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thyssenkrupp AG Annual Report 2021

Mar 14, 2022

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Annual Report

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Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2020 bis zum 30.09.2021

Konzernlagebericht - mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung ist die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in dem zusammengefassten Lagebericht enthalten. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Im Zuge der Konkretisierung der Neuausrichtung werden seit dem 1. Oktober 2020 bestimmte Geschäfte, für die das Unternehmen kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht, zu dem neuen eigenständigen Segment Multi Tracks zusammengefasst und im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements durch einen eigenen Segmentvorstand geführt. Die zuvor erwähnten anderen Eigentumsverhältnisse können beispielsweise den vollständigen Verkauf oder Teilverkauf oder auch die Fortführung des Geschäfts zusammen mit einem oder mehreren externen Partnern beinhalten. In diesem Zusammenhang wurden mit Beginn des Geschäftsjahres 2020 / 2021 folgende Geschäfte organisatorisch dem neuen Segment Multi Tracks zugeordnet: der Anlagenbau, d.h. die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung im Bereich Mining, das Edelstahlgeschäft (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inkl. der dazugehörigen Vertriebsorganisation) sowie Infrastructure aus dem Segment Materials Services, Automation Engineering (System Engineering Antrieb bzw. Powertrain Solutions und Battery Solutions) sowie Springs & Stabilizers aus dem Segment Automotive Technology und Heavy Plate (Grobblech) aus dem Segment Steel Europe. Die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 im Segment Multi Tracks eingeleiteten Verkaufsprozesse für die Anlagenbaugeschäfte des Bereichs Mining, Infrastructure und das Edelstahlgeschäft erfüllten im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis dieser Aktivitäten als Veräußerungsgruppen. Dementsprechend ist in der Bilanz zum 30. September 2021 erstmals ein gesonderter Ausweis der auf diese Aktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich.

Auch die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 in der Berichtszeile "Überleitung" unter Special Units berücksichtigte Elevator-Beteiligung wird seit dem 1. Oktober 2020 dem neuen Segment Multi Tracks zugeordnet. Dies galt auch bis zum Vollzug ihres Verkaufs Ende August 2021 für die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 in der Berichtszeile "Überleitung" unter Special Services angesiedelte thyssenkrupp Carbon Components.

Darstellung und Ausweis der Vorjahresperioden wurden unter Berücksichtigung der zuvor genannten Änderungen entsprechend angepasst.

Mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2020 wurde die Definition für das Bereinigte EBIT dahingehend angepasst, dass eine engere Definition der Sondereffekte erfolgt, wonach nur noch Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste bereinigt werden. Auch hier wurde der Ausweis der Vorjahresperioden entsprechend angepasst.

thyssenkrupp hatte Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgte der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020. Die Transaktion erfüllte die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasste Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Gemäß IFRS 5 wurden für die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten die Darstellung der Vorjahresperioden angepasst und alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Darüber hinaus müssen in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugaktivitäten stehende noch anfallende nachlaufende Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen werden. Infolge des Ende Juli 2020 erfolgten Verkaufs war bereits in der Bilanz zum 30. September 2020 ein gesonderter Ausweis der auf Elevator Technology entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht mehr erforderlich.

Seit der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung siehe auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivitäten) und Anhang-Nr. 24 (Segmentberichterstattung).

Darüber hinaus werden die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Lagebericht nicht als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei den rechtlichen Konsolidierungskreis.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen der Gruppe

Profil und Organisation

Leistungsversprechen

thyssenkrupp ist eine internationale Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften. Mit unserem umfassenden Technologie-Know-how möchten wir hochwertige Produkte sowie leistungsfähige Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere, lebenswertere und nachhaltigere Zukunft leisten. Unser Markenversprechen und unser hoher Anspruch an uns selbst bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." zum Ausdruck. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir dank unserer Technologien und Innovationen wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Im Zuge des weiteren Umbaus unserer Unternehmensgruppe sind unsere Geschäftsaktivitäten seit dem 1. Oktober 2020 in sechs Segmente gebündelt: Materials Services, Industrial Components, Automotive Technology, Steel Europe, Marine Systems sowie Multi Tracks - ein neues eigenständiges Segment, in dem wir Geschäfte bündeln, für die thyssenkrupp kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht. Details dazu finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen" und im folgenden Abschnitt "Strategie".

56

Für den Abschluss der Gruppe konsolidieren wir Gesellschaften aus 56 Ländern.

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie die im Segment Industrial Components zusammengefassten Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2021 sind in den Gruppenabschluss 335 Unternehmen sowie 22 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 56 Ländern.

Vier regionale Plattformen erbringen Dienstleistungen, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters". Unsere Service-Einheiten werden zudem seit dem 1. Oktober 2020 in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und erbringen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale.

Unternehmenszentrale

thyssenkrupp AG

Segmente

Materials Services Industrial Components Automotive Technology
Umsatz 12.315 Mio € Umsatz 2.512 Mio € Umsatz 4.522 Mio €
Bereinigtes EBIT 587 Mio € Bereinigtes EBIT 322 Mio € Bereinigtes EBIT 264 Mio €
■ Weltweiter Handel mit Werk- und Rohstoffen ■ Fertigung von Großwälzlagern, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und unterschiedliche Industrieanwendungen (Bearings)1) ■ Serienlieferant von Fahrwerks- und Antriebskomponenten
■ Kundenspezifische Anarbeitungs-, Lager- und Logistikdienstleistungen ■ Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) 1) ■ Montage- und Logistikpartner
■ Intelligente Supply Chain Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten ■ Karosserieanlagenbauer mit Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen
Steel Europe Marine Systems 1) Multi Tracks
Umsatz 8.932 Mio € Umsatz 2.022 Mio € Umsatz 5.651 Mio €
Bereinigtes EBIT 116 Mio € Bereinigtes EBIT 26 Mio € Bereinigtes EBIT - 298 Mio €
■ Produktion von Qualitätsflachstahl für die Automobilindustrie und eine Vielzahl weiterer Industrien ■ Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie ■ Anlagenbau, u.a. für die Chemie-, Zement- und Miningindustrie 2)
■ Aufbau einer klimaneutralen Stahlproduktion im Rahmen des Transformationsprojekts tkH2Steel ■ Produktion von Edelstahl2)
■ Anbieter von Antriebs- und Batteriemontagen und Herstellung von Federn und Stabilsatoren für die Automobilindustrie
■ Anbieter von Technologie für hocheffiziente Wasserelektrolyse-Anlagen

