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thyssenkrupp AG — Annual Report 2024
Apr 17, 2025
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Annual Report
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Publication

thyssenkrupp AG
Duisburg und Essen
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2023 bis zum 30.09.2024
Konzernlagebericht
- mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -
Vorbemerkungen
Zusammengefasster Lagebericht
Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht im Kapitel "Jahresabschluss der thyssenkrupp AG" mit Angaben nach HGB enthalten. Wir berichten nach dem Deutschen Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht". Bereits seit einigen Jahren wenden wir die integrierte Berichterstattung an; dabei ist die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b, 315b HGB im zusammengefassten Lagebericht enthalten. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.
Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2023 / 2024.
Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Veränderungen der Berichterstattung:
| ― | Das zum 30. September 2023 berichtete Segment Multi Tracks wurde zum 1. Oktober 2023 aufgelöst. |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 werden das Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 als eigenes Segment Bearings berichtet) sowie die Geschäfte von Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera (alle drei Geschäfte zum 30. September 2023 dem ehemaligen Segment Multi Tracks zugeordnet) im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 werden die Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers (zum 30. September 2023 dem ehemaligen Segment Multi Tracks zugeordnet) im Segment Automotive Technology erfasst. Dies gilt auch für die Geschäfte von Forged Technologies (zum 30. September 2023 als eigenes Segment berichtet). |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 wird die Beteiligung TK Elevator, die thyssenkrupp seit dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 hält, im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet (im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im ehemaligen Segment Multi Tracks erfasst). |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 wird die Gesellschaft thyssenkrupp Transrapid GmbH, die zum 30. September 2023 dem Segment Marine Systems zugeordnet wurde, im Rahmen der Segmentberichterstattung ebenfalls in der "Überleitung" innerhalb der Einheiten von Service Units erfasst. |
Darstellung und Ausweis des Vorjahres wurden unter Berücksichtigung der zuvor genannten Änderungen entsprechend angepasst.
Für weitere Details zur Beteiligung TK Elevator siehe auch Anhang-Nr. 24 (Segmentberichterstattung) und Anhang-Nr. 22 (Finanzinstrumente).
Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurde für die Aktivitäten von thyssenkrupp Industries India aus dem Segment Decarbon Technologies ein Verkaufsprozess eingeleitet. Am 8. Mai 2024 wurde die Transaktion vollzogen und die thyssenkrupp Industries India entsprechend entkonsolidiert.
Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2023 / 2024 für die Aktivitäten von thyssenkrupp Electrical Steel India aus dem Segment Steel Europe ein Verkaufsprozess eingeleitet, der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2023 / 2024 erstmals die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllt. Dementsprechend wurde in der Bilanz zum 30. September 2024 ein gesonderter Ausweis der auf diese Aktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich.
Die Darstellung des Geschäftsverlaufs ist nach Segmenten gegliedert.
Der DCGK sieht vor, dass Unternehmen Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem machen, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind (lageberichtsfremde Angaben). Diese werden nachfolgend der Erklärung zur Unternehmensführung thematisch zugeordnet; sie sind zudem von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend gekennzeichnet.
Die weiterführenden Links sind nicht Bestandteil des Lageberichts und nicht Teil der Abschlussprüfung.
Grundlagen des Konzerns
Profil und Organisation
Leistungsversprechen
thyssenkrupp ist ein internationaler Industrie- und Technologiekonzern. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir auf der Grundlage unserer umfassenden und langjährigen Erfahrung in der Entwicklung von Technologien wirtschaftliche sowie ressourcen- und umweltschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren innovativen Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen Beitrag für eine bessere, lebenswertere und nachhaltigere Zukunft leisten und damit Verantwortung für künftige Generationen übernehmen. Dabei verfolgen wir zum einen ambitionierte Klimaschutzziele und verbessern unsere eigene Energie- und Klimaeffizienz. Zum anderen wollen wir unsere Kunden auf Basis unserer Fähigkeiten entlang der relevanten Wertschöpfungsketten bei der grünen Transformation entscheidend unterstützen. Wir wollen die grundlegende Erneuerung der gesamten Industrie - insbesondere der energieintensiven Wirtschaftszweige - ermöglichen sowie die Dekarbonisierung aktiv mitgestalten und vorantreiben. Unser Markenversprechen - unsere Kunden voranzubringen - und unser Anspruch an uns selbst bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." zum Ausdruck. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden. Mehr Details finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Strategie" sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht" im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie in den Kapiteln "Klima, Energie und Umwelt" und "Technologie und Innovationen".
Unseren Anspruch und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgeschrieben; Sie finden es auf unserer Website.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur
Organisations- und Führungsstruktur
Um die Leistungsfähigkeit von thyssenkrupp für die grüne Transformation sichtbarer zu machen und den Geschäften in diesem Wachstumsmarkt einen neuen Stellenwert innerhalb des Konzerns einzuräumen, haben wir unser Portfolio zum 1. Oktober 2023 neu geordnet. Konkret haben wir unsere Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie in dem neuen Segment Decarbon Technologies zusammengeführt. In diesem Zusammenhang wurden auch die im Vorjahr als Segmente dargestellten Geschäftseinheiten Bearings und Forged Technologies in das neue Segment Decarbon Technologies bzw. in das Segment Automotive Technology eingebracht. Details zur Neuausrichtung des Portfolios finden Sie im folgenden Abschnitt "Strategie".
Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in fünf Segmente zusammengefasst: Automotive Technology, Decarbon Technologies, Materials Services, Steel Europe sowie Marine Systems.
Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Zum 30. September 2024 sind in den Konzernabschluss 321 Unternehmen sowie 16 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 47 Ländern.
In den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH sind unsere Service-Einheiten gebündelt, die übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale erbringen. Darüber hinaus bieten vier regionale Plattformen Dienstleistungen an, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters".
47
Für den Abschluss des Konzerns konsolidieren wir Gesellschaften aus 47 Ländern.
Unternehmenszentrale
thyssenkrupp AG
Segmente
Automotive Technology
Umsatz
7.536 Mio €
Bereinigtes EBIT
245 Mio €
| ― | Serienlieferant von Fahrwerks- und Antriebskomponenten |
| ― | Montage- und Logistikpartner |
| ― | Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor |
| ― | Karosserieanlagenbauer mit Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen |
| ― | Anbieter von Antriebs- und Batteriemontagen sowie Herstellung von Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie |
Decarbon Technologies
Umsatz 3.850 Mio €
Bereinigtes EBIT - 54 Mio €
| ― | Fertigung von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und unterschiedliche Industrieanwendungen |
| ― | Anlagenbau und Service, u.a. für die Chemie- und Zementindustrie |
| ― | Anbieter von Technologie für Elektrolyse-Anlagen, insbesondere auch für die Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab (thyssenkrupp nucera, Mehrheitsbeteiligung von thyssenkrupp) |
Materials Services
Umsatz
12.126 Mio €
Bereinigtes EBIT
204 Mio €
| ― | Datengetriebene Supply-Chain-Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten |
| ― | Weltweiter Handel mit Werk- und Rohstoffen |
| ― | Kundenspezifische Anarbeitungs-, Lager- und Logistikdienstleistungen |
Steel Europe
Umsatz
10.736 Mio €
Bereinigtes EBIT
261 Mio €
| ― | Produktion von Qualitätsflachstahl für die Automobilindustrie und eine Vielzahl weiterer Industrien |
| ― | Weitere Umsetzung der Strategie 20-30 mit Fokus auf Premiumprodukte mit höheren Festigkeiten, weiter optimierte Oberflächen sowie dünnere, leistungsfähigere Bleche für die Elektromobilität |
| ― | Aufbau einer klimaneutralen Stahlproduktion im Rahmen des Transformationsprojekts tkH2Steel |
Marine Systems
Umsatz
2.118 Mio €
Bereinigtes EBIT
125 Mio €
| ― | Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiff bau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie |
Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Die Zentrale konzentriert sich neben Governance-Aufgaben, der Allokation von Investitionsmitteln und der Führungskräfteentwicklung insbesondere auf die Steuerung der Performance und das Portfoliomanagement. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wurde der Vorstand der thyssenkrupp AG zum 1. Januar 2024 um zwei Mitglieder erweitert. Mit der Bestellung von Dr. Volkmar Dinstuhl und Ilse Henne in den Vorstand der thyssenkrupp AG ist in Ergänzung der bisherigen im Vorstand abgedeckten Querschnittsfunktionen Strategie, Personal und Finanzen eine Neuausrichtung des Vorstands auf die operative Steuerung des Unternehmens verbunden. Entsprechend ordnet die Geschäftsverteilung die Segmente einzelnen Vorstandsmitgliedern zu. Dabei agieren die einzelnen Segmente insbesondere bei operativen Managemententscheidungen weiterhin dezentral und unter der starken Dachmarke thyssenkrupp. Die Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG sind dafür verantwortlich, dass die Führungsteams die aus dem Benchmark abgeleiteten Performanceziele auch erreichen.
Strategie
Fortsetzung des Transformationsprozesses
In einem herausfordernden und sich rasant verändernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld treibt thyssenkrupp seine Transformation weiter voran. Das Ziel ist, thyssenkrupp zu einem leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmen mit schlanken Führungsstrukturen und einem auf profitables Wachstum ausgerichteten Portfolio unserer Segmente umzubauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie
Um die Geschäfte der thyssenkrupp AG bestmöglich weiterzuentwickeln, richtet sich das Unternehmen bei seiner Transformation weiterhin gezielt auf Chancen aus, die sich aus den Zukunftsthemen für unsere Technologien bieten. Insbesondere in der grünen Transformation sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig Potenzial für weiteres profitables Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten.
Gleichzeitig wollen wir unsere Leistungsfähigkeit in allen Geschäften steigern. Die Erwirtschaftung eines dauerhaft positiven Wert- und Cashflow-Beitrags für den Konzern sowie eine verlässliche Dividendenzahlung an unsere Aktionäre sind das erklärte Ziel. Mehr zu den Finanzzielen erfahren Sie im Abschnitt "Ziele".
Um all diese Ziele zu erreichen, wird thyssenkrupp den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. Den Orientierungsrahmen bilden dabei die drei Handlungsstränge "Portfolio", "Performance" und "Grüne Transformation".
Portfolio
Die Richtungsentscheidung von thyssenkrupp ist klar: Wir wollen, dass sich jedes einzelne Geschäft bestmöglich weiterentwickelt und eine nachhaltige Wettbewerbsposition - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Umwelt- und Klimaschutz - erreicht. Deshalb überprüfen und bewerten wir die individuellen Entwicklungspotenziale aller Geschäfte jährlich dahingehend, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven aus Sicht aller Stakeholder haben.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 / 2024 stand der nächste Schritt zur nachhaltigen Neuausrichtung des Konzerns an: Das bisherige Segment Multi Tracks wurde aufgelöst. Unser Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 berichtet als eigenes Segment Bearings) sowie Uhde, Polysius und die Mehrheitsbeteiligung thyssenkrupp nucera, (alle drei bis 30. September 2023 berichtet im Segment Multi Tracks) sind seit 1. Oktober 2023 im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. Alle vier Geschäfte verfügen jeweils über Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie. Mit der Etablierung des neuen Segments positioniert sich thyssenkrupp als ein Technologieführer für die Energiewende und verschafft seinen Kompetenzen für die grüne Transformation volle Sichtbarkeit. Die weiteren Multi Tracks Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers wurden dem Segment Automotive Technology zugeordnet. Zudem gehört nun Forged Technologies (zum 30. September 2023 berichtet als eigenes Segment) aufgrund der gleichen Endkundenstruktur zu Automotive Technology.
BÜNDELUNG DER SCHLÜSSELTECHNOLOGIEN FÜR DIE DEKARBONISIERUNG IM SEGMENT DECARBON TECHNOLOGIES

1) Bis 30. September 2023 Bearings
2) Beteiligung TK Elevator wurde per 1. Oktober 2023 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet.
Für die bestmögliche Entwicklung unserer Geschäfte und die Fokussierung unseres Portfolios auf wachstumsstarke Märkte gehen wir weiterhin auch Wege, die eine Änderung der Eigentümerstruktur bedeuten können: Anfang Mai 2024 haben wir die 55-prozentige Beteiligung der thyssenkrupp Industries India (Segment Decarbon Technologies) an ein Konsortium aus bisherigen Mitgesellschaftern verkauft und so die strategische Portfoliobereinigung im Industrieanlagenbau weiter vorangebracht.
Für die einzelnen Segmente in unserem Portfolio verfolgen wir verschiedene Entwicklungspfade. Automotive Technology führen wir innerhalb des Konzerns weiter; dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv aber auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. Den unter der Führung des Segments Multi Tracks eingeleiteten Veräußerungsprozess für Springs & Stabilizers verfolgen wir weiter. Der Verkaufsprozess für Automation Engineering wurde dagegen gestoppt. Um die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftseinheit als Ganzes langfristig zu sichern, wurde ein schrittweises Herunterfahren der Powertrain-Aktivitäten bis 2026 am Standort Bremen beschlossen.
Im Segment Decarbon Technologies wollen wir das Potenzial der grünen Transformation konsequent erschließen und in werthaltiges Wachstum umsetzen. Wir streben einen Turnaround hin zu nachhaltig profitablen Geschäftsmodellen an. Das gilt insbesondere für Polysius und Uhde, die in den vergangenen Jahren bereits mit der technologischen Transformation hin zu grünen Produkten und Dienstleistungen begonnen haben. Im nächsten Schritt gilt es nun, die Transformation der Geschäftsmodelle voranzutreiben - etwa durch eine verstärkte Modularisierung und Standardisierung der Produkte sowie den Ausbau des profitablen Servicegeschäfts.
Bei Materials Services sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke ein unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Hier haben wir nicht nur an der Leistungsverbesserung gearbeitet, sondern auch in die Zukunft investiert. Das Segement setzt dabei vor allem auf die konsequente Umsetzung seiner "Materials as a Service"-Strategie. Dadurch soll der Dienstleistungsanteil erhöht und das margenträchtige Supply-Chain-Geschäft ausgebaut werden. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen Wachstumschancen insbesondere auf dem nordamerikanischen Markt, setzt die weitere Konsolidierung der europäischen Aktivitäten zur Stärkung der führenden Marktposition weiter um und entwickelt neue Kundenlösungen vor allem im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Steel Europe bewegt sich in einem sehr herausfordernden Umfeld, das von der anhaltend schwachen Konjunktur und vor allem mittel- und langfristig strukturellen Veränderungen auf dem europäischen Stahlmarkt und in entscheidenden Kunden- und Zielmärkten geprägt ist. Um sich nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen, arbeitet das Segment an einer strukturellen Neuausrichtung. Dabei sollen insbesondere Optimierungen im Produktionsverbund mit einer Reduzierung der Produktionskapazität die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Segments steigern. Parallel dazu soll die bisherige Strategie 20-30 zur Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit weiter umgesetzt werden. Zudem strebt der Konzern eine eigenständige Aufstellung von Steel Europe an, denn wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die stärkere Fokussierung und größere strategische Flexibilität dem Stahl die bestmöglichen Zukunftsperspektiven bieten. Im Juli 2024 hat thyssenkrupp in einem ersten Schritt die 20-prozentige Beteiligung des Energieunternehmens EP Corporate Group (EPCG) am Stahlgeschäft erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus sind thyssenkrupp und EPCG in Gesprächen über den zweiten Schritt: den Erwerb weiterer 30 % der Anteile am Stahlgeschäft mit dem Ziel, ein gleichberechtigtes 50 / 50-Joint Venture zu bilden. Wesentlicher Baustein dafür ist ein finanzierbarer und wettbewerbsfähiger Businessplan. Falls ein 50 / 50-Joint Venture nicht zustande kommt, haben wir mit EPCG für die bereits verkaufte 20prozentige Beteiligung ein beidseitiges Rückabwicklungsrecht vereinbart.
Marine Systems zeigt sowohl im Hinblick auf die Kostensenkungs- und Performance-Maßnahmen als auch auf die Auftragslage eine positive Entwicklung. Die weltweit wachsende Nachfrage nach U-Booten, Marineschiffen sowie Über- und Unterwassertechnologie sorgt für zusätzliche Wachstumschancen. Um diese Chancen noch besser nutzen zu können, verfolgen wir weiter - parallel zu den weiteren Maßnahmen, die der Steigerung der Leistungskraft dienen - den eingeschlagenen Pfad der Verselbstständigung.
Mehr Details zur Weiterentwicklung in den Segmenten finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht" im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten".
Performance
Das übergeordnete Ziel des Transformationsprozesses ist weiterhin die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Sie ist nicht nur maßgeblich für die weitere strategische Stärkung des Konzerns, sondern auch notwendige Voraussetzung dafür, einen nachhaltig positiven Free Cashflow vor M&A für den Konzern zu erwirtschaften und verlässliche Dividendenzahlungen zu gewährleisten. Eine weitere Voraussetzung dafür ist, dass die Geschäfte ihre Finanzziele rasch und dauerhaft erreichen - auch in einem anhaltend herausfordernden Umfeld. Mehr zu den Finanzzielen erfahren Sie im Abschnitt "Ziele".
Um kurzfristig auf die sich abschwächenden Märkte reagieren zu können, aber auch eine langfristige Verbesserung der Leistungsfähigkeit unserer Geschäfte zu unterstützen, haben wir im September 2023 konzernweit ein ganzheitliches Performance-Programm mit dem Namen APEX (lateinisch für "Spitze") gestartet. Dabei sollen die Geschäfte zum einen ihre Rentabilität auf Wettbewerbsniveau steigern und zum anderen ihre Marktchancen bestmöglich nutzen.
Gesteuert wird APEX von einem Transformations-Office bei der thyssenkrupp AG, das Methodenkompetenz und Prozessunterstützung, eine Plattform für den Austausch und den Wissenstransfer sowie ganzheitliche Wettbewerbsanalysen und Best-Practice-Vergleiche bietet. In einer ersten Phase haben Experten der Geschäfte in den fünf Handlungsfeldern "Vermögenswerte/CAPEX", "Geschäftsmodelle und Vertrieb", "Materialkosten", "Betriebliches Netto-Umlaufvermögen" und "Organisation" Cash- und Performance-Maßnahmen identifiziert, die den Ergebnisdruck aus dem schwachen Marktumfeld abfedern sollen. Die identifizierten Maßnahmen befinden sich entweder in Umsetzung, sind schon abgeschlossen oder werden noch angegangen. Um die Performanceziele der einzelnen Geschäfte auch nachhaltig zu unterstützen, konzentrieren wir uns in einer zweiten Phase vertärkt auch auf strukturelle Themen. Dabei definieren die Geschäfte individuelle Maßnahmen, wie sie ihre Effizienz weiter steigern und die jeweiligen Geschäftsmodelle optimieren bzw. an die sich wandelnden Märkte anpassen können. Wo nötig, setzen sie auch Restrukturierungen konsequent um. Die oben genannten Handlungsfelder werden mit Hochlauf der zweiten Phase aus einer zentralen Sicht aufgelöst. Das Transformation-Office wird die einzelnen Projekte der Geschäfte eng begleiten und, wo notwendig, unterstützen. Verantwortlich für den Erfolg und die Umsetzung von Maßnahmen zur Weiterentwicklung bleiben weiterhin die Geschäfte. Details zum Status der einzelnen Maßnahmen in den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht".
Grüne Transformation
Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Kunden mit unseren innovativen Produkten sowie modernen und digitalen Technologien bei der grünen Transformation und beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Dank unserer Kompetenzen für nachhaltige Lösungen innerhalb der verschiedenen Branchen können wir die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben und von den damit verbundenen unternehmerischen Chancen profitieren.
Vor allem die Geschäfte im neuen Segment Decarbon Technologies verfügen über innovative Technologien, um einen großen Teil der heutigen CO2 -Emissionen insbesondere der Schwer- und energieintensiven Industrie zu reduzieren:
| ― | Rothe Erde ist einer der führenden Anbieter für Großwälzlager und Lösungen, die unter anderem in Anlagen zur Erzeugung von Wind-, Solar- und Gezeitenenergie eine zentrale Funktion erfüllen und somit maßgeblich zur Effizienzsteigerung und Zuverlässigkeit erneuerbarer Energiequellen beitragen. Insbesondere die weltweiten Ausbaupläne für Windkraft haben Potenzial für die zukünftigen Wachstumschancen für Rothe Erde. |
| ― | Grüner Wasserstoff wird künftig vor allem in den Weltregionen produziert werden, in denen grüner Strom günstig verfügbar ist. Um ihn dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird, bietet sich Ammoniak als Transportmedium an. Uhde ist einer der weltweit führenden Technologieanbieter für Ammoniak-Lieferketten und zeichnet sich insbesondere durch seinen Fokus auf die Entwicklung und Implementierung großtechnischer Anlagen für innovative Technologien im Bereich nachhaltiger Ammoniakgewinnung aus. |
| ― | Einer der größten Hebel für eine signifikante Reduzierung der weltweiten CO2 -Emissionen ist neben der Stahl- und Chemieindustrie die Zementherstellung. Polysius nimmt mit seinen grünen Technologien einschließlich der patentierten Pure Oxyfuel-Anlagen eine Vorreiterrolle beim klimaneutralen Umbau der Zementindustrie ein. Das Marktpotenzial ist hoch, da Zementproduzenten unter großem Druck stehen, ihre CO2 -Emissionen zu verringern. |
| ― | Unsere Mehrheitsbeteiligung thyssenkrupp nucera kann weltweit schon heute Technologien für die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab anbieten. Als langfristig orientierter Ankeraktionär will die thyssenkrupp AG die Entwicklung von thyssenkrupp nucera weiter begleiten und von den Wachstumschancen profitieren. Mit mehr als 600 abgeschlossenen Projekten ist das Unternehmen einer der Marktführer im Chlor-Alkali-Geschäft. |
Darüber hinaus haben wir weitere Produkte und Lösungen im Portfolio, die für das Gelingen der grünen Transformation maßgeblich sind, etwa unsere antriebsunabhängigen Komponenten im Automobilbau, die eine nachhaltige Mobilität ermöglichen und dabei stark von der Elektrifizierung des Automobils profitieren, oder die mit Hilfe der Digitalisierung verbesserten Lieferketten bei Materials Services.
Neben den Produkten und Lösungen, deren Entwicklung wir für unsere Kunden und Partner vorantreiben, arbeiten wir an der Dekarbonisierungsstrategie unseres Konzerns. Mit der im Bau befindlichen Direktreduktionsanlage von Steel Europe ist ein entscheidender Schritt getan: Die zu 100 % wasserstofffähige Anlage mit einer Produktionskapazität von 2,5 Mio t direkt reduziertem Eisen pro Jahr ermöglicht eine Einsparung von bis zu 3,5 Mio t CO2 jährlich. thyssenkrupp kann damit zu einem bedeutenden Akteur der europäischen Wasserstoffwirtschaft und der Standort Duisburg bzw. das Land Nordrhein-Westfalen zum Ankerpunkt für Investitionen in den Aufbau einer regionenübergreifenden Wasserstoffinfrastruktur werden. Darüber hinaus prüfen wir fortlaufend technologie- und ergebnisoffen, was die besten und wirtschaftlich tragfähigsten Lösungen unter den jeweils gegebenen Rahmenbedingungen sind, um den Stahlbereich langfristig klimaneutral aufzustellen.
Unternehmenssteuerung
Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Liquidität, Gewinn und Wertbeitrag, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir nutzen sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte - neben weiteren Faktoren - festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der FCF vor M&A (Free Cashflow vor Mergers & Acquisitions), der Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) des thyssenkrupp Konzerns und der thyssenkrupp Value Added (tkVA) bzw. der Return on Capital Employed (ROCE).
Der Vorstand definiert auch im Wesentlichen für die Segmente langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele sowie für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.
THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT
Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es umfasst alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Der thyssenkrupp Konzern hält eine Beteiligung an dem ehemaligen Segment Elevator Technology. Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativem Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Sondereffekten. Bereinigt werden Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen, Veräußerungsgewinne bzw. -verluste sowie Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit CO2 -Termingeschäften des Segments Steel Europe. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Kapitels "Wirtschaftsbericht". Darüber hinaus verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
FCF vor M&A
Der FCF vor M&A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzu- oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.
Eine Überleitungsrechnung sowie Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Der Jahresüberschuss entspricht dem Gewinn, den der Konzern innerhalb des Geschäftsjahres erwirtschaftet hat, und errechnet sich als positiver Saldo sämtlicher Erträge und Aufwendungen. Bei der Berechnung werden, anders als beim EBIT, auch nicht operative Bestandteile - zum Beispiel Zinsen und Steuern - berücksichtigt. Der Jahresüberschuss gibt somit gesamthaft Auskunft über die Ertragskraft des Konzerns. Ein negatives Jahresergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.
Den Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) des thyssenkrupp Konzerns erläutern wir ausführlich im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".
tkVA / ROCE
Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivpositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert; dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Anhand der Kennzahl Return on Capital Employed (ROCE) ermitteln wir die erwirtschaftete relative Verzinsung. Der ROCE ergibt sich als Verhältnis von EBIT zu Capital Employed. Übersteigt der ROCE den WACC, d.h. den Verzinsungsanspruch der Eigen- und Fremdkapitalgeber, haben wir Wert geschaffen.
Capital Employed x WACC = Kapitalkosten
Über die Entwicklung des tkVA / ROCE im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".
Ziele
Finanzielle Ziele
In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld wollen wir erreichen, dass alle Geschäfte ihre operative Leistungsfähigkeit deutlich ausbauen und dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für thyssenkrupp erwirtschaften. Insbesondere streben wir an, dass die Geschäfte ihre mittelfristigen finanziellen Ziele erreichen.
Die mittelfristigen Ziele für die Bereinigte EBIT-Marge der einzelnen Segmente lauten wie folgt:
| ― | Automotive Technology1) - Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 % |
| ― | Decarbon Technologies - Bereinigte EBIT-Marge von über 5 % |
| ― | Materials Services - Bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3 % |
| ― | Marine Systems - Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 % |
Im Zuge der Ausarbeitung des Businessplans für das Segment Steel Europe befindet sich das mittelfristige Ziel für dessen Bereinigte EBIT-Marge (6 bis 7 %) noch in Überarbeitung.
Für den Konzern halten wir auf Basis seiner aktuellen Zusammensetzung insgesamt an den bisher kommunizierten mittelfristigen Zielen fest: Eine Bereinigte EBIT-Marge von 4 bis 6 % und dadurch ein signifikant positiver Free Cashflow vor M&A. Höchste Priorität hat zudem die verlässliche Dividendenzahlung.
Weitere Informationen zu unseren Segmenten und entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten".
Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.
1) Ohne Automation Engineering und Springs & Stabilizers
Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele
Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element seines Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird von der Konzernfunktion Sustainability koordiniert. Gemeinsam mit anderen Konzernfunktionen, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeits-Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unseres Konzerns, den CEOs der Segmente und Leitern der Konzernfunktionen sowie internen Experten zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Umsetzung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten nichtfinanziellen Ziele (non-financial targets, NFT). Für die Umsetzung der Maßnahmen sind die Konzernfunktionen, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.
Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeitende, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung und Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr die Vorbereitung der zukünftigen Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der europäischen Verordnung Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vorangetrieben. Die neue Verordnung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2024 für Unternehmen stufenweise verpflichtend eingeführt und der Umfang und die Qualität der berichtspflichtigen Angaben deutlich ausgeweitet. Zur Vorbereitung der erstmaligen Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen wurde eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Sie erfordert zum einen die Identifizierung und Bewertung tatsächlicher und potenzieller negativer und positiver Auswirkungen unserer Geschäftsaktivitäten auf Mensch und Umwelt und zum anderen die Identifizierung und Bewertung von Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsthemen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Relevanz für thyssenkrupp. Ein Thema ist berichterstattungspflichtig, wenn es aus der Sicht einer oder beider Perspektiven als wesentlich bewertet wurde. Im Rahmen weiterer CSRD-Projekte haben wir die neuen Anforderungen analysiert und die Implementierung vorangetrieben, um die zukünftigen Berichtspflichten zu erfüllen. Informationen zur Vorbereitung auf die CSRD-Berichterstattung über die eigene Belegschaft finden Sie im Kapitel "Mitarbeitende".
Unser Nachhaltigkeitsverständnis

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Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovationen, Mitarbeitende und Einkauf NFTs beschlossen. Die Jahresziele werden in Absprache mit den Segmenten festgelegt, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften die Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten über die NFTs schrittweise in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte berücksichtigt. Bereits in diesem ersten Geschäftsjahr ist das im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Unfallhäufigkeit geschehen. Seit dem Geschäftsjahr 2021/2022 ist zur Abbildung unserer Klimaziele die CO2 -Emissionsintensität des Konzerns, die sich aus der Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) bezogen auf den Umsatz berechnet, ohne das Segment Steel Europe in die Langfristvergütung integriert. Für das Segment Steel Europe wurde entsprechend die Menge bilanziell CO2 -reduzierten Stahls in die Langfristvergütung übernommen. Die Menge bilanziell CO2 -reduzierten Stahls bestimmt sich durch reduzierten Kohlenstoffeinsatz am Standort Duisburg und dadurch realisierte CO2 -Einsparungen, die auf die Produktionsmenge allokiert werden. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir die Verbesserung unseres employee Net Promoter Score (eNPS) erstmalig und die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erneut in die Langfristvergütung integriert. Der thyssenkrupp eNPS ist Teil unserer jährlichen Mitarbeiterbefragung, des Employee Pulse Checks, und gibt Auskunft über die Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Seit dem Geschäftsjahr 2023/2024 haben wir über die Kennzahl "High Risk Supplier Reduction (HSR)" die jährliche Reduzierung des relativen Anteils der - auch nach eventuellen risikoreduzierenden Maßnahmen - weiterhin als risikobehaftet kategorisierten Lieferanten an der Grundgesamtheit der potenziell risikobehafteten Lieferanten in die Langfristvergütung implementiert. Die Risikokategorisierung basiert auf der durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) geforderten Risikoanalyse. Damit möchten wir das Risiko für Verletzungen der im LkSG beschriebenen Rechtspositionen im Hinblick auf Umweltschutz, Menschenrechte und Arbeitssicherheit innerhalb unseres Lieferantenportfolios generell reduzieren. Soweit ferner bei der einmal jährlich sowie anlassbezogen durchgeführten Risikoanalyse Risiken festgestellt werden, sind diese durch unverzüglich aufgesetzte Maßnahmen im Einklang mit den Vorgaben des Gesetzes schnellstmöglich zu reduzieren. Weitere Informationen zur Durchführung unserer Risikoanalyse finden Sie im Kapitel "Einkauf", Abschnitt "Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement". Für das laufende Geschäftsjahr 2024 / 2025 haben wir die kontinuierliche Verbesserung der Unfallhäufigkeitsrate aufgrund ihrer Bedeutsamkeit erneut in die Langfristvergütung integriert. (Näheres dazu finden Sie auch im Vergütungsbericht). Alle bestehenden NFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.
Mit Blick auf die Erreichung der jährlichen Zielwerte unserer NFTs können wir wie folgt berichten: Den Zielwert für Energieeffizienz haben wir im Geschäftsjahr 2023 / 2024 deutlich übererfüllt. Für die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, die Emissionsintensität um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 35,5 t CO2 pro Mio € Umsatz zu senken. Dieses Ziel wurde mit einer Emissionsintensität von 31,1 t CO2 pro Mio € Umsatz übertroffen. Bezogen auf das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, 150.000t bilanziell CO2 -reduzierten Stahl zu produzieren; dieser Zielwert wurde mit der Produktion von 205.000 t übererfüllt. Die bereinigte F&E-Quote ist leicht auf 2,9% gestiegen und lag somit im Bereich des Unternehmensziels von rund 3,0%. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe von 15 % übererfüllt. Das jährliche Stimmungsbild zur Mitarbeiterzufriedenheit, basierend auf der Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen (eNPS) erreichte nicht dasselbe Niveau wie im vorangegangenen Jahr. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte mit einem Wert von 2,4 das selbst gesteckte Ziel nicht erfüllen. Bei der HSR konnte der relative Anteil der als risikobehaftet kategorisierten Lieferanten auf 57,0 % reduziert werden, was einer Verbesserung um insgesamt 29,9 Prozentpunkte entspricht; der Zielwert wurde damit übererfüllt.
ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ZIELE
| Konzern | Stand 30.09.2023 | Stand 30.09.2024 | Veränderung | Kapitel | |
|---|---|---|---|---|---|
| Energieeffizienzgewinne von 205 GWh im GJ 2023 / 2024 | GWh | 340 | 360 | +6 % | Klima, Energie und Umwelt |
| Jährliche Senkung der Emissionsintensität1) um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im GJ 2024 / 2025 | t CO2 pro Mio € Umsatz | 31,2 | 31,1 | -0,3 % | |
| Bereinigte F&E-Quote von rund 3,0 % | % | 2,8 | 2,9 | +0,1 %-Pkte. | Technologie und Innovationen |
| Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 17 % bis GJ 2025 / 2026 | % | 14,6 | 16,1 | +1,5 %-Pkte. | Mitarbeitende |
| Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate auf 1,9 bis zum GJ 2027 / 2028 | Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden | 2,4 | 2,4 | 0 % | Mitarbeitende |
| Erreichung einer High Risk Supplier Reduction (HSR) von 36,4 % bis zum GJ 2026 / 2027 | % | - | 57,0 | Einkauf |
1) Bezogen auf den Konzern ohne das Segment Steel Europe.
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 / 2025 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 125 GWh an. Die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe soll jährlich um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im Geschäftsjahr 2024 / 2025 gesenkt werden. Bezogen auf das Segment Steel Europe soll die Menge bilanziell CO2 -reduzierten Stahls bis Ende Geschäftsjahr 2024 / 2025 auf 500.000 t und somit deutlich erhöht werden. Die bereinigte F&E-Quote soll im laufenden Geschäftsjahr 2024 / 2025 bei rund 3,0 % liegen. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen im gesamten Unternehmen streben wir bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine Steigerung ihres Anteils auf 17 % an. Als Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit streben wir beim eNPS bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine kontinuierliche Verbesserung auf einen positiven Wert an. Bei der Reduzierung von Nachhaltigkeitsrisiken in unserem Lieferantenportfolio mithilfe unserer Maßnahmen, über die wir in Form der Kennzahl HSR berichten, soll bis zum Geschäftsjahr 2026 / 2027 ein Wert von 36,4 % erreicht werden, was ab der Implementierung des Zielwerts im Geschäftsjahr 2023 / 2024 einer Verbesserung um insgesamt knapp 50 Prozentpunkte entspricht. Ab dem laufenden Geschäftsjahr wird auf Konzernebene die Verbesserung der Unfallhäufigkeitsrate auf 1,9 bis zum Geschäftsjahr 2027 / 2028 entsprechend ihrer erneuten Integration in die Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte als NFT fortgeführt.
Wirtschaftsbericht
Makro- und Branchenumfeld
Weiterhin hohe Volatilität der Weltwirtschaft - deutsche Wirtschaft schwächelt anhaltend
Die Märkte waren insbesondere zum Ende des Geschäftsjahres von außerordentlichen Turbulenzen gekennzeichnet. Vor allem die US-Wirtschaftsdaten, die schwächer waren als erwartet, trugen hierzu bei und führten zu einem kurzfristigen Einbruch der Kapitalmärkte im Spätsommer. Die weitere Entwicklung dürfte wegen der zahlreichen anhaltenden Unsicherheiten ähnlich volatil bleiben. Für das Gesamtjahr 2024 wird die Wachstumsrate weltweit voraussichtlich bei 2,7 % liegen. Das gleiche Wachstum wird auch für 2025 erwartet.
↗ 2,7 %
2024 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 2,7 % wachsen, die gleiche Wachstumsrate wird auch für 2025 erwartet.
Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet. Ein Ausbleiben der angekündigten Zinssenkungen könnte Konsum- und Investitionsausgaben weiter dämpfen und insbesondere Exportnationen unter Druck setzen. Hinzu kommt, dass eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in Westeuropa weiter stark beeinträchtigen könnte. Auch eine mögliche Verschärfung handelspolitischer Konflikte wie etwa die EU-Strafzölle auf chinesische Auto-Importe könnte zu Konjunkturschwankungen führen. Daneben stellen eine mögliche weitere Eskalation des Nahost-Konflikts, des China-Taiwan-Konflikts oder weiterer bewaffneter Unruhen geopolitische Risiken dar. Darüber hinaus bestehen Risiken für verschiedene Schlüsselbranchen wie z.B. die Automobilindustrie, da Energie-, Material- und Rohstoffpreise weiterhin anfällig für Schwankungen bleiben und insbesondere in den Industrieregionen maßgeblichen Einfluss auf die Konjunktur haben. Zudem bleiben Flut-bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels eine wachsende Gefahr für zahlreiche Regionen.
In der EU zeichnete sich zu Beginn des 3. Quartals 2024 eine schwächere Wachstumsdynamik ab. Während der Dienstleistungssektor zu Beginn des Jahres noch für Aufschwung sorgte, zeichnet sich sowohl dort als auch im verarbeitenden Gewerbe eine Verschlechterung der Nachfrage ab. Nach einer Steigerungsrate von 0,8 % im 2. Quartal 2024 wuchs die Wirtschaft im 3. Quartal 2024 um weitere 1,0 % (jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Für das Gesamtjahr 2024 wird für die EU ein wirtschaftliches Wachstum von 1,0 % erwartet. Für 2025 wird mit einer leichten Steigerung des Wachstums auf 1,6 % gerechnet.
Deutschland hinkt der Erholung anderer europäischer Nachbarländer nach wie vor hinterher. Als Exportnation leidet Deutschland weiterhin unter einer gedämpften globalen Nachfrage nach Industriegütern. Die schwache Nachfrage aus dem Inland verdeutlicht zudem die aktuelle Investitionskrise und Konsumschwäche. Für das Gesamtjahr 2024 wird deshalb bestenfalls eine Stagnation erwartet. Sowohl im 2. Quartal 2024 als auch im 3. Quartal schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da eine Verbesserung der globalen wirtschaftlichen Situation kurz- bis mittelfristig nicht erwartet wird, bleiben die Wachstumserwartungen für das Jahr 2025 sehr verhalten bei lediglich 1,0 %. Eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft ist nicht vor 2026 zu erwarten.
BIP-Wachstum in Deutschland 2024 bestenfalls stagnierend; verhaltene Erholung erwartet für das Jahr 2025
In den USA wird die Wirtschaftsleistung 2024 den Prognosen zufolge um 2,7 % steigen. Im 3. Quartal 2024 lag dort das BIP-Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 2,4 %, nach einem Plus von 3,1 % im 2. Quartal 2024. Insgesamt zeigt sich die Konjunktur jedoch unerwartet robust. Dies führt zu ebenfalls stabilen Entwicklungen bei Investitionen der Unternehmen und bei privaten Konsumausgaben. Insbesondere die Einzelhandelsumsätze sind unerwartet stark angestiegen. Die hohe Arbeitslosenquote im 2. Quartal sorgte für Unruhe auf den Finanzmärkten und wird voraussichtlich weiter steigen. Dies könnte zu weiteren zeitnahen Zinssenkungen führen. Für das Jahr 2025 wird dennoch mit einem vergleichsweise niedrigen Wachstum von 2,1 % gerechnet.
Der Ausblick auf die Konjunktur in China bleibt für 2024 mit 4,9 % und 2025 mit 4,6 % relativ verhalten. Auch im 3. Quartal 2024 verlief die konjunkturelle Erholung mit einem Plus von 4,6 % (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) schleppend; im 2. Quartal 2024 wuchs die chinesische Wirtschaft bereits lediglich um 4,7 %. Eine starke inländische Produktion und die anhaltende Auslandsnachfrage stützten das Wirtschaftswachstum. Zusätzlich unterstützte die Regierung durch entsprechende Stimulierungspakete die Binnennachfrage. Eine hohe Unsicherheit prägt nach wie vor den Immobiliensektor, was den Ausblick auf 2025 leicht trübt.
Indiens Wirtschaft wächst weiterhin robust. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein Wachstum von 6,8 % prognostiziert, für 2025 ein ähnlich hohes Wachstum von 6,5 %. Im 3. Quartal 2024 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um 7,8 % (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), im 2. Quartal 2024 etwas niedriger um 6,7 %. Indien profitiert von einer wachsenden Bevölkerung und dem daraus resultierenden steigenden privaten Konsum sowie der positiven Entwicklung im Dienstleistungssektor. Die erwartete Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums ist bedingt durch die Auswirkungen der frühen Zinserhöhung der indischen Zentralbank sowie die geringen fiskalischen Anreize seitens der Regierung.
Im Jahr 2024 wächst die brasilianische Wirtschaftsleistung um voraussichtlich 3,0 %. Im 3. Quartal 2024 erreichte das BIP-Wachstum 3,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal hatte das Plus bei 2,8 % gelegen. Das Wachstum ist in erster Linie bedingt durch den privaten Konsum, der durch eine niedrigere Inflation und niedrigere Zinssätze sowie einen robusten Arbeitsmarkt begünstigt wird. Ein erhebliches Abwärtsrisiko ist jedoch mit einer möglichen Verschlechterung der staatlichen Finanzlage verbunden. Für das Jahr 2025 wird ein Wachstum von 2,5 % prognostiziert.
BRUTTOINLANDSPRODUKT
| reale Veränderung zum Vorjahr in % |
20241) | 20251) |
|---|---|---|
| Europäische Union | 1,0 | 1,6 |
| Deutschland | 0,0 | 1,0 |
| Osteuropa und Zentralasien | 4,3 | 3,1 |
| USA | 2,7 | 2,1 |
| Brasilien | 3,0 | 2,5 |
| Japan | 0,1 | 1,3 |
| China | 4,9 | 4,6 |
| Indien | 6,8 | 6,5 |
| Naher Osten & Nordafrika | 1,4 | 3,3 |
| Welt | 2,7 | 2,7 |
1) Kalenderjahr; Prognosen (teilweise)
Quelle: S&P Global Market Intelligence, Global Economy (Oktober 2024)
Entwicklung der Industriekonjunktur durch diverse Unwägbarkeiten gekennzeichnet
Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion entwickelt sich 2024 rückläufig und wird voraussichtlich auf die Größenordnung des Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2019 zurückfallen. Seit Erreichen des COVID-bedingten Tiefs im Jahr 2020 hatte sich die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen kontinuierlich gegenüber Vorjahr verbessern können - zuletzt, im Jahr 2023, mit etwa 10 %. 2024 jedoch sind von keiner Weltregion signifikante Volumenzuwächse gegenüber Vorjahr zu erwarten, stattdessen zeigt sich ein gemischtes Bild aus rückläufigen Volumina und Seitwärtsbewegungen.
Automobilproduktion 2024 rückläufig; gemischtes Bild in den Weltregionen
Für den weltgrößten Automarkt China wird eine Seitwärtsbewegung auf Rekord-Produktionsniveau erwartet. Die westeuropäische Automobilproduktion hingegen wird 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutliche Volumeneinbußen verzeichnen. Dabei ist davon auszugehen, dass die Produktion dauerhaft signifikant unterhalb der Niveaus vor der Corona-Pandemie bleiben wird. Die deutsche Inlandsproduktion wird 2024 unter der des Vorjahres liegen, aber nicht so stark rückläufig ausfallen wie in anderen großen Pkw-produzierenden Ländern Westeuropas, etwa in Frankreich oder im Vereinigten Königreich. Von einer Rückkehr zu den Produktionsniveaus vor der Pandemie ist für die deutsche Inlandsproduktion nicht auszugehen. Das Volumen der nordamerikanischen Automobilproduktion wird voraussichtlich leicht zurückgehen. Eine Rückkehr zu Volumenniveaus wie vor der Pandemie ist hier gegenwärtig nicht in Sicht.
Insgesamt zeigen sich je nach Hersteller, Antrieb und Baureihe erhebliche Unterschiede in der Entwicklung des Produktionsvolumens. Bedeutende OEMs reagieren auf das regional verlangsamte Absatzwachstum batterieelektrischer Fahrzeuge unter anderem mit Investitionsverschiebungen und Anpassungen der Transformationsgeschwindigkeit. Chinesische OEMs erzielen Marktanteilsgewinne im eigenen Markt und setzen ihren Expansionskurs auf globalen Absatzmärkten fort, etwa in Europa.
Für 2025 wird global von einem Produktionsvolumen oberhalb des Vorjahres 2024, aber unterhalb des Jahres 2023 ausgegangen; diese Prognose ist wegen der schwächelnden Weltkonjunktur allerdings mit Unsicherheiten behaftet. Zudem steht eine Ausweitung von Autozöllen im Raum; damit könnten die Preise steigen und infolgedessen die Nachfrage sinken.
ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN
| 2023 | 20241) | 20251) | |
|---|---|---|---|
| Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge2) | |||
| Welt | 90,5 | 88,5 | 89,6 |
| Westeuropa (inkl. Deutschland) | 11,2 | 10,3 | 10,0 |
| Deutschland | 4,3 | 4,2 | 4,3 |
| Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) | 15,7 | 15,5 | 15,3 |
| USA | 10,3 | 10,2 | 10,0 |
| Mexiko | 3,8 | 4,0 | 4,1 |
| Japan | 8,6 | 7,9 | 8,0 |
| China | 28,8 | 29,1 | 29,8 |
| Indien | 5,4 | 5,6 | 5,8 |
| Brasilien | 2,2 | 2,3 | 2,4 |
| Maschinenbauumsatz, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Welt | 0,4 | 1,0 | 3,2 |
| Europäische Union | 0,8 | - 3,6 | 1,4 |
| Deutschland | - 1,3 | - 6,8 | 0,0 |
| USA | - 4,0 | - 3,7 | 0,3 |
| Japan | - 6,3 | - 1,4 | 0,8 |
| China | 2,6 | 3,7 | 4,7 |
| Indien | 8,9 | 7,2 | 7,0 |
| Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Welt | 4,5 | 3,4 | 2,6 |
| Europäische Union | 2,9 | 0,0 | 1,8 |
| Deutschland | 1,0 | - 2,9 | 0,8 |
| USA | 3,0 | 8,5 | 2,0 |
| Japan | 3,8 | 0,5 | - 0,1 |
| China | 7,1 | 4,2 | 2,1 |
| Indien | 9,7 | 4,7 | 3,2 |
| Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Welt | - 0,8 | - 0,9 | 1,2 |
| Deutschland | - 13,5 | - 7,0 | 5,7 |
| Europäische Union | - 9,1 | - 1,7 | 3,7 |
| USA | - 4,2 | - 1,5 | 2,0 |
| China | - 3,3 | - 3,0 | - 1,0 |
| Indien | 14,4 | 8,0 | 8,5 |
1) Kalenderjahr; Prognosen (teilweise)
2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t
Quellen: S&P Global Market Intelligence, Comparative Industry (Oktober 2024), S&P Global Mobility, LV Production (Oktober 2024), Oxford
Economics, worldsteel, nationale Verbände
Die globale Maschinenproduktion wird 2024 voraussichtlich um 1,0 % zulegen
Maschinenbau - Der Umsatz im weltweiten Maschinenbau wird sich 2024 voraussichtlich nur um 1,0 % erhöhen. Die Konjunkturschwäche, insbesondere in den Industrienationen, bleibt ein Risiko für das Wachstum der Branche. Ein leichter Aufschwung könnte durch die erfolgten Zinssenkungen der US-amerikanischen Notenbank gegen Ende des Jahres eintreten. Für 2025 wird mit einem Wachstum von 3,2 % gerechnet. In China deutet sich für 2024 lediglich ein Zuwachs von 3,7 % an. Auch für 2025 wird dort mit einer verhaltenen Dynamik und einem Plus von 4,7 % gerechnet. Der Maschinenbau in den USA schrumpft 2024 voraussichtlich um 3,7 %. Für das Folgejahr wird eine lediglich leichte Erholung von 0,3 % angenommen. Ein wichtiger Faktor bleibt die Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung, die weitreichende Folgen auch für die Weltwirtschaft haben könnte. Wegen der bereits angekündigten Erhebung eines generellen Zolls auf ausländische Produkte blickt auch der europäische Maschinenbau besorgt in die USA. Für den europäischen Maschinenbau wird im Jahr 2024 ein deutlicher Rückgang um 3,6 % erwartet; für das Jahr 2025 wird mit einer leichten Erholung von 1,4 % gerechnet.
Auch wenn die Bestellungen im deutschen Maschinenbau im Juli 2024 nur um real 5% zurückgingen und der Wert damit so gering war wie seit Oktober 2023 nicht mehr, kann noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden. Denn im Juli des Vorjahres war der Auftragseingang bereits niedrig gewesen: Die Bestellungen aus dem In- und dem Ausland gleichermaßen lagen bei minus 5 %, die Bestellungen aus EU-Ländern sanken um 6 %, während Order aus Nicht-Euro-Länder um 4 % zurückgingen. Auch der Blick auf den weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Mai bis Juli zeigt weiterhin ein deutliches Minus von 14 %. Insbesondere die Investitionsschwäche im eigenen Land dämpft die Erholung des deutschen Maschinenbaus. Für das gesamte Jahr 2024 wird mit einem Minus von 6,8 % gerechnet, für das Jahr 2025 mit einem Nullwachstum.
Bauwirtschaft - Die Bauwirtschaft wird 2024 weltweit voraussichtlich um 3,4 % wachsen. Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist weiterhin die positive Entwicklung der Schwellen- und Entwicklungsländer sowie staatlich finanzierte Investitionen im Bereich der Infrastruktur. Allerdings wird in den meisten Regionen das Gesamtwachstum durch die schwache Dynamik im Wohnungsbausektor gebremst. Für 2025 wird ein Wachstum von 2,6 % vorhergesagt.
Ein deutlich negativeres Bild ergibt sich für die EU: Hier stagniert die Bautätigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Ein großes Problem bleibt die Zinsentwicklung auf dem Kapitalmarkt. Für 2025 wird ein leichtes Wachstum von 1,8 % erwartet, getrieben durch eine bereits erfolgte Zinssenkung der EZB. Die deutsche Bauwirtschaft ist weiterhin rückläufig. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein Rückgang um 2,9 % erwartet. Weiterhin hohe Finanzierungskosten sorgen für Zurückhaltung bei Investitionen, sowohl im privaten Wohnungsbau als auch bei Gewerbeimmobilien. Leicht positive Tendenzen zeichnen sich bei den öffentlichen Bauvorhaben ab. Für 2025 wird eine Erholung von 0,8% prognostiziert.
Für China wird ein lediglich moderates Wachstum von 4,2 % im Jahr 2024 erwartet. Die Krise im Immobiliensektor ist noch immer nicht ganz abgeklungen. Mögliche Entschärfungen könnten staatliche Hilfspakete für den öffentlichen Wohnungsbau bieten. Für 2025 wird lediglich mit einer leichten Erholung und einem Zuwachs von 2,1 % gerechnet. Auch in den USA profitiert der Bausektor von staatlichen Förderprogrammen. Für 2024 wird ein Wachstum von 8,5 % erwartet, das sich aber voraussichtlich bereits 2025 auf 2,0% verlangsamen wird. Die Zinssenkung im 3. Quartal 2024 könnte zu einer Erholung im Wohnungsbau führen und die Aussichten für das Jahr 2025 verbessern.
↘ -0,9 %
Die weltweite Nachfrage nach Walzstahl wird 2024 voraussichtlich erneut leicht abnehmen.
Stahlmarkt - Die weltweite Walzstahlnachfrage ist 2023 leicht um 0,8 % zurückgegangen. In vielen Volkswirtschaften wurde die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Stahlnachfrage durch hohe Inflationsraten und Zinssätze belastet. Während die anhaltende inländische Immobilienkrise einen Rückgang in China (-3,3 %) bewirkte, stieg die Nachfrage in Indien (+14,4 %) und der Türkei (+17,2 %) deutlich. Nach zwei Jahren negativen Wachstums erwartet der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie für das aktuelle Jahr 2024 einen weiteren Rückgang der Walzstahlnachfrage um 0,9 %. Hohe Kosten, verzögerte Auswirkungen der restriktiveren Geldpolitik, anhaltende geopolitische Unsicherheiten sowie die schwache Weltwirtschaft bremsen die Entwicklung der Stahlnachfrage aus. Insbesondere die Nachfrage in China trägt mit einem Minus von 3,0% maßgeblich zur negativen globalen Entwicklung bei. Die staatlichen Konjunkturprogramme zur Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarktes konnten bisher keinen nachhaltigen Nachfrageanstieg generieren. In den wesentlichen südostasiatischen Märkten wird noch ein leichtes Wachstum, für Südkorea und Japan hingegen ein leichter Rückgang angenommen. Auch in den USA verzögert sich die Erholung der Stahlnachfrage - nach dem Rückgang im Vorjahr um 4,2 % wird für das Jahr 2024 ein weiteres Minus von 1,5 % prognostiziert. Handelspolitische Maßnahmen wie der Inflation Reduction Act (IRA) unterstützten die lokale Wirtschaft und damit die Nachfrage nach lokal produziertem Stahl, konnten die fortlaufende Schwäche im Bausektor jedoch nicht vollständig kompensieren. Die durch den Wiederaufbau nach dem Erdbeben im Frühjahr 2023 hohe Binnennachfrage in der Türkei schreibt sich in diesem Jahr nicht fort. Verschärfte finanzielle Rahmenbedingungen zur Eindämmung der hohen Inflationsraten schränken die Entwicklung der Stahlkonjunktur ein. Die Walzstahlnachfrage in der EU ist wegen der Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie des konjunkturell schwachen Umfelds 2023 um 9,1 % gesunken. Aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche wird für das laufende Jahr 2024 mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage um 1,7 % gerechnet. Insbesondere Deutschland trägt hier mit einem Minus von 7,0 % bei. Die weltweite Stahlmarktentwicklung ist auch 2024 weiterhin mit hohen Risiken behaftet, bedingt durch die anhaltenden geopolitischen Krisen und den zunehmenden Protektionismus auf den internationalen Märkten.
Im Jahr 2023 ist der EU-Markt für Qualitätsflachstahl nach einem Rückgang im Vorjahr um weitere 3,7 % auf 76,4 Mio t eingebrochen. Zu den Hauptursachen zählten die anhaltenden Belastungen durch die Folgen des Ukrainekriegs, hohe Energiepreise und Inflation sowie die fortwährende globale Konjunkturschwäche. Nach einem kurzzeitigen Nachfrageanstieg in der ersten Jahreshälfte 2023, führte eine nachlassende konjunkturelle Dynamik in der zweiten Jahreshälfte wieder zu einem Rückgang der Nachfrage. Während die EU-Lieferungen zu Jahresbeginn 2023 noch den wesentlichen Teil der steigenden Nachfrage bedient hatten, zogen die Importe im Laufe des Jahres deutlich nach. Im Gesamtjahr 2023 wurden 17,3 Mio t Flachstahlerzeugnisse in die EU eingeführt. Ihr Anteil am EU-Markt lag mit 22,7 % nur leicht unter dem Vorjahresniveau (23,6 %). Im 1. Halbjahr des Jahres 2024 sank die Flachstahlnachfrage auf 40,0 Mio t und lag 2,1 % unter dem schwachen Vorjahresniveau von 40,8 Mio t. Die schwache Nachfrage war zusätzlich durch deutlich höhere Importe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum belastet (Anstieg um +7,8 % auf einen Marktanteil von 23,8 %), die Lieferungen der EU Werke waren demgegenüber rückläufig (-4,8 %). Die für uns wesentlichen flachstahlverarbeitenden Industrien, wie bspw. Automobilindustrie, Maschinenbau und Bauindustrie, verzeichnen weiterhin geringe Auftragseingänge. Viele Betriebe zehren noch von ihren immer weiter sinkenden Auftragsbeständen, die einen stärkeren Produktionseinbruch bisher verhindert haben. Fehlende konjunkturelle Impulse dämpfen den Ausblick für den Rest des Jahres. Eine Belebung der Nachfrage in der EU wird frühestens für 2025 erwartet.
Die Erholung der Nachfrage zu Beginn des 1. Quartals 2023 infolge verbesserter Konjunkturaussichten wirkte sich bis in den April hinein positiv auf die Entwicklung der Spotpreise im EU-Flachstahlmarkt aus. Die sich abschwächende Nachfrage und der erhöhte Importdruck führten anschließend zu einem rückläufigen Preistrend. Analog zur Nachfrageentwicklung kam es dann ab dem Herbst 2023 wieder zu einer vorübergehenden leichten Erholung des Preisniveaus, mit erneut negativem Trend ab März 2024. Infolge der geringen Konjunkturdynamik haben sich die Spotpreise bis August stabil auf einem niedrigen Niveau eingependelt, eine weitere Abwärtsbewegung ist seit Anfang September zu verzeichnen. Die Preise für Eisenerz lagen in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 mit durchschnittlich -4,7 % leicht unter denen des Vorjahres. In diesem Zeitraum haben auch die Preise für Kokskohle im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 % nachgegeben.
Für das kommende Jahr 2025 rechnet der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie wieder lediglich mit einem leichten Anstieg der weltweiten Stahlnachfrage um 1,2 %, bedingt durch einen weiteren Rückgang der Nachfrage um 1,0% in China, im Wesentlichen aufgrund der anhaltenden rückläufigen Nachfrage aus dem Immobiliensektor. Gestützt wird der Anstieg durch einen anhaltend hohen Nachfragezuwachs vor allem in Indien (+8,5 %). In der Prognose für den EU-Markt wird von einem Wachstum von 3,7 % ausgegangen. Deutschland soll hierzu nach dem niedrigen Niveau in den Vorjahren mit einem Anstieg von 5,7 % beitragen. Für die USA wird ein Anstieg der Walzstahlnachfrage um 2,0% prognostiziert. Dieser Ausblick ist jedoch mit hohen Unsicherheiten behaftet. Inwieweit die tatsächliche Entwicklung der Nachfrage dem folgt, hängt davon ab, ob sich die prognostizierte und wiederholt nach hinten verschobene konjunkturelle Belebung entsprechend real manifestiert oder ob die beschriebenen dämpfenden Faktoren weiterhin dominieren.
Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand
Fortsetzung der Transformation in herausforderndem Umfeld
Das abgelaufene Geschäftsjahr war von einem herausfordernden und sich rasant verändernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Dies hat dazu geführt, dass wir unsere Prognose mehrfach korrigieren mussten: Trotz der unterjährigen Anpassungen der Umsatzprognose konnten wir aufgrund von eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen des Performance-Programms APEX die negativen Marktentwicklungen zunächst teilweise kompensieren. Im Zulauf auf den 9-Monats-Bericht zeigte sich jedoch, dass eine kurzfristige Marktstabilisierung nicht zu erwarten war. Dies führte zu einer Absenkung der Prognosen für den Umsatz, das Bereinigte EBIT und FCF vor M&A, welche letztlich erreicht bzw. sogar übertroffen wurden.
Der Umsatz des Konzerns reduzierte sich um 2,5 Mrd € auf 35,0 Mrd €. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen eine geringere Nachfrage sowie niedrigere Preisniveaus bei Materials Services und Steel Europe. Infolgedessen reduzierte sich auch das Bereinigte EBIT um 136 Mio € auf 567 Mio €. Zu dieser Entwicklung trugen neben Rückgängen bei Steel Europe und Automotive Technology insbesondere Mehrkosten bei einzelnen (Alt-)Projekten im Zementanlagenbau im Segment Decarbon Technologies bei. Die Ergebnissteigerungen bei Materials Services und Marine Systems konnten die schwächeren Beiträge der anderen Segmente nur teilweise kompensieren.
Der FCF vor M&A lag mit 110 Mio € erneut im positiven Bereich, jedoch 253 Mio € unter dem Vorjahreswert. Aufgrund vorzeitiger Kundenzahlungen bei Marine Systems im 4. Quartal sowie einer weiteren Verbesserung des Vorrats- und des Forderungsmanagements konnte der positive Gesamtjahreswert erreicht werden. Unterstützend wirkten die deutlich geringeren Investitionsauszahlungen im Gesamtjahr, im Wesentlichen bedingt durch den Erhalt von Fördermittelzahlungen im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage bei Steel Europe.
Der Jahresfehlbetrag belief sich auf -1,4 Mrd €, zwar weiterhin im negativen Bereich, aber über dem Vorjahr, welches ebenfalls durch Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe geprägt war. Der erneut negative Wert resultiert im Kern aus weiteren Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe und bei Materials Services sowie Restrukturierungsaufwendungen, vor allem bei Automotive Technology, Materials Services und Decarbon Technologies.
Das Netto-Finanzguthaben lag im Wesentlichen wegen des positiven FCF vor M&A mit 4,4 Mrd € über Vorjahresniveau. Unterstützend wirkten auch Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Einstieg der EP Corporate Group im Segment Steel Europe.
Die liquiden Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien beliefen sich, bei unterjähriger Rückzahlung einer Anleihe, auf insgesamt 7,1 Mrd € (30. September 2024).
Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".
In der folgenden Tabelle sind wichtige Kennzahlen zur Entwicklung des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
| Konzern | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung | in % | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 37.060 | 32.815 | - 4.245 | - 11 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 37.536 | 35.041 | - 2.494 | - 7 |
| EBITDA | Mio € | 1.679 | 895 | - 784 | - 47 |
| EBIT1) | Mio € | - 1.431 | - 1.041 | 389 | 27 |
| EBIT-Marge | % | - 3,8 | - 3,0 | 0,8 | 22 |
| Bereinigtes EBIT1) | Mio € | 703 | 567 | - 136 | - 19 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 1,9 | 1,6 | - 0,3 | - 14 |
| Ergebnis vor Steuern | Mio € | - 1.583 | - 1.196 | 388 | 24 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | Mio € | - 1.986 | - 1.450 | 537 | 27 |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | Mio € | - 2.072 | - 1.506 | 566 | 27 |
| Ergebnis je Aktie | € | - 3,33 | - 2,42 | 0,91 | 27 |
| Operating Cashflow | Mio € | 2.064 | 1.353 | - 711 | - 34 |
| Cashflow für Investitionen | Mio € | - 1.607 | - 1.196 | 412 | 26 |
| Cashflow aus Desinvestitionen | Mio € | 25 | 66 | 41 | ++ |
| Free Cashflow2) | Mio € | 482 | 224 | - 258 | - 53 |
| Free Cashflow vor M&A2) | Mio € | 363 | 110 | - 253 | - 70 |
| Netto-Finanzguthaben (30.9.) | Mio € | 4.325 | 4.411 | 86 | 2 |
| Eigenkapital (30.9.) | Mio € | 12.693 | 10.358 | - 2.334 | - 18 |
| Gearing (30.9.) | % | -3) | -3) | - | - |
| ROCE | % | - 9,3 | - 8,0 | 1,3 | 14 |
| thyssenkrupp Value Added | Mio € | - 2.818 | - 2.476 | 342 | 12 |
| Dividende je Aktie | € | 0,15 | 0,154) | - | - |
| Ausschüttung | Mio € | 93 | 934) | - | - |
| Mitarbeitende (30.9.) | 99.981 | 98.120 | - 1.861 | - 2 |
1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
3) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Gearing-Kennzahl negativ und die Aussage der Gearing-Kennzahl damit bedeutungslos.
4) Vorschlag an die Hauptversammlung
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
| Konzern | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | Veränderung | in % | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 8.305 | 7.911 | - 394 | - 5 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 8.812 | 8.810 | - 2 | 0 |
| EBITDA | Mio € | 283 | 107 | - 176 | - 62 |
| EBIT1) | Mio € | - 1.779 | - 969 | 811 | 46 |
| EBIT-Marge | % | - 20,2 | - 11,0 | 9,2 | 46 |
| Bereinigtes EBIT1) | Mio € | 88 | 151 | 63 | 72 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 1,0 | 1,7 | 0,7 | 72 |
| Ergebnis vor Steuern | Mio € | - 1.788 | - 982 | 806 | 45 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | Mio € | - 1.989 | - 1.040 | 949 | 48 |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | Mio € | - 2.008 | - 1.061 | 947 | 47 |
| Ergebnis je Aktie | € | - 3,23 | - 1,70 | 1,52 | 47 |
| Operating Cashflow | Mio € | 1.396 | 1.415 | 19 | 1 |
| Cashflow für Investitionen | Mio € | - 698 | - 317 | 382 | 55 |
| Cashflow aus Desinvestitionen | Mio € | - 30 | 11 | 41 | ++ |
| Free Cashflow2) | Mio € | 668 | 1.109 | 441 | 66 |
| Free Cashflow vor M&A2) | Mio € | 597 | 1.093 | 495 | 83 |
| Netto-Finanzguthaben (30.9.) | Mio € | 4.325 | 4.411 | 86 | 2 |
| Eigenkapital (30.9.) | Mio € | 12.693 | 10.358 | - 2.334 | - 18 |
| Gearing (30.9.) | % | -3) | -3) | - | - |
| Mitarbeitende (30.9.) | 99.981 | 98.120 | - 1.861 | - 2 |
1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
3) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Gearing-Kennzahl negativ und die Aussage der Gearing-Kennzahl damit bedeutungslos.
Prognose-Ist-Vergleich
Das konjunkturelle Umfeld war im Berichtsjahr anhaltend schwächer als erwartet. Wir haben daher unsere Ziele im Laufe des Geschäftsjahres nach unten korrigiert - zuletzt im Rahmen der Ad-hoc Mitteilung vom 25. Juli 2024 und daraus folgend im 9-Monats-Bericht. Diese angepassten Ziele wurden für den Umsatz und das Bereinigte EBIT erreicht bzw. für den FCF vor M&A übertroffen. Fast alle zu Beginn des Geschäftsjahres gesetzten Ziele haben wir jedoch verfehlt; die Investitionen konnten wir wie geplant deutlich reduzieren.
Die im Zuge der Erstellung des 9-Monats-Berichts angepassten Ziele für das Bereinigte EBIT sowie den FCF vor M&A wurden erreicht bzw. übertroffen.
Das ursprünglich formulierte Umsatzziel wurde im Laufe des Geschäftsjahres zu jedem Berichtsquartal nach unten korrigiert. Die Hauptursachen dafür waren reduzierte Mengenerwartungen und geringere Preisniveaus. Mit einem Umsatzrückgang von 7 % konnten wir die mit der Ad-hoc Mitteilung bzw. im 9-Monats-Bericht angepasste Prognose (Rückgang zwischen 6 und 8 % im Vergleich zum Vorjahr) erreichen.
Das zu Beginn des Geschäftsjahres avisierte Ziel für das Bereinigte EBIT haben wir mit der Erstellung des 9-Monats-Berichts bzw. der Ad-hoc Mitteilung von einem Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich auf einen Wert von mehr als 500 Mio € gesenkt. Zwar wirkten die eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen des Performance-Programms APEX den negativen Marktentwicklungen teilweise entgegen, sie konnten diese aber nicht vollständig kompensieren. Mit einem Bereinigten EBIT von 567 Mio € wurde die angepasste Prognose erreicht.
Im Zuge der vorstehend genannten Prognoseanpassungen wurden auch die Erwartungen an den FCF vor M&A mit der Ad-hoc Mitteilung bzw. im 9-Monats-Bericht nach unten korrigiert. Mit 110 Mio € lag der FCF vor M&A schließlich erneut im positiven Bereich und damit über unserer angepassten Erwartung (Rückgang; Wert im Bereich um -100 Mio €). Ursächlich dafür waren im Wesentlichen vorzeitige Kundenzahlungen bei Marine Systems im 4. Quartal sowie eine weitere Verbesserung des Vorrats- und des Forderungsmanagements.
Die zu Beginn des Geschäftsjahres kommunizierten Ziele für Jahresüberschuss, thyssenkrupp Value Added (tkVA) und ROCE (Return on Capital Employed) wurden im Laufe des Geschäftsjahres zu jedem Berichtsquartal nach unten angepasst. Ausschlaggebend für die Korrekturen waren neben den vorstehend genannten Prognoseanpassungen insbesondere Wertberichtigungen bei Steel Europe und Materials Services . Mit einem Jahresüberschuss von -1.450 Mio € und damit einhergehend einem tkVA von -2.476 Mio € und einem ROCE von -8,0 % haben wir die Werte der zuletzt angepassten Prognose nicht erreicht. Ursächlich für die Abweichung waren weitere Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 767 Mio € bei Steel Europe im 4. Quartal.
Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".
Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Quartal, zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2023 / 2024:
PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024
| Prognose im Geschäftsbericht 2022 / 2023 | Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Quartal 2023 / 2024 | Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2023 / 2024 | Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2023 / 2024 | Ist Geschäftsjahr 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Steel Europe | Umsatz | Leicht unter Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 13 % auf 10.736 Mio € | ||
| Bereinigtes EBIT | Steigerung; Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Weitgehend stabil | Leicht rückläufig | Rückgang um 59 Mio € auf 261 Mio € | ||
| Marine Systems | Umsatz | Deutlich über Vorjahr | Anstieg um 16 % auf 2.118 Mio € | |||
| Bereinigtes EBIT | Steigerung; Wert im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich | Anstieg um 52 Mio € auf 125 Mio € | ||||
| Automotive Technology | Umsatz | Leicht über Vorjahr | Auf Vorjahresniveau | Leicht unter Vorjahr | Unter Vorjahr | Rückgang um 5 % auf 7.536 Mio € |
| Bereinigtes EBIT | Steigerung; Wert im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Leicht rückläufig | Rückgang um 21 Mio € auf 245 Mio € | |||
| Decarbon Technologies | Umsatz | Deutlich über Vorjahr | Anstieg um 12 % auf 3.850 Mio € | |||
| Bereinigtes EBIT | Weitgehend stabil | Rückgang; negativer Wert im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich | Rückgang um 83 Mio € auf -54 Mio € | |||
| Materials Services | Umsatz | Auf Vorjahresniveau | Leicht unter Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 11 % auf 12.126 Mio € | |
| Bereinigtes EBIT | Steigerung; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Anstieg um 26 Mio € auf 204 Mio € | ||||
| Corporate Headquarters | Bereinigtes EBIT | Rückgang; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Rückgang um 19 Mio € auf -188 Mio € | |||
| Konzern | Umsatz | Leicht über Vorjahr | Auf Vorjahresniveau | Unter Vorjahr | Rückgang zwischen 6-8 % im Vergleich zum Vorjahr | Rückgang um 7 % auf 35.041 Mio € |
| Bereinigtes EBIT | Steigerung auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen Euro-Bereich | Rückgang auf einen Wert von mehr als 500 Millionen Euro | Rückgang um 136 Mio € auf 567 Mio € | |||
| Investitionen inkl. IFRS 16 | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 501 Mio € auf 1.323 Mio € | ||||
| Free Cashflow vor M&A | Rückgang; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Rückgang; Wert im Bereich um -100 Millionen Euro | Rückgang um 253 Mio € auf 110 Mio € | |||
| Jahresüberschuss | Steigerung auf einen positiven Wert im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Steigerung in den Bereich eines ausgeglichenen Wertes | Steigerung in den Bereich eines negativen Wertes im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Verbesserung in den Bereich eines negativen Wertes im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Verbesserung um 537 Mio € auf -1.450 Mio € | |
| tkVA | Steigerung auf einen negativen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich | Steigerung auf einen negativen Wert im Bereich von einer Milliarde Euro | Steigerung auf einen negativen Wert von mehr als einer Milliarde Euro | Verbesserung auf einen negativen Wert im Bereich um -1,6 Milliarden Euro | Verbesserung um 342 Mio € auf -2.476 Mio € | |
| ROCE | Steigerung auf einen Wert im mittleren einstelligen Prozentbereich | Steigerung auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich | Steigerung auf einen Wert im niedrigen einstelligen Prozentbereich | Verbesserung auf einen negativen Wert im niedrigen einstelligen Prozentbereich | Verbesserung um 1,3 Prozentpunkte auf -8,0 % |
Anmerkung zur Prognose beim Umsatz und den Investitionen inkl. IFRS 16: "Deutlich über/unter" entspricht einer Veränderung ab +/- 5 %; "Über/unter" entspricht einer Veränderung ab +/- 2,5 % bis +/- 5 %; "Leicht über/unter" entspricht einer Veränderung bis +/- 2,5 %
Geschäftsentwicklung im Konzern
Geschäftsverlauf
Auftragseingang, Umsatz und Bereinigtes EBIT blieben im Berichtsjahr hinter den Vorjahreswerten zurück
AUFTRAGSEINGANG
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology2) | 7.879 | 7.418 | - 6 | - 5 | 1.738 | 1.788 |
| Decarbon Technologies2) | 4.004 | 3.031 | - 24 | - 21 | 885 | 891 |
| Materials Services | 13.684 | 12.062 | - 12 | - 12 | 3.163 | 2.818 |
| Steel Europe | 12.187 | 10.032 | - 18 | - 18 | 2.241 | 1.988 |
| Marine Systems2) | 952 | 1.459 | 53 | 53 | 571 | 649 |
| Corporate Headquarters | 6 | 6 | 3 | 5 | 0 | 1 |
| Überleitung2) | - 1.652 | - 1.195 | 28 | - | - 293 | - 225 |
| Konzern | 37.060 | 32.815 | - 11 | - 11 | 8.305 | 7.911 |
| Mio € | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|
| Automotive Technology2) | 3 | 4 |
| Decarbon Technologies2) | 1 | 6 |
| Materials Services | - 11 | - 11 |
| Steel Europe | - 11 | - 11 |
| Marine Systems2) | 14 | 14 |
| Corporate Headquarters | ++ | ++ |
| Überleitung2) | 23 | - |
| Konzern | - 5 | - 4 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Auftragseingang
Die bereits im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres erkennbaren konjunkturellen Herausforderungen blieben im Geschäftsjahr 2023 / 2024 bestehen. Dies zeigte sich auch im Auftragseingang, welcher sich insgesamt deutlich reduzierte. Die Nachfragesituation gestaltete sich im gesamten Geschäftsjahr schwierig, vor allem in der europäischen Automobilindustrie und beispielsweise bei Baumaschinen. Dies zeigte sich vor allem in den Auftragsbüchern von Steel Europe, Materials Services und Automotive Technology. Auch Decarbon Technologies verzeichnete einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs nach der hohen Nachfrage im Chemieanlagenbau im Vorjahr. Gegenläufig entwickelte sich der Auftragseingang bei Marine Systems: Im Unterwasserbereich konnten wir umfangreichere Erweiterungen zweier Bestandsaufträge sowie im Bereich Marineelektronik größere Auftragseingänge verbuchen.
Rückläufiger Auftragseingang spiegelt konjunkturelle Herausforderungen wider
UMSATZERLÖSE
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology2) | 7.911 | 7.536 | - 5 | - 4 | 1.972 | 1.837 |
| Decarbon Technologies2) | 3.438 | 3.850 | 12 | 19 | 878 | 1.074 |
| Materials Services | 13.613 | 12.126 | - 11 | - 11 | 3.124 | 2.908 |
| Steel Europe | 12.373 | 10.736 | - 13 | - 13 | 2.862 | 2.609 |
| Marine Systems2) | 1.832 | 2.118 | 16 | 16 | 349 | 715 |
| Corporate Headquarters | 7 | 7 | - 1 | 0 | 2 | 1 |
| Überleitung2) | - 1.639 | - 1.331 | 19 | - | - 375 | - 335 |
| Konzern | 37.536 | 35.041 | - 7 | - 6 | 8.812 | 8.810 |
| Mio € | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|
| Automotive Technology2) | - 7 | - 6 |
| Decarbon Technologies2) | 22 | 37 |
| Materials Services | - 7 | - 7 |
| Steel Europe | - 9 | - 9 |
| Marine Systems2) | ++ | ++ |
| Corporate Headquarters | - 46 | - 44 |
| Überleitung2) | 11 | - |
| Konzern | 0 | 2 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
UMSATZERLÖSE NACH ABSATZGEBIETEN
in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
UMSATZERLÖSE NACH KUNDENGRUPPEN 2023/2024
in %
34
Automobilindustrie
11
Handel
11
Stahl und stahl nahe Verarbeitung
15
Übrige verarbeitende Industrie
7
Maschinen- und Anlagen bau
6
Öffentliche Hand - Verteidigung
5
Verpackungsindustrie
2
Bauwirtschaft
2
Energie und Versorgung
6
Übrige Kundengruppen
Umsatz
Der Umsatz entwickelte sich vor dem Hintergrund der gehemmten Marktdynamik ebenfalls rückläufig. Die Hauptgründe hierfür waren niedrigere Preise in unseren wichtigsten Kunden- und Produktgruppen sowie eine rückläufige Nachfrage sowohl bei Steel Europe als auch bei Materials Services. Auch Automotive Technology verzeichnete eine rückläufige Entwicklung im Baumaschinengeschäft und im automobilen Anlagenbau sowie in Teilen des automobilen Seriengeschäfts. Decarbon Technologies erzielte wegen hoher Auftragseingänge aus der Vorperiode, laufender Großprojekte bei Uhde und des Wachstums im Bereich Wasserelektrolyse einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz bei Marine Systems lag im Berichtszeitraum ebenfalls deutlich über dem des Vorjahres. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem die Ablieferung eines U-Bootes sowie die Projektfortschritte im Neubaugeschäft.
Der bedeutendste Absatzmarkt der Gruppe blieb mit einem Umsatz von 11,7 Mrd € der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Nordamerika (7,7 Mrd €) sowie das Geschäft mit Kunden in Westeuropa (6,1 Mrd €). Der Umsatz des Großraums China belief sich auf 1,7 Mrd €.
Die Automobilindustrie war mit einem Umsatzanteil von 34% weiterhin die wichtigste Kundengruppe; sie ist entscheidend insbesondere für unser Geschäft mit Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte der Handel, die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung sowie die übrige verarbeitende Industrie. Weitere wesentliche Kundengruppen sind der Maschinen- und Anlagenbau, die öffentliche Hand (Verteidigung), die Verpackungsindustrie, die Bauwirtschaft sowie Energie und Versorgung.
Bereinigtes EBIT
BEREINIGTES EBIT
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology1) | 266 | 245 | - 8 | 68 | 71 | 4 |
| Decarbon Technologies1) | 29 | - 54 | -- | - 24 | 6 | ++ |
| Materials Services | 178 | 204 | 15 | 23 | 51 | ++ |
| Steel Europe | 319 | 261 | - 18 | 54 | 23 | - 57 |
| Marine Systems1) | 73 | 125 | 71 | 27 | 53 | 94 |
| Corporate Headquarters | - 169 | - 188 | - 11 | - 47 | - 44 | 7 |
| Überleitung1) | 7 | - 25 | -- | - 13 | - 9 | 30 |
| Konzern | 703 | 567 | - 19 | 88 | 151 | 72 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Die im Rahmen des Performance-Programms APEX eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen wirkten unterstützend, konnten die Marktentwicklungen aber nicht vollständig kompensieren. So gab es Rückgänge bei Steel Europe und Automotive Technology, unter anderem wegen einer geringeren Nachfrage und folglich rückläufiger Umsätze. Des Weiteren ist ein Teil des Rückgangs auf Mehrkosten bei einzelnen (Alt-)Projekten im Zementanlagenbau im Segment Decarbon Technologies zurückzuführen. Materials Services und Marine Systems hingegen konnten ihre Ergebnisse deutlich steigern. Bei Materials Services beruhte dies im Wesentlichen auf dem höheren Ergebnis des internationalen Supply-Chain-Geschäfts, das die Rückgänge der Handels- und Service-Center-Einheiten überkompensieren konnte. Hauptgründe für die Entwicklung bei Marine Systems waren in erster Linie die Projektfortschritte im Neubaugeschäft sowie die Bereiche Services und Marineelektronik. Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahreswert im Wesentlichen wegen höherer Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Performance-Programm APEX.
Ergebnisanstiege bei Materials Services und Marine Systems konnten Rückgänge in den anderen Segmenten nicht ausgleichen
Sondereffekte
SONDEREFFEKTE
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung | 4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology1) | 82 | 219 | 136 | 62 | 207 | 145 |
| Decarbon Technologies1) | 21 | 105 | 83 | 4 | 46 | 42 |
| Materials Services | - 26 | 196 | 222 | 11 | 51 | 40 |
| Steel Europe | 2.015 | 1.031 | - 984 | 1.770 | 779 | - 991 |
| Marine Systems1) | 3 | - 2 | - 4 | 1 | 0 | - 1 |
| Corporate Headquarters | 13 | 35 | 22 | 7 | 14 | 7 |
| Überleitung1) | 26 | 25 | - 1 | 12 | 23 | 10 |
| Konzern | 2.134 | 1.609 | - 525 | 1.867 | 1.120 | - 748 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 1.609 Mio € belastet. Bei Automotive Technology ergaben sich im Berichtszeitraum wesentliche Sondereffekte für Restrukturierungsaufwendungen für Kapazitätsanpassungen sowie Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen wegen reduzierter Absatzerwartungen. Bei Decarbon Technologies betrafen Sondereffekte im Wesentlichen die Wertberichtigung und Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India im Zuge des Veräußerungsprozesses sowie Restrukturierungsrückstellungen bei Polysius. Einen Großteil der Sondereffekte bei Materials Services machten im abgelaufenen Geschäftsjahr Aufwendungen durch Wertminderungen im Anlagevermögen bei europäischen Gesellschaften sowie Restrukturierungen und Veräußerungen von zwei Gesellschaften aus. Im Segment Steel Europe ergaben sich vor allem weitere Wertminderungsaufwendungen aufgrund der stark eingetrübten Konjunkturlage, anhaltend hoher Energie- und Kapitalkosten und der im zukünftigen Geschäftsverlauf erwarteten Investitionen sowie aus der Bewertung der CO2 -Termingeschäfte. Die Sondereffekte bei Marine Systems ergaben sich im Wesentlichen aus der Zuschreibung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung sowie aus der teilweisen Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierungen. Im Bereich Corporate Headquarters fielen vor allem Aufwendungen im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen an.
Wertminderungs- und Restrukturierungsaufwendungen als wesentliche Sondereffekte
thyssenkrupp Value Added (tkVA)
THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)
| 2022 / 2023 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| EBIT1) (Mio €) |
Capital employed (Mio €) |
ROCE (%) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern | - 1.431 | 15.415 | - 9,3 | 9,0 | - 2.818 |
| Davon: | |||||
| Automotive Technology2) | 184 | 3.561 | 5,2 | 10,5 | - 190 |
| Decarbon Technologies2) | 8 | 1.148 | 0,7 | 9,0 | - 96 |
| Materials Services | 204 | 3.668 | 5,6 | 8,5 | - 108 |
| Steel Europe | - 1.695 | 5.401 | - 31,4 | 9,0 | - 2.181 |
| Marine Systems2) | 70 | 1.068 | 6,6 | 8,0 | - 15 |
| 2023 / 2024 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EBIT1) (Mio €) |
Capital employed (Mio €) |
ROCE (%) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
Veränderung tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern | - 1.041 | 13.045 | - 8,0 | 11,0 | - 2.476 | 342 |
| Davon: | ||||||
| Automotive Technology2) | 27 | 3.432 | 0,8 | 11,5 | - 368 | - 178 |
| Decarbon Technologies2) | - 159 | 1.018 | - 15,6 | 12,0 | - 281 | - 185 |
| Materials Services | 8 | 3.307 | 0,2 | 10,0 | - 323 | - 215 |
| Steel Europe | - 770 | 3.627 | - 21,2 | 12,0 | - 1.205 | 976 |
| Marine Systems2) | 127 | 1.089 | 11,6 | 9,5 | 23 | 38 |
1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Im Berichtsjahr lag der tkVA des Konzerns über dem des Vorjahres, der mit beträchtlichen außerplanmäßigen Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe (insgesamt rund 2,1 Mrd €) belastet gewesen war. Im Jahresvergleich resultiert die Verbesserung daher im Wesentlichen aus dem Rückgang dieser außerplanmäßigen Wertminderungsaufwendungen bei Steel Europe, wenngleich der tkVA bei einem negativen Ergebnis (EBIT) sowie aufgrund eines gestiegenen Kapitalkostensatzes (WACC) negativ blieb. Marine Systems konnte infolge der Ergebnissteigerung einen positiven Wertbeitrag generieren. Bei Automotive Technology, Decarbon Technologies sowie Materials Services führten verringerte Ergebnisse (EBIT) in Verbindung mit gestiegenen Kapitalkostensätzen jeweils zu einem rückläufigen tkVA und letztlich zu einem negativen Wertbeitrag.
Aus den vorstehenden Gründen lag der ROCE des Konzerns bei -8,0 %.
Details zur Bedeutung von tkVA, ROCE und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".
Geschäftsverlauf in den Segmenten
Automotive Technology
Automotive Technology ist einer der größeren deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Leistungsspektrum umfasst Hightech-Komponenten und -Systeme sowie Automatisierungslösungen für die Fahrzeugfertigung, mechatronische Lösungen auf Basis von Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen.
7,5 Mrd €
Umsatz
31.633
Mitarbeitende weltweit
AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN1 )
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 7.879 | 7.418 | - 6 | 1.738 | 1.788 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 7.911 | 7.536 | - 5 | 1.972 | 1.837 |
| EBITDA | Mio € | 557 | 400 | - 28 | 141 | 12 |
| EBIT | Mio € | 184 | 27 | - 86 | 6 | - 136 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 266 | 245 | - 8 | 68 | 71 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,4 | 3,3 | - | 3,4 | 3,9 |
| Investitionen | Mio € | 327 | 304 | - 7 | 118 | 99 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 31.689 | 31.633 | 0 | 31.689 | 31.633 |
| Veränderung in % |
|
|---|---|
| Auftragseingang | 3 |
| Umsatzerlöse | - 7 |
| EBITDA | - 91 |
| EBIT | -- |
| Bereinigtes EBIT | 4 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | - |
| Investitionen | - 16 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 0 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen. www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology
Automotive Technology ist einer der größeren deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau sowie mechatronische Lösungen auf der Basis von Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen. Desweiteren produzieren wir Schmiedekomponenten und -systeme für eine breite Palette von Kundenanwendungen im Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor. Unser Wachstums- und Leistungsanspruch lautet, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören.
In Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit setzen wir zahlreiche Maßnahmen um, indem wir beispielsweise alte Kompressoren durch effizientere austauschen, auf LED-Beleuchtung in Produktionshallen und Bürogebäuden umstellen, die Heiztemperatur gezielt reduzieren sowie Druckluftleckagen identifiziert und geschlossen haben, mit dem Ziel, Energie zu sparen. Ein weiteres Element unseres Energieeffizienzprogramms ist die Installation regenerativer Energieerzeugungsanlagen. Des Weiteren sichern wir die Energieversorgung unserer globalen Produktionsstandorte in enger Kooperation mit einem externen Dienstleister mit Strom aus erneuerbaren Energien ab.
Das Marktumfeld war im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt von einer hersteller-, modell- und antriebsabhängigen Volumenentwicklung, die sich teilweise spürbar vom Gesamtmarkttrend unterschied und einer rückläufigen Kundennachfrage im Baumaschinensektor. Der Expansionskurs chinesischer Automobilhersteller im eigenen Markt und auf den globalen Absatzmärkten setzte sich mit Marktanteilsgewinnen und daraus resultierendem Kostendruck fort. Diesen Herausforderungen sind wir durch striktes Kostenmanagement, erfolgreiche Verhandlungen über Preis- und Mindermengenkompensationen sowie durch die Fortführung von Effizienzmaßnahmen in der Produktion und beim Material begegnet. Restrukturierungen werden konsequent angegangen.
Des Weiteren haben wir im automobilen Seriengeschäft langfristige Rahmenaufträge gewonnen, die künftig zur Auslastung unserer Werke beitragen und den Umsatz des Segments erhöhen werden.
Auftragseingang und Umsatz
Auftragseingang und Umsatz bei Automotive Technology lagen unter denen des Vorjahres. Ursächlich hierfür war die rückläufige Entwicklung im Baumaschinengeschäft und im automobilen Anlagenbau; auch in Teilen des automobilen Seriengeschäfts zeigten sich antriebs-, hersteller- und baureihenabhängige Rückgänge.
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Ursächlich hierfür waren ein geringeres Absatzvolumen, höhere Personalkosten (im Wesentlichen aufgrund von Tarifabschlüssen) sowie Fehlleistungskosten im Anlagenbau, während Kostensenkungen bei Transport und Einsatzmaterial positiv wirkten. Hinzu kamen positive Effekte durch APEX-Maßnahmen, in erster Linie aus der Verhandlung neuer Preiskonditionen und dem Einfordern von Kompensationen aus Mindermengen, aus Materialkosteneinsparungen sowie aus Effizienzsteigerungsmaßnahmen (z.B. Taktzeitoptimierungen, Verringerung von Rüstzeiten, Reduzierung von Ausschusskosten etc.). Weiterhin fielen positiv wirkende Einmaleffekte im Jahresvergleich spürbar geringer aus. So wurde beispielsweise das Vorjahr durch einen Ertrag aufgrund eines Settlements mit einem Lieferanten zu einem Qualitätsfall aus Vorjahren stark positiv beeinflusst; im aktuellen Geschäftsjahr wirkten unter anderem die Teilauflösung einer Rückstellung für Qualitätskosten bei Bilstein unterstützend.
Vorjahr begünstigt durch Einmaleffekte; aktuelles Geschäftsjahr mit geringerer Nachfrage, Maßnahmen wirkten positiv
Sondereffekte
Wesentliche Sondereffekte betreffen Restrukturierungsaufwendungen für Kapazitätsanpassungen bei Automotive Body Solutions, Automation Engineering und Bilstein aufgrund reduzierter Absatzerwartungen. Hinzu kamen Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Wesentlichen bei Forged Technologies, Automotive Body Solutions sowie Springs und Stabilizers ebenfalls aufgrund reduzierter Absatzerwartungen.
Investitionen
Im Bereich Steering haben wir weiter in auftragsbezogene Projekte für elektrisch unterstützte Lenksysteme investiert, unter anderem in Mexiko und Europa. Bei Bilstein lag der Investitionsschwerpunkt auf dem Ausbau auftragsbezogener Fertigungskapazitäten in Rumänien und Mexiko. Zusätzlich haben wir auftragsbezogen in die Produktion von Rotorwellen und Schiebenockenwellen in Ungarn, Mexiko und China investiert. Durch unsere Investitionen in zukunftsgerichtete Produkte und kundennahe Fertigungen in wirtschaftlich attraktiven Regionen wollen wir Wachstumschancen wahrnehmen und das Erreichen unserer Kosten- und Profitabilitätsziele unterstützen.
Decarbon Technologies
Decarbon Technologies umfasst die Geschäfte Rothe Erde, Uhde, Polysius und die Mehrheitsbeteiligung an thyssenkrupp nucera. Ihre Spitzentechnologien begleiten die Kunden auf dem Weg zur grünen Transformation, leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Entwicklung der nachhaltigen Produktion in der Industrie.
3,8 Mrd €
Umsatz
12.678
Mitarbeitende weltweit
DECARBON TECHNOLOGIES IN ZAHLEN1 )
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 4.004 | 3.031 | - 24 | 885 | 891 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 3.438 | 3.850 | 12 | 878 | 1.074 |
| EBITDA | Mio € | 123 | - 21 | -- | - 2 | - 10 |
| EBIT | Mio € | 8 | - 159 | -- | - 28 | - 40 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 29 | - 54 | -- | - 24 | 6 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 0,8 | - 1,4 | - | - 2,7 | 0,6 |
| Investitionen | Mio € | 104 | 107 | 3 | 51 | 62 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 15.101 | 12.678 | - 16 | 15.101 | 12.678 |
| Veränderung in % |
|
|---|---|
| Auftragseingang | 1 |
| Umsatzerlöse | 22 |
| EBITDA | -- |
| EBIT | - 41 |
| Bereinigtes EBIT | ++ |
| Bereinigte-EBIT-Marge | - |
| Investitionen | 22 |
| Mitarbeitende (30.9.) | - 16 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen. www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Decarbon Technologies
Decarbon Technologies gestaltet die grüne Transformation der Industrie aktiv mit und profitiert von den damit verbundenen Wachstumschancen. Mit unseren Geschäften Rothe Erde, Uhde und Poly-sius sowie der Mehrheitsbeteiligung an thyssenkrupp nucera bieten wir innovative Spitzentechnologien für die Transformation zu einer klimaneutralen Industriewirtschaft. Rothe Erde ist einer der führenden Anbieter von Großwälzlagern und bietet Lösungen unter anderem für die Windindustrie. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Dekarbonisierung. Uhde ist mit seinen Lösungen für die Dekarbonisierung, Defossilisierung und die Kreislaufwirtschaft einer der weltweit führenden Technologie- und Implementierungsanbieter für Großanlagen der chemischen Industrie. Polysius setzt mit innovativen Lösungen Maßstäbe bei der klimaneutralen Transformation der Zement- und Kalkindustrie. Als einer der global führenden Anbieter von Elektrolysetechnologie zur Erzeugung von sauberem Wasserstoff im industriellen Maßstab unterstützt thyssenkrupp nucera seine Kunden auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Nachhaltigkeit wird bei uns als gesellschaftliche Verantwortung und als Möglichkeit verstanden, an einem wachsenden Markt zu partizipieren. Unser umfassendes Portfolio innovativer Technologien, Produkte und Dienstleistungen ist darauf ausgerichtet, Dekarbonisierungstrends zu bedienen. Neben den technologischen Aspekten lag ein zusätzlicher Fokus auf der Umsetzung entsprechender ESG-Maßnahmen, welche die interne Transparenz verbessern, Kundenanforderungen bedienen und auf die kontinuierliche Verbesserung unserer ESG-Performance einzahlen. So haben wir an der kontinuierlichen Senkung unserer Energieverbräuche und eigenen CO2 -Emissionen gearbeitet, indem wir neben unserem Energieeffizienzprogramm auch die Umstellung unserer Energieversorgung auf Strom aus erneuerbaren Energien vorangetrieben haben.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir den Fokus auf die erfolgreiche Neuausrichtung des Portfolios für grüne Technologien und die Optimierung der Leistungsfähigkeit unserer Geschäfte gelegt. Dabei haben wir im Zuge der Portfoliofokussierung den Verkauf der Aktivitäten von thyssenkrupp Industries India erfolgreich abgeschlossen. Durch den Aufbau von Partnerschaften sowie weitere Kundenprojekte haben wir das neu formierte Segment im Markt für Dekarbonisierungstechnologien positioniert.
Aktuelle Herausforderungen sind die verlangsamte Marktentwicklung und kundenseitige Projektverschiebungen, denen wir mit Effizienzsteigerungsmaßnahmen begegnen. Dazu gehen wir auch Restrukturierungen konsequent an. Beispielsweise fokussieren wir den Zementanlagenbau noch weiter mit Nachdruck auf die Bereiche Neubau/grüne Technologien, Service und Engineering. Für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 steht weiter die Steigerung der Profitabilität in allen Geschäften im Vordergrund.
Auftragseingang und Umsatz
Im Berichtsjahr verzeichnete Decarbon Technologies einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die hohe Nachfrage im Chemieanlagenbau im Vorjahr zurückzuführen. Zusätzlich belasteten kundenseitige Projektverschiebungen im Chemie- und Zementanlagenbau sowie Entkonsolidierungseffekte bei thyssenkrupp Industries India den Auftragseingang. Im Gegensatz dazu konnte thyssenkrupp nuce-ra einen Auftragseingang über dem Vorjahresniveau verzeichnen.
Im Berichtsjahr erzielte Decarbon Technologies einen deutlich höheren Umsatz als im Vorjahr, was auf den gesteigerten Auftragseingang in der Vorperiode zurückzuführen ist. Der Umsatzanstieg ergab sich im Wesentlichen aus laufenden Großprojekten bei Uhde. Auch thyssenkrupp nucera konnte erneut einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnen, was auf das Wachstum im Bereich Wasserelektrolyse zurückzuführen ist. Der Umsatz von Rothe Erde lag aufgrund einer schwächeren Nachfrage im chinesischen Windmarkt unter dem des Vorjahres.
Bereinigtes EBIT
Im Gegensatz zu einem positiven Vorjahr war das Bereinigte EBIT im Berichtsjahr negativ, unter anderem aufgrund von Mehrkosten bei einzelnen (Alt-)Projekten im Zementanlagenbau. Uhde verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine Ergebnissteigerung in den positiven Bereich, die vor allem auf einen höheren Umsatz sowie positive Einmaleffekte zurückzuführen ist. Der Ergebnisbeitrag von thyssenkrupp nucera lag wie erwartet unter dem des Vorjahres, belastet durch den Ausbau des AWE-Geschäfts (alkalische Wasserelektrolyse) und den planmäßig gestiegenen Kosten für das angestrebte Wachstum. Der Ergebnisrückgang von Rothe Erde ist in erster Linie auf die geringere Nachfrage und den Preisdruck im Windmarkt zurückzuführen.
Bereinigtes EBIT unter Vorjahr
Gegenläufig wirkten APEX-Maßnahmen, im Wesentlichen Effizienzsteigerungen und Einkaufsoptimierungen, die den starken Rückgang des Bereinigten EBIT jedoch nicht kompensieren konnten.
Sondereffekte
Die Sondereffekte setzten sich im Wesentlichen aus der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen bei Polysius und Rothe Erde sowie der Wertberichtigung und Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India im Zuge des Veräußerungsprozesses zusammen.
Investitionen
Die Investitionen lagen auf Vorjahresniveau. Erhöhten Investitionen bei thyssenkrupp nucera zur Unterstützung des angestrebten Wachstums stand ein aufgrund der veränderten Marktentwicklung reduziertes Investitionsvolumen bei Rothe Erde gegenüber. In allen Geschäftsbereichen wurden kontinuierlich Investitionen in die Stärkung des Technologieportfolios sowie in auftragsbezogene Projekte getätigt.
Materials Services
Materials Services ist einer der weltweit führenden werksunabhängigen Werkstoff -händler und -dienstleister. Mit unserer Strategie "Materials as a Service" verbinden wir unser Distributionsgeschäft mit datengetriebenem Supply Chain Management. Das Ziel: für unsere Kunden die Lieferketten resilienter und nachhaltiger machen.
12,1 Mrd €
Umsatz
16.003
Mitarbeitende weltweit
MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 13.684 | 12.062 | - 12 | 3.163 | 2.818 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 13.613 | 12.126 | - 11 | 3.124 | 2.908 |
| EBITDA | Mio € | 333 | 240 | - 28 | 41 | 36 |
| EBIT | Mio € | 204 | 8 | - 96 | 12 | - 1 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 178 | 204 | 15 | 23 | 51 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 1,3 | 1,7 | - | 0,7 | 1,7 |
| Investitionen | Mio € | 148 | 115 | - 22 | 95 | 72 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 16.329 | 16.003 | - 2 | 16.329 | 16.003 |
| Veränderung in % |
|
|---|---|
| Auftragseingang | - 11 |
| Umsatzerlöse | - 7 |
| EBITDA | - 12 |
| EBIT | -- |
| Bereinigtes EBIT | ++ |
| Bereinigte-EBIT-Marge | - |
| Investitionen | - 24 |
| Mitarbeitende (30.9.) | - 2 |
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services
Materials Services ist einer der weltweit führenden werksunabhängigen Werkstoffhändler und -dienstleister. Wir bieten unseren Kunden nicht nur eine große Bandbreite an Roh- und Werkstoffen, sondern auch damit verbundene Dienstleistungen an - vom Lieferkettenmanagement bis hin zur Lagerhaltung und Logistik. Mit unseren rund 380 Standorten in mehr als 30 Ländern sind wir dort präsent, wo unsere Kunden uns brauchen. Unsere Kernmärkte sind Nordamerika und Europa.
Unser Geschäftsmodell ist "Materials as a Service". Wir verbinden unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Werkstoffdistribution mit datengetriebenen Lösungen im integrierten Lieferkettenmanagement. Damit verbessern wir Prozesse in der Logistik und erhöhen die Flexibilität und Resilienz in allen Bereichen der Lieferkette. Dies umfasst sowohl einen Multi-Sourcing-Ansatz in der Beschaffung als auch eine Omnichannel-Architektur im Vertrieb. Unsere Unternehmensvision ist, zu einer Welt beizutragen, in der Ressourcen bestmöglich genutzt werden - für den Erfolg unserer Kunden und für eine nachhaltige Zukunft. Wir verfolgen das Ziel, ab 2030 klimaneutral zu arbeiten und streben an, für unsere Kunden die erste Wahl zu sein, wenn es darum geht, sie durch klimafreundlichere Produkte und Dienstleistungen bei der Reduktion ihrer Emissionen zu unterstützen.
Unsere unternehmerischen Initiativen konzentrieren sich auf drei Schwerpunkte: beschleunigtes Wachstum in unseren Kernmärkten, Entwicklung und Vermarktung neuer digitaler Kundenlösungen und fortlaufende Verbesserung unserer Performance. In allen drei Schwerpunkten haben wir im Geschäftsjahr 2023 / 2024 Fortschritte erzielt: In Nordamerika haben wir zwei neue Service-Center in San Luis Potosí, Mexiko, und Texas, USA, eröffnet, um das Wachstum in diesem für uns wichtigen Markt zu fördern. Im Bereich digitaler Produkte hat unser eigenes Startup pacemaker zur KI-basierten Bedarfsprognose und Emissionsnachverfolgung in diesem Geschäftsjahr eine "Product Carbon Intelligence"-Lösung entwickelt, um den CO2 -Fußabdruck zu berechnen. In Europa haben wir mit dem Ziel einer weiteren Effizienzsteigerung unser Portfolio optimiert, zwei Gesellschaften verkauft und verschiedene Standorte konsolidiert; weitere Restrukturierungen erfolgen im laufenden Geschäftsjahr. Darüber hinaus haben wir unsere globale Organisationsstruktur überarbeitet, um eine effizientere Kooperation zwischen Geschäftseinheiten zu ermöglichen und dezentrales Wachstum zu unterstützen.
Auftragseingang und Umsatz
Auftragseingang und Umsatz sind im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die Hauptgründe hierfür waren niedrigere Preise in unseren wichtigsten Produktgruppen sowie eine rückläufige Nachfrage. Hiervon waren insbesondere unsere europäischen Handels- und ServiceCenter-Einheiten betroffen, während die entsprechenden nordamerikanischen Einheiten geringere Rückgänge verzeichneten. Unser internationales Supply-Chain-Geschäft konnte dagegen Umsatzzuwächse vermelden. Aufgrund der konjunkturell schwierigen Marktlage, insbesondere in Deutschland, gingen die Versandmengen zurück. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,2 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit 8,4 % weniger als im Vorjahr.
Bereinigtes EBIT trotz konjunkturbedingter Rückgänge bei Absatz und Umsatz über Vorjahr
Bereinigtes EBIT
Trotz rückläufiger Werkstoffpreise und Verkaufsmengen konnte Materials Services im Berichtszeitraum das Bereinigte EBIT deutlich steigern. Dies beruht im Wesentlichen auf dem höheren Ergebnis unseres internationalen Supply-Chain-Geschäfts, das die Rückgänge der Handels- und ServiceCenter-Einheiten überkompensieren konnte. Unterstützend wirkten zudem positive Effekte aus fortgeführten sowie neu angelaufenen Effizienzsteigerungsprogrammen, die seit dem Berichtszeitraum im Perfomance-Programm APEX gebündelt werden. Dazu zählen unter anderem Vertragsneuverhandlungen mit Großkunden, die Senkung von Fracht- und Energiekosten sowie weitere Standortschließungen und Restrukturierungsmaßnahmen.
Sondereffekte
Einen Großteil der Sondereffekte im abgelaufenen Geschäftsjahr machten Aufwendungen durch Wertminderungen im Anlagevermögen bei europäischen Gesellschaften aus. Weitere Belastungen ergaben sich im Zusammenhang mit Restrukturierungen und Veräußerungen von zwei Gesellschaften.
Investitionen
In Einklang mit seinen Zielen hat Materials Services insbesondere in nordamerikanische Wachstumsprojekte investiert und im abgelaufenen Geschäftsjahr je ein neues Service-Center in Mexiko und in den USA eröffnet. Des Weiteren hat unser Segment an bestehenden Standorten in Nordamerika und Europa Investitionen in Anarbeitungsaggregate getätigt, um die Wertschöpfungstiefe weiter auszubauen. Im Rahmen der Vertragsverlängerung mit Großkunden im Supply-Chain-Geschäft flossen weitere Investitionen in die Modernisierung der Lagerausstattung und des Maschinenparks. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt war die Harmonisierung und das Update unserer ERP-Systeme im Zuge unserer digitalen Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zusätzlich wurden Ersatzinvestitionen bei verschiedenen Lager- und Service-Einheiten getätigt.
Steel Europe
Als größter deutscher Stahlproduzent konzentriert sich Steel Europe auf das Marktsegment für hochwertigen Qualitätsflachstahl und zählt hier zu den führenden Anbietern.
Mit dem geplanten Bau einer wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage setzt Steel Europe die Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung fort.
10,7 Mrd €
Umsatz
27.478
Mitarbeitende weltweit
STEEL EUROPE IN ZAHLEN
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 12.187 | 10.032 | - 18 | 2.241 | 1.988 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 12.373 | 10.736 | - 13 | 2.862 | 2.609 |
| EBITDA | Mio € | 686 | 275 | - 60 | 114 | 33 |
| EBIT | Mio € | - 1.695 | - 770 | 55 | - 1.716 | - 756 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 319 | 261 | - 18 | 54 | 23 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,6 | 2,4 | - | 1,9 | 0,9 |
| Investitionen | Mio € | 911 | 557 | - 39 | 388 | 34 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 26.822 | 27.478 | 2 | 26.822 | 27.478 |
| Veränderung in % |
|
|---|---|
| Auftragseingang | - 11 |
| Umsatzerlöse | - 9 |
| EBITDA | - 71 |
| EBIT | 56 |
| Bereinigtes EBIT | - 57 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | - |
| Investitionen | - 91 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 2 |
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe
Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent. Unsere Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte, Weißblech, Mittelband und kornorientiertes sowie nicht kornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum - jeweils in einer herkömmlichen und einer CO2 -reduzierten Variante. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und der Maschinenbau, der Energiesektor, die metallverarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft. Unsere Stärken sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen sowie in unserem technischen Know-how, das auf langjähriger Erfahrung beruht. Weitere Bestandteile unserer Arbeit sind ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse.
Mit der weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir ein werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur erreichen. Ziel ist es, dadurch unsere operative Leistungsfähigkeit zu steigern sowie unsere Qualitäts- und Lieferperformance dauerhaft zu erhöhen. Teil unserer Stahlstrategie 20-30 ist außerdem, Steel Europe in die Lage zu versetzen, flexibler auf Marktveränderungen und Konjunkturschwankungen zu reagieren. Wir investieren in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzes und unserer Standorte generell; dabei berücksichtigen wir insbesondere die wachsenden Anforderungen der Automobilkunden und einzelner Industriebereiche - von crashrelevanten Blechen für die Sicherheitsarchitektur der Fahrzeuge über verbesserte Oberflächen bis hin zu dünneren und leistungsfähigeren Stählen für die Elektromobilität und die Energiewende.
Hohe Energiekosten und konjunkturelle Unsicherheiten stellen ein anhaltend herausforderndes gesamtwirtschaftliches Umfeld dar. Daher erarbeiten wir Pläne für die strukturelle Neuaufstellung des Stahlgeschäfts und reagieren damit auf mittel- und langfristig fundamentale strukturelle Veränderungen auf dem europäischen Stahlmarkt sowie in entscheidenden Kunden- und Zielmärkten.
Mit dem geplanten Bau unserer perspektivisch mit regenerativem Wasserstoff betriebenen Direktreduktionsanlage mit einer Kapazität von 2,5 Mio Tonnen direkt reduziertem Eisen setzen wir die Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung fort. Seine Klimaziele hat das Unternehmen auf Basis der wissenschaftlich fundierten Leitlinien der Science Based Targets initiative (SBTi) bestätigen lassen. Steel Europe ist damit einer der ersten Stahlhersteller, dessen Klimaziele auf wissenschaftlicher Basis überprüft und als im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bewertet wurden - sowohl was das kurzfristige Ziel 2032 als auch das Net-Zero-Target 2045 nach SBTi anbetrifft.
Auftragseingang und Umsatz
Der Auftragseingang lag im Geschäftsjahr 2023 / 2024 sowohl mengen- als auch wertmäßig deutlich unter dem des Vorjahres. Die Menge der Bestellungen war im Geschäftsjahr 2023 / 2024 insgesamt um 14 % geringer als im Vorjahr. Insbesondere die Nachfrage aus der Automobilindustrie fiel geringer aus. Auch die Auftragseingänge aus den Bereichen Stahlhandel und -service sowie aus der Rohrindustrie sanken unter die Vorjahreswerte. Bei Weißblech für die Verpackungsbranche hingegen konnten wir eine positive Entwicklung verzeichnen. Der Wert aller Bestellungen lag insgesamt unter Vorjahr. Insbesondere die niedrigeren und im Verlauf des Jahres weiter fallenden Spotmarktpreise zeigten hier ihre Wirkung.
Der Umsatz lag ebenfalls deutlich unter Vorjahr. Eine wesentliche Ursache war das um 9 % verringerte Erlösniveau, das wegen der gesunkenen Preise insbesondere bei Verpackungsstahl, Elektroband und im Automobilbereich niedriger war als im Vorjahr. Weil sich das Marktumfeld stetig abschwächte, lagen auch die Versandmengen mit 9,0 Mio t um 5 % unter Vorjahresniveau. Während der Versand an Automobilkunden im Berichtsjahr insgesamt noch stabil blieb, waren Einbußen im Wesentlichen bei Industriekunden und bei Kunden von nicht kornorientiertem Elektroband zu verzeichnen. Bei Verpackungsstahl und kornorientiertem Elektroband war die Entwicklung im Verlauf des Geschäftsjahres mit insgesamt höheren Versandmengen als im Vorjahr positiv.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag mit 10,3 Mio t in etwa auf dem Wert des Vorjahres. Während die Rohstahlproduktion durch keine wesentlichen Störungen beeinträchtigt wurde, kam es bei einigen Anlagen nachgelagerter Wertschöpfungsstufen im Jahresverlauf wegen technischer Störungen zu vorübergehenden Produktionseinschränkungen. Über das gesamte Geschäftsjahr wurde die Walzstahlerzeugung dennoch mit 9,4 Mio t stabil auf Vorjahresniveau gehalten.
Rückläufige Versandmengen und niedrigeres Erlösniveau belasten Umsatzentwicklung.
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr unter dem Niveau des Vorjahres. Das im gesamten Jahresverlauf geringere Erlösniveau und die ab dem 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahr sinkende Versandmenge belasteten das Ergebnis. Niedrigere Rohstoff- und Energiekosten sowie geringere Abschreibungen infolge der beträchtlichen Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2022 / 2023 (insgesamt rund 2,1 Mrd €) konnten die negativen Markteffekte nicht kompensieren. Maßnahmen aus dem APEX-Programm wirkten unterstützend, insbesondere über Effizienzsteigerungen in der Produktion, der Logistik und beim Energieverbrauch sowie über weitere Kostenverbesserungen und Einkaufserfolge.
Sondereffekte
Sondereffekte ergaben sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aus Wertminderungsaufwendungen aufgrund der stark eingetrübten Konjunkturlage, anhaltend hoher Energie- und Kapitalkosten und der im zukünftigen Geschäftsverlauf erwarteten Investitionen sowie aus der Bewertung der CO2 -Termingeschäfte.
Investitionen
Nach Genehmigung des Baus der Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern am Standort Duisburg und Zusage der Fördermittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen im Geschäftsjahr 2022 / 2023 sind die Rückbauarbeiten und die Vorbereitung des Baufelds vorangeschritten; erste Baumaßnahmen (z.B. Pfahlgründung, Bodenplatten) laufen bereits seit dem 2. Quartal des Geschäftsjahres 2023 / 2024.
Bei den Großinvestitionen der Stahlstrategie 20-30 schreiten die Vorbereitungen für den Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen voran. Mit ersten Arbeiten im Anlagenbau wurde begonnen, die wesentlichen Umbauaktivitäten wurden ab dem 1. Quartal des Geschäftsjahres 2024 / 2025 initiiert.
Mit den Investitionen in ein neues Doppelreversiergerüst und eine neue Glüh-/Isolierlinie in Bochum haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um die steigende Nachfrage nach hochwertigem Elektroband zu begleiten. Das neue Doppelreversiergerüst wurde Anfang des Geschäftsjahres 2023/2024 in Betrieb genommen, die Montage der neuen Glüh-/Isolierlinie wurde im Sommer abgeschlossen und die Anlage soll mit Beginn des Geschäftsjahres 2024/2025 in Betrieb genommen werden.
Marine Systems thyssenkrupp Marine Systems ist mit rund 8.000 Mitarbeitenden eines der weltweit führenden Marineunternehmen und als Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiff bau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie tätig.
2,1 Mrd €
Umsatz
8.041
Mitarbeitende weltweit
MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN1 )
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 952 | 1.459 | 53 | 571 | 649 |
| Umsatzerlöse | Mio € | 1.832 | 2.118 | 16 | 349 | 715 |
| EBITDA | Mio € | 134 | 222 | 66 | 45 | 98 |
| EBIT | Mio € | 70 | 127 | 80 | 27 | 53 |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 73 | 125 | 71 | 27 | 53 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 4,0 | 5,9 | - | 7,8 | 7,4 |
| Investitionen | Mio € | 124 | 104 | - 17 | 57 | 46 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 7.745 | 8.041 | 4 | 7.745 | 8.041 |
| Veränderung in % |
|
|---|---|
| Auftragseingang | 14 |
| Umsatzerlöse | ++ |
| EBITDA | ++ |
| EBIT | 99 |
| Bereinigtes EBIT | 94 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | - |
| Investitionen | - 19 |
| Mitarbeitende (30.9.) | 4 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen. www.thyssenkrupp.com >
Unternehmen > Unternehmensstruktur > Marine Systems
Marine Systems ist ein weltweit führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Marineschiffen und Marineelektronik und bietet Services für die Marinen über den gesamten Produktlebenszyklus an. Als vollintegriertes Systemhaus (Plattform, Elektronik, Integration sowie Dienstleistungen) entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden, sowohl in Deutschland als auch im Land des Kunden. Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios - insbesondere im zivilen Bereich (z.B. Konverterplattformbau); hier wollen wir die von uns entwickelten Technologien und unser Marine-Know-how zur Anwendung bringen. Die für die kommenden zehn Jahre prognostizierte steigende Nachfrage in unseren Kerngeschäften, die langfristigen geostrategischen Entwicklungen, die "Zeitenwende" sowie die aktuelle politische Lage sehen wir als Wachstumschance für unsere bestehende Produktpalette, aber auch als Chance für die Vermarktung neuer Produkte in hohen Reifestadien.
In den vergangenen Jahren haben wir bereits konsequent auf die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Projektabwicklung und unserer Profitabilität gesetzt. Dazu investieren wir unter anderem umfangreich in die Modernisierung des Werftstandorts Kiel. Mit der Akquise der Fertigungsstätte in Wismar haben wir die Weichen gestellt, um dem Marktwachstum in allen Bereichen gerecht zu werden. Gleichzeitig wollen wir unsere Abläufe, Instrumente und Strukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren und uns effizienter aufstellen. Um auch das sich abzeichnende Auftragswachstum bedienen zu können, haben wir ein Transformations- und Wachstumsprogramm entwickelt, mit dem wir das gesamte Unternehmen auf die zukünftigen Aufgaben ausrichten.
Beim Thema Nachhaltigkeit und entsprechender ESG-Maßnahmen lag unser Fokus im Geschäftsjahr 2023 / 2024 unter anderem auf der Erweiterung interner Kontrollprozesse zur Erreichung unserer ESG-Ziele. Zudem setzen wir auf die kontinuierliche Reduktion unserer Energieverbräuche und CO2 -Emissionen durch Steigerungen der Energieeffizienz. Darüber hinaus wollen wir die Transparenz unserer ethischen und moralischen Geschäftsstandards im Exportgeschäft aufrechterhalten und investieren in nachhaltige Innovationen und Technologien im maritimen Sektor.
Auftragseingang und Umsatz
Im Berichtszeitraum konnten wir im Vergleich zum Vorjahr durch umfangreichere Auftragserweiterungen zweier Bestandsaufträge im Unterwasserbereich sowie größere Auftragseingänge im Bereich Marineelektronik unseren Auftragseingang deutlich steigern.
Der Umsatz lag im Berichtszeitraum ebenfalls deutlich über dem des Vorjahres. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem die Ablieferung eines U-Bootes an einen asiatischen Kunden im 4. Quartal sowie die Projektfortschritte im Neubaugeschäft. Darüber hinaus konnten die Bereiche Services und Marineelektronik deutlich zulegen. Der Auftragsbestand betrug zum Bilanzstichtag dank der umfangreichen Auftragseingänge der vergangenen Jahre 11,7 Mrd € - weiterhin ein sehr solides Fundament für unseren weiteren Wachstums- und Entwicklungskurs.
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT konnte im Berichtszeitraum wie im Vorjahr einen deutlichen Anstieg verzeichnen und setzte somit seine positive Entwicklung fort. Zu dieser guten Entwicklung beigetragen haben in erster Linie die Projektfortschritte im Neubaugeschäft, aber auch die Bereiche Services und Marineelektronik. Zusätzlich konnten wir Effizienzsteigerungen in den Bereichen Material, Personal und Verwaltung durch Maßnahmen unseres APEX-Programms verzeichnen.
Erneute Steigerung des Bereinigten EBIT
Sondereffekte
Die Sondereffekte ergaben sich im Wesentlichen aus einer Zuschreibung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung sowie aus der teilweisen Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierungen.
Investitionen
Die Modernisierung der Werft am Standort Kiel mit dem Ziel der Optimierung der Projektabwicklung, Erhöhung der Effizienz, Schaffung der technischen Voraussetzungen für die Fertigung größerer Boote entsprechend dem Markttrend sowie einer nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität haben wir fortgesetzt. Ebenso erfolgte die Weiterentwicklung des Standortes Wismar im Hinblick auf mögliche Kapazitätserweiterungen und Anpassungen auf unser Produktportfolio.
Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG
Der Konzern wird zentral von der thyssenkrupp AG geführt. Hier sind die wesentlichen Verwaltungseinheiten gebündelt. Im Bereich Corporate Headquarters sind die Verwaltungseinheiten der Hauptverwaltung in Deutschland mit den einzelnen Konzernfunktionen und die ausländischen Plattformen (Regions) zusammengeführt. Der Bereich Regions umfasst vier regionale Plattformen: APA (Asien/Pazifik/Afrika), Nordamerika, Südamerika und den Großraum China.
Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf -188 Mio € und hat sich somit gegenüber dem Vorjahreswert verschlechtert. Dies resultierte im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Performance-Programm APEX.
Corporate Headquarters mit verschlechtertem Bereinigten EBIT
Sondereffekte
Sondereffekte ergaben sich bei Corporate Headquarters im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen.
Investitionen
Bei Corporate Headquarters wurden im Geschäftsjahr 2023 / 2024 keine wesentlichen Investitionen getätigt.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr insgesamt um 7 % unter dem Vorjahr. Ursächlich hierfür waren vor allem preis- und mengenbedingte Umsatzrückgänge bei den Geschäften in den Segmenten Materials Services und Steel Europe sowie Umsatzverringerungen bei den Automobilgeschäften. Dem standen Umsatzsteigerungen bei den Anlagenbaugeschäften im Segment Decarbon Technologies und bei den Marinegeschäften gegenüber. Gleichzeitig verminderten sich die Umsatzkosten um 9 % und damit überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Hauptursachen waren deutlich gesunkene Materialaufwendungen, geringere Energieaufwendungen, im Vergleich zum Vorjahr von 1.954 Mio € um 1.134 Mio € auf 820 Mio € verringerte außerplanmäßige Abschreibungen (inklusive außerplanmäßige Abschreibungen auf Corporate Assets) im Segment Steel Europe sowie daraus folgend geringere planmäßige Abschreibungen. Gegenläufige Effekte entstanden hauptsächlich durch im Berichtsjahr erfasste Aufwendungen aus der Marktbewertung von Warenderivaten sowie gestiegene Personalaufwendungen im Zusammenhang mit Tarifabschlüssen und Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus fielen im Berichtsjahr Mehrkosten bei einzelnen (Alt-) Projekten im Anlagenbau bei Polysius (Zementbereich) im Segment Decarbon Technologies an. Insgesamt lagen im Berichtsjahr der Bruttogewinn vom Umsatz mit 3.243 Mio € sowie die Brutto-Umsatzmarge mit 9,3 % jeweils über Vorjahr.
Die Zunahme der Forschungs- und Entwicklungskosten resultierte vor allem aus gestiegenen Personalaufwendungen, die auch Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Decarbon Technologies betrafen; darüber hinaus ergaben sich um 2 Mio € auf 11 Mio € erhöhte Wertminderungsaufwendungen.
Der Anstieg der Vertriebskosten betraf im Wesentlichen im Berichtsjahr um 107 Mio € auf insgesamt 131 Mio € erhöhte Wertminderungsaufwendungen sowie Personalaufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Materials Services; gegenläufig wirkten insbesondere gesunkene verkaufsbezogene Frachtaufwendungen.
Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen nahezu auf Vorjahresniveau. Hauptursachen waren um 37 Mio € auf 122 Mio € verringerte Wertminderungsaufwendungen insbesondere im Segment Steel Europe, denen vor allem höhere Personalaufwendungen gegenüber standen.
Wesentliche Ursachen für den Anstieg der sonstigen Erträge waren höhere Erträge im Zusammenhang mit Strompreiskompensationen im Segment Steel Europe, Erträge aus dem Wirksamwerden eines als eingebettetes Leasingverhältnis eingeordneten Liefervertrages im Segment Materials Services sowie Erträge aus der Weiterbelastung von Kosten an Vorlieferanten für die Beseitigung von Qualitätseinschränkungen bei Kundenverträgen im Segment Automotive Technology.
Die Zunahme der sonstigen Aufwendungen resultierte insbesondere aus den im 1. Halbjahr des Berichtsjahres in Höhe von 24 Mio € erfassten Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit der bis zum Verkauf Anfang Mai 2024 bestehenden Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India; darüber hinaus ergaben sich im Berichtsjahr Kostenübernahmen im Segment Steel Europe im Zusammenhang mit einer Wasserstoff-Pipeline sowie entstandene Kosten für die Beseitigung von Qualitätseinschränkungen bei Kundenverträgen im Segment Automotive Technology.
Der Rückgang der sonstigen Gewinne und Verluste resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall von Gewinnen im Vorjahr aus dem Verkauf von Immobilien in Deutschland im Segment Materials Services sowie aus dem Verlust im Zusammenhang mit dem Verkauf von thyssenkrupp Industries India.
Das insgesamt negative Finanzergebnis lag nahezu auf Vorjahresniveau, hauptsächlich beeinflusst durch das verbesserte Zinsergebnis für Netto-Finanzguthaben. Gegenläufig wirkte ein höheres negatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen insbesondere durch höhere Verluste für die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugsaktivitäten erworbenen Stammaktien.
Der Rückgang der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich hauptsächlich daraus, dass im Vorjahr höhere Wertminderungsaufwendungen bei den aktiven latenten Steuern erfasst waren.
Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Jahresfehlbetrag auf 1.450 Mio €, nach einem Verlust von 1.986 Mio € im Vorjahr. Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Verlust je Aktie verringerte sich entsprechend um 0,91 € auf 2,42 €.
thyssenkrupp Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 37.536 | 35.041 |
| Umsatzkosten | - 34.878 | - 31.798 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 2.658 | 3.243 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 239 | - 257 |
| Vertriebskosten | - 2.417 | - 2.588 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 1.686 | - 1.682 |
| Sonstige Erträge | 303 | 445 |
| Sonstige Aufwendungen | - 88 | - 195 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 12 | - 36 |
| Betriebliches Ergebnis | - 1.457 | - 1.070 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 38 | - 87 |
| Finanzierungserträge | 896 | 792 |
| Finanzierungsaufwendungen | - 984 | - 830 |
| Finanzergebnis | - 126 | - 125 |
| Ergebnis vor Steuern | - 1.583 | - 1.196 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 403 | - 254 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 2.072 | - 1.506 |
| Nicht beherrschende Anteile | 86 | 57 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | ||
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 3,33 | - 2,42 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
Analyse der Bilanz
Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt unter Vorjahr. Der hierin enthaltene Rückgang der immateriellen Vermögenswerte war hauptsächlich durch die Anfang Mai 2024 erfolgte Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India und durch im Berichtsjahr erfasste Wertminderungsaufwendungen in den Segmenten Materials Services (23 Mio €), Steel Europe (13 Mio €) und Automotive Technology (1 Mio €) verursacht. Der insgesamt eingetretene Rückgang der Sachanlagen war hauptsächlich durch im Berichtsjahr erfasste Wertminderungsaufwendungen in den Segmenten Steel Europe (949 Mio €), Materials Services (81 Mio €) und Automotive Technology (82 Mio €) sowie durch die Währungsumrechnung verursacht. Gegenläufig wirkten insbesondere Umbuchungen von geleisteten Anzahlungen aus den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe. Die Abnahme der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen war insbesondere Folge der im Berichtsjahr erfolgten Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erfassten Stammaktien. Die Zunahme der Forderungen aus Finance Lease betraf im Wesentlichen das Segment Materials Services. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf insbesondere die Fortschreibung des im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erfassten zinslosen Darlehens sowie der Vorzugsaktien; gegenläufig wirkte die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India. Die Verminderung der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte resultierte hauptsächlich aus gesunkenen geleisteten Anzahlungen infolge der oben erwähnten Umbuchungen in Sachanlagen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 20.918 Mio € um 2.412 Mio € insgesamt deutlich unter Vorjahr. Die hierin enthaltene Abnahme der Vorräte betraf insbesondere die Werkstoffgeschäfte im Segment Materials Services und war preis- und mengeninduziert; darüber hinaus ergaben sich Rückgänge aus der Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India Anfang Mai 2024 sowie aus Umgliederungen im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Electrical Steel India in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte. Gegenläufig wirkten Zunahmen der Vorräte hauptsächlich in den Segmenten Automotive Technology und Marine Systems. Die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultierte - neben der erwähnten Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India sowie den Umgliederungen im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Electrical Steel India in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte - hauptsächlich aus der Geschäfts- und Umsatzentwicklung der Werkstoffgeschäfte in den Segmenten Materials Services und Steel Europe; gegenläufig wirkten Zunahmen bei Marine Systems im Zusammenhang mit Auftragsabrechnungen. Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte war vor allem Folge der Abwicklung von Fertigungsaufträgen in den Anlagenbaugeschäften im Segment Decarbon Technologies, die auch die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India betraf. Ebenso resultierte der Rückgang aus der Abwicklung von Fertigungsaufträgen in den Anlagenbaugeschäften im Segment Automotive Technology sowie aus der Währungsumrechnung. Die Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus der Bilanzierung von CO2 -Rechten im Segment Steel Europe. Die insgesamt eingetretene Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betraf hauptsächlich gestiegene operative Anzahlungen sowie gestiegene Ansprüche gegenüber der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe; gegenläufig wirkten gesunkene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit Umsatzsteuern und die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India. Die deutliche Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.472 Mio € auf 5.867 Mio € resultierte im Wesentlichen aus der Rückzahlung einer Anleihe im Februar 2024. Darüber hinaus ergaben sich insbesondere Rückgänge durch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India. Gegenläufig wirkten Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Einstieg der EP Corporate Group im Segment Steel Europe und Einzahlungen aus dem Verkauf der thyssenkrupp Industries India. Der Ausweis zum 30. September 2024 von als zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten resultierte insbesondere aus dem im Geschäftsjahr 2023 / 2024 eingeleiteten Verkaufsprozess für die Aktivitäten von thyssenkrupp Electrical Steel India im Segment Steel Europe und betraf im Wesentlichen Umgliederungen aus kurzfristigen Vermögenswerten.
Der deutliche Rückgang des Eigenkapitals im Vergleich zum 30. September 2023 um 2.334 Mio € auf 10.358 Mio € war hauptsächlich Folge des Jahresfehlbetrages im Berichtsjahr. Darüber hinaus ergaben sich Minderungen aus den im kumulierten sonstigen Ergebnis erfassten Verlusten aus der Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, der Währungsumrechnung sowie aus Cashflow-Hedges (einschließlich Verluste aus Basis Adjustments); außerdem wirkte die Dividendenausschüttung der thyssenkrupp AG mindernd.
Die langfristigen Verbindlichkeiten lagen insgesamt unter Vorjahr. Die hierin enthaltene Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betraf vor allem die Neubewertung der Pensionen als Folge des gesunkenen Pensionszinssatzes in Deutschland. Der deutliche Rückgang der langfristigen Finanzschulden um 663 Mio € auf 650 Mio € resultierte insbesondere aus der im Berichtsjahr erfolgten Umgliederung einer im Februar 2025 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen insgesamt unter Vorjahr. Der hierin enthaltene Anstieg der sonstigen Rückstellungen war insbesondere auf Restrukturierungsmaßnahmen im Berichtsjahr zurückzuführen, die die Segmente Automotive Technology, Decarbon Technologies und Materials Services betrafen. Der insgesamt deutliche Rückgang der kurzfristigen Finanzschulden um 889 Mio € auf 823 Mio € resultierte hauptsächlich aus der Tilgung einer im Februar 2024 fälligen Anleihe; gleichzeitig erhöhend wirkte insbesondere die oben erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren insbesondere unter Berücksichtigung der Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India insgesamt unter Vorjahr. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten resultierte vor allem aus dem Andienungsrecht im Zusammenhang mit dem Einstieg des Energieunternehmens EP Corporate Group im Segment Steel Europe; gegenläufig wirkten hauptsächlich rückläufige Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf von Sachanlagen und insgesamt Rückgänge bei der Derivatebilanzierung. Der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten war insbesondere Folge der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft; gegenläufig ergab sich eine Verminderung durch die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India. Die Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus erhöhten Abgrenzungen im Zusammenhang mit erhaltenen Kundenzahlungen im Segment Automotive Technology sowie erhöhten Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit Umsatzsteuern. Der Ausweis zum 30. September 2024 von Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten resultierte aus dem im Geschäftsjahr 2023 / 2024 eingeleiteten Verkaufsprozess für die Aktivitäten von thyssenkrupp Electrical Steel India im Segment Steel Europe und betraf im Wesentlichen Umgliederungen aus kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Konzernabschluss
thyssenkrupp Konzern - Bilanz
AKTIVA
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.828 | 1.767 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 4.954 | 4.403 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 382 | 229 |
| Forderungen aus Finance Lease | 0 | 47 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 980 | 1.041 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 634 | 465 |
| Aktive latente Steuern | 495 | 464 |
| Langfristige Vermögenswerte | 9.272 | 8.415 |
| Vorräte | 7.553 | 7.284 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.765 | 4.264 |
| Vertragsvermögenswerte1) | 1.069 | 807 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 568 | 536 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.867 | 1.876 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 168 | 151 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7.339 | 5.867 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 | 134 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 23.330 | 20.918 |
| Summe Vermögenswerte | 32.603 | 29.333 |
1) Der Ausweis zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25). Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
PASSIVA
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 6.664 | 6.664 |
| Gewinnrücklagen | 2.972 | 1.004 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 608 | 321 |
| davon entfallen auf Veräußerungsgruppen | - | - 32 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 11.838 | 9.583 |
| Nicht beherrschende Anteile | 854 | 775 |
| Eigenkapital | 12.693 | 10.358 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 5.474 | 5.762 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 258 | 227 |
| Sonstige Rückstellungen | 407 | 427 |
| Passive latente Steuern | 16 | 28 |
| Finanzschulden | 1.313 | 650 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 13 | 15 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 15 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 7.482 | 7.123 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 159 | 180 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.112 | 1.242 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 144 | 123 |
| Finanzschulden | 1.712 | 823 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.270 | 4.203 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 906 | 924 |
| Vertragsverbindlichkeiten1) | 2.566 | 2.735 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1.558 | 1.588 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 0 | 34 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 12.428 | 11.852 |
| Verbindlichkeiten | 19.910 | 18.975 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 32.603 | 29.333 |
1) Der Ausweis zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25). Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
Finanzierung
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Ziel unseres Finanzmanagements ist die Sicherstellung unserer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Die Finanzierung des Konzerns, die grundsätzlich zentral in der Verantwortung der thyssenkrupp AG liegt und somit einen einheitlichen Auftritt auf den Kapitalmärkten ermöglicht, basiert auf einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzernunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Zudem kommen bei Bedarf auch derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken zum Einsatz. Ferner verfügen wir über fest zugesagte Kreditlinien, die wir in unterschiedlichen Währungen und mit unter schiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen können; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.
Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen. An unserem Finanzmanagement haben sich im Berichtsjahr keine Änderungen ergeben.
Netto-Finanzguthaben und verfügbare Liquidität
Das Netto-Finanzguthaben berechnet sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente (nachfolgend liquide Mittel) und der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2024 weist der Konzern bei liquiden Mitteln von 5,9 Mrd € abzüglich Brutto-Finanzschulden von 1,5 Mrd € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 4,4 Mrd € aus. Das Netto-Finanzguthaben lag im Wesentlichen durch positive Effekte aus dem Free Cashflow (0,2 Mrd €) über Vorjahresniveau (30. September 2023: 4,3 Mrd €).
Eine Anleihe über 1,5 Mrd € wurde bei Fälligkeit im Februar 2024 zurückgezahlt.
Die verfügbare Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2024 auf 7,1 Mrd €. Sie umfasste liquide Mittel in Höhe von 5,9 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,2 Mrd €. Damit bietet sie ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2024 / 2025 auf 0,7 Mrd €.
Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.
Rating
Wir verfügen über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.
thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.
RATING
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB | B | stable |
| Moody's | Ba3 | Not Prime | positive |
Die Ratingagentur Moody's hat im Dezember 2023 bei unverändertem Rating den Ausblick von "stable" auf "positive" angehoben. Wir beendeten zum 31. Dezember 2023 die Bewertung durch die Ratingagentur Fitch.
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht grundsätzlich der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente". Zum 30. September 2024 enthält der Zahlungsmittelfonds in der Kapitalflussrechnung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Electrical Steel India.
Operating Cashflow
Im Berichtsjahr ergab sich ein positiver, gegenüber dem Vorjahr jedoch verminderter Operating Cashflow. Die Hauptursache für diese Entwicklung war der um 634 Mio € auf 501 Mio € deutlich verringerte Jahresüberschuss vor Abschreibungen und Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Der Rückgang beim Cashflow aus Investitionstätigkeit resultierte vor allem aus höheren Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der Errichtung der Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe; darüber hinaus ergaben sich verminderte Investitionsauszahlungen im Zusammenhang mit Sachanlagen. Die erhöhten Desinvestitionseinzahlungen waren hauptsächlich Folge des Verkaufs von thyssenkrupp Industries India im Berichtsjahr.
INVESTITIONEN
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology1) | 327 | 304 | - 7 | 118 | 99 | - 16 |
| Decarbon Technologies1) | 104 | 107 | 3 | 51 | 62 | 22 |
| Materials Services | 148 | 115 | - 22 | 95 | 72 | - 24 |
| Steel Europe | 911 | 557 | - 39 | 388 | 34 | - 91 |
| Marine Systems1) | 124 | 104 | - 17 | 57 | 46 | - 19 |
| Corporate Headquarters | 0 | 0 | - 95 | 0 | 0 | - 46 |
| Überleitung1) | - 7 | 8 | ++ | - 10 | 4 | ++ |
| Konzern | 1.607 | 1.196 | - 26 | 698 | 317 | - 55 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Free Cashflow
Im Berichtsjahr war der Free Cashflow sowie der Free Cashflow vor M&A, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, positiv aber gegenüber dem Vorjahr vermindert.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich insgesamt eine Verschlechterung beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit um 924 Mio € auf -1.640 Mio €, die vor allem aus dem Wegfall der im Vorjahr erfolgten Einzahlungen in das Eigenkapital im Zusammenhang mit dem Börsengang von thyssenkrupp nucera und erhöhten Auszahlungen für Tilgungen von Anleihen resultierte. Gegenläufig wirkten Einzahlungen im Zusammenhang mit dem Einstieg der EP Corporate Group im Segment Steel Europe.
ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M&A
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung | 4. Quartal 2022 / 2023 | 4. Quartal 2023 / 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Operating Cashflow (Kapitalflussrechnung) | 2.064 | 1.353 | - 711 | 1.396 | 1.415 | 19 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kapitalflussrechnung) | - 1.582 | - 1.129 | 453 | - 728 | - 306 | 422 |
| Free Cashflow (FCF) | 482 | 224 | - 258 | 668 | 1.109 | 441 |
| -/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen | 93 | 5 | - 88 | 49 | 26 | - 23 |
| Anpassung w/IFRS 16 | - 211 | - 119 | 93 | - 120 | - 42 | 77 |
| Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) | 363 | 110 | - 253 | 597 | 1.093 | 495 |
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 146 | 18 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 3.121 | 1.951 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | - 90 | - 100 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | 38 | 87 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | - 13 | 40 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | 1.191 | 87 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 270 | 383 |
| - Vertragsvermögenswerte1) | - 69 | 140 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 170 | - 76 |
| - Sonstige Rückstellungen | - 127 | 169 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 403 | 38 |
| - Vertragsverbindlichkeiten1) | 308 | 254 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | - 150 | - 188 |
| Operating Cashflow | 2.064 | 1.353 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | - 2 | - 1 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 3 | - 15 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 1.698 | - 1.525 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | - 59 | - 71 |
| Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand | 154 | 417 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 1 | 1 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 6 | 60 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 30 | 6 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 1.582 | - 1.129 |
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Tilgung von Anleihen | - 1.000 | - 1.500 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 92 | 122 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 157 | - 167 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | - 147 | - 139 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 38 | 4 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 |
| Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung | 517 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 51 | - 43 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 0 | - 2 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 52 | 10 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 34 | 168 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 716 | - 1.640 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 234 | - 1.416 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 64 | - 52 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 7.638 | 7.339 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 7.339 | 5.871 |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen | - | 4 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 167 | 210 |
| Zinsauszahlungen | - 116 | - 97 |
| Erhaltene Dividenden | 25 | 38 |
| (Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | - 275 | - 246 |
1) Der Ausweis zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25). Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählt auch der regresslose Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,6 Mrd € (Vorjahr: 0,6 Mrd €) veräußert hat. Für einen Teil dieser Forderungen mit einem Buchwert in Höhe von 0,4 Mrd € (Vorjahr: 0,5 Mrd €) besteht ein anhaltendes Engagement, Einzelheiten sind unter Anhang-Nr. 09, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zu entnehmen. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir mit 7,1 Mrd € ausreichend liquide Mittel und freie Kreditlinien.
Jahresabschluss der thyssenkrupp AG
Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp-Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.
Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage
Geschäftsverlauf 2023 / 2024
Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber wird ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts berichtet.
Voraussichtliche Entwicklung 2024 / 2025 mit wesentlichen Chancen und Risiken
Die thyssenkrupp AG ist unter anderem durch Finanzierungstätigkeiten, Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge und Haftungsübernahmen durch Bürgschaften oder Garantien weitgehend mit den Konzernunternehmen verbunden. Daher ist auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2024 / 2025 sowie die Risikosituation wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.
Abweichend von der konzernweiten Betrachtung ist der handelsrechtliche Jahresüberschuss der wichtigste finanzielle Leistungsindikator der thyssenkrupp AG. Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 hatte die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 156 Mio € erzielt. Somit hatte die thyssenkrupp AG ihre Erwartungen von einem Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich deutlich unterschritten. Grund dafür waren insbesondere die im Beteiligungsergebnis in Höhe von 306 Mio € enthaltenen Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 1.449 Mio €.
Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer, sowie Ausschüttungen vor allem ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Der zwischen der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, und der thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg, bestehende Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wurde mit Wirkung zum Ablauf des 30.09.2024 beendet. Die Ergebniseffekte aus dem Segment Steel Europe sind somit ab dem Geschäftsjahr 2024 / 2025 nicht mehr automatisch als Gewinnabführung oder Verlustausgleich, sondern über Ausschüttungen bei der thyssenkrupp AG zu berücksichtigen.
Die für 2024 / 2025 erwartete Geschäftsentwicklung im Konzern sollte sich auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2024 / 2025 einen Jahresfehlbetrag im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich und somit ein ähnliches Ergebnis wie im Geschäftsjahr 2023 / 2024. Anorganische Effekte aus etwaigen Portfolio-Transaktionen sowie mögliche Effekte aus Beteiligungsbewertungen sind hierin nicht enthalten.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 156 Mio € (i. Vj. 1.783 Mio €).
In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 203 Mio € (i. Vj. 455 Mio €) erfasst. Die Verringerung im Vergleich zum Vorjahr war vor allem auf die Verschlechterung der Kennzahlen zurückzuführen, die der Berechnung der Nutzungsentgelte zu Grunde lagen. Ferner waren Umsatzerlöse aus Miet- und Pachtverträgen in Höhe von 15 Mio € (i. Vj. 15 Mio €) enthalten.
Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 3 Mio € auf 301 Mio €. Neben Personalaufwand in Höhe von 81 Mio € waren wirtschaftliche Beratungsaufwendungen in Höhe von 84 Mio € und Dienstleistungsaufwendungen in Höhe von 68 Mio € enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 400 Mio € (i. Vj. 146 Mio €) umfassten vor allem die Zuschreibungen auf den Buchwert für die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, in Höhe von 236 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Services GmbH, Essen, in Höhe von 81 Mio €. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen waren in Höhe von 28 Mio € enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 105 Mio € auf 316 Mio €. Sie enthielten eine Einzelwertberichtigung auf die Tagesgeldforderungen gegen die thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, in Höhe von 148 Mio € aufgrund von zugesagten Sanierungsbeiträgen. Zudem entstand ein Veräußerungsverlust bei der Veräußerung der Anteile an der thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg, an die EP Corporate Group, a.s., Tschechische Republik. Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken waren in Höhe von 11 Mio € (i. Vj. 12 Mio €) angefallen.
Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 1.772 Mio € auf 306 Mio €. Im Vorjahr waren -1.466 Mio € ausgewiesen.
Die Erträge aus Gewinnabführungen stiegen um 383 Mio € auf 392 Mio €, während die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 1.001 Mio € auf 1.449 Mio € sanken. Insbesondere die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, konnte ihren Verlust aus dem Vorjahr in Höhe von 2.338 Mio € um 1.031 Mio € auf 1.307 Mio € verringern. Grund dafür war vor allem, dass die Gesellschaft im Vorjahr ihrerseits durch hohe Verlustausgleiche aufgrund von Abwertungen in den Beteiligungsketten betroffen war.
Die thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen, hatte nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 46 Mio € nunmehr einen Gewinn in Höhe von 375 Mio € zu verzeichnen. Dieser war zurückzuführen auf den sich ergebenden Veräußerungsgewinn aus der Übertragung der an der thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen, gehaltenen Anteile an die thyssenkrupp Decarbon Technologies GmbH, Essen.
Beteiligungserträge konnten in Höhe von 1.363 Mio € (i. Vj. 974 Mio €) vereinnahmt werden. Diese betrafen insbesondere Gewinnentnahmen durch die thyssenkrupp AG als Komplementärin der thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen, in Höhe von insgesamt 826 Mio € sowie als Kommanditistin der thyssenkrupp Austria GmbH Co. KG, Österreich, in Höhe von 210 Mio €.
Zudem waren eine Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, in Höhe von 200 Mio € sowie zwei Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp (China) Ltd., China, in Höhe von 64 Mio € und 63 Mio € enthalten.
Im Zinsergebnis in Höhe von -141 Mio € (i. Vj. -58 Mio €) wurden Erträge aus Ausleihungen in Höhe von 27 Mio € (i. Vj. 23 Mio €), Zinserträge in Höhe von 463 Mio € (i. Vj. 424 Mio €) und Zinsaufwendungen in Höhe von 631 Mio € (i. Vj. 505 Mio €) ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 wurden mit 294 Mio € um 37 Mio € geringere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung auf Finanzanlagen vorgenommen als im Vorjahr. Im Wesentlichen entfielen diese auf die Anteile an der thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Österreich, mit 152 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l., Italien, mit 77 Mio €, auf die Anteile an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, mit 43 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund, mit 18 Mio €. Im Vorjahr betraf der Großteil der außerplanmäßigen Abschreibungen mit 225 Mio € die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg. Diese wurden im Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf die thyssenkrupp Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, übertragen.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern. Sie umfassten Aufwendungen für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern waren im Steueraufwand nicht enthalten.
1.363 Mio €
Beteiligungserträge
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 163 Mio € auf 22.894 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2024 blieb konstant bei 52 %.
Das Anlagevermögen sank um 161 Mio € auf 11.895 Mio €. Dabei verringerte sich das Sachanlagevermögen um 12 Mio € auf 136 Mio € und das Finanzanlagevermögen um 149 Mio € auf 11.758 Mio €.
Im Finanzanlagevermögen verringerten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen um 151 Mio € auf 10.306 Mio €. Durch die Veräußerung der an der thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg, gehaltenen Anteile an die EP Corporate Group, a.s., Tschechische Republik, kam es zu einem Abgang des Beteiligungsbuchwertes für die Anteile in Höhe von 190 Mio €.
Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von 323 Mio € und außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 250 Mio € vorgenommen. Diese sind unter "Ertragslage" detaillierter erläutert.
Bei der Veräußerung des Elevator Technology Geschäftes hatte die thyssenkrupp AG eine Beteiligung sowie eine unverzinsliche Ausleihung als Teile des Gesamtkaufpreises erhalten. Bei der Beteiligung kam es zu einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 43 Mio € aufgrund einer Bewertung der Anteile, so dass die Beteiligung zum Bilanzstichtag mit 426 Mio € ausgewiesen wurde. Die Ausleihung wurde mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 900 Mio € (i. Vj. 815 Mio €) angesetzt.
Die Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des konzernweiten Finanzverkehrs wider.
Zum 30. September 2024 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 1.493 Mio € auf 6.591 Mio €, wobei sowohl höhere Forderungen auf den Konzernfinanzkonten als auch aus Ergebnisabführungsverträgen ausgewiesen wurden.
Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Aufgrund der Aufhebung einiger dieser Übernahmeverpflichtungen im abgelaufenen Geschäftsjahr, verringerte sich der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wurde, um 166 Mio € auf 15 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.
Zum Bilanzstichtag wurden Geldmarktfonds in Höhe von 1.000 Mio € (i. Vj. 2.660 Mio €) unter den Sonstigen Wertpapieren ausgewiesen. Aufgrund der im Februar 2024 fälligen Anleihetilgung wurde der Bestand an Geldmarktfonds reduziert, wodurch sich maßgeblich die Verringerung in Höhe von 1.660 Mio € begründete.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2024 um 273 Mio € auf 3.271 Mio €.
Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2024 um 250 Mio € auf 5.814 Mio €. Der Bilanzgewinn erhöhte sich dabei leicht von 95 Mio € im Vorjahr auf 100 Mio € nach Verrechnung des Jahresfehlbetrages in Höhe von 156 Mio € mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 1 Mio € sowie der Auflösung von Anderen Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat in Höhe von 255 Mio €. Die Eigenkapitalquote sank auf 25 % (Vorjahr: 26 %).
Die Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 64 Mio € resultierte insbesondere aus den Inanspruchnahmen in Höhe von 67 Mio € sowie aus der Netto-Auflösung in Höhe von 7 Mio €. Gegenläufig wirkte vor allem die Aufzinsung in Höhe von 18 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatten sich insbesondere die Steuerrückstellungen um 7 Mio € erhöht (unter Berücksichtigung einer Verringerung der Ertragsteuerforderungen um 17 Mio €). Diese betrafen insbesondere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für Vorjahre.
Eine Anleihe der thyssenkrupp AG über 1.500 Mio € wurde am 22. Februar 2024 fristgerecht zurückgezahlt.
25 %
Eigenkapitalquote
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Erhöhung um 1.553 Mio € im Vergleich zum Vorjahr resultierte mit 2.615 Mio € aus höheren Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten. Gegenläufig sanken insbesondere die Verlustübernahmen um 1.002 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Jahresabschlusses enthalten.
Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresfehlbetrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 156 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrages aus dem Vorjahr in Höhe von 1 Mio € und der von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Auflösung der Anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 255 Mio €. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn in Höhe von 100 Mio € aus.
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2023 / 2024 in Höhe von 100 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.
Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG
AKTIVA
| Mio € | 30.09.2023 | 30.09.2024 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 2 | 1 |
| Sachanlagen | 148 | 136 |
| Finanzanlagen | 11.907 | 11.758 |
| 12.056 | 11.895 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 5.341 | 6.726 |
| Sonstige Wertpapiere | 2.660 | 1.000 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 2.998 | 3.271 |
| 10.999 | 10.998 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2 | 1 |
| Summe der Aktiva | 23.057 | 22.894 |
| PASSIVA | ||
| Mio € | 30.09.2023 | 30.09.2024 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 2.703 | 2.703 |
| Andere Gewinnrücklagen | 1.672 | 1.417 |
| Bilanzgewinn | 95 | 100 |
| 6.064 | 5.814 | |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.057 | 994 |
| Übrige Rückstellungen | 118 | 141 |
| 1.175 | 1.134 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 2.100 | 689 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3 | 3 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 13.519 | 15.072 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 195 | 177 |
| 15.817 | 15.941 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1 | 4 |
| Summe der Passiva | 23.057 | 22.894 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 471 | 219 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 12 | - 16 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 460 | 203 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 304 | - 301 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 146 | 400 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 211 | - 316 |
| Beteiligungsergebnis | - 1.466 | 306 |
| Zinsergebnis | - 58 | - 141 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - 331 | - 294 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 18 | - 13 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag | - 1.783 | - 156 |
| Ergebnisverwendung | ||
| Jahresfehlbetrag | - 1.783 | - 156 |
| Gewinnvortrag | 488 | 1 |
| Entnahme aus Anderen Gewinnrücklagen | 1.390 | 255 |
| Bilanzgewinn | 95 | 100 |
Klima, Energie und Umwelt
Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen: von den vorgelagerten Lieferketten über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den vor allem global steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind Kernbestandteile unseres Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp, aber auch eine Grundlage für den nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt >Umwelt- & Energiemanagement
thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)
thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein; in einzelnen Geschäften und Ländern, beispielsweise in Deutschland, streben wir dies im Einklang mit den Festlegungen des deutschen Klimaschutzgesetzes bereits für das Jahr 2045 an. Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben wir unsere Ambition auf dem Weg zu diesem Langfristziel noch einmal deutlich erhöht, um eine Emissionsreduktion im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Wir haben dieses Commitment bei der SBTi eingereicht und werden unsere Reduktionsziele wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend von dieser Institution nach dem SBTi Corporate Net-Zero Standard bestätigen lassen.
Unsere Geschäfte haben Roadmaps und Maßnahmenpläne entwickelt, um diese ambitionierten Ziele zu erreichen. Der Erfolg bei der Umsetzung der Klimaziele von thyssenkrupp wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 / 2022 als ein Kriterium in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte verankert. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im Vergütungsbericht sowie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele".
Umgesetzt werden unsere Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions). Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir auf die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz in allen Geschäften und wegen des prozessbedingten hohen Anteils der Emissionen aus der Stahlerzeugung hier vor allem auf die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff (Carbon Direct Avoidance, CDA). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, CO2 aus unvermeidbaren Emissionen mittels Carbon Capture and Utilization (CCU) anderweitig zu nutzen. In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür setzen wir auf ein neues Verfahren: Wir kombinieren eine zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern, um so CO2 -reduziertes Roheisen zu erzeugen. Die Direktreduktionsanlage mit einer Kapazität von 2,5 Mio t direkt reduziertem Eisen wird im Wasserstoffbetrieb bereits bis zu 3,5 Mio t CO2 jährlich vermeiden. Durch das innovative Konzept können wir unseren Kunden weiterhin das gesamte Spektrum qualitativ hochwertiger Stahlgüten anbieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beitragen. Darüber hinaus kann die in den Einschmelzern anfallende Schlacke äquivalent zum Hüttensand des Hochofens in der Zementherstellung eingesetzt werden und ist somit ein Baustein bei der Dekarbonisierung der Bau- und Zementindustrie. Nicht vermeidbare Restemissionen können durch CCU-Projekte Ambitionierte Klimaziele in Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen (z.B. Carbon2Chem® ) für eine weitere industrielle Nutzung als klimafreundliche Basischemikalien aufbereitet werden.
Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen für die grüne Transformation verschiedener Industrien, insbesondere im Bereich der Windenergie und Anlagen zur Erzeugung sogenannter grüner Chemieprodukte, beispielsweise Ammoniak. Weitere Lösungen umfassen Anlagen zur nachhaltigeren Erzeugung von Zementprodukten sowie Elektrolyse-Anlagen im Rahmen des Hochlaufs einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft. Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Kapiteln "Technologie & Innovationen", "Grundlagen des Konzerns" (Abschnitt "Strategie") und "Wirtschaftsbericht" (Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten") sowie auf unserer Website.
THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen von thyssenkrupp - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf rund 23,2 MiotCO2 e.
Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für unsere Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Im Jahr 2023 wurde thyssenkrupp bereits zum achten Mal in Folge in die A-List der Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.
Zum achten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet
Umweltmanagement an unseren Standorten
Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik des Konzerns sowie auf einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Nach dieser Richtlinie müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten, beispielsweise aufgrund des Betriebs umweltrechtlich genehmigungspflichtiger Anlagen, ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 implementieren und aufrechterhalten. Mithilfe zertifizierter Umweltmanagementsysteme verbessern wir fortlaufend die Umweltleistung der Standorte, um unsere ambitionierten Umweltziele zu erfüllen. Entlang des Lebenswegs unserer Produkte und Prozesse steigern wir die Effizienz in der Nutzung von Ressourcen und minimieren den Ausstoß schädlicher Emissionen. Wir sind uns unserer ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst. Die Einhaltung rechtlicher und behördlicher Anforderungen ist dabei ebenso Teil unserer bindenden Verpflichtungen wie die Beachtung umweltrelevanter Sorgfaltspflichten.
Was wir unter umweltrelevanten Aktivitäten verstehen, ist in unserer Konzernrichtlinie definiert. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben im Sinne dieser Richtlinie viele umweltrelevante Unternehmen bei thyssenkrupp ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Im Berichtsjahr konnten etwa 74 % aller thyssenkrupp Standorte - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - ein Umweltmanagementsystem vorweisen, das gemäß ISO 14001 implementiert und zertifiziert wurde.
International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt
Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements
Der Energieverbrauch von thyssenkrupp belief sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf rund 69 Terawattstunden (TWh).
Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP
Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp eine wichtige Rolle. Bereits seit neun Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie Prozessoptimierungen, die bessere Nutzung von Abwärme sowie die Erneuerung von Anlagenkomponenten und Beleuchtungssystemen umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz des Konzerns um 205 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit etwa 360 GWh deutlich übertroffen. Unter Berücksichtigung der spezifischen Emissionen der jeweiligen Energieträger errechnet sich aus diesen Effizienzgewinnen eine Vermeidung von etwa 100.000 t Treibhausgasemissionen. Für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 streben wir weitere Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 125 GWh an. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben viele Konzernunternehmen mit energierelevanten Aktivitäten ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 implementiert und extern zertifizieren lassen. Das heißt unter anderem, dass für jedes entsprechende Unternehmen konkrete Energieverbrauchsziele gesetzt, Energieverbräuche gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Bezogen auf den konzernweiten Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2023 / 2024 entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu rund 99 % dem ISO-50001-Standard.
Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovationen", im Chancen- und Risikobericht und auf unserer Website.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie & -ziele
Technologie und Innovationen
Innovationsstrategie
Mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how können die Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft bereitstellen. Schwerpunkte sind dabei Technologien für die grüne Transformation, die Digitalisierung und die zukünftige Mobilität.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation
Mit mehr als 3.900 Beschäftigten treiben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten voran. Vielfach geschieht dies in Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.300 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio von thyssenkrupp gegenwärtig etwa 16.900 Patente und Gebrauchsmuster, im Markenbereich 9.260 Schutzrechte.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt rund 690 Mio €, das ist 1 % weniger als im Vorjahr (698 Mio €). Die bereinigte F&E-Quote betrug 2,9 % (Vorjahr: 2,8 %) und lag somit im Bereich des Unternehmensziels von rund 3,0 %; sie bezeichnet den Anteil der Aufwendungen für F&E am Umsatz ohne Handel und Distribution.
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 35 Mio € aktiviert (Vorjahr: 26 Mio €). Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - lag somit bei 12 % (Vorjahr 10 %).
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 239 | 257 | 8 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten | 12 | 7 | - 42 |
| Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten | 447 | 425 | - 5 |
| Konzern | 698 | 690 | - 1 |
Grüne Transformation
Wir treiben die grüne Transformation im Bereich unserer eigenen Prozesse weiter voran. Darüber hinaus liefern wir zahlreiche innovative Lösungen, die unsere Kunden dabei unterstützen, auch ihrerseits ressourcen- und klimaschonende Prozesse zu implementieren und nachhaltigere Produkte auf den Markt zu bringen.
Reduktion von Emissionen bei Produkten und Prozessen
Prominentestes Beispiel für unsere grüne Transformation ist das Ziel der klimaneutralen Stahlproduktion bis spätestens 2045. Wesentliches Element, dieses Ziel zu erreichen, ist der Bau unserer ersten Direktreduktionsanlage sowie zweier Einschmelzer am Standort Duisburg.
Durch die beiden strombetriebenen Einschmelzaggregate kann die Direktreduktionsanlage nahtlos in den bestehenden Hüttenverbund eingegliedert werden. Das hat den großen Vorteil, dass alle bestehenden und erprobten Prozesse in den Duisburger Oxygen-Stahlwerken beibehalten werden können. Dort wird das flüssige Produkt zu den bewährten Stahlgüten weiterverarbeitet. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Abschnitt "Steel Europe".
In einer Projektpartnerschaft mit einem Kunden sowie einem industriellen Partner bringt Uhde eine nachhaltige Lösung für die Chemieindustrie vom Labormaßstab zur industriellen Marktreife. Bei der Herstellung von Phosphorsäure für die Nutzung in Phosphatdüngemitteln fallen große Mengen sogenannter Phosphorgips als Nebenprodukt an. Uhde entwickelt ein Verfahren, durch das der Phosphorgips gereinigt und aufbereitet wird, sodass er beispielsweise in der Bauindustrie verwendet werden kann. Hierdurch wird eine Haldenlagerung oder Verklappung vermieden. Darüber hinaus kann der Phosphorgips umgewandelt und unter CO2 -Bindung - das CO2 kann dabei auch aus industriellen Prozessen stammen - in Calciumcarbonat überführt werden und als solches beispielsweise in der Zementherstellung genutzt werden.
Der Spatenstich für den Bau eines der ersten CO2 -neutralen Zementwerke weltweit hat im April 2024 stattgefunden. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts "Carbon2Business" erfolgt gemeinsam mit Partnern der klimafreundliche Umbau des Werkes des Baustoffproduzenten Holcim in Lägerdorf, mit dem Ziel, die Zementindustrie im großindustriellen Maßstab zu dekarbonisieren. Die zentrale Technologie zur Abscheidung des bei der Zementklinkerproduktion entstehenden CO2 wird von Polysius geliefert. Die pure Oxyfuel-Technologie ermöglicht eine nahezu vollständige Abscheidung des Klimagases aus der Abluft. Dadurch können bei vollständiger Inbetriebnahme des Werkes im Jahr 2028 jährlich rund 1,2 Mio Tonnen CO2 abgeschieden werden. Nach Aufbereitung kann das CO2 als wertvoller Rohstoff einer nachhaltigen Weiterverwendung zugeführt werden und somit neue Wertschöpfungsketten entstehen.
Mit der Wasserelektrolyse-Technologie schafft thyssenkrupp nucera innovative Lösungen für grüne Wertschöpfungsketten und eine dekarbonisierte Industrie. Mit der alkalischen Wasserelektrolyse (AWE) bietet thyssenkrupp nucera bereits eine Lösung im industriellen Maßstab zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Die Entwicklung und Erprobung von Technologien für die Großserienproduktion von Elektrolyseuren stehen dabei weiterhin im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Dies ist notwendig, um die Fertigungskapazitäten zu erhöhen und so die wachsende Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff bei gleichzeitig niedrigeren Herstellungskosten zu befriedigen.
Um die Position als einer der weltweit führenden Anbieter von Elektrolyse-Technologien zur Herstellung von grünem Wasserstoff weiter auszubauen, ergänzt das Unternehmen sein Technologieportfolio durch die innovative Hochtemperatur-Elektrolyse ("Solid Oxide Electrolyzer Cell", SOEC) des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS. thyssenkrupp nucera und das Fraunhofer Institut sind eine strategische Partnerschaft eingegangen, um auf der Grundlage vorhandener Vorarbeiten die SOEC-Technologie zur industriellen Anwendung weiter zu entwickeln.
Um Emissionen im Straßengüterverkehr zu reduzieren, setzt Materials Services auf den Einsatz alternativer Antriebe für Lkw. In Deutschland fahren bereits wasserstoffbetriebene Lkw für eine unserer Tochtergesellschaften. Insbesondere bei hohen jährlichen Laufleistungen ermöglichen wasserstoffbetriebene Lkw eine erhebliche Reduktion von CO2 -Emissionen. Das britische Unternehmen thyssenkrupp Materials UK setzt Lkw ein, die mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden. Damit lassen sich im Vergleich zu konventionellem Diesel bis zu 95 % an Treibhausgasemissionen einsparen. In Nordamerika fährt ein Teil der Lkw-Flotte von Materials Services bereits mit Biodiesel (R99), darüber hinaus wird der Einsatz von Trucks, die mit erneuerbarem Biogas (RNG) betrieben werden, getestet.
Digitalisierung von Lieferketten und Prozessen
Um die Transparenz in Lieferketten weiter zu forcieren, arbeitet Materials Services an End-to-End-Datenkollaborationslösungen. Für die digitale Lieferkette bedeutet dies, dass alle beteiligten Unternehmen Daten miteinander austauschen. Die zentrale Intention dieser Datenkollaboration ist, Informationen zu sammeln, die es allen Marktteilnehmern ermöglichen, wertschöpfende Entscheidungen zu treffen. Mit der "Forward Sensing" entwickelt Materials Services eine Plattform für die Datenkollaboration über alle Stufen der Lieferkette hinweg. Ziel ist der Austausch von Transaktionsdaten und Informationen in Echtzeit, um Prognosen zu verbessern, Lieferengpässe zu vermeiden und so die Versorgungsicherheit mit Werkstoffen zu stärken.
Digitale Plattformen mit Mehrwert im Werkstoffhandel
Für die Plattform "smart.processing" hat Materials Services eine Lösung entwickelt, die die Preisberechnung für Materialzuschnitte digitalisiert und automatisiert. Das System platziert die gewünschten Formen intelligent auf den Blechen, sodass möglichst geringe Materialkosten anfallen. Der Preis für die Zuschnitte wird innerhalb von Sekunden ermittelt, wodurch der manuelle Prozess inklusive Angebotserstellung ersetzt wird und so eine hohe Zeitersparnis ermöglicht werden kann. Die Plattform ist in einen Online-Shop von Materials Services integriert, sodass Kunden jederzeit per Mausklick Material in jeder gewünschten Freiform bestellen können.
thyssenkrupp und der Schifffahrtskonzern Wilhelmsen entwickeln im Joint Venture "Pelagus 3D" mit Hauptsitz in Singapur gemeinsam eine digitale Plattform für Schifffahrtsmanager und für Hersteller, auf der weltweit Ersatzteile für die maritime und die Offshore-Industrie angeboten werden. Die Fertigung mittels additiver Fertigung (3D-Druck) findet dank eines globalen Partnernetzwerks lokal dort statt, wo das Ersatzteil benötigt wird. Pelagus 3D will so die See- und Betriebstüchtigkeit der Schiffe sicherstellen und hohen Transport- und Lagerkosten sowie zeitintensiven Herstellungsverfahren im maritimen Sektor entgegenwirken.
Mobilität der Zukunft
Einen Meilenstein haben die Lenkungsexperten von Automotive Technology mit der Steer-by-Wire (SbW) Technologie erreicht. Nach intensiver Entwicklungsarbeit hat das Unternehmen einen ersten Kundenauftrag für sein SbW-System erhalten. Die zunehmende Ausrichtung des Automobilmarktes auf Lösungen im Bereich des autonomen Fahrens lässt die Nachfrage nach innovativen Lenkungslösungen steigen. Dieser Auftrag festigt die Position von thyssenkrupp als einem der führenden Hersteller im Lenkungsbereich.
Innovative Lösungen im Bereich Lenksysteme
Aus den laufenden Entwicklungsaktivitäten von Automotive Technology zur Steer-by-Wire-Technologie ist eine neue Kooperation mit dem Automobilzulieferer BWI Group zur Entwicklung der zukunftsweisenden Brake-by-Wire-Technologie hervorgegangen. Die BWI Group übernimmt hierbei die Produktion und die Vermarktung des Brake-by-Wire-Systems. Die Partnerschaft vereint die Kompetenzen beider Unternehmen und soll zukünftig die Entwicklung innovativer Fahrwerksarchitekturen und Lösungen für das autonome Fahren vorantreiben.
Eine der Hauptkomponenten der Elektromobilität sind Batterien. Bei den Automationslösungen für die Batteriemontage hat Automation Engineering sein Angebot im Bereich der Zellformation weiter verbessert. Die Formation ist ein energie- und zeitintensiver Prozess innerhalb der Zellfertigung bei der Batteriemontage. Die Formationslösung von Automation Engineering ermöglicht es, diesen Prozess durch "Fast Formation" um bis zu 45 % zu verkürzen. Die optimierte Formationskammer innerhalb einer Batteriemontageanlage bietet Kunden innovative Lösungen für verschiedene Zellformate.
Einkauf
thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir ein ausgeglichenes Verhältnis verschiedener Aspekte, wie Qualität, Preis und Lieferantenbewertungen, an.
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Materialaufwand
Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er im Vergleich zu 2022 / 2023 aufgrund von mengen- und preisbedingten Rückgängen bei einigen Vormaterialien um 9 % auf 24 Mrd € gesunken. Somit entsprach der Materialaufwand einem Anteil am Umsatz von 68 % (Vorjahr: 70 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 43 % (Marine Systems) und 82 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:
68 %
Anteil des Materialaufwands am Umsatz
MATERIALAUFWAND
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Automotive Technology1) | 4.946 | 4.535 | - 8 |
| Decarbon Technologies1) | 1.990 | 2.428 | 22 |
| Materials Services | 11.523 | 9.898 | - 14 |
| Steel Europe | 8.822 | 7.303 | - 17 |
| Marine Systems1) | 596 | 905 | 52 |
| Corporate Headquarters | 1 | 0 | - 98 |
| Überleitung1) | - 1.679 | - 1.355 | 19 |
| Konzern | 26.198 | 23.713 | - 9 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Der Einkauf in unseren Gesellschaften hat die Fertigungen und Projekte im Berichtsjahr weitestgehend zuverlässig mit Materialien und Dienstleistungen in erforderlichem Umfang versorgt - trotz eingeschränkter Verfügbarkeiten bei einzelnen Materialgruppen. Weitere Informationen finden Sie im Chancen- und Risikobericht unter "Beschaffungsrisiken".
Materialaufwand der Segmente
in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2023/2024

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Als internationales Unternehmen entwickeln wir Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Um mit innovativen Produkt- und Servicelösungen den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden zu sichern, beziehen wir Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen weltweit. Lieferanten binden wir direkt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein mit dem Ziel, eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung sicherzustellen.
Unsere Erwartungshaltung gegenüber Lieferanten haben wir im Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) zusammengefasst. Er adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und fordert von unseren Lieferanten insbesondere den Schutz der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, einen aktiven Umweltschutz und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch Umweltschäden, die Bekämpfung von Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (der sogenannten Konfliktmineralien).
Um die Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) zu erfüllen, unterhält thyssenkrupp ein Risikomanagementsystem für bestimmte menschen- und umweltrechtliche Risiken.
Auf Grundlage der im LkSG beschriebenen Risiken unterziehen wir unsere unmittelbaren Lieferanten einer Basisrisikoanalyse und identifizieren bei ihnen ein Risikopotenzial. Neben der unterschiedlichen Gewichtung von LkSG-Risiken berücksichtigen wir bei unserer laufenden Risikoanalyse unter anderem Risikoindizes eines externen Anbieters, den Standort und die Branche der Lieferanten, den Umfang der Geschäftstätigkeit (unser Einkaufsvolumen), die Art der gelieferten Waren, aber auch die Schwere und Umkehrbarkeit potenzieller Ereignisse. Auf Basis der Ergebnisse unserer Risikoanalyse zu konkreten Lieferanten wird jeder Lieferant einer Risikokategorie zugeordnet. Dabei erfolgt eine Priorisierung auf Basis des ermittelten Risikos, unseres Verursachungsbeitrags, des Grads unseres Einflussvermögens und unter Berücksichtigung der Charakteristik des jeweiligen Geschäfts. Die Risikokategorie nutzen unsere Konzernunternehmen als Grundlage für geeignete Präventionsmaßnahmen, die dazu dienen, das Risiko der Lieferanten zu mindern. Erkenntnisse zu mittelbaren Lieferanten werden anlassbezogen in unsere Risikoanalyse einbezogen.
Sobald thyssenkrupp die Verletzung einer menschenrechts- bzw. umweltbezogenen Pflicht bei einem unmittelbaren oder mittelbaren Lieferanten bekannt wird, sollen bei thyssenkrupp unverzüglich angemessene Maßnahmen eingeleitet werden, die das Ziel haben, diese Verletzung zu beenden.
Um Nachhaltigkeitsrisiken in unserem Lieferantenportfolio zu reduzieren, haben wir einen Maßnahmenkatalog implementiert. Wir streben mithilfe dieser Maßnahmen eine Reduzierung des relativen Anteils der - auch nach eventuellen risikoreduzierenden Maßnahmen - weiterhin als risikobehaftet kategorisierten Lieferanten an der Grundgesamtheit der potenziell risikobehafteten Lieferanten an. Die Risikokategorisierung basiert auf der durch das LkSG geforderten Risikoanalyse. Der Anteil der risikobehafteten Lieferanten konnte im Geschäftsjahr 2023 / 2024 auf 57,0 % reduziert werden.
Mitarbeitende
Beschäftigte in Zahlen
Zum 30. September 2024 waren bei thyssenkrupp 98.120 Mitarbeitende beschäftigt. Das entspricht einem Abbau um 1.861 Personen oder -1,9 % im Vergleich zum 30. September 2023.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Soziale Verantwortung > Mitarbeitende bei thyssenkrupp
MITARBEITENDE
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Automotive Technology1) | 31.689 | 31.633 | 0 |
| Decarbon Technologies1) | 15.101 | 12.678 | - 16 |
| Materials Services | 16.329 | 16.003 | - 2 |
| Steel Europe | 26.822 | 27.478 | 2 |
| Marine Systems1) | 7.745 | 8.041 | 4 |
| Corporate Headquarters | 625 | 639 | 2 |
| Überleitung1) | 1.670 | 1.648 | - 1 |
| Konzern | 99.981 | 98.120 | - 2 |
| Deutschland | 53.238 | 54.235 | 2 |
| Übrige Länder | 46.743 | 43.885 | - 6 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
MITARBEITENDE NACH REGIONEN
(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 54.235 (53.238)
Prioritäten der Personalarbeit im Geschäftsjahr 2023 / 2024
Die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeitenden waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wichtige Bestandteile der Personalarbeit bei thyssenkrupp. Darüber hinaus sind personalpolitische Maßnahmen, mit denen wir die Transformation der Geschäfte und die strategische Weiterentwicklung von thyssenkrupp begleiten, von zentraler Bedeutung. Überaus wichtig bleibt angesichts der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt auch die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden. Darüber hinaus treiben wir den Wandel hin zu neuen Arbeitsweisen und einem produktiven Arbeitsumfeld kontinuierlich voran.
Wir räumen Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz höchste Priorität ein
Arbeitssicherheit und Gesundheit sind bei thyssenkrupp stets vorrangige Themen und in der Abteilung OSH (Occupational Safety and Health) gebündelt. Unser Ziel ist, das Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement fortlaufend zu verbessern und dadurch Arbeitsunfälle, arbeitsbedingte Erkrankungen und Fehlbelastungen zu vermeiden.
Unsere Führungskräfte spielen dabei eine besondere Rolle. Das Schwerpunktthema "Resilienz für Mitarbeitende und Führungskräfte" wird OSH drei weitere Jahre lang bearbeiten. Insbesondere die Initiative "leaders care" unterstützt die Führungskräfte dabei, ihrer Verantwortung im Hinblick auf die Gestaltung sicherer und gesunder Arbeitsbedingungen, die gesunden Selbstführung und den guten Umgang mit den Mitarbeitenden nachzukommen.
Bearbeitung des Schwerpunktthemas: "Resilienz von Mitarbeitenden und Führungskräften" um drei Jahre verlängert
Im Interesse der fortlaufenden Verbesserung der Arbeitssicherheit behält thyssenkrupp die Entwicklung des Unfallgeschehens im Blick. Dabei dient die Unfallhäufigkeitsrate2 als zentrale Kenngröße. Sie wird monatlich von allen Einheiten weltweit erfasst und regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und des Vorstands thematisiert. Mit einem Wert von 2,4 verfehlte sie im abgelaufenen Geschäftsjahr unser Ziel. Tödliche Arbeitsunfälle eigener Mitarbeitender haben wir im Berichtszeitraum nicht verzeichnet. Dennoch gab es ungeplante Ereignisse; wir arbeiten weiterhin gemeinsam mit unseren Partnerfirmen daran, sie künftig zu vermeiden.
Bei thyssenkrupp gilt die Aufmerksamkeit nicht nur den eigenen Beschäftigten. In puncto Arbeitssicherheit behalten wir auch die für uns tätigen Subunternehmen im Blick. Das erklärte Ziel lautet hier, die eigenen Standards auch auf Partnerfirmen anzuwenden. Um das Partnerfirmenmanagement weiter zu verbessern, haben wir im vergangenen Geschäftsjahr den 2022 begonnenen segmentübergreifenden Fokusdialog fortgesetzt. Vorrangiges Ziel ist hier, Verbesserungspotenziale im Auswahl- und Vergabeprozess sowie bei der Kontrolle der Tätigkeiten der Partnerfirmen vor Ort zu finden und mit Maßnahmen zu unterlegen. Mit dem Abschluss des Fokusdialogs rechnen wir im Geschäftsjahr 2024 / 2025.
Die "we care-Tage" wurden auch in diesem Jahr genutzt, um wichtige Themen der Arbeitssicherheit und Gesundheit in den Fokus zu rücken. Das Motto von 2023 "Deine Gesundheit zählt - weiter gehtʼs!" wurde weiterentwickelt und die Angebote an den we care-Tagen zu den Themen Medizinische Screenings & Vorsorgeuntersuchungen, Ernährung, Bewegung, Resilienz & Stressmanagement sowie "we stop reloaded" wurden zum Teil um neue Bausteine ergänzt. Konzernunternehmen aus 20 Ländern nahmen an den weltweiten Angebote teil. Für den alljährlichen "we care Award" für herausragende Arbeitssicherheits- und Gesundheitsinitiativen bewarben sich 38 Teams, drei wurden ausgezeichnet.
2) Arbeitsunfälle eigener Beschäftigter mit mindestens einem Tag Arbeitsausfall bezogen auf eine Mio Arbeitsstunden
Personalpolitische Maßnahmen im Rahmen der Transformation
Ein Schwerpunkt der Personalarbeit war auch im Geschäftsjahr 2023 / 2024 die operative Begleitung von Transformationsprozessen und Reorganisationsmaßnahmen. Außerdem haben wir das im Geschäftsjahr 2019 / 2020 begonnene umfangreiche Restrukturierungsprogramm in den Geschäften weitgehend abgeschlossen. Der im Rahmen dieses Programms insgesamt erforderliche Personalabbau umfasste laut Planung rund 13.000 Beschäftigte; Schwerpunkt der Restrukturierungen ist Deutschland. Bis zum 30. September 2024 hatte thyssenkrupp mehr als 95% des vorgesehenen Personalabbaus plangemäß umgesetzt. Der Großteil der Maßnahmen entfiel auf die Segmente Automotive Technology, Materials Services und Decarbon Technologies. Regionaler Schwerpunkt mit mehr als 30% war Deutschland.
Im Zusammenhang mit der Portfoliofokussierung wurden im Geschäftsjahr 2023 / 2024 verschiedene M&A- sowie Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen in den Fokus genommen und vorbereitet sowie teilweise umgesetzt; begleitet wurde dies jeweils arbeits- und mitbestimmungsrechtlich, z.B. durch Abschluss von Sondertarifverträgen und anderen Vereinbarungen mit der Arbeitnehmerseite.
Um sich bestmöglich auf die sich wandelnden Märkte auszurichten, gehen unsere Geschäfte - wo notwendig - weitere Restrukturierungen konsequent an. Das gilt nicht nur für den Stahlbereich, sondern auch für einzelne Geschäftsbereiche der anderen Segmente. Ziel ist es, den Konzern und seine Geschäfte nachhaltig profitabler und resilienter aufzustellen. Daher werden gemeinsam mit den Personalbereichen der Segmente neue Lösungen erarbeitet, um notwendige Personalanpassungsmaßnahmen möglichst sozialverträglich abwickeln zu können. thyssenkrupp versteht sich als fairer Arbeitgeber, der sich seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden bewusst ist.
Besonderen Wert messen wir dabei auch dem internen Konzernarbeitsmarkt bei. Mit der Möglichkeit, Mitarbeitende intern zu vermitteln, verfügt thyssenkrupp - neben anderen Maßnahmen - über einen zentralen Baustein der unternehmensweiten Personalpolitik. Daher haben wir gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat Regelungen vereinbart, um die interne Personalvermittlungsplattform weiter zu stärken.
Mitarbeitende gewinnen und binden
Mitarbeitende zu gewinnen und zu binden ist aktuell eine der zentralen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Wir begegnen ihr mit Maßnahmen, die das Ziel haben, thyssenkrupp als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und so die Arbeitgebermarke zu stärken.
Employer Branding: Grüne Transformation und gelebte Vielfalt
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 hat thyssenkrupp weiter an seiner Positionierung als attraktiver Arbeitgeber gearbeitet. Sie basiert vor allem auf Authentizität, Vielfalt und demokratischen Werten - zugleich wichtige Bestandteile der Unternehmenskultur. Sie sollen das Employer Branding dauerhaft prägen, auch um die Identifikation innerhalb der Belegschaft zu stärken.
thyssenkrupp als Teil der "Wirtschaftsallianz", die demokratische Werte in Unternehmen fördert
2024 haben wir als aktiver Teil der "Wirtschaftsallianz" zusammen mit mehr als 30 weiteren Unternehmen und Organisationen in Deutschland zur Europawahl die umfassende Kampagne "Wir stehen für Werte" gestartet, die weiterhin ihre Wirkung entfaltet. Die Kampagne konzentrierte sich auf die Förderung demokratischer Werte und die Stärkung der Vielfalt innerhalb von Unternehmen und zeigte somit intern wie extern, dass thyssenkrupp hier eine klare Positionierung bezieht. Sie diente nicht nur dazu, das Bewusstsein für die Bedeutung der politischen Teilhabe zu schärfen, sondern auch zu verdeutlichen, wie wichtig Vielfalt als zentrale Säule unserer Unternehmenskultur ist.
Die im Sommer 2023 gestartete Kampagne "Be active. Join #GENERATIONTK." war auch im Berichtsjahr 2024 ein zentrales Element der Personalstrategie. Mit der Kampagne wollen wir unsere Rolle als Arbeitgeber in einer grünen Zukunft unterstreichen. Diese Employer-Branding-Kampagne wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter für die Segmente geschärft und gezielt ausgespielt.
Aufbau eines Brand Ambassador Programms für authentische Einblicke in den Arbeitsalltag
Eine wichtige Initiative innerhalb unserer Employer-Branding-Strategie war im Geschäftsjahr 2023 / 2024 der Ausbau unseres mehrstufigen Brand-Ambassador-Programms. Mit diesem Programm wird Mitarbeitenden eine Plattform geboten, um ihre individuellen Geschichten und Erfahrungen bei thyssenkrupp authentisch auf der Social-Media Plattform LinkedIn zu teilen; die Teilnahme ist freiwillig. Durch persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag vermitteln unsere internen "Botschafter" die gelebten Werte und die Kultur von thyssenkrupp auf eine Art und Weise, die über traditionelle Unternehmenskommunikation hinausgeht.
www.ausbildung-bei-thyssenkrupp.com
Um auch weiterhin Menschen für eine Ausbildung bei thyssenkrupp zu begeistern, hat die zielgruppenspezifische Kommunikation und Ansprache eine große Bedeutung. Kontinuierliche Weiterentwicklungen, wie ein segmentübergreifendes Ausbildungsvideo, Werbung auf digitalen Kanälen, gezielte Kommunikation auf TikTok sowie Orientierungsangebote zu über 60 Ausbildungsberufen auf der zentralen Ausbildungsseite sind Maßnahmen, die die jährliche Besetzung der Ausbildungsstellen unterstützen.
thyssenkrupp Academy: Verlässlicher Partner bei aktuellen Herausforderungen
Die thyssenkrupp Academy hat im Geschäftsjahr 2023 / 2024 ein besonderes Gewicht auf die Stärkung und Weiterentwicklung der organisationalen Fähigkeiten der Geschäfte mit dem Ziel der Verbesserung ihrer Performance gelegt. Darüber hinaus unterstützte das breite Angebot individueller Weiterbildungsmaßnahmen mit 242 Programmen im offenen Curriculum und spezifischen Lösungen für einzelne interne Teams 5.034 Mitarbeitende bei ihren täglichen Herausforderungen.
Der inhaltliche Schwerpunkt des Angebots der Academy war im vergangenen Geschäftsjahr die im Rahmen des Performance-Programms APEX definierten "Focus 5 Performance Enablers"; das sind mit konkreten Methoden und Werkzeugen hinterlegte Verhaltens- und Denkweisen, die den Rahmen für eine langfristig zukunftsfähige Organisation setzen. Im Fokus stehen die namensgebenden fünf Themen (1) strategische Klarheit und KPI-basierte Steuerung, (2) Mehrwert für und von Kunden, (3) eigenverantwortliche Mitarbeitende, (4) innovationsfähige und agile Organisation und (5) kontinuierliche Verbesserung. Startpunkt des Focus 5-Prozesses war eine Bestandsaufnahme in den einzelnen Geschäften in Hinblick auf diese fünf Themen, das "Focus 5 Assessment". Anschließend wurden die Ergebnisse dieser Diagnostik mit den Geschäften reflektiert, Handlungsschwerpunkte definiert und mit Maßnahmen unterlegt. Weitere Formate zur Unterstützung der Transformation bezogen auf die Focus 5 Performance Enablers sind für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 geplant.
Neben der Unterstützung der Transformation hat die thyssenkrupp Academy unter anderem Angebote zum Zukunftsthema Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, das auf der strategischen Agenda von thyssenkrupp einen festen Platz hat. Führungskräfte und Mitarbeitende können aus einem vielfältigen Schulungsangebot wählen; dazu gehören eine Videoreihe zu Grundlagen der KI, virtuelle Impulse und Präsenzformate.
Da wir uns der kritischen Herausforderungen der neuen Arbeitswelt bewusst sind, lag im Geschäftsjahr 2023 / 2024 ein weiterer Schwerpunkt der thyssenkrupp Academy auf den Themen Gesund führen und Resilienz.
Die hohe Qualität der Angebote der thyssenkrupp Academy spiegelt sich in der erneuten ISO-Zertifizierung 29993 wider. Damit entsprechen die Produkte und Angebote der thyssenkrupp Academy weiterhin höchsten internationalen Standards im Bereich der Aus- und Weiterbildung jenseits der formalen Bildung.
Talententwicklung und spezifische Vernetzungsformate
Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden weltweit erneut mehr als 1.600 Talente (d.h. Mitarbeitende mit dem Potenzial für eine weiterführende Fach- und Führungsaufgabe) in den thyssenkrupp Unternehmen identifiziert. Wir wollen diese Mitarbeitenden mit Potenzial weiterentwickeln und in anspruchsvolle Positionen bringen. Die Hauptverantwortung dafür tragen die Geschäfte. Ein intensiver Best-Practice-Austausch sowie verschiedene Vernetzungsformate innerhalb der Personalentwicklungs-Community ermöglichen die Nutzung von Synergien und sichern einen hohen Standard der Angebote. Dabei gibt es auch gezielte Angebote für weibliche Talente, um ihre Entwicklung zu fördern und ihre Karrierechancen weiter zu verbessern. Für die Talente ergibt sich somit eine vielfältige Entwicklungslandschaft mit Angeboten für die Vernetzung, die Erhöhung der internen Sichtbarkeit und die Vorbereitung auf zukünftige Fach- und Führungsaufgaben. Regelmäßige Entwicklungsdialoge, Feedback und der Einsatz diagnostischer Verfahren zur Standortbestimmung unterstützen eine zielgerichtete Entwicklung.
Auch geschäftsübergreifende Vernetzungsformate wie der Talent Summit, verschiedene Foren und Workshops tragen zur Entwicklung und Bindung dieser wichtigen Zielgruppe bei.
Ausbildung - weiterhin zentral für die Sicherung von Fachkräften
Einen besonderen Stellenwert hat bei thyssenkrupp die Ausbildung. Daher haben wir auch im Berichtsjahr die unternehmensweiten Tage der Ausbildung in Essen organisiert. Ausbilderinnen und Ausbilder bei thyssenkrupp tauschten sich mit Auszubildenen aus. Ziel war es, die Ausbildung im Unternehmen noch attraktiver zu gestalten.
Im Berichtsjahr arbeiteten bei thyssenkrupp in Deutschland insgesamt mehr als 2.700 Auszubildende (Vorjahr: mehr als 2.600) in 67 verschiedenen Berufen. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - blieb hierzulande konstant bei 5,0 % (Vorjahr: 4,9 %). thyssenkrupp bietet Menschen die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren.
2.731 Auszubildende in 67 verschiedenen Berufen an deutschen Standorten
Da die Besetzung der Ausbildungsberufe insgesamt sehr herausfordernd ist, ergreifen wir eine breite Palette von Maßnahmen, um Jugendliche für einen Ausbildungsberuf zu begeistern. Dazu gehören Employer-Branding-Werbekampagnen, eine Vereinfachung des Bewerbungsprozesses und die Durchführung sogenannter digitaler Elternabende in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Auch der regelmäßige Austausch mit Unternehmen außerhalb des Konzerns - beispielsweise im Rahmen der "Allianz der Chancen", der Initiative für eine neue Arbeitswelt, in der sich derzeit 71 Mitgliedsunternehmen unter anderem zum Thema "Stärkung der Ausbildung" vernetzen - unterstützt alle Aktivitäten, die dazu dienen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Schaffung einer produktiven Arbeitsumgebung
Damit wir unsere Unternehmensziele erreichen, ist es wichtig, dass sich die Mitarbeitenden von thyssenkrupp kontinuierlich weiterentwickeln können. Mit den im folgenden beschriebenen Maßnahmen schaffen wir ein Arbeitsumfeld, in dem dies möglich wird.
Feedback als wesentliches Element eines produktiven Arbeitsumfelds
Um das Handeln jedes Einzelnen noch stärker auf den unternehmerischen Erfolg auszurichten, haben wir das Bonussystem für unsere Führungskräfte auf gegradeten Positionen verändert und mit Blick auf die laufende Transformation ausschließlich an der wirtschaftlichen Zielerreichung orientiert; individuelle Zielvereinbarungen und damit verbundene Jahresgespräche sind damit nicht mehr Teil der Festlegung des Jahresbonus. Eine offene und konstruktive Feedbackkultur ist für thyssenkrupp aber weiterhin essenziell, damit sich Mitarbeitende kontinuierlich weiterentwickeln können. Die Bewertung der individuellen Performance so wie damit verbundene Feedbackgespräche sind daher als gesonderter Prozess in unserem Führungskräftesystem lead2perform verankert.
Employee Pulse Check: Ergebnisse der jährlichen Befragung der Mitarbeitenden als wichtiges Instrument für gezielte Verbesserungen
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben wir zum vierten Mal den konzernweiten "Employee Pulse Check" durchgeführt. Er umfasst eine kurze Online-Umfrage zur Mitarbeitendenzufriedenheit und zu Erfolgsfaktoren von Veränderungen, wie Führung und Kommunikation. Erneut haben sich alle Segmente beteiligt, und die Reichweite konnte gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden. Das Interesse der Mitarbeitenden und ihre Bereitschaft am Employee Pulse Check teilzunehmen, verdeutlichen dessen zentrale Funktion als Instrument der kontinuierlichen Verbesserung und sind Ausdruck der Feedbackkultur bei thyssenkrupp. Die Ergebnisse zeigen eine weiterhin hohe Verbundenheit und Identifikation der Beschäftigten mit thyssenkrupp. Das thyssenkrupp-weite Stimmungsbild hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch nicht verbessert. Die geschäftsspezifischen Ergebnisse werden lokal analysiert und als Anstoß für einen vertieften Dialog und Austausch genutzt. Auf dieser Basis identifizieren die Geschäfte Handlungsfelder und arbeiten gezielt an Maßnahmen für Verbesserungen.
Beteiligung aller Segmente und gesteigerte Reichweite beim vierten "Employee Pulse Check"
Diversity und Inclusion
Zu den zentralen Werten unserer Unternehmenskultur zählen Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung. Auch im vergangenen Geschäftsjahr haben wir verschiedenste Formate veranstaltet, um die Aufmerksamkeit für Diversity intern und extern zu erhöhen und die Inclusiveness, psychologische Sicherheit und Zugehörigkeit zu stärken, zum Beispiel anlässlich des Diversity Day und des Weltfrauentags sowie zahlreicher unternehmensinterner offener Diskussionsrunden ("klartext"). Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei fühlen und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, religiösem Bekenntnis, politischen oder sonstigen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen.
Höchste Anmeldungsquote beim diesjährigen CSD setzt klares Zeichen gegen Diskriminierung
Dass wir für Toleranz und Vielfalt auch öffentlich einstehen, haben wir mit unserer erneuten Teilnahme am Christopher Street Day in Köln mit der bisher höchsten Anmeldungsquote gezeigt: Mehr als 270 Beschäftigte waren beteiligt. Es ist und bleibt wichtig für thyssenkrupp, dass wir als Unternehmen, aber auch in der Gesellschaft insgesamt immer wieder klare Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Deswegen sind uns auch unsere unterschiedlichen internen Mitarbeitenden-Netzwerke so wichtig und werden von uns unterstützt, etwa die neu gegründete Community "Power of Cultures" (zu den Communities siehe auch den Abschnitt "New Ways of Working" weiter unten), in der sich alle Beschäftigten engagieren können. Außerdem ist unser Anspruch, in allen Bereichen eine gendergerechte Sprache zu verwenden.
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen konnte von 13,1 % im Vorjahr auf 16,1 % zum 30. September 2024 gesteigert werden
Mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen hat sich thyssenkrupp bereits 2011 freiwillig ein Ziel zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gesetzt (Anteil der Positionsinhaberinnen innerhalb der Führungsebenen A bis L3; dies sind abgestuft die oberen 1.300 Fach- und Führungspositionen bei thyssenkrupp). Mit einer Steigerung dieses Anteils von nur 8 % im Jahr 2011 auf 16,1 % zum 30. September 2024 hat thyssenkrupp hier eine Verbesserung erreicht. Tatsächlich ist damit das Ziel von 16 % bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres 2024 / 2025 bereits übererfüllt. Der Zielwert von 16 % entsprach zum Zeitpunkt der Zielsetzung dem Anteil der Frauen in der Gesamtbelegschaft. Um der Bedeutung des Themas Frauen in Führungspositionen Rechnung zu tragen, ist der Zielwert für ihren Anteil von 17 % bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 erneut in die Langfristvergütung des Vorstands der thyssenkrupp AG integriert. Details zu den gesetzlich festzulegenden Zielgrößen nach dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen" sind in der Erklärung zur Unternehmensführung enthalten. Die selbst gesteckten und auch die gesetzlich festgelegten Zielgrößen unterfüttern wir mit verschiedenen Maßnahmen, überwiegend in Deutschland. Wir wollen insbesondere eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, etwa in Form einer Unterstützung bei der Kinderbetreuung durch betriebseigene Kindertagesstätten an zwei Standorten, der Vermittlung familiennaher Dienstleistungen und des Angebots von Nachhilfe per App.
New Ways of Working: Weg in die neue Arbeitswelt wird fortgeführt
Unternehmensweite Vernetzung, übergreifende Zusammenarbeit und Wissensaustausch sind weiterhin zentrale Themen, mit denen sich thyssenkrupp intensiv beschäftigt. Einen Beitrag hierzu liefert die unternehmensweite Vernetzungsplattform "we.match". Diese modulare Plattform wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr um eine dritte Anwendung erweitert. Neben "people2projects", dem Modul für unternehmensweite, temporäre Projekteinsätze, und "Call a Colleague", dem Modul, in dem sich Mitarbeitende gegenseitig bei konkreten Fragestellungen unterstützen können, wurde ein drittes Modul "Communities" gestartet. Dank dieses neuen Moduls können sich ganz leicht Menschen im Unternehmen finden und zusammentun, die vor ähnlichen Fragestellungen stehen oder ähnliche Themen bearbeiten. So können beispielsweise regelmäßige Austauschrunden funktionaler Experten zu segmentübergreifenden Themen entstehen.
Launch des neuen we.match Moduls "Communities"
we.match ist im Mai 2023 gestartet und umfasst bisher bereits 6.900 Nutzer, 68 Projekte, 288 "Call a Colleague" Profile und 15 "Communities".
Erleichterte Einführung und Anwendung von KI-Systemen durch KI-Leitsätze
Wir werden uns in Zukunft noch stärker mit der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz (KI) und deren Einsatz in Arbeits- und Produktionsprozessen beschäftigen. Das spielt auch eine wichtige Rolle, wenn es gilt, uns Wettbewerbsvorteile zu sichern. Um einen verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen sicherzustellen, haben wir KI-Leitsätze aufgestellt: Sie gelten weltweit bei der Einführung und Anwendung von KI-Systemen im Unternehmen und geben allen Beteiligten den wertebasierten Rahmen, um die Chancen von künstlicher Intelligenz zu nutzen und zugleich mögliche (rechtliche) Risiken zu minimieren und somit KI als zukunftsweisende Technologie effizient und erfolgreich einsetzen zu können.
Ein weiteres wichtiges Thema in der sich wandelnden Arbeitswelt ist das mobile bzw. hybride Arbeiten. Mit Einführung der Agenda "Hybrides Arbeiten" im vergangenen Geschäftsjahr wurde Mitarbeitenden mit dafür geeigneten Tätigkeiten mobiles Arbeiten ermöglicht. Dies trägt nicht nur den veränderten Ansprüchen der Mitarbeitenden Rechnung, sondern eröffnet dem Unternehmen auch die Möglichkeit, neue Raumkonzepte mit erheblichen Optimierungsmöglichkeiten und Kostenvorteilen zu nutzen.
Um ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben und gefragte Talente zu gewinnen und zu halten, ermöglicht thyssenkrupp Mitarbeitenden seit Herbst 2023 durch "Mobiles Arbeiten im Ausland" auch eine erweiterte örtliche Flexibilität- eine zusätzliche Option für die bereits mobil bzw. hybrid arbeitenden Beschäftigten in Deutschland. Weil die länderbezogenen und individuellen steuer-, sozialversicherungs- und arbeitsrechtlichen Fragestellungen komplex und eine Vielzahl betriebliche und tätigkeitsbezogene Besonderheiten zu berücksichtigen sind, findet jeweils eine Einzelfallprüfung statt; dabei setzen wir ein Online-Beratungstool ein. In diesem Rahmen ist mobiles Arbeiten an bis zu 20 Arbeitstagen pro Kalenderjahr innerhalb der EU, im EWR, der Schweiz, dem Vereinigtem Königreich und der Türkei möglich.
"Lean&Agile": Verstärkter Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz
Auch im Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben die Segmente und Corporate im Sinne eines gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses bei den "Lean&Agile"-Projekten zusammengearbeitet. Schwerpunkt war in diesem Geschäftsjahr das Thema "Künstliche Intelligenz". Das "Lean&Agile"-Team hat gemeinsam mit den Segmenten die "Kollaborative KI-Reise" von thyssenkrupp gestartet. Zunächst wurden in fünf Workshops mit mehr als 500 Führungskräften und KI-Experten konkrete Ideen, wie das Potenzial von KI für thyssenkrupp noch besser genutzt werden kann, diskutiert und bewertet. Parallel dazu wurde eine Umfrage zum "KI-Ökosystem" von thyssenkrupp in allen Segmenten durchgeführt. Dabei wurde der aktuelle Stand erhoben und anschließend die Ziele für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 und gemeinsame Handlungsfelder abgeleitet. Für vier segmentübergreifende Handlungsfelder wurden "Lean&Agile"-Projekte gestartet: KI-Expertise", "KI-Werkzeuge", "Zusammenarbeit zu KI-Themen" und "KI-Produktportfolio".
Start der "Kollaborativen KI-Reise" von thyssenkrupp
Vorbereitung auf CSRD-Berichterstattung über die eigene Belegschaft
In einem segmentübergreifenden HR-Projekt haben wir die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung über die eigene Belegschaft, die sich aus der CSRD ergeben, analysiert und operationalisiert. Die Systemvoraussetzungen für das zentrale Reporting werden aktuell geschaffen und lokale Prozesse für die Datenerhebung implementiert. Die neuen Kennzahlen gemäß CSRD berichten wir ab dem Geschäftsjahr 2024/2025. Näheres dazu finden Sie auch im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele".
Soziale Verantwortung
thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Das Unternehmen will das gesellschaftliche Umfeld an seinen Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Es möchte an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt seine unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften des Konzerns in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden engagiert.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Soziale Verantwortung
Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together" und fördern deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement im Umfeld unserer Standorte. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr rund 370 Maßnahmen erfasst.
Engagement vor Ort für Bildung, Kultur und Soziales
Im Berichtsjahr haben erneut Konzernunternehmen an unterschiedlichen Standorten Projekte, Vereine und Organisationen entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort unterstützt. Rothe Erde India finanzierte zum Beispiel im indischen Igatpuri eine 18-Kilowatt-Solaranlage in Kombination mit zehn Durchlauferhitzern für den Wohnbereich der Sanjivani Ashram School für unterpriviligierte Kinder. thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo im brasilianischen Campo Limpo Paulista ermöglichte zum wiederholten Mal Theater- und Chorworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mitarbeitende von thyssenkrupp Materials North America spendeten für United Way - eine private Hilfsorganisation, die Bildung, wirtschaftliche Mobilität und Gesundheit in unterversorgten Gemeinden fördert. Das Unternehmen verdoppelte den über freiwillige Lohnabzüge gesammelten Betrag.
Zur Förderung von Bildung, insbesondere im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, unterstützt beispielsweise thyssenkrupp Presta die MINT-Initiative Liechtenstein. Deren pepperMINT Experimentierlabor begleitet vom Kindergarten bis zum Gymnasium, während und außerhalb der Unterrichtszeit, Kinder und Jugendliche beim Entdecken, Erfinden und Erleben. thyssenkrupp Steel Europe ist zudem seit über 40 Jahren Gastgeber des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" am Standort Duisburg. Zahlreiche Jungforscher präsentieren hier Jury und Publikum ihre Projekte. Mit einem Berufsorientierungstraining ermöglicht Steel Europe Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse an allen Duisburger Schulen, sich selbst auszuprobieren, ihre Talente zu entdecken und Ziele für die Berufswahl zu finden.
Im Rahmen von "Social Days" ermöglicht thyssenkrupp Steel Europe seinen Beschäftigten, sich in sozialen Unternehmensprojekten zu engagieren. 2024 haben sich mehr als 500 Kollegen in über 40 Projekten eingebracht. Über den Förderverein Hüttenhelden e.V. wird zusätzlich privates Engagement der Beschäftigten sichtbar gemacht und gefördert.
Für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis des Konzerns generell unvereinbar und daher unzulässig sind Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter.
Compliance
thyssenkrupp3) hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Die strikte Einhaltung geltender Regeln und Gesetze ist die Grundlage für unser verantwortungsvolles Handeln. Compliance genießt daher höchste Priorität in unserem Unternehmen. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2023 / 2024 im Wesentlichen von folgenden Themen geprägt:
| ― | Kommunikation starker Werte als Fundament unserer internen Zusammenarbeit, auch im Rahmen des Transformationsprozesses von thyssenkrupp, in einem herausfordernden und sich rasant verändernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld unter anderem durch eine Aktualisierung des thyssenkrupp Code of Conduct, |
| ― | externe Überprüfung unseres Compliance-Management-Systems, |
| ― | Bekräftigung des thyssenkrupp Compliance Commitment und der unternehmerischen Compliance-Verantwortung durch den im Berichtsjahr neu zusammengesetzten Vorstand als Tone-from-the-Top und neuerliches Bekenntnis zum Compliance-Programm, |
| ― | kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen, |
| ― | kontinuierliche Steigerung des Reifegrades der Compliance-Management-Systeme für die Kernthemen Antikorruption, Datenschutz und Geldwäscheprävention, |
| ― | weiterhin besonderer Fokus auf dem Bereich Außenwirtschaftsrecht aufgrund der verschärften internationalen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, |
| ― | Aktualisierung und Begleitung der Weiterentwicklung der sogenannten Weiteren Compliance-Themen im Konzern, insbesondere Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes, |
| ― | Umsetzung der Anforderungen der neuen Hinweisgeberschutzgesetze der EU-Mitgliedstaaten, |
| ― | Durchführung anlassabhängiger Untersuchungen aufgrund von Hinweisgebermeldungen sowie anlassunabhängiger Compliance-Audits. |
Verankerung von Compliance in der Unternehmenskultur
Wir bei thyssenkrupp sind fest davon überzeugt, dass Verantwortung, Respekt und die Einhaltung von Regeln und Gesetzen die Grundpfeiler eines jeden Miteinanders sind. Wir stellen an uns selbst die höchsten Ansprüche- darauf können unsere Geschäftspartner weltweit vertrauen -, fordern dies umgekehrt aber ebenso ein. Compliance ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Code of Conduct, der im Berichtsjahr aktualisiert wurde. Mit unserem Code of Conduct geben wir allen Mitarbeitenden unseres Unternehmens einen Orientierungsrahmen. Er gilt weltweit an allen unseren Standorten und fasst die wesentlichen Prinzipien und Grundregeln unseres Handelns sowie unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit zusammen.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance
Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft und das Erreichen interner Ziele, als gegen Gesetze zu verstoßen. Dies bringt auch der im Berichtsjahr neu zusammengesetzte Vorstand insbesondere im thyssenkrupp Compliance Commitment zum Ausdruck, das er erneut abgegeben hat. Eine besondere Funktion übernehmen dabei unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Den Beschluss zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung hat der Vorstand im Berichtsjahr ebenfalls erneut verabschiedet. Demnach haben alle Führungskräfte im thyssenkrupp Konzern die Pflicht und Verantwortung, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken. Die aktive Mitwirkung aller Führungskräfte und Mitarbeitenden an der Umsetzung des thyssenkrupp Compliance-Programms im jeweiligen Verantwortungsbereich ist unverzichtbar, um das Vertrauen von Kunden, Lieferanten, Aktionären und der Zivilgesellschaft in thyssenkrupp weiter zu festigen. In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen die Leistungsbereitschaft und das Handeln auf Basis eines gemeinsamen Werteverständnisses Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:
| ― | Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf. |
| ― | Eingehende Hinweise behandeln wir vertraulich und schützen Hinweisgeber mit allen gebotenen Mitteln gegen etwaige aus einer Meldung resultierende Nachteile. Im Rahmen der Aufklärung der Hinweise tragen wir den schutzwürdigen Interessen der von einer Meldung betroffenen Personen Rechnung. |
3) Die quantitativen Ausführungen dieses Kapitels gelten für den thyssenkrupp Konzern ohne thyssenkrupp nucera; thyssenkrupp nucera verfügt über ein eigenes Compliance Management System (CMS).
Compliance-Programm
thyssenkrupp hat mit dem Leitbild, dem Code of Conduct und dem Compliance Commitment ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben. Diese Pflicht gilt für alle Konzernunternehmen, jede Führungskraft und jeden Mitarbeitenden.
Besondere Risikofelder werden vom thyssenkrupp Compliance-Programm abgedeckt, das in der Verantwortung der Zentralfunktion Legal & Compliance liegt und auf den drei Säulen "Informieren und Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" ruht.
Dieses Programm ist eng mit dem Risikomanagement und unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht.
thyssenkrupp hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben.
Schwerpunkte der Compliance-Arbeit
Das Geschäftsjahr 2023 / 2024 war insbesondere geprägt durch die externe Überprüfung sowie die weitere Stärkung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems.
Im Berichtsjahr hat thyssenkrupp sein konzernweites4 Compliance-Programm bezogen auf die Teilbereiche Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht erstmals durch die KPMG AG nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW PS 980) prüfen lassen. KPMG hat am 19. April 2024 die Prüfung abgeschlossen. Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr das
4) Exklusive thyssenkrupp nucera
Compliance-Programm für die Compliance-Kernthemen Antikorruption und Kartellrecht erneut auf seine Wirksamkeit hin geprüft. KPMG hat am 31. Juli 2024 die Prüfung der Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems für die Teilbereiche Antikorruption und Kartellrecht abgeschlossen. Die aus thyssenkrupp Sicht positiv zu beurteilenden Ergebnisse sind in den Berichten von KPMG für die einzelnen Teilbereiche über die thyssenkrupp Website abrufbar.
Um das Compliance-Management-System zu stärken, hat thyssenkrupp weltweit ein auf die Compliance Kernthemen ausgerichtetes umfangreiches Compliance Risk Assessment durchgeführt und im vergangenen Geschäftsjahr abgeschlossen. Dabei wurden weitere Erkenntnisse zu möglichen Compliance-Risiken gewonnen, die Ergebnisse in Workshops diskutiert und - wo erforderlich - weitere risikominimierende Maßnahmen mit den Unternehmen vereinbart.
Für die Bekräftigung des Tone-from-the-Top innerhalb des Konzerns ist das Compliance Commitment des Vorstands ein wesentlicher Baustein. Das Compliance Commitment spiegelt das Selbstverständnis wider, dass wir uns entsprechend unserer positiven Haltung gegenüber Compliance aus Überzeugung an die Regeln halten. Compliance ist für uns eine Frage der Haltung: Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität sind Bestandteil unserer DNA.
Compliance ist für uns eine Frage der Haltung: Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität sind Bestandteil unserer DNA.
Im Bereich des Kartellrechts lag der Schwerpunkt im Berichtsjahr weiterhin auf der Begleitung der Portfoliomaßnahmen.
Zudem standen auch im abgelaufenen Jahr die Prävention von Korruption und der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben weiter intensiv an der kontinuierlichen Steigerung des Reifegrades der jeweiligen Compliance-Management-Systeme gearbeitet.
Die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung haben wir durch die Integration des Verdachtsmeldewesens in Geschäftsprozesse von Gesellschaften mit Sitz in Deutschland gestärkt.
Eine besondere Bedeutung kam wegen des andauernden Kriegs in der Ukraine dem Außenwirtschaftsrecht zu: Sanktions- und exportkontrollrechtliche Vorgaben und Prozesse wurden fortlaufend aktualisiert, insbesondere im Hinblick auf potentielle Umgehungsrisiken.
Compliance-Funktion steht bei den sogenannten Weiteren Compliance-Themen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite
Darüber hinaus steht die Compliance-Funktion den konzernweit jeweils unmittelbar zuständigen Bereichen bei den sogenannten Weiteren Compliance-Themen Arbeitssicherheit, Fremdpersonaleinsatz, Gleichbehandlung, Informationssicherheit, Lieferanten-Compliance, Supply Chain Act sowie Umwelt, Energie und Klima beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Dabei ist das Weitere Compliance-Thema Supply Chain Act, dessen Schwerpunkt auf der Umsetzung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz liegt, im Berichtsjahr neu hinzugekommen und das bisherige Weitere Compliance-Thema Umweltschutz zum Weiteren Compliance-Thema Umwelt, Energie und Klima weiterentwickelt worden. Die inhaltliche Verantwortung für die Weiteren Compliance-Themen trägt jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche tauschen sich intensiv aus und nutzen Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen. Das bedeutet auch, dass die Compliance-Funktion gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen die Berichterstattung und die Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder mitgestaltet.
Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance-Programms, wie folgt zusammenfassen:
| ― | "Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeitenden weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Im Berichtsjahr wurden mehr als 4.800 Teilnehmer im Rahmen von Schulungen (in Präsenz und virtuell) für Compliance-Themen sensibilisiert. Die Schulungen decken alle Kernthemen des thyssenkrupp Compliance-Programms ab. Das Compliance-E-Learning-Programm zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht lief im Berichtsjahr bereits zum 5. Mal. Im vergangenen Geschäftsjahr haben Mitarbeitende, bereinigt um Abgänge durch Portfolioveränderungen und Ausscheiden von Mitarbeitenden, insgesamt über 32.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert. Der E-Learning-Kurs Compliance@thyssenkrupp umfasst grundsätzliches Basiswissen zu Compliance bei thyssenkrupp und ist allen Mitarbeitenden mit E-Mail-Adresse zugewiesen. Die Teilnahme ist, anders als bei den vorgenannten Kursen, freiwillig; rund 5.700 Mitarbeitende haben den Kurs im Berichtsjahr absolviert. |
4.800
Mehr als 4.800 Teilnehmer im Rahmen von Schulungen (in Präsenz und virtuell) für Compliance-Themen sensibilisiert .
| ― | "Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr auf die Kernthemen bezogene anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten strukturierten AuditAnsatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Kanäle im Zusammenhang mit der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der direkte Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion, über die Mitarbeitende und Externe auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können. Wir bieten über mehrere Kanäle die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme, um - auf Wunsch auch anonym - Verstöße zu melden. Einzelheiten sind in einer über die thyssenkrupp Website abrufbaren Verfahrensordnung geregelt. |
| ― | "Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unseres Konzerns - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Unsere "Null Toleranz" Leitlinie fordert, dass bei nachgewiesenen Verstößen, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen gegen die Betroffenen verhängt werden. |
Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes
Ein besonderer Fokus bei den Weiteren Compliance-Themen lag im Berichtsjahr auf dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, das am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Das Gesetz soll die Einhaltung der Menschenrechte national und international verbessern, indem es die in Unternehmen zu beachtenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten festlegt. Daraus abgeleitet definiert es Anforderungen an ein verantwortliches Management der Lieferketten und des sogenannten eigenen Geschäftsbereichs von Unternehmen.
thyssenkrupp hat ein konzernweites Konzept und eine entsprechende Organisationsstruktur entwickelt, um dauerhaft eine Kultur für die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten zu schaffen. Damit dies gelingt, arbeiten verschiedene Konzernfunktionen interdisziplinär zusammen; gemeinsam mit weiteren Experten sind sie für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und im eigenen Geschäftsbereich zuständig.
Das Supply Chain Act (SCA) Council Group steuert die Umsetzung des Konzepts zur Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten im Konzern. Die Mitglieder des Gremiums - Vertreter verschiedener Konzernfunktionen, Bereiche und aller Segmente - kommen regelmäßig und bei Bedarf zusammen. Die Koordination des SCA Council Group wird vom SCA Officer Group übernommen, der als Sprecher des SCA Council Group fungiert und direkt an den Konzernvorstand berichtet.
Die gesetzlich vorgegebene Überwachung des Risikomanagements verantwortet für die thyssenkrupp AG die Konzernfunktion Legal & Compliance. Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben wurde der Group General Counsel und der Chief Compliance Officer benannt.
Um Verstößen gegen Gesetze und konzerninterne Regelungen sowie möglichen Verletzungen menschenrechtlicher und umweltbezogener Rechte und Rechtsgüter frühzeitig entgegenzuwirken und Schäden für Mitarbeitende und Geschäftspartner zu reduzieren, hat thyssenkrupp ein Beschwerdeverfahren für alle Konzernunternehmen etabliert. Dank dieses Verfahrens können diesbezügliche Hinweise von Mitarbeitenden des thyssenkrupp Konzerns und von Externen, wie unseren unmittelbaren und mittelbaren Lieferanten oder deren Mitarbeitenden, entgegengenommen und bearbeitet werden. Das Beschwerdeverfahren ermöglicht das Einreichen von Beschwerden weltweit. Auch hierzu sind Einzelheiten in der Verfahrensordnung geregelt.
Compliance-Organisation
Unsere Compliance-Funktion hat neben der Steuerung und der stetigen Weiterentwicklung des Compliance-Programms die wichtige Aufgabe, als strategischer Businesspartner Fachfunktionen und Geschäfte frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Dies erfordert eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die den Bedürfnissen innerhalb des Konzerns strukturell entspricht.
240
Mehr als 240 Compliance Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.
thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 90 hauptamtliche Compliance-Mitarbeitende, von denen rund 30 auch teilweise mit Legal-Aufgaben betraut sind. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk mit mehr als 240 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Sie schaffen gemeinsam die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des thyssenkrupp Konzerns und stehen ihren Mitarbeitenden als Ansprechpartner zur Verfügung.
EU-Taxonomie
Die Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union, Verordnung (EU) 2020 / 852, im weiteren Verlauf EU-Taxonomie, ist eine Schlüsselkomponente des Grünen Deals und des Aktionsplans "Finanzierung nachhaltigen Wachstums" zur Verwirklichung verabschiedeter Umweltziele bis zum Jahr 2050. Die EU-Taxonomie beabsichtigt, mithilfe standardisierter Bewertungskriterien Transparenz über ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten für Teilnehmer des Kapitalmarkts zu schaffen, um auf der Basis eines einheitlichen Verständnisses Finanzströme bzw. Investitionen in die zur Realisierung der Umweltziele, hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise, am dringendsten erforderlichen Tätigkeiten zu lenken.
UMWELTZIELE NACH ARTIKEL 9 DER EU-TAXONOMIE
| Kürzel | Bezeichnung |
|---|---|
| CCM | Klimaschutz |
| CCA | Anpassung an den Klimawandel |
| WTR | Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen |
| CE | Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft |
| PPC | Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung |
| BIO | Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme |
Gemäß Artikel 8 Absatz 1 der EU-Taxonomie berichtet thyssenkrupp im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung, welche in diesen Lagebericht integriert ist, Informationen über Art und Umfang ökologisch nachhaltiger Geschäftsaktivitäten auf Grundlage dieses Klassifizierungssystems. Analog zum Vorjahr, umfasst diese Berichterstattung für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel Angaben zu den taxonomiefähigen, nicht-taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Umsatzerlösen, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx). Für Geschäftsaktivitäten, die Wirtschaftstätigkeiten zugeteilt wurden, die in der delegierten Verordnung (EU) 2023 / 2485 oder (EU) 2023 / 2486 aufgeführt sind, beschränkt sich die Berichterstattung auf taxonomiefähige und nicht-taxonomiefähige Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben. Bei thyssenkrupp betrifft dies die Angaben, die in Verbindung mit der Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten und Luftfahrzeugen getätigt werden sowie alle Geschäftsaktivitäten, die den nicht-klimabezogenen Umweltzielen zugeordnet wurden.
56 %
der Umsatzerlöse von thyssenkrupp sind taxonomiefähig und werden mit Geschäftsaktivitäten und Produkten erzielt, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Umweltziele der Europäischen Union leisten können.
ECKDATEN ZUR EU-TAXONOMIE
| 2022 / 2023 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Umsatzerlöse | in % | CapEx | in % | OpEx | in % |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| thyssenkrupp insgesamt | 37.536 | 100 | 1.779 | 100 | 1.562 | 100 |
| Taxonomiefähig | 11.380 | 30 | 909 | 51 | 1.154 | 74 |
| davon taxonomiekonform | 262 | 1 | 266 | 15 | 23 | 1 |
| davon nicht taxonomiekonform | 11.117 | 30 | 643 | 36 | 1.132 | 72 |
| Nicht taxonomiefähig | 26.156 | 70 | 870 | 49 | 408 | 26 |
| 2023 / 2024 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Umsatzerlöse | in % | CapEx | in % | OpEx | in % |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| thyssenkrupp insgesamt | 35.041 | 100 | 1.269 | 100 | 1.595 | 100 |
| Taxonomiefähig | 19.661 | 56 | 919 | 72 | 1.361 | 85 |
| davon taxonomiekonform | 306 | 1 | - 111 | - 9 | 20 | 1 |
| davon nicht taxonomiekonform | 19.355 | 55 | 1.030 | 81 | 1.341 | 84 |
| Nicht taxonomiefähig | 15.381 | 44 | 350 | 28 | 233 | 15 |
Wegen ungeklärter Rechtsbegriffe ergeben sich noch Unklarheiten in der Auslegung der EU-Taxonomie und der hierzu erlassenen Rechtsakte. Unsere Auslegungen dieser Begriffe sind nachfolgend erläutert.
Taxonomiefähige Geschäftsaktivitäten
Geschäftsaktivitäten sind taxonomiefähig, wenn sie mit den Tätigkeitsbeschreibungen von Wirtschaftstätigkeiten übereinstimmen, die in den zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie delegierten Rechtsakten aufgeführt sind. Dabei ist es unerheblich, ob sie die dort je Wirtschaftstätigkeit definierten technischen Bewertungskriterien erfüllen. Die Geschäftsaktivitäten, die nicht mit der Tätigkeitsbeschreibung einer Wirtschaftstätigkeit übereinstimmen, können dagegen nicht als taxonomiefähig klassifiziert werden.
Bestimmung taxonomiefähiger Geschäftsaktivitäten
Zur Bestimmung der taxonomiefähigen Geschäftsaktivitäten von thyssenkrupp werden die Rechtsakte, die zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erlassen wurden, durch ein Expertenteam auf Konzernebene analysiert. Dabei werden Geschäftsaktivitäten des Konzerns, bei Übereinstimmung mit einer Tätigkeitsbeschreibung, den in den Rechtsakten aufgeführten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet. Die aus diesem Prozessschritt resultierende Vorauswahl potenziell taxonomiefähiger Geschäftsaktivitäten wird dann mit den aktivitätsausübenden Segmenten und operativen Einheiten fachlich bewertet und finalisiert. Zudem werden im Zuge dieses Prozesses die Voraussetzungen für Taxonomiefähigkeit von Geschäftsaktivitäten, die schon in vorherigen Berichtsperioden als taxonomiefähig berichtet wurden, validiert. Im Berichtsjahr 2023 / 2024 sind die nachfolgend aufgeführten Geschäftsaktivitäten von thyssenkrupp taxonomiefähig:
TAXONOMIEFÄHIGE GESCHÄFTSAKTIVITÄTEN VON THYSSENKRUPP
| Umweltziel | Nr. | Wirtschaftstätigkeit gemäß den delegierten Rechtsakten | Geschäftsaktivität oder Produkt | Segment | Einheit |
|---|---|---|---|---|---|
| CCM | 3.1 | Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | Großwälzlager für Windturbinen | Decarbon Technologies | Rothe Erde |
| CCM | 3.2 | Herstellung von Anlagen zur Erzeugung und Verwendung | Wasserelektrolyse-Technologie | Decarbon Technologies | nucera |
| von Wasserstoff | Grüne Chemikalien | Decarbon Technologies | Uhde | ||
| CCM | 3.6 | Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | Sauerstoffverzehrkathode (ODC) | Decarbon Technologies | nucera |
| EnviNOx® -Technologie | Decarbon Technologies | Uhde | |||
| PLAneo® -Technologie Biopolymere | Decarbon Technologies | Uhde | |||
| Clean Ammoniak (Düngemittel) | Decarbon Technologies | Uhde | |||
| Gaswäsche-Technologien | Decarbon Technologies | Uhde | |||
| polysius® pure oxyfuel | Decarbon Technologies | Polysius | |||
| polysius® activated clay | Decarbon Technologies | Polysius | |||
| meca-clay (mechano-chemische Aktivierung) | Decarbon Technologies | Polysius | |||
| CCM | 3.9 | Herstellung von Eisen und Stahl | Stahlproduktion | Steel Europe | - |
| CCM | 3.18 | Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | Automobilkomponenten | Automotive Technology | - |
| Automobilkomponenten | Decarbon Technologies | Rothe Erde | |||
| Automobilkomponenten | Materials Services | - | |||
| CCM | 3.21 | Herstellung von Luftfahrzeugen | Luftfahrzeugbauteile | Decarbon Technologies | Rothe Erde |
| Luftfahrzeugbauteile und Dienstleistungen | Materials Services | Aerospace | |||
| CCM | 5.9 | Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | Schlackenaufbereitung | Materials Services | MillServices & Systems |
| CCM | 6.6 | Güterbeförderung im Straßenverkehr | Logistikdienstleistungen | Materials Services | Supply Chain Services |
| CCM | 6.14 | Schienenverkehrsinfrastruktur | Stahlschwellen | Materials Services | Schulte |
| CE | 4.1 | Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | Digital Products | Decarbon Technologies | Uhde |
| toii® | Materials Services | Materials IoT |
Kraftwerksbetrieb der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM)
Der Kraftwerksbetrieb der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) wurde im Berichtszeitraum aufgrund des unmittelbaren, technisch-wirtschaftlichen Zusammenhangs zwischen der Herstellung von Stahl und der Entstehung von Nebenprodukten, die im Zuge des Kraftwerksbetriebes verwertet werden, der Kernaktivität (CCM, 3.9 Herstellung von Eisen und Stahl) zugeordnet und nicht als gesondert zu berichtende Kraftwerksaktivität gemäß konsolidiertem Rechtsakt (EU) 2021 / 2139 klassifiziert (CCM, 4.30 Hocheffiziente Kraft-Wärme / Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen). Diese Entscheidung wurde auch aufgrund der Unwesentlichkeit der zugrundliegenden Beträge getroffen.
CCM 3.18 Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten
In der Tätigkeitsbeschreibung wird auf die Herstellung von Automobilkomponenten für Fahrzeugklassen M, N und L nach EU-Klassifizierung verwiesen, die nach Rechtsakt "die in diesem Abschnitt festgelegten Kriterien erfüllen und für die Bereitstellung und Verbesserung der Umweltleistung des Fahrzeugs von wesentlicher Bedeutung sind." Die Beurteilung der Taxonomiefähigkeit mittels technischer Bewertungskriterien widerspricht jedoch der Bekanntmachung der Kommission (2022/C 385 / 01) Nr. 3, nach der eine Wirtschaftstätigkeit taxonomiefähig ist, unabhängig davon, ob die in den Rechtsakten festgelegten technischen Bewertungskriterien erfüllt werden. Daher klassifizieren wir die gesamte Herstellung von Automobilkomponenten für diese Fahrzeugklassen als taxonomiefähig. Technische Bewertungskriterien werden nur zur Prüfung der Taxonomiekonformität angewendet. Für die Automobilindustrie gefertigtes Spaltband klassifizieren wir als taxonomiefähig, da dieses der Definition eines Teils gemäß Verordnung (EU) 2018 / 858 und (EU) Nr. 168 / 2013 entspricht.
thyssenkrupp klassifiziert seine Geschäftsaktivitäten im Bereich der Herstellung von Automobilkomponenten gesamthaft als taxonomiefähig
CCM 3.21 Herstellung von Luftfahrzeugen
Die Tätigkeitsbeschreibung der Wirtschaftstätigkeit beinhaltet neben der Herstellung von Luftfahrzeugen auch die Herstellung von Luftfahrzeugbauteilen und -ausrüstungen, "die Erbringung damit verbundener Dienstleistungen sowie Wartung, Reparatur und Instandhaltung, soweit diese mit einem in Betracht kommenden Luftfahrzeugmuster in Verbindung gebracht werden können und die Effizienz des Luftfahrzeugs verbessern oder aufrechterhalten." Bei der "Effizienz des Luftfahrzeugs" handelt es sich um einen nicht eindeutigen Rechtsbegriff, da im Rahmen des Rechtsakts nicht genauer erläutert. Daher wird der Begriff als sämtliche Aufwand-Nutzen-Verhältnisse, die mit einem Luftfahrzeug in Verbindung gebracht werden können, ausgelegt. Deshalb legen wir den im Rahmen dieser Wirtschaftstätigkeit hergestellten Luftfahrzeugbauteilen deren Recyclingfähigkeit am Lebenszyklusende als Effizienzkriterium zugrunde.
VERÄNDERUNG DER TAXONOMIEFÄHIGEN GESCHÄFTSAKTIVITÄTEN ZUM VORJAHR
| Bereits im Vorjahr als taxonomiefähig berichtet | Neu als taxonomiefähig klassifiziert1) | Neue Wirtschaftstätigkeit nach (EU) 2023 / 2485 oder (EU) 2023 / 2486 |
|---|---|---|
| Großwälzlager für Windturbinen | Grüne Chemikalien | Automobilkomponenten |
| Wasserelektrolyse-Technologie | PLAneo® -Technologie Biopolymere | Luftfahrzeugbauteile und Dienstleistungen |
| Sauerstoffverzehrkathode (ODC) | Clean Ammoniak (Düngemittel) | Digital Products |
| EnviNOx® -Technologie | Gaswäsche-Technologien | toii® |
| Stahlproduktion | polysius® pure oxyfuel | |
| Schlackenaufbereitung | polysius® activated clay | |
| Logistikdienstleistungen | meca-clay | |
| Stahlschwellen |
1) Aufgrund der fachlichen Bewertung im Rahmen der Bestimmung taxonomiefähiger Geschäftsaktivitäten
Taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten
Geschäftsaktivitäten sind taxonomiekonform, wenn sie die in den delegierten Rechtsakten spezifizierten technischen Bewertungskriterien erfüllen und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines oder mehrerer der Umweltziele der EU-Taxonomie leisten, ohne signifikante Beeinträchtigungen gemäß Artikel 17 der EU-Taxonomie für eines oder mehrere der Umweltziele zu bewirken (sog. DNSH-Kriterien, "Do-no-significant-harm") und zudem Mindestschutzanforderungen nach Artikel 18 erfüllen.
Bestimmung taxonomiekonformer Geschäftsaktivitäten
Zur Bestimmung taxonomiekonformer Geschäftsaktivitäten werden auf Basis der Rechtsakte, die zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erlassen wurden, Anforderungsprofile pro Wirtschaftstätigkeit erstellt, indem die jeweils relevanten qualitativen und quantitativen Bewertungskriterien aus den Rechtsakten extrahiert und in Dokumentationsanforderungen für die aktivitätsausübenden Segmente und Einheiten übersetzt werden. In diese Anforderungsprofile fließen Dokumentationserfordernisse, die sich aus den Mindestschutzanforderungen nach Artikel 18 der EU-Taxonomie ergeben, auch mit ein. Die Zusammenstellung der Nachweise für Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr im Zuge der Konformitätsprüfung berücksichtig werden, erfolgt nach diesen Anforderungsprofilen. Dieser Prozess wird durch ein Expertenteam mit Vertretern aus Konzernfunktionen zentral gesteuert und zusammen mit den aktivitätsausübenden Segmenten und operativen Einheiten von thyssenkrupp umgesetzt. Nachfolgend sind die Anforderungsprofile der Geschäftsaktivitäten aufgeführt, welche die Taxonomiekonformitätsprüfung im Berichtszeitraum durchlaufen und mit einem positivem Ergebnis abgeschlossen haben. Dabei werden spezifische Bewertungskriterien, das heißt, die Kriterien zur Erfüllung eines wesentlichen Beitrags zu mindestens einem Umweltziel der EU-Taxonomie und spezielle DNSH-Kriterien, je Wirtschaftstätigkeit erläutert. Die Prüfung allgemeiner DNSH-Kriterien gemäß den Anhängen der delegierten Rechtsakte zu den Umweltzielen sowie die Bewertung der Verfügbarkeit und Anwendung bestimmer Verfahren zur Förderung der Kreislaufwirtschft wird hingegen in den jeweiligen DNSH-spezifischen Absätzen erläutert.
Die Prüfung der Einhaltung der Konformitätskriterien erfolgt bei thyssenkrupp systematisch und in Zusammenarbeit zwischen Konzernfunktionen und Geschäftsbereichen.
CCM 3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie
Für Geschäftsaktivitäten dieser Kategorie erfordern die technischen Bewertungskriterien, um einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel Klimaschutz zu leisten, dass die durch diese Aktivität hergestellten Technologien für die Erzeugung von erneuerbarer Energie gemäß Artikel 2 Nummer 1 der Richtlinie (EU) 2018 / 2001, also Energie aus regenerativen, nicht-fossilen Quellen, eingesetzt werden. Ausgangsrechnungen bestimmter Kundengruppen dienen als Nachweis dafür, dass die im Rahmen dieser Aktivität hergestellten Großwälzlager in Anlagen zur Erzeugung von Windenergie eingesetzt werden. Die Einhaltung der DNSH-Kriterien bei der Ausübung dieser Geschäftsaktivität wurde entsprechend den in den spezifischen Absätzen dargestellten allgemeinen Vorgehensweisen und Nachweisdokumenten geprüft.
CCM 3.2 Herstellung von Anlagen zur Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff
Für Geschäftsaktivitäten dieser Kategorie erfordern die technischen Bewertungskriterien, um einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel Klimaschutz zu leisten, dass die im Zuge der Aktivität hergestellten Anlagen Wasserstoff oder Wasserstoffderivate produzieren, die festgelegte Einsparungen an Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus gemäß Anhang V der Richtlinie (EU) 2018 / 2001 vorweisen. Für die im Berichtsjahr im Rahmen der Konformitätsprüfung berücksichtigten Anlagenbauprojekte, im Zuge derer WasserElektrolyse-Anlagen hergestellt werden, wurden Vergabeunterlagen des Innovationsfonds der EU herangezogen, um die Erfüllung der vorgegebenen Emissionseinsparung festzustellen. Die Einhaltung der DNSH-Kriterien bei Ausübung dieser Geschäftsaktivität wurde gemäß den in den DNSH-spezifischen Absätzen erläuterten Vorgehensweisen und Nachweisdokumenten geprüft.
CCM 5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen
Für Geschäftsaktivitäten dieser Kategorie erfordern die technischen Bewertungskriterien, um einen wesentlichen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten, dass im Rahmen dieser Aktivität mindestens 50 % des Gewichts der getrennt gesammelten, verwerteten nicht gefährlichen Abfälle in Sekundärrohstoffe umgewandelt werden. Darüber hinaus müssen die hergestellten Rezyklate Primärmaterialien in Herstellungsprozessen substituieren können. Die im Zuge dieser Aktivität betriebene Schlackenaufbereitung erzielt Recyclingquoten, die höher als der geforderte Mindestwert sind. Ferner können die gewonnenen Sekundärrohstoffe sowohl Primärbaustoffe als auch -düngemittel substituieren. Eine Analyse zur Produktion und Nutzung von Eisenhüttenschlacken eines auf Baustoffe spezialisierten Forschungsinstituts diente dazu als Nachweis. Die Einhaltung der DNSH-Kriterien bei Ausübung dieser Wirtschaftstätigkeit wurde gemäß den in den spezifischen Absätzen dargelegten Vorgehensweisen und Nachweisen geprüft.
DNSH-Kriterien "Anpassung an den Klimawandel"
Die DNSH-Kriterien in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel erfordern die Durchführung einer Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse sowie eine Bewertung und ggf. Umsetzung von Anpassungslösungen, mit denen ermittelte Klimarisiken reduziert werden können. Für Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr die Konformitätsprüfung durchlaufen, werden für Standorte, die für die Ausübung dieser Aktivitäten relevant sind, auf Basis von Klimaszenarien - z.B. repräsentative Konzentrationspfade RCP2.6 sowie RCP8.5 - Risikopotenziale für Klimagefahren analysiert. Werden im Rahmen dieser Analyse erhöhte Risikopotenziale festgestellt, werden Vertreter der betroffenen Standorte darüber in Kenntnis gesetzt, um diese durch lokale Sensitivitätsanalysen validieren bzw. die faktische Vulnerabilität von Standorten gegenüber potenzielle Klimagefahren einordnen zu können. Die faktische Vulnerabilität bedeutet in diesem Zusammenhang die Wahrscheinlichkeit eines Standorts, tatsächlich einen Schaden durch Klimagefahren nach Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten erleiden zu müssen. Auf Grundlage der Klimarisikoanalysen und Vulnerabilitätsbewertungen werden Anpassungslösungen zur Reduktion von potenziellen Klimagefahren standortbezogen bewertet und gegebenenfalls umgesetzt.
DNSH-Kriterien "Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen"
Die DNSH-Kriterien für die Nachhaltige Nutzung und den Schutz von Wasser- und Meeresressourcen erfordern die Durchführung einer Risikoanalyse im Hinblick auf die Erhaltung von Wasserqualität und Vermeidung von Wasserknappheit sowie die Beseitigung von Risiken, falls diese nicht bereits im Zuge von Umweltverträglichkeitsprüfungen gemäß Richtlinie 2011 / 92 /EU identifiziert und beseitigt wurden. Bei Tätigkeiten in Drittländern sind derartige Risikoanalysen im Einklang mit den geltenden nationalen Rechtsvorschriften oder internationalen Normen durchzuführen, unter der Bedingung, dass diese ein im Vergleich zur europäischen Regulierung gleichwertiges Anspruchsniveau für einen guten Zustand und ein gutes ökologisches Potenzial von Gewässern aufweisen. Für Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr eine Konformitätsprüfung durchlaufen, werden für die Standorte, die zur Ausübung dieser Aktivitäten relevant sind, entsprechende Nachweise beschafft, anhand derer festgestellt werden kann, dass derartige Risikoanalysen durchgeführt und potenziell erforderliche Abhilfemaßnahmen umgesetzt wurden. Nachweise in diesem Zusammenhang sind zum Beispiel Betriebsgenehmigungen, Vorprüfungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung oder Umweltverträglichkeitsprüfungen, Umweltaudits oder auch gesondert durchgeführte Risikoanalysen in Bezug auf die in diesem Absatz dargelegten Anforderungen.
DNSH-Kriterien "Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft"
Die DNSH-Kriterien für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft erfordern in der Regel eine Bewertung der Verfügbarkeit und gegebenenfalls die Anwendung von Verfahren zur Förderung der folgenden Praktiken:
| ― | Einsatz von Sekundärrohstoffen und wiederverwendeten Komponenten in hergestellten Produkten |
| ― | Produktdesign zur Erhöhung von Haltbarkeit, Recycling-, Demontage- und Anpassungsfähigkeiten |
| ― | Abfallbewirtschaftung, die Recycling gegenüber Entsorgung in Herstellungsprozessen priorisiert |
| ― | Informations- und Rückverfolgbarkeitskonzepte für bedenkliche Stoffe in hergestellten Produkten |
Für die Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr die Konformitätsprüfung durchlaufen, werden für Standorte, die zur Ausübung dieser Aktivitäten relevant sind, Nachweise beschafft, anhand derer festgestellt werden kann, dass eine Verfügbarkeitsbewertung von Verfahren zur Förderung der Kreislaufwirtschaft durchgeführt wurde oder derartige Praktiken bereits im Rahmen dieser Geschäftsaktivität angewendet werden. Nachweise in diesem Zusammenhang sind zum Beispiel Betriebsgenehmigungen, Compliance-Audits mit Bezug auf die Erfüllung abfallrechtlicher Vorgaben, Umweltaudits oder produktspezifische Dokumente, die Informationen über Materialzusammensetzungen oder sonstige, für diesen Sachverhalt relevante Eigenschaften der im Zuge der Geschäftsaktivitäten hergestellten Produkte liefern.
DNSH-Kriterien "Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung"
Die DNSH-Kriterien für die Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung erfordern, dass Wirtschaftstätigkeiten nicht zur Herstellung, Verwendung oder zum Inverkehrbringen bestimmter Stoffe bzw. Stoffgruppen als solche, in Gemischen oder in Erzeugnissen führen, die europäischer Regulierung unterliegen. Dazu gehören:
| ― | Persistente organische Schadstoffe laut Anhang I und II (EU) 2019 / 1021 |
| ― | Quecksilber, Quecksilberverbindungen und Quecksilbergemische nach Artikel 2 (EU) 2017 / 852 |
| ― | Ozonabbauende Stoffe gemäß Anhang I und II der Verordnung (EG) Nr. 1005 / 2009 |
| ― | Gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten laut Anhang II 2011 / 65 /EU |
| ― | Chemische Stoffe laut Anhang XVII der Verordnung (EG) Nr. 1907 / 2006 |
| ― | Stoffe in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent, die für min. 18 Monate die in Artikel 57 (EG) Nr. 1907 / 2006 festgelegten Kriterien erfüllen und nach Artikel 59 Absatz 1 ermittelt wurden |
Ausnahmeregelungen
Ausgenommen sind Persistente organische Schadstoffe, die als unbeabsichtigte Spurenverunreinigung vorkommen. Gefährliche Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten nach Anhang II 2011 / 65 /EU sind ausgenommen, wenn die Vorgaben gemäß 2011 / 65 /EU Artikel 4 Absatz 1 vollständig eingehalten werden. Chemische Stoffe nach Anhang XVII (EG) Nr. 1907 / 2006 sind ausgenommen, wenn die im genannten Anhang festgelegten Bedingungen vollständig eingehalten werden. Ausgenommen sind überdies Stoffe in einer Konzentration von mehr als 0,1 Massenprozent, die für mindestens 18 Monate die Kriterien des Artikel 57 (EG) Nr. 1907 / 2006 erfüllen und gemäß Artikel 59 Absatz 1 ermittelt wurden, wenn festgestellt und dokumentiert wird, dass für diese keine geeigneten Alternativstoffe oder -technologien verfügbar sind, und diese unter kontrollierten Bedingungen verwendet werden.
Für Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr eine Konformitätsprüfung durchlaufen, werden für Standorte, die zur Ausübung dieser Aktivitäten relevant sind, passende Nachweise beschafft, anhand derer festgestellt werden kann, dass keine der zuvor genannten Stoffe als solche, in Gemischen oder in Erzeugnissen hergestellt, verwendet bzw. in Verkehr gebracht werden oder dies nur entsprechend den oben erklärten Ausnahmeregelungen erfolgt. Nachweise in diesem Zusammenhang sind zum Beispiel Stofflisten mit CLP-Kennzeichnung gemäß (EG) Nr. 1272 / 2008, Konformitätserklärungen, Sicherheitsdatenblätter sowie RoHS-Erklärungen der aktivitätsausübenden Standorte.
DNSH-Kriterien "Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme"
Die DNSH-Kriterien für den Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosysteme fordern die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung oder Bewertung laut der Richtlinie 2011 / 92 /EU einhergehend mit der Umsetzung erforderlicher Abhilfe- und Ausgleichsmaßnahmen, deren Erfordernis sich aus solchen Prüfungen bzw. Bewertungen ergibt. Für Aktivitäten in oder in der Nähe biodiversitätssensibler Gebiete (z.B. Natura-2000-Netz von Schutzgebieten, UNESCO-Welterbestätten, Biodiversitäts-Schwerpunktgebiete oder andere Schutzgebiete) sind bei Bedarf Verträglichkeitsprüfungen nach den Richtlinien 2009 / 147 /EG oder 92 / 43 /EWG durchzuführen und anlassbezogen Abhilfemaßnahmen zur Vermeidung von negativen Auswirkungen auf die Erhaltungsziele von Schutzgebieten zu ergreifen. Bei Aktivitäten in Drittländern, sind diese Anforderungen auf Basis gleichwertiger, nationaler Rechtsvorschriften bzw. internationaler Normen umzusetzen, die die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung oder einer Bewertung erfordern. Für Geschäftsaktivitäten, die in einem Berichtsjahr eine Konformitätsprüfung durchlaufen, werden für relevante Standorte Nachweise beschafft, anhand derer festgestellt werden kann, dass derartige Prüfungen oder Bewertungen durchgeführt und notwendige Abhilfemaßnahmen umgesetzt wurden. Als Nachweise dienen in diesem Zusammenhang zum Beispiel Betriebsgenehmigungen, Vorprüfungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen, Umweltaudits oder auch gesondert durchgeführte Risikoanalysen im Hinblick auf die zuvor dargelegten Anforderungen.
Einhaltung der Mindestschutzanforderungen
Die EU-Taxonomie spezifiziert in Artikel 18 Mindestschutzanforderungen, die von Unternehmen erfüllt werden müssen, um taxonomiekonforme Umsätze, Investitionen sowie Betriebsausgaben ausweisen zu können. Diese bedingen, dass in Unternehmen Verfahren implementiert sind, die sicherstellen, dass die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einschließlich der Anforderungen für einen verantwortungsvollen unternehmerischen Umgang in den Bereichen Besteuerung, Wettbewerb sowie Korruptionsbekämpfung, die Grundsätze der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, einschließlich derer, die in der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Rechte bei der Arbeit sowie der Internationalen Charta der Menschenrechte festgelegt sind, eingehalten werden. Die durch die EU-Taxonomie adressierten Mindeststandards für Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie gute Unternehmensführung sind bei thyssenkrupp in verbindlichen Konzernrichtlinien wie dem Code of Conduct, der Grundsatzerklärung zur Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten sowie der Erklärung zur Unternehmensführung verankert. Zudem sind im Konzern verschiedene Mechanismen wie das Compliance-, Risikomanagement oder interne Kontrollsystem implementiert, die der Einhaltung dieser Mindeststandards bzw. der Einleitung von anlassbezogenen Abhilfemaßnahmen dienen (vergleiche dazu die Kapitel "Compliance" und "Prognose-, Chancen und Risikobericht" dieses Geschäftsberichts). Diese Verfahren unterliegen überdies regelmäßiger Prüfung.
Governance-Mechanismen von thyssenkrupp dienen der Einhaltung der Mindestschutzanforderungen gemäß EU-Taxonomie.
Besonderheit CapEx-Plan
Eine Besonderheit bei der Bestimmung taxonomiekonformer Geschäftsaktivitäten stellen Investitionsausgaben dar, die im Rahmen eines sogenannten CapEx-Plans getätigt werden (vgl. Abschnitt "CapEx-Plan zum Ausbau der Taxonomiekonformität"), da für diese die vollständigen Nachweise für die Prüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien erst in der Zukunft zur Verfügung stehen werden.
Methodik und Berechnungen im Rahmen der EU-Taxonomie
Die drei wesentlichen Rechengrößen zur monetären Bewertung relevanter Sachverhalte im Rahmen der EU-Taxonomie sind Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben. Diese setzen sich aus den in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Einzelpositionen zusammen. Zur Ermittlung der Rechengrößen im Sinne der EU-Taxonomie analysiert ein Expertenteam mit Vertretern aus Konzernfunktionen und Geschäftsbereichen Erfassungsprozesse und Buchungskonten. Diese Informationen werden im Zuge dessen erst auf Geschäftsebene erhoben und anschließend auf Konzernebene aggregiert und validiert.
UMSATZERLÖSE, INVESTITIONS- UND BETRIEBSAUSGABEN NACH EU-TAXONOMIE
Umsatzerlöse
Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15)
Erlöse aus Leasingverträgen (IFRS 16)
Investitionsausgaben (CapEx)
Zugänge Sachanlagen (IAS 16)
Zugänge Immobilien, die als Finanzinvestition gehalten werden (IAS 40)
Zugänge immaterielle Vermögenswerte (IAS 38)
Zugänge Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen (IFRS 16) ohne Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen inklusive solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen1)
Zugänge im Zusammenhang mit den zuvor genannten Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen
Betriebsausgaben (OpEx)
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
Aufwendungen für kurzlaufende oder geringwertige Leasingverhältnisse
Aufwendungen für Gebäudesanierungen und Wartungs- und Reparaturmaßnahmen von Sachanlagen
1) das gilt auch für Zugänge nach IAS 16, IAS 40, IAS 38
Vermeidung von Doppelzählungen
Vermeidung von Doppelzählung durch klare Zuordnung von Beträgen oder Anwendung sachgerechter Verteilungsschlüssel.
Eine Doppelzählung von Beträgen im Rahmen der Berechnung von Kennzahlen über unterschiedliche Wirtschaftstätigkeiten hinweg, gemäß dem Anhang I Nummer 1.2.2.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178, wird vermieden, indem Beträge Geschäftsaktivitäten grundsätzlich direkt zugeordnet werden. Ist eine direkte Zuordnung nicht möglich, werden Zuordnungen anhand sachgerechter Verteilungsschlüssel vorgenommen. Für alle Rechengrößen können Umsatzerlöse mit bestimmten Kundengruppen ein Allokationskriterium sein. Bei Umsatzerlösen als Rechengröße können Verteilungen auch auf Grundlage repräsentativer Stichproben unter Berücksichtigung lokaler Marktbedingungen erfolgen, bei Investitions- und Betriebsausgaben als Rechengrößen indes auch mittels stückzahlenorientierter Verteilungsschlüssel. Eine Doppelzählung von Beträgen über mehrere Umweltziele hinweg, laut Anhang I Nummer 1.2.2.2 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178, wird dagegen ausgeschlossen, indem Beträge in Berechnungen grundsätzlich nur einem Umweltziel der EU-Taxonomie direkt zugeordnet werden.
Sonstige methodische Grundsätze
Die Angaben der Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben für das Berichtsjahr 2022 / 2023 beinhalten keine Werte von Geschäftsaktivitäten, die im Berichtsjahr neu als taxonomiefähig klassifiziert oder den neuen Wirtschaftstätigkeiten nach (EU) 2023 / 2485 bzw. (EU) 2023 / 2486 zugeordnet wurden.
Berichtswesentlichkeit
Die Voraussetzung für die Aufnahme taxonomiefähiger Geschäftsaktivitäten in die Berichterstattung zur EU-Taxonomie ist, dass mit einer Geschäftsaktivität, die mit der Beschreibung einer Wirtschaftstätigkeit gemäß den delegierten Rechtsakten übereinstimmt, externe Umsatzerlöse erzielt werden. Wird eine Geschäftsaktivität einer forschungs- und entwicklungsbezogenen Wirtschaftstätigkeit zugeordnet, müssen mit dieser entweder externe Umsatzerlöse erzielt oder für diese Investitionsausgaben (CapEx) und/oder Betriebsausgaben (OpEx) getätigt werden. In beiden Fällen gilt eine Wesentlichkeitsschwelle von einer Million Euro, die im ersten Fall durch die mit einer Geschäftsaktivität verbundenen Umsatzerlöse und im zweiten Fall durch die mit einer Geschäftsaktivität verbundenen Umsatzerlöse oder durch die für diese Aktivität getätigten Investitionsausgaben oder Betriebsausgaben erreicht werden muss.
Die Wesentlichkeitsschwelle für eine Aufnahme von Aktivitäten in die Berichterstattung zur EU-Taxonomie beträgt eine Million Euro.
Umsatzbasierte Ableitung technischer Bewertungskriterien
Umsatzerlöse stellen die führende Rechengröße dar, anhand derer die technischen Bewertungskriterien für die Prüfung der Taxonomiekonformität von Geschäftsaktivitäten abgeleitet werden. Dies gilt ebenso für die mit diesen Geschäftsaktivitäten verbundenen Investitions- und Betriebsausgaben, unabhängig ihres Verwendungszwecks. Zum Beispiel könnten Investitionsausgaben, die für eine Geschäftsaktivität getätigt werden, aufgrund ihres Verwendungszwecks potenziell anderen, der in den delegierten Rechtsakten aufgeführten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden, die wiederum abweichende Bewertungskriterien beinhalten können. Durch Anwendung des Prinzips "Umsatz führt" wird dies ausgeschlossen. Für Geschäftsaktivitäten, die einer forschungs- und entwicklungsbezogenen Wirtschaftstätigkeit nicht umsatzbasiert zugeordnet werden, erfolgt die Ableitung technischer Bewertungskriterien anhand von Investitions- oder Betriebsausgaben.
Nicht vollkonsolidierte oder nicht anteilig in den Konzernabschluss integrierte Einheiten
Geschäftsaktivitäten von Einheiten, die nicht vollkonsolidiert oder nicht anteilig in den Konzernabschluss von thyssenkrupp einbezogen werden, sind von der Berichterstattung zur EU-Taxonomie ausgenommen. Dies betrifft z.B. nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- oder assoziierte Unternehmen.
Berechnung taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben
Die taxonomiefähigen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben von thyssenkrupp umfassen die am Anfang des Kapitels erklärten Rechengrößen bzw. deren Einzelpositionen, die taxonomiefähigen Geschäftsaktivitäten des Konzerns direkt oder über die dargelegten Allokationsmechanismen in einem Berichtszeitraum zugeordnet werden. Desgleichen umfassen die taxonomiekonformen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben die Rechengrößen bzw. deren Einzelpositionen, die den in einem Berichtszeitraum für taxonomiekonform befundenen Geschäftsaktivitäten direkt oder indirekt zugeordnet werden. Außerdem können taxonomiekonforme Investitions- und Betriebsausgaben auch Beträge umfassen, die Teil eines CapEx-Plans sind oder für spezielle Einzelmaßnahmen anfallen, wie in den nachfolgenden Absätzen genauer erläutert. Die nicht taxonomiefähigen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben sind indes solche, die keiner der in den delegierten Rechtsakten aufgeführten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden können.
Die Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie in Verbindung mit den taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten von thyssenkrupp nach Artikel 2 sowie Artikel 8 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 werden entsprechend den im Anhang I des Rechtsakts spezifizierten Offenlegungsregeln berechnet. Dabei setzten sich Zähler und Nenner der drei Leistungsindikatoren zu Umsatzerlösen, Investitionsausgaben und Betriebsausgaben wie in der nachfolgend aufgeführten Tabelle dargelegt zusammen.
BERECHNUNG DER LEISTUNGSINDIKATOREN DER EU-TAXONOMIE
| Leistungsindikator | Zähler | Nenner |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Konzernexterne Umsatzerlöse aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten | Gesamten konzernexternen Umsatzerlöse |
| Investitionsausgaben (CapEx) | a) Investitionsausgaben für taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten | Gesamten Investitionsausgaben |
| b) Investitionsausgaben die Teil eines CapEx-Plans sind | ||
| c) Investitionsausgaben gemäß (EU) 2021 / 2178 Anhang I Nr. 1.1.2.2. Buchst. c | ||
| Betriebsausgaben (OpEx) | a) Betriebsausgaben für taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten | Gesamten Betriebsausgaben |
| b) Betriebsausgaben die Teil eines CapEx-Plans sind | ||
| c) Betriebsausgaben gemäß (EU) 2021 / 2178 Anhang I Nr. 1.1.3.2. Buchst. c |
Umsatzerlöse
Die gesamten konzernexternen Umsatzerlöse entsprechen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für den thyssenkrupp Konzern ausgewiesenen Betrag (vgl. Kapitel "Gewinn- und Verlustrechnung" des Geschäftsberichts), der nach Anhang I Nummer 1.1.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 im Nenner bei der Kalkulation des umsatzbezogenen Leistungsindikators eingesetzt wird. Die gesamten Umsatzerlöse des Konzerns basieren auf konzernexternen Erlösen aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und aus Leasingverträgen (IFRS 16). Von diesen wird der Anteil ermittelt, der nach der EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung technischer Bewertungskriterien und Einhaltung der Mindestschutzanforderungen, taxonomiekonform ist. Der Betrag dieses Anteils wird gemäß der delegierten Verordnung im Zähler des umsatzbezogenen Leistungsindikators eingesetzt.
Berücksichtigung ausschließlich externer Umsatzerlöse im Rahmen der EU-Taxonomie.
Investitionsausgaben (CapEx)
Die gesamten Investitionsausgaben des thyssenkrupp Konzerns gemäß EU-Taxonomie umfassen die konzernexternen Zugänge im Berichtszeitraum von Sachanlagen gemäß IAS 16 und Immobilien, die nach IAS 40 als Finanzinvestition gehalten werden, immateriellen Vermögenswerten nach IAS 38 und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16, jeweils ohne Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen inklusive solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen, siehe Anhang-Nr. 04 Immaterielle Vermögenswerte und Anhang-Nr. 05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) des Konzernabschlusses. Auch werden Zugänge im Zusammenhang mit den zuvor genannten Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen berücksichtigt. Der Betrag dieser Investitionsausgaben wird nach Anhang I Nummer 1.1.2.1 (EU) 2021 / 2178 im Nenner des investitionsbezogenen Leistungsindikators eingesetzt. Davon werden die Anteile ermittelt, die gemäß EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung technischer Bewertungskriterien und Einhaltung von Mindestschutzvorgaben, taxonomiekonform sind.
Dieser Betrag wird im Zähler des investitionsbezogenen Leistungsindikators berücksichtigt. Der Zähler enthält neben den Investitionsausgaben für bereits taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten, z.B. für Maschinen oder Produktionsgebäuden, auch solche, die der Ausweitung taxonomiekonformer bzw. Überführung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten dienen und Teil eines CapEx-Plans nach Anhang I Nummer 1.1.2.1 der Verordnung sind sowie Investitionsausgaben gemäß Anhang I Nr. 1.1.2.2. Buchstabe c.
Betriebsausgaben (OpEx)
Die gesamten Betriebsausgaben von thyssenkrupp im Sinne der EU-Taxonomie umfassen bestimmte Aufwendungen, die gemäß IFRS nicht aktivierungsfähig sind. Darunter Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, kurzlaufende oder geringwertige Leasingverhältnisse sowie Gebäudesanierungen, regelmäßige und ungeplante Wartungs- und Reparaturmaßnahmen oder sonstige Aufwendungen für die laufende Wartung von Sachanlagen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit. Der Gesamtbetrag der Betriebsausgaben wird Anhang I Nummer 1.1.3.1 der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 zufolge im Nenner des betriebsausgabenbezogenen Leistungsindikators eingesetzt. Von diesem wird der Anteil ermittelt, der nach EU-Taxonomie, unter Berücksichtigung technischer Bewertungskriterien und Einhaltung von Mindestschutzvorgaben, taxonomiekonform ist. Dieser wird nach der delegierten Verordnung im Zähler des betriebsausgabenbezogenen Leistungsindikators berücksichtigt. Neben den Betriebsausgaben für bereits taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten, kann der Zähler auch solche einschließen, die der Ausweitung taxonomiekonformer bzw. Überführung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten dienen, und Teil eines CapEx-Plans nach Anhang I Nummer 1.1.3.2 der Verordnung sind sowie Betriebsausgaben nach Anhang I Nr. 1.1.3.2. Buchstabe c.
Performance im Rahmen der EU-Taxonomie
Im Berichtsjahr 2023 / 2024 beliefen sich die Umsatzerlöse taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeiten auf 19.661 Mio €, das entspricht einem Anteil von 56 % der gesamten Umsatzerlöse des Konzerns. Der Anstieg des Anteils um 26 Prozentpunkte resultierte hauptsächlich aus der im Berichtsjahr erfolgten erstmaligen Klassifizierung der Wirtschaftstätigkeiten Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten sowie Herstellung von Luftfahrzeugen als taxonomiefähig; gegenläufig wirkten vornehmlich die Umsatzrückgänge im Stahlbereich. Das taxonomiefähige CapEx in Höhe von 919 Mio € entsprach im Berichtsjahr einem Anteil von 72 % der gesamten Investitionsausgaben. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das taxonomiefähige OpEx betrug im Berichtsjahr 1.361 Mio €, das sind 85 % der gesamten Betriebsausgaben und 11 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der Anstieg des taxonomiefähigen CapEx und OpEx resultierte vornehmlich wegen der im Berichtsjahr erstmals als taxonomiefähig klassifizierten Wirtschaftstätigkeit Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten.
19,7 Mrd €
taxonomiefähige Umsatzerlöse 19,7 Mrd €
UMFANG DER TAXONOMIEFÄHIGKEIT UND -KONFORMITÄT JE UMWELTZIEL
| 2022 / 2023 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Investitionsausgaben (CapEx) | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kürzel | Umweltziel | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| CCM | Klimaschutz | % | 30 | 1 | 51 | 15 |
| CCA | Anpassung an den Klimawandel | % | 0 | 0 | 0 | 0 |
| WTR | Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen | % | - | - | - | - |
| CE | Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft | % | - | - | - | - |
| PPC | Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung | % | - | - | - | - |
| BIO | Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme | % | - | - | - | - |
| 2022 / 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Betriebsausgaben (OpEx) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kürzel | Umweltziel | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| CCM | Klimaschutz | % | 74 | 1 |
| CCA | Anpassung an den Klimawandel | % | 0 | 0 |
| WTR | Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen | % | - | - |
| CE | Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft | % | - | - |
| PPC | Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung | % | - | - |
| BIO | Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme | % | - | - |
| 2023 / 2024 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Investitionsausgaben (CapEx) | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kürzel | Umweltziel | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| CCM | Klimaschutz | % | 56 | 1 | 72 | - 9 |
| CCA | Anpassung an den Klimawandel | % | 0 | 0 | 0 | 0 |
| WTR | Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen | % | 0 | - | 0 | - |
| CE | Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft | % | 0 | - | 0 | - |
| PPC | Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung | % | 0 | - | 0 | - |
| BIO | Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme | % | 0 | - | 0 | - |
| 2023 / 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Betriebsausgaben (OpEx) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kürzel | Umweltziel | Taxonomiefähig | Taxonomiekonform | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| CCM | Klimaschutz | % | 85 | 1 |
| CCA | Anpassung an den Klimawandel | % | 0 | 0 |
| WTR | Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen | % | 0 | - |
| CE | Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft | % | 0 | - |
| PPC | Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung | % | 0 | - |
| BIO | Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme | % | 0 | - |
Die taxonomiekonformen Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2023 / 2024 306 Mio €, das entspricht wie im Vorjahr einem Anteil von 1 % der gesamten Umsatzerlöse von thyssenkrupp. Die taxonomiekonformen Investitionsausgaben resultieren im Wesentlichen aus der Errichtung einer Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe und wiesen im Berichtsjahr insgesamt einen negativen Wert in der Höhe von 111 Mio € auf. Die Hauptursache für den negativen Wert sind erhöhte Zuwendungen der öffentlichen Hand, die über den im Berichtsjahr angefallenen Anschaffungskosten lagen. Rechnerisch ergab sich somit im Berichtsjahr ein negativer Anteil von 9 % an den gesamten Investitionsausgaben des Konzerns nach einen positiven Anteil von 15 % im Vorjahr. Die taxonomiekonformen Betriebsausgaben summierten sich im Berichtsjahr auf insgesamt 20 Mio € und damit ebenfalls wie im Vorjahr auf 1 % der gesamten Betriebsausgaben des Konzerns. Weitere Hintergrundinformationen zu den Leistungsindikatoren sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUM INVESTITIONSAUSGABENBEZOGENEN LEISTUNGSINDIKATOR (CAPEX)
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| CCM 3.1 Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | 11 | 10 |
| Davon Zugänge für taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten | 11 | 10 |
| Davon Zugänge als Teil eines CapEx-Plans | 0 | 0 |
| Davon Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 | 0 |
| CCM 3.2 Herstellung von Anlagen zur Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | - | 0 |
| Davon Zugänge für taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten | - | 0 |
| Davon Zugänge als Teil eines CapEx-Plans | - | 0 |
| Davon Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen | - | 0 |
| CCM 3.9 Herstellung von Eisen und Stahl | 255 | - 123 |
| Davon Zugänge für taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten | 0 | 0 |
| Davon Zugänge als Teil eines CapEx-Plans | 255 | - 123 |
| Davon Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 | 0 |
| CCM 5.9 Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | 0 | 2 |
| Davon Zugänge für taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten | 0 | 2 |
| Davon Zugänge als Teil eines CapEx-Plans | 0 | 0 |
| Davon Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 | 0 |
HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUM BETRIEBSAUSGABENBEZOGENEN LEISTUNGSINDIKATOR (OPEX)
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Betriebsausgaben für taxonomiekonforme Geschäftsaktivitäten | 22 | 20 |
| Betriebsausgaben als Teil eines CapEx-Plans | 0 | 0 |
| Betriebsausgaben gemäß (EU) 2021 / 2178 Anhang I Nr. 1.1.3.2. Buchst. c | 0 | 0 |
| Gesamtsumme | 22 | 20 |
CapEx-Plan zum Ausbau der Taxonomiekonformität
Ein CapEx-Plan nach delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2178 liegt vor, wenn er darauf abzielt, die Taxonomiekonformität des Konzerns auszuweiten. Dies kann durch Umwandlung taxonomiefähiger in taxonomiekonforme oder durch Ausweitung von bereits taxonomiekonformen Geschäftsaktivitäten erfolgen. Ein CapEx-Plan wird auf der Ebene von Wirtschaftstätigkeiten berichtet und muss direkt vom Leitungsorgan, d.h. dem Konzernvorstand von thyssenkrupp, bzw. in dessen Auftrag gebilligt werden.
CAPEX-PLAN ZUM AUSBAU DER TAXONOMIEKONFORMITÄT
| Code | Umweltziel | Nr. | Wirtschaftstätigkeit | Hebel | 2022 / 2023 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CCM | Klimaschutz | 3.9 | Herstellung von Eisen und Stahl | Umwandlung | Mio € | 255 |
| Code | 2023 / 2024 | 2024 / 25 - 2026 / 27 | Summe |
|---|---|---|---|
| CCM | - 123 | 632 | 764 |
Der CapEx-Plan von thyssenkrupp umfasst Investitionsausgaben, die die Stahlherstellung des Konzerns von der Taxonomiefähigkeit in die Taxonomiekonformität im Hinblick auf den Klimaschutz überführen sollen. Die Investitionsausgaben dienen dem Aufbau und der Funktionsfähigkeit einer 100 % wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage (DR), die thyssenkrupp eine CO2 -arme Eisen- und Stahlherstellung ermöglichen wird. Der Konzernvorstand von thyssenkrupp hat das Investitionsvorhaben am 10.2.2023 gebilligt, die Inbetriebnahme der DR-Anlage ist bis Ende 2026 vorgesehen. Die Taxonomiekonformität der mit dem Anlagenbetrieb verbundenen Aktivität wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2026 / 2027 erreicht. Die ausgewiesenen Investitionsausgaben, sowohl für den Berichtszeitraum als auch über die gesamte Laufzeit des CapEx-Plans, sind gemindert um öffentliche Zuwendungen, die thyssenkrupp im Zuge dieses Projekts erhält, siehe Anhang-Nr. 05 Sachanlagen und Anhang-Nr. 12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte des Konzernabschlusses.
764 Mio €
umfassen die Investitionsausgaben für die Direktreduktionsanlage, die im Rahmen des CapEx-Plans über die gesamte Laufzeit berichtet werden und die Stahlherstellung von thyssenkrupp in die Taxonomiekonformität in Bezug auf den Klimaschutz überführen sollen
Für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 ergab sich insgesamt ein negativer CapEx-Wert, da die berücksichtigten Zuwendungen der öffentlichen Hand die im Geschäftsjahr entstandenen Anschaffungskosten überschritten haben.
Meldebögen zu den Leistungsindikatoren der EU-Taxonomie
Nachfolgend sind die Meldebögen zur EU-Taxonomie nach Anhang V der delegierten Verordnung (EU) 2023 / 2486 aufgeführt.
ANTEIL DER UMSATZERLÖSE AUS WAREN ODER DIENSTLEISTUNGEN, DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024
| Wesentlicher Beitrag | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | Code | Umsatz | Anteil | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | |||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | Mio € | % | ||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 204 | 1 | J | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 87 | 0 | J | N/EL | N/EL |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 16 | 0 | J | N/EL | N/EL |
| Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 306 | 1 | ||||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | 290 | 1 | ||||
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | 0 | ||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | ||||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 223 | 1 | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 502 | 1 | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | CCM 3.6 | 243 | 1 | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | CCM 3.9 | 9.126 | 26 | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | CCM 3.18 | 8.520 | 24 | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | CCM 3.21 | 622 | 2 | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 3 | 0 | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | CCM 6.6 | 102 | 0 | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | CCM 6.14 | 12 | 0 | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 1 | 0 | |||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | 19.355 | 55 | ||||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | 19.661 | 56 | ||||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||
| Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 15.381 | 44 | ||||
| Gesamt (A + B) | 35.041 | 100 |
| Wesentlicher Beitrag | DNSH-Kriterien | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | J/N | ||||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | ||||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | N/EL | N/EL | N/EL | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | N/EL | N/EL | N/EL | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | N/EL | N/EL | N/EL | J | J | J |
| Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | ||||||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | ||||||
| Davon Übergangstätigkeiten | ||||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | ||||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | ||||||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | ||||||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | ||||||
| Herstellung von Eisen und Stahl | ||||||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | ||||||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | ||||||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | ||||||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | ||||||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | ||||||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | ||||||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | ||||||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | ||||||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||||
| Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | ||||||
| Gesamt (A + B) |
| DNSH-Kriterien | ||||
|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO | MS |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | J/N | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | ||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | J | J | J |
| Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | ||||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | ||||
| Davon Übergangstätigkeiten | ||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | ||||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | ||||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | ||||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | ||||
| Herstellung von Eisen und Stahl | ||||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | ||||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | ||||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | ||||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | ||||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | ||||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | ||||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | ||||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | ||||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||||
| Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | ||||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | N-1 | Einordnung |
| --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | % | E |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | ||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | 1 | E |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | 0 | E |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | 0 | |
| Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 1 | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | 1 | |
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | ||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | ||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | ||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | ||
| Herstellung von Eisen und Stahl | ||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | ||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | ||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | ||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | ||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | ||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | ||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | ||
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | ||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | ||
| Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | ||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | Einordnung |
|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | T |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| Umsatzerlöse ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |
| Davon Übergangstätigkeiten | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |
| Herstellung von Eisen und Stahl | |
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |
| Umsatzerlöse taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |
| Umsatzerlöse nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |
| Gesamt (A + B) |
ANTEIL DER INVESTITIONSAUSGABEN (CAPEX), DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024
| Wirtschaftstätigkeiten | Code | CapEx | Anteil |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | Mio € | % | |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 10 | 1 |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 0 | 0 |
| Herstellung von Eisen und Stahl | CCM 3.9 | - 123 | - 10 |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 2 | 0 |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | - 111 | - 9 | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | - 113 | - 9 | |
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | 0 | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 17 | 1 |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 14 | 1 |
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | CCM 3.6 | 2 | 0 |
| Herstellung von Eisen und Stahl | CCM 3.9 | 628 | 49 |
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | CCM 3.18 | 346 | 27 |
| Herstellung von Luftfahrzeugen | CCM 3.21 | 22 | 2 |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 1 | 0 |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | CCM 6.6 | 0 | 0 |
| Schienenverkehrsinfrastruktur | CCM 6.14 | 0 | 0 |
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 0 | 0 |
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | 1.030 | 81 | |
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | 919 | 72 | |
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 350 | 28 | |
| Gesamt (A + B) | 1.269 | 100 |
| Wesentlicher Beitrag | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Eisen und Stahl | J | N/EL | N/EL |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | N/EL | N/EL |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wesentlicher Beitrag | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | N/EL | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | N/EL | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Eisen und Stahl | N/EL | N/EL | N/EL |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | N/EL | N/EL | N/EL |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| DNSH-Kriterien | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | J | J |
| Herstellung von Eisen und Stahl | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | J | J |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| DNSH-Kriterien | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | J | J |
| Herstellung von Eisen und Stahl | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | J | J |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | MS | N-1 | Einordnung |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | % | E |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | 1 | E |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | 0 | E |
| Herstellung von Eisen und Stahl | J | 14 | E |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | 0 | |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 15 | ||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | 15 | ||
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | ||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | Einordnung |
|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | T |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Herstellung von Eisen und Stahl | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |
| Davon Übergangstätigkeiten | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |
| Herstellung von Eisen und Stahl | |
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |
| CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |
| CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |
| CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |
| Gesamt (A + B) |
ANTEIL DER BETRIEBSAUSGABEN (OPEX), DIE MIT TAXONOMIEKONFORMEN WIRTSCHAFTSTÄTIGKEITEN VERBUNDEN SIND - OFFENLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024
| Wirtschaftstätigkeiten | Code | OpEx | Anteil |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | Mio € | % | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 16 | 1 |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 0 | 0 |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 4 | 0 |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 20 | 1 | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | 17 | 1 | |
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | 0 | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | CCM 3.1 | 8 | 1 |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | CCM 3.2 | 34 | 2 |
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | CCM 3.6 | 3 | 0 |
| Herstellung von Eisen und Stahl | CCM 3.9 | 1.133 | 71 |
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | CCM 3.18 | 138 | 9 |
| Herstellung von Luftfahrzeugen | CCM 3.21 | 10 | 1 |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | CCM 5.9 | 1 | 0 |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | CCM 6.6 | 13 | 1 |
| Schienenverkehrsinfrastruktur | CCM 6.14 | 0 | 0 |
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | CE 4.1 | 0 | 0 |
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | 1.341 | 84 | |
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | 1.361 | 85 | |
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | 233 | 15 | |
| Gesamt (A + B) | 1.595 | 100 |
| Wesentlicher Beitrag | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | N/EL | N/EL |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | N/EL | N/EL |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wesentlicher Beitrag | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J; N; N/EL | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | N/EL | N/EL | N/EL |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | N/EL | N/EL | N/EL |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | N/EL | N/EL | N/EL |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| DNSH-Kriterien | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | CCM | CCA | WTR |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | J | J |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| DNSH-Kriterien | |||
|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten | PPC | CE | BIO |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | ||
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | J | J |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | J | J |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | J | J |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |||
| Davon Übergangstätigkeiten | |||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | MS | N-1 | Einordnung |
| --- | --- | --- | --- |
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | J/N | % | E |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | J | 1 | E |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | J | 0 | E |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | J | 0 | |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | 1 | ||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | 1 | ||
| Davon Übergangstätigkeiten | 0 | ||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |||
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |||
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |||
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |||
| Herstellung von Eisen und Stahl | |||
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |||
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |||
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |||
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |||
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |||
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |||
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |||
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |||
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |||
| Gesamt (A + B) |
| Wirtschaftstätigkeiten | Einordnung |
|---|---|
| A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | T |
| A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | |
| Davon Übergangstätigkeiten | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | |
| Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie | |
| Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff | |
| Herstellung anderer CO2 -armer Technologien | |
| Herstellung von Eisen und Stahl | |
| Herstellung von Automobil- und Mobilitätskomponenten | |
| Herstellung von Luftfahrzeugen | |
| Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen | |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr | |
| Schienenverkehrsinfrastruktur | |
| Bereitstellung von datengesteuerten IT-/OT-Lösungen | |
| OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | |
| OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | |
| B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | |
| OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) | |
| Gesamt (A + B) |
TÄTIGKEITEN IN DEN BEREICHEN KERNENERGIE UND FOSSILES GAS
| Zeile | Tätigkeiten im Bereich Kernenergie | |
|---|---|---|
| 1 | Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| 2 | Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme - auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung - sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| 3 | Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme - auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung - sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| Zeile | Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas | |
| 4 | Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| 5 | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| 6 | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
Übersicht der nichtfinanziellen Angaben
Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b ff. und 315b ff. HGB ist vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind.
Die thyssenkrupp AG ist seit dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 als Einzelgesellschaft von der Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung gelten dennoch weiterhin für den Konzern und für die thyssenkrupp AG gleichermaßen. Seit dem vergangenen Berichtsjahr sind wir zu erweiterten Angaben im Rahmen der EU-Taxonomie im Hinblick auf die Konformität unserer Wirtschaftsaktivitäten verpflichtet; diese Angaben sind als Teil unserer nichtfinanziellen Erklärung ebenfalls in den Lagebericht integriert.
Bei der Zusammenstellung der nichtfinanziellen Erklärung wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, unter anderem des UN Global Compact. In den verschiedenen Abschnitten des Lageberichts werden außerdem Risiken aufgrund negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp auf nichtfinanzielle Aspekte, wie Umwelt und Gesellschaft, adressiert. Auf Basis unserer Risikoanalyse ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß § 289c HGB. Die Aspekte "Achtung der Menschenrechte" und "Sozialbelange" werden als Querschnittsthemen betrachtet; hier kommt es zu großen Überschneidungen der Themen sowohl miteinander als auch mit dem Aspekt "Arbeitnehmerbelange". Der Aspekt "Sozialbelange" ist für thyssenkrupp von Bedeutung, wurde aber nicht als wesentlich im Sinne der nichtfinanziellen Erklärung identifiziert. Über nichtfinanzielle Angaben zum Aspekt "Sozialbelange" berichten wir daher freiwillig.
ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ANGABEN
| Umweltbelange | Arbeitnehmerbelange | Achtung der Menschenrechte | |
|---|---|---|---|
| Kapitel | Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele | Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele | Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele |
| Klima, Energie und Umwelt | Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | |
| Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | Mitarbeitende | Mitarbeitende | |
| EU-Taxonomie | EU-Taxonomie | EU-Taxonomie | |
| Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | |
| Sozialbelange | Bekämpfung von Korruption und Bestechung | |
|---|---|---|
| Kapitel | Soziale Verantwortung | Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele |
| Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | ||
| Compliance | ||
| EU-Taxonomie | ||
| Chancen- und Risikobericht | ||
| Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken |
Nachtragsbericht
Die zwischen dem Stichtag des Konzernabschlusses (30. September 2024) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (8. November 2024) eingetretenen berichtspflichtigen Ereignisse sind unter Anhang-Nr. 36 im Konzernabschluss dargestellt.
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Gesamtjahresprognose 2024 / 2025
Der übergeordnete Fokus bleibt, trotz weiterhin bestehender makroökonomischen Unsicherheiten, auf den Themen Portfolio, Performance sowie grüne Transformation (vgl. auch Abschnitt "Strategie" im Kapitel "Grundlagen des Konzerns").
Die Gesamtjahresprognose 2024 / 2025 basiert auf der aktuellen Zusammensetzung des Konzerns. Die Prognose unterstellt keine Effekte aus etwaigen Portfoliomaßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit der möglichen Verselbstständigung von Steel Europe oder Marine Systems. Zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den wesentlichen Annahmen, die der Prognose zugrunde liegen, vgl. Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Bzgl. der entsprechenden Chancen und Risiken vgl. den anschließenden "Chancen- und Risikobericht".
Wir erwarten insgesamt ein anhaltend herausforderndes Marktumfeld, welches beispielsweise durch Unsicherheiten bzgl. der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft geprägt ist. Dies kann dazu führen, dass die jeweiligen Entwicklungen unserer Kernsteuerungsgrößen entsprechenden Schwankungen unterliegen. In Anbetracht der zum Zeitpunkt der Prognose erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2024 / 2025 für angemessen.
ERWARTUNGEN DER SEGMENTE UND DES KONZERNS
| Geschäftsjahr 2023 / 2024 | Prognose Geschäftsjahr 2024 / 2025 | |||
|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology | Umsatz | Mio € | 7.536 | +1 % bis +4 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 245 | Zwischen 200 und 300 Mio € | |
| Decarbon Technologies | Umsatz | Mio € | 3.850 | -3 % bis 0 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | -54 | Zwischen 0 und 100 Mio € | |
| Materials Services | Umsatz | Mio € | 12.126 | +2 % bis +5 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 204 | Zwischen 150 und 250 Mio € | |
| Steel Europe | Umsatz | Mio € | 10.736 | 0 % bis +3 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 261 | Zwischen 250 und 500 Mio € | |
| Marine Systems | Umsatz | Mio € | 2.118 | -7 % bis -4 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 125 | Zwischen 100 und 150 Mio € | |
| Konzern | Umsatz | Mio € | 35.041 | 0 % bis +3 % gegenüber Vorjahr |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 567 | Zwischen 600 und 1.000 Mio € | |
| Investitionen inkl. IFRS 16 | Mio € | 1.323 | Zwischen 1.600 und 1.800 Mio € | |
| Free Cashflow vor M&A | Mio € | 110 | Zwischen -400 und -200 Mio €; inkl. rund 250 Mio € Auszahlungen für Restrukturierungen | |
| Jahresüberschuss | Mio € | -1.450 | Zwischen 100 und 500 Mio € | |
| tkVA | Mio € | -2.476 | Zwischen -800 und -400 Mio € | |
| ROCE | % | -8,0 % | Zwischen 4 % und 8 % |
| ― | Der Umsatz wird voraussichtlich zwischen 0 % bis +3 % ansteigen. Hierzu tragen insbesondere die geplanten Umsatzanstiege bei Automotive Technology, Materials Services sowie Steel Europe bei, welche unter anderem aus einer geplanten Stabilisierung der Nachfrage im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres (zum Beispiel Fahrzeug- und Maschinenbauproduktion) resultieren. Bei Decarbon Technologies (rückläufiger Auftragseingang im abgelaufenen Geschäftsjahr) sowie Marine Systems (Verschiebungen aufgrund branchenüblicher Schwankungen in der Umsatzrealisierung) wird mit einer rückläufigen Umsatzentwicklung gerechnet. |
| ― | Für das Bereinigte EBIT erwarten wir einen Wert zwischen 600 und 1.000 Mio €, der durch geplante Verbesserungen in allen Geschäften gestützt wird. Die Entwicklung der einzelnen Geschäfte wird insbesondere auch unterstützt durch fortgesetzte Maßnahmen im Rahmen des Performance-Programms APEX, welches dem anhaltend herausfordernden Marktumfeld begegnet und die operative Leistungsfähigkeit nachhaltig steigert. |
| ― | Die Investitionen werden voraussichtlich zwischen 1.600 und 1.800 Mio € liegen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus den geplant erhöhten Netto-Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage bei Steel Europe. Darüber hinaus sind Investitionen für gezielte Wachstumsinitiativen in unseren weiteren Geschäften geplant. Die Freigabe der Investitionen wird insgesamt restriktiv und in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte sowie des Konzerns erfolgen. |
| ― | Für den Free Cashflow vor M&A erwarten wir einen Wert zwischen -400 und -200 Mio €. Hier enthalten sind rund 250 Mio € Auszahlungen für Restrukturierungen sowie die im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Investitionen. Zusätzlich hat das Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (im Wesentlichen Anzahlungen bei Marine Systems) maßgeblichen Einfluss auf die prognostizierte Entwicklung. |
| ― | Beim Jahresüberschuss erwarten wir infolge der vorstehend genannten Entwicklungen einen Wert zwischen 100 und 500 Mio €. Damit einhergehend wird der tkVA voraussichtlich in der Spanne zwischen -800 und -400 Mio € sowie der ROCE zwischen 4 % und 8 % liegen. |
Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.
Chancen- und Risikobericht
Chancen
Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus der grünen Transformation
Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen, wenn wir unser Unternehmen bei der Transformation weiter gezielt an den Zukunftsthemen für unsere Technologien ausrichten. Insbesondere in der grünen Transformation sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten.
Chancenmanagement-Prozess
Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente unter anderem Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M&A) im Planungszeitraum und berücksichtigen somit die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte. Bei ihrer Einschätzung spielen unter anderem Markt- und Techniktrends eine Rolle, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente ihre Hochrechnungen für das Ergebnis und die Liquidität sowie die korrespondierenden Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichterstattung eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.
In das Management unserer Chancen sind alle relevanten Entscheidungsträger eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und die Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu Verantwortlichen und Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung innerhalb des Konzerns gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.
Chancen des Konzerns
Chancen ergeben sich, wenn wir thyssenkrupp weiter zu einem leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmen mit einem schlanken Führungsmodell und einem auf Wachstumschancen ausgerichteten Portfolio umbauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte sowie die drei Handlungsstränge "Portfolio", "Performance" und "Grüne Transformation".
Um die Geschäfte der thyssenkrupp AG bestmöglich weiterzuentwickeln, richtet sich das Unternehmen bei seiner Transformation weiterhin gezielt auf Chancen aus, die sich aus den Zukunftsthemen für unsere Technologien bieten. Insbesondere in der grünen Transformation sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres profitables Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten.
Die grüne Transformation als große Chance für thyssenkrupp
Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Kunden mit unseren Produkten sowie unseren modernen und digitalen Technologien bei der grünen Transformation und beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Dank vorhandener Kompetenzen im Hinblick auf nachhaltige Lösungen innerhalb der verschiedenen Branchen sind wir gut positioniert, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben und von den damit verbundenen unternehmerischen Chancen zu profitieren. Mit der Etablierung des neuen Segments Decarbon Technologies möchte sich thyssenkrupp als ein Technologieführer in der Energiewende positionieren und verschafft seinen umfassenden Kompetenzen für die grüne Transformation volle Sichtbarkeit.
Im nächsten Schritt gilt es nun, die Transformation der Geschäftsmodelle voranzutreiben - etwa durch eine verstärkte Modularisierung und Standardisierung der Produkte insbesondere im Anlagenbau sowie den Ausbau des profitablen Servicegeschäfts. Daraus ergeben sich weitere Chancen für unsere Geschäfte.
Das übergeordnete Ziel des Transformationsprozesses ist weiterhin die Steigerung der Leistungs- und die Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Dabei sollen die Geschäfte zum einen ihre Rentabilität auf Wettbewerbsniveau steigern und zum anderen ihre Marktchancen bestmöglich nutzen. Chancen des konzernweit zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 / 2024 gestarteten und anschließend weiterentwickelten ganzheitlichen Performance-Programms APEX ergeben sich aus der Optimierung des Nettoumlaufvermögens und einer strikteren Ausrichtung aller Geschäfte am Wettbewerbsniveau, aus strengeren Rendite- und Wertschöpfungskriterien für Investitionsentscheidungen sowie aus der Weiterentwicklung unserer Geschäftsmodelle und der Verbesserung der Leistungskultur.
Parallel zur (Weiter-)Entwicklung von Produkten und Lösungen für unsere Kunden und Partner arbeiten wir mit Hochdruck an der Dekarbonisierungsstrategie unseres Konzerns. Durch die Investition in eine zu 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage möchte thyssenkrupp zu einem Vorreiter einer klimaneutralen Stahlproduktion werden und kann damit zu einem bedeutenden Akteur der europäischen Wasserstoffwirtschaft werden, woraus sich weitere unternehmerische Chancen ergeben.
Weitere Einzelheiten zu unserer Unternehmensstrategie und unseren weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie den damit verbundenen Chancen finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Technologie und Innovationen".
Bei unseren Initiativen und Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nicht unmittelbar oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".
Operative Chancen der Geschäfte
Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology ist wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und speziell der individuellen Mobilität bestimmt. Trotz der herrschenden wirtschaftlichen und politischen Risiken erwarten wir aufgrund des gebuchten Neugeschäfts eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten und Technologien. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Innovationskraft zunehmend zu wesentlichen Erfolgsfaktoren im Wettbewerb.
Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.
Unser Performance-Programm APEX soll mit seinen gebündelten Maßnahmen auch bei Automotive Technology eine Steigerung der Effizienz und Leistungsfähigkeit bewirken. Daneben prüft, bewertet und verfolgt das Segment auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften. Mit Partnern wollen wir agil, innovativ und gleichzeitig kapitalschonend wettbewerbsfähige Lösungen für unsere Kunden entwickeln. Wir setzen dabei auf Synergien bei Technik und Kosten.
Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, künftige Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung und Fokussierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine zunehmende Digitalisierung, auch an den Produktionsstandorten.
Als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen erfüllt, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien wollen wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten und einen Beitrag zum noch sichereren Fahren leisten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.
Die zukünftige Geschäftsentwicklung unseres Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt zudem wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes und des Baumaschinensektors ab.
Im automobilen Anlagenbau sind wir langjähriger Partner für anspruchsvolle Montagelösungen, unter anderem für den elektrischen Antriebsstrang und Batteriemodule. Chancen ergeben sich durch die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie durch die Internationalisierung der Wertschöpfung und der Einkaufsaktivitäten.
Decarbon Technologies - Für Rothe Erde (Großwälzlager) bieten sich insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven, bedingt durch die weltweiten langfristigen Klimaziele. Trotz kurzfristiger Schwankungen der Nachfrage bleibt der Wachstumstrend mittel- und langfristig bestehen. Der Großteil des Wachstums beruht auf der zunehmenden Größe und den technologischen Anforderungen der Windenergieanlagen, die verstärkt offshore installiert werden.
Wir sind der Überzeugung, dass Rothe Erde durch seine maschinelle Ausstattung, sein technisches Fachwissen und sein weltweites Produktionsnetzwerk gut auf diese Marktentwicklung vorbereitet ist. Bei den Industrieanwendungen unserer Großwälzlager sehen wir aktuell in einigen Anwendungsbereichen eine Abschwächung der Nachfrage, die im Wesentlichen zyklisch bedingt ist. Mittel- bis langfristig gehen wir auch im Industriegeschäft wieder von einem moderaten Wachstum aus. Unsere Kostenposition wollen wir kontinuierlich verbessern. Neben internen Faktoren spielen hier auch Vormaterial- oder Energiepreise eine entscheidende Rolle.
Das Ziel unseres Anlagenbaus ist, zum grünen Wandel der Industrie beizutragen und diesen durch technologische Entwicklungen mitzugestalten. Hierzu forschen wir an Technologien und Innovationen, mit denen sich die im jeweiligen Produktionsprozess entstehenden Treibhausgase wesentlich verringern lassen. Auf diese Weise wollen wir insbesondere unsere Position als Partner für Planung, Entwicklung und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern und weiter ausbauen.
Im Chemieanlagenbau bei Uhde bestehen insbesondere Chancen im Bereich "grüner Ammoniak", der als notwendiger Infrastrukturbaustein in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ebenso benötigt wird wie in Düngemittelanlagen mit nachhaltigen Verfahren. Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts.
Im Zementanlagenbau bei Polysius sollen Lösungen zur CO2 -Konzentration erfolgreich in eine Vielzahl von Projekten eingebracht werden. Wir sehen große Chancen, diese pure Oxyfuel-Technologie im Markt zu verankern und so die Emission von CO2 zu reduzieren (vergleiche Kapitel "Technologie und Innovationen"). Zudem wollen wir unsere Marktposition im Bereich Service und Automation weiter ausbauen und sehen große Chancen, den margenstarken Serviceanteil am Umsatz weiter zu steigern.
Dank unserer Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse, die wir in unserer Mehrheitsbeteiligung thyssenkrupp nucera gebündelt haben, stehen die Chancen gut, dass wir von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff profitieren können.
Materials Services - Angesichts der sukzessiv fortschreitenden Transformation der Weltwirtschaft bergen drei Veränderungstrends Chancen für unser Segment Materials Services: 1. die (Rück-) Verlagerung von Wertschöpfungsstufen in strategische Nachbarländer, 2. die Notwendigkeit starker, resilienter Lieferketten und 3. die wachsende Nachfrage nach nachweisbar nachhaltigen Produkten und Lösungen. Wir haben mit unserer Unternehmensstrategie "Materials as a Service" frühzeitig die Weichen gestellt, um das Potenzial aus diesen Trends für das eigene Geschäft zu heben.
Wir nutzen mit Blick auf Punkt 1 den Vorteil, dass unsere Standorte in Europa und Nordamerika bereits geografisch vorteilhaft verteilt sind. Für die Zielsetzung resilienter Lieferketten ist die intelligente Vernetzung aller relevanten Partner und Parameter ein kritischer Erfolgsfaktor. Dank unseres weltweiten Marktzugangs sowie unseres umfassenden Branchen- und Prozess-Know-hows verfügen wir von der Beschaffung über die Anarbeitung bis hin zum Lieferketten-Management über ein hohes Maß an Flexibilität und Handlungsspielräumen, um auch komplexe Warenströme intelligent und ressourcenschonend managen zu können. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere innovative Herangehensweise eine höhere Profitabilität und ein stärkeres Marktwachstum erreichen werden als im klassischen Materialgroßhandel.
Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für das Segment aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen vielfältige Chancen. Bereits heute bauen wir für unsere Kunden digitale Supply-Chain-Lösungen, die alle wesentlichen Bausteine der Werkstoffversorgung erfassen, für Transparenz sorgen und so Anpassungen in Echtzeit ermöglichen. Indem Materials Services unseren Kunden passgenaue Lösungen anbietet und ihnen die Möglichkeit gibt, über Kundenportale, Onlineshops und Bestell-Apps weltweit und rund um die Uhr auf unsere Produkte und Dienstleistungen zuzugreifen, wollen wir auch eine höhere Kundenbindung erreichen. Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) können zudem sowohl spezifische Kundenanforderungen, beispielsweise hinsichtlich der Liefergeschwindigkeit, Materialqualität oder Preisgestaltung, erfüllt als auch interne Logistik- und Produktionsprozesse optimiert werden.
Darüber hinaus baut Materials Services im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie BEYOND sein Portfolio entsprechender Produkte und Dienstleistungen konsequent aus. Dadurch sollen physische Güter in den Lieferketten reduziert, Transportwege ohne Effizienzverluste gestaltet und damit C02-Emissionen verringert werden. Damit unterstützen wir unsere Kunden bei der Erreichung der eigenen Dekarbonisierungsziele. Materials Services begreift Nachhaltigkeit als Chance für eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Kunden und für weitere Innovationen.
Durch eine neue Organisationsstruktur, die die operativen Einheiten nach ihren Geschäftsmodellen neu ausrichtet, will Materials Services schneller, effizienter und kundenorientierter agieren. Darüber hinaus sollen die Ausweitung agiler Arbeitsmethoden, die Dezentralisierung operativer Entscheidungsprozesse, die gezieltere Nutzung externer und interner Daten sowie das optimierte Talentmanagement für Führungspositionen die Ausgestaltung von Wachstumsoptionen unterstützen.
Unter dem Dach des konzernweiten Performance-Programms APEX arbeitet Materials Services mit Transformations- und Effizienzmaßnahmen an der Verbesserung seiner Kosten- und Ergebnissituation. Da wir die identifizierten Potenziale nach und nach umsetzen, sind wir zuversichtlich, die gesteckten Ziele zu erreichen.
Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; seine Entwicklung hängt wesentlich von der europäischen Konjunktur ab.
Wegen anhaltend herausfordernder Marktbedingungen wurden erste konzeptionelle Grundzüge für die geplante Neuausrichtung des Stahlbereichs erarbeitet. Wesentliche Elemente der bisherigen Strategie 20-30 werden dabei auch für die neue Aufstellung bestätigt. Sie bieten Chancen durch die konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Premiumstahlgüten, eine bestmögliche Produktionsleistung und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Neben den strukturellen Maßnahmen, die zum Ziel haben, dass sich das Segment nachhaltig aus eigener Ertragskraft finanziert, wird das aktuelle Performance-Programm weiter intensiviert und umgesetzt, um die erforderlichen Ergebniseffekte zu erzielen. Die Zielerreichung wird zudem durch das Performance-Programm APEX unterstützt, in das alle entsprechenden Programme integriert sind. Beispiele sind insbesondere Effizienzsteigerungen in den Produktionsbereichen ebenso wie in den Bereichen Energie und Logistik, weitere Kostenverbesserungen in allen Bereichen sowie Einkaufserfolge.
Wesentliche Schwerpunkte unserer Strategie 20-30 wie die Umsetzung des Investitionsprogramms werden als weiterhin richtig erachtet und sollen fortgeführt werden. Die umfangreichen Neu- und Erhaltungsinvestitionen, die bereits umgesetzt werden, bieten Chancen für die gezielte Erschließung neuer Marktpotenziale und unterstützen gleichzeitig die kostensenkenden strukturellen Maßnahmen. Nachdem bereits erste Aggregate, wie der zusätzliche Hubbalkenofen im Warmbandwerk 2 in Duisburg sowie die Feuerbeschichtungsanlage 10 in Dortmund, die Produktion Ende 2022 aufgenommen hatten, wurde im nächsten Schritt, im Oktober 2023, ein Doppelreversiergerüst in Betrieb genommen. Auf dieser Anlage können leistungsfähige Stähle für die Elektromobilität sowie höherfeste Mehrphasen- und Leichtbaustähle für unsere Automobilkunden gewalzt werden. Darüber hinaus wurde die Montage einer Glüh- und Isolierlinie im 3. Quartal 2023/2024 abgeschlossen. Damit wollen wir unsere Kompetenzen bei Stählen für die Elektromobilität weiter ausbauen und so die Marktentwicklung im Bereich Elektromobilität begleiten.
In diesem Zusammenhang steht auch die Produktion unseres kornorientierten Elektrobands der Marke powercore® , das wegen seiner besonders geringen Ummagnetisierungsverluste hohe Wirkungsgrade bei der Stromwandlung erreicht. In der Ausführung bluemint® powercore® soll es innerhalb der nächsten Jahre in rund 700 Transformatoren in Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden und somit Teil einer stabilen und nachhaltigen Lieferkette für die Energiewende sein.
Mit den genannten Vorteilen, die mit dem Investitionsprogramm und neuen Produkten verbunden sind, stärken wir unsere Markt- und Wettbewerbsposition in puncto Technologie und Qualität.
Im Zusammenhang mit dem European Green Deal und dem Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 in Deutschland spielt die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und somit der beschleunigte Ausbau der Photovoltaik-Leistung bis 2030 auf 215 GWp eine große Rolle. Unsere hochwertigen Zink-Magnesium-beschichteten Stähle der Marke ZM Ecoprotect® Solar werden schon heute wegen ihrer Langlebigkeit, Robustheit und Nachhaltigkeit in den PV-Montagesystemen eingesetzt. Für die Zukunft sehen wir auch hier Chancen, weiter an diesem attraktiven Markt zu partizipieren.
Die Transformation in Richtung Klimaneutralität bietet trotz wenig verlässlicher Marktperspektiven weiterhin attraktive Möglichkeiten. Nahezu alle unsere Kunden zeigen im Zusammenhang mit ihren eigenen Dekarbonisierungsstrategien Interesse an CO2 -reduzierten Stählen. Ab dem kommenden Kalenderjahr 2025 erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Lieferungen in den Bereich der Automobilanwendung. Bereits heute wird bluemint® Steel erfolgreich in der Energieindustrie, der Verpackungsindustrie sowie für verschiedene Industrieanwendungen vermarktet. Auch hier erwarten wir in den nächsten Jahren eine weitere Steigerung des Einsatzes von CO2 -reduzierten Stählen.
Im Rahmen des von der öffentlichen Hand mit 2 Mrd € geförderten Dekarbonisierungsprojekts "tkH2Steel" sind beim Bau der Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern am Standort Duisburg die Rückbauarbeiten und die Vorbereitung des Baufelds weiter vorangeschritten. Die Versorgung des Anlagenkomplexes mit grünem Strom wird bereits jetzt teilweise durch einen langfristigen Liefervertrag abgedeckt. Sie ist - neben der Belieferung der Anlage mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff, für den derzeit eine öffentliche Ausschreibung läuft - Kernpunkt der Transformationsstrategie für eine klimaneutrale Produktion. Die innovative Anlagentechnik mit 100 % Wasserstofffähigkeit und der frühzeitige Verzicht auf Erdgas bieten somit die Chance, bei entsprechenden Rahmenbedingungen langfristig am neuen, wachsenden und profitablen Markt für grüne Produkte zu partizipieren und diesen aktiv mitzugestalten. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir die in den Absichtserklärungen mit Kunden vereinbarten Mengen für künftige Lieferungen von bluemint® Steel aus der Direktreduktionsanlage weiter ausgebaut. Somit ist ein großer Teil der Produktionskapazität unserer Direktreduktionsanlage bereits für unsere wichtigsten Kunden reserviert.
Marine Systems - Auf der Grundlage eines insgesamt guten Auftragsbestands, der langfristig die Beschäftigung sichert, verfolgt Marine Systems verschiedene Pfade, um in einem günstigen Umfeld seine Markt- und Wettbewerbsposition weiter zu festigen. Zwar blieb der Auftragseingang unter dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres, relevante weitere Projektabschlüsse sind aber kurz- und mittelfristig zu erwarten. Die Reichweite des Auftragsbestands beträgt ca. sechs Jahre und sichert Marine Systems in der U-Boot-Fertigung mittelfristig eine Auslastung an der Kapazitätsgrenze.
Die für die kommenden zehn Jahre prognostizierte steigende Nachfrage in unseren Kernsegmenten, die langfristigen geostrategischen Entwicklungen, die "Zeitenwende" sowie die aktuelle politische Lage sehen wir als Wachstumschance für unsere bestehende Produktpalette, aber auch als Chance für die Vermarktung neuer Produkte in hohen Reifestadien.
Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios - insbesondere im zivilen Bereich (beispielsweise durch den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen), hier wollen wir die von uns entwickelten Technologien und unser Marine-Know-how zur Anwendung bringen.
Für die Absicherung und Abarbeitung der guten Auftragslage bei Marine Systems ist die Integration des Standorts Wismar von besonderer Bedeutung. Die Umstellung dieses Standorts auf das Produktportfolio von Marine Systems schreitet planmäßig voran. Um Chancen und Risiken zu identifizieren, betrachten wir verschiedene Szenarien bezogen auf die Nachfrage nach und die Fertigungsoptionen für zivile und militärische Über- und Unterwassersysteme.
Das umfangreiche Standortkonzept für Kiel haben wir planmäßig weiter vorangetrieben. Die Inbetriebnahme der Produktionsanlage der Brennstoffzellenmodule ist umgesetzt, hier konnten wir erfolgreich erste Module fertigen.
Risiken
Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. andere Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Dabei umfasst unsere ganzheitliche Risikodefinition auch mögliche negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt- und Klimaschutz.
Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.
Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp
Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt mit seinen strukturierten Prozessen zu einer effizienten Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern bei. Aus heutiger Sicht und unterstützt durch das Ergebnis einer Risikotragfähigkeitsanalyse auf Konzernebene liegen unverändert keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.
Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp
Risikostrategie und Risikopolitik
Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand von thyssenkrupp langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, setzt das voraus, dass wir Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeitenden diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.
In unserer Governance, Risk and Compliance Policy (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und die Risikosteuerung bei thyssenkrupp definiert. Allgemeingültige und übergreifende risikopolitische Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, unternehmensweit einheitliches und aktives Risikomanagement sind in der Konzernrichtlinie "Risk und Internal Control" beschrieben. Zu den in den Grundsätzen verankerten Zielen des Risikomanagements bei thyssenkrupp gehört, das Risikobewusstsein in allen Konzernunternehmen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Dafür ist es wichtig, Risiken und Chancen transparent aufzubereiten und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.
Grundlagen der Risikostrategie und Risikopolitik verbindlich festgelegt
Risikomanagement-Prozess
Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem und mit anderen Managementsystemen. Das Zusammenspiel der einzelnen Governance-Systeme bei thyssenkrupp gemäß unserer GRC-Policy können Sie dem Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung" entnehmen. Details zu einzelnen Verantwortlichkeiten im Risikomanagement-Prozess sowie weitere Vorgaben haben wir in der Konzernrichtlinie "Risk und Internal Control" einheitlich und verbindlich definiert.
Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir im gesamten Konzern implementiert; wir entwickeln sie im Falle neuer Anforderungen fortlaufend weiter.
Risikomanagement umfasst konzernweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.
Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:
CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Risikoidentifikation
Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. in der jährlichen Budgetplanung berücksichtigten operativen Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken in den etablierten Controlling-Gesprächen unter Einbindung des Finanzvorstands trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, denn hier werden Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A bezogen auf das aktuelle bzw. das folgende Geschäftsjahr systematisch und standardisiert aufgezeigt.
Risiken werden in maßgeschneiderten Verfahren identifiziert.
Um relevante Ereignisrisiken strukturiert zu erfassen und die Risikoinventur durchzuführen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen über mehrere Jahre gegeben. Mit der prozessual sichergestellten regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein bei thyssenkrupp flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.
Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im konzernweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.
Unser internes Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, prozessuale Risiken in den Geschäftsabläufen zu verringern. Näheres dazu finden Sie im übernächsten Abschnitt "Risikosteuerung".
Risikobewertung
Identifizierte Risiken werden nach zentralen Vorgaben einheitlich bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen - gemessen an den wichtigsten Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A im Planungszeitraum - leiten wir Risikoklassen ab. Sollten die Ergebnis- und die Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken voneinander abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir auf Konzernebene zum Ende eines Geschäftsjahres in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß der folgenden Grafik in die Risikoklassen "hoch", "mittel" oder "gering" einordnen.
Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.
RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Mögliche negative Auswirkungen unseres eigenen Handelns auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt- und Klimaschutz bewerten wir darüber hinaus auch qualitativ.
Risikosteuerung
Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen Risiken zu formulieren sowie deren Umsetzung anschließend systematisch nachzuverfolgen und auf Wirksamkeit zu prüfen.
Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.
Maßnahmen zur Risikosteuerung für alle Risiken hinterlegt
RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern die Entstehung von Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, die gegen Verhaltensgrundsätze und andere konzernweit relevante Richtlinien verstoßen.
Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.
Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.
Risikotransfer
Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Das ausgewogene Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.
Unsere interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.
Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.
Internes Kontrollsystem
Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern. In seiner Ausgestaltung betrachtet das interne Kontrollsystem bei thyssenkrupp alle wesentlichen Geschäftsprozesse und geht über Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus.
Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.
Im Rechnungslegungsprozess selbst tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen beispielsweise dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein System, das auf Standardsoftware basiert, und gewährleisten dadurch ein einheitliches Vorgehen. Dies minimiert zugleich das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung. Angemessene Funktionstrennungen und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen, schließen diese aber auch nicht vollständig aus. Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.
Bei relevanten IT-Systemen führen wir regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeitende sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.
Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem auch auf Basis neuer regulatorischer Vorgaben kontinuierlich weiter, passen die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess. Im Interesse einer konzernweit vergleichbaren Transparenz der jeweils vor Ort implementierten internen Kontrollen ist die Nutzung einer einheitlichen IT-Anwendung verpflichtend.
Als Abschluss ihrer unterjährigen Überwachungsaktivitäten bestätigen die Segmente am Ende des Geschäftsjahres in einem sogenannten In Control Statement die Richtigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation zum internen Kontrollsystem für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die auf Konzernebene zentral formulierten verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Verantwortung für die Erfassung, Bewertung und Steuerung der Risiken entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.
Das Risikomanagement beinhaltet
Top-down- und Bottom-up-Elemente.
Die wesentlichen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen die wesentlichen Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Verantwortlichen des Konzerns teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp auf hohem Niveau weiter zu stärken.
Bei Bedarf schulen wir die mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem betrauten Mitarbeitenden und nutzen unter anderem unsere konzernweiten internetbasierten Anwendungen, um die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse der Risikoinventur, der Risiko-Kontroll-Matrix und des Selbstbewertungsprozesses nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen sollen dazu beitragen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem effizient zu überwachen, und sie liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken bei thyssenkrupp weiter verbessern können.
Unsere standardisierten Risikomanagement-Prozesse sind wesentlich, um Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns zu informieren. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten jedoch nicht gänzlich ausschließen. Zu unserer Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems verweisen wir auf die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung.
Risikokategorisierung
Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:
| ― | Risiken aus externen Rahmenbedingungen, |
| ― | finanzwirtschaftliche Risiken, |
| ― | rechtliche Risiken und Compliance-Risiken, |
| ― | Risiken aus operativer Tätigkeit. |
In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab. Investitionsrisiken haben wir im Geschäftsjahr 2023 / 2024 erstmalig separat ausgewiesen und bewertet. Bei Bewertungsrisiken und Auftragsrisiken haben sich gegenüber dem Vorjahr Veränderungen bei den Risikoeinschätzungen ergeben.
Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleibt.
Der Ausblick im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet. Ein Ausbleiben der angekündigten Zinssenkungen könnte Konsum- und Investitionsausgaben weiter dämpfen und insbesondere Exportnationen unter Druck setzen.
Die Konjunkturprognosen sind aufgrund vielschichtiger Unwägbarkeiten von großer Unsicherheit geprägt.
Hinzu kommt, dass eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in Westeuropa weiter stark beeinträchtigen könnte. Auch eine mögliche Verschärfung handelspolitischer Konflikte wie etwa die EU-Strafzölle auf chinesische Auto-Importe könnte zu Konjunkturschwankungen führen. Daneben stellen eine mögliche weitere Eskalation des Nahost-Konflikts, des China-Taiwan-Konflikts oder weiterer bewaffneter Unruhen geopolitische Risiken dar.
Darüber hinaus bestehen Risiken für verschiedene Schlüsselbranchen, da Energie-, Material- und Rohstoffpreise weiterhin anfällig für Schwankungen bleiben und insbesondere in den Industrieregionen maßgeblichen Einfluss auf die Konjunktur haben. Zudem bleiben Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels eine wachsende Gefahr für zahlreiche Regionen.
Falls sich die Wirtschaft aufgrund der genannten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickelt, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp aufgrund der weiterhin großen Unsicherheiten in einem höchst volatilen Umfeld aktuell als "hoch" einzuschätzen.
Die wirtschaftliche Entwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Negative-Case-Szenario die Effekte einer sich weiter abschwächenden Konjunktur für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.
Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".
Anforderungen aus neuen Gesetzen können Risiken für unsere Geschäftsmodelle mit sich bringen.
Regulatorische Risiken - Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bergen, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp unverändert als "mittel" ein.
In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder unsere Produkte oder Technologien langfristig nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.
Finanzielle Risiken werden durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt.
Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern getätigt, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert die Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Über weitere Details dazu berichten wir im Anhang (Nr. 22).
Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung fest zugesagte Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Konzernunternehmen weitergeleitet.
Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab.
Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, bestehen konzernweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement. Grundsätzlich müssen alle Konzernunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.
Das zentrale Zinsmanagement konzentriert sich auf die Steuerung und Optimierung von Zinsänderungsrisiken aus Geldanlagen und -aufnahmen. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.
Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen weiterhin als "gering" zu bewerten.
Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Somit sind Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar; sie sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden. Zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die nicht die beiden Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A beeinflussen, sondern erst im Jahresüberschuss wirksam werden, bewerten wir als "hoch" und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.
Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind mit Abwicklungsrisiken verbunden.
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.
Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. Bei thyssenkrupp werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Software-Tools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von unseren eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.
Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert unverändert als "mittel" ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten mehrerer Anspruchsteller/Kläger und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und einheitlich klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).
Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken in den Bereichen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäschebekämpfung und Außenwirtschaftsrecht, da diese sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden ein enormes Schadenspotenzial haben. Details zum Compliance-Programm sowie weitere Informationen zur Compliance-Organisation können Sie dem Kapitel "Compliance" entnehmen.
Ein striktes Compliance-Programm wirkt potenziell hohen Schäden bei Verstößen entgegen.
Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt unverändert als "hoch" ein.
Risiken aus Handelsbeschränkungen - Die weltweite Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt es mit sich, dass sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen Risiken ergeben können.
Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die anwendbaren zollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten, und sehen eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit.
Risiken aus operativer Tätigkeit
Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.
Risiken in der Lieferkette und die Preisentwicklungen bei Energie und Vormaterialien sind kontinuierlich unter Beobachtung.
Beschaffungsrisiken - Um unsere Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, und wir benötigen Energie. Die Einkaufspreise wesentlicher Güter können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen auch zukünftig stark belasten. Die Verfügbarkeit einzelner Energieträger, Vormaterialien oder Transportwege für Rohstoffe können eingeschränkt sein. Lieferanten oder Transportkapazitäten können ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken bewerten wir als "mittel".
Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen sollen den Beschaffungsrisiken entgegenwirken. Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir mit einer strukturierten Energiebeschaffung. Wir arbeiten darüber hinaus in allen Geschäften daran, unsere Abhängigkeit von Gas zu reduzieren, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.
Sollten dennoch Energie oder Vormaterialien nicht oder nicht fristgerecht verfügbar sein, haben wir im Rahmen unseres Business-Continuity-Managements geschäftsspezifische Notfallpläne entwickelt, um die Folgen möglichst gering zu halten. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Das im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz adressierte Risiko möglicher menschenrechtlicher und umweltbezogener Verletzungen in der Zulieferkette adressieren wir mit einer systematischen Risikoanalyse für unsere Lieferanten. Bei einer erhöhten Risikoeinschätzung einzelner Lieferanten müssen geeignete Präventionsmaßnahmen getroffen werden.
Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir arbeiten daran, diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen entgegenzuwirken. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir unverändert als "mittel" ein.
Mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen und Anlageninvestitionen beugen wir Betriebsunterbrechungen vor.
Bei der Produktion, aber auch bei der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken und damit verbundene Personenschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheitsorganisation zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen dazu beitragen, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeitenden und Subunternehmer zu minimieren.
In unseren produzierenden Werken und auf Transportwegen entstehen teilweise verfahrensbedingt Umweltrisiken im Zusammenhang mit der Verunreinigung von Luft oder Wasser. Darüber hinaus können auf eigenen heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei sich verfestigenden Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.
Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen begegnen wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft. Als Konzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.
Die Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir unverändert als "gering" ein und begegnen ihnen mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem Debitorenmanagement, das der Begrenzung von Forderungsausfällen dient, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen oder unterschiedliche Auslegungen der abgeschlossenen Verträge sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir zusammengenommen als "gering".
Im Rahmen der Vertragsgestaltung von Neuaufträgen versuchen wir, bereits bei Auftragsvergabe in der Auftragskalkulation mögliche Risiken im Projektablauf zu antizipieren, um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Wir entwickeln unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.
Bei Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.
Investitionsrisiken - Im Rahmen der Abwicklung von Großinvestitionen mit langer Projektlaufzeit sind Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Projektphasen oder unterschiedliche Auslegungen der im Zusammenhang mit den Investitionen abgeschlossenen Verträge nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Investitionsrisiken bewerten wir als "mittel".
Bei großen Investitionsvorhaben etablieren wir ein eigenständiges Risikomanagement.
Bei der Planung der Großinvestitionen versuchen wir, möglichst viele Risiken im Projektablauf zu antizipieren und dies planerisch in Risikovorsorgen zu berücksichtigen. Wir etablieren ein investitionsbezogenes Risikomanagement, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Status der Investition informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller spezifische Maßnahmen ergreifen zu können, und setzen für die Abwicklung möglichst erfahrene technische und kaufmännische Projektmanager ein.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Investitionsrisiken beim Bau der Direktreduktionsanlage bei Steel Europe können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Cyberrisiken bleiben eine permanente Herausforderung.
Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir - gemessen an unseren Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A - unverändert als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.
Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen und auch auf thyssenkrupp nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen mit dem Ziel der Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDV-Sicherheitsfachleute unterstützend; sie wird kontinuierlich personell aufgestockt. Zusätzlich überprüft das thyssenkrupp eigene Cyber Defense Center regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.
Sehr wichtig ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikations- und Schulungskampagnen durch und arbeiten daran, dass die Vertraulichkeit von Informationen dank entsprechender technischer Unterstützung gewahrt bleibt.
Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten und -koordinatoren des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den jeweils anwendbaren lokalen Gesetzen verarbeitet werden.
Alle diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeitenden zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken - In allen Geschäftseinheiten benötigen wir engagierte und motivierte Mitarbeitende und Führungskräfte, um unsere strategischen und operativen Ziele zu erreichen. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger und Fachkräfte nicht in ausreichendem Maße bzw. nicht in der erforderlichen Qualifikation zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Auch Extremereignisse, wie Naturkatastrophen, Pandemien, Terroranschläge oder schwere Unfälle, können zu einem Mitarbeiterausfall führen. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt unverändert als "gering" ein.
thyssenkrupp positioniert sich auf den sehr dynamischen Arbeitsmärkten weiterhin als attraktiver Arbeitgeber - auch durch adressatengerechte Employer-Branding-Kampagnen - und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeitenden an den Konzern. Dazu gehören eine zielgerichtete Führungskräfteentwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme einschließlich betrieblicher Sozialleistungen sowie zeitgemäße Arbeitsbedingungen. Interessierte junge Menschen informieren wir frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunkt-Universitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt zu qualifizierten Studenten auf, um Nachwuchs für uns in ausreichender Anzahl und Qualität zu gewinnen.
Das im Zusammenhang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betrachtete Risiko von Menschenrechtsverletzungen in den Unternehmen von thyssenkrupp adressieren wir mit einer systematischen Risikoanalyse für den eigenen Geschäftsbereich, mit deren Hilfe wir im Falle einer erhöhten Risikolage geeignete Präventionsmaßnahmen treffen können. Um den gesetzlichen Sorgfaltspflichten nachzukommen, führen wir verpflichtende Schulungen für definierte Beschäftigtengruppen durch. Zusätzlich haben wir ein Whistleblowing-System für Hinweise auf mögliche Menschenrechtsverletzungen in unseren eigenen Unternehmen implementiert.
Operative Risiken der Geschäfte
Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Im Zuge der Diversifizierung der Antriebsstränge kommt es mehr denn je auf die Gewinnung der richtigen Plattformmodelle an. Automotive Technology hat in den vergangenen Jahren einige Aufträge für E-Fahrzeugplattformen erhalten und ist daher abhängig vom Erfolg der Elektromobilität in den jeweiligen Kundenmärkten.
Um die Risiken zu minimieren, die sich aus kriegerischen Ereignissen oder anderen Störungen in der Lieferkette in Form von Lieferengpässen und steigenden Preisen bei Rohstoffen und Zwischenprodukten oder erhöhten Transportkosten ergeben können, setzen wir auf verstärkte Lokalisierungen sowohl auf Lieferanten- als auch auf Produktionsseite, die weitere Diversifizierung bei den Lieferanten und Vertriebswegen, den Aufbau von direkten strategischen und langfristigen Beziehungen zu den Lieferanten sowie die Erhöhung der eigenen Sicherheitsbestände.
Weitere Diversifizierung bei Lieferanten und Vertriebswegen von Automotive Technology
Unsere Business Units Dynamic Components und Forged Technologies befassen sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Kurbelwellen, Nockenwellen und Haubenmodulen. Diese Geschäfte sind durch die fortschreitende Elektrifizierung im Automobilbau gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte, die nicht nur im Verbrennungsmotor zum Einsatz kommen.
Zusätzliche Risiken können sich aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels ergeben, etwa aus Zöllen für Automobilexporte oder für Zulieferteile. Entscheidend hierfür sind insbesondere die weiteren politischen Entwicklungen in China und den USA. Mit Ausweitung seiner Kundenbasis, technischen Innovationen und einer verstärkten internationalen Präsenz versucht Automotive Technology, der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegenzuwirken.
Neben diesen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse und eine hohe Wettbewerbsintensität. Des Weiteren drängen chinesische Zulieferbetriebe vermehrt in den europäischen Markt und sorgen für Überkapazitäten und zunehmenden Preisdruck. Automotive Technology versucht dem in Ergänzung zu den kontinuierlichen Optimierungen und langfristigen Effizienzsteigerungen durch stringente Performance-Maßnahmen, Verlagerung von Kapazitäten in Best-Cost-Countries und - wo notwendig - durch Kapazitätsanpassungen, entgegenzuwirken.
Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge streben wir an, diesem Risiko entgegenzuwirken. Die durch die Energiewende hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem bedingte Entwicklung der Strom- und Gaspreise stellt die gesamte energieintensive Industrie und insbesondere unsere Schmiedestandorte in Deutschland und Italien vor große Herausforderungen. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Logistik- und Lieferkette. Bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität, Ausbringungsprobleme einzelner Lieferanten sowie ein genereller Mangel bestimmter Vormaterialien und Bauteile auch zu Produktionsstillständen bei uns und in der Folge bei unseren Kunden führen.
Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten (Lkw, Schiffe, Container) sowie von Infrastruktureinrichtungen. Diesen Risiken wirken wir durch ein systematisches Lieferanten- und Logistikmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit entgegen.
Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungs-/Produkthaftungsverpflichtungen. Zudem ist die operative Entwicklung im automobilen Anlagenbau abhängig von der Effizienz der Auftragsabarbeitung. Automotive Technology ergreift Maßnahmen in seinen Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.
Automotive Technology sieht sich auch vor dem Hintergrund des Wandels der Autoindustrie hin zu Elektromobilität und Digitalisierung dem Risiko eines zunehmenden Arbeits- und speziell Fachkräftemangels ausgesetzt. Wir begegnen dem durch die konsequente Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden sowie durch Maßnahmen der Mitarbeiterbindung. Neben Modellen der systematischen Nachfolgeregelung und Talentförderung betrifft dies vor allem die Ausbildung einer ausreichenden Zahl junger Nachwuchskräfte. Darüber hinaus erhöhen wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber kontinuierlich mit den sich verändernden Marktbedingungen und haben weitreichende Modelle hybriden Arbeitens sowie weitere Arbeitgeberleistungen eingeführt. Die Besetzung offener Stellen wird durch das konzerninterne Jobportal sowie Recruiting-Prozesse unterstützt, die wir kontinuierlich abhängig von den aktuellen Arbeitsmarktbedingungen optimieren. Aufgrund veränderter Marktbedingungen und damit einhergehenden Abrufschwankungen ist zudem in Teilbereichen des Segments die Nutzung von Flexibilisierungsmaßnahmen und strukturellen Anpassungen notwendig. Möglichen Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeitenden begegnen wir mit verschiedenen Kommunikations- und Kulturmaßnahmen.
Der dauerhaft intensiven Bedrohungslage im Bereich IT-Sicherheit werden bei Automotive Technology periodisch aktualisierte technische und organisatorische Maßnahmen im Rahmen des internen Programms "Accelerate IT Security" entgegengesetzt. Ziel ist das Erreichen eines im Branchenvergleich ausgereiften Cybersicherheitsniveaus, um die IT angemessen gegen Bedrohungen aus dem Internet zu schützen und eventuelle Cybersicherheitsvorfälle erfolgreich zu bewältigen. Umfangreiche Zertifizierungen nach dem TISAX-Standard (Trusted Information Security Assessment Exchange), die jeweils auf die speziellen Anforderungen im Automotive-Bereich abgestimmt sind, runden die Maßnahmen rund um die Informationssicherheit ab.
Decarbon Technologies - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Risiken vor allem durch die Volatilität des wirtschaftlichen Umfelds, die wegen politischer Krisen gestiegen ist. Infolgedessen könnte sich die Konjunkturerwartung in den Hauptabsatzmärkten Deutschland, Europa und China eintrüben. Im Anwendungsbereich Windenergie gibt es darüber hinaus Nachfragerisiken, da deren Entwicklung unter anderem abhängig ist von politischen Zielsetzungen, nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energien sowie der tatsächlichen Umsetzung nationaler Klimaziele. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung bei Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Weitere Risiken ergeben sich aus potenziellen zeitlichen Verschiebungen bei einzelnen Großaufträgen. Störungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau könnten das Erreichen unserer Ziele in diesen Märkten gefährden. Markt-, Preis- und Kostenrisiken begegnen wir, soweit möglich, mit kontinuierlichen Verbesserungen, Effizienzsteigerungen und einer höheren Flexibilisierung unserer Prozesse. Zudem investieren wir in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.
In unserem Anlagenbau ist das Marktumfeld und vor allem dessen Volatilität herausfordernd. Gründe dafür sind die unterschiedlichen Ansätze der Regulatorik (z.B. Gesetze, Richtlinien), die Entwicklung der Materialpreise und die Zinspolitik der Zentralbanken, die in verzögerte kundenseitige Investitionsentscheidungen münden. Das Servicegeschäft dagegen ist weitgehend robust.
Den Risiken in der Abwicklung langfristiger und technisch komplexer Aufträge im Anlagenbau begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement mit standardisierten Prozessen (inkl. eventueller externer Beratung) sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen und die Nutzung unserer Erfahrungen aus vergangenen Projekten. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei einem kleineren Anteil von Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).
Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- und auf der Absatzseite. Dies beeinflusst die Ergebnissituation sowie das Netto-Umlaufvermögen des Segments. In diesem Berichtsjahr hat sich die schleppende Konjunktur fortgesetzt. Dies ist insbesondere im Inland an einer geringeren Nachfrage, niedrigeren Preisen und geringeren Margen ablesbar.
Risiken auf der Nachfrageseite begegnen wir durch unsere breite internationale Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl der Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige - sowie durch unseren hohen Diversifizierungsgrad. Somit kann Materials Services Nachfragerückgänge sowohl bei einzelnen Kunden als auch aus bestimmten Branchen abfedern, und es ergibt sich insgesamt eine Risikostreuung. Zudem wollen wir uns durch die Ausweitung unserer Dienstleistungen mit höherem Komplexitätsgrad unabhängiger von den Schwankungen der Materialmärkte machen und ein höheres Margenniveau erzielen.
Eine breite Kundenbasis und eine hohe Diversifizierung federn Nachfragerisiken ab.
Darüber hinaus werden Störungen in den Lieferketten immer häufiger und vielfältiger - seien sie bedingt durch den Konflikt im Nahen Osten, den Krieg in der Ukraine, Sanktionen, Marktabschottungen oder den Klimawandel. Umso deutlicher zeigt sich, wie essenziell strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten für die Stabilität des Beschaffungsprozesses sind. Dank seiner Multi-Sourcing-Strategie kann Materials Services kurzfristig auf eventuelle Störungen in der Lieferkette reagieren. Die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells; deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.
Außerdem will Materials Services seine Absicherung gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen und Wechselkursen auf Basis von KI weiter optimieren. Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir durch systematisches Management des Netto-Umlaufvermögens und ein effizientes Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente ist vor dem Hintergrund der aktuell herrschenden schwachen konjunkturellen Lage unverändert hoch.
Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist dem Risiko einer schwankenden Nachfrage aufgrund der konjunkturellen Entwicklung, Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen und Verwerfungen in der Lieferkette unserer Kunden ausgesetzt. Zusätzlich belasten Preissteigerungen unsere gesamte Produktionskette. Diesen Absatzrisiken begegnet das Segment Steel Europe mit der Akquise von Neuprodukten wie bluemint® Steel und anderen vertrieblichen Maßnahmen, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf Marktsegmente mit geringerem Wettbewerbsdruck.
Den Handelsrisiken auf unseren Exportmärkten und dem unfairen Wettbewerb durch gedumpte und/oder subventionierte Importe begegnet Steel Europe mit entsprechenden Monitoringsystemen. Darüber hinaus setzt sich unser Unternehmen gegenüber der Politik für eine effizientere, proaktivere Nutzung bestehender Handelsschutzinstrumente sowie für neue Maßnahmen zur Linderung des Importdrucks aus Ländern mit Überkapazitäten - wie beispielsweise China - ein. Einen Beitrag zu einem faireren Wettbewerb soll auch der sogenannte CO2 -Grenzausgleichsmechanismus der EU leisten. Um seine Wirksamkeit sicherzustellen, drängen wir auf EU- und Bundesebene auf die hierfür notwendige Ausweitung des Anwendungsbereichs auf weiterverarbeitete stahlintensive Produkte.
Der erhöhten Wettbewerbsintensität im Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse setzt Steel Europe seine Technologiekompetenz entgegen, die uns ermöglicht, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, soll darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität gewährleisten und so maßgeblich dazu beitragen, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.
Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert Steel Europe durch intensives Monitoring der Geschäftspartner und durch geeignete Absicherungsinstrumente.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise will Steel Europe mit einer -Diversifizierung der Lieferantenstruktur zur Vermeidung von Beschaffungsabhängigkeiten sowie mit Maßnahmen zur Margensicherung begegnen. Risiken in der Vormaterialversorgung wegen zunehmend extremer Wetterbedingungen, die grundsätzlich alle Verkehrsträger betreffen können, reduziert Steel Europe mit vielfältigen Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel der Verlagerung eines Teils der Warenströme auf jeweils nicht betroffene Verkehrsträger oder dem Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.
Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.
Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei Emissionszertifikaten wird auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) weiterbestehen, etwa durch Verknappung der Zertifikate, die Umsetzung der EU-Klimaziele bis 2030 sowie das Risiko, dass die steigenden CO2 -Kosten nicht im vollen Umfang auf unsere Kunden überwälzt werden könnten. Dem begegnen wir mit unserer Strategie der Sicherungsgeschäfte.
Sollte es beim Bau der Direktreduktionsanlage zu Verzögerungen kommen, besteht zum einen das Risiko höherer CO2 -Kosten insbesondere im Jahr der geplanten Inbetriebnahme und zum anderen das Risiko, Fördermittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen nicht im vollen Umfang ausschöpfen zu können. Zusätzlich besteht ein Risiko bei der künftigen Beschaffung von grünem und blauen Wasserstoff sowie grünem Strom, weil die Belieferung seitens der Versorger an erhebliche Sicherheitsleistungen geknüpft sein könnte. Sollten wir diese nicht erbringen können, müsste die Direktreduktionsanlage gegebenenfalls mit einem Energiemix betrieben werden, der nicht den Förder(neben)bedingungen entspricht, was gemäß dem EU-Beihilfebeschluss Strafzahlungen oder Rückzahlungen zur Folge haben kann. Dem Risiko begegnen wir mit einem intensiven Austausch mit dem Fördermittelgeber, einem aktiven Dialog auf politischer Ebene sowie einem mit dem Fördermittelgeber abgestimmten Beschaffungsprozess unter Einbeziehung einer Vielzahl potenzieller Energielieferanten. In Bezug auf die Kosten des Baus der Direktreduktionsanlage wurde ein Re-Budgeting durchgeführt, welches mögliche Zusatzkosten zeigte. Das implementierte Risikomanagement identifiziert finanzielle Risiken zeitnah und überwacht die Kosten des Baus kontinuierlich. Parallel werden Mitigationsmaßnahmen identifiziert und eingeleitet.
Vielschichtige Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken im Zusammenhang mit dem Bau der Direktreduktionsanlage
Mit dem Ziel, Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den Brandschutz zu verbessern, stellen wir Mittel für die laufende präventive Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereit. Für den Fall einer möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity-sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgeschrieben sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.
Zusätzliche große Herausforderungen und Kostenbelastungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu regenerativ dominierten Energiesystemen. Bei ihrer grünen Transformation ist die Stahlindustrie jederzeit auf ausreichend verfügbare erneuerbare Strom- und Wasserstoffmengen zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Die laufenden haushalts-, ordnungs- und verteilungspolitischen Diskussionen über das von der Bundesnetzagentur vorgelegte Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Industrienetzentgelte sowie über die vom Bundeswirtschaftsministerium formulierten Eckpunkte des Strommarktes der Zukunft begleiten wir daher eng, da diese für die energieintensive Industrie von zentraler Bedeutung sind und die Wettbewerbsfähigkeit, Planbarkeit, Kostenverteilung, grüne Transformation und langfristige Energieversorgungssicherheit maßgeblich beeinflussen. Dabei setzen wir uns politisch für wettbewerbsfähige Strompreise ein, um die wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern.
Im Zuge der 2023 verabschiedeten überarbeiteten Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist die Umsetzung zahlreicher Initiativen geplant. Im H2-Kernnetz gilt es, möglichst alle relevanten Anbindungs- und Versorgungsleitungen rechtzeitig zu realisieren. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich die Anschlussleitungen aus den europäischen Anrainerstaaten an das deutsche H2-Kernnetz verzögern, sodass internationale Lieferungen nicht synchron mit dem Wasserstoffhochlauf der Direktreduktionsanlage möglich sind. Dem begegnen wir durch intensive politische Gespräche mit den Botschaften und Ministerien der Anrainerstaaten und mit der deutschen Politik. Die europäische Stahlindustrie steht durch weltweit hohe Produktionsüberkapazitäten, die weiter ausgebaut werden, unter hohem Importdruck. Die Europäische Union hat im Juni 2024 beschlossen, die bestehende zollbasierte Handelsschutzmaßnahme, den sogenannten Steel Safeguard, bis Juni 2026 zu verlängern. Eine erneute Verlängerung ist aus WTO-rechtlichen Gründen nicht möglich. Die Stahlindustrie drängt auf die Schaffung einer Nachfolgeregelung, die den europäischen Stahlmarkt vor Importen aus Ländern mit Überkapazitäten schützt. Risiken für Exporte in die USA ergeben sich aus dem nur zeitlich beschränkt beigelegten Zollstreit zwischen der EU und den USA. Die US-Regierung hat der EU im Dezember 2023 zugestanden, die bestehenden Quoten für zollfreie Importe aus Europa bis Ende 2025 fortzuführen. Die Stahlindustrie drängt beide Seiten, bis dahin eine dauerhafte Lösung zu verhandeln.
Zudem gilt, dass wir nur dann energie- und CO2 -bezogene EU-Beihilfen erhalten, wenn wir diese tatsächlich in Energieeffizienz- und/oder Klimaschutzmaßnahmen investieren; alle Maßnahmen müssen von einer externen prüfungsbefugten Stelle bestätigt werden. Für uns heißt das, unsere Prozesse im betrieblichen Energiemanagementsystem anzupassen. Bei der Umsetzung lassen wir uns extern beraten und sind im engen Austausch mit dem zuständigen Zertifizierer. Werden unsere Maßnahmen in der behördlichen Verwaltungspraxis nicht anerkannt, droht der Verlust bereits erhaltener Beihilfen.
Marine Systems - Um technische und terminliche Risiken zu mindern, haben wir im Berichtsjahr ein Projekt initiiert, das die einzelnen Geschäftseinheiten in der Auftragsabwicklung stärken soll. Im Risikomanagement haben wir den Fokus auf die operativen Bereiche gelegt, um unsere Produktionsfähigkeit dauerhaft abzusichern.
Im Exportgeschäft hat sich die Situation für Marine Systems stabilisiert. Im Vorjahr hatten wir über eine verzögerte Erteilung einer Exportgenehmigung als Risiko für ein Bestandsprojekt berichtet. Inzwischen hat die Bundesregierung die Genehmigung bis Ende 2025 verlängert, sodass nun kein Risiko mehr für dieses Vorhaben besteht.
Die Knappheit von Rohstoffen und Komponenten wie beispielsweise Stahl für U-Boot-Druckkörper sowie Störungen in den Lieferketten sind inzwischen Alltag in einem insgesamt veränderten Marktumfeld, das Marine Systems und seine Wettbewerber gleichermaßen dazu zwingt, sich auf veränderte Preis- und Terminvoraussetzungen für die Versorgung mit Zulieferungen einzustellen. Die Auswirkungen dieser Risiken sind im Rahmen des langfristig angelegten Projektgeschäfts von Marine Systems weiterhin beherrschbar.
Im Exportgeschäft verlangen Aufträge mit relevanten Wertschöpfungsanteilen im Kundenland oder in anderen Nicht-Euro-Währungsräumen wegen der zum Teil weiterhin erhöhten Marktvolatilität eine sorgfältige Beobachtung von und Reaktion auf wechselkurs- und inflationsbedingte Risiken.
Marine Systems konnte sich in den schwieriger werdenden Märkten für Fachkräfte bisher gut behaupten. Trotz des intensivierten Recruitings wird das Risiko einer zeitgerechten Versorgung mit dem benötigten Personal aufmerksam verfolgt. Signifikante Störungen durch fehlendes Know-how oder Fachpersonal sind bisher erfolgreich abgewehrt worden.
Übernahmerechtliche Angaben
In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2024 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a und 315a HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.
10 % der Stimmrechte überschreitende direkte Kapitalbeteiligungen
Zum 30. September 2024 bestand laut einer freiwilligen Information vom September 2024 eine direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, an der thyssenkrupp AG in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat die Hauptversammlung § 14 der Satzung geändert und beschlossen, die seit dem Geschäftsjahr 2013 / 2014 unveränderte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder auf der Grundlage eines externen Benchmark-Vergleichs auf ein angemessenes und marktgerechtes Niveau anzuheben.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Mit Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 3. Februar 2027
| ― | das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch - mit Zustimmung des Aufsichtsrats - ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen auszuschließen, unter anderem bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen und bei Barkapitalerhöhungen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet. |
Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegebenen Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechten, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten, ausgegeben werden oder auszugeben sind.
| ― | mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte bzw. Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist - mit Zustimmung des Aufsichtsrats - ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, unter anderem bei Ausgabe gegen Sacheinlagen und bei Barzahlung, wenn der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen den ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. |
Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aufgrund der Options- oder Wandlungsrechte bzw. Options- oder Wandlungspflichten auszugebenden Aktien darf insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechten, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten, ausgegeben werden oder auszugeben sind.
| ― | das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs-und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente zu gewähren, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden. |
| ― | zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Als Verwendung eigener Aktien ist der Vorstand beispielsweise ermächtigt, diese mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barleistung zu veräußern, wenn der Veräußerungspreis den Börsenpreis von Aktien der zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet und deren rechnerischer Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet. |
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen
Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:
| ― | Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,2 Mrd €. Die Banken haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50% der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten. |
| ― | Die Gesellschaft hat eine Anleihe und eine Privatplatzierung im Nominalwert von insgesamt 0,7 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen. |
Erklärung zur Unternehmensführung
Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst sämtliche Bereiche des thyssenkrupp Konzerns. Dabei werden sowohl nationale Regelungen wie die Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" eingehalten als auch weitere gängige Standards mitberücksichtigt. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Abs. 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate-Governance-Berichterstattung. Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig.
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2024 auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde:
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance
Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2023 sämtlichen Empfehlungen entsprochen.
Duisburg/Essen, 1. Oktober 2024
Für den Aufsichtsrat
Russwurm
Für den Vorstand
López
Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.
Unsere börsennotierten Tochterunternehmen thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA (nucera) und Eisen- und Hüttenwerke AG (EHW AG) entsprechen ebenfalls dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die uneingeschränkte Entsprechenserklärung der thyssenkrupp nucera wurde im September 2024 abgegeben. In der Entsprechenserklärung der EHW AG vom 1. Oktober 2024 sind einzelne Abweichungen, die sich auf die Einbindung in den Konzern beziehen, dargelegt und begründet. Die Entsprechenserklärungen sind auf der jeweiligen Website der Tochterunternehmen veröffentlicht.
Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder
Das für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 geltende Vorstandsvergütungssystem, das die Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 96,70% des vertretenen Grundkapitals gebilligt hat, sowie die Vergütungsberichte der letzten Geschäftsjahre einschließlich des jeweils zugehörigen Vermerks des Abschlussprüfers und der letzten Beschlüsse der Hauptversammlung zum Vergütungssystem und zum Vergütungsbericht sind auf unserer Website verfügbar. Den Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 finden Sie zudem im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts.
www.thyssenkrupp.com
| ― | Unternehmen > Management |
| ― | Corporate Governance |
| ― | Vergütungsbericht |
Anlässlich der geplanten Vorlage des Vorstandsvergütungssystems in der Hauptversammlung 2025 zur Beschlussfassung über dessen Billigung haben der Aufsichtsrat und dessen Personalausschuss das bislang geltende Vorstandsvergütungssystem im Hinblick auf gebotene oder sinnvolle Anpassungen überprüft. Daraufhin hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 12. September 2024 ein überprüftes und entsprechend weiterentwickeltes Vorstandsvergütungssystem mit Wirkung zum 1. Oktober 2024 und erstmaliger Anwendung für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 beschlossen. Es ist geplant, dieses überprüfte Vorstandsvergütungssystem der Hauptversammlung 2025 zur Beschlussfassung über dessen Billigung vorzulegen. Auch das überprüfte Vorstandsvergütungssystem ist auf der Webseite verfügbar.
Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken
thyssenkrupp Code of Conduct / Verhaltenskodex
Während das Leitbild des Konzerns Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Code of Conduct / Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Wir sind fest davon überzeugt, dass Verantwortung, Respekt und die Einhaltung von Regeln und Gesetzen die Grundpfeiler eines jeden Miteinanders darstellen. Wir erfüllen auch die höchsten Ansprüche - darauf können unsere Geschäftspartner weltweit vertrauen -, fordern dies umgekehrt aber ebenso ein. Mit unserem Verhaltenskodex geben wir allen Beschäftigten unseres Unternehmens einen Orientierungsrahmen. Er gilt weltweit an allen unseren Standorten und fasst die wesentlichen Prinzipien und Grundregeln unseres Handelns sowie unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit zusammen und dient als Fundament insbesondere bei folgenden Themen: Einhaltung von Recht und Gesetz, Vermeidung von Interessenskonflikten, Verbot von Korruption und Bestechung, Fairer Wettbewerb, Geldwäscheprävention, Außenwirtschaftsrecht, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Nachhaltiger Umwelt- und Klimaschutz, Spenden, Politische Interessensvertretung, Auftreten und Kommunikation in der Öffentlichkeit, Berichterstattung, Vertrauliche Unternehmensinformationen / Insiderinformationen, Datenschutz und Informationssicherheit sowie Schutz des Unternehmenseigentums.
Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der nichtfinanziellen Ziele umgesetzt. thyssenkrupp verfolgt zudem die Strategie, in den einzelnen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Über unsere umfassende Nachhaltigkeitsagenda informieren wir ausführlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die in den Geschäftsbericht integriert ist (Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" und Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben") sowie auf unserer Website.
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| ― | Unternehmen > Nachhaltigkeit |
| ― | Nachhaltigkeitsstrategie & -ziele |
Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz
Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem konzernweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen des thyssenkrupp-Konzerns gültigen GRC-Policy verankert ist.
Der organisatorische Rahmen des integrierten GRC-Modells ist bei thyssenkrupp das Three-Lines-Modell (Modell der 3 Linien). Es veranschaulicht, auf welcher Ebene (Linie) welche Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement im weiteren Sinne im Konzern liegen. Es hilft Organisationen, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, die eine starke Governance und ein starkes Risikomanagement ermöglichen.
Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.
MODELL DER 3 LINIEN

In der ersten Linie (First Line) werden die Tätigkeiten (einschließlich des Managements von Risiken) und der Einsatz von Ressourcen unter Berücksichtigung externer und interner Vorgaben verantwortet. Risiken sollen dort verhindert bzw. erfasst und reduziert werden, wo sie entstehen können, d.h. auf operativer Ebene in den Geschäften.
Dies geschieht, indem die Risiko- und Kontrollverantwortlichen vor Ort konkrete Maßnahmen des Risikomanagements und der Compliance ergreifen und die Vorgaben des internen Kontrollsystems umsetzen. Alle Mitarbeitendenin der First Line sind dazu aufgefordert, bewusst und eigenverantwortlich mit Risiken im Rahmen ihrer Kompetenzen und unter Einhaltung der Gesetze sowie der von thyssenkrupp vorgegebenen internen verbindlichen Regelungen umzugehen und somit Risiken angemessen zu steuern. Über die Leitungsebene der Segmente erfolgt ein ständiger Dialog mit dem Vorstand der thyssenkrupp AG über geplante, tatsächliche und erwartete Ergebnisse im Zusammenhang mit den Zielen der Organisation sowie über Risiken.
Die zweite Linie (Second Line) gestaltet die konkrete Governance für den thyssenkrupp Konzern und legt entsprechende Mindestvorgaben für Systeme und Prozesse zur Anwendung in der First Line fest.
Sie setzt den Rahmen für die Zusammenarbeit bei thyssenkrupp und formuliert konzernweit gültige Vorgaben für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance, etwa durch verbindliche interne Regelwerke. Die spezifische Ausgestaltung der Governance erfolgt risikoorientiert und liegt im Ermessen des Vorstands. Die Verantwortung des Managements für das Erreichen der Organisationsziele umfasst sowohl die Ausgestaltung der Rollen der ersten als auch der zweiten Linie.
Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance soll ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet werden.
Wesentliche Merkmale unseres Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.
Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Eine besondere Verantwortung übernehmen unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Der Beschluss des Vorstands zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung (zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2024) umfasst, dass alle Führungskräfte bei thyssenkrupp die Pflicht und die Verantwortung haben, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken (Vorbildfunktion, Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe). Aufgedeckte Verstöße gegen Gesetze oder interne verbindliche Regelungen, insbesondere in Bezug auf unsere Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht, werden umgehend abgestellt. Um gleichartige zukünftige Verstöße zu vermeiden, werden unverzüglich geeignete risikominimierende Abhilfemaßnahmen angewendet. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt. Gleichzeitig bringt das Compliance-Commitment aber auch unsere positive Grundhaltung zu Compliance zum Ausdruck: Wir halten uns aus Überzeugung an die Regeln.
Der Group General Counsel und zugleich Chief Compliance Officer, der das Compliance-Programm verantwortet, berichtet an den Vorstandsvorsitzenden (CEO) der thyssenkrupp AG.
Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".
Als dritte Linie (Third Line) überwacht die Konzernfunktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit, Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse, der internen Kontrollen und des Risikomanagements. Sie unterstützt die Unternehmensleitung und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion und berichtet direkt und unabhängig an den Vorstand der thyssenkrupp AG sowie bei Bedarf an den Aufsichtsrat. Die Unabhängigkeit von Internal Auditing gewährleistet, dass sie in ihrer Planung und bei der Durchführung ihrer Arbeit frei von Behinderungen und Voreingenommenheit ist sowie ungehinderten Zugang zu den erforderlichen Personen, Ressourcen und Informationen hat. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet halbjährlich bzw. bei Bedarf über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einer externen Qualitätsprüfung (Quality Assessment) unterzogen; das jüngste Quality Assessment wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erfolgreich abgeschlossen.
Ergänzt wird das Modell der drei Linien in Bezug auf die Rechnungslegung durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.
Mit dem integrierten Governance-, Risiko- und Compliance-Ansatz hat der Vorstand einen Steuerungsrahmen für thyssenkrupp geschaffen und implementiert, der auf ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagement abzielt. Die im Rahmen dieses Ansatzes umgesetzten Maßnahmen zielen ebenfalls auf die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagements ab und werden beispielsweise im Chancen- und Risikobericht näher erläutert. Im Rahmen der Verankerung des Modells der drei Linien und der gesetzlichen Rahmenbedingungen, etwa im Risikomanagementsystem, finden zugleich unabhängige Überwachungen und Prüfungen statt, insbesondere durch die Prüfungen der Konzernfunktion Internal Auditing und deren Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie durch sonstige externe Prüfungen.1)
Aus der Befassung mit dem internen Kontroll- und Risikomanagement sowie der Berichterstattung von Internal Auditing sind dem Vorstand keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.1)
Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Ausschüsse
Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen, mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen im thyssenkrupp Konzern sie beachten. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in § 7 Abs. 1 der Satzung und Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgeführt.
Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert er den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Er wird regelmäßig von den Verantwortlichen der Segmente, den Leitern der Konzernfunktionen und den Vertretern der Regionen beraten.
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| ― | Unternehmen > Management |
| ― | Vorstand |
Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebericht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2023 / 2024 sind dem Bericht des Aufsichtsrats zu entnehmen.
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| ― | Aufsichtsrat |
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Nachdem die in § 14 der Satzung der Gesellschaft geregelte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder zuletzt durch die Hauptversammlung 2014 angepasst wurde und damit seit dem Geschäftsjahr 2013 / 2014 unverändert zur Anwendung kam, hat die Hauptversammlung am 2. Februar 2024 ein in Teilaspekten angepasste Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder mit einer Mehrheit von 99,66 % des vertretenen Kapitals verabschiedet. Hierdurch wurden einzelne Elemente der Aufsichtsratsvergütung auf Basis eines externen Benchmark-Vergleichs auf ein angemessenes und marktgerechtes Niveau angehoben. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden vom Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens.
1) Bei den Angaben in diesem Absatz handelt es sich um sogenannte lageberichtsfremde Angaben im Sinne der Erläuterungen in den Vorbemerkungen zu diesem Lagebericht.
Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses nicht identisch besetzt.
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| ― | Aufsichtsrat > Ausschüsse des |
Aufsichtsrats
Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Tekin Nasikkol. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Tekin Nasikkol). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Verena Volpert [Vorsitzende], Dr. Wolfgang Colberg, Dr. Bernhard Günther, Tanja Jacquemin, Tekin Nasikkol und Ulrich Wilsberg), dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Stefan E. Buchner, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Daniela Jansen, Jürgen Kerner, Thorsten Koch, Dr. Ingo Luge und Tekin Nasikkol). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Birgit A. Behrendt, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten zu den Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie ihre aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen die Aufgaben nicht abschließend übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und deren Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.
Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er selbst als Gesamtgremium und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben den vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die jüngste Selbstbeurteilung hat 2020 stattgefunden; als Follow-up wurde 2023 abermals mit externer, unabhängiger Unterstützung eine Selbstbeurteilung durchgeführt.
Vermeidung von Interessenkonflikten
Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss des thyssenkrupp-Konzerns unter Nr. 23 dargestellt.
Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Die im Geschäftsjahr 2023 / 2024 gemeldeten bisher getätigten Geschäfte wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2024 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
Aktionäre und Hauptversammlung
Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. Der Vorstand ist gemäß § 17 Abs. 6 der Satzung ermächtigt, vorzusehen, dass Hauptversammlungen ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten am Ort der Hauptversammlung abgehalten werden (virtuelle Hauptversammlung). Die auf der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 beschlossene Ermächtigung gilt für zwei Jahre nach Eintragung der entsprechenden Satzungsregelung in das Handelsregister und damit bis zur geplanten ordentlichen Hauptversammlung 2025. Die ordentliche Hauptversammlung 2024 wurde am 2. Februar 2024 als Präsenzveranstaltung durchgeführt.
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| ― | Investoren > Hauptversammlung |
In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl des Abschlussprüfers sowie über die Billigung des Vergütungsberichts. Grundsätzlich können Aktionäre ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per elektronischer Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann jedermann die Hauptversammlung - auch und insbesondere im Falle einer Präsenz-Hauptversammlung - in voller Länge live verfolgen. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Auf der Website haben Aktionäre darüber hinaus auch unterjährig Zugang zu einer Vielzahl von Informationen über ihr Unternehmen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führt einmal im Jahr in einem strukturierten Governance-Dialog Gespräche mit institutionellen Investoren über Themen, die den Aufsichtsrat und dessen Arbeit betreffen. Die Präsentation, die für diesen Zweck erstellt wird, kann als ein Element der vielfältigen Informationen über Nachhaltigkeitsaspekte (sogenannte ESG-Informationen: ESG = Environment, Social, Governance)) für den Kapitalmarkt ebenfalls auf der Website heruntergeladen werden. Darüber hinaus steht der Vorsitzende des Aufsichtsrats Investoren fallweise oder bei besonderem Anlass für Gespräche zur Verfügung.
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| ― | Investoren > esg-informationen-fuer-den-kapitalmarkt |
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
thyssenkrupp stellt den Abschluss des thyssenkrupp-Konzerns und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.
Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 2. Februar 2024 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 / 2024, zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 und zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2024 / 2025, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2025 erstellt werden.
KPMG ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.
KPMG ist seit dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2022 nach einer entsprechenden externen Ausschreibung. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss des thyssenkrupp Konzerns zum 30. September 2024 sind Marc Ufer als Linksunterzeichner sowie Dr. Markus Zeimes als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer und Rechtsunterzeichner. Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen werden erfüllt.
Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene und die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindesthöhe des Frauenanteils von 30 % ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Zum 30. September 2024 gehörten dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite und auf Arbeitnehmerseite jeweils vier weibliche Mitglieder an; daraus ergibt sich ein Frauenanteil von 40 %.
Für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG hat der Aufsichtsrat im Mai 2022 eine Personenzahl von einer Frau und eine Zielgröße von 33 % festgelegt auf Basis der Vorstandsgröße von drei Personen. Bei Erweiterung oder Verkleinerung des Vorstands innerhalb der festgelegten Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2027 gilt der prozentuale Frauenanteil, der sich durch ein weibliches Vorstandsmitglied ergibt.
Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im Juni 2022 für die erste Führungsebene mit 33 % (fünf Personen) und mit 30 % (vierzehn Personen) für die zweite Führungsebene und eine Zielerreichungsfrist bis jeweils zum 30. Juni 2027 festgelegt. Zudem haben weitere mitbestimmte Gesellschaften im Konzern Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsleitung und in deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für die Erreichung dieser Ziele beschlossen und beides entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht.
Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG
Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt in Vorstand und Aufsichtsrat wie insbesondere im Aktiengesetz, im DCGK und in den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften dargelegt. Die dort beschriebenen unterschiedlichen Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind auch im vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.
Vorstand
Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand ausgerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: die Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.
Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats berücksichtigt die genannten Kriterien bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand. Das Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands ist im Berichtszeitraum erfüllt. Insbesondere verfügen die Vorstandsmitglieder über langjährige Erfahrung in den ihnen zugewiesenen Ressorts.
Aufsichtsrat
Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.
Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben umfasst das Diversitätskonzept zwei weitere wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.
Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen; sie sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss berücksichtigt bei seiner Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat auf Seiten der Aktionärsvertreter das Diversitätskonzept.
Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Die vom Aufsichtsrat entsprechend den Anforderungen des DCGK beschlossenen Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil sind wie folgt:
―
ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;
―
industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance;
―
Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;
―
maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);
―
mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;
―
folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:
| ― | keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann; |
| ― | das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwölf Jahre an; |
―
keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;
―
dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;
―
die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;
―
die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als zwölf Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet);
―
der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.
Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil. Die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung werden in den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt, gleichzeitig wird die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt, zuletzt bei der Wahl von Dr. Verena Volpert in der Hauptversammlung 2024. Nach eigener Auffassung verfügt der Aufsichtsrat in seiner Zusammensetzung zum Zeitpunkt der Berichterstattung über die im Kompetenzprofil enthaltenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen:
STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ANTEILSEIGNERVERTRETER
| Russwurm | Behrendt | Berard | Buchner | |
|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||||
| Mitglied seit | 2019 | 2020 | 2023 | 2021 |
| Diversität | ||||
| Geburtsjahr | 1963 | 1959 | 1953 | 1960 |
| Geschlecht | m | w | m | m |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch | französisch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Ingenieur | Betriebswirtin | Wirtschaftswissenschaftler | Wirtschaftsingenieur |
| Fachliche Kenntnis | ||||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | X | X | X | X |
| Personal2 / HR | X | - | - | - |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | - | - | - | - |
| Nachhaltigkeit | X | X | - | X |
| Digitalisierung und IT | X | - | X | - |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | - | - | - | - |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | X | X | - | - |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||||
| Steel Europe | X | - | - | X |
| Materials Services | - | X | X | - |
| Automotive Technology | X | X | - | X |
| Marine Systems | - | - | - | - |
| Decarbon Technologies | X | - | - | - |
| Colberg | Gather | |
|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||
| Mitglied seit | 2018 | 2018 |
| Diversität | ||
| Geburtsjahr | 1959 | 1953 |
| Geschlecht | m | w |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Betriebswirt / Wirtschaftsinformatiker | Mathematikerin / Betriebswirtin |
| Fachliche Kenntnis | ||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | X | X |
| Personal2 / HR | X | X |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | X | - |
| Nachhaltigkeit | - | X |
| Digitalisierung und IT | X | X |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | X | - |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | - | X |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||
| Steel Europe | X | X |
| Materials Services | X | - |
| Automotive Technology | X | - |
| Marine Systems | X | - |
| Decarbon Technologies | - | X |
| Gifford | Günther | Luge | Volpert | |
|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||||
| Mitglied seit | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 |
| Diversität | ||||
| Geburtsjahr | 1965 | 1967 | 1957 | 1960 |
| Geschlecht | w | m | m | w |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch | deutsch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Bankbetriebswirtin | Diplom Volkswirt | Jurist | Betriebswirtin |
| Fachliche Kenntnis | ||||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | X | X | X | - |
| Personal2 / HR | - | X | X | - |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | X | X | - | X |
| Nachhaltigkeit | X | - | X | X |
| Digitalisierung und IT | X | X | - | - |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | - | X | X | X |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | - | - | X | - |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||||
| Steel Europe | - | - | - | - |
| Materials Services | X | - | X | - |
| Automotive Technology | X | - | - | - |
| Marine Systems | - | - | - | - |
| Decarbon Technologies | - | - | X | - |
1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) sowie operative Exzellenz.
2) Personal / HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).
STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ARBEITNEHMERVERTRETER
| Hass | Jacquemin | Jansen | Julius | |
|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||||
| Mitglied seit | 2017 | 2016 | 2021 | 2022 |
| Diversität | ||||
| Geburtsjahr | 1965 | 1972 | 1977 | 1968 |
| Geschlecht | m | w | w | m |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch | deutsch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Energieanlagen-Elektroniker | Betriebswirtin | Politikwissenschaftlerin | Schlosser |
| Fachliche Kenntnis | ||||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | X | - | - | - |
| Personal2 / HR | X | X | - | - |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | - | - | - | - |
| Nachhaltigkeit | X | X | X | - |
| Digitalisierung und IT | X | - | - | - |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | - | X | - | X |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | X | - | - | - |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||||
| Steel Europe | X | - | X | - |
| Materials Services | X | - | - | - |
| Automotive Technology | X | - | X | X |
| Marine Systems | X | - | - | - |
| Decarbon Technologies | X | - | X | X |
| Kerner | Koch | |
|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||
| Mitglied seit | 2020 | 2022 |
| Diversität | ||
| Geburtsjahr | 1969 | 1977 |
| Geschlecht | m | m |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Informationselektroniker | Werkzeugmechaniker |
| Fachliche Kenntnis | ||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | X | X |
| Personal2 / HR | X | X |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | X | - |
| Nachhaltigkeit | X | - |
| Digitalisierung und IT | - | - |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | - | - |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | X | - |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||
| Steel Europe | - | - |
| Materials Services | - | - |
| Automotive Technology | - | X |
| Marine Systems | - | - |
| Decarbon Technologies | - | - |
| Krawinkel | Nasikkol | Wilsberg | Zeidler | |
|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeitsdauer | ||||
| Mitglied seit | 2023 | 2020 | 2023 | 2023 |
| Diversität | ||||
| Geburtsjahr | 1987 | 1968 | 1964 | 1968 |
| Geschlecht | w | m | m | w |
| Staatsangehörigkeit | deutsch | deutsch | deutsch | deutsch |
| Ausbildungshintergrund | Juristin | Betriebswirt | Kaufmann im Groß- und Außenhandel | technische Zeichnerin Fachrichtung Maschinenbau |
| Fachliche Kenntnis | ||||
| Unternehmensführung und -kontrolle1 | - | X | - | - |
| Personal2 / HR | X | X | X | X |
| Finanzierung und Kapitalmarkt | - | X | - | - |
| Nachhaltigkeit | X | - | - | X |
| Digitalisierung und IT | - | - | - | X |
| Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung | - | - | - | - |
| Recht, Compliance und Corporate Governance | X | X | - | X |
| Kenntnisse der Geschäftsbereiche | ||||
| Steel Europe | - | X | - | X |
| Materials Services | - | - | X | - |
| Automotive Technology | - | - | - | - |
| Marine Systems | - | - | - | - |
| Decarbon Technologies | - | - | - | - |
1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfoliomanagement) sowie operative Exzellenz.
2) Personal/HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).
Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich Birgit A. Behrendt, Dr. Patrick Berard, Stefan Erwin Buchner, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm und Dr. Verena Volpert.
Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in Leitungsfunktionen im Finanzbereich börsennotierter Aktiengesellschaften und in Aufsichtsratsfunktionen von Kapitalgesellschaften sowie aufgrund ihrer Tätigkeit als Steuerberaterin ist insbesondere Dr. Verena Volpert (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung anzusehen. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als CFO und Finanzvorstand börsennotierter Unternehmen ist insbesondere Dr. Bernhard Günther als Mitglied des Prüfungsausschusses mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung anzusehen. Der Sachverstand bezieht sich jeweils auch auf die in diesen Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung und deren Prüfung. Die Aufsichtsratsmitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem thyssenkrupp tätig ist, vertraut.
thyssenkrupp Konzern - Bilanz
AKTIVA
| Mio € | Anhang-Nr. | 1.10.2022 | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 04 | 1.872 | 1.828 | 1.767 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 05 | 6.748 | 4.954 | 4.403 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 06 | 642 | 382 | 229 |
| Forderungen aus Finance Lease | 0 | 0 | 47 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 11 | 863 | 980 | 1.041 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12 | 304 | 634 | 465 |
| Aktive latente Steuern | 32 | 732 | 495 | 464 |
| Langfristige Vermögenswerte | 11.161 | 9.272 | 8.415 | |
| Vorräte | 08 | 8.889 | 7.553 | 7.284 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 09 | 5.298 | 4.765 | 4.264 |
| Vertragsvermögenswerte1) | 10, 25 | 1.082 | 1.069 | 807 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 11 | 701 | 568 | 536 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12 | 1.745 | 1.867 | 1.876 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 159 | 168 | 151 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 35 | 7.638 | 7.339 | 5.867 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 8 | 0 | 134 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 25.519 | 23.330 | 20.918 | |
| Summe Vermögenswerte | 36.680 | 32.603 | 29.333 |
1) Der Ausweis zum 1.10.2022 und zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
PASSIVA
| Mio € | Anhang-Nr. | 1.10.2022 | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 | 1.594 | |
| Kapitalrücklage | 6.664 | 6.664 | 6.664 | |
| Gewinnrücklagen | 4.777 | 2.972 | 1.004 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 1.167 | 608 | 321 | |
| davon entfallen auf Veräußerungsgruppen | - | - | - 32 | |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 14.202 | 11.838 | 9.583 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 540 | 854 | 775 | |
| Eigenkapital | 13 | 14.742 | 12.693 | 10.358 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 15 | 5.812 | 5.474 | 5.762 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 16 | 226 | 258 | 227 |
| Sonstige Rückstellungen | 16 | 431 | 407 | 427 |
| Passive latente Steuern | 32 | 53 | 16 | 28 |
| Finanzschulden | 17 | 2.786 | 1.313 | 650 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 41 | 13 | 15 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 15 | 0 | 15 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 9.363 | 7.482 | 7.123 | |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 168 | 159 | 180 | |
| Sonstige Rückstellungen | 16 | 1.268 | 1.112 | 1.242 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 150 | 144 | 123 | |
| Finanzschulden | 17 | 1.195 | 1.712 | 823 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 4.807 | 4.270 | 4.203 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 19 | 980 | 906 | 924 |
| Vertragsverbindlichkeiten1) | 10, 25 | 2.285 | 2.566 | 2.735 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 20 | 1.722 | 1.558 | 1.588 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 0 | 0 | 34 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 12.575 | 12.428 | 11.852 | |
| Verbindlichkeiten | 21.938 | 19.910 | 18.975 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 36.680 | 32.603 | 29.333 |
1) Der Ausweis zum 1.10.2022 und zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
thyssenkrupp Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
Anhang-Nr. | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 24, 26 | 37.536 | 35.041 |
| Umsatzkosten | 04, 05 | - 34.878 | - 31.798 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 2.658 | 3.243 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 239 | - 257 | |
| Vertriebskosten | - 2.417 | - 2.588 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 1.686 | - 1.682 | |
| Sonstige Erträge | 27 | 303 | 445 |
| Sonstige Aufwendungen | 28 | - 88 | - 195 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 29 | 12 | - 36 |
| Betriebliches Ergebnis | - 1.457 | - 1.070 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 06 | - 38 | - 87 |
| Finanzierungserträge | 896 | 792 | |
| Finanzierungsaufwendungen | - 984 | - 830 | |
| Finanzergebnis | 30 | - 126 | - 125 |
| Ergebnis vor Steuern | - 1.583 | - 1.196 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 32 | - 403 | - 254 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 | |
| Davon: | |||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 2.072 | - 1.506 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 86 | 57 | |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 33 | ||
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 3,33 | - 2,42 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
thyssenkrupp Konzern - Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 |
| Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden: | ||
| Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 160 | - 373 |
| Steuereffekt | - 60 | - 4 |
| Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt | 100 | - 377 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 13 | 10 |
| Steuereffekt | 0 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | 13 | 10 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | 2 | - 2 |
| Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden | 115 | - 369 |
| Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können: | ||
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | - 350 | - 173 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 26 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | - 350 | - 147 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 12 | - 38 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 |
| Steuereffekt | - 2 | 3 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | 11 | - 36 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | - 84 | 0 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | - 16 | 0 |
| Steuereffekt | 20 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | - 80 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 2 | 94 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 25 | - 28 |
| Steuereffekt | 19 | - 1 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | 46 | 65 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | - 208 | - 35 |
| Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können | - 582 | - 153 |
| Sonstiges Ergebnis | - 467 | - 522 |
| Gesamtergebnis | - 2.454 | - 1.972 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 2.510 | - 2.007 |
| Nicht beherrschende Anteile | 56 | 35 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
thyssenkrupp Konzern - Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Aktienanzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.9.2022 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | 4.777 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 2.072 | |||
| Sonstiges Ergebnis | 100 | |||
| Gesamtergebnis | - 1.972 | |||
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | ||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | |||
| Kapitalerhöhung nucera | 259 | |||
| Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) | 1 | |||
| Stand am 30.9.2023 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | 2.972 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.506 | |||
| Sonstiges Ergebnis | - 377 | |||
| Gesamtergebnis | - 1.884 | |||
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | ||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | |||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | 4 | |||
| Sonstige Veränderungen | 4 | |||
| Stand am 30.9.2024 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | 1.004 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente | Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente | Wertminderungen Finanzinstrumente |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.9.2022 | 524 | 15 | 7 | 79 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | ||||
| Sonstiges Ergebnis | - 312 | 6 | 13 | - 79 |
| Gesamtergebnis | - 312 | 6 | 13 | - 79 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | ||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||||
| Kapitalerhöhung nucera | ||||
| Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) | ||||
| Stand am 30.9.2023 | 211 | 21 | 21 | 0 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | ||||
| Sonstiges Ergebnis | - 142 | - 20 | 10 | 0 |
| Gesamtergebnis | - 142 | - 20 | 10 | 0 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | ||||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | ||||
| Sonstige Veränderungen | ||||
| Stand am 30.9.2024 | 69 | 1 | 31 | 0 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||
|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||
| --- | --- | --- |
| Cashflow-Hedges | ||
| --- | --- | --- |
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Designierte Risikokomponente | Kosten der Absicherung |
| --- | --- | --- |
| Stand am 30.9.2022 | 215 | - 26 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | ||
| Sonstiges Ergebnis | 60 | - 17 |
| Gesamtergebnis | 60 | - 17 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | - 21 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||
| Kapitalerhöhung nucera | ||
| Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) | ||
| Stand am 30.9.2023 | 253 | - 43 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | ||
| Sonstiges Ergebnis | 54 | 10 |
| Gesamtergebnis | 54 | 10 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | - 164 | |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | ||
| Sonstige Veränderungen | ||
| Stand am 30.9.2024 | 144 | - 33 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl | Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Insgesamt | Nicht beherrschende Anteile | Eigenkapital |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.9.2022 | 352 | 14.202 | 540 | 14.742 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 2.072 | 86 | - 1.986 | |
| Sonstiges Ergebnis | - 208 | - 438 | - 30 | - 467 |
| Gesamtergebnis | - 208 | - 2.510 | 56 | - 2.454 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | - 21 | - 21 | ||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | - 51 | - 51 | |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 | ||
| Kapitalerhöhung nucera | 259 | 257 | 517 | |
| Anteilsveränderungen bei nucera (bereits konsolidierte Gesellschaft) | 1 | 51 | 52 | |
| Stand am 30.9.2023 | 144 | 11.838 | 854 | 12.693 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.506 | 57 | - 1.450 | |
| Sonstiges Ergebnis | - 35 | - 500 | - 21 | - 522 |
| Gesamtergebnis | - 35 | - 2.007 | 35 | - 1.972 |
| Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment | - 164 | - 164 | ||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | - 43 | - 43 | |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 | ||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | 4 | - 6 | - 2 | |
| Sonstige Veränderungen | 4 | - 65 | - 61 | |
| Stand am 30.9.2024 | 109 | 9.583 | 775 | 10.358 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
thyssenkrupp Konzern - Kapitalflussrechnung
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 1.986 | - 1.450 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 146 | 18 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 3.121 | 1.951 |
| Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte | - 90 | - 100 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | 38 | 87 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | - 13 | 40 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | 1.191 | 87 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 270 | 383 |
| - Vertragsvermögenswerte1) | - 69 | 140 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 170 | - 76 |
| - Sonstige Rückstellungen | - 127 | 169 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 403 | 38 |
| - Vertragsverbindlichkeiten1) | 308 | 254 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | - 150 | - 188 |
| Operating Cashflow | 2.064 | 1.353 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | - 2 | - 1 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 3 | - 15 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 1.698 | - 1.525 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | - 59 | - 71 |
| Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand | 154 | 417 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 1 | 1 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 6 | 60 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 30 | 6 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 1.582 | - 1.129 |
| Tilgung von Anleihen | - 1.000 | - 1.500 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 92 | 122 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 157 | - 167 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | - 147 | - 139 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | 38 | 4 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 |
| Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung | 517 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 51 | - 43 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 0 | - 2 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | 52 | 10 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | 34 | 168 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 716 | - 1.640 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 234 | - 1.416 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 64 | - 52 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 7.638 | 7.339 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 7.339 | 5.871 |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen | - | 4 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 167 | 210 |
| Zinsauszahlungen | - 116 | - 97 |
| Erhaltene Dividenden | 25 | 38 |
| (Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | - 275 | - 246 |
1) Der Ausweis für 2022 / 2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.
thyssenkrupp Konzern - Anhang
Unternehmensinformation
Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Die Anschrift lautet: thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen. Die Gesellschaft ist eingetragen beim Registergericht in Duisburg, HR B 9092 und in Essen, HR B 15364. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochterunternehmen zum 30. September 2024 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 8. November 2024 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606 / 2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.
01 Grundsätze der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird (funktionale Währung). Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.
Konsolidierung
In den Konzernabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.
Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens grundsätzlich zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.
Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.
Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt der Konzern maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % hält. Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.
Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.
Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen.
Währungsumrechnung
Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochterunternehmen ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.
Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehen de Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.
Die Wechselkurse der für den thyssenkrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:
WÄHRUNGEN
| Stichtagskurs Basis 1 € |
Jahresdurchschnittskurs Basis 1 € |
|||
|---|---|---|---|---|
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar | 1,06 | 1,12 | 1,07 | 1,08 |
| Chinesische Renminbi Yuan | 7,74 | 7,85 | 7,53 | 7,81 |
| Schweizerische Franken | 0,97 | 0,94 | 0,98 | 0,96 |
| Polnische Zloty | 4,63 | 4,28 | 4,62 | 4,33 |
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert. Abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel bis zu 15 Jahren und Entwicklungskosten sowie eigenentwickelte Software von in der Regel drei bis fünf Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer inklusive Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.
Sachanlagen
Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 10 bis 50 Jahre |
| Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude | 15 bis 25 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8 bis 25 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.
Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag sowie unterjährig beim Vorliegen von Anhaltspunkten überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, da ss eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.
Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im thyssenkrupp Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.
Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes. Bei der Zuordnung des Wertminderungsaufwands wird der Buchwert nicht unter den höchsten Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, Nutzungswert und Null herabgesetzt (Wertuntergrenze des IAS 36.105).
Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt, sofern dem keine andere Regelung entgegensteht.
Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.
Leasing
Ein Vertrag begründet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt,
| ― | die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts (des Leasinggegenstandes) |
| ― | für einen bestimmten Zeitraum |
| ― | gegen Zahlung eines Entgelts |
zu kontrollieren.
Leasingnehmerbilanzierung
Als Leasingnehmer bilanziert der Konzern grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln unter Berücksichtigung des jeweiligen Währungsraums und eines Abschlags für die Besicherung des zugrundeliegenden Vermögenswerts.
Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:
| ― | Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize, |
| ― | variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, |
| ― | erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien, |
| ― | den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde und |
| ― | Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird. |
Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
| ― | Leasingverbindlichkeit, |
| ― | bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, |
| ― | anfängliche direkte Kosten und |
| ― | Rückbauverpflichtungen. |
Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben.
Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit.
Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. thyssenkrupp hat bestimmte Anlagenklassen (z. B. PCs, Telefone, Drucker, Kopierer) identifiziert, in denen regelmäßig Leasinggegenstände von geringem Wert enthalten sind. Außerhalb dieser Anlagenklassen werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000 € als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Des Weiteren werden die Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Daneben werden konzerninterne Leasingverhältnisse gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag dargestellt.
Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.
Leasinggeberbilanzierung
Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist der Konzern das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffung s-kosten in den Sachanlagen aus. Die Summe der Leasingzahlungen wird als Miet- und Pachterträge in den Umsatzerlösen ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.
Als Leasinggeber bei einem Finance Lease weist der Konzern Forderungen in Höhe des Barwertes der abgezinsten Leasingzahlungen zuzüglich des ungarantierten Restwertes aus dem Leasingverhältnis aus.
Vorräte
Vorräte werden zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zum Transaktionspreis, der erstmalige Ansatz der übrigen finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Di e in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.
Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen .
Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ohne Geldmarktfonds sowie die zinslosen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung (vgl. Anhang-Nr. 24).
Geldmarktfonds werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlung s-ströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.
Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp mit Ausnahme der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung das Wahlrecht einheitlich ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertänderungen der Vorzugsaktien werden hingegen erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) ausgewiesen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust, mit Ausnahme der langfristigen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung.
Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp folgendes Modell entwickelt, in dem sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ableiten. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Die Vermutung, dass sich das Ausfallrisiko bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen signifikant erhöht hat, sieht thyssenkrupp als widerlegt an. Weiterhin zeigt sich, dass bei einer 90 Tage währenden Überfälligkeit kein Ausfall vorliegt.
Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Ausfällen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.
Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen, Termingelder und finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen sowie kurzfristige Geldmarktfonds mit einer maximalen Laufzeit von 3 Monaten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (ohne Geldmarktfonds) sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, Geldmarktfonds ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivativen Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werde n müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.
Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.
Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn - und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.
Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.
Ertragsteuern
Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst, es sei denn länderspezifische Gegebenheiten würden dies erfordern.
In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen.
Soweit Sachverhalte innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern dort berücksichtigt, soweit die Sachverhalte im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, gilt dies ebenfalls für die Ertragsteuern.
Laufende Ertragsteuern werden grundsätzlich auf Basis des steuerpflichtigen Gewinns ermittelt. Sie werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden. Hierbei wird im Falle etwaiger Unsicherheiten eine bestmögliche Schätzung zu Grunde gelegt.
Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Bilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden im Zusammenhang mit Pillar-2-Ertragsteuern werden nicht angesetzt.
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag a us der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.
Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).
Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.
Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.
Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.
Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.
Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle. Für Fertigungsaufträge erfolgt die Bildung der Rückstellung analog zum Leistungsfortschritt gemäß Fertigstellungsgrad, d.h. ratierlich über den Zeitraum der Auftragsabwicklung.
Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.
Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten. Vor der Bildung einer separaten Rückstellung werden die Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind, wertgemindert.
Aktienbasierte Vergütung
Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.
Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 unterhält der Konzern einen Vergütungsplan mit Ausgleich durch Aktien. Hiernach erhält der Vorstand der thyssenkrupp AG einen Teil der kurz- und langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile (STI und LTI) in Form von Aktien. Die hieraus resultierende Verpflichtung stellt eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente dar und wird somit im Eigenkapital ausgewiesen, im Übrigen wird der Aufwand linear über den Erdienungszeitraum verteilt.
Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlang ung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibend en Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.
Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung des erreichten Fertigstellungsgrads erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (sog. Cost-to-Cost-Method). Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.
Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.
Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bila nz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit tritt ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf ein. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Investitionszuwendungen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen Abschreibungen in Folgeperioden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden als sonstige Erträge erfolgswirksam in den Zeiträumen erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendung kompensiert werden sollen. Alle erhaltenen Zuwendungen werden im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesen.
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, voraussichtlich ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erzielt wird, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.
Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden, zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung des thyssenkrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet mit der Ausnahme, dass konzerninterne Leasingverhältnisse als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag abgebildet werden.
Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)
Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte gesonderte Komponente der Gruppe (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.
Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Unmittelbar davor wird ein langfristiger Vermögenswert bzw. eine Veräußerungsgruppe zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Abschlussgliederung
Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.
In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.
Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Beurteilungen
Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Ermessensentscheidungen treffen sowie Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, weiterer geo- oder handelspolitscher Konflikte sowie des Klimawandels. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen, die die im Abschluss erfassten Beträge wesentlich beeinflussen: Hierzu zählt die Identifizierung bzw. Abgrenzung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten; dies gilt insbesondere im Hinblick auf einen möglichen Verbund von verschiedenen, auch überregionalen Produktionsanlagen bzw. Produktionsstandorten bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten.
Schätzungen und Annahmen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:
Werthaltigkeit der Firmenwerte
Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und zusätzlich unterjährig, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Bei der Durchführung von Werthaltigkeitstests für Firmenwerte ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Annahmen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang -Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte. Aufgrund des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zum Buchwert des Eigenkapitals des thyssenkrupp Konzerns wurden die Firmenwerte auch unterjährig einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.
Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie, eines immateriellen Vermögenswertes oder einer Cash Generating Unit, die keinen Firmenwert enthält, wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes bzw. der Cash Generating Unit geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten. Für das Segment bzw. die Cash Generating Unit Steel Europe wird im Rahmen des Werthaltigkeitstests der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als erzielbarer Betrag angesetzt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten wird auf Anhang-Nr. 05 verwiesen. Aufgrund des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zum Buchwert des Eigenkapitals des thyssenkrupp Konzerns wurden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen unterjährig und zum Bilanzstichtag einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.
Zu jedem Bilanzstichtag werden die erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis eines vom thyssenkrupp Konzern erstellten Modells bestimmt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Finanzielle Vermögenswerte werden darüber hinaus im Rahmen von Ausfällen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.
Sonstige Rückstellungen
Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgen auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.
Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden
Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Segmenten Marine Systems und Decarbon Technologies, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung des Fertigstellungsgrades erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (sog. Cost-to-Cost-Method). Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.
Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.
Ertragsteuern
Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.
Leistungen an Arbeitnehmer
Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang -Nr. 15.
Rechtliche Risiken
Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.
Zur Veräußerung vorgesehene Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)
Der gesonderte Ausweis von Vermögenswerten und Schulden als zur Veräußerung vorgesehen, erfordert insbesondere, dass die Veräußerung erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Einstufung abgeschlossen wird, d.h. höchstwahrscheinlich ist. Diese Erwartung wird kontinuierlich vom Management überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie weiterer geo- oder handelspolitscher Konflikte
Die Unsicherheiten bei der Beurteilung einer möglichen weiteren Eskalation des Kriegs in der Ukraine, des Nahost-Konflikts, des China-Taiwan-Konflikts, sowie zahlreicher weiterer geo- oder handelspolitischer Konflikte auf die aktuelle Geschäftsentwicklung einschließlich der Ertragsaussichten bleiben unverändert bestehen. Die weiteren Entwicklungen und die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung, wie beispielsweise das Ausbleiben angekündigter Zinssenkungen, wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge des globalen Klimawandels sowie weiterhin schwankende Energie-, Material- und Rohstoffpreise, sind aus heutiger Sicht mit großen Unsicherheiten verbunden; vgl. hierzu auch ergänzend die ausführliche Darstellung des Makro- und Branchenumfelds im Wirtschaftsbericht des Lageberichts.
Vor diesem Hintergrund wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05), Beteiligungen (vgl. Anhang-Nr. 06), aktive latente Steuern (vgl. Anhang-Nr. 32), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 09 und 10) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.
Auswirkungen des Klimawandels
Automotive Technology ist als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche weltweit von dem globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität abhängig. Die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen sollen im Produktportfolio von Automotive Technology nachhaltig erfüllt und ausgebaut werden. Die Produkte von Automotive Technology sind weitgehend unabhängig von der Antriebsart des Autos; in der Business Unit Dynamic Components haben wir bereits erste Produkte entwickelt und vermarktet, die die Transformation zur Elektromobilität unterstützen. Die Kosten der grünen Transformation sind in den jeweiligen Planungen der Werthaltigkeitstests der zahl ungsmittelgenerierenden Einheiten des Segments berücksichtigt. Darüber hinaus wurden im Rahmen eines kontinuierlichen Energieeffizie nz-programms Energiesparmaßnahmen nachhaltig umgesetzt. Darunter fallen u.a. die Installation von regenerativen Energieerzeugungsanlagen sowie der Abschluss eines Grünstromvertrag, der die Stromversorgung aller deutschen Standorte aus erneuerbaren Energiequellen sichert.
Nachhaltigkeit wird bei Decarbon Technologies sowohl als gesellschaftliche Verantwortung als auch als Möglichkeit verstanden, an einem wachsenden Markt zu partizipieren. Unser Portfolio an innovativen Technologien, Produkten und Dienstleistungen mit dem Fokus auf Wasserstoff, Zement, Ammoniak, Polymeren und erneuerbaren Energien ist darauf ausgerichtet, um an wichtigen Dekarbonisierungstrends zu partizipieren. Die Anlagenbauer Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera arbeiten gemeinsam mit ihren Kunden daran, nachhaltige und umweltfreundliche Technologien einzusetzen, um so die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Der Ausbau von erneuerbaren Energien ist ein wesentlicher Bestandteil der länderübergreifenden Nachhaltigkeitsstrategie von Rothe Erde. Als Produzent und Lieferant von Großwalzlägern stellt Rothe Erde systemkritische Komponenten für Windenergieanlagen bereit und leistet daher einen Beitrag zur Energiewende. CO2 -Zertifikate beeinflussen im Geschäftsmodell im Wesentlichen die Beschaffungspreise im Bereich Stahl und Energie. Eine Überwälzung gestiegener Faktorkosten ist daher jederzeit Gegenstand von Preisverhandlungen mit Kunden. Rothe Erde ist darüber hinaus bemüht, die CO2 -Emission der eigenen Produktion sukzessive und nachhaltig zu senken, etwa durch fortlaufende Steigerung der Produktionseffizienz durch Reduzierung des eigenen Energiebedarfs.
Materials Services stellt in den Lieferketten einen wachsenden Trend zu nachhaltigen Produkten und Lösungen fest. In diesem Zusammenhang erweitert Materials Services im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie "Beyond" sein Portfolio an entsprechenden Produkten und Dienstleistungen, um Kunden bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele zu unterstützen. Für die direkten Emissionen (Scope 1) und die Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) strebt Materials Services bis 2030 Klimaneutralität an. Dazu werden für die Lieferung von Gütern bzw. die Erbringung von Dienstleitungen notwendige Energiemengen reduziert, ohne dass damit Einschränkungen in der Lieferfähigkeit verbunden sind. Außerdem werden Komponenten ersetzt, um das volle Potenzial von Energiesparmöglichkeiten zu nutzen oder eliminiert, sofern sie mit dem Ziel der Klimaneutralität nicht vereinbar sind . Nicht alle Emissionen lassen sich mittelfristig in Gänze vermeiden. Ein Beispiel stellt die LKW-Flotte von Materials Services in Nordamerika dar, bei der die Absicht besteht, diese auf Elektrobasis umzurüsten. Eine solche Umstellung ist jedoch von externen Faktoren abhängig: Dazu gehört unter anderem der landesweite Ausbau der Ladeinfrastruktur, der voraussichtlich bis 2030 nicht vollendet sein wird. Solche unvermeidbaren Emissionen werden durch CO2 -Zertifikate ausgeglichen. Die erwarteten Auswirkungen der grünen Transformation werden, soweit adäquat abschätzbar, im Planungsprozess und damit bei der Durchführung von Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Auch werden zu erwartende Kostensteigerungen durch die grüne Transformation in die Preisgestaltung von Handelsmaterialien und Dienstleistungen integriert.
Generell steht die Stahlindustrie als eine der größten CO2 -Emittenten zukünftig vor großen strukturellen Herausforderungen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Erste Meilensteine wurden mit dem Vertragsabschluss zum Bau der ersten Direktreduktionsanlage im Februar 2023 und dem Erhalt der Förderzusage durch die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen im Juli 2023 erreicht. Die aus dem Bau der ersten Direktreduktionsanlage zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte auf den zukünftigen Geschäftsverlauf wurden ebenso wie die aktuellen und zukünftig zu erwartenden gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der grünen Transformation in den Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Dazu gehören u.a. eine abnehmende CO 2-Zertifikatezuteilung, damit einhergehend steigende CO2 -Zertifikatepreise, ein steigender Anteil der Energiekosten an der Stahlproduktion und somit insgesamt höhere Produktionskosten, damit verbunden die Durchsetzbarkeit von höheren Stahlpreisen in Europa (CBAM) und letztendlich auch die ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff an den Produktionsstandorten sowie der Preis von Wasserstoff.
Grundsätzlich werden die Auswirkungen des Klimawandels auf Nutzungsdauern, Werthaltigkeiten, potentielle Rückstellungsbildung en sowie für thyssenkrupp relevante Märkte fortlaufend evaluiert.
Auswirkungen der Einführung einer globalen Mindestbesteuerung
Im Dezember 2021 hat die OECD Leitlinien für einen neuen globalen Mindeststeuerrahmen herausgegeben. Zu dessen Umsetzung einigten sich die EU-Mitgliedstaaten im Dezember 2022 auf eine EU-Richtlinie. Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind in Deutschland mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 durch das Mindeststeuergesetz in Kraft getreten. Gemäß diesem Gesetz unterliegt der thyssenkrupp Konzern ab dem Geschäftsjahr 2024 / 2025 den deutschen Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung . Auf Basis der für 2023 / 2024 durchgeführten Betroffenheitsanalyse werden hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf den Ertragsteueraufwand des Konzerns resultieren.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Standards bzw. Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:
| ― | IFRS 17 "Insurance Contracts", Veröffentlichung im Mai 2017, einschließlich Änderungen an IFRS 17 "Amendments to IFRS 17", Veröffentlichung im Juni 2020 |
| ― | Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies", Veröffentlichung im Februar 2021 |
| ― | Änderungen an IAS 8 "Accounting Policies, Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates ", Veröffentlichung im Februar 2021 |
| ― | Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction", Veröffentlichung im Mai 2021 |
| ― | Änderungen an IFRS 17 "Insurance Contracts: Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9 - Comparative Information", Veröffentlichung im Dezember 2021 |
| ― | Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: International Tax Reform - Pillar Two Model Rules", Veröffentlichung im Mai 2023 |
Veröffentlichte, aber 2023 / 2024 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften
Das IASB hat folgende Standards bzw. Änderungen von Standards herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen der Änderungen von Standards einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:
| ― | Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben |
| ― | Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current", Veröffentlichung im Januar 2020 bzw. Oktober 2022, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025 |
| ― | Änderungen an IFRS 16 "Leases: Lease Liability in a Sale and Leaseback", Veröffentlichung im September 2022, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025 |
| ― | Änderungen an IAS 7 "Statement of Cash Flows und IFRS 7 "Financial Instruments Disclosures: Supplier Finance Arrangements", Veröffentlichung im Mai 2023, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2024 / 2025 |
| ― | Änderungen an IAS 21 "The Effects of Changes in Foreign Exchange Rates Lack of Exchangeability", Veröffentlichung im August 2023, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2025 / 2026 |
| ― | IFRS 18 "Presentation and Disclosure in Financial Statements", Veröffentlichung im April 2024, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2027 / 2028 |
| ― | IFRS 19 "Subsidiaries without Public Accountability Disclosures", Veröffentlichung im Mai 2024, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung wäre im Geschäftsjahr 2027 / 2028, doch hat dieser Standard keine Relevanz für den thyssenkrupp Konzern |
| ― | Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 "Amendments to the Classification and Measurement of Financial Instruments ", Veröffentlichung im Mai 2024, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2026 / 2027 |
| ― | Änderungen an IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9, IFRS 10 und IAS 7 "Annual Improvements to IFRS - Volume 11", Veröffentlichung im Juli 2024, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2026 / 2027 |
Aus der Erstanwendung von IFRS 18 werden Auswirkungen erwartet, deren konkretes Ausmaß derzeit analysiert wird, wobei momentan nicht von einer vorzeitigen Anwendung ausgegangen wird.
02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen
Zusammensetzung des Konsolidierungskreises
Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2022 / 2023 und 2023 / 2024 dar:
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS
| Anzahl konsolidierter Unternehmen | Inland | Ausland | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand am 30.9.2022 | 92 | 220 | 312 |
| Zugänge | 7 | 6 | 13 |
| Abgänge | - 2 | - 3 | - 5 |
| Stand am 30.9.2023 | 97 | 223 | 320 |
| Zugänge | 6 | 5 | 11 |
| Abgänge | - 1 | - 9 | - 10 |
| Stand am 30.9.2024 | 102 | 219 | 321 |
Die Zugänge in 2023/2024 resultieren aus Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf Verkäufe und Liquidationen zurückzuführen sind.
2 (Vorjahr: 2) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,01 % des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis -0,02 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,01 % des Konzerneigenkapitals.
8 (Vorjahr: 9) assoziierte Unternehmen und 8 (Vorjahr: 11) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 4 (Vorjahr: 5) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt -0,50 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,13 % des Konzerneigenkapitals.
Die vollständige Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung-und-publikationen/ veröffentlicht.
Strukturierte Unternehmen
thyssenkrupp bezieht 3 (Vorjahr: 3) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Konzernabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die zwei anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 2) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Im Rahmen von Asset-Backed-Securities-Programmen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern keine Anteile hält. thyssenkrupp verkauft Handelsforderungen an das strukturierte Unternehmen. Dieses refinanziert den Kaufpreis über die Ausgabe von Wertpapieren; zu weiteren Details vgl. Anhang-Nr. 09. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern ebenfalls keine Anteile hält, besteht ein Dienstleistungsvertrag mit einem Konzernunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste aus eingegangenen Verpflichtungen sind bereits in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).
Erwerbe und Verkäufe
Geschäftsjahr 2023 / 2024
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 gab es im Konzern neben dem Vollzug des Verkaufs der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India im 3. Quartal 2023 / 2024 (vgl. Note 03) nur einen kleineren Verkauf im Segment Materials Services im 1. Quartal 2023 / 2024, einen kleineren Verkauf im Segment Decarbon Technologies im 2. Quartal 2023 / 2024 und einen kleineren Verkauf im Segment Materials Services im 4. Quartal 2023 / 2024, die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:
ABGÄNGE
| Mio € | 2023 / 2024 |
|---|---|
| Firmenwert | 4 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 1 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 15 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 54 |
| Aktive latente Steuern | 9 |
| Vorräte | 56 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 43 |
| Vertragsvermögenswerte | 107 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 32 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 82 |
| Insgesamt abgegebene Vermögenswerte | 405 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 4 |
| Passive latente Steuern | 9 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 15 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 4 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 70 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 59 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 12 |
| Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten | 179 |
| Abgehendes Reinvermögen | 226 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | - 4 |
| Nicht beherrschende Anteile | - 77 |
| Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen | - 17 |
| Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung | 128 |
| Verkauf Tagesgeldforderung / Nachträgliche Kaufpreiszahlung | 14 |
| Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung einschließlich Verkauf Tagesgeldforderung | 142 |
| Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 142 |
Geschäftsjahr 2022 / 2023
Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 tätigte der Konzern mit dem Kauf der Westphalia DataLab GmbH nur einen kleineren Erwerb im Segment Materials Services.
03 Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
Veräußerungsgruppen
Aus marktstrategischen Erwägungen wurde im Geschäftsjahr 2023 / 2024 im Segment Steel Europe der Verkaufsprozess der indischen Gesellschaft Electrical Steel India Private Ltd. eingeleitet, die Hersteller von kornorientiertem Elektroband ist. Im 4. Quartal 2023 / 2024 sind die Kriterien von IFRS 5 für den Ausweis als Veräußerungsgruppe erstmals erfüllt. Damit werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe in der Bilanz zum 30. September 2024 separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen.
Am 18. Oktober 2024 wurde der Kaufvertrag zur Veräußerung des indischen Elektrobandgeschäfts an JSW Steel Limited und JFE Steel Corporation, ein indisch-japanisches Konsortium, unterzeichnet; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 36. Das Closing der Transaktion wird innerhalb der nächsten Monate angestrebt.
Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus resultierte eine Wertaufholung in Höhe von insgesamt 12 Mio €, da der beizulegende Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung höher ist als der Buchwert. Die Wertaufholung in Höhe von insgesamt 12 Mio € entfällt mit 3 Mio € auf Grundstücke und Bauten, mit 8 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen sowie mit 1 Mio € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung. Sie ist in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2023 / 2024 ausgewiesen; gleichzeitig wurden latente Steuern von 3 Mio € passiviert.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die die Veräußerungsgruppe zum 30. September 2024 umfasst, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis betrug zum 30. September 2024: - 32 Mio €.
VERÄUSSERUNGSGRUPPE THYSSENKRUPP ELECTRICAL STEEL INDIA
| Mio € | 30.9.2024 |
|---|---|
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 15 |
| Vorräte | 55 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 28 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4 |
| Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 128 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 3 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 1 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 22 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 5 |
| Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 34 |
Darüber hinaus wurde im Zusammenhang mit der Fokussierung des Portfolios von thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2022 / 2023 für die rund 55 %, mit denen thyssenkrupp an der thyssenkrupp Industries India Ltd. beteiligt war, im Segment Decarbon Technologies ein Verkaufsprozess eingeleitet, der seit dem 1. Quartal 2023 / 2024 die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllte. thyssenkrupp Industries India ist in den Geschäftsbereichen Bergbau, Zement-, Energie- und Zuckeranlagen tätig. Am 22. Januar 2024 wurde der Kaufvertrag zur Veräußerung der Anteile von thyssenkrupp an ein Konsortium aus bereits am Unternehmen beteiligten Mitgesellschaftern unterzeichnet. Am 8. Mai 2024 erfolgte der Abschluss des Verkaufsprozesses (Closing) und thyssenkrupp India wurde entkonsolidiert; damit erfolgt weder in der Bilanz zum 30. September 2023 noch zum 30. September 2024 ein Ausweis als Veräußerungsgruppe.
Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe im 1. Quartal 2023 / 2024 eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36. Hieraus ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Nach der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe ergaben sich aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen von 9 Mio €, die immaterielle Vermögenswerte betrafen. Die Wertminderungen wurden im 1. Quartal 2023 / 2024 in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Im 2 . Quartal 2023 / 2024 ergaben sich aus der Folgebewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten weitere Wertminderungsaufwendungen von 15 Mio €, die immaterielle Vermögenswerte betrafen und in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen wurden. Die nicht wiederkehrende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten basierte in beiden Quartalen auf dem verhandelten Kaufpreis. Aus der Entkonsolidierung resultierte ein Verlust von 13 Mio €, der im 3. Quartal 2023 / 2024 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wurde.
Einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
Zum 30. September 2024 wurden in der Bilanz in der Zeile "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" Sachanlagen in Höhe von 6 Mio € ausgewiesen, die zwei Maschinen bei einer slowakischen Gesellschaft aus dem Segment Decarbon Technologies betreffen .
Erläuterungen zur Bilanz
04 Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Mio € | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website | Firmenwerte | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 1.392 | 592 | 2.630 | 4.614 |
| Währungsunterschiede | - 18 | - 5 | - 20 | - 44 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 2 | 2 |
| Zugänge | 21 | 28 | 0 | 49 |
| Umbuchungen | 37 | 1 | 0 | 38 |
| Abgänge | - 74 | - 41 | 0 | - 115 |
| Stand am 30.9.2023 | 1.358 | 575 | 2.612 | 4.545 |
| Währungsunterschiede | - 5 | 0 | - 7 | - 12 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 4 | 0 | - 8 | - 13 |
| Zugänge | 27 | 37 | 0 | 63 |
| Umbuchungen | 12 | - 11 | 0 | 1 |
| Abgänge | - 31 | - 98 | 0 | - 129 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 6 | 0 | - 36 | - 42 |
| Stand am 30.9.2024 | 1.349 | 502 | 2.561 | 4.412 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 997 | 509 | 1.236 | 2.743 |
| Währungsunterschiede | - 13 | - 4 | - 14 | - 31 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 52 | 17 | 0 | 68 |
| Wertminderungsaufwendungen | 9 | 40 | 0 | 49 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | 2 | 0 | 2 |
| Abgänge | - 73 | - 41 | 0 | - 114 |
| Stand am 30.9.2023 | 972 | 523 | 1.222 | 2.717 |
| Währungsunterschiede | - 5 | 0 | - 7 | - 11 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 5 | 0 | - 9 | - 14 |
| Abschreibungen | 50 | 7 | 0 | 57 |
| Wertminderungsaufwendungen | 6 | 31 | 0 | 37 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Abgänge | - 31 | - 98 | 0 | - 129 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 5 | 0 | - 8 | - 13 |
| Stand am 30.9.2024 | 982 | 464 | 1.199 | 2.645 |
| Nettowerte | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 395 | 82 | 1.394 | 1.872 |
| Stand am 30.9.2023 | 386 | 52 | 1.390 | 1.828 |
| Stand am 30.9.2024 | 367 | 38 | 1.362 | 1.767 |
Firmenwerte
Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind 8 Cash Generating Units (CGUs) bzw. Gruppen von CGUs (Vorjahr: 8 CGUs) zugeordnet, die auf Basis von Business Units oder Segmenten definiert werden. Der höhere Wert von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt gemäß IFRS den erzielbaren Betrag einer CGU. Im Rahmen des Konzernabschlusses wurde der Wert für die CGUs auf Basis des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Segmenten bzw. Business Units erstellten und vom Vorstand der thyssenkrupp AG für die folgenden drei Geschäftsjahre beschlossenen Planung verwendet. Der Aufsichtsrat stimmt in diesem Kontext dem Budget für das folgende Geschäftsjahr zu. Grundannahme der Planung ist ein moderates, regional unterschiedliches Wachstum der Weltwirtschaft in 2025. Diese Grundannahme gilt auch für die Jahre 2026 und 2027. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode wird das dritte Planjahr unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen um zwei weitere Jahre fortgeschrieben und dann in der Regel über eine nachhaltige Wachstumsrate von maximal 1,6 % (Vorjahr: 1,5 %) in die ewige Rente überführt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 2, 5 % (Vorjahr: 2,5 %) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 6,75 % (Vorjahr: 7,0 %). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet werden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt.
Per 30. September 2024 beträgt der Gesamtfirmenwert im thyssenkrupp Konzern 1.362 Mio € (Vorjahr: 1.390 Mio €). Dieser entfällt im Wesentlichen auf die Gruppe von CGUs des Segments Marine Systems. Die verbleibenden, in Relation zum Gesamtfirmenwert als unwesentlich eingestuften Firmenwerte, betreffen die CGUs bzw. Gruppen von CGUs nucera, Rothe Erde, Uhde, Polysius, Dynamic Components, Solutions (Materials Services) sowie Corporate und belaufen sich auf insgesamt 318 Mio € (Vorjahr: 347 Mio €).
WESENTLICHE FIRMENWERTE
| CGU (Segment) | Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes (Vorjahreswert) in Mio € |
Anteil am Gesamtfirmenwert in % |
Diskontierungssatz (vor Steuern) (Vorjahr) in % |
Diskontierungssatz (nach Steuern) (Vorjahr) in % |
|---|---|---|---|---|
| Marine Systems | 1.044 | 77 | 10,5 | 7,8 |
| (Marine Systems) | (1.043) | (75) | (11,2) | (8,2) |
| CGU (Segment) | Wachstumsrate (Vorjahr) in % |
Wesentliche Prämissen für den Werthaltigkeitstest |
|---|---|---|
| Marine Systems | 1,6 | - Planmäßige Abarbeitung des bestehenden Auftragsportfolios sowie Abschluss diverser Großprojekte im Planungszeitraum führen zu gesamtheitlich steigenden Auftragsmargen |
| (Marine Systems) | (1,4) | - Aus der Realisierung des geplanten Auftragseingangs, insbesondere in den Bereichen Unterwasser und Marineelektronik, resultiert ein deutliches Wachstum und ebenfalls eine Verbesserung der durchschnittlichen Profitabilität des künftigen Auftragsportfolios |
| - Im Planungszeitraum durch Annahmen zur Entwicklung des Auftragsbestands und Realisierung des geplanten Auftragseingangs stetig steigende EBIT adj.-Margen erwartet | ||
| - Ableitung Cashflow und Operating Income-Marge in der ewigen Rente in Höhe von 7,4 % (Vorjahr: 6,8 %) basiert auf Annahmen zum geplanten zukunftsorientierten Auftragsportfolio im letzten Planungsjahr (5. Planjahr) |
Die bei der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India erfolgten Wertminderungen sind unter Anhang-Nr. 03 dargestellt.
Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte
Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten .
Zu den in 2023 / 2024 und 2022 / 2023 erfolgten Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte vgl. die Ausführungen in der nachfolgenden Anhang-Nr. 05.
05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)
Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
ENTWICKLUNG SACHANLAGEN
| Mio € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Nutzungsrechte |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 5.579 | 19.732 | 2.065 | 985 |
| Währungsunterschiede | - 66 | - 271 | - 19 | - 28 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 24 | 282 | 104 | 205 |
| Umbuchungen | 115 | 534 | 36 | - 1 |
| Abgänge | - 63 | - 195 | - 86 | - 20 |
| Stand am 30.9.2023 | 5.589 | 20.080 | 2.100 | 1.142 |
| Währungsunterschiede | - 28 | - 136 | - 9 | - 19 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 17 | - 13 | - 2 | 0 |
| Zugänge | 31 | 299 | 105 | 134 |
| Umbuchungen | 194 | 478 | 55 | - 15 |
| Abgänge | - 21 | - 192 | - 95 | - 98 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 15 | - 88 | - 7 | 0 |
| Stand am 30.9.2024 | 5.734 | 20.430 | 2.147 | 1.144 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 3.693 | 17.106 | 1.752 | 424 |
| Währungsunterschiede | - 34 | - 217 | - 15 | - 16 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 95 | 502 | 102 | 131 |
| Wertminderungsaufwendungen | 386 | 1.011 | 107 | 0 |
| Wertaufholungen | - 1 | - 9 | 0 | - 3 |
| Umbuchungen | 34 | 90 | 3 | - 4 |
| Abgänge | - 49 | - 192 | - 85 | - 17 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 30.9.2023 | 4.123 | 18.292 | 1.865 | 516 |
| Währungsunterschiede | - 14 | - 106 | - 7 | - 12 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 12 | - 13 | - 1 | 0 |
| Abschreibungen | 79 | 360 | 92 | 136 |
| Wertminderungsaufwendungen | 160 | 441 | 81 | 1 |
| Wertaufholungen | 0 | - 1 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 20 | 124 | 12 | - 3 |
| Abgänge | - 18 | - 169 | - 95 | - 45 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 10 | - 83 | - 5 | 0 |
| Stand am 30.9.2024 | 4.327 | 18.846 | 1.941 | 592 |
| Nettowerte | ||||
| Stand am 1.10.2022 | 1.886 | 2.626 | 313 | 561 |
| Stand am 30.9.2023 | 1.466 | 1.788 | 236 | 626 |
| Stand am 30.9.2024 | 1.407 | 1.583 | 206 | 552 |
| Mio € | Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) | Anlagen im Bau |
|---|---|---|
| Bruttowerte | ||
| Stand am 1.10.2022 | 25 | 1.485 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 30 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 688 |
| Umbuchungen | 38 | - 676 |
| Abgänge | - 1 | - 7 |
| Stand am 30.9.2023 | 62 | 1.461 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 13 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 705 |
| Umbuchungen | 13 | - 582 |
| Abgänge | 0 | - 7 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 | - 2 |
| Stand am 30.9.2024 | 75 | 1.562 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||
| Stand am 1.10.2022 | 12 | 136 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 1 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 2 | 0 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 668 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 |
| Umbuchungen | - 3 | - 130 |
| Abgänge | 0 | 0 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 | 0 |
| Stand am 30.9.2023 | 11 | 674 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 1 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 2 | 0 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 458 |
| Wertaufholungen | 0 | - 2 |
| Umbuchungen | 12 | - 168 |
| Abgänge | 0 | - 3 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 | - 1 |
| Stand am 30.9.2024 | 25 | 957 |
| Nettowerte | ||
| Stand am 1.10.2022 | 13 | 1.349 |
| Stand am 30.9.2023 | 51 | 787 |
| Stand am 30.9.2024 | 49 | 605 |
| Mio € | Insgesamt |
|---|---|
| Bruttowerte | |
| Stand am 1.10.2022 | 29.871 |
| Währungsunterschiede | - 415 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 |
| Zugänge | 1.304 |
| Umbuchungen | 46 |
| Abgänge | - 372 |
| Stand am 30.9.2023 | 30.435 |
| Währungsunterschiede | - 204 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 31 |
| Zugänge | 1.273 |
| Umbuchungen | 143 |
| Abgänge | - 413 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 112 |
| Stand am 30.9.2024 | 31.092 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | |
| Stand am 1.10.2022 | 23.123 |
| Währungsunterschiede | - 283 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 |
| Abschreibungen | 832 |
| Wertminderungsaufwendungen | 2.173 |
| Wertaufholungen | - 13 |
| Umbuchungen | - 9 |
| Abgänge | - 343 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | 0 |
| Stand am 30.9.2023 | 25.481 |
| Währungsunterschiede | - 139 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 26 |
| Abschreibungen | 668 |
| Wertminderungsaufwendungen | 1.140 |
| Wertaufholungen | - 3 |
| Umbuchungen | - 2 |
| Abgänge | - 330 |
| Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte | - 100 |
| Stand am 30.9.2024 | 26.689 |
| Nettowerte | |
| Stand am 1.10.2022 | 6.748 |
| Stand am 30.9.2023 | 4.954 |
| Stand am 30.9.2024 | 4.403 |
Geschäftsjahr 2023 / 2024
Zuwendungen der öffentlichen Hand
In 2023 /2024 sind dem Segment Steel Europe Investitionszuwendungen, die von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Baus der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg gewährt werden, in Höhe von 427 Mio € zugesagt worden; hiervon reduzierten 219 Mio € die Herstellungskosten für Anlagen in Bau und 208 Mio € die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen, die unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten (vgl. Anhang-Nr. 12) ausgewiesen werden. In 2023 / 2024 sind dem Konzern von diesen zugesagten Investitionszuwendungen 417 Mio € zugeflossen.
Wertminderungen im Segment Steel Europe einschließlich Wertminderungen auf Corporate Assets
Im 1. Quartal 2023 / 2024 wurden im Segment Steel Europe im Wesentlichen aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten Wertminderungen erforderlich. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 8,54 % für die zukünftigen Cashflows ergab sich ein relevanter Nutzungswert von 3.655 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsaufwand beträgt 183 Mio €. Hiervon entfallen 81 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 60 Mio € auf Anlagen im Bau, 17 Mio € auf Bauten, 13 Mio € auf Grundstücke, 9 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 2 Mio € auf Entwicklungskosten und 1 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 154 Mio € wurden in den Umsatzkosten, 22 Mio € in den allgemeine Verwaltungskosten, 6 Mio € in den Vertriebskosten und 1 Mio € in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf den zum damaligen Zeitpunkt aktuellen Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2034 / 2035 unter Berücksichtigung der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2063.
Im 4. Quartal 2023 / 2024 wurde im Segment Steel Europe eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit vorgenommen, aus der eine Wertminderung resultierte. Für die Ermittlung des erzielbaren Betrages des Segments bzw. der Cash Generating Unit Steel Europe wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten berechnet. Die Vermögenswerte und Schulden für qualitativ hochwertiges kornorientiertes Elektroband in Indien wurden aufgrund des anstehenden Verkaufs zum Stichtag als zur Veräußerung gehalten ein gestuft und sind damit nicht mehr in der Wertermittlung des Segments Steel Europe enthalten (vgl. Anhang-Nr. 03). Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde dabei einkommensbasiert (Level 3 der Hierarchielevel von beizulegenden Zeitwerten) ermittelt; hierbei kam bei der Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme ein Kapitalkostensatz (nach Steuern) von 8,2 % zur Anwendung. Auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von 2.409 Mio € wurden Wertminderungen im Anlagevermögen von 779 Mio € erfasst. Die dem Bewertungsmodell zugrundeliegenden Cash Flows basieren auf den aktuellen Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2035 / 2036 unter Berücksichtigung der Effekte aus der verkündeten Anpassung des Produktionsnetzwerkes sowie der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2064 unter Berücksichtigung einer Wachstumsrate, die sich an der Inflationserwartung in Höhe von 2 % ausrichtet. Die stark eingetrübte Konjunkturlage insbesondere im Kernabsatzmarkt Deutschland, die strukturellen Herausforderungen im wichtigen Kundensegment der deutschen Automobilindustrie sowie die hohen Unsicherheiten - insbesondere aus den anhaltenden Belastungen durch die Folgen des Ukrainekriegs sowie die fortwährende globale Konjunkturschwäche - wurden dabei explizit in der nachhaltigen Versand- und Margenerwartung mit entsprechenden Risikoabschlägen in den Zahlungsströmen gewürdigt. Diese Faktoren und Umstände führten in Verbindung mit den anhaltend hohen Energie- und Kapitalkosten sowie die im Geschäftsverlauf erwarteten signifikanten Investitionen, insbesondere in die Grüne Transformation, zu den weiteren Wertminderungen. Hinsichtlich der Grünen Transformation wurden insbesondere die aus dem laufenden Bau der ersten Direktreduktionsanlage erwarteten wirtschaftlichen Effekte, wie auch die aktuellen und zukünftig zu erwartenden gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen (z. B. CO2 -Zertifikatehandel), in den Zahlungsströmen des Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Vom Wertminderungsaufwand von 779 Mio € entfallen 394 Mio € auf Anlagen im Bau, 261 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 47 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 43 Mio € auf Bauten, 25 Mio € auf Grundstücke, 6 Mio € auf Entwicklungskosten und 3 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. 642 Mio € wurden vom Wertminderungsaufwand in den Umsatzkosten, 99 Mio € in den allgemeinen Verwaltungskosten, 30 Mio € in den Vertriebskosten und 8 Mio € in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 478 Mio € nicht erfasst werden. Die Wertuntergrenzen sind im Wesentlichen auf Basis von Vergleichswertverfahren sowie unter Berücksichtigung der Investitionszuwendungen für die Direktreduktionsanlage abgeleitet.
Außerdem erfolgte im 4. Quartal 2023 / 2024 eine Wertberichtigung in Höhe von 25 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets), die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke des Werthaltigkeitstests anteilig auf die Cash Generating Unit allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere bei Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 4. Quartal 2023 / 2024.
Wertminderungen im Segment Materials Services einschließlich Wertminderungen auf Corporate Assets
Aufgrund der insbesondere durch die schwache Konjunktur in Deutschland gesunkenen Nachfrage im lagerführenden Werkstoffhandel und der damit einhergehenden niedrigeren Erwartung an die zukünftige Ertragslage wurden im 1. Quartal 2023 / 2024 im Segment Materials Services innerhalb der Business Unit Distribution Services im Business Field Materials Germany Wertminderungen in H öhe von 37 Mio € erforderlich; hiervon entfallen 16 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 15 Mio € auf Bauten und 6 Mio € auf Entwicklungskosten, die in den Vertriebskosten erfasst wurden. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,32 % angesetzt wurde. Der Nutzungswert beträgt insgesamt 421 Mio €.
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen im 2. Quartal 2023 / 2024 ein Wertminderungsbedarf im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland, UK und Ungarn sowie im automobilnahen Servicecenter in Deutschland identifiziert. Im lagerführenden Werkstoffhandel wurden Wertminderungen in Höhe von insgesamt 53 Mio € erfasst; hiervon entfallen 22 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 16 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und 15 Mio € auf Entwicklungskosten, die in den Vertriebskosten erfasst wurden. Ursächlich für die Wertminderungen waren im Wesentlichen reduzierte Ertragserwartungen infolge gesunkener Nachfrage aufgrund der eingetrübten Konjunkturlage. Die für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils dem Nutzungswert, der für die Cash Generating Units Materials Germany, Materials UK und Materials Hungary 329 Mio €, 121 Mio € bzw. 62 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung länderspezifische Diskontierungszinssätze (nach Steuern) von 7,20 % (für Deutschland), 7,90 % (für UK) und 9,64 % (für Ungarn) angesetzt wurden. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 64 Mio € nicht erfasst werden.
Auch im automobilnahen Service-Center-Geschäft in Deutschland wurden im Segment Materials Services aus gleichen Gründen Wertminderungen im Wesentlichen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 7 Mio € in den Umsatzkosten erfasst. Wie beim lagerführenden Werkstoffhandel entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,31 % insgesamt 252 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 1 Mio € nicht erfasst werden.
Außerdem erfolgte im 2. Quartal 2023 / 2024 eine Wertberichtigung in Höhe von 3 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets), die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die Cash Generating Units allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die Cash Generating Units von Materials Services im Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 2. Quartal 2023 / 2024.
Im 3. Quartal 2023 / 2024 wurde eine Wertminderung der aktivierten Entwicklungskosten im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland in Höhe von 1 Mio € innerhalb der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,02 % insgesamt 274 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 62 Mio € nicht erfasst werden.
Im 4. Quartal 2023 / 2024 wurden darüber hinaus Wertminderungen in Höhe von insgesamt 3 Mio € im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland in den Vertriebskosten erfasst. Hiervon entfallen 1 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 1 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie 1 Mio € auf aktivierte Entwicklungskosten. Ursächlich hierfür waren unverändert zu den unterjährig erfassten Wertminderungen im Wesentlichen reduzierte Ertragserwartungen infolge der eingetrübten Konjunkturlage und der daraus resultierenden gesunkenen Nachfrage. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der für den lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland 217 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,15 % angesetzt wurde. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 58 Mio € nicht erfasst werden.
Zusätzlich wurde aus gleichen Gründen wie in Deutschland im 4. Quartal 2023 / 2024 ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 17 Mio € im lagerführenden Werkstoffhandel in Polen identifiziert. Der für die Bestimmung des Wertminderungsbedarfs relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7, 57 % insgesamt 225 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 17 Mio € nicht erfasst werden.
Über das Geschäftsjahr 2023 / 2024 wurden restrukturierungsbedingte Wertminderungen auf einzelne Vermögenswerte in Höhe von 2 Mio € erfasst, die im Wesentlichen Nutzungsrechte betreffen und in den Umsatzkosten erfasst wurden.
Wertminderungen und Wertaufholungen im Segment Automotive Technology
Im 1. Quartal 2023 / 2024 erfolgten im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im Produktbereich der elektrischen Lenkgetriebe (Steering Gear) in Höhe von 5 Mio € sowie im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektromechanischer Antriebe (Column EPS) in Höhe von 3 Mio €, die jeweils in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Ursächlich für die Wertminderungen waren im Wesentlichen die gestiegenen Kapitalkosten. Im Produktbereich Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 9,08 % insgesamt 386 Mio € beträgt. Auch im Produktbereich Column EPS entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der insgesamt 166 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 9,06 % angesetzt wurde. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 6 Mio € nicht erfasst werden.
Im 2. Quartal 2023/2024 wurden in der Business Unit Automotive Body Solutions Wertminderungen in Höhe von insgesamt 7 Mio € erforderlich; davon betreffen 6 Mio € technische Anlagen und Maschinen und 1 Mio € andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, die in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Ursächlich hierfür waren geringere Ertragserwartungen auf Basis von verringerten Kundenabrufen und verzögerten Neuprojekten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,67 % angesetzt wurde. Der Nutzungswert beträgt insgesamt 118 Mio €.
Im 3. Quartal 2023/2024 erfolgten hingegen Wertaufholungen auf technische Anlagen und Maschinen in der Business Unit Steering sowohl im Produktbereich der elektrischen Lenkgetriebe (Steering Gear) in Höhe von 5 Mio € als auch im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektromechanischer Antriebe (Column EPS) in Höhe von 3 Mio €, die jeweils in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Ursächlich für die Wertaufholungen waren im Wesentlichen gegenüber dem Vorquartal geringere Kapitalkostensätze. Im Produktbereich Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertaufholungsertrags relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,40 % insgesamt 475 Mio € beträgt. Auch im Produktbereich Column EPS entspricht der für die Bestimmung des Wertaufholungsertrags relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der insgesamt 167 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,39 % angesetzt wurde.
Im 4. Quartal 2023 / 2024 erfolgte innerhalb der Business Unit Forged Technologies eine Wertminderung in Höhe von 33 Mio € im Geschäftsbereich Industry. Davon betreffen 19 Mio € technische Anlagen und Maschinen, 12 Mio € Grundstücke und Gebäude, 1 Mio € Anlagen im Bau und 1 Mio € immaterielle Vermögenswerte, die in den Umsatzkosten ausgewiesen wurden. Der wesentliche Anteil der Wertminderung wurde am Produktionsstandort in Copparo, Italien erfasst. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 157 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 9,9 % angesetzt wurde. Grund für die Wertminderung ist die eingetrübte Konjunkturlage für Kettenfahrwerkskomponenten und Fahrwerkssysteme.
Darüber hinaus wurde in der Business Unit Automotive Body Solutions aufgrund verringerter Ertragsaussichten im 4. Quartal 2023 / 2024 ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 27 Mio € in den Umsatzkosten erfasst. Davon betreffen 26 Mio € technische Anlagen und Maschinen sowie 1 Mio € andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert in Höhe von 57 Mio €, zu dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,36 % verwendet wurde. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 6 Mio € nicht erfasst werden.
Ferner wurde in der Business Unit Springs & Stabilizers im 4. Quartal 2023 / 2024 ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 10 Mio € in den Umsatzkosten erfasst. Dieser verteilt sich auf insgesamt sieben Cash Generating Units. 6 Mio € wurden als Wertminderung einer Liegenschaft in Hagen innerhalb der Cash Generating Unit Federn und Stabilisatoren Deutschland aufgrund neuer Erkenntnisse aus einem Baugenehmigungsprozess vorgenommen. Diese auf Basis eines Gutachtens bestehenden neuen Erkenntnisse haben zu einem gesunkenen beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten geführt. In den restlichen Cash Generating Units von Springs & Stabilizers sind die Wertminderungen bei einem Nutzungswert von insgesamt 51 Mio € jeweils kleiner als 2 Mio € und belaufen sich insgesamt auf 4 Mio €. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten vom ermittelten Wertminderungsbedarf 247 Mio € nicht erfasst werden.
Geschäftsjahr 2022 / 2023
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Im 4. Quartal 2022 / 2023 sind Investitionszuwendungen, die von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Baus der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg im Segment Steel Europe zugesagt wurden, in Höhe von 154 Mio € dem Konzern zugeflossen; hiervon reduzierten 47 Mio € die Herstellungskosten für Anlagen in Bau und 107 Mio € die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen, die unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten (vgl. Anhang-Nr. 12) ausgewiesen werden.
Wertminderungen
Im 1. Quartal 2022 / 2023 erfolgte im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe eine Wertminderung in Höhe von 14 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen; ursächlich hierfür war die Steigerung der Kapitalkosten (Diskontierungssatz) zum 31. Dezember 2022. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 554 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,9 % angesetzt wurde.
Im 2. Quartal 2022 / 2023 wurden im Segment Steel Europe aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten Wertminderungen erforderlich. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 8,1 % für die zukünftigen Cashflows ergab sich bei einem Gesamtbuchwert per 31. März 2023 von in Summe 6.142 Mio € ein relevanter Nutzungswert von 5.793 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsbedarf beträgt rund 346 Mio €. Hiervon entfallen 162 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 125 Mio € auf Anlagen im Bau, 33 Mio € auf Bauten, 18 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 6 Mio € auf Entwicklungskosten und 2 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Darüber hinaus entstand ein Wertminderungsbedarf in Höhe von rund 4 Mio € auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf unterschiedlichen Szenarien für den zukünftigen Geschäftsverlauf. Die Ergebnisse der Szenarien wurden mit Wahrscheinlichkeiten gewichtet, welche die aktuelle Management-Einschätzung reflektieren. Das aktuelle Bewertungsumfeld bleibt von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch der dynamischen Entwicklung der Kapitalkosten geprägt.
Die Wertberichtigung in Höhe von 4 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 2. Quartal 2022 / 2023.
Im 3. Quartal 2022 / 2023 erfolgte im Segment Multi Tracks bei der thyssenkrupp Industrial Solutions AG eine vollständige Wertminderung von aktivierten Software-Entwicklungskosten in Höhe von 8 Mio €.
Im 4. Quartal 2022 / 2023 wurden im Segment Steel Europe weitere Wertminderungen im Anlagevermögen von 1.765 Mio € erfasst. Darüber hinaus entstand hieraus ein Wertminderungsbedarf auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind, in Höhe von 23 Mio €. Einem Gesamtbuchwert per 30. September 2023 von 5.434 Mio € stand ein relevanter Nutzungswert von 3.646 Mio € gegenüber; hierbei kam bei der Diskontierung der zukünftigen Cashflows ein Kapitalkostensatz (nach Steuern) von 8,3 % zur Anwendung. Insbesondere die zunehmend eingetrübte Konjunkturlage in Deutschland und Europa mit nachhaltig hohen Energiekosten im internationalen Vergleich sowie die sich daraus ergebenden negativen Implikationen auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ertragserwartungen führten zu einer Anpassung des Nutzungswertes. Die bisherigen mit Wahrscheinlichkeiten gewichteten Szenarien für den Geschäftsverlauf wurden in ein führendes Szenario überführt. Dieses basiert auf den aktuellen und konkretisierten Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2034 / 2035 unter Berücksichtigung der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2063. Zusätzlich reflektieren Risikoabschläge negative Effekte aus stahlindustrietypisch en Konjunkturzyklen, die unter dem Eindruck der bereits genannten eingetrübten Konjunkturlage sowie der sich verstärkenden Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen und stahlmarktspezifischen Rahmenbedingungen überprüft und aktualisiert wurden. Die wirtschaftlichen und stahlmarktspezifischen Rahmenbedingungen führten zu einer Anpassung der kurz- und mittelfristigen Ertragsaussichten sowie zu einer konkreten Anpassung der Parameter (u.a. Versandmenge und Marge) für die Ermittlung der pauschalen Risikoabschläge. Im Wesentlichen aufgrund der hohen Sensitivität des Nutzungswerts gegenüber Anpassungen in der nachhaltigen Marge über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg ergab sich daraus der signifikante Wertminderungsbedarf. In Bezug auf die Grüne Transformation wurden konkret die aus dem Bau der ersten Direktreduktionsanlage zu erwartenden wirtschaftlichen Effekte auf den zukünftigen Geschäftsverlauf wie auch die aktuellen und zukünftig zu erwartenden gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen (z. B. CO2 -Zertifikatehandel) in den Zahlungsströmen des Werthaltigkeitstests berücksichtigt. Dazu gehören u.a. eine abnehmende CO 2-Zertifikatezuteilung, damit einhergehend steigende CO2 -Zertifikatepreise, ein steigender Anteil der Energiekosten an der Stahlproduktion und somit insgesamt höhere Produktionskosten, damit verbunden die Durchsetzbarkeit von höheren Stahlpreisen in Europa (CBAM) und letztendlich auch die ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff an den Produktionsstandorten. Es ist nicht auszuschließen, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres Entwicklungen eintreten, die weitere Wertberichtigungen der Buchwerte im Segment Steel Europe erforderlich machen könnten.
Vom Wertminderungsbedarf von 1.765 Mio € entfallen 778 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 541 Mio € auf Anlagen im Bau, 185 Mio € auf Bauten, 143 Mio € auf Grundstücke, 88 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 25 Mio € auf Entwicklungskosten und 5 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte.
Darüber hinaus entstand ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 23 Mio € auf Corporate Assets, die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Die Wertberichtigung in Höhe von 23 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets) erfolgte in der Einheit Special Units. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch die zahlungsmittelgenerierende Einheit Steel Europe in Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 4. Quartal 2022 / 2023.
Darüber hinaus wurde im Segment Automotive Technology im Rahmen einer erneuten Werthaltigkeitsprüfung im 4. Quartal 2022 / 2023 Wertminderungsbedarf in den Business Units Steering, Bilstein und Automotive Body Solutions identifiziert. In der Business Unit Steering wurden weitere Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im Produktbereich der elektrischen Lenkbetriebe (Steering Gear) in Höhe von 39 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen reduzierte Ertragserwartungen infolge der eingetrübten Konjunkturlage. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 359 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,7 % angesetzt wurde. Auch im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektro-mechanischer Antriebe (Column EPS) der gleichen Business Unit sind aus gleichen Gründen Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 20 Mio € festgestellt worden. Analog zu Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,7 % insgesamt 167 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 11 Mio € nicht erfasst werden.
In der Business Unit Bilstein wurden am Standort Mandern ebenfalls Wertminderungen identifiziert. Die aus dem Werthaltigkeitstest abgeleitete Unterdeckung beläuft sich auf insgesamt 62 Mio €, die aufgrund erreichter Wertuntergrenzen nicht als Wertminderungsaufwand erfasst wird. Grund für die Unterdeckung ist ebenfalls die eingetrübte Konjunkturlage und die daraus resultierenden reduzierten Ertragserwartungen. Der im Rahmen des Werthaltigkeitstests abgeleitete erzielbare Betrag in Höhe von - 21 Mio € entspricht dem Nutzungswert. Der zugrunde gelegte Diskontierungszinssatz (nach Steuern) beträgt 7,5 %.
Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen auch in der Business Unit Automotive Body Solutions in Höhe von 9 Mio € erforderlich; ursächlich hierfür waren u. a. gestiegene Kapitalkosten infolge einer neu definierten Zusammensetzung der Vergleichsunternehmen sowie weitere technische Parameter des Werthaltigkeitstests. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht auch hier dem Nutzungswert, der insgesamt 114 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,9 % angesetzt wurde.
Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den sonstigen Funktionsbereichen.
Die Sachanlagen enthalten auch Nutzungsrechte, deren Zusammensetzung und Entwicklung nachfolgend dargestellt ist:
ENTWICKLUNG NUTZUNGSRECHTE
| Mio € | Grundstücke | Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||||
| Stand am 1.10.2022 | 164 | 667 | 56 | 98 | 1 | 985 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 24 | - 2 | - 2 | 0 | - 28 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 6 | 170 | 6 | 23 | 0 | 205 |
| Umbuchungen | 2 | - 2 | 0 | 0 | 0 | - 1 |
| Abgänge | - 1 | - 11 | - 3 | - 5 | 0 | - 20 |
| Stand am 30.9.2023 | 172 | 800 | 56 | 113 | 0 | 1.142 |
| Währungsunterschiede | 1 | - 17 | - 1 | - 1 | 0 | - 19 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 11 | 74 | 19 | 30 | 0 | 134 |
| Umbuchungen | 3 | - 6 | - 11 | - 1 | 0 | - 15 |
| Abgänge | 0 | - 77 | - 4 | - 17 | 0 | - 98 |
| Stand am 30.9.2024 | 186 | 774 | 59 | 125 | 0 | 1.144 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||||
| Stand am 1.10.2022 | 19 | 314 | 29 | 62 | 0 | 424 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 14 | - 1 | - 1 | 0 | - 16 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 7 | 94 | 10 | 20 | 0 | 131 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wertaufholungen | 0 | - 3 | 0 | 0 | 0 | - 3 |
| Umbuchungen | 0 | - 3 | 0 | 0 | 0 | - 4 |
| Abgänge | 0 | - 9 | - 3 | - 5 | 0 | - 17 |
| Stand am 30.9.2023 | 26 | 380 | 34 | 76 | 0 | 516 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 10 | - 1 | - 1 | 0 | - 12 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 7 | 100 | 10 | 20 | 0 | 136 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | - 3 | 0 | 0 | 0 | - 3 |
| Abgänge | 0 | - 25 | - 3 | - 17 | 0 | - 45 |
| Stand am 30.9.2024 | 33 | 443 | 38 | 78 | 0 | 592 |
| Nettowerte | ||||||
| Stand am 1.10.2022 | 145 | 353 | 27 | 36 | 0 | 561 |
| Stand am 30.9.2023 | 146 | 420 | 22 | 38 | 0 | 626 |
| Stand am 30.9.2024 | 153 | 331 | 21 | 47 | 0 | 552 |
Der thyssenkrupp Konzern mietet als Leasingnehmer im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Verbindlichkeiten werden innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen (vgl. Anhang-Nr. 17).
Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 46 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €).
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.
Zum 30. September 2024 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 12 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 22 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €); davon wurden 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 18 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 3 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.
06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und gemeinschaftliche Tätigkeit
(Joint Operation)
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind mit Ausnahme des Anteils der Beteiligung an TK Elevator, der nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 24) alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 92 Mio € (Vorjahr: 267 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 137 Mio € (Vorjahr: 114 Mio €).
Mit dem Vollzug des Verkaufs von Elevator Technology am 31. Juli 2020 hat thyssenkrupp 18,95 % an der Vertical Topco I S.A. mit Sitz in Luxembourg in Form von mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien erhalten (vgl. Anhang-Nr. 24). Diese Beteiligung wird aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss nach der Equity-Methode bilanziert und ist als wesentlich für thyssenkrupp zu betrachten. Maßgeblicher Einfluss liegt insbesondere vor, da thyssenkrupp einen Sitz im Board der Vertical TopCo S.à.r.l. hat und an wesentlichen Entscheidungsprozessen teilnimmt. Die Elevator-Beteiligung hat für thyssenkrupp ausschließlich einen finanzstrategischen Charakter.
Der Buchwert dieser Beteiligung zum 1. Oktober 2023 betrug 261 Mio € (Vorjahr: 518 Mio €). Durch die Equity-Fortschreibung reduzierte sich der Buchwert um 174 Mio € auf 87 Mio € zum 30. September 2024 (Vorjahr: 261 Mio €).
Im Vorjahr wurde zum 31. März 2023 eine Zuschreibung (Rücknahme von früheren Wertminderungsaufwendungen) in Höhe von 3 Mio € erfasst, die aufgrund des gegenüber dem 30. September 2022 leicht gestiegenen beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten zustande kam. Der für die Bestimmung des Zuschreibungsbetrags relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, für dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 12,02 % angesetzt wurde, belief sich zum 31. März 2023 auf insgesamt 521 Mio €.
Weiterhin ergab sich zum 30. Juni 2023 eine weitere Zuschreibung (Rücknahme von früheren Wertminderungsaufwendungen) in Höhe von 28 Mio €. Diese resultierte aus dem im Vergleich zum 31. März 2023 erneut gestiegenen beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Der für die Bestimmung dieser Zuschreibung relevante beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten betrug zum 30. Juni 2023 insgesamt 549 Mio €. Für die Ermittlung wurde ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 12,01 % angesetzt.
Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde jeweils unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Verwendungen der zum Bilanzstichtag vorliegenden beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren abgeleitet und ist in Level 3 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13 einzustufen.
Nachfolgend sind die wesentlichen Finanzinformationen des Konzerns der Vertical Topco I S.A. dargestellt. Die Werte beziehen sich nicht auf die Anteile, welche der thyssenkrupp AG zurechenbar sind, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100% dar und werden anschließend auf den Buchwert, der in die thyssenkrupp Konzernbilanz einbezogen wird, übergeleitet.
FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN VERTICAL TOPCO I S.A.
| Mio € | 30.9.2023 2022 / 20231) | 30.9.2024 2023 / 20242) |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 20.752 | 20.513 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 3.616 | 3.739 |
| davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 423 | 404 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 17.827 | 18.657 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 4.794 | 4.819 |
| Umsatzerlöse | 8.803 | 9.192 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | - 468 | - 790 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 0 | 0 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 468 | - 790 |
| Sonstiges Ergebnis | - 1.005 | - 182 |
| Gesamtergebnis | - 1.473 | - 972 |
1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2023; Fortschreibung zum 30.9.2023 wurde geschätzt.
2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2024; Fortschreibung zum 30.9.2024 wurde geschätzt.
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG AUF DEN BUCHWERT, DER IN DIE KONZERN-BILANZ EINBEZOGEN WURDE
| Mio € | 30.9.2023 2022 / 20231) | 30.9.2024 2023 / 20242) |
|---|---|---|
| Netto-Vermögenswerte zum 1.10. | 3.221 | 1.748 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 468 | - 790 |
| Sonstiges Ergebnis (Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung) | - 1.000 | - 165 |
| Übriges sonstiges Ergebnis | - 5 | - 17 |
| Netto-Vermögenswerte zum 30.9. | 1.748 | 777 |
| Anteil der Netto-Vermögenswerte zum 30.9., die auf den thyssenkrupp Konzern entfallen | 331 | 147 |
| Wertminderungsaufwendungen | - 105 | - 105 |
| Sonstige Überleitungseffekte | 35 | 44 |
| Buchwert zum 30.9. | 261 | 87 |
1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2023; Fortschreibung zum 30.9.2023 wurde geschätzt.
2) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2024; Fortschreibung zum 30.9.2024 wurde geschätzt.
Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Konzernanteil beziehen.
AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNWESENTLICHEN BETEILIGUNGEN
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschaftsunternehmen | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | - 1 | 0 | 39 | 56 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | - 14 | - 2 |
| Gesamtergebnis | - 1 | 0 | 25 | 54 |
In 2023 / 2024 gab es anteilige Gewinne von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 4 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 4 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €).
Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der vollständigen Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften enthalten, die Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses ist. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung-und-publikationen/ veröffentlicht.
Gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation)
Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) ist für den thyssenkrupp Konzern eine wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation). HKM, an der die im thyssenkrupp Konzern vollkonsolidierte thyssenkrupp Steel Europe AG einen Anteil in Höhe von 50,0 % hält, liefert ausschließlich Brammen als Vormaterial an seine Gesellschafter. Die Belieferung anderer Kunden durch die HKM ist ausgeschlossen, um eine eigene Vormaterialbasis ohne Knowhow-Verlustrisiko zu erhalten. Damit verbunden ist die Abnahmeverpflichtung einer Basisvertragsmenge, um eine wirtschaftliche Auslastung zu gewährleisten.
Die Finanzierung von HKM erfolgt in der Regel durch Bankdarlehen, für die die Gesellschafter keine Garantie zur Besicherung abgegeben haben. Allerdings werden die Zins- und Tilgungsverpflichtungen durch eine Kostenübernahmeverpflichtung der Gesellschafter faktisch finanziert.
Die gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ist in der vollständigen Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften enthalten, die Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses ist. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstattung-und-publikationen/ veröffentlicht.
07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)
Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.
Die zukünftigen Mieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:
MIETERTRÄGE
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 8 | 6 |
| Über einem bis zwei Jahre | 5 | 4 |
| Über zwei bis drei Jahre | 4 | 3 |
| Über drei bis vier Jahre | 3 | 2 |
| Über vier bis fünf Jahre | 2 | 1 |
| Über fünf Jahre | 10 | 9 |
| Insgesamt | 31 | 26 |
08 Vorräte
VORRÄTE
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Rohstoffe | 1.786 | 1.575 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 465 | 496 |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 1.967 | 1.958 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 3.334 | 3.254 |
| Insgesamt | 7.553 | 7.284 |
Von den Vorräten haben 21 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 30.886 Mio € (Vorjahr: 32.848 Mio €) sind als Aufwand des Berichtsjahres erfasst worden. Im Berichtsjahr ergaben sich preisbedingte Wertberichtigungen bei den Vorräten in Höhe von 13 Mio €, die in den Umsatzkosten enthalten sind (Vorjahr: 65 Mio € Zuschreibungen).
09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 31 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2024 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 215 Mio € (Vorjahr: 241 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.
thyssenkrupp hat über Asset-Backed-Securities-Programme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. thyssenkrupp trägt in den einzelnen Transaktionen geringe Anteile am Kreditrisiko. Die übrigen kreditrisikobedingten Ausfälle übernehmen die jeweiligen Käufer. thyssenkrupp bilanziert die verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weiterhin in Höhe ihres anhaltenden Engagements, d.h. in Höhe des Maximalbetrags, mit dem sie weiterhin für das den verkauften Forderungen innewohnende Kreditrisikohaftet und passiviert eine korrespondierende finanzielle Verbindlichkeit.
Der Teil der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der zum Stichtag noch nicht durch Kundenzahlungen ausgeglichen ist, hat einen Buchwert in Höhe von 403 Mio € (Vorjahr: 472 Mio €). Es existieren Forderungen im Rahmen des anhaltenden Engagements mit einem Buchwert und einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 6 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) und eine korrespondierende finanzielle Verbindlichkeit mit einem Buchwert und einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) sowie eine Nettoposition zwischen beiden in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €).
10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern weist zum 30. September 2024 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 807 Mio € (Vorjahr: 1.069 Mio € angepasst; vgl. Anhang-Nr. 25) aus; davon haben 390 Mio € (Vorjahr: 467 Mio € angepasst) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von - 1 Mio € (Vorjahr: - 10 Mio €) innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Die im Berichtsjahr eingetretene Abnahme der Vertragsvermögenswerte resultierte hauptsächlich aus der Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India im Segment Decarbon Technologies, aus gesunkenen Auftragskosten bei den Anlagenbaugeschäften im Segment Automotive Technology sowie aus der Währungsumrechnung.
Der Konzern weist zum 30. September 2024 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 2.735 Mio € (Vorjahr: 2.566 Mio € angepasst; vgl. Anhang-Nr. 25) aus; davon haben 1.689 Mio € (Vorjahr: 1.140 Mio € angepasst) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten betraf überwiegend die Anlagenbaugeschäfte im Segment Marine Systems; hier stand einer Zunahme der kumuliert erfassten Kundenanzahlungen eine wertmäßig geringere Zunahme der kumuliert erfassten Auftragskosten und -ergebnisse gegenüber. Gegenläufig wirkte insbesondere die Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India im Segment Decarbon Technologies. Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 / 2024 wurden Umsatzerlöse von 2.203 Mio € (Vorjahr: 2.145 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2023 / 2024 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 214 Mio € (Vorjahr: 143 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.
Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2024 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 16.302 Mio € (Vorjahr: 19.921 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:
KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2024
Mio €
| (für die Geschäftsjahre) | |
|---|---|
| 2024 / 2025 | 3.944 |
| 2025 / 2026 - 2028 / 2029 | 11.356 |
| nach 2028 / 2029 | 1.002 |
| Insgesamt | 16.302 |
Im Vorjahr stellten sich die erwarteten künftigen Umsatzerlöse wie folgt dar:
KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2023
Mio €
| (für die Geschäftsjahre) | |
|---|---|
| 2023 / 2024 | 4.400 |
| 2024 / 2025 - 2027 / 2028 | 14.082 |
| nach 2027 / 2028 | 1.439 |
| Insgesamt | 19.921 |
11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 477 | 858 | 454 | 946 |
| Eigenkapitalinstrumente | 0 | 85 | 0 | 95 |
| Fremdkapitalinstrumente | 11 | 37 | 12 | 0 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 48 | - | 50 | - |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 32 | - | 20 | - |
| Insgesamt | 568 | 980 | 536 | 1.041 |
Die sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlich Forderungen im Zusammenhang mit Agententätigkeiten, Ansprüche aus Boni und Rabatten sowie Forderungen aus Preisanpassungen.
Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 1.059 Mio € (Vorjahr: 992 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2024 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 3 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) für kurzfristige und 18 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.
12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | - | 23 | - | 38 |
| Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen | - | 595 | - | 351 |
| Geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte | - | 0 | - | 0 |
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.082 | - | 1.150 | - |
| Vorauszahlungen | 219 | - | 287 | - |
| Übrige | 566 | 15 | 439 | 76 |
| Insgesamt | 1.867 | 634 | 1.876 | 465 |
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 765 Mio € (Vorjahr: 902 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2024 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 35 Mio € (Vorjahr: 33 Mio €) für kurzfristige und 5 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.
Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte enthalten 37 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) aus der nach IFRS 15 bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen erforderlichen Aktivierung von Kosten für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden.
In 2023/2024 sind dem Segment Steel Europe Investitionszuwendungen, die von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Baus der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg im Segment Steel Europe gewährt werden, in Höhe von 427 Mio € (Vorjahr: 154 Mio €) zugesagt worden; hiervon reduzierten 219 Mio € (Vorjahr: 47 Mio €) die Herstellungskosten für Anlagen in Bau, die in den Sachanlagen ausgewiesen werden (vgl. Anhang-Nr. 05) und 208 Mio € (Vorjahr: 107 Mio €) die geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen. In 2023 / 2024 sind dem Konzern von diesen zugesagten Investitionszuwendungen 417 Mio € (Vorjahr: 154 Mio €) zugeflossen.
13 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Zum 30. September 2024 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.
Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung. Diese Position erhöhte sich in 2022 / 2023 um 260 Mio € im Zusammengang mit dem Börsengang einschließlich Kapitalerhöhung von thyssenkrupp nucera im Juli 2023.
Nicht beherrschende Anteile
Diese Position erhöhte sich in 2022 / 2023 um 309 Mio € im Zusammengang mit dem Börsengang einschließlich Kapitalerhöhung von thyssenkrupp nucera im Juli 2023.
Angaben zum Kapitalmanagement
Zum 30. September 2024 lag die Eigenkapitalquote bei 35,3 % (Vorjahr: 38,9 % angepasst; vgl. Anhang-Nr. 25). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des thyssenkrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.
Der thyssenkrupp Konzern verfügt derzeit über folgende Ratings:
RATING
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB | B | stable |
| Moody's | Ba3 | Not Prime | positive |
Die Ratingagentur Moody's hat im Dezember 2023 bei unverändertem Rating den Ausblick von "stable" auf "positive" angehoben . Daneben hat thyssenkrupp die Bewertung durch die Ratingagentur Fitch zum 31. Dezember 2023 beendet. Aktuell befinden sich die beiden Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung des thyssenkrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.
Ermächtigungen
Durch den Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:
Der Vorstand der thyssenkrupp AG wurde ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 3. Februar 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmen Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10 % des Grundkapitals beschränkt ist.
Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Februar 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10 % des Grundkapitals beschränkt ist.
Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.
Der Vorstand wurde bis zum 3. Februar 2027 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. D er Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.
Dividende
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 eine Dividende in Höhe von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 93 Mio € ergeben. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurde eine Dividende von 0,15 € gezahlt.
14 Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns. Zum 30. September 2024 sind für den LTI in der 11. Tranche 4.705.774 Wertrechte, in der 12. Tranche 3.317.180 Wertrechte, in der 13. Tranche 6.107.337 Wertrechte und in der 14. Tranche 5.301.212 Wertrechte ausgegeben.
Der LTI wird in jährlichen Tranchen gewährt. Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig zugeteilt. Die Anzahl virtueller Aktien, die den Planteilnehmern am Ende der Laufzeit einer Tranche final zugeteilt wird, ist abhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Leistungskriterien über den jeweiligen vierjährigen Performance-Zeitraum. Die finale Anzahl an Wertrechten kann daher von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Die Erdienung erfolgt für die Vorstandsmitglieder zeitanteilig über das Geschäftsjahr, für welches die jeweilige Tranche gewährt wird, für die weiteren teilnehmenden Führungskräfte zeitanteilig über den vierjährigen Performance-Zeitraum.
Beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche des Incentiveplans wurde das Plandesign für die Vorstandsmitglieder sowie für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte angepasst.
Für die Vorstandsmitglieder bestimmt sich die finale Anzahl an virtuellen Aktien am Ende des Performance-Zeitraums anhand der drei additiv verknüpften Leistungskriterien relativer Total Shareholder Return (TSR - Maßzahl für die Entwicklung des Werts eines Aktienengagements, bezogen auf Kursentwicklung und Dividenden, über einen bestimmen Zeitraum), Return on Capital Employed (ROCE - Renditekennzahl, die sich aus der Division von EBIT durch durchschnittliches Capital Employed errechnet) und Nachhaltigkeit, für die der Aufsichtsrat vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche beschließt, die über die gesamte vierjährige Laufzeit der Tranche Gültigkeit haben. Der tkVA ist damit beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche als Leistungskriterium nicht mehr relevant. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.
Die Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG sind zudem verpflichtet, thyssenkrupp-Aktien im Wert von insgesamt einem Jahresfestgehalt (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Es gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbet rag in Höhe von 25 % der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (Short Term Incentive und LTI), bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs.
Für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte in den Segmenten Materials Services, Automotive Technology, Steel Europe und Marine Systems sowie für die Business Units Rothe Erde und Forged Technologies gilt ein am weiterentwickelten Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder orientiertes LTI Plandesign, jedoch in geschäftsspezifischer Ausgestaltung. Die finale Anzahl an Wertrechten bestimmt sich dabei nach Ablauf eines ebenfalls vierjährigen Performance-Zeitraums und stellt schwerpunktmäßig auf den Erfolg des jeweiligen Segments bzw. der jeweiligen Business Unit ab, bestimmt anhand von bis zu drei additiv verknüpften Leistungskriterien (Bereinigte EBIT-Marge, ROCE und Nachhaltigkeit). Auch hier stellt der tkVA beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ausgegebenen 11. Tranche kein relevantes Leistungskriterium mehr dar. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.
Für die teilnahmeberechtigten Führungskräfte im Bereich Corporate Headquarters und im ehemaligen Segment Multi Tracks gilt das LTI Plandesign des Vorstands, im Falle von Multi Tracks zuzüglich eines diskretionären Faktors, mit dem der Vorstand die sich auf Basis der drei oben genannten, additiv verknüpften Leistungskriterien ergebende Anzahl an Wertrechten zur zusätzlichen Berücksichtigung der spezifischen Performance des Segments um bis zu 50 % anheben oder absenken kann. Dem diskretionären Faktor liegen dabei keine vorab definierten Kriterien zugrunde, sondern dieser dient lediglich der Anpassung ex post, wenn der Vorstand nach Ablauf der Tranche unter Würdigung der Gesamtumstände zu dem Ergebnis kommt, dass die Übernahme der Zielerreichung des Vorstands für die teil nehmenden Führungskräfte bei Multi Tracks zu unangemessenen Ergebnissen führen würde. Entsprechend beläuft sich der Faktor im Normalfall auf 1,0.
Beginnend mit der im Geschäftsjahr 2023 /2024 ausgegebenen 14. Tranche des Incentiveplans wurde das Plandesign erneut angepasst; für alle weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte gilt unabhängig von der Segmentzugehörigkeit das Plandesign des Vorstands mit den entsprechenden Leistungskriterien auf Konzernebene.
Eine Verpflichtung wie für den Vorstand der thyssenkrupp AG zum Erwerb und Halten von thyssenkrupp-Aktien besteht für die weiteren am LTI teilnahmeberechtigten Führungskräfte nicht.
Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der in bar abzugeltenden Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:
2024
| 11. Tranche LTI | 12. Tranche LTI | 13. Tranche LTI | 14. Tranche LTI | |
|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 30.09.2024 | 30.09.2025 | 30.09.2026 | 30.09.2027 |
| Mittelungsperiode | 20.8. - 30.9.2024 | 20.8. - 30.9.2025 | 20.8. - 30.9.2026 | 20.8. - 30.9.2027 |
| thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag | 3,48 € | 3,48 € | 3,48 € | 3,48 € |
| Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit | - | 0,15 € zum 5.2.2025 | 0,15 € zum 5.2.2025 0,15 € zum 11.2.2026 | 0,15 € zum 5.2.2025 0,15 € zum 11.2.2026 0,15 € zum 10.2.2027 |
| Durchschnittliche Dividendenrendite | - | 4,74 % | 4,64 % | 4,65 % |
| Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) | - | 2,82 % | 2,35 % | 2,25 % |
| Beizulegender Wert per 30.9.2024 | ||||
| - ungedeckelt | 3,13 € | 3,33 € | 3,18 € | 3,04 € |
| - gedeckelt | 3,13 € | 3,33 € | 3,18 € | 3,04 € |
Durch die Verlängerung des Performance-Zeitraums auf vier Geschäftsjahre erfolgte in 2023 / 2024 keine Zahlung aus dem Long-Term-Incentive-Plans LTI, nachdem im 2. Quartal 2022 / 2023 die 10. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 5,37 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 12,1 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2023 / 2024 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 14. Tranche des LTI gewährt.
Insgesamt enthält das Ergebnis 2023 / 2024 einen Ertrag aus anteilsbasierter Vergütung mit Abgeltung in bar in Höhe von 27 Mio € (Vorjahr: 42 Mio € Aufwand) und einen Aufwand aus anteilsbasierter Vergütung mit Abgeltung in thyssenkrupp Aktien in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €). Zum 30. September 2024 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 35 Mio € (Vorjahr: 63 Mio €). Darüber hinaus werden für die aktienbasierte Vergütung der Mitglieder des Vorstands 1 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) im Eigenkapital ausgewiesen.
Hintergrund für den Ausweis im Eigenkapital ist, dass alle Vorstandsmitglieder verpflichtet sind, thyssenkrupp Aktien insgesamt im Wert eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Dabei handelt es sich um eine anteilsbasierte Vergütung mit Abgeltung in Eigenkapitalinstrumenten. Der jährliche Mindestinvestitionsbetrag beträgt ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 25 % der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen bis das vorgesehene Investitionsvolumen erreicht ist. Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile beinhalten neben dem vorstehend beschriebenen LTI auch einen Short-Term-Incentive (STI), welcher sich an den Leistungsindikatoren Jahresüberschuss und Free Cashflow vor M&A auf Konzernebene sowie der individuellen Leistung der Vorstandsmitglieder bemisst; die zugehörige Performance-Periode umfasst jeweils ein Geschäftsjahr. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs. Vgl. dazu auch die Ausführungen zur Vergütung des aktiven Vorstands in Anhang-Nr. 23.
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 wurden den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG 832.149 Wertrechte der 14. Tranche des LTI gewährt, deren Aufteilung nachfolgend dargestellt ist.
Bedingt durch die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Auszahlung dieser Tranche ein Vorstandsmitglied nicht mehr dem Vorstand angehören wird (Modifikation gemäß IFRS 2) und ein Vorstandsmitglied die Aktienerwerbspflicht bereits erfüllt hat, wird die Abgeltung für diese beiden Vorstandsmitglieder komplett in bar erfolgen. Der Ausweis erfolgt damit nicht mehr im Eigenkapital, sondern in den Rückstellungen.
14. TRANCHE LTI
| Anzahl an Wertrechten | Durchschnittsgewichteter beizulegender Zeitwert | |
|---|---|---|
| Abgeltung in thyssenkrupp Aktien (= equity settled) | 35.562 | 5,97 € zum Gewährungszeitpunkt 7.11.2023 |
| 28.005 | 5,70 € zum Gewährungszeitpunkt 1.1.2024 | |
| 6.223 | 4,20 € zum Gewährungszeitpunkt 1.6.2024 | |
| Abgeltung in bar (= cash settled) | 762.359 | 3,48 € zum Bilanzstichtag |
Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts für die 14. Tranche des LTI erfolgte jeweils mittels einer Monte-Carlo-Simulation, wobei die Volatilität als at-the-money implizierte Volatilität mit entsprechender Laufzeit anhand von Kapitalmarktdaten ermittelt wird . Die Gewährung erfolgte für drei Vorstandsmitglieder zum 7. Oktober 2023 sowie aufgrund der unterjährigen Bestellung im Geschäftsjahr 2023 / 2024 für zwei Vorstandsmitglieder zum 1. Januar 2024 und für ein Vorstandsmitglied zum 1. Juni 2024.
Die bewertungsrelevanten Annahmen für die thyssenkrupp Aktie für die Bewertung der 14. Tranche des LTI zum Gewährungszeitpunkt am 7. November 2023 wurden anhand von Marktwerten festgelegt und stellen sich wie folgt dar:
| Aktienkurs | 6,67 € |
| Risikoloser Zinssatz | 3,92 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 3,63 % |
| Volatilität | 41,78 % |
| Restlaufzeit | 3,90 Jahre |
Bei der Bewertung wurden für die Berechnung des relativen Total Shareholder Returns die Aktienkurse der Vergleichsunternehmen simuliert. Die hierfür verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:
| Volatilität | 20,00 % - 42,94 % |
| Risikoloser Zinssatz | 3,92 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 0,00 % - 11,62 % |
| Korrelation mit der thyssenkrupp Aktie | - 58,04 % - 27,04 % |
Die bewertungsrelevanten Annahmen für die thyssenkrupp Aktie für die Bewertung der 14. Tranche des LTI zum Gewährungszeitpunkt am 1. Januar 2024 wurden anhand von Marktwerten festgelegt und stellen sich wie folgt dar:
| Aktienkurs | 6,31 € |
| Risikoloser Zinssatz | 2,24 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 4,18 % |
| Volatilität | 38,53 % |
| Restlaufzeit | 3,76 Jahre |
Bei der Bewertung wurden für die Berechnung des relativen Total Shareholder Returns die Aktienkurse der Vergleichsunternehmen simuliert. Die hierfür verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:
| Volatilität | 20,63 % - 53,88 % |
| Risikoloser Zinssatz | 2,24 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 0,00 % - 10,41 % |
| Korrelation mit der thyssenkrupp Aktie | - 53,55 % - 27,13 % |
Die bewertungsrelevanten Annahmen für die thyssenkrupp Aktie für die Bewertung der 14. Tranche des LTI zum Gewährungszeitpunkt am 1. Juni 2024 wurden anhand von Marktwerten festgelegt und stellen sich wie folgt dar:
| Aktienkurs | 4,53 € |
| Risikoloser Zinssatz | 2,98 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 5,56 % |
| Volatilität | 36,41 % |
| Restlaufzeit | 3,34 Jahre |
Bei der Bewertung wurden für die Berechnung des relativen Total Shareholder Returns die Aktienkurse der Vergleichsunternehmen simuliert. Die hierfür verwendeten Annahmen sind in der folgenden Tabelle enthalten:
| Volatilität | 21,61 % - 43,56% |
| Risikoloser Zinssatz | 2,98 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 1,00 % - 7,07 % |
| Korrelation mit der thyssenkrupp Aktie | - 37,13 % - 31,91 % |
Weiterhin wurde eine Zielerreichung für die Ziele ROCE und Nachhaltigkeit sowie die vertraglich festgelegten Auszahlungshöchstgrenzen berücksichtigt.
Für die 11. Tranche des LTI beträgt der für die Auszahlung relevante Durchschnittskurs 3,13 €; dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums zum 30. September 2024. Für die übrigen Tranchen des LTI erfolgte die Bewertung des in bar abzugeltenden Anteils mittels der Monte-Carlo-Simulation anhand von Annahmen zum Bilanzstichtag, die in der folgenden Tabelle enthalten sind:
INCENTIVEPLÄNE 2023 / 2024
| 12. Tranche LTI | 13. Tranche LTI | 14. Tranche LTI | |
|---|---|---|---|
| Aktienkurs | 3,48 € | 3,48 € | 3,48 € |
| Risikoloser Zinssatz | 2,47 % | 2,09 % | 2,02 % |
| Erwartete Dividendenrendite | 0,90 % - 9,60 % | 0,90 % - 9,60 % | 0,90 % - 9,60 % |
| Volatilität | 19,34 % - 67,57 % | 19,62 % - 71,11 % | 19,91 % - 73,43 % |
| Restlaufzeit | 1 Jahr | 2 Jahre | 3 Jahre |
15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Pensionen | 5.294 | 5.598 |
| Altersteilzeit | 150 | 135 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 30 | 32 |
| Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 0 | - 3 |
| Insgesamt | 5.474 | 5.762 |
Pensionen
Die Unternehmen im thyssenkrupp Konzern gewähren Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in Deutschland sowie in Abhängigkeit von den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen teilweise auch im Ausland.
Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.
Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.
Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 96 % (Vorjahr: 96 %) der konzernweiten Pensionsverpflichtung und 90 % (Vorjahr: 89 %) des entsprechenden Planvermögens.
In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistung s-pläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in De utschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.
Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeitende im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1 % durch den Arbeitgeber garantiert wird.
Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. Zum 1. Januar 2020 wurde zur Stärkung der Altersversorgung zudem ein zum "flexplan" identisches Modell nur für die Entgeltumwandlung eingeführt (DC2020), welches durch alle Mitarbeitenden genutzt werden kann, die nicht bereits an einer Zusage mit integrierter Entgeltumwandlung teilnehmen können. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" und "DC2020" eine Kapitaldeckung über das konzerneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.
Die Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitenden größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Konzernunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je na ch länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.
Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitenden angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitenden bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und hinsichtlich zukünftiger Dienstzeiten durch Beitragspläne abgelöst.
Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.
Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.
Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlich en Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.
Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.
Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das sonstige Ergebnis im Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.
Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:
AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktive | 99.759 | 23.965 | 123.724 | 54.980 | 17.975 | 72.955 |
| Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeitende | 30.375 | 3.039 | 33.414 | 18.643 | 2.672 | 21.315 |
| Rentner | 78.810 | 7.626 | 86.436 | 74.251 | 8.075 | 82.326 |
| Insgesamt | 208.944 | 34.630 | 243.574 | 147.874 | 28.722 | 176.596 |
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens
Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Veränderung des Anwartschaftsbarwertes: | ||||||
| Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres | 5.624 | 1.888 | 7.512 | 5.381 | 1.794 | 7.174 |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 85 | 30 | 115 | 83 | 33 | 116 |
| Zinsaufwand | 198 | 69 | 266 | 214 | 65 | 279 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 107 | 4 | 111 | - 21 | 22 | 1 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen | 4 | - 17 | - 13 | 0 | - 14 | - 14 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen | - 265 | - 19 | - 284 | 396 | 138 | 535 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 1 | - 1 | 0 | 0 | - 2 | - 2 |
| Planabgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 | - 1 | - 1 |
| Kursdifferenzen | 0 | - 47 | - 47 | 0 | 9 | 9 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | 0 | 25 | 25 | 0 | 26 | 26 |
| Rentenzahlungen | - 373 | - 112 | - 485 | - 373 | - 114 | - 486 |
| Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen | 0 | - 25 | - 25 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | - 13 | - 13 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 5.381 | 1.794 | 7.174 | 5.679 | 1.945 | 7.624 |
| Veränderung des Planvermögens: | ||||||
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres | 200 | 1.884 | 2.084 | 197 | 1.795 | 1.992 |
| Zinsertrag | 7 | 70 | 78 | 8 | 67 | 74 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge | 8 | - 44 | - 36 | 13 | 135 | 148 |
| Kursdifferenzen | 0 | - 40 | - 40 | 0 | 14 | 14 |
| Beiträge der Arbeitgeber | 7 | 32 | 39 | 9 | 32 | 41 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | 7 | 25 | 32 | 8 | 26 | 34 |
| Rentenzahlungen | - 32 | - 105 | - 137 | - 37 | - 108 | - 145 |
| Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen | 0 | - 25 | - 25 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | - 8 | - 8 |
| Verwaltungskosten | 0 | - 3 | - 3 | 0 | - 4 | - 4 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres | 197 | 1.795 | 1.992 | 198 | 1.947 | 2.145 |
Die Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen in 2022 / 2023 betrafen ein Abfindungsprogramm in den USA.
Vom Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 7.624 Mio € (Vorjahr: 7.174 Mio €) beziehen sich 4.702 Mio € (Vorjahr: 4.530 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 2.922 Mio € (Vorjahr: 2.644 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.
Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling
Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:
VERÄNDERUNG NETTOSCHULD
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres | 5.424 | 38 | 5.461 | 5.183 | 24 | 5.208 |
| Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand | 276 | 30 | 305 | 289 | 33 | 322 |
| Effekte aus der Neubewertung | - 162 | 1 | - 160 | 362 | 13 | 374 |
| Kursdifferenzen | 0 | - 8 | - 8 | 0 | - 5 | - 5 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 1 | - 1 | 0 | 0 | - 2 | - 2 |
| Planabgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 | - 1 | - 1 |
| Beiträge der Arbeitgeber | - 7 | - 32 | - 39 | - 9 | - 32 | - 41 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | - 7 | 0 | - 7 | - 8 | 0 | - 8 |
| Rentenzahlungen | - 341 | - 7 | - 348 | - 336 | - 5 | - 341 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | - 5 | - 5 |
| Verwaltungskosten | 0 | 3 | 3 | 0 | 4 | 4 |
| Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres | 5.183 | 24 | 5.208 | 5.481 | 25 | 5.506 |
| davon: Rückstellungen für Pensionen | 5.183 | 110 | 5.294 | 5.481 | 117 | 5.598 |
| davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 0 | - 86 | - 86 | 0 | - 92 | - 92 |
Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:
VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Betrag am Anfang des Geschäftsjahres | 0 | 34 | 34 | 0 | 25 | 25 |
| Zinsaufwand/-ertrag(-) | 0 | 2 | 2 | 0 | 1 | 1 |
| Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge | 0 | - 10 | - 10 | 0 | 1 | 1 |
| Kursdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 0 | - 1 | - 1 |
| Betrag am Ende des Geschäftsjahres | 0 | 25 | 25 | 0 | 27 | 27 |
Netto-Pensionsaufwendungen
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:
NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 85 | 30 | 115 | 83 | 33 | 116 |
| Nettozinsaufwand | 191 | 0 | 190 | 206 | 0 | 206 |
| Verwaltungskosten | 0 | 3 | 3 | 0 | 4 | 4 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 1 | - 1 | 0 | 0 | - 2 | - 2 |
| Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 | - 1 | - 1 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne | 276 | 32 | 308 | 289 | 35 | 324 |
Bewertungsannahmen
Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2024 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 3,4 % (Vorjahr: 4,2 %).
Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:
DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in % | Deutschland | Übrige Länder | Insgesamt | Deutschland | Übrige Länder | Insgesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | 4,20 | 3,83 | 4,11 | 3,40 | 2,98 | 3,29 |
| Gehaltsdynamik | 3,00 | 1,63 | 2,77 | 3,00 | 2,01 | 2,82 |
| Rentendynamik | 2,20 | 1,62 | 2,14 | 2,10 | 1,53 | 2,03 |
Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an die konzernspezifischen Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: Für Planteilnehmer mit lebenslanger Rente: planspezifische Sterbetafel, für Planteilnehmer ohne lebenslange Rente: PRI-2012 modifiziert gemäß MP-2021 für Blue Collars (Arbeiter); Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2023 Model; Liechtenstein: BVG2020 Gen (bei Invalidität 80 % BVG2020).
Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz a ller weiteren Annahmen unterstellt:
SENSITIVITÄTSANALYSE
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) |
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) |
||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte | - 252 | - 104 | - 278 | - 116 |
| Verringerung um 0,5 Prozentpunkte | 270 | 113 | 298 | 128 | |
| Gehaltsdynamik | Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte | 4 | 5 | 4 | 6 |
| Verringerung um 0,5 Prozentpunkte | - 4 | - 5 | - 4 | - 6 | |
| Rentendynamik | Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte | 82 | 22 | 85 | 26 |
| Verringerung um 0,25 Prozentpunkte | - 81 | - 22 | - 84 | - 25 | |
| Sterbewahrscheinlichkeit | Verringerung um 10,0 Prozentpunkte | 168 | 63 | 176 | 69 |
Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10 % abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.
Planvermögen
Der Großteil des Planvermögens des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.
Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitenden des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.
Für die wesentlichen Teile des Planvermögens des Konzerns werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).
Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.
Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 90 % (Vorjahr: 89 %) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:
PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS
| 30.9.2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert (Mio €) |
||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlageklassen | Insgesamt | Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Anteil am wesentlichen Planvermögen (in %) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktien | 525 | 497 | 28 | 30 |
| Anleihen | 909 | 892 | 17 | 51 |
| Derivate | 5 | 5 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 65 | 65 | 0 | 4 |
| Sonstige/Immobilien | 265 | 197 | 67 | 15 |
| Insgesamt | 1.768 | 1.656 | 112 | 100 |
| 30.9.2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert (Mio €) |
||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlageklassen | Insgesamt | Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Anteil am wesentlichen Planvermögen (in %) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktien | 545 | 523 | 22 | 28 |
| Anleihen | 1.003 | 982 | 21 | 52 |
| Derivate | 4 | 4 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 73 | 73 | 0 | 4 |
| Sonstige/Immobilien | 297 | 251 | 46 | 15 |
| Insgesamt | 1.923 | 1.834 | 90 | 100 |
Für den 2017 eingeführten "flexplan" als wertpapiergebundene Versorgungszusage sowie für das DC2020-Modell erfolgt eine periodengerechte Ausfinanzierung. Im Ausland nutzt thyssenkrupp darüber hinaus externe Pensionsfonds, um die Pensionsverpflichtungen zu bedienen. Hierbei dotiert der Konzern grundsätzlich die Pensionsfonds in Höhe des Betrages, der erforderlich ist, um die gesetzlichen bzw. regulatorischen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes zu erfüllen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 48 Mio € (Vorjahr: 46 Mio €).
Pensionszahlungen
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 373 Mio € (Vorjahr: 373 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 114 Mio € (Vorjahr: 112 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:
KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
|---|---|---|---|
| (für die Geschäftsjahre) | |||
| 2024 / 2025 | 477 | 135 | 611 |
| 2025 / 2026 | 395 | 133 | 528 |
| 2026 / 2027 | 411 | 132 | 543 |
| 2027 / 2028 | 402 | 133 | 535 |
| 2028 / 2029 | 396 | 132 | 528 |
| 2029 / 2030 - 2033 / 2034 | 1.757 | 637 | 2.394 |
| Insgesamt | 3.838 | 1.302 | 5.140 |
Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 10 Jahre (Vorjahr: 10 Jahre) und für die übrigen Länder 13 Jahre (Vorjahr: 12 Jahre).
Beitragspläne
Für die im In- und Ausland über Pensionskassen/-fonds bzw. vergleichbare Versorgungseinrichtungen bereitgestellte Pläne erbringen Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeitenden oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeitenden. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 26 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 480 Mio € (Vorjahr: 462 Mio €) gezahlt.
Altersteilzeit
Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitenden eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.
16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen
RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
| Mio € | Leistungen an Arbeitnehmer | Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen | Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken | Restrukturierungen |
|---|---|---|---|---|
| Stand am 30.9.2023 | 417 | 425 | 211 | 94 |
| Währungsunterschiede | - 3 | - 2 | 0 | - 1 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 6 | - 3 | 0 | 0 |
| Zuführungen | 204 | 167 | 272 | 281 |
| Aufzinsung | 8 | 0 | 0 | 0 |
| Umgliederung | 0 | 14 | 0 | 0 |
| Inanspruchnahmen | - 170 | - 74 | - 113 | - 79 |
| Auflösungen | - 51 | - 41 | - 170 | - 10 |
| Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | - 3 | - 14 | - 1 | 0 |
| Stand am 30.9.2024 | 407 | 472 | 199 | 287 |
| Mio € | Entfernungsverpflichtungen | Sonstige |
|---|---|---|
| Stand am 30.9.2023 | 312 | 476 |
| Währungsunterschiede | 0 | - 6 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 10 |
| Zuführungen | 37 | 149 |
| Aufzinsung | 22 | 2 |
| Umgliederung | 0 | - 14 |
| Inanspruchnahmen | - 6 | - 185 |
| Auflösungen | - 44 | - 44 |
| Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | 0 | - 1 |
| Stand am 30.9.2024 | 322 | 388 |
| Mio € | Insgesamt |
|---|---|
| Stand am 30.9.2023 | 1.936 |
| Währungsunterschiede | - 11 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 13 |
| Zuführungen | 1.110 |
| Aufzinsung | 32 |
| Umgliederung | 1 |
| Inanspruchnahmen | - 626 |
| Auflösungen | - 360 |
| Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten | - 19 |
| Stand am 30.9.2024 | 2.076 |
Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2024 sind 1.422 Mio € (Vorjahr: 1.271 Mio €) kurzfristig und 654 Mio € (Vorjahr: 665 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.055 Mio € (Vorjahr: 1.047 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).
Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Auflösungen betreffen insbesondere das Segment Automotive Technology.
Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 281 Mio € entfallen 131 Mio € auf Automotive Technology, 70 Mio € auf Decarbon Technologies, 71 Mio € auf Materials Services, 7 Mio € auf Steel Europe und 2 Mio € auf die Einheit Service Units.
Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen. Die Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren betragen zum 30. September 2024 133 Mio € (Vorjahr: 124 Mio €). Für die Ermittlung wurde ein laufzeitadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 3,6 % (Vorjahr: 3,75 %) zugrunde gelegt. Die Veränderung der Verpflichtung resultiert insbesondere aus der Zinssenkung.
Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen.
17 Finanzschulden
FINANZSCHULDEN
| Buchwerte Mio € |
30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Anleihen | 599 | 89 |
| Schuldscheindarlehen | 12 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 53 | 36 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 555 | 524 |
| Sonstige Darlehen | 94 | 0 |
| Langfristige Finanzschulden | 1.313 | 650 |
| Anleihen | 1.499 | 600 |
| Schuldscheindarlehen | 0 | 12 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 36 | 21 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 123 | 129 |
| Sonstige Darlehen | 53 | 62 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 1.712 | 823 |
| Finanzschulden | 3.025 | 1.472 |
Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.
Finanzschulden in Höhe von 46 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.
Per 30. September 2024 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.
ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN
| Buchwert in Mio € 30.9.2023 | Buchwert in Mio € 30.9.2024 | Nominalwert 30.9.2024 | Zinssatz in % |
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.9.2024 | Fälligkeit | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015 / 2025 | 599 | 600 | 600 | 2,500 | 595 | 25.2.2025 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019 / 2024 | 1.499 | - | - | - | - | 22.2.2024 |
| Schuldverschreibung thyssenkrupp AG (100 Mio USD) 2016 / 2026 | - | 89 | 89 | 4,125 | 90 | 26.1.2026 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2019 / 2024 | 4 | 4 | 4 | 2,300 | 4 | 30.12.2024 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2022 / 2025 | 8 | 8 | 8 | 2,500 | 8 | 30.6.2025 |
| Insgesamt | 2.110 | 701 | 701 | 697 |
Am 22. Februar 2024 wurde die Anleihe der thyssenkrupp AG über 1.500 Mio € fristgerecht zurückgezahlt.
Die thyssenkrupp AG hat mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,2 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Zum 30. September 2024 waren diese fest zugesagten Kreditvereinbarungen in Höhe von 1,2 Mrd € nicht in Anspruch genommen.
Die Fälligkeiten der Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:
FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN)
| Mio € (für die Geschäftsjahre) | Gesamte Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
|---|---|---|
| 2024 / 2025 | 694 | 21 |
| 2025 / 2026 | 103 | 13 |
| 2026 / 2027 | 8 | 8 |
| 2027 / 2028 | 8 | 8 |
| 2028 / 2029 | 7 | 7 |
| nach 2028 / 2029 | 0 | 0 |
| Insgesamt | 820 | 57 |
Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 653 Mio € (Vorjahr: 678 Mio €).
18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 147 Mio € (Vorjahr: 257 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 774 | 13 | 817 | 15 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 111 | - | 94 | - |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 21 | - | 13 | - |
| Insgesamt | 906 | 13 | 924 | 15 |
Die kurzfristigen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. das Andienungsrecht aus dem Verkauf von 20 % am Stahlgeschäft von thyssenkrupp an das Energieunternehmen EP Corporate Group.
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 17 Mio € (Vorjahr: 25 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten | 277 | - | 252 | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft | 765 | - | 769 | - |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 82 | 73 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 11 | - | 54 | - |
| Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) | 241 | 250 | ||
| Übrige | 183 | 0 | 189 | 15 |
| Insgesamt | 1.558 | 0 | 1.588 | 15 |
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Eventualverbindlichkeiten
Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochterunternehmen haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
| Maximale Haftungsvolumen | Rückstellung | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahlungsgarantien | 3 | 0 | 0 | 0 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 17 | 12 | 0 | 0 |
| Zahlungsgarantien | 20 | 0 | 1 | 0 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 5 | 4 | 0 | 0 |
| Insgesamt | 45 | 16 | 1 | 0 |
Der thyssenkrupp Konzern hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften und Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern über 9 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu fünf Jahren.
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.
Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochterunternehmen ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechend er Höhe vereinbart.
thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.
thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei den folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:
Die Firma SysCo hat 2012 vor dem High Court of Sindh at Karachi in Pakistan gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Atlas Elektronik GmbH sowie sieben weitere Beklagte aus dem thyssenkrupp Konzern Klage erhoben auf Zahlung von 139 Mio €. SysCo macht vertragliche Ansprüche und Schadenersatz aus einem erfolglos beendeten Vertriebsprojekt geltend. Aus prozessualen Gründ en hatte das Gericht 2014 zwei der weiteren Beklagten aus dem Verfahren entlassen. Im September 2023 wurde über die Entlassung weiterer Beklagter aus dem Verfahren verhandelt. Eine schriftliche Entscheidung des Gerichts hierüber liegt noch nicht vor. Eine Verhandlung in der Sache hat bisher nicht stattgefunden.
Die Republik Korea macht vor dem ICC schiedsgerichtlich Schadenersatz in Höhe von 201 Mio € gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH wegen verzögerter Ablieferung von U-Booten geltend, die aus Materialpaketen von thyssenkrupp Marine Systems von koreanischen Werften gebaut und an die Republik Korea geliefert wurden. Da die Materialpakete pünktlich an die Werften geliefert wurden, sieht thyssenkrupp Marine Systems die Verantwortung bei den koreanischen Werften, die aufgrund eigener bilateraler Verträge gegenüber der Republik Korea in der Bau- und Lieferverpflichtung waren. Die Republik Korea nimmt die Bauwerften in separaten Verfahren in Anspruch. Das Schiedsgericht hat im September 2024 in einem Teilschiedsspruch die Rechtsauffassung von Marine Systems zur Vertragsauslegung für das gesamte Vertragsverhältnis bestätigt und für das streitbefangenen Boot 427 alle Liquidated Damages-Forderungen der Republik Korea abgewiesen. Das Verfahren bezüglich der übrigen vier Boote ist weiterhin anhängig.
Die Nissan Mexicana S.A. de C.V. hat im 3. Quartal 2022/2023 gegen die thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V. (tk CT) Klage auf Schadenersatz in Höhe von 74 Mio € wegen angeblich fehlerhaft zwischen 2006 und 2012 gelieferter Schraubenfedern eingereicht. tk CT bestreitet eine Haftung aus Verfahrens- und tatsächlichen Gründen und hat fristgerecht Klageerwiderung eingereicht. Nach gerichtlicher Beweisaufnahme ist das Verfahren weiterhin anhängig.
Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat genannten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2024 auf 2.133 Mio € (Vorjahr: 2.372 Mio €) und betrifft in Höhe von 1.374 Mio € (Vorjahr: 1.450 Mio €) den Bau der Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe, die zu wesentlichen Teilen von den von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen gewährten Investitionszuschüssen gedeckt sind.
Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 2.218 Mio € (Vorjahr: 2.258 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in 2023 / 2024 Verpflichtungen aus eingegangenen Leasingverhältnissen, für die gemäß IFRS 16 noch kein Nutzungsrecht bzw. keine Leasingverbindlichkeit bilanziert wurde, in Höhe von 29 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €). Daneben bestehen bei Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen bis maximal zum 31. März 2027 resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 1.721 Mio € (Vorjahr: 936 Mio €); der Anstieg resultiert aus dem Abschluss neuer Verträge.
Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.
22 Finanzinstrumente
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen aus Finance Lease und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.
FINANZINSTRUMENTE 30.9.2023
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Buchwert lt. Bilanz 30.9.2023 | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 4.748 | 3.567 | 1.181 | ||
| Vertragsvermögenswerte1) | 1.069 | ||||
| Forderungen aus Finance Lease | 17 | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.548 | 1.335 | 61 | 80 | 72 |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 1.335 | ||||
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | 72 | |||
| Fremdkapitalinstrumente | 48 | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 48 | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 32 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7.339 | 4.679 | 2.660 | ||
| Summe finanzielle Vermögenswerte1) | 14.722 | ||||
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | 2.347 | 2.347 | |||
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.270 | 4.270 | |||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 919 | 787 | 111 | 21 | |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 787 | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 111 | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 21 | |||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 8.215 |
| Bewertung nach IFRS 16 / IFRS 15 | |
|---|---|
| Mio € | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | |
| Vertragsvermögenswerte1) | 1.069 |
| Forderungen aus Finance Lease | 17 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | |
| Eigenkapitalinstrumente | |
| Fremdkapitalinstrumente | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte1) | |
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten |
| Mio € | Beizulegender Zeitwert 30.9.2023 |
|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 4.748 |
| Vertragsvermögenswerte1) | 0 |
| Forderungen aus Finance Lease | 17 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.579 |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 1.366 |
| Eigenkapitalinstrumente | 85 |
| Fremdkapitalinstrumente | 48 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 48 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 32 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.679 |
| Summe finanzielle Vermögenswerte1) | |
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | 2.324 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.270 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 919 |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 787 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 111 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 21 |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
FINANZINSTRUMENTE 30.9.2024
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Buchwert lt. Bilanz 30.9.2024 | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 4.236 | 3.422 | 814 | |
| Vertragsvermögenswerte | 807 | |||
| Forderungen aus Finance Lease | 74 | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.577 | 1.400 | 63 | 33 |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 1.400 | |||
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | |||
| Fremdkapitalinstrumente | 12 | |||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 50 | |||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 20 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.867 | 4.867 | 1.000 | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 12.561 | |||
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | 820 | 820 | ||
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 653 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.203 | 4.203 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 939 | 832 | 94 | 13 |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 832 | |||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 94 | |||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 13 | ||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 6.614 |
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Bewertung nach IFRS 16 / IFRS 15 | |
|---|---|---|
| Mio € | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | ||
| Vertragsvermögenswerte | 807 | |
| Forderungen aus Finance Lease | 74 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 82 | |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 82 | |
| Fremdkapitalinstrumente | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||
| Summe finanzielle Vermögenswerte | ||
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | ||
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 653 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | ||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten |
| Mio € | Beizulegender Zeitwert 30.9.2024 |
|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | |
| Vertragsvermögenswerte | |
| Forderungen aus Finance Lease | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 1.457 |
| Eigenkapitalinstrumente | |
| Fremdkapitalinstrumente | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | |
| Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) | 823 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten |
In der Tabelle zu den Finanzinstrumenten 30.9.2024 wird abweichend vom 30.9.2023 von dem Angabewahlrecht Gebrauch gemacht, auf die Angabe des beizulegenden Zeitwerts zu verzichten, sofern dieser identisch mit dem Buchwert ist.
Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Geldmarktfonds sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 24. Die übrigen Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. D er beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.
Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.
Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:
BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2023
| Mio € | 30.9.2023 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 48 | 0 | 48 | 0 |
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | 8 | 5 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.181 | 1.181 | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 72 | 72 | ||
| Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) | 48 | 48 | 0 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 32 | 0 | 32 | 0 |
| Insgesamt | 1.394 | 56 | 1.266 | 72 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 111 | 0 | 111 | 0 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 2.660 | 2.660 | ||
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 21 | 0 | 21 | 0 |
| Insgesamt | 2.792 | 2.660 | 132 | 0 |
BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2024
| Mio € | 30.9.2024 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 50 | 0 | 50 | 0 |
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | 7 | 5 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 814 | 814 | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 82 | 82 | ||
| Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) | 12 | 12 | 0 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | 0 | 20 | 0 |
| Insgesamt | 991 | 20 | 889 | 82 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 94 | 0 | 94 | 0 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 1.000 | 1.000 | ||
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 13 | 0 | 13 | 0 |
| Insgesamt | 1.107 | 1.000 | 107 | 0 |
Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.
Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2.
Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3
| Mio € | |
|---|---|
| Stand am 30.9.2023 | 72 |
| Ergebnisneutrale Veränderungen | 10 |
| Stand am 30.9.2024 | 82 |
Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg aus der Beteiligung an TK Elevator. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vorzugsaktien liegt ein finanzmathematisches Bewertungsmodell (Discounted Cashflow Verfahren) zugrunde, das die auf die Vorzugsaktien vertraglich entfallenden erwarteten zukünftigen Cashflows berücksichtigt. Dabei wurde ein risikoadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 9,59 % (Vorjahr: 11,05 %) angewendet.
Alternative Annahmen über den Diskontierungssatz würden zu den in den nachfolgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts führen:
SENSITIVITÄTSANALYSE
| 30.9.2023 | 30.9.2024 | ||
|---|---|---|---|
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (Mio €) |
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts (Mio €) |
||
| --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | Erhöhung um 1,0 Prozentpunkte | - 2 | - 1 |
| Verringerung um 1,0 Prozentpunkte | 2 | 2 |
Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position " Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 5.855 Mio € (Vorjahr: 7.405 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 5.858 Mio € (Vorjahr: 7.382 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Im thyssenkrupp Konzern bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.
Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 35 Mio € (Vorjahr: 42 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 8 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 10 Mio € (Vorjahr: 31 Mio €).
Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dar:
NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 142 | 246 |
| Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | 8 | - 35 |
| Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam | 192 | - 75 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | - 90 | - 36 |
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlich en aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.
In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen enthalten.
Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.
Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.
Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: - 58 Mio €) enthalten.
Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten
Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.
Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE1 )
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Ausfälle | Summe Wertberichtigungen | Buchwert lt. Bilanz |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.10.2022 | 4.119 | - 31 | - 136 | - 167 | 3.951 |
| Währungsunterschiede | - 191 | 1 | 5 | 6 | - 185 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 39 | 0 | - 2 | - 2 | - 41 |
| Zuführungen | - 21 | - 61 | - 82 | - 82 | |
| Inanspruchnahmen | 0 | 24 | 24 | 24 | |
| Auflösungen | 14 | 35 | 49 | 49 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 919 | 0 | 0 | 0 | 919 |
| Stand am 30.9.2023 | 4.808 | - 36 | - 135 | - 172 | 4.636 |
| Währungsunterschiede | - 84 | 0 | 1 | 1 | - 83 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 16 | 0 | 0 | 0 | - 16 |
| Zuführungen | - 13 | - 20 | - 33 | - 33 | |
| Inanspruchnahmen | 0 | 9 | 9 | 9 | |
| Auflösungen | 15 | 11 | 26 | 26 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | - 159 | 0 | 0 | 0 | - 159 |
| Stand am 30.9.2024 | 4.387 | - 33 | - 125 | - 158 | 4.229 |
1) Der Ausweis der Bruttowerte der Vertragsvermögenswerte zum 1.10.2022 und zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25)
Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:
WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Ausfälle | Summe Wertberichtigungen | Buchwert lt. Bilanz |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.10.2022 | 2.507 | - 6 | - 93 | - 99 | 2.408 |
| Währungsunterschiede | - 33 | 0 | 0 | 0 | - 33 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 17 | 0 | 0 | 0 | - 17 |
| Zuführungen | - 11 | - 12 | - 23 | - 23 | |
| Inanspruchnahmen | 0 | 2 | 2 | 2 | |
| Auflösungen | 15 | 24 | 39 | 39 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | - 1.194 | 0 | - 1.194 | ||
| Stand am 30.9.2023 | 1.263 | - 3 | - 80 | - 83 | 1.181 |
| Währungsunterschiede | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuführungen | - 38 | - 17 | - 54 | - 54 | |
| Inanspruchnahmen | 0 | 64 | 64 | 64 | |
| Auflösungen | 39 | 3 | 41 | 41 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Veränderungen | - 418 | 0 | - 418 | ||
| Stand am 30.9.2024 | 845 | - 2 | - 30 | - 32 | 814 |
Für die Darlehen aus der Elevator-Beteiligung wurden zum Bilanzstichtag Wertminderungen in Höhe von 35 Mio € (Vorjahr: 35 Mio €) bilanziert. Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit basiert auf dem Credit Spread, der bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Darlehen im Diskontierungssatz enthalten war.
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 und das Geschäftsjahr 2023 / 2024 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.
Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich folgendes Modell angewendet: Die erwarteten Ausfallraten werden im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent abgeleitet, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich im thyssenkrupp Konzern verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Konzernabschluss zum 30. September 2024 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet.
Die Ausfälle betreffen im Wesentlichen Insolvenzfälle, die im Vorjahr nicht aus den Rating-Informationen ableitbar waren.
Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Segment sind nachfolgend dargestellt.
STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.20231 )
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Ausfälle | Summe Wertberichtigungen | Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology | 1.629 | - 12 | - 9 | - 21 | 0,45 |
| Decarbon Technologies | 1.010 | - 11 | - 62 | - 74 | 1,37 |
| Materials Services | 1.481 | - 4 | - 55 | - 59 | 0,77 |
| Steel Europe | 1.146 | - 2 | - 69 | - 72 | 0,51 |
| Marine Systems2) | 716 | - 9 | - 19 | - 28 | 0,82 |
| Corporate Headquarters | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,65 |
| Überleitung | 6 | 0 | - 1 | - 1 | 0,65 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2024
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Ausfälle | Summe Wertberichtigungen | Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Automotive Technology | 1.413 | - 11 | - 7 | - 17 | 0,43 |
| Decarbon Technologies | 937 | - 9 | - 55 | - 64 | 1,50 |
| Materials Services | 1.313 | - 3 | - 53 | - 57 | 0,78 |
| Steel Europe | 824 | - 1 | - 19 | - 20 | 0,46 |
| Marine Systems | 731 | - 10 | - 19 | - 29 | 0,85 |
| Corporate Headquarters | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,64 |
| Überleitung | 14 | 0 | - 2 | - 2 | 0,64 |
Das maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 2.376 Mio € (Vorjahr: 2.569 Mio €) besichert.
Derivative Finanzinstrumente
Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
| Mio € | Nominalwert 30.9.2023 | Beizulegender Zeitwert 30.9.2023 | Nominalwert 30.9.2024 | Beizulegender Zeitwert 30.9.2024 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 1.049 | 20 | 1.307 | 21 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 266 | 6 | 549 | 14 |
| Eingebettete Derivate | 137 | 7 | 70 | 3 |
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 2 | 0 | 2 | 0 |
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 292 | 21 | 502 | 25 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 264 | 26 | 50 | 6 |
| Insgesamt | 2.011 | 80 | 2.480 | 70 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 1.148 | 22 | 1.237 | 21 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 289 | 7 | 445 | 12 |
| Eingebettete Derivate | 375 | 48 | 415 | 37 |
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 10 | 1 | 0 | 0 |
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 714 | 41 | 557 | 36 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 146 | 14 | 23 | 1 |
| Insgesamt | 2.683 | 132 | 2.677 | 107 |
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Fair-Value-Hedges
Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet
Cashflow-Hedges
Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cashflow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.
ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES
| Buchwert lt. Bilanz 30.9.2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | Designierter Teil der Sicherungsinstrumente | Marktwertveränderung Grundgeschäft |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absicherung des Währungsrisikos | 6 | 7 | - 8 | 8 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 6 | 7 | - 8 | 8 |
| Absicherung des Zinsrisikos1) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate im Fair-Value-Hedge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Absicherung des Warenrisikos | 26 | 14 | 256 | - 256 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 26 | 14 | 256 | - 256 |
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 0 | 0 | 0 | 0 |
1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES
| Buchwert lt. Bilanz 30.9.2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | Designierter Teil der Sicherungsinstrumente | Marktwertveränderung Grundgeschäft |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absicherung des Währungsrisikos | 14 | 12 | - 5 | 5 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 14 | 12 | - 5 | 5 |
| Absicherung des Zinsrisikos1) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate im Fair-Value-Hedge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Absicherung des Warenrisikos | 6 | 1 | 143 | - 143 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 6 | 1 | 143 | - 143 |
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 0 | 0 | 0 | 0 |
1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 32 Monate.
Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 0 Mio € (Vorjahr: - 15 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 164 Mio € anschaffungskostenmindernd (Vorjahr: 21 Mio € anschaffungskostenmindernd) aus der Rücklage für Cashflow-Hedges in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden. Für 121 Mio € ist die Aufwandswirksamkeit bereits zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung im Geschäftsjahr 2022 / 2023 erfolgt. Für das laufende Geschäftsjahr ergab sich eine Verringerung der Aufwendungen in Höhe von 37 Mio € (Vorjahr: 27 Mio €). Darüber hinaus werden 5 Mio € in 2024 / 2025 als Ertrag ergebniswirksam.
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:
ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN
| Mio € | Gesamt | Währungsrisiko | Zinsrisiko1) | Warenpreisrisiko |
|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.10.2022 | 220 | |||
| Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente | 13 | 4 | 0 | 8 |
| Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung | - 11 | - 11 | - | - |
| Realisierte Gewinne / Verluste | 25 | 25 | 0 | 0 |
| Steuereffekt | 19 | |||
| Stand am 30.9.2023 | 266 | |||
| Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente | 84 | 34 | 0 | 50 |
| Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung | 10 | 10 | - | - |
| Realisierte Gewinne / Verluste | - 28 | - 28 | 0 | 0 |
| Steuereffekt | - 1 | |||
| Stand am 30.9.2024 | 331 |
1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
Zum 30. September 2024 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).
Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 39 Mio €. Im Geschäftsjahr 2025 / 2026 werden Erträge in Höhe von 128 Mio €, im Geschäftsjahr 2026 / 2027 Aufwendungen in Höhe von 5 Mio € und in den folgenden Geschäftsjahren Aufwendungen in Höhe von 21 Mio € erwartet.
Der Abbruch von Cashflow-Hedges führte im laufenden Geschäftsjahr durch Umgliederung aus den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung zu einem Ergebnis von - 1 Mio € (Vorjahr: - 11 Mio €). Diese ursprünglich ergebnisneutral behandelten Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten wurden zu dem Zeitpunkt ergebniswirksam realisiert, als die Durchführung der abgesicherten zukünftigen Transaktionen in Form währungsgesicherter Umsatzerlöse nicht länger als wahrscheinlich angesehen wurde.
Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen jeweils zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in den nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt.
ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2023
| Mio € | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre | Restlaufzeit über 2 Jahre | Nominalwert 30.9.2023 | Durchschnittlicher Sicherungskurs |
|---|---|---|---|---|---|
| Absicherung des Währungsrisikos | 552 | 4 | 0 | 556 | |
| davon: | |||||
| Währungsderivate USD | 496 | 3 | 0 | 499 | 1,09 USD/€ |
| Währungsderivate GBP | 17 | 0 | 0 | 17 | 0,88 GBP/€ |
| Währungsderivate PLN | 20 | 0 | 0 | 20 | 4,81 PLN/€ |
| Absicherung des Warenpreisrisikos | 410 | 0 | 0 | 410 | |
| davon: | |||||
| Zinn-Termingeschäfte | 55 | 0 | 0 | 55 | 22.820 €/to |
| Eisenerz-Termingeschäfte | 355 | 0 | 0 | 355 | 102,2 €/to |
ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2024
| Mio € | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre | Restlaufzeit über 2 Jahre | Nominalwert 30.9.2024 | Durchschnittlicher Sicherungskurs |
|---|---|---|---|---|---|
| Absicherung des Währungsrisikos | 700 | 139 | 155 | 994 | |
| davon: | |||||
| Währungsderivate USD | 660 | 130 | 155 | 944 | 1,11 USD/€ |
| Währungsderivate GBP | 19 | 0 | 0 | 19 | 0,85 GBP/€ |
| Währungsderivate PLN | 18 | 0 | 0 | 18 | 4,43 PLN/€ |
| Absicherung des Warenpreisrisikos | 73 | 0 | 0 | 73 | |
| davon: | |||||
| Zinn-Termingeschäfte | 73 | 0 | 0 | 73 | 27.378 €/to |
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IFRS 9 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im thyssenkrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.
Finanzwirtschaftliche Risiken
thyssenkrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.
Kreditrisiko
Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Die Segmente und Konzerngesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.
Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.
Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Segmente legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.
Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zu dem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.
Fälligkeitsanalyse
Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehend en oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.
Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:
KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2023
| Mio € | Buchwerte 30.9.2023 | Cashflows 2023 / 2024 | Cashflows 2024 / 2025 | Cashflows 2025 / 2026 bis 2027 / 2028 | Cashflows nach 2027 / 2028 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 2.098 | 1.558 | 615 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 90 | 39 | 19 | 33 | 7 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 | 152 | 132 | 259 | 313 |
| Übrige Finanzschulden | 159 | 58 | 16 | 98 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.270 | 4.014 | 237 | 19 | 1 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 111 | 70 | 6 | 2 | 33 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 21 | 21 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 787 | 763 | 12 | 13 | 0 |
KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2024
| Mio € | Buchwerte 30.9.2024 | Cashflows 2024 / 2025 | Cashflows 2025 / 2026 | Cashflows 2026 / 2027 bis 2028 / 2029 | Cashflows nach 2028 / 2029 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 689 | 619 | 93 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 57 | 19 | 15 | 25 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 653 | 156 | 126 | 246 | 293 |
| Übrige Finanzschulden | 74 | 75 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.203 | 4.056 | 144 | 2 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 94 | 61 | 5 | 14 | 14 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 13 | 7 | 2 | 3 | 0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 832 | 817 | 1 | 14 | 0 |
Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.
Sensitivitätsanalysen
Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.
Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische , zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.
Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu fünf Jahre betragen.
Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2024 folgendes Bild:
Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2024 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 8 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) höher und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 8 Mio € höher (Vorjahr: 2 Mio € niedriger) gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2024 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 10 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 10 Mio € niedriger (Vorjahr: 2 Mio € höher) gewesen.
Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.
Per 30. September 2024 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.
Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Variable Finanzinstrumente einschließlich flüssiger Mittel unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, son dern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich wed er in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.
Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2024 wie im Vorjahr eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 /- 100 Basispunkte. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):
ZINSANALYSE
| Veränderung aller Zinskurven zum | ||||
|---|---|---|---|---|
| 30.9.2023 um | 30.9.2024 um | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio € | + 100 Basispunkte | - 100 Basispunkte | + 100 Basispunkte | - 100 Basispunkte |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Cashflow-Risiko | 63 | - 63 | 54 | - 55 |
| Opportunitätseffekte | 17 | - 17 | 6 | - 6 |
| Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 0 | 0 | 0 | 0 |
Wenn alle Zinskurven am 30. September 2024 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 54 Mio € (Vorjahr: 63 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2024 um 100 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 55 Mio € (Vorjahr: 63 Mio €) niedriger gewesen.
Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Zinn, Kupfer, Nickel, Zink und Aluminium, ein.
Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt der Konzern u.a. langfristige Festpreisverträge ein.
In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.
Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2024 eine Preisvarianz der NE-Metalle um + 20 %/- 20 %. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung : - 19 Mio € (Vorjahr: - 29 Mio €) und auf das Eigenkapital 17 Mio € (Vorjahr: 27 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 28 Mio € (Vorjahr: 21 Mio €) und auf das Eigenkapital - 7 Mio € (Vorjahr: - 2 Mio €).
23 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties)
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03 % an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von September 2024 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2024 auf rund 21 %. Es bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.
In den Geschäftsjahren 2022 / 2023 und 2023 / 2024 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN
| Umsatz | Bezogene Leistungen | Forderungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 0 | 0 | 2 | 2 | 0 | 0 |
| Assoziierte Unternehmen | 18 | 16 | 4 | 5 | 6 | 6 |
| Joint Ventures | 9 | 4 | 4 | 4 | 1 | 1 |
| Verbindlichkeiten | ||
|---|---|---|
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
| --- | --- | --- |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 0 | 0 |
| Assoziierte Unternehmen | 22 | 20 |
| Joint Ventures | 1 | 0 |
Im Rahmen des Verkaufs von Elevator wurden mehrere befristete Serviceverträge mit thyssenkrupp Gesellschaften abgeschlossen (sog. Transitional Service Agreements). Diese betrafen im Wesentlichen IT- und personalbezogene Dienstleistungen, die von der thyssenkrupp AG und anderen Konzerngesellschaften im In- und Ausland für Elevator übergangsweise erbracht wurden. Das Volumen über die Gesamtlaufzeit, die im Geschäftsjahr 2022 /2023 endete, lag insgesamt im niedrigen zweistelligen Mio €-Bereich. Darüber hinaus beziehen Elevator-Gesellschaften weiterhin Rohstoffe von Materials Services und sonstige kleinere Dienstleistungen von Konzerngesellschaften. Die daraus resultierenden Umsätze sind im Umsatz mit assoziierten Unternehmen für 2022 / 2023 und 2023 / 2024 enthalten.
Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte in der Vergangenheit gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Großteil der Verfahren ist mittlerweile vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt. Durch den Verkauf von Elevator sind betroffene Unternehmen aus dem Konzern ausgeschieden. thyssenkrupp hat sich verpflichtet, die Erwerber bis zu einem Höchstbetrag von den Ansprüchen Dritter im Zusammenhang mit noch anhängigen Gerichtsverfahren in Belgien freizustellen. Für diese Freistellung, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen wird, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen. Der Höchstbetrag der Freistellung und die entsprechende Rückstellung entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Rückstellungen für die Gerichtsverfahren.
Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology wurde gegen eine Einmalzahlung ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht an der Marke "TK" zur Nutzung von "TK Elevator" und "TKE" in bestimmten Markenklassen gewährt. Darüber hinaus bestehen im Konzern Eventualverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology stehen; vgl. dazu Anhan g-Nr. 21.
Vergütung des im Geschäftsjahr aktiven Vorstands und Aufsichtsrates
Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB betrugen für die Tätigkeit im Berichtsjahr 11.761 Tausend € (Vorjahr: 8.482 Tausend €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Short-Term-Incentive (STI) auch der Long-Term-Incentive (LTI) als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den STI sind im Geschäftsjahr 2023 / 2024 vorläufige Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt 312 Tausend € (Vorjahr: 167 Tausend €) beträgt. Auf die Angabe der Anzahl der gewährten Wertrechte wird verzichtet, da diese erst im nächsten Geschäftsjahr feststeht. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf 4.472 Tausend € (Vorjahr: 2.830 Tausend €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.
Zum 30. September 2024 besteht für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands eine Verbindlichkeit in Höhe von 872 Tausend € (Vorjahr: 1.469 Tausend €) für den STI. Der Anspruch ist mit der Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erdient, wobei sich die tatsächliche Auszahlung anhand der vom Aufsichtsrat auf Grundlage des geltenden Vorstandsvergütungssystems festgelegten Ziele r-reichung bemisst und im Dezember nach dem jeweiligen Geschäftsjahresende erfolgt. Diese Festlegung erfolgt auf Basis finanzieller (70% Gewichtung) sowie individueller Leistungskriterien (30 % Gewichtung). Es besteht die Verpflichtung, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25 % der Nettoauszahlung aus dem STI in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Zum 30. September 2024 werden aus dem STI für die aktienbasierte Vergütung 522 Tausend € (Vorjahr: 310 Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen.
Für ein aktives Mitglied des Vorstands besteht eine Pensionszusage, die zugehörigen Rückstellungen belaufen sich auf 6.457 Tausend € (Vorjahr: 6.118 Tausend €). Die Pension wird ab Vollendung des 60. Lebensjahrs als lebenslanges monatliches Ruhegeld gezahlt, sofern zu diesem Zeitpunkt kein aktives Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Die Hinterbliebenenversorgung beläuft si ch auf 60 % des Ruhegelds für den Ehe- bzw. Lebenspartner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind; sie beträgt insgesamt maximal 100 % des regulären Ruhegeldanspruchs. Zusätzlich besteht zum 30. September 2024 eine Verbindlichkeit von 1.079 Tausend € (Vorjahr: 389 Tausend €) für das Versorgungsentgelt, welches den übrigen aktiven Mitgliedern des Vorstands vertraglich zugesichert ist und als Geldbetrag für die Eigenvorsorge pro Kalenderjahr jeweils im Dezember ausgezahlt wird.
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.
Die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
VORSTANDSVERGÜTUNG
| Tausend € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) | 5.169 | 6.683 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 562 | 3 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 387 | 315 |
| Aktienbasierte Vergütungen | 8.191 | - 1.581 |
| Insgesamt | 14.309 | 5.421 |
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für ein aktives Vorstandsmitglied, welches über eine Pensionszusage verfügt, resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Bei den Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Berichtsjahr handelt es sich um die nach Beendigung des Mandats fortgewährte Vergütung eines ehemaligen Vorstandsmitglieds sowie die pauschale Kompensation von im Zusammenhang mit der Beendigung des Mandats angefallenen Beratungskosten.
Zum 30. September 2024 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.
Zum 30. September 2024 sind für den LTI für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands in der 11. Tranche 373.002 Wertrechte, in der 12. Tranche 231.788 Wertrechte, in der 13. Tranche 503.947 Wertrechte und in der 14. Tranche 832.149 Wertrechte ausgegeben (Vorjahr: 11. Tranche 728.242 Wertrechte, in der 12. Tranche 452.539 Wertrechte und in der 13. Tranche 777.171 Wertrechte). Die daraus resultierende Rückstellung beträgt 4.816 Tausend € (Vorjahr: 12.808 Tausend €). Darüber hinaus werden zum 30. September 2024 aus dem LTI für die aktienbasierte Vergütung 670 Tausend € (Vorjahr: 470 Tausend €) im Eigenkapital ausgewiesen, da für die aktiven Mitglieder des Vorstands die Verpflichtung besteht, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25 % der Nettoauszahlung aus dem LTI ebenfalls in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Hinsichtlich der Bedingungen und Konditionen vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14.
Die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:
AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG
| Tausend € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) | 1.728 | 2.369 |
Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine jährliche Grundvergütung sowie Funktionszuschläge für die Tätigkeit in Ausschüssen und darüber hinaus ein Sitzungsgeld. Mit Ausnahme des Sitzungsgelds, das unmittelbar am jeweiligen Monatsende ausbezahlt wird, ist die Aufsichtsratsvergütung insgesamt erst nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig. Zum 30. September 2024 besteht eine Rückstellung in Höhe von 2.118 Tausend € (Vorjahr: 739 Tausend €) für die Aufsichtsratvergütung, die im nächsten Geschäftsjahr ausgezahlt werden.
Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 Vergütungen von 87 Tausend € (Vorjahr: 55 Tausend €) gewährt. Daneben erhalten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein reguläres Gehalt aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis im Konzern, wobei die Höhe einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Konzern entspricht.
Zum 30. September 2024 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.
Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15.068 Tausend € (Vorjahr: 16.726 Tausend €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 219.766 Tausend € (Vorjahr: 201.950 Tausend €) zurückgestellt; nach HGB beträgt die Rückstellung 258.588 Tausend € (Vorjahr: 261.360 Tausend €).
24 Segmentberichterstattung
thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen Segmente gegliedert, die die Aktivitäten des Konzerns rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar.
Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Veränderungen der Berichterstattung:
| ― | Das bisherige Segment Multi Tracks wurde zum 1. Oktober 2023 aufgelöst. |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 werden das Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 als eigenes Segment Bearings berichtet) sowie die Geschäfte von Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera (alle drei Geschäfte bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 werden die Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers (bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im Segment Automotive Technology erfasst. Dies gilt auch für die Geschäfte von Forged Technologies (zum 30. September 2023 als eigenes Segment berichtet). |
| ― | Ab dem 1. Oktober 2023 wird die von thyssenkrupp seit dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 gehaltene Beteiligung TK Elevator im Rahmen der Segmentberichterstattung der " Überleitung" innerhalb der Einheiten von Special Units zugeordnet (im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im bisherigen Segment Multi Tracks erfasst); zu den Bestandteilen der Beteiligung vgl. die Ausführungen in dieser Anhang-Nr. 24. |
| ― | Seit dem 1. Oktober 2023 wird die Gesellschaft thyssenkrupp Transrapid GmbH, die bisher dem Segment Marine Systems zugeordnet wurde, im Rahmen der Segmentberichterstattung in der "Überleitung" innerhalb der Einheiten von Service Units erfasst . |
Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.
Automotive Technology
Im Segment erfolgt die Entwicklung und Fertigung von Hightech-Komponenten und -Systemen für die Automobilindustrie. Darüber hinaus erfolgt hier die Herstellung von Schmiedekomponenten und -systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor.
Decarbon Technologies
Das Segment umfasst die Geschäfte von Rothe Erde, Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera, die Schlüsseltechnologien für die Energiewende anbieten. Rothe Erde ist Anbieter von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und den Baumaschinensektor. Uhde betreibt die Planung, den Bau und den Service von Chemieanlagen. Polysius bietet Technologien zum klimaneutralen Umbau der Zement- und Kalkindustrie an. thyssenkrupp nucera ist Anbieter von Elektrolysetechnologie.
Materials Services
Das Segment betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.
Steel Europe
In dem Segment sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.
Marine Systems
Das Segment ist Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie.
Corporate Headquarters
Corporate Headquarters umfasst die Verwaltungseinheiten des Konzerns in der Hauptverwaltung in Deutschland sowie in den regionalen Zentralen.
Überleitung
Hier werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit den Konsolidierungssachverhalten abgebildet. Zu den Service Units gehören tk Services, die im Wesentlichen Teilprozesse für den Einkauf, das Personalwesen und das Rechnungswesen für den thyssenkrupp Konzern anbieten und tk Information Management als IT-Ansprechpartner aller Einheiten des thyssenkrupp Konzerns. Unter Special Units wird das Asset Management und die Beteiligung TK Elevator geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.
Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.
Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind mit der Ausnahme, dass konzerninterne Leasingverhältnisse als konzerninterner Aufwand bzw. Ertrag abgebildet werden. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.
Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung der Aufzugaktivitäten hält thyssenkrupp eine Beteiligung an TK Elevator, die u.a. nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. die nachfolgenden Ausführungen zu den Bestandteilen der Beteiligung). Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Dementsprechend sind sämtliche Ergebnisauswirkungen einschließlich des Equity-Ergebnisses nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, die Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen, Veräußerungsgewinne bzw. -verluste sowie Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit CO2 -Termingeschäften umfassen. Insgesamt ist das Bereinigte EBIT besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.
SEGMENTINFORMATIONEN 2022 / 20231 )
| Mio € | Automotive Technology | Decarbon Technologies | Materials Services | Steel Europe | Marine Systems | Corporate Headquarters |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 / 2023 | ||||||
| Außenumsätze | 7.910 | 3.409 | 13.335 | 11.024 | 1.835 | 1 |
| Konzerninterne Umsätze | 2 | 30 | 278 | 1.349 | - 2 | 6 |
| Umsatzerlöse | 7.911 | 3.438 | 13.613 | 12.373 | 1.832 | 7 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | - 63 | - 5 | 29 | 2 | 0 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 261 | 13 | 102 | 5 | 0 |
| EBIT | 184 | 8 | 204 | - 1.695 | 70 | - 182 |
| Bereinigtes EBIT | 266 | 29 | 178 | 319 | 73 | - 169 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 3.561 | 1.148 | 3.668 | 5.401 | 1.068 | - 62 |
| Abschreibungen | 298 | 114 | 132 | 270 | 62 | 2 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 76 | 10 | 1 | 2.111 | 1 | 0 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 1 | 9 | 3 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 105 | - 133 | - 24 | - 200 | - 44 | - 21 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 327 | 104 | 145 | 1.065 | 123 | 0 |
| Mio € | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| 2022 / 2023 | ||
| Außenumsätze | 22 | 37.536 |
| Konzerninterne Umsätze | - 1.661 | 0 |
| Umsatzerlöse | - 1.639 | 37.536 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | - 38 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 1 | 382 |
| EBIT | - 19 | - 1.431 |
| Bereinigtes EBIT | 7 | 703 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 631 | 15.415 |
| Abschreibungen | 22 | 900 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 23 | 2.222 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 13 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 11 | - 537 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 8 | 1.757 |
SEGMENTINFORMATIONEN 2023 / 2024
| Mio € | Automotive Technology | Decarbon Technologies | Materials Services | Steel Europe | Marine Systems | Corporate Headquarters |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 / 2024 | ||||||
| Außenumsätze | 7.534 | 3.831 | 11.886 | 9.651 | 2.119 | 0 |
| Konzerninterne Umsätze | 2 | 19 | 240 | 1.086 | 0 | 7 |
| Umsatzerlöse | 7.536 | 3.850 | 12.126 | 10.736 | 2.118 | 7 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 0 | - 1 | 52 | 2 | 0 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 0 | 11 | 123 | 6 | 0 |
| EBIT | 27 | - 159 | 8 | - 770 | 127 | - 223 |
| Bereinigtes EBIT | 245 | - 54 | 204 | 261 | 125 | - 188 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 3.432 | 986 | 3.307 | 3.616 | 1.089 | - 72 |
| Abschreibungen | 293 | 112 | 129 | 95 | 95 | 2 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 83 | 27 | 104 | 962 | 0 | 0 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 2 | 0 | 0 | 12 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 174 | - 252 | - 64 | - 128 | - 148 | - 12 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 304 | 107 | 114 | 974 | 89 | 0 |
| Mio € | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| 2023 / 2024 | ||
| Außenumsätze | 21 | 35.041 |
| Konzerninterne Umsätze | - 1.352 | 0 |
| Umsatzerlöse | - 1.331 | 35.041 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | - 140 | - 87 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 88 | 229 |
| EBIT | - 51 | - 1.041 |
| Bereinigtes EBIT | - 25 | 567 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 646 | 13.045 |
| Abschreibungen | 24 | 749 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 25 | 1.201 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 12 | 15 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 4 | - 782 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 8 | 1.596 |
AUFRISS ÜBERLEITUNG 2022 / 20231 )
| Mio € | Service Units | Special Units | Konsolidierung | Überleitung |
|---|---|---|---|---|
| 2022 / 2023 | ||||
| Außenumsätze | 25 | 3 | - 6 | 22 |
| Konzerninterne Umsätze | 240 | 31 | - 1.933 | - 1.661 |
| Umsatzerlöse | 265 | 34 | - 1.938 | - 1.639 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 1 | 0 | 1 |
| EBIT | 20 | - 62 | 24 | - 19 |
| Bereinigtes EBIT | 22 | - 33 | 18 | 7 |
| Durchschnittliches Capital Employed | - 50 | 858 | - 177 | 631 |
| Abschreibungen | 11 | 13 | - 2 | 22 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 1 | 27 | - 5 | 23 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 5 | - 4 | - 1 | - 11 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 5 | 0 | - 12 | - 8 |
AUFRISS ÜBERLEITUNG 2023 / 2024
| Mio € | Service Units | Special Units | Konsolidierung | Überleitung |
|---|---|---|---|---|
| 2023 / 2024 | ||||
| Außenumsätze | 22 | 3 | - 4 | 21 |
| Konzerninterne Umsätze | 260 | 26 | - 1.639 | - 1.352 |
| Umsatzerlöse | 282 | 29 | - 1.643 | - 1.331 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | - 140 | 0 | - 140 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 88 | 0 | 88 |
| EBIT | 18 | - 65 | - 4 | - 51 |
| Bereinigtes EBIT | 19 | - 38 | - 6 | - 25 |
| Durchschnittliches Capital Employed | - 12 | 825 | - 167 | 646 |
| Abschreibungen | 12 | 12 | 0 | 24 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 28 | - 3 | 25 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | - 12 | - 12 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 3 | - 1 | 0 | - 4 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 3 | 3 | 2 | 8 |
Die Beteiligung an TK Elevator setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:
| ― | Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Angaben nach den Regeln des IFRS 12 sind in Anhang-Nr. 06 enthalten. |
| ― | Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden. |
| ― | Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden. Die Anhangangaben nach IFRS 7 sind in Anhang-Nr. 22 enthalten. |
Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:
ÜBERLEITUNG BEREINIGTES EBIT ZUM ERGEBNIS VOR STEUERN
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung | 703 | 567 |
| Sondereffekte | - 2.134 | - 1.609 |
| EBIT gemäß Segmentberichterstattung | - 1.431 | - 1.041 |
| + Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 63 | - 140 |
| + Finanzierungserträge | 896 | 792 |
| - Finanzierungsaufwendungen | - 984 | - 830 |
| - Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | - 7 | - 11 |
| + Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | 6 | 35 |
| Ergebnis Konzern (vor Steuern) | - 1.583 | - 1.196 |
In 2023 / 2024 betreffen Sondereffekte in Höhe von 1.031 Mio € das Segment Steel Europe und resultieren vor allem aus weiteren Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen und aus Aufwendungen aus der Bewertung der CO2 -Termingeschäfte. Im Segment Automotive Technology beliefen sich die Sondereffekte auf 219 Mio € und betreffen im Wesentlichen Restrukturierungen und Wertminderungen. Weitere Sondereffekte in Höhe von 196 Mio € entstanden im Segment Materials Services; sie resultieren im Wesentlichen aus Wertminderungen sowie Restrukturierungen und Veräußerungen von zwei Gesellschaften sowie in Höhe von 105 Mio im Segment De-carbon Technologies; dort betreffen sie im Wesentlichen die Wertberichtigung und Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India im Zuge des Veräußerungsprozesses sowie Restrukturierungsrückstellungen. In 2022 / 2023 entfielen die Sondereffekte mit 2.015 Mio € im Wesentlichen auf das Segment Steel Europe; sie resultieren überwiegend aus Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen (vgl. Anhang-Nr. 05).
Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Bilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:
ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Summe Vermögenswerte (Aktiva) | 32.603 | 29.333 |
| Aktive latente Steuern | - 495 | - 464 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | - 168 | - 151 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 7.339 | - 5.867 |
| Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile | - 1.083 | - 1.154 |
| Passivische Abzugsposten im Capital Employed: | ||
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | - 258 | - 227 |
| Sonstige Rückstellungen, langfristig | - 407 | - 427 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig | 0 | - 15 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | - 159 | - 180 |
| Sonstige Rückstellungen, kurzfristig | - 1.112 | - 1.242 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 4.270 | - 4.203 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig | - 906 | - 924 |
| Vertragsverbindlichkeiten | - 2.566 | - 2.735 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig | - 1.558 | - 1.588 |
| Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile | 188 | 226 |
| Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis von Veräußerungsgruppen | - 325 | - 174 |
| Stichtags-Capital Employed | 12.144 | 10.208 |
| Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed | 2.301 | 1.842 |
| Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) | 14.444 | 12.050 |
| Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag | 971 | 996 |
| Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung | 15.415 | 13.045 |
Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.
Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.
AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN
| Mio € | Deutschland | USA | China | Übrige Länder | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsätze (Sitz des Kunden) | |||||
| 2022 / 2023 | 12.420 | 6.197 | 1.872 | 17.047 | 37.536 |
| 2023 / 2024 | 10.946 | 6.080 | 1.646 | 16.370 | 35.041 |
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN
| Mio € | Deutschland | USA | China | Übrige Länder | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte) | |||||
| 30.9.2023 | 4.285 | 530 | 528 | 2.073 | 7.416 |
| 30.9.20241) | 3.717 | 419 | 506 | 2.007 | 6.649 |
1) Einschließlich zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
25 Korrektur nach IAS 8.41f.
Im 3. Quartal 2023 / 2024 erfolgte im Segment Marine Systems eine Korrektur des Bilanzausweises von Verträgen mit Kunden nach IFRS 15. Ursächlich hierfür war eine bisher nicht vorgenommene Saldierung von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten aus segmentinternen Unterauftragsverhältnissen.
Die Korrektur gemäß IAS 8.41f. hatte folgende Auswirkungen auf die Bilanz zum 1.10.2022: Verminderung der Vertragsvermögenswerte um 812 Mio € und Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten um 812 Mio € und auf die Bilanz zum 30.9.2023: Verminderung der Vertragsvermögenswerte um 689 Mio € und Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten um 689 Mio €. Darüber hinaus gab es in der Kapitalflussrechnung für 2022 / 2023 in der Überleitungsrechnung innerhalb des operativen Cashflows eine Verminderung der Veränderung der Vertragsvermögenswerte um 124 Mio € und gegenläufig eine Erhöhung der Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten um 124 Mio €.
Auf das Eigenkapital, die Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, das Ergebnis je Aktie, sowie den operativen Cashflow, den Cashflow aus Investitionstätigkeit, den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in der Kapitalflussrechnung hatte die Korrektur keine Auswirkungen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
26 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:
UMSATZERLÖSE
| Mio € | Automotive Technology | Decarbon Technologies | Materials Services | Steel Europe | Marine Systems | Corporate Headquarters |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||||||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 5.896 | 1.124 | 1.849 | 11.438 | 41 | 0 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 684 | 176 | 11.193 | 199 | 16 | 0 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 288 | 294 | 713 | 205 | 54 | 6 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 896 | 1.767 | 12 | 0 | 1.715 | 0 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 136 | 77 | 1 | 532 | 5 | 0 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 7.901 | 3.439 | 13.767 | 12.374 | 1.830 | 7 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 11 | 0 | - 154 | - 1 | 2 | 0 |
| Insgesamt | 7.911 | 3.438 | 13.613 | 12.373 | 1.832 | 7 |
| 2023 / 2024 | ||||||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 5.653 | 1.054 | 1.626 | 9.953 | 50 | 0 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 675 | 155 | 9.695 | 139 | 23 | 1 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 308 | 297 | 769 | 198 | 55 | 5 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 766 | 2.268 | 26 | 0 | 1.977 | 0 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 134 | 72 | 0 | 443 | 6 | 0 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 7.536 | 3.846 | 12.117 | 10.733 | 2.110 | 7 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 0 | 4 | 9 | 3 | 8 | 0 |
| Insgesamt | 7.536 | 3.850 | 12.126 | 10.736 | 2.118 | 7 |
| Mio € | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | - 1.276 | 19.073 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | - 141 | 12.127 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | - 151 | 1.409 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | - 15 | 4.375 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | - 16 | 734 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | - 1.599 | 37.718 |
| Sonstige Umsatzerlöse | - 40 | - 183 |
| Insgesamt | - 1.639 | 37.536 |
| 2023 / 2024 | ||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | - 1.025 | 17.310 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | - 108 | 10.580 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | - 143 | 1.489 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | - 25 | 5.012 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | - 15 | 640 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | - 1.317 | 35.031 |
| Sonstige Umsatzerlöse | - 14 | 10 |
| Insgesamt | - 1.331 | 35.041 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).
UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN
| Mio € | Automotive Technology | Decarbon Technologies | Materials Services | Steel Europe | Marine Systems | Corporate Headquarters |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||||||
| Automobilindustrie | 6.961 | 31 | 2.141 | 3.345 | 0 | 2 |
| Handel | 408 | 34 | 1.937 | 2.914 | 1 | 2 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 447 | 1.008 | 1.209 | 286 | 0 | 1 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 7 | 88 | 2.329 | 2.714 | 0 | 1 |
| Übrige verarbeitende Industrie | 2 | 2.074 | 3.022 | 636 | 4 | 0 |
| Bauwirtschaft | 0 | 30 | 695 | 45 | 0 | 0 |
| Öffentliche Hand - Verteidigung | 0 | 10 | 12 | 0 | 1.801 | 0 |
| Verpackungsindustrie | 0 | 1 | 135 | 1.655 | 0 | 0 |
| Energie und Versorgung | 0 | 8 | 225 | 651 | 0 | 0 |
| Übrige Kundengruppen | 77 | 154 | 2.062 | 129 | 24 | 1 |
| Insgesamt | 7.901 | 3.439 | 13.767 | 12.374 | 1.830 | 7 |
| 2023 / 2024 | ||||||
| Automobilindustrie | 6.796 | 42 | 1.939 | 3.083 | 0 | 2 |
| Handel | 347 | 36 | 1.980 | 2.393 | 5 | 3 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 339 | 1.154 | 914 | 223 | 0 | 1 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 6 | 64 | 1.933 | 2.268 | 0 | 1 |
| Übrige verarbeitende Industrie | 1 | 2.305 | 2.637 | 554 | 9 | 0 |
| Bauwirtschaft | 0 | 22 | 579 | 38 | 0 | 0 |
| Öffentliche Hand - Verteidigung | 0 | 13 | 13 | 0 | 2.067 | 0 |
| Verpackungsindustrie | 0 | 4 | 131 | 1.531 | 0 | 0 |
| Energie und Versorgung | 0 | 6 | 164 | 517 | 0 | 0 |
| Übrige Kundengruppen | 47 | 198 | 1.828 | 127 | 29 | 0 |
| Insgesamt | 7.536 | 3.846 | 12.117 | 10.733 | 2.110 | 7 |
| Mio € | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||
| Automobilindustrie | 37 | 12.517 |
| Handel | - 1.035 | 4.262 |
| Maschinen- und Anlagenbau | - 6 | 2.944 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | - 456 | 4.682 |
| Übrige verarbeitende Industrie | - 150 | 5.589 |
| Bauwirtschaft | - 9 | 761 |
| Öffentliche Hand - Verteidigung | 5 | 1.829 |
| Verpackungsindustrie | 7 | 1.799 |
| Energie und Versorgung | 2 | 885 |
| Übrige Kundengruppen | 5 | 2.452 |
| Insgesamt | - 1.599 | 37.718 |
| 2023 / 2024 | ||
| Automobilindustrie | - 8 | 11.855 |
| Handel | - 794 | 3.969 |
| Maschinen- und Anlagenbau | - 5 | 2.625 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | - 405 | 3.866 |
| Übrige verarbeitende Industrie | - 120 | 5.387 |
| Bauwirtschaft | - 3 | 635 |
| Öffentliche Hand - Verteidigung | 4 | 2.097 |
| Verpackungsindustrie | 0 | 1.666 |
| Energie und Versorgung | 0 | 687 |
| Übrige Kundengruppen | 13 | 2.243 |
| Insgesamt | - 1.317 | 35.031 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).
UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN
| Mio € | Automotive Technology | Decarbon Technologies | Materials Services | Steel Europe | Marine Systems | Corporate Headquarters |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||||||
| Deutschsprachiger Raum2) | 2.212 | 500 | 4.685 | 6.802 | 440 | 2 |
| Westeuropa | 1.170 | 486 | 2.116 | 2.817 | 431 | 0 |
| Zentral- und Osteuropa | 403 | 118 | 1.967 | 942 | 0 | 0 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 24 | 9 | 10 | 11 | 0 | 0 |
| Nordamerika | 2.342 | 327 | 4.213 | 1.003 | 6 | 4 |
| Südamerika | 399 | 109 | 41 | 113 | 266 | 0 |
| Asien / Pazifik | 82 | 194 | 361 | 38 | 215 | 0 |
| Großraum China | 1.081 | 641 | 138 | 75 | 0 | 0 |
| Indien | 50 | 500 | 126 | 108 | 18 | 0 |
| Naher Osten & Afrika | 137 | 555 | 109 | 463 | 454 | 0 |
| Insgesamt | 7.901 | 3.439 | 13.767 | 12.374 | 1.830 | 7 |
| 2023 / 2024 | ||||||
| Deutschsprachiger Raum2) | 2.027 | 467 | 3.932 | 5.771 | 547 | 1 |
| Westeuropa | 1.085 | 534 | 1.783 | 2.288 | 575 | 0 |
| Zentral- und Osteuropa | 601 | 105 | 1.542 | 922 | 3 | 0 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 6 | 6 | 10 | 16 | 16 | 0 |
| Nordamerika | 2.268 | 447 | 4.010 | 1.047 | 9 | 4 |
| Südamerika | 398 | 169 | 46 | 103 | 415 | 0 |
| Asien / Pazifik | 98 | 195 | 392 | 29 | 217 | 0 |
| Großraum China | 970 | 573 | 137 | 52 | 0 | 0 |
| Indien | 39 | 411 | 137 | 124 | 45 | 0 |
| Naher Osten & Afrika | 44 | 941 | 129 | 382 | 283 | 0 |
| Insgesamt | 7.536 | 3.846 | 12.117 | 10.733 | 2.110 | 7 |
| Mio € | Überleitung | Konzern |
|---|---|---|
| 2022 / 20231) | ||
| Deutschsprachiger Raum2) | - 1.270 | 13.370 |
| Westeuropa | - 175 | 6.846 |
| Zentral- und Osteuropa | - 86 | 3.345 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 0 | 55 |
| Nordamerika | - 97 | 7.798 |
| Südamerika | 4 | 932 |
| Asien / Pazifik | 0 | 890 |
| Großraum China | 12 | 1.948 |
| Indien | 2 | 805 |
| Naher Osten & Afrika | 10 | 1.728 |
| Insgesamt | - 1.599 | 37.718 |
| 2023 / 2024 | ||
| Deutschsprachiger Raum2) | - 1.046 | 11.699 |
| Westeuropa | - 139 | 6.125 |
| Zentral- und Osteuropa | - 70 | 3.102 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 0 | 54 |
| Nordamerika | - 70 | 7.714 |
| Südamerika | 1 | 1.131 |
| Asien / Pazifik | 1 | 931 |
| Großraum China | 4 | 1.736 |
| Indien | 1 | 757 |
| Naher Osten & Afrika | 2 | 1.782 |
| Insgesamt | - 1.317 | 35.031 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).
2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren 6.660 Mio € (Vorjahr: 5.076 Mio €) aus langfristigen Verträgen und 28.372 Mio € (Vorjahr: 32.642 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. 6.503 Mio € (Vorjahr: 6.292 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und 28.528 Mio € (Vorjahr: 31.426 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.
27 Sonstige Erträge
SONSTIGE ERTRÄGE
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Erträge aus Zulagen und Zuschüssen | 24 | 28 |
| Versicherungsentschädigungen | 30 | 28 |
| Übrige | 250 | 389 |
| Insgesamt | 303 | 445 |
In den übrigen sonstigen Erträgen sind Erträge aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 34 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 321 (Vorjahr: 320) konsolidierten Unternehmen enthalten.
Wesentliche Ursachen für den Anstieg der übrigen sonstigen Erträge sind höhere Erträge im Zusammenhang mit Strompreiskompensationen im Segment Steel Europe, Erträge aus dem Wirksamwerden eines als eingebettetes Leasingverhältnis eingeordneten Liefe r-vertrages im Segment Materials Services sowie Erträge aus der Weiterbelastung von Kosten an Vorlieferanten für die Beseitigung von Qualitätseinschränkungen bei Kundenverträgen im Segment Automotive Technology.
28 Sonstige Aufwendungen
SONSTIGE AUFWENDUNGEN
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen | - 19 | - 13 |
| Wertminderungen auf Firmenwerte | 0 | 24 |
| Sonstige Steuern | 7 | 11 |
| Übrige | 99 | 172 |
| Insgesamt | 88 | 195 |
Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken in Höhe von 26 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) sowie eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 321 (Vorjahr: 320) konsolidierten Unternehmen.
Die Zunahme der übrigen sonstigen Aufwendungen resultiert insbesondere aus Kostenübernahmen im Segment Steel Europe im Zusammenhang mit einer Wasserstoff-Pipeline sowie entstandenen Kosten für die Beseitigung von Qualitätseinschränkungen bei Kundenverträgen im Segment Automotive Technology.
29 Sonstige Gewinne und Verluste
SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen (ohne als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 9 | - 23 |
| Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften | 4 | - 18 |
| Übrige | - 1 | 4 |
| Insgesamt | 12 | - 36 |
30 Finanzergebnis
FINANZERGEBNIS
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 38 | - 87 |
| Zinserträge aus Finanzguthaben | 167 | 212 |
| Erträge aus Beteiligungen | 6 | 8 |
| Sonstige Finanzierungserträge | 722 | 572 |
| Finanzierungserträge | 896 | 792 |
| Zinsaufwendungen aus Finanzschulden | - 93 | - 65 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 195 | - 210 |
| Sonstige Finanzierungsaufwendungen | - 697 | - 556 |
| Finanzierungsaufwendungen | - 984 | - 830 |
| Insgesamt | - 126 | - 125 |
Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.
In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 216 Mio € (Vorjahr: 168 Mio €). In den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 64 Mio € (Vorjahr: 92 Mio €) enthalten.
Die sonstigen Finanzierungserträge bzw. die sonstigen Finanzierungsaufwendungen enthalten die Erträge bzw. Aufwendungen aus Währungsderivaten aus Finanztransaktionen sowie die Kursgewinne bzw. Kursverluste aus Finanztransaktionen in Fremdwährung.
Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 17 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das übrige Finanzergebnis entsprechend. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns des Berichtsjahrs berücksichtigt.
31 Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung
Die nachfolgende Tabelle zeigt die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Aufwendungen und Erträge:
LEASING IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Sonstige Umsatzerlöse | ||
| Erträge aus Operating-Lease-Verhältnissen | 7 | 12 |
| Leasingaufwendungen | ||
| Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen | 42 | 52 |
| Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte | 1 | 3 |
| Aufwendungen aus nicht bilanzierten variablen Leasingzahlungen | 2 | 2 |
| Abschreibungen | ||
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | 131 | 136 |
| Wertminderungen auf Nutzungsrechte | 0 | 1 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | ||
| Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten | 0 | 0 |
| Finanzergebnis | ||
| Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 25 | 32 |
Erträge aus Untermietverträgen fielen in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) an. Aus Sale and Leaseback-Transaktionen ergab sich für den Konzern kein Gewinn (Vorjahr: 1 Mio €) sowie kein Verlust (Vorjahr: 1 Mio €).
32 Ertragsteuern
Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:
AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand/(-ertrag) für das aktuelle Geschäftsjahr | 269 | 242 |
| Laufender Steueraufwand/(-ertrag) für Vorjahre | - 12 | - 6 |
| Latenter Steueraufwand/(-ertrag) | 146 | 18 |
| Insgesamt | 403 | 254 |
Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:
ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis | 403 | 254 |
| Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis | 24 | 2 |
| Unmittelbar dem Eigenkapital belastete/(gutgeschriebene) Steuereffekte | - 4 | 0 |
| Insgesamt | 423 | 256 |
Zum 30. September 2024 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus Tochterunternehmen im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, auf 183 Mio € (Vorjahr: 156 Mio €). Der Konzern bestimmt die Ausschüttungspolitik dieser Tochtergesellschaften, d.h. es besteht Kontrolle über den Zeitpunkt der Umkehr dieser zu versteuernden temporären Differenzen, und eine Umkehr ist in der absehbaren Zukunft nicht vorgesehen.
Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:
VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN
| 30.9.2023 | 2023 / 2024 | 30.9.2024 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Latenter Steuerertrag (+) / -aufwand (-) | Übrige | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Latente Steuern auf langfristige Positionen | ||||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 218 | 95 | - 36 | - 6 | 185 | 103 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 936 | 108 | 40 | 0 | 976 | 108 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 82 | 13 | 32 | 0 | 119 | 19 |
| Übrige Aktiva | 4 | 178 | 176 | 0 | 23 | 21 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 536 | 15 | - 5 | 112 | 637 | 9 |
| Sonstige Rückstellungen | 68 | 63 | 68 | - 1 | 106 | 35 |
| Übrige Passiva | 132 | 95 | - 25 | - 2 | 94 | 83 |
| Latente Steuern auf kurzfristige Positionen | ||||||
| Vorräte | 464 | 51 | - 368 | - 7 | 122 | 84 |
| Übrige Aktiva1) | 443 | 766 | 331 | - 1 | 423 | 416 |
| Übrige Passiva1) | 693 | 697 | - 49 | 30 | 853 | 877 |
| Wertberichtigungen - temporäre Differenzen (lang- und kurzfristig) | - 1.106 | - | - 194 | - 149 | - 1.449 | - |
| Zwischensumme | 2.470 | 2.081 | - 30 | - 24 | 2.089 | 1.755 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 2.159 | - | 379 | - 5 | 2.533 | - |
| Zinsvorträge | 118 | - | - 64 | 0 | 54 | - |
| Ausländische Steuergutschriften | 1 | - | 6 | 0 | 7 | - |
| Wertberichtigungen - steuerliche Verlustvorträge u.a. | - 2.188 | - | - 309 | 6 | - 2.492 | - |
| Zwischensumme | 90 | 0 | 12 | 1 | 102 | 0 |
| Summe vor Saldierung | 2.560 | 2.081 | - 18 | - 23 | 2.191 | 1.755 |
| Saldierung | - 2.065 | - 2.065 | - | - | - 1.727 | - 1.727 |
| Bilanzansatz | 495 | 16 | - | - | 464 | 28 |
1) Der Ausweis zum 30.9.2023 wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 25).
Die Entwicklung der latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:
ENTWICKLUNG DER AKTIVEN (+)/PASSIVEN (-) LATENTEN STEUERN PER SALDO
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Vortrag | 679 | 479 |
| Latenter Steuerertrag (+)/-aufwand (-) | - 146 | - 18 |
| Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis | ||
| Neubewertung der Pensionen u.ä. | - 60 | - 4 |
| Marktbewertung von Eigenkapitalinstrumenten | 0 | 0 |
| Marktbewertung von Fremdkapitalinstrumenten | - 2 | 3 |
| Wertminderungen von Finanzinstrumenten | 20 | 0 |
| Cashflow-Hedges | 19 | - 1 |
| Währungsunterschiede | - 35 | - 19 |
| Veränderung Konsolidierungskreis, Sonstiges | 0 | - 3 |
| Unmittelbar dem Eigenkapital (belastete)/gutgeschriebene Steuereffekte | 4 | 0 |
| Endstand | 479 | 437 |
Zum 30. September 2024 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 9.445 Mio € (Vorjahr: 8.345 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 9.329 Mio € (Vorjahr: 8.217 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 115 Mio € (Vorjahr: 128 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden. Außerdem werden zum 30. September 2024 für im Konzern bestehende abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 4.470 Mio € (Vorjahr: 3.448 Mio €), davon 3.350 Mio € (Vorjahr: 2.668 Mio €) im deutschen Steel-Organkreis und 701 Mio € (Vorjahr: 415 Mio € ohne Steel-Organkreis) im Organkreis der thyssenkrupp AG , sowie für den Zinsvortrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 195 Mio € (Vorjahr: 420 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt.
Die Nutzung nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge reduzierte den laufenden Steueraufwand im Geschäftsjahr 2023 / 2024 um 5 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €). Der Ansatz bislang nicht angesetzter aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge führte im Geschäftsjahr 2023 / 2024 zu einem latenten Steuerertrag von 31 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €). Aus der Abwertung aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge ergab sich im Geschäftsjahr 2023 / 2024 ein latenter Steueraufwand von 24 Mio € (Vorjahr: 192 Mio €).
Zum 30. September 2024 werden aktive latente Steuern in Höhe von 101 Mio € (Vorjahr: 103 Mio €) von Gesellschaften angesetzt, die im laufenden oder vorigen Jahr mit einem negativen Ergebnis in den Konzernabschluss eingegangen sind. Davon entfallen aktive latente Steuern von 26 Mio € (Vorjahr: 25 Mio €) auf eine deutsche Konzerngesellschaft außerhalb des ertragsteuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG, die künftig positive Ergebnisse aus bereits vereinbartem Projektvolumen mit gegenwärtig bereits höherem Margenniveau und künftig wegfallenden Hochlaufkosten plant. Aktive latente Steuern von 20 Mio € (Vorjahr: 29 Mio €) entfallen auf die französische Steuergruppe, deren Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentlich aus Mehrkosten bei einzelnen Altprojekten einer einzigen Mitgliedsgesellschaft verursacht wurde. Die aktuellen Projekte dieser Gesellschaft lassen eine Wiederholung solcher Verluste nicht erwarten, und die übrigen Mitgliedsgesellschaften planen künftig positive Ergebnisse. Aktive latente Steuern in Höhe von 27 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €) entfallen auf eine weitere französische Konzerngesellschaft außerhalb der französischen Steuergruppe, für die keine Verlusthistorie besteht und die künftig positive Ergebnisse plant.
Zum 30. September 2024 werden aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Sachanlagevermögen und Pensionsrückstellungen) in Höhe von 1.103 Mio € (Vorjahr: 862 Mio €) im deutschen Steel-Organkreis sowie in Höhe von 221 Mio € (Vorjahr: 135 Mio € ohne Steel-Organkreis) im Organkreis der thyssenkrupp AG nicht angesetzt, da das Management nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass künftig genügend steuerliche Ergebnisse in Deutschland zur Verfügung stehen werden.
Im Vorjahr führte die Abwertung der zum 30. September 2022 noch angesetzten aktiven latenten Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland zu latentem Steueraufwand von 191 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt im sonstigen Ergebnis, der das Eigenkapital um 29 Mio € verringert hat.
Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 / 2024 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 31,5 % (Vorjahr: 32,3 %) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0 % und 37,5 % (Vorjahr: 9,0 % und 37,5 %).
STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG
| Mio € | 2022 / 2023 | in % | 2023 / 2024 | in % |
|---|---|---|---|---|
| Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) | - 512 | 32,3 | - 377 | 31,5 |
| Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz | - 32 | 2,0 | - 29 | 2,4 |
| Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen | 6 | - 0,4 | - 1 | 0,1 |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern | 847 | - 53,5 | 571 | - 47,7 |
| Einkommenskorrekturen | 11 | - 0,7 | 18 | - 1,5 |
| Besteuerung von Veräußerungsergebnissen | - 1 | 0,1 | 4 | - 0,3 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 12 | - 0,8 | 27 | - 2,3 |
| Nicht anrechenbare Quellensteuern | 71 | - 4,5 | 64 | - 5,4 |
| Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) | - 3 | 0,2 | - 19 | 1,6 |
| Sonstiges | 4 | - 0,3 | - 4 | 0,3 |
| Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) | 403 | - 25,5 | 254 | - 21,2 |
33 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:
ERGEBNIS JE AKTIE
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 2.072 | - 3,33 | - 1.506 | - 2,42 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 622.531.741 | 622.531.741 |
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
34 Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
PERSONALAUFWAND
| Mio € | 2022 / 2023 | 2023 / 2024 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 5.543 | 5.758 |
| Soziale Abgaben | 970 | 1.015 |
| Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage1) | 118 | 118 |
| Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage | 28 | 26 |
| Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. | 42 | 342 |
| Aufwendungen für Unterstützung | 99 | 104 |
| Insgesamt | 6.800 | 7.363 |
1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.
Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:
MITARBEITENDE IM JAHRESDURCHSCHNITT
| 2022 / 20231) | 2023 / 2024 | |
|---|---|---|
| Automotive Technology | 31.236 | 31.898 |
| Decarbon Technologies | 14.945 | 13.965 |
| Materials Services | 16.166 | 16.160 |
| Steel Europe | 26.267 | 27.069 |
| Marine Systems | 7.372 | 7.860 |
| Corporate Headquarters | 609 | 635 |
| Überleitung | 1.621 | 1.667 |
| Insgesamt | 98.216 | 99.254 |
| Davon: | ||
| Arbeiter | 48.044 | 48.650 |
| Angestellte | 47.370 | 47.766 |
| Auszubildende | 2.802 | 2.838 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).
Die Jahresdurchschnittsbelegschaft enthält in 2023 / 2024 anteilig 1.509 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.476 Mitarbeitende) der gemeinschaftlichen Tätigkeit (Joint Operation) Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM).
Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist Abschlussprüfer des Konzernabschlusses. Für die erbrachten Dienstleistungen der KPMG AG sowie von Gesellschaften des internationalen KPMG-Netzwerks erbrachten Dienstleistungen sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE
| 2022 / 2023 | 2023 / 2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Gesamt | davon KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft | Gesamt | davon KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Abschlussprüfungsleistungen | 16 | 11 | 22 | 15 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 3 | 3 | 4 | 4 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Insgesamt | 20 | 14 | 26 | 19 |
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezieht sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der thyssenkrupp AG einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen sowie eines Prüfungsschwerpunkts. Darüber hinaus sind hier Honorare für die Prüfungen von IFRS Reporting Packages von Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG zur Einbeziehung in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG sowie für handelsrechtliche Jahresabschlussprüfungen von Tochterunternehmen enthalten, einschließlich Honorare für projektbegleitende Prüfungen IT-gestützter rechnungslegungsbezogener Systeme. Zudem erfolgten prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen.
Andere Bestätigungsleistungen beziehen sich auf Leistungen im Zusammenhang mit Verkaufsprojekten zu einzelnen Geschäften im Rahmen des Umbaus von thyssenkrupp, auf eine freiwillige Prüfung des Compliance Management Systems, auf eine Prüfung nach § 67 Abs. 1 EnFG, auf vereinbarte Prüfungshandlungen, betriebswirtschaftliche Prüfungen z.B. nach ISAE 3000, einer Prüfung nach § 32 Abs. 1 WpHG, die Erteilung eines Comfort Letter.
Die sonstigen Leistungen umfassen im Vorjahr Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
35 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" herleiten:
HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel | 2.641 | 2.451 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 4.699 | 3.416 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Bilanz | 7.339 | 5.867 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen | 0 | 4 |
| Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung | 7.339 | 5.871 |
Per 30. September 2024 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 131 Mio € (Vorjahr: 104 Mio €) von der Joint Operation HKM.
Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 resultiert ein zahlungsunwirksamer Zugang von Nutzungsrechten nach IFRS 16 von 134 Mio € (Vorjahr: 205 Mio €).
Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 resultiert aus Entkonsolidierung ein Abgang von Brutto-Finanzschulden von 4 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).
Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2022 / 2023
| 30.9.2022 | Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Veränderung Konsolidierungskreis | Währungsunterschiede | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 3.094 | - 1.000 | 0 | 0 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 122 | 38 | 1 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 136 | - 65 | 0 | 19 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 629 | - 147 | 0 | - 15 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 3.981 | - 1.174 | 1 | 4 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 109 | 35 | 0 | - 8 |
| Insgesamt | 4.090 | - 1.139 | 1 | - 4 |
| Nicht zahlungswirksame Veränderungen | ||
|---|---|---|
| Mio € | Marktwertänderungen | Sonstige Veränderungen |
| --- | --- | --- |
| Anleihen | 0 | 4 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 0 | - 1 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 0 | 211 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 0 | 214 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | - 96 | 0 |
| Insgesamt | - 96 | 214 |
| 30.9.2023 | |
|---|---|
| Mio € | |
| --- | --- |
| Anleihen | 2.098 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 159 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 90 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 3.025 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 41 |
| Insgesamt | 3.066 |
1) Soweit Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten betroffen sind.
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 - 2023 / 2024
| 30.9.2023 | Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Veränderung Konsolidierungskreis | Währungsunterschiede | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 2.098 | - 1.500 | 0 | 0 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 159 | 4 | - 4 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 90 | - 45 | 0 | 13 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 678 | - 139 | 0 | - 10 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 3.025 | - 1.680 | - 4 | 2 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 68 | 168 | 0 | - 9 |
| Insgesamt | 3.093 | - 1.512 | - 4 | - 7 |
| Nicht zahlungswirksame Veränderungen | ||
|---|---|---|
| Mio € | Marktwertänderungen | Sonstige Veränderungen |
| --- | --- | --- |
| Anleihen | 0 | 2 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 0 | 4 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 0 | 123 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 0 | 129 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | - 15 | 0 |
| Insgesamt | - 15 | 129 |
| 30.9.2024 | |
|---|---|
| Mio € | |
| --- | --- |
| Anleihen | 600 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 163 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 57 |
| Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen | 653 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 1.472 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 212 |
| Insgesamt | 1.685 |
1) Soweit Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten betroffen sind.
Leasing in der Kapitalflussrechnung
In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der bilanzierten Leasingverhältnisse im Operating Cashflow und die Tilgungskomponente im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse des Konzerns als Leasingnehmer 230 Mio € (Vorjahr: 210 Mio €).
Die folgenden möglichen Zahlungsmittelabflüsse beim Leasingnehmer wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen und werden nur dann in der Kapitalflussrechnung enthalten sein, sofern sie in künftigen Perioden auch tatsächlich zu Auszahlungen führen:
MÖGLICHE ZUKÜNFTIGE LEASINGZAHLUNGEN
| Mio € | 30.9.2023 | 30.9.2024 |
|---|---|---|
| Verlängerungs- und/oder Kündigungs- sowie Kaufoptionen | - 87 | - 126 |
| Variable Zahlungen | - 3 | 0 |
| Eingegangene Leasingverpflichtungen | - 3 | - 29 |
| Insgesamt | - 92 | - 156 |
Mögliche zukünftige Leasingzahlungen des Leasingnehmers aus der Ausübung von Optionen wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, wenn die Ausübung der entsprechenden Optionen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Diese Optionen beinhalten Leasingzahlungen aus Mietverlängerungsoptionen, Strafzahlungen aus der Ausübung von Kündigungsoptionen und Zahlungen aus Kaufoptionen. Nur bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Optionen als ausübbar angesehen und als Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angesetzt. Im Falle veränderter Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.
Bestehen in Einzelfällen unendlich revolvierende Mietverlängerungsoptionen oder sich automatisch verlängernde Mietverträge sind deren Zahlungen nicht in den möglichen zukünftigen Leasingzahlungen enthalten. Eine Einschätzung der Laufzeit wurde bei der Ermittlung der entsprechenden Leasingverbindlichkeit vorgenommen.
Einzelne Leasingverträge können mehrere Optionen enthalten. Der thyssenkrupp Konzern verwendet Optionen, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu erhalten. Solche Optionen können grundsätzlich nur durch den thyssenkrupp Konzern als Leasingnehmer ausgeübt werden. Ferner sind in den abgeschlossenen Leasingverträgen keine Klauseln enthalten, die den Konzern durch die Einhaltung bestimmter Zusagen wesentlich beschränken.
Ereignis nach dem Stichtag
36 Ereignis nach dem Stichtag
Am 18. Oktober 2024 erfolgte das Signing für den Verkaufsprozess der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Electrical Steel India an JSW Steel Limited und JFE Steel Corporation, ein indisch-japanisches Konsortium; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 03.
Sonstige Angaben
37 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 1. Oktober 2024 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft thyssenkrupp nucera AG & KGaA ist im September 2024 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.
Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2024 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.
38 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und § 264b HGB
Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:
| A | |
| ATLAS ELEKTRONIK GmbH | Bremen |
| B | |
| BERCO Deutschland GmbH | Ennepetal |
| Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH | Hamburg |
| C | |
| CarValoo GmbH | Essen |
| G | |
| German Marine Systems GmbH | Hamburg |
| H | |
| Hagenuk Marinekommunikation GmbH | Flintbek |
| J | |
| Jacob Bek GmbH | Ulm |
| M | |
| Max Cochius GmbH | Berlin |
| P | |
| PSL Wälzlager GmbH | Dietzenbach |
| R | |
| Reisebüro Dr. Tigges GmbH | Essen |
| T | |
| thyssenkrupp Academy GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH | Essen |
| thyssenkrupp AT.Pro tec GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Automation Engineering GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Automotive Systems GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Bilstein GmbH | Ennepetal |
| thyssenkrupp Carbon2Chem GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Components Tech GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Decarbon Technologies GmbH | Essen |
| thyssenkrupp DeliCate GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Materials Services Digital Innovations GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH | Duisburg |
| thyssenkrupp Dynamic Components GmbH | Ilsenburg |
| thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH | Chemnitz |
| thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH | Ilsenburg |
| thyssenkrupp Facilities Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Federn GmbH | Hagen |
| thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH | Hagen |
| thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Gerlach GmbH | Homburg/Saar |
| thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Holding Germany GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH | Homburg/Saar |
| thyssenkrupp Industrial Solutions AG | Essen |
| thyssenkrupp Information Management GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Intellectual Property GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Management Consulting GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Marine Systems GmbH | Kiel |
| thyssenkrupp Materials Business Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH | Krefeld |
| thyssenkrupp Materials Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials Services Digital Innovations GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials Trading GmbH | Essen |
| thyssenkrupp nucera HTE GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp nucera Participations GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Plastics GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Polysius GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH | Mülheim |
| thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH | Schönebeck |
| thyssenkrupp Projekt 1 GmbH | Essen |
| thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Schulte GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Senior Experts GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Transrapid GmbH | Kassel |
| thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Uhde GmbH | Essen |
| thyssenkrupp USA Holding AG & Co KG | Essen |
| U | |
| Uhde High Pressure Technologies GmbH | Hagen |
| Uhde Inventa-Fischer GmbH | Berlin |
Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:
| T | |
| thyssenkrupp Nederland Holding B.V. | Roermond |
| thyssenkrupp Veerhaven B.V. | Rotterdam |
39 Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die vollständige Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB über den Anteilsbesitz des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften ist Bestandteil des testierten und im Bundesanzeiger eingereichten Konzernabschlusses. Die vollständige Anteilsbesitzliste ist zudem im Internet auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com/de/investoren/berichterstat-tung-und-pulikationen/ veröffentlicht.
Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2024
| Lfd. Nr | Name und Sitz | Anteil am Kapital % |
gehalten über lfd. Nr. | Quote % |
|---|---|---|---|---|
| A. Vollkonsolidierte Tochterunternehmen | ||||
| Ägypten | ||||
| 1 | thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten | 100,00 | 59 | 1,00 |
| 69 | 1,00 | |||
| 112 | 98,00 | |||
| 2 | thyssenkrupp Uhde Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten | 100,00 | 108 | |
| Algerien | ||||
| 3 | Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien | 100,00 | 271 | |
| Argentinien | ||||
| 4 | thyssenkrupp Polysius Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | 281 | 0,13 |
| 108 | 99,87 | |||
| Australien | ||||
| 5 | SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park. Australien | 100,00 | 59 | |
| 6 | thyssenkrupp Materials Australla Pty Ltd., Chatswood NSW , Australien | 100,00 | 184 | |
| 7 | thyssenkrupp nucera Australia Pty. Ltd., Perth WA, Australien | 100,00 | 123 | |
| 8 | thyssenkrupp Uhde Australia Pty Ltd., Melbourne VIC, Australien | 100,00 | 153 | |
| Belgien | ||||
| 9 | thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien | 100,00 | 120 | 34,41 |
| 97 | 65,59 | |||
| 10 | thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien | 100,00 | 127 | 0,00 |
| 97 | 100,00 | |||
| 11 | thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N V., Antwerpen, Belgien | 100,00 | 148 | 100,00 |
| 78 | 0,00 | |||
| Brasilien | ||||
| 12 | Äguas Azuis Construcao Naval SPE Ltda , Itaja / Santa Catarina, Brasilien | 75,00 | 112 | |
| 13 | BercoSul Ltda , Campo Limpo Paulista- São Paulo, Brasilien | 100.00 | 199 | 100,00 |
| 17 | 0,00 | |||
| 14 | RIP Serviços Siderurgicos Ltda., Rio de Janeiro. Brasilien | 100,00 | 25 | 100,00 |
| 17 | 0,00 | |||
| 15 | Thyssen Trading Ltda , São Paulo, Brasilien | 100,00 | 120 | 100,00 |
| 17 | 0,00 | |||
| 16 | thyssenkrupp Autömata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien | 80,00 | 25 | |
| 17 | thyssenkrupp Brasil Ltda , São Paulo, SP, Brasilien | 100,00 | 85 | 0,68 |
| 88 | 10,26 | |||
| 150 | 83,11 | |||
| 169 | 5,96 | |||
| 18 | thyssenkrupp Comercio de Combustiveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 99,48 | 121 | |
| 19 | thyssenkrupp Dock Servicos Navais Ltda., Itajai, estado de Santa Catarina, Brasilien | 100,00 | 20 | |
| 20 | thyssenkrupp Estaleiro Brasil Sul Ltda., Itajai, Brasilien | 100,00 | 22 | |
| 21 | thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 100.00 | 120 | 100,00 |
| 17 | 0,00 | |||
| 22 | thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda., Itajai, Brasilien | 100,00 | 112 | |
| 23 | thyssenkrupp Metalurgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien | 59,77 | 239 | |
| 24 | thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda , Santa Luzia, Brasilien | 100.00 | 23 | 100,00 |
| 13 | 0,00 | |||
| 25 | thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien | 100,00 | 120 | 100,00 |
| 17 | 0,00 | |||
| 26 | thyssenkrupp Springs & Stabilizers BrasH Ltda., São Paulo, Brasilien | 100,00 | 99 | |
| 27 | thyssenkrupp Uhde Brasil Ltda , Nova Lima,, Brasilien | 100,00 | 153 | |
| Brunei | ||||
| 28 | thyssenkrupp Industrial Solutions SDN BHD, Brunei, Brunei | 100,00 | 273 | 99,00 |
| 152 | 1,00 | |||
| Bulgarien | ||||
| 29 | Berco Bulgaria EOOD i L , Apriltsi, Bulgarien | 100,00 | 199 | |
| 30 | thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien | 80,00 | 120 | |
| China | ||||
| 31 | Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd , Chengdu, China | 100,00 | 40 | |
| 32 | Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Qingdao, China | 100,00 | 150 | |
| 33 | thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China | 100,00 | 150 | |
| 34 | thyssenkrupp Automotive Body Solutions (Suzhou) Co. Ltd., Kunshan City, China | 100,00 | 36 | |
| 35 | thyssenkrupp Bilstein Changzhou Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 36 | |
| 36 | thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China | 100,00 | 81 | |
| 37 | thyssenkrupp Dynamic Components Changzhou Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 36 | |
| 38 | thyssenkrupp Dynamic Components Dalian Co. Ltd., Dalian, China | 100,00 | 36 | |
| 39 | thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China | 100,00 | 150 | |
| 40 | thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China | 60,00 | 36 | |
| 41 | thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 36 | |
| 42 | thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd., Tianjin, China | 100,00 | 121 | |
| 43 | thyssenkrupp nucera (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 206 | |
| 44 | thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China | 60,00 | 169 | |
| 45 | thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China | 60,00 | 169 | |
| 46 | thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 36 | |
| 47 | thyssenkrupp Presta Steering Gear Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 51 | |
| 48 | thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China | 100,00 | 150 | |
| 49 | thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., Pinghu, Jiaxing, China | 100,00 | 36 | |
| 50 | thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd , Beijing, China | 100,00 | 240 | |
| 51 | thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd , Changzhou, China | 100,00 | 36 | |
| 52 | thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co , Ltd Shanghai, China | 100,00 | 36 | |
| 53 | Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co , Ltd , Xuzhou, China | 60,00 | 36 | |
| Curacao | ||||
| 54 | Thyssen Sudamerica N.V , Willemstad, Curacao | 100,00 | 236 | |
| Dänemark | ||||
| 55 | ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark | 100,00 | 59 | |
| 56 | RIAS A/S, Roskilde, Dänemark | 54,15 | 97 | |
| 57 | thyssenkrupp Stäl Danmark A/S, Hundested, Dänemark | 100,00 | 240 | |
| Deutschland | ||||
| 58 | ALSE Deutschland GmbH, Bremen | 100,00 | 59 | |
| 59 | ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 112 | 75,00 | |||
| 150 | 14,90 | |||
| 60 | Becker & Co. GmbH, Neuwied | 100,00 | 75 | |
| 61 | BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal | 100,00 | 150 | |
| 62 | Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg | 100,00 | 112 | |
| 63 | Decarb Concept GmbH, Essen | 70,00 | 148 | |
| 64 | Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz | 94,00 2) | 150 | 0,00 |
| 81 | ||||
| 65 | DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach | 100,00 | 141 | |
| 66 | EH Güterverkehr GmbH, Duisburg | 100,00 | 148 | |
| 67 | Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 87,98 | 148 | |
| 68 | German Marine Systems GmbH, Hamburg | 100,00 | 112 | |
| 69 | Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek | 100,00 | 59 | |
| 70 | Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel | 100,00 | 112 | |
| 71 | IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel | 100,00 | 112 | |
| 72 | Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm | 79,96 | 120 | |
| 73 | Max Cochius GmbH, Berlin | 75,00 | 120 | |
| 74 | PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach | 100,00 | 276 | |
| 75 | Rasselstein Verwaltungs GmbH, Andernach | 100,00 | 148 | 59,23 |
| 67 | 40,77 | |||
| 76 | Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen | 100,00 | 120 | |
| 77 | SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100,00 | 112 | 89,90 |
| 81 | 10,10 | |||
| 78 | Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 91 | |
| 79 | thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 150 | |
| 80 | thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Essen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 120 | 89,90 | |||
| 81 | thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen | 100,00 | ||
| 82 | thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen | 100,00 | 121 | |
| 83 | thyssenkrupp Automation Engineering GmbH, Essen | 100,00 | 150 | 89,90 |
| 81 | 10,10 | |||
| 84 | thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 106 | 89,90 | |||
| 85 | thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 86 | thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal | 100,00 | 150 | 89,99 |
| 81 | 10,01 | |||
| 87 | thyssenkrupp Carbon2Chem GmbH, Essen | 100,00 | 89 | 89,90 |
| 109 | 5,10 | |||
| 145 | 5,00 | |||
| 88 | thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen | 100,00 | 99 | |
| 89 | thyssenkrupp Decarbon Technologies GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 90 | thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 145 | |
| 91 | thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg | 80,00 | 150 | 80,00 |
| 81 | 0,00 | |||
| 92 | thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH, Chemnitz | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 150 | 89,90 | |||
| 93 | thyssenkrupp Dynamic Components GmbH, Ilsenburg | 100,00 | 150 | 89,98 |
| 81 | 10,02 | |||
| 94 | thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH, Ilsenburg (Harz) | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 150 | 89,90 | |||
| 95 | thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 99,58 | 96 | 87,62 |
| 78 | 11,96 | |||
| 96 | thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 100,00 | 148 | 62,46 |
| 67 | 37,54 | |||
| 97 | thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 98 | thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen | 100,00 | 81 | 10,01 |
| 86 | 89,99 | |||
| 99 | thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen | 100,00 | 150 | |
| 100 | thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund | 100,00 | 108 | |
| 101 | thyssenkrupp Geriach GmbH, Homburg/Saar | 100,00 | 81 | 10,00 |
| 150 | 90,00 | |||
| 102 | thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 103 | thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen | 100,00 | 81 | 89,90 |
| 145 | 10,10 | |||
| 104 | thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen | 100,00 | 148 | |
| 105 | thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen | 100,00 | 104 | |
| 106 | thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 107 | thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg | 100,00 | 101 | |
| 108 | thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 150 | 89,90 | |||
| 109 | thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 110 | thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 111 | thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 145 | |
| 112 | thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 150 | 89,90 | |||
| 113 | thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel | 100,00 | 112 | |
| 114 | thyssenkrupp Marine Systems Wismar GmbH, Kiel | 100,00 | 106 | 10,10 |
| 112 | 89,90 | |||
| 115 | thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 116 | thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 117 | thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 118 | thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld | 99,58 | 81 | 10,34 |
| 120 | 89,24 | |||
| 119 | thyssenkrupp Materials Services Digital Innovations GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 120 | thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen | 99,84 | 81 | 89,74 |
| 145 | 10,10 | |||
| 121 | thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 120 | 89,90 | |||
| 122 | thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg | 68,00 | 120 | |
| 123 | thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund | 50,19 | 131 | |
| 124 | thyssenkrupp nucera HTE GmbH, Dortmund | 100,00 | 126 | |
| 125 | thyssenkrupp nucera Management AG, Dortmund | 66,00 | 131 | |
| 126 | thyssenkrupp nucera Participations GmbH, Dortmund | 100,00 | 123 | |
| 127 | thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen | 100,00 | 97 | |
| 128 | thyssenkrupp Polysius GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 129 | thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr | 100,00 | 81 | 10,01 |
| 150 | 89,99 | |||
| 130 | thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck | 100,00 | 129 | |
| 131 | thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen | 100,00 | 89 | |
| 132 | thyssenkrupp Projekt 10 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 133 | thyssenkrupp Projekt 12 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 134 | thyssenkrupp Projekt 13 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 135 | thyssenkrupp Projekt 14 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 136 | thyssenkrupp Projekt 15 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 137 | thyssenkrupp Projekt 2 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 138 | thyssenkrupp Projekt 3 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 139 | thyssenkrupp Projekt 4 GmbH, Essen | 100,00 | 83 | |
| 140 | thyssenkrupp Projekt 9 GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 141 | thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 99,50 | 75 | |
| 142 | thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 150 | 89,90 | |||
| 143 | thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 120 | 89,90 | |||
| 144 | thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 145 | thyssenkrupp Services GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 146 | thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg | 100,00 | 91 | |
| 147 | thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg | 100,00 | 91 | |
| 148 | thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg | 100,00 | 78 | 89,90 |
| 155 | 10,10 | |||
| 149 | thyssenkrupp Steel Logistics GmbH, Duisburg | 51,00 | 148 | |
| 150 | thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen | 100,00 | 81 | |
| 151 | thyssenkrupp Transrapid GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 152 | thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 108 | 89,90 | |||
| 153 | thyssenkrupp Uhde GmbH, Essen | 100,00 | 150 | |
| 154 | thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen | 100,00 | 81 | 100,00 |
| 150 | 0,00 | |||
| 155 | thyssenkrupp Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen | 80,00 | 78 | 0,01 |
| 81 | 79,99 | |||
| 156 | TKMS Business Partnership, GbR, Kiel | 100,00 | 112 | 95,00 |
| 180 | 5,00 | |||
| 157 | Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen | 100,00 | 81 | 10,50 |
| 108 | 89,50 | |||
| 158 | Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin | 100,00 | 81 | 10,10 |
| 108 | 89,90 | |||
| Finnland | ||||
| 159 | ATLAS ELEKTRONIK Finland OY. Espoo, Finnland | 100,00 | 59 | |
| 160 | thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland | 100,00 | 184 | |
| Frankreich | ||||
| 161 | Defontaine S.A.S., La Bruffìere, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 162 | thyssenkrupp Automotive Syst`emes France S.A.R.L., Herrlisheim, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 163 | thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich | 100,00 | 240 | |
| 164 | thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich | 100,00 | 237 | |
| 165 | thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 166 | thyssenkrupp Materials Processing Europe (France) SAS, Fosses, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 167 | thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 168 | thyssenkrupp Polysius France S.A.S., Les Pennes-Mirabeau, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 169 | thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange. Frankreich | 100,00 | 164 | |
| 170 | thyssenkrupp Steel France S.A.S , Elancourt, Frankreich | 100,00 | 240 | |
| 171 | thyssenkrupp System Engineering S.AS., Ensisheim, Frankreich | 100,00 | 164 | |
| Griechenland | ||||
| 172 | Advanced Lithium Systems Europe Defense Applications Single-Member S.A., Athen, Griechenland | 100,00 | 59 | |
| 173 | Greek Naval Shipyards Holding S.A. , Skaramanga, Griechenland | 100,00 | 70 | |
| Großbritannien | ||||
| 174 | ATLAS ELEKTRONIK UK (Holdings) Limited. Winfrith Newburgh, Großbritannien | 100,00 | 59 | |
| 175 | ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien | 100,00 | 174 | |
| 176 | Polysius Ltd., Shirley, Solihull, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 177 | Steelbuy Limited, Solihull, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 178 | thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd , Solihull, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 179 | thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 180 | thyssenkrupp Marine Systems LLP, Dorchester, Dorset, Großbritannien | 100,00 | 70 | 0,50 |
| 112 | 99,50 | |||
| 181 | thyssenkrupp Materials (UK) Ltd , Cradley Heath. Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 182 | thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 183 | thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| 184 | thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien | 100,00 | 106 | 100,00 |
| 150 | 0,00 | |||
| 185 | thyssenkrupp UK 2006 Pension Trustees Limited, Shirley, Solihull, Großbritannien | 100,00 | 184 | |
| Guatemala | ||||
| 186 | Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala | 100,00 | 227 | 0,02 |
| 230 | 99,98 | |||
| Indien | ||||
| 187 | Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien | 100,00 | 142 | 72,39 |
| 61 | 0,08 | |||
| 101 | 8,96 | |||
| 150 | 0,00 | |||
| 199 | 18,57 | |||
| 203 | 0,00 | |||
| 188 | thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien | 99,90 | 184 | 99,90 |
| 181 | 0,00 | |||
| 189 | thyssenkrupp Automotive Body Solutions Private Limited, Pune, Indien | 100,00 | 84 | 99,90 |
| 150 | 0,10 | |||
| 190 | thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | 100,00 | 95 | 100,00 |
| 163 | 0,00 | |||
| 191 | thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien | 100,00 | 237 | 100,00 |
| 239 | 0,00 | |||
| 192 | thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, New Delhi, Indien | 100,00 | 69 | 0,01 |
| 59 | 94,70 | |||
| 180 | 5,29 | |||
| 193 | thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien | 100,00 | 97 | 0,00 |
| 120 | 100,00 | |||
| 194 | thyssenkrupp nucera India Private Limited, Mumbai, Indien | 100,00 | 126 | 100,00 |
| 202 | 0,00 | |||
| 195 | thyssenkrupp Uhde India Private Limited, Mumbai, Indien | 80,43 | 108 | |
| Indonesien | ||||
| 196 | PT thyssenkrupp Polysius Indonesia, Jakarta, Indonesien | 100,00 | 128 | 75,00 |
| 273 | 25,00 | |||
| 197 | PT. thyssenkrupp Uhde Indonesia, Jakarta, Indonesien | 67,00 | 108 | |
| Italien | ||||
| 198 | Berco Aftermarket S.r.l., Bologna, Italien | 100,00 | 199 | |
| 199 | Berco S.p.A., Copparo, Italien | 100,00 | 81 | 0,05 |
| 201 | 99,95 | |||
| 200 | thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien | 100,00 | 240 | |
| 201 | thyssenkrupp Italia S.r.L, Copparo, Italien | 100,00 | 81 | |
| 202 | thyssenkrupp nucera Italy sri, Milan, Italien | 100,00 | 123 | |
| 203 | thyssenkrupp rothe erde Italy S.p A , Visano, Italien | 100,00 | 201 | |
| 204 | thyssenkrupp System Engineering S.r.L, Torino, Italien | 100,00 | 83 | 2,00 |
| 201 | 98,00 | |||
| Japan | ||||
| 205 | thyssenkrupp Automotive Japan K K., Yokohama-city, Japan | 100,00 | 207 | |
| 206 | thyssenkrupp nucera Japan Ltd., Chuo Ku, Tokyo, Japan | 100,00 | 123 | |
| 207 | thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd , 3-5, Hacchobori 4-Chome, Chuo-ku, Tokyo, Japan | 100,00 | 108 | |
| 208 | thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan | 100,00 | 240 | |
| 209 | thyssenkrupp Uhde Japan Ltd, Chuo Ku, Tokyo, Japan | 100,00 | 153 | |
| Kanada | ||||
| 210 | Budcan Holdings Inc., Toronto, Ontario, Kanada | 100,00 | 237 | |
| 211 | thyssenkrupp Aerospace CA, Ltd , Ottawa, Ontario, Kanada | 100,00 | 214 | |
| 212 | thyssenkrupp Finance CA Corp , Ottawa, Kanada | 100,00 | 81 | |
| 213 | thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd. Victoria BC, Kanada | 100,00 | 59 | |
| 214 | thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada | 100,00 | 305 | |
| 215 | thyssenkrupp Materials Trading CA, Ltd , Toronto, Ontario, Kanada | 100,00 | 214 | |
| 216 | thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario. Kanada | 100,00 | 214 | |
| Korea, Rep. | ||||
| 217 | ATLAS Naval Engineering Company Ltd , Busan, Korea, Rep | 100,00 | 59 | |
| 218 | ThyssenKrupp Korea Ltd , Seoul, Geumchein-gu, Korea, Rep. | 100,00 | 274 | |
| 219 | thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd , Seoul, Korea, Rep | 100,00 | 120 | |
| Liechtenstein | ||||
| 220 | thyssenkrupp Dynamic Components TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein | 100,00 | 93 | |
| 221 | thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen Liechtenstein | 100,00 | 150 | |
| Malaysia | ||||
| 222 | Polysius Engineering Sdn. Bhd , Petaling Jaya, Selangor, Malaysia | 100,00 | 108 | |
| 223 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN BHD., Seksyen 13, Petaling Jaya. SELANGOR, Malaysia | 100,00 | 108 | |
| 224 | thyssenkrupp Malaysia Sdn Bhd , Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia | 100,00 | 81 | |
| Mexico | ||||
| 225 | thyssenkrupp Automotive Systems de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 85 | 100,00 |
| 231 | 0,00 | |||
| 226 | thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico | 100,00 | 88 | 100,00 |
| 150 | 0,00 | |||
| 227 | thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico | 100,00 | 108 | 0,02 |
| 230 | 99,98 | |||
| 228 | thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C,V , Cuautlancingo, State of Puebla, Mexico | 100,00 | 97 | 0,00 |
| 120 | 100,00 | |||
| 229 | thyssenkrupp Metalürgica de Mexico S.A de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 231 | 0,00 |
| 226 | 100,00 | |||
| 230 | thyssenkrupp Polysius (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico | 100,00 | 108 | 99,99 |
| 150 | 0,01 | |||
| 231 | thyssenkrupp Presta de Mexico S.A de C.V. , Puebla, Mexico | 100,00 | 85 | 50,00 |
| 169 | 50,00 | |||
| 232 | thyssenkrupp Springs & Stabilizers de Mexico S de R.L. de C.V., San Luis Potosi, Mexico | 100,00 | 99 | 99,00 |
| 150 | 1,00 | |||
| 233 | thyssenkrupp System Engineering, SA de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico | 100,00 | 83 | 100,00 |
| 150 | 0,00 | |||
| Niederlande | ||||
| 234 | B V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam. Niederlande | 75,00 | 148 | 25,00 |
| 241 | 50,00 | |||
| 235 | Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 75,25 | 234 | 0,99 |
| 148 | 24,75 | |||
| 241 | 49,50 | |||
| 236 | thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande | 100,00 | 237 | |
| 237 | thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande | 100,00 | 81 | |
| 238 | thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel. Niederlande | 100,00 | 150 | |
| 239 | thyssenkrupp Participations B.V. , Veghel, Niederlande | 100,00 | 237 | |
| 240 | thyssenkrupp Second Participations B.V. Veghel Niederlande | 100,00 | 91 | |
| 241 | thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande | 100,00 | 240 | |
| Österreich | ||||
| 242 | thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 244 | |
| 243 | thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 81 | |
| 244 | thyssenkrupp Austria GmbH & Co KG, Wien, Österreich | 100,00 | 81 | |
| 245 | thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 242 | |
| Peru | ||||
| 246 | thyssenkrupp Polysius Peru S.A.C., Lima, Peru | 100,00 | 128 | 0,10 |
| 281 | 99,90 | |||
| Polen | ||||
| 247 | ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Warszawa, Polen | 100,00 | 102 | |
| 248 | thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z 0 0, Gdansk, Polen | 100,00 | 109 | |
| 249 | thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen | 94,00 | 120 | |
| 250 | thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp z o.o., Dabrowa Gómicza, Polen | 100,00 | 118 | |
| 251 | ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp z o.o., Meseritz, Polen | 100,00 | 129 | |
| Portugal | ||||
| 252 | PALMETAL Armazenagem e Services S.A., Palmela, Portugal | 90,00 | 279 | |
| Puerto Rico | ||||
| 253 | Carolina Building Materials i.L. Inc., Carolina, Puerto Rico | 100,00 | 121 | |
| Rep. Südafrika | ||||
| 254 | Ninafor 2 (Pty.) Ltd , Gauteng, Rep Südafrika | 0,00 2) | 257 | |
| 255 | The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep Südafrika | 0,00 2) | 108 | |
| 256 | thyssenkrupp Uhde Africa (Pty.) Ltd , Gauteng, Rep Südafrika | 100,00 | 153 | |
| 257 | thyssenkrupp Uhde South Africa (Pty.) Ltd,, Gauteng, Rep Südafrika | 70,00 | 256 | |
| Rumänien | ||||
| 258 | thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien | 100,00 | 86 | 99,82 |
| 98 | 0,18 | |||
| 259 | thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien | 100,00 | 120 | |
| Saudi Arabien | ||||
| 260 | thyssenkrupp nucera Arabia for Contracting LLC. Riyadh, Saudi Arabien | 100,00 | 123 | |
| 261 | thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien | 100,00 | 168 | 95,00 |
| 171 | 5,00 | |||
| 262 | Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien | 100,00 | 108 | |
| Schweiz | ||||
| 263 | Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz | 100,00 | 108 | |
| 264 | Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz | 100,00 | 236 | |
| 265 | Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz | 100,00 | 236 | |
| 266 | thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil. Schweiz | 100,00 | 120 | |
| 267 | thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz | 100,00 | 240 | |
| 268 | Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz | 100,00 | 108 | |
| Serbien | ||||
| 269 | ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija Serbien | 100,00 | 120 | |
| Singapur | ||||
| 270 | thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur | 100,00 | 274 | |
| 271 | thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte Ltd , Singapur, Singapur | 100,00 | 112 | |
| 272 | thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte Ltd , Singapore, Singapur | 100,00 | 274 | |
| 273 | thyssenkrupp Polysius (Asia Pacific) Pte Ltd , Singapore, Singapur | 100,00 | 274 | |
| 274 | thyssenkrupp Singapore Pte Ltd Singapur, Singapur | 100,00 | 81 | |
| Slowakei | ||||
| 275 | thyssenkrupp Materials Slovakia spol s r o , Nové Zámky, Slowakei | 100,00 | 120 | |
| 276 | thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazskä Bystrica, Slowakei | 100,00 | 142 | |
| Spanien | ||||
| 277 | thyssenkrupp Galmed S.A.U., Sagunto, Spanien | 100,00 | 240 | |
| 278 | thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien | 100,00 | 150 | |
| 279 | thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L.U., Valencia, Spanien | 100,00 | 150 | |
| 280 | thyssenkrupp Plastic Iberica SLU, Massalfassar (Valencia), Spanien | 100,00 | 150 | |
| 281 | thyssenkrupp Polysius Ibérica S.A.U, Madrid, Spanien | 100,00 | 150 | |
| 282 | thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien | 100,00 | 150 | |
| 283 | thyssenkrupp Steel Ibérica S.L, Barcelona, Spanien | 100,00 | 240 | |
| 284 | thyssenkrupp System Engineering S.A., Casellbisbal (Barcelona), Spanien | 100,00 | 150 | |
| Thailand | ||||
| 285 | Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited i. L., Huaykwang, Bangkok, Thailand | 100,00 | 59 | |
| 286 | thyssenkrupp Uhde (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 75,00 | 153 | |
| Tunesien | ||||
| 287 | Defontaine Tunisie S.A., Fouchana - Ben Arous, Tunesien | 100,00 | 161 | |
| 288 | thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien | 99,98 | 165 | |
| Türkei | ||||
| 289 | thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei | 100,00 | 112 | |
| 290 | thyssenkrupp Polysius Teknolojik Ürünler Insaat Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei | 100,00 | 128 | |
| Ungarn | ||||
| 291 | thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn | 100,00 | 129 | |
| 292 | thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn | 100,00 | 120 | |
| 293 | Thyssenkrupp Springs & Stabilizers Hungary Kft., Budapest, Ungarn | 100,00 | 99 | |
| USA | ||||
| 294 | Atlas North America, LLC, Dover, Delaware, USA | 100,00 | 59 | |
| 295 | Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA | 100,00 | 308 | |
| 296 | thyssenkrupp Automotive Body Solutions NA, LLC, Lansing, USA | 100,00 | 298 | |
| 297 | thyssenkrupp Automotive Systems of America, LLC, Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 308 | |
| 298 | thyssenkrupp Automotive Technology NA, LLC, Michigan, USA | 100,00 | 308 | |
| 299 | thyssenkrupp Bilstein of America Inc., Wilmington, Delaware, USA | 100,00 | 308 | |
| 300 | thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Wilmington, Delaware, USA | 100,00 | 308 | |
| 301 | thyssenkrupp Dynamic Components Danville, LLC, Wilmington, Delaware, USA | 100,00 | 308 | |
| 302 | thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA | 100,00 | 308 | |
| 303 | thyssenkrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 305 | |
| 304 | thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 305 | |
| 305 | thyssenkrupp Materials NA, Inc., Lansing,Michigan, USA | 100,00 | 308 | |
| 306 | thyssenkrupp Materials Trading NA, LLC , East Lansing/MI, USA | 100,00 | 305 | |
| 307 | thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA | 100,00 | 154 | |
| 308 | thyssenkrupp North America, LLC, Delaware, USA | 100,00 | 307 | |
| 309 | thyssenkrupp nucera USA Inc. , Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 206 | |
| 310 | thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan. USA | 100,00 | 305 | |
| 311 | thyssenkrupp Polysius North America, Inc., Milwaukee/Wlsconsin, USA | 100,00 | 308 | |
| 312 | thyssenkrupp Presta North America, LLC, Wilmington, DE, USA | 100,00 | 308 | |
| 313 | thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Coumbus, Ohio, USA | 100,00 | 308 | |
| 314 | thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA | 100,00 | 240 | |
| 315 | thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 305 | |
| 316 | thyssenkrupp System Engineering, Inc., Wilmington, Delaware USA | 100,00 | 308 | |
| 317 | thyssenkrupp Uhde USA, LLC, East Lansing/Michigan, USA | 100,00 | 308 | |
| Vereinigte Arabische Emirate | ||||
| 318 | ATLAS ELEKTRONIK L.L.C - O P.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | 100,00 | 59 | |
| Vietnam | ||||
| 319 | thyssenkrupp Materials Vietnam LLC i. L., Thu Duc City, Ho Chi Minh City, Vietnam | 100,00 | 120 | |
| 320 | thyssenkrupp Polysius (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam | 100,00 | 108 | |
| B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen (* =Joint Operation) | ||||
| Deutschland | ||||
| 321 | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* | 50,00 | 148 |
C. At equity bewertete Beteiligungen (* =Joint Venture)
| Lfd. Nr | Name und Sitz | Anteil am Kapital % |
gehalten über lfd. Nr. | Quote % |
|---|---|---|---|---|
| Belgien | ||||
| 322 | Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien | 38,54 | 148 | |
| China | ||||
| 323 | TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China* | 50,00 | 148 | |
| 324 | TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China* | 12,50 | 148 | |
| Deutschland | ||||
| 325 | cap-on GmbH, Elchingen | 15,00 | 84 | |
| 326 | carValoo GmbH, Essen | 22,50 | 150 | |
| 327 | Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf | 40,00 | 141 | |
| 328 | MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg | 49,00 | 59 | 10,00 |
| 112 | 39,00 | |||
| 329 | Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* | 50,00 | 148 | |
| Finnland | ||||
| 330 | Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* | 50,00 | 120 | |
| Katar | ||||
| 331 | Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar* | 40,00 | 112 | |
| Luxemburg | ||||
| 332 | Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg | 19,32 | 81 | |
| Norwegen | ||||
| 333 | KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen* | 50,00 | 59 | 33,33 |
| 112 | 16,67 | |||
| Puerto Rico | ||||
| 334 | Aceros de America Corp., San Juan, Puerto Rico* | 50,00 | 121 | |
| Rep. Südafrika | ||||
| 335 | Cybicom Atlas Defence (Pty.) Ltd., Gillitts, Durban, Rep Südafrika | 40,00 | 59 | |
| Singapur | ||||
| 336 | Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapore, Singapur | 30,00 | 120 | |
| 337 | Pelagus 3D Pte Ltd., Singapore, Singapur* | 50,00 | 119 |
D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
| Lfd. Nr | Name und Sitz | Eigenkapital in TEUR |
Jahresergebnis in Teur | Anteil am Kapital % |
gehalten über lfd. Nr. | Quote % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rumänien | ||||||
| 338 | Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien | 804 | 95 | 100,00 | 263 | |
| Tschechische Republik | ||||||
| 339 | ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s r o Brno, Tschechische Republik | 167 | 111 | 100,00 | 108 | |
| E. Sonstige assoziierte Beteiligungen | ||||||
| Deutschland | ||||||
| 340 | Arsol Aromatics GmbH & Co KG, Gelsenkirchen | 21,71 | 148 | |||
| 341 | Gewerkschaft Hermann V GmbH. Essen | 33,33 | 91 | |||
| 342 | Grundstucksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co KG, Berlin | 20,00 | 81 | |||
| Japan | ||||||
| 343 | JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* | 50,00 | 148 | |||
| Portugal | ||||||
| 344 | LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Setúbal, Portugal | 20,00 | 150 |
| Lfd. Nr | Name und Sitz | Anteil am Kapital % |
gehalten über lfd. Nr. | Quote % |
|---|---|---|---|---|
| F. Andere Beteiligungsunternehmen | ||||
| Brasilien | ||||
| 345 | Susin, Francescutti Metalurgica Ltda, Caxias do Sul / RS, Brasilien | 12,50 | 23 | |
| Deutschland**) ***) | ||||
| 346 | Digital Sales Hub GmbH, Dormagen | 5,00 | 145 | |
| 347 | Gründerfonds Ruhr GmbH & Co. KG, Essen | 7,14 | 150 | |
| 348 | Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg | 20,42 | 112 | |
| 349 | Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund | 25,01 | 148 | |
| 350 | Institut für angewandte Systemtechnik Bremen GmbH, Bremen | 10,00 | 59 | |
| 351 | LEWA Attendorn GmbH, Olpe | 19,20 | 148 | |
| 352 | PEAG Holding GmbH, Dortmund | 13,72 | 81 | |
| 353 | Studiengesellschaft für Eisenerzaufbereitung GmbH & Co. KG, Liebenburg | 16,67 | 148 | |
| Frankreich | ||||
| 354 | Bionext S.A.S., Venette, Frankreich | 18,96 | 108 | |
| Italien | ||||
| 355 | Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien | 3) 15,00 | 237 |
1) Jahresabschluss nicht 30.09.
2) Beherrschung aufgrund vertraglicher Vereinbarungen
3) gem. IFRS keine Beteiligung, sondern Darlehen
| **) ARGE K 130 (BGB Gesellschaft) / LOS II, Hamburg | 25,00 | 136 |
| ***) Consortium IDAS (BGB Gesellschaft), Kiel | 50,00 | 136 |
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Essen, den 8. November 2024
thyssenkrupp AG
Der Vorstand
López
Burkhard
Dinstuhl
Henne
Schulte
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der thyssenkrupp AG einschließlich der integrierten zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung der Gesellschaft und des Konzerns nach §§ 289b Abs.1, 289c HGB und §§ 315b Abs. 1, 315c HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 geprüft.
Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen. |
Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Gru nd-lage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts - Immanentes Risiko aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Rechtskonformität der Auslegung der EU-Taxonomieverordnung
Wir verweisen auf die Ausführungen des Vorstands in Abschnitt "EU-Taxonomie" der im zusammengefassten Lagebericht integrierten zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung der Gesellschaft und des Konzerns nach §§ 289b Abs. 1, 289c HGB und §§ 315b Abs. 1, 315c HGB. Dort wird beschrieben, dass die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte Formulierungen und Begriffe enthalten, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Die gesetzlichen Vertreter legen dar, wie sie die erforderlichen Auslegungen der EU -Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte vorgenommen haben. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht ist diesbezüglich nicht modifiziert.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Die Werthaltigkeit des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 1. Angaben zur Höhe des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems finden sich im Konzernanhang unter Ziffer 4. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems finden sich im zusammengefassten Lagebericht unter "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Abschnitt Wirtschaftsbericht.
Das Risiko für den Abschluss
Der Firmenwert des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems beträgt zum 30. September 2024 EUR 1.044 Mio und hat mit 10 % des Konzerneigenkapitals eine große Bedeutung für die Vermögenslage.
Die Werthaltigkeit des Firmenwertes der thyssenkrupp Marine Systems wird jährlich anlassunabhängig überprüft. Ergeben sich unterjährig Anhaltspunkte, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte, wird zudem unterjährig anlassbezogen die Werthaltigkeit des Firmenwertes überprüft. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems.
Die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung für die nächsten fünf Jahre und der verwendete Abzinsungssatz.
Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 war der Buchwert des Nettovermögens von thyssenkrupp durchgängig größer als deren Marktkapitalisierung. Infolgedessen wurde die Werthaltigkeit des Firmenwertes zu jedem Quartals- sowie zum Bilanzstichtag anlassbezogen überprüft. Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die thyssenkrupp AG keinen Wertminderungsbedarf festgestellt. Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung zum 30. September 2024 wurde ebenfalls kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir sowohl für die anlassbezogene als auch die jährliche Werthaltigkeitsprüfung unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt.
Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Wir haben die dem Abzinsungssatz zugru nde liegenden Annahmen und Daten, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.
Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von der Gesellschaft vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert.
Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes bzw. der Ergebnisentwicklung auf den Nutzungswert untersucht, indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse).
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit des Firmenwertes sachgerecht sind.
Unsere Schlussfolgerungen
Die den anlassbezogenen Werthaltigkeitsprüfungen als auch der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwertes des Geschäftssegments thyssenkrupp Marine Systems zugrunde liegende Berechnungsmethode steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.
Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Daten der Gesellschaft sind angemessen.
Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.
Die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe
Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 1. Weitere Angaben zur Werthaltigkeitsprüfung finden sich in Ziffer 5 des Konzernanhangs. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Geschäftssegments thyssenkrupp Steel Europe finden sich im zusammengefassten Lagebericht unter "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Abschnitt Wirtschaftsbericht.
Das Risiko für den Abschluss
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit thyssenkrupp Steel Europe in Höhe von insgesamt EUR 1,0 Mrd enthalten. Hiervon wurden EUR 0,2 Mrd im ersten und EUR 0,8 Mrd im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 / 2024 erfasst. Die erfassten Wertminderungsaufwendungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage von thyssenkrupp.
Die Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe wird anlassbezogen bei Vorliegen von Anhaltspunkten überprüft. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich eine Wertminderung. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.
Die Werthaltigkeitsprüfung der Sachanlagen ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen insbesondere die prognostizierten Zahlungsmittelflüsse und die verwendeten Abzinsungssätze.
Zum Bilanzstichtag war der Buchwert des Nettovermögens von thyssenkrupp größer als deren Marktkapitalisierung. Infolgedessen wurde die Werthaltigkeit u.a. der langfristigen Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe anlassbezogen überprüft. Dabei basierte die Werthaltigkeitsprüfung auf den aktuellen Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2035 / 2036 unter Berücksichtigung der Effekte der verkündeten Anpassung des Produktionsnetzwerkes sowie der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2064 unter Berücksichtigung einer Wachstumsrate, die sich an der Inflationserwartung in Höhe von 2 % ausrichtet.
Als Ergebnis der durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen hat die thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr Wertminderungen in Höhe von EUR 1,0 Mrd auf die immateriellen Vermögenswerte sowie Sachanlagen der thyssenkrupp Steel Europe vorgenommen.
Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass eine bestehende Wertminderung nicht in angemessener Höhe erfasst wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir neben der IFRS-Konformität der Bewertungsmethode der Gesellschaft die Angemessenheit der darin einfließenden wesentlichen Annahmen beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsmittelflüsse mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Durch Abstimmung der Planungsrechnung mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget haben wir deren interne Konsistenz sichergestellt. Die Angemessenheit der Annahmen wurde auch mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den später tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben.
Zur Beurteilung der methodisch und mathematisch sachgerechten Umsetzung der Bewertungsmethode haben wir die von der Gesellschaft vorgenommene Bewertung anhand eigener Berechnungen nachvollzogen und Abweichungen analysiert.
Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Daten, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.
Abschließend haben wir beurteilt, ob der sich ergebende Wertminderungsbedarf zutreffend im Abschluss erfasst wurde.
Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben in Bezug auf die Werthaltigkeitsprüfung sachgerecht sind.
Unsere Schlussfolgerungen
Die der Werthaltigkeitsprüfung für langfristige Vermögenswerte der thyssenkrupp Steel Europe zugrunde liegende Berechnungsmethode steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen.
Die der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Daten sind sachgerecht und insgesamt ausgewogen.
Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht.
Sonstige Informationen
Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
| ― | die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns , die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist. |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffend es Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "thyssenkrupp_AG_KA+KLB_ESEF-2024-09-30.zip"
(SHA256-Hashwert: 5B4890F5822CA341D7AB86DE8762E5509BB4F940FA389E95C40ED1889D67CC73) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat den IDW Qualitätsmanagementstandard: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022) angewendet.
Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner ist der Vorstand der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019 / 815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
| ― | beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen. |
| ― | beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019 / 815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht. |
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Februar 2024 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Februar 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Markus Zeimes.
Düsseldorf, den 18. November 2024
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
gez. Ufer, Wirtschaftsprüfer
gez. Dr. Zeimes, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionäre,
vor meinen Bericht über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2023 / 2024 möchte ich kurz auf das Umfeld eingehen, das im Berichtszeitraum für unser Unternehmen gegeben war.
Wir blicken diesbezüglich auf herausfordernde zwölf Monate zurück. Herausfordernd in der Welt, in unserem Land und phasenweise auch herausfordernd intern in unserem Unternehmen, in dem wir zugleich eine Reihe von Schritten in die Zukunft tun konnten. Die Situation in der Welt, in Europa und in unserem Land ist alles andere als entspannt. Wir waren schon aus den Vorjahren mit dem Krieg in der Ukraine und zahlreichen weiteren Herausforderungen konfrontiert. Im Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr ist es international nicht ruhiger, sondern noch unruhiger geworden. Der Konflikt im Nahen Osten, ausgelöst durch den Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023, hat sich erheblich ausgeweitet. Ein Ende von Krieg und Gewalt im Ukraine-Konflikt ist weiterhin nicht absehbar. Auch anderswo in der Welt lodern Gefahren und Konflikte. Das alles hat erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, auf unsere Märkte, auf die Verlässlichkeit von Rohstoffquellen und Logistikrouten und auf Agenda und Prioritäten in Politik und Gesellschaft in unserem eigenen Land wie der Europäischen Union. Wie der Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA und das Wahljahr in Deutschland Einfluss auf das wirtschaftliche Geschehen und die Stabilität der Rahmenbedingungen für die Industrie nehmen werden, ist ein weiterer Quell von Unsicherheit. Mit Blick auf unser Geschäftsjahr 2023 / 2024 und das Kalenderjahr 2024 müssen wir für Deutschland feststellen, dass die Rahmenbedingungen für die Industrie in Deutschland nicht besser sondern erneut schwieriger geworden sind.
Dieses geopolitische und gesamtwirtschaftliche Umfeld spüren wir in unseren Geschäften. Und unsere Abnehmer, insbesondere in den stahlverarbeitenden Industrien spüren es ähnlich drastisch. Erhebliche konjunkturelle Dämpfer machen uns zu schaffen. Zugleich bleiben die strukturellen Notwendigkeiten aus der politisch vorgegebenen und mit Zieldaten hinterlegten Dekarbonisierung riesengroß, während die Dynamik aus unseren Geschäften mit Dekarbonisierungslösungen für Kunden sich zeitlich eher verzögert.
In schwierigen und teils nur mit Mehrheitsvoten erreichten Weichenstellungen haben wir die strukturelle Ausrichtung der Konzerngeschäfte auf konsequente Eigenverantwortung jedes Geschäfts für seine Belange voranbringen können. Weder die Dominanz des Stahls über alle anderen Geschäftsbereiche noch die Akzeptanz von dauerhafter Quersubventionierung innerhalb des Konzerns waren und wären ein Beitrag zu einer verlässlichen Zukunft für unsere Geschäfte. Daher haben wir als Aufsichtsrat weitere Schritte zur Verselbstständigung des Stahls, zur Öffnung für neue Anteilseigner und zur personellen Erneuerung in den Führungsebenen des Konzerns beschlossen und den Vorstand darin bestärkt, in seiner eigenen Verantwortung weitere dementsprechende Schritte zu tun.
Das Vorstandsteam um Miguel López haben wir mit der Berufung von Dr. Volkmar Dinstuhl, Ilse Henne und Dr. Jens Schulte verstärkt und neu ausgerichtet. Dr. Klaus Keysberg haben wir nach seinem Entschluss, nach 28 Jahren Tätigkeit in verschiedenen Top-Managementpositionen im thyssenkrupp Konzern, darunter seit Oktober 2019 als Vorstandsmitglied und seit April 2020 als CFO, aus dem Unternehmen auszuscheiden, für seine langjährige Tätigkeit im Dienst des Unternehmens gedankt.
Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstands im Geschäftsjahr 2023 / 2024 kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und Risikoentwicklung, Compliance und Nachhaltigkeitsstrategie unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von zuvor berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die regelmäßige Berichterstattung über die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen hat der Vorstand fortgeführt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation - hier insbesondere auch der Cybersicherheit -, der Refinanzierungs- und der Liquiditätsplanung sowie der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte des Konzerns sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.
Die Diskussionen im Aufsichtsrat waren teilweise schwierig und in zwei Themen so konfliktär, dass eine Beschlussfassung nur über die Nutzung des gesetzlich vorgesehenen Doppelstimmrechts des Aufsichtsratsvorsitzenden möglich war. Über beide Bänke hinweg sind sich alle Mitglieder des Aufsichtsrats einig, dass diese Ultima Ratio der absolute Ausnahmefall bleiben muss. Gemeinsames Ziel bleibt bei aller kontroversen Diskussion die konsensuale Entscheidung zum Wohl des Unternehmens, seiner Mitarbeitenden und seiner Aktionäre.
Aufsichtsrat und Vorstand haben intensiv zusammengearbeitet und Informationen ausgetauscht. In zwölf Sitzungen hat das Präsidium, überwiegend unter Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und vereinzelt auch externen Beratern, alle Themen intensiv erörtert und die Gremien- und Aufsichtsratssitzungen vor- und nachbereitet.
Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und der Aufsichtsratsausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben über die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind per Gesetz und nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) dazu angehalten, unverzüglich offenzulegen, wenn bei ihnen Interessenkonflikte auftreten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.
Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt thyssenkrupp die Mitglieder des Aufsichtsrats im Hinblick auf grundsätzlich eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisatorisch und finanziell in Form der Kostenübernahme. Ergänzend dazu bietet das Unternehmen themenspezifische Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an. Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 hat der Aufsichtsrat eine intensive Einführung in die Struktur und Geschäftstätigkeit des neuen Segments thyssenkrupp Decarbon Technologies mit seinen vier Geschäftsbereichen Rothe Erde, Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera erhalten sowie mit externer Unterstützung zwei Fortbildungen zu den Themen "Künftige Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung" und "Soziale Nachhaltigkeit - zwischen Compliance und gesellschaftlicher Verantwortung" durchgeführt. Weitere Fortbildungen mit externer Begleitung sowie Einblicke in thyssenkrupp Segmente sind für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 bereits geplant. Neue Aufsichtsratsmitglieder werden im Rahmen eines etablierten Onboarding-Prozesses mit dem Geschäftsmodell von thyssenkrupp, den Strukturen des Konzerns und Spezialthemen vertraut gemacht. Das Corporate Office übernimmt dabei eine koordinierende Funktion. Außerdem informiert es neue Mitglieder über ihre Rechte und Pflichten als Aufsichtsräte und führt dazu auch persönliche Gespräche mit Ihnen und sorgt für die Bereitstellung notwendiger Unterlagen und Berechtigungen für den digitalen Informationsaustausch.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden in aller Regel als Präsenzveranstaltungen mit der Möglichkeit der Videozuschaltung statt; auf ausschließliche Telefon- bzw. Videokonferenzen wird nur bei Vorliegen besonderer Umstände zurückgegriffen. Im Berichtsjahr fanden von insgesamt 37 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lediglich zwei Sitzungen als Videokonferenz statt, die übrigen Sitzungen in Präsenz. Bei den als Videokonferenz durchgeführten Sitzungen handelte es sich um kurzfristig anberaumte Sitzungen von nur kurzer Dauer.
Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit der Videozuschaltung durchgeführt wurden, lag bei 98,5 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:
PRÄSENZ BEI DEN SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2023 / 2024
| Aufsichtsratssitzungen | Ausschusssitzungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitzungen | Teilnahme | Anwesenheit in % |
Sitzungen | Teilnahme | Anwesenheit in % |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender | 6 | 6 | 100,00 % | 26 | 26 | 100,00 % |
| Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender | 6 | 6 | 100,00 % | 24 | 24 | 100,00 % |
| Birgit A. Behrendt | 6 | 6 | 100,00 % | 2 | 2 | 100,00 % |
| Dr. Patrick Berard | 6 | 5 | 83,33 % | ./. | ./. | ./. |
| Stefan Erwin Buchner | 6 | 6 | 100,00 % | 3 | 3 | 100,00 % |
| Dr. Wolfgang Colberg | 6 | 6 | 100,00 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather | 6 | 6 | 100,00 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Angelika Gifford | 6 | 5 | 83,33 % | ./. | ./. | ./. |
| Dr. Bernhard Günther | 6 | 6 | 100,00 % | 28 | 28 | 100,00 % |
| Achim Hass | 6 | 6 | 100,00 % | ./. | ./. | ./. |
| Tanja Jacquemin | 6 | 5 | 83,33 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Daniela Jansen | 6 | 6 | 100,00 % | 3 | 3 | 100,00 % |
| Christian Julius | 6 | 6 | 100,00 % | ./. | ./. | ./. |
| Thorsten Koch | 6 | 6 | 100,00 % | 3 | 3 | 100,00 % |
| Katrin Krawinkel | 6 | 6 | 100,00 % | ./. | ./. | ./. |
| Dr. Ingo Luge | 6 | 5 | 83,33 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Tekin Nasikkol | 6 | 6 | 100,00 % | 29 | 29 | 100,00 % |
| Dr. Verena Volpert | 6 | 6 | 100,00 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Ulrich Wilsberg | 6 | 6 | 100,00 % | 5 | 5 | 100,00 % |
| Kirstin Zeidler | 6 | 6 | 100,00 % | ./. | ./. | ./. |
Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; der Aufsichtsrat hat aber auch regelmäßig ohne den Vorstand getagt.
Im Berichtsjahr fanden insgesamt sechs Sitzungen des Aufsichtsrats sowie drei Fortbildungssitzungen statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasst hat, beinhaltete unter anderem die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2023. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 und stellte damit den Jahresabschluss fest.
Weitere Themen waren die Corporate Governance, die Compliance und die EMIR-Pflichtprüfung 2023 gemäß § 32 WpHG sowie die regelmäßigen Berichte zu allen Segmenten.
Die Berichte des Vorstands zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur Umsetzung von dessen Weiterentwicklung wurden ergänzt um Status-Updates zu den Wert- und Weiterentwicklungsplänen der einzelnen Segmente. Auf dieser Grundlage wurden die Beratungen zur Performance-Steigerung, zu den Portfoliomaßnahmen und zu den kurz- und mittelfristigen Ergebniszielen aller Segmente intensiv fortgeführt. Auch die in der Septembersitzung verabschiedete Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 hat der Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählten die angestrebte Verselbstständigung der Segmente Steel Europe und Marine Systems. Insbesondere bei Steel Europe waren der Baufortschritt der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg - eine Maßnahme im Rahmen der grünen Transformation - Gegenstand ausführlicher Erörterungen.
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023 / 2024 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des DCGK die Abgabe und Veröffentlichung der Entsprechenserklärung beschlossen. Die aktuelle, zum 1. Oktober 2024 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.
Bericht über die Arbeit der Ausschüsse
Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse hat der Aufsichtsrat - soweit gesetzlich zulässig - auf seine Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit berichtet. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Themen auszutauschen. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse per 30. September 2024 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.
Das Präsidium ist aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr zu zwölf Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie alle Themen im Zusammenhang mit der Transformation von thyssenkrupp im Fokus dieses Ausschusses.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2023 / 2024 in acht Sitzungen die Personalthemen der Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben.
Im Zentrum der Beratungen standen neben der personellen Veränderung im Vorstand auch Entscheidungen zu Vergütungsthemen, insbesondere die Festsetzung der Ziele und Zielerreichungen bei den variablen Vergütungsbestandteilen und die Darstellung im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, sowie die Überprüfung des geltenden Vorstandsvergütungssystems nach § 87a AktG. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten behandelt, teilweise auch im Zusammenhang mit Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2023 / 2024 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl der KPMG zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2024 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm unterzeichnet. Des Weiteren wurde die Befragung zur Zufriedenheit mit dem Abschlussprüfer durchgeführt; die Ergebnisse wurden - ebenso wie die von KPMG neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen - im Prüfungsausschuss diskutiert.
Dr. Verena Volpert als Prüfungsausschuss-Vorsitzende stand auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.
Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2022/2023 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung und der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte des Geschäftsjahres 2023/2024 (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit KPMG hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers, und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 beschlossen sowie das Vorgehen und die Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlussprüfung besprochen.
Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung sowie mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.
Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Beurteilung des Status der Implementierung der von der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geforderten Berichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS)". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in dessen Sitzung am 15. November 2024 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet.
Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der Konzern-Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 inklusive der revisorischen Begleitung der Investition für die erste Direktreduktionsanlage von Steel Europe intensiv auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die vollständig in den Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 gemäß § 32 WpHG, der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung in allen Segmenten sowie die Implementierung der Berichtsanforderungen aus der EU-Taxonomie-Verordnung und das Tax Compliance Management System.
Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2023 / 2024 dreimal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Vorbereitung von Empfehlungen für Entscheidungen des Aufsichtsrats aus seinem Verantwortungsbereich. In jeder Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der operativen und wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp und der Weiterentwicklung des Unternehmens. Zu den weiteren behandelten Themenschwerpunkten gehörten - wie im Vorjahr auch - das Fortschreiten auf dem Pfad zur Verselbstständigung der Segmente Steel Europe und Marine Systems sowie der Projektfortschritt bei der Errichtung der ersten Direktreduktionsanlage bei Steel Europe in Duisburg. Weitere thematische Schwerpunkte waren die Risikoeinschätzung zu Cyber-Angriffen sowie Maßnahmen der weitergehenden IT-Sicherheit, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Ergebnisse unseres Performance-Programms APEX sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im September 2024 hat sich der Ausschuss schließlich ausführlich mit der Unternehmens- und Investitionsplanung des Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 befasst und diese beschlossen.
Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu zwei Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkt der Beratungen war die Sichtung möglicher Nachfolgekandidaten für die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat bei zukünftig erforderlichen Nachbesetzungen - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK und des eigenen Kompetenzprofils.
Der gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildete Vermittlungsausschusses traf in diesem Berichtsjahr zu einer Sitzung zusammen.
Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses
Die von der Hauptversammlung am 2. Februar 2024 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2023 / 2024 gewählte KPMG hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht von thyssenkrupp zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer hat einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 und der Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von KPMG. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.
Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2023/2024 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 15. November 2024 und des Aufsichtsrats am 18. November 2024 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzende in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der vollständig in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vergütungsbericht nach § 162 AktG geprüft und keine Einwendungen erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand der thyssenkrupp AG aufgestellte Jahresabschluss festgestellt.
Der Hauptversammlung am 31. Januar 2025 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 eine Dividende in Höhe von 0,15 € je Stückaktie auszuschütten.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr keine personellen Veränderungen gegeben.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitenden des thyssenkrupp Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die erheblichen Anstrengungen und erbrachten Leistungen im Geschäftsjahr 2023 / 2024.
Essen, 18. November 2024
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Stand: 30. September 2024
Präsidium
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)
Dr. Bernhard Günther
Jürgen Kerner
Tekin Nasikkol
Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)
Dr. Bernhard Günther
Jürgen Kerner
Tekin Nasikkol
Personalausschuss
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)
Dr. Bernhard Günther
Jürgen Kerner
Tekin Nasikkol
Prüfungsausschuss
Dr. Verena Volpert (Vorsitzende)
Dr. Wolfgang Colberg
Dr. Bernhard Günther
Tanja Jacquemin
Tekin Nasikkol
Ulrich Wilsberg
Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)
Stefan E. Buchner
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather
Daniela Jansen
Jürgen Kerner
Thorsten Koch
Dr. Ingo Luge
Tekin Nasikkol
Nominierungsausschuss
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)
Birgit A. Behrendt
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather
Dr. Bernhard Günther
Dr. Ingo Luge
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2023 sämtlichen Empfehlungen entsprochen.
Duisburg/Essen, den 1. Oktober 2024
Für den Aufsichtsrat
Russwurm
Für den Vorstand
López
thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen, Postfach, 45063 Essen, Deutschland
T: +49 201844 - 0, F: +49 201844 - 536000, www.thyssenkrupp.com
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Prof. Dr. Siegfried Russwurm; Vorstand: Miguel Ángel López Borrego, Vorsitzender; Oliver Burkhard, Dr. Volkmar Dinstuhl, Ilse Henne, Dr. Jens Schulte
Sitz der Gesellschaft: Duisburg und Essen, Registergerichte: Duisburg HR B 9092, Essen HR B 15364