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thyssenkrupp AG Annual Report 2022

Feb 13, 2023

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Annual Report

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Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1.10.2021 bis 30.09.2022

Lagebericht der Gesellschaft

- mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst -

Zusammengefasster Lagebericht

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung ist die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in dem zusammengefassten Lagebericht enthalten. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 im Segment Multi Tracks eingeleiteten Verkäufe von Mining, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts erfüllten im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 erstmals die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis dieser Aktivitäten als Veräußerungsgruppen. Dementsprechend wurde in der Bilanz zum 30. September 2021 ein gesonderter Ausweis der auf diese Aktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich. Die Verkäufe von Infrastructure sowie des Edelstahlgeschäfts wurden Ende Januar 2022 abgeschlossen, der Verkauf von Mining zum 31. August 2022. Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts wurde vereinbart, dass thyssenkrupp Anteile in Höhe von 15% an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST) behält, um die schon bestehende operative Zusammenarbeit mit dem Erwerber Arvedi zu stärken. Diese Anteile werden seit dem 31. Januar 2022 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet.

Seit dem Verkauf des Aufzuggeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung siehe auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte) und Anhang-Nr. 22 (Finanzinstrumente). Ungeachtet der bereits erfolgten Entkonsolidierung werden darüber hinaus in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten stehende noch anfallende nachlaufende Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen.

Seit dem 1. Oktober 2020 wird die erwähnte Elevator-Beteiligung dem Segment Multi Tracks zugeordnet.

Darüber hinaus werden die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Lagebericht nicht als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei den rechtlichen Konsolidierungskreis.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs gliedert sich nach Segmenten. Den jeweiligen Abschnitten sind jeweils eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells des Segments sowie die Erläuterung der Mittelfristziele vorangestellt.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") sieht Angaben zu dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind ("lageberichtsfremde Angaben"). Diese werden nachfolgend thematisch der Erklärung zur Unternehmensführung zugeordnet; sie sind zudem von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend gekennzeichnet.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen der Gruppe

Profil und Organisation

Leistungsversprechen

thyssenkrupp ist eine internationale Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir dank unserer umfassenden Engineering- und Innovationskompetenzen wirtschaftliche sowie ressourcen- und umweltschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren innovativen Produkten, Technologien und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für eine bessere, lebenswertere und nachhaltigere Zukunft leisten und damit Verantwortung für künftige Generationen übernehmen. Dabei verfolgen wir zum einen ambitionierte Klimaschutzziele und optimieren unsere eigene Energie- und Klimaeffizienz. Zum anderen wollen wir durch unsere vielfältigen Fähigkeiten entlang der relevanten Wertschöpfungsketten unsere Kunden bei der grünen Transformation entscheidend voranbringen. Dadurch wollen wir die grundlegende Erneuerung der gesamten Industrie ermöglichen und die grüne Transformation aktiv mitgestalten. Unser Markenversprechen und unser hoher Anspruch an uns selbst bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." zum Ausdruck. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Unseren Anspruch und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in sechs Segmenten zusammengefasst: Materials Services, Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe, Marine Systems sowie Multi Tracks - ein Segment, in dem wir Geschäfte bündeln, für die thyssenkrupp unterschiedliche Potenziale sieht und daher verschiedene Entwicklungspfade in Erwägung zieht. Details dazu finden Sie im folgenden Abschnitt "Strategie" und im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie die im Segment Industrial Components zusammengefassten Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2022 sind in den Gruppenabschluss 312 Unternehmen sowie 19 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

48 Für den Abschluss der Gruppe konsolidieren wir Gesellschaften aus 48 Ländern.

Unsere Service-Einheiten sind in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und erbringen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale. Darüber hinaus bieten vier regionale Plattformen Dienstleistungen an, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters".

Unternehmenszentrale

thyssenkrupp AG

Segmente

Materials Services Industrial Components Automotive Technology
Umsatz 16.444 Mio € Umsatz 2.766 Mio € Umsatz 4.825 Mio €
Bereinigtes EBIT 837 Mio € Bereinigtes EBIT 234 Mio € Bereinigtes EBIT 108 Mio €
■ Weltweiter Handel mit Werk- und Rohstoffen ■ Fertigung von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und unterschiedliche Industrieanwendungen (Bearings) ■ Serienlieferant von Fahrwerks- und Antriebskomponenten
■ Kundenspezifische Anarbeitungs-, Lager- und Logistikdienstleistungen ■ Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) ■ Montage- und Logistikpartner
■ Intelligente Supply-Chain-Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten ■ Karosserieanlagenbauer mit Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen
Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
Umsatz 13.156 Mio € Umsatz 1.831 Mio € Umsatz 4.101 Mio €
Bereinigtes EBIT 1.200 Mio € Bereinigtes EBIT 32 Mio € Bereinigtes EBIT - 173 Mio €
■ Produktion von Qualitätsflachstahl für die Automobilindustrie und eine Vielzahl weiterer Industrien ■ Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie ■ Anlagenbau, u.a. für die Chemie- und Zementindustrie
■ Weitere Umsetzung der Strategie 20-30 mit Fokus auf Premiumprodukte mit höheren Festigkeiten, weiter optimierte Oberflächen sowie dünnere leistungsfähigere Bleche für die Elektromobilität ■ Anbieter von Antriebs- und Batteriemontagen und Herstellung von Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie
■ Aufbau einer klimaneutralen Stahlproduktion im Rahmen des Transformationsprojekts tkH2Steel ■ Anbieter von Technologie für hocheffiziente Elektrolyse-Anlagen, insbesondere auch für Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab

Mit der Aufstellung als Unternehmensgruppe agieren die einzelnen Segmente der thyssenkrupp-Gruppe insbesondere bei operativen Managemententscheidungen dezentral, aber weiterhin unter der starken Dachmarke thyssenkrupp. Damit sollen die Geschäfte den Spielraum nutzen, der erforderlich ist, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima fördern, das Entscheidungen beschleunigt, die Effizienz erhöht und die Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die Zentrale konzentriert sich hingegen neben der Steuerung der Performance auf das Portfoliomanagement, Governance-Aufgaben, die Führungskräfteentwicklung und die Allokation von Investitionsmitteln. Im Sinne einer möglichst schlanken und effizienten Zentrale wird sie über drei Corporate Center als unmittelbare Leitungsebene unterhalb des Vorstands geführt, die im Zuschnitt unseren drei Handlungsfeldern "Performance", "Portfolio" und "People" entsprechen.

Die strategische Führung der Gruppe liegt bei der thyssenkrupp AG. Um die Steuerung des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Geschäften zu ermöglichen, hat sich das Executive Committee als Lenkungsgremium etabliert. Mitglieder sind neben dem Vorstand der thyssenkrupp AG die CEOs der Segmente, die Leiter der Corporate Center und ein Vertreter der Regionen. Die Entscheidungen des Vorstands können sich so enger an Kunden und Märkte sowie an Technologien, Produkten und geschäftsspezifischen Entwicklungen orientieren.

Strategie

Fortsetzung Transformationsprozess

In einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld treibt thyssenkrupp die im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 konkretisierte Transformation des Unternehmens weiter voran. Ziel ist es, thyssenkrupp zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio umzubauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Mit Beginn der Transformation haben wir unser Konzept für den Umbau von thyssenkrupp folgend unser Portfolio - unter Berücksichtigung der jeweiligen Wert- und Weiterentwicklungspotenziale der Geschäfte - angepasst und auch im abgelaufenen Geschäftsjahr Fortschritte erzielt. Gleichzeitig haben wir Maßnahmen eingeleitet, um die Profitabilität der Geschäfte weiter zu steigern und auf dieser neuen Effizienzbasis insgesamt wieder profitabel zu wachsen.

thyssenkrupp möchte einerseits selbst einen signifikanten Beitrag zur CO2-Reduktion leisten und seine Aktivitäten weiter systematisch an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten. Andererseits wollen wir mit unseren Produkten und Technologien ein relevanter Partner - und mehr noch: ein Wegbereiter - für die grüne Transformation unserer Kunden sein. Hier sehen wir schon jetzt, aber insbesondere mittel- und langfristig ein enormes Potenzial für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien und Elektromobilität.

Unsere Stärke ist, dass wir an entscheidenden Punkten der grünen Transformation maßgebliche Kompetenzen zu bieten haben. Das gilt insbesondere für das Thema Wasserstoff und die unterschiedlichen Perspektiven auf die Wertschöpfungskette: Bei unseren Lösungen für eine grüne Stahlproduktion werden wir zukünftig große Mengen Wasserstoff einsetzen, um einen erheblichen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen zu leisten (Nachfrage). Mit unserem Elektrolysegeschäft thyssenkrupp nucera haben wir als einer von wenigen Anbietern weltweit schon heute Technologien zur Produktion von Wasserstoff im Gigamaßstab im Portfolio (Angebot). Unsere Anlagenbauer von Uhde sind unter anderem Experten für den Bau von Anlagen für die Produktion von Ammoniak, dem Transportmedium für importierten grünen Wasserstoff. Und unsere innovativen Großwälzlager sind ein wesentlicher Baustein für den schnellen Ausbau der Windenergie (Infrastruktur). Darüber hinaus haben wir weitere erfolgversprechende Produkte und Lösungen im Portfolio, die für das Gelingen der grünen Transformation maßgeblich sind, etwa unsere antriebsunabhängigen Komponenten im Automobilbau, die intelligent optimierten Lieferketten bei Materials Services oder die Anlagen zur Produktion von CO2-reduziertem Zement von Polysius.

In unserem Transformationsprozess orientieren wir uns weiterhin an den drei Handlungsfeldern "Performance", "Portfolio" und "People":

Performance

Übergeordnetes Ziel des Transformationsprozesses ist die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Der grundsätzliche Anspruch ist, dass unsere Geschäfte zu den jeweils Besten ihrer Branche gehören. Für jede Einheit gilt ein individueller und aus dem Wettbewerb abgeleiteter Profitabilitätsanspruch, der mithilfe der identifizierten Wertsteigerungshebel in Ziele und konkrete Maßnahmen überführt wird. Die Werthebel werden im regelmäßigen Dialog zwischen der Führungsgesellschaft und den dezentralen Einheiten nachgehalten, hinterfragt und gegebenenfalls angepasst. Die Führungsmannschaften der Geschäfte tragen dabei die volle Ergebnisverantwortung. Im Dezember 2021 wurden zudem ambitionierte Mittelfristziele für die Unternehmensgruppe und auf Segmentebene veröffentlicht. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt "Ziele". Details zum Status bei den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

Mit Beginn unserer Transformation sind umfangreiche Performance- und Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Ziel der deutlichen Verbesserung von Bereinigtem EBIT und FCF vor M & A eingeleitet worden; sie sind bereits abgeschlossen, befinden sich in Umsetzung oder wurden um neue Maßnahmen ergänzt. Über die gesamte Gruppe hinweg haben wir im Rahmen unserer Planung insgesamt einen erforderlichen Abbau von bis zu knapp 13.000 Stellen identifiziert. Rund 9.950 davon haben wir bereits in den vergangenen drei Geschäftsjahren abgebaut.

Zum Handlungsfeld "Performance" gehört auch, dass wir gruppenweit einen stärkeren Fokus auf unsere Performance-Kultur legen und konsequent dafür Sorge tragen, unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Das umfasst auch die Weiterentwicklung und stringente Ausrichtung unserer Vergütungssysteme auf die Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Mitarbeiter".

Portfolio

Das Ziel von thyssenkrupp ist klar: Wir wollen, dass sich jedes einzelne Geschäft bestmöglich weiterentwickelt. Deshalb überprüfen und bewerten wir das individuelle Entwicklungspotenzial der Geschäfte kontinuierlich dahingehend, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven aus Sicht aller Stakeholder haben. Kriterien sind insbesondere die Marktattraktivität, die Technologie- und Kostenposition sowie das zukünftige Wertsteigerungspotenzial. Das Erreichen bzw. Aufrechterhalten einer nachhaltigen Wettbewerbsposition der einzelnen Geschäfte - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Klimaschutz - ist dabei wichtiger als konkrete Eigentümerstrukturen. Das Portfolio von thyssenkrupp haben wir vor diesem Hintergrund wie folgt gegliedert:

PORTFOLIO

UNTERNEHMENSGRUPPE

Ø = Abgeschlossene Verkäufe bzw. Schließung

1) Automation Engineering

2) Mining Technologies - Verkauf an FLSmidth Ende August 2022 erfolgt

3) Springs & Stabilizers

4) Acciai Speciali Terni (inkl. der dazugehörigen Vertriebsorganisation) - Verkauf an Arvedi Gruppe Ende Januar 2022 erfolgt

5) Uhde

6) Infrastructure - Verkauf an FMC Beteiligungs KG Ende Januar 2022 vollständig erfolgt

7) Polysius (ehemals Cement Technologies)

8) Carbon Components - Verkauf an Action Composites im August 2021 erfolgt

9) thyssenkrupp nucera (ehemals Uhde Chlorine Engineers; Joint Venture mit Industrie De Nora)

10) Heavy Plate (Grobblech) - Schließung zum 30.9.2021 erfolgt

11) Beteiligung TK Elevator

Bei Materials Services sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke ein unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Bei Industrial Components gehen wir mittelfristig davon aus, dass insbesondere der Bereich Windenergie vom anhaltenden Marktwachstum profitieren wird. Automotive Technology werden wir zwar innerhalb der Gruppe weiterführen, dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv aber auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. So prüfen wir derzeit ein Joint Venture mit dem japanischen Industriekonzern NSK für das Lenkungsgeschäft.

Mit der Umsetzung der Strategie 20-30 treibt thyssenkrupp die Entwicklung des Stahls weiter aus eigener Kraft voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir weitere Fortschritte bei der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erzielen. Zudem haben wir Anfang September mit der Freigabe entsprechender Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg die Grundlage für den Einstieg in die grüne Transformation geschaffen. Nach wie vor sind wir überzeugt, dass die Strategie der eigenständigen Aufstellung des Stahlgeschäfts gute Zukunftsperspektiven eröffnet. Deshalb arbeiten wir daran weiter, auch wenn die konkrete Ausgestaltung aufgrund der aktuell unsicheren geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Lage zum jetzigen Zeitpunkt offenbleiben muss.

Marine Systems zeigt sowohl bei den Kostensenkungs- und den Performance-Maßnahmen als auch bei der Auftragslage eine positive Entwicklung. Zusätzliche Chancen für das Segment ergeben sich - neben der höheren weltweiten Nachfrage - durch das "Sondervermögen Bundeswehr" und die langfristige strukturelle Erhöhung des deutschen Verteidigungshaushalts. Mit der Übernahme des Standortes der MV Werften in Wismar im Juni 2022 konnten wir zudem unsere strategischen Optionen für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen erweitern und damit den nächsten Schritt unserer Wachstumsgeschichte einleiten. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation verfolgen wir parallel zu den weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Performance auch eine Stand-alone-Lösung, mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass eine europäische Konsolidierung des Marineschiffbaus von Vorteil wäre.

Im Segment Multi Tracks sind Geschäfte aus verschiedenen Industrien mit sehr unterschiedlichen und spezifischen Herausforderungen zusammengefasst und werden im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements geführt. Mit den seit Beginn der Transformation bereits abgeschlossenen Verkäufen einzelner Geschäfte und der Schließung von Grobblech - insgesamt einem Transaktionsvolumen von mehr als der Hälfte des Segmentumsatzes entsprechend - konnten wir wichtige Meilensteine bei der Fokussierung des Portfolios erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das Segment insbesondere mit dem Vollzug der Veräußerungen des Edelstahlwerks AST sowie von Mining Technologies zudem die Nettofinanzposition der Gruppe verbessern und damit die Bilanz von thyssenkrupp weiter stärken. Darüber hinaus führt thyssenkrupp für die Geschäftseinheit Automation Engineering Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten und hat für Springs & Stabilizers die Vorbereitungen eines M & A-Prozesses gestartet. Für das Wasserstoffgeschäft thyssenkrupp nucera bleibt ein Börsengang vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds die präferierte Wahl, um als einer der weltweiten Technologieführer von den Wachstumsaussichten für grüne Elektrolyseanlagen zu profitieren. Das Potenzial der Wasserelektrolyse ist weiterhin beträchtlich. Davon zeugt nicht zuletzt der inzwischen auf rund 1,5 Mrd € gewachsene Auftragsbestand von thyssenkrupp nucera. Ebenfalls im Zusammenhang mit der grünen Transformation werden wir über die weitere Entwicklung des Chemie- und Zementanlagenbaus entscheiden. Uhde liefert durch den Bau von Methanol- und Ammoniakanlagen eine zukünftige Technologie für den Transport von grünem Wasserstoff. Polysius hält Technologien für eine nachhaltigere Zementproduktion bereit.

Weitere Details zum Status des Transformationsprozesses bei den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht".

People

Die Transformation des Unternehmens erfordert nicht nur strukturelle Veränderungen und eine dezentralere Organisationsform, sondern sie stellt auch neue Anforderungen an die Art, wie wir arbeiten, und sie erfordert eine kontinuierliche Ausrichtung an den strategisch wichtigen Feldern der Personalarbeit. Zu berücksichtigen ist auch die durch die Pandemie maßgeblich veränderte Arbeitswelt und eine enorme Verschärfung des Wettbewerbs auf den für thyssenkrupp relevanten Arbeitsmärkten. Unser Anspruch lautet, auch in einem herausfordernden Umfeld ein attraktiver und fairer Arbeitgeber zu sein. Wir unterstützen Führungskräfte und Mitarbeiter mit einem breiten Angebot von Weiterentwicklungsmaßnahmen bei der Transformation und insbesondere mit Blick auf Wachstumsthemen aktiv. Zum einen begleiten wir die notwendigen Restrukturierungsaktivitäten mit den auf die jeweiligen Unternehmen zugeschnittenen Personalmaßnahmen und zum anderen arbeiten wir an den für thyssenkrupp zukunftsweisenden relevanten Personalthemen: Wir begreifen die sich stetig ändernde Arbeitswelt als Chance und gestalten die Zusammenarbeit, die Prozesse und die Arbeitsmodelle entlang der Geschäftsmodelle modern; jüngstes Beispiel ist die Einführung von hybriden Arbeitsmodellen. Wir positionieren uns als attraktiver Technologie-Arbeitgeber bei den für uns relevanten Zielgruppen und auf den entsprechenden Plattformen. Intern nutzen wir Maßnahmen der Mitarbeiterbindung, die gleichzeitig unsere starke Kultur unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Identifizierung, Vernetzung und Bindung von Beschäftigten, vor allem aus Technologie- und Engineering-Bereichen. Das Fundament all dessen sind unsere gemeinsamen Werte: Wir setzen auf Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und Respekt. Wir wollen uns kontinuierlich verbessern und die Organisation mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen agiler und anpassungsfähiger machen. Wir bauen weiter Hierarchien ab und fördern fachliche Stärken und Eigeninitiative. Wir wollen dabei unsere Kräfte bündeln, um unsere Effizienz langfristig zu steigern. Dazu nutzen wir die Methodik von "Lean & Agile"; Näheres dazu finden Sie im Kapitel "Mitarbeiter".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Gewinn, Wertbeitrag und Liquidität, die wir gruppenweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte - neben weiteren Faktoren - festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) der thyssenkrupp-Gruppe, der thyssenkrupp Value Added (tkVA) bzw. der Return on Capital Employed (ROCE) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.

Der Vorstand definiert auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele sowie für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Die thyssenkrupp-Gruppe hält eine wesentliche Beteiligung an dem ehemaligen Segment Elevator Technology. Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativem Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Sondereffekten. Bereinigt werden Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT der Gruppe und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Kapitels "Wirtschaftsbericht". Darüber hinaus verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)

Der Jahresüberschuss entspricht dem Gewinn, der innerhalb des Geschäftsjahres durch die Gruppe erwirtschaftet wurde und errechnet sich als positiver Saldo sämtlicher Erträge und Aufwendungen. Bei der Berechnung werden, anders als beim EBIT, auch nicht operative Bestandteile - zum Beispiel Zinsen und Steuern - berücksichtigt. Der Jahresüberschuss gibt somit gesamthaft Auskunft über die Ertragskraft der Gruppe. Ein negatives Jahresergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.

Den Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) der thyssenkrupp-Gruppe erläutern wir ausführlich im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

tkVA / ROCE

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivpositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert; dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Anhand der Kennzahl Return on Capital Employed (ROCE) ermitteln wir die erwirtschaftete relative Verzinsung. Der ROCE ergibt sich als Verhältnis von EBIT zu Capital Employed. Übersteigt der ROCE den WACC, d.h. den Verzinsungsanspruch der Eigen- und Fremdkapitalgeber, haben wir Wert geschaffen.

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

Der ROCE ist das zentrale Leistungskriterium im Rahmen des Long Term Incentiveplans (LTI) und wird ab dem kommenden Geschäftsjahr für sämtliche ausgegeben Tranchen herangezogen. Daher wird der ROCE erstmalig zu den wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren gezählt.

Über die Entwicklung des tkVA / ROCE im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittel-zu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung sowie Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Kapitels "Wirtschaftsbericht".

Ziele

Finanzielle Ziele

Unser Ziel ist, dass alle Segmente ihre Leistungsfähigkeit steigern, um dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für die Gruppe zu erwirtschaften. Zur Konkretisierung unserer Ambitionen haben wir unsere mittelfristigen finanziellen Ziele beim Capital Market Day im Dezember 2021 bekannt gegeben; wir halten an ihnen trotz des herausfordernden Marktumfelds weiter fest.

Die Bereinigte EBIT-Marge der Gruppe soll mittelfristig auf 4 bis 6% gesteigert werden. Für den Free Cashflow vor M & A streben wir einen signifikant positiven Wert durch weitere Fortschritte bei der Performance an. Die Rückkehr zu verlässlichen Dividendenzahlungen ist klar als Ziel definiert, damit unsere Aktionäre in Zukunft auch wieder am Unternehmenserfolg partizipieren können. Unsere Geschäfte sollen dabei Wachstumschancen effizient nutzen und ihre Profitabilität in dem Maße steigern, dass sie mindestens auf Wettbewerbsniveau und über den Kapitalkosten liegt. Die mittelfristigen Ziele für unsere Segmente in ihrer bestehenden Aufstellung sind im Einzelnen:

Materials Services - Steigerung der Versandmengen auf über 6 Miot, Bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3%, Cash Conversion Rate von ca. 0,8 im Mehrjahresdurchschnitt sowie ROCE-Wert von über 9%
Industrial Components - Jährliches Umsatzwachstum von 3 bis 5%, Bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10% sowie Cash Conversion Rate von 0,6 bis 0,8
Automotive Technology - Umsatz von mindestens 5,5 Mrd € pro Jahr, Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8% sowie Cash Conversion Rate von mindestens 0,5
Steel Europe - Steigerung der Versandmengen auf rund 11 Miot, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 %, Cash Conversion Rate von mindestens 0,4 sowie Bereinigtes EBITDA pro Tonne von etwa 100€ über den Stahlzyklus
Marine Systems - Jährliches Umsatzwachstum von rund 6%, Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7% sowie Cash Conversion Rate von ca. 1,0
Multi Tracks - Skalierung des Portfolios, strukturelle Verbesserungen sowie Weiterentwicklung des Wasserstoffgeschäfts thyssenkrupp nucera
Corporate Headquarters - Weitere Reduktion der Verwaltungskosten

Für die Zielerreichung tragen die jeweiligen Führungsmannschaften der Geschäfte die volle unternehmerische Verantwortung. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe basiert auf dem erwarteten Wertbeitrag sowie auf geschäftsspezifischen Anforderungen. Alle Ziele müssen konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen hinterlegt werden.

Weitere Informationen zu den Zielen unserer Segmente sowie den entsprechenden Maßnahmen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie in den auf unserer Internetseite veröffentlichten Unterlagen zum Capital Market Day.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > Berichterstattung und Publikationen

Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem "Prognosebericht".

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element des Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert, die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Vorstandsvorsitzenden. Gemeinsam mit den Zentralfunktionen, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unserer Gruppe, den CEOs der Segmente und den Leitern der drei Corporate Center sowie Experten zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Umsetzung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (Indirect Financial Targets, IFTs). Für die Umsetzung sind die Zentralfunktionen, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeiter, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung sowie Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr das interdisziplinäre Nachhaltigkeitsprojekt "Sustainability Way Forward" fortgeführt. In dessen verschiedenen Teilprojekten liegt das Augenmerk zum Beispiel auf dem Erreichen der Klimaziele, den Anforderungen der EU-Taxonomie oder dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Entwickelt werden Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Segmenten und Geschäftsbereichen von thyssenkrupp, die für die operative Umsetzung verantwortlich sind. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr 2021/ 2022 die gruppenweite Nachhaltigkeitskampagne #mehroderweniger initiiert. Als Teil der Kampagne wurden unter anderem Schulungen in Form von Videos und Podcasts als Lernreihe zu verschiedenen relevanten Nachhaltigkeitsthemen, etwa Klimaschutz und -ziele, Nachhaltigkeit in der Lieferkette und Menschenrechte, produziert und allen Führungskräften und Beschäftigten über das Intranet zur Verfügung gestellt. Die Schulungen informieren außerdem grundlegend über die Bedeutung des Begriffs "Nachhaltigkeit" und zeigen, welche Themen bei thyssenkrupp unter dem Begriff subsumiert werden. Einen weiteren Fokus setzen wir auf die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Arbeitskultur, die wir unter anderem in segmentübergreifenden "Lean & Agile" Projekten zur Optimierung von Abläufen unter breiter Beteiligung der Beschäftigten unterstützen. Im Rahmen von "New Ways of Working" werden Beschäftigte und Vorgesetzte weiterhin mit umfassenden Trainingsangeboten rund um hybrides Arbeiten und Zusammenarbeit begleitet. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Mitarbeiter" in den jeweiligen Abschnitten.

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovation, Mitarbeiter und Einkauf IFTs beschlossen. Die Jahresziele werden in Absprache mit den Segmenten festgelegt, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften die Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020/ 2021 werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten über die IFTs schrittweise in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte berücksichtigt. Bereits geschehen ist das im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Unfallhäufigkeit. Seit dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 haben wir darüber hinaus zur Abbildung unserer Klimaziele die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten und - bezogen auf die Stahlaktivitäten - die produzierte Menge bilanziell klimaneutral erzeugten Stahls ebenfalls in die Langfristverfügung integriert. Im laufenden Geschäftsjahr 2022/2023 wird die Verbesserung des employee Net Promoter Scores (eNPS), der im Rahmen der jährlichen Befragung zur Mitarbeiterzufriedenheit erhoben wird, erstmalig und die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erneut in die Langfristvergütung integriert (Näheres dazu finden Sie auch im "Vergütungsbericht"). Alle bestehenden IFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung weiterhin verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.

Mit Blick auf die Erreichung der jährlichen Zielwerte unserer IFTs können wir wie folgt berichten: Den Zielwert für Energieeffizienz haben wir im Geschäftsjahr 2021/2022 deutlich übertroffen. Seit dem Berichtsjahr ist die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten ebenfalls Teil der IFTs. Hier lautet das Ziel, die Emissionsintensität um 1t CO2 pro Mio € Umsatz auf 37,5t CO2 pro Mio € Umsatz zu senken. Dieses Ziel wurde im Berichtsjahr mit einer Emissionsintensität von 28,9 t CO2 pro Mio € Umsatz durch erzielte Effizienzgewinne und starkes Umsatzwachstum ebenfalls deutlich übertroffen. Die F&E-Quote fiel trotz erhöhter F&E-Ausgaben wegen im Wesentlichen preisbedingt gestiegener Umsätze vergleichsweise niedriger aus. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe erfüllt. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte mit 2,3 deutlich verbessert werden, womit das für das Geschäftsjahr 2023/ 2024 anvisierte Ziel bereits vorzeitig übererfüllt wurde. Die bisher für den Planungszeitraum festgelegten Zielwerte der Unternehmensgruppe wurden deshalb um 0,2 Punkte gesenkt. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag deutlich über dem geplanten Zielwert.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Gruppe Stand 30.09.2021 Stand 30.09.2022 Veränderung Kapitel
Energieeffizienzgewinne von 110 GWh im GJ 2021/2022 GWh 325 255 - Klima, Energie und Umwelt
Jährliche Senkung der Emissionsintensität um 11 CO2 pro Mio € t CO2 pro Mio € -- 28,9 -
Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im GJ 2024 /2025 Umsatz
Bereinigte F&E-Quote von rund 3,0 % % 2,6 2,4 - Technologie und Innovationen
Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um % 12,2 13,1 +0,9 %-Pkte. Mitarbeiter
mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 17 % bis 2025 / 2026
Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate um mindestens 0,1 pro Jahr Unfälle pro 1 Mio 2,6 2,3 -12% Mitarbeiter
auf insgesamt 2,3 bis 2023 /2024 Arbeitsstunden
Jährlich mindestens 60 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten # 69 108 +57 % Einkauf

Für das laufende Geschäftsjahr 2022/2023 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 85 GWh an. Die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten soll jährlich um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5t CO2 pro Mio € Umsatz im Geschäftsjahr 2024/2025 gesenkt werden. Die bereinigte F&E-Quote soll im Geschäftsjahr 2022 / 2023 bei rund 3,0% liegen; die Unfallhäufigkeit soll bis zum Geschäftsjahr 2023 /2024 auf insgesamt 2,3 verbessert werden. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen in der gesamten thyssenkrupp-Gruppe streben wir für das laufende Geschäftsjahr eine Steigerung auf 14% und bis zum Geschäftsjahr 2025/2026 eine Steigerung auf 17% im Vergleich zu 2019/2020 an. Die Durchführung der Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten bleibt auch im kommenden Berichtsjahr im Fokus; hier wird ein neues Ziel von mindestens 88 Audits anvisiert. Ab dem laufenden Geschäftsjahr wird auf Gruppenebene analog zur Integration in die Langfristvergütung die Verbesserung des eNPS mit dem Ziel der jährlichen Steigerung um 3,0 Punkte als neues IFT implementiert.

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Zahlreiche Belastungsfaktoren verlangsamen Erholung der Weltwirtschaft

Der Krieg in der Ukraine, weiterhin hohe Inflationsraten, anhaltende Lieferengpässe und lokale Lockdown-Maßnahmen in China bremsen aktuell die Expansion der Weltwirtschaft und verlangsamen deren Erholung. Die zahlreichen Belastungsfaktoren für das gesamtwirtschaftliche Umfeld dämpfen sowohl die Investitions- als auch die Konsumbereitschaft. Nachdem sich die globale Wirtschaftsleistung 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 5,9% erhöht hatte, dürfte sie in diesem Jahr mit 2,9% deutlich weniger stark wachsen. Im kommenden Jahr 2023 wird sich die globale Produktion lediglich um 2,0 % erhöhen. Die Industrieländer werden in diesem Jahr ein BIP-Wachstum von 2,6% und 2023 lediglich eine Stagnation verzeichnen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer wird 2022 um 3,4% und im kommenden Jahr um 3,6% expandieren.

↗ 2,9 % 2022 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 2,9 % wachsen und 2023 nur um 2,0 % expandieren.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind mit großer Unsicherheit behaftet. Unklar ist etwa der weitere Verlauf des Kriegs in der Ukraine; auch könnte sich der Konflikt geografisch ausdehnen. Risiken ergeben sich auch aus möglichen weiteren Liefereinschränkungen bei Öl und Gas mit der Folge von Produktionsstopps in der Industrie sowie weiterhin hohen Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreisen. Damit verbunden sind Befürchtungen, die Inflationsraten könnten weiter steigen, mit negativen Auswirkungen auf die Konsum- und die Investitionsbereitschaft, auch als Folge weiterer Zinserhöhungen. Hinzu kommen mögliche anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten. Unklar ist auch der weitere Verlauf der Corona-Pandemie, insbesondere im Hinblick auf neue Virus-Mutationen sowie erneute Lockdown-Maßnahmen, die die Weltwirtschaft bremsen könnten. Darüber hinaus ist ungewiss, wie sich die anderen zahlreichen geopolitischen Krisenherde sowie die handelspolitischen Konflikte entwickeln werden. Wiederkehrende Naturkatastrophen, zum Beispiel Fluten, als Folge des Klimawandels sowie eine ausgeprägte und dauerhafte Wachstumsabschwächung in China als Folge der Null-Covid-Strategie der Regierung stellen ebenfalls Risikofaktoren dar. Auch die Verschuldungsproblematik, insbesondere in einigen Ländern Europas, als Folge der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der durch die hohen Preissteigerungsraten bedingten Kaufkraftverluste und Pandemie-Folgen könnten perspektivisch wachstumsbremsend wirken. Schließlich könnte auch eine volatile Entwicklung der Wechselkurse das makroökonomische Expansionsumfeld belasten.

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat zuletzt deutlich an Schwung verloren. Im 3. Quartal 2022 expandierte das BIP lediglich um 0,2% im Vergleich zur Vorperiode, nach einem Plus von 0,8% im 2. Quartal. Die stark gestiegenen Energiepreise und die drohenden Versorgungsengpässe bei Gas führen zu einem Konsumverzicht bei den privaten Haushalten und zu einer Investitionszurückhaltung bei den Unternehmen. Aktuelle Daten zum Unternehmens- und Konsumklima trüben den Ausblick merklich ein. Insgesamt wird sich das BIP im Euro-Raum 2022 noch um solide 3,0 % erhöhen. Für 2023 wird hier aber ein Rückgang um 0,6 % erwartet.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im 3. Quartal 2022 überraschend um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gestiegen, nach einem Plus von 0,1% im 2. Quartal. Der Ausblick ist angesichts der hohen Inflation und steigender Zinsen allerdings deutlich getrübt. Die Investitions- und Konsumbereitschaft dürfte perspektivisch spürbar geringer ausfallen. Zahlreiche Frühindikatoren signalisieren schon seit geraumer Zeit eine spürbare Abkühlung bzw. Schrumpfung der Wirtschaft. Die Erwartungen sinken in allen Wirtschaftsbereichen deutlich und befinden sich teilweise auf Rezessionsniveau. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2022 voraussichtlich um 1,5% wachsen. Für das kommende Jahr 2023 rechnen wir in Deutschland angesichts der aktuell schwierigen Lage mit einem BIP-Rückgang um 1,5%.

BIP-Wachstum in Deutschland 2022 bei 1,5 %, Abwärtsrisiken gestiegen

In den USA ist die Wirtschaftsleistung im 3. Quartal überraschend um 0,7% im Vergleich zum Vorquartal gestiegen; in den beiden ersten Quartalen 2022 hatte es jeweils ein Minus des Bruttoinlandsprodukts gegeben, was gemeinhin als Rezessionskriterium gilt. Perspektivisch wird der deutliche Zinserhöhungspfad der Notenbank Fed merkliche Bremsspuren bei der Investitionstätigkeit hinterlassen. Der aus den hohen Inflationsraten resultierende Kaufkraftentzug wird die privaten Haushalte in ihrem Konsumverhalten belasten. Allerdings zeigt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor relativ robust, was noch vergleichsweise stützend auf die US-Konjunktur wirken könnte. In Summe wird das US-BIP 2022 voraussichtlich noch um 1,7% wachsen, 2023 dann aber um 0,5% zurückgehen.

Die Konjunkturdynamik in China hat sich im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich abgeschwächt. Im 1. Quartal 2022 legte das BIP um 4,8% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zu, im 2. Quartal nur noch um schwache 0,4%. Im 3. Quartal konnte wieder ein Zuwachs von 3,9 % erreicht werden. Insgesamt führten die Belastungen aus der Null-Covid-Strategie und im Immobiliensektor zu einer ungewöhnlich schwachen Inlandsnachfrage. Auch für die kommenden Quartale wird mit einem für chinesische Verhältnisse eher niedrigem Wachstum gerechnet. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe sind zuletzt im Trend gefallen und deuten darauf hin, dass hier vorerst nicht mit einer nachhaltigen Erholung zu rechnen ist. In Summe wird für 2022 nur noch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 3,0 % erwartet. Erst im nächsten Jahr könnte wieder ein stärkeres BIP-Plus von 4,4 % erreicht werden.

Die Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität in Indien schreitet voran. Nachdem die Entwicklung des BIP im 1. Quartal nochmals durch eine Corona-Welle gebremst worden war, legte die gesamtwirtschaftliche Produktion im 2. Quartal 2022 trotz Belastungen durch eine Periode extremer Hitze kräftig zu. Die Stimmungsindikatoren lassen eine weiterhin kräftige Expansion im 3. Quartal erwarten. Den inflationären Effekten des weltweiten Rohstoffpreisanstiegs wirkte die Regierung durch Steuersenkungen bei Kraftstoffen, höheren Subventionen bei Düngemittel sowie Exportkontrollen bei Getreide entgegen. Positive Impulse gehen auch von einem Infrastrukturprogramm der Regierung aus, während die Exporte wohl nur noch verhalten wachsen werden. Alles in allem wird die indische Wirtschaft 2022 um 7,1% expandieren. Das Jahr 2023 dürfte ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum von 5,3% bringen.

Die brasilianische Wirtschaft entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf besser als zunächst erwartet. Im 2. Quartal 2022 ist die gesamtwirtschaftliche Produktion dort um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen, nach einem Plus von 1,0% im 1. Quartal. Das Land kann als Nettoexporteur von den steigenden Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel und Energie als Folge des Kriegs in der Ukraine profitieren. Gestiegene Kapitalkosten und die hohe Inflationsrate wirken dagegen bremsend auf die Investitions- und Konsumbereitschaft. Insgesamt rechnen wir für die Wirtschaft Brasiliens in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,8%, für das kommende Jahr mit einem Zuwachs um 1,3 %.

Die russische Wirtschaft ist im 2. Quartal 2022 um 4,1% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum geschrumpft, nach einem Zuwachs von 3,5% im 1. Quartal. Problematisch für das Land ist insbesondere, dass die Importe aus den westlichen Industrieländern eingebrochen sind, die zur Aufrechterhaltung der Produktion in wichtigen Industriesektoren notwendig sind und nur schwer aus anderen Quellen ersetzt werden können. Hingegen haben sich die Exporterlöse dank gestiegener Rohstoffpreise erhöht. Insgesamt wird die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr deutlich um voraussichtlich 6,3% schrumpfen und auch 2023 mit -3,1% weiter rückläufig sein.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr

in %
20221) 20231)
Euroraum 3,0 -0,6
Deutschland 1,5 -1,5
Russland - 6,3 -3,1
Übriges Mittel-/Osteuropa -1,6 1,2
USA 1,7 -0,5
Brasilien 2,8 1,3
Japan 1,6 1,2
China 3,0 4,4
Indien 7,1 5,3
Naher Osten & Afrika 5,1 3,3
Welt 2,9 2,0

1) Prognosen

Quellen: IHS Markit, IMF, Consensus Forecasts, diverse Banken und Forschungsinstitute, eigene Schätzungen

Entwicklung der Industriekonjunktur durch diverse Unwägbarkeiten gekennzeichnet

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion kann sich 2022 im Vergleich zu ihrem schwachen Vorjahresvolumen voraussichtlich leicht erholen. Der zuvor antizipierten deutlichen Erholung wirken Effekte wie die anhaltende Chip-Knappheit, lokale Corona-Ausbrüche sowie der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Einflüsse auf die globalen Lieferketten entgegen. Das Produktionsniveau bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bleibt damit auch 2022 vergleichsweise niedrig. Eine Rückkehr zur Größenordnung von vor der Pandemie wird frühestens 2025 erwartet.

Prognosen zur Automobilproduktion aufgrund zahlreicher Belastungsfaktoren von großer Unsicherheit geprägt

Im weltgrößten Automarkt China werden 2022 trotz lokaler Corona-Ausbrüche und damit verbundener lokaler Lockdowns höhere Absatz- und Produktionszahlen als im Vorjahr erwartet.

Die westeuropäische Automobilproduktion wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich wachsen. Dennoch wird sie die erheblichen Rückgänge aus den Vorjahren nicht kompensieren können und weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019 bleiben. Der Absatz wird 2022 leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Die deutsche Inlandsproduktion wird 2022 voraussichtlich über der des Vorjahres liegen, trotz weiterer Wachstumserwartung jedoch auch 2023 noch hinter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 zurückbleiben. Der deutsche Inlandsabsatz wird voraussichtlich niedriger sein als im Vorjahr.

Die nordamerikanische Automobilproduktion wird 2022 wachsen und die Zahlen von 2020 übertreffen, jedoch unter dem Niveau vor der Pandemie bleiben. Der Absatz in Nordamerika wird 2022 aller Voraussicht nach geringer sein als im Vorjahr.

Da die Nachfrage auch 2022 wegen anhaltender Halbleiterengpässe nicht vollständig bedient werden kann, besteht für 2023 - unter der Prämisse einer Entspannung der Engpässe auf der Versorgungsseite - auf allen großen Märkten weiteres Erholungspotenzial. Angesichts wiederholter Prognoseanpassungen im Jahresverlauf und deutlichen Anzeichen für anhaltende Produktionseinschränkungen im Jahr 2023 ist diese Prämisse allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet. Mit einer nachhaltigen Erholung ist nicht vor 2024 zu rechnen.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2021 20221) 20231)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge2)
Welt 77,2 81,8 85,3
Westeuropa (inkl. Deutschland) 9,4 9,8 10,9
Deutschland 3,2 3,6 4,3
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 13,0 14,5 15,4
USA 8,9 9,9 10,5
Mexiko 3,0 3,4 3,5
Japan 7,5 7,5 8,2
China 24,8 26,4 26,6
Indien 4,1 5,0 5,2
Brasilien 2,1 2,2 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 12,7 1,6 2,1
Europa 12,2 2,3 0,5
Deutschland 7,2 1,0 - 2,0
USA 10,7 2,1 - 0,8
Japan 15,0 2,6 1,2
China 12,0 0,4 4,3
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum 6,0 2,9 0,6
Deutschland -1,6 -0,6 -0,6
USA 3,2 -3,5 2,7
China 4,5 6,2 5,3
Indien 17,7 11,3 5,8
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 2,8 -2,3 1,0
Deutschland 13,4 -4,9 -3,9
EU(27) + Großbritannien 18,1 -3,5 -1,3
USA 21,3 2,1 1,6
China -5,4 -4,0 0,0

1) Prognosen

2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Maschinenbau - Die Produktion im weltweiten Maschinenbau wird sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,6% erhöhen. Hauptgründe sind gestörte Lieferketten und damit verbundene Material- bzw. Ausrüstungsmängel, die sich produktionshemmend auswirken. 2023 ist nur mit einer leichten Verbesserung auf 2,1% zu rechnen. In China dürfte die Wachstumsrate 2022 mit voraussichtlich 0,4 % kaum über eine Stagnation hinauskommen und erst 2023 mit 4,3% merklich höher liegen. Der US-Maschinenbau wird 2022 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein Produktionsplus von lediglich 2,1% ausweisen. Für 2023 erwarten wir sogar einen Rückgang um 0,8%. Auch der Ausstoß beim europäischen Maschinenbau wird sich im laufenden Jahr nur moderat, um 2,3 %, erhöhen; 2023 wird mit einem Wachstumsplus von nur 0,5% gerechnet. Hier sind es insbesondere Engpässe bei Fachkräften, die sich dämpfend auf die Produktion auswirken.

Die internationale Maschinenproduktion wird 2022 nur mäßig um 1,6% zulegen.

Die Auftragseingänge bei den deutschen Maschinenbauern sind bis September 2022 um 1% zum Vorjahr gestiegen, im September allein wurde ein Plus von 5% zum Vorjahresniveau erreicht. Aus dem Inland kamen von Januar bis September 3 % weniger Aufträge, die Auslandsorders legten um 2 % zu. Die Produktion verringerte sich bis August um 0,8%. Die Ursache waren die nach wie vor zahlreichen Produktionsbehinderungen. Es mangelte insbesondere an Zulieferungen und Arbeitskräften. Aufgrund der zahlreichen Engpässe gelingt es den Maschinenbauern nicht, ihre Auftragsbestände zeitnah abzuarbeiten und die Fertigungskapazitäten stärker auszulasten. Insgesamt dürfte der Ausstoß der Branche - bei Annahme einer besseren Entwicklung in den verbleibenden Monaten - in diesem Jahr deshalb um bestenfalls 1% über dem Niveau des Vorjahres liegen. Für 2023 ist mit einem Minus von 2 % zu rechnen.

Bauwirtschaft - Im Euro-Raum wird die Bauproduktion im Gesamtjahr 2022 um 2,9% zulegen, im kommenden Jahr ist aufgrund steigender Finanzierungskosten und einer allgemein geringeren Konjunkturdynamik noch mit einem Plus von 0,6% zu rechnen. In Deutschland belasten mittlerweile zahlreiche Faktoren die Bau-Aktivität. Beispielsweise haben sich die Bedingungen für Wohnungsbaukredite deutlich verschlechtert. Zudem gehen die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zurück, und die Unsicherheit über die zukünftigen Energiepreise und die wirtschaftlichen Aussichten bremst die Nachfrage. Außerdem sind die Baukosten stark gestiegen. So legte der Deflator der Bauinvestitionen im zweiten Quartal um mehr als 7 % gegenüber dem ersten Quartal zu; im Vergleich zum Vorjahr ist er um fast 20% gestiegen. In der Folge sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe zuletzt deutlich zurückgegangen, und das Geschäftsklima in der Bauwirtschaft hat sich spürbar verschlechtert. Insgesamt wird die deutsche Bauproduktion in diesem und auch im kommenden Jahr um jeweils 0,6 % zurückgehen.

↗ 2,9 % Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2022 um 2,9 % zulegen.

In China wird das Wachstum der Bauwirtschaft 2022 bei 6,2 % liegen; der anhaltende Trend zur Urbanisierung stützt die Wohnungs- und Tiefbauinvestitionen weiterhin, und die Geldpolitik wirkt ebenfalls belebend. Allerdings bestehen aufgrund der aktuellen Probleme im Immobiliensektor Risiken für eine Abwärtskorrektur dieser Prognose. Für 2023 wird ein Zuwachs von 5,3 % erwartet. Die US-Bautätigkeit wird im laufenden Jahr um 3,5 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Ursächlich für die negative Entwicklung sind die deutlich gestiegenen Zinsen und höhere allgemeine Baukosten. Erst im kommenden Jahr könnte aufgrund steigender öffentlicher Infrastrukturausgaben wieder ein Plus von 2,7 % erreicht werden.

