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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2009

Feb 13, 2009

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Interim / Quarterly Report

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Zwischenbericht 1. Quartal 2008 – 2009

ThyssenKrupp ag --- 01. Oktober – 31. Dezember 2008

01

Inhalt

Zwischenbericht 1. Quartal 2008 – 2009 ---

  1. Oktober – 31. Dezember 2008

01

Zwischenlagebericht

03–30

02

Zwischenabschluss 31–41

03

Weitere Informationen 42–43

  • 02 Der Konzern in Zahlen
  • 02 ThyssenKrupp in Kürze
  • 03 Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
  • 11 Geschäftsverlauf in den Segmenten
  • 20 ThyssenKrupp Aktie
  • 22 Innovationen
  • 23 Mitarbeiter
  • 24 Finanz- und Vermögenslage
  • 26 Risikobericht
  • 28 Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
  • 31 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 32 Konzern-Bilanz
  • 33 Konzern-Kapitalflussrechnung
  • 34 Konzern-Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
  • 35 Konzern-Anhang
  • 41 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
  • 42 Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats
  • 43 Kontakt
  • 43 Termine 2009 2010

Die Rechnungslegung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt nach IFRS (International Financial Reporting Standards). Dieser Zwischenbericht ist am 13. Februar 2009 erschienen.

Der Konzern in Zahlen

Konzernüberblick

Vergleich 1. Quartal
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang
Mio €
13.270 12.887 – 383 – 3
Umsatz
Mio €
12.270 11.522 – 748 – 6
EBITDA
Mio €
1.083 764 – 319 – 29
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Mio €
646 240 – 406 – 63
Periodenüberschuss
Mio €
435 163 – 272 – 63
Ergebnis je Aktie
0,85 0,36 – 0,49 – 58
Mitarbeiter (31.12.) 193.137 197.175 4.038 2
30.09.2008 31.12.2008
Netto-Finanzschulden Mio € 1.584 3.514
Eigenkapital Mio € 11.489 10.806

Segment informat ion

Auftragseingang
in Mio €
Umsatz
in Mio €
Ergebnis vor Steuern (EBT)
in Mio €
Mitarbeiter
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
31.12.2007 30.09.2008 31.12.2008
Steel 3.188 2.036 3.214 2.925 353 251 39.922 41.311 40.753
Stainless 2.150 966 1.838 1.173 – 45 – 249 12.075 12.212 12.167
Technologies 3.212 4.897 2.822 2.921 179 164 55.567 54.043 53.167
Elevator 1.466 1.562 1.184 1.343 119 156 40.191 42.992 43.599
Services 3.951 3.746 3.867 3.726 132 30 43.054 46.486 45.173
Corporate 34 35 34 35 – 84 – 108 2.328 2.330 2.316
Konsolidierung – 731 – 355 – 689 – 601 – 8 – 4
Konzern 13.270 12.887 12.270 11.522 646 240 193.137 199.374 197.175

ThyssenKrupp in Kürze

Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen sind die Tätigkeitsschwerpunkte unserer über 197.000 Mitarbeiter. Engagiert und qualifiziert bieten sie unseren Kunden in rund 80 Ländern auf allen fünf Kontinenten innovative Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. In unseren fünf Konzernsegmenten – Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services – nehmen sie die globalen Herausforderungen an und wandeln sie in Chancen. Unsere Hochleistungswerkstoffe und Anlagen, Komponenten und Systeme bieten Antworten auf viele wirtschaftliche und technische Fragen der Zukunft. Zu dem von der ThyssenKrupp AG geführten Konzern gehören direkt oder indirekt über 800 Unternehmen und Beteiligungen. Zwei Drittel der insgesamt 2.700 Produktionsstätten, Büros und Servicestützpunkte liegen außerhalb Deutschlands.

Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern

ThyssenKrupp – Globale Rezession drückt Umsatz und Gewinn

Die globale Rezession hat im 1. Quartal 2008/2009 bei ThyssenKrupp deutliche Spuren hinterlassen. Der drastische und in diesem Maße unvorhersehbare Nachfrageeinbruch bei Stahl und Edelstahl und im internationalen Werkstoffhandel hat unser Geschäft erheblich belastet. Weitgehend robust zeigten sich dagegen unsere Aktivitäten bei Industriegütern und Dienstleistungen. Insgesamt lag der Umsatz von ThyssenKrupp im 1. Quartal 2008/2009 um 6 % unter dem Vorjahreswert. Deutlich stärker war der Gewinnrückgang. Das Konzernergebnis vor Steuern verminderte sich von 646 Mio € auf 240 Mio €. Wesentliche Ursache hierfür waren Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen. Wie in den Vorperioden war das Ergebnis wiederum durch erhebliche Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA belastet.

Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Quartal 2008/2009:

  • Der Auftragseingang lag bei 12,9 Mrd €, 3 % weniger als im Vorjahresquartal.
  • Der Umsatz ging um 6 % auf 11,5 Mrd € zurück.
  • Das EBITDA betrug 764 Mio € nach 1.083 Mio € im Vorjahr.
  • Das Ergebnis vor Steuern gab von 646 Mio € im Vorjahr auf 240 Mio € nach.
  • Das Ergebnis je Aktie verminderte sich von 0,85 € auf 0,36 €.
  • Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2008 auf 3.514 Mio €, eine Zunahme um 1.930 Mio € gegenüber dem 30. September 2008, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 1.584 Mio € bestanden. Am 31. Dezember 2007 betrugen die Netto-Finanzschulden 859 Mio €.

Ausblick

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen deutlichen Umsatzrückgang. Dies wird sich im Ergebnis entsprechend niederschlagen. Preis- und Mengenrisiken werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie durch ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Anpassung des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren.

Für das 2. Quartal gehen wir von einem im Vergleich zum 1. Quartal schwierigeren Geschäftsverlauf aus. Die Erwartungen für die einzelnen Segmente im 2. Quartal sind wie folgt:

  • Steel weitere Produktionskürzungen und Unterauslastung der Kernaggregate bei einer Stabilisierung der Versandmengen, weitgehend unveränderte Kosten für Rohstoffe und rückläufige Erlöse im kurzfristigeren Geschäft.
  • Stainless fortgesetzte Produktionskürzungen und Unterauslastung bei weiterhin schwachen Absatzmärkten; weitere Wertberichtigungen auf Vorräte können nicht ausgeschlossen werden.
  • Technologies hohe Planungssicherheit bei der Erlös- und Ergebnisentwicklung im Projektgeschäft auf Grund des hohen Auftragsbestands, der eine gute Ergebnisqualität ausweist. Lediglich das Automobilzuliefergeschäft wird durch Produktionskürzungen der OEMs beeinträchtigt.

  • Elevator nachhaltige Wirkung der Performanceprogramme mit über Vorjahr liegender Ergebnisentwicklung.

  • Services überwiegend schwaches Nachfrageniveau und weiter rückläufige Preise im Werkstoffgeschäft bei Materials Services und Special Products; gleiches gilt für metallurgische Rohstoffe und Koks; Industrial Services überwiegend stabil, Bau- und Gleistechnikaktivitäten profitieren von Infrastrukturinvestitionen auf hohem Niveau.

Für das 2. Halbjahr des Geschäftsjahres erwarten wir mit Abschluss der Lagerkorrektur im Handel und bei unseren Endkunden sowie nach Verarbeitung der Wertberichtigungen auf Vorräte eine Geschäfts- und Ergebnisentwicklung auf dem Niveau einer normalen Rezession. Die Ergebnisbeiträge aus dem Werkstoffgeschäft in den Segmenten Stainless und Services werden sich im Zuge dieser Entwicklung voraussichtlich verbessern. Bei Steel sind nach wie vor Erlösdruck und unauskömmliche Mengen, niedrigere Rohstoffkosten und positive Effekte aus laufenden Maßnahmen zur Kostensenkung zu erwarten. Das gute Ergebnisniveau von Technologies soll trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes gehalten werden. Für das Segment Elevator gehen wir von einer weiterhin guten Ergebnisentwicklung aus.

Für 2009/2010 gehen wir davon aus, dass sich das Geschäft von ThyssenKrupp wieder stabilisieren wird. Auf längere Sicht, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nord- und Südamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, rechnen wir mit einem Ergebnis vor Steuern – und vor wesentlichen Sondereffekten – von 4,0 bis 5,0 Mrd € und einem Umsatz von rund 65 Mrd €.

Weltwirtschaft in der Rezession

In den letzten Monaten des vergangenen Jahres hat sich die wirtschaftliche Lage in nahezu allen Ländern dramatisch verschlechtert. Die Weltwirtschaft befand sich im 4. Quartal 2008 in einem in diesem Ausmaß unerwartet scharfen Abschwung, der sowohl die Industrieländer als auch die zuvor stark wachsenden Emerging Markets erfasste. Nach einem Plus von 5 % im Jahr 2007 dürfte das Welt-Bruttoinlandsprodukt 2008 um lediglich knapp 3,5 % gewachsen sein. Dabei hat die Finanzkrise den ohnehin einsetzenden und zu erwartenden globalen Abwärtstrend deutlich verstärkt.

Die USA befinden sich bereits seit Jahresbeginn 2008 in der Rezession. Die Investitionsbereitschaft hat sich als Folge der eingetrübten Absatzaussichten, aber auch auf Grund zunehmender Finanzierungsschwierigkeiten merklich verringert. Dies hat sich inzwischen deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit – die Arbeitslosenquote ist zuletzt auf über 7 % gewachsen – sowie die fallenden Immobilienpreise und Aktienkurse belasten mittlerweile den privaten Konsum, der zuletzt so stark schrumpfte wie seit Anfang der 1980er Jahre nicht mehr.

Die Emerging Markets in Asien, Lateinamerika sowie in Mittel- und Osteuropa verspüren die Folgen der Finanzkrise. Die bislang hohen Wachstumsraten haben zuletzt merklich nachgegeben. In Russland haben die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise die Exporterlöse verringert. Zudem kam es infolge der Finanzkrise zu einer Kreditverknappung. In China hat sich die Exportdynamik auf Grund der Rezession in den USA, Japan und Europa vermindert, so dass 2008 das gesamtwirtschaftliche Wachstum nur noch einstellig ausfiel.

Auch der Euroraum einschließlich Deutschland befindet sich mittlerweile in einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland dürfte im 4. Quartal 2008 zum dritten Mal in Folge gesunken sein. Dabei war sowohl die Export- als auch die Investitionsentwicklung deutlich negativ, während der private Konsum bestenfalls noch einen geringen Wachstumsbeitrag geliefert hat.

Alle für ThyssenKrupp wichtigen Branchen sind in den Sog der Rezession geraten. Im Einzelnen ergaben sich folgende Entwicklungen:

• Die Stahlnachfrage ist im Schlussquartal 2008 signifikant gesunken. In vielen Ländern haben die Stahlproduzenten daher zum Teil beachtliche Produktionskürzungen vorgenommen; erstmalig wurden auch in China bei sinkendem Stahlverbrauch entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Rohstahlproduktion war im 4. Quartal 2008 weltweit 20 % niedriger als ein Jahr zuvor. Zum Jahresende hin kam es zu regelrechten Einbrüchen, die Kapazitätsauslastung der Stahlindustrie vieler Länder sank auf äußerst niedrige Niveaus. Diese massiven Mengenrückgänge waren von einem rasanten Preisverfall begleitet. Die Stahlpreise hatten noch im 3. Quartal 2008 nach zuvor außerordentlich starken Aufwärtsbewegungen in allen Märkten Rekordstände erreicht. Nun gaben sie auf Grund des raschen Nachfrageeinbruchs sowie sinkender Rohstoff- und Frachtkosten auf den Spotmärkten erheblich nach und lagen Ende des Jahres auf dem Stand von vor zwei Jahren.

Im europäischen Qualitätsflachstahlmarkt verlief die Entwicklung ähnlich. Nach einer noch sehr starken Nachfrageexpansion bis in den Sommer sind seit September 2008 die Auftragseingänge der europäischen Flachstahlhersteller eingebrochen; dies betraf den EU-Markt und, in noch stärkerem Maße, die Drittlandsnachfrage. Die schwache Konjunktur in wesentlichen Abnehmerindustrien und noch bestehende Lagerüberhänge haben teilweise die Nachfrage nahezu zum Erliegen gebracht. Eine ausreichende Anpassung der Lagerbestände an die niedrigen Verbrauchsniveaus steht noch aus.

• Bei den rost-, säure und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten lag die Marktnachfrage in Europa im Berichtszeitraum auf sehr niedrigem Niveau. Ursache hierfür waren vor allem die rezessionsbedingten Anstrengungen zum Bestandsabbau sowohl bei den Endverbrauchern als auch bei den Service-Centern und beim lagerhaltenden Handel. Die Auswirkungen der zuvor Mitte 2008 wieder erneut stark angestiegenen Importe aus Asien führten neben der extrem schwachen Binnennachfrage zu deutlich rückläufigen Lieferungen der europäischen Rostfrei-Erzeuger, was eine zunehmende Unterauslastung ihrer Kapazitäten hervorrief. Die bei der Edelstahlherstellung eingesetzten Legierungsmetalle verzeichneten einen starken Preisverfall. Dies betraf insbesondere Nickel, Molybdän, Chrom, aber auch Eisenschrott. Daraus resultierten weiter fallende Legierungszuschläge, was zusätzlichen Druck auf den lagerhaltenden Handel ausübte, die Bestände noch mehr zurückzunehmen und die Nachdispositionen auf ein Mindestvolumen zu reduzieren. Auch in den anderen großen Rostfrei-Märkten Nordamerika und Asien führte der Nachfrageeinbruch zu einem weiteren Abbau der Vorräte bei Endverbrauchern sowie bei Handel und Service-Centern.

Schwierig war die Situation auch in den USA, insbesondere bei den großen Abnehmern für Edelstahl Rostfrei. Speziell in der Automobilindustrie, der Baubranche oder der Hausgeräteindustrie ist die Nachfrage nach Rostfrei-Flachprodukten eingebrochen. Dies führte zu stark rückläufigen Auftragseingängen und Lieferungen mit der Folge eines deutlichen Rückgangs der Basispreise.

In Asien haben fast alle lokalen Produzenten ihre Produktion – teilweise um mehr als 50 % – heruntergefahren. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Verbindung mit dem Verfall der Rohstoffpreise und die daraus resultierende Unsicherheit über mögliche Verschiebung oder Streckung von Großprojekten führten im Bereich der Nickellegierungen ebenfalls weltweit zu zunehmend zögerlichem Bestellverhalten der Kunden. Bei Titan ließen die Verzögerungen in der Produktion der neuen Flugzeuggenerationen von Airbus und Boeing die Nachfrage im Gesamtmarkt zusätzlich zurückgehen.

  • Die Rezession hat auch die Automobilindustrie erreicht. Erstmals seit vielen Jahren wurden 2008 weltweit weniger Personen- und Nutzfahrzeuge nachgefragt und produziert als im Jahr zuvor. In den USA waren die Verkaufszahlen für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 36 % eingebrochen. Auch in der Europäischen Union gingen die PKW-Neuzulassungen zurück. Allein in Deutschland wurden im 4. Quartal 2008 rund 11 % weniger PKWs verkauft als im Vorjahresquartal. Selbst in den Emerging Markets wie Brasilien, Indien und China hat die bislang hohe Wachstumsdynamik in den letzten Monaten des Jahres 2008 spürbar nachgelassen.
  • Der Maschinenbau profitierte 2008 lange von einem zuvor akquirierten hohen Auftragsbestand. Einige Länder, insbesondere Deutschland, konnten ihre Produktion sogar noch steigern. Die globale Wirtschaftskrise und die damit verbundene weltweite Investitionsschwäche haben sich jedoch vor allem gegen Jahresende in einem spürbar nachlassenden Auftragseingang niedergeschlagen. In Deutschland sind die Auftragseingänge sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland zuletzt um bis zu 30 % zurückgegangen. Noch schwächer entwickelte sich der Maschinenbau in den USA und Japan. Auch in China hat sich die geringere Investitionsneigung negativ bemerkbar gemacht.
  • Die globale Bauwirtschaft wurde 2008 nur noch von den Ländern in Asien und in Mittel- und Osteuropa getragen. In den USA ging die Produktion wegen des schwachen privaten Wohnungsbaus zurück. In der deutschen Bauindustrie haben die Auftragseingänge im Verlauf des vergangenen Jahres nachgegeben. Infolge der soliden Auftragsbestände ist die Produktion aber noch relativ stabil geblieben; insbesondere der Wirtschaftsbau wirkte stützend.

Geschäftsentwicklung konjunkturbedingt rückläufig

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 13.270 12.887
Umsatz Mio € 12.270 11.522
EBITDA Mio € 1.083 764
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 646 240
Mitarbeiter (31.12.) 193.137 197.175

Die weltweite Rezession hat insbesondere die Nachfrage im Werkstoffbereich drastisch zurückgehen lassen. Dank unseres diversifizierten Produktportfolios haben aber konzernweit der Auftragseingang und der Umsatz nur moderat nachgegeben.

Der Auftragseingang von ThyssenKrupp erreichte im 1. Quartal 2008/2009 einen Wert von 12,9 Mrd €, dies sind 3 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Starke Einbrüche gab es dabei in den Segmenten Steel und Stainless, was auf die schwächere Mengennachfrage, aber auch geringere Erlöse zurückzuführen war. Auch im Segment Services belastete die rückläufige Werkstoffkonjunktur, vor allem in Nordamerika und Europa. Positiv entwickelten sich dagegen die Auftragseingänge bei Technologies und Elevator, die über dem Vorjahr lagen. Vor allem im Schiff- und Anlagenbau konnten mehrere Großprojekte akquiriert werden.

Der Konzernumsatz fiel im 1. Quartal 2008/2009 um 6 % auf 11,5 Mrd €. Spürbar niedrigere Versandmengen führten im Segment Steel zu einem geringeren Umsatz; der hohe Anteil von Langfristverträgen hat sich dabei stabilisierend ausgewirkt. Bei Stainless waren der Nachfrageeinbruch sowie niedrigere Legierungszuschläge und Basispreise die Hauptursachen. Dank der guten Geschäftsentwicklung im Anlagen- und Schiffbau lag der Umsatz von Technologies über dem Vorjahr. Die größten Umsatzzuwächse erzielte Elevator; positiv waren das Neuanlagen- und das Dienstleistungsgeschäft vor allem in Amerika und im asiatischen/pazifischen Raum. Preis- und Nachfragerückgänge bei Rohund Werkstoffen haben bei Services die Umsatzerlöse gedrückt.

Umsatz in Mrd €

2007/2008 1. Quartal
12,3
1. Halbjahr
25,5
9 Monate
39,7
12 Monate
53,4
2008/2009 11,5
1. Quartal

Gewinn im 1. Quartal 2008/2009 rückläufig

Das Ergebnis von ThyssenKrupp hat sich im 1. Quartal 2008/2009 rückläufig entwickelt. Nach 646 Mio € im 1. Quartal des Vorjahres erzielte der Konzern im Berichtsquartal ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 240 Mio €. Darin sind Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 250 Mio € sowie Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA in Höhe von 83 Mio € enthalten.

er
gebnis
vor steuern
(ebt) in Mio €
2007/2008 1. Quartal
646
1. Halbjahr
1.388
9 Monate
2.297
12 Monate
3.128
2008/2009 1. Quartal
240

Mit Ausnahme von Stainless erwirtschafteten alle Segmente einen Gewinn. Bei Stainless hat die ohnehin schon schwache Marktnachfrage weiter nachgegeben und zu einer Unterauslastung der Werke und einem deutlichen Rückgang der Preise geführt. Der Absturz der Preise für Nickel, Chrom und Molybdän führte darüber hinaus zu erheblichen Abwertungen. Steel verzeichnete einen niedrigeren Gewinn; ursächlich waren die rückläufigen Lieferungen, insbesondere an die Automobilindustrie. Vor allem wegen der guten Entwicklung im Anlagenbau konnte Technologies nahezu an das erfreuliche Ergebnis des Vorjahres anknüpfen. Elevator hat das Ergebnis hauptsächlich dank hoher Gewinne im Amerika-Geschäft ausgebaut. Wegen der Einbußen im Werkstoffgeschäft lag der Gewinn von Services unter dem Vorjahreswert.

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtszeitraum um 748 Mio € oder 6 % unter dem Wert für das entsprechende Vorjahresquartal. Die Umsatzkosten verringerten sich um 436 Mio € oder 4 % und damit unterproportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung; eine wesentliche Ursache hierfür waren im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 170 Mio € erhöhte Vorratsabwertungen, die den insgesamt umsatzbedingten Rückgang der übrigen Umsatzkosten teilweise kompensierten. In Summe verminderte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 312 Mio €, verbunden mit einer Verringerung der Brutto-Umsatzmarge von 17 % auf 16 %.

Der Anstieg der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten um insgesamt 25 Mio € resultierte hauptsächlich aus erhöhten Personalaufwendungen. Erhöhte Zuführungen zu Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich in der Business Unit Auto im Segment Steel in Höhe von 9 Mio € trugen wesentlich zum Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 11 Mio € bei. Der Rückgang des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 30 Mio € resultierte aus der im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal insgesamt rückläufigen Ergebnisentwicklung bei den betreffenden Beteiligungen. Die eingetretene Verschlechterung des Zinsergebnisses um 65 Mio € stand im Zusammenhang mit der im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhten Netto-Finanzverschuldung. Für die Verbesserung des sonstigen Finanzergebnisses um 53 Mio € war hauptsächlich die im Vergleich zum Vorjahresquartal um 35 Mio € erhöhte Aktivierung von Bauzeitzinsen verantwortlich, die im Wesentlichen den Baufortschritt des Stahlwerks in Brasilien betraf.

Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Periodenüberschuss von 163 Mio €, der 272 Mio € unter dem Vorjahreswert lag. Unter Berücksichtigung der auf Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Verluste von 5 Mio € belief sich das Ergebnis je Aktie auf 0,36 € nach 0,85 € im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Netto-Finanzschulden und Investitionen

Die Netto-Finanzschulden lagen am 31. Dezember 2008 bei 3.514 Mio €. Der Anstieg um 1.930 Mio € gegenüber dem 30. September 2008 ist neben den Ausgaben für Investitionen – insbesondere für unsere Großprojekte – durch die Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs und die damit einhergehenden Belastungen des operativen Geschäfts geprägt.

Netto-Finanzschulden in Mio €

Im 1. Quartal 2008/2009 investierte ThyssenKrupp insgesamt 1.106 Mio €, 19 % mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Davon wurden 1.095 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 11 Mio €.

Bau neuer Werke in Brasilien und den USA

Das Segment Steel arbeitet weiter zielstrebig an der Umsetzung seiner transatlantischen Wachstumsstrategie. Von zentraler Bedeutung ist das im Bau befindliche Stahlwerk in Rio de Janeiro/Brasilien mit einer Jahreskapazität von 5 Mio t Rohstahl, das sehr kostengünstig produzieren und zugleich hohe Qualitätsstandards erfüllen wird. Zurzeit sind auf der Baustelle mehr als 20.000 Arbeiter mit der Errichtung der Anlagenkomplexe beschäftigt. Die Umsetzung des Projekts schreitet nach den zuvor eingetretenen Verzögerungen nun gut voran. Die Kernaggregate Hochofen und Stahlwerk werden aus heutiger Sicht Ende 2009 in Betrieb gehen.

Im November 2008 hat der Aufsichtsrat der Erhöhung des Investitionsbudgets auf rund 4,5 Mrd € zugestimmt. Darin enthalten sind jetzt beispielsweise das wirtschaftlich begründete Insourcing der Energieversorgung und der Brammenlogistik sowie die Optimierung des technischen Designs für einen künftigen Kapazitätsausbau. Hinzu kamen gestiegene Kosten für Lieferungen und Leistungen, höhere Bauzeitzinsen und Wechselkursdifferenzen. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts in Kombination mit dem Bauvorhaben in Alabama und dem Ausbauprogramm in Europa ist durch diese Erhöhung nicht gefährdet. Weit fortgeschritten ist die Rekrutierung des Personals für die künftige Produktionsphase: Ende Dezember 2008 arbeiteten 1.129 Mitarbeiter für ThyssenKrupp CSA in Brasilien.

Gleichzeitig mit den Investitionen in Brasilien haben wir unsere Werke in Europa ausgebaut. Im europäischen Stamm-Markt will Steel seine Position stärken, indem die Verarbeitungs- und Veredelungsanlagen in Deutschland erweitert und modernisiert werden. Rund 40 % der künftig in Brasilien erzeugten Brammen sollen später über den Atlantik nach Deutschland verschifft werden, um hier zu hochwertigen Fertigprodukten für anspruchsvolle Kunden verarbeitet zu werden. Die Investitionen für den Brammenumschlag im Hafen Walsum und zur Leistungssteigerung an vier Feuerbeschichtungsanlagen sind abgeschlossen. Auch die Warmbandstraßen Bochum und Beeckerwerth wurden teilweise schon umgebaut. Weitere Investitionen zur Kapazitätserweiterung im Warmbandbereich sind terminiert.

Der im Herbst 2007 begonnene Bau des neuen gemeinsamen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks der Segmente Steel und Stainless nahe Mobile in Alabama/USA schreitet ebenfalls voran. Im Frühjahr 2010 will das Segment Steel die Produktion in Alabama starten. Der Aufsichtsrat hat im November 2008 einer Erhöhung der Investitionsbudgets für Steel auf 3,25 Mrd US-Dollar zugestimmt. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist nach wie vor gewährleistet.

Das Segment Steel wird im Werk Mobile über Warm- und Kaltwalz- sowie Veredelungsanlagen verfügen und Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Die Warmwalzkapazität beträgt insgesamt über 5 Mio t jährlich.

Im Segment Steel betrug der Wert der abgeschlossenen Verträge per 31. Dezember 2008 insgesamt 2,6 Mrd US-Dollar, was rund 80 % des Investitionsvolumens entspricht. Aktuell werden im Wesentlichen Betonarbeiten für Hallen und Maschinenfundamente durchgeführt. Im Bereich der Versandhallen für Kaltband und feuerverzinkte Produkte hat der Stahlbau bereits begonnen. Der Bau der Infrastruktur macht gute Fortschritte. Dazu zählen unter anderem das Flussterminal und das Trainingszentrum.

Parallel setzen Vertriebs- und Marketing-Experten von Steel ihre Arbeiten am Absatzkonzept für den nordamerikanischen Markt fort. Der Aufbau belastbarer Beziehungen zu potenziellen Schlüsselkunden wird unter Einbeziehung technischer Experten fortgesetzt. Zielgruppen sind die Automobilund die Elektroindustrie, Stahl-Service-Center, Hersteller von Haushaltsgeräten sowie die Rohrindustrie, speziell für den Energiesektor.

Nicht nur hochwertiger Qualitätsflachstahl, sondern auch wichtige Edelstahlerzeugnisse sollen künftig aus Mobile an die amerikanischen Kunden geliefert werden. Die Errichtung des Stainless-Werks liegt im bisherigen Zeitplan. Für einen großen Teil der Produktionshallen des Kaltwalzwerks ist die Stahlkonstruktion errichtet und die Dacheindeckung hat begonnen. Die ersten Anlagenfundamente im Bereich Kaltwalzgerüste und Kaltband-Glüh-/Beizlinie sind im Bau. Im November 2008 hat der Aufsichtsrat einer Erhöhung des Investitionsbudgets auf 1,4 Mrd US-Dollar zugestimmt. Auch hier ist die Wirtschaftlichkeit des Projekts nach wie vor gegeben.

Die Produktionslinien für Edelstahl-Flachprodukte des Segments Stainless werden nach Hochlauf eine jährliche Kapazität von rund 350.000 t Kaltband und 450.000 t Warmband haben. Ein großer Teil dieses Warmbandes dient künftig zur Vormaterialversorgung des mexikanischen Edelstahlwerks ThyssenKrupp Mexinox.

Stainless wird seine Investitionen vor dem Hintergrund der derzeitigen Schwäche auf dem nordamerikanischen Edelstahl-Markt, verbunden mit massiven Nachfrageeinbrüchen, zeitlich strecken. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich der Rostfrei-Markt im Nafta-Raum in absehbarer Zeit wieder erholt und weiter wächst. Deshalb werden am Umfang des Projekts keine Abstriche gemacht. Wir werden mit der Inbetriebnahme der ersten Anlagen des Kaltwalzwerks im Oktober 2010 die Kaltbandproduktion aufnehmen und das Stahlwerk zu Beginn des Jahres 2012 anfahren. Bis zur Inbetriebnahme des Stahlwerks erfolgt die Vormaterialversorgung noch aus unseren europäischen Werken. Angesichts der umfangreichen Investitionsmittel, die für das laufende und das folgende Geschäftsjahr budgetiert waren, gibt dies dem Konzern zusätzlichen Handlungsspielraum.

Ausgezeichnete Kommunikation

Unsere Initiative "Zukunft Technik entdecken", die vor allem mit dem IdeenPark den Dialog über Technik quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Altersklassen unterstützt, wurde im Berichtsquartal mehrfach ausgezeichnet. Im Wettbewerb der Initiative "Freiheit und Verantwortung" war sie Sieger in der Kategorie für große Unternehmen. "Freiheit und Verantwortung" steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und wird von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft sowie dem Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche getragen. Außerdem erhielt ThyssenKrupp den Politik-Award für den IdeenPark als das "stimmigste, wirkungsvollste und bestkommunizierte Konzept" im Bereich Corporate Responsibility. Diese Auszeichnung galt dem "herausragenden sozialen Engagement" und wurde von der Zeitschrift politik&kommunikation verliehen.

Der IdeenPark steht als populäre Technik-Ausstellung im Zentrum unserer Zukunftsinitiative. Die Besucher können hinter die Kulissen von Forschung und Entwicklung blicken, selber experimentieren und viele Forscher persönlich kennenlernen. Allein den letzten IdeenPark im Mai 2008 in Stuttgart hatten mehr als 280.000 Jugendliche und Erwachsene besucht und sich dort für die ausgestellten Technikexponate begeistert. Zusammen mit den vorangegangenen Veranstaltungen in Gelsenkirchen 2004 und Hannover 2006 liegt die gesamte Besucherzahl inzwischen bei über 550.000. Der nächste IdeenPark wird derzeit geplant; er soll 2011 in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Steel: Massiver Rückgang der Bestellungen

STEEL IN ZAHLEN
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 3.188 2.036
Umsatz Mio € 3.214 2.925
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 353 251
Mitarbeiter (31.12.) 39.922 40.753

Das Segment Steel ist in den Sog der weltweiten Rezession geraten. Im 1. Quartal 2008/2009 verringerte sich der wertmäßige Auftragseingang im Vorjahresvergleich um 36 % auf 2,0 Mrd €. Dies war eine Folge des massiven Einbruchs der Bestellmengen: Die Buchungen gingen um 56 % zurück, wobei die Kaufzurückhaltung im Verlauf des Quartals immer stärker wurde. Um die Produktion kostenintensiver Metallurgiestufen möglichst konstant zu halten, hat die ThyssenKrupp Steel AG zunächst die Brammenzukäufe am freien Markt eingestellt. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien für Warmband sowie kaltgewalzte und beschichtete Flachprodukte wurde ab November die Anzahl der Schichten gekürzt und die Stillstände wurden für notwendige Umbau- und Reparaturarbeiten genutzt. Im Dezember, schwerpunktmäßig über den Jahreswechsel, erfolgten in der gesamten Produktion – bis auf technische Notwendigkeiten – Stillstände. Dies galt auch für eine Reihe von Tochtergesellschaften. Wegen der Stillstände in den Verarbeitungslinien war zum Quartalsende auch die Produktion in den Stahlstufen zu drosseln.

Der Umsatz verminderte sich um 9 % auf 2,9 Mrd €, was auf die um ein Viertel reduzierten Versandmengen zurückzuführen war. Positiv wirkte das höhere Erlösniveau in den Langfristverträgen. Aber auch in Quartalsgeschäften waren die Erlöse höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Gewinn vor Steuern lag mit 251 Mio € um 102 Mio € unter dem Vorjahresergebnis, was am starken Rückgang der Versandmengen, insbesondere in den Business Units Industry und Auto, lag.

Die Zahl der Mitarbeiter im Segment Steel hat sich im Jahresvergleich erhöht. Dies war bedingt durch den Aufbau der neuen Gesellschaften in Brasilien und den USA sowie die erstmalige Vollkonsolidierung der TWB-Gruppe in den USA zum 01. März 2008.

Corporate

Die Business Unit Corporate umfasst die Verwaltungsfunktionen der ThyssenKrupp Steel AG und führt die Bauprojekte in Brasilien und den USA. Der Verlust war etwa so hoch wie im Vorjahr und durch die Vorlaufkosten für das Stahlwerk in Brasilien und das Weiterverarbeitungswerk in Alabama begründet.

Steelmaking

Die Business Unit Steelmaking umfasst die gesamte Metallurgie in Duisburg sowie die Transportgesellschaften. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann ging im 1. Quartal 2008/2009 um 14 % auf 3,2 Mio t zurück. Es ergab sich ein deutlicher Gewinnrückgang.

Industry

Die Business Unit Industry verzeichnete bei rückläufigem Versand einen niedrigeren Umsatz und auf Grund realisierter Kostenreduzierungen einen leicht höheren Gewinn. Im Heavy Plate Profit-Center (Grobblech) blieb der Absatz erfreulich konstant. Bei gestiegenem Umsatz lag das Ergebnis über dem Vorjahresniveau. Das Competence Center Color/Construction konnte Umsatz und Ergebnis ausbauen; der Versand war jedoch auch hier rückläufig. Vor allem die Neubuchungen von Kunden aus der Hausgeräteindustrie und der Bauwirtschaft sind erheblich zurückgegangen. Der starke Wettbewerbsdruck ließ zudem die Marktpreise deutlich sinken. Unter drastischen Mengeneinbrüchen litten die europäischen Stahl-Service-Center. Die niedrigere Produktion der Automobilhersteller hatte die Geschäfte der Zulieferindustrie einbrechen lassen. Der Umsatz der Service-Center war daher stark rückläufig, und ihr Ergebnis war negativ.

Auto

Vor dem Hintergrund der Krise in der Automobilindustrie erwirtschaftete die Business Unit Auto einen geringeren Umsatz und Gewinn. Ursächlich war der alle Märkte und Kunden betreffende Mengeneinbruch. Die einzelnen Geschäftsbereiche wiesen dabei unterschiedliche Entwicklungen auf. Beim Umsatz der Division Auto der ThyssenKrupp Steel AG konnten die positiven Preiseffekte aus den Jahreskontrakten die geringere Nachfrage nicht kompensieren. Der Gewinn fiel auf Grund eingetretener Kostensenkungen höher aus als im Vorjahr. Auch Tailored Blanks verzeichnete eine rückläufige Versandmenge, konnte aber den Umsatz erlösbedingt leicht ausweiten. Das Ergebnis reduzierte sich jedoch signifikant. Die Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika mussten infolge von Produktionsstillständen in der Automobilindustrie Mengeneinbußen hinnehmen, während die Erlöse über dem Vorjahresniveau lagen. Der Umsatz blieb annähernd konstant, der Gewinn wurde sogar gesteigert. Auch die Geschäftsentwicklung bei Metal Forming war stark von Kürzungen und Stillständen in der Automobilbranche geprägt. Auf Grund der geringeren Abrufe ging der Umsatz zurück, wovon die ausländischen Gesellschaften überproportional betroffen waren. Der Verlust nahm deutlich zu, auch auf Grund nachlaufender Restrukturierungsaufwendungen im Bereich Metal Forming in Höhe von 9 Mio €.

Processing

Die Business Unit Processing umfasst unsere Aktivitäten bei Tinplate (Weißblech), Medium-wide Strip (Mittelband) und GO-Electrical Steel (kornorientiertes Elektroband). Der Umsatz gab leicht nach, und das gute Vorjahresergebnis konnte nicht gehalten werden. Dabei entwickelten sich die einzelnen Geschäfte sehr unterschiedlich. Bei Weißblech war entgegen dem allgemeinen Stahlmarkttrend noch keine Bedarfsreduzierung spürbar, so dass sich das hohe Absatzniveau des Vorjahres annähernd halten ließ. Höhere Erlöse führten sogar zu einem moderaten Umsatzanstieg; das Ergebnis konnte verbessert werden. Deutlich schwieriger war das Geschäft mit Mittelband, das wegen der Abhängigkeit von der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie starke Mengeneinbrüche verzeichnete. Umsatz und Ergebnis blieben deshalb unter Vorjahreshöhe. Im Bereich Elektroband erreichte der Umsatz das Vorjahresniveau, der Gewinn ging jedoch zurück.

Stainless: Gravierender Ergebniseinbruch

Stainless
in Zahlen
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang
Mio €
2.150 966
Umsatz
Mio €
1.838 1.173
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Mio €
– 45 – 249
Mitarbeiter (31.12.) 12.075 12.167

ThyssenKrupp Stainless verzeichnete im 1. Quartal 2008/2009 auf Grund des drastisch verschlechterten Marktumfeldes einen massiven Rückgang der Auftragseingänge. Die Bestellmengen fielen um 50 % auf 337.000 t. Wegen der gesunkenen Erlöse reduzierte sich der wertmäßige Auftragseingang sogar um 55 % auf 966 Mio €. Die geringere Nachfrage betraf nahezu das gesamte Produktspektrum: Bei Kaltband sank der mengenmäßige Auftragseingang um 53 %, bei Warmband um 49 % und bei Nickellegierungen um 27 %; lediglich bei Titan stieg er leicht um 4 % an.

Die Gesamtlieferungen von ThyssenKrupp Stainless lagen im Berichtszeitraum bei 408.000 t und damit um 26 % unter Vorjahresniveau. Der Rückgang betraf insbesondere Rostfrei-Kaltband. Der Versand von Rostfrei-Warmband sank leicht, während Nickellegierungen und Titan zulegen konnten. Der Umsatz von ThyssenKrupp Stainless sank im 1. Quartal 2008/2009 um 36 % auf 1,2 Mrd €. Hauptursachen dafür waren die geringeren Versandmengen sowie niedrigere Legierungszuschläge und Basispreise.

Stainless verzeichnete einen Verlust von 249 Mio €. Alle Business Units wiesen ein negatives Ergebnis aus. Auslöser für diesen gravierenden Ergebniseinbruch um insgesamt 204 Mio € waren insbesondere Vorratsabwertungen in Höhe von 194 Mio €, die durch den weiteren Preisverfall der für die Edelstahlherstellung typischen Rohstoffe wie Nickel, Chrom und Molybdän notwendig wurden. Durch ein optimiertes Bestandsmanagement konnten sie nur bedingt abgemildert werden. Darüber hinaus führte der starke Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen zu einer weiteren Verunsicherung und Kaufzurückhaltung der Marktteilnehmer. Der lagerhaltende Handel und die Service-Center bemühten sich um verstärkten Abbau ihrer Bestände und reduzierten ihre Nachdispositionen auf ein Minimum. Als Folge dieser ausgeprägten und bisher nicht gekannten Nachfrageschwäche sanken die Basispreise auf ein Niveau, das teilweise noch unter dem des bereits schwachen Vorjahresquartals lag.

Auch erneut gestiegene Stromkosten insbesondere in Italien und Deutschland belasteten das Ergebnis. In allen Business Units haben wir Maßnahmen eingeleitet, die Kosten zu reduzieren und die Kapazitäten an die geringere Auslastung anzupassen. So wurden während der Produktionsstillstände Urlaubstage und Arbeitszeitkonten abgebaut, Zeitarbeitsverträge wurden nicht verlängert, fremdvergebene Dienstleistungen wurden durch Stammpersonal übernommen, und teilweise wurde auch bereits Kurzarbeit vereinbart.

Das Segment Stainless beschäftigte zum Ende des 1. Quartals 92 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte im Wesentlichen aus dem notwendigen Personalaufbau um 163 Mitarbeiter für das künftige Edelstahlwerk in den USA, der Einstellung von 31 Auszubildenden bei ThyssenKrupp Nirosta und kleineren Veränderungen durch den Ausbau der Anarbeitungskapazitäten. Dieser Aufbau wurde teilweise kompensiert durch eine Reduzierung des Personals in mehreren Business Units, insbesondere bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni im Zuge der laufenden Reorganisation durch Schließung des Standortes Turin.

ThyssenKrupp Nirosta

Die Situation bei ThyssenKrupp Nirosta war, wie bei den übrigen Rostfrei-Gesellschaften der Gruppe, durch die zunehmend schwächere Nachfrage im Handelsbereich sowie ein geringeres Endkundengeschäft geprägt. Diese insgesamt negative Entwicklung spiegelte sich in deutlich nachlassenden Auftragseingängen wider. Daraus resultierende Rückgänge im Versand und geringere Erlöse führten zu einem starken Umsatzeinbruch. Auf Grund des verschlechterten Preisniveaus, drastischer Produktions- und Versandeinbußen sowie notwendiger Bestandsabwertungen verbuchte die Gesellschaft im Berichtsquartal einen Verlust.

Als Reaktion auf die schlechte konjunkturelle Lage hat ThyssenKrupp Nirosta die Werksferien zum Jahreswechsel von zwei auf vier Wochen verlängert. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar blieben die Rostfrei-Werke geschlossen. Diese Zeit wurde teilweise für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten genutzt. Aufgefangen wurden die verlängerten Werksferien durch Resturlaub und Arbeitszeitkonten.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

Die italienische Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni war im 1. Geschäftsquartal ebenfalls von der geringeren Nachfrage nach RSH-Erzeugnissen stark betroffen. Als Reaktion darauf wurde im Kaltwalzwerk die Produktion reduziert und zudem im Stahlwerk Kurzarbeit vereinbart. Die Produktionsstillstände in den Werken schlugen sich in einem deutlich niedrigeren Umsatz nieder. Auch bei ThyssenKrupp Titanium waren die Kapazitäten wegen der schwachen Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie und dem Anlagenbau nicht voll ausgelastet. Während der Versand noch leicht stieg, entwickelte sich der Umsatz rückläufig. Auf Grund der extrem schwachen Marktlage im Rostfrei-Flachgeschäft, notwendigen Bestandsabwertungen und der rückläufigen Entwicklung im Titangeschäft schloss die Business Unit das Berichtsquartal mit einem Verlust ab. Das bessere Ergebnis der Schmiedeaktivitäten konnte dies nur partiell abmildern. Die Verlagerung der Produktionsanlagen aus Turin nach Terni wurde planmäßig fortgesetzt.

ThyssenKrupp Mexinox

Bei ThyssenKrupp Mexinox fielen der mengenmäßige Auftragseingang sowie der Umsatz unter das Niveau des Vorjahresquartals. Ein Sendzimir-Walzgerüst wurde für eine geplante Generalüberholung stillgelegt. Die insgesamt schwache bis rezessive Marktlage im mexikanischen und US-Markt in Verbindung mit den durch den Rohstoffpreisverfall bedingten Vorratsabwertungen ließ das Ergebnis gravierend einbrechen.

Shanghai Krupp Stainless

Shanghai Krupp Stainless verzeichnete einen mengenmäßig niedrigeren Auftragseingang. Wegen des niedrigen Preisniveaus in China und der extrem geringen Kapazitätsauslastung des Werks infolge großer regionaler Überkapazitäten war der Umsatz deutlich schwächer als im Vorjahr. Darüber hinaus mussten Bestände abgewertet werden. Dies alles führte zu einem Ergebnis, das signifikant unter dem Niveau des Vorjahresquartals lag.

ThyssenKrupp Stainless International

In der Business Unit ThyssenKrupp Stainless International lagen wegen der geringen Marktnachfrage sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Hinzu kamen auch hier Bestandsabwertungen in den Service-Centern. Die Gesellschaft schloss das Quartal mit einem Verlust ab.

ThyssenKrupp VDM

Im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM haben die weiter fallenden Rohstoffpreise, insbesondere bei Nickel und Molybdän, die Märkte verunsichert; die Kunden orderten deshalb eher zurückhaltend. Die schwache Marktverfassung in der Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie die fast völlige Einstellung der Ordertätigkeit bei den Händlern und im gesamten US-Markt belasteten die Ertragslage zusätzlich. Auch ThyssenKrupp VDM musste Bestandsberichtigungen vornehmen und dadurch einen Verlust hinnehmen.

Technologies: Hoher Auftragseingang in schwierigerem Marktumfeld

Technologies in Zahlen

1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang
Mio €
3.212 4.897
Umsatz
Mio €
2.822 2.921
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Mio €
179 164
Mitarbeiter (31.12.) 55.567 53.167

Technologies erzielte im 1. Quartal des Berichtsjahres dank der weiterhin guten Auftragslage bei Plant Technology sowie der Einbuchung eines Großauftrags bei Marine Systems einen erheblich gesteigerten Auftragseingang auf 4,9 Mrd €. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem hohen Vorjahresquartal von 52 %. Hierbei wurden spürbare Rückgänge im Automobilzuliefergeschäft mehr als kompensiert. Mit 2,9 Mrd € lag der Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand von rund 18 Mrd € zum 31. Dezember 2008, der hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft stammt, sichert derzeit mehr als einen Jahresumsatz.

Mit einem Gewinn von 164 Mio € wurde wieder ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Hauptergebnisträger waren Plant Technology und Mechanical Components.

Die Mitarbeiterzahl hat sich zum Ende des 1. Quartals gegenüber dem Vorjahr um 2.400 verringert, im Wesentlichen bedingt durch die Abgabe der Präzisionsschmiede, des Werks Ravensburg und der Werft Nobiskrug. Beschäftigungsbedingte Belegschaftszuwächse gab es bei Plant Technology.

Plant Technology

Die Auftragsentwicklung im Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology war auch im 1. Quartal 2008/2009 positiv. Insbesondere im Zementanlagenbau und bei fördertechnischen Anlagen wurden Auftragszuwächse erzielt. In China konnten mehrere Neuaufträge für Aromatenanlagen gewonnen werden. Dank des stark gestiegenen Auftragsbestands übertraf der Umsatz den bereits hohen Vorjahreswert. Maßgeblich dafür waren weiterhin die globalen Trends in den Sektoren Klima, Umwelt, Energie und Infrastruktur. Auf Grund der Abarbeitung des hohen Auftragsbestands konnte Plant Technology den guten Gewinn des Vorjahreszeitraums nochmals deutlich steigern.

Marine Systems

Mit dem Großauftrag über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea trug die Business Unit erheblich zum höheren Auftragseingang des Segments bei. Hinzu kam der anteilige Auftragseingang eines Einsatzgruppenversorgers für die Deutsche Marine. Das Reparaturund Servicegeschäft war auf hohem Niveau stabil. Im Marinegeschäft wurde aus dem Auftragsbestand ein höherer Umsatz erzielt. Insgesamt erwirtschaftete Marine Systems einen Gewinn, der unter dem Niveau des Vorjahres lag.

Mechanical Components

Die Business Unit Mechanical Components umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-Komponenten für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau. Das Auftragseingangs- und Umsatzniveau des Vorjahresquartals konnte nicht erreicht werden. Dies lag an Unternehmensabgängen und dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten Nachfragerückgang im Automobil- und Baumaschinengeschäft. Entgegen dem allgemeinen Konjunkturtrend wuchs das Geschäft mit Großwälzlagern und Ringen für die Windenergiebranche aber weiter. Insgesamt wurde der gute Gewinn des Vorjahresquartals nicht erreicht.

Automotive Solutions

Automotive Solutions liefert innovative Systemlösungen für die Automobilindustrie in den Produktfeldern Lenkungen, Dämpfer, Karosserierohbau, Karosserie- und Fahrwerksteile sowie Montagesysteme für Motoren, Getriebe und Achsen. Der weltweite Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie, Werksstillstände und verlängerte Werksferien im Dezember ließen Auftragseingang und Umsatz unter das Niveau des Vorjahresquartals fallen. System Engineering als Anlagenbauer für die Automobilindustrie konnte dagegen höhere Umsätze aus dem Auftragsbestand realisieren. Die Business Unit rutschte wegen des Nachfragerückgangs in die Verlustzone. Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Anpassung an die geringere Auslastung wurden eingeleitet, darunter z.B. Abbau der Urlaubstage und Arbeitszeitkonten sowie Verzicht auf Leiharbeiter, Produktionsstillstände und Kurzarbeit.

Transrapid

Der Transrapid erwirtschaftete einen geringeren Umsatz. Restrukturierungsaufwendungen zur Kapazitätsanpassung führten zu einem Verlust im einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Elevator: Erfolgreich gestartet

Elevat
or in Zahlen
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang
Mio €
1.466 1.562
Umsatz
Mio €
1.184 1.343
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Mio €
119 156
Mitarbeiter (31.12.) 40.191 43.599

Elevator ist äußerst erfolgreich in das Geschäftsjahr 2008/2009 gestartet. Sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz des Vorjahresquartals konnten deutlich übertroffen werden. Der Auftragseingang stieg um 7 % auf 1,6 Mrd €; der Umsatz nahm sogar um 13 % auf 1,3 Mrd € zu.

Auch das Ergebnis wurde signifikant gesteigert; es nahm um 31 % auf 156 Mio € zu.

Die gestiegene Zahl der Mitarbeiter basiert unter anderem auf gezielten Akquisitionen für die Ausweitung unserer Dienstleistungsgesellschaften in den regionalen Märkten. Des Weiteren haben wir insbesondere in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Asien das Niederlassungsnetzwerk ausgebaut.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe erreichte nicht ganz den hohen Auftragseingang des Vorjahres. Ursache hierfür waren vor allem Rückgänge bei den britischen und französischen Aktivitäten. Der Umsatz profitierte hingegen vom hohen Auftragseingang des Vorjahres und nahm kräftig zu. Insbesondere die französischen Aktivitäten legten beim Umsatz spürbar zu, angetrieben durch die weiterhin positive Entwicklung im Modernisierungsgeschäft. Auch die übrigen Aktivitäten konnten den Umsatz teilweise erheblich erhöhen oder zumindest das Vorjahresniveau halten. Der Gewinn der Business Unit lag deutlich über dem Vorjahreswert und wurde von fast allen Regionen getragen. Nur in Österreich/Schweiz sowie bei den im Marktaufbau befindlichen osteuropäischen Aktivitäten ging das Ergebnis leicht zurück.

Southern Europe/Africa/Middle East

Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East konnte den Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr kräftig ausbauen. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs entfiel auf die spanischen Aktivitäten, vor allem bedingt durch das Großprojekt "Metro Madrid". In den Golfstaaten konnten wir das Neuanlagengeschäft stark ausweiten. Der Umsatz der Business Unit erreichte zwar nicht den Vorjahreswert. Dies ist aber ausschließlich auf die spanischen Aktivitäten zurückzuführen, weil sich das dortige Neuanlagengeschäft rückläufig entwickelte. Auf das schwächere spanische Geschäft geht auch wesentlich der Gewinnrückgang der Business Unit zurück.

Americas

Die Business Unit Americas blieb unter dem hohen Auftragseingang des Vorjahresquartals. Der Rückgang war ausschließlich auf die US-amerikanischen Aktivitäten zurückzuführen, wo sich wegen der Subprime-Krise das hohe Vorjahresniveau nicht halten ließ. Der Umsatz der Business Unit lag hingegen deutlich über dem Vorjahreswert. Insbesondere das Neuanlagen- und das Dienstleistungsgeschäft in den USA profitierten vom hohen Auftragsbestand des Vorjahres. Die Umsatzentwicklung in Brasilien und Lateinamerika war ebenfalls sehr erfreulich. Der Gewinn der Business Unit lag erneut erheblich über dem hohen Vorjahreswert. Hierzu trugen alle Regionen bei – insbesondere jedoch die US-amerikanischen Aktivitäten. Neben einer kräftigen Ausweitung des Servicegeschäfts konnten auch die Ergebnisbeiträge im Neuinstallationsgeschäft gesteigert werden.

Asia/Pacific

Die Business Unit Asia/Pacific weitete sowohl ihren Auftragseingang als auch ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal spürbar aus, obwohl Wechselkurseffekte im Korea-Geschäft belasteten. Dabei wurde der höhere Auftragseingang maßgeblich in Korea und China erzielt. Das Umsatzplus war vor allem auf die australischen Aktivitäten, die von einem sehr hohen Auftragsbestand profitierten, sowie auf das weiterhin starke Wachstum bei Neuanlagen in China zurückzuführen. Auf Grund der guten Geschäftsentwicklung in China stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr an.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

Die Business Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges hat ihr Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr kräftig ausgeweitet. Sowohl bei den Fahrtreppen- als auch bei den Fluggastbrückenaktivitäten gelang es, Auftragseingang und Umsatz zu erhöhen. Der Bereich Fluggastbrücken profitierte insbesondere von dem Großauftrag "Doha Airport (Katar)". Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahreszeitraum erzielte die Business Unit im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn. Hierzu haben sowohl das Fahrtreppengeschäft als auch das Fluggastbrückengeschäft beigetragen.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility setzte ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. Die europäischen wie die US-amerikanischen Gesellschaften haben kräftig expandiert. Auch das Ergebnis entwickelte sich positiv: Der Gewinn des Vorjahres konnte erheblich gesteigert werden. Während die europäischen Aktivitäten einen Gewinnzuwachs verzeichneten, litten die US-amerikanischen Aktivitäten dagegen weiterhin unter der rückläufigen Entwicklung im Markt für Einfamilienhäuser.

Services: Rezession immer stärker spürbar

Services in Zahlen

1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Auftragseingang
Mio €
3.951 3.746
Umsatz
Mio €
3.867 3.726
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Mio €
132 30
Mitarbeiter (31.12.) 43.054 45.173

Das Segment Services erzielte im 1. Quartal 2008/2009 einen Umsatz von 3,7 Mrd €, 4 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Seit Beginn des Berichtsjahres ist die Nachfrage nach Roh- und Werkstoffen kontinuierlich gesunken. Zusätzlich gingen die Preise drastisch zurück, was zum Quartalsabschluss massive Wertberichtigungen der Vorräte in Höhe von 54 Mio € erforderlich machte.

Die überwiegend sehr guten Gewinne in den Business Units Industrial Services und Special Products sowie Einmalerträge aus der Veräußerung einer Beteiligung in Brasilien konnten die Einbußen im Werkstoffgeschäft nicht ausgleichen, so dass der Gewinn des Segments um 102 Mio € auf 30 Mio € zurückging. In allen Business Units und auf allen Ebenen des Segments werden erhebliche Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt.

Die deutliche Ausweitung der Dienstleistungsaktivitäten in Nordamerika, insbesondere Kanada, in Brasilien sowie die erstmalige Einbeziehung der Apollo-Gruppe führten gegenüber dem Vergleichsstichtag zu einem Personalaufbau von gut 2.000 Mitarbeitern.

Materials Services International

Trotz des insbesondere um die Apollo-Gruppe erweiterten Konsolidierungskreises verzeichnete die Business Unit gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal ein größeres Umsatzminus. Bei nahezu allen Kunden in fast allen Regionen – Deutschland, West- und Osteuropa, Südamerika und Asien – war die Beschäftigung auf Grund der Absatz- und Finanzierungsprobleme stark rückläufig. Produktionskürzungen, Kurzarbeit, Betriebsstillstände und verlängerte Ferien sowie ein systematischer weiterer Lagerabbau kennzeichneten die Marktsituation. Im Zuge dieser Entwicklung waren Nachfrage und Preise bei metallischen Werkstoffen extrem gesunken. Schwach entwickelte sich auch das Kunststoffgeschäft; die Bestellungen aus der Industrie, vor allem aus dem Bausektor, gingen spürbar zurück. Die desolate Preisentwicklung machte zum Ende des Quartals deutliche Abwertungen der Vorräte erforderlich. Damit schloss Materials Services International das Berichtsquartal erstmals seit vielen Jahren mit einem Verlust ab.

Materials Services North America

Nordamerika befindet sich seit längerem in einer Rezession. Der damit verbundene Nachfrage- und Preisrückgang hat sich mit Beginn des Geschäftsjahres 2008/2009 weiter verstärkt. Auf Grund des besonderen Produktspektrums mit dem Schwerpunkt Qualitäts- und Edelstahl flach sowie NE-Metalle waren die negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung noch deutlicher spürbar als in Europa und im Rest der Welt. Materials Services North America verzeichnete gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres einen massiven Umsatzrückgang und schloss mit einem Verlust ab.

Industrial Services

Nach der Entscheidung, Industrial Services an einen Best Owner zu veräußern, wurden mit Beginn des Geschäftsjahres 2008/2009 die nicht zum Verkauf stehenden Bereiche Stahlwerksdienstleistungen sowie Industriedienstleistungen in Brasilien der Business Unit Special Products zugeordnet.

Die Business Unit Industrial Services konnte im 1. Quartal 2008/2009 ihren Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum signifikant ausweiten. Einer rückläufigen Beschäftigung in einzelnen Branchen, insbesondere der Automobilindustrie, stand ein erfreuliches Umsatzplus mit der Energiewirtschaft und der Petrochemie gegenüber. Exzellent entwickelten sich wiederum – trotz der Rezession – die Gerüstdienstleistungen in Nordamerika. Industrial Services hat nicht nur den Umsatz, sondern vor allem den Gewinn gegenüber dem Vorjahr gesteigert.

Special Products

Die Business Unit übertraf im 1. Quartal – einschließlich des neu zugeordneten Bereichs – das vergleichbare Umsatzniveau des Vorjahres leicht. Während das Rohstoffgeschäft sehr stark vom Nachfrageeinbruch und drastisch gesunkenen Preisen beeinflusst war, konnten im Walzstahl- und Rohrbereich noch größere Projekte abgerechnet werden. Beachtlich über der Vergleichsperiode lag auch der Umsatz in der Bau- und Gleistechnik. Der der Business Unit neu zugeordnete Dienstleistungsbereich hat nicht nur zum Umsatz-, sondern insbesondere mit den brasilianischen Aktivitäten auch zum Ergebniswachstum beigetragen; der Rückgang im Rohstoffgeschäft wurde mehr als kompensiert. Special Products leistete im 1. Quartal den größten Gewinnbeitrag des Segments.

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Der Umsatz im 1. Quartal 2008/2009 erreichte 35 Mio € nach 34 Mio € im Vorjahresquartal.

Das Ergebnis von Corporate betrug -108 Mio € und ist im Vorjahresvergleich um 24 Mio € zurückgegangen. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem schlechteren Zinsergebnis auf Grund erhöhter Kreditaufnahmen.

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.

ThyssenKrupp Aktie

Die Auswirkungen der Finanzkrise und des wirtschaftlichen Abschwungs auf die Kursentwicklung der ThyssenKrupp Aktie haben sich im 1. Quartal 2008/2009 weiter verschärft. Besonders betroffen waren Aktien aus dem Stahlsektor auf Grund des in der Regel frühzyklischen Geschäfts. Am 20. November 2008 erreichte die ThyssenKrupp Aktie mit 12,11 € den Tiefstpunkt im Quartal. Bis dahin hatte die Aktie bereits über 40 % ihres Wertes gegenüber dem Anfang des Geschäftsjahres eingebüßt, nachdem sie noch bis Ende Mai stark gestiegen war und dabei einen neuen Höchststand markiert sowie die Entwicklung des DAX deutlich übertroffen hatte. In der Kursrallye zum Jahresende 2008 konnte die Aktie einigen Boden gutmachen, aber die Kursverluste nicht aufholen.

ThyssenKrupp DJ STOXX Basic Materials DAX DJ STOXX

ThyssenKrupp Field Day: Stainless

Neben Analystenmeetings, Investorenkonferenzen und Roadshows hat sich der ThyssenKrupp Investor Relations Field Day als fester Bestandteil des IR-Programms etabliert. Ziel eines Field Days ist es, Finanzanalysten und institutionellen Investoren Einblicke in das operative Geschäft der ThyssenKrupp Segmente zu geben. Ein zentrales Element dabei ist der Dialog mit dem operativen Management.

Nach den sehr erfolgreichen Field Days zu den Segmenten Elevator, Technologies und Services stand im Oktober 2008 das Segment Stainless im Fokus. Die Themenschwerpunkte der Vorträge lagen auf der Strategie des Segments Stainless, dem Marktumfeld und den Trends für Edelstahl-Produkte sowie auf den Hochleistungswerkstoffen von VDM. Das positive Feedback der Teilnehmer bezog sich insbesondere auf den als sehr offen wahrgenommenen Dialog des Stainless-Managements mit den Kapitalmarktexperten.

Directors' Dealings

Erneute Directors' Dealings im 1. Quartal des Berichtsjahres spiegeln die Überzeugung des Managements von der Strategie und der nachhaltigen Wertgenerierung des Unternehmens wider:

DIRECTORS' DEALINGS 2008/2009

Datum und Ort Name Funktion Finanz
instrument
ISIN Geschäftsart Stückzahl Stückpreis * Volumen
01.10.2008
XETRA
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 2.439 20,50 € 49.999,50 €
02.10.2008
XETRA
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 2.500 20,00 € 50.000,00 €
06.10.2008
XETRA
Dr. Ulrich Middelmann stellv. Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 5.360 18,67 € 100.071,36 €
06.10.2008
XETRA
Dr. Karl-Ulrich Köhler Vorstands
mitglied
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 7.800 18,81 € 146.689,14 €
06.10.2008
XETRA
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 2.630 18,99 € 49.943,70 €
13.10.2008
XETRA
Ralph Labonte Vorstands
mitglied
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 5.700 17,47 € 99.554,00 €
16.10.2008
XETRA
Dr.-Ing. Klaus T. Müller Aufsichtsrats
mitglied
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 1.700 16,08 € 27.343,73 €
23.10.2008
XETRA
Dr. Ulrich Middelmann stellv. Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 14.200 14,08 € 199.936,00 €
23.10.2008
XETRA
Jürgen H. Fechter Vorstands
mitglied
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 30.000 14,65 € 439.372,50 €
23.10.2008
XETRA
Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vorstands
vorsitzender
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 6.670 14,95 € 99.689,82 €
24.10.2008
XETRA
Dr. Olaf Berlien Vorstands
mitglied
ThyssenKrupp
Aktie
DE0007500001 Kauf 7.250 13,86 € 100.484,99 €

*) gerundeter Durchschnittspreis

Basisinformationen zur Börsennotiz

Die ThyssenKrupp Aktie ist seit dem 25. März 1999 an den folgenden Börsenplätzen notiert:

Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie

Wertpapier
Kenn-Nummern
Börsenplätze
Deutschland Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf DE 000 750 0001
Großbritannien London Stock Exchange 5636927
Kürzel
Börsen Frankfurt, Düsseldorf TKA
London THK
Reuters Börse Frankfurt TKAG.F
Xetra-Handel TKAG.DE
Bloomberg Xetra-Handel TKA GY

Delisting London Stock Exchange

Am 04. Februar 2009 haben wir die Einstellung der Börsennotierung der ThyssenKrupp Aktie an der London Stock Exchange (Secondary Listing) durch Veröffentlichung einer "Delistingbekanntmachung" im elektronischen Nachrichtensystem der Londoner Börse angekündigt. Der wesentliche Grund für die Rücknahme unserer Börsennotiz sind die sehr niedrigen Umsätze in ThyssenKrupp Aktien in London. Ohnehin wird der überwiegende Teil der Börsenumsätze in ThyssenKrupp Aktien über den äußerst liquiden Xetra-Handel in Frankfurt/Main abgewickelt. Dies gilt auch für Handelsgeschäfte internationaler Investoren. Die Einstellung der Börsennotierung in London erfolgt zum 06. März 2009.

Innovationen

Auf den Themenfeldern Energie und Umwelt haben unsere Forscher und Entwickler im Berichtsquartal viele Innovationen vorangetrieben. Vielfach in segmentübergreifender Zusammenarbeit sowie in Kooperation mit externen Wissenschaftlern und mit Kunden, wurden von ihnen Produkte und Verfahren neu- bzw. weiterentwickelt.

Moderne Stahlqualitäten senken Kraftstoffverbrauch

Um im Straßenverkehr Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu senken, müssen die Fahrzeuge möglichst leicht sein. Werkstoffentwicklung und Oberflächentechnik leisten hierzu einen erheblichen Beitrag. Warmumgeformte, pressgehärtete Strukturbauteile aus hochfesten Stählen bieten beispielsweise signifikante Leichtbaupotenziale bei gleichzeitig höherer Crash-Sicherheit.

Unser Werkstoffkompetenzzentrum beschäftigt sich deshalb intensiv mit der Entwicklung neuer Stahlsorten für die Warmumformung. Neben höherer Festigkeit wollen wir die Energieabsorption des pressgehärteten Bauteils im Crashfall verbessern. Eine Stahlqualität mit höherer Absorptionsfähigkeit wird bereits von einem Autohersteller in der Serienproduktion verwendet. Darüber hinaus wurde eine neue hochfeste Variante mit Zugfestigkeiten am Bauteil von bis zu 1.900 Megapascal betrieblich erzeugt. Dieser Stahl wird derzeit von einem Kunden erprobt.

Auf Grund der hohen Warmumformtemperaturen von etwa 900 °C ist Stahl während dieser Verarbeitung gegen Verzunderung zu schützen. Das DOC® Dortmunder OberflächenCentrum entwickelt dazu ein neues Schichtkonzept, das den Anforderungen der Produktionsprozesse der Automobilhersteller gerecht wird und gleichzeitig einen Korrosionsschutz vergleichbar zu den heute eingesetzten Zinkbeschichtungen gewährleistet.

Innovative Werkstoffe für Flüssiggas-Rohrleitungen

Als Primärenergieträger gewinnt Erdgas auf Grund ökonomischer und ökologischer Vorteile weiter an Bedeutung. Neben dem Transport via Pipeline wird das Gas bei längeren Transportwegen verflüssigt und in entsprechend ausgerüsteten Tankschiffen (LNG Carrier) befördert. Die Be- und Entladung der Tanker erfolgt über Rohrleitungen, die häufig auf dem Meeresboden verlegt sind. Der Kern solcher modernen Rohrleitungssysteme ist ein längsnahtgeschweißtes inneres Rohr, für das künftig unsere neue Eisen-Nickel-Legierung Pernifer® 36 einsetzbar ist. Aus dieser Legierung hergestellte Rohre schrumpfen bei Abkühlung durch das flüssige Gas, das eine Temperatur von -162 °C hat, nur minimal. Damit auch die Schweißnähte diesen hohen Anforderungen gerecht werden, haben unsere Werkstoffspezialisten den Schweißzusatzwerkstoff Pernifer® S 36 CrAl entwickelt. Dieser macht die Schweißverbindung ausreichend zäh – und das bei geringer thermischer Ausdehnung und hoher Festigkeit.

Weniger Staub- und Lärmbelastung bei Schiffsentladung

Auch im Bereich der Fördertechnik spielt die Umwelt eine wichtige Rolle. Beim Entladen von Schüttgütern, wie z.B. Kohle und Erz, aus Schiffen entstehen Lärm- und insbesondere Staubemissionen. In einem segmentübergreifenden Gemeinschaftsprojekt entwickelten unsere Ingenieure die Becherwerkstechnik für den Massengutumschlag in der Binnenschifffahrt weiter. Diese kontinuierliche Entladetechnik hat sich bei Hochseeschiffen bereits bewährt. Gegenüber der herkömmlichen, diskontinuierlichen Greifertechnologie verursachen die neuen Anlagen beachtlich weniger Staub und Lärm. Neben der Umweltfreundlichkeit zeichnet sich unser neuer kontinuierlicher Schiffsentlader für Binnenhäfen durch seine Wirtschaftlichkeit aus. Die erste derartige Anlage wird zurzeit für einen Binnenhafen in Südostasien gebaut und kann in Kürze in Betrieb gehen.

Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl rückläufig

ThyssenKrupp zählte am 31. Dezember 2008 weltweit 197.175 Mitarbeiter, 2.199 oder 1,1 % weniger als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2008. Während Elevator im Zuge der Geschäftsexpansion mehr Mitarbeiter beschäftigte, war die Belegschaftszahl in allen übrigen Segmenten rückläufig.

Gegenüber dem Ende des Vorjahresquartals am 31. Dezember 2007 ist allerdings die Zahl der Beschäftigten um 4.038 Mitarbeiter gewachsen. Zu dieser Steigerung um 2 % haben der Ausbau des Elevator-Geschäfts in Asien, die Integration der Apollo-Gruppe und die Neueinstellungen bei ThyssenKrupp CSA in Brasilien beigetragen.

In Deutschland hat sich im Vergleich zum 30. September 2008 die Mitarbeiterzahl um 0,8 % auf 84.432, in den übrigen Ländern um 1,3 % auf 112.743 vermindert. Ende Dezember 2008 hatten damit 43 % der Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Deutschland. Im europäischen Ausland waren 23 % der Mitarbeiter und im Nafta-Raum 16 % beschäftigt. In Südamerika waren 8 % und in Asien, insbesondere in China und Indien, sowie den übrigen Regionen 10 % unserer Mitarbeiter tätig.

Auf Grund der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurde im Berichtsquartal in einigen Betrieben im In- und Ausland Kurzarbeit vereinbart. Die Aufnahme der Kurzarbeit erfolgt überwiegend im 2. Geschäftsjahresquartal.

ThyssenKrupp Doktoranden- und Praktikantenprogramm

Insbesondere in technischen Studiengängen interessieren sich immer mehr junge Ingenieure für eine praxisorientierte Weiterqualifizierung im Rahmen einer Doktorarbeit. In unserem neu gestalteten Doktorandenprogramm entwickeln hochqualifizierte junge Menschen Innovationen und arbeiten an den neuesten Technologien in unserem Konzern mit. Wir fördern gezielt 20 Hochschulabsolventen vorrangig der Ingenieurwissenschaften über eine Laufzeit von maximal drei Jahren und begleiten sie interdisziplinär auf dem Weg zu ihrem Doktortitel.

Der häufigste Weg von Top-Studenten zum Arbeitgeber ist ein Praktikum, das interessante Perspektiven aufzeigt. Im letzten Geschäftsjahr waren bei ThyssenKrupp rund 1.200 Praktikanten beschäftigt. Die besten 100, die sich durch viel Engagement und eine gute Leistung ausgezeichnet haben, werden wir in einem etwa zweijährigen Programm umfassend fördern und bis zum Berufseinstieg begleiten. Während dieser Zeit lernen die Praktikanten sowohl unseren Konzern als auch ihre eigenen Potenziale umfassender kennen.

Durch diesen Pool von guten Studierenden in unseren neuen Einstiegsprogrammen können wir dem Bedarf an hoch talentierten Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern mit Begeisterung für Technik begegnen.

Finanz- und Vermögenslage

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Aus der operativen Geschäftstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 860 Mio € nach 169 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Verschlechterung des Operating Cash-Flow um rund 691 Mio € resultierte im Wesentlichen aus einem Rückgang des Periodenüberschusses vor Abschreibungen und Zuschreibungen im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten sowie vor latenten Steuern um 340 Mio €, verbunden mit einer um 364 Mio € erhöhten Mittelbindung bei den operativen Aktiva und Passiva.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich um 150 Mio € auf 999 Mio €. Ursache hierfür waren insbesondere die um 183 Mio € auf 1.050 Mio € gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen), die im Wesentlichen die Errichtung der Stahlwerke in Brasilien und den USA betrafen.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum einen negativen Wert auf. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verschlechterte er sich um 841 Mio € auf -1.859 Mio €.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsquartal 2.507 Mio € nach einem Mittelabfluss von 217 Mio € im Vorjahr. Ursache hierfür war insbesondere die um 2.760 Mio € erhöhte Aufnahme von Finanzschulden.

Analyse der Bilanzstruktur

Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2008 um 383 Mio € auf 42.025 Mio €. Dieser Anstieg enthielt einen wechselkursbedingten Rückgang in Höhe von 420 Mio €.

Die langfristigen Vermögenswerte nahmen unter Berücksichtigung einer wechselkursbedingten Abnahme in Höhe von 138 Mio € um insgesamt 583 Mio € zu. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Sachanlagen (375 Mio €) sowie einer Zunahme der innerhalb der langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte erfassten geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen (197 Mio €); beide Effekte betrafen insbesondere den Baufortschritt der beiden Großprojekte in Brasilien sowie den USA.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen insgesamt um 200 Mio € ab. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus teilweise gegenläufigen Entwicklungen bei den Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten sowie den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.

Die Vorräte erhöhten sich insgesamt um 112 Mio € auf 9.606 Mio €. Mindernd wirkten sich Wechselkurseinflüsse (101 Mio €) sowie deutliche Abwertungen der Vorratsbestände insbesondere in den Segmenten Stainless (194 Mio €) und Services (54 Mio €) aus. Das Segment Steel verzeichnete demgegenüber einen Anstieg der Vorräte um 484 Mio € auf Grund der im Verlauf des Berichtsquartals deutlich rückläufigen Geschäftsentwicklung.

Der starke Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1.269 Mio € resultierte vor allem aus den Segmenten Steel (436 Mio €), Stainless (141 Mio €) und Services (506 Mio €) auf Grund der deutlich abgeschwächten Geschäftstätigkeit. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch gesunkene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Segment Technologies (184 Mio €) als Folge des rückläufigen Geschäfts im Automobil- und Baumaschinenbereich.

Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 337 Mio € betraf hauptsächlich gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit der Umsatzsteuer sowie sonstigen ertragsunabhängigen Steuern.

Der Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 602 Mio € auf 3.327 Mio € resultierte in erster Linie aus einem auf Grund der abgeschwächten Geschäftstätigkeit und der hohen Investitionsausgaben negativen Free Cash-Flow (-1.859 Mio €), dem eine Netto-Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 2.555 Mio € gegenüberstand.

Die Abnahme des Eigenkapitals um 683 Mio € auf 10.806 Mio € ergab sich insbesondere aus direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen im Zusammenhang mit versicherungsmathematischen Verlusten aus der Pensionsbewertung (688 Mio € vor Steuern). Darüber hinaus wurden Aufwendungen im Zusammenhang mit der Währungsumrechnung (185 Mio € vor Steuern) und unrealisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (147 Mio € vor Steuern) direkt im Eigenkapital berücksichtigt. Gegenläufig wirkten Steuereffekte (265 Mio €) sowie der im Berichtsquartal erzielte Periodenüberschuss von 163 Mio €.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 2.716 Mio €. Hiervon entfielen 2.401 Mio € auf den Anstieg der langfristigen Finanzschulden sowie 593 Mio € auf den Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen durch die zum 31. Dezember 2008 vorgenommene Neubewertung als Folge der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlich veränderten Zinssatz- und Planvermögenssituation im Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise. Ein gegenläufiger Effekt ergab sich aus der Abnahme der passiven latenten Steuern um 320 Mio €.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen um 1.650 Mio € ab. Verantwortlich dafür war insbesondere die deutliche Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1.734 Mio €. Sie betraf im Wesentlichen die Segmente Steel (317 Mio €), Stainless (537 Mio €) sowie Services (557 Mio €) als Folge der rückläufigen Geschäftsentwicklung. Durch das abgeschwächte Automobil- und Baumaschinengeschäft ergab sich darüber hinaus ein deutlicher Rückgang im Segment Technologies (300 Mio €). Gegenläufig wirkte ein Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 136 Mio €.

Risikobericht

Die Risiken im Konzern sind auf Grund des systematischen und effizienten Risikomanagementsystems begrenzt und überschaubar. Es bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken, doch sind auch wir von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auf den Weltmärkten insbesondere in der Auto-, Maschinenbau- und Bauindustrie betroffen. ThyssenKrupp reagiert auf die aktuellen Marktgegebenheiten durch ein weitreichendes Maßnahmenprogramm, das Produktionsanpassungen, Reduzierung von Verwaltungskosten und weitere Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in allen Konzernbereichen umfasst.

Auch im Geschäftsjahr 2008/2009 beeinflusst die Finanzkrise durch ihr Übergreifen auf die Realwirtschaft die wirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Situation von ThyssenKrupp.

Die Finanzkrise verdeutlicht die Tragweite finanzwirtschaftlicher Risiken. Die Auswirkungen des mangelnden Vertrauens in das internationale Finanzsystem zeigen sich in dem noch immer erschwerten Zugang zu den Geld- und Kapitalmärkten sowie in einer eingeschränkten Kreditvergabe durch Banken. Vor diesem Hintergrund stehen finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditäts- und das Kreditrisiko verstärkt im Fokus.

ThyssenKrupp berücksichtigt und managt diese Risiken. Auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie durch eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung sind wir laufend über die aktuelle finanzwirtschaftliche Position des Konzerns informiert und steuern den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Danach steht auch die Finanzierung im Geschäftsjahr 2008/2009 trotz der erschwerten Rahmenbedingungen auf einer gesicherten Basis.

Infolge der Finanzkrise und der damit verbundenen Verwerfungen an den Geld- und Kapitalmärkten sind die Risikoaufschläge für Fremdkapitalfinanzierungen von Unternehmen teilweise deutlich gestiegen. Vor diesem Hintergrund besteht auch für ThyssenKrupp das Risiko steigender Refinanzierungskosten. Das betrifft uns vornehmlich bei Neufinanzierungen, da sich die Kosten hierbei an den aktuellen Marktbedingungen orientieren. Demgegenüber stehen uns unsere bestehenden, langfristigen Finanzierungen/Kreditlinien zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen/Risikoaufschlägen zur Verfügung.

Im Gegensatz zu den gestiegenen Risikoaufschlägen wirken sich die Leitzinssenkungen positiv auf die Refinanzierungskosten aus, da sie über die ebenfalls gesunkenen Interbankenzinsen den Basiszins der Refinanzierung reduzieren. Damit wird das Refinanzierungskostenrisiko in Summe (Basiszins zuzüglich Risikoaufschlag) verringert.

Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung und wird von ThyssenKrupp durch seine Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht gesteuert. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden grundsätzlich nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite abgeschlossen.

Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.

Das verlangsamte Wachstum auf unseren Kernmärkten birgt teilweise erhebliche Mengenund Preisrisiken und zwingt auch unsere Segmente zu Anpassungsmaßnahmen. So wird in den Segmenten Steel und Stainless das Instrument der Kurzarbeit als Reaktion auf die rückläufige Nachfrage genutzt. Entlastend werden sich die zurückgehenden Rohstoffpreise im Tätigkeitsschwerpunkt Stahl auswirken.

Budget- und Terminrisiken bei der Realisierung von Großprojekten werden durch intensives Projektcontrolling gut gesteuert. Mit einer zeitlichen Streckung unserer Stainless-Investitionen in den USA reagieren wir auf die derzeitigen Nachfrageeinbrüche und sichern darüber hinaus kurzfristig Liquidität.

Unsere weltweite Präsenz und unsere ausgewogene Konglomeratsstruktur mit den Tätigkeitsfeldern Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen – kombiniert mit guten und langjährigen Kundenbeziehungen sowie hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern – sind gute Voraussetzungen, um Absatzrisiken zu reduzieren und gestärkt aus der derzeitigen Krise hervorzugehen.

Zugleich beobachten wir intensiv die politischen Rahmenbedingungen für unsere Geschäftsaktivitäten, um regulatorische Risiken aus einer verschärften Gesetzgebung sowie Risiken aus EU-Vorgaben zur Vergabe von CO2-Emissionsrechten zu minimieren.

Darüber hinaus gelten die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2007/2008 weiterhin.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 07.

Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Rezession der Weltwirtschaft hält 2009 an

Der konjunkturelle Start in das Jahr 2009 war schlechter als noch vor wenigen Monaten erwartet. Der Einbruch nahezu aller Stimmungs- und Frühindikatoren weist auf eine Verschärfung der konjunkturellen Talfahrt hin. Mit einem Anstieg um voraussichtlich weniger als ein halbes Prozent wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr in eine ausgeprägte Rezession geraten. In den Industrieländern dürfte 2009 die Wirtschaftsleistung erstmals seit der Nachkriegszeit abnehmen. In den Schwellenländern ist mit dem niedrigsten Wachstum seit Anfang der 1990er Jahre zu rechnen. Für 2010 besteht die Hoffnung, dass die Weltwirtschaft die Rezessionsphase verlassen wird und sich das Wachstum wieder moderat beschleunigt.

In den USA wird die Wirtschaft 2009 deutlich schrumpfen. Insbesondere der private Konsum dürfte strukturbedingt weiter schwach bleiben. Das Konsumentenvertrauen markierte in den letzten Monaten neue Allzeit-Tiefs, und auch die Investitionsbereitschaft wird vor dem Hintergrund sinkender Auftragseingänge und Industrieproduktionsdaten weiterhin deutlich negativ ausfallen. Es bleibt die Hoffnung, dass die von der Geld- und Finanzpolitik sowie der nachlassenden Preisdynamik ausgehenden Impulse im Laufe des Jahres zu greifen beginnen. Dennoch ist 2009 mit einem spürbaren Rückgang des US-Bruttoinlandsprodukts um gut 1,5 % zu rechnen.

In den Emerging Markets wird sich das Wachstum deutlich verlangsamen. Russland und die Länder Lateinamerikas werden von der schwächeren Nachfrage und den niedrigeren Preisen für Energie und andere Rohstoffe negativ betroffen. Auch in China lässt die Wachstumsdynamik wegen der abgekühlten Auslandsnachfrage auf rund 6,5 % nach.

Der Ausblick für den Euroraum bzw. Deutschland ist stark eingetrübt. Insbesondere die Investitionsentwicklung wird deutlich rückläufig ausfallen. Es besteht die Hoffnung, dass die verabschiedeten Konjunkturprogramme das Ausmaß der Rezession etwas mildern können. Dennoch ist 2009 mit einem deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen. Davon ist Deutschland auf Grund der hohen Exportabhängigkeit überproportional betroffen. Hier dürfte die Wachstumsrate ein Minus von knapp 3 % ausweisen.

In den für ThyssenKrupp wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:

  • Auf dem Weltstahlmarkt rechnen wir 2009 mit einem bedarfsbedingten Rückgang. Insbesondere in Europa, Nordamerika und Japan wird die Stahlnachfrage vor dem Hintergrund der verschlechterten Aussichten für die Gesamtkonjunktur deutlich geringer ausfallen. Vor allem in Europa dämpfen überhöhte Lagerbestände die Nachfrage zusätzlich. Aber auch in den Emerging Markets wird sich das bisher hohe Wachstum nicht fortsetzen. Bei den Rohstoffpreisen hat es zuletzt eine gewisse Entlastung gegeben; ob diese Entwicklung aber nachhaltig ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Unter diesen Rahmenbedingungen bestehen 2009 erhebliche Preis- und Mengenrisiken.
  • Die zuletzt stark eingetrübte Lage im Edelstahlmarkt und bei den Hochleistungswerkstoffen wird sich vor dem Hintergrund der globalen Rezession auch in naher Zukunft nicht wesentlich entspannen. Dennoch ist davon auszugehen, dass insbesondere bei den Edelstahlprodukten die im Verlauf der nächsten Monate zu erwartende Reduzierung der Handelsbestände zu einem normalisierten Nachbestellverhalten seitens des Handels führen wird. Hierfür spricht auch, dass der Verbrauch auf Seiten der Endkunden, die rostfreien Edelstahl verarbeiten, infolge der Wirtschaftskrise zwar geschwächt, aber nicht vollständig eingebrochen ist und somit weiterhin gedeckt werden muss. Während 2009 keine grundlegende Erholung der Nachfrage zu erwarten ist, gehen wir mittelfristig davon aus, dass der Edelstahlmarkt auf den langjährigen Wachstumspfad von rund 5 % bis 6 % Wachstum pro Jahr weltweit zurückkehrt. Der Exportdruck durch asiatische Überkapazitäten wird als Risiko verbleiben.

  • Die Nachfrage und die Produktion von Fahrzeugen werden 2009 weiter zurückgehen. Ein geringes Wachstum, zurückzuführen auf Produktionsverlagerungen, erwarten wir nur noch für einige Emerging Markets Asiens sowie Mittel- und Osteuropas. Dagegen werden die Rückgänge im Nafta-Raum und in Westeuropa sehr kräftig ausfallen. In den USA und in Deutschland wird die Fahrzeugproduktion in der Größenordnung von mehr als 10 % zurückgefahren.

  • Die aktuelle weltweite Investitionsschwäche wird 2009 anhalten und in allen wichtigen Industrieländern zu einer schrumpfenden Maschinenproduktion führen. Besonders starke Rückgänge werden für die USA erwartet. Auch in Deutschland wird die Produktion abnehmen. In China dürften sich die bisher hohen Wachstumsraten zumindest halbieren.
  • Die globale Krise erreicht 2009 auch die Bauwirtschaft in den Schwellenländern Asiens sowie Mittelund Osteuropas. In diesen Regionen wird die bisher hohe Wachstumsdynamik abnehmen. In den USA dürfte sich die Rezession auf Grund des schwachen privaten Wohnimmobilienmarktes zunächst fortsetzen. Die deutsche Bauindustrie wird 2009 bestenfalls stagnieren. Hier verhindert ein hoher Auftragsbestand insbesondere im Wirtschaftsbau zumindest im 1. Halbjahr 2009 einen Produktionsrückgang; die Rezession wird sich jedoch im 2. Halbjahr auch in der Bauwirtschaft zeigen.

Ausblick

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen deutlichen Umsatzrückgang. Dies wird sich im Ergebnis entsprechend niederschlagen. Preis- und Mengenrisiken werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie durch ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Anpassung des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren.

Für das 2. Quartal gehen wir von einem im Vergleich zum 1. Quartal schwierigeren Geschäftsverlauf aus. Die Erwartungen für die einzelnen Segmente im 2. Quartal sind wie folgt:

  • Steel weitere Produktionskürzungen und Unterauslastung der Kernaggregate bei einer Stabilisierung der Versandmengen, weitgehend unveränderte Kosten für Rohstoffe und rückläufige Erlöse im kurzfristigeren Geschäft.
  • Stainless fortgesetzte Produktionskürzungen und Unterauslastung bei weiterhin schwachen Absatzmärkten; weitere Wertberichtigungen auf Vorräte können nicht ausgeschlossen werden.
  • Technologies hohe Planungssicherheit bei der Erlös- und Ergebnisentwicklung im Projektgeschäft auf Grund des hohen Auftragsbestands, der eine gute Ergebnisqualität ausweist. Lediglich das Automobilzuliefergeschäft wird durch Produktionskürzungen der OEMs beeinträchtigt.
  • Elevator nachhaltige Wirkung der Performanceprogramme mit über Vorjahr liegender Ergebnisentwicklung.
  • Services überwiegend schwaches Nachfrageniveau und weiter rückläufige Preise im Werkstoffgeschäft bei Materials Services und Special Products; gleiches gilt für metallurgische Rohstoffe und Koks; Industrial Services überwiegend stabil, Bau- und Gleistechnikaktivitäten profitieren von Infrastrukturinvestitionen auf hohem Niveau.

Für das 2. Halbjahr des Geschäftsjahres erwarten wir mit Abschluss der Lagerkorrektur im Handel und bei unseren Endkunden sowie nach Verarbeitung der Wertberichtigungen auf Vorräte eine Geschäfts- und Ergebnisentwicklung auf dem Niveau einer normalen Rezession. Die Ergebnisbeiträge aus dem Werkstoffgeschäft in den Segmenten Stainless und Services werden sich im Zuge dieser Entwicklung voraussichtlich verbessern. Bei Steel sind nach wie vor Erlösdruck und unauskömmliche Mengen, niedrigere Rohstoffkosten und positive Effekte aus laufenden Maßnahmen zur Kostensenkung zu erwarten. Das gute Ergebnisniveau von Technologies soll trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes gehalten werden. Für das Segment Elevator gehen wir von einer weiterhin guten Ergebnisentwicklung aus.

Für 2009/2010 gehen wir davon aus, dass sich das Geschäft von ThyssenKrupp wieder stabilisieren wird. Auf längere Sicht, insbesondere nach Inbetriebnahme der Großinvestitionen von Steel und Stainless in Nord- und Südamerika sowie der anderen Segmente in weiteren Regionen, rechnen wir mit einem Ergebnis vor Steuern – und vor wesentlichen Sondereffekten – von 4,0 bis 5,0 Mrd € und einem Umsatz von rund 65 Mrd €.

Intensives Kostensenkungsprogramm angelaufen

Im Berichtsquartal haben wir mit ThyssenKrupp PLUS ein konzernweites Programm gestartet, um schnell und konsequent auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Das Programm wird durch einen Sonderbeauftragten geleitet, der direkt an den Konzernvorstand berichtet. Diese zentrale Koordination erlaubt schnelle und effektive Entscheidungen.

Im Fokus stehen zum einen Maßnahmen, die Einspareffekte von deutlich über 1 Mrd € im laufenden Geschäftsjahr erzielen. So werden wir alle nicht zwingend erforderlichen Ausgaben in Produktion und Verwaltung einschränken, sämtliche externen Dienstleistungsverträge kritisch analysieren sowie weitere Einsparungen bei Beschaffung und Vertrieb umsetzen.

Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf Maßnahmen, die unsere Cash-Position verbessern und das Net Working Capital verringern; wir werden beispielsweise die Vorratswirtschaft im Konzern verbessern und das Forderungsmanagement optimieren. Aus heutiger Sicht kann dies den Kapitalbedarf um 2,3 Mrd € im Geschäftsjahresvergleich senken.

Außerdem prüfen wir, welche von unseren Investitionsprojekten gegebenenfalls sinnvoller zu einem späteren Zeitpunkt umzusetzen sind. Die konjunkturelle Entwicklung in für uns wichtigen Branchen macht eine Verschiebung in einigen Bereichen durchaus möglich, ohne unsere langfristigen Ziele aus dem Auge zu verlieren.

ThyssenKrupp AG Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in €
Anhang-Nr. 1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Umsatzerlöse 10 12.270 11.522
Umsatzkosten* 03 – 10.152 – 9.716
Bruttoergebnis vom Umsatz* 2.118 1.806
Vertriebskosten* – 723 – 735
Allgemeine Verwaltungskosten* – 613 – 626
Sonstige betriebliche Erträge 92 76
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 129 – 140
Betriebliches Ergebnis 745 381
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 19 – 11
Zinserträge 69 72
Zinsaufwendungen – 171 – 239
Sonstiges Finanzergebnis – 16 37
Finanzergebnis – 99 – 141
Ergebnis vor Steuern 646 240
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 211 – 77
Periodenüberschuss 435 163
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 414 168
Anteile anderer Gesellschafter 21 – 5
Periodenüberschuss 435 163
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 11
Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 0,85 0,36
* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Bilanz

Aktiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2008 31.12.2008
Immaterielle Vermögenswerte 4.683 4.677
Sachanlagen 11.266 11.641
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 357 357
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 515 497
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 118 119
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 902 1.100
Aktive latente Steuern 467 500
Langfristige Vermögenswerte 18.308 18.891
Vorräte 9.494 9.606
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.885 6.616
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 881 1.018
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.953 2.290
Laufende Ertragsteueransprüche 381 269
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.725 3.327
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 15 8
Kurzfristige Vermögenswerte 23.334 23.134
Summe Vermögenswerte 41.642 42.025

Passiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2008 31.12.2008
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.317
Kapitalrücklage 4.684 4.684
Gewinnrücklagen 6.519 6.652
Kumulierte direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen – 92 – 824
Eigene Anteile – 1.421 – 1.421
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 11.007 10.408
Anteile anderer Gesellschafter 482 398
Eigenkapital
06
11.489 10.806
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
05
6.550 7.143
Sonstige Rückstellungen 641 621
Passive latente Steuern 1.128 808
Finanzschulden 3.068 5.469
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 321 380
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 23
Langfristige Verbindlichkeiten 11.728 14.444
Sonstige Rückstellungen 1.746 1.636
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 555 545
Finanzschulden 1.348 1.484
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.731 3.997
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.544 1.639
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.501 7.474
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18.425 16.775
Verbindlichkeiten 30.153 31.219
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 41.642 42.025

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio €
1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Periodenüberschuss 435 163
Anpassungen des Periodenüberschusses für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:
Latente Steuererträge 0 – 90
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 348 358
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 13 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam – 17 11
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 1 – 16
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen:
- Vorräte – 410 – 211
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 600 1.168
- Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 23 – 55
- Sonstige Rückstellungen – 192 – 108
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 566 – 1.696
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit – 330 – 383
Operating Cash-Flow – 169 – 860
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in finanzielle Vermögenswerte – 7 – 9
Ausgaben für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften – 26 – 2
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Erwerb von konsolidierten Gesellschaften 42 1
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 867 – 1.050
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 31 – 45
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und finanziellen Vermögenswerten 1 33
Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften 3 0
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften – 8 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 40 64
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 4 9
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit – 849 – 999
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 210 2.667
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 355 – 194
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen – 81 68
Zunahme Akzeptverbindlichkeiten 16 16
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen 5 – 2
Abnahme/(Zunahme) kurzfristige Wertpapiere 9 – 37
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter – 16 – 18
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 5 7
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit – 217 2.507
Zahlungswirksame (Abnahme)/Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 1.235 648
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 8 – 46
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.658 2.725
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 2.415 3.327
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow enthalten sind:
Zinseinzahlungen 38 43
Zinsauszahlungen 42 45
Erhaltene Dividenden 8 3
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag 67 51

Siehe Anhang-Nr. 12 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen

1. Quartal
2007/2008
1. Quartal
2008/2009
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung – 102 – 185
Unrealisierte Gewinne aus available-for-sale finanziellen Vermögenswerten 2 3
Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen – 688
Gewinne aus "asset ceiling" 1
Unrealisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten – 45 – 147
Steuereffekt 14 265
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen (nach Steuern) – 131 – 751
Periodenüberschuss 435 163
Insgesamt erfasste Erträge und Aufwendungen 304 – 588
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 284 – 570
Anteile anderer Gesellschafter 20 – 18

Die Darstellung erfolgt einschließlich der Erträge und Aufwendungen, die den nach der Equity-Methode bilanzierten Joint Ventures zuzurechnen sind.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 01. Oktober 2008 bis 31. Dezember 2008 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 09. Februar 2009 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. Dezember 2008 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2007/2008 veröffentlicht.

01 Erwerbe

Im 1. Quartal 2008/2009 tätigte der Konzern Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Mio €
1. Quartal 2008/2009
Buchwerte
zum
Erwerbs
zeitpunkt
Anpassungen Zeitwerte
zum
Erwerbs
zeitpunkt
Firmenwert 0 5 5
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 2 2
Vorräte 1 0 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2 0 2
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 3 7 10
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1 0 1
Passive latente Steuern 0 1 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 0 1
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 2 1 3
Erworbenes Reinvermögen 1 6 7
Anteile anderer Gesellschafter 0
Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) 7
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 2

02 Einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte

Für eine Beteiligung aus dem Segment Technologies besteht zum Bilanzstichtag Veräußerungsabsicht; sie wird in der Bilanzzeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" ausgewiesen.

03 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 250 Mio €, die im Wesentlichen die Segmente Stainless und Services betreffen.

04 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Das Ergebnis des 1. Quartals 2008/2009 enthält Erträge in Höhe von 6,6 (i. Vj. Erträge von 1,8) Mio € aus dem Mid Term Incentiveplan.

Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf resultieren im 1. Quartal 2008/2009 Aufwendungen von 5,5 (i. Vj. 4,0) Mio €.

05 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Grund der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlichen Veränderungen der Zinssatz- und Planvermögenssituation im Zusammenhang mit der Krise auf den internationalen Finanzmärkten und der daraus resultierenden wesentlichen Veränderungen der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung dieser Effekte bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. Dezember 2008 vorgenommen.

Mio €

30.09.2008 31.12.2008
Rückstellungen für Pensionen 5.227 5.775
Rückstellungen für Gesundheitsfürsorge
verpflichtungen
1.029 1.085
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 294 283
Insgesamt 6.550 7.143

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2008 31.12.2008
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Diskontierungssatz
für Pensionen 6,75 6,44 6,00 5,94
Diskontierungssatz
für Gesundheitsfür
sorgeverpflichtungen
(nur USA/Kanada) 6,97 6,05

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand:
Barwert der im
Geschäftsjahr hinzu
verdienten Versor
gungsansprüche
Zinsaufwand: Aufzin
sung der bereits er
18 8 15 7
worbenen Ansprüche
Erwarteter Kapital
ertrag des Planver
73 32 81 30
mögens
Ertrag aus Planab
geltungen und
– 3 – 35 – 3 – 26
Plankürzungen
Netto-Pensions
0 0 0 – 1
aufwendungen für
Leistungszusagen
88 5 93 10

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
1. Quartal
2007/2008
USA/Kanada
1. Quartal
2008/2009
USA/Kanada
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäfts
jahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 3 3
Zinsaufwand: Aufzinsung der erwarteten
Zuschussverpflichtungen 14 17
Erwarteter Ertrag aus Erstattungsansprüchen – 1 – 1
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 – 24
Ertrag aus Planabgeltungen und Plankürzungen 0 – 20
Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflich
tungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen
für Pensionäre 16 – 25

06 Eigenkapital

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl

Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
Aktienzahl
im Umlauf
Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Kumulierte
direkt im
Eigenkapital
erfasste
Erträge und
Aufwen
dungen
Eigene
Anteile
Gesamt Anteile
anderer
Gesellschafter
Gesamtes
Eigenkapital
Stand am 30.09.2007 488.764.592 1.317 4.684 4.963 – 241 – 697 10.026 421 10.447
Periodenüberschuss 414 414 21 435
Direkt im Eigenkapital erfasste
Erträge und Aufwendungen
– 144 – 144 – 1 – 145
Steuern auf direkt im Eigen
kapital erfasste Erträge und
Aufwendungen
14 14 0 14
Gewinnausschüttungen an
andere Gesellschafter
0 – 16 – 16
Aktienbasierte Vergütung 2 2 0 2
Sonstige Veränderungen 0 – 2 – 2
Stand am 31.12.2007 488.764.592 1.317 4.684 5.379 – 371 – 697 10.312 423 10.735
Stand am 30.09.2008 463.473.492 1.317 4.684 6.519 – 92 – 1.421 11.007 482 11.489
Periodenüberschuss 168 168 – 5 163
Direkt im Eigenkapital erfasste
Erträge und Aufwendungen
– 1.003 – 1.003 – 13 – 1.016
Steuern auf direkt im Eigen
kapital erfasste Erträge und
Aufwendungen
265 265 0 265
Gewinnausschüttungen an
andere Gesellschafter
0 – 18 – 18
Aktienbasierte Vergütung 3 3 0 3
Sonstige Veränderungen – 38 6 – 32 – 48 – 80
Stand am 31.12.2008 463.473.492 1.317 4.684 6.652 – 824 – 1.421 10.408 398 10.806

07 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €
Maximales
Haftungs
volumen
31.12.2008
Rückstellung
31.12.2008
Anzahlungsgarantien 145 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungs
garantien 64 0
Kreditaufträge 40 0
Restwertgarantien 45 1
Sonstige Haftungserklärungen 81 2
Insgesamt 375 3

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Vergleich zum 30. September 2008 verringerte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 1,0 Mrd € auf 3,6 Mrd €.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises oder zur Gewährung von Schadenersatz führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen oder sind verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

08 Derivative Finanzinstrumente

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2008
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2008
Nominalwert
31.12.2008
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2008
Derivative Finanzinstrumente
Aktiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 5.696 213 5.850 322
Zinsderivate* 71 21 71 25
Warenderivate 1.273 292 768 312
Insgesamt 7.040 526 6.689 659
Passiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 6.804 368 5.745 529
Zinsderivate* 898 25 897 66
Warenderivate 823 152 675 278
Insgesamt 8.525 545 7.317 873

* inklusive Zins-/Währungsderivate

09 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Quartal 2008/2009 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,1 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2008 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung keine offenen Positionen.

Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im Zeitraum vom 16. November bis zum 31. Dezember 2008 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 1,4 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group Werkzeuge in Höhe von 0,1 Mio € und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 0,9 Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. Dezember 2008 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,4 Mio € und Verbindlichkeiten von 0,1 Mio € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Verbindlichkeiten von 0,9 Mio €.

10 Segmentberichterstattung

Segmentinformationen für das 1. Quartal 2007/2008 und das 1. Quartal 2008/2009:

Mio €
Steel Stainless Technologies Elevator Services Corporate Konsoli
dierung
Konzern
1. Quartal 2007/2008
Außenumsätze 2.872 1.649 2.804 1.183 3.733 29 0 12.270
konzerninterne Umsätze 342 189 18 1 134 5 – 689 0
Umsatzerlöse gesamt 3.214 1.838 2.822 1.184 3.867 34 – 689 12.270
Ergebnis vor Steuern 353 – 45 179 119 132 – 84 – 8 646
1. Quartal 2008/2009
Außenumsätze 2.633 1.045 2.904 1.342 3.572 26 0 11.522
konzerninterne Umsätze 292 128 17 1 154 9 – 601 0
Umsatzerlöse gesamt 2.925 1.173 2.921 1.343 3.726 35 – 601 11.522
Ergebnis vor Steuern 251 – 249 164 156 30 – 108 – 4 240

11 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

Mio €
1. Quartal 2007/2008 1. Quartal 2008/2009
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Zähler:
Periodenüberschuss (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 414 0,85 168 0,36
Nenner:
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 488.764.592 463.473.492

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Der gewichtete Durchschnitt der Aktien reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Februar/März 2008 sowie im Juli/August 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

12 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Quartal 2008/2009 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 7 (i. Vj. 52) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease im 1. Quartal 2008/2009 beträgt 6 (i. Vj. 25) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Quartal 2008/2009 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften kein Zugang von Brutto-Finanzschulden (i. Vj. 32 Mio €).

13 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 31. Dezember 2008, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG i.V.m. § 37w Abs. 2 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des Internationalen Standard of Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Düsseldorf, den 9. Februar 2009

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Gewehr Markus Zeimes Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats

Der Zwischenbericht für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 (Oktober bis Dezember) sowie der Bericht des Konzernabschlussprüfers über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses (Review Report) sind dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 12. Februar 2009 vorgelegt und durch den Vorstand und den Konzernabschlussprüfer erläutert worden. Der Prüfungsausschuss stimmte dem Zwischenbericht zu.

Düsseldorf, den 12. Februar 2009

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Dr. Martin Kohlhaussen

Kontakt/ Termine 2009/2010

Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Communications and Strategy Telefon (0211) 824-36007 Telefax (0211) 824-36041 E-Mail [email protected]

Investor Relations E-Mail [email protected]

Institutionelle Investoren und Analysten Telefon (0211) 824-36464 Telefax (0211) 824-36467

Privatanleger Infoline 01802 252 252 (0,06 € pro Gespräch) Telefax (0211) 824-38512

Hausanschrift

ThyssenKrupp AG August-Thyssen-Str. 1, 40211 Düsseldorf Postfach 10 10 10, 40001 Düsseldorf Telefon (0211) 824-0 Telefax (0211) 824-36000 E-Mail [email protected]

Termine 2009/2010

13.Mai 2009 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008/2009 (Oktober bis März)

14.Mai 2009 Analysten- und Investorenkonferenz

14.August 2009 Zwischenbericht 9 Monate 2008/2009 (Oktober bis Juni) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

27.November 2009 Bilanzpressekonferenz Analysten- und Investorenkonferenz

  1. Januar 2010 Ordentliche Hauptversammlung

  2. Februar 2010 Zwischenbericht 1. Quartal 2009/2010 (Oktober bis Dezember) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von ThyssenKrupp bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von ThyssenKrupp weder beabsichtigt, noch übernimmt ThyssenKrupp eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.

Abweichungen aus technischen Gründen

Der Zwischenbericht ist von der Gesellschaft auf Grund gesetzlicher Offenlegungspflichten zum elektronischen Bundesanzeiger elektronisch einzureichen. Aus technischen Gründen (z.B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen in den im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen kommen.

Der Zwischenbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen geht die deutsche Fassung der englischen Übersetzung vor.

In beiden Sprachen steht der Zwischenbericht im Internet unter http://www.thyssenkrupp.com zum Download bereit. Darüber hinaus wird dort eine interaktive Online-Version in beiden Sprachen angeboten.

ThyssenKrupp ag August-Thyssen-Straße 1 40211 Düsseldorf www.thyssenkrupp.com