1) Separate Führung als Business Unit durch die thyssenkrupp AG

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Die Neuaufstellung als "Group of Companies" war ein wichtiger Schritt hin zu einer dezentraleren Organisationsform - weiterhin unter der starken Dachmarke thyssenkrupp. Unser Ziel ist es, den Geschäften den Spielraum zu geben, sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, die Effizienz steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Die einzelnen Segmente der thyssenkrupp-Gruppe erhalten mehr unternehmerische Freiheit und gleichzeitig mehr Eigenverantwortung. Ziel ist es, noch näher am Markt und den Kunden zu sein. Die Zentrale konzentriert sich verstärkt auf das Portfoliomanagement, Governance-Aufgaben, die Führungskräfteentwicklung und die Allokation von Investitionsmitteln. Mit zunehmender Portfolioentwicklung und dem verstärkten Fokus auf Performance soll eine möglichst schlanke und effiziente Zentrale entstehen; die Komplexität insbesondere in der Verwaltung soll weiter reduziert, insbesondere operative Managemententscheidungen sollen weiter dezentralisiert werden. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir Fortschritte erzielt. Wir haben die Zentrale weiter vereinfacht und uns von der bisherigen Struktur der Zentralfunktionen gelöst: Seit dem 1. Februar 2021 wird die Zentrale über drei aufgabenbezogene Bereiche geführt, die im Zuschnitt unseren drei Handlungsfeldern "Portfolio", "Performance" und "People" entsprechen. Die unmittelbare Leitungsebene unterhalb des Vorstands hat sich damit von bisher zehn Zentralfunktionen auf drei Corporate Center reduziert.

Die strategische Führung der Gruppe liegt weiterhin bei der thyssenkrupp AG. Um die Steuerung des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Geschäften zu ermöglichen, hat sich das Executive Committee als Lenkungsgremium etabliert. Mitglieder sind neben dem Vorstand der thyssenkrupp AG die CEOs der Segmente, die Leiter der Corporate Center und ein Vertreter der Regionen. Die Entscheidungen des Vorstands können sich so enger an Märkten und Kunden sowie an Technologien, Produkten und geschäftsspezifischen Entwicklungen orientieren.

Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG". Die Einheiten der Service Units und Special Units sind - zusammen mit Konsolidierungssachverhalten - in der Berichtszeile "Überleitung" separat abgebildet.

Strategie

Strategische Neuausrichtung

thyssenkrupp befindet sich inmitten der im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 weiter konkretisierten Transformation des Unternehmens. Sie hat das Ziel, thyssenkrupp zu einer leistungsstarken und nachhaltigen "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio umzubauen. Den Rahmen dafür bilden unsere Marke und unsere Werte.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Die Transformation von thyssenkrupp folgt einem klaren Konzept. Unser Portfolio passen wir je nach Entwicklungspotenzial der einzelnen Geschäfte schrittweise an ("Focus"). Wir werden damit als Unternehmen in einem ersten Schritt kleiner, aber auch wettbewerbsfähiger. Parallel dazu wollen wir die Profitabilität aller Geschäfte kontinuierlich steigern ("Improve"), um auf dieser neuen Effizienzbasis wieder profitabel zu wachsen ("Scale"). Dabei wollen wir nicht nur einen signifikanten Beitrag zur CO2 -Reduktion leisten und unsere Aktivitäten systematisch an Nachhaltigkeitskriterien ausrichten, sondern wir wollen auch mit nachhaltigen Produkten und Technologien an den sich bietenden Wachstumschancen zum Beispiel in den Bereichen erneuerbaren Energien, Wasserstoff oder Elektromobilität teilhaben.

In unserem Transformationsprozess orientieren wir uns zu jeder Zeit an den drei Handlungsfeldern: "Performance", "Portfolio" und "People". Es sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die einzelnen Geschäfte bestmöglich entwickeln und - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Klimaschutz - nachhaltige sowie führende Marktpositionen einnehmen können.

Performance

Übergeordnetes Ziel ist die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Der grundsätzliche Anspruch an alle Geschäfte ist, dass sie zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören. Für jede Einheit gilt ein individueller und aus dem Wettbewerb abgeleiteter Profitabilitätsanspruch. Alle Geschäfte müssen zudem mindestens ihre Kapitalkosten verdienen. Mit allen Geschäften werden Pläne zur Zielerreichung erarbeitet, die konkret und belastbar mit Maßnahmen hinterlegt sein müssen. Die Maßnahmen werden im regelmäßigen Dialog zwischen der Führungsgesellschaft und der jeweiligen dezentralen Einheit hinterfragt, gegebenenfalls angepasst und nachgehalten. Die Führungsmannschaften der Geschäfte tragen dabei die volle Ergebnisverantwortung.

Mit Beginn der Transformation sind umfangreiche Performance- und Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Ziel der deutlichen Verbesserung von Bereinigtem EBIT und FCF vor M & A eingeleitet worden; sie befinden sich in Umsetzung oder sind schon abgeschlossen. Details zum Status bei den einzelnen Segmenten finden Sie in den jeweiligen Abschnitten im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Über die gesamte Gruppe hinweg haben wir in diesem Zusammenhang einen für die Transformation der Gruppe erforderlichen Abbau von mehr als 12.000 Stellen bis 2023 / 2024 identifiziert. In den vergangenen zwei Geschäftsjahren haben wir bereits rund 7.800 davon abgebaut.

Zum Handlungsfeld "Performance" gehört auch, dass wir gruppenweit mehr Fokus auf unsere "Performance-Kultur" legen und mit Konsequenz dafür sorgen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Dazu zählt auch die ständige Überprüfung und Weiterentwicklung unserer Steuerungskennzahlen und -logik sowie der damit zusammenhängenden Vergütungssysteme. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Mitarbeiter".

Portfolio

Das Ziel von thyssenkrupp ist klar: Wir wollen eine erfolgreiche Zukunft für alle unsere Geschäfte. Deshalb überprüfen und bewerten wir das individuelle Entwicklungspotenzial der Geschäfte dahingehend, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven aus Sicht aller Stakeholder haben. Kriterien sind insbesondere die Marktattraktivität, die Technologie- und Kostenposition sowie das zukünftige Wertsteigerungspotenzial. Das Erreichen oder Aufrechterhalten einer nachhaltigen Wettbewerbsposition der einzelnen Geschäfte ist dabei wichtiger als deren Eigentümerstruktur. Das Portfolio von thyssenkrupp haben wir vor diesem Hintergrund wie folgt gegliedert:

PORTFOLIO - "GROUP OF COMPANIES"

Unternehmenszentrale

thyssenkrupp AG

√ = = Unterzeichnete oder abgeschlossene Verkäufe bzw. Schließung

1) Heavy Plate (Grobblech) - Schließung zum 30.9.2021 erfolgt

2) Acciai Speciali Terni (inkl. der dazugehörigen Vertriebsorganisation) - Signing zum Verkauf an Arvedi Gruppe im September 2021 erfolgt

3) Mining Technologies - Signing zum Verkauf an FLSmidth im Juli 2021 erfolgt

4) Infrastructure - Signing zum Verkauf an FMC Beteiligungs KG im August 2021 erfolgt

5) Carbon Components - Verkauf an Action Composites im August 2021 erfolgt

6) Uhde Chlorine Engineers (Joint Venture mit Industrie De Nora; bis 30.9.2021 zusammen mit Uhde berichtet innerhalb der Business Unit Chemical & Process Technologies)

7) Automation Engineering (ehemals System Engineering Antrieb bzw. Powertrain Solutions und Battery Solutions)

8) Springs & Stabilizers

9) Uhde (bis 30.9.2021 zusammen mit UCE berichtet innerhalb der Business Unit Chemical & Process Technologies)

10) Cement Technologies

11) Beteiligung TK Elevator

Bei Materials Services und Industrial Components sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Diese Geschäfte wollen wir aus eigener Kraft weiterentwickeln. Auch Automotive Technology werden wir innerhalb der Gruppe weiterführen. Dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar.

Nach der Beendigung der Gespräche über den Verkauf der Stahlsparte an Liberty Steel im Februar 2021 treibt thyssenkrupp die weitere Entwicklung des Stahls aus eigener Kraft voran. Mit den laufenden Restrukturierungen und weiteren Performance-Maßnahmen haben wir dabei im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits Fortschritte bei der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erzielt. Gleichzeitig halten wir eine eigenständige Aufstellung des Stahlgeschäfts für vorteilhaft, da wir überzeugt davon sind, dass ein reines Stahlunternehmen langfristig bessere Möglichkeiten hat, zukunftsfähig zu bleiben. Deshalb prüfen wir, ob und wie wir eine solche eigenständige Aufstellung möglich machen können. Parallel dazu wollen wir das Stahlgeschäft mit der fortgesetzten Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 in eine Position der Stärke entwickeln, um so den Einstieg in die grüne Transformation weiter zu forcieren.

Marine Systems zeigt sowohl bei den Kostensenkungs- und Performance-Maßnahmen als auch bei den neuesten Zahlen zum Auftragseingang eine positive Entwicklung. Dennoch verfolgen wir aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation neben den weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Performance für eine Stand-alone-Entwicklung im Unternehmen auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen, um die deutsche und europäische Werftenindustrie insgesamt in eine international stärkere Position zu bringen.

Geschäfte, für die sich das Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen nicht allein als der beste Eigentümer sieht, werden seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr im Segment Multi Tracks zusammengefasst und im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements geführt. Mit den angekündigten und zum Teil bereits abgeschlossenen Verkäufen einzelner Geschäfte und der Schließung von Grobblech konnten wir in diesem Geschäftsjahr schon wichtige Meilensteine bei der Fokussierung des Portfolios erreichen. Insbesondere die Verkäufe von Mining Technologies, Infrastructure und des Edelstahlgeschäfts dürften sich mit Vollzug zudem positiv auf unsere Finanzkennzahlen auswirken. Mit unseren Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse verfügen wir bei Uhde Chlorine Engineers (UCE) über sehr gute Voraussetzungen, um von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff zu profitieren. Diesen Startvorteil wollen wir nutzen. Wir prüfen deshalb, wie wir diesen Bereich bestmöglich weiterentwickeln. Dabei betrachten wir auch die Option eines Initial Public Offering (IPO), also einer Börsennotierung, um so den tatsächlichen Wert des Geschäftsbereichs sichtbar zu machen und weiteres Wachstum zu finanzieren. Weitere Details finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen" sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Multi Tracks".

People

Neben den strukturellen Veränderungen erfordert die Transformation des Unternehmens nicht nur eine dezentralere Organisationsform, sondern sie stellt auch neue Anforderungen an die Art, wie wir arbeiten, und macht die kontinuierliche Ausrichtung an den strategisch wichtigen Feldern der Personalarbeit notwendig. Unser Anspruch dabei ist es, ein attraktiver und fairer Arbeitgeber zu sein. Wir unterstützen Führungskräfte und Mitarbeiter mit einem breiten Angebot an Weiterentwicklungsmaßnahmen bei der Transformation und insbesondere mit Blick auf Wachstumsthemen aktiv. Wir begleiten einerseits die notwendigen Restrukturierungsaktivitäten mit den auf die jeweiligen Unternehmen angepassten Personalmaßnahmen und arbeiten andererseits an den für thyssenkrupp zukunftsweisenden Personalthemen. Wir begreifen die sich stetig ändernde Arbeitswelt als Chance und gestalten Zusammenarbeit, Prozesse und Arbeitsmodelle entlang der Geschäftsmodelle modern, zuletzt auch im Zusammenhang mit der Einführung von hybriden Arbeitsmodellen. Wir positionieren uns als attraktiver Technologiearbeitgeber bei den für uns relevanten Zielgruppen und auf den entsprechenden Plattformen. Intern nutzen wir Maßnahmen der Mitarbeiterbindung, die gleichzeitig unsere starke Kultur weiter prägen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Identifizierung, Vernetzung und Bindung von Mitarbeitern aus Technologie- und Engineering-Bereichen. Das Fundament bei all dem sind unsere gemeinsamen Werte: Wir setzen auf Offenheit, gegenseitige Wertschätzung und Respekt. Wir wollen uns kontinuierlich verbessern und die Organisation mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen agiler und anpassungsfähiger machen. Wir bauen weiter Hierarchien ab und fördern fachliche Stärken und Eigeninitiative. Wir wollen dabei unsere Kräfte bündeln, um unsere Effizienz langfristig zu steigern. "Lean & Agile" als Methode unterstützt uns dabei. Näheres dazu finden Sie im vorangegangenen Abschnitt "Profil und Organisation" und im Kapitel "Mitarbeiter".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir gruppenweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte - neben weiteren Faktoren - festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der Jahresüberschuss/(-fehlbetrag), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.

Im Zuge des Strategieprozesses definiert der Vorstand auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele sowie für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Nach der Veräußerung von Elevator Technology hält die thyssenkrupp-Gruppe eine Beteiligung. Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativem Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Sondereffekten. Bereinigt werden Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen bzw. Erträge aus Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT der Gruppe und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Lageberichts. Darüber hinaus verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)

Der Jahresüberschuss entspricht dem Gewinn, welcher innerhalb des Geschäftsjahres erwirtschaftet wurde und errechnet sich als positiver Saldo sämtlicher Erträge und Aufwendungen. Bei der Berechnung werden im Vergleich zum EBIT auch nicht operative Bestandteile - z.B. Zinsen und Steuern - berücksichtigt. Der Jahresüberschuss gibt somit gesamthaft Auskunft über die Ertragskraft der Gruppe. Ein negatives Jahresergebnis wird als Jahresfehlbetrag bezeichnet.