Stahlmarkt - Die Entwicklung des weltweiten Stahlmarktes war 2021 durch eine Erholung nach den pandemiebedingten Einbrüchen im Vorjahr geprägt. Trotz regionaler Infektionswellen und zunehmender Störungen in den globalen Lieferketten wuchs der globale Walzstahlbedarf um 2,8%. Dabei bremste China das Wachstum noch mit einem Nachfrageeinbruch um 5,4%, der im Wesentlichen durch die inländische Immobilienkrise ausgelöst worden war. Ohne China wäre der globale Stahlbedarf um 13,5% gestiegen. Auch im laufenden Jahr 2022 werden sich das weitere Infektionsgeschehen, die Lieferkettenstörungen und ein zu erwartendes niedriges Wirtschaftswachstum in China auf die Walzstahlnachfrage auswirken. Darüber hinaus wird der seit Februar andauernde Krieg in der Ukraine sowohl die globale Konjunktur als auch die Stahlmarktentwicklung stark beeinträchtigen. Für 2022 erwartet der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie worldsteel einen Rückgang der Walzstahlnachfrage um 2,3%. Dabei wird die Nachfrage in China vor dem Hintergrund weiterer pandemiebedingter Lockdowns und dem Einbruch des Immobilienmarktes um 4,0% zurückgehen. Die staatlichen Konjunkturprogramme zur Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarktes werden wohl in diesem Jahr noch keinen nachhaltigen Nachfrageanstieg generieren. Für die übrigen asiatischen Märkte wird dagegen ein Zuwachs erwartet. Nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr um 21,3% wird für die USA 2022 eine weitere Erholung der Nachfrage erwartet, die jedoch angesichts von Inflation und Zinserhöhungen mit 2,1 % deutlich niedriger ausfallen könnte. Für die Türkei wird dagegen eine Reduzierung um 4,1% prognostiziert. In der EU ist die Walzstahlnachfrage 2021 - nach Rückgängen in den beiden Vorjahren - wieder um 18,1 % angestiegen. Wegen der anhaltenden Probleme in der Versorgungskette, der Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten könnte die Nachfrage 2022 um 3,5% zurückgehen. Die weltweite Stahlmarktentwicklung ist im laufenden Jahr mit hohen Risiken behaftet, die durch die steigende Inflation, die drohende Rezession in mehreren Volkswirtschaften, internationale Konflikte und die Unsicherheiten über die Energieversorgung in einigen Regionen geschürt werden.

Der Markt für Qualitätsflachstahl wuchs in der EU im Jahr 2021 nach dem pandemiebedingten Einbruch im Vorjahr wieder um 16,4%. Die Nachfrage nach Flachstahl lag mit 86,2 Mio t nur noch um 3,5 % unter dem letzten Höchststand von 2018. Dabei verfehlte lediglich das erste Quartal 2021 das Nachfragevolumen des vergleichbaren Vorjahresquartals. Von dem anschließenden positiven Trend konnten die europäischen Flachstahlhersteller nur im zweiten Quartal 2021 mit signifikanten Zuwachsraten profitieren, wobei das Vorjahresquartal durch Lockdowns erheblich beeinträchtigt gewesen war. Im zweiten Halbjahr 2021 legten die Lieferungen dann nur noch in moderatem Umfang zu. Dagegen entwickelten sich in diesem Zeitraum die Flachstahlimporte aus Drittländern mit hoher Dynamik. Im Oktober 2021 erreichten sie mit 3,5 Mio t einen neuen Rekordwert, der deutlich über dem bisherigen lag. Im Gesamtjahr 2021 wurden 20,5 Mio t Flachstahlerzeugnisse in die EU eingeführt. Ihr Anteil am EU-Markt stieg damit von 19,8 % im Jahr 2020 auf 23,7%. Auch im ersten Halbjahr 2022 lag der Importanteil auf diesem hohen Niveau. Im weiteren Verlauf dieses Jahres ist hier keine signifikante Entspannung zu erwarten, zumal die EU-Kommission zum 1. Juli 2022 die jährliche Anhebung der Quotenmengen im Rahmen der EU Schutzmaßnahmen - diesmal von 3 auf 4 % - vorgenommen hatte. Die Schutzmaßnahmen enthalten Importquoten, im Rahmen derer ausgewählte Drittländer ihre Stahlerzeugnisse ohne Zahlung eines Zolls von 25% in die EU einführen dürfen. Sie sollen den EU-Markt eigentlich vor steigenden Einfuhren schützen. Trotz des hohen Importdrucks wird erwartet, dass sich die Stahlverarbeiter im laufenden Jahr noch leicht positiv entwickeln werden. Sie profitieren dabei von einer höheren Dynamik im ersten Quartal. Im weiteren Jahresverlauf haben dann zunehmend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die anhaltenden Lieferkettenprobleme sowie die sich eintrübenden globalen Industrie- und Wirtschaftsaussichten die Entwicklung gehemmt.

Die Erholung der Nachfrage 2021 wirkte sich auch positiv auf die weltweite Entwicklung der Spotpreise im Flachstahlmarkt aus. Gegenüber dem Tiefpunkt im Sommer 2020 hatten sich die Preise bis Sommer 2021 in Nordeuropa nahezu verdreifacht, in den USA lagen sie in der Spitze sogar mehr als viermal so hoch. Eine sich abschwächende Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie, sowie ein erhöhtes Angebot, vornehmlich aus Importen, führte zu einer rückläufigen Tendenz der Marktpreise in der EU bis Anfang 2022. In Reaktion auf die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Unsicherheiten über eine Rohstoff- und Materialverknappung kam es zum Teil zu Panikkäufen, sodass sich die Lager entlang der Wertschöpfungskette schnell füllten. Gleichzeitig stiegen die Preise binnen weniger Wochen um bis zu 50% an. Ab Beginn des 2. Quartals 2022 gingen sowohl die Nachfrage als auch die Preise angesichts hoher Bestände und einer sich abkühlenden Konjunktur zurück. Der Preis für Eisenerz stieg nach dem Tiefpunkt im November 2021 in den Folgemonaten um rund 60% an, gab danach jedoch recht schnell wieder nach und hat sich seit Juli 2022 bei rund 100 USD/t eingependelt. Dagegen verteuerte sich die Kokskohle von März 2021 bis März 2022 um mehr als das Fünffache. Wenngleich die Preise anschließend wieder fielen, rangieren sie noch deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Nach dem Rückgang 2022 wird für das kommende Jahr eine leichte Erholung der weltweiten Stahlnachfrage um 1,0% erwartet. Dieser Ausblick ist mit hohen Unsicherheiten behaftet und hängt insbesondere von den Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik in vielen Ländern ab. Für China wird - unter der Voraussetzung neuer Konjunkturmaßnahmen sowie einer weitgehenden Aufhebung der Lockdowns zum Ende dieses Jahres - mit einer Stagnation auf Vorjahresniveau gerechnet. In der EU wird sich der negative Trend 2023 mit -1,3% fortsetzen. Deutschland allein trägt hierzu mit einem Rückgang um 3,9% bei. Dabei besteht für die EU aufgrund der hohen Inflation und der Energiekrise ein zusätzliches Abwärtsrisiko. Für die USA wird ein Anstieg der Walzstahlnachfrage um 1,6%prognostiziert.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Wichtige Meilensteile beim Umbau zur leistungsfähigen Unternehmensgruppe erreicht - Kernsteuerungsgrößen weiter verbessert

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte thyssenkrupp seine Kernsteuerungsgrößen trotz eines nicht zuletzt auch wegen des Kriegs in der Ukraine herausfordernden Marktumfelds signifikant verbessern und weitere wichtige Meilensteine beim Umbau hin zu einer leistungsfähigen Unternehmensgruppe erreichen. Beispielsweise haben wir mit dem Signing zum Erwerb des Standorts der MV Werften in Wismar unsere strategischen Optionen für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen im Marinebereich erweitert. Bei Automotive Technology prüfen wir ein mögliches Joint Venture mit dem japanischen Industriekonzern NSK für das Lenkungsgeschäft. Die grüne Transformation wollen wir aktiv mitgestalten und haben auch hier im Berichtsjahr Fortschritte erzielt. Insbesondere mit der Freigabe der Investitionen für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg haben wir im September 2022 die Grundlage für den Einstieg in die grüne Transformation von Steel Europe gelegt. Daneben sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass eine eigenständige Aufstellung des Stahlgeschäfts sehr gute Zukunftsperspektiven eröffnet und arbeiten daran weiter, auch wenn der Zeitpunkt und die konkrete Form der Umsetzung aufgrund der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten zunächst offenbleiben müssen. Eine Platzierung von thyssenkrupp nucera am Kapitalmarkt bleibt für uns die bevorzugte Option, um als einer der weltweiten Technologieführer für die Elektrolyse von Wasserstoff von vielversprechenden Wachstumsaussichten zu profitieren. Zudem sind wir im Segment Multi Tracks bei der Fokussierung des Portfolios weiter vorangekommen: Neben den abgeschlossenen Verkäufen von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts haben wir auch die Veräußerung von Mining Technologies mit dem Closing Ende August 2022 vollständig vollziehen können. Die erfolgreichen Abschlüsse der Transaktionen wirkten sich positiv auf unsere Nettofinanzposition und damit stärkend auf die Bilanz der thyssenkrupp-Gruppe aus.

Mehr Informationen dazu und auch zur strategischen Weiterentwicklung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie", sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht" in den einzelnen Abschnitten der Segmente.

Die Situation der globalen Lieferketten, die im Berichtsjahr immer noch angespannt war, sowie die damit verbundenen verzögerten Kundenabrufe, die pandemiebedingten Werksschließungen in China, aber vor allem die - auch infolge des Kriegs in der Ukraine - stark gestiegenen Faktorkosten blieben insgesamt und insbesondere bei Industrial Components, Automotive Technology und Steel Europe herausfordernd und belasteten die Ergebnisentwicklung. Teilweise ist es uns gelungen, die stark gestiegenen Material-, Energie- und Logistikkosten durch die Verhandlung neuer Preiskonditionen zu kompensieren. Insgesamt lag das Bereinigte EBIT jedoch sowohl bei Automotive Technology als auch bei Industrial Components deutlich unter dem des Vorjahres. Dagegen führten bei insgesamt rückläufigen Absatzmengen die insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals gestiegenen Materialpreise bei Materials Services und Steel Europe zu verbesserten Erlösen und Margen und damit zu einer deutlichen Ergebnissteigerung. Auch Multi Tracks und Marine Systems konnten ihr Ergebnis verbessern, sodass thyssenkrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt eine deutliche Steigerung des Bereinigten EBIT von rund 1,3 Mrd € gegenüber dem Vorjahr erzielte. Zusätzlich trugen Effekte aus Restrukturierungen und Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung zur positiven Entwicklung des Bereinigten EBIT bei. In diesem Zusammenhang und in Folge der Portfoliomaßnahmen wurde die Anzahl der Mitarbeiter in der Gruppe im Laufe des Geschäftsjahres um 4.781 reduziert. Die insgesamt positive Entwicklung des Bereinigten EBIT im Verlauf des Geschäftsjahres spiegelte sich auch in der Anhebung der Prognose nach dem 1. Halbjahr wider.

Deutliche Steigerung des Bereinigten EBIT

Der Jahresüberschuss der Gruppe lag mit 1,2 Mrd € deutlich über dem Wert des Vorjahres (-25 Mio €). Der operativen Verbesserung wirkten Wertminderungsaufwendungen entgegen, die unter anderem im Zusammenhang mit höheren Kapitalkostensätzen aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus standen.

Der FCF vor M & A der Gruppe lag mit -476 Mio € im Gesamtjahr deutlich über dem Vorjahreswert und im Bereich der zuletzt formulierten Prognose. Der deutlichen Ergebnisverbesserung stand ein höherer wertmäßiger Aufbau des Nettoumlaufvermögens als zum Geschäftsjahresbeginn erwartet gegenüber, im Wesentlichen bedingt durch die stark gestiegenen Rohstoff- und Materialpreise. Daneben wirkten sich auch verzögerte Abrufe unserer Kunden aus der Automobilindustrie infolge von Engpässen in deren Lieferketten negativ auf den FCF vor M & A aus. Weitere Einflussfaktoren waren die Auszahlungen für Restrukturierungen, die Höhe der über den Abschreibungen liegenden Investitionen sowie die teilweise negativen Zahlungsprofile insbesondere aufgrund von Verzögerungen in den Projektgeschäften (v.a. Multi Tracks). Der erwartungsgemäß stark positive FCF vor M & A im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht ausgleichen, sodass der FCF vor M & A für das Gesamtjahr weiterhin negativ war.

Das Netto-Finanzguthaben lag durch positive Effekte aus erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen im Segment Multi Tracks mit 3,7 Mrd € leicht über Vorjahresniveau.

Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 9,2 Mrd € (30. September 2022) verfügt thyssenkrupp zum Bilanzstichtag über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-IstVergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
2020/2021 2021/2022 Veränderung in % 2020/2021
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 39.571 44.297 4.727 12 39.571
Umsatzerlöse Mio € 34.015 41.140 7.124 21 34.015
EBITDA Mio € 1.416 3.248 1.833 ++ 1.422
EBIT2) Mio € 451 1.827 1.376 ++ 457
EBIT-Marge % 1,3 4,4 3,1 ++ 1,3
Bereinigtes EBIT2) Mio € 796 2.062 1.266 ++ 796
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,3 5,0 2,7 ++ 2,3
Ergebnis vor Steuern Mio € 95 1.396 1.301 ++ 101
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € -25 1.220 1.245 ++ -19
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -115 1.136 1.250 ++ -109
Ergebnis je Aktie -0,18 1,82 2,01 ++ -0,17
Operating Cashflow Mio € 92 617 525 ++ 94
Cashflow für Investitionen Mio € -1.485 -1.304 181 12 - 1.485
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 975 1.027 52 5 975
Free Cashflow3) Mio € -418 340 759 ++ -416
Free Cashflow vor M & A3) Mio € -1.273 -476 797 63 - 1.273
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € -3.586 - 3.667 -82 -2
Eigenkapital (30.9.) Mio € 10.845 14.742 3.897 36
Gearing (30.9.) % - 4) - 4) - -
ROCE % 3,4 11,3 7,9 ++
thyssenkrupp Value Added Mio € -622 529 1.151 ++
Dividende je Aktie - 0,15 5) - -
Ausschüttung Mio € - 93 5) - -
Mitarbeiter (30.9.) 101.275 96.494 -4.781 -5
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
2021/2022 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 44.297 4.727 12
Umsatzerlöse 41.140 7.124 21
EBITDA 3.240 1.818 ++
EBIT2) 1.819 1.362 ++
EBIT-Marge 4,4 3,1 ++
Bereinigtes EBIT2) 2.062 1.266 ++
Bereinigte-EBIT-Marge 5,0 2,7 ++
Ergebnis vor Steuern 1.387 1.286 ++
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern 1.212 1.231 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.127 1.236 ++
Ergebnis je Aktie 1,81 1,99 ++
Operating Cashflow 618 523 ++
Cashflow für Investitionen -1.304 181 12
Cashflow aus Desinvestitionen 1.027 52 5
Free Cashflow3) 341 756 ++
Free Cashflow vor M & A3) -476 797 63
Netto-Finanzguthaben (30.9.)
Eigenkapital (30.9.)
Gearing (30.9.)
ROCE
thyssenkrupp Value Added
Dividende je Aktie
Ausschüttung
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

5) Vorschlag an die Hauptversammlung

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
4. Quartal 2020 / 2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung in % 4. Quartal 2020/2021
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 14.311 10.391 -3.919 -27 14.311
Umsatzerlöse Mio € 9.441 10.568 1.128 12 9.441
EBITDA Mio € 410 715 305 75 398
EBIT2) Mio € 167 432 264 ++ 156
EBIT-Marge % 1,8 4,1 2,3 ++ 1,7
Bereinigtes EBIT2) Mio € 232 161 -72 -31 232
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,5 1,5 -0,9 -38 2,5
Ergebnis vor Steuern Mio € 89 294 204 ++ 78
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 143 419 276 ++ 132
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 116 389 273 ++ 105
Ergebnis je Aktie 0,19 0,63 0,44 ++ 0,17
Operating Cashflow Mio € 314 1.884 1.570 ++ 314
Cashflow für Investitionen Mio € -624 -502 122 20 -624
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 2 434 432 ++ 2
Free Cashflow3) Mio € -308 1.816 2.124 ++ -308
Free Cashflow vor M & A3) Mio € -321 1.565 1.886 ++ -321
Netto-Finanzguthaben (30.9.) Mio € -3.586 -3.667 -82 -2
Eigenkapital (30.9.) Mio € 10.845 14.742 3.897 36
Gearing (30.9.) % - 4) - 4) - -
Mitarbeiter (30.9.) 101.275 96.494 -4.781 -5
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
4. Quarta 2021/2022 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 10.391 -3.919 -27
Umsatzerlöse 10.568 1.128 12
EBITDA 715 317 79
EBIT2) 432 276 ++
EBIT-Marge 4,1 2,4 ++
Bereinigtes EBIT2) 161 -72 -31
Bereinigte-EBIT-Marge 1,5 -0,9 -38
Ergebnis vor Steuern 294 216 ++
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern 419 288 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 389 284 ++
Ergebnis je Aktie 0,63 0,46 ++
Operating Cashflow 1.884 1.570 ++
Cashflow für Investitionen -502 122 20
Cashflow aus Desinvestitionen 434 432 ++
Free Cashflow3) 1.816 2.124 ++
Free Cashflow vor M & A3) 1.565 1.886 ++
Netto-Finanzguthaben (30.9.)
Eigenkapital (30.9.)
Gearing (30.9.)
Mitarbeiter (30.9.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos.

Prognose-Ist-Vergleich

Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir deutlich übertroffen. Wegen der preisbedingten deutlichen Ergebnissteigerungen bei Materials Services und Steel Europe hob thyssenkrupp die ursprüngliche Erwartung mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Halbjahr an und prognostizierte - auch unter Berücksichtigung der im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossenen Transaktionen - ein Bereinigtes EBIT von mindestens 2,0 Mrd € für das Geschäftsjahr 2021/2022. Diese Erwartung haben wir mit Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts für die Gruppe insgesamt beibehalten und mit 2,1 Mrd € letztlich erfüllt.

Ziel für das Bereinigte EBIT wurde deutlich übertroffen; FCF vor M & A blieb hinter den anfänglichen Erwartungen zurück

Das zu Beginn des Geschäftsjahres formulierte Ziel für den Jahresüberschuss der Gruppe haben wir mit der Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts angepasst, einen Wert in Höhe eines hohen dreistelligen Millionen-€-Betrags in Aussicht gestellt und diesen mit 1,2 Mrd € schlussendlich sogar übertroffen. Der Ergebnisverbesserung sowie einer im 4. Quartal vorgenommenen Wertaufholung bei latenten Steuern wirkten Wertminderungsaufwendungen entgegen, die unter anderem im Zusammenhang mit höheren Kapitalkostensätzen aufgrund des stark gestiegenen Zinsniveaus standen.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den FCF vor M & A haben wir mit der Ad-hoc-Mitteilung am 16. März 2022 ausgesetzt. Während die Entwicklung dieser Steuerungskennzahl im 1. Quartal und zu Beginn des 2. Quartals erwartungsgemäß verlief, führten der Beginn des Kriegs in der Ukraine und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwerfungen zu hohen Unsicherheiten, insbesondere wegen der steigenden Rohstoffpreise und der damit verbundenen erheblichen negativen Auswirkungen auf die Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen. Unter Berücksichtigung der starken Ergebnisverbesserung prognostizierten wir zum 1. Halbjahr zwar eine signifikante Verbesserung des FCF vor M & A, jedoch einen negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich. Diese Entwicklung berücksichtigte unter anderem den starken preisbedingten Aufbau des Nettoumlaufvermögens. Bei einem deutlich positiven FCF vor M & A im 4. Quartal lag dieser für das gesamte Geschäftsjahr mit -476 Mio € im Rahmen der zuletzt formulierten Prognose.

Der thyssenkrupp Value Added (tkVA) entwickelte sich im Berichtsjahr innerhalb des prognostizierten Rahmens deutlich positiv und lag über dem Vorjahreswert. Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Quartal, 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres - auch unter Berücksichtigung der unterjährig abgeschlossenen Transaktionen - jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2021 / 2022:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021 / 20221)

Prognose im Geschäftsbericht 2020 / 2021 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Quartal 2021 / 2022 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2021 / 2022 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2021 / 2022 Ist Geschäftsjahr 2021/2022
Umsatz (Gruppe) Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich +21 %; auf vergleichbarer Basis: +23 %
Materials Services - +34 %; auf vergleichbarer Basis: +30 %
Industrial Components Leicht niedriger Auf Vorjahresniveau Umsatzanstieg +10 %; auf vergleichbarer Basis: +5 %
Automotive Technology Stabil Weitgehend stabil +7 %; auf vergleichbarer Basis: +2 %
Steel Europe - +47 %; auf vergleichbarer Basis: +46 %
Marine Systems Leicht verbesserte Umsatzentwicklung Leichter Umsatzrückgang -9 %; auf vergleichbarer Basis: -10 %
Multi Tracks Insgesamt leicht verbesserte Umsatzentwicklung Insgesamt deutlich rückläufige Umsatzentwicklung -27 %; auf vergleichbarer Basis: +1 %
Bereinigtes EBIT (Gruppe) Deutliche Verbesserung auf einen Wert zwischen 1,5 und 1,8 Mrd € Deutliche Verbesserung auf einen Wert von mindestens 2,0 Mrd € Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 1.266 Mio € auf 2.062 Mio €
Materials Services Im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich Im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Bis zu 1,0 Mrd € Verbesserung um 250 Mio € auf 837 Mio €
Industrial Components Rückläufig auf einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich Rückgang um 88 Mio € auf 234 Mio
Automotive Technology In etwa auf Vorjahresniveau Deutlich unter Vorjahr Rückgang um 156 Mio € auf 108 Mio €
Steel Europe Signifikanter Anstieg um einen Betrag von mindestens 1 Mrd € Verbesserung um 1.084 Mio € auf 1.200 Mio €
Marine Systems Leicht gesteigertes Bereinigtes EBIT Verbesserung um 6 Mio € auf 32 Mio €
Multi Tracks Signifikante Verbesserung Verbesserung Verbesserung um 125 Mio € auf -173 Mio €
Corporate Headquarters Auf Vorjahresniveau Leicht über Vorjahresniveau Über Vorjahresniveau Verbesserung um 40 Mio € auf -154 Mio €
Jahresüberschuss (Gruppe) Jahresüberschuss von mindestens 1 Mrd € Jahresüberschuss im hohen dreistelligen Millionen-€-Bereich Anstieg um 1.245 Mio € auf 1.220 Mio €
Investitionen (Gruppe) Voraussichtlich auf Vorjahresniveau Voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegend Rückgang um 158 Mio € auf 1.472 Mio €
FCF vor M & A (Gruppe) Signifikante Steigerung in den Bereich eines ausgeglichenen Wertes Signifikante Verbesserung auf einen negativen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Anstieg um 797 Mio € auf -476 Mio €
tkVA (Gruppe) Über Vorjahr und signifikant positiv Anstieg um 1.151 Mio € auf 529 Mio €

1) Siehe auch Vorbemerkungen

Geschäftsentwicklung in der Gruppe

Geschäftsverlauf

Deutliche Verbesserung der Finanzkennzahlen aufgrund starker Preissteigerungen; unterstützend wirkten Effekte aus Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2020/2021 2021 / 2022 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021 / 2022
Materials Services 12.710 16.021 26 23 3.519 3.671
Industrial Components 2.556 2.792 9 4 633 764
Automotive Technology 4.506 4.866 8 3 1.090 1.468
Steel Europe 9.283 11.811 27 26 1.951 2.844
Marine Systems 6.662 4.232 -36 -37 5.846 320
Multi Tracks2) 5.883 6.499 10 44 1.610 1.724
Corporate Headquarters 5 4 -16 -16 1 -1
Überleitung -2.035 -1.927 5 - -338 -400
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 39.571 44.297 12 15 14.311 10.391
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 0 0 - - 0 0
Gruppe insgesamt 39.571 44.297 12 15 14.311 10.391
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services 4 -1
Industrial Components 21 13
Automotive Technology 35 26
Steel Europe 46 44
Marine Systems -95 -95
Multi Tracks2) 7 56
Corporate Headquarters -- --
Überleitung -18 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) -27 -25
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt -27 -25

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang insgesamt stark gestiegen

Bei Materials Services lag der Auftragseingang 2021/ 2022 deutlich über dem des Vorjahres. Über alle Produktgruppen hinweg profitierte das Segment von den insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals gestiegenen Werkstoffpreisen. Bei Industrial Components erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr. Hier konnte ein deutlicher Anstieg im Schmiedegeschäft eine rückläufige Entwicklung beim Geschäft mit Großwälzlagern kompensieren. Unterstützend wirkten Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten sowie positive Wechselkurseffekte. Automotive Technology konnte seinen Auftragseingang in einem schwierigen Marktumfeld im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls steigern, wozu im Wesentlichen der Bereich Steering sowie das Projektgeschäft des Bereichs Automotive Body Solutions beitrug. Steel Europe verzeichnete einen wertmäßig deutlich gestiegenen Auftragseingang. Während das Segment ebenfalls von gestiegenen Materialpreisen profitierte, führte insbesondere eine rückläufige Nachfrage zu einer negativen Mengenentwicklung. Bei Marine Systems blieb der Auftragseingang unter dem Wert des Vorjahres, das maßgeblich durch die Vergabe des Großauftrags Deutschland/ Norwegen geprägt gewesen war. Im Berichtsjahr folgten unter anderem ein weiterer Großauftrag im Unterwasserbereich sowie größere Auftragserweiterungen im Überwasserbereich. Im Segment Multi Tracks führte insbesondere die gestiegene Nachfrage im Anlagenbau, bei thyssenkrupp nucera, Automation Engineering und Springs & Stabilizers zu einem höheren Auftragseingang als im Vorjahr. Die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate hatten eine dämpfende Wirkung auf die Entwicklung des Auftragseingangs.

Deutlich höhere Auftragseingänge insbesondere bei Materials Services und Steel Europe aufgrund gestiegener Materialpreise

UMSATZERLÖSE

Mio € 2020/2021 2021 / 2022 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021 / 2022
Materials Services 12.315 16.444 34 30 3.770 3.916
Industrial Components 2.512 2.766 10 5 635 754
Automotive Technology 4.522 4.825 7 2 1.063 1.369
Steel Europe 8.932 13.156 47 46 2.361 3.538
Marine Systems 2.022 1.831 - 9 - 10 572 567
Multi Tracks2) 5.651 4.101 -27 1 1.608 839
Corporate Headquarters 13 6 -53 -53 2 1
Überleitung -1.953 -1.990 - 2 - -571 -416
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 34.015 41.140 21 23 9.441 10.568
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 0 0 - - 0 0
Gruppe insgesamt 34.015 41.140 21 23 9.441 10.568
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services 4 -1
Industrial Components 19 10
Automotive Technology 29 20
Steel Europe 50 48
Marine Systems -1 -3
Multi Tracks2) -48 -7
Corporate Headquarters -9 -10
Überleitung 27 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 12 15
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt 12 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

UMSATZERLÖSE NACH ABSATZGEBIETEN1)

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten

2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZERLÖSE NACH KUNDENGRUPPEN 2021/20221)

in %

28 16 12 8
Automobilindustrie Sta Stahl und stahlnahe Verarbeitung Handel Maschinen- und Anlagenbau
5 5 3 2 22
Öffentliche Hand Verpackungsindustrie Bauwirtschaft Energie und Versorgung Übrige Kundengruppen

1) Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten

Insgesamt starkes Umsatzwachstum

Auch der Umsatz lag bei Materials Services aufgrund starker Preissteigerungen deutlich über dem Wert des Vorjahres. Die Materialknappheit sowie die schwächere Nachfrage, insbesondere zum Ende des Geschäftsjahres hin, führten insgesamt jedoch zu einer rückläufigen Mengenentwicklung. Bei Industrial Components folgte der Umsatz dem Auftragseingang und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr. Das Geschäft mit Großwälzlagern erzielte einen geringeren Umsatz als in der Vergleichsperiode; Grund war der deutliche Umsatzrückgang im Anwendungsbereich Windenergie in der Absatzregion China. Im Schmiedegeschäft lag der Umsatz analog zum Auftragseingang preisbedingt deutlich über dem des Vorjahres. Auch Automotive Technology konnte seinen Umsatz trotz eines schwierigen Marktumfelds (u.a. pandemiebedingte Lockdown-Einschränkungen sowie eingeschränkte Verfügbarkeit von elektronischen Vorprodukten) leicht steigern. Unterstützend wirkten hier ebenfalls Preisanpassungen sowie positive Wechselkurseffekte. Der Umsatz von Steel Europe stieg im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen der positiven Erlösentwicklung bei gleichzeitig rückläufiger Mengenentwicklung. Der Umsatzrückgang bei Marine Systems resultierte im Wesentlichen aus der vergleichsweise geringeren Anzahl abgelieferter und schlussgerechneter Einheiten. Bei Multi Tracks brachten die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr. Im Anlagenbau lag der Umsatz deutlich unter dem des Vorjahres, was durch einen Umsatzanstieg in den übrigen Geschäften nicht kompensiert werden konnte.

Die regionale Umsatzverteilung der Gruppe war weitgehend stabil. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von rund 36% der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Nordamerika, das mit 19% leicht zunahm, sowie das Geschäft mit Kunden in Westeuropa, das leicht auf 18% zurückging. Der Umsatzanteil des Großraums China ging leicht auf rund 5 % zurück.

Die Automobilindustrie blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von 28 % die wichtigste Kundengruppe; sie ist entscheidend insbesondere für unser Geschäft mit Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil. Der Umsatzanteil des Handels lag ebenfalls leicht über dem des Vorjahres, während der Maschinen- und Anlagenbau leicht rückläufig war.

Bereinigtes EBIT mit deutlicher Verbesserung gegenüber Vorjahr

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2020/2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung

in %
Materials Services 587 837 43 225 -104 --
Industrial Components 322 234 - 27 56 64 15
Automotive Technology 264 108 - 59 30 61 ++
Steel Europe 116 1.200 ++ 29 221 ++
Marine Systems 26 32 23 27 20 -28
Multi Tracks1) -298 -173 42 -63 -77 -22
Corporate Headquarters -194 -154 20 -47 -36 25
Überleitung -26 -22 17 -23 12 ++
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 796 2.062 ++ 232 161 -31
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 - 0 0 -
Gruppe insgesamt 796 2.062 ++ 232 161 -31

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Im Berichtsjahr bewirkten im Wesentlichen die Entwicklungen bei Materials Services und Steel Europe eine deutliche Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr. Unterstützend wirkten dazu Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung. Materials Services profitierte von den gestiegenen Preisen und hohen Margen. Zudem konnten wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation (u.a. weitere Netzwerkoptimierungen) erreicht werden. Industrial Components verzeichnete insgesamt einen deutlichen Ergebnisrückgang. Im Großwälzlagergeschäft belasteten, neben deutlich gestiegenen Faktorkosten, im Wesentlichen der temporäre Nachfragerückgang in China im Bereich Windenergie sowie die Produkt- und Regionalstruktur des Absatzes. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT in etwa auf Vorjahresniveau. Unterstützend wirkte insbesondere hier die rückwirkende Weitergabe der gestiegenen Faktorkosten. Die in beiden Business Units eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung wirkten sich zusätzlich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Bei Automotive Technology belasteten die stark gestiegenen Faktorkosten sowie eine volatile Kundennachfrage und Kapazitätsauslastung infolge anhaltender Störungen in der Transport- und Lieferkette die Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr. Die Verhandlung neuer Preiskonditionen sowie ein positiver Einmaleffekt aus der Neubewertung ausgewählter Pensionszusagen konnten diese Entwicklung teilweise kompensieren. Bei Steel Europe führten die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Spotmarktpreise, die im Verlauf des Geschäftsjahres zunehmend in neu abgeschlossenen Langzeitverträgen umgesetzt werden konnten, zu einer deutlichen Ergebnissteigerung. Zusätzlich wirkten Effekte aus Restrukturierungen leicht positiv auf das Bereinigte EBIT. Das Marinegeschäft entwickelte sich ebenfalls positiv: Altaufträge konnten erfolgreich abgeschlossen bzw. stabilisiert und Overheadkosten weiter reduziert werden. Auch Multi Tracks verzeichnete einen deutlich verringerten Verlust beim Bereinigten EBIT mit positiven Entwicklungen in der Mehrzahl der Geschäftseinheiten.

Das Bereinigte EBIT von Materials Services und Steel Europe lag deutlich über dem des Vorjahres

Bei Corporate Headquarters führten unter anderem geringere Verwaltungskosten in der Hauptverwaltung sowie kursbedingte Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungen dazu, dass sich das Bereinigte EBIT verglichen mit dem Vorjahr deutlich auf -154 Mio € verbesserte.

Sondereffekte belasteten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 235 Mio € belastet.

EBIT durch Sondereffekte belastetet

SONDEREFFEKTE

Mio € 2020/2021 2021/2022 Veränderung 4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung
Materials Services -7 -133 -126 42 -131 -173
Industrial Components 24 -17 - 41 5 -9 -14
Automotive Technology 30 56 26 41 26 -15
Steel Europe 175 313 138 4 -62 -67
Marine Systems 1 8 6 2 -1 -2
Multi Tracks1) 89 -29 -119 -30 -105 -75
Corporate Headquarters 43 38 - 5 28 8 -19
Überleitung -17 8 25 -15 3 18
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 340 244 -96 76 -271 -347
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 6 -9 -15 -11 0 11
Gruppe insgesamt 346 235 -111 65 -271 -336

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Materials Services ergaben sich positive Sondereffekte durch Erträge aus dem Verkauf von Immobilien sowie Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen. Im Segment Industrial Components gab es insbesondere im Schmiedegeschäft positive Sondereffekte, unter anderem aus dem Verkauf eines Grundstücks sowie aus dem Erhalt einer Abfindungszahlung im Zusammenhang mit der Stilllegung eines Produktionsstandortes. Bei Steel Europe und Automotive Technology ergaben sich im Wesentlichen Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen, unter anderem wegen gestiegener Kapitalkosten. Bei Marine Systems resultierten die Sondereffekte im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung. Bei Multi Tracks ergaben sich wesentliche Sondereffekte aus dem Ertrag der Entkonsolidierung des Mining-Geschäfts. Hinzu kamen ein Aufwand durch einen unwetterbedingten Schaden in einem Werk von Springs & Stabilizers, negative Entkonsolidierungseffekte im Edelstahlgeschäft und bei Infrastructure sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang von thyssenkrupp nucera. Im Bereich Corporate Headquarters fielen im Wesentlichen Projektaufwendungen für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen an.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich über dem Vorjahreswert

Im Berichtsjahr lag der tkVA der Gruppe deutlich über dem Wert des Vorjahres. Die höchsten Wertbeiträge haben Materials Services und Steel Europe aufgrund starker Ergebnissteigerungen generiert. Durch den preisbedingten Aufbau des Nettoumlaufvermögens lag die durchschnittliche Kapitalbindung in beiden Segmenten deutlich über Vorjahr. Der Wertbeitrag von Industrial Components und Automotive Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr ab. Neben den - unter anderem durch die stark gestiegenen Faktorkosten - deutlich geringeren Ergebnisbeiträgen, stieg auch das gebundene Kapital in beiden Segmenten im Vergleich zum Vorjahr an. Marine Systems verzeichnete ein EBIT auf Vorjahresniveau sowie eine geringere Kapitalbindung. Infolgedessen nahm der Wertbeitrag zu. Der tkVA von Multi Tracks verbesserte sich ebenfalls aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung sowie geringerer Kapitalbindung. In Folge lag auch der ROCE der Gruppe mit 11,3% deutlich über dem Wert des Vorjahres.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2020 / 2021 2021/2022
EBIT1)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
ROCE

(%)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT1)

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 451 13.410 3,4 8,0 -622 1.827
Davon:
Materials Services 594 2.587 23,0 8,0 387 970
Industrial Components 297 1.376 21,6 8,5 180 250
Automotive Technology 234 2.421 9,7 8,5 28 53
Steel Europe -59 4.062 -1,5 8,5 -404 887
Marine Systems 24 1.686 1,4 8,0 -111 24
Multi Tracks2) -387 830 -46,7 8,0 -454 -143
2021/2022
Capital employed

(Mio €)
ROCE

(%)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 16.224 11,3 8,0 529 1.151
Davon:
Materials Services 3.921 24,7 8,0 657 269
Industrial Components 1.626 15,4 8,5 112 -69
Automotive Technology 2.603 2,0 8,5 -169 -197
Steel Europe 5.636 15,7 8,5 408 813
Marine Systems 1.218 2,0 8,0 -73 37
Multi Tracks2) 650 -22,1 8,0 -195 258

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA, ROCE und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Materials Services

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt. Mit smarter Materialdistribution und innovativen Lieferketten-Lösungen können Autos vom Band laufen, Flugzeuge abheben, Gebäude gebaut, Anlagen gefertigt werden.

15.914 Mitarbeiter weltweit

Weltweit klimaneutral ab 2030 -am Standort El Puig bereits ab 2023

16,4 Mrd € Umsatz

Materials Services: in rund 30 Ländern an 380 Standorten weltweit für unsere Kunden aktiv

"Wir wollen bei Nachhaltigkeit Vorreiter unserer Industrie sein. Unser Handeln beeinflusst das Klima, unsere Produkte, Dienstleistungen, unsere Mitarbeitenden und die Gesellschaft."

Martin Stillger, Vorsitzender des Vorstands von thyssenkrupp Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 12.710 16.021 26 3.519 3.671
Umsatzerlöse Mio € 12.315 16.444 34 3.770 3.916
EBITDA Mio € 758 1.102 46 244 62
EBIT Mio € 594 970 63 183 27
Bereinigtes EBIT Mio € 587 837 43 225 -104
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,8 5,1 - 6,0 -2,7
Investitionen Mio € 97 101 4 41 52
Mitarbeiter (30.9.) 15.296 15.914 4 15.296 15.914
Veränderung

in %
Auftragseingang 4
Umsatzerlöse 4
EBITDA -75
EBIT -85
Bereinigtes EBIT --
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen 27
Mitarbeiter (30.9.) 4

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt (Europa und Nordamerika). Unser Leistungsspektrum reicht von qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zu intelligenten Prozessen in den Bereichen Automatisierung, verlängerte Lieferkette sowie Lager- und Bestandsmanagement.

Auf der Grundlage unserer Strategie "Materials as a Service" wollen wir uns sowohl im intelligenten Werkstoffhandel als auch im integrierten Supply-Chain-Geschäft fortwährend weiterentwickeln. Dies unterstreicht unsere Mission "Connecting smarter" anschaulich. Regional konzentrieren wir uns auf unsere Kernmärkte Nordamerika und Europa. Um resiliente Lieferketten zu schaffen, arbeiten wir kontinuierlich an einer starken Lieferperformance auf Basis vertrauensvoller langjähriger Lieferpartnerschaften und unseres Multisourcing-Ansatzes. Gleichzeitig streben wir die Branchenführerschaft in Sachen Nachhaltigkeit an; hier lautet eines unserer Ziele, ab 2030 klimaneutral zu arbeiten. Die digitale Transformation sowohl unserer internen Prozesse als auch der Lieferketten spielt dabei eine wichtige Rolle.

Unser vorrangiges übergeordnetes Ziel ist, unsere führenden Marktpositionen in Europa und Nordamerika zu festigen bzw. weiter auszubauen. In beiden Regionen wollen wir stärker als der Markt wachsen. Wir planen weiterhin mittelfristig mit Lagerversandmengen von mehr als 6 Mio Tonnen pro Jahr weltweit, einer Bereinigten EBIT-Marge von 2 bis 3% sowie einem ROCE-Wert größer 9 %. Die Cash Conversion Rate soll bei ca. 0,8 im Mehrjahresdurchschnitt liegen.

Im laufenden Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt unserer Initiativen auf der weiteren Fokussierung unseres Standortnetzwerks sowie auf profitablem Wachstum in Nordamerika. Wir haben deshalb insgesamt 13 Lagerstandorte geschlossen und unsere großen Investitionsprojekte an Standorten in den USA und Mexiko vorangetrieben. Darüber hinaus stand bei Materials Services die Weiterentwicklung digitaler und nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen auf der Agenda. Hierbei setzen wir auf einen systematischen Innovationsprozess; in diesem Rahmen wurden im Berichtszeitraum insgesamt sieben Projekte in geringem Umfang finanziert.

Auftragseingang und Umsatz: Preisbedingt weit über Vorjahr

Auftragseingang und Umsatz sind im Berichtszeitraum deutlich gestiegen. Grund hierfür waren vor allem die signifikant gestiegenen Werkstoffpreise über alle Produktgruppen, insbesondere im 2. Quartal und zu Beginn des 3. Quartals. Davon profitierten alle Geschäftsbereiche - vom lagerhaltenden Werkstoffhandel über das Streckengeschäft bis hin zu den Service-Centern und den auf Supply-Chain-Lösungen spezialisierten Einheiten. Auch in regionaler Hinsicht ist das Bild durchweg positiv, wobei die nordamerikanischen Service-Center besonders zulegen konnten. Aufgrund der Materialknappheit zu Beginn des Geschäftsjahres und des Nachfragerückgangs gegen dessen Ende entwickelten sich die Verkaufsmengen nicht in gleichem Maße. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,7 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit 4,5 % weniger als im Vorjahr.

Materialengpässe und eine steigende Nachfrage ließen die Verkaufspreise klettern

Bereinigtes EBIT: Äußerst positive Entwicklung

Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen erhöhte sich das Bereinigte EBIT von Materials Services stark. Bis ins 3. Quartal hinein profitierte das Segment von der guten Marktlage mit steigenden Preisen und hohen Margen, während das 4. Quartal durch den Wegfall dieser positiven Markteffekte sowie aufgrund negativer Effekte aus der Vorratsbewertung im Minus abschloss. Wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation erzielten wir unter anderem durch die weitere Netzwerkoptimierung; beispielsweise wurde die Gesellschaft thyssenkrupp Materials Vietnam geschlossen, womit die Fokussierung der Distributionsgeschäfte auf Europa und Nordamerika weitgehend abgeschlossen ist. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr weitere Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Hinblick auf die Transformation im Rahmen des strategischen Ansatzes "Materials as a Service" wurde unter anderem eine selbst entwickelte Lösung für die Koordination der Lieferkette zur Marktreife gebracht; andere Projekte - zum Beispiel ein neuer Online-Marktplatz oder ein Tool zur Bedarfsprognose - befanden sich im Berichtszeitraum in der Konzeptionsphase.

Sondereffekte

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich im Wesentlichen positive Sondereffekte, und zwar vor allem in Form von Erträgen aus dem Verkauf von Immobilien in Düsseldorf. Darüber hinaus ergaben sich sowohl Erträge als auch Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen.

Investitionen

Gemäß den Zielen des Segments wurde im Berichtsjahr in hohem Maße in nordamerikanische Wachstumsprojekte investiert, unter anderem in ein Grundstück sowie in Hallen und Maschinenanlagen für Großprojekte in den USA und Mexiko. Auf dem europäischen Markt hat Materials Services seinen Anteil an der Gesellschaft thyssenkrupp Materials Poland um 4% erhöht sowie einen neuen Standort von thyssenkrupp Plastics Germany in Betrieb genommen. Zusätzlich wurden Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen bei verschiedenen Lager- und Serviceeinheiten getätigt. Weitere Investitionsschwerpunkte waren die Fortführung der digitalen Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der weitere Ausbau der vertrieblichen Omnichannel-Architektur.

Industrial Components - Bearings

"Mit unseren Produkten, Service- und Dienstleistungen befähigen wir Branchen weltweit, neue Wege zu beschreiten und den Übergang in eine nachhaltige Zukunft zu meistern."

Winfried Schulte, CEO thyssenkrupp rothe erde

rothe erde® Großwälzlager werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt.

1,2 Mrd € Umsatz

6.211 Mitarbeiter weltweit

Systemlösungen von thyssenkrupp rothe erde erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen, wie beispielsweise in Windenergieanlagen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar.

thyssenkrupp rothe erde ist weltweit führender Hersteller von Großwälzlagern und spezialisiert auf die Produktion von Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen.

Industrial Components - Forged Technologies

1,6 Mrd € Umsatz

Als global aufgestellter Schmiede-Spezialist gehört Forged Technologies zu den führenden Herstellern von Motoren- und Fahrwerkskomponenten sowie von Kettenfahrwerkskomponenten und -systemen. Mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk erfüllen wir individuelle Anforderungen lokal und nah am Kunden.

5.808 Mitarbeiter weltweit

"Für uns als Schmiedeunternehmen steht die Energieeffizienz unserer Fertigung immer im Fokus. Mit gezielten Investitionen in unsere Anlagen wollen wir uns hierbei kontinuierlich verbessern."

Patrick Buchmann, CEO Forged Technologies

Hochautomatisierte Fertigung von Komponenten für Kettenfahrwerke

Neues Anlagenkonzept aus Induktionsofen ergänzt durch Warmhalteöfen trägt zur Steigerung der Energieeffizienz bei.

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 2.556 2.792 9 633 764
Umsatzerlöse Mio € 2.512 2.766 10 635 754
EBITDA Mio € 400 363 -9 79 105
EBIT Mio € 297 250 -16 50 73
Bereinigtes EBIT Mio € 322 234 -27 56 64
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,8 8,4 - 8,8 8,5
Investitionen Mio € 225 151 -33 92 60
Mitarbeiter (30.9.) 12.812 12.019 -6 12.812 12.019
Veränderung

in %
Auftragseingang 21
Umsatzerlöse 19
EBITDA 33
EBIT 44
Bereinigtes EBIT 15
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen -36
Mitarbeiter (30.9.) -6

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Bearings and Forged Technologies

Industrial Components umfasst zwei Business Units: das Großwälzlager- und das Schmiedegeschäft. Insgesamt streben wir für das Segment mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von 3 bis 5%, eine Bereinigte EBIT-Marge von mindestens 10% sowie eine Cash Conversion Rate von 0,6 bis 0,8 an.

Im Bereich Großwälzlager, einer Nische des Wälzlagermarktes, ist Bearings weltweiter Marktführer und zugleich einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen. Unsere Produkte werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt. Sie erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar. Unsere Großwälzlager und Ringe werden in den verschiedensten, oft zukunftsorientierten Anwendungsbereichen eingesetzt. Neben Kunden im Windenergiemarkt, der das größte Wachstum verspricht, bedienen wir auch Kunden in den unterschiedlichsten Industriemärkten - von Baumaschinen über Krane und Tunnelbohrmaschinen bis hin zu Fördergeräten und den allgemeinen Maschinenbau sowie viele andere. Unsere technische Kompetenz ist ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb und trägt in erheblichem Maße zu unserer Reputation als Qualitäts- und Technologieführer bei. Mit unseren Fertigungsstandorten sind wir in vielen wichtigen Regionen der Welt vertreten und können unsere global agierenden Kunden bestmöglich unterstützen. Unser Ziel ist die langfristige Sicherung der weltweiten Marktführerschaft im dynamisch wachsenden Marktsegment Großwälzlager. Mittelfristig streben wir ein Umsatzwachstum von durchschnittlich mindestens 5% pro Jahr an. Um unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wollen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung umsetzen. Begleitet wird dies von einer langfristigen Investitionsstrategie mit dem Ziel, vom anhaltenden Marktwachstum im Windenergiebereich profitieren zu können. Bei der Umsetzung von Personalmaßnahmen zur Effizienzsteigerung kommen wir gut voran. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir zwei Restrukturierungsmaßnahmen in Deutschland erfolgreich abschließen sowie Personalanpassungen an anderen Standorten, vor allem in China, vornehmen. Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern und unsere führende Marktposition verteidigen; entsprechende weitere Strukturmaßnahmen werden bereits umgesetzt oder vorbereitet.

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten und beliefert Kunden in der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenbranche. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Kunden die hohe Qualität unserer Komponenten, unser technisches Know-how und unseren hochautomatisierten Maschinenpark schätzen. Unsere Stärke sehen wir in unserer ausgeprägten Leistungskultur und unserem klaren Fokus auf der kontinuierlichen Verbesserung unserer Performance. Mittelfristig lautet unser Ziel, unseren Marktanteil zu steigern und mit neuen Produkten zu wachsen. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unseres Angebots für Endkunden. Neben der weiteren Etablierung unserer neuen Marke "Berco Service Line", neuen Produkten und der Stärkung unseres Vertriebspartnernetzes in neuen Regionen arbeiten wir daran, ein professionelles E-Commerce Angebot aufzubauen und optimieren somit unsere Wertschöpfungskette. Um der Marktentwicklung im Bereich Motorkomponenten hin zu einem höheren E-Mobility-Anteil zu begegnen, wollen wir unser Produktportfolio um Fahrwerkskomponenten erweitern. Die Schwerpunkte im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen weiterhin auf der Steigerung unserer Personaleffizienz, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Optimierung unserer Produktions- und Logistikprozesse. Ein wichtiger Fokus lag außerdem in der erfolgreichen Umsetzung unserer Investitionsvorhaben mit dem Ziel der Transformation der Business Unit. Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres konnten wir erste Musterteile für Lkw-Chassis-Komponenten an unsere Kunden liefern und die Serienproduktion im Oktober 2022 starten.

Auftragseingang und Umsatz: Rückgang im Bereich Großwälzlager bei deutlichem Anstieg im Schmiedegeschäft

Der Auftragseingang lag im Berichtsjahr über dem Vorjahreswert. Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete insgesamt einen rückläufigen Auftragseingang bei leicht steigender Tendenz im 2. Halbjahr. Signifikante Rückgänge gegenüber dem durch Vorzieheffekte geprägten Vorjahr verzeichnete der Anwendungsbereich Windenergie, und hier vor allem die Absatzregion China. Deutlich positiv entwickelte sich die Auftragssituation im Allgemeinen Maschinenbau (vor allem Medizintechnik und Luftfahrtkomponenten). In den Anwendungsbereichen Baumaschinen, Exploration und Kranbau lag das Auftragsvolumen auf oder leicht über dem Vorjahresniveau. Der Auftragseingang im Schmiedegeschäft war insgesamt deutlich höher als im Vorjahr, auch unterstützt durch Preisanpassungen aufgrund gestiegener Faktorkosten (vor allem Material-, Energie- und Frachtkosten) sowie positive US-Dollar Wechselkurseffekte. Zuwächse verzeichnete im Wesentlichen das Industriegeschäft. Auch im Bereich Lkw-Antriebsstrang-Komponenten war das Auftragsniveau anhaltend hoch. Leicht rückläufig entwickelte sich hingegen der Bereich Pkw, vor allem in Europa. Wesentliche Faktoren waren hier die Halbleiterproblematik, gestörte Lieferketten und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen zeigte sich ein unverändert hohes Nachfrageniveau in allen relevanten Regionen, leicht unterstützt durch die Erweiterung unseres Produktangebots sowie die Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder.

Positive Auftragsentwicklung im Schmiedegeschäft kann Rückgang im Bereich Großwälzlager kompensieren Analog dazu entwickelte sich der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr. Im Bereich Großwälzlager lag er deutlich unter dem des Vorjahres; im Anwendungsbereich Windenergie sank er vor allem in der Absatzregion China erwartungsgemäß deutlich. Die Anwendungsbereiche Allgemeiner Maschinenbau (vor allem Medizintechnik und Luftfahrtkomponenten) und Kranbau hingegen verzeichneten einen deutlichen Umsatzanstieg. Fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich die Umsatzentwicklung in den Bereichen Exploration und Baumaschinen. Die positive Nachfrageentwicklung vor allem in Nordamerika, Europa (insbesondere Deutschland) und in einigen asiatischen Absatzmärkten konnte den - unter anderem durch Lockdown-Maßnahmen bedingten - starken Rückgang des Geschäftsvolumens in China nur teilweise kompensieren. Der Umsatz im Schmiedegeschäft folgte dem Auftragseingang und verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Positive Effekte ergaben sich dabei insbesondere aus der Weitergabe gestiegener Faktorkosten sowie aus der US-Dollar-Wechselkursentwicklung.

Bereinigtes EBIT durch Rückgang im Bereich Großwälzlager deutlich unter Vorjahr

Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete einen deutlichen Ergebnisrückgang, der im Wesentlichen auf einen intensiveren Wettbewerb insbesondere im Zusammenhang mit dem temporären Nachfragerückgang in China im Bereich Windenergie, auf die Produkt- und Regionalstruktur des Absatzes sowie auf deutlich gestiegene Material- und Energiekosten zurückzuführen ist. Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung, strukturelle Verbesserungen, teilweise Weitergabe gestiegener Kosten im Industriebereich und positive Einmaleffekte konnten den Ergebnisrückgang in Teilen kompensieren. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT bei deutlichem Anstieg im 2. Halbjahr, insbesondere aufgrund der rückwirkenden Weitergabe deutlich gestiegener Faktorkosten, insgesamt leicht über Vorjahresniveau. Unterstützend wirkten dabei zudem die fortgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen einschließlich der Optimierung der Personalkostenquote.

Sondereffekte

Im Schmiedegeschäft gab es positive Sondereffekte aus dem Verkauf eines Grundstücks inklusive Gebäude in Indien sowie aus dem Erhalt einer Abfindungszahlung und dem Verkauf von Anlagen und Maschinen des im Geschäftsjahr 2020/ 2021 stillgelegten Produktionsstandorts in Remscheid.

Investitionen

Im Bereich Großwälzlager tätigten wir Wachstumsinvestitionen zur Anpassung und Erhöhung der Produktionskapazität vor allem im Anwendungsbereich Windenergie und dort hauptsächlich an den Fertigungsstandorten in Europa und Asien. Im Schmiedegeschäft haben wir weiter in den Bau einer vollautomatischen Schmiedepresse für Lkw-Vorderachsen am Standort Homburg investiert und erste Investitionen in die weitere Lokalisierung des Baumaschinengeschäfts in Nordamerika getätigt.

Automotive Technology

"Unser Ziel ist es, bis 2024 unsere Produkte CO2-frei zu produzieren. Dabei setzen wir verstärkt auf den Ausbau der Energieeffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung an unseren Standorten und den langfristigen Zukauf von Grünstrom."

Dr. Karsten Kroos, CEO Automotive Technology

Steer-by-Wire Testfahrzeug im Einsatz

4,8 Mrd € Umsatz
20.266 Mitarbeiter weltweit

Bis 2024 sollen alle Automotive-I Werke CO2-frei produzieren.

Automotive Technology ist einer der führenden Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie in den Bereichen Fahrwerk, Antrieb und Karosserie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten und Systeme sowie Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau.

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 4.506 4.866 8 1.090 1.468
Umsatzerlöse Mio € 4.522 4.825 7 1.063 1.369
EBITDA Mio € 482 336 - 30 82 121
EBIT Mio € 234 53 - 78 -11 35
Bereinigtes EBIT Mio € 264 108 - 59 30 61
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,8 2,2 - 2,8 4,5
Investitionen Mio € 268 230 -14 110 97
Mitarbeiter (30.9.) 19.723 20.266 3 19.723 20.266
Veränderung

in %
Auftragseingang 35
Umsatzerlöse 29
EBITDA 48
EBIT ++
Bereinigtes EBIT ++
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen -11
Mitarbeiter (30.9.) 3

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Automotive Technology ist einer der führenden deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten, Systeme und Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau sowie mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen. Dazu zählen Fahrwerkstechnologien wie Lenkungs- und Dämpfersysteme, die Montage von Achssystemen sowie Motorkomponenten für konventionelle und alternative Antriebe. Wir produzieren aber auch auf unseren eigenen Anlagen Karosserieleichtbauteile und ganze Karosserien in Serie. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Komponenten über die mechanische Bearbeitung bis hin zur Montage hochkomplexer Systeme. Entscheidend bei der Entwicklung neuer Produkte sind die Anforderungen unserer Kunden in puncto Qualität und Funktionalität.

Unser Wachstums- und Leistungsanspruch lautet, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören. Wir haben unser Produktportfolio konsequent auf die Zukunftsthemen der Automobilindustrie wie Elektromobilität und autonomes Fahren ausgerichtet, die uns vielversprechende Chancen bieten. Mittelfristig ist es unser Ziel, einen Umsatz von mindestens 5,5 Mrd € pro Jahr zu erreichen. Vornehmlich konzentrieren wir uns zur Erreichung unserer mittelfristigen Performance-Ziele - eine Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 % und eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,5 - auf die Verbesserung der Produktionseffizienz sowie auf Maßnahmen im Bereich Einkauf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Margenverbesserungen durch Ausbau von Ressourcen im Claim Management.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war in unserem Marktumfeld von Herausforderungen geprägt. Hierzu zählen die andauernden Engpässe in der Versorgung mit elektronischen und anderen Vorprodukten, Störungen in der Lieferkette, der Krieg in der Ukraine, volatile Kundenabrufe sowie pandemiebedingte Werksschließungen bei Kunden und Lieferanten, vornehmlich in China. Hinzu kam der starke Anstieg der Faktorkosten bei Material, Transport und Logistik sowie Energie. Diesen Herausforderungen sind wir mit einem strikten Kostenmanagement, der Verhandlung neuer Preiskonditionen und der Fortführung von Effizienzmaßnahmen begegnet.

Auftragseingang und Umsatz gesteigert

Automotive Technology erzielte in einem schwierigen Marktumfeld einen Anstieg des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahr; hierzu trug im Wesentlichen der Bereich Steering sowie das Projektgeschäft des Bereichs Automotive Body Solutions bei. Auch der Umsatz lag über dem Wert des Vorjahres. Zusätzlich unterstützend wirkten im Berichtsjahr Preisanpassungen und positive Wechselkurseffekte insbesondere beim US-Dollar und dem chinesischen Renminbi.

Im wichtigen Absatzmarkt China zeigte sich ab Juni 2022 eine spürbare Geschäftsbelebung nach den pandemiebedingten Lockdown-Einschränkungen vorwiegend im April und Mai 2022. Diese Entwicklung, ein größerer Auftragseingang im Projektgeschäft sowie positive Wechselkurseffekte und Preisanpassungen trugen dazu bei, dass sich im 4. Quartal der Auftragseingang und Umsatz im Vorjahresvergleich deutlich erhöhten. Weiterhin beschränkend bleibt jedoch die Verfügbarkeit von elektronischen Vorprodukten.

Unabhängig davon haben wir im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres in allen Business Units von Automotive Technology relevante langfristige Rahmenaufträge im automobilen Seriengeschäft gewonnen, die dazu beitragen werden, die künftige Auslastung unserer Werke abzusichern und den Umsatz des Segments zu steigern.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

Das Bereinigte EBIT war deutlich belastet durch stark gestiegene Faktorkosten, vor allem bei Logistik und Material. Hinzu kamen eine volatile Kundennachfrage und Kapazitätsauslastung infolge anhaltender Störungen in der Transport- und Lieferkette. Die Störungen entstanden im Wesentlichen durch Engpässe in der Versorgung mit elektronischen Komponenten und anderen Vorprodukten sowie pandemiebedingte Werksstillstände in China. Die gestiegenen Faktorkosten konnten durch die Verhandlung neuer Preiskonditionen sowie durch den positiven Einmaleffekt aus der Neubewertung ausgewählter Pensionszusagen zum Teil kompensiert werden. Die weitere Umsetzung des Restrukturierungsprogramms mit positiven Effekten auf die Personalkosten schreitet zudem planmäßig voran.

Stark gestiegene Faktorkosten belasteten die Ergebnisentwicklung

Sondereffekte

Im Berichtszeitraum wurden Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Bereich Steering und bei Bilstein, unter anderem aufgrund erhöhter Kapitalkosten, vorgenommen. Hinzu kamen Restrukturierungsaufwendungen bei Bilstein.

Investitionen

Im Bereich Steering wurde in auftragsbezogene Projekte für elektrische Lenksysteme investiert, unter anderem in China, Mexiko und Europa - und hier speziell in Ungarn. Bei Bilstein lag der Schwerpunkt des Ausbaus bei auftragsbezogenen Fertigungskapazitäten in Rumänien, Mexiko und den USA. Des Weiteren haben wir auftragsbezogen in die Produktion von Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben investiert. Durch unsere Investitionen in zukunftsgerichtete Produkte und kundennahe Fertigungen in wirtschaftlich attraktiven Regionen wollen wir Wachstumschancen wahrnehmen und das Erreichen unsere Kosten- und Profitabilitätsziele unterstützen.

Steel Europe

Steel Europe konzentriert sich auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls. In seiner Transformation hat sich Steel Europe zum Ziel gesetzt, bereits ab 2030 jährlich 5 Mio Tonnen CO2-armen Stahl zu produzieren. Spätestens 2045 soll die Stahlproduktion klimaneutral sein.

26.304 Mitarbeiter weltweit

"In der Umsetzung der Strategie 20-30 und der Transformation sind wir im Plan. Wir schaffen damit die Basis, um im Wettbewerb um die Stahlmärkte der Zukunft eine führende Rolle einzunehmen."

Bernhard Osburg, Vorsitzender des Vorstands der thyssenkrupp Steel Europe AG

13,2 Mrd € Umsatz

Energiesparend und höchste Qualität: Das Vormaterial, das häufig in der Autoindustrie Verwendung findet, wird im neuen Hubbalkenofen in Duisburg oberflächenschonend vorgeheizt.

Premiumoberflächen und hochwertige feuerverzinkte Produkte liefert zukünftig die neue Feuerbeschichtungsanlage FBA 10 in Dortmund.

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 9.283 11.811 27 1.951 2.844
Umsatzerlöse Mio € 8.932 13.156 47 2.361 3.538
EBITDA Mio € 214 1.579 ++ 92 348
EBIT Mio € -59 887 ++ 24 283
Bereinigtes EBIT Mio € 116 1.200 ++ 29 221
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 9,1 - 1,2 6,2
Investitionen Mio € 681 630 - 8 292 193
Mitarbeiter (30.9.) 26.303 26.304 0 26.303 26.304
Veränderung

in %
Auftragseingang 46
Umsatzerlöse 50
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT ++
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen -34
Mitarbeiter (30.9.) 0

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent. Er konzentriert sich auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und gehört hier zu den bedeutsamen Anbietern im Kernmarkt Europa. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte, Weißblech, Mittelband und kornorientiertes sowie nicht kornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und der Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie einschließlich des Energiesektors sowie die Bauwirtschaft. Unsere Stärken sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen sowie in unserem auf langjährige Erfahrung beruhenden technischen Know-how. Selbstverständliche Bestandteile unserer Arbeit sind ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse.

Mit der weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir ein noch werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur erreichen. Ziel ist, dadurch unsere operative Leistungsfähigkeit deutlich zu steigern und zu den Besten im Wettbewerb zu gehören. Wir investieren in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzes und berücksichtigen dabei insbesondere die wachsenden Anforderungen der Automobilkunden und einzelner Industriebereiche. Das können crashrelevante Bleche für die Sicherheitsarchitektur der Fahrzeuge, verbesserte Oberflächen oder dünnere und leistungsfähigere Stähle für die Elektromobilität sein.

Der Krieg in der Ukraine, hohe Energie- und Rohstoffkosten, Verwerfungen in den Lieferketten, Unsicherheiten hinsichtlich der Versorgung mit fossilen Energieträgern (insbesondere Erdgas) und eine sich eintrübende Konjunktur - ein herausforderndes gesamtwirtschaftliches Umfeld, auch für Steel Europe. An unseren Zielen halten wir dennoch grundsätzlich fest: Unsere Versandmengen wollen wir mittelfristig auf rund 11 Mio t steigern sowie eine Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7%, eine Cash Conversion Rate von mindestens 0,4 und ein Bereinigtes EBITDA pro Tonne von etwa 100€ über den Stahlzyklus erreichen.

Im Rahmen der Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlherstellung planen wir, bis 2026 unsere erste, perspektivisch mit grünem Wasserstoff betriebene Direktreduktionsanlage in Betrieb zu nehmen. Bis spätestens 2030 wollen wir die Kapazität klimafreundlicher Stähle auf 5 Mio t erweitern. Dies entspräche einer CO2-Minderung von deutlich mehr als 30% gegenüber dem Referenzjahr 2018. Im 4. Quartal des Berichtsjahres hat thyssenkrupp die Grundlage für Investitionen von mehr als 2 Mrd € zum Einstieg in die grüne Transformation gelegt und den entsprechenden Eigenmittelanteil für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg freigegeben. Ein starkes Signal der Unterstützung kam von der NRW (Nordrhein-Westfalen)-Landesregierung: sie bestätigte ihre Bereitschaft, unsere Transformation mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu fördern. Das Großprojekt steht weiterhin unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU. Hinsichtlich der Vermarktung von CO2-reduziertem Stahl haben wir bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 / 2022 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Im 1. Quartal wurden die ersten Mengen hochwertigen Flachstahls mit reduzierter CO2-Intensität der neuen Marke bluemint® Steel ausgeliefert. Eine Reihe weiterer Aufträge für bluemint® aus verschiedenen Abnehmerbranchen sind dem seither gefolgt.

Auftragseingang und Umsatz trotz rückläufiger Mengen deutlich höher

Steel Europe startete mit positiven Tendenzen in das Berichtsjahr, die Geschäftsentwicklung war jedoch bereits geprägt durch Material- und Lieferengpässe in vielen Kundenbranchen, allen voran in der Automobilindustrie. Der wertmäßige Auftragseingang und der Umsatz entwickelten sich jedoch gut. Der Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar führte zu weiteren Marktstörungen. Die Produktion wichtiger Vorprodukte für die Automobilindustrie in der EU (u.a. Kabelbäume) wurde vorübergehend unterbrochen. Zudem stieg die Sorge, dass es zu Rohstoffengpässen und einer geringeren Verfügbarkeit von Flachstahlerzeugnissen kommen könnte, nachdem ukrainische Stahlhersteller ihre Produktion einstellen mussten und Sanktionen gegen Russland verhängt wurden. Die Marktpreise reagierten darauf mit kurzfristig signifikanten Steigerungen. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gaben die Preise unter dem Eindruck der steigenden Inflation, einer sinkenden Nachfrage und der schwächer werdenden Konjunktur nach.

Der Wert der Bestellungen nahm vor allem in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres wegen deutlich höherer Durchschnittserlöse zu. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wirkte sich der negative Marktpreistrend allmählich auch auf die neu verhandelten Geschäftsabschlüsse aus, das Niveau lag aber insgesamt noch deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Die Bestellmengen sanken im Geschäftsjahr 2021/ 2022 gegenüber dem Vorjahr um 27% auf rund 8 Miot. Hierzu trugen im 1. Quartal sowohl eingeschränkte Buchungsmöglichkeiten nach der Teilzustellung des Hochofens 1 im vorangegangenen Quartal als auch eine rückläufige Nachfrage insbesondere aus der Automobilindustrie bei. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres gingen dann die Auftragseingänge auch aus nahezu allen anderen Branchen zurück.

Der signifikante Anstieg beim Umsatz ist darauf zurückzuführen, dass wir beim Verkauf der Waren einen höheren Preis pro Tonne erzielen konnten. Gestützt wurde diese Entwicklung durch die zuvor gestiegenen Spotmarktpreise. Diese gaben wegen des Nachfragerückgangs und der konjunkturellen Abkühlung ab Beginn des 3. Quartals 2021/ 2022 wieder nach. Dank des hohen Anteils langfristiger Kontraktgeschäfte blieb die Erlösentwicklung davon jedoch unberührt. Auf der Absatzseite dagegen fielen die Versandmengen im gesamten Geschäftsjahr, insbesondere an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, deutlich niedriger als im Vorjahr aus. Gestützt durch ein Plus bei den Verkäufen an die Bauindustrie lagen die Lieferungen an die Industriekunden in Summe nur knapp unter dem Vorjahreswert. Während der Bereich Packaging Steel einen leichten Rückgang verbuchte, konnte Electrical Steel einen deutlich positiven Beitrag zum Gesamtabsatz leisten. Hintergrund war hier vor allem die im Vorjahr umgesetzte Verbesserung der Produktqualitäten und die Ausrichtung auf ein werthaltigeres Produktportfolio.

Erlösanstieg trotz Nachfragerückgang und konjunktureller Abkühlung

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag mit rund 11 Mio t um 4% unter dem Wert des Vorjahres. Nach der Teilzustellung des Hochofen 1 im 4. Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres konnte die Produktion im 1. Quartal 2021/2022 wieder gesteigert werden. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres musste die Produktion jedoch an die marktbedingten Versandrücknahmen angepasst werden. Beeinträchtigungen der Rohstoffversorgung und damit auch der Produktion durch das Rhein-Niedrigwasser im Sommer 2022 konnten wir durch geeignete Maßnahmen, wie beispielsweise das frühzeitige Auffüllen der Rohstoff-Lagerbestände, entgegenwirken. Bei einigen Anlagen kam es im Jahresverlauf infolge technischer Störungen zu temporären Produktionsbeschränkungen. Dementsprechend ging die Walzstahlerzeugung für Kunden um 7 % auf rund 10 Mio t zurück.

Bereinigtes EBIT: Signifikante Ergebnisverbesserung im Jahresverlauf

Das Bereinigte EBIT stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr signifikant. Ausschlaggebend hierfür waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Spotmarktpreise, die im Jahresverlauf zunehmend in neu abgeschlossenen Langzeitverträgen berücksichtigt werden konnten und somit zu einem Anstieg der Nettoerlöse beitrugen. Einen weiteren positiven Effekt hatten die fortschreitenden Restrukturierungen, die bereits im Geschäftsjahr 2019/2020 eingeleitet worden waren. Ergebnismindernd wirkten die hohen und volatilen Rohstoff- und Energiekosten sowie der geringere Versand.

Sondereffekte

Es wurden Sondereffekte in Form von Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen, unter anderem wegen gestiegener Kapitalkosten, berücksichtigt.

Investitionen

Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden. Die Inbetriebnahme der Anlage ist nach Abschluss der Funktionstests im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 geplant. Der Hochlauf der neuen Veredelungsanlage des Bereichs Packaging Steel in Andernach, mit der spezialverchromtes Weißblech nach höheren Umweltstandards produziert werden soll, ist nach Abschluss der Funktionstests und Inbetriebnahme für Ende des Kalenderjahres 2022 vorgesehen.

Bei den Großinvestitionen der Stahlstrategie 20-30, wie dem Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen und dem Neubau einer Glüh-Isolierlinie in Bochum, schreiten die Engineering-Tätigkeiten mit den Lieferanten planmäßig voran; Maßnahmen, um die Baufelder vorzubereiten, wurden gestartet. Beim Neubau des Doppelreversiergerüsts in Bochum wurde das Engineering abgeschlossen und mit der Erstellung der Fundamente sowie mit Vorbereitungen für die Montage begonnen. Mit den Großinvestitionen in Bochum schaffen wir gute Voraussetzungen, um die Entwicklungen des Marktes für Elektromobilität zu begleiten und die steigende Nachfrage nach hochwertigem Elektroband zu befriedigen.

Marine Systems

"Neben der Verfolgung ambitionierter Klimaziele - Klimaneutralität bis 2045 - wird die Begleitung von Kunden durch nachhaltige Innovationen und Technologien fokussiert. Beispiele hierfür sind Technologien zur Entsorgung von Munitionsaltlasten, die Brennstoffzelle sowie diverse maritime Services."

Oliver Burkhard, CEO Marine Systems

Industrielle Lösung zur Bergung und Entsorgung von Altmunition aus Nord- und Ostsee

1,8 Mrd € Umsatz
6.943 Mitarbeiter weltweit

Fregatten der Klasse 125, die zurzeit modernsten Einheiten der Marine

Wir sind Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und führend in der Entwicklung neuer Über- und Unterwassertechnologien für die Marinekunden.

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 6.662 4.232 -36 5.846 320
Umsatzerlöse Mio € 2.022 1.831 -9 572 567
EBITDA Mio € 88 89 1 43 37
EBIT Mio € 24 24 -1 25 20
Bereinigtes EBIT Mio € 26 32 23 27 20
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,3 1,7 - 4,7 3,4
Investitionen Mio € 101 131 29 47 77
Mitarbeiter (30.9.) 6.534 6.943 6 6.534 6.943
Veränderung

in %
Auftragseingang -95
Umsatzerlöse -1
EBITDA -13
EBIT -21
Bereinigtes EBIT -28
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen 65
Mitarbeiter (30.9.) 6

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Marine Systems ist ein weltweit führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Marineschiffen und Marineelektronik und bietet Services für die Marinen über den gesamten Produktlebenszyklus an. Als vollintegriertes Systemhaus (Plattform, Elektronik, Integration sowie Dienstleistungen) entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden, sowohl in Deutschland als auch im Land des Kunden. Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios - insbesondere im zivilen Bereich, in dem wir die von uns entwickelten Technologien und unser Marine-Know-how zur Anwendung bringen wollen.

Unser Ziel ist, unsere Technologieführerschaft zu untermauern und unsere Wettbewerbsposition zu stärken. Zusätzliche Möglichkeiten für den Marinebereich ergeben sich aus unserer Sicht - zusätzlich zur gestiegenen weltweiten Nachfrage - durch das "Sondervermögen Bundeswehr" und die langfristige strukturelle Erhöhung des Verteidigungshaushalts in Deutschland. Vor dem Hintergrund mehrerer erfolgreicher Auftragsabschlüsse haben wir eine weitere Fertigungsstätte, in Wismar, gekauft. Damit haben wir die Weichen gestellt, um weitere Aufträge sowohl im Über- als auch im Unterwasserbereich bearbeiten zu können.

Wir streben mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 6%, eine Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge auf Industriestandardniveau (6- 7 %) sowie eine Cash Conversion Rate von ca. 1,0 an. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits konsequent auf die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Projektabwicklung und Profitabilität gesetzt. Dazu investieren wir unter anderem umfangreich in die Modernisierung des Werftstandorts Kiel. Gleichzeitig wollen wir unsere Abläufe, Instrumente und Strukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren und uns effizienter aufstellen. Um auch das sich abzeichnende Auftragswachstum stemmen zu können, haben wir ein Transformations- und Wachstumsprogramm entwickelt, mit dem wir das gesamte Unternehmen auf die zukünftigen Aufgaben ausrichten.

Auftragseingang durch U-Boot Großauftrag geprägt - Umsatzwachstum unter Vorjahr

Nach dem Rekordauftrag im Geschäftsjahr 2020 / 2021 über 5,5 Mrd € für sechs U-Boote Norwegen/Deutschland lag der Auftragseingang im Berichtszeitraum deutlich unter dem Vorjahreswert, aber erneut deutlich über dem Umsatz. Ein maßgeblicher Faktor ist hier ein weiterer Großauftrag im Unterwasserbereich, den wir im 2. Quartal erhielten. Darüber hinaus gab es mehrere größere Auftragserweiterungen im Überwasserbereich sowie umfangreiche Auftragseingänge im Bereich Wartung, Service und Marineelektronik.

Der Umsatz blieb im Geschäftsjahr 2021/2022 leicht unter dem des Vorjahres. Ursächlich hierfür ist vor allem ein Rückgang der Anzahl abgelieferter und schlussgerechneter Einheiten, nachdem 2020/2021 mit insgesamt sechs Schiffen und U-Booten ein Rekordjahr gewesen war. Der Auftragsbestand betrug zum Bilanzstichtag dank der starken Auftragseingänge der vergangenen beiden Jahre 13,6 Mrd € - ein mehr als solides Fundament für unseren Wachstumskurs.

Bereinigtes EBIT erneut über Vorjahr

Das Bereinigte EBIT konnte im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr erneut zulegen und setzte somit die positive Entwicklung fort. Altaufträge mit nur schwachen Margen, konnten erfolgreich abgeschlossen bzw. stabilisiert werden. Das Neugeschäft entwickelte sich dank einer hohen Quote bereits abgeschlossener Beschaffungsverträge und dank Preisgleit-Vereinbarungen in den Kundenverträgen weitgehend unbeeinträchtigt von den volatilen Rohstoff- und Energiemärkten. Zudem konnten die Overheadkosten im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr gesenkt werden.

Erneute Steigerung des Bereinigten EBIT

Sondereffekte

Die Sondereffekte ergaben sich im Wesentlichen aus der Wertminderung des Buchwerts einer Joint-Venture-Beteiligung sowie aus Rückstellungen für Restrukturierungen.

Investitionen

Die Kieler Werft wurde wie geplant weiter modernisiert, um die Projektabwicklung zu optimieren, die Effizienz zu erhöhen, die technischen Voraussetzungen für die Fertigung größerer Boote entsprechend dem Markttrend zu schaffen und die Profitabilität nachhaltig zu verbessern. Um die für das Wachstum erforderlichen weiteren Kapazitäten für den Bau von U-Booten und Überwasserschiffen anbieten zu können, haben wir in Wismar den Standort der insolventen MV Werften erworben. Diese zusätzliche Fertigungsstätte bietet uns Expansionsmöglichkeiten, sowohl für militärische als auch für zivile Produkte.

Multi Tracks

Im Segment Multi Tracks sind Geschäfte zusammengefasst, die im Hinblick auf ihre Größe, ihr Tätigkeitsfeld und den Grad ihrer Eigenständigkeit sehr unterschiedlich sind und vor individuellen Herausforderungen stehen. Wir versuchen, für jedes dieser Unternehmen die beste Option zu entwickeln.

Elektrolyseanlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff

4,1 Mrd € Umsatz
12.892 Mitarbeiter weltweit

Ammoniak-Anlage für die Realisierung von Green-Ammonia-Projekten

"Um die finanzielle Performance zu verbessern, haben wir in jedem Geschäft zentrale Hebel zur Wertsteigerung identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet. Ein besonderes Augenmerk legen wir bei Multi Tracks darüber hinaus auf die Geschäfte, die durch ihre Technologie zu einer grünen Transformation beitragen können"

Dr. Volkmar Dinstuhl, CEO Multi Tracks

MULTI TRACKS IN ZAHLEN

2020 / 2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022
Auftragseingang Mio € 5.883 6.499 10 1.610 1.724
Umsatzerlöse Mio € 5.651 4.101 - 27 1.608 839
EBITDA Mio € -285 -17 94 -39 71
EBIT Mio € -387 -143 63 -33 28
Bereinigtes EBIT Mio € -298 -173 42 -63 -77
Bereinigte-EBIT-Marge % -5,3 -4,2 - -3,9 -9,1
Investitionen Mio € 107 59 -45 41 24
Mitarbeiter (30.9.) 18.360 12.892 -30 18.360 12.892
Veränderung

in %
Auftragseingang 7
Umsatzerlöse -48
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT -22
Bereinigte-EBIT-Marge -
Investitionen -43
Mitarbeiter (30.9.) -30

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Im Segment Multi Tracks bündelt thyssenkrupp Geschäfte, für die wir unterschiedliche Potenziale sehen und daher verschiedene Entwicklungspfade in Erwägung ziehen. Dies kann beispielsweise ein vollständiger Verkauf oder ein Teilverkauf sein oder die Fortführung des Geschäfts zusammen mit einem oder mehreren externen Partnern.

Aktuell befinden sich sechs Geschäfte im Portfolio des Segments Multi Tracks: zwei Anlagenbauer in den Bereichen Chemie und Zement, zwei Automobilzulieferer und thyssenkrupp nucera, ein Tochterunternehmen im Zukunftsmarkt Wasserstoff, an dem thyssenkrupp die Mehrheit hält, sowie die Elevator-Beteiligung.

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2021/ 2022

Zwei Handlungsfelder der thyssenkrupp Strategie bestimmen die Aktivitäten des Segments Multi Tracks: Portfolio und Performance. Bei beiden hat das Segment im abgelaufenen Geschäftsjahr gute Fortschritte erzielt.

Portfolio: Ende August 2022 wurde der Verkauf des Mining-Geschäfts an das dänische Unternehmen FLSmidth vollzogen. Nach den erfolgreichen Veräußerungen von Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts war dies das dritte Closing im vergangenen Geschäftsjahr, der fünfte Abschluss insgesamt. Mit diesen Transaktionen hat Multi Tracks dazu beigetragen, die Nettofinanzposition von thyssenkrupp um mehr als 800 Mio € zu stärken.
Performance: Um die finanzielle Performance zu verbessern, haben wir in jedem einzelnen Geschäft des Segments Multi Tracks die zentralen Hebel zur Wertsteigerung identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet. Mit der Umsetzung von Maßnahmen auf der Umsatz- und der Kostenseite ist es dem Segment gelungen, den Verlust gegenüber dem Vorjahr deutlich zu verringern. Gegenläufig wirkten außerordentliche Belastungen bei Großprojekten sowie Einmalaufwendungen durch Projektverzögerungen und Forderungsabschreibungen. Zudem haben sich negative Effekte durch den Krieg in der Ukraine ergeben.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten im Segment Multi Tracks ist die Weiterentwicklung unseres Wasserstoffgeschäfts thyssenkrupp nucera. Um als einer der weltweiten Technologieführer für grüne Wasserstoffanlagen von den Wachstumsaussichten des Geschäfts zu profitieren, ist vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds für thyssenkrupp nucera ein Börsengang die präferierte Wahl. Dabei ist unsere Vorzugslösung, einen Teil des Geschäfts an die Börse zu bringen, gleichzeitig aber Mehrheitseigner zu bleiben.

Höherer Auftragseingang bei geringerem Umsatz als im Vorjahr

Der Auftragseingang der weiterverfolgten Geschäftsbereiche von Multi Tracks lag im Berichtsjahr deutlich über dem des Vorjahres. Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf eine gestiegene Nachfrage im Anlagenbau, bei Automation Engineering sowie Springs & Stabilizers zurückzuführen. Insbesondere Uhde hat durch den Bau einer Düngemittelproduktionsanlage in Katar einen höheren Auftragseingang verzeichnet. thyssenkrupp nucera wies ein hohes Wachstum auf, insbesondere dank des Chlor-Alkali-Servicegeschäfts in Deutschland und Japan sowie die Vergabe größerer Wasserstoff-Projekte in Saudi-Arabien und in den Niederlanden an unser Tochterunternehmen. Die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie der Schließung von Heavy Plate wirkten dämpfend auf das Wachstum des Auftragseingangs.

Der Umsatz lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Der Grund für diese Entwicklung waren die Abgänge des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie die Schließung von Heavy Plate. Im Anlagenbau ist ein deutlicher Umsatzrückgang festzustellen, der unter anderem durch den geringeren Auftragseingang im Vorjahr bedingt war. Der deutliche Umsatzrückgang bei Uhde resultierte im Wesentlichen aus der Konzentration auf attraktivere Marktsegmente und Verzögerungen in der Abwicklung einzelner Projekte. Der Umsatz von Mining Technologies lag deutlich unter dem Vorjahreswert; zu den Gründen zählen Folgeeffekte des Kriegs in der Ukraine sowie verzögerte Auftragseingänge. thyssenkrupp nucera erzielte dank des stabilen Chlor-Alkali-Geschäfts und des Wachstums im Bereich Wasserelektrolyse einen deutlich höheren Umsatz als in der Vorperiode. Der Umsatz im Geschäftsbereich Springs & Stabilizers lag wegen gestiegener Volumina und der Weitergabe von Materialpreiserhöhungen deutlich über dem des Vorjahres. Auch Automation Engineering erzielte deutlich höhere Umsätze als im Vorjahr; Grund war hier das wachsende Neugeschäft.

Deutlich geringeres Minus beim Bereinigten EBIT

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ, allerdings verbesserte es sich im Vergleich zum Vorjahr in der Mehrzahl der Geschäftseinheiten. Wesentlich trugen die positiven Effekte aus der Schließung von Heavy Plate sowie der Ergebnisbeitrag aus dem Edelstahlgeschäft bis zum Abgang im Januar zur Verbesserung des Bereinigten EBIT bei.

Die Mehrzahl der Geschäftseinheiten konnten ihr Bereinigtes EBIT im Vergleich zum Vorjahr verbessern

Uhde konnte dank geringerer Fehlleistungskosten und einer höheren Projektmarge als im Vorjahr sein Ergebnis deutlich verbessern, es blieb aber deutlich negativ. Polysius schloss das Berichtsjahr trotz positiver Umsatzeffekte mit einem Bereinigten EBIT deutlich unter dem des Vorjahres ab. Gründe waren die höheren Fehlleistungskosten infolge von Projektverzögerungen sowie Einmaleffekte.

Mining Technologies hat sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr trotz negativer Umsatzeffekte aus dem Krieg in der Ukraine verbessert; positiv wirkte hier eine deutliche Margenverbesserung.

Der Ergebnisbeitrag von thyssenkrupp nucera lag deutlich unter dem des Vorjahres. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch höhere Entwicklungskosten, steigende Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie den Aufbau der Strukturen für ein börsennotiertes Unternehmen im Zusammenhang mit dem angestrebten Wachstum.

Das Bereinigte EBIT von Automation Engineering lag wegen geringerer Fehlleistungskosten und verbesserten Projektmargen über dem Vorjahreswert; der Geschäftsbereich wies jedoch trotzdem einen negativen Ergebnisbeitrag aus, der aus einem zu geringen Beschäftigungsniveau resultierte. Springs & Stabilizers verbesserte sein negatives Ergebnis leicht, konnte jedoch gestiegene Material- und Energiekosten nur mit Verzögerung weitergeben. Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in Deutschland reduzierten in nahezu allen Einheiten den Verlust deutlich.

Sondereffekte

Wesentliche Sondereffekte ergaben sich aus dem Ertrag der Entkonsolidierung des Mining-Geschäfts sowie dem Aufwand durch einen unwetterbedingten Schaden in einem chinesischen Werk von Springs & Stabilizers. Hinzu kamen negative Entkonsolidierungseffekte im Edelstahlgeschäft und bei Infrastructure sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit einem möglichen Börsengang von thyssenkrupp nucera.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Multi Tracks sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, im Wesentlichen wegen der strukturellen Effekte aus den Entkonsolidierungen des Edelstahlgeschäfts und von Infrastructure sowie der Schließung von Heavy Plate. Bei thyssenkrupp nucera waren im Vergleich zum Vorjahr die Investitionen deutlich höher, um das angestrebte Wachstum zu begleiten. In allen Geschäften wurden fortlaufend Investitionen für den Substanzerhalt und die Absicherung der Marktposition getätigt. Die größten Investitionsvolumina entfielen auf den Anlagenbau sowie Springs & Stabilizers.

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Die Gruppe wird zentral von der thyssenkrupp AG geführt. Hier sind die wesentlichen Verwaltungseinheiten gebündelt. Im Bereich Corporate Headquarters sind die Verwaltungseinheiten der Hauptverwaltung in Deutschland und der ausländischen Plattformen (Regions) zusammengeführt. Die Struktur des Corporate Headquarters mit den drei Corporate Centern folgt den Leitthemen "Performance", "Portfolio" und "People". Den Corporate Centern sind die einzelnen Zentralfunktionen zugeordnet. Der Bereich Regions umfasst vier große regionale Plattformen: APA (Asien/Pazifik/ Afrika), Nordamerika, Südamerika und den Großraum China.

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2021/ 2022 auf -154 Mio €, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist auf geringere Verwaltungskosten in der Hauptverwaltung sowie zusätzlich auf kursbedingte Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungen und einen entfallenden Einmalaufwand für Personalmaßnahmen zurückzuführen.

Corporate Headquarters mit geringeren Verwaltungskosten

Sondereffekte

Sondereffekte ergaben sich bei Corporate Headquarters im Wesentlichen aus dem Projektaufwand für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen.

Investitionen

Bei Corporate Headquarters wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 keine wesentlichen Investitionen getätigt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ergänzend zu den im Folgenden dargestellten Analysen vergleiche hinsichtlich der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine im Geschäftsjahr 2021/2022 sowie der Corona-Pandemie in den Geschäftsjahren 2020/2021 und 2021/2022 auch die im Wirtschaftsbericht in den Kapiteln "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" enthaltenen Ausführungen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2021/ 2022 trotz der erfolgten Entkonsolidierungen (Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft, Mining und Infrastructure) um 21% über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu der deutlichen Verbesserung trugen vor allem die hohen preisbedingten Umsatzzuwächse in den Werkstoffgeschäften der Segmente Materials Services und Steel Europe bei. Gleichzeitig stiegen die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zur Umsatzentwicklung mit 20% insgesamt nur leicht unterproportional an. Hauptursachen hierfür waren überproportional erhöhte Material- und Energieaufwendungen verbunden mit gesunkenen Personalaufwendungen, die insbesondere auch aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen resultierten, sowie deutlich erhöhten Wertminderungsaufwendungen bei langfristigen Vermögenswerten im Segment Steel Europe. Die Brutto-Umsatzmarge verbesserte sich vor diesem Hintergrund auf 13,8% (Vorjahr: 12,8%).

Die Erhöhung der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich gestiegene verkaufsbezogene Fracht-, Versicherungs- und Zollaufwendungen sowie insgesamt höhere Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; gegenläufig wirkten vor allem geringere Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen Vermögenswerten. Die allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen insgesamt auf Vorjahresniveau; hier standen Rückgängen insbesondere bei den Personalaufwendungen, auch im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem höhere Wertminderungs- sowie Beratungs- und IT-Aufwendungen gegenüber. Wesentliche Ursachen für den Anstieg der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren gestiegene Erträge im Zusammenhang mit Versicherungsentschädigungen und aus der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Die Zunahme der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten war im Wesentlichen beeinflusst durch gestiegene Aufwendungen im Zusammenhang mit der Absicherung operativer Wechselkursrisiken. Zur deutlichen Verbesserung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem der Gewinn aus der Entkonsolidierung von Mining sowie insgesamt höhere Gewinne aus dem Verkauf von Sachanlagen bei; gegenläufig wirkten Verluste aus den Entkonsolidierungen der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Infrastructure.

Das insgesamt erhöhte negative Finanzergebnis der fortgeführten Aktivitäten war einerseits durch ein deutlich verringertes Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten beeinflusst, im Wesentlichen als Folge der im Berichtsjahr erfassten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 136 Mio € im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung. Andererseits ergab sich eine Verbesserung des insgesamt unverändert negativen Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten insbesondere als Folge gestiegener Zinssätze im Rahmen der Bewertung sonstiger Rückstellungen, gesunkener Netto-Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie höherer Erträge im Rahmen der Folgebewertung des im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erworbenen zinslosen Darlehens.

Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten resultierte maßgeblich aus gestiegenen Ergebnissen vor Steuern der fortgeführten Aktivitäten, gegenläufig wirkte sich ein latenter Steuerertrag aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern in Deutschland aus.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten auf 1.212 Mio €, nach einem Verlust von 19 Mio € im Vorjahr. Das den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Ergebnis je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich entsprechend um 1,99 € auf einen Gewinn von 1,81 €. Die Verbesserung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten auf einen Gewinn von 9 Mio € war beeinflusst durch nachlaufende Erträge im 2. Quartal des Berichtsjahres als Folge einer Vereinbarung mit dem Erwerber der in 2019/2020 veräußerten Aufzugaktivitäten über die Auflösung gegenseitiger Ansprüche und Verpflichtungen aus Steuergarantien. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresüberschuss von 1.220 Mio €, gegenüber einem Jahresfehlbetrag von 25 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie um 2,01€ auf einen Gewinn von 1,82 €.

thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2020/2021 2021 / 2022
Umsatzerlöse 34.015 41.140
Umsatzkosten -29.659 -35.479
Bruttoergebnis vom Umsatz 4.356 5.660
Forschungs- und Entwicklungskosten -234 -246
Vertriebskosten -2.379 -2.518
Allgemeine Verwaltungskosten -1.540 -1.537
Sonstige Erträge 323 375
Sonstige Aufwendungen -114 -191
Sonstige Gewinne und Verluste 32 230
Betriebliches Ergebnis 443 1.772
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -106 -245
Finanzierungserträge 725 1.291
Finanzierungsaufwendungen -962 -1.431
Finanzergebnis -343 -385
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 101 1.387
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -120 -175
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -19 1.212
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -6 9
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -115 1.136
Nicht beherrschende Anteile 90 85
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,17 1,81
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,18 1,82

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Analyse der Bilanz

Die insgesamt eingetretene leichte Erhöhung der Bilanzsumme im Vergleich zum 30. September 2021 war wesentlich auch durch die Währungsumrechnung beeinflusst.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr. Der hier enthaltene Anstieg bei den Sachanlagen resultierte hauptsächlich aus der Währungsumrechnung und insgesamt leicht über den planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen liegenden Zugängen; wesentliche Wertminderungsaufwendungen ergaben sich hierbei im Segment Steel Europe. Der Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betraf im Wesentlichen die Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg; hier standen höheren Verlusten, die im Berichtsjahr auch deutliche Wertminderungsaufwendungen enthielten, vor allem erfolgsneutral erfasste Gewinne aus der Währungsumrechnung gegenüber. Die Zunahme der finanziellen Vermögenswerte resultierte insbesondere aus der Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten zinslosen Darlehen und der im Zusammenhang mit dem Verkauf des Edelstahlgeschäfts behaltenen Anteile in Höhe von 15% an der italienischen Gesellschaft Acciai Speciali Terni S. p. A. (AST). Der deutliche Anstieg der latenten Steuern ergab sich vor allem aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern für steuerliche Zins- und Verlustvorträge sowie abzugsfähiger temporärer Differenzen in Deutschland.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen auf Vorjahresniveau. Die hier enthaltenen starken Zunahmen der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrafen insbesondere auch preisbedingte Anstiege bei den Werkstoffgeschäften in den Segmenten Steel Europe und Materials Services sowie bei den Automobilgeschäften. Der insgesamt eingetretene Anstieg der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft sowie in den Anlagenbaugeschäften im Segment Multi Tracks. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultierte überwiegend aus der Bilanzierung von Warenderivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung. Die Erhöhung der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betraf ganz überwiegend im Segment Multi Tracks gestiegene geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit. Die starke Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente war im Wesentlichen Folge der Rückzahlung einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens jeweils im Dezember 2021 sowie der Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten; gegenläufig wirkten vor allem der positive Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten und die Einzahlungen aus dem Verkauf der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining. Darüber hinaus ergab sich ebenfalls eine starke Verminderung der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Wesentlichen durch die im Berichtsjahr abgeschlossenen Verkäufe der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining.

Das Eigenkapital verbesserte sich zum 30. September 2022 gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich auf 14.742 Mio €. Hauptursachen waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen im Wesentlichen als Folge des gestiegenen Pensionszinssatzes in Deutschland sowie der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss. Darüber hinaus wirkten insbesondere auch im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne aus der Währungsumrechnung erhöhend. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich deutlich auf über 39%.

Für die starke Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten waren hauptsächlich zwei Effekte verantwortlich: Einerseits ergab sich eine starke Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen vor allem durch die aus der Neubewertung der Pensionen resultierenden Gewinne im Wesentlichen als Folge gestiegener Pensionszinssätze. Andererseits gingen die Finanzschulden insbesondere durch die Umgliederung einer im März 2023 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden deutlich zurück.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen auf Vorjahresniveau. Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betraf vor allem die Automobilgeschäfte. Die Abnahme der Finanzschulden resultierte im Wesentlichen aus den erwähnten Rückzahlungen einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens im Dezember 2021; gegenläufig wirkte die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betraf hauptsächlich Freistellungsansprüche des Erwerbers von Mining im Zusammenhang mit der Abwicklung noch laufender Fertigungsaufträge. Der deutliche Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten ergab sich insbesondere aus der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinegeschäft. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen war wesentlich durch Umgliederungen aus den kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen verursacht; gegenläufig wirkten hier gesunkene Rückstellungen für Restrukturierungen im Personalbereich. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten war vor allem Folge der erwähnten Umgliederungen in sonstige Rückstellungen verbunden mit gestiegenen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern und höheren Verbindlichkeiten im Personalbereich. Der deutliche Rückgang der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten betraf im Wesentlichen die im Berichtsjahr erfolgten Verkäufe der Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining.

Bilanz

thyssenkrupp-Gruppe -

AKTIVA

Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Immaterielle Vermögenswerte 1.892 1.872
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 6.513 6.748
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 670 642
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 718 863
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 337 304
Aktive latente Steuern 472 732
Langfristige Vermögenswerte 10.602 11.161
Vorräte 7.116 8.889
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.308 5.298
Vertragsvermögenswerte 1.434 1.895
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 849 701
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.386 1.745
Laufende Ertragsteueransprüche 123 159
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.974 7.638
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 2.019 8
Kurzfristige Vermögenswerte 26.209 26.331
Summe Vermögenswerte 36.811 37.492
PASSIVA
Mio € 30.9.2021 30.9.2022
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.771 4.777
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 372 1.167
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen -34 -
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 10.400 14.202
Nicht beherrschende Anteile 445 540
Eigenkapital 10.845 14.742
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.896 5.812
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 298 226
Sonstige Rückstellungen 513 431
Passive latente Steuern 60 53
Finanzschulden 3.784 2.786
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 66 41
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1 15
Langfristige Verbindlichkeiten 12.619 9.363
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 176 168
Sonstige Rückstellungen 1.175 1.268
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 151 150
Finanzschulden 1.640 1.195
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.807
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 729 980
Vertragsverbindlichkeiten 2.205 3.098
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.794 1.722
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 1.232 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 13.347 13.387
Verbindlichkeiten 25.966 22.750
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.811 37.492

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung der Gruppe ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Tochterunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner verfügen wir über fest zugesagte Kreditlinien, die wir in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen können; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzguthaben und verfügbare Liquidität

Das Netto-Finanzguthaben berechnet sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente (nachfolgend liquide Mittel) und der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2022 weist die Gruppe bei liquiden Mitteln von 7,7 Mrd € abzüglich Brutto-Finanzschulden von 4,0 Mrd € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 3,7 Mrd € aus. Entsprechend lag das Netto-Finanzguthaben durch positive Effekte aus erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen im Segment Multi Tracks leicht über Vorjahresniveau (30. September 2021: 3,6 Mrd €).

Die verfügbare Liquidität der Gruppe belief sich zum 30. September 2022 auf 9,2 Mrd €. Sie umfasste liquide Mittel in Höhe von 7,7 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,5 Mrd €. Damit bietet sie ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf 1,1 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität der Gruppe waren im Berichtsjahr stets gesichert.

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Rating

Wir verfügen über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime positive
Fitch BB- B stable

Im Dezember 2021 setzten die Ratingagenturen Standard & Poor's wie auch Moody's bei unverändertem Rating den Ausblick von "negative" auf "stable" bzw. von "stable" auf "positive".

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente". Im Vorjahr enthielt der Zahlungsmittelfonds auch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Mining, Edelstahlgeschäft und Infrastructure, die in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte umgegliedert wurden.

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr ergab sich ein positiver Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten. Die Hauptursache für die im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verbesserung war das auf einen hohen Gewinn stark erhöhte Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen; gegenläufig wirkte insbesondere der insgesamt eingetretene Aufbau des Netto-Umlaufvermögens vor allem als Folge nach Bereinigung um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gesunkener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gleichzeitig erhöhter Vertragsverbindlichkeiten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Rückgang beim Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten resultierte vor allem aus geringeren Investitionsauszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen. Die im Berichtsjahr erzielten Desinvestitionseinzahlungen der fortgeführten Aktivitäten lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr; insbesondere standen hier dem Abbau von Termingeldern mit ursprünglicher Laufzeit größer 90 Tage im 1. Quartal des Vorjahres die im Berichtsjahr erzielten Mittelzuflüsse aus den Verkäufen des Edelstahlgeschäfts und von Mining gegenüber.

Die Investitionen lagen im Berichtjahr mit 1,3 Mrd € unter dem Vorjahreswert. Dabei standen geringere Investitionen bei Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe und Multi Tracks höheren Investitionen - unter anderem in Zusammenhang mit gezielten Wachstumsinitiativen - bei Materials Services und Marine Systems gegenüber.

INVESTITIONEN

Mio € 2020/2021 2021/2022 Veränderung

in %
4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung

in %
Materials Services 97 101 4 41 52 27
Industrial Components 225 151 -33 92 60 -36
Automotive Technology 268 230 -14 110 97 -11
Steel Europe 681 630 -8 292 193 -34
Marine Systems 101 131 29 47 77 65
Multi Tracks1) 107 59 -45 41 24 -43
Corporate Headquarters -1 1 ++ 0 0 ++
Überleitung 7 1 -86 1 -2 --
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 1.485 1.304 -12 624 502 -20
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 - 0 0 -
Gruppe insgesamt 1.485 1.304 -12 624 502 -20

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten deutlich positiv und damit gegenüber dem negativen Vorjahreswert stark verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag signifikant über dem Vorjahr. Neben der operativen Entwicklung wirkte gegenläufig der temporäre preisbedingt hohe Aufbau des Nettoumlaufvermögens.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten, der vor allem aus höheren Auszahlungen für Tilgungen von Anleihen resultierte.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2020 / 2021 2021/2022 Veränderung 4. Quartal 2020/2021 4. Quartal 2021/2022 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 94 618 523 314 1.884 1.570
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) -510 -277 233 -622 -68 554
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF)1) -416 341 756 -308 1.816 2.124
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen 121 -699 -820 42 -209 -251
Anpassung w/IFRS 16 -128 -118 10 -55 -42 13
Anpassung w/Termingelder -850 0 850 0 0 0
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A)1) -1.273 -476 797 -321 1.565 1.886
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0 0 0 0
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) -1.273 -476 797 -321 1.565 1.886

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

THYSSENKRUPP-GRUPPE- KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2020/2021 2021 / 2022
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -25 1.220
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 6 -9
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) -67 -184
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.064 1.421
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -159 -72
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 106 245
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -45 -243
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -1.816 -1.570
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -35 -767
- Vertragsvermögenswerte 62 -330
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -132 -268
- Sonstige Rückstellungen 116 -330
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.400 408
- Vertragsverbindlichkeiten -358 694
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -24 403
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 94 618
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten -3 0
Operating Cashflow 92 617
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -1 -7
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -36 -1
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.404 -1.247
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -44 -49
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 855
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 122 171
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 1 0
Desinvestitionen von Termingeldern 850 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -510 -277
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -510 -277
Tilgung von Anleihen -850 -1.250
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 222 186
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -264 -136
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -148 -141
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -140 -196
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -44 -40
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften - 3 -40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -3 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge -52 -174
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -1.283 -1.792
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 3 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.280 -1.791
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.698 -1.451
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18 72
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 10.697 9.017
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 9.017 7.638
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 42 -
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 10 29
Zinsauszahlungen -159 -131
Erhaltene Dividenden 17 35
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -177 -381

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählt auch der regresslose Verkauf von Forderungen, die die Gruppe insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,6 Mrd € (Vorjahr: 0,6 Mrd €) veräußert hat. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend liquide Mittel und freie Kreditlinien.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft der thyssenkrupp-Gruppe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und der Gruppe verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Lagebericht der Gruppe zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2021/ 2022

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg der Gruppe bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.

Voraussichtliche Entwicklung 2022/ 2023 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2022/2023 ist wesentlich von der Entwicklung der thyssenkrupp-Gruppe und deren Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage der Gruppe auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG. Details zur Zielerreichung können dem Prognose-Ist-Vergleich für die thyssenkrupp-Gruppe entnommen werden.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 hatte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.103 Mio € erzielt. Somit hatte die thyssenkrupp AG ihre Erwartungen von einem Jahresüberschuss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich deutlich übertroffen. Grund dafür war vor allem das Beteiligungsergebnis in Höhe von 2.862 Mio €, das die Ausschüttung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, sowie Erträge aus Gewinnabführungen insbesondere von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, beinhaltete.

Als Obergesellschaft der Gruppe erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen vor allem ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2022/2023 erwartete Geschäftsentwicklung in der Gruppe auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2022/2023 einen Jahresüberschuss im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich und somit ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2021/ 2022 signifikant schlechteres Ergebnis.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2021/2022 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.103 Mio €; während der Jahresfehlbetrag im Vorjahr 651 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 243 Mio € (i. Vj. 98 Mio €) erfasst. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr war vor allem auf die Verbesserung der der Berechnung der Nutzungsentgelte zu Grunde liegenden Kennzahlen zurückzuführen. Ferner waren Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 18 Mio € sowie Mieten in Höhe von 17 Mio € enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 15 Mio € auf 326 Mio €. Hintergrund waren unter anderem geringere Beratungskosten für M & A-Transaktionen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 157 Mio € (i. Vj. 605 Mio €) umfassten vor allem die Zuschreibung auf den Buchwert für Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg, in Höhe von 59 Mio €. Diese war auf eine positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Zudem waren Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 21 Mio € enthalten. Im Vorjahr kam es zu Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 524 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 169 Mio € auf 430 Mio €. Sie enthielten insbesondere eine Einzelwertberichtigung auf die Tagesgeldforderungen der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, in Höhe von 341 Mio € aufgrund von zugesagten Sanierungsbeiträgen. Zudem fielen Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € an.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 3.524 Mio € auf 2.862 Mio €. Im Vorjahr waren -662 Mio € ausgewiesen.

Es konnten Beteiligungserträge in Höhe von 1.425 Mio € vereinnahmt werden. Diese betrafen insbesondere die Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, in Höhe von 1.424 Mio €. Hierbei wurden Erträge aus der Veräußerung von Elevator Technology aus dem Geschäftsjahr 2019/2020 ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2020/2021 gab es keine Dividendenausschüttung an die thyssenkrupp AG.

Die Erträge aus Gewinnabführungen stiegen um 1.412 Mio € auf 1.459 Mio €. Insbesondere die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, wies nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 686 Mio € nunmehr einen Gewinn in Höhe von 1.066 Mio € aus. Die Verbesserung des Ergebnisses war vor allem auf höhere aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen selbst vereinnahmte Gewinne zurückzuführen. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, konnte ihren Gewinn um 355 Mio € auf 379 Mio € erhöhen.

1.459 Mio € Erträge aus Gewinnabführungen

Im Geschäftsverlauf 2021/ 2022 wurden um 241 Mio € höhere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von voraussichtlich dauerhafter Wertminderung auf Finanzanlagen vorgenommen. Hierbei entfielen auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, 173 Mio €, auf die Anteile an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, 88 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen, 34 Mio € sowie auf die Anteile an sechs weiteren Gesellschaften insgesamt 17 Mio €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern. Sie umfassten Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Steuerzahlungen resultierten aus dem hohen positiven steuerlichen Ergebnis im Geschäftsjahr 2021/2022. Latente Steuern waren auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 7.624 Mio € auf 24.239 Mio € insbesondere bedingt durch eine Kapitalrückzahlung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, im Rahmen der Ausschüttung von Kapital- und Gewinnrücklagen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2022 verringerte sich von 59% auf 51%.

Das Anlagevermögen sank um 6.385 Mio € auf 12.314 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich dabei um 6.333 Mio € auf 10.680 Mio €. Diese Reduzierung war insbesondere auf die thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen, bei der sich der Beteiligungsbuchwert um 6.176 Mio € verringerte. Hintergrund war die bereits erwähnte Kapitalrückzahlung im Rahmen der Ausschüttung von Kapital- und Gewinnrücklagen. Bei der thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen, erhöhte sich der Beteiligungsbuchwert um 9 Mio € durch eine Einzahlung in die Kapitalrücklage.

Bei der Veräußerung des Elevator Technology Geschäfts im Geschäftsjahr 2019/ 2020 hatte die thyssenkrupp AG eine Beteiligung sowie eine unverzinsliche Ausleihung als Teile des Gesamtkaufpreises erhalten. Bei der Beteiligung kam es zu einer außerplanmäßigen Abschreibung auf die Anteile aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderung in Höhe von 88 Mio €, sodass die Beteiligung zum Bilanzstichtag mit 569 Mio € ausgewiesen wurde. Die Ausleihung wurde mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 738 Mio € angesetzt.

Die Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 59 Mio € sowie die weiteren außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund von dauerhafter Wertminderung auf die Anteile an Beteiligungen in Höhe von insgesamt 312 Mio € sind unter "Ertragslage" detaillierter erläutert.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des gruppenweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2022 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Saldo um 562 Mio € auf 5.084 Mio €, was insbesondere auf Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen war. Gegenläufig wirkten sich mit 341 Mio € die Aufwendungen aus der Einzelwertberichtigung von Forderungen gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, aus.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Mio € auf 202 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2022 um 1.832 Mio € auf 6.561 Mio €. Hintergrund der Reduzierung waren im Wesentlichen die Rückführung einer Anleihe in Höhe von 1.250 Mio €, eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 100 Mio € sowie einer Privatplatzierung in Höhe von 100 Mio €.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2022 um 2.102 Mio € auf 7.940 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte aus dem nach einem Bilanzverlust im Vorjahr in Höhe von 940 Mio € nunmehr ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 581 Mio € sowie der Einstellung von 581 Mio € aus dem Jahresüberschuss nach Verrechnung des Verlustvortrages in die anderen Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 33% (Vorjahr: 18 %).

33 % Eigenkapitalquote

Die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 29 Mio € resultierte insbesondere aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 71 Mio € sowie der Aufzinsung in Höhe von 16 Mio €. Gegenläufig wirkten die Inanspruchnahmen in Höhe von 44 Mio € sowie die Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 13 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatten sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 21 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 16 Mio € verringert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 8.312 Mio € auf 11.656 Mio € insbesondere bedingt durch eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Tagesgeldkonten. Grund hierfür war im Wesentlichen die Dividendenausschüttung und Kapitalrückführung der thyssenkrupp Nederland Holding B. V., Niederlande. Die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen sanken um 687 Mio € auf 22 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der thyssenkrupp AG in Höhe von 2.103 Mio € abzüglich des Verlustvortrags aus dem Vorjahr sowie abzüglich der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG beschlossenen Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 581 Mio €. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 581 Mio € aus.

581 Mio € Bilanzgewinn

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von 581 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15€ je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 6 4
Sachanlagen 134 124
Finanzanlagen 18.559 12.185
18.699 12.314
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.753 5.355
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.393 6.561
13.146 11.915
Rechnungsabgrenzungsposten 19 10
Summe der Aktiva 31.863 24.239
PASSIVA
Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.480 3.062
Bilanzverlust/-gewinn - 940 581
5.838 7.940
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.054 1.083
Übrige Rückstellungen 166 124
1.220 1.207
Verbindlichkeiten
Anleihen 4.350 3.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100 21
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.968 11.656
Übrige Verbindlichkeiten 387 314
24.805 15.092
Rechnungsabgrenzungsposten 0 0
Summe der Passiva 31.863 24.239

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022
Umsatzerlöse 171 280
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -71 -46
Bruttoergebnis vom Umsatz 100 234
Allgemeine Verwaltungskosten -341 -326
Sonstige betriebliche Erträge 605 157
Sonstige betriebliche Aufwendungen -261 -430
Beteiligungsergebnis -662 2.862
Zinsergebnis -29 3
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -71 -312
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8 -85
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag/-überschuss -651 2.103
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag/-überschuss -651 2.103
Verlustvortrag -289 -940
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 0 581
Bilanzverlust/-gewinn -940 581

Klima, Energie und Umwelt

Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen: von den vorgeschalteten Lieferketten über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den vor allem global steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil unseres Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp, aber auch eine Grundlage für den nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein, in einzelnen Geschäften und Ländern bereits deutlich früher. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30% reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie sowohl in der Lieferkette als auch bei der Nutzung unserer Produkte durch unsere Kunden entstehen, wollen wir um mindestens 16% senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Alle unsere Geschäfte haben Roadmaps und Maßnahmenpläne entwickelt, um diese Ziele zu erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion und wegen der Festlegungen im deutschen Klimaschutzgesetz, das in Deutschland Klimaneutralität bereits 2045 vorsieht, prüfen wir eine frühere Erreichbarkeit der Klimaneutralität sowie eine noch schnellere Reduktion unserer Emissionen auf dem Weg dorthin. Der zukünftige Erfolg bei der Umsetzung der Klimaziele von thyssenkrupp wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte verankert. Weitere Informationen dazu finden Sie auch im "Vergütungsbericht" sowie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 in Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen

Umgesetzt werden unsere Gruppen-Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions). Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir wegen des prozessbedingten hohen Anteils der Emissionen aus der Stahlerzeugung neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei Technologiepfade: die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff (Carbon Direct Avoidance, CDA) sowie die Nutzung von anfallendem CO2 (Carbon Capture and Usage, CCU). In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür entwickeln wir ein bislang einzigartiges Verfahren: Wir werden eine zu 100% wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit einem integrierten elektrischen Einschmelzer kombinieren, um so klimafreundliches Roheisen zu erzeugen. Das Konzept wurde von Wissenschaftlern der RWTH Aachen als technologisch machbar, skalierbar und innovativ bestätigt. Die Innovation versetzt uns in die Lage, unseren Kunden weiterhin das gesamte Spektrum qualitativ hochwertiger Stahlgüten anzubieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beizutragen. Mit dem sogenannten CCU-Pfad wollen wir das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Bei der Reduzierung der Emissionen unserer Produkte beim Kunden setzen wir für die Zement- und Stahlindustrie ebenfalls auf unsere Carbon2Chem-Technologie. Diese Lösung ermöglicht künftig auch unseren Kunden, ihre Emissionen zu reduzieren und werthaltige Nebenprodukte zu erzeugen. Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien insbesondere im Bereich der Windenergie und an Elektrolyseanlagen im Rahmen des Hochlaufs einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft sowie an unterschiedlichen innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Durch die Einführung sogenannter Product Carbon Footprints ermitteln wir für erste Produkte die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette und sind so in der Lage, wesentliche Reduktionsansätze über unsere eigenen Produktionsprozesse hinaus auch für die indirekten Emissionen zu identifizieren. Weitere Informationen zu unseren innovativen Lösungen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation", im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Wirtschaftsbericht" im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie auf unserer Website.

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Ziel: Klimaneutralität von thyssenkrupp bis spätestens 2050
2030: Emissionen aus Produktion
#IMPLEMENTIEREN #BEFÄHIGEN
Stahl Klimastrategie Vermeidung und Nutzung von Kohlenstoff Grüne Zementwerke Erneuerbare Energien
Energie Effizienz Nutzung Erneuerbarer Energien Wasserelektrolyse & Grüne Chemieanlagen Nachhaltige Mobilitätslösungen
#ENGAGIEREN
Kunden Lieferanten Politik & Regierungen Zivilgesellschaft Belegschaft

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Gruppe - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp 22 Miot.

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Jahr 2021 wurde thyssenkrupp bereits zum sechsten Mal in Folge in die A-List der Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Zum sechsten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Umweltmanagement an unseren Standorten

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik der Gruppe sowie auf einer entsprechenden Gruppenrichtlinie. Entsprechend dieser Richtlinie müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis zu ihrer Entsorgung. Die Anforderungen an die Gruppenunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Was wir unter umweltrelevanten Aktivitäten verstehen, ist in unserer Gruppenrichtlinie definiert. Seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 haben im Sinne dieser Richtlinie alle umweltrelevanten Unternehmen in unserer Gruppe ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Im Berichtsjahr konnten etwa 73% aller thyssenkrupp Standorte - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - ein Umweltmanagementsystem vorweisen, das gemäß ISO 14001 implementiert und zertifiziert wurde.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Der Energieverbrauch der Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2021/2022 auf rund 66Terawattstunden (TWh).

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit acht Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten und Beleuchtungssystemen umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Gruppe um 110 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 255 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 85.000t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2022 /2023 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 85 GWh an. Seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 haben alle Unternehmen mit energierelevanten Aktivitäten ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 implementiert und extern zertifizieren lassen. Das heißt unter anderem, dass für jedes entsprechende Gruppenunternehmen konkrete Energieverbrauchsziele gesetzt, Energieverbräuche gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Bezogen auf den gruppenweiten Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2021 /2022 entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu rund 99% dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation", im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Mit seiner Erfahrung und dem Know-how können die Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe Lösungen für die wesentlichen Herausforderungen der Zukunft bereitstellen. Schwerpunkte sind dabei Technologien zur Bewältigung von Klimawandel und Energiewende, die Digitalisierung der Industrie und die Mobilität der Zukunft.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst rund 75 Standorte mit insgesamt etwa 3.600 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.500 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio unserer Gruppe gegenwärtig etwa 17.370 Patente und Gebrauchsmuster, im Markenbereich etwa 9.860 Schutzrechte.

Die Aufwendungen der thyssenkrupp-Gruppe für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 624 Mio €, das sind 4% mehr als im Vorjahr (600 Mio €). Die bereinigte F&E-Quote betrug 2,4% (Vorjahr: 2,6%); sie bezeichnet den Anteil der Aufwendungen für F&E am Umsatz ohne Handel und Distribution und lag wegen im Wesentlichen preisbedingt gestiegener Umsätze unter dem Unternehmensziel von rund 3,0%.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 13 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten aktiviert (Vorjahr: 12 Mio €). Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - bleibt unverändert zum Vorjahr bei 5 %.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Mio € 2020/2021 2021/2022 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 234 246 5
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 13 11 -15
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 353 367 4
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 600 624 4

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Klimaschutz und Energiewende

thyssenkrupp Steel Europe hat damit begonnen, Stahl mit bis zu 70 % verringerter CO2-Intensität zu fertigen. Das Produkt mit dem Namen bluemint® pure wird unter Einsatz von zugeliefertem, bereits reduziertem Eisenschwamm (Hot Briquetted Iron, HBI) hergestellt. Dadurch kann weniger Kohlenstoff für den Reduktionsprozess im Hochofen eingesetzt werden.

Stahl mit verringerter CO2-Intensität in Produktion

Die auf diese Weise realisierten CO2-Einsparungen werden auf die Produktion am Standort Duisburg allokiert und neutralisieren so die direkten Emissionen von bluemint® pure in Duisburg. Die Emissionen der sogenannten Vorkette (Scope 3) bleiben erhalten. Dies sind alle Emissionen, die bei der Produktion und dem Transport der Einsatzstoffe entstehen. Die CO2-Intensität je Tonne wird auf diese Weise bilanziell jeweils um 1,5t auf 0,6t verringert. Das international anerkannte technische Beratungsunternehmen DNV hat die Methode zur Minderung der CO2-Emissionen am Hochofen bestätigt.

Der Einsatz von metallischem Eisen, der zu einem verminderten Bedarf an Eisenerz und Kohlenstoffträgern für die Herstellung der gleichen Menge Stahl führt, ist auch das Prinzip auf dem das zweite CO2-reduzierte Produkt, bluemint® recycled, beruht. Hier lassen sich durch den Einsatz eines speziell aufbereiteten Schrottproduktes im Hochofen CO2-Emissionen einsparen. Mit diesem Prozess kann im Vergleich zum traditionellen Hochofenprozess eine Absenkung der CO2-Intensität von 2,1Tonnen auf 0,75 Tonnen bilanziell erzielt und ausgewiesen werden. Die CO2-Einsparung in diesem hochwertigen Recyclingprozess wurde vom TÜV SÜD zertifiziert.

bluemint® Steel ermöglicht auch in der Weiterverarbeitung, attraktive CO2-reduzierte Produkte auszuweisen. So kann thyssenkrupp Electrical Steel durch den Einsatz von bluemint® pure und bluemint® recycled Produkte unter der Marke bluemint® powercore mit um 50% verringerter CO2-Intensität anbieten. Hierbei handelt es sich um sogenanntes Elektroband für den Bau von Transformatoren.

thyssenkrupp Uhde, der Zementhersteller Holcim und die Technische Universität Berlin untersuchen gemeinsam den Einsatz neuester Aminwäsche-Technologie zur CO2-Abtrennung bei der Zementproduktion. Ziel ist, den CO2-Ausstoß von bestehenden Zementanlagen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig das abgetrennte CO2 für weitere Anwendungen nutzbar zu machen. Hierzu werden unter anderem neue Stoffaustausch-Apparate entwickelt, die den Wirkungsgrad bei der Abtrennung verbessern sollen und widerstandsfähiger gegen Verunreinigungen sind. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Die Leistungsfähigkeit und Effizienz der neuen Einrichtungen werden mit entstehenden Abgasen im Holcim-Zementwerk am Standort Beckum getestet. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten für die chemische Weiterverarbeitung des abgeschiedenen betrachtet, beispielsweise zu Methanol oder nachhaltigen Kraftstoffen.

Digitalisierung der Industrie

thyssenkrupp Materials Services hat ein auf dem Markt bisher einzigartiges Berechnungsmodell entwickelt, um Klimaschutz-Transparenz für sein gesamtes Produktportfolio und seine Kunden zu schaffen: Der Product Carbon Footprint (PCF)-Rechner berechnet für jedes Produkt von der Herstellung bis zur Auslieferung den genauen Ausstoß von CO2-Äquivalent (CO2e).

Werkstoffhandel entwickelt Berechnungsmodell für CO2-Footprint

In die Berechnung des Product Carbon Footprint fließen spezifische Daten zu den Lagerstandorten, der An- und Ablieferung sowie alle Lieferanten- und Materialdaten ein. Damit werden alle Daten entlang der gesamten Lieferkette bis zum Kunden im sogenannten "Cradle to Gate"-Ansatz berücksichtigt. Nach den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocol - des weltweit anerkannten Standards für die Messung von Treibhausgas-Emissionen - werden diese Daten den einzelnen Auftragspositionen bei thyssenkrupp Materials Services zugeordnet. Unterstützt wird das Unternehmen bei der Bewertung der entsprechenden Treibhausgaseffekte durch externe Experten. Auf diese Weise können für jeden Artikel alle Schritte von der Herstellung über die Anlieferung, die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an den Kunden hinsichtlich der Treibhausgasbelastung transparent dargestellt werden.

thyssenkrupp Materials Processing Europe hat sein Leistungsspektrum um "Control Tower" erweitert, ein Komplettpaket für die Koordination seiner gesamten Lieferkette. Kernstück ist ein Daten-Dashboard, das jederzeit einen Überblick über Planungs- und Abrufdaten des Kunden sowie seiner unterschiedlichen Zulieferer bietet.

Das Unternehmen trägt damit den weltweit immer komplexer werdenden Netzwerken von Produktionsstandorten auf der einen und den immer feiner gestaffelten Zulieferbeziehungen auf der anderen Seite Rechnung. "Control Tower" verarbeitet eine Vielzahl von Kundeninformationen wie Abrufdaten und Kontingente bei den Lieferwerken. Zugleich sorgt die Plattform für Transparenz in der gesamten supply chain hinsichtlich Einhaltung von Lieferterminen, Qualitätsüberwachung, Abnahmeverhalten und Forecasting der verschiedenen Werke und Zulieferer.

Control Tower ermöglicht die dynamische und intelligente Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern in einem Netzwerk, stärkt damit die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit der Lieferkette und mindert Risiken in der Lieferkette. Die Plattform ist ein weiterer Baustein in der strategischen Weiterentwicklung "Materials as a Service", mit dem die Dachgesellschaft thyssenkrupp Materials Services ihr supply-chain-Servicegeschäft ausbaut.

Ein weiteres Element der "Materials as a Service"-Strategie ist die ebenfalls bei thyssenkrupp Materials Processing Europe entwickelte Software "Pacemaker", die auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Hier lautet das Ziel, die Versorgungssicherheit im Werkstoffhandel zu erhöhen, die Bestände bei den Kunden zu senken und damit die Produktionsleistung zu erhöhen. Der Algorithmus kommt bereits bei einigen Automobilzulieferern im portugiesischen Industriepark Autoeuropa zum Einsatz. Die Software erfasst in Echtzeit Produktionsdaten des Automobilherstellers, erkennt aus Mustern Abweichungen vom Plan und visualisiert die Daten. Im Gegensatz zum vorherigen Ablauf der Lieferkette prognostiziert Pacemaker den tatsächlichen Bedarf des Kunden früher, sodass der Lieferant den Materialfluss entsprechend anpassen kann. Die Nova School of Science and Technology in Lissabon hat in einer Studie die Leistung und Genauigkeit der Pacemaker-Prognosen getestet und bestätigt, dass Pacemaker in vielen Situationen die Genauigkeit der Kundenprognosen übertreffen kann.

Mobilität der Zukunft

Der Karosseriebauspezialist thyssenkrupp Automotive Body Solutions beteiligt sich an der cap-on GmbH, einem auf "Pay per use"-Services spezialisierten Start-up im bayrischen Elchingen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zukünftig neue Finanzierungs- und digitale Nutzungskonzepte im kapitalintensiven Anlagen- und Industriegütergeschäft etablieren. thyssenkrupp bringt in die Partnerschaft das Wissen um komplexe Maschinen- und Anlagensteuerung, cap-on das Know-how für neue Finanzierungsmodelle und digitale Abrechnungssysteme ein.

Die angebotenen Pay-per-Use- oder Equipment-as-a-Service-Lösungen basieren darauf, dass Industrieunternehmen ihre Produktionsanlagen nicht mehr selbst anschaffen und finanzieren müssen, sondern spezifische Produktions- und Arbeitsleistungen bei einem Serviceanbieter einkaufen. Der Industriekunde profitiert dabei von einem geringeren Risiko bei langfristigen Investitionsentscheidungen, einer geringeren Mittelbindung, der Verlagerung von Investitionsausgaben hin zu den Betriebskosten und einer höheren Flexibilität bei der Produktionssteuerung.

Ein dauerhafter Forschungsschwerpunkt im Automobilgeschäft ist die Weiterentwicklung des hoch automatisierten Fahrens. Ausgehend von bestehenden, elektrisch unterstützten Lenksystemen sollen neue Lenkkonzepte wie Steer-by-Wire zur Serienreife gebracht werden. Sie kommen ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern aus. Der Lenkbefehl wird rein elektrisch übertragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit ist die intelligente Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten mithilfe des integrierten Steuerungsmoduls "Vehicle Motion Control". Das Modul soll die Signale der Aktuatoren von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie verarbeiten. Damit wird die Voraussetzung dafür geschaffen, die Fahrdynamik in allen Stufen des autonomen Fahrens zu steuern.

Im Geschäftsbereich für Antriebskomponenten (thyssenkrupp Dynamic Components) wird die Transformation in Richtung Elektromobilität weiter vorangetrieben. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung von Rotorwellen für E-Motoren spezialisiert und ist auf dieser Basis in die Entwicklung kompletter Rotoren für Elektroantriebe eingestiegen. Gleichzeitig laufen weitere Entwicklungsprojekte für neue Produkte im Bereich Thermomanagement für batterieelektrische Fahrzeuge.

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und versuchen, diese von vornherein so zu konzipieren, dass wir die benötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen der Gruppe (der fortgeführten Aktivitäten) für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er im Vergleich zu 2020/ 2021 wegen Preissteigerungen bei einigen Vormaterialien um 25% auf 28 Mrd € gestiegen. Das entspricht einem Anteil am Umsatz von 69 % (Vorjahr: 67%); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 49% (Marine Systems) und 82 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

69 % Anteil des Materialaufwands am Umsatz

MATERIALAUFWAND

Mio € 2020/2021 2021/2022 Veränderung

in %
Materials Services 9.694 13.561 40
Industrial Components 1.282 1.609 26
Automotive Technology 2.570 2.887 12
Steel Europe 5.961 8.873 49
Marine Systems 979 900 -8
Multi Tracks1) 4.261 2.788 -35
Corporate Headquarters 7 1 -80
Überleitung -2.027 -2.128 -5
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 22.727 28.490 25
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 -
Gruppe insgesamt 22.727 28.490 25

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Der Einkauf in unseren Gesellschaften hat die Fertigungen und Projekte im Berichtsjahr weitestgehend zuverlässig mit Materialien und Dienstleistungen in erforderlichem Umfang versorgt - trotz eingeschränkter Verfügbarkeiten bei einzelnen Materialgruppen und massiver Herausforderungen in der Logistik, sowohl was die Land- und wassergebundenen Transporte betrifft, wie auch die Luftfrachten. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2021/2022

1 Materials Services 82%
2 Industrial Components 58%
3 Automotive Technology 60%
4 Steel Europe 67%
5 Marine Systems 49%
6 Multi Tracks 68%

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Als internationale Gruppe von Unternehmen entwickeln wir Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Um mit innovativen Produkt- und Servicelösungen den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden zu sichern, beziehen wir Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen weltweit. Grundlage dafür ist eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Deshalb binden wir Lieferanten direkt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein gruppenweites interdisziplinäres Nachhaltigkeitsprojekt vorangetrieben, um die Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zu erfüllen, das zum 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Dies umfasst die Implementierung eines Risikomanagementsystems für bestimmte menschen- und umweltrechtliche Risiken sowie die Verankerung eines Katalogs wirksamer Präventionsmaßnahmen. Gegenüber unseren Lieferanten haben hier unsere etablierten Instrumente wie die Risikoanalyse, die Nachhaltigkeitsaudits sowie der Supplier Code of Conduct (Lieferanten-Verhaltenskodex) weiterhin einen hohen Stellenwert.

Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie die Anforderungen erfüllen, die in unserem Supplier Code of Conduct dargelegt sind und die wir auch für die thyssenkrupp-Gruppe selbst definiert haben. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und fordert von unseren Lieferanten insbesondere den Schutz der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, einen aktiven Umweltschutz und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch Umweltschäden, die Bekämpfung von Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (der sogenannten Konfliktmineralien).

Fester Bestandteil des strategischen Lieferantenmanagements in unseren Gesellschaften ist die jährliche Auswahl der Lieferanten, bei denen Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt werden. In den Audits wird bei den Lieferanten vor Ort geprüft, ob sie die Anforderungen des Supplier Code of Conduct einhalten und ob somit unsere nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen erfüllt sind. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Schutz von Menschenrechten, etwa mit Blick auf Arbeitsbedingungen, und auf dem Umweltschutz im Hinblick auf z.B. Abfall- und Abwasserbeseitigung oder Schadstoffmessung. Die zu prüfenden Lieferanten werden überwiegend anhand länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien oder anlassbezogen ausgewählt, etwa wenn wir Kenntnis über potenzielle Risikothemen erhalten. Wenn nötig, werden im Zuge der Nachhaltigkeitsaudits Verbesserungsmaßnahmen mit den Lieferanten vereinbart, deren Umsetzung und Effektivität nachgehalten wird. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung der Lieferanten und reduzieren gleichzeitig das Risikopotenzial in Bezug auf nachhaltigkeitsrelevante Aspekte entlang unserer Lieferkette.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden mehr als 100 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. In diesen Audits waren Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit wichtige Themen im Hinblick auf mögliche Verbesserungen.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2022 waren bei thyssenkrupp 96.494 Mitarbeiter beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang um 4.781 Personen oder 4,7% im Vergleich zum 30. September 2021.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeitende bei thyssenkrupp

MITARBEITER

30.9.2021 30.9.2022 Veränderung

in %
Materials Services 15.296 15.914 4
Industrial Components 12.812 12.019 -6
Automotive Technology 19.723 20.266 3
Steel Europe 26.303 26.304 0
Marine Systems 6.534 6.943 6
Multi Tracks1) 18.360 12.892 -30
Corporate Headquarters 634 615 -3
Überleitung 1.613 1.541 -4
Gruppe insgesamt 101.275 96.494 -5
Deutschland 53.278 51.649 -3
Übrige Länder 47.997 44.845 -7

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 51.649 (53.278)

Schwerpunkte der HR-Arbeit im Geschäftsjahr 2021/ 2022

Im zurückliegenden Geschäftsjahr war die Personalarbeit bei thyssenkrupp von drei wesentlichen Herausforderungen geprägt: Zum einen galt es, im Zusammenhang mit der anhaltenden Corona-Pandemie entsprechend den lokalen Verordnungen weiterhin Personalmaßnahmen zu ergreifen, anzupassen oder aufzuheben. Zum anderen wurde die Transformation der Geschäfte von thyssenkrupp auch im zurückliegenden Geschäftsjahr eng mit entsprechenden Personalmaßnahmen begleitet und vorangebracht. Auch die laufenden Restrukturierungen wurden weiter umgesetzt. Darüber hinaus hat auch der Ende Februar begonnene Krieg in der Ukraine die übergreifende und lokale Personalarbeit beeinflusst. So standen in diesem Zusammenhang die Organisation zur Aufnahme und Erstversorgung von Geflüchteten, insbesondere in grenznahen Standorten, sowie das Bereitstellen von Hilfsgütern ebenfalls auf der Agenda. Zudem wurden weitere Personalmaßnahmen ergriffen, um flexibel auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Sanktionen und Lieferengpässen reagieren zu können.

#bettertogether: Gemeinsam für mehr Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Zusammenhang mit der Eindämmung der Corona-Pandemie war im Geschäftsjahr 2021/2022 das Krisenmanagement nach wie vor ein zentrales Thema bei thyssenkrupp. Der Austausch zwischen dem zentralen Fachgremium mit Experten aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz und den Krisenstäben in den Geschäften und Regionen wurde fortgesetzt. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass alle Informationsketten erhalten blieben und schnell reagiert werden konnte.

Die betrieblichen Impf- und Testangebote wurden auch im vergangenen Geschäftsjahr fortgeführt. In Deutschland fanden im Geschäftsjahr 2021/2022 weitere rund 12.000 Impfungen an thyssenkrupp Standorten statt; mehr als 2,2 Mio Selbsttests wurden an Beschäftigte ausgegeben. Mit insgesamt mehr als 35.000 Impfungen und über 3 Mio bereitgestellten Tests seit Beginn der Pandemie hat thyssenkrupp einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet. Auch den psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie wurde und wird weiterhin Rechnung getragen. 84% der Belegschaft hatten im Berichtsjahr Zugang zu einem Employee Assistance Program, ein Angebot zur vertraulichen Mitarbeiterberatung durch externe Psychologen, Mediziner und Pädagogen. Nachdem die Nachfrage sich zu Beginn der Pandemie im Geschäftsjahr 2020/2021 von 1,6% auf 3,1% deutlich erhöht hatte, lag die Nutzungsquote im Geschäftsjahr 2021/2022 in Deutschland bei 2,4%. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/ 2022 wurden zudem Konzepte zur Arbeitssicherheit und Gesundheit für die Zeit nach der Pandemie erarbeitet, insbesondere mit Blick auf die Resilienz von Mitarbeitern und Führungskräften. Das Thema Resilienz hat thyssenkrupp als gruppenweites Schwerpunktthema im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit festgelegt, zunächst für drei Jahre. Um die Teamresilienz zu stärken, standen die "we care Days" 2022 mit dem Motto #bettertogether ganz im Zeichen des Miteinanders und des Zusammenhalts im Team. Insbesondere die Zeit der Kontaktbeschränkungen hatte noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig soziale Beziehungen sind - auch am Arbeitsplatz. Mit dem "we care Award" werden jedes Jahr Teams ausgezeichnet, die mit gezielten Maßnahmen für eine besonders gute Zusammenarbeit sorgen. Im Berichtsjahr wurden aus den 69 Einreichungen aus 19 Ländern schließlich drei Gewinner gekürt.

Mehr als 3 Mio Selbsttests an Beschäftigte seit Beginn der Pandemie ausgegeben

thyssenkrupp versteht Arbeitssicherheit und Gesundheit als Führungsaufgabe und Führung als wirkungsvollen Stellhebel für eine resiliente Belegschaft. "leaders care" - unter diesem Motto erhalten Führungskräfte auf einer Onlineplattform Hilfestellungen zur Verbesserung ihrer Führungskompetenz auf diesem Gebiet.

thyssenkrupp fördert auch die individuelle Gesundheit der Beschäftigten. Themen sind Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention, medizinische Screenings und Vermeidung anderer nicht arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken. Entsprechend unserem Fokusthema Resilienz legen wir künftig einen besonderen Schwerpunkt auf das Themenfeld Stressmanagement. Hier haben aktuell 75 % der Mitarbeiter Zugang zu entsprechenden Angeboten.

Das selbstgesetzte Ziel einer Ersthelfer-Quote von 10% in der Belegschaft übertrifft thyssenkrupp bereits seit Jahren. Zum Ende des Berichtsjahres waren 15,8 % der Beschäftigten in Erster Hilfe qualifiziert. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.

Die Arbeitssicherheit hat bei thyssenkrupp weiterhin höchste Priorität, selbst auf oberster Unternehmensebene: Der Vorstand befasst sich in seinen regelmäßigen Sitzungen auch mit dem Unfallgeschehen in der Unternehmensgruppe. Die maßgebliche Kennzahl ist in diesem Zusammenhang die Unfallhäufigkeitsrate; sie wird jeden Monat von allen Einheiten weltweit erhoben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank sie auf 2,3. Mit diesem Ergebnis hat thyssenkrupp das für das Geschäftsjahr 2023/2024 anvisierte Ziel von 2,5 deutlich unterschritten und damit vorzeitig übererfüllt. Die bisher für den Planungszeitraum festgelegten Zielwerte der Unternehmensgruppe wurden deshalb um 0,2 gesenkt. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnte auf 0 verringert werden: Nach einem Todesfall im Geschäftsjahr 2020/2021 ist im Berichtsjahr kein Beschäftigter infolge eines Arbeitsunfalls tödlich verunglückt. Diese positiven Entwicklungen sind den umfassenden Maßnahmen zu verdanken, die im vergangenen Geschäftsjahr umgesetzt oder neu angestoßen wurden. Ein Beispiel dafür ist der neu aufgelegte Fokusdialog, der mit den drei Segmenten mit vergleichsweise hoher Unfallhäufigkeit geführt wurde; Ergebnis waren hier zielgenaue Maßnahmenpläne für die Unfallverhütung.

Die Unfallhäufigkeitsrate bei thyssenkrupp sank im Berichtsjahr auf 2,3 - der niedrigste Wert, der jemals erreicht wurde.

In puncto Arbeitssicherheit behält thyssenkrupp auch die für das Unternehmen tätigen Subunternehmen im Blick. Das erklärte Ziel lautet hier, die geltenden Standards auch auf Partnerfirmen anzuwenden. Um die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern, wurde im vergangenen Geschäftsjahr zum ersten Mal ein interner Wettbewerb ausgerufen, bei dem es darum ging, die besten - im Sinne von sichersten - Partnerfirmen zu finden und auszuzeichnen. Im Zusammenhang mit #bettertogether waren alle Gruppenunternehmen aufgerufen, Partnerfirmen zu nominieren, die sie bei der Abwicklung eines konkreten Auftrags als vorbildlich in Sachen Arbeitssicherheit wahrnehmen oder wahrgenommen haben.

Personalpolitische Maßnahmen im Rahmen der Transformation

Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit war im Geschäftsjahr 2021 / 2022 die Fortführung und operative Umsetzung der Fokussierung des Portfolios der Unternehmensgruppe sowie der im Geschäftsjahr 2019/ 2020 begonnenen umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in den Geschäften der Gruppe. Der insgesamt erforderliche Personalabbau umfasst nach der Planung bis zu knapp 13.000 Beschäftigte. Bis zum 30. September 2022 hatte thyssenkrupp rund 80% des vorgesehenen Personalabbaus plangemäß umgesetzt, das entspricht rund 9.950 Beschäftigten. Der Großteil der Maßnahmen entfiel im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die Segmente Multi Tracks, Materials Services und Steel Europe. Regionaler Schwerpunkt mit rund 68% war auch in diesem Jahr Deutschland.

Die personalpolitischen Maßnahmen betrafen weiterhin in erster Linie die operative Umsetzung der Fokussierung des Portfolios der Unternehmensgruppe

Hinsichtlich der Portfoliofokussierung konnten zum 30. April 2022 die Personalmaßnahmen im Zuge der Teilung der bisherigen thyssenkrupp System Engineering in Automotive Body Solutions und Automation Engineering erfolgreich abgeschlossen werden. Die umfangreichen weltweiten Aktivitäten zur Herauslösung des Bereichs Mining aus der thyssenkrupp Industrial Solutions AG in Verbindung mit der Veräußerung an FLSmidth führten zum 31. August 2022 zum erfolgreichen Closing. Im Zuge dessen kamen personalpolitische Instrumente wie Freiwilligenprogramme, Aufhebungsvereinbarungen sowie weitere Sozialplanregelungen für Mitarbeiter zum Einsatz. Maßnahmen wie Altersteilzeit - im Rahmen der tariflichen Bestimmungen - und Nutzung der Fluktuation mit Verzicht auf Nachbesetzung der Stellen wurden ebenfalls angewandt. Um im Sinne der Unternehmen und der Beschäftigten zukunftsfähige Lösungen zu finden, stand ein geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk beratend zur Verfügung.

Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die erschwerte Versorgung mit Gütern aus China wirken sich negativ auf die Beschaffungs- und Absatzmärkte aus. Um den damit einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, nutzt thyssenkrupp weiterhin Instrumente wie Kurzarbeit und andere staatliche Förderungen nach den im jeweiligen Land gegebenen Möglichkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr war der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit weiterhin stark rückläufig: In der Spitze waren im Geschäftsjahr 2021 / 2022 nur noch 1.900 Beschäftigte in Kurzarbeit oder vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen (Vorjahr: 2.600).

Zukunftsorientierte Arbeits- und Führungskultur

Im Rahmen der Transformation und der sich stetig verändernden Anforderungen an Führung unterstützen wir unsere Führungskräfte bei der Umsetzung einer zukunftsorientierten Arbeits- und Führungskultur. Die sechs Leadership-Kompetenzen (Business Excellence, Inspirational Leadership, Courage, Thrive on Change, Ensure Accountability und Strategic Orientation) dienen unseren Führungskräften als Orientierungspunkte und sind zugleich Gegenstand des jährlichen Bewertungsprozesses "lead2perform". Die thyssenkrupp Academy unterstützt die Umsetzung unserer Führungskultur mit zahlreichen Angeboten. Das regelmäßig stattfindende Dialogformat "Backstage" unterstützt die Durchdringung des Führungsverständnisses und die Erwartungen an die Führungskräfte in den Geschäften; daran nehmen der Vorstand der thyssenkrupp AG und Vertreter des Top-Managements aus den Segmenten teil. Nachwuchskräfte für Top-Management-Positionen haben darüber hinaus die Möglichkeit, das Führungsverständnis von thyssenkrupp in unterschiedlichen Modulen des Top-Potential-Programms zu vertiefen. Die Glaubwürdigkeit der Führung bei thyssenkrupp insgesamt und in den Gesellschaften wird jährlich in der gruppenweiten Mitarbeiterbefragung "Employee Pulse Check" erhoben. In den Programmen "Lean & Agile" sowie "New Ways of Working" (siehe weiter unten) werden zudem zahlreiche Impulse gesetzt, um die Umsetzung einer zukunftsorientierten Arbeitskultur zu unterstützen.

Stärkung der Performance-Kultur

Die im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020 / 2021 eingeleitete Ausrichtung der Systeme für die kurz- und langfristige variable Vergütung der Führungskräfte auf die Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte wurde auch im Berichtsjahr konsequent weiterverfolgt und umgesetzt. Zugleich haben wir die Einführung eines übergreifenden HR-Performance-Management-Ansatzes "lead2perform" erfolgreich abgeschlossen; er vereint die bisher getrennten Prozesse der jährlichen Bonus- und Entwicklungsrunde. Die Performance-Kultur soll die Unternehmensgruppe künftig noch stärker durchdringen. Deshalb bekommen die Geschäfte die Möglichkeit, die jährliche Überprüfung der Vergütungsbestandteile ("Entgeltrunde") in den übergreifenden HR-Performance-Management-Prozess zu integrieren und dabei noch stärker als bisher auf die individuelle Leistung als Grundlage für die Anpassung der Vergütung abzustellen. Zusätzlich wurde die Zielgruppe für diesen übergreifenden Ansatz erweitert, sodass in Zukunft auch Talente in Teile des Prozesses aufgenommen werden können. Die dem zugrunde liegenden Prozesse und IT-Lösungen wurden im Berichtsjahr erarbeitet; umgesetzt werden sie ab dem kommenden Geschäftsjahr 2022/2023. Neben der Steigerung der Performance-Orientierung zielen diese Maßnahmen auch auf die Etablierung effizienter, IT-basierter HR-Prozesse ab.

Neu im Berichtsjahr: das Vergütungs- und Entwicklungssystem "lead2perform"

thyssenkrupp Academy: Verlässlicher Partner bei aktuellen Herausforderungen

Die thyssenkrupp Academy war auch im Geschäftsjahr 2021 / 2022 - mit 129 Programmen aus den offen buchbaren Curricula und 127 kundenspezifischen Programmen und Angeboten für insgesamt 3.999 Teilnehmer - der starke Partner für das Lernen und die Transformation aller Beschäftigten der Unternehmensgruppe weltweit. Die Qualität der Angebots- und Programmlandschaft spiegelt sich nicht nur in der hohen Weiterempfehlungsrate von 4,6 von 5 (Votum der Teilnehmer: 1 = stimme nicht zu /5 = stimme voll zu) wider, sondern ist im vergangenen Geschäftsjahr durch die TÜV-ISO-Zertifizierung 29993 auch von neutralen Auditoren anerkannt worden. Demnach entsprechen die Produkte und Angebote der thyssenkrupp Academy höchsten internationalen Standards im Bereich der Aus- und Weiterbildung jenseits der formalen Bildung.

Inhaltlich lag im Berichtsjahr ein besonderer Fokus der thyssenkrupp Academy auf der nachhaltigen Begleitung der Unternehmensgruppe in das "new normal" als Folge der pandemiebedingten Veränderungen der Arbeitswelt. An den 71 Angeboten zu den Themen virtuelles und hybrides Arbeiten und Führen haben 1.039 Mitarbeiter und Führungskräfte teilgenommen.

Ein weiteres Schwerpunktprojekt im Berichtsjahr war die Transformation der thyssenkrupp Gesellschaften hin zu agilen Organisations- und Führungsstrukturen, auch hier mit dem Ziel, die Performance und die Leistungskultur der Geschäfte zu stärken. Die Unterstützung reichte von virtuellen Impulsen über das Design und die Konzeption einer Programmlandschaft zum Thema "Führen in einer dynamischen und komplexen Welt" ("Dynexity") bis hin zur konkreten Implementierung agiler Organisations- und Führungselemente in unterschiedlichen Gesellschaften. Insgesamt wurden mit 33 Angeboten unterschiedlicher Formate 692 Mitarbeiter erreicht.

Bei den digitalen Angeboten der thyssenkrupp Academy lag in diesem Jahr der Fokus auf einem übergreifenden Nachhaltigkeitsprojekt. Das Projekt umfasste unter anderem die Produktion einer Nachhaltigkeitslernreihe, bestehend aus Videos und Podcasts, als Teil der gruppenweiten #mehroderweniger-Kampagne. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" unter "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Employee Pulse Check: Mitarbeiterbefragung zeigt Verbesserungen auf

Im Geschäftsjahr 2021/ 2022 wurde zum zweiten Mal der gruppenweite "Employee Pulse Check" bei thyssenkrupp durchgeführt, eine kurze Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit und zu den Erfolgsfaktoren von Veränderungen, wie Führung, Kultur und Kommunikation. Daran teilnehmen konnten alle Beschäftigten von thyssenkrupp, die in einer Gesellschaft arbeiten, die sich an der Umfrage beteiligte. Das waren dieses Mal weltweit rund 85% der Unternehmen in der thyssenkrupp-Gruppe - rund 86.000 Beschäftigte hatten somit die Gelegenheit, ihre Einschätzung abzugeben. Die Ergebnisse der Umfrage haben für thyssenkrupp insgesamt Verbesserungen beim Employee Net Promoter Score und beim Vertrauen der Beschäftigten in die Zukunft des Unternehmens sowie insbesondere bei Fragen der kontinuierlichen Verbesserung, der Glaubwürdigkeit der Führung und der Kommunikation aufgezeigt.

86.000 Beschäftigte weltweit hatten die Möglichkeit, an der Mitarbeiterbefragung "Employee Pulse Check" teilzunehmen.

New Ways auf Working: Weg in die neue Arbeitswelt wird fortgeführt

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hat thyssenkrupp eine unternehmensweite Haltung zum hybriden Arbeiten verabschiedet: Die Unternehmensgruppe ermöglicht ihren Beschäftigten, zwischen mobiler und bürobasierter Arbeit zu wechseln, soweit die betrieblichen Anforderungen für die jeweilige Tätigkeit es zulassen. Die konkrete geschäftsspezifische Detaillierung und Umsetzung oblag den Geschäften; in Deutschland wurden dazu lokale Betriebsvereinbarungen geschlossen. Die weitere Umsetzung an den deutschen Standorten berücksichtigt jeweils das pandemische Geschehen sowie mögliche gesetzliche und behördliche Regelungen und wird begleitet von umfassenden Trainingsangeboten rund um das hybride Arbeiten und die virtuelle Zusammenarbeit. Darüber hinaus wurden beispielsweise im Quartier, dem Hauptsitz von thyssenkrupp in Essen, Raumkonzepte passend zur neuen Arbeitsweise entwickelt und pilotiert. Da die Unternehmensgruppe und die Beschäftigten bis dato positive Erfahrungen mit dem hybriden Arbeiten gemacht haben, wird thyssenkrupp diese Arbeitsweise auch in Zukunft als Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle fördern.

thyssenkrupp fördert die hybride Arbeitsweise als Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle.

Lean & Agile: Verankerung schlanker und agiler Arbeitsweisen

Bereits seit Beginn des Geschäftsjahres 2020/2021 kooperieren in der Unternehmensgruppe die Segmente und Corporate im Sinne eines gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Im Mittelpunkt stehen hierbei inhaltlich und zeitlich sehr fokussierte, segmentübergreifende Lean & Agile-Projekte. Ein besonderes Merkmal dieser Projekte ist die breite Beteiligung der Beschäftigten: Sie haben die Möglichkeit, über die unternehmensinterne Onlineplattform "i2d - ideation to delivery" ihre Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung einzureichen und persönlich einem geschäfts- und hierarchieübergreifenden Gremium vorzustellen. Darüber hinaus bietet die Plattform allen Mitarbeitern vollständige Transparenz über den Status der eingereichten Anregungen; ein Projektmarktplatz ermöglicht allen Interessierten, sich aktiv an der Umsetzung der Projekte zu beteiligen.

Das Ziel von Lean & Agile sind neben der unmittelbaren Verbesserung von Abläufen die Verankerung von schlanken und agilen Arbeitsweisen in der Unternehmensgruppe sowie von positiven Erfahrungen der Beschäftigten durch eine erfolgreiche übergreifende Zusammenarbeit. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren hierbei sind die sichtbare Unterstützung durch Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG und der Segmente, die Steuerung des gesamten Prozesses durch ein zentrales Lean & Agile-Team sowie die professionelle Begleitung aller Projekte durch agile Coaches.

Von Oktober 2020 bis September 2022 wurden insgesamt 28 übergreifende Lean & Agile-Projekte unter der Beteiligung von Beschäftigten aller Geschäfte durchgeführt. Die Bandbreite der Projekte im abgelaufenen Geschäftsjahr reichte von "Bewerberpipeline für gewerbliche Auszubildende" über "Nachhaltige Mobilität für Mitarbeitende" und Bildung einer "Offenen Community zum Thema Digitalisierung" bis hin zu "Nachhaltigkeitsroadmaps für thyssenkrupp Standorte".

Nach vorne gehen: Förderung von Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit

Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit zu fördern ist integraler Bestandteil der HR-Arbeit bei thyssenkrupp. In den folgenden Abschnitten legen wir die Schwerpunktthemen des vergangenen Geschäftsjahres in Auszügen dar.

Diversity & Inclusion

Zu den zentralen Werten unserer Unternehmenskultur zählen Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung. Ein Element unseres vielfältigen Arbeitsumfelds sind unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, darunter verschiedenste Teilzeitmodelle und zum Beispiel auch Ausbildung in Teilzeit. Das oben erläuterte hybride Arbeiten, das Arbeiten unterwegs und im Büro kombiniert, ist ebenfalls ein fester Bestandteil der flexiblen Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle.

Darüber hinaus unterstützt thyssenkrupp seine Belegschaft bei der Kinderbetreuung, wir sprechen eine gendergerechte Sprache, pflegen unsere unternehmensinternen Netzwerke (Frauennetzwerk wow!, women@MX, LGBTI Netzwerk, tk Turkish Community) und haben verschiedenste Formate entwickelt (u.a. Veranstaltung zum Diversity Day, klar:text female edition), um die Aufmerksamkeit für diese Themen intern und extern zu erhöhen. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, religiösem Bekenntnis, politischen oder sonstigen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen.

Mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen hat sich thyssenkrupp bereits im Jahr 2011 freiwillig ein Ziel zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gesetzt. Mit einer Steigerung von 8% im Jahr 2011 auf 13,1 % zum 30. September 2022 hat thyssenkrupp hier eine deutliche Verbesserung erreicht. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen strebt thyssenkrupp weltweit einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16% an und möchte dieses Ziel bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen. Dieser ambitionierte Zielwert spiegelt den Anteil der Frauen in der Gesamtbelegschaft wider und ist eine der Zielgrößen im Long Term Incentive Plan. Um der Bedeutung des Themas Rechnung zu tragen wurde die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen auf 17% für das Geschäftsjahr 2025/2026 erneut im Long Term Incentive Plan integriert.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen konnte von 12,2% im Vorjahr auf 13,1 % zum 30. September 2022 gesteigert werden.

Darüber hinaus haben sich im Berichtsjahr deutsche mitbestimmte Tochterunternehmen innerhalb der thyssenkrupp-Gruppe gemäß dem zweiten Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) erneut Zielgrößen für den Frauenanteil für Aufsichtsrat, Geschäftsleitung und die zwei Führungsebenen unterhalb der Geschäftsleitung gesetzt, die bis zum 30. Juni 2027 erreicht werden sollen. Wie bei der freiwilligen globalen Zielsetzung für den Frauenanteil in Führungspositionen im Unternehmen insgesamt, so geht thyssenkrupp auch bei der Umsetzung des FüPoG II über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: Bei der Festlegung der Zielgrößen werden zum Beispiel keine "Null"-Ziele mehr akzeptiert, insbesondere nicht auf den Ebenen der Geschäftsleitungen und darunter.

Ein starkes Zeichen für Frauen in Führung hat thyssenkrupp im Mai 2022 gemeinsam mit dem Initiativkreis Ruhr mit der neu etablierten Initiative "her.summit" gesetzt. Damit soll ein zusätzliches, tragfähiges Netzwerk für die führenden Frauen der Region etabliert werden; mehr Frauen sollen für Führungs- und Schlüsselpositionen begeistert, auf ihrem Weg dahin gefördert und ihnen mehr Sichtbarkeit gegeben werden. Im Rahmen der ersten Veranstaltung der Reihe trafen sich rund 140 führende Frauen von Rhein und Ruhr zum ersten "her.summit" bei thyssenkrupp in Essen. Das neue Format wird fortan in regelmäßigen Abständen Vordenkerinnen aus der Region zusammenbringen, um über besonders relevante industriepolitische Themen unserer Zeit zu sprechen und so Impulse zu setzen. Die Auftaktveranstaltung stand im Zeichen des Zukunftsthemas "Ruhrgebiet und Wasserstoff - eine Region als Vorreiter für die grüne Transformation". Die Teilnehmerinnen kamen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Medien und Medizin.

Positionierung von thyssenkrupp als Tech- und Innovationsunternehmen

Um der zunehmenden Dynamisierung auf den Arbeitsmärkten zu begegnen, treibt thyssenkrupp die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber voran, insbesondere bei IT- und Engineering-Fachkräften sowie Nachwuchskräften im gewerblichen und kaufmännischen Bereich. Im Rahmen der Initiative Tech@tk wurden beispielsweise Formate zur Gewinnung und Bindung von Auszubildenden, Hochschulabsolventen und Fachkräften umgesetzt. Darüber hinaus hat sich thyssenkrupp insbesondere bei IT-Fachkräften mit der Kampagne "Unsere Generation braucht..." positioniert.

Entwicklungsplattformen und Vernetzungsformate für Talente

Das etablierte Talent-Management-System "tk Talents" sowie die zugehörigen Entwicklungsmaßnahmen wurden in den vergangenen herausfordernden Jahren konsequent so ausgerichtet, dass unsere Talente - aktuell sind es mehr als 1.500 weltweit - auch bei Remote Work oder in hybriden Arbeitsmodellen erfolgreich identifiziert und weiterentwickelt werden können. Mit tk Talents werden vielversprechende Nachwuchskräfte eng an die thyssenkrupp Unternehmen gebunden. Gleichzeitig haben die Unternehmen Transparenz über die Talent-Pipelines für die Besetzung von Schlüsselpositionen, in und nach der Krise.

Ein besonderer Fokus lag im Berichtsjahr auf der Identifikation von Talenten aus technischen Jobfamilien wie IT und Engineering, denen unter anderem geschäftsübergreifende Informations- und Netzwerkformate angeboten wurden. Positiv bewerten wir auch den erneuten Anstieg des Anteils weiblicher Talente auf 24,6%; er ist unter anderem auf Maßnahmen wie den ersten "her.summit" und die stetige Sensibilisierung der Führungskräfte zurückzuführen.

Ausbildung - weiterhin zentral für die Sicherung von Fachkräften

Die Ausbildung von Fachkräftenachwuchs ist für thyssenkrupp seit jeher ein zentrales Element in der Personalarbeit. Im Berichtsjahr arbeiteten in der Unternehmensgruppe insgesamt mehr als 2.500 Auszubildende (Vorjahr: mehr als 2.600) in 62 verschiedenen Berufen, die meisten davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - blieb in Deutschland konstant bei 5,0% (Vorjahr: 5,0%). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für die Ausbildung und das duale Studium. Trotz starker Einschränkungen durch die im Berichtsjahr weiterhin anhaltende Corona-Pandemie konnte die Qualität der Ausbildung weitgehend sichergestellt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich und im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres waren große Anstrengungen der Ausbilder notwendig, um zu gewährleisten, dass Lerninhalte trotz verminderter Anwesenheit der Auszubildenden in den Betrieben vermittelt werden konnten. Im Sommer stabilisierte sich die Lage und die Auszubildenden konnten ihre Ausbildungsstationen wieder ohne Einschränkungen absolvieren.

Zahl der Auszubildenden: 2.500

Zahl der Ausbildungsberufe: 62

Da die Anzahl der Bewerbungen für gewerbliche Ausbildungsberufe rückläufig ist, ist ein Lean & Agile-Projekt "Gewerbliche Ausbildungs-Pipeline" gestartet worden. Ziel ist, die Entwicklung umzukehren sowie die Gleichwertigkeit mit anderen Ausbildungszweigen und akademischen Ausbildungen bei thyssenkrupp zu unterstreichen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die thyssenkrupp Gruppe will das gesellschaftliche Umfeld an ihren Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Sie möchte an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt ihre unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften der Gruppe in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement im Umfeld unserer Standorte. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr rund 340 Maßnahmen erfasst.

Im Berichtsjahr haben erneut Gruppenunternehmen an unterschiedlichen Standorten Projekte sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort unterstützt. So ermöglichte thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo wieder mehrere Theater- und Chorworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Steel Europe in Duisburg stiftete Solarmobilbausätze für ein Gymnasium, mehrere Beamer für eine Grund- sowie 3-D-Drucker für eine Gesamtschule, und unterstützte die Marxloher Theatertage für integrative und interkulturelle Jugendarbeit.

Engagement vor Ort und für die Ukraine

Das menschliche Leid infolge des Kriegs in der Ukraine hat auch bei thyssenkrupp Betroffenheit und Hilfsbereitschaft ausgelöst. Zahlreiche Gruppenunternehmen und Standorte in Grenznähe zur Ukraine, etwa von Materials Services, Bearings oder Automotive Technologies, unterstützen initial bei der Aufnahme und Erstversorgung von Geflüchteten sowie seither bei deren Integration.

Mitarbeiter an zwei thyssenkrupp Dynamic Components Standorten sammelten zahlreiche Hilfsgüter und Sachspenden zentral am Standort Ilsenburg. Über den Werkstransport in das Werk im ungarischen Jászfényszaru befördert, gingen die Hilfsgüter von dort über eine enge Kooperation mit einer Partnerstadt zur direkten Unterstützung in die Ukraine. Seitdem stellen die ungarischen Kollegen an zwei Standorten zudem Wohnungen für geflüchtete Familien zur Verfügung.

Mit einer eigenen Initiative unterstützt das Service Center Gdansk in Polen bei der Sammlung von Lebensmitteln, Kleidung und anderem Notwendigen für Geflüchtete. Mitarbeiter stellen ukrainischsprachige Informationen zu Hilfsangeboten in Polen zusammen und helfen pragmatisch bei der Erstellung und Übersetzung von Dokumenten, beispielsweise zur Arbeitssuche. Außerdem wurde in einer Versteigerungsaktion von Mitarbeitern für Mitarbeiter Geld für ukrainische Waisenkinder gesammelt.

Für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis der Gruppe generell unvereinbar und daher unzulässig sind Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2021/2022 im Wesentlichen von folgenden Themen geprägt:

compliance

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem erneut wirtschaftlich schwierigen Umfeld,
Bekräftigung der unternehmerischen Compliance-Verantwortung durch den Vorstand als Tone-from-the-Top und neuerliches Bekenntnis zum Compliance-Programm,
kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,
kontinuierliche Steigerung des Reifegrades der Compliance-Management-Systeme zum Datenschutz und zur Geldwäscheprävention,
besonderer Fokus auf dem Bereich Außenwirtschaftsrecht aufgrund der verschärften internationalen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine,
Begleitung der Weiterentwicklung der sogenannten Weiteren Compliance-Themen in der Unternehmensgruppe, insbesondere Vorbereitung auf die Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes,
Durchführung anlassabhängiger Untersuchungen aufgrund von Hinweisgebermeldungen sowie anlassunabhängiger Compliance-Audits.

Verankerung von Compliance in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt. Eine besondere Verantwortung übernehmen dabei unsere Führungskräfte, die eine unternehmerische Compliance-Verantwortung tragen. Der Vorstand hat den Beschluss zur unternehmerischen Compliance-Verantwortung im Berichtsjahr aktualisiert. Er umfasst, dass alle Führungskräfte in der thyssenkrupp-Gruppe die Pflicht und Verantwortung haben, in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und auf die Sicherstellung von Compliance hinzuwirken.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen die Leistungsbereitschaft und das Handeln auf Basis eines gemeinsamen Werteverständnisses Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Eingehende Hinweise behandeln wir vertraulich und schützen Hinweisgeber mit allen gebotenen Mitteln gegen etwaige aus einer Meldung resultierende Nachteile. Im Rahmen der Aufklärung der Hinweise tragen wir den schutzwürdigen Interessen der von einer Meldung betroffenen Personen Rechnung.

Compliance-Programm

thyssenkrupp hat mit dem Leitbild, dem Code of Conduct und dem Compliance Commitment ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben. Diese Pflicht gilt für sämtliche Unternehmen, jede Führungskraft und jeden Mitarbeiter.

thyssenkrupp hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben.

Besondere Risikofelder werden vom thyssenkrupp Compliance-Programm abgedeckt, das in der Verantwortung der Zentralfunktion Legal & Compliance liegt und auf den drei Säulen "Informieren und Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" ruht.

Dieses Programm ist eng mit dem Risikomanagement und unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht.

Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Geschäftsjahr 2021/2022 war insbesondere geprägt durch die kartellrechtliche Begleitung verschiedener Portfoliomaßnahmen sowie die weitere Stärkung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems.

Für die Bekräftigung des Tone-from-the-Top innerhalb der Unternehmensgruppe ist das Compliance Commitment des Vorstands ein wesentlicher Baustein. Das Compliance Commitment des Vorstands spiegelt das Selbstverständnis wider, dass wir uns entsprechend unserer positiven Haltung zu Compliance aus Überzeugung an die Regeln halten. Die aktive Mitwirkung aller Führungskräfte und Mitarbeiter an der Umsetzung des thyssenkrupp Compliance-Programms im jeweiligen Verantwortungsbereich ist unverzichtbar, um das Vertrauen von Kunden, Lieferanten, Aktionären und der Gesellschaft in thyssenkrupp weiter zu festigen.

Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben weiter intensiv an der kontinuierlichen Steigerung des Reifegrades des Compliance-Management-Systems Datenschutz gearbeitet.

Ferner haben wir durch die Implementierung von Maßnahmen zur Abgabe von Verdachtsmeldungen die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestärkt.

Der Bereich Außenwirtschaftsrecht wurde weiter in das Compliance-Programm integriert. Eine besondere Bedeutung hatte das Außenwirtschaftsrecht wegen des Kriegs in der Ukraine: Sanktions- und exportkontrollrechtliche Vorgaben wurden fortlaufend aktualisiert und waren tagesaktuell zu berücksichtigen.

Darüber hinaus steht die Compliance-Funktion den gruppenweit jeweils unmittelbar zuständigen Bereichen bei den sogenannten Weiteren Compliance-Themen Arbeitssicherheit, Fremdpersonaleinsatz, Gleichbehandlung, Informationssicherheit, Lieferanten-Compliance und Umweltschutz beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Die inhaltliche Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden. Das bedeutet auch, dass die Compliance-Funktion gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen die Berichterstattung und die Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder mitgestaltet.

Einen besonderen Fokus bei dem Weiteren Compliance-Thema Lieferanten-Compliance nahm im Berichtsjahr die im Rahmen eines Funktions- und Segment-übergreifenden Projektes organisierte Vorbereitung auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ein, das am 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Dieses Gesetz soll die Einhaltung der Menschenrechte international verbessern, indem es die zu beachtenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten festlegt. Daraus abgeleitet definiert es Anforderungen an ein verantwortliches Management von zum einen Lieferketten sowie zum anderen des sogenannten Eigenen Geschäftsbereiches für Unternehmen wie thyssenkrupp.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, gruppenweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Im Berichtsjahr wurden mehr als 5.300 Teilnehmer im Rahmen von Präsenzschulungen sensibilisiert, die aufgrund der neuen Formen des Zusammenarbeitens sowie auch noch bedingt durch die Corona-Pandemie vielfach virtuell stattfanden. Die Schulungen umfassen alle Kernthemen des thyssenkrupp Compliance-Programms. Ferner haben wir die nunmehr fünfte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht gestartet. Bis Ende des vergangenen Geschäftsjahres wurden insgesamt, bereinigt um Abgänge, nahezu 26.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert. Der E-Learning-Kurs Compliance@thyssenkrupp umfasst grundsätzliches Basiswissen zu Compliance bei thyssenkrupp und ist allen Mitarbeitern mit E-Mail-Adresse zugewiesen. Die Teilnahme ist, anders als bei den vorgenannten Kursen, freiwillig; mehr als 12.000 Mitarbeiter haben ihn im Berichtsjahr absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr auf die Kernthemen bezogene anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der direkte Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion als Kanäle, über die Mitarbeiter und Externe auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können. Dafür stehen auch eine zentrale Hotline und eine zentrale E-Mail-Adresse zur Verfügung. Der Hinweis auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße kann bei Bedarf auch ohne Offenlegung der Identität des Hinweisgebers erfolgen.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Unternehmensgruppe -den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung.

Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat neben der Steuerung und stetigen Weiterentwicklung des Compliance Programms die wichtige Aufgabe, als strategischer Businesspartner Fachfunktionen und Geschäfte frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Das erfordert eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen innerhalb der Unternehmensgruppe entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 80 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter, von denen rund 40 auch teilweise mit Legal-Aufgaben betraut sind. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 250 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Gruppenunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Sie schaffen gemeinsam die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

250 Nahezu 250 Compliance Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

EU-Taxonomie

Die Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union (EU-Taxonomie) ist ein wesentlicher Baustein des EU Green Deal und des Aktionsplans "Finanzierung nachhaltigen Wachstums" zur Verwirklichung des Klimaneutralitätsziels der Europäischen Union bis 2050. Ziel der EU-Taxonomie ist es, Kapitalflüsse vermehrt in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken und die allgemeine Transparenz für Kapitalmarktteilnehmer zu fördern. Im Berichtsjahr 2021 / 2022 ist thyssenkrupp nach Art. 8 Abs. 1 der EU-Taxonomie erstmals verpflichtet, im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung, die in diesen Lagebericht integriert ist, Informationen über Art und Umfang ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten entlang des Klassifizierungssystems der EU-Taxonomie zur Verfügung zu stellen. Für das Geschäftsjahr 2021 /2022 wendet thyssenkrupp die vom Gesetzgeber gewährten Berichterstattungserleichterungen an; insbesondere berichten wir nur über taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten in Zusammenhang mit den Umweltzielen "Klimaschutz" und "Anpassung an den Klimawandel". Entsprechend haben wir unsere Wirtschaftsaktivitäten und die daraus resultierenden Umsatzerlöse, Investitions- (CapEx) sowie Betriebsausgaben (OpEx) der Gruppe eingehend analysiert und beurteilt, welche Anteile als taxonomiefähig einzuordnen sind. Ab dem Geschäftsjahr 2022/2023 ist thyssenkrupp verpflichtet, auch über die Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten zu berichten.

Erste thyssenkrupp Berichterstattung zur EU-Taxonomie

Aufgrund von ungeklärten Rechtsbegriffen in der EU-Taxonomie ergeben sich gegenwärtig noch Unklarheiten in der Auslegung der Verordnung. Zudem wurden bereits weitere Rechtsakte und Erläuterungen für die Verwendung der bereits veröffentlichten Vorgaben angekündigt. Sie werden unter anderem die weiteren Umweltziele (Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme) adressieren und können sich auf die zukünftig zu berichtenden Angaben auswirken.

Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten

Eine Wirtschaftstätigkeit gilt als taxonomiefähig, wenn sie in den delegierten Rechtsakten zu den Umweltzielen der EU-Taxonomie erfasst ist. Aktivitäten, die nicht in den Rechtsakten gelistet sind, können demzufolge nicht als taxonomiefähig klassifiziert werden. Im Rahmen einer gruppenweiten Analyse haben wir das Produktportfolio der thyssenkrupp-Gruppe folgenden Wirtschaftsaktivitäten gemäß EU-Taxonomie zugeordnet:

Herstellung von Technologien für erneuerbare Energie (Kategorie 3.1)
Herstellung von Anlagen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff (Kategorie 3.2)
Herstellung anderer CO2-armer Technologien (Kategorie 3.6)
Herstellung von Eisen und Stahl (Kategorie 3.9)
Materialrückgewinnung aus nicht gefährlichen Abfällen (Kategorie 5.9)
Güterbeförderung im Straßenverkehr (Kategorie 6.6)

Die taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten der thyssenkrupp-Gruppe, die wir jeweils dem Ziel "Klimaschutz" zuordnen, umfassen insbesondere die Stahlherstellung im Segment Steel Europe, die Ende Januar 2022 verkaufte Edelstahlherstellung im Segment Multi Tracks, die Produktion von Großwälzlagern für Windenergieanlagen (Business Unit Bearings im Segment Industrial Components), die Konzeption und Herstellung von Elektrolyseanlagen für die Wasserstoffproduktion (thyssenkrupp nucera im Segment Multi Tracks) sowie Logistikdienstleistungen und Schlackenaufbereitungsaktivitäten (Segment Materials Services). Sowohl die Oxygen Depolarized Cathode (ODC)-Technologie der Chlor-Alkali-Elektrolyse zur Chlorherstellung (ebenfalls thyssenkrupp nucera) als auch die EnviNOx®-Technologie zur Reduzierung von Lachgas- und Stickoxidemissionen (Uhde im Segment Multi Tracks) wurden der Wirtschaftsaktivität "Herstellung anderer CO2-armer Technologien" zugeordnet. Weite Teile des Produktportfolios der thyssenkrupp-Gruppe sind derzeit nicht von der EU-Taxonomie erfasst und dementsprechend aus Sicht der EU-Taxonomie nicht relevant bzw. nicht taxonomiefähig. Dies betrifft beispielsweise die Wirtschaftsaktivitäten der Segmente Automotive Technology und Marine Systems sowie der Business Unit Forged Technologies im Segment Industrial Components, nahezu sämtliche Produkte und Dienstleistungen von Materials Services sowie Teile des Produktportfolios von Multi Tracks. Im Berichtsjahr 2021/2022 betraf dies insgesamt rund 72 % der Umsatzerlöse der thyssenkrupp-Gruppe.

Ermittlung der EU-Taxonomie Kennzahlen

Die Ermittlung der Taxonomie-Kennzahlen und die Berichterstattung über die Art unserer taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten folgt Art. 10 Abs. 3 und Art. 11 Abs. 3 der EU-Taxonomie. Im Zuge unserer gruppenweiten Analyse haben wir gemeinsam mit Experten aus den relevanten Zentralfunktionen und Geschäften die mit den Wirtschaftsaktivitäten verbundenen Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben sowie die relevanten Erfassungsprozesse und Buchungskonten analysiert, um die taxonomiefähigen Anteile zu identifizieren. Die Angaben werden von unseren Geschäften erhoben, auf Gruppenebene zusammengeführt und geprüft.

Wir vermeiden Doppelzählungen, indem wir Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben den identifizierten Wirtschaftsaktivitäten grundsätzlich direkt zuordnen. Wenn eine direkte Zuordnung nicht möglich ist, ermitteln wir die auf taxonomiefähige Aktivitäten entfallenden Beträge anhand sachgerechter Verteilungsschlüssel, zum Beispiel auf Basis von Umsatzerlösen mit bestimmten Kundengruppen. Aktivitäten in Berichtseinheiten, die nicht im Wege der Vollkonsolidierung oder nicht anteilig in den thyssenkrupp Gruppenabschluss einbezogen werden (unter anderem nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen) wurden in Ausübung des Wahlrechts der EU-Taxonomie in der Analyse nicht berücksichtigt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der Gruppe insgesamt entsprechen dem Betrag der in der Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp-Gruppe ausgewiesenen Umsatzerlöse (siehe auch Kapitel "thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung"). Auf dieser Basis wird der Anteil der gruppenexternen Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) sowie aus Leasingverträgen (IFRS 16) ermittelt, der gemäß EU-Taxonomie auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt.

Investitionsausgaben (CapEx)

Die Investitionsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie der Gruppe insgesamt umfassen gruppenexterne Zugänge von Sachanlagen (IAS 16 sowie Zugänge von Immobilien, die gemäß IAS 40 als Finanzinvestition gehalten werden), immateriellen Vermögenswerten (IAS 38) und Nutzungsrechten aus Leasingverträgen (IFRS 16) im Berichtszeitraum, ohne Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen und Neubewertungen einschließlich solcher aus Wertaufholungen und Wertminderungen (siehe auch Anhang-Nr. 04 Immaterielle Vermögenswerte und Anhang-Nr. 05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)). Darüber hinaus werden Zugänge im Zusammenhang mit den zuvor genannten Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen berücksichtigt. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden gruppenexternen Investitionsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges CapEx). Hierin enthalten sind entsprechende Investitionen im Zusammenhang mit taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, insbesondere Maschinen für den Produktionsprozess sowie Gebäude für die Produktion und die Erbringung von Dienstleistungen. Darüber hinaus erfassen wir Investitionen, die eine Erweiterung bestehender taxonomiefähiger Wirtschaftsaktivitäten zum Ziel haben, sowie Einzelmaßnahmen, die Wirtschaftsaktivitäten befähigen, CO2-ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen herbeizuführen.

Betriebsausgaben (OpEx)

Die Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie der Gruppe insgesamt umfassen bestimmte gruppenexterne direkte Aufwendungen, die nach IFRS nicht aktivierungsfähig sind. Hierzu gehören: Forschungsaufwendungen und nicht aktivierte Entwicklungsaufwendungen, Aufwendungen für Gebäudesanierungsmaßnahmen, Aufwendungen im Zusammenhang mit nicht aktivierten kurzlaufenden oder geringwertigen Leasingverhältnissen, Aufwendungen im Zusammenhang mit regelmäßigen oder ungeplanten Wartungs- und Reparaturmaßnahmen sowie sonstige direkte Aufwendungen für die tägliche Wartung von Sachanlagen. Auf dieser Basis wird der Anteil der entsprechenden gruppenexternen Betriebsausgaben ermittelt, der auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten entfällt (taxonomiefähiges OpEx). Darüber hinaus erfassen wir hier nicht aktivierungsfähige Aufwendungen, die eine Erweiterung der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten zum Ziel haben, sowie Einzelmaßnahmen, die bestimmte Wirtschaftsaktivitäten befähigen, CO2-ärmer zu werden oder Treibhausgas-Minderungen herbeizuführen.

Taxonomiefähige Anteile der Wirtschaftsaktivitäten

Im Berichtsjahr 2021/2022 beliefen sich die mit den oben beschriebenen taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten verbundenen Umsatzerlöse auf 11.515 Mio €, dies entspricht einem Anteil von 28 % an den gesamten Umsatzerlösen der thyssenkrupp-Gruppe. Mit einer Summe von 641 Mio € betrug der Anteil der taxonomiefähigen Investitionsausgaben an den gesamten Investitionsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie 49%. Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben entsprachen mit insgesamt 907 Mio € rund 65% der gesamten Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie. Den größten Beitrag zu den taxonomiefähigen Kennzahlen leisteten dabei die Stahlherstellung sowie auch die Ende Januar 2022 verkaufte Edelstahlherstellung und die Produktion von Großwälzlagern für Windenergieanlagen.

28 % der Umsatzerlöse von thyssenkrupp taxonomiefähig

TAXONOMIEFÄHIGE ANTEILE DER WIRTSCHAFTSAKTIVITÄTEN 2021 / 2022

Mio € Gruppe insgesamt Taxonomiefähig in % Nicht taxonomiefähig in %
Umsatzerlöse 41.140 11.515 28 29.624 72
Investitionsausgaben 1.307 641 49 666 51
Betriebsausgaben 1.388 907 65 481 35

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b ff. und §§ 315b ff. HGB ist vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage der Gruppe von Bedeutung sind. Die thyssenkrupp AG ist im Geschäftsjahr 2021/2022 erstmalig als Einzelgesellschaft von der Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, die Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung gelten dennoch weiterhin für die Gruppe und für die thyssenkrupp AG gleichermaßen. Im Berichtsjahr sind wir erstmalig zu Angaben im Rahmen der EU-Taxonomie verpflichtet; diese sind als Teil unserer nichtfinanziellen Erklärung ebenfalls in den Lagebericht integriert. Bei der Zusammenstellung der nichtfinanziellen Erklärung wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, unter anderem des UN Global Compact. In den verschiedenen Abschnitten des Lageberichts werden außerdem Risiken aufgrund negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp auf nichtfinanzielle Aspekte, wie Umwelt und Gesellschaft, adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß § 289c HGB. Die Aspekte "Achtung der Menschenrechte" und "Sozialbelange" werden als Querschnittsthemen betrachtet; hier kommt es zu großen Überschneidungen der Themen miteinander und mit dem Aspekt "Arbeitnehmerbelange". Der Aspekt "Sozialbelange" ist für thyssenkrupp von Bedeutung, wurde aber nicht als wesentlich im Sinne der nichtfinanziellen Erklärung identifiziert. Über nichtfinanzielle Angaben zum Aspekt "Sozialbelange" berichten wir daher freiwillig.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Lieferantenmanagement Mitarbeiter
EU-Taxonomie Chancen- und Risikobericht
Chancen- und Risikobericht
Achtung der Menschenrechte Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Mitarbeiter Compliance
Chancen- und Risikobericht Chancen- und Risikobericht
Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2022/ 2023

Rahmenbedingungen und wesentliche Annahmen

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 werden wir den Schwerpunkt - bei erhöhten Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und möglicher rezessiver Entwicklungen - weiterhin auf die Performance, strukturelle Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Geschäfte legen und dabei auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen.

Zu den wesentlichen Annahmen und den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die der Prognose zugrunde liegen, vgl. Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Bzgl. der entsprechenden Chancen und Risiken vgl. den anschließenden "Chancen- und Risikobericht". Die Prognose basiert zudem insbesondere auf folgenden wesentlichen Planungsprämissen:

Notwendige fossile Energieträger (insbesondere Erdgas) und weitere Rohstoffe bleiben verfügbar und aufgrund dessen ergeben sich keine wesentlichen Einschränkungen der geplanten Produktion.
Aufgrund etwaiger Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ergeben sich keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Geschäftsentwicklung.

Die teilweise volatilen Preisniveaus von Rohstoffen, Energie sowie weiteren Faktorkosten (unter anderem Material und Transport) können dazu führen, dass Umsatz- und Ergebnisentwicklung entsprechenden Schwankungen unterliegen.

Für unsere Geschäfte gehen wir zudem von folgenden Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2022/2023 aus:

Bei Materials Services erwarten wir einen Anstieg des Lagerabsatzes sowie unterstützende Effekte aus fortgesetzten Effizienzmaßnahmen. Diese geplanten Verbesserungen werden voraussichtlich überkompensiert durch den Wegfall der im Vorjahr stark unterstützenden dynamischen Preiseffekte. Insgesamt sehen wir weder nennenswerte Einschränkungen in der Materialverfügbarkeit auf der Beschaffungsseite noch signifikante Verwerfungen bei unseren wesentlichen Kundenbranchen, sondern eine insgesamt stabile Entwicklung.

Für das Segment Industrial Components stellen sich die erwarteten Rahmenbedingungen für den Bereich Großwälzlager sowie das Schmiedegeschäft wie folgt dar: Im Bereich Großwälzlager erwarten wir nach der temporären Abschwächung im Vorjahr wieder eine Belebung der Windenergienachfrage sowie ein anhaltend hohes Nachfrageniveau bei den Industrie-Anwendungsbereichen. Den steigenden Faktorkosten wird weiterhin mit einem ambitionierten Maßnahmenprogramm entgegengewirkt. Im Schmiedegeschäft erwarten wir eine anhaltend hohe Nachfrage für Lkw-Komponenten sowie einen weiterhin starken Auftragseingang im Geschäft mit Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten. Unser Fokus liegt neben der konsequenten Umsetzung von Performance-steigernden Maßnahmen und der Weitergabe der steigenden Faktorkosten auf der Diversifizierung unseres Produktportfolios zur gezielten Nutzung von sich abzeichnenden Marktchancen.

Unter der Prämisse einer Entspannung auf der Versorgungsseite (v.a. Halbleiter) ab dem 2. Halbjahr des Geschäftsjahres gehen wir bei Automotive Technology von einem Erholungspotenzial in unserem Marktumfeld, inklusive einer Normalisierung des Abrufverhaltens unserer Kunden, aus. Dies ist unter anderem auf den hohen Auftragsbestand bei unseren Kunden, der im Vorjahr durch Versorgungsengpässe bei Vormaterialien entstanden ist, zurückzuführen. Weiteren Steigerungen der Faktorkosten werden wir mit fortgesetzten Preis- und Effizienzmaßnahmen begegnen.

Bei Steel Europe erwarten wir vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfeldes eine weitgehend stabile Entwicklung der Versandmengen gegenüber dem Vorjahr. Zusätzliche strukturelle Verbesserungen erwarten wir infolge der weiterhin konsequenten Umsetzung der Stahlstrategie 20-30, mit der wir unsere Produktivität und Performance steigern werden. Des Weiteren planen wir den Start der Umsetzung der grünen Transformation mit dem Bau der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO2-armen Stahl, unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EU.

Bei Marine Systems erwarten wir, auch durch das beschlossene "Sondervermögen Bundeswehr" für die nächsten Jahre und die langfristige strukturelle Erhöhung des deutschen Verteidigungshaushaltes, weiterhin wachsende Nachfrage und zusätzliche Möglichkeiten für den Marinebereich. Wir gehen in diesem Zusammenhang von positiven Effekten aus dem neu aufgesetzten Transformations- und Wachstumsprogramm aus. Diese sind insbesondere durch unseren soliden Auftragsbestand im Unterwasser- als auch Überwasser-Schiffbau unterlegt. Zudem wird das bereits eingeleitete Programm zur Performance-Steigerung weiter vorangetrieben.

Bei Multi Tracks erwarten wir eine Investitionsbereitschaft im Anlagenbau auf dem Niveau des Vorjahres. Für das Wasserstoffgeschäft von thyssenkrupp nucera sowie das Ammoniakgeschäft von Uhde gehen wir von einem weiter stark wachsenden Markt aus. Bezüglich des Autozuliefergeschäfts erwarten wir, dass etwaige Steigerungen von Faktorkosten in hohem Maße in steigende Erlöse umgesetzt werden können. Insgesamt nehmen wir an, dass die operative Projektabwicklung stabil und ohne wesentliche Verzögerungen verläuft.

Im Segment Multi Tracks konnten wir im Geschäftsjahr 2021 /2022 die Verkaufsprozesse des Infrastructure-Geschäfts, des Edelstahlgeschäfts sowie von Mining Technologies abschließen (vgl. "Nicht fortgeführte Aktivität, Veräußerungsgruppen und einzelne zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" in Anhang-Nr. 03). Damit sind diese Geschäfte kein Bestandteil der Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023 und werden nachfolgend als "verkaufte Veräußerungsgruppen" bezeichnet. In den Vorjahreswerten sind die verkauften Veräußerungsgruppen jedoch anteilig bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses enthalten. Daher werden nachfolgend bei Umsatz und Bereinigtem EBIT des Segments Multi Tracks sowie der Gruppe die anteiligen Vorjahreswerte für die verkauften Veräußerungsgruppen pro-forma angegeben.

Die Prognose unterstellt keine Effekte aus weiteren möglichen Portfoliomaßnahmen.

Erwartung 2022/ 2023

Angesichts der bestehenden hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ist die voraussichtliche Geschäftsentwicklung nur eingeschränkt verlässlich absehbar. Daher formulieren wir unsere Prognose in entsprechenden Bandbreiten. Vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Prognose erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen sowie der weiter erwarteten strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2022/2023 für angemessen:

ERWARTUNGEN DER SEGMENTE UND DER GRUPPE

Geschäftsjahr 2021/2022 Prognose Geschäftsjahr 2022/2023
Materials Services Umsatz Mio € 16.444 Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 837 Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Industrial Components Umsatz Mio € 2.766 Leicht über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 234 Rückläufig; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Automotive Technology Umsatz Mio € 4.825 Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 108 Steigerung; Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Steel Europe Umsatz Mio € 13.156 Leicht unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 1.200 Rückläufig; Wert im mittleren dreistelligen Mio € Bereich
Marine Systems Umsatz Mio € 1.831 Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 32 Steigerung; Wert im mittleren bis hohen zweistelligen Mio € Bereich
Multi Tracks Umsatz Mio € 4.101 (1.3991)) Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € -173(1231)) Steigerung; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Corporate Headquarters Bereinigtes EBIT Mio € -154 Rückläufig; negativer Wert im niedrigen dreistelligen Mio € Bereich
Gruppe Umsatz Mio € 41.140 (1.3991)) Deutlicher Rückgang
Bereinigtes EBIT Mio € 2.062(1231)) Rückläufig auf einen Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio € Bereich
Investitionen Mio € 1.472 Über Vorjahr; inkl. IFRS 16-Effekte
Free Cashflow vor M & A Mio € -476 Steigerung auf einen mindestens ausgeglichenen Wert
Jahresüberschuss Mio € 1.220 Rückläufig auf einen mindestens ausgeglichenen Wert
tkVA Mio € 529 Rückläufig bis auf einen negativen Wert im höheren dreistelligen Mio € Bereich
ROCE % 11,3 % Rückläufig bis auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich

1) Davon verkaufe Veräußerungsgruppe, pro forma

Der Umsatz wird voraussichtlich deutlich zurückgehen, vorwiegend aufgrund normalisierter Preisentwicklungen bei Materials Services und Steel Europe. Der erwartete Rückgang im Segment Multi Tracks ist hauptsächlich auf die o.g. abgeschlossenen Verkaufsprozesse aus dem Vorjahr zurückzuführen.
Für das Bereinigte EBIT erwarten wir einen Wert im mittleren bis hohen dreistelligen Mio € Bereich. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus dem Wegfall der im Vorjahr stark unterstützenden dynamischen Preiseffekte, welche die Rückgänge bei Materials Services sowie auch Steel Europe, wo sich zusätzlich höhere Faktorkosten auswirken, im Wesentlichen begründet. Verbesserungen der Ergebnisse, u.a. bei Automotive Technology und Multi Tracks, wirken dieser Entwicklung entgegen.
Die Investitionen werden voraussichtlich über Vorjahr liegen. Bei Steel Europe stehen erhöhte Investitionen vorwiegend im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30 sowie der grünen Transformation. Darüber hinaus wirken sich außerordentliche und im Wesentlichen nicht zahlungswirksame IFRS 16-Effekte, insbesondere im Zusammenhang mit einem langfristigen Dienstleistungsvertrag bei Materials Services, werterhöhend auf die Investitionen aus. Weiterhin sind Investitionen für gezielte Wachstumsinitiativen in unseren Geschäften geplant. Die Freigabe der Investitionen wird insgesamt restriktiv und in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte sowie der Gruppe erfolgen.
Für den Free Cashflow vor M & A streben wir eine Steigerung auf einen mindestens ausgeglichenen Wert an. Diese Entwicklung berücksichtigt bereits die geplant über Vorjahr liegenden Investitionen, inkl. der vorstehend genannten außerordentlichen IFRS 16-Effekte. Die dennoch deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auch auf die geplante Verbesserung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Zudem haben Zuflüsse aus dem Auftragseingang und dem Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (i. W. bei Marine Systems und Multi Tracks) sowie weitere Auszahlungen für Restrukturierungen Einfluss auf die Entwicklung.
Der Jahresüberschuss wird rückläufig auf einen mindestens ausgeglichenen Wert erwartet.
Der tkVA wird - infolge der vorstehend genannten Effekte sowie gestiegener Kapitalkosten - mit einem Rückgang auf einen negativen Wert im höheren dreistelligen Mio € Bereich erwartet. Entsprechend wird auch der ROCE rückläufig auf einen Wert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als Unternehmensgruppe und als Wegbereiter für die grüne Transformation

Für thyssenkrupp eröffnen sich unverändert Chancen aus der Positionierung der Gruppe als leistungsstarke Unternehmensgruppe. Das Ziel ist, die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Geschäfts entscheidend zu verbessern und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit sich die Geschäfte auch zukünftig bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können. Auch die grüne Transformation bietet große Chancen für unsere Unternehmensgruppe und Potenziale für weiteres Wachstum, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien und Elektromobilität, wozu wir mit unseren Produkten bereits jetzt einen Teil beitragen.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente unter anderem Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr, und berücksichtigen somit die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte. Das heißt: Chancen und Risiken sind Gegenstand der Planungsgespräche mit dem Vorstand. Bei ihrer Abschätzung spielen unter anderem strategische Entwicklungen eine Rolle, beispielsweise Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und die Liquidität sowie für die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichterstattung eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger der Gruppe eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und die Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu Verantwortlichen und Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen der Gruppe

Chancen ergeben sich für die Gruppe, wenn wir unsere Transformation hin zu einer leistungsstarken und nachhaltigen Unternehmensgruppe weiter konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen.

Als Unternehmensgruppe wollen wir den Geschäften den Spielraum geben, den sie brauchen, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und Märkte zu konzentrieren und dort erfolgreich agieren zu können. Wir wollen das unternehmerische Klima stärken, sodass Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen erhöht und Kunden in den Mittelpunkt gestellt werden. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung. Daraus ergibt sich die Chance, das zukünftige Wertsteigerungspotenzial unserer Geschäfte noch besser zu nutzen.

Als internationale Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Wir sehen Chancen, mit unseren Produkten und Services unter einer starken Dachmarke einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft zu leisten und somit ein bedeutender Wegbereiter für die grüne Transformation zu sein.

Wir sind der Überzeugung, dass thyssenkrupp für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren mit hoher Produktqualität steht und dass viele unserer Anlagen zudem weltweit Standards im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz setzen. Wir glauben daher, dass wir auch künftig die große Chance haben, ein Teil der Lösung für die grüne Transformation zu sein. Das bedeutet auch: Unsere Fähigkeiten ermöglichen nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Kunden eine nachhaltige Unternehmensführung.

Die grüne Transformation als große Chance für die Unternehmensgruppe

Wasserstoff wird eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Welt spielen. Es ist einer der Energieträger der Zukunft und muss in ausreichenden Mengen vorhanden sein - das ist von zentraler Bedeutung, damit die grüne Transformation gelingt. thyssenkrupp sieht große Chancen, an entscheidenden Stellen an der Ausgestaltung dieser Entwicklung mitzuwirken: Auf der Nachfrageseite werden wir mit unseren Lösungen für eine grüne Stahlproduktion große Mengen Wasserstoff einsetzen, um einen erheblichen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen zu leisten. Auf der Angebotsseite verfügen wir mit unserem Elektrolysegeschäft thyssenkrupp nucera als einer von wenigen Anbietern schon heute über Technologien zur Produktion von Wasserstoff im Gigamaßstab. Im Zusammenhang mit der Infrastruktur sind unsere Anlagenbauer von Uhde Experten im Bau von Ammoniakanlagen, dem Transportmedium für den Import von grünem Wasserstoff; unsere Großwälzlager sind ein wesentlicher Baustein für den schnellen Ausbau der Windenergie.

Über zusätzliche erfolgversprechende Produkte und Lösungen für das Gelingen der grünen Transformation, weitere Einzelheiten zu unserer Unternehmensstrategie und über unsere weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie die damit verbundenen Chancen informieren wir Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie" und im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Initiativen und Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Gruppe. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nicht unmittelbar oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Geschäfte

Materials Services - Unsere Segmentstrategie "Materials as a Service" umfasst zwei strategische Wachstumsfelder, die sich in ihrer Entwicklung gegenseitig verstärken: der smarte Werkstoffhandel und das integrierte Supply-Chain-Service-Geschäft. Wir arbeiten daran, in die gesamte Lieferkette unserer Kunden integriert zu sein, und uns somit vom Netzwerkpartner zum Netzwerkgestalter zu wandeln. Dies geschieht im Einklang mit den Anforderungen unserer Kunden, die sich in einem wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren und immer stärker digitalisierten Marktumfeld weiter auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. Wir sind der Überzeugung, dass diese innovativen Services für uns eine höhere Profitabilität und ein stärkeres Marktwachstum bedeuten, als im klassischen Materialgroßhandel zu erreichen ist.

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Materials Services besitzt zum einen spezifisches Markt- und Branchen-Know-how, Zugang zu seinem weltweiten Kundenstamm sowie hohe Kompetenzen im agilen wie klassischen Projektmanagement. Zum anderen kann das Segment dank seines weltweiten Netzwerks Prozesse und Systeme in der Werkstoffdistribution weiter standardisieren und so sein Geschäft systematisch ausbauen. Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für das Segment aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - zum Beispiel durch Übernahme der Steuerung mehrerer Kundenzulieferer oder durch zunehmende Vermarktung selbst entwickelter Lösungen für die Überwachung der Lieferkette oder die Prognose des zukünftigen Bedarfs. Dies alles fasst unsere Segment-Mission "Connecting smarter" zusammen.

Durch die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen will Materials Services auch eine höhere Kundenbindung erreichen. Über die Omnichannel-Architektur -bestehend aus individuellen Kundenportalen, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps - können Kunden weltweit auf die Produkte und Dienstleistungen des Segments zugreifen, und zwar jeden Tag rund um die Uhr. Auf der Grundlage eines systematischen Innovationsprozesses treibt Materials Services seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette voran. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können sowohl spezifische Kundenanforderungen, beispielsweise an Liefergeschwindigkeit, Materialqualität oder Preisgestaltung, erfüllt als auch interne Logistik- und Produktionsprozesse optimiert werden.

Gleichzeitig streben wir an, Branchenführer in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Unser Manifest BEYOND zeigt, dass wir über die bestehenden Standards hinausgehen und unter anderem bereits 2030 operativ klimaneutral sein wollen. Ein vom Segment entwickeltes Tool, das den CO2-Ausstoß jedes Produkts von der Herstellung bis zur Auslieferung berechnet, wird für Kundenberechnungen eingesetzt. Darüber hinaus baut Materials Services sein Portfolio nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen konsequent aus mit dem Ziel, durch den intelligenten Einsatz von digitalen Lösungen und Produkten die Ressourcennutzung zu verbessern und langfristig die physischen Güter in den Lieferketten zu reduzieren. Materials Services nutzt die zur Verfügung stehenden Daten, um Wareneinsatz und Transporte und damit auch C02-Emissionen zu verringern mit dem Ziel, Lieferketten so zu verbessern, dass Leerfahrten vermieden und Transportwege ohne Effizienzverluste gestaltet werden. Materials Services begreift Nachhaltigkeit als Chance für eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Kunden und für weitere Innovationen.

Das Segment hat vernetztes digitales Arbeiten weiter professionalisiert und interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - vom Lager über die Produktion bis hin zur Verwaltung - intensiviert. Dadurch baut Materials Services seine Leistungsfähigkeit bei der Projektabwicklung weiter aus. Das gelingt unter anderem durch die vermehrte Anwendung agiler Methoden.

Im Rahmen seiner Transformations- und Effizienzprogramme hat Materials Services Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um seine Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind hierbei weiterhin Netzwerk-, Portfolio- und Prozessoptimierungen sowie Initiativen im Hinblick auf Beschaffungs- und Vertriebsexzellenz. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, besteht auch die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven, die durch die aktuellen Klimaziele und Maßnahmen zu deren Erreichung noch verstärkt werden. Trotz kurzfristiger Schwankungen der Nachfrage, die im Zusammenhang mit dem Auslaufen einzelner staatlicher Förderprogramme stehen, bleibt der Wachstumstrend mittel- und langfristig bestehen bzw. verstärkt sich noch. Entsprechend wurde im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres die Wachstumsprognose für den globalen Windenergiemarkt bis 2030 angehoben, nicht zuletzt aufgrund politischer Dekarbonisierungsinitiativen sowie der stetig steigenden Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie. Der Großteil des Wachstums beruht auf der zunehmenden Größe der Windenergieanlagen, die verstärkt offshore installiert werden.

Wir sind der Überzeugung, dass Bearings durch seine maschinelle Ausstattung, seine technische Expertise und sein weltweites Produktionsnetzwerk gut auf diese Marktentwicklung vorbereitet ist. Bei den Industrieanwendungen unserer Großwälzlager hat sich die Nachfrage nach dem coronabedingten Einbruch gut erholt. Mittel- bis langfristig gehen wir dort weiterhin von einem moderaten Wachstum aus. Sollte sich unter anderem aus regionalen größeren Infrastrukturprogrammen ein weiterer Nachfrageschub für unsere Produkte ergeben, bestehen Chancen, unsere Prognosen moderat zu übertreffen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des weltweiten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes und des Baumaschinensektors ab. Sollte das Marktumfeld der genannten Branchen stärker wachsen als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology ist wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und speziell der individuellen Mobilität bestimmt. Trotz gestiegener Rohstoffpreise, deutlich erhöhter Inflationsraten und der hohen Unsicherheit über Gaslieferungen und Energiepreise wird aufgrund des gebuchten Neugeschäfts eine wachsende Nachfrage nach unseren Produkten und Technologien erwartet. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Innovationskraft zunehmend zu wesentlichen Erfolgsfaktoren im Wettbewerb.

Neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit prüft, bewertet und verfolgt Automotive Technology auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, künftige Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung und Fokussierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine zunehmende Digitalisierung, auch an den Produktionsstandorten.

Als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme der Automobilbranche sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen erfüllt, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien wollen wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten und einen Beitrag zum noch sichereren Fahren leisten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen. Dies gilt insbesondere, falls sich das Marktumfeld nach den Einbrüchen infolge der gestiegenen Rohstoffpreise, der hohen Inflation, der Corona Lockdowns in China und des drohenden Gasmangels im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine schneller erholt als erwartet, teilweise unterstützt durch staatliche Förderprogramme, wie aktuell in China praktiziert.

Weitere Chancen ergeben sich, falls wir mit den Effizienzsteigerungsprogrammen, die wir konsequent vorantreiben, höhere Einsparungen erzielen als erwartet.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; dessen Entwicklung hängt wesentlich von der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir im Jahr 2019 mit der Ausarbeitung der Strategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um mehr als 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet insbesondere Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern. Zusätzlich wurde ein Performance-Programm aufgesetzt, um weitere Maßnahmen kurz- bis mittelfristig umzusetzen. Dies wird die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. Wenn es uns gelingt, diese Maßnahmen schneller als erwartet umzusetzen, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Einer der Schwerpunkte unserer Strategie 20-30 ist das Investitionsprogramm. Im Verlauf des Programms sollen durch umfangreiche Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen und gleichzeitig die Voraussetzungen für kostensenkende strukturelle Maßnahmen geschaffen werden. Die Kerninvestitionen des Programms befinden sich mittlerweile bereits alle in der Umsetzung. Mit der Inbetriebnahme des zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg Anfang September 2022 wurde der erste Baustein des Programms bereits erfolgreich abgeschlossen. Mit diesem Ofen wollen wir eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen erreichen, zum Beispiel für Außenhautteile in Automobilen. Weitere Chancen eröffnen sich im Bereich Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Diese Marktentwicklung möchten wir durch gezielte Investitionen in ein Doppelreversiergerüst sowie eine Glüh- und Isolierlinie begleiten und dadurch unsere Kompetenzen bei Stählen für die Elektromobilität weiter ausbauen. Insgesamt sind wir der Überzeugung, dass das Investitionsprogramm unsere Markt- und Wettbewerbsposition in puncto Technologie und Qualität deutlich stärken wird.

Darüber hinaus bietet auch die Transformation hin zur Klimaneutralität große Möglichkeiten. Viele unserer Kunden signalisieren ein starkes Interesse an klimafreundlichen Stahlprodukten. Hintergrund dafür sind zum einen ihre eigenen Dekarbonisierungsziele, zum anderen die Erwartung ihrer Endkunden im Hinblick auf CO2-reduzierte Produkte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir erfolgreich unsere neue Produktfamilie bluemint® Steel für CO2-reduzierte Stähle am Markt platziert und in allen Vertriebsbereichen zertifizierte Mengen CO2-reduzierten Stahls ausgeliefert. Dabei konnten wir ein Preispremium gegenüber den konventionellen Produkten erzielen. Die Produktionsmengen bei bluemint® Steel wollen wir in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Mit der geplanten Investition in eine Direktreduktionsanlage mit Einschmelzern eröffnet sich für Steel Europe die Chance, am neu wachsenden und profitablen Markt für grüne Produkte langfristig zu partizipieren und diesen aktiv mitzugestalten.

Marine Systems - Durch einen neuerlichen Großauftrag im Unterwasserbereich hat Marine Systems seine Marktposition weiter ausbauen können. Sowohl Auftragseingang als auch Auftragsbestand liegen auf überdurchschnittlich hohem Niveau und übertreffen die Planung. Die Reichweite des Auftragsbestands beträgt mehr als sieben Jahre und bringt Marine Systems mittelfristig in der U-Boot-Fertigung am Standort Kiel an die Kapazitätsgrenze.

Zugleich werden das "Sondervermögen Bundeswehr", die strukturelle Erhöhung des Verteidigungsetats in Deutschland sowie die geopolitische Lage zu zusätzlichen, weltweiten Absatzchancen bei U-Booten, Überwassereinheiten, der Elektronik sowie dem Service von Marine Systems führen. Um auf diese steigende Nachfrage vorbereitet zu sein, wurde der Erwerb der MV Werft Wismar vollzogen. Dadurch erhält Marine Systems zusätzliche Kapazitäten auf dem neuesten technischen Stand, die für den Bau von Überwasserschiffen und zivilen Projekten sowie nach Anpassungen auch für den Bau von U-Booten geeignet sind. Für den Standort Wismar ist ein flexibler Mitarbeiteraufbau je nach Auftragseingang vorgesehen.

Parallel sieht Marine Systems erhebliche Chancen, mit seinem Know-how und seinen Kompetenzen zivile maritime Geschäftsfelder zu erschließen; Anknüpfungspunkte könnten unbemannte Fahrzeuge, die Brennstoffzellen-Technologie oder unterseeische Munitionsräumung sein.

Die Umsetzung des Standortkonzepts für Kiel schreitet planmäßig voran und wird die Abarbeitung des Auftragsbestands wirksam unterstützen. Begleitet werden diese Investitionen in die Zukunft des Standorts durch umfassende Nachhaltigkeitsinitiativen im Zusammenhang mit dem Umwelt- und Energiemanagement. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen Chancen, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Multi Tracks - Das Ziel unseres Großanlagenbaus ist, zum grünen Wandel der Industrie beizutragen und diesen durch technologische Entwicklungen mitzugestalten. Hierzu forschen wir an Technologien und Innovationen, mit denen sich die im jeweiligen Produktionsprozess entstehenden Treibhausgase wesentlich verringern lassen. Auf diese Weise wollen wir unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern und weiter ausbauen.

Im Chemieanlagenbau bestehen insbesondere Chancen im Bereich grüner Ammoniak, der als notwendiger Infrastrukturbaustein in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ebenso benötigt wird wie im Bereich Düngemittelproduktion mit nachhaltigen Verfahren. Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen möchten wir nutzen und uns mit entsprechenden Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder erschließen.

Im Zementanlagenbau konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen ersten Auftrag zum Bau eines CO2-neutralen Zementwerks unter Anwendung unserer patentierten Oxyfuel-Technologie gewinnen. Damit haben wir die Grundlage geschaffen, um unsere Lösungen zur CO2-Reduktion erfolgreich in eine Vielzahl von Projekten einzubringen. Wir sehen große Chancen, diese CO2-Vermeidungstechnologien im Markt zu verankern. Zudem wollen wir unsere Marktposition im Bereich Service und Automation weiter ausbauen und sehen große Chancen, den margenstarken Service-Anteil am Umsatz weiter zu steigern.

Dank unseren Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse, die wir in der eigenständigen Einheit thyssenkrupp nucera gebündelt haben, stehen die Chancen gut, dass wir von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff profitieren können. Diesen Startvorteil wollen wir nutzen. Unsere bevorzugte Option ist eine Platzierung am Kapitalmarkt; dadurch wollen wir den Wert des Geschäftsbereichs sichtbar machen und weiteres Wachstum finanzieren. Die Entscheidung über einen potenziellen Börsengang hängt von der Situation am Kapitalmarkt ab.

Sofern sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die grundsätzliche Chance, dass das Segment Multi Tracks die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. andere Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. In Erweiterung dieser Perspektive um Nachhaltigkeitsaspekte umfasst unsere überarbeitete ganzheitliche Risikodefinition jetzt auch mögliche negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima.

Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp bei Aufrechterhaltung der Gasversorgung

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt mit seinen strukturierten Prozessen zu einer effizienten Steuerung der Gesamtrisiken in der Gruppe bei. Aus heutiger Sicht und unterstützt durch das Ergebnis einer Risikotragfähigkeitsanalyse auf Gruppenebene liegen unverändert keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden, sofern die Gasversorgung für unsere Industrieanlagen insb. bei Steel Europe aufrechterhalten werden kann. In einem extremen Verfügbarkeitsszenario sind dabei irreparable Schäden an der Kokerei und weiteren Aggregaten nicht vollständig auszuschließen.

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, setzt das voraus, dass wir Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

In unserer Governance, Risk and Compliance Policy (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung bei thyssenkrupp definiert. Allgemeingültige und übergreifende risikopolitische Grundsätze der Gruppe als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, gruppenweit einheitliches und aktives Risikomanagement sind in der Gruppenrichtlinie "Risk und Internal Control" beschrieben. Zu den in den Grundsätzen verankerten Zielen des Risikomanagements bei thyssenkrupp gehört, das Risikobewusstsein in allen Gruppenunternehmen und in der thyssenkrupp AG zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Dafür ist es wichtig, Risiken und Chancen in der Gruppe transparent aufzubereiten und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.

Grundlagen der Risikostrategie und Risikopolitik verbindlich festgelegt

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem sowie anderen Managementsystemen. Das Zusammenspiel der einzelnen Governance-Systeme bei thyssenkrupp gemäß unserer GRC-Policy können Sie der Erklärung zur Unternehmensführung entnehmen. Details zu einzelnen Verantwortlichkeiten im Risikomanagement-Prozess sowie weitere Vorgaben haben wir in der Gruppenrichtlinie "Risk und Internal Control" einheitlich und verbindlich definiert.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir in der ganzen Gruppe implementiert; wir entwickeln sie im Falle neuer Anforderungen fortlaufend weiter.

Risikomanagement umfasst gruppenweit einheitliche Teilprozesse und folgt standartisierten Prozessvorgaben.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Risikoidentifikation

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. in der Budgetplanung berücksichtigten operativen Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken in den etablierten Controlling-Gesprächen unter Einbindung des Finanzvorstands trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, denn hier werden Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt.

Risiken in maßgeschneiderten Verfahren identifiziert

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Risiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Risikoprämissen. Diese gruppenweiten Risikoszenarien betreffen vor allem Wachstumseinbrüche in wesentlichen Volkswirtschaften sowie andere exogene Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken strukturiert zu erfassen und die Risikoinventur durchzuführen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen über mehrere Jahre gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein in der Gruppe flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im gruppenweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Unser internes Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, Risiken in den Geschäftsabläufen zu verringern. Näheres dazu finden Sie im Abschnitt zur Risikosteuerung.

Risikobewertung

Risiken, die erkannt wurden, werden nach zentralen Vorgaben einheitlich bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen - gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum - leiten wir Risikoklassen ab. Sollten die Ergebnis- und die Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken voneinander abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß der folgenden Grafik in die Risikoklassen "hoch", "mittel" oder "gering" einordnen.

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Mögliche negative Auswirkungen unseres eigenen Handelns auf nichtfinanzielle Aspekte wie Umwelt und Klima bewerten wir unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsdimension darüber hinaus auch qualitativ.

Risikosteuerung

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen Risiken zu formulieren und deren Umsetzung anschließend systematisch nachzuverfolgen sowie auf Wirksamkeit zu prüfen.

Maßnahmen zur Risikosteuerung für alle Risiken hinterlegt

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Bruttorisiken Risiken verhindern Risiken übertragen Risiken reduzieren Nettorisiken

Wir verhindern die Entstehung von Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere gruppenweit relevante Richtlinien verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Unternehmen der Gruppe versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Unsere interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Für alle Unternehmen der Gruppe gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen der Unternehmensgruppe unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern. In seiner Ausgestaltung betrachtet das interne Kontrollsystem bei thyssenkrupp alle wesentlichen Geschäftsprozesse und geht über Kontrollen im Rechnungslegungsprozess hinaus.

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Im Rechnungslegungsprozess selbst tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen beispielsweise dazu bei, dass der Gruppenabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Gruppensystem, das auf Standardsoftware basiert, und gewährleisten dadurch ein einheitliches Vorgehen; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen. Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Bei relevanten IT-Systemen führen wir regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter, passen die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an und nutzen dafür eine standardisierte RisikoKontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess. Im Interesse einer gruppenweit vergleichbaren Transparenz des jeweils vor Ort implementierten internen Kontrollsystems ist die Nutzung einer einheitlichen IT-Anwendung verpflichtend.

Als Abschluss ihrer unterjährigen Kontrollen und Überwachungsaktivitäten bestätigen die Segmente am Ende des Geschäftsjahres in einem sogenannten In Control Statement die Richtigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation zum internen Kontrollsystem für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden auf Gruppenebene zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Die wesentlichen Risiken der Gruppe präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen die wesentlichen Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Verantwortlichen der Gruppe teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp auf hohem Niveau weiter zu stärken.

Regelmäßig und bei Bedarf schulen wir die mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem betrauten Mitarbeiter und nutzen unter anderem unsere gruppenweiten internetbasierten Anwendungen, um die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse der Risikoinventur, der RisikoKontroll-Matrix und des Selbstbewertungsprozesses nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen sollen dazu beitragen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem effizient zu überwachen, und sie liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken in der Gruppe weiter verbessern können.

Unsere standardisierten Risikomanagement-Prozesse sind wesentlich, um Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation der Gruppe zu informieren. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten jedoch nicht gänzlich ausschließen. Zu unserer Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems verweisen wir auf die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen,
finanzwirtschaftliche Risiken,
rechtliche Risiken und Compliance-Risiken,
Risiken aus operativer Tätigkeit.

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab. Veränderungen bei vereinzelten Risikoeinschätzungen gegenüber dem Vorjahr haben sich im Wesentlichen als Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen sowie aus gestiegenen Kapitalkosten ergeben.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleibt.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind aufgrund der Ungewissheiten im Hinblick auf den weiteren Kriegsverlauf in der Ukraine und einer nicht auszuschließenden geografischen Ausdehnung des Konflikts sowie der wirtschaftlichen Folgen des Kriegs von extremer Unsicherheit geprägt. Weitere Liefereinschränkungen bei Öl und Gas, hohe Strom-, Energie-, Material- und Rohstoffpreise in einem höchst volatilen Umfeld und damit verbundene Befürchtungen nochmals steigender Inflationsraten mit negativen Auswirkungen auf die Konsum- und die Investitionsbereitschaft sowie anhaltende bzw. verschärfte Lieferengpässe bei Vorprodukten bergen erhebliche Risiken für die künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Die Konjunkturprognosen sind aufgrund vielschichtiger Unwägbarkeiten von extremer Unsicherheit geprägt.

Auch die Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie, insb. im Hinblick auf neue Virus-Mutationen sowie erneute Lockdown-Maßnahmen, kann unsere Geschäftsaktivitäten belasten und die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen erheblich beeinträchtigen.

Zudem existieren zahlreiche weitere geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, wie sich die bestehenden handelspolitischen Konflikte und globalen Krisenherde weiter entwickeln werden. Auch wiederkehrende Flut- oder andere Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels stellen ein bedeutendes Wachstumsrisiko dar. Dies gilt auch für eine mögliche mittelfristig stärkere und dauerhafte Abschwächung der chinesischen Wirtschaft auch als Folge der Null-Covid-Strategie des Landes.

Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung, insb. in einigen Ländern Europas, deutlich angestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Kaufkraftverluste und Pandemiefolgen sowie Unsicherheiten aufgrund volatiler Wechselkurse und weiterer Zinserhöhungen könnten diese Entwicklung noch verstärken.

Falls sich die Wirtschaft aufgrund der genannten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickelt, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp aufgrund der weiterhin großen Unsicherheiten in einem höchst volatilen Umfeld aktuell als "hoch" einzuschätzen.

Die wirtschaftliche Entwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Negative-Case-Szenario die Effekte einer sich weiter abschwächenden Konjunktur für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Regulatorische Risiken - Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp unverändert als "mittel" ein.

Anforderungen aus neuen Gesetzen können Risiken für unsere Geschäftsmodelle mit sich bringen.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder unsere Produkte oder Technologien langfristig nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Finanzielle Risiken durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert die Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Über weitere Details dazu berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Tochterunternehmen weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir gruppenweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Tochterunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist, das Zinsänderungsrisiko aus Geldanlagen und -aufnahmen zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen weiterhin als "gering" zu bewerten.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Somit sind Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften oder auch Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken bewerten wir aktuell aufgrund höherer Kapitalkosten in Folge steigender Zinsen als "mittel" und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Bei Wertberichtigungsbedarf bilden wir entsprechende bilanzielle Vorsorgen.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. In der thyssenkrupp-Gruppe werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines SoftwareTools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten RisikomanagementProzesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von unseren eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert unverändert als "mittel" ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und einheitlich klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken in den Bereichen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht, da diese sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden ein enormes Schadenspotenzial haben. Details zum Compliance-Programm sowie weitere Informationen zur Compliance-Organisation können Sie dem Kapitel "Compliance" entnehmen.

Ein striktes Compliance-Programm wirkt potenziell hohen Schäden bei Verstößen entgegen.

Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt unverändert als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Die weltweite Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt es mit sich, dass sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen Risiken ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, und wir benötigen Energie. Die entsprechenden Einkaufspreise sind im Berichtsjahr im Wesentlichen als Folge des Kriegs in der Ukraine signifikant angestiegen; sie können je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen auch zukünftig stark belasten. Die Verfügbarkeit einzelner Energieträger (z.B. Gas), Vormaterialien (z.B. Halbleiterprodukte) oder Transportwege für Rohstoffe können eingeschränkt sein. Lieferanten oder Transportkapazitäten können ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken bewerten wir unter Berücksichtigung der bereits in der Planung berücksichtigten höheren Einkaufspreise aufgrund aktueller Verfügbarkeitsrisiken weiterhin als "mittel".

Risiken in der Lieferkette und insbesondere die Verfügbarkeit von Energie und Vormaterialien sind kontinuierlich unter Beobachtung.

Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen sollen den Beschaffungsrisiken entgegenwirken. Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir mit einer strukturierten Energiebeschaffung. Wir arbeiten darüber hinaus in allen Geschäften daran, unsere Abhängigkeit von Gas zu reduzieren, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten. Sollten dennoch Energie oder Vormaterialien nicht oder nicht fristgerecht verfügbar sein, haben wir im Rahmen unseres Business-Continuity-Managements geschäftsspezifische Notfallpläne entwickelt, um die Folgen möglichst gering zu halten. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir arbeiten daran, diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen entgegenzuwirken. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir unverändert als "mittel" ein.

Mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen und Anlageninvestitionen beugen wir produktionsbedingten Betriebsunterbrechungen vor.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken und damit verbundene Personenschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheitsorganisation zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen dazu beitragen, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken entstehen teilweise verfahrensbedingt Umweltrisiken im Zusammenhang mit der Verunreinigung von Luft und Wasser. Darüber hinaus können auf eigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei sich verfestigenden Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen begegnen wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft. Als Unternehmensgruppe mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Die Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir unverändert als "gering" ein und begegnen ihnen mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem Debitorenmanagement, das der Begrenzung von Forderungsausfällen dient, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen oder unterschiedliche Auslegungen der abgeschlossenen Verträge sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir zusammengenommen weiterhin als "mittel".

Im Rahmen der Vertragsgestaltung von Neuaufträgen versuchen wir, bereits bei Auftragsvergabe mögliche Risiken im Projektablauf zu antizipieren, um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Wir entwickeln unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir - gemessen an unseren Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A - unverändert als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Cyberrisiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen und auch auf thyssenkrupp nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen mit dem Ziel der Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDV-Sicherheitsfachleute unterstützend; sie wird kontinuierlich personell aufgestockt. Zusätzlich überprüft das thyssenkrupp eigene Cyber Defense Center regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Ein sehr wichtiges Thema ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikations- und Schulungskampagnen durch und arbeiten daran, dass die Vertraulichkeit von Informationen dank entsprechender technischer Unterstützung gewahrt bleibt.

Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten und -koordinatoren der Gruppe stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den jeweils anwendbaren lokalen Gesetzen verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger und Fachkräfte nicht in ausreichendem Maße bzw. nicht in der erforderlichen Qualifikation zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation der Gruppe kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Pandemiebedingt kann es darüber hinaus zu vorübergehenden Personalengpässen kommen, wobei der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter für uns höchste Priorität hat. Auch andere Extrem-Ereignisse, wie Naturkatastrophen, Terroranschläge oder schwere Unfälle, können zu einem Mitarbeiterausfall führen. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt unverändert als "gering" ein.

thyssenkrupp positioniert sich auf den sehr dynamischen Arbeitsmärkten weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an die Gruppe. Dazu gehören eine konsequente Führungskräfteentwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme einschließlich betrieblicher Sozialleistungen sowie zeitgemäßer Arbeitsbedingungen. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunkt-Universitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt zu qualifizierten Studenten auf, um Nachwuchs für uns in ausreichender Anzahl und Qualität zu gewinnen.

Operative Risiken der Geschäfte

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- und auf der Absatzseite. Dies beeinflusst die Ergebnissituation sowie das NettoUmlaufvermögen des Segments. Das zeigte sich auch im Berichtsjahr: Bis zur Mitte des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2021/ 2022 hat Materials Services vom Konjunkturzyklus profitiert, seitdem sind jedoch gegenläufige Effekte, d.h. eine zunehmende Marktabkühlung, zu beobachten.

Darüber hinaus werden Supply-Chain-Disruptionen immer häufiger und vielfältiger - seien sie bedingt durch den Krieg in der Ukraine, Sanktionen, Marktabschottung, den Klimawandel oder weiterhin durch die Corona-Pandemie. Umso deutlicher zeigt sich, wie essenziell strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten für die Stabilität des Beschaffungsprozesses sind: Dank seiner Multi-Sourcing-Strategie kann Materials Services kurzfristig auf mögliche Störungen in der Lieferkette reagieren. Die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor seines Geschäftsmodells; deshalb arbeitet das Segment permanent daran, seine Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Materials Services forciert strategische Partnerschaften mit Lieferanten.

Eine mögliche Gasknappheit im europäischen Marktumfeld in den Wintermonaten 2022/2023 hätte nur marginalen Einfluss auf die Verarbeitungsprozesse bei Materials Services selbst. Indirekt würde sie sich jedoch in Form von Nachfragerückgängen bei unseren Kunden auf unser Geschäft auswirken. Ähnliche Auswirkungen könnten ab Herbst auch weitere Wellen der Corona-Pandemie haben. Solchen Risiken begegnen wir durch unsere breite internationale Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl der Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige -sowie durch unseren hohen Diversifizierungsgrad: Materials Services kann sowohl etwaige Produktionsstopps bei einzelnen Kunden als auch branchenspezifische Nachfragerückgänge abfedern. Dadurch ergibt sich insgesamt eine signifikante Risikostreuung.

Darüber hinaus will Materials Services seine Absicherung gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen und Wechselkursen auf Basis von Big Data weiter verbessern. Dem Risiko von Forderungsausfällen wiederum begegnet das Segment durch systematisches Management des NettoUmlaufvermögens und ein effizientes Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente ist vor dem Hintergrund zunehmender Konjunkturrisiken unverändert hoch.

Industrial Components - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Risiken vor allem durch die als Folge von politischen Krisen gestiegene Volatilität des wirtschaftlichen Umfelds. Unter anderem dadurch könnten Faktorkosten, beispielsweise beim Vormaterial und der Energie, künftig noch stärker steigen als ohnehin erwartet, was sich negativ auf die Ergebnismargen auswirken könnte. Eine mögliche Gas- und Energieversorgungsknappheit insbesondere in Deutschland kann zu Produktionsausfällen, Kurzarbeit und höheren Kosten für die Ersatzbeschaffung von produktionsnotwendigen Materialien und Komponenten führen. Lieferkettenstörungen aufgrund anderer Ereignisse, etwa Corona-Lockdowns, können die Beschaffung wie auch die Nachfrage negativ beeinflussen.

Im Anwendungsbereich Windenergie gibt es darüber hinaus Nachfragerisiken, da diese - teilweise -abhängt von nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energien bzw. durch Verzögerungen bei der Umsetzung von Dekarbonisierungsinitiativen gehemmt wird. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Störungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau könnten das Erreichen unserer Ziele in diesen Märkten gefährden. Markt-, Preis- und Kostenrisiken begegnen wir, soweit möglich, mit kontinuierlichen Verbesserungen, Effizienzsteigerungen und einer höheren Flexibilisierung unserer Prozesse. Zudem investieren wir in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

In unserem Schmiedegeschäft bedeuten veränderte Wechselkursrelationen Risiken für Umsatz und Ergebnis, und zwar sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Eine deutlich schnellere - als bereits in der eigenen Planung unterstellte - Elektrifizierung im Bereich Pkw und Lkw kann ein temporäres Risiko für einzelne Standorte bedeuten. Neben dem Hochlauf einer neuen Linie für geschmiedete Vorderachsen arbeiten wir an der weiteren Ausweitung und Lokalisierung unseres verbrennerunabhängigen Industriegeschäfts sowie der Entwicklung neuer Produkte.

Letztlich stellt neben der Energiewende hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem auch die Entwicklung der Strom- und Gaspreise die gesamte energieintensive Industrie und damit auch unsere Schmiedestandorte in Deutschland und Italien vor große Herausforderungen.

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Der Automobilsektor konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zunehmend erholen, doch haben Versorgungsengpässe bei Vormaterialien und -produkten sowie Corona-Lockdowns in China den Fahrzeugmarkt stark beeinflusst.

Die durch Krieg und Pandemie verursachten Versorgungsengpässe - vor allem die anhaltende Halbleiterknappheit - führen zu massiven Lieferverzögerungen. Zudem tragen der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen gegen Russland und Restriktionen in China im Rahmen der dortigen Null-Covid-Strategie zu einer Erhöhung der Preise von Rohstoffen und Zwischenprodukten bei.

Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren, sind verstärkte Lokalisierungen sowohl auf Lieferanten-als auch auf Produktionsseite, die weitere Diversifizierung bei den Lieferanten und Vertriebswegen, der Aufbau von direkten strategischen und langfristigen Beziehungen zu den Chip-Produzenten sowie die Erhöhung der eigenen Sicherheitsbestände.

Weitere Diversifizierung bei Lieferanten und Vertriebswegen von Automotive Technology

Als Folge der angespannten Lieferketten in der Automobilindustrie drohen plötzliche Abrufänderungen durch unsere Kunden, die auch bei uns zu Produktionsstillständen und nicht optimalen Werksauslastungen führen können. Sollten diese Risiken eintreten, werden wir zum Beispiel das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um unseren qualifizierten Mitarbeiterstamm zu halten.

Unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang besetzen wir weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Zusätzliche Risiken können sich aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels ergeben, etwa aus Zöllen für Automobilexporte oder Zulieferteile. Mit Ausweitung seiner Kundenbasis, technischen Innovationen und einer verstärkten internationalen Präsenz versucht Automotive Technology, der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegenzuwirken.

Neben diesen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, eine hohe Wettbewerbsintensität und einen weiter zunehmenden Preisdruck. Diesem Preisdruck wollen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und langfristigen Effizienzsteigerungen begegnen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge streben wir an, diesem Risiko entgegen zu wirken. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Logistik- und Lieferkette. Bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität, Ausbringungsprobleme einzelner Lieferanten sowie ein genereller Mangel bestimmter Vormaterialien und Bauteile, etwa von Gas und Halbleiterprodukten, auch zu Produktionsstillständen bei uns und in der Folge bei unseren Kunden führen.

Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten (Lkw, Schiffe, Container) sowie von Infrastruktureinrichtungen. Diesen Risiken wirken wir durch ein systematisches Lieferanten- und Logistikmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit entgegen. Im Hinblick auf die oben beschriebenen Risiken sind wir bestrebt, Force-Majeure-Klauseln in unseren Lieferverträgen zu verankern.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

Automotive Technology sieht sich auch vor dem Hintergrund des Wandels der Autoindustrie hin zu Elektromobilität und Digitalisierung dem Risiko eines zunehmenden Arbeits- und speziell Fachkräftemangels ausgesetzt. Wir begegnen dem durch die konsequente Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie durch Maßnahmen der Mitarbeiterbindung. Neben Modellen der systematischen Nachfolgeregelung und Talentförderung betrifft dies vor allem die Ausbildung einer ausreichenden Zahl junger Nachwuchskräfte. Darüber hinaus erhöhen wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber kontinuierlich mit den sich verändernden Marktbedingungen und haben zum Beispiel weitreichende Modelle hybriden Arbeitens eingeführt. Die Besetzung offener Stellen wird durch das gruppeninterne Jobportal sowie moderne Recruiting-Prozesse unterstützt.

Durch die Digitalisierung der Automobilbranche werden die Angriffsflächen für Cyberangriffe größer. Durch das interne Programm "Accelerate IT Security", die Einführung einer auf die speziellen Anforderungen im Automotive-Bereich abgestimmten Informationssicherheitsrichtlinie, umfangreiche Zertifizierungen nach dem TISAX-Standard und die konsequente Abarbeitung eines definierten Maßnahmenplans versuchen wir, unautorisierte Zugriffe von Fremden auf unsere IT-Systeme zu verhindern.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko schwankender Nachfragen aufgrund von Verwerfungen in der Supply Chain unserer Kunden (u.a. durch die Halbleiterkrise oder den Krieg in der Ukraine) ausgesetzt. Zusätzlich belasten Preissteigerungen unsere gesamte Produktionskette. Diesen Absatzrisiken will Steel Europe mit vertrieblichen Maßnahmen (z.B. Anpassung von Vertragslaufzeiten), Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen begegnen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe mit seiner Technologiekompetenz, die das Ziel hat, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, soll darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität gewährleisten und so maßgeblich dazu beitragen, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert Steel Europe durch intensives Monitoring der Geschäftspartner sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise will Steel Europe mit risikomindernden Beschaffungsstrategien sowie Maßnahmen zur Margensicherung begegnen. Risiken in der Vormaterialversorgung aus zunehmend extremen Wetterbedingungen, die grundsätzlich alle Verkehrsträger betreffen können, reduziert Steel Europe mit vielfältigen Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel der Verlagerung eines Teils der Warenströme auf jeweils nicht betroffene Verkehrsträger oder dem Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen. Pandemiebedingt besteht weiterhin das Risiko einer Unterbrechung globaler Lieferketten.

Wegen der möglichen Verknappung der Erdgasversorgung und da eine Umstellung der Produktionsprozesse auf Erdöl oder Kohle nicht möglich ist, bestehen das erhöhte Risiko der Produktionseinschränkung und bei Unterschreitung eines Erdgas-Mindestbezugs das Risiko von Stilllegungen oder technischen Schäden an unseren Aggregaten. Insbesondere vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Optimierung unserer Produktionsprozesse auch hinsichtlich des Energieeinsatzes gibt es bei Erdgas nur in geringem Maße zusätzliche Einsparpotenziale. Diese Risiken lassen sich nur eingeschränkt bewältigen.

Erdgas-Mindestbezug bei Steel Europe zum Aufrechterhalten der Produktion notwendig

Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der sich verstärkenden Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei den Emissionszertifikaten wird auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) weiterbestehen, etwa durch Verknappung der Zertifikate sowie die Umsetzung der EU-Klimaziele bis 2030. Dem begegnen wir mit unserer Strategie der Sicherungsgeschäfte. Um Risiken aus zu erwartenden Anpassungen im EU-Emissionshandel, insbesondere der Freizuteilung in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bei gleichzeitiger Einführung eines CO2-Grenzausgleichs, signifikant zu senken, beschleunigen wir - um nur eine Maßnahme zu nennen - die Transformation, indem wir die erste Direktreduktionsanlage größer dimensionieren als ursprünglich geplant.

Mit dem Ziel, Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, stellen wir Mittel für die laufende präventive Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereit. Für den Fall einer auch pandemiebedingt möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgeschrieben sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen und Kostenbelastungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu regenerativ dominierten Energiesystemen für die Gas- und Stromversorgung. Bei ihrer grünen Transformation ist die Stahlindustrie jederzeit auf ausreichend verfügbare erneuerbare Strommengen zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen. Das angedachte Konzept eines Industriestrompreises, mit dem der energieintensiven Industrie für die Transformation ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung stehen soll, könnte geeignet sein, etwaige Risiken auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Stahlerzeugung zu minimieren. Diese Diskussion begleiten wir aktiv.

Des Weiteren stehen wir in diesem Zusammenhang vor der Herausforderung, dass temporäre, krisenbedingte Produktionseinschränkungen im Zusammenhang mit einer drohenden Gasmangellage oder auch geänderten technischen Rahmenbedingungen dauerhaft dazu führen, dass die geltenden Entlastungsmechanismen (z.B. CO2-Freizuteilungen) für die Zukunft nicht mehr in Gänze greifen. Auch diese Entwicklung begleiten wir aktiv im Rahmen der aktuellen Reform des EUEmissionshandels.

Marine Systems - Technischen und terminlichen Risiken in den Bestandsaufträgen, die häufig von der Entwicklung neuer Systeme und Komponenten herrühren, will Marine Systems durch die strukturierte Umsetzung eigener technischer Mitigationsmaßnahmen und ein konsequentes Lieferanten- und Risikomanagement begegnen.

Im Exportgeschäft bestehen wegen möglicher politischer Entwicklungen in Kundenländern oder umliegenden Regionen grundsätzlich Risiken durch nicht erteilte Exportgenehmigungen für unsere Projekte. Hinsichtlich der von uns bedienten Kundenbasis und der aktuellen geostrategischen Lage sieht Marine Systems gegenwärtig zwar in einem Fall Verzögerungen bei Erteilung einer Exportgenehmigung, jedoch keine Indizien für ein generelles Versagen dieser Genehmigung seitens der Bundesregierung. Die anhaltende Rohstoff- und Komponentenknappheit sowie Störungen in unseren Lieferketten machen sich zunehmend als Termin- und Kostenrisiken in unseren Bestandsaufträgen bemerkbar. Die Auswirkungen dieser Risiken sind bislang aufgrund der sehr langfristig angelegten Projektbearbeitung beherrschbar.

Die Preisentwicklung und die möglichen Lieferengpässe beim Erdgas verfolgt Marine Systems mit Sorge. Im Produktionsprozess spielt Erdgas zwar nur eine untergeordnete Rolle, gleichwohl wären bei einem auch nur vorübergehenden Lieferstopp Auswirkungen auf einzelne Gewerke nicht auszuschließen, etwa bei der Schweißvorbereitung oder in der Glasfaser-Verbundstoff-Fertigung. Marine Systems begegnet diesem Risiko mit einem Notfallplan.

Im Exportgeschäft verlangen Aufträge mit Wertschöpfungsanteilen im Kundenland sowie in anderen Nicht-Euro-Währungsräumen aufgrund der gegenüber Vorjahren erhöhten Marktvolatilität ein sorgfältiges Beobachten und Steuern wechselkurs- und inflationsbedingter Risiken.

Marine Systems nimmt zudem Anzeichen einer Änderung der Nachfrage- und Angebotsverhältnisse auf den Märkten für Fachkräfte wahr und stellt sich dem durch ein intensiviertes und zielgerichtetes Recruiting. Bislang sind keine signifikanten Störungen durch fehlendes Know-how eingetreten.

Multi Tracks - Das Marktumfeld in unserem Anlagenbau ist herausfordernd. Grund dafür sind neben der Volatilität aufgrund der weiterhin pandemischen Situation Lieferengpässe sowie der Krieg in der Ukraine mit den sich hieraus ergebenden Folgen. Das Servicegeschäft ist weitgehend stabil. Durch den Verkauf der Geschäftseinheit Mining wurden Projekt- und Marktrisiken im Anlagenbau reduziert.

Den Risiken in der Abwicklung langfristiger und technisch komplexer Aufträge im Anlagenbau wollen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei einem kleineren Anteil von Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge). Zur Risikominimierung bei laufenden Aufträgen oder bei der Anbahnung von neuen Großaufträgen werden bei Bedarf auch externe Beratungen hinzugezogen.

Bei Springs & Stabilizers bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Abrufvolumen aufgrund der anhaltenden Halbleiter-Krise der Automobilindustrie und von Corona-Lockdowns in China und daraus resultierenden Produktionsproblemen unserer Kunden. Lieferengpässe und der Krieg in der Ukraine beeinflussen das Umfeld zusätzlich. Risiken bestehen zudem aufgrund der zuletzt dynamischen Material- und Energiepreissteigerungen.

Im Bereich Automation Engineering wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zur Anpassung der Kapazität umgesetzt. Der Markt im Bereich Antriebsmontage bleibt mit Unsicherheiten behaftet. Die operative Entwicklung ist weiterhin abhängig von stabilen Auftragsbearbeitungen und Lieferketten.

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2022 dargestellt. Tatbestände der §§289a und 315a HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10% der Stimmrechte überschreitende direkte Kapitalbeteiligungen

Zum 30. September 2022 besteht eine direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21% der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG laut einer freiwilligen Information vom September 2022.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§84, 85 AktG und §31 MitbestG in Verbindung mit §6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat die Hauptversammlung die Satzung in §5 erweitert und die Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals mit der Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss beschlossen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Mit Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 3. Februar 2027

das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen auszuschließen, unter anderem bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen und bei Barkapitalerhöhungen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegebenen Aktien darf insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechte, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten ausgegeben werden oder auszugeben sind.

mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, unter anderem bei Ausgabe gegen Sacheinlagen und bei Barzahlung, wenn der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen den ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet.

Der anteilige Betrag der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aufgrund der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten auszugebenden Aktien darf insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Grenze wird angerechnet, wenn (i) unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien Gebrauch gemacht wird oder (ii) Aktien zur Bedienung von aus anderen Ermächtigungen begebenen Rechte, die zum Bezug von Aktien berechtigen oder verpflichten ausgegeben werden oder auszugeben sind.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Als Verwendung eigener Aktien ist der Vorstand beispielsweise ermächtigt, diese mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barleistung zu veräußern, wenn der Veräußerungspreis den Börsenpreis von Aktien der zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet und deren rechnerische Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,5 Mrd €. Bei dem größten Teil dieser Kreditlinien haben die Banken unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50% der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.
Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 3,2 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50% des Grundkapitals bzw. mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen. In den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrags durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels vereinbart worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30% der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach §291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50% des Wertes der Gesellschaft. Im Falle eines Kontrollwechsels haben Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch die Vorstandsmitglieder haben diese Anspruch auf eine Abfindung in Höhe des Jahresfestgehalts und der voraussichtlichen STI-Leistungen für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags, jedoch begrenzt auf maximal zwei Jahresvergütungen, bestehend aus Festgehalt und STI. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt. Die zugehörigen Regelungen sind im "Vergütungsbericht" im Abschnitt "Leistungen bei Vertragsbeendigung -Change of Control" dargestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst sämtliche Bereiche unserer Unternehmensgruppe. Dabei werden sowohl nationale Regelungen wie die Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" eingehalten als auch weitere gängige Standards mitberücksichtigt. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§289 f Abs. 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate-Governance-Berichterstattung. Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß §161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2022 auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde:

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AGzu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2021 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 28. April 2022 entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2022

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Einbindung in die Gruppe berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2022 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder

Das geltende Vorstandsvergütungssystem, das von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 96,70% des vertretenen Grundkapitals gebilligt wurde, sowie die Vergütungsberichte der letzten Geschäftsjahre einschließlich des jeweils zugehörigen Vermerks des Abschlussprüfers und der letzten Beschlüsse der Hauptversammlung zu Vergütungssystem und Vergütungsbericht sind auf unserer Website verfügbar. Den Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2021/2022 finden Sie zudem im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate-Governance > Vergütungsbericht

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild der Gruppe Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln unseres Handelns sowie unseres Verhaltens gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. thyssenkrupp verfolgt zudem die Strategie, in den einzelnen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Über unsere umfassende Nachhaltigkeitsagenda informieren wir ausführlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung integriert im Geschäftsbericht. Eine Übersicht der nichtfinanziellen Angaben finden Sie im gleichnamigen Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" und unter anderem in den Kapiteln "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" und "EU-Taxonomie" sowie auf unserer Website.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem gruppenweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe gültigen GRC-Policy verankert ist.

Der organisatorische Rahmen des integrierten GRC-Modells ist bei thyssenkrupp das Three-Lines-Modell. Es veranschaulicht, auf welcher Ebene (Linie) welche Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement im weiteren Sinne in der Unternehmensgruppe liegen. Es hilft Organisationen, Strukturen und Prozesse zu identifizieren, die eine starke Governance und ein starkes Risikomanagement ermöglichen.

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

MODELL DER 3 LINIEN

In der ersten Linie (First Line) werden die Tätigkeiten (einschließlich des Managements von Risiken) und der Einsatz von Ressourcen unter Berücksichtigung externer und interner Vorgaben geleitet und gelenkt, dorthin wo sie erforderlich sind. Risiken sollen dort verhindert bzw. erfasst und reduziert werden, wo sie entstehen können, d.h. auf operativer Ebene in den Geschäften.

Dies geschieht, indem die Risiko- und Kontrollverantwortlichen vor Ort konkrete Maßnahmen des Risikomanagements und der Compliance ergreifen und die Vorgaben des internen Kontrollsystems umsetzen. Alle Mitarbeitenden in der First Line sind dazu aufgefordert, bewusst und eigenverantwortlich mit Risiken im Rahmen ihrer Kompetenzen und unter Einhaltung der Gesetze und der von thyssenkrupp vorgegebenen internen verbindlichen Regelungen umzugehen und somit Risiken angemessen zu steuern. Über die Leitung der Segmente erfolgt ein ständiger Dialog mit dem Vorstand der thyssenkrupp AG über geplante, tatsächliche und erwartete Ergebnisse im Zusammenhang mit den Zielen der Organisation sowie über Risiken.

Die zweite Linie (Second Line) gestaltet die konkrete Governance für die thyssenkrupp Unternehmensgruppe und legt entsprechende Mindestvorgaben für Systeme und Prozesse zur Anwendung in der First Line fest.

Sie setzt den Rahmen für die Zusammenarbeit in der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und formuliert gruppenweit gültige Vorgaben für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance - etwa durch verbindliche interne Regelwerke. Die spezifische Ausgestaltung der Governance erfolgt risikoorientiert und liegt im Ermessen des Vorstands.

Die Verantwortung des Managements zur Erreichung der Organisationsziele umfasst sowohl Rollen der ersten als auch der zweiten Linie.

Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance soll ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet werden.

Wesentliche Merkmale unseres Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der gruppenweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Compliance Verstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstößen, insbesondere in Bezug auf unsere Compliance Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht, begegnen wir mit "Null Toleranz". Gleichzeitig bringt das Compliance Commitment aber auch unsere positive Grundhaltung zu Compliance zum Ausdruck: Wir halten uns aus Überzeugung an die Regeln.

Der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, berichtet über den zuständigen Head of Corporate Center an das für Compliance zuständige Vorstandsmitglied der thyssenkrupp AG.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als dritte Linie (Third Line) überwacht die Gruppen Funktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit, Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Prozesse, der internen Kontrollen sowie des Risikomanagements. Sie unterstützt die Unternehmensleitung und das Management bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion und berichtet direkt und unabhängig an den Vorstand der thyssenkrupp AG sowie bei Bedarf an den Aufsichtsrat. Die Unabhängigkeit von Internal Auditing gewährleistet, dass sie in ihrer Planung und bei der Durchführung ihrer Arbeit frei von Behinderungen und Voreingenommenheit ist sowie ungehinderten Zugang zu den erforderlichen Personen, Ressourcen und Informationen hat. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet halbjährlich bzw. bei Bedarf über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einer externen Qualitätsprüfung (Quality Assessment) unterzogen; das letzte Quality Assessment wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/ 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Ergänzt wird das Modell der drei Linien in Bezug auf die Rechnungslegung durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Mit dem integrierten Governance-, Risiko- und Compliance-Ansatz hat der Vorstand einen Steuerungsrahmen für thyssenkrupp geschaffen und implementiert, der auf ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagement abzielt. Die im Rahmen dieses Ansatzes umgesetzten Maßnahmen zielen ebenfalls auf die Wirksamkeit und Angemessenheit des internen Kontroll- und Risikomanagements ab und werden beispielsweise im Chancen- und Risikobericht näher erläutert. Im Rahmen der Verankerung des Modells der drei Linien und der gesetzlichen Rahmenbedingungen finden zugleich unabhängige Überwachungen und Prüfungen statt, insbesondere durch die Prüfungen der Funktion Internal Auditing und deren Berichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie durch sonstige externe Prüfungen.1)

Aus der Befassung mit dem internen Kontroll- und Risikomanagement sowie der Berichterstattung der Funktion Internal Auditing sind dem Vorstand keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.1)

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Ausschüsse

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe sie beachten. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in §7 Abs. 1 der Satzung und Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Der Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert sie den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Er wird von dem regelmäßig tagenden Executive Committee, bestehend aus den CEOs der Segmente, den Leitern der Corporate Center und einem Vertreter der Regionen beraten. Im Veränderungsprozess zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe können Geschäftskompetenzen so stärker als bisher in die Überlegungen auf Gruppenebene einfließen und die Rolle der Geschäfte weiter stärken.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

1) Bei den Angaben in diesem Absatz handelt es sich um sogenannte lageberichtsfremde Angaben im Sinne der Erläuterungen in den Vorbemerkungen zu diesem Lagebericht.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Gruppenabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebericht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Gruppenabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021/ 2022 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 99,71% des vertretenen Kapitals ebenfalls gebilligt. Damit wurde das am 17. Januar 2014 durch die Hauptversammlung beschlossene System ohne Veränderungen bestätigt. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate-Governance > Vergütungsbericht

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in §9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des §27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden von dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach §27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Verena Volpert [Vorsitzende], Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Tanja Jacquemin, Daniela Jansen und Dirk Sievers), dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Friederike Helfer, Jürgen Kerner, Dr. Ingo Luge, Tekin Nasikkol, Peter Remmler und Dirk Sievers). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten zu den Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Webseite der Gesellschaft veröffentlicht.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen die Aufgaben nicht abschließend übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und deren Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die letzte Selbstbeurteilung wurde im Geschäftsjahr 2019 / 2020 von externer und unabhängiger Seite begleitet.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe unter Nr. 23 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000€ erreicht oder übersteigt. Die im Geschäftsjahr 2021/2022 gemeldeten, bisher getätigten Geschäfte, wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2022 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl des Abschlussprüfers, sowie über die Billigung des Vergütungsberichts. Grundsätzlich können Aktionäre ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann die Hauptversammlung in voller Länge für jedermann live verfolgt werden. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Auf der Webseite haben Aktionäre darüber hinaus auch unterjährig Zugang zu einer Vielzahl von Informationen über ihr Unternehmen.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > Hauptversammlung

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führt einmal im Jahr in einem strukturierten Governance Dialog Gespräche mit institutionellen Investoren über Themen, die den Aufsichtsrat und dessen Arbeit betreffen. Die Präsentation, die für diesen Zweck erstellt wird, steht als ein Element der vielfältigen ESG-Informationen für den Kapitalmarkt ebenfalls auf der Webseite zum Download zur Verfügung.

www.thyssenkrupp.com > Investoren > esg-informationen-fuer-den-kapitalmarkt

Wegen der Corona-Pandemie hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch für die Hauptversammlung 2022 gemäß § 1 Abs. 1 und Abs. 2 des "Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie" ("Covid-Gesetz") entschieden, diese ohne physische Präsenz der Aktionäre und ihrer Bevollmächtigten abzuhalten. Die Aktionäre und Bevollmächtigten konnten ihre Rechte wie bisher schriftlich über das InvestorPortal auf der Webseite von thyssenkrupp ausüben. Die Hauptversammlung wurde in voller Länge auf der Website der Gesellschaft bzw. parallel im InvestorPortal übertragen. Dort standen den Aktionären frühzeitig alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Als zusätzliche Funktion konnten aufgrund des Covid-Gesetzes Fragen bis spätestens einen Tag vor der Hauptversammlung elektronisch im InvestorPortal eingereicht werden. Alle eingereichten Fragen wurden von der Gesellschaft strukturiert nach Themenblöcken beantwortet. Außerdem hatten Aktionäre die Möglichkeit, Stellungnahmen als Text- oder Videobeiträge einzureichen, die ebenfalls auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurden.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/2022 und zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2021 / 2022.

PwC ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2012/ 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2012 nach externer Ausschreibung. Die Pflicht zur externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers nach der EU-Verordnung 537/ 2014 besteht für die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2022 /2023. Am 4. Februar 2022 wählte die Hauptversammlung daher auf Empfehlung des Aufsichtsrats die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) für eine prüferische Durchsicht unterjähriger Finanzinformationen für das Geschäftsjahr 2022 / 2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden. Dem Wahlvorschlag des Aufsichtsrats war eine entsprechende Empfehlung des Prüfungsausschusses nach Durchführung des gesetzlich vorgesehenen Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens für Abschlussprüfer vorausgegangen. Nähere Informationen hierzu sind in der Einladung zur Hauptversammlung und im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe zum 30. September 2022 sind Michael Preiß als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer und Linksunterzeichner sowie Philip Meyer zu Spradow als Rechtsunterzeichner. Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen werden erfüllt.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene und die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindesthöhe des Frauenanteils von 30 % ist seit dem Geschäftsjahr 2019/ 2020 überschritten worden. Zum 30. September 2022 gehörten dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite fünf weibliche Mitglieder, und auf Arbeitnehmerseite drei weibliche Mitglieder an, woraus sich ein Frauenanteil von 40% ergibt.

Für den Frauenanteil Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % mit einer Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Seit der Bestellung von Martina Merz in den Vorstand der thyssenkrupp AG liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 33 %. Mit Beschluss vom 19. Mai 2022 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG von 33 % (eine Person) und eine Zielerreichungsfrist bis zum 30.06.2027 beschlossen.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hatte der Vorstand im April 2017 für die erste Führungsebene von 8 auf 11% und für die zweite Führungsebene von 23 auf 25% mit Zielerreichungsfrist jeweils zum 30. Juni 2022 festgelegt. Zum 30.Juni 2022 beträgt der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 20% und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 19%. Die Zielgröße für die erste Führungsebene wurde übererfüllt, die anvisierte Zielgröße für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands konnte zum 30. Juni 2022 nicht erreicht werden. Zum Zeitpunkt ihrer Festlegung 2017 war die Umstrukturierung mehrerer Corporate Gesellschaften inklusive der thyssenkrupp AG bedingt durch die Transformation hin zu einer Unternehmensgruppe mit vermehrt dezentralen Verantwortlichkeiten und dem damit einhergehenden Personalwechsel nicht absehbar gewesen.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat sich auch für die Zukunft das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern. Mit Beschluss vom 23. Juni 2022 hat er deshalb eine Zielgröße von 33% (fünf Personen) für die erste und von 30 % (vierzehn Personen) für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands und eine Zielerreichungsfrist bis zum 30. Juni 2027 festgelegt. Zudem haben weitere mitbestimmte Gesellschaften in der Unternehmensgruppe Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsleitung und in deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für die Erreichung dieser Ziele beschlossen und beides entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt in Vorstand und Aufsichtsrat, wie insbesondere im Aktiengesetz, im DCGK und in den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften dargelegt. Die dort beschriebenen unterschiedlichen Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind auch im vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand ausgerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: die Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats berücksichtigt die genannten Kriterien bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand. Das Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands ist im Berichtszeitraum, in dem es keine Wechsel im Vorstand gegeben hat, erfüllt. Insbesondere verfügen die Vorstandsmitglieder über langjährige Erfahrung in den ihnen zugewiesenen Ressorts. Zudem ist mit Martina Merz eines von drei Vorstandsmitgliedern weiblich. Ihre Bestellung hat der Aufsichtsrat im Mai 2022 unter Berücksichtigung des Diversitätskonzepts und des Unternehmensinteresses verlängert.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammenzusetzen. Daneben umfasst das Diversitätskonzept zwei weitere wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen, sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss berücksichtigt bei seiner Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat auf Seiten der Aktionärsvertreter das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Der Aufsichtsrat hat die bestehenden Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil entsprechend der Anforderungen des DCGK in seiner aktuellen Fassung im Mai 2020 aktualisiert. Diese sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;

industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance;

Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;

maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann;
das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als 12 Jahre an;

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als 12 Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet);

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil. Die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung werden in den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt, zuletzt bei der Wahl des zuvor gerichtlich bestellten Mitglieds des Aufsichtsrats, Dr. Verena Volpert, in der Hauptversammlung 2021. Nach Auffassung des Aufsichtsrats verfügt er in seiner derzeitigen Zusammensetzung über die im Kompetenzprofil enthaltenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen:

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ANTEILSEIGNERVERTRETER

Russwurm Behrendt Buchner Colberg
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2019 2020 2021 2018
Diversität
Geburtsjahr 1963 1959 1960 1959
Geschlecht m w m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Ingenieur Betriebswirtin Wirtschaftsingenieur Betriebswirt / Wirtschaftsinformatiker
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X X X
Personal/HR2) X - - X
Finanzierung und Kapitalmarkt - - - X
Nachhaltigkeit X X X -
Digitalisierung und IT X - - X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - - X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X X X X
Materials Services - X - -
Industrial Components X X X X
Automotive Technologies X X X X
Marine Systems - - - X
Gather Gifford
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2018 2019
Diversität
Geburtsjahr 1953 1965
Geschlecht w w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Mathematikerin / Betriebswirtin Bankbetriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X
Personal/HR2) X -
Finanzierung und Kapitalmarkt - -
Nachhaltigkeit X X
Digitalisierung und IT X X
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X -
Materials Services - X
Industrial Components - -
Automotive Technologies - X
Marine Systems - -
Günther Helfer Luge Volpert
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2020 2019 2020
Diversität
Geburtsjahr 1967 1976 1957 1960
Geschlecht m w m w
Staatsangehörigkeit deutsch österreichisch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Diplom-Volkswirt Ingenieurin Jurist Betriebswirtin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X X -
Personal/HR2) X - X -
Finanzierung und Kapitalmarkt X X - X
Nachhaltigkeit X - - X
Digitalisierung und IT - - - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung X - X X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - - -
Materials Services X - X -
Industrial Components - - X -
Automotive Technologies - - - -
Marine Systems - - - -

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) sowie operative Exzellenz.

2) Personal / HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

STAND DER UMSETZUNG DES KOMPETENZPROFILS - ARBEITNEHMERVERTRETER

Hass Jacquemin Jansen Julius
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2017 2016 2021 2022
Diversität
Geburtsjahr 1965 1972 1977 1968
Geschlecht m w w m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Energieanlagenelektroniker Betriebswirtin Politikwissenschaftlerin Schlosser
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X - - -
Personal / HR2) X - - -
Finanzierung und Kapitalmarkt - - - -
Nachhaltigkeit X X X -
Digitalisierung und IT - - - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - X - X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - - -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - X -
Materials Services X - - -
Industrial Components X - X X
Automotive Technologies X - X X
Marine Systems X - -
Kerner Koch
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2022
Diversität
Geburtsjahr 1969 1977
Geschlecht m m
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Informationselektroniker Werkzeugmechaniker
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X X
Personal / HR2) X X
Finanzierung und Kapitalmarkt X -
Nachhaltigkeit X -
Digitalisierung und IT - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - -
Recht/Compliance/ Corporate Governance X -
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe - -
Materials Services - -
Industrial Components - -
Automotive Technologies - X
Marine Systems - -
Nasikkol Remmler Sievers Würz
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit 2020 2009 2018 2015
Diversität
Geburtsjahr 1968 1958 1971 1959
Geschlecht m m m w
Staatsangehörigkeit deutsch deutsch deutsch deutsch
Ausbildungshintergrund Betriebswirt Groß- und Außenhandelskaufmann Industriemechaniker Juristin
Fachliche Kenntnis
Unternehmensführung und -kontrolle1) X - X -
Personal / HR2) X X X -
Finanzierung und Kapitalmarkt X - - X
Nachhaltigkeit - X - X
Digitalisierung und IT - X - -
Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung - - X X
Recht/Compliance/ Corporate Governance X - - X
Kenntnisse der Geschäftsbereiche
Steel Europe X - X X
Materials Services - X - X
Industrial Components - - - X
Automotive Technologies - - - X
Marine Systems - - - X

1) Unternehmensführung und -kontrolle umfasst die Bereiche Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie, Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) sowie operative Exzellenz.

2) Personal/HR umfasst die Bereiche Personalführung, Personalentwicklung und Personalarbeit (Human Resources).

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich: Birgit Behrendt, Stefan Erwin Buchner, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm und Dr. Verena Volpert.

Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als CFO und Finanzvorstand börsennotierter Unternehmen ist insbesondere Dr. Bernhard Günther als Mitglied des Prüfungsausschusses mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung anzusehen. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in Leitungsfunktionen im Finanzbereich börsennotierter Aktiengesellschaften und Aufsichtsratsfunktionen von Kapitalgesellschaften sowie ihrer Tätigkeit als Steuerberaterin ist insbesondere Dr. Verena Volpert (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung anzusehen. Der Sachverstand bezieht sich jeweils auch auf die in diesen Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung und deren Prüfung. Die Aufsichtsratsmitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem thyssenkrupp tätig ist, vertraut.

Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2021 30.09.2022
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 01 6 4
Sachanlagen 01 134 124
Finanzanlagen 02 18.559 12.185
18.699 12.314
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 03 4.753 5.355
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.393 6.561
13.146 11.915
Rechnungsabgrenzungsposten 04 19 10
Summe der Aktiva 31.863 24.239
PASSIVA
Mio € Anhang-Nr. 30.09.2021 30.09.2022
Eigenkapital 05
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.480 3.062
Bilanzverlust/-gewinn -940 581
5.838 7.940
Rückstellungen 06
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.054 1.083
Übrige Rückstellungen 166 124
1.220 1.207
Verbindlichkeiten 07
Anleihen 4.350 3.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100 21
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.968 11.656
Übrige Verbindlichkeiten 387 314
24.805 15.092
Rechnungsabgrenzungsposten 0 0
Summe der Passiva 31.863 24.239

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio € Anhang-Nr. 2020/2021 2021 / 2022
Umsatzerlöse 12 171 280
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 13 -71 -46
Bruttoergebnis vom Umsatz 100 234
Allgemeine Verwaltungskosten 14 -341 -326
Sonstige betriebliche Erträge 16 605 157
Sonstige betriebliche Aufwendungen 17 -261 -430
Beteiligungsergebnis 18 -662 2.862
Zinsergebnis 19 -29 3
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 20 -71 -312
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21 8 -85
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag/-überschuss -651 2.103
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag/-überschuss -651 2.103
Verlustvortrag -289 -940
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 0 581
Bilanzverlust/-gewinn -940 581

Anhang

Allgemeine Angaben

Die strategische Führung der Unternehmensgruppe obliegt der thyssenkrupp AG als Zentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Tochterunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die Zuordnung von Tochtergesellschaften zu den Segmenten sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Die thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg und Essen ist eine große Kapitalgesellschaft und eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 9092 und im Handelsregister des Amtsgerichts Essen unter HRB 15364.

Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von §3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wird in Anwendung von §315 Abs. 5 HGB i. V. m. § 298 Abs. 2 HGB mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst.

Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie werden unter www.thyssenkrupp.com (Investoren / Berichterstattung & Publikationen) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, über einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den fortgeführten Anschaffungskosten zugeschrieben.

Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.

Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut nicht mehr als 1.000€ betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an gruppenspezifische Verhältnisse angepassten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 3,0%, eines Rententrends von 2,2 % und Fluktuationsraten. Eine Ausnahme bilden auf einer wertpapiergebundenen Zusage basierende Pensionsverpflichtungen. In diesem Fall erfolgt gemäß §253 Abs. 1 S. 3 HGB der Ansatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens.

Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr 2021/ 2022 gemäß §253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 1,76% (i. Vj. 1,97 %) verwendet. Für eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 1,38% (i. Vj. 1,38%) verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen zum 30. September 2022 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 46 Mio € und ist aufgrund von frei verfügbaren Gewinnrücklagen nicht ausschüttungsgesperrt.

Die Abzinsung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre.

Der von der Deutschen Bundesbank zum 30. September 2022 bekannt gegebene Zinssatz für zehn Jahre beträgt 1,78%; der bekannt gegebene Zinssatz für sieben Jahre beträgt 1,40%. Der sich im Gegensatz dazu aus der Verwendung der prognostizierten Zinssätze ergebende Unterschiedsbetrag ist unwesentlich.

Soweit Deckungsvermögen gemäß §246 Abs. 2 S. 2 HGB vorliegt, entspricht die ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen grundsätzlich dem Saldo des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages und des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens. Ein die Verpflichtung übersteigender beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens wird auf der Aktivseite der Bilanz in der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Entsprechend werden Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtung saldiert und im Zinsergebnis erfasst.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 1,38 % (i. Vj. 1,38%) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem gewichteten Zinssatz von 0,47% (i. Vj. 0,43%) entsprechend ihrer Restlaufzeiten abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Gruppen- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Gruppenavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.

Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 32,36%. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Ein Portfolio-Hedge liegt vor, wenn eine Zusammenfassung mehrerer Grund- und Sicherungsgeschäfte erfolgt. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.

In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft(en) im Rahmen der sog. Durchbuchungsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste ebenfalls sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind unter "10 Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
Mio € 01.10.2021 Zugänge Abgänge 30.09.2022 Aufgelaufene Abschreibungen 01.10.2021 Zuschreibungen 2021/2022
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 117 1 1 118 111 0
117 1 1 118 111 0
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 368 0 5 364 249 0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 63 2 1 63 49 0
431 2 6 427 297 0
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 17.935 9 6.176 11.768 923 59
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 52 13 17 47 0 0
Beteiligungen 659 0 0 659 0 0
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 668 70 0 738 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 144 0 22 122 0 0
Sonstige Ausleihungen 24 4 1 27 0 0
19.481 95 6.215 13.361 923 59
Insgesamt 20.029 98 6.222 13.906 1.331 59
Abschreibungen Nettowerte
Mio € Zugänge 2021 / 2022 Abgänge 2021/2022 Aufgelaufene Abschreibungen 30.09.2022 01.10.2021 30.09.2022
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 3 1 113 6 4
3 1 113 6 4
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6 4 251 119 113
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 1 52 14 11
11 5 303 134 124
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 224 0 1.088 17.013 10.680
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 52 47
Beteiligungen 88 0 88 659 571
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 668 738
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 0 0 0 144 122
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 24 27
312 0 1.176 18.559 12.185
Insgesamt 326 6 1.592 18.699 12.314

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen gab es keine wesentlichen Veränderungen. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 3 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.

02 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagespiegel unter "01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen" dargestellt.

Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß §285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b HGB sind nachfolgend im Anteilsverzeichnis als Bestandteil des Anhangs ausgewiesen.

Die thyssenkrupp AG ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin bei der thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Der Anlagespiegel weist bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 9 Mio € und Abgänge in Höhe von 6.176 Mio € aus.

Die Zugänge sind auf eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen, in Höhe von 9 Mio € zurückzuführen. Die Abgänge sind bei der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, zu verzeichnen. Durch eine Kapitalrückzahlung im Rahmen der Ausschüttung von Kapital- und Gewinnrücklagen hat sich der Beteiligungsbuchwert der Gesellschaft um insgesamt 6.176 Mio € verringert.

Für die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg, kam es zu einer Zuschreibung auf die Buchwerte in Höhe von 59 Mio €. Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von insgesamt 224 Mio € vorgenommen. Auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, entfielen dabei 173 Mio €. Die weiteren außerplanmäßigen Abschreibungen sind unter "20 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens" näher erläutert.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen gab es keine wesentlichen Veränderungen.

Beteiligungen

Der Anlagespiegel beinhaltet die Beteiligung an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, in Höhe von 569 Mio € (i. Vj. 657 Mio €). Die thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, hatte diese im Geschäftsjahr 2019/2020 bei der Veräußerung von Elevator Technology als Teil des Gesamtkaufpreises erhalten und an die thyssenkrupp AG in Form einer Sachdividende abgeführt. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde auf die Anteile eine außerplanmäßige Abschreibung aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von 88 Mio € vorgenommen.

Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Neben der vorgenannten Beteiligung hatte die thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, als weiteren Teil des Gesamtkaufpreises für das Elevator Technology Geschäft eine unverzinsliche Ausleihung erhalten, die ebenfalls in Form einer Sachdividende im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf die thyssenkrupp AG übertragen wurde. Die Ausleihung wird zum Bilanzstichtag mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 738 Mio € (i. Vj. 668 Mio €) bilanziert.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds)

Die Wertpapiere des Anlagevermögens, bestehend aus Anteilen an Spezialfonds, dienen der externen (anteiligen) Ausfinanzierung bzw. (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen.

Diese Spezialfonds sind im Rahmen eines gruppeneigenen Contractual Trust Agreements (CTA) gebildet worden und werden vom thyssenkrupp Trust e.V. (Treuhänder) vollständig separiert von den anderen Finanzanlagen der thyssenkrupp AG gehalten.

Im Rahmen eines gesondert bestehenden Treuhandverhältnisses sind Leistungen aus den Altzusagen ausfinanziert, wobei durch das Treuhandvermögen vorrangig die Teile der Pensionsverpflichtungen besichert werden, die über die Sicherungsgrenzen des Pensions-Sicherungs-Vereins hinausgehen. Zum 30. September 2022 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen Wertpapiere 122 Mio €.

03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio € 30.09.2021 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2022 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.521 84 5.084 0

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Finanzclearing in Höhe von 3.489 Mio € sowie um Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 1.460 Mio €.

Mio € 30.09.2021 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2022 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Sonstige Vermögensgegenstände 231 215 271 202

Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf Dritte übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert ("06 Rückstellungen") und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des korrespondierenden Wertes (gem. Anwartschaftsbarwertverfahren) der Verpflichtung in Höhe von 202 Mio € (i. Vj. 215 Mio €) aktiviert.

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen zum Stichtag auch derivative Finanzinstrumente, die einer bilanziellen Bewertungseinheit angehören. Aufgrund von positiven Wechselkursentwicklungen hat sich zum Stichtag ein positiver Marktwert in Höhe von 17 Mio € entwickelt. Im Vorjahr gab es einen negativen Marktwert, der unter den Rückstellungen ausgewiesen war.

04 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Disagien in Höhe von 3 Mio € (i. Vj. 6 Mio €).

05 Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt unverändert 1.593.681.256,96€ und ist eingeteilt in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56€.

Genehmigtes Kapital

Durch den Beschluss der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand der thyssenkrupp AG ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Februar 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 300 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 117.187.500 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, zu erhöhen. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmen Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10 % des Grundkapitals beschränkt ist.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage zum 30. September 2022 beträgt unverändert 2.703 Mio €.

Andere Gewinnrücklagen

Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Stand 01.10. 2.480 2.480
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 0 581
Stand 30.09. 2.480 3.062

Nach einer von Vorstand und Aufsichtsrat nach §58 Abs. 2 Satz 1 AktG aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021 / 2022 nach Abzug des Verlustvortrages beschlossenen Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 581 Mio € belaufen sich diese zum 30. September 2022 auf 3.062 Mio €.

Bilanzgewinn

Mio € 2021/2022
Jahresüberschuss 2021 / 2022 2.103
Verlustvortrag -940
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 581
Bilanzgewinn 30.09.2022 581

Der Bilanzverlust des Geschäftsjahres 2020 /2021 in Höhe von 940 Mio € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Zum 30. September 2022 wird ein Bilanzgewinn in Höhe von 581 Mio € ausgewiesen.

Weitere Angaben zum Eigenkapital

Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen

Durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Februar 2027 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals, auch gleichzeitig in verschiedenen Tranchen, auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und bei Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen deren Inhabern oder Gläubigern Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise Options- oder Wandlungspflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ausgabe kann gegen Bar- oder Sachleistungen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 10% des Grundkapitals beschränkt ist.

Schaffung eines bedingten Kapitals

Darüber hinaus wurde der Vorstand durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Februar 2022 ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der thyssenkrupp AG zu gewähren, an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten, Gewinnschuldverschreibungen sowie Kombinationen dieser Instrumente, die bis zum 3. Februar 2027 von der thyssenkrupp AG oder einem Konzernunternehmen ausgegeben werden.

Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Februar 2022 wurde der Vorstand bis zum 3. Februar 2027 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand wurde ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Derivaten (Put-Optionen, Call-Optionen, Terminkäufe oder deren Kombination) im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

Angaben zum Bestehen einer Beteiligung

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns freiwillig darüber informiert, dass sie zum Stichtag weiterhin unverändert insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG hält; dies entspricht 20,93 % der Stimmrechtsanteile.

Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG vor:

Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 23. November 2021 die Schwelle von 15 % unterschritten hat und an diesem Tag 7,92% (entsprechend 49.282.447 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß § 34 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 6,14% betrug.

Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 20. September 2022 6,60 % (entsprechend 41.095.958 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß §34 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 4,99% betrug.

Die Harris Associates L.P., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 12. November 2018 die Schwelle von 5% überschritten hat und an diesem Tag 5,05% betrug. Hierin enthalten sind mehr als 3 % Stimmrechtsanteile des Harris Associates Investment Trust. Die 5,05% der Stimmrechte (entsprechend 31.443.701 Stimmrechten) waren der Harris Associates L.P. gem. § 34 WpHG zuzurechnen.

Harris Associates Investment Trust, Boston, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 8. Januar 2019 die Schwelle von 5 % überschritten hat und an diesem Tag 5,03 % betrug. Die 5,03 % der Stimmrechte (entsprechend 31.316.500 Stimmrechten) waren dem Harris Associates Investment Trust gem. § 34 WpHG zuzurechnen.

Die GIC Private Limited, Singapur, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 29. April 2020 die Schwelle von 5% unterschritten hat und an diesem Tag 4,76% betrug. 4,15% dieser Stimmrechte (entsprechend 25.817.984 Stimmrechten) waren der GIC Private Limited gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,61 % dieser Stimmrechte (entsprechend 3.790.210 Stimmrechten) waren der GIC Private Limited als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Single Stock Swap) zuzurechnen.

Das Finanzministerium hat für den Staat Norwegen mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der von ihm kontrollierten Norges Bank am 23. November 2021 die Schwelle von 3 % überschritten hat und an diesem Tag 4,84% betrug. 4,65 % dieser Stimmrechte (entsprechend 28.921.084 Stimmrechten) waren der Norges Bank gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,03% dieser Stimmrechte (entsprechend 168.194 Stimmrechten) waren der Norges Bank als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,16 % dieser Stimmrechte (entsprechend 1.025.433 Stimmrechten) waren der Norges Bank als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Differenzkontrakt) zuzurechnen.

Das Finanzministerium hat für den Staat Norwegen mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der von ihm kontrollierten Norges Bank am 22. Dezember 2021 die Schwelle von 5% überschritten hat und an diesem Tag 5,04% betrug. 4,65 % dieser Stimmrechte (entsprechend 28.932.579 Stimmrechten) waren der Norges Bank gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,39% dieser Stimmrechte (entsprechend 2.450.211 Stimmrechten) waren der Norges Bank als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen.

Das Finanzministerium hat für den Staat Norwegen mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der von ihm kontrollierten Norges Bank am 22. März 2022 die Schwelle von 5% unterschritten hat und an diesem Tag 4,75 % betrug. Alle diese Stimmrechte (entsprechend 29.601.126 Stimmrechten) waren der Norges Bank gem. §34 WpHG zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 2. März 2022 die Schwelle von 3 % überschritten hat und an diesem Tag 3,11 % betrug. 3,02 % dieser Stimmrechte (entsprechend 18.820.900 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 34 WpHG zuzurechnen. 0,05% dieser Stimmrechte (entsprechend 302.133 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 262.016 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Differenzkontrakt) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 3. März 2022 3,10% betrug. 2,93% dieser Stimmrechte (entsprechend 18.270.225 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,13% dieser Stimmrechte (entsprechend 824.020 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 219.711 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Differenzkontrakt) zuzurechnen.

06 Rückstellungen

Mio € 30.09.2021 30.09.2022
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.054 1.083
Übrige Rückstellungen 166 124
(davon Steuerrückstellungen) 7 22
(davon Sonstige Rückstellungen) 159 102

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.082 Mio € (i. Vj. 1.053 Mio €) sowie Verpflichtungen gegenüber dem Pensions-Sicherungs-Verein in Höhe von 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €). Den Rückstellungen für Pensionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 71 Mio € (i. Vj. 39 Mio €) ergebniswirksam zugeführt. Grund für die höhere Zuführung im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere die Anhebung des Rententrends sowie die Anpassung des Verbraucherpreisindex. Der Effekt aus der Änderung des Rechnungszinses ist hier enthalten.

Der bilanzierte Betrag der Rückstellungen umfasst den Erfüllungsbetrag in Höhe von 1.091 Mio € (i. Vj. 1.061 Mio €) nach Abzug von Deckungsvermögen in Höhe von 9 Mio € (i. Vj. 8 Mio €). Saldierungspflichtige Aufwendungen bzw. Erträge aus dem Deckungsvermögen gemäß §246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind nicht gegeben. Die Wertänderungen des Deckungsvermögens in Höhe von 0,4 Mio € welches innerhalb des Contractual Trust Agreements (CTAs) gemäß der flexPlan- und DC2020-Zusage vorliegen, werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wurde anhand von Marktpreisen bestimmt.

Für den im Geschäftsjahr 2016/2017 eingeführten Pensionsplan für Fach- und Führungskräfte ("flexPlan") erfolgt die periodengerechte Ausfinanzierung über einen in 2017 neu geschlossenen Treuhandvertrag. Zum 30. September 2022 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Treuhandvertrag enthaltenen und auf die thyssenkrupp AG entfallenden Wertpapiere 9 Mio €. Bei der flexPlan- als auch bei der DC2020-Versorgungsordnung handelt es sich um eine Form der wertpapier-gebundenen Versorgungszusage. Auf Grund des in diesem Fall erforderlichen Ansatzes der Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere ist die Ausschüttungssperre nach §268 Abs. 8 HGB hier nicht relevant.

Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. In der Bilanz ist ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen ("03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände") und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen ergebnisneutral bilanziert.

Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie für Lohnsteuern und Umsatzsteuern.

Die sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen unter anderem künftige Verpflichtungen im Personalbereich, ausstehende Eingangsrechnungen sowie Aufwendungen für die Betriebsprüfung. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 21 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 16 Mio € verringert.

07 Verbindlichkeiten

30.09.2021 Restlaufzeit 30.09.2022 Restlaufzeit
Mio € bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre bis 1 Jahr
--- --- --- --- --- --- ---
Anleihen 4.350 1.250 3.100 3.100 1.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100 100 21 21
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.968 19.958 10 11.656 11.656
Übrige Verbindlichkeiten 387 298 89 314 201
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1 1 1 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33 33 30 30
Sonstige Verbindlichkeiten 353 264 89 284 170
(davon aus Darlehen) 186 100 86 102
(davon aus Steuern) 52 52 67 67
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0 0 0 0
Insgesamt 24.805 21.606 3.199 0 15.092 12.878
Restlaufzeit
Mio € über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- ---
Anleihen 2.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Übrige Verbindlichkeiten 114
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Verbindlichkeiten 114
(davon aus Darlehen) 102
(davon aus Steuern)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit)
Insgesamt 2.214 0

Die ursprünglich am 3. März 2022 fällige Anleihe über 1.250 Mio € wurde am 3. Dezember 2021 vorzeitig zurückgezahlt. Die thyssenkrupp AG machte dafür von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.

Am 14. Dezember 2021 erfolgte die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens über 100 Mio €.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen einen zinsvariablen Kredit.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Finanzclearings in Höhe von 11.565 Mio €. Zudem sind Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 22 Mio € enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten eine Schuldverschreibung in Höhe von 102 Mio € (i. Vj. 186 Mio €). Ferner sind kurzfristige Zinsabgrenzungen in Höhe von 49 Mio € (i. Vj. 63 Mio €) ausgewiesen.

08 Haftungsverhältnisse

Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern über 17.484 Mio € (i. Vj. 12.865 Mio €) - davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 17.274 Mio € (i. Vj. 12.796 Mio €) - ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein nicht zur Unternehmensgruppe gehörender Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Die thyssenkrupp AG geht davon aus, dass die zu Grunde liegenden Verpflichtungen von den originär verpflichteten Unternehmen erfüllt werden können. Daher wird das Risiko der Inanspruchnahme der thyssenkrupp AG als unwahrscheinlich eingestuft. Hierfür wurden bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses die aus der Risikobewertung der zu Grunde liegenden Verpflichtungen gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt.

09 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen Energielieferverträge, Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie aus IT-Lizenzverträgen.

An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:

Mio €
2022 /2023 385
2023 /2024 256
2024 /2025 92
2025 /2026 11
2026 /2027 10
ab 2027/2028 18
Insgesamt 772

Im Gesamtbetrag von 772 Mio € sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 68 Mio € enthalten.

Rechtsstreitigkeiten

Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften sind aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen involviert bzw. von deren Ergebnissen betroffen. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität sind daher bei den hier nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat aufgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.

10 Derivative Finanzinstrumente

Mio € Nominalwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert Nominalwert 30.09.2022 Beizulegender Zeitwert
Devisentermingeschäfte1) 6.568 -15 5.625 18
Zins-/Währungsswaps 24 1 21 -1
Insgesamt 6.592 -14 5.646 17

1) inkl. Devisenderivate, die die thyssenkrupp AG im Rahmen ihrer Funktion als zentrale Sicherungsplattform mit Tochtergesellschaften abgeschlossen hat

Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und teilweise Warenpreisen ausgesetzt. Zur Begrenzung der Risiken werden bei der thyssenkrupp AG im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt gruppenweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.

Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen. Diese werden grundsätzlich mit entsprechenden Grundgeschäften in Bewertungseinheiten zusammengefasst.

Zur Absicherung von Währungsrisiken stehen der thyssenkrupp AG grundsätzlich Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie Zins-/Währungsswaps zur Verfügung. Devisenderivate werden im Wesentlichen zur Absicherung der gruppenweit entstehenden Fremdwährungsexposures abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 3.512 Mio € und Verbindlichkeiten in Höhe von 2.113 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisenderivate, mit einer maximalen Restlaufzeit von bis zu 119 Monaten, wurden vollständig in Bewertungseinheiten als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten gruppeninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 21 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps, mit einer Restlaufzeit von bis zu 62 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden als Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten in Höhe von 4 Mio € zu bilden. Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem und 119 Monaten liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich nahezu vollständig ausgleichen, da eine hohe Effektivität der Sicherungsbeziehungen gegeben ist.

Zum aktuellen Stichtag hat die thyssenkrupp AG keine Warenderivate im Bestand.

Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt zum Bilanzstichtag 159 Mio €; das heißt in dieser Höhe wurden Rückstellungen für drohende Verluste vermieden.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.

11 Latente Steuern

Aktive latente Steuern ergeben sich aus den Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen HGB- und Steuerbilanzansätzen bezogen auf den gesamten Organkreis der thyssenkrupp AG. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Sonderposten passivische Wertberichtigungen und werden mit aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden bei Pensionsrückstellungen (inkl. Planvermögen) sowie Drohverlustrückstellungen resultieren, saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

12 Umsatzerlöse

Mio € 2020 / 2021 2021/2022
Deutschsprachiger Raum1) 107 166
Nordamerika 27 56
Zentral- und Osteuropa 7 18
Westeuropa 10 14
Großraum China 10 14
Asien / Pazifik 3 7
Indien 2 2
Südamerika 2 2
Naher Osten & Afrika 2 1
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 1 0
Insgesamt 171 280

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

In den Umsatzerlösen sind Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 243 Mio € (i. Vj. 98 Mio €) ausgewiesen. Ferner sind Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software und zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 18 Mio € (i. Vj. 41 Mio €) sowie Mieten in Höhe von 17 Mio € (i. Vj. 23 Mio €) enthalten.

Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Umsatzerlöse, die aus der Markennutzung generiert wurden, sind insbesondere auf die Verbesserung der der Berechnung der Nutzungsentgelte zu Grunde liegenden Kennzahlen zurückzuführen. Die Erhebung der Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software und zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen ist unterjährig auf die thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen, umgestellt worden. Durch den im Vergleich zum Vorjahr verkürzten Abrechnungszeitraum für die thyssenkrupp AG fallen die Umsatzerlöse für IT-Leistungen geringer aus.

13 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von 46 Mio € (i. Vj. 71 Mio €) stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den Umsatzerlösen.

Der gesamte Materialaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 0,1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €) und stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen für die Nutzungsgebühren für Lizenzen.

14 Allgemeine Verwaltungskosten

Mio € 2020 / 2021 2021/2022
Personalaufwand 142 143
Abschreibungen 13 11
Übrige Verwaltungskosten 187 171
(davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen) 61 45
(davon Dienstleistungsaufwendungen) 53 59
(davon Datenverarbeitungsleistungen) 49 42
(davon Erhaltungsaufwendungen) 0 0
Insgesamt 341 326

Die Verringerung der übrigen Verwaltungskosten ist unter anderem auf geringere Beratungskosten für M & A-Transaktionen zurückzuführen. Aufgrund der Umstellung der Erhebung von Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software und zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen auf die thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen, haben sich die Aufwendungen für Datenverarbeitungsleistungen in den allgemeinen Verwaltungskosten reduziert.

15 Personalaufwand gegliedert nach §275 Abs. 2 Nr. 6 HGB

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022
Gehälter 96 66
Soziale Abgaben 6 6
Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 41 72
Insgesamt 143 144

Der Personalaufwand ist mit 143 Mio € (i. Vj. 142 Mio €) in den allgemeinen Verwaltungskosten und mit 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €) in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ausgewiesen.

Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Zuführung zu Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein sowie der Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung ausgewiesen. Der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.

Die Aufwendungen für Gehälter fallen im Geschäftsjahr 2021/2022 geringer aus, da im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerte Zuführung zu den Rückstellungen erfolgt ist. Die höheren Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung begründen sich aus einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 71 Mio € (i. Vj. 39 Mio €).

Im Geschäftsjahresdurchschnitt - in den Auszubildende und Praktikanten nicht miteinfließen -sind 440 (i. Vj. 443) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt. Dabei entfallen auf die Bereiche Corporate Headquarters und Vorstände der Segmente 371 Beschäftigte (i. Vj. 379) und auf das Automotive Technology und das Multi-Tracks Steering Office insgesamt 69 Mitarbeiter (i. Vj. 64).

16 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 157 Mio € (i. Vj. 605 Mio €) sind Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 59 Mio € (i. Vj. 524 Mio €) enthalten. Diese betreffen die Zuschreibung auf den Buchwert für die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg.

Zudem sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 21 Mio € (i. Vj. 16 Mio €) sowie aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 8 Mio € (i. Vj. 15 Mio €) ausgewiesen.

Es ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 22 Mio € (i. Vj. 540 Mio €), die insbesondere auf die Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen sind.

17 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 430 Mio € (i. Vj. 261 Mio €) ist eine Einzelwertberichtigung auf die Tagesgeldforderungen der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Liechtenstein, in Höhe von 341 Mio € enthalten.

Weitere Aufwendungen sind angefallen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € (i. Vj. 18 Mio €) sowie für sonstige Steuern wie Lohnsteuern und Umsatzsteuern in Höhe von 11 Mio € (i. Vj. 6 Mio €).

Periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen sind nicht vorhanden (i. Vj. 1 Mio €).

18 Beteiligungsergebnis

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022
Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge:
Erträge aus Gewinnabführungen 47 1.459
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -709 -22
Erträge aus Beteiligungen 0 1.425
(davon aus verbundenen Unternehmen) 0 1.425
Insgesamt -662 2.862

Die Erträge aus Gewinnabführungen verbesserten sich insbesondere aufgrund des Gewinns der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen. Während bei dieser im Vorjahr ein Verlust in Höhe von 686 Mio € auszugleichen war, kommt es nun zu einer Gewinnabführung in Höhe von 1.066 Mio €. Dies ist insbesondere auf die Gewinnabführungen an die Gesellschaft selbst zurückzuführen.

Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, konnte ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahr von 24 Mio € auf 379 Mio € erhöhen.

Die Beteiligungserträge stammen im Wesentlichen aus der Dividendenvereinnahmung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Niederlande, in Höhe von 1.424 Mio €, die Erträge aus der Veräußerung von Elevator Technology aus dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 beinhaltet.

19 Zinsergebnis

Mio € 2020 / 2021 2021 / 2022
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 8 20
(davon aus verbundenen Unternehmen) 7 20
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 123 141
(davon aus verbundenen Unternehmen) 51 61
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -160 -157
(davon an verbundene Unternehmen) -9 -39
Insgesamt -29 3

Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -ertrage, die sowohl das zentrale Finanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen und sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von insgesamt 16 Mio € (i. Vj. 20 Mio €).

20 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, in Höhe von 173 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen, in Höhe von 34 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Services GmbH, Essen, in Höhe von 10 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Dynamic Components GmbH, Ilsenburg, (vormals: thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg) in Höhe von 3 Mio € sowie auf die Anteile an vier weiteren Gesellschaften in Höhe von insgesamt 5 Mio € vorgenommen.

Zudem kam es zu außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung auf die Anteile an der Vertical Topco I S.A., Luxemburg, in Höhe von 88 Mio €.

21 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Diese betreffen Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

22 Abschlussprüfergebühren

Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüfungsleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Gruppenabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben. Für die thyssenkrupp AG und die von ihr beherrschten Unternehmen wurden andere Bestätigungsleistungen wie im Vorjahr im Wesentlichen für Leistungen im Zusammenhang mit den Verkäufen einzelner Geschäfte im Rahmen des Umbaus von thyssenkrupp sowie für Leistungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung des geplanten Börsengangs von thyssenkrupp nucera erbracht. Die sonstigen Leistungen beinhalten insbesondere projektbezogene Beratungsleistungen.

23 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 9 Mio € (i. Vj. 12 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen / Sachbezügen und Tantieme (STI) auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf 4 Mio € (i. Vj. 4 Mio €) belief. Für STI sind im laufenden Geschäftsjahr vorläufige Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert im Gewährungszeitpunkt 0,3 Mio € (i. Vj. 0,8 Mio €) betrug. Auf die Angabe der Anzahl der gewährten Wertrechte wird verzichtet, da diese erst im nächsten Geschäftsjahr feststeht. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 17 Mio € (i. Vj. 15 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind 262 Mio € (i. Vj. 248 Mio €) zurückgestellt.

Für das Geschäftsjahr 2021/ 2022 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Gruppenabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.

Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats als Bestandteil des Anhangs ausgewiesen.

24 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG am 01. Oktober 2022 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

25 Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften nach Verrechnung des Verlustvortrages sowie Dotierung der Gewinnrücklagen ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG.

Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2021/2022 einen Bilanzgewinn von 581.145.690,83€ aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 / 2022 wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie 93.379.761,15€
Gewinnvortrag 487.765.929,68€

Anteilsverzeichnis

Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht §285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei bestehenden Ergebnisabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung / Verlustausgleich angegeben. Die Werte entsprechen den zur Erstellung des Gruppenabschlusses der thyssenkrupp AG verwendeten Meldedaten gemäß IFRS. Für nicht verbundene Unternehmen wurden die letzten verfügbaren Jahresabschlüsse nach Landesrecht zugrunde gelegt.

Name und Sitz Eigenkapital

Mio €
Ergebnis

Mio €
Anteil am Kapital

%
Automotive Technology
OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russische Föderation, Russland 0,64 -0,67 100,00
ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 2,54 0,18 100,00
carValoo GmbH, Essen -0,39 0,15 100,00
thyssenkrupp Automotive Body Solutions (Suzhou) Co. Ltd., Kunshan City, China 5,91 -0,04 100,00
thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen 95,86 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Automotive Body Solutions India Private Limited, Pune, Indien -1,03 1,20 100,00
thyssenkrupp Automotive Japan K.K., Yokohama-city, Japan 3,95 0,77 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 35,53 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 25,81 1,45 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 1,45 0,17 100,00
thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Hambach, Frankreich 4,32 1,64 100,00
thyssenkrupp Bilstein Changzhou Ltd., Changzhou, China 1,20 -3,66 100,00
thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 97,72 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 43,90 3,13 100,00
thyssenkrupp Bilstein of America Inc., Wilmington, Delaware, USA 48,13 16,73 100,00
thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn -66,72 -11,77 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components Changzhou Ltd., Changzhou, China 15,39 -1,24 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH, Chemnitz 5,56 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components Dalian Co. Ltd., Dalian, China 114,18 12,31 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components Danville, LLC, Wilmington, Delaware, USA 16,95 -9,36 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components GmbH, Ilsenburg 41,55 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH, Ilsenburg (Harz) 17,82 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Dynamic Components TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 21,43 4,80 100,00
thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein -52,10 -134,72 100,00
thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 120,89 18,91 60,00
thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 157,47 11,03 100,00
thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 87,29 31,46 60,00
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 61,25 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta North America, LLC, Wilmington, DE, USA 118,68 -6,89 100,00
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck -11,42 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 94,95 42,03 100,00
thyssenkrupp Presta Steering Gear Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China -17,83 -2,20 100,00
thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico -60,90 -40,70 100,00
thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 0,12 21,33 100,00
HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Heilbronn 0,05 0,00 50,00
Industrial Components
BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2,94 0,00*) 100,00
Berco Aftermarket S.r.l., Bologna, Italien 0,01 0,00 100,00
Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 1,02 0,00 100,00
Berco S.p.A., Copparo, Italien 82,02 10,76 100,00
Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 21,82 7,55 100,00
BercoSul Ltda., Campo Limpo Paulista-Säo Paulo, Brasilien -35,61 -0,81 100,00
Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Qingdao, China 90,05 -5,34 100,00
Defontaine Ibérica S.A.U. i. L., Viana, Spanien 0,43 -0,43 100,00
Defontaine S.A.S., La Bruffière, Frankreich 49,75 7,78 100,00
Defontaine Tunisie S.A., Fouchana, Tunesien -0,61 -0,44 100,00
PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 0,07 0,00*) 100,00
Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 43,40 7,32 100,00
Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 334,23 59,06 60,00
thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 39,08 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Wilmington, Delaware, USA 7,12 0,31 100,00
thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China -131,76 -2,07 100,00
thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 87,71 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 1,97 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 13,16 -0,07 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 279,44 40,43 59,77
thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 9,34 1,07 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 63,92 8,24 100,00
thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 5,41 -0,18 100,00
thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 104,65 -1,64 100,00
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 112,98 0,00*) 100,00
thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 9,65 -0,66 100,00
thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd., 3-5, Hacchobori 4-Chome, Chuo-ku, Tokyo, Japan 77,66 1,77 100,00
thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moscow, Russland 0,30 -0,01 100,00
thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 79,88 -2,13 100,00
thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 1,75 -0,18 100,00
thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Coumbus, Ohio, USA 16,49 1,57 100,00
Marine Systems
ALSE Deutschland GmbH, Bremen 0,89 -0,25 100,00
ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland -0,18 0,01 100,00
ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 329,65 0,00*) 100,00
ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 2,58 0,22 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Dorset Innovation Park, Großbritannien 26,61 0,00 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 55,19 8,60 100,00
ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark -0,40 0,00 100,00
ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Busan, Korea, Rep. 3,27 0,22 100,00
Advanced Lithium Systems Europe S.A., Athen, Griechenland 1,90 -0,06 100,00
Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited i. L., Huaykwang, Bangkok, Thailand -0,73 -0,03 100,00
Atlas North America, LLC, Dover, Delaware, USA 0,59 -0,13 100,00
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 10,17 0,00*) 100,00
Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 0,09 0,01 100,00
German Marine Systems GmbH, Hamburg -0,21 0,00*) 100,00
Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 0,01 -0,04 100,00
Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 27,46 0,00*) 100,00
Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 0,64 0,00 100,00
IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 0,03 0,00*) 100,00
SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/Sysney, Australien 10,71 1,12 100,00
SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 0,96 0,00*) 100,00
TKMS Business Partnership, GbR, Kiel 0,44 -0,14 100,00
thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei 0,06 0,05 100,00
thyssenkrupp Estaleiro Brasil Sul Ltda., Itajai, Brasilien 46,40 1,81 100,00
thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE, Alexandria, Ägypten -0,01 -0,15 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, NEW DELHI, Indien 0,19 0,02 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 12,48 0,05 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada -2,83 -1,30 100,00
thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 1.480,39 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Marine Systems LLP, Dorchester, Dorset, Großbritannien 23,86 -0,04 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 0,20 0,00 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Wismar GmbH, Kiel -0,58 -0,68 100,00
thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda., Itajai, Brasilien 44,69 1,10 100,00
thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 6,87 0,00*) 100,00
Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja/Santa Catarina, Brasilien 11,28 3,91 75,00
ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 2,41 -0,06 49,00
Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar 0,31 0,001) 40,00
Cybicom Atlas Defence (Pty.) Ltd., Tokai, Cape Town, Rep. Südafrika 0,24 -0,031) 40,00
Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 7,63 -1,731) 20,42
Hellenic Shipyards S.A., Skaramanga, Griechenland 121,11 0,00 24,90
KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen 0,38 -2,231) 50,00
LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Setúbal, Portugal 37,48 4,581) 20,00
MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 6,11 0,281) 49,00
Materials Services
Carolina Building Materials, Corp., Carolina, Puerto Rico 8,81 1,19 100,00
Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 17,39 0,00*) 79,96
Max Cochius GmbH, Berlin 1,40 0,00*) 75,00
Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 16,83 2,54 100,00
Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 7,31 1,17 100,00
PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 11,57 1,27 90,00
RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 18,85 2,00 54,15
Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 2,04 0,01 100,00
Thyssen Trading Ltda., Säo Paulo, Brasilien 7,74 0,41 100,00
ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 5,18 0,26 100,00
ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 2,34 0,35 100,00
ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei -0,11 0,00 51,00
thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen -7,67 -0,01 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China 2,45 0,95 100,00
thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 6,04 -1,04 100,00
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Essen 9,36 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 1,48 0,09 100,00
thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 0,26 0,03 99,98
thyssenkrupp Autómata Industria de Peças Ltda., Sao Paulo, Brasilien 1,61 -0,19 80,00
thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 22,69 4,29 99,48
thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 783,20 0,00*) 100,00
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 37,85 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA 5,15 -0,16 100,00
thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 29,10 13,32 100,00
thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW, Australien 2,90 3,25 100,00
thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 13,67 5,16 100,00
thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 33,39 1,29 100,00
thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD, Sofia, Bulgarien 36,35 4,45 80,00
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 1,34 0,30 100,00
thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 95,63 14,82 100,00
thyssenkrupp Materials DataflowWorks GmbH, Essen 0,09 -0,01 100,00
thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 25,08 -6,89 100,00
thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 95,78 21,70 100,00
thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 2,17 1,14 100,00
thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 38,98 8,36 100,00
thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 0,92 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 19,14 1,21 70,00
thyssenkrupp Materials NA, Inc., East Lansing,Michigan, USA 532,43 151,54 100,00
thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 67,42 13,12 100,00
thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 243,08 90,60 94,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,00 0,00*) 99,58
thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 21,99 7,90 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L.U., Valencia, Spanien 9,13 2,17 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A.U., Mungia, Spanien 19,87 3,77 100,00
thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 13,08 6,62 100,00
thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 33,10 3,31 100,00
thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 882,58 0,00*) 99,84
thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 18,50 8,88 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapore, Singapur 12,27 1,23 100,00
thyssenkrupp Materials Trading CA, Ltd., Toronto, Ontario, Kanada 0,07 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 275,71 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Materials Trading NA, LLC, East Lansing/MI, USA 0,10 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd., Tianjin, China -2,52 -0,06 100,00
thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Thu Duc City, Ho Chi Minh City, Vietnam 0,39 0,39 100,00
thyssenkrupp Materials de México, S.A. de C.V., Cuautlancingo, State of Puebla, Mexico 143,42 16,23 100,00
thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 48,24 3,11 100,00
thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 51,42 8,16 68,00
thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 34,57 8,81 100,00
thyssenkrupp Plastic Ibérica SLU, Massalfassar (Valencia), Spanien 21,33 1,43 100,00
thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 16,58 0,84 100,00
thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich -0,48 -0,18 100,00
thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 767,23 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 39,36 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada -2,72 0,33 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 50,67 3,26 100,00
Aceros de America Corp., San Juan, Puerto Rico 12,67 2,471) 50,00
Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapore, Singapur 17,74 -15,311) 30,00
Polarputki Oy, Helsinki, Finnland 24,35 3,501) 50,00
mt industry recycling GmbH, München 0,00 -0,481) 50,00
Steel Europe
B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 0,07 0,00 75,00
Becker & Co. GmbH, Neuwied 4,43 0,00*) 100,00
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 0,26 0,00*) 100,00
EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1,55 0,00*) 100,00
Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 102,43 7,75 87,98
Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande -62,34 -2,77 75,25
Rasselstein Verwaltungs GmbH, Andernach 139,68 0,00*) 100,00
Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 1.175,59 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 2.270,94 83,84 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 111,81 0,00*) 99,58
thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 49,68 36,44 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 14,75 5,15 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 51,25 46,32 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 55,50 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Galmed S.A.U., Sagunto, Spanien 46,00 -9,21 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 83,41 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 0,08 0,01 100,00
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 10,72 -0,07 100,00
thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 0,03 0,00 100,00
thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 333,55 0,00*) 99,50
thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 287,22 0,40 100,00
thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 0,31 -0,02 100,00
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg 2,45 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 2.104,43 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 2,14 1,10 100,00
thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 24,12 16,47 100,00
thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Barcelona, Spanien 8,69 3,69 100,00
thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 0,23 0,03 100,00
thyssenkrupp Steel Logistics GmbH, Duisburg 1,40 0,10 100,00
thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 142,37 23,10 100,00
thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 1,26 0,67 100,00
thyssenkrupp Stâl Danmark A/S, Hundested, Dänemark 8,63 1,42 100,00
thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 77,06 -12,53 100,00
thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg 0,47 0,11 100,00
Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 11,58 5,381) 21,71
Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 0,02 0,00 33,33
Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 2,25 0,331) 38,54
Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 11,16 1,671) 25,01
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 403,40 0,001) 50,00
JEVISE Corporation, Tokyo, Japan 0,14 0,001) 50,00
Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 2,14 0,061) 40,00
TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China 208,80 55,801) 50,00
Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen 2,51 1,26 50,00
Multi Tracks
Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 10,42 1,95 100,00
Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 0,01 0,00 100,00
Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 33,21 1,59 100,00
Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 0,65 0,13 100,00
OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 5,83 0,96 100,00
PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 1,83 0,29 67,00
Polysius Engineering Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Selangor, Malaysia 0,10 -0,01 100,00
Polysius Ltd., Shirley, Solihull, Großbritannien 1,51 0,00 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 0,57 -0,12 100,00
Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 0,71 0,07 60,00
Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 10,21 0,00*) 100,00
Uhde Inventa-Fischer AG, Domat/Ems, Schweiz 3,66 1,01 100,00
Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 21,93 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Automation Engineering GmbH, Essen 123,63 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 79,35 -10,87 100,00
thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 33,28 -13,73 60,00
thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 70,39 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 52,77 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 39,31 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapore, Singapur 0,16 -1,40 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China -44,25 9,32 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Les Pennes-Mirabeau, Frankreich -87,46 -75,36 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 53,84 5,41 80,43
thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Seksyen 13, Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia -0,35 0,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 15,48 -7,27 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand -1,06 -1,48 75,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 37,93 -8,64 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 0,40 -0,57 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 762,09 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien -0,05 -0,21 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 7,88 0,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 0,96 3,21 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions S.A., Madrid, Spanien 4,99 -2,11 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Services (México), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico -3,97 0,05 100,00
thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia -0,39 0,60 100,00
thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 168,41 16,77 54,73
thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien -0,87 -0,13 100,00
thyssenkrupp Polysius GmbH, Beckum 630,02 0,00 100,00
thyssenkrupp Polysius Peru S.A.C., Lima, Peru 0,40 -0,25 100,00
thyssenkrupp Polysius Teknolojik Ürünler Insaat Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 0,07 -0,02 100,00
thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien -23,04 -8,48 100,00
thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., Pinghu, Jiaxing, China -30,45 -2,43 100,00
thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd. i.L., Singapur, Singapur 0,25 0,66 100,00
thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China -1,14 8,36 100,00
thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead, West Sussex, Großbritannien 3,76 0,01 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A., Casellbisbal (Barcelona), Spanien 0,22 -0,27 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 3,02 1,64 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Torino, Italien 0,13 0,03 100,00
thyssenkrupp System Engineering, Inc., Wilmington, Delaware, USA 6,28 0,47 100,00
thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 3,83 0,32 100,00
thyssenkrupp Uhde Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 1,64 -0,01 100,00
thyssenkrupp Uhde Australia Pty. Ltd., Melbourne VIC, Australien 4,13 0,27 100,00
thyssenkrupp Uhde Brasil Ltda., Nova Lima, Brasilien -0,35 -0,33 100,00
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 7,08 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Uhde GmbH, Essen 20,74 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Uhde Japan Ltd, Nihonbashi-Kayabacho, Japan 1,03 -0,02 100,00
thyssenkrupp Uhde South Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika -0,62 0,39 70,00
thyssenkrupp Uhde USA, LLC, East Lansing/Michigan, USA -1,60 0,07 100,00
thyssenkrupp nucera (Australia) Pty Ltd, Perth WA, Australien 0,33 0,00 100,00
thyssenkrupp nucera (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 33,50 4,37 100,00
thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund 367,30 6,76 66,00
thyssenkrupp nucera Arabia for Contracting LLC, Riyadh, Saudi Arabien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp nucera Italia S.R.L., Milan, Italien 13,36 3,94 100,00
thyssenkrupp nucera Japan Ltd., Tokyo, Japan 52,45 11,04 100,00
thyssenkrupp nucera Management AG, Dortmund 0,51 0,12 66,00
thyssenkrupp nucera USA Inc., Wilmington/Delaware, USA 7,63 1,30 100,00
KEPCO-Uhde Inc., Daejeon, Korea, Rep. 0,08 -0,061) 26,93
Corporate Headquarters
ThyssenKrupp Korea Ltd., SUWON-si, Gyeonggi-do, Korea, Rep. 0,38 0,08 100,00
thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 851,17 80,76 100,00
thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien -20,47 -13,91 100,00
thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 887,34 7,19 100,00
thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 4,58 0,42 100,00
thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur -1,85 -0,84 100,00
thyssenkrupp Italia S.r.l., Copparo, Italien 245,53 0,24 100,00
thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia -0,49 0,00 100,00
thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 2.352,06 1,80 100,00
thyssenkrupp North America, LLC, Delaware, USA 1.949,53 46,61 100,00
thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 49,61 1,68 100,00
thyssenkrupp UK 2006 Pension Trustees Limited, Shirley, Solihull, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 524,04 -2,93 100,00
Others
Budcan Holdings Inc., Toronto, Ontario, Kanada 1,32 -0,24 100,00
RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 0,90 -0,03 100,00
Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 1,87 0,00*) 100,00
Steelbuy Limited, Solihull, Großbritannien -4,72 -4,93 100,00
thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 1,73 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 48,77 15,75 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 0,05 -0,01 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 247,67 12,76 100,00
thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 48,85 0,72 100,00
thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 4,46 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 91,71 1,25 100,00
thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 357,54 10,32 100,00
thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 1,01 -0,09 100,00
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 17,45 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen 166,79 0,00 100,00
thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen 77,50 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 1,12 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 2,18 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 1.937,53 218,41 100,00
thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 38,11 7,33 100,00
thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen 165,44 0,00 100,00
thyssenkrupp Projekt 2 GmbH, Essen 0,02 0,00 100,00
thyssenkrupp Projekt 3 GmbH, Essen 0,02 0,00 100,00
thyssenkrupp Projekt 4 GmbH, Essen 0,02 0,00 100,00
thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen 777,84 0,00 100,00
thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 0,32 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Services GmbH, Essen 127,99 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 30,91 -0,14 100,00
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 8.545,86 0,00*) 100,00
thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 2.092,11 -0,01 100,00
BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf 0,02 -0,101) 50,00
COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 0,13 0,041) 49,00
Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz -1,64 0,611) 94,00
Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 0,98 0,611) 20,00
NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 0,02 0,001) 94,76
Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 784,53 0,741) 19,32

*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Ergebnisabführungsvertrag.

1) Die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen ein abweichendes Geschäftsjahr.

Mandate des Vorstands

Stand: 30.09.2022

Martina Merz

Bestellung bis März 2028// deutsch

Vorsitzende

Corporate Center Portfolio Development & Strategy

(Communications, Internal Auditing, Mergers & Acquisitions,

Transformation & Portfolio Development)

■ thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA

• SAF-Holland SE, Bessenbach (Deputy Chair)

o AB Volvo, Schweden

Oliver Burkhard

Bestellung bis September 2023 // deutsch

Corporate Center People, Legal & Compliance

(Human Resources Management, Legal & Compliance)

Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp Marine Systems GmbH

□ PEAG Holding GmbH (Vorsitz)

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Steel Europe AG

Dr. Klaus Keysberg

Bestellung bis Juli 2024// deutsch

Corporate Center Performance & Finance

(Controlling, Accounting & Risk, Corporate Finance,

Investor Relations Management, Taxes & Customs)

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Vorsitz)

■ thyssenkrupp Materials Services GmbH (Vorsitz)

■ thyssenkrupp Steel Europe AG

□ thyssenkrupp (China) Ltd., VR China (Chair)

□ thyssenkrupp NA Holding Corp., USA (Chair)

□ thyssenkrupp North America, LLC, USA (Chair)

■ thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA

■ thyssenkrupp nucera Management AG

■ Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2022)

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2022)

• / o börsennotiertes Unternehmen

Mandate des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2022

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Michelau

Unternehmensberater

Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Vorsitzender

Bestellung bis 2023 // deutsch

■ Dr. Johannes Heidenhain GmbH

■ Voith GmbH & Co. KGaA

(Vorsitz Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss)

Jürgen Kerner, Königsbrunn

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassierer

der IG Metall

stellv. Vorsitzender

Bestellung bis 2024 // deutsch

• Siemens AG

• Traton SE

• Siemens Energy AG

■ MAN Truck & Bus SE

■ Premium Aerotec GmbH

Birgit A. Behrendt, Köln

Unternehmensberaterin

Bestellung bis 2023 // deutsch

• Kion Group AG

■ Ford Werke GmbH

□ Stulz Verwaltungsgesellschaft mbH

□ Umicore S.A., Belgien

□ Infinium Holdings, Inc., USA

Stefan Erwin Buchner, Bietigheim-Bissingen

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG

Bestellung bis 2026 // deutsch

• Continental AG

□ Mosolf SE & Co. KG

□ Hörmann Holding GmbH & Co. KG

Dr. Wolfgang Colberg, München

Unternehmensberater

Bestellung bis 2023 // deutsch

o Pernod Ricard S.A., Frankreich

o Burelle S.A., Frankreich

o Solvay S.A., Belgien

□ AMSilk GmbH (Vorsitz)

□ ChemicaInvest Holding BV, Niederlande (Chair)

□ Efficient Energy GmbH (Vorsitz)

□ Dussur, Riad

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Essen

Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und

Halbach-Stiftung

Bestellung bis 2023 // deutsch

• Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München

Angelika Gifford, Kranzberg

Vice President EMEA Meta Inc.

Bestellung bis 2023 // deutsch

Dr. Bernhard Günther, Haan

CFO Fortum Corporation, Espoo (Finnland)

Bestellung bis 2023 // deutsch

• Uniper SE

Achim Hass, Schwartbruck

Energieanlagenelektroniker // Vorsitzender des Betriebsrats der

thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des

Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH

Bestellung bis 2024 // deutsch

■ Babcock Pensionskasse VvaG

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Marine Systems GmbH

Friederike Helfer, Altendorf / Schweiz

Partnerin bei Cevian Capital Limited

Bestellung bis 2023 // österreichisch

o Vesuvius plc., Großbritannien

Tanja Jacquemin, Frankfurt/Main

Fachreferentin/Dozentin für den Forschungs- und Lehrbereich

"Aufsichtsräte und Unternehmensmitbestimmung" an der

Academy of Labour

Bestellung bis 2024 // deutsch

Daniela Jansen, Aachen

Politische Sekretärin beim Vorstand der IG Metall

Bestellung bis 2024 // deutsch

Christian Julius, Lippstadt

(seit 02.03.2022)

Schlosser // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp

rothe erde GmbH Germany

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp rothe erde GmbH Germany

Thorsten Koch, Wadern

(seit 26.08.2022)

Werkzeugmechaniker // Vorsitzender des Betriebsrates der thyssenkrupp

Automotive Body Solutions GmbH (Lockweiler) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft

thyssenkrupp Automotive Technology

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH

Dr. Ingo Luge, Hannover

Aufsichtsrat und Unternehmensberater

Bestellung bis 2023 // deutsch

■ Avacon AG

■ E.ON Energie Deutschland GmbH

■ PreussenElektra GmbH (Vorsitz)

□ Gradyent Holding B.V., Niederlande (Vorsitz)

Tekin Nasikkol, Ratingen

Bachelor of Arts (Business Administration) // Vorsitzender des

Betriebsrats und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der

thyssenkrupp Steel Europe AG // Stellv. Vorsitzender des

Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

□ Novitas BKK Pflegekasse

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Steel Europe AG

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel // stellv. Vorsitzender des Betriebsrats

der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // stellv.

Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Materials Services

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Materials Services GmbH

Dirk Sievers, Bochum

Technischer Angestellter // Vorsitzender des Betriebsrats der

thyssenkrupp Steel Europe AG / Electrical Steel (Bochum) //

Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

□ PEAG Holding GmbH

Dr. Verena Volpert, Lennestadt

Steuerberaterin

Bestellung bis 2024 // deutsch

■ Vibracoustic SE

Isolde Würz, Mülheim/Ruhr

Rechtsanwältin // Corporate Lawyer der thyssenkrupp Zentralfunktion

Legal & Compliance // Vorsitzende des Sprecherausschusses der

thyssenkrupp AG und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses

des Konzernarbeitskreises der leitenden Angestellten

Bestellung bis 2024 // deutsch

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2021/ 2022 sind folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden:

Barbara Kremser-Bruttel, Gelsenkirchen

(bis 28.02.2022)

Bürokauffrau // Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp

Electrical Steel GmbH

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

■ thyssenkrupp Electrical Steel GmbH

Friedrich Weber, Schöndorf

(bis 30.06.2022)

Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der

thyssenkrupp Bilstein GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft

Components Technology // stellv. Vorsitzender des Europäischen

Betriebsrats der thyssenkrupp AG // stellv. Vorsitzender

des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

■ Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2022)

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2022)

• / o börsennotiertes Unternehmen

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, einschließlich der an verschiedenen Stellen des Lageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung zur Erfüllung der §§ 289b bis 289e HGB und der §§315b bis 315c HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 20212 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 20201 bis zum 30. September 20212,
vermittelt der beigefügte Lagebericht (ohne die darin enthaltene nichtfinanzielle Erklärung) insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar; wir geben kein Prüfungsurteil zu der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab und
ist die an verschiedenen, in Abschnitt "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" dargestellten Stellen des Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Erklärung in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften sowie mit den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien aufgestellt.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss, zum Lagebericht und zu der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

1 Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2022 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 10.680 Mio (44 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die thyssenkrupp AG überprüft jährlich zum Bilanzstichtag in einem Regelprozess die Werthaltigkeit dieser Beteiligungsbuchwerte anhand von eigenen Bewertungen. Zur Ermittlung des jeweils beizulegenden Wertes wird grundsätzlich mithilfe von Discounted Cashflow Verfahren je Beteiligung ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird, um einen Eigenkapitalwert zur Gegenüberstellung mit dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert ermitteln zu können. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen berücksichtigt, zugrunde gelegt und die geplanten Cashflows mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten diskontiert. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows, des verwendeten Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate abhängig. Die Bewertungen sind daher, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie weiterer Dokumentationen ergab sich zum 30. September 2022 in acht Fällen ein Abwertungsbedarf, der sich insgesamt auf € 225 Mio beläuft, und in einem Fall ein Wertaufholungsbedarf, der € 59 Mio beträgt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit den Planungsrechnungen sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Ermittlung der künftigen Cashflows nachvollzogen. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Gesamtunternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Beteiligungsansätze eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der zugrundeliegenden Planungsrechnungen vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Beteiligungsbuchwerts durch den ermittelten Eigenkapitalwert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind aus unserer Sicht zur Überprüfung der Werthaltigkeit sachgerecht abgeleitet worden.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und deren Werthaltigkeit sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben", "Finanzanlagen", "Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens" und "Sonstige betriebliche Erträge" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und §315d HGB als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung in Übereinstimmung mit den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften sowie mit den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Erklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten- falschen Darstellungen ist.

Die einschlägigen Vorschriften enthalten Formulierungen und Begriffe, die erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch keine maßgebenden umfassenden Interpretationen veröffentlicht wurden. Demzufolge haben die gesetzlichen Vertreter im Abschnitt "EU-Taxonomie" der nichtfinanziellen Erklärung ihre Auslegungen solcher Formulierungen und Begriffe angegeben. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegungen. Da solche Formulierungen und Begriffe unterschiedlich durch Regulatoren oder Gerichte ausgelegt werden können, ist die Gesetzmäßigkeit dieser Auslegungen unsicher.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, und ob die nichtfinanzielle Erklärung in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen deutschen gesetzlichen und europäischen Vorschriften und den von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft dargestellten konkretisierenden Kriterien entspricht, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss, zum Lagebericht und zur nichtfinanziellen Erklärung beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts sowie der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
beurteilen wir die Eignung der von den gesetzlichen Vertretern in der nichtfinanziellen Erklärung dargestellten Kriterien insgesamt. Wie in der Beschreibung der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter dargelegt, haben die gesetzlichen Vertreter die in den einschlägigen Vorschriften enthaltenen Formulierungen und Begriffe ausgelegt; die Gesetzmäßigkeit dieser Auslegungen ist mit den in dieser Beschreibung genannten inhärenten Unsicherheiten behaftet. Diese inhärenten Unsicherheiten bei der Auslegung gelten entsprechend auch für unsere Prüfung.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach §6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach §6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach §317 Abs. 3a HGB Prüfungsurteil

Wir haben gemäß §317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei thyssenkrupp_AG_JA+LB_ESEF-2022-09-30.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 20201 bis zum 30. September 20212 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. Februar 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Abschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach §317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, 14. November 2022

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Philip Meyer zu Spradow, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.

Essen, 8. November 2022

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Merz

Burkhard

Keysberg

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2021/2022 informiere, möchte ich zu Beginn kurz auf dieses Jahr und die vielfältigen Themen zurückblicken, die uns beschäftigt haben. Es war das dritte Jahr in Folge mit Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Darüber hinaus wurde auch thyssenkrupp vom Beginn des Kriegs in der Ukraine am 24. Februar 2022 getroffen. Mit diesem Krieg mitten in Europa, der Millionen von Menschen in der Ukraine unendliches Leid beschert, der aber auch die gesamte Wirtschaft global nachhaltig beeinträchtig, haben sich die Rahmenbedingungen für gemeinsamen Handel und auch für die Versorgungssicherheit grundlegend verändert, weltweit, aber auch in Deutschland und für deutsche Unternehmen.

Der Vorstand hat in dieser Situation entschlossen reagiert und erneut Schwerpunkte für den eingeschlagenen Transformationspfad von thyssenkrupp gesetzt: weitere Fokussierung auf die operative Performance der Geschäfte, die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs Multi Tracks mit Blick auf einen potenziellen Börsengang von thyssenkrupp nucera, die Suche nach strategischen Lösungen für die Bereiche Steel Europe und Marine Systems - auch wenn das im aktuellen Umfeld schwierig bleibt - sowie die grüne Transformation im Stahlbereich. Ferner hat der Vorstand unverzüglich nach Kriegsbeginn eine Task Force auf Gruppen- und Geschäftsebene etabliert und regelmäßig über die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf das Unternehmen berichtet. Diese kriegsbedingten Auswirkungen waren ein wesentlicher Grund für den Aufschub der weitgehend vorbereiteten Verselbstständigung des Bereichs Steel Europe und die Verschiebung des geplanten potenziellen Börsengangs von thyssenkrupp nucera, aber auch für den Ausbau der Geschäftsaktivitäten des Bereichs Marine Systems mit dem Erwerb der MV Werften in Wismar. Wesentlicher Schritt auf dem Weg der Dekarbonisierung des Unternehmens war die Investitionsentscheidung des Vorstands zum Bau einer Direktreduktionsanlage im Stahlbereich für eine CO2-freie Stahlproduktion, die der Aufsichtsrat einstimmig unterstützt hat. Auch bei der Veränderung der Organisation sind erneut Fortschritte erzielt worden: einerseits durch die Umsetzung weiterer Restrukturierungsmaßnahmen, andererseits durch neue Wege in der Arbeitswelt und die Stärkung der Performance-Kultur. Die sukzessive Umgestaltung und Umsetzung des Transformationsprozesses haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und werden das auch weiterhin tun. Über die Fortschritte wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse berichtet und diskutiert.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/2022 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung, der Compliance und der Nachhaltigkeitsstrategie unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Des Weiteren hat der Vorstand eine regelmäßige Berichterstattung über die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen aufgenommen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation - hier insbesondere auch der Cybersicherheit -, der Refinanzierungs- und der Liquiditätsplanung sowie der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte der Gruppe sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Aufsichtsrat und Vorstand haben auch in diesem Geschäftsjahr wieder besonders intensiv zusammengearbeitet und Informationen ausgetauscht. In 16 Sitzungen hat das Präsidium mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und vereinzelt auch externen Beratern schwerpunktmäßig den Transformationsprozess von thyssenkrupp sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und insbesondere des Kriegs in der Ukraine erörtert.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt thyssenkrupp die Mitglieder des Aufsichtsrats bei grundsätzlich eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen organisatorisch und mit der Übernahme der Kosten. Ergänzend dazu bietet das Unternehmen themenspezifische Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen an. So fand eine Information des Aufsichtsrats zum Thema grüne Transformation des Stahlbereichs statt, in der die Parameter für die Dekarbonisierung Deutschlands und Europas, die technischen und finanziellen Voraussetzungen der Produktion von grünem Stahl und die Möglichkeiten einer Förderung einer ersten Direktreduktionsanlage durch öffentliche Mittel erläutert und diskutiert wurden. Für neue Aufsichtsratsmitglieder finden spezielle Informationsveranstaltungen ("Onboarding") statt, um diese mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Strukturen von thyssenkrupp vertraut zu machen.

Die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden in aller Regel als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit zur Videozuschaltung statt; auf ausschließliche Telefon- bzw. Videokonferenzen wird nur bei Vorliegen besonderer Umstände zurückgegriffen. Im Berichtsjahr fanden von insgesamt 41 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lediglich fünf Sitzungen als Videokonferenz statt, die übrigen Sitzungen in Präsenz. Bei den als Videokonferenz durchgeführten Sitzungen handelte es sich um kurzfristig anberaumte Sitzungen von nur geringer Dauer.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die als Präsenzsitzungen mit Möglichkeit zur Videozuschaltung durchgeführt wurden, lag bei 96,5 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

PRÄSENZ BEI DEN SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2021 / 2022

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender 6 6 100,00 % 30 30 100,00 %
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender 6 6 100,00 % 28 28 100,00 %
Birgit A. Behrendt 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Stefan Erwin Buchner 5 6 83,33 % ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 6 6 100,00 % 6 6 100,00 %
Angelika Gifford 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günther 6 6 100,00 % 28 32 87,50 %
Achim Hass 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Friederike Helfer 6 6 100,00 % 11 11 100,00 %
Tanja Jacquemin 6 6 100,00 % 4 5 80,00 %
Daniela Jansen 5 6 83,33 % 3 4 75,00 %
Christian Julius (seit 02.03.2022) 3 3 100,00 % ./. ./. ./.
Thorsten Koch (seit 26.08.2022) 1 1 100,00 % ./. ./. ./.
Barbara Kremser-Bruttel (bis 28.02.2022) 2 3 66,67 % ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge 6 6 100,00 % 5 6 83,33 %
Tekin Nasikkol 6 6 100,00 % 3 3 100,00 %
Peter Remmler 6 6 100,00 % 3 3 100,00 %
Dirk Sievers 6 6 100,00 % 32 32 100,00 %
Dr. Verena Volpert 6 6 100,00 % 5 5 100,00 %
Friedrich Weber (bis 30.06.2022) 5 5 100,00 % ./. ./. ./.
Isolde Würz 6 6 100,00 % ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden insgesamt sechs Sitzungen des Aufsichtsrats sowie eine Weiterbildungssitzung statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2021. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020/2021 und stellte damit den Jahresabschluss fest.

Ferner folgte der Aufsichtsrat der vom Prüfungsausschuss nach Abschluss des gesetzlich vorgegebenen Auswahlverfahrens für Abschlussprüfer vorgeschlagenen Empfehlung und schlug der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) als neuen Abschluss- und Konzernabschlussprüfer von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2022/2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden, vor. Weitere Themen waren neben Fragen der Vorstandsvergütung Veränderungen in der Gesetzgebung, die die Durchführung virtueller Hauptversammlungen betreffen sowie die Reform des Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK). Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), dem Thema Compliance und der EMIR-Pflichtprüfung 2021 gemäß §32 WpHG sowie den regelmäßigen Aktualisierungen zu allen Segmenten befasst. In den Aufsichtsratssitzungen haben einzelne Segmente selbst mit detaillierten Präsentationen ihre Geschäftsentwicklung und -perspektiven vorgestellt.

Die Berichte des Vorstands zur Lage der thyssenkrupp-Gruppe und zur Umsetzung des Transformationspfades wurden mit Beginn des Kriegs in der Ukraine ergänzt um detaillierte Berichte zur geopolitischen Lage und zu den Maßnahmenpaketen des Krisenmanagements. Unter diesen neuen Rahmenbedingungen wurden die Beratungen zur Performancesteigerung, zu den Portfolio-Maßnahmen und zu den kurz- und mittelfristigen Ergebniszielen der thyssenkrupp-Gruppe und all ihrer Segmente intensiv fortgeführt. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig auf Basis einer fokussierten Werthebelbetrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Segmente die Performanceziele und den Stand der Zielerreichung, verbunden mit Empfehlungen für eine schnellere Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Auch die in der Septembersitzung verabschiedete Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2022/2023 hat der Aufsichtsrat ausführlich erörtert. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählten der Verkauf der Anteile an AST, der potenzielle Börsengang von thyssenkrupp nucera sowie der Erwerb der MV Werften in Wismar, um die Produktionskapazitäten von Marine Systems kurzfristig erhöhen zu können.

Intensiv hat sich der Aufsichtsrat auch mit dem Segment Steel Europe befasst, insbesondere die Verselbstständigung dieses Bereichs sowie die erforderlichen Maßnahmen für die grüne Transformation waren Gegenstand ausführlicher Erörterungen. Der Vorstand berichtet regelmäßig über den Fortgang der Prüfung beider Schwerpunkte an den Aufsichtsrat bzw. an seine Ausschüsse. Der Aufsichtsrat hat sich ferner mit den Wachstumschancen der nach einer eigenständigen Aufstellung verbleibenden thyssenkrupp-Gruppe ohne das Segment Steel Europe befasst.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/ 2022 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des DCGK die Abgabe und Veröffentlichung der Entsprechenserklärung beschlossen. Die aktuelle, zum 1. Oktober 2022 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind soweit gesetzlich zulässig vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Themen auszutauschen. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2022 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr zu 16 Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen im Fokus dieses Ausschusses die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, Themen im Zusammenhang mit dem Umbau von thyssenkrupp sowie angemessene Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2021/ 2022 in acht Sitzungen die Personalthemen der aktiven Vorstandsmitglieder und Themen zu Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren die Entscheidungen zur Festsetzung der variablen Vergütungen und die innerjährliche Überprüfung der festgelegten individuellen Ziele sowie die Darstellung im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, die Vorbereitung zur Verlängerung von Vorstandsverträgen und für die Umsetzung des Teilhabegesetzes für den Vorstand. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, sowie die Management-Entwicklung und die Nachfolgeplanung in der thyssenkrupp-Gruppe behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2021/2022 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2022 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine gruppenweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert.

Dr. Bernhard Günther, Vorsitzender des Prüfungsausschusses bis zum 3. Februar 2022, und Dr. Verena Volpert, Prüfungsausschuss-Vorsitzende seit dem 3. Februar 2022, standen auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Gruppenfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2021/2022 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2021/2022 beschlossen. Gemäß der EU-Verordnung 537/2014 ist für thyssenkrupp die Pflicht zur regelmäßigen externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers gesetzlich vorgesehenen. Nach Auswertung der Ausschreibungsergebnisse für die Abschlussprüfung hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat alternativ KPMG und die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als neue Abschlussprüfer vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat ist der Empfehlung für KPMG gefolgt und hat der Hauptversammlung 2022 diese für eine etwaige prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2022/2023, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2023 erstellt werden, vorgeschlagen.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Begleitende Prüfung der Projektaktivitäten zur erstmaligen Umsetzung der Berichtspflichten aus der EU-Taxonomie-Verordnung zum Abschlussstichtag 30. September 2022". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 14. November 2022 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die dort vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2022 / 2023 umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der gruppenweiten Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2021/ 2022 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die vollständig in den Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2020/2021 gemäß §32 WpHG, der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung in allen Segmenten sowie die Implementierung der Berichtsanforderungen aus der EU-Taxonomie-Verordnung.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2021/ 2022 dreimal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. In jeder Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der operativen und wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp und der Weiterentwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Situation seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine. Zu den weiteren behandelten Themenschwerpunkten gehörten - wie im Vorjahr auch - der Transformationspfad der thyssenkrupp-Gruppe und seine Fortschritte, das Fortschreiten auf dem Pfad zur Verselbstständigung für das Segment Steel Europe, die Entwicklung der Performance im Segment Multi Tracks einschließlich der Veräußerungen weiterer Geschäfte an externe Erwerber, die globale Herausforderung des Klimaschutzes sowie das dynamische Marktumfeld beim Wasserstoff, die Risikoeinschätzung zu Cyber-Angriffen auf thyssenkrupp und Maßnahmen der IT-Sicherheit, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im September 2022 hat sich der Ausschuss intensiv mit der Unternehmens- sowie Investitionsplanung der Gruppe für das Geschäftsjahr 2022/2023 befasst und diese beschlossen. Zudem hat sich der Ausschuss im Berichtsjahr umfangreich mit den prioritären Themen der Nachhaltigkeit befasst.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu drei Sitzungen zusammengekommen, in denen zum einen der Wechsel im Vorsitz des Prüfungsausschusses vorbereitet wurde. Zum anderen wurde mit Blick auf die anstehenden Neuwahlen auf der Anteilseignerseite in der Hauptversammlung 2023 festgestellt, dass der Aufsichtsrat bezüglich Diversität, finanzieller Expertise und Erfüllung des Kompetenzprofils angemessen besetzt sei.

Auch in diesem Berichtsjahr bestand für eine Sitzung des gemäß §27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2021/2022 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und der Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 14. November 2022 sowie des Aufsichtsrats am 16. November 2022 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzende in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der vollständig in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vergütungsbericht nach § 162 AktG geprüft und keine Einwendungen erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand der thyssenkrupp AG aufgestellte Jahresabschluss festgestellt.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 3. Februar 2023 vor, für das Geschäftsjahr 2021 /2022 eine Dividende in Höhe von 0,15€ je Stückaktie auszuschütten.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr die folgenden personellen Veränderungen gegeben:

Auf Seiten der Vertreter der Arbeitnehmer schieden Barbara Kremser-Bruttel mit Ablauf des 28. Februar 2022 und Friedrich Weber mit Ablauf des 30. Juni 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. In deren Nachfolge wurden Christian Julius zum 2. März 2022 und Thorsten Koch zum 26. August 2022 durch gerichtliche Bestellung zu Aufsichtsratsmitgliedern für die Dauer der restlichen Amtszeit der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestellt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern der thyssenkrupp-Gruppe weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Gesellschaften der Gruppe für die im Geschäftsjahr 2021/2022 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.

Essen, 16. November 2022

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

der thyssenkrupp AG

zu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 27. Juni 2022 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 28. April 2022 und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 1. Oktober 2021 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 28. April 2022 entsprochen.

Duisburg/Essen, den 1. Oktober 2022

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz