- und Südamerika. Sie beinhaltet auch die im Bau befindlichen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien und den USA.
Stainless Global: Die Business Area ist Anbieter von Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie Nickellegierungen und Titan. Bestandteil dieses Bereichs ist darüber hinaus das neue Edelstahlwerk in den USA.
Materials Services: Die Business Area betreibt die Distribution, Logistik und den Service von Roh- und Werkstoffen sowie technischen Dienstleistungen. Neben Walz- und Edelstahl, Rohren, NE-Metallen und Kunststoffen werden Dienstleistungen angeboten, die von Anarbeitung und Logistik über Lager- und Bestandsmanagement bis hin zum Supply-Chain-Management reichen. Technische und infrastrukturelle Services werden in den Bereichen Gleis- und Bautechnik sowie Anlagen- und Stahlwerksdienstleistungen angeboten.
Elevator Technology: Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.
Plant Technology: Die Business Area ist Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen über Anlagen für die Zementindustrie und innovative Lösungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen sowie Mineralien bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen für die Automobilindustrie.
Components Technology: Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.
Marine Systems: Die Business Area ist Anbieter von Über- und Unterwasser-Marineschiffen sowie Yachten im Premium-Segment.
Corporate: Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der Führung der Business Areas. Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitäten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral geführt und verwertet werden, sowie die inaktiven Gesellschaften, die den einzelnen Business Areas nicht zugeordnet werden können.
Segmentinformationen für das 1. Quartal 2008/2009 und das 1. Quartal 2009/2010:
| Mio € | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Steel Europe |
Steel Americas |
Stainless Global |
Materials Services |
Elevator Technology |
Plant Technology |
Components Technology |
Marine Systems |
Corporate | Konsoli dierung |
Konzern | |
| 1. Quartal 2008/2009 | |||||||||||
| Außenumsätze | 2.371 | 0 | 1.045 | 3.833 | 1.342 | 1.062 | 1.297 | 546 | 26 | 0 | 11.522 |
| konzerninterne Umsätze |
477 | 0 | 128 | 162 | 1 | 16 | 2 | 0 | 8 | – 794 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.848 | 0 | 1.173 | 3.995 | 1.343 | 1.078 | 1.299 | 546 | 34 | – 794 | 11.522 |
| Ergebnis vor Steuern | 345 | – 76 | – 243 | 30 | 159 | 99 | 53 | 33 | – 155 | – 5 | 240 |
| 1. Quartal 2009/2010 | |||||||||||
| Außenumsätze | 1.954 | 0 | 1.087 | 2.634 | 1.224 | 944 | 1.234 | 254 | 20 | 0 | 9.351 |
| konzerninterne | |||||||||||
| Umsätze | 327 | 0 | 123 | 126 | 2 | 10 | 3 | 0 | 11 | – 602 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 2.281 | 0 | 1.210 | 2.760 | 1.226 | 954 | 1.237 | 254 | 31 | – 602 | 9.351 |
| Ergebnis vor Steuern | 104 | – 4 | – 59 | 112 | 155 | 95 | 43 | – 10 | – 121 | – 2 | 313 |
10 / Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:
| 1. Quartal 2008/2009 | 1. Quartal 2009/2010 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| Zähler: | ||||
| Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) | 168 | 0,36 | 164 | 0,35 |
| Nenner: | ||||
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 463.473.492 | 463.586.567 |
Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl
Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Der gewichtete Durchschnitt der Aktien erhöhte sich in 2009/2010 durch die Veräußerung eigener Anteile im Dezember 2009 im Rahmen des rabattierten Aktienkaufs.
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
11 / Zusätzliche Informationen zur Konzern- Kapitalflussrechnung
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im 1. Quartal 2009/2010 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von langfristigen Vermögenswerten (1. Quartal 2008/2009: 7 Mio €).
Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Quartal 2009/2010 4 (1. Quartal 2008/2009: 6) Mio €.
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im 1. Quartal 2009/2010 erfolgte wie im Vorjahresquartal durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden.
12 / Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Düsseldorf, den 08. Februar 2010
ThyssenKrupp AG Der Vorstand
Schulz
Berlien Eichler Hippe Labonte
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2009, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Düsseldorf, den 08. Februar 2010 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Michael Gewehr Markus Zeimes Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats
Der Zwischenbericht für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/2010 (Oktober bis Dezember 2009) sowie der Bericht des Konzernabschlussprüfers über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses (Review Report) sind dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 11. Februar 2010 vorgelegt und durch den Vorstand und den Konzernabschlussprüfer erläutert worden. Der Prüfungsausschuss stimmte dem Zwischenbericht zu.
Düsseldorf, den 11. Februar 2010
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Prof. Dr. Bernhard Pellens
Kontakt/ Termine 2010/2011
Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:
Communications, Strategy & Technology Telefon (0211) 824-36007 Telefax (0211) 824-36041 E-Mail [email protected]
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Hausanschrift
ThyssenKrupp AG August-Thyssen-Str. 1, 40211 Düsseldorf Postfach 10 10 10, 40001 Düsseldorf Telefon (0211) 824-0 Telefax (0211) 824-36000 E-Mail [email protected]
Termine 2010/2011
12.Mai 2010 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2009/2010 (Oktober bis März) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren
13.August 2010 Zwischenbericht 9 Monate 2009/2010 (Oktober bis Juni) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren
30.November 2010 Bilanzpressekonferenz Analysten- und Investorenkonferenz
-
Januar 2011 Ordentliche Hauptversammlung
-
Februar 2011 Zwischenbericht 1. Quartal 2010/2011 (Oktober bis Dezember) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von ThyssenKrupp bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von ThyssenKrupp weder beabsichtigt, noch übernimmt ThyssenKrupp eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.
Abweichungen aus technischen Gründen
Der Zwischenbericht ist von der Gesellschaft auf Grund gesetzlicher Offenlegungspflichten zum elektronischen Bundesanzeiger elektronisch einzureichen. Aus technischen Gründen (z.B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen in den im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen kommen.
Der Zwischenbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen geht die deutsche Fassung der englischen Übersetzung vor.
In beiden Sprachen steht der Zwischenbericht im Internet unter http://www.thyssenkrupp.com zum Download bereit. Darüber hinaus wird dort eine interaktive Online-Version in beiden Sprachen angeboten.
TKAG August-Thyssen-Straße 1 40211 Düsseldorf www.thyssenkrupp.com