Den Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) erläutern wir ausführlich im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Lageberichts.

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

tkVA

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivpositionen wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert; dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" des Lageberichts.

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Lageberichts.

Ziele

Finanzielle Ziele

Wir wollen thyssenkrupp zu einer leistungsstarken und nachhaltigen "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio umbauen. Mithilfe eines konsequenten Performance-Managements wollen wir die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Geschäfte weiter steigern. Sie sollen zu den jeweils besten ihrer Branche gehören und dementsprechend positive Ergebnis- und Cashflow-Beiträge für die Gruppe verdienen.

Unser Ziel ist es, dass thyssenkrupp nachhaltig einen positiven Free Cashflow vor M & A erwirtschaftet und Wert generiert, nicht zuletzt, damit unsere Aktionäre zukünftig auch wieder über die Dividende am Unternehmenserfolg partizipieren können. Wir arbeiten mit Nachdruck daran, die Profitabilität unserer Geschäfte zu steigern, sodass diese mindestens auf Wettbewerbsniveau und über den Kapitalkosten liegt. Dadurch sollen unsere Geschäfte auch Wachstumschancen noch effizienter nutzen. Die jeweiligen Führungsmannschaften der Geschäfte tragen dabei die volle unternehmerische Verantwortung. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe basiert auf dem erwarteten Wertbeitrag und geschäftsspezifischen Anforderungen. Alle Ziele müssen konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen hinterlegt werden.

Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element des Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert, die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Vorstandsvorsitzenden. Gemeinsam mit den Group Functions, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unserer Gruppe, den CEOs der Segmente und den Leitern der drei Corporate Center zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Implementierung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs). Für die Umsetzung sind die Group Functions, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

Wirtschaft

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeiter, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung sowie Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr mit "Sustainability Way Forward" ein interdisziplinäres Nachhaltigkeitsprojekt aufgesetzt, das sich auf verschiedene Teilprojekte, wie z. B. das Erreichen der Klimaziele sowie die Anforderungen der EU Taxonomie und des Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten, fokussiert. Die Konzeption und Implementierung zukünftiger Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit den Segmenten und Geschäftsbereichen von thyssenkrupp, die für die operative Umsetzung verantwortlich sind. Einen weiteren Fokus setzen wir auf die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter, die wir u.a. hinsichtlich der Neuausrichtung der Unternehmensgruppe sowie der digitalen Transformation der Arbeitswelt unterstützen.

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovationen sowie Mitarbeiter und Einkauf Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Die Festlegung der Jahresziele erfolgt unter Einbeziehung der Segmente, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften deren Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 wirkt sich das Erreichen dieser Ziele erstmalig nicht mehr über den sogenannten Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Höhe der einjährigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive) des thyssenkrupp Vorstandes und der Vorstände der Segmente aus. Stattdessen wird die vergütungsrelevante Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaktivitäten über die IFTs seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 schrittweise in die Langfristvergütung des Vorstands überführt. Bereits geschehen ist das im Falle des Anteils von Frauen in Führungspositionen und der Unfallhäufigkeit (Näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Im laufenden Geschäftsjahr 2021 / 2022 werden zur Abbildung unserer Klimaziele die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten und bezogen auf die Stahlaktivitäten die bilanziell produzierte Menge klimaneutral erzeugten Stahls in die Langzeitvergütung integriert. Alle bestehenden IFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung weiterhin verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.

Der Zielwert für Energieeffizienz wurde im Geschäftsjahr 2020 / 2021 deutlich übertroffen. Die F&E-Quote fiel aufgrund geringerer F&E-Aufwendungen bei gleichzeitig gestiegenem Umsatz vergleichsweise niedriger aus. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe erfüllt. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte, basierend auf dem bereinigten Vorjahreswert von 2,9, verbessert werden. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag leicht über dem geplanten Zielwert. Seit dem Berichtsjahr ist die Abdeckung relevanter Aktivitäten mit einem Energiemanagement nach ISO 50001 bzw. mit einem Umweltmanagement nach ISO 14001 nicht mehr Teil der IFTs, da das jeweilige Ziel einer 100-prozentigen Abdeckung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wie geplant erreicht werden konnte. Über unser gruppenweites Energie- und Umweltmanagement berichten wir nach wie vor im Kapitel "Klima, Energie und Umwelt".

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Gruppe Stand 30.09.2020 Stand 30.09.2021 Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 80 GWh im GJ 2020 / 2021 GWh 215 325 - Klima, Energie und Umwelt
Bereinigte F&E-Quote1) von rund 3,0 % % 3,4 2,6 - Technologie und Innovationen
Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 16 % bis 2024 / 2025 % 11,2 12,2 +1 %-Pkte. Mitarbeiter
Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate um mindestens 0,1 pro Jahr auf insgesamt 2,5 bis 2023 / 2024 Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 2,9 2,6 - 10 % Mitarbeiter
Jährlich 60 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 86 69 - 20 % Einkauf

1) Außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden ab 2020 / 2021 zur Berechnung der F&E-Quote nicht mehr berücksichtigt. Vorjahreswert wurde entsprechend von 4,0 % auf 3,4 % angepasst.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 / 2022 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 110 GWh an. Die bereinigte F&E-Quote soll im Geschäftsjahr 2021 / 2022 bei rund 3,0 % liegen; die Unfallhäufigkeit soll bis zum Geschäftsjahr 2023 / 2024 um jährlich jeweils 0,1 auf insgesamt 2,5 verbessert werden. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen in der gesamten thyssenkrupp-Gruppe streben wir für das laufende Geschäftsjahr eine Steigerung auf 13 % und bis zum Geschäftsjahr 2024 / 2025 eine Steigerung auf 16 % im Vergleich zu 2019 / 2020 an. Die Durchführung der Nachhaltigkeitsaudits bleibt auch im kommenden Berichtsjahr im Fokus; hier wird ein neues Ziel von mindestens 69 Audits anvisiert. Ab dem laufenden Geschäftsjahr wird auf Gruppenebene die Emissionsintensität ohne Stahlaktivitäten als neues IFT implementiert (Jährliches Ziel: Senkung der CO2 -Emissionen um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz).

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Erholung der Weltwirtschaft setzt sich fort - Risiken haben deutlich zugenommen

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2021 konnte sich die Weltwirtschaft weiter vom pandemiebedingten Einbruch des Vorjahres erholen. Allerdings wird die aktuelle Lage insbesondere durch die DeltaVariante des Corona-Virus belastet, die in vielen Ländern zu einer vierten Pandemiewelle und erneuten Beschränkungen geführt hat, wenngleich diese aufgrund der verbesserten Impfquoten weniger umfangreich ausfallen dürften als im Vorjahr. Belastet wird die Weltwirtschaft zudem von Material- und Kapazitätsengpässen, die umfangreicher sind und wohl länger andauern werden als ursprünglich erwartet und die Industrieproduktion behindern. Hierdurch hat sich der Wachstumsausblick insbesondere im Hinblick auf das Schlussquartal 2021 eingetrübt.

→ 5,4 % 2021 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 5,4 % wachsen und 2022 um 4,5 % expandieren.

Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % eingebrochen war, dürfte sie 2021 mit einem Plus von 5,4 % deutlich wachsen. Im kommenden Jahr 2022 könnte sich die globale Produktion - je nach Pandemieverlauf und Verfügbarkeit bei Vorleistungsprodukten - um 4,5 % erhöhen. In den Industrieländern wird das Wachstum 2021 bei einem Plus von 5,1 % relativ kräftig ausfallen. 2022 wird dort derzeit mit einem Zuwachs von 4 % gerechnet. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 % steigen; 2022 könnte bei weiterer Erholung ein Zuwachs von 4,8 % erreicht werden.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind aufgrund der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie - insbesondere mit Blick auf die Entwicklung bei den Impfquoten, neuer Virus-Mutationen und erneuter Lockdown-Maßnahmen - von extremer Unsicherheit geprägt. Zudem existieren zahlreiche geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, wie sich die aktuellen handelspolitischen Konflikte und die zahlreichen globalen Krisenherde, etwa in Afghanistan, entwickeln werden. Hinzu kommen die anhaltenden Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie, die noch stärker wachstumsbremsend wirken könnten. Auch wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge der Klimaerwärmung sind ein bedeutendes Wachstumsrisiko. Dies gilt auch für eine mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und ein möglicherweise weiter zunehmendes Autarkiebestreben des Landes. Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl zahlreicher Industrieländer als auch vieler Schwellenländer deutlich gestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemiefolgen könnten diese Entwicklung noch verstärken. Hinzu kommen Risiken aufgrund deutlich gestiegener Energie-, Material- und Rohstoffkosten und der damit verbundenen Inflationssorgen, insbesondere bei möglicherweise verzögerter Reaktion der Notenbanken sowie Unsicherheiten aufgrund volatiler Wechselkurse.

Die Wirtschaft im Euro-Raum ist zuletzt deutlich gewachsen. Im 2. Quartal 2021 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 % im Vergleich zur Vorperiode, nach einem Minus von 0,3 % im 1. Quartal. Die Stimmungsindikatoren für das 3. Quartal lassen bislang vermuten, dass das Wachstum aus dem 2. Quartal leicht übertroffen werden kann. Allerdings erhält die positive Stimmungslage durch möglicherweise länger andauernde Lieferkettenprobleme und die durch die Delta-Variante in vielen Ländern ausgelöste vierte Pandemiewelle bereits erste spürbare Dämpfer. Vor diesem Hintergrund wird für das Schlussquartal nur noch ein geringes Plus bei der Wirtschaftsleistung erwartet. Insgesamt wird sich die gesamtwirtschaftliche Produktion im Euro-Raum 2021 um 4,8 % erhöhen. Für das kommende Jahr wird hier ein Zuwachs von 4,4 % erwartet.

BIP-Wachstum in Deutschland 2021 bei 2,8 %, Abwärtsrisiken gestiegen

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im 2. Quartal 2021, das stark von den Lockerungsmaßnahmen nach dem Lockdown geprägt war, um 1,6 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen, nach einem Rückgang um 2 % im 1. Quartal im Vergleich zur Vorperiode. Mittlerweile deutet die weniger positive Stimmungslage bei wichtigen Frühindikatoren allerdings darauf hin, dass der starke Aufholprozess seinem Ende zustreben könnte. Das 3. Quartal dürfte noch recht gut ausfallen, doch für das Schlussquartal 2021 nehmen die Abwärtsrisiken zu. Weiterhin ist es die Mischung aus steigenden Corona-Infektionen und merklichen Lieferengpässen, die sich bremsend bemerkbar macht. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2021 voraussichtlich um 2,8 % expandieren. Für das kommende Jahr 2022 rechnen wir in Deutschland angesichts einer relativ soliden globalen Konjunkturdynamik mit einer Wachstumsrate von 4,6 %.

In den USA hat die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal um 1,6 % zugelegt; im 1. Quartal hatte der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts 1,5 % betragen. Die wirtschaftliche Aktivität büßte zuletzt etwas an Dynamik ein. In der Industrie verhindern die Engpässe bei Vorleistungsprodukten einen stärkeren Zuwachs. Zudem zeigte sich der wichtige private Verbrauch zuletzt schwächer. Ursächlich sind hier der abnehmende Fiskalimpuls sowie der bereits weit fortgeschrittene wirtschaftliche Aufholprozess. Die zügige Erholung am Arbeitsmarkt stützt allerdings die Einkommen der privaten Haushalte, sodass das Auslaufen der pandemiebedingten staatlichen Transferzahlungen zumindest teilweise kompensiert werden kann. Der Ausblick für den privaten Verbrauch bleibt damit insgesamt positiv. In Summe wird die US-Wirtschaft 2021 voraussichtlich um 5,7 % wachsen, 2022 um 4,4 % zulegen.

Die Konjunkturdynamik Chinas hat sich im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2021 deutlich abgeschwächt. Im 1. Quartal 2021 legte das BIP um 18,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zu, im 2. Quartal um 7,9 %. Auch für die kommenden Quartale wird mit einem für chinesische Verhältnisse moderaten Wachstum gerechnet. Neue Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben im Sommer zu einer erheblichen Belastung des Dienstleistungssektors geführt. Darauf deutet der Rückgang des offiziellen Einkaufsmanagerindexes für das nichtverarbeitende Gewerbe hin. Auch die entsprechenden Indizes für das verarbeitende Gewerbe sind gefallen. Hinzu kommen Probleme im Immobiliensektor, die weniger expansive Geld- und Fiskalpolitik sowie das zunehmende Autarkiebestreben des Landes. Insgesamt wird für 2021 dennoch ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 8 % erwartet. Im nächsten Jahr dürfte nur noch ein Plus von 5,2 % erreicht werden.

Der massive Anstieg der Corona-Infektionen und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Wirtschaft Indiens im 2. Quartal 2021 massiv belastet. Zwar lag das BIP 20,1 % über dem Vorjahresquartal, doch spiegelt sich in dieser Zahl vor allem die Schwäche der Wirtschaft im Frühjahr vergangenen Jahres sowie die darauffolgende Erholung wider. Gegenüber dem Vorquartal dürfte die Wirtschaft um rund 6 % geschrumpft sein. Besonders betroffen waren personennahe Dienstleistungen sowie der Bausektor, während sich das verarbeitende Gewerbe vergleichsweise gut gehalten hat. Im 3. Quartal hat sich die Wirtschaft laut aktuellen Präsenzindikatoren bislang deutlich erholt. Alles in allem wird die indische Wirtschaft 2021 um 7,7 % expandieren. Das Jahr 2022 dürfte ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum von 6,5 % bringen.

Die brasilianische Wirtschaft ist im 2. Quartal 2021 um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Verantwortlich für den Rückgang war die zweite Welle der Corona-Pandemie, die sich im April zugespitzt und erneut regionale Lockdowns notwendig gemacht hatte. Positiv zum Tragen kam, dass sich die Konsumlaune der Bevölkerung dank der Transferzahlungen der Regierung inzwischen verbessert hatte, sodass die privaten Verbrauchsausgaben nicht schrumpften. Gleichzeitig konnte der Anstieg der Staatsausgaben einen stärkeren Rückgang im 2. Quartal verhindern. Schließlich hatte der Außenhandel einen starken positiven Beitrag gebracht. Die Aussichten für die Wirtschaft im 3. Quartal stellen sich nach aktuellen Konjunkturindikatoren besser dar. Insgesamt rechnen wir für die Wirtschaft Brasiliens in diesem Jahr mit einem Wachstum von 5,2 %, für das kommende Jahr mit einem Zuwachs von 2,8 %.

Die russische Wirtschaft ist im 2. Quartal 2021 um 10,3 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen, was einer beschleunigten Wachstumsdynamik im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres entspricht. Mit diesem Wert hat das Bruttoinlandsprodukt das Vorkrisenniveau Ende 2019 nun offiziell erreicht. Die wirtschaftlichen Indikatoren am aktuellen Rand deuten allerdings auf eine Verlangsamung des Aufschwungs im 2. Halbjahr hin. Der Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe beispielsweise ist zuletzt erneut zurückgegangen und notiert nun den dritten Monat in Folge unterhalb der Rezessionsschwelle von 50 Punkten. Insgesamt wird die russische Wirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 4,2 % wachsen und 2022 bei einem Plus von 3 % weiter expandieren.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognosen

Quellen: IHS Markit, IMF, Consensus Forecasts, diverse Banken und Forschungsinstitute, eigene Schätzungen

Entwicklung der Industriekonjunktur durch Engpässe bei Vormaterialien geprägt

Prognosen zur Automobilproduktion aufgrund von Materialengpässen von großer Unsicherheit geprägt

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion verzeichnete 2020 erhebliche Rückgänge. Mehrwöchige Produktionsstillstände infolge konjunktureller Unsicherheiten und Handelshemmnisse durch allgemeine Lockdowns aufgrund der Pandemie setzten der Jahresausbringung Grenzen. Infolgedessen blieb sie global rund 16 % hinter ihrem Vorjahreswert zurück.

Für das Jahr 2021 war zunächst eine deutliche Erholung des weltweiten Absatzes und der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen antizipiert. Die seit Ende 2020 anhaltenden Engpässe in der Versorgung mit Halbleitern und Rohmaterialien sowie damit verbundene vorübergehende Werksstillstände und logistische Herausforderungen in den globalen Lieferketten begrenzten das Marktwachstum in 2021 jedoch auf die Größenordnung der bereits schwachen Vorjahresbasis.

Der weltgrößte Automarkt China war der erste vom Corona-Virus betroffene Markt. Jedoch gelang China auch ein früher Wiederanlauf der Produktion. Die zügige Erholung begrenzte die Produktionsrückgänge gegenüber 2019 auf weniger als 5 %. In 2021 wird die Produktion voraussichtlich in etwa auf Vorjahresniveau abschließen.

Die westeuropäische Automobilproduktion wird in 2021 die erheblichen Rückgänge, die im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie hervorgerufen wurden, noch nicht kompensieren können. Die Produktion bleibt infolge der Halbleiterengpässe hinter dem bereits schwachen Jahr 2020 und somit deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück.

Die zunächst antizipierte Erholung der deutschen Inlandsproduktion konnte sich infolge anhaltender Versorgungsengpässe trotz stärkerer Nachfrage nicht einstellen. Die Inlandsproduktion wird 2021 hinter dem schwachen Niveau von 2020 zurückbleiben und voraussichtlich erst 2022 wieder wachsen.

Die nordamerikanische Automobilproduktion wird in 2021 ebenfalls in der Größenordnung von 2020 verbleiben. Somit wird die Kompensation der in 2020 erlittenen Rückgänge nicht vor 2022 beginnen.

Aufgrund der in 2021 erkennbaren deutlichen Nachfrageerholung, die wegen der Halbleiterengpässe nur in Teilen bedient werden kann, wäre für 2022 - unter der Prämisse einer Entspannung der Engpässe auf der Versorgungsseite - auf allen großen Märkten eine einsetzende Erholung möglich. Angesichts wiederholter Prognoseanpassungen im Jahresverlauf und einer verstärkten Indikation für weitere Produktionseinschränkungen in 2022 ist diese Prämisse allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet. Mit einer nachhaltigen Erholung ist nicht vor 2023 zu rechnen.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2020 20211) 2022 1)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge2)
Welt 72,9 72,9 80,5
Westeuropa (inkl. Deutschland) 10,0 9,6 11,6
Deutschland 3,7 3,3 4,3
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 13,0 13,0 15,2
USA 8,6 8,9 10,4
Mexiko 3,0 3,0 3,5
Japan 7,7 7,4 7,9
China 23,3 23,0 24,3
Indien 3,2 3,9 4,2
Brasilien 1,9 2,0 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt - 3,3 13,3 4,4
Europa - 11,9 11,9 5,4
Deutschland - 12,0 10,0 5,0
USA - 3,2 10,5 2,6
Japan - 8,3 17,1 1,6
China 6,5 14,3 5,4
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum - 6,6 4,5 3,5
Deutschland 3,2 1,0 3,5
USA - 1,0 7,6 5,2
China 0,2 4,3 3,7
Indien - 20,6 23,9 4,3
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 0,1 4,5 2,2
Deutschland - 11,3 10,0 13,3
EU(27) + Großbritannien - 11,2 12,7 5,5
USA - 18,0 15,3 5,7
China 9,1 - 1,0 0,0

1) Prognosen (August/September 2021)

2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sog. CKD-Einheiten)

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Die internationale Maschinenproduktion wird 2021 deutlich um ca. 13 % zulegen.

Maschinenbau - Die Produktion im weltweiten Maschinenbau wird 2021 um gut 13 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich ansteigen. Hauptgrund ist die kräftige Erholung der Investitionsgüternachfrage nach den Lockerungen der durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdown-Maßnahmen. Im kommenden Jahr ist im Zusammenhang mit einer weiteren globalen Konjunkturerholung ebenfalls mit einer positiven - wenngleich geringeren - Zuwachsrate in Höhe von rund 4,5 % zu rechnen. In China dürfte die Wachstumsrate 2021 mit voraussichtlich rund 14 % ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen und 2022 mit 5,4 % ebenfalls positiv bleiben, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Der US-Maschinenbau wird 2021 nach einem schwachen Vorjahr aller Voraussicht nach ein deutliches Produktionsplus von fast 11 % ausweisen, was insbesondere auf die höhere Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2022 erwarten wir einen Zuwachs von 2,6 %.

Der Ausstoß beim europäischen Maschinenbau wird im laufenden Jahr kräftig um rund 12 % im Plus liegen; 2022 wird mit einer weiteren Erholung und einem Wachstumsplus von 5,4 % gerechnet.

Die deutschen Maschinenbauer verbuchten bis August 2021 ein kräftiges Auftragsplus von preisbereinigt 32 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Zuwachs im In- und Ausland mit Raten von 21 bzw. 38 % unterschiedlich hoch ausfiel. Die deutlich verbesserte Branchendynamik spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: Im Juli erhöhte sich die Auslastung der Maschinenkapazitäten merklich auf 88,7 % und lag damit sogar über dem langjährigen Mittelwert von 85,9 %. Ursächlich für den deutlichen Anstieg war die kräftige Erholung des Auftragseingangs. In den ersten sieben Monaten 2021 belief sich der Zuwachs der realen Produktion im Maschinenbau in Deutschland gegenüber dem Vorjahresniveau auf gut 7 %. Insgesamt dürfte der Ausstoß der Branche in diesem Jahr um 10 % über dem Niveau des Vorjahres liegen. Für 2022 ist mit einer geringeren Wachstumsrate im Bereich von 5 % zu rechnen. Risiken für diese Prognose ergeben sich aus möglichen nachhaltigen Produktionsbehinderungen durch die aktuelle Vormaterialknappheit.

→ 4,5 % Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2021 um 4,5 % zulegen.

Bauwirtschaft - Im Euroraum wird die Bauproduktion im Gesamtjahr 2021 um 4,5 % zulegen, wobei insbesondere die von der Pandemie besonders stark betroffenen Länder wie Frankreich und Italien deutlich zweistellige Plusraten ausweisen werden. In Deutschland wird die Baukonjunktur zwar einerseits durch eine schwächere Nachfrage der Öffentlichen Hand gebremst, aufgrund der relativ guten Entwicklung im Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau wird die Bauproduktion in diesem Jahr aber noch um etwa 1 % zulegen. Belastend wirken allerdings die aktuellen Materialengpässe und die damit verbundenen Preissteigerungen. Für den weiteren Prognoseverlauf ist mit einer anhaltenden Erholung der Bauwirtschaft im Euroraum zu rechnen. So sind die Faktoren, die die Baukonjunktur grundsätzlich antreiben, nach wie vor intakt; aufgrund der aufgestauten Kaufkraft bei den Konsumenten und nach wie vor günstiger Finanzierungsbedingungen bleibt die Nachfrage nach Wohnraum und Büroflächen weiterhin rege; zudem dürften die geplanten öffentlichen Investitionsmaßnahmen wohl weitgehend umgesetzt werden.

In China wird das Wachstum der Bauwirtschaft 2021 bei gut 4 % liegen, der anhaltende Trend zur Urbanisierung stützt die Wohnungs- und Tiefbauinvestitionen weiterhin. Allerdings bestehen aufgrund der aktuellen Probleme im Immobiliensektor Risiken für eine Abwärtskorrektur dieser Prognose. Die US-Bautätigkeit wird im laufenden Jahr um 7,6 % höher ausfallen als im Vorjahr. Ursächlich für den positiven Ausblick sind die weiterhin niedrigen Zinsen, die öffentlichen Infrastrukturausgaben und eine solide Dynamik beim Wohnungsbau.

Stahlmarkt - Die Corona-Pandemie hatte die internationale Stahlindustrie 2020 stark beeinträchtigt. Produktionsstillstände, unterbrochene Lieferketten und flächendeckende Nachfrageeinbrüche begrenzten das Wachstum des Walzstahlbedarfes im Kalenderjahr 2020 auf 0,1 %. Dabei wirkte sich der beispiellose Nachfrageanstieg in China von 9,1 % deutlich stabilisierend aus. Ohne China wäre der globale Stahlbedarf um 9,5 % zurückgegangen. Auch in diesem Jahr ist die globale Stahlmarktentwicklung durch das Infektionsgeschehen und die damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen maßgeblich gekennzeichnet. Allerdings ist die jeweilige Ausprägung regional stark unterschiedlich, sodass sich die Märkte in Summe von dem Einbruch im Vorjahr erholen und die weltweite Nachfrage in 2021 voraussichtlich um 4,5 % zulegen wird. Die in China im vergangenen Jahr initiierten Konjunkturmaßnahmen, die entgegen dem allgemeinen Trend zu einem deutlichen Wachstum geführt haben, werden wohl in diesem Jahr ihre Wirkung verlieren und der Stahlbedarf dürfte um 1 % nachgeben. Für die übrigen asiatischen Märkte wird ein zum Teil deutliches Wachstum erwartet. Nach dem drastischen Rückgang im Vorjahr um 18 % wird für die USA in diesem Jahr eine Erholung der Nachfrage um 15,3 % erwartet. Für die Türkei wird ein Zuwachs um 17 % prognostiziert. Die Walzstahlnachfrage in der EU ist in 2020 - auch durch den starken Einbruch der Automobilindustrie - um 11,2 % gesunken. Dabei konnte ein noch deutlicherer Rückgang durch fiskalische Anreize abgefangen werden. Deutschland, mit seiner exportorientierten Wirtschaft und der hohen Abhängigkeit von der Automobilindustrie, war von den negativen Entwicklungen besonders stark betroffen. Der Stahlmarkt ist letztjährig um 11,3 % geschrumpft. Dabei hat sich die robuste Baukonjunktur über das ganze Jahr noch stabilisierend ausgewirkt. Die vorläufige Prognose für dieses Jahr zeigt ein Wachstum um 10 %. Der Bedarf in der EU wird voraussichtlich um 12,7 % zulegen, und mit 158,7 Mio t wieder auf dem Niveau von 2019 liegen. Das globale Infektionsgeschehen in Kombination mit dem Impffortschritt, ein steigendes Inflationsniveau, die Engpässe in den Lieferketten und weiterhin äußerst volatile Rohstoffmärkte bergen dabei ein hohes Risiko für die weltweite Stahlmarktentwicklung.

Der Markt für Qualitätsflachstahl in der EU ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 % geschrumpft. Zwischenzeitlich betrug der pandemiebedingte Nachfragerückgang bis zu 40 %. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte war wieder ein kontinuierlicher Aufwärtstrend zu beobachten, der auch zu Beginn dieses Jahres noch anhält. In den ersten sieben Monaten 2021 überstieg der Flachstahlbedarf den Wert aus der vergleichbaren Vorjahresperiode um 17,3 %. Dabei konnten die EU Stahlhersteller ihren Marktanteil zumindest bis in das erste Quartal 2021 sukzessive bis auf 82 % ausbauen. Durch einen außergewöhnlich starken Anstieg der Flachstahleinfuhren aus Drittländern im April auf knapp 2,2 Mio t sank der Anteil der EU Produzenten am Flachstahlmarkt jedoch wieder auf 72 %. Die Ursache für den deutlichen Importanstieg liegt im Wesentlichen in den Bedingungen der EU Schutzmaßnahmen. Diese hatte die EU-Kommission in 2019 eingeführt, nachdem der Protektionismus weltweit zugenommen hatte und die EU-Kommission befürchtete, dass internationale Warenströme in Richtung des freien EU-Marktes umgelenkt werden könnten. Die Schutzmaßnahmen enthalten Importquoten im Rahmen derer die Drittländer ihre Stahlerzeugnisse ohne Zahlung eines Zolles von 25 % in die EU einführen dürfen. Sie sollen den EU-Markt vor steigenden Einfuhren schützen. Besondere Bedingungen erlauben es jedoch ausgewählten Drittländern im zweiten Kalenderquartal auf ungenutzte Importquoten anderer Ländern zuzugreifen. Dies haben einige Länder genutzt und so das Importvolumen im April 2021 gesteigert. Nachdem die Schutzmaßnahmen nach dreijähriger Laufzeit Ende Juni 2021 zunächst ausgelaufen waren, hatte die EU-Kommission sie zum 1. Juli 2021 um weitere drei Jahre verlängert. Hierbei ist, wie schon in der ersten Periode der Schutzmaßnahmen, eine jährliche Anhebung der Quotenmengen um 3 % vorgesehen. Damit verlieren die Maßnahmen kontinuierlich ihre schützende Wirkung und vergrößern stattdessen für die EU Stahlhersteller das Risiko weiterer Marktanteilsverluste. Insgesamt wird jedoch erwartet, dass sich die Erholung bei den Stahlverarbeitern und damit auch im Flachstahlbereich in 2021 weiter fortsetzen wird, wenngleich mit abnehmender Dynamik. Insbesondere die Engpässe in den Lieferketten beeinträchtigen in vielen Branchen die Produktion. Vor diesem Hintergrund hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) seine Prognosen für einige Automobilmärkte nach unten angepasst. Er rechnet für Deutschland jetzt nur noch mit einem Produktionsplus bei Pkw von 3 %.

Nach den Lockdowns im Frühjahr 2020 erholte sich die Nachfrage vor allem seitens der Automobil- und der Zulieferindustrie zum Teil schneller als erwartet. Viele Kunden waren bestrebt ihre deutlich heruntergefahrenen Lagerbestände wieder aufzufüllen. Ausbleibende Angebote aus Drittländern sorgten im 2. Halbjahr 2020 für eine zusätzliche Dynamik in der EU-Binnennachfrage. Damit wurde das Angebot insgesamt deutlich überschritten mit einem entsprechend stützenden Einfluss auf die Entwicklung der Spotmarktpreise. Diese haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Die seit dem 2. Quartal 2021 deutlich gestiegenen Importe sowie leichte Nachfrageschwächen in den traditionell ruhigeren Sommermonaten haben zu einer Stabilisierung der Spotmarktpreise auf dem erreichten hohen Niveau geführt. Auf der Rohstoffseite sind zum Teil sehr unterschiedliche Preistrends zu beobachten. Die Eisenerzpreise sind seit Sommer 2020 stetig gestiegen und haben im Mai dieses Jahres sogar Rekordwerte erreicht. Seit Juli werden jedoch wieder fallende Werte berichtet. Dagegen entwickelte sich der Kokskohlepreis nicht nur im Geschäftsjahresverlauf stark volatil, sondern seit Mai 2021 mit einem Zuwachs von über 200 % auch extrem stark steigend.

Die in diesem Jahr eingesetzte Erholung der weltweiten Stahlnachfrage wird sich 2022 voraussichtlich fortsetzen. Mit einem Zuwachs von 2,2 % fällt die Dynamik jedoch etwas geringer aus. Die weltweiten Lieferengpässe, Überkapazitäten sowie Handelshemmnisse bergen dabei ein hohes Risikopotenzial für die weitere Entwicklung. In China dürfte die Stahlnachfrage 2022 stagnieren. Dagegen wird für Deutschland ein weiterer Nachfrageanstieg erwartet. Mit 13,3 % liegt der Zuwachs deutlich über dem EU-Durchschnitt von 5,5 %. Für die USA wird ein Anstieg in ähnlicher Größenordnung wie in der EU prognostiziert.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

thyssenkrupp verbessert Finanzkennzahlen und treibt Umbau zur starken "Group of Companies" weiter voran

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte thyssenkrupp seine Finanzkennzahlen signifikant verbessern und wichtige Meilensteine beim eingeleiteten Umbau der Gruppe hin zu einer leistungsstarken und nachhaltigen "Group of Companies" erreichen. Mit dem Signing für den Verkauf des Edelstahlgeschäfts am 16. September 2021 konnten wir im Berichtsjahr für insgesamt fünf der im Segment Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte eine Entscheidung für einen Verkauf oder eine Schließung herbeiführen. Zudem wird die angestrebte Verselbstständigung von Steel Europe weiter geprüft. Wesentliche Voraussetzungen sind dafür die Klärung der Rahmenbedingungen für die grüne Transformation und entsprechende Planungssicherheit sowie die weiteren Fortschritte bei der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30. Mehr Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie" sowie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitte "Steel Europe" und "Multi Tracks".

Deutliche Steigerung des Bereinigten EBIT

Neben den strategischen Fortschritten verzeichnete thyssenkrupp eine deutliche Verbesserung des Bereinigten EBIT gegenüber dem pandemiebedingt schwächeren Vorjahr. Unterstützend wirkten zusätzlich zu Effekten aus der Erholung des Marktes (insbesondere steigende Mengen und Preise bei unseren Materialgeschäften), Effekte aus Restrukturierungen und Portfolio-Maßnahmen sowie geringere planmäßige Abschreibungen. Die Anzahl der Mitarbeiter der Gruppe wurde im Laufe des Geschäftsjahres um insgesamt 2323 reduziert. Das Bereinigte EBIT der Gruppe konnten wir in jedem Quartal gegenüber dem Vorjahreswert steigern, sodass wir das Ziel, das wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, schließlich deutlich übertