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thyssenkrupp AG Interim / Quarterly Report 2009

May 13, 2009

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Interim / Quarterly Report

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Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008 – 2009

ThyssenKrupp ag --- 01. Oktober 2008 – 31. März 2009

02

Inhalt

Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008 – 2009 ---

  1. Oktober 2008 – 31. März 2009

01

Zwischenlagebericht

03–32

02

Zwischenabschluss 33–44

03

45–46

04

Weitere Informationen 47–48

  • 02 Der Konzern in Zahlen
  • 02 ThyssenKrupp in Kürze
  • 03 Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern
  • 10 Geschäftsverlauf in den Segmenten
  • 20 ThyssenKrupp Aktie
  • 22 Innovationen
  • 24 Mitarbeiter
  • 25 Finanz- und Vermögenslage
  • 27 Risikobericht
  • 28 Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
  • 33 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 34 Konzern-Bilanz
  • 35 Konzern-Kapitalflussrechnung
  • 36 Konzern-Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen
  • 37 Konzern-Anhang
  • 45 Bescheinigung zum Halbjahresfinanzbericht nach prüferischer Durchsicht
  • 46 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • 47 Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats
  • 48 Kontakt
  • 48 Termine 2009 2010

Die Rechnungslegung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt nach IFRS (International Financial Reporting Standards). Dieser Zwischenbericht ist der Halbjahresfinanzbericht im Sinne des § 37w WpHG; er ist am 12. Mai 2009 erschienen.

Der Konzern in Zahlen

Konzernüberblick

Vergleich 1. Halbjahr Vergleich 2. Quartal
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
Veränderung Veränderung
in %
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 27.354 20.529 – 6.825 – 25 14.084 7.642 – 6.442 – 46
Umsatz Mio € 25.469 21.381 – 4.088 – 16 13.199 9.859 – 3.340 – 25
EBITDA Mio € 2.280 906 – 1.374 – 60 1.197 142 – 1.055 – 88
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 1.388 – 215 – 1.603 – 115 742 – 455 – 1.197 – 161
Periodenüberschuss/-fehlbetrag Mio € 937 – 199 – 1.136 – 121 502 – 362 – 864 – 172
Ergebnis je Aktie 1,85 – 0,35 – 2,20 – 119 1,00 – 0,71 – 1,71 – 171
Mitarbeiter (31.03.) 195.828 192.521 – 3.307 – 2 195.828 192.521 – 3.307 – 2
30.09.2008 31.03.2009
Netto-Finanzschulden Mio € 1.584 3.687
Eigenkapital Mio € 11.489 10.182

Segment informat ion

Auftragseingang
in Mio €
Umsatz
in Mio €
Ergebnis vor Steuern (EBT)
in Mio €
Mitarbeiter
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
31.03.2008 30.09.2008 31.03.2009
Steel 7.174 3.687 6.853 5.330 749 307 40.636 41.311 40.071
Stainless 4.151 1.785 3.793 2.161 – 7 – 622 12.042 12.212 12.079
Technologies 6.320 6.620 5.851 5.577 365 59 53.637 54.043 50.978
Elevator 2.930 2.751 2.348 2.636 209 302 40.873 42.992 43.306
Services 8.273 6.260 8.099 6.629 267 – 48 46.318 46.486 44.512
Corporate 60 60 60 60 – 181 – 211 2.322 2.330 1.575
Konsolidierung – 1.554 – 634 – 1.535 – 1.012 – 14 – 2
Konzern 27.354 20.529 25.469 21.381 1.388 – 215 195.828 199.374 192.521
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Steel 3.986 1.651 3.639 2.405 396 56
Stainless 2.001 819 1.955 988 38 – 373
Technologies 3.108 1.723 3.029 2.656 186 – 105
Elevator 1.464 1.189 1.164 1.293 90 146
Services 4.322 2.514 4.232 2.903 135 – 78
Corporate 26 25 26 25 – 97 – 103
Konsolidierung – 823 – 279 – 846 – 411 – 6 2
Konzern 14.084 7.642 13.199 9.859 742 – 455

ThyssenKrupp in Kürze

Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen sind die Tätigkeitsschwerpunkte unserer knapp 193.000 Mitarbeiter. Engagiert und qualifiziert bieten sie unseren Kunden in rund 80 Ländern auf allen fünf Kontinenten innovative Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. In unseren fünf Konzernsegmenten – Steel, Stainless, Technologies, Elevator und Services – nehmen sie die globalen Herausforderungen an und wandeln sie in Chancen. Unsere Hochleistungswerkstoffe und Anlagen, Komponenten und Systeme bieten Antworten auf viele wirtschaftliche und technische Fragen der Zukunft. Zu dem von der ThyssenKrupp AG geführten Konzern gehören direkt oder indirekt über 800 Unternehmen und Beteiligungen. Zwei Drittel der insgesamt 2.700 Produktionsstätten, Büros und Servicestützpunkte liegen außerhalb Deutschlands.

Überblick über den Geschäftsverlauf im Konzern

ThyssenKrupp im Sog der weltweiten Rezession

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten stärker verschlechtert als erwartet. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer tiefen Rezession. Der drastische Nachfrageeinbruch bei Stahl, Edelstahl und in der internationalen Werkstoffdienstleistung hat das Geschäft bei ThyssenKrupp erheblich belastet. Auch die Industriegüteraktivitäten zeigten in Teilbereichen – insbesondere im Automobilzuliefergeschäft und bei den Werften für den zivilen Schiffbau – eine rückläufige Entwicklung. Erfreulich und im Rahmen der Erwartungen blieb das Geschäft mit Aufzügen und Fahrtreppen. In diesem wirtschaftlichen Umfeld waren Umsatz und Ergebnis von ThyssenKrupp rückläufig. Der Umsatz verminderte sich im 1. Halbjahr 2008/2009 gegenüber dem Vorjahreswert um 16 %. Das Konzernergebnis vor Steuern fiel mit -215 Mio € um 1.603 Mio € geringer aus als im Vorjahr.

Die wesentlichen Kennzahlen für das 1. Halbjahr 2008  /   2009:

  • Der Auftragseingang ging im Vergleich zum 1. Halbjahr 2007  /   2008 um 25 % auf 20,5 Mrd € zurück.
  • Der Umsatz fiel um 16 % auf 21,4 Mrd €.
  • Das EBITDA erreichte 906 Mio € nach 2.280 Mio € im Vorjahr.
  • Das Ergebnis vor Steuern betrug -215 Mio €, im Vorjahr waren es 1.388 Mio €.
  • Das Ergebnis je Aktie verminderte sich von 1,85 € auf -0,35 €.
  • Die Netto-Finanzschulden beliefen sich zum 31. März 2009 auf 3.687 Mio €, eine Zunahme um 2.103 Mio € gegenüber dem 30. September 2008, als Netto-Finanzschulden in Höhe von 1.584 Mio € bestanden. Am 31. März 2008 betrugen die Netto-Finanzschulden 1.988 Mio €.

Für das Geschäftsjahr 2008  /  2009 erwarten wir einen deutlichen Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz. Dies wird sich im Ergebnis niederschlagen. Preis- und Mengenrückgänge werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Daneben werden zielgerichtete Anpassungen des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren. Maßnahmen zur Reduktion bzw. Verschiebung des Investitionsprogramms werden umgesetzt.

ThyssenKrupp geht davon aus, das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten – Restrukturierungsaufwand, Projektkosten und Impairment-Abschreibungen – abzuschließen. In Abhängigkeit von der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird ein negatives Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten in mittlerer bis höherer dreistelliger Millionen-Euro-Größe erwartet.

Das Ergebnis vor Steuern wird erheblich durch Restrukturierungsaufwand für unsere Kostensenkungsprogramme und die strategische Neuordnung belastet werden. Diese Maßnahmen werden entscheidend dazu beitragen, die künftige Ertragskraft des Konzerns erheblich zu stärken. Weitere wesentliche Belastungen des Ergebnisses vor Steuern erwarten wir durch die Projektkosten für die neuen Stahlwerke sowie durch mögliche weitere Impairment-Abschreibungen. Die Höhe der Sondereffekte lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig abschätzen.

Weltwirtschaft: Konjunkturelle Talfahrt beschleunigt

Die Weltwirtschaft befindet sich in der schwersten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die vom US-Immobilienmarkt ausgehende Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich in den Wintermonaten dramatisch verschärft und die konjunkturelle Talfahrt deutlich beschleunigt. In den großen Industrieländern ging die Wirtschaftsleistung zurück, und auch die Schwellen- und Entwicklungsländer büßten erheblich an Wachstumsdynamik ein. Die globale Nachfrageschwäche ließ die Rohstoffpreise zurückgehen. Die entsprechende reale Kaufkraftsteigerung in den Verbraucherländern konnte allerdings den konjunkturellen Abschwung nicht bremsen.

In den USA hat sich der gesamtwirtschaftliche Abschwung im vergangenen Jahr zunehmend verschärft. Die Eintrübung am Arbeitsmarkt, negative Vermögenseffekte sowie vermehrte Kreditbeschränkungen haben zuletzt zu einem rückläufigen privaten Konsum geführt. Noch deutlich stärker war der Rückgang bei den Anlageinvestitionen und im Wohnungsbau. Auch die japanische Wirtschaft ist in den Wintermonaten massiv geschrumpft. Ausschlaggebend waren drastisch verminderte Exporte in die USA, nach Europa und in die asiatischen Nachbarländer.

Europa befindet sich ebenfalls tief in der Rezession. Der Euroraum verzeichnete in den letzten Monaten einen starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Die Industrieproduktion musste erheblich zurückgefahren werden. Auf der Nachfrageseite zeigte sich der konjunkturelle Einbruch vor allem bei den Ausrüstungsinvestitionen und den Exporten. Auch die deutsche Wirtschaft ist im Herbst 2008 in eine schwere Rezession abgeglitten. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe musste auf Grund der verschlechterten Auftragslage die Erzeugung erheblich drosseln; die Exporte und die Investitionen gaben beträchtlich nach.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer konnten sich dem Sog der weltweiten Rezession nicht entziehen. Eine Reihe von asiatischen Ländern verzeichnete massive Exportrückgänge. Die chinesische Wirtschaft hat deutlich an Schwung verloren, und die Länder Lateinamerikas sind vor allem vom Fall der Rohstoffpreise bei sinkenden Lieferungen betroffen. Auch in Russland machte sich die Entwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten negativ bemerkbar. In den übrigen Ländern Mittelund Osteuropas hat sich die konjunkturelle Lage in den letzten Monaten ebenfalls dramatisch zugespitzt.

Alle für ThyssenKrupp wichtigen Branchen sind von der globalen Rezession betroffen. Im Einzelnen ergaben sich folgende Entwicklungen:

• Die Stahlnachfrage ist kräftig gesunken. Nachdem Stahlproduzenten weltweit schon im Schlussquartal des vergangenen Kalenderjahres die Produktion erheblich zurückgefahren hatten, war auch im 1. Quartal dieses Jahres die Stahlerzeugung massiv rückläufig. Weltweit wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres 23 % weniger produziert. Ohne Berücksichtigung von China, das seine Stahlerzeugung gegen den allgemeinen Trend erneut ausweitete, ergab sich sogar ein Rückgang von 37 %. Die Europäische Union verzeichnete ein Minus von 44 %, die Produktion in der Nafta-Region nahm um 52 % ab. Die Kapazitätsauslastung der gesamten Industrie ist dramatisch gesunken – mit der Folge vorübergehender Stilllegungen und Schließungen. Im amerikanischen Markt liegt die Kapazitätsauslastung seit Herbst vergangenen Jahres bei weniger als 50 %, in Deutschland im Durchschnitt bei 60 %. Die deutsche Rohstahlerzeugung erreichte im 1. Quartal 2009 nur 7,3 Mio t, das waren 39 % weniger als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Trotz dieser massiven fortgesetzten Produktionseinschränkungen ist der weltweite Verfall der Stahlspotpreise nicht gestoppt, sondern allenfalls abgemildert worden. Im 1. Quartal des Kalenderjahres gaben die Preise nochmals nach.

Auf dem europäischen Qualitätsflachstahlmarkt hat sich der seit September vergangenen Jahres anhaltende Einbruch der Bestellungen fortgesetzt. Die äußerst schwache Konjunktur in wesentlichen Abnehmerindustrien, die dort zu massiven Produktionseinbrüchen führt, sowie noch bestehende erhebliche Lagerüberhänge bei Endverbrauchern und beim Handel haben teilweise die Nachfrage völlig zum Erliegen gebracht. Die Bestände haben zwar im Verlauf der letzten Monate abgenommen, doch sind die Lagerreichweiten infolge des deutlich verminderten Lagerabsatzes noch sehr hoch. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lagen die Ordereingänge der europäischen Flachstahlproduzenten um 59 % unter Vorjahreshöhe. In Deutschland sind im 1. Quartal 2009 die Auftragseingänge für Walzstahl um 57 % eingebrochen. Es wird nur der nötigste Bedarf gedeckt, auch weil davon ausgegangen wird, dass noch keine Bodenbildung bei den Preisen erreicht ist. Die Drittlandsimporte der EU insgesamt waren in den ersten beiden Monaten 2009 zwar niedriger als vor einem Jahr, ihr Anteil an der Marktversorgung dürfte aber gleichwohl gestiegen sein.

• Bei den rost-, säure- und hitzebeständigen (RSH) Edelstahlflachprodukten ist die Marktnachfrage weltweit und in Europa nochmals deutlich zurückgegangen. Nachdem wieder gestiegene Importe aus Asien bereits zu rückläufigen Lieferungen der europäischen Rostfrei-Erzeuger führten, ließen die globale Rezession und einbrechende Rohstoffpreise für Legierungsmetalle die Kundennachfrage weiter abkühlen. Dies führte bis in das Jahr 2009 hinein zu einem weiteren Bestandsaufbau bei Service-Centern und dem lagerhaltenden Handel in Deutschland. Danach ist durch geringere Nachdispositionen ein leichter Lagerbestandsabbau zu verzeichnen. In Nordamerika nehmen die Lagerbestände seit einigen Monaten ebenfalls bei Endverbrauchern, Handel und Service-Centern deutlich ab. Trotzdem blieb auch hier die Ordertätigkeit unterdurchschnittlich. In Asien befinden sich die Lagerbestände noch auf einem hohen Stand, zeigen jedoch in jüngster Zeit ebenfalls abnehmende Tendenz.

Der starke Preisverfall bei den Rohstoffen für die Rostfrei-Produktion, insbesondere bei Nickel, Molybdän, Chrom und Stahlschrott, schlug sich in geringeren Legierungszuschlägen nieder. Infolge der Nachfrageschwäche gaben die Basispreise in Europa und Nordamerika ebenfalls nach. Auch in Asien spiegelte sich die schwierige wirtschaftliche Lage in einem Einbruch der Preise wider.

Im Bereich der Nickellegierungen führte die konjunkturelle Lage zu einer Verschiebung von Projekten über alle Abnehmersegmente hinweg, woraus eine zunehmend restriktive Auftragsvergabe resultierte. Bei Titan sind insbesondere wegen technisch bedingter Verzögerungen in der Produktion der neuen Flugzeuggenerationen von Airbus und Boeing die Auftragseingänge im gesamten Markt stark zurückgegangen. Hohe Lagerbestände haben die Nachfrageschwäche zusätzlich verstärkt.

  • Die weltweite Rezession hat auf dem internationalen Automobilmarkt tiefe Spuren hinterlassen. Die etablierten Märkte in Nordamerika, Japan und Europa erlebten einen dramatischen Absatzeinbruch, und die wachstumsstarken Schwellenländer verloren erheblich an Dynamik. In den USA sind im 4. Quartal 2008 die Verkaufszahlen für neue Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge um rund 35 % gesunken; dieser Rückgang hat sich im 1. Quartal 2009 mit 38 % fortgesetzt. Auch in der Europäischen Union war die Nachfrage in den letzten Monaten rückläufig: Im Schlussquartal 2008 fielen die PKW-Neuzulassungen um 19 %, im 1. Quartal 2009 um 17 %. In Deutschland hat das Inkrafttreten der Umweltprämie ("Abwrackprämie") den Nachfrageeinbruch bei den neu zugelassenen Personenkraftwagen gebremst. Nach einem Minus von 11 % im 4. Quartal 2008 zogen die Neuwagenverkäufe im 1. Quartal 2009 um 18 % an. Da aber gleichzeitig die deutschen Exporte einbrachen, war in den ersten drei Monaten 2009 dennoch ein Produktionsrückgang von 33 % zu verzeichnen. Nochmals dramatischer war die Lage bei Nutzfahrzeugen; die Produktion im 1. Quartal 2009 stürzte in Deutschland um 55 % ab, und mittlerweile existieren kaum noch nennenswerte Auftragsbestände.
  • Im Maschinenbau hat das Produktionswachstum im Verlauf des Jahres 2008 in vielen Ländern abgenommen. Wegen der globalen Rezession haben zahlreiche Unternehmen ihre Investitionsbudgets eingeschränkt. Dies ließ insbesondere den Auftragseingang der Maschinenbauer zurückgehen. Nach Jahren hoher Zuwächse sind in Deutschland im 4. Quartal 2008 die Neuaufträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 % eingebrochen. Zu diesem stärksten Rückgang seit 50 Jahren trugen das Inlands- und das Exportgeschäft gleichermaßen bei. Im 1. Quartal 2009 hat sich der Rückgang bei den Auftragseingängen nochmals auf 42 % beschleunigt. Auch im deutschen Großanlagenbau sind im 4. Quartal 2008 die Bestellungen deutlich zurückgegangen.

• Die globale Wirtschaftskrise ist auch an der Bauwirtschaft nicht spurlos vorbeigegangen. In den Ländern Asiens sowie Mittel- und Osteuropas hat sich die Baukonjunktur merklich abgekühlt. Auf Grund der Immobilienkrise ging die Bauproduktion in den USA deutlich zurück. Die deutsche Bauwirtschaft war 2008 noch relativ gut beschäftigt, allerdings gaben die Auftragseingänge im Jahresverlauf nach. Auch zu Beginn des Jahres 2009 gingen die Neubauaufträge spürbar zurück.

Auftragseingang und Umsatz stark rückläufig

ThyssenKrupp in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 27.354 20.529 14.084 7.642
Umsatz Mio € 25.469 21.381 13.199 9.859
EBITDA Mio € 2.280 906 1.197 142
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 1.388 – 215 742 – 455
Mitarbeiter (31.03.) 195.828 192.521 195.828 192.521

Die weltweite Rezession hat im Geschäft von ThyssenKrupp tiefe Spuren hinterlassen. Der Umsatz und vor allem der Auftragseingang haben sich im 1. Halbjahr 2008/2009 schwächer entwickelt. Insbesondere das 2. Geschäftsjahresquartal wies hohe Rückgänge auf.

Nach einem Minus von 3 % im 1. Quartal 2008/2009 verminderte sich der Auftragseingang im 2. Quartal um weitere 46 %. Insgesamt akquirierte ThyssenKrupp im 1. Halbjahr 2008/  2009 neue Aufträge mit einem Wert von 20,5 Mrd €, dies sind 25 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Mit Ausnahme von Technologies verzeichneten alle Segmente geringere Neubestellungen. Bei Steel, Stainless und Services führten vor allem die schwächere Mengennachfrage im Werkstoffbereich sowie nachgebende Preise zu einem deutlichen Rückgang des Auftragseingangs. Elevator konnte nicht ganz an das Auftragsvolumen des Vorjahres anknüpfen; positiv entwickelten sich besonders das Aufzugsgeschäft in Südeuropa und im Mittleren Osten sowie das globale Geschäft mit Fahrtreppen und Fluggastbrücken. Technologies erzielte vor allem mit der Akquisition von Großaufträgen im Marineschiffbau ein höheres Bestellvolumen.

Der Konzernumsatz fiel im 1. Quartal um 6 % und im 2. Quartal 2008/2009 um 25 %. Für das 1. Halbjahr 2008/2009 ergibt sich ein Umsatzrückgang um 16 % auf 21,4 Mrd €. Vor allem Stainless, aber auch Steel und Services verzeichneten ein deutlich geringeres Geschäftsvolumen. Bei Stainless waren stark gesunkene Versandmengen sowie niedrigere Edelstahlpreise die Hauptursachen. Auch bei Steel fiel der mengenmäßige Absatz, der hohe Anteil von Langfristverträgen hat sich aber stabilisierend ausgewirkt. Bei Services wirkten sich Preis- und Nachfragerückgänge bei Rohund Werkstoffen negativ aus. Technologies profitierte von gestiegenen Umsätzen im Anlagenbau, blieb insgesamt aber leicht unter Vorjahresniveau. Elevator hat seine positive Entwicklung fortgesetzt und konnte das Geschäft deutlich ausbauen.

Umsatz in Mrd €

Ergebnis rückläufig

Das Ergebnis von ThyssenKrupp hat sich erheblich verschlechtert. Nach einem Gewinn von 240 Mio € im 1. Quartal musste im 2. Quartal ein Verlust von 455 Mio € verkraftet werden. Im 1. Halbjahr 2008/2009 hat sich damit das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Vergleich zum Vorjahr um 1.603 Mio € auf -215 Mio € vermindert. Darin sind u. a. Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA in Höhe von 109 Mio €, Zuführungen zu den Restrukturierungsrückstellungen von 39 Mio € sowie Wertberichtigungen auf das Sachanlagevermögen bei Stainless und Technologies in Höhe von 76 Mio € enthalten. Daneben kam es zu Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 239 Mio €, die im Wesentlichen auf die Segmente Stainless und Services entfielen.

ergebnis vor steuern (ebt) in Mio €

2007/2008 1. Quartal 646
1. Halbjahr 1.388
9 Monate 2.297
12 Monate 3.128
2008/2009 1. Quartal 240
1. Halbjahr – 215

Ursache für den hohen Verlust im Segment Stainless waren ein außergewöhnlicher Nachfrageeinbruch und fallende Edelstahlpreise; der Verfall der Rohstoffpreise machte zudem erhebliche Vorratsabwertungen erforderlich. Wertberichtigungen und massive Ergebniseinbußen im Roh- und Werkstoffgeschäft führten auch bei Services zu einem negativen Ergebnis. Bei Steel fiel der Gewinn wegen rückläufiger Versandmengen und der Vorlaufkosten für die neuen Werke in Brasilien und den USA geringer aus. Auf Grund beträchtlicher Belastungen bei den Werften und rückläufiger Geschäfte im Automobilund Baumaschinenbereich musste auch Technologies einen Gewinnrückgang hinnehmen. Einen guten Ergebnisbeitrag erzielte Elevator; in allen Business Units konnten die Erträge gesteigert werden.

Die Umsatzerlöse lagen im Berichtszeitraum um 4.088 Mio € oder 16 % unter dem Wert für den entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsatzkosten verringerten sich um 2.411 Mio € oder 11 % und damit unterproportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursache hierfür waren die im Vorjahresvergleich deutlich erhöhten Vorratsabwertungen, die den insgesamt umsatzbedingten Rückgang der übrigen Umsatzkosten teilweise kompensierten. In Summe verminderte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 1.677 Mio €, verbunden mit einer Verringerung der Brutto-Umsatzmarge von 17 % auf 13 %.

Die Abnahme der Vertriebskosten um 57 Mio € resultierte hauptsächlich aus gesunkenen Aufwendungen für Verkaufsfrachten und Verkaufsversicherungen in den Segmenten Steel, Stainless und Services auf Grund der rückläufigen Geschäftsentwicklung. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 87 Mio € stand im Zusammenhang mit der Annullierung qualifizierter Währungssicherungen für geplante Rohstoffeinkäufe, da das Volumen der Rohstoffeinkäufe infolge der wirtschaftlichen Rezession zurückgegangen ist. Insgesamt um 36 Mio € erhöhte Zuführungen zu Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich, insbesondere in den Segmenten Steel und Technologies, sowie um 17 Mio € niedrigere Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten trugen wesentlich zum Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 11 Mio € bei. Der Rückgang des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 48 Mio € resultierte aus der im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum insgesamt rückläufigen Ergebnisentwicklung bei den betreffenden Beteiligungen. Die eingetretene Verschlechterung des Zinsergebnisses um 137 Mio € stand im Zusammenhang mit der im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Netto-Finanzverschuldung. Für die Verbesserung des sonstigen Finanzergebnisses um 166 Mio € waren hauptsächlich um 78 Mio € verbesserte Kursergebnisse aus Finanztransaktionen sowie die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Mio € erhöhte Aktivierung von Bauzeitzinsen, die im Wesentlichen den Baufortschritt des Stahlwerks in Brasilien betraf, verantwortlich.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Periodenfehlbetrag von 199 Mio €; im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurde ein Periodenüberschuss von 937 Mio € erzielt. Unter Einbezug der auf Anteile anderer Gesellschafter entfallenden Verluste in Höhe von 38 Mio € verschlechterte sich das Ergebnis je Aktie für den Berichtszeitraum auf -0,35 €.

Netto-Finanzschulden und Investitionen

Die Netto-Finanzschulden lagen am 31. März 2009 bei 3.687 Mio €. Der Anstieg um 2.103 Mio € gegenüber dem 30. September 2008 steht maßgeblich unter dem Einfluss der globalen Rezession und der damit einhergehenden Belastungen des operativen Geschäfts, der Investitionen für unsere Großprojekte sowie der Dividendenzahlung.

Im 1. Halbjahr 2008/2009 investierte ThyssenKrupp insgesamt 2.196 Mio €, 12 % mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Davon wurden 1.994 Mio € für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle Vermögenswerte entfielen 202 Mio €.

Bau neuer Werke in Brasilien und den USA

Das Segment Steel arbeitet weiter an der Umsetzung seiner transatlantischen Wachstumsstrategie mit den drei Säulen Brasilien, Nafta und Europa. Die fundamentalen Gründe für diese strategischen Investitionen haben sich auch angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise nicht geändert. Von zentraler Bedeutung ist das im Bau befindliche Stahlwerk am Standort Santa Cruz im Bundesstaat Rio de Janeiro/Brasilien mit einer Jahreskapazität von 5 Mio t Rohstahl, das sehr kostengünstig produzieren und zugleich höchste Qualitätsstandards erfüllen wird.

Im November 2008 hat der Aufsichtsrat der Erhöhung des Investitionsbudgets auf rund 4,5 Mrd € zugestimmt. Die Wertschaffung des Projekts in Kombination mit dem Bauvorhaben in Alabama und dem Ausbauprogramm in Europa ist auch nach der Budgeterhöhung weiterhin gegeben. Per 31. März 2009 betrug der Wert der abgeschlossenen Verträge 4 Mrd €.

Zurzeit sind auf der Baustelle 22.000 Arbeiter mit der Errichtung der Anlagenkomplexe beschäftigt. In allen Teilbereichen laufen Stahlbau sowie mechanische und elektrische Montagen parallel. Auf Grund der aktuellen Situation am Stahlmarkt wird derzeit geprüft, die Inbetriebnahme des Werkes zu verschieben. Neben der Anpassung an die derzeitige weltwirtschaftliche Lage können durch diese zeitliche Streckung der Bauphase die Aufwendungen für Beschleunigungsmaßnahmen reduziert werden.

Die Rekrutierung des Personals für die künftige Produktionsphase ist weit fortgeschritten; Ende März 2009 arbeiteten 1.355 Mitarbeiter für ThyssenKrupp CSA in Brasilien.

Im europäischen Stamm-Markt will Steel seine Position stärken, indem die Verarbeitungs- und Veredelungsanlagen in Deutschland erweitert und modernisiert werden. Rund 40 % der künftig in Brasilien erzeugten Brammen sollen später nach Deutschland verschifft werden, um hier zu hochwertigen Fertigprodukten für anspruchsvolle Kunden verarbeitet zu werden. Die Investitionen für den Brammenumschlag im Hafen Walsum und zur Leistungssteigerung an vier Feuerbeschichtungsanlagen sind abgeschlossen. An den Warmbandstraßen Bochum und Beeckerwerth wurde eine Reihe von Umbaumaßnahmen realisiert. Weitere Investitionen im Warmbandbereich sind terminiert.

Im Herbst 2007 begann der Bau des neuen gemeinsamen Stahl- und Weiterverarbeitungswerks der Segmente Steel und Stainless nahe Mobile in Alabama/USA. Er wird für die Produktionslinien des Segments Steel planmäßig fortgeführt, während die Baumaßnahmen für Stainless zeitlich gestreckt werden. Steel wird im Werk Mobile über Warm- und Kaltwalz- sowie Veredelungsanlagen verfügen und Brammen aus der brasilianischen Produktion zu hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Die Warmwalzkapazität beträgt insgesamt über 5 Mio t jährlich. Die Realisierung des Projekts verläuft weitgehend planmäßig. Auch im Projekt Alabama wird auf Grund der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage eine Verschiebung der Inbetriebnahme, die bisher im Frühjahr 2010 vorgesehen ist, geprüft.

Der Aufsichtsrat hat im November 2008 einer Erhöhung der Investitionsbudgets für Steel auf 3,25 Mrd US-Dollar zugestimmt. Nach wie vor ist die Wertschaffung des Projekts gewährleistet. Der Wert der abgeschlossenen Verträge per 31. März 2009 betrug insgesamt mehr als 2,8 Mrd US-Dollar.

Aktuell sind auf der Baustelle rund 3.000 Arbeiter beschäftigt. Bei Warmbandstraße, Kaltwalzwerk und Feuerbeschichtungsanlagen schreiten die Betonarbeiten für Hallen und Maschinenfundamente weiter voran. Der Stahlbau der Versandhallen für Kaltband und feuerverzinkte Produkte ist abgeschlossen bzw. weit fortgeschritten; mit der Dacheindeckung wurde begonnen.

Vertriebs- und Marketing-Experten von Steel setzen ihre Arbeiten am Absatzkonzept für den nordamerikanischen Markt systematisch fort. Dabei wird auch die allgemeine wirtschaftliche Situation fortlaufend analysiert; mögliche Auswirkungen werden risikoorientiert bewertet. Zu potenziellen Schlüsselkunden haben wir zahlreiche Kontakte mit positiver Resonanz aufgebaut; diese werden unter Einbeziehung technischer Experten fortgesetzt. Zielgruppen sind die Automobil- und die Elektroindustrie, Stahl-Service-Center, Hersteller von Haushaltsgeräten sowie die Rohrindustrie, speziell für den Energiesektor.

Unsere Kunden in den USA für hoch anspruchsvolle Rostfrei-Flachprodukte werden derzeit überwiegend aus unserem Kaltwalzwerk in Mexiko beliefert. Die beschränkten Kapazitäten, hohe Logistikkosten und Dumping-Zölle auf US-Importe aus Mexiko für einen Großteil dieser Produkte führten 2007 zu der Entscheidung, in Verbindung mit dem Carbon-Steel-Werk in Mobile, Alabama, auch ein modernes, integriertes Rostfrei-Werk zu errichten. Im November 2008 hatte der Aufsichtsrat auch für das Rostfrei-Werk einer Erhöhung des Investitionsbudgets auf 1,4 Mrd US-Dollar zugestimmt.

Bislang lagen die Arbeiten zur Errichtung des Werkes vor dem Zeitplan. Stainless wird seine Investitionen jetzt jedoch vor dem Hintergrund der derzeitigen Nachfrageschwäche auf dem nordamerikanischen Edelstahl-Markt zeitlich strecken. Der Produktionsstart des Kaltwalzwerks verschiebt sich um etwa ein Jahr. Insbesondere die Inbetriebnahme der drei Walzgerüste und damit der Hochlauf des Kaltwalzwerks auf seine volle Kapazität werden gestreckt. Die Kaltbandproduktion soll nun im 4. Quartal 2010 beginnen. Dadurch wird es auch erforderlich, den Start des Hochlaufs für das Stahlwerk auf Anfang 2012 zu verschieben. In der Zwischenzeit kommt das Vormaterial für das Kaltwalzwerk in Mexiko sowie das anlaufende Kaltwalzwerk in Alabama weiterhin aus Europa. Der Umfang des Gesamtprojekts wird beibehalten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Rostfrei-Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt im Verlauf des Jahres 2010 wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehrt.

Auf Grund der geplanten Verschiebung der Inbetriebnahme des Stahlwerks führt das Projektteam von ThyssenKrupp Stainless USA derzeit Neuverhandlungen mit den Lieferanten über eine spätere Lieferung der Anlagen und überarbeitet die Planung. Der Bau der Hallen für das Kaltwalzwerk wird fortgeführt und abgeschlossen. Nach ihrer Fertigstellung werden diese Gebäude genutzt, um bereits angelieferte Anlagenteile und Geräte einzulagern. Die eigentliche Montage der Anlagen beginnt später und wird zeitlich gestreckt.

Im Bereich der gemeinsamen Infrastruktur wird das im Bau befindliche Trainingszentrum planmäßig im September dieses Jahres fertiggestellt werden. Auch die Errichtung des Seehafenterminals in Mobile durch die Alabama State Port Authority macht gute Fortschritte.

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Steel: Auftragseingang halbiert

Steel in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 7.174 3.687 3.986 1.651
Umsatz Mio € 6.853 5.330 3.639 2.405
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 749 307 396 56
Mitarbeiter (31.03.) 40.636 40.071 40.636 40.071

Die globale Wirtschaftskrise trifft das Segment Steel in voller Härte. Nach dem bereits schwachen Start in das Berichtsjahr hat sich die Geschäftslage im 2. Quartal weiter eingetrübt. Im gesamten Berichtszeitraum verringerte sich der wertmäßige Auftragseingang im Vorjahresvergleich um 49 % auf 3,7 Mrd €. Dies war vor allem Folge eines massiven Einbruchs der Bestellmengen um 63 %. Neben dem stark reduzierten Neugeschäft haben dazu auch Stornierungen und Minderungen bereits erteilter Aufträge beigetragen.

Der Umsatz ging um 22 % auf 5,3 Mrd € zurück. Dazu hat insbesondere der Einbruch bei den Versandmengen um 34 % beigetragen, während sich der hohe Anteil des Kontraktgeschäfts am Geschäftsvolumen noch stabilisierend auf das Erlösniveau auswirkte.

Der Gewinn vor Steuern lag trotz Einleitung zusätzlicher Kostensenkungsprogramme mit 307 Mio € um 442 Mio € unter dem Vorjahresergebnis. Hauptgrund war der starke Rückgang der Versandmengen in allen Business Units. Hinzu kamen Vorratsabwertungen in Höhe von 20 Mio €.

Steel musste in nahezu allen Produktionsstufen Beschäftigungsanpassungen vornehmen. Im März wurde der Hochofen 9 in Duisburg mit einer Tageskapazität von 4.500 t Roheisen als Reaktion auf die sich verschärfende Unterbeschäftigung stillgesetzt. Die drei weiteren Hochöfen fahren im Minimalbetrieb. Bei der Beteiligung Hüttenwerke Krupp Mannesmann ist der Hochofen A bereits im Dezember 2008 außer Betrieb genommen worden. In den nachgeschalteten Verarbeitungslinien für Warmband sowie kaltgewalzte und beschichtete Flachprodukte war die Anzahl der Schichten schon ab November gekürzt worden. Auch bei einigen Tochtergesellschaften wurden erhebliche Beschäftigungsanpassungen erforderlich.

Die Zahl der Mitarbeiter im Segment Steel ist durch den starken Personalabbau im Bereich Metal Forming zurückgegangen, der nur teilweise durch die weitere Umsetzung der Wachstumsstrategie in Brasilien und den USA kompensiert wurde. Ende des 1. Halbjahres wurden 565 Mitarbeiter weniger beschäftigt als im Jahr zuvor. Seit Januar 2009 wird im Segment Steel Kurzarbeit verfahren, deren Umfang seitdem – unter Einbeziehung der Verwaltungsbereiche – stark ausgeweitet wurde.

Corporate

Die Business Unit Corporate umfasst die Verwaltungsfunktionen der ThyssenKrupp Steel AG und führt die Bauprojekte in Brasilien und den USA. Während die Vorlaufkosten für das Stahlwerk in Brasilien und das Weiterverarbeitungswerk in Alabama gestiegen sind, führten positive Effekte im Zusammenhang mit Währungsderivaten insgesamt zu einem geringeren Verlust der Business Unit.

Steelmaking

Durch ihr geringes Fremdgeschäft verzeichnete die Business Unit Steelmaking, zu der die gesamte Metallurgie in Duisburg sowie die Transportgesellschaften gehören, einen leichten Umsatzrückgang bei deutlich niedrigerem Gewinn. Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann lag im Berichtszeitraum mit 5,1 Mio t um 28 % unter der vergleichbaren Vorjahresproduktion.

Industry

Infolge des stark rückläufigen Versands ging der Umsatz der Business Unit Industry deutlich zurück. Die zum Teil katastrophale Marktlage in wichtigen Abnehmerbranchen wie der Kaltwalz- und Hausgeräteindustrie, dem Baugewerbe und bei Stahl-Service-Centern belastete massiv das Geschäft des Profit-Centers Industrie/Dienstleistungen/Services. Im Verlauf des Berichtszeitraums haben die Erlöse nachgegeben, und der Gewinn war erheblich niedriger als im Vorjahr. Die eingeleiteten kurzfristigen Kostensenkungsmaßnahmen haben sich stabilisierend auf das Ergebnis ausgewirkt. Der Bereich Heavy Plate und das Competence Center Color/Construction zeigten im 1. Geschäftsjahresquartal noch eine vergleichsweise günstige Umsatzentwicklung. Mittlerweile ist das Geschäft mit Grobblech aber durch die schlechte Beschäftigung in Bereichen wie Baumaschinen, Krane, Schiff- und Nutzfahrzeugbau belastet – mit der Folge eines Gewinnrückgangs. Im Competence Center Color/Construction haben sich die deutlich nachlassende Nachfrage aus dem Hausgeräte- und Baubereich und ein sehr preisaggressives Wettbewerberverhalten zunehmend negativ ausgewirkt. Die europäischen Stahl-Service-Center verzeichneten massive Umsatzeinbußen, die in erster Linie durch rückläufige Mengen, aber auch durch niedrigere Erlöse verursacht wurden. Daher wies Steel-Service Europe einen Verlust aus.

Auto

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise in der Automobilindustrie hat sich auch der Umsatz der Business Unit Auto stark verringert. Trotz gestiegener Erlöse ging der Gewinn durch den drastischen Mengeneinbruch deutlich zurück; dies konnte durch die bereits realisierten Kostensenkungsmaßnahmen nicht ausgeglichen werden. Die Division Auto der ThyssenKrupp Steel AG, auf die mehr als 80 % des Umsatzes der Business Unit Auto entfällt, war besonders stark von dem verschlechterten Abrufverhalten der Kunden betroffen. Auch Tailored Blanks litt unter der Rezession in der Automobilindustrie. Der Umsatz nahm mengenbedingt deutlich ab; das Ergebnis war noch leicht positiv. Unsere Stahl-Service-Aktivitäten in Nordamerika konnten den Gewinn verbessern. Die Mengen gingen allerdings merklich zurück; höhere Erlöse konnten dies nur teilweise ausgleichen, so dass der Umsatz ebenfalls rückläufig war. Auch die Geschäftsentwicklung bei Metal Forming war stark von Kürzungen und Stillständen in der Automobilbranche betroffen: Der Umsatz ging – insbesondere bei unseren ausländischen Gesellschaften – kräftig zurück. Die verschlechterte Absatzsituation und nachlaufende Aufwendungen für Restrukturierungen waren ursächlich für den deutlich gestiegenen Verlust.

Processing

Die Business Unit Processing umfasst unsere Aktivitäten in den Bereichen Tinplate, Medium-wide Strip und GO-Electrical Steel. Der Umsatz gab in Summe nach, wobei das Geschäft in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich verlief. Bei Tinplate konnten wir den Umsatz trotz eines leichten Mengenrückgangs gegenüber dem Vorjahr nochmals ausweiten. Per Januar ließen sich auch höhere Preise am Markt durchsetzen. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete damit ein höheres Ergebnis als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Allerdings hat sich der Wettbewerb verschärft, da Konkurrenten angesichts der relativ attraktiven Preise und stabileren Nachfrage den Verpackungsblechmarkt für sich wiederentdecken. Deutlich schwieriger war das Geschäft im Bereich Medium-wide Strip, das wegen der starken Abhängigkeit von der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie massive Mengeneinbrüche verzeichnete. Der Umsatz blieb erheblich unter Vorjahreshöhe, und der Bereich schloss mit einem leichten Verlust ab. Auch im Bereich GO-Electrical Steel waren die letzten Monate von verminderten Absatzmengen geprägt; Umsatz und Gewinn gingen dadurch zurück. Auch hier konnten die erreichten Kostensenkungen den marktbedingten Ergebnisrückgang nur teilweise ausgleichen.

Stainless: Drastischer Nachfrage- und Ergebniseinbruch

Stainless in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 4.151 1.785 2.001 819
Umsatz Mio € 3.793 2.161 1.955 988
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € – 7 – 622 38 – 373
Mitarbeiter (31.03.) 12.042 12.079 12.042 12.079

Auf Grund des drastisch verschlechterten Marktumfeldes verzeichnete ThyssenKrupp Stainless im 1. Halbjahr 2008/2009 einen Rückgang der mengenmäßigen Auftragseingänge um 603.000 t oder 46 %. Wegen der gesunkenen Erlöse fielen die wertmäßigen Auftragseingänge sogar um 2,4 Mrd € oder 57 %. Besonders stark war der Nachfragerückgang bei Edelstahl Rostfrei. Hier sank das mengenmäßige Auftragseingangsvolumen bei Kaltband um 47 % und bei Warmband um 42 %. Bei Nickellegierungen gaben die Bestellungen um 35 % nach, bei Titan um 23 %.

Die Gesamtlieferungen von ThyssenKrupp Stainless lagen im Berichtszeitraum bei 793.000 t und damit 34 % unter Vorjahresniveau. Vor allem die Lieferungen von Rostfrei-Kaltband und Rostfrei-Warmband gingen zurück. Der Versand von Titan legte dagegen im Vergleich zum Vorjahr leicht zu, während er bei Nickellegierungen nachgab. Insgesamt ließen die reduzierten Versandmengen sowie niedrigere Basispreise und Legierungszuschläge den Umsatz des Segments im 1. Halbjahr 2008/2009 um 43 % auf 2,2 Mrd € abnehmen.

Stainless musste im 1. Halbjahr 2008/2009 im Vergleich zum Vorjahr einen signifikanten Ergebniseinbruch um 615 Mio € auf -622 Mio € hinnehmen; alle Business Units befanden sich in der Verlustzone. Ausschlaggebend für diesen Ergebnisabsturz war ein in diesem Ausmaß bisher unbekannter Nachfrageeinbruch in allen für Edelstahl wichtigen Kundensegmenten – ausgelöst durch den Verfall der Rohstoffpreise und verstärkt durch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dies führte zu einer zunehmenden Unterauslastung der Kapazitäten aller Rostfrei-Flach-Hersteller mit der Folge drastischer Produktionsanpassungen. In diesem insgesamt rezessiven Marktumfeld gaben auch die Basispreise weiter nach und verschärften zunehmend die Verlustsituation. Darüber hinaus wurde das Ergebnis in hohem Maße durch die erforderlichen Vorratsabwertungen in Höhe von 160 Mio € belastet, die auf Grund des gravierenden Preisverfalls bei den für die Edelstahlproduktion relevanten Legierungsrohstoffen wie Nickel, Chrom, Molybdän und Schrott erforderlich wurden. Weiterhin wurde das Ergebnis durch Wertminderungsaufwendungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 60 Mio € negativ beeinflusst.

Stainless hat auf die angespannte Ertragslage umgehend mit ergebnis- und cash-verbessernden Maßnahmenprogrammen reagiert. Diese umfassen eine deutliche Kostensenkung und weitere Kostenflexibilisierung unter Einsatz des Gesamtspektrums personalpolitischer Maßnahmen, ein optimiertes Bestandsmanagement sowie die zeitliche Verschiebung bzw. Streckung investiver Maßnahmen. Darüber hinaus haben wir zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ein Performance-Steigerungsprogramm gestartet (SPRINT = Stainless Performance Improvement).

Zum Ende des 1. Halbjahres 2008/2009 hat die Zahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr um 37 zugenommen. Die nachfragebedingte Unterauslastung der Werke machte es notwendig, in weiten Teilen des Segments Kurzarbeit einzuführen, nachdem bestehende Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut waren.

ThyssenKrupp Nirosta

Die Situation bei ThyssenKrupp Nirosta war im Berichtszeitraum, wie bei den übrigen Rostfrei-Gesellschaften der Gruppe, durch die zunehmend schwächere Nachfrage im Handelsbereich sowie ein geringeres Endkundengeschäft geprägt. Diese insgesamt negative Entwicklung spiegelt sich in deutlich zurückgehenden Auftragseingängen wider. Daraus resultierende rückläufige Versandmengen und geringere Erlöse führten zu einem starken Umsatz- und Ergebniseinbruch. Notwendige Bestandsabwertungen haben die Verluste im 1. Halbjahr zusätzlich erhöht. Die ergriffenen Anpassungsmaßnahmen auf der Produktions- und Kostenseite konnten den Ergebniseinbruch lediglich abmildern. In der Business Unit wurde Kurzarbeit geleistet.

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni

Auch bei der italienischen Business Unit ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni machte sich im 1. Halbjahr die rückläufige Nachfrage nach RSH-Erzeugnissen zunehmend bemerkbar. Dementsprechend wurden im Kaltwalzwerk die Produktion reduziert und für das Stahlwerk Kurzarbeit vereinbart. Im niedrigeren Umsatz der italienischen Business Unit spiegeln sich die Produktionsstillstände in den Werken wider. ThyssenKrupp Titanium konnte wegen der schwachen Nachfrage aus Luftfahrt und Anlagenbau die Werkskapazitäten nicht auslasten. Der Umsatz gab wegen des deutlich gesunkenen Preisniveaus für Titanhalbzeuge nach. Auf Grund der desolaten Lage auf den Rostfrei-Märkten musste ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni einen erheblichen Verlust hinnehmen. Neben erforderlichen Bestandsabwertungen hat auch das rückläufige Titangeschäft das Ergebnis belastet. Die robuste Gewinnentwicklung im Bereich der Schmiedeaktivitäten und die eingeleiteten Kostensenkungsprogramme konnten den Ergebniseinbruch nicht abfedern.

ThyssenKrupp Mexinox

Bei ThyssenKrupp Mexinox fielen der mengenmäßige Auftragseingang sowie der Umsatz erheblich unter das Niveau des Vorjahreshalbjahres. Die Produktion wurde deutlich heruntergefahren. Die weiterhin rezessive Entwicklung auf dem US- und dem mexikanischen Markt sowie die durch den Rohstoffpreisverfall bedingten Bestandsabwertungen verursachten einen gravierenden Ergebnisrückgang.

Shanghai Krupp Stainless

In einem von Überkapazitäten geprägten schwierigen Marktumfeld in China musste Shanghai Krupp Stainless einen beträchtlich niedrigeren mengenmäßigen Auftragseingang hinnehmen. Die Produktion wurde der extrem geringen Nachfrage angepasst. Auch der Umsatz lag drastisch unter dem Niveau des Vorjahres. Die Unterauslastung des Werkes und ein erheblich reduziertes Versandniveau ließen in Verbindung mit einem schwachen Preisniveau auf dem Inlandsmarkt und notwendigen Bestandsabwertungen das Ergebnis einbrechen.

ThyssenKrupp Stainless International

Die Business Unit ThyssenKrupp Stainless International verzeichnete auf Grund der weltweit geringen Nachfrage sowohl bei den Auftragseingängen als auch beim Umsatz erhebliche Einbußen. Die schwache Marktentwicklung sowie die durch den Rohstoffpreisverfall verursachten Bestandsabwertungen in den Service-Centern verursachten einen drastischen Ergebnisrückgang.

ThyssenKrupp VDM

Auch im Bereich Nickellegierungen von ThyssenKrupp VDM sanken Auftragseingang und Umsatz unter das Niveau des Vorjahres. Die Kunden aus dem Anlagenbau, der Öl-, Gas- und chemischen Industrie, aber auch aus dem Luftfahrtbereich und dem Automotive-Sektor haben nur noch sehr zurückhaltend geordert; in mehreren Bereichen der Business Unit musste daher Kurzarbeit vereinbart werden. Damit kam es zu einem deutlichen Ergebniseinbruch; die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konnten die Verlustsituation nur abmildern.

Technologies: Anlagenbau mit stabilem Ergebnisniveau

Technologies in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 6.320 6.620 3.108 1.723
Umsatz Mio € 5.851 5.577 3.029 2.656
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 365 59 186 – 105
Mitarbeiter (31.03.) 53.637 50.978 53.637 50.978

Technologies erzielte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/2009 dank des guten Auftragseingangs von Plant Technology im 1. Quartal sowie der Akquirierung von Großaufträgen bei Marine Systems ein Auftragsplus von 5 %. Im 2. Quartal zeigten sich jedoch auch im Anlagenbau Unsicherheiten und Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen der Kunden, die u.a. aus den finanziellen Engpässen im Bankenbereich, dem Verfall der Rohstoffpreise und den generellen Unsicherheiten im Markt resultierten. Die Nachfrage im Automobilzuliefer- und Baumaschinengeschäft ist im 2. Quartal 2008/2009 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um mehr als 40 % eingebrochen. Der Auftragsbestand von rund 17 Mrd € zum 31. März 2009 stammt hauptsächlich aus dem längerfristigen Projektgeschäft und sichert hier zukünftige Umsätze.

Wegen deutlich höherer Umsatzrealisierungen aus dem Auftragsbestand bei Plant Technology lag der Umsatz des Segments mit 5,6 Mrd € im 1. Halbjahr trotz starker Rückgänge im Automobilzulieferund Baumaschinengeschäft sowie Portfolioveränderungen nur leicht unter dem Vorjahresniveau.

Im 1. Halbjahr erzielte Technologies einen Gewinn von 59 Mio €, der deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums lag, da im 2. Quartal bei Marine Systems u.a. aus der Auftragsstornierung von Containerschiffen, möglichen Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau und höheren Projektkosten im Yachtbau beträchtliche Belastungen verkraftet werden mussten. Hinzu kamen stark rückläufige Umsätze im Automobilzuliefer- und Baumaschinengeschäft, erhebliche Restrukturierungsaufwendungen sowie der wegfallende Ertrag aus einer Unternehmensveräußerung. Hauptergebnisträger war Plant Technology.

Im Wesentlichen auslastungsbedingt, aber auch wegen Portfolioveränderungen ging die Zahl der Mitarbeiter um rund 2.700 zurück. Die Anpassungen betrafen hauptsächlich die Business Units Mechanical Components und Automotive Solutions in den Auslandsgesellschaften. Darüber hinaus wurden seit Beginn des Geschäftsjahres rund 1.700 Mitarbeiter von Fremdfirmen nicht mehr beschäftigt. Zur Anpassung an die rückläufige Beschäftigung waren bis März 2009 über 15.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Plant Technology

Die Auftragsentwicklung im Spezial- und Großanlagenbau von Plant Technology war im 1. Halbjahr 2008/2009 trotz eines schwächeren 2. Quartals insgesamt erfreulich. Während im Zementanlagenbau und bei fördertechnischen Anlagen auf Grund hoher Bestellungen im 1. Quartal der Auftragseingang des Vorjahreszeitraums übertroffen wurde, verzeichnete der Chemieanlagenbau ein geringeres Auftragsvolumen. Hier war zum einen der Vorjahreszeitraum durch die Einbuchung von Großaufträgen positiv beeinflusst, zum anderen verzögerten sich Investitionsentscheidungen der Kunden. Der bereits hohe Vorjahresumsatz wurde wegen des stark angestiegenen Auftragsbestands erheblich übertroffen. Auch das hohe Gewinn-Niveau des Vorjahres konnten wir nochmals beachtlich steigern.

Marine Systems

Mit den Großaufträgen über sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Klasse 214 für Südkorea sowie über zwei Materialpakete der U-Boot-Klasse 212A für Italien konnte Marine Systems den Auftragseingang im 1. Halbjahr erheblich ausweiten. Im zivilen Schiffbau wurde das Auftragsniveau des Vorjahres dagegen nicht erreicht. Die Gründe lagen in einem geringeren Auftragsvolumen bei Yachten, einem sich abschwächenden Reparatur- und Servicegeschäft im 2. Quartal sowie in Auftragsstornierungen im Containerschiffbau auf Grund extrem gesunkener Frachtraten und kundenseitiger Finanzierungsprobleme. Der Umsatz von Marine Systems erreichte annähernd das Vorjahresniveau. Dabei konnten höhere Umsätze im Marineschiffbau Rückgänge im zivilen Schiffbau nicht ganz kompensieren. Marine Systems wies im 1. Halbjahr einen deutlichen Verlust aus. Ursächlich waren beträchtliche Belastungen im 2. Quartal u.a. aus der Auftragsstornierung von Containerschiffen verbunden mit Vorratsabwertungen in Höhe von 13 Mio €, möglichen Nachhaftungsrisiken aus dem zivilen Schiffbau sowie höheren Projektkosten im Yachtenbereich.

Mechanical Components

Die Business Unit Mechanical Components als Hersteller von Hightech-Komponenten für die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau konnte im 1. Halbjahr den Auftragseingang des Vorjahres nicht erreichen. Dies ist auf den Nachfrageeinbruch im Automobil- und Baumaschinengeschäft zurückzuführen. Hiervon waren alle Operating Groups betroffen, besonders stark jedoch das Geschäft mit Baumaschinenkomponenten und geschmiedeten Kurbelwellen. Hinzu kam ein struktureller Basiseffekt durch die Abgabe eines Unternehmens in der 2. Hälfte des vergangenen Geschäftsjahres. Auch der Umsatz lag deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Mechanical Components erzielte einen Gewinn, der jedoch auf Grund der starken Umsatzrückgänge, Restrukturierungsaufwendungen und des wegfallenden Ertrags aus einer Unternehmensveräußerung erheblich unter dem Niveau des Vorjahres lag. Wegen der rückläufigen Beschäftigung wurden eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen wie z.B. der Abbau von Leiharbeit und der Ausbau von Kurzarbeit, Einsparungen im Health-Care-Programm bei den nordamerikanischen Gießereien, aber auch ein starker Personalabbau an ausländischen Standorten ausgeweitet.

Automotive Solutions

Die Business Unit Automotive Solutions liefert innovative Systemlösungen für die Automobilindustrie in den Anwendungsfeldern Lenkungen, Dämpfer, Karosserierohbau, Karosserie- und Fahrwerksteile sowie Montagesysteme für Motoren, Getriebe und Achsen. Der weltweite Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie, insbesondere im 2. Quartal des Geschäftsjahres, führte zu einem geringeren Auftragseingang und Umsatz. Besonders stark war der Umsatzrückgang im Geschäft mit Lenkungen, Dämpfern und Federn. System Engineering als Anlagenbauer für die Automobilindustrie dagegen konnte im 1. Halbjahr höhere Umsätze aus dem Auftragsbestand realisieren. Die Business Unit geriet wegen des Nachfragerückgangs im 1. Halbjahr deutlich in die Verlustzone. Auch hier wurden vielfältige Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Anpassung an die geringere Auslastung umgesetzt.

Transrapid

Transrapid erwirtschaftete einen geringeren Umsatz. Restrukturierungsaufwendungen zur Kapazitätsanpassung führten bei einem ausgeglichenen Ergebnis im 2. Quartal zu einem leichten Verlust im 1. Halbjahr 2008/2009.

Elevator: Deutliches Wachstum

Elevator in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 2.930 2.751 1.464 1.189
Umsatz Mio € 2.348 2.636 1.164 1.293
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 209 302 90 146
Mitarbeiter (31.03.) 40.873 43.306 40.873 43.306

Elevator hat im 1. Halbjahr des Berichtsjahres seine positive Entwicklung weiter fortgesetzt. Der Auftragseingang konnte zwar als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise und des damit verbundenen Marktrückgangs im Neuanlagengeschäft das hohe Niveau des Vorjahreszeitraums nicht ganz erreichen; er ging um 6 % auf 2,8 Mrd € zurück. Hingegen profitierte der Umsatz von den hohen Auftragseingängen des Vorjahres und nahm um 12 % auf 2,6 Mrd € zu.

Auch das Ergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beachtlich gesteigert werden: Es verbesserte sich um 93 Mio € auf 302 Mio €.

Der Mitarbeiteranstieg um 2.400 resultierte im Wesentlichen aus dem verstärkten Ausbau der Dienstleistungsaktivitäten sowie dem hohen Personalbedarf in den Wachstumsmärkten China, Indien und Mittlerer Osten.

Central/Eastern/Northern Europe

Die Business Unit Central/Eastern/Northern Europe verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang des Auftragseingangs. Ursache hierfür war das schwierige Marktumfeld im Neuanlagengeschäft, insbesondere bei den britischen Aktivitäten. In Frankreich konnte der hohe Auftragseingang im Modernisierungsbereich nicht wiederholt werden. Der Umsatz der Business Unit profitierte von den hohen Auftragseingängen des Vorjahres und nahm deutlich zu. Vor allem die französischen, deutschen und niederländischen Aktivitäten haben diese positive Entwicklung getragen. Der Gewinn der Business Unit lag leicht über dem Niveau des Vorjahres; das Ergebnis stieg in beinahe allen Regionen. Lediglich in Österreich/Schweiz sowie bei den osteuropäischen Aktivitäten war ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Southern Europe/Africa/Middle East

Die Business Unit Southern Europe/Africa/Middle East konnte den Auftragseingang im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht ausbauen. Beinahe alle Regionen entwickelten sich positiv. Insbesondere die Aktivitäten in den Golfstaaten sowie die portugiesischen Aktivitäten verzeichneten deutliche Zuwächse. Der Umsatz der Business Unit blieb leicht hinter dem Niveau des Vorjahres zurück, was insbesondere auf einen deutlichen Rückgang des Neuanlagenmarktes in Spanien zurückzuführen war. Umsatzzuwächse wurden hingegen hauptsächlich in der Golfregion erzielt. Das Ergebnis der Business Unit lag vor allem dank einer stabilen Ergebnisentwicklung bei den spanischen und portugiesischen Aktivitäten knapp über dem Vorjahresniveau.

Americas

In der Business Unit Americas blieb der Auftragseingang trotz positiver Wechselkurseffekte unter dem hohen Vorjahreswert. Gerade in Nordamerika waren die Rückgänge als negative Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise spürbar und konnten auch nicht durch die positive Entwicklung bei den südamerikanischen Aktivitäten kompensiert werden. Der Umsatz der Business Unit lag demgegenüber erheblich über dem Vorjahreswert. Hierzu trugen insbesondere die US-amerikanischen Aktivitäten bei, wo sowohl das Neuanlagen- als auch das Dienstleistungsgeschäft vom hohen Auftragsbestand des Vorjahres profitierten. Auch die übrigen Aktivitäten konnten höhere Umsätze erzielen. Der Gewinn der Business Unit übertraf erneut sehr deutlich das Niveau des Vorjahres. Hierzu haben alle Regionen – insbesondere die US-amerikanischen Aktivitäten – beigetragen. Neben den Wechselkurseffekten hat sich auch die Ausweitung des Servicegeschäfts positiv ausgewirkt.

Asia/Pacific

Die Business Unit Asia/Pacific weitete ihren Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr leicht und ihren Umsatz spürbar aus. Der Anstieg beim Auftragseingang war maßgeblich auf die koreanischen und chinesischen Aktivitäten zurückzuführen, die übrigen Regionen blieben hingegen zum Teil deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der starke Umsatzanstieg ging insbesondere auf die chinesischen und australischen Aktivitäten zurück, die von einem sehr hohen Auftragsbestand profitierten. Schwächer war hingegen die Umsatzentwicklung in Korea. Hier belastete der nochmalige Marktrückgang bei Neuanlagen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte die Business Unit im 1. Halbjahr dieses Geschäftsjahres einen leichten Gewinn erzielen; die Ergebnissteigerung wurde durch Verbesserungen in allen Regionen erreicht.

Escalators/Passenger Boarding Bridges

Escalators/Passenger Boarding Bridges baute ihr Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr erheblich aus. Sowohl die Fahrtreppen- als auch die Fluggastbrückenaktivitäten konnten ihren Auftragseingang und Umsatz beträchtlich steigern. Der Bereich Fluggastbrücken profitierte vom Großauftrag "Doha Airport (Katar)". Insbesondere die Fahrtreppenaktivitäten verzeichneten dank der Ausweitung der chinesischen Aktivitäten starke Umsatzzuwächse. Nach einem negativen Ergebnis im Vorjahr erzielte die Business Unit im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn. Hierzu trugen sowohl das Fahrtreppen- als auch das Fluggastbrückengeschäft bei.

Accessibility

Die Business Unit Accessibility setzte ihren stetigen Wachstumskurs erfolgreich fort. Sowohl die europäischen als auch die US-amerikanischen Aktivitäten weiteten das Geschäftsvolumen deutlich aus. Die Expansion in den USA war allerdings auf das zusätzliche Geschäftsvolumen der Gesellschaft National Wheel-O-Vator zurückzuführen, die Mitte letzten Jahres erworben wurde; die Marktsituation bei amerikanischen Einfamilienhäusern blieb nach wie vor schwierig. Das Ergebnis der Business Unit entwickelte sich als Folge der Umsatzsteigerung ebenfalls sehr positiv; gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist der Gewinn erheblich gestiegen. Diese positive Entwicklung wurde allein durch die europäischen Aktivitäten getragen; die amerikanischen Aktivitäten verzeichneten dagegen ein negatives Ergebnis.

Services: Wertberichtigungen erforderlich

Services in Zahlen

1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Auftragseingang Mio € 8.273 6.260 4.322 2.514
Umsatz Mio € 8.099 6.629 4.232 2.903
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio € 267 – 48 135 – 78
Mitarbeiter (31.03.) 46.318 44.512 46.318 44.512

Das Segment Services erzielte im 1. Halbjahr 2008/2009 einen Umsatz von 6,6 Mrd €, 18 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Nachfrage nach Roh- und Werkstoffen ist im Verlauf des Berichtsjahres weiter stark gesunken. Auch der Preisverfall hat sich bei nahezu allen Produkten verstärkt fortgesetzt. Damit beliefen sich die Wertberichtigungen im Vorratsvermögen zum 31. März 2009 auf 45 Mio €.

Die massiven Ergebniseinbußen im Rohstoff- und Werkstoffgeschäft konnten durch die Gewinne der übrigen Bereiche nicht ausgeglichen werden, so dass das Segment mit einem Verlust von 48 Mio € das vergleichbare Vorjahresergebnis um 315 Mio € verfehlte. Die Kostensenkungsmaßnahmen wurden in allen Business Units und auf allen Ebenen des Segments verstärkt fortgesetzt.

Gegenüber dem Vergleichsstichtag beschäftigte Services am 31. März 2009 rund 1.800 Mitarbeiter weniger. Die gute Auftragssituation in Brasilien führte zu einem Aufbau von rund 1.200 Personen; dem stand ein beschäftigungsbedingter Abbau bei Materials Services und Industrial Services in Höhe von rund 3.000 Arbeitsplätzen gegenüber. Während im Werkstoffgeschäft insbesondere die Auslandsaktivitäten in Nordamerika und Europa betroffen waren, ging die Beschäftigtenzahl bei Industrial Services vor allem bei den automobilnahen Dienstleistungen im Inland sowie bei den Gerüstdienstleistungen in den USA zurück.

Materials Services International

Produktionskürzungen, Kurzarbeit, Betriebsstillstände und verlängerte Ferien sowie ein systematischer weiterer Lagerabbau kennzeichneten die Marktsituation weltweit bei nahezu allen Kunden der Business Unit. Mit Ausnahme des Bereichs Aerospace verzeichnete Materials Services International gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Umsatzminus. Dies galt in gleichem Umfang für Deutschland sowie West- und Osteuropa; noch deutlicher waren die Einbußen in Südamerika und Asien. Der Nachfragerückgang wurde von einem weiteren massiven Preisverfall begleitet, der Walzstahl und Edelstahl, aber zunehmend auch NE-Metalle und Rohre betraf. Unverändert schwach entwickelte sich ebenfalls das Kunststoffgeschäft, da die Bestellungen aus der Industrie und dem Bausektor spürbar zurückgingen. Die Preisentwicklung blieb über das gesamte Sortiment hinweg völlig unbefriedigend und machte zum Halbjahresstichtag massive Abwertungen der Vorräte notwendig. Dadurch schloss Materials Services International den Berichtszeitraum mit einem deutlichen Verlust ab.

Materials Services North America

Die Rezession in Nordamerika und der damit verbundene Nachfrage- und Preisrückgang bei Qualitätsund Edelstahl sowie NE-Metallen haben sich weiter fortgesetzt. Insgesamt fiel der Umsatzrückgang der Business Unit trotz der günstigeren Euro/US-Dollar-Relation noch stärker aus als in der übrigen Welt. Auch die Ergebnissituation hat sich weiter verschlechtert; die Business Unit verzeichnete einen nennenswerten Verlust.

Industrial Services

Die Business Unit Industrial Services hat im 1. Halbjahr 2008/2009 das Umsatzniveau des Vorjahres leicht überschritten. Während das Geschäft insbesondere mit der Automobilindustrie stark zurückging, konnten die Gerüstdienstleistungen in Nordamerika, vor allem durch ein Großprojekt zur Energiegewinnung in Kanada, ausgeweitet werden. Gut entwickelte sich auch das übrige Dienstleistungsgeschäft mit der Energiewirtschaft und der Petrochemie. Auf Grund des massiven Rückgangs bei den Dienstleistungsaktivitäten für den Automobilbau hat Industrial Services den Vorjahresgewinn nicht wieder erreicht, schloss aber deutlich positiv ab.

Wie bereits im Bericht über das 1. Quartal erläutert, wird die Business Unit Industrial Services veräußert werden. Die nicht zum Verkauf stehenden Bereiche Stahlwerksdienstleistungen sowie Industriedienstleistungen in Brasilien wurden deshalb mit Beginn des Geschäftsjahres 2008/2009 der Business Unit Special Products zugeordnet.

Special Products

Die Business Unit – im 1. Quartal noch über dem Vorjahresumsatz – litt im weiteren Verlauf des 1. Halbjahres unter dem starken Einbruch und dem drastischen Preisverfall im Rohstoffgeschäft und erreichte nicht den Umsatz des Vorjahreszeitraums. Im Walzstahl- und Rohrbereich konnten noch größere Projekte abgerechnet werden, so dass der Umsatz leicht über dem Vorjahr lag. Gleiches gilt für die Bau- und Gleistechnik. Der dieser Business Unit neu zugeordnete Dienstleistungsbereich erreichte in etwa wieder das Niveau des Vorjahres. Hierbei wurde der Umsatzrückgang der Stahlwerksdienstleistungen im Inland weitgehend durch die brasilianischen Aktivitäten ausgeglichen. Die Business Unit erwirtschaftete den größten Gewinnbeitrag des Segments; allerdings konnten die übrigen Aktivitäten den Ergebnisrückgang im Rohstoffgeschäft nicht aufwiegen.

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschließlich der konzerninternen Dienstleistungen sowie inaktive Gesellschaften, die sich nicht einzelnen Segmenten zuordnen lassen. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien, die zentral im Bereich Corporate geführt und verwertet werden. Der Umsatz erreichte im 1. Halbjahr 2008/2009 wie im Vorjahr 60 Mio €.

Das Ergebnis von Corporate lag im 1. Halbjahr 2008/2009 bei -211 Mio €. Im Vorjahresvergleich ist das eine Veränderung um -30 Mio €. Diese Ergebnisveränderung resultiert im Wesentlichen aus einem schlechteren Zinsergebnis auf Grund erhöhter Kreditaufnahmen. Gegenläufig wirkten Effekte aus den Cross-Currency-Swaps sowie eine Reduzierung von Verwaltungskosten.

Die Position Konsolidierung enthält im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der Konzernzwischengewinne.

ThyssenKrupp Aktie

Die Kursentwicklung der ThyssenKrupp Aktie im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/2009 war ganz wesentlich von den Auswirkungen der Finanzkrise und des globalen wirtschaftlichen Abschwungs bestimmt. In den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres verloren insbesondere Aktien von Stahlunternehmen – diese werden an der Börse allgemein als so genannte Frühzykliker eingestuft – infolge der nach der "Lehman-Pleite" massiv zunehmenden wirtschaftlichen Befürchtungen erheblich an Wert. Am 20. November 2008 erreichte die ThyssenKrupp Aktie im Zuge dieser Entwicklung mit 12,11 € den Tiefstpunkt im 1. Halbjahr. In der Kursrallye zum Jahresende 2008 konnte unsere Aktie die Indizes DAX und DJ STOXX in der Wertentwicklung übertreffen und notierte am 06. Januar 2009 mit 20,50 € auf dem Höchststand des bisherigen Geschäftsjahres.

Im 2. Quartal des Geschäftsjahres gewann die Talfahrt der Weltwirtschaft erneut an Dynamik. Dies spiegelte sich in der Kursentwicklung an den Aktienmärkten wider. Die ThyssenKrupp Aktie konnte sich dem nicht entziehen. Erst gegen Ende des 2. Quartals verbesserten sich die Erwartungen an das gesamtwirtschaftliche Umfeld zeitweise und führten bei Aktien aus dem Stahlsektor zu einer erneuten Rallye und zu einer Outperformance im Vergleich zu den Benchmark-Indizes. Allerdings konnte die ThyssenKrupp Aktie die vorangegangenen Verluste noch nicht wieder aufholen. Am 31. März 2009 notierte sie bei 13,17 € mit einem Minus von 37 % gegenüber dem 30. September 2008. Zu Beginn des 3. Quartals setzten sich die Kurssteigerungen weiter fort.

Entwicklung der Thyssenkrupp Aktie im Vergleich indexiert, vom 01.10.2008 bis 30.04.2009 in %

ThyssenKrupp DJ STOXX DAX

Aktionärsstruktur im Kern stabil

Die Finanzkrise hat sich auf die Aktionärsstruktur der ThyssenKrupp AG bis jetzt nur in geringem Maße ausgewirkt. Die regelmäßig durchgeführte Analyse hat per 31. März 2009 ergeben, dass der Anteil institutioneller Anleger mit Sitz in Deutschland auf 14,1 % am Grundkapital angestiegen ist – der höchste Wert seit 2003. Im Oktober 2008 lag der Anteil noch bei 10,3 %. Investoren aus der Region Großbritannien/Irland haben ihre Position in ThyssenKrupp Aktien ebenfalls leicht auf nun 8,2 % aufgestockt. In Nordamerika und Europa (ohne Großbritannien und Deutschland) haben wir dagegen eine leichte Reduzierung festgestellt: Investoren in Nordamerika hielten demnach zum Stichtag 10,4 % und in Europa 7,2 % vom Grundkapital. Die bedeutendsten Länder innerhalb Europas waren wieder die Schweiz, Frankreich und die Niederlande.

Größter Aktionär der ThyssenKrupp AG ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit Sitz in Essen. Die Stiftung hielt per Ende März 2009 insgesamt 25,33 % am Grundkapital. Ihr Anteil ist damit seit der letzten Erhebung im Oktober 2008 geringfügig angestiegen.

Unter Berücksichtigung des Anteils der Stiftung und der in unverändertem Umfang gehaltenen eigenen Aktien beträgt der Free Float oder Streubesitz, der in der Regel zur Gewichtung der ThyssenKrupp Aktie in Aktienindizes herangezogen wird, 64,75 % des Grundkapitals.

Basisinformationen zur Börsennotiz

Die ThyssenKrupp Aktie ist seit dem 25. März 1999 an den folgenden Börsenplätzen notiert:

Börsenplätze Wertpapier
Kenn-Nummern
Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf DE 000 750 0001
Kürzel
Börsen Frankfurt, Düsseldorf TKA
Reuters Börse Frankfurt TKAG.F
Xetra-Handel TKAG.DE
Bloomberg Xetra-Handel TKA GY

Innovationen

Innovationen spielen auch in Zeiten der Wirtschaftskrise eine zentrale Rolle in der Strategie von ThyssenKrupp. In der 1. Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres haben unsere Forscher und Entwickler deshalb zahlreiche Produkte und Verfahren marktorientiert neu- bzw. weiterentwickelt. Vor allem eine noch effizientere Nutzung von Ressourcen und Energie stand im Mittelpunkt vieler Projekte. Mögliche Synergien innerhalb des Konzerns gezielt aufzuspüren, war dabei eine wichtige Aufgabe.

Steel: Neue Werkstoffe für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

Speziell für PKW-Elektromotoren haben Forscher des Segments Steel den neuen Werkstoff 330-30 AP entwickelt. Er gehört zur Werkstoffgruppe "Nichtkornorientiertes Elektroband" und ist auf den begrenzten Bauraum, die hohen Drehzahlen und die extremen Temperaturen schnell drehender elektrischer Antriebe abgestimmt. Das Material ist sowohl für Hybridantriebe, bei denen der Verbrennungsmotor durch einen Elektroantrieb unterstützt wird, als auch für vollelektrische Antriebe geeignet. Solche Antriebe können die durch Kraftfahrzeuge verursachten CO2 -Emissionen nachhaltig verringern.

Nichtkornorientiertes Elektroband ist eine weichmagnetische Stahlsorte mit einem Silizium-Aluminiumgehalt von bis zu 4,5 % und niedrigen Kohlenstoffanteilen. In elektrischen Maschinen bündelt und verstärkt es als Eisenkern den magnetischen Fluss. Für den Einsatz in PKW-Elektromotoren wurde insbesondere die Gefügestruktur – also Korngröße und Kornausrichtung – des neuen Werkstoffs optimiert. Er zeichnet sich deshalb durch niedrige Ummagnetisierungsverluste, hohe Polarisationswerte und gute Wärmeleitfähigkeit aus. Mit diesen Eigenschaften nimmt der neue Werkstoff eine Spitzenposition unter den derzeit für Hybrid- und Elektroantriebe verfügbaren weichmagnetischen Werkstoffen ein.

Stainless: Innovative Drähte für die Energietechnik

Verstärkt im Fokus des Segments Stainless steht die Entwicklung neuer Drahtwerkstoffe aus Nickellegierungen. Ein neuer Werkstoff für Heizleiter, die Nickel-Chrom-Legierung Cronifer® 40B, konnte bereits erfolgreich im Markt platziert werden. Heizleiter werden aus Draht hergestellt und in Heizelementen von Haushaltsgeräten eingesetzt. Der neu eingeführte Werkstoff überzeugt durch Lebensdauer und Formstabilität und ist zudem kostengünstiger als der bisher eingesetzte Werkstoff.

Aktuelle Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auch auf verbesserte Schweißzusatzwerkstoffe. Für den Einsatz unter extremen Korrosionsbedingungen, wie sie in Anlagen der Müll- und Biomasseverbrennung sowie der Erdgasförderung auftreten, erhalten Stähle üblicherweise eine Plattierschicht aus einer korrosionsbeständigen Nickellegierung. Diese Plattierung wird aufgeschweißt, und danach sollte die Oberfläche metallisch blank und ohne Fehler sein. In einem Forschungsprojekt haben wir den Zusatzwerkstoff für dieses Auftragsschweißen durch metallurgische Maßnahmen so weiterentwickelt, dass alle Anforderungen an ein blankes, fehlerfreies Schweißgut noch besser erfüllt werden. Selbst nach dem Aufbringen mehrerer Lagen übereinander müssen die Schweißgutoberflächen in der Regel nicht mechanisch nachbearbeitet werden. Der Nutzen für unsere Kunden ist enorm: Auftragsgeschweißte Bauteile lassen sich mit dem neuen Schweißzusatzwerkstoff Nicrofer® S6020 um 10 % bis 30 % schneller herstellen.

Technologies: Nockenwellen senken Kraftstoffverbrauch

Für die Nutzfahrzeugindustrie haben unsere Ingenieure eine gebaute Nockenwelle entwickelt, die bis zu 35 % leichter ist und gleichzeitig bis zu 10 % weniger kostet. Bei dieser innovativen Nockenwelle kann das Rohmaterial, das für die Herstellung verwendet wird, erheblich reduziert werden – teilweise um 25 kg pro Welle. So lassen sich bereits während der Herstellung Material und Energie einsparen. Im späteren Fahrzeugbetrieb geht dank der geringeren bewegten Massen der Kraftstoffverbrauch erheblich zurück, gleichzeitig verlängert sich die Motorlebensdauer signifikant. Um die vorliegenden Anfragen nach solchen innovativen Nockenwellen zu erfüllen, ging jetzt die erste vollautomatische Montageanlage in Betrieb. Mit ihr können wir Nockenwellen mit einer Länge bis zu 2.200 mm bei vollständiger Überwachung aller erforderlichen Qualitätsparameter unter Serienbedingungen kostengünstig bauen.

Elevator: Schnellste Doppeldeckeraufzüge der Welt

Nach dreijähriger Planungs-, Fertigungs- und Montagephase hat das Segment Elevator im neuen Shanghai World Financial Center, dem höchsten Gebäude Chinas, eine besonders schnelle Art der Fortbewegung geschaffen. Die vier Doppeldeckeraufzüge bestehen jeweils aus zwei fest miteinander verbundenen Kabinen mit einer Tragkraft von je 2.000 kg. Sie bedienen eine Skylobby in 240 m Höhe. Den Weg dorthin erreichen die Besucher in Rekordtempo: Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 10 m pro Sekunde (36 km/h) sind diese Anlagen die schnellsten Doppeldeckeraufzüge der Welt.

Um die hohen Geschwindigkeiten im Aufzugsschacht zu erreichen, haben unsere Ingenieure aerodynamische Verkleidungen für Kabinen und Türen entwickelt. Daneben sorgt eine elektronische Rollenführung für eine vibrations- und schwingungsarme Aufzugsfahrt. Schon bei der Installation der Führungsschienen im Schacht wurde mit Hilfe von moderner Lasertechnologie auf äußerste Präzision geachtet, um den Passagieren auch bei hoher Geschwindigkeit höchsten Fahrtkomfort zu ermöglichen.

Services: Hochtemperatur-Wärmespeicher für moderne Kraftwerke

Im Segment Services haben wir die Entwicklung eines Hochtemperatur-Wärmespeichers für Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke gestartet. Ziel ist der Bau einer Pilot-Anlage von RWE Power in Dortmund, in der das Know-how von ThyssenKrupp eingebunden wird. Die Integration eines solchen Speichers in den Kraftwerksprozess entkoppelt zeitlich die Bereitstellung von Strom und Wärme: Die tagsüber über den Kundenbedarf hinaus produzierte Wärme lässt sich im Speicher "parken" und kann nachts bei abgeschalteter Gasturbine wieder abgegeben werden. Bislang ist diese Trennung bei Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken, die in umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung betrieben werden, nicht möglich.

Mitarbeiter

Mitarbeiterzahl deutlich rückläufig

Die Zahl der Mitarbeiter ist in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen. Am 31. März 2009 zählte ThyssenKrupp weltweit 192.521 Mitarbeiter, 6.853 oder 3,4 % weniger als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2008. Elevator hat die Mitarbeiterzahl dank der expansiven Geschäftsentwicklung erhöht. In den übrigen Segmenten kam es zu Stellenkürzungen.

Auch gegenüber dem Vorjahresstichtag 31. März 2008 nahm die Zahl der Beschäftigten ab, insgesamt um 3.307 Mitarbeiter oder 1,7 %. Der Rückgang erfolgte im Wesentlichen in den Segmenten Technologies und Services.

Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich sowohl in Deutschland als auch in den übrigen Ländern. In Deutschland ging im Vergleich zum 30. September 2008 die Mitarbeiterzahl um 2,6 % auf 82.895 zurück, in den übrigen Ländern um 4,1 % auf 109.626. Ende März 2009 hatten damit 43 % der Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Deutschland. Im europäischen Ausland waren 23 % der Mitarbeiter und im Nafta-Raum 15 % tätig. In Südamerika arbeiteten 8 % und in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie den übrigen Regionen 11 % unserer Mitarbeiter.

Auf Grund des weltweit zum Teil dramatischen Nachfrageeinbruchs musste bei ThyssenKrupp im In- und Ausland Kurzarbeit verfahren werden. In Deutschland waren davon im 1. Halbjahr 2008/2009 rund 23.000 Mitarbeiter betroffen, im Ausland rund 16.000 Mitarbeiter. Schwerpunkte lagen bei ThyssenKrupp Steel, ThyssenKrupp Nirosta, ThyssenKrupp Gerlach und ThyssenKrupp Bilstein. Im Ausland wurde vor allem bei Berco und ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni in Italien sowie bei ThyssenKrupp Presta in Liechtenstein Kurzarbeit verfahren. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Mitarbeiter von Fremdfirmen reduziert; konzernweit betraf das mehr als 4.000 Arbeitskräfte, davon rund 2.700 in Deutschland.

Neues Bewerbermanagementsystem

ThyssenKrupp erhält pro Jahr in Deutschland rund 100.000 Bewerbungen; weltweit bewerben sich pro Jahr sogar rund 250.000 Menschen im Konzern. Seit April 2008 setzen wir deutschlandweit ein neues Bewerbermanagementsystem ein, um diese hohe Zahl an Bewerbungen noch professioneller, schneller und mit geringerem administrativen Aufwand zu bearbeiten.

In Verbindung mit den neuen Karriereseiten auf unserer Website haben Bewerber nun die Möglichkeit, sich komfortabel und schneller auf ausgeschriebene Stellen direkt zu bewerben. Initiativbewerbungen sind natürlich ebenfalls möglich. Diese Bewerbungen laufen in den ThyssenKrupp Talent-Pool, auf den alle Personalverantwortlichen in Deutschland Zugriff haben. Durch die Einführung des neuen Systems schafft der Konzern für beide Seiten – die Bewerber wie die Personalfachleute – ein qualitativ hochwertiges Instrument, das den Bewerbungsprozess vereinfacht.

Finanz- und Vermögenslage

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Aus der operativen Geschäftstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss in Höhe von 623 Mio €, nach 833 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Verschlechterung des Operating Cash-Flow um 210 Mio € resultierte im Wesentlichen aus einem um 1.341 Mio € verminderten Periodenüberschuss vor Abschreibungen und Zuschreibungen im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten sowie vor latenten Steuern, dem eine um 1.048 Mio € verbesserte Mittelbindungssituation bei den operativen Aktiva und Passiva gegenüberstand.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich um 280 Mio € auf 2.063 Mio €. Ursache hierfür waren insbesondere die um 227 Mio € auf 1.916 Mio € gestiegenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen einschließlich geleisteter Anzahlungen.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, wies wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum einen negativen Wert auf. Im Vorjahresvergleich verschlechterte er sich um 490 Mio € auf -1.440 Mio €.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2.412 Mio € nach einem Mittelabfluss von 700 Mio € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ursache hierfür waren insbesondere die um 2.644 Mio € erhöhte Aufnahme von Brutto-Finanzschulden sowie nur im Vorjahr zu berücksichtigende Auszahlungen von 523 Mio € für den Erwerb eigener Anteile.

Analyse der Bilanzstruktur

Insgesamt verminderte sich die Bilanzsumme gegenüber dem 30. September 2008 um 243 Mio € auf 41.399 Mio €.

Die langfristigen Vermögenswerte nahmen um insgesamt 1.835 Mio € zu. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Sachanlagen (946 Mio €), die insbesondere den Baufortschritt der beiden Großprojekte in Brasilien und in den USA betraf, und einer Zunahme der innerhalb der langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Bau des Stahlwerks in Brasilien erfassten geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen (356 Mio €). Darüber hinaus stiegen die latenten Steuern um 432 Mio €, was im Wesentlichen mit Verlusten im Zusammenhang steht, die sich erst zukünftig steuermindernd auswirken werden.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verminderten sich insgesamt um 2.078 Mio €. Dieser Rückgang resultierte hauptsächlich aus deutlichen Abnahmen bei den Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus einem Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Die Vorräte verringerten sich insgesamt um 1.055 Mio € auf 8.439 Mio €. Der Rückgang betraf insbesondere die Segmente Stainless (710 Mio €) und Services (492 Mio €) und resultierte aus einem mengenmäßigen Abbau der Vorräte verbunden mit deutlichen preisbedingten Abwertungen der Vorratsbestände.

Der starke Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1.954 Mio € betraf insbesondere die Segmente Steel (511 Mio €), Stainless (294 Mio €) sowie Services (675 Mio €) und stand im Zusammenhang mit der erheblich abgeschwächten Geschäftstätigkeit.

Der Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 963 Mio € auf 3.688 Mio € ergab sich insbesondere aus der Netto-Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 3.105 Mio €, der ein auf Grund der abgeschwächten Geschäftstätigkeit und der hohen Investitionsausgaben negativer Free Cash-Flow (-1.440 Mio €) sowie Dividendenzahlungen (640 Mio €) gegenüberstanden.

Die Abnahme des Eigenkapitals um 1.307 Mio € auf 10.182 Mio € betraf mit 199 Mio € den im Berichtszeitraum erzielten Periodenfehlbetrag, Gewinnausschüttungen im Berichtszeitraum in Höhe von 640 Mio € sowie direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen im Zusammenhang mit versicherungsmathematischen Verlusten aus der Pensionsbewertung in Höhe von 550 Mio € vor Steuern. Gegenläufig wirkten direkt im Eigenkapital erfasste Steuereffekte von 177 Mio €.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt um 4.106 Mio €. Hiervon entfielen 3.497 Mio € auf den Anstieg der langfristigen Finanzschulden sowie 517 Mio € auf den Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen durch die zum 31. März 2009 vorgenommene Neubewertung als Folge der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlich veränderten Zinssatzsituation in Deutschland sowie rückläufiger Planvermögenswerte im Zusammenhang mit den negativen Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten nahmen um 3.042 Mio € ab. Verantwortlich für diesen Rückgang war insbesondere die erhebliche Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 2.269 Mio €; sie betraf im Wesentlichen die Segmente Steel (591 Mio €), Stainless (695 Mio €) sowie Services (711 Mio €) als Folge der stark rückläufigen Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus erfolgte ein Abbau der kurzfristigen Finanzschulden um 406 Mio €. Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 452 Mio € resultierte hauptsächlich aus einem Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft sowie aus der Ausübung der Put-Option durch One Equity Partner (OEP) im Zusammenhang mit dem Erwerb des 25%igen Restanteils an der ThyssenKrupp Marine Systems AG.

Risikobericht

ThyssenKrupp ist im laufenden Geschäftsjahr erheblich von den Auswirkungen der Finanzkrise und den Effekten auf die Realwirtschaft betroffen. Dank dem systematischen und effizienten Risikomanagementsystem bleiben diese Risiken aber begrenzt und überschaubar. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht. Auf die aktuellen gesamtwirtschaftlichen Risiken insbesondere in den für uns wichtigen Märkten der Auto-, Maschinenbau- und Bauindustrie reagieren wir mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, indem wir in allen Konzernbereichen nachhaltige Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen umsetzen.

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise stehen finanzwirtschaftliche Risiken wie das Liquiditätsund das Kreditrisiko verstärkt im Fokus. ThyssenKrupp berücksichtigt und managt diese Risiken und steuert den Liquiditätsbedarf vorausschauend. Trotz des schwierigen Marktumfeldes steht die Finanzierung im Geschäftsjahr 2008/2009 auf einer gesicherten Basis. So konnte der Konzern im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine neue Anleihe begeben und dadurch das Fälligkeitenprofil verbessern sowie die Liquiditätssituation weiter stärken. Allerdings konnte sich auch ThyssenKrupp nicht den aktuellen Marktbedingungen entziehen, die durch relativ hohe Risikoaufschläge für Fremdkapitalfinanzierungen gekennzeichnet sind.

Im Gegensatz zu den gestiegenen Risikoaufschlägen bei Neufinanzierungen wirken sich die Leitzinssenkungen positiv auf die Refinanzierungskosten aus, da sie über die ebenfalls gesunkenen Interbankenzinsen auch den Basiszins unserer bestehenden variablen Kreditlinien reduzieren.

Das Kreditrisiko (Ausfallrisiko) ergibt sich daraus, dass der Konzern bei Finanzinstrumenten, z.B. bei Geldanlagen, dem Risiko einer möglichen Nichterfüllung durch eine Vertragspartei ausgesetzt ist. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise gewinnt das Ausfallrisiko zusätzlich an Bedeutung; wir steuern es deshalb durch unsere Geschäftspolitik mit besonderer Vorsicht. Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich werden grundsätzlich nur mit Kontrahenten sehr guter Bonität unter Einhaltung vorgegebener Risikolimite abgeschlossen.

Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.

Insbesondere in unseren Segmenten Steel und Stainless, aber auch in den Automobilzuliefer- und Schiffbauaktivitäten von Technologies bestehen auf Grund des verlangsamten Wachstums auf unseren Kernmärkten erhebliche Mengen- und Preisrisiken, die zu Anpassungsmaßnahmen zwingen. Durch Kurzarbeit in den betroffenen Bereichen und zusätzliche Maßnahmenprogramme wird die Wettbewerbsfähigkeit gesichert.

Die weltweite Präsenz von ThyssenKrupp in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen verringert das Risiko, von einzelnen Absatzmärkten abhängig zu sein. Auch unsere guten und langjährigen Kundenbeziehungen sowie unsere hochqualifizierten und motivierten Mitarbeiter tragen dazu bei, die derzeitigen Risiken abzumildern.

Weiteren Unternehmensrisiken – beispielsweise Forderungsausfällen oder Veränderungen in politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen – begegnen wir intensiv durch ein zeitnahes Controlling und Monitoring. Der von Chrysler LLC in den USA eingereichte Antrag auf ein Insolvenzverfahren unter Chapter 11 hat auf den Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2009 keine wesentlichen Auswirkungen gehabt. Darüber hinaus gelten die detaillierten Aussagen des Risikoberichts im Geschäftsbericht 2007/2008 weiterhin.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 07.

Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Die zwischen dem Stichtag des 1. Halbjahres (31. März 2009) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (12. Mai 2009) eingetretenen besonderen Ereignisse sind unter Anhang-Nr. 13 im Zwischenabschluss dargestellt.

Rezession der Weltwirtschaft setzt sich 2009 zunächst fort

Die globale Wirtschaftskrise schlägt sich in vollem Ausmaß in den Wachstumsraten für 2009 nieder. Die Weltwirtschaft verzeichnet in diesem Jahr ein negatives Wachstum. Insbesondere die Zuwächse in den Industrieländern werden erstmals in der Nachkriegszeit deutlich in den negativen Bereich fallen. In den Schwellenländern ist mit dem niedrigsten Wachstum seit Anfang der 1990er Jahre zu rechnen. Der Welthandel wird 2009 einbrechen und könnte den stärksten Rückgang seit mehr als 30 Jahren verzeichnen.

Die US-Wirtschaft wird 2009 deutlich schrumpfen, wozu insbesondere die stark rückläufigen Investitionen und der äußerst schwache private Konsum beitragen werden. Die neue US-Regierung setzt darauf, den Ausfall privater Nachfrage durch eine kräftige Ausweitung des Budgetdefizits aufzufangen. Stärker noch als in den USA dürfte 2009 die Wirtschaft Japans schrumpfen. Ausschlaggebend ist hier der Einbruch bei den Exporten.

Vielfach exportbedingt verlangsamt sich auch die Wachstumsdynamik der Emerging Markets. Während in China 2009 die hohen Wachstumsraten der Vorjahre nicht wieder erreicht werden, ist in einigen anderen asiatischen Ländern sogar mit einem spürbaren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen. Auch in Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa gibt das Wachstum deutlich nach.

Im Euroraum bleiben die Konjunkturaussichten vorerst stark eingetrübt. Auf Grund ihrer besonders hohen Exportabhängigkeit leidet die deutsche Wirtschaft überproportional unter der negativen Entwicklung ihrer großen Handelspartner. Hier wird die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts ein kräftiges Minus aufweisen.

Für Ende 2009 besteht die Hoffnung auf eine gewisse Stabilisierung der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Diese begründet sich insbesondere in den geplanten oder bereits verabschiedeten Konjunkturpaketen der Regierungen, aber auch in den deutlich gesunkenen Rohstoff- und Energiepreisen, einer geringen Inflation und der durch alle bedeutenden Notenbanken verfolgten Niedrigzinspolitik. Ein selbsttragender Aufschwung ist aber auch im kommenden Jahr nicht zu erwarten.

In den für ThyssenKrupp wichtigen Märkten gehen wir von folgenden Entwicklungen aus:

• Auf dem Weltstahlmarkt zeichnet sich zurzeit keine Erholung ab. Nach der jüngsten Prognose des Weltstahlverbands Worldsteel wird die Walzstahlmarktversorgung 2009 um rund 15 % schrumpfen. Dies entspräche einer Welt-Rohstahlproduktion von 1,1 bis 1,2 Mrd t – dem Erzeugungsniveau des Jahres 2005. In der Nafta, der EU, der GUS und in Japan ist mit überproportionalen Nachfrageeinbrüchen zu rechnen; aber auch der gesamte übrige asiatische Raum, der Nahe Osten und Lateinamerika dürften 2009 nennenswerte Rückgänge verzeichnen. Vor allem in Europa, wo der reale Stahlverbrauch spürbar abnehmen wird, dämpfen hohe Lagerbestände die Nachfrage zusätzlich. In der Annahme, dass der Tiefpunkt der Krise im Verlauf von 2009 erreicht wird, gehen wir davon aus, dass es im nächsten Jahr allenfalls zu einer leichten Erholung kommen könnte, wobei allerdings in den meisten Regionen die Mengen des Jahres 2008 noch nicht wieder erreicht werden. In Europa wird die Belebung der Mengenkonjunktur vor allem lagerbedingt sein, da aus heutiger Sicht der Stahlverbrauch kaum wachsen wird.

  • Die im Verlauf des letzten Halbjahres weiter eingebrochene Nachfrage bei Rostfrei-Flachprodukten und bei den Hochleistungswerkstoffen wird sich vor dem Hintergrund der globalen Rezession auch in naher Zukunft nicht wesentlich erholen. Die Rohstoffpreise scheinen sich auf niedrigem Niveau stabilisiert zu haben, was eine leichte Nachfragebelebung begünstigen könnte.
  • Auf dem internationalen Automobilmarkt wird sich der Rückgang bei der Nachfrage und Produktion von Personen- und Nutzfahrzeugen fortsetzen. In vielen Ländern werden zur Stützung der Märkte verschiedene absatzfördernde Maßnahmen eingeführt oder vorbereitet, dennoch dürfte weltweit 2009 die Produktionszahl auf die Marke von 60 Mio Einheiten fallen. In den USA könnte die Fahrzeugproduktion sogar um mehr als 20 % einbrechen. Im deutschen Fahrzeugbau, der mehr als zwei Drittel der Produktion zumeist höherpreisiger Fahrzeuge exportiert, wird die rückläufige Entwicklung durch verschiedene Maßnahmen zwar etwas gebremst, dennoch wird die Fahrzeugproduktion voraussichtlich um fast 18 % zurückgehen.
  • Der Maschinenbau profitierte lange von einem zuvor akquirierten hohen Auftragsbestand. Die globale Wirtschaftskrise und die damit verbundene weltweite Investitionsschwäche haben sich jedoch inzwischen in einem dramatisch nachlassenden Auftragseingang niedergeschlagen. Dies wird in allen großen Industrieländern 2009 zu einer rückläufigen Maschinenproduktion führen. In den USA und in Deutschland wird die Produktion mit zweistelligen Raten abnehmen. In China wird sich die geringere Investitionsneigung in massiv niedrigeren Wachstumsraten bemerkbar machen.
  • Die Bauwirtschaft wird 2009 nur noch in einigen Ländern in Asien und in Mittel- und Osteuropa wachsen, allerdings mit einem deutlich niedrigeren Tempo. In den USA setzt sich die Rezession im privaten Wohnungsbau fort; auch andere Baubereiche zeigen konjunkturelle Schwächen. Die deutsche Bauindustrie wird 2009 voraussichtlich schrumpfen. Vor allem im Wirtschaftsbau ist ein Rückgang zu erwarten, während Impulse von den öffentlichen Bauinvestitionen kommen könnten.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2008/2009 erwarten wir einen deutlichen Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz. Dies wird sich im Ergebnis niederschlagen. Preis- und Mengenrückgänge werden durch rückläufige Einsatzstoffpreise sowie ein umfangreiches zusätzliches Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung nur teilweise kompensiert. Daneben werden zielgerichtete Anpassungen des Umlaufvermögens die Kapitalbindung signifikant reduzieren. Maßnahmen zur Reduktion bzw. Verschiebung des Investitionsprogramms werden umgesetzt.

ThyssenKrupp geht davon aus, das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten – Restrukturierungsaufwand, Projektkosten und Impairment-Abschreibungen – abzuschließen. In Abhängigkeit von der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird ein negatives Ergebnis vor Steuern und vor wesentlichen Sondereffekten in mittlerer bis höherer dreistelliger Millionen-Euro-Größe erwartet.

Das Ergebnis vor Steuern wird erheblich durch Restrukturierungsaufwand für unsere Kostensenkungsprogramme und die strategische Neuordnung belastet werden. Diese Maßnahmen werden entscheidend dazu beitragen, die künftige Ertragskraft des Konzerns erheblich zu stärken. Weitere wesentliche Belastungen des Ergebnisses vor Steuern erwarten wir durch die Projektkosten für die neuen Stahlwerke sowie durch mögliche weitere Impairment-Abschreibungen. Die Höhe der Sondereffekte lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig abschätzen.

Für das 2. Halbjahr des Geschäftsjahres erwarten wir, dass die Nachfrage in unserem Werkstoffund Werkstoffdienstleistungsgeschäft weiter durch einen schwachen Verbrauch sowie durch den anhaltenden Lagerabbau entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette beeinträchtigt wird.

  • Bei Steel ist mit weiterem Erlösdruck, unauskömmlichen Mengen sowie Unterauslastung der Kapazitäten zu rechnen. Eine deutliche Entlastung durch niedrigere Rohstoffkosten wird sich auf Grund der Bewertung nach der Durchschnittskostenmethode erst mit Beginn des neuen Geschäftsjahres einstellen. Hieraus kann sich die Notwendigkeit für Wertberichtigungen des Vorratsvermögens ergeben. Eine spürbare Belebung der Nachfrage ist aus heutiger Sicht ebenfalls erst mit Beginn des Geschäftsjahres 2009/2010 zu erwarten.
  • Bei Stainless erwarten wir bei weiterhin unauskömmlichen Mengen auch im 2. Halbjahr einen Verlust, der im Vergleich zum 1. Halbjahr geringer ausfallen sollte.
  • Bei Services erwarten wir eine Reduzierung des Mengen- und Preisdrucks und eine entsprechende Erholung unserer Margen erst gegen Ende des Geschäftsjahres.

Bei unseren Industriegüteraktivitäten gehen wir auch in der 2. Geschäftsjahreshälfte von einer sehr unterschiedlichen Ergebnisentwicklung in den verschiedenen Teilbereichen aus:

  • Im Segment Technologies erwarten wir anhaltende Unterauslastung bei Komponenten für Automobile und Baumaschinen sowie im zivilen Schiffbau. Die damit verbundene Ergebnisbelastung vor Sondereffekten sollte durch die Geschäftsentwicklung im Anlagenbau, bei Großwälzlagern für den Energiesektor sowie im U-Boot- und Fregattenbau kompensiert werden.
  • Für das Segment Elevator rechnen wir mit einer weiterhin guten Ergebnisentwicklung.

Für das Jahr 2009/2010 gehen wir angesichts der aktuellen Prognosen für die Weltwirtschaft von einer moderaten Stabilisierung beim Umsatz aus; Effekte aus den Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen sollten das Ergebnis verbessern.

Konzernprogramm ThyssenKrupp PLuS mit ersten Ergebnissen

Bereits im Laufe des 1. Berichtsquartals hat ThyssenKrupp das konzernweite Programm ThyssenKrupp PLuS gestartet, um schnell und konsequent auf die Rezession der globalen Weltwirtschaft zu reagieren und mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket gegenzusteuern. Ziel des Programms ist, bereits im laufenden Geschäftsjahr positive Ergebnis- und Liquiditätseffekte zu erlangen. Dabei nutzen wir alle zur Verfügung stehenden Hebel.

Für das laufende Geschäftsjahr sind deutlich über 1 Mrd € ergebnisverbessernde Maßnahmen initiiert worden. Durch Senkung der Ausgaben in Produktion und Verwaltung sowie Optimierungen bei Beschaffung und Vertrieb und z.B. die kritische Prüfung von externen Dienstleistungsverträgen konnten wir im 1. Halbjahr das Einsparungsziel zeitanteilig realisieren. Zur Senkung des Personalaufwands trugen auch die konsequente Anpassung des Einsatzes von Leiharbeitskräften und Kurzarbeit bei.

Ein weiterer Ansatz zur Verbesserung unserer Cash-Position ist die konsequente Reduktion des Net Working Capital – Netto-Umlaufvermögen – beispielsweise durch deutliche Reduzierung der Vorräte und Optimierung des Forderungsmanagements in allen Segmenten des Konzerns. Hier stehen neben kurzfristigen Effekten auch nachhaltige Performance-Verbesserungen im Fokus, die uns in der Zukunft noch wettbewerbsfähiger machen sollen.

Darüber hinaus analysieren wir alle Investitionsvorhaben auf mögliche Reduzierungen oder Verschiebungen. Ziel ist es, der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung einerseits sowie unseren langfristigen strategischen Zielen andererseits sowohl bei den Großprojekten als auch bei den sonstigen Investitionen ausgewogen Rechnung zu tragen.

Strategische Neuordnung des Konzerns

ThyssenKrupp passt sich an das veränderte wirtschaftliche Umfeld an und positioniert sich stärker als integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern. Dazu hat der Aufsichtsrat auf seiner außerordentlichen Sitzung am 27. März 2009 beschlossen, den Konzern neu auszurichten und in diesem Rahmen die bisherigen fünf Segmente in zwei Divisions zu bündeln: die Aktivitäten von Steel, Stainless und Services in "Materials", die Geschäftstätigkeiten von Technologies und Elevator in "Technologies". Aus der Neuordnung des Konzerns, die bis zum Beginn des neuen Geschäftsjahres am 01. Oktober 2009 umgesetzt werden soll, werden zusätzliche nachhaltige Kosteneinsparungen von bis zu 500 Mio € pro Jahr erwartet. Der Vorstand hat vom Aufsichtsrat den Auftrag erhalten, bis zur Aufsichtsratssitzung am 13. Mai ein Gesamtkonzept zu erarbeiten und dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorzulegen.

Vor dem Hintergrund der inzwischen eingetretenen weiteren Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG Ende April eine Weiterentwicklung des dargelegten Konzepts beschlossen:

  • ThyssenKrupp soll künftig von einer starken Zentrale effizient geführt und gesteuert werden. Die acht neuen Business Areas Steel Europe, Steel Americas, Stainless Global, Materials Services sowie Elevator Technology, Plant Technology, Components Technology und Marine Systems sollen zukünftig direkt an die ThyssenKrupp AG angebunden werden. Die Divisions als Zwischenholdings entfallen damit.
  • Diese neue Struktur wird eine größere Nähe des Konzernvorstands zum operativen Geschäft sichern. Sie schafft intern und extern mehr Transparenz und ermöglicht schnellere und bessere Entscheidungen. Die bisherigen Segmentführungsgesellschaften gehen in der neuen Struktur auf. Verwaltungsaufwand und -kapazitäten werden durch diese Bündelung deutlich reduziert.
  • "Materials" und "Technologies" beschreiben die strategische Ausrichtung der Business Areas und markieren die Kompetenzfelder des Konzerns.

Die detaillierte Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts zur strategischen Neuordnung wird dem Aufsichtsrat am 13. Mai 2009 vorgestellt und zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt. Im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung wird die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert.

Personelle Anpassungen

Die beschlossene strategische Neuordnung führt zu personellen Anpassungen in den Verwaltungen und auch im Vorstand der ThyssenKrupp AG:

  • Jürgen H. Fechter und Dr. Karl-Ulrich Köhler sind zum 31. März 2009 in gegenseitigem Einvernehmen aus dem Vorstand ausgeschieden; sie stehen dem Unternehmen weiter beratend zur Verfügung.
  • Das Ressort von Dr. Wolfram Mörsdorf, dessen Bestellung planmäßig am 14. April 2009 endete, wird nicht neu besetzt.
  • Dr. Ulrich Middelmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, konzentriert sich seit 01. April 2009 bis zu seinem Ausscheiden mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 auf die Umsetzung der neuen Konzernstruktur und auf das Konzernprogramm ThyssenKrupp PLuS.
  • Dr. Alan Hippe ist seit 01. April 2009 Finanzvorstand der ThyssenKrupp AG.
  • Edwin Eichler führt die Segmente Steel, Stainless sowie Services, künftig "Materials".
  • Dr. Olaf Berlien leitet die Segmente Technologies sowie Elevator, künftig "Technologies".

ThyssenKrupp AG Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in €

Anhang-Nr. 1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Umsatzerlöse 10 25.469 21.381 13.199 9.859
Umsatzkosten* 02 – 21.108 – 18.697 – 10.956 – 8.981
Bruttoergebnis vom Umsatz* 4.361 2.684 2.243 878
Vertriebskosten* – 1.474 – 1.417 – 751 – 682
Allgemeine Verwaltungskosten* – 1.233 – 1.230 – 620 – 604
Sonstige betriebliche Erträge 143 230 51 154
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 253 – 264 – 124 – 124
Ergebnis aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen 43 0 43 0
Betriebliches Ergebnis 1.587 3 842 – 378
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 33 – 15 14 – 4
Zinserträge 132 135 63 63
Zinsaufwendungen – 341 – 481 – 170 – 242
Sonstiges Finanzergebnis – 23 143 – 7 106
Finanzergebnis – 199 – 218 – 100 – 77
Ergebnis vor Steuern 1.388 – 215 742 – 455
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – 451 16 – 240 93
Periodenüberschuss/-fehlbetrag 937 – 199 502 – 362
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 900 – 161 486 – 329
Anteile anderer Gesellschafter 37 – 38 16 – 33
Periodenüberschuss/-fehlbetrag 937 – 199 502 – 362
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 11
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
(Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)
1,85 – 0,35 1,00 – 0,71

* Der Vorjahresbetrag wurde angepasst.

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Bilanz

Aktiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2008 31.03.2009
Immaterielle Vermögenswerte 4.683 4.792
Sachanlagen 11.266 12.212
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 357 354
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 515 518
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 118 118
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 902 1.250
Aktive latente Steuern 467 899
Langfristige Vermögenswerte 18.308 20.143
Vorräte 9.494 8.439
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.885 5.931
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 881 868
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.953 2.102
Laufende Ertragsteueransprüche 381 228
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.725 3.688
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 15 0
Kurzfristige Vermögenswerte 23.334 21.256
Summe Vermögenswerte 41.642 41.399

Passiva Mio €

Anhang-Nr. 30.09.2008 31.03.2009
Gezeichnetes Kapital 1.317 1.317
Kapitalrücklage 4.684 4.684
Gewinnrücklagen 6.519 5.720
Kumulierte direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen – 92 – 477
Eigene Anteile – 1.421 – 1.421
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 11.007 9.823
Anteile anderer Gesellschafter 482 359
Eigenkapital
05
11.489 10.182
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
04
6.550 7.067
Sonstige Rückstellungen 641 636
Passive latente Steuern 1.128 1.124
Finanzschulden
06
3.068 6.565
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 321 428
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 14
Langfristige Verbindlichkeiten 11.728 15.834
Sonstige Rückstellungen 1.746 1.621
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 555 788
Finanzschulden 1.348 942
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.731 3.462
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.544 1.521
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.501 7.049
Kurzfristige Verbindlichkeiten 18.425 15.383
Verbindlichkeiten 30.153 31.217
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 41.642 41.399

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio €
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
2. Quartal
2007/2008
2. Quartal
2008/2009
Periodenüberschuss/-fehlbetrag 937 – 199 502 – 362
Anpassungen des Periodenüberschuss/-fehlbetrages für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 59 – 237 59 – 147
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 700 777 352 419
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 16 – 2 – 3 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam – 31 20 – 14 9
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 36 – 22 – 35 – 6
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen:
- Vorräte – 245 1.050 165 1.261
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 145 1.941 – 745 773
- Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 109 – 91 – 86 – 36
- Sonstige Rückstellungen – 207 – 138 – 15 – 30
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 127 – 2.261 439 – 565
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 53 – 215 383 168
Operating Cash-Flow 833 623 1.002 1.483
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in finanzielle Vermögenswerte – 19 – 26 – 12 – 17
Ausgaben für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften – 177 – 176 – 151 – 174
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Erwerb von konsolidierten
Gesellschaften
54 1 12 0
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien – 1.689 – 1.916 – 822 – 866
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 72 – 78 – 41 – 33
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und finanziellen
Vermögenswerten
2 40 1 7
Einnahmen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften 88 1 85 1
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf von konsolidierten
Gesellschaften
– 16 0 – 8 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 42 75 2 11
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 4 16 0 7
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit – 1.783 – 2.063 – 934 – 1.064
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 0 1.485 0 1.485
Tilgung von Anleihen 0 – 500 0 – 500
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 699 2.739 489 72
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 462 – 698 – 107 – 504
Zunahme Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 219 79 300 11
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 9 3 – 7 – 13
Abnahme Verbindlichkeiten aus nicht ausgebuchten Forderungen – 4 – 3 – 9 – 1
Abnahme/(Zunahme) kurzfristige Wertpapiere 30 – 46 21 – 9
Auszahlungen für den Erwerb eigener Aktien – 523 0 – 523 0
Dividendenzahlung der ThyssenKrupp AG – 635 – 603 – 635 – 603
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter – 25 – 37 – 9 – 19
Sonstige Finanzierungsvorgänge – 8 – 7 – 3 – 14
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit – 700 2.412 – 483 – 95
Zahlungswirksame (Abnahme)/Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 1.650 972 – 415 324
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 38 – 9 – 30 37
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.658 2.725 2.415 3.327
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 1.970 3.688 1.970 3.688
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow enthalten sind:
Zinseinzahlungen 68 76 30 33
Zinsauszahlungen
Erhaltene Dividenden
– 181
18
– 204
6
– 139
10
– 159
3
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 369 190 – 302 241

Siehe Anhang-Nr. 12 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen

Mio €
1. Halbjahr
2007/2008
1. Halbjahr
2008/2009
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung – 337 11
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus available-for-sale finanziellen Vermögenswerten 3 – 6
Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen – 550
Gewinne aus "asset ceiling" 1
Unrealisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten – 146 – 22
Steuereffekt 46 177
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen (nach Steuern) – 434 – 389
Periodenüberschuss/-fehlbetrag 937 – 199
Insgesamt erfasste Erträge und Aufwendungen 503 – 588
Davon:
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 482 – 552
Anteile anderer Gesellschafter 21 – 36

Die Darstellung erfolgt einschließlich der Erträge und Aufwendungen, die den nach der Equity-Methode bilanzierten Joint Ventures zuzurechnen sind. Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

ThyssenKrupp AG Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft ("ThyssenKrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für den Zeitraum vom 01. Oktober 2008 bis 31. März 2009 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 12. Mai 2009 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2009 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss unseres Geschäftsberichts 2007/2008 veröffentlicht.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat das IASB die nachfolgend dargestellten für ThyssenKrupp relevanten Änderungen ("Amendments") zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme ins EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im März 2009 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 "Financial Instruments: Disclosures" mit dem Titel "Improving Disclosures about Financial Instruments" veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Anhangangaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die erstmalige Anwendung bei ThyssenKrupp wird zu erweiterten Anhangangaben führen.

Im April 2009 hat das IASB im Rahmen des Annual Improvements Process-Projekts den zweiten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" veröffentlicht. Hierdurch werden an bestehenden zehn Standards und zwei Interpretationen insgesamt fünfzehn kleinere Änderungen vorgenommen. Soweit im Einzelfall nichts anderes geregelt, sind die Änderungen anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2010 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung der überarbeiteten Fassungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben wird.

01 Erwerbe

Im 1. Halbjahr 2008/2009 tätigte der Konzern Akquisitionen, die jede für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

1. Halbjahr 2008/2009
Buchwerte
zum
Erwerbs
zeitpunkt
Anpassungen Zeitwerte
zum
Erwerbs
zeitpunkt
Firmenwert 0 18 18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0 7 7
Sachanlagen 1 0 1
Vorräte 1 0 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6 0 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1 0 1
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 9 25 34
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 1 0 1
Passive latente Steuern 0 2 2
Kurzfristige Finanzschulden 1 0 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2 0 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3 0 3
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 7 2 9
Erworbenes Reinvermögen 2 23 25
Anteile anderer Gesellschafter 0
Kaufpreise (einschl. Anschaffungsnebenkosten) 25
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 13

Im Januar 2009 erwarb ThyssenKrupp den 25%igen Restanteil an der ThyssenKrupp Marine Systems AG, nachdem One Equity Partner (OEP), der bisherige Minderheitsgesellschafter der Werftengruppe, im Dezember 2008 die bestehende Put-Option ausgeübt hat. Die bilanziellen Auswirkungen des Erwerbs waren unwesentlich, da auf Grund der bestehenden Put-Option bereits 100 % der Anteile an der ThyssenKrupp Marine Systems AG konsolidiert wurden.

02 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten des 1. Halbjahres enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 239 Mio €, die im Wesentlichen die Segmente Stainless und Services betreffen. Daneben werden in den Umsatzkosten Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen in Höhe von 80 Mio € ausgewiesen, die nahezu ausschließlich das 2. Quartal 2008/2009 betreffen und überwiegend aus dem Segment Stainless resultieren.

03 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Im Januar 2009 gewährte ThyssenKrupp 80.043 Wertrechte für die 7. Tranche des Mid Term Incentiveplans. Daneben sind im 2. Quartal 2008/2009 die im Rahmen der 4. Tranche des Mid Term Incentiveplans gewährten Rechte mit einer Zahlung von 23,5 Mio € abgerechnet worden. Auf Grund der rückläufigen Entwicklung der wertbestimmenden Komponenten enthält das Ergebnis des 2. Quartals 2008/2009 Erträge in Höhe von 11,1 (2. Quartal 2007/2008: Aufwendungen von 5,4) Mio € aus der Auflösung der entsprechenden Rückstellungen für den Mid Term Incentiveplan. Für das 1. Halbjahr 2008/2009 resultieren aus dem Mid Term Incentiveplan Erträge von 17,7 (1. Halbjahr 2007/2008: Aufwendungen von 3,6) Mio €.

Aus dem Programm zum rabattierten Aktienkauf entstanden im 2. Quartal 2008/2009 keine Aufwendungen (2. Quartal 2007/2008: 1,3 Mio €) bzw. im 1. Halbjahr 2008/2009 Aufwendungen von 5,5 Mio € (1. Halbjahr 2007/2008: 5,3 Mio €).

04 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Grund der im Vergleich zum 30. September 2008 wesentlichen Veränderungen der Zinssatz- und Planvermögenssituation im Zusammenhang mit der Krise auf den internationalen Finanzmärkten und den daraus resultierenden wesentlichen Veränderungen der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung dieser Effekte bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. März 2009 vorgenommen.

Mio €
30.09.2008 31.03.2009
Rückstellungen für Pensionen 5.227 5.762
Rückstellungen für Gesundheits
fürsorgeverpflichtungen
1.029 1.028
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 294 277
Insgesamt 6.550 7.067

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (=gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

in %
30.09.2008 31.03.2009
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Diskontierungssatz
für Pensionen
6,75 6,44 6,00 6,50
Diskontierungssatz
für Gesundheitsfür
sorgeverpflichtungen
(nur USA/Kanada) 6,97 7,09

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Mio €
1. Halbjahr 2007/2008 1. Halbjahr 2008/2009 2. Quartal 2007/2008 2. Quartal 2008/2009
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr
hinzuverdienten Versorgungsansprüche
38 15 30 13 20 7 15 6
Zinsaufwand: Aufzinsung der bereits erworbenen
Ansprüche
146 64 162 61 73 32 81 31
Erwarteter Kapitalertrag des Planvermögens – 6 – 70 – 6 – 52 – 3 – 35 – 3 – 26
Ertrag aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 0 0 – 1 0 0 0 0
Aufwand aus Leistungen aus Anlass der
Beendigung von Arbeitsverhältnissen
0 0 0 8 0 0 0 8
Netto-Pensionsaufwendungen für
Leistungszusagen
178 9 186 29 90 4 93 19

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

1. Halbjahr
2007/2008
USA/Kanada
1. Halbjahr
2008/2009
USA/Kanada
2. Quartal
2007/2008
USA/Kanada
2. Quartal
2008/2009
USA/Kanada
5 5 2 2
29 34 15 17
– 2 – 3 – 1 – 2
0 – 25 0 – 1
0 – 20 0 0
32 – 9 16 16

05 Eigenkapital

Das Eigenkapital und die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Aktien veränderten sich wie folgt:

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl

Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
Aktienzahl
im Umlauf
Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Kumulierte
direkt im
Eigenkapital
erfasste
Erträge und
Aufwen
dungen
Eigene
Anteile
Gesamt Anteile
anderer
Gesellschafter
Gesamtes
Eigenkapital
Stand am 30.09.2007 488.764.592 1.317 4.684 4.963 – 241 – 697 10.026 421 10.447
Periodenüberschuss 900 900 37 937
Direkt im Eigenkapital erfasste
Erträge und Aufwendungen
– 464 – 464 – 16 – 480
Steuern auf direkt im Eigen
kapital erfasste Erträge und
Aufwendungen
46 46 0 46
Gewinnausschüttungen an
andere Gesellschafter
0 – 25 – 25
Dividendenzahlung – 635 – 635 0 – 635
Erwerb eigener Anteile – 14.791.100 – 523 – 523 0 – 523
Aktienbasierte Vergütung – 4 – 4 0 – 4
Sonstige Veränderungen 3 3 21 24
Stand am 31.03.2008 473.973.492 1.317 4.684 5.227 – 659 – 1.220 9.349 438 9.787
Stand am 30.09.2008 463.473.492 1.317 4.684 6.519 – 92 – 1.421 11.007 482 11.489
Periodenfehlbetrag – 161 – 161 – 38 – 199
Direkt im Eigenkapital erfasste
Erträge und Aufwendungen
– 569 – 569 3 – 566
Steuern auf direkt im Eigen
kapital erfasste Erträge und
Aufwendungen
178 178 – 1 177
Gewinnausschüttungen an
andere Gesellschafter 0 – 37 – 37
Dividendenzahlung – 603 – 603 0 – 603
Aktienbasierte Vergütung 3 3 0 3
Sonstige Veränderungen – 38 6 – 32 – 50 – 82
Stand am 31.03.2009 463.473.492 1.317 4.684 5.720 – 477 – 1.421 9.823 359 10.182

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 ist die ThyssenKrupp AG bis zum 22. Juli 2010 ermächtigt, für bestimmte vordefininierte Zwecke eigene Anteile bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Darüber hinaus wurde der Vorstand durch die Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen

im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf insgesamt bis zu 50 Mio eigene, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren (Wandelschuldverschreibungen). Die Ermächtigung gilt bis zum 22. Januar 2014.

06 Begebung einer Anleihe

Im Februar 2009 hat die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. im Rahmen des bestehenden Debt Issuance Programms eine "Dual Tranche"-Anleihe in einem Volumen von insgesamt 1,5 Mrd € unter der unbedingten und unwiderruflichen Garantie der ThyssenKrupp AG begeben. Die Anleihe wurde in zwei Tranchen mit einer 4-jährigen und einer 7-jährigen Laufzeit emittiert. Die 4-jährige Tranche hat ein Emissionsvolumen von 0,5 Mrd € und einen Zinskupon von 6,75 %, die 7-jährige Tranche ein Emissionsvolumen von 1 Mrd € und einen Zinskupon von 8,50 %. Die Anleiheemission dient der Refinanzierung der im März 2009 fälligen 0,5 Mrd € Anleihe und der Verlängerung des Fälligkeitenprofils der Finanzschulden.

07 Sonstige Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG, deren Segmentführungsgesellschaften sowie in Einzelfällen auch deren Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Mio €

Maximales
Haftungs
volumen
31.03.2009
Rückstellung
31.03.2009
Anzahlungsgarantien 147 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungs
garantien
63 0
Kreditaufträge 40 0
Restwertgarantien 45 1
Sonstige Haftungserklärungen 70 2
Insgesamt 365 3

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch die Gesellschaften, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder die Segmentführungsgesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Vergleich zum 30. September 2008 verringerte sich in den Segmenten Steel und Stainless das Bestellobligo für Investitionsvorhaben in Brasilien und Nordamerika um 1,2 Mrd € auf 3,5 Mrd €.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

ThyssenKrupp ist im Zusammenhang mit der Veräußerung von Unternehmen in gerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt, die zu Rückerstattungen von Teilen des Kaufpreises, zur Gewährung von Schadenersatz oder zur Rückabwicklung führen können. Aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen werden von Kunden und Subunternehmern Ansprüche erhoben. Bei einigen Rechtsstreitigkeiten haben sich die Ansprüche im Verlauf des Geschäftsjahres als unbegründet erwiesen, sind durch Vergleich beendet worden oder verjährt. Eine Reihe von gerichtlichen und behördlichen Verfahren ist noch anhängig. Kunden machen Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von ThyssenKrupp geltend.

Darüber hinaus sind bei den sonstigen Verpflichtungen einschließlich schwebender Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Veränderungen seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende eingetreten.

08 Derivative Finanzinstrumente

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Mio €
Nominalwert
30.09.2008
Beizulegender
Zeitwert
30.09.2008
Nominalwert
31.03.2009
Beizulegender
Zeitwert
31.03.2009
Derivative Finanzinstrumente
Aktiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 5.696 213 5.692 327
Zinsderivate* 71 21 70 33
Warenderivate 1.273 292 545 156
Insgesamt 7.040 526 6.307 516
Passiva
Währungsderivate inklusive eingebettete Derivate 6.804 368 4.298 356
Zinsderivate* 898 25 905 81
Warenderivate 823 152 511 151
Insgesamt 8.525 545 5.714 588

* inklusive Zins-/Währungsderivate

09 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

Die ESG Legierungen GmbH ist auf Grund der Tatsache, dass ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds als Geschäftsführer tätig ist, als nahe stehendes Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im 1. Halbjahr 2008/2009 hat der Konzern mit der ESG Legierungen GmbH einen Umsatz in Höhe von 0,2 Mio € aus dem Verkauf von Feinzink realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern Zinklegierungen in Höhe von 19 T€ bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. März 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung eine Forderung von 0,1 Mio €.

Die Heitkamp & Thumann Group mit Sitz in Düsseldorf sowie die Heitkamp Baugruppe mit Sitz in Herne sind auf Grund der Tatsache, dass ein Mitglied des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auf die Gruppen hat, als nahe stehende Unternehmen des Konzerns einzustufen. Im Zeitraum vom 16. November 2008 bis zum 31. März 2009 hat der Konzern mit der Heitkamp & Thumann Group einen Umsatz in Höhe von 4,8 Mio € aus dem Verkauf von Stahl- und Edelstahlwerkstoffen sowie aus der Erbringung von Industriedienstleistungen realisiert. Im gleichen Zeitraum wurden vom Konzern von der Heitkamp & Thumann Group Werkzeuge in Höhe von 0,2 Mio € und von der Heitkamp Baugruppe Leistungen in Höhe von 0,9 Mio € bezogen. Die Transaktionen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Zum 31. März 2009 hatte der Konzern aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp & Thumann Group Forderungen von 1,7 Mio € und Verbindlichkeiten von 0,1 Mio € sowie aus der Geschäftsbeziehung mit der Heitkamp Baugruppe Forderungen von 2 T€ und Verbindlichkeiten von 30 T€.

Im 1. Halbjahr 2008/2009 realisierte eine Konzerngesellschaft aus der in 2006/2007 erfolgten Beauftragung zur Modernisierung von Aufzügen im Wert von 2 Mio € durch eine zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gehörende Einrichtung einen Umsatz in Höhe von 0,1 Mio €.

10 Segmentberichterstattung

Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2007/2008 und das 1. Halbjahr 2008/2009 sowie für das 2. Quartal 2007/2008 und das 2. Quartal 2008/2009:

Mio €
Steel Stainless Technologies Elevator Services Corporate Konsoli
dierung
Konzern
1. Halbjahr 2007/2008
Außenumsätze 6.117 3.372 5.816 2.346 7.767 51 0 25.469
konzerninterne Umsätze 736 421 35 2 332 9 – 1.535 0
Umsatzerlöse gesamt 6.853 3.793 5.851 2.348 8.099 60 – 1.535 25.469
Ergebnis vor Steuern 749 – 7 365 209 267 – 181 – 14 1.388
1. Halbjahr 2008/2009
Außenumsätze 4.821 1.962 5.542 2.635 6.370 51 0 21.381
konzerninterne Umsätze 509 199 35 1 259 9 – 1.012 0
Umsatzerlöse gesamt 5.330 2.161 5.577 2.636 6.629 60 – 1.012 21.381
Ergebnis vor Steuern 307 – 622 59 302 – 48 – 211 – 2 – 215
2. Quartal 2007/2008
Außenumsätze 3.245 1.723 3.012 1.163 4.034 22 0 13.199
konzerninterne Umsätze 394 232 17 1 198 4 – 846 0
Umsatzerlöse gesamt 3.639 1.955 3.029 1.164 4.232 26 – 846 13.199
Ergebnis vor Steuern 396 38 186 90 135 – 97 – 6 742
2. Quartal 2008/2009
Außenumsätze 2.188 917 2.638 1.293 2.798 25 0 9.859
konzerninterne Umsätze 217 71 18 0 105 0 – 411 0
Umsatzerlöse gesamt 2.405 988 2.656 1.293 2.903 25 – 411 9.859
Ergebnis vor Steuern 56 – 373 – 105 146 – 78 – 103 2 – 455

11 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

Mio €
1. Halbjahr 2007/2008 1. Halbjahr 2008/2009 2. Quartal 2007/2008 2. Quartal 2008/2009
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je
Aktie in €
Zähler:
Periodenüberschuss/-fehlbetrag
(Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)
900 1,85 – 161 – 0,35 486 1,00 – 329 – 0,71
Nenner:
Gewichteter Durchschnitt der Aktien
(in Stück)
485.152.108 463.473.492 481.539.618 463.473.492

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses bzw. -fehlbetrages durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

12 Zusätzliche Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2008/2009 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 25 (1. Halbjahr 2007/2008: 135) Mio €. Im 2. Quartal 2008/2009 beliefen sich diese Zugänge auf 18 (2. Quartal 2007/2008: 83) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Halbjahr 2008/2009 7 (1. Halbjahr 2007/2008: 31) Mio € bzw. im 2. Quartal 2008/2009 1 (2. Quartal 2007/2008: 6) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2008/2009 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 1 (1. Halbjahr 2007/2008: 70) Mio €; im 2. Quartal 2008/2009 belief sich der Zugang auf 1 (2. Quartal 2007/2008: 38) Mio €.

Der gewichtete Durchschnitt der Aktien reduzierte sich in 2007/2008 durch den Erwerb eigener Aktien im Februar/März 2008 sowie im Juli/August 2008.

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

13 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Im April 2009 hat die ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. das Volumen der von ihr im Februar begebenen und von der ThyssenKrupp AG unbedingt und unwiderruflich garantierten 6,75 % - 500 Mio € Anleihe aus 2009/2013 um 500 Mio € erhöht. Die Emission dient der Verlängerung des Fälligkeitenprofils der Finanzschulden.

Bescheinigung zum Halbjahresfinanzbericht nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen sowie ausgewählten Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 31. März 2009, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie ergänzend unter Beachtung des Internationalen Standard of Review Engagements 2410 (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Düsseldorf, den 12. Mai 2009

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Gewehr Markus Zeimes Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Düsseldorf, den 12. Mai 2009

ThyssenKrupp AG Der Vorstand

Schulz Middelmann
Berlien Eichler
Hippe Labonte

Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats

Der Zwischenbericht für das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/2009 (Oktober 2008 bis März 2009) sowie der Bericht des Konzernabschlussprüfers über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses (Review Report) sind dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 12. Mai 2009 vorgelegt und durch den Vorstand und den Konzernabschlussprüfer erläutert worden. Der Prüfungsausschuss stimmte dem Zwischenbericht zu.

Düsseldorf, den 12. Mai 2009

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Dr. Martin Kohlhaussen

Kontakt/ Termine 2009/2010

Für Fragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Communications, Strategy & Technology Telefon (0211) 824-36007 Telefax (0211) 824-36041 E-Mail [email protected]

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Hausanschrift

ThyssenKrupp AG August-Thyssen-Str. 1, 40211 Düsseldorf Postfach 10 10 10, 40001 Düsseldorf Telefon (0211) 824-0 Telefax (0211) 824-36000 E-Mail [email protected]

Termine 2009/2010

14.Mai 2009 Analysten- und Investorenkonferenz

14.August 2009 Zwischenbericht 9 Monate 2008/2009 (Oktober bis Juni) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

27.November 2009 Bilanzpressekonferenz Analysten- und Investorenkonferenz

  1. Januar 2010 Ordentliche Hauptversammlung

  2. Februar 2010 Zwischenbericht 1. Quartal 2009/2010 (Oktober bis Dezember) Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren

12.Mai 2010 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2009/2010 (Oktober bis März)

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von ThyssenKrupp bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von ThyssenKrupp weder beabsichtigt, noch übernimmt ThyssenKrupp eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen.

Abweichungen aus technischen Gründen

Der Zwischenbericht ist von der Gesellschaft auf Grund gesetzlicher Offenlegungspflichten zum elektronischen Bundesanzeiger elektronisch einzureichen. Aus technischen Gründen (z.B. Umwandlung von elektronischen Formaten) kann es zu Abweichungen in den im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen kommen.

Der Zwischenbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen geht die deutsche Fassung der englischen Übersetzung vor.

In beiden Sprachen steht der Zwischenbericht im Internet unter http://www.thyssenkrupp.com zum Download bereit. Darüber hinaus wird dort eine interaktive Online-Version in beiden Sprachen angeboten.

ThyssenKrupp ag August-Thyssen-Straße 1 40211 Düsseldorf www.thyssenkrupp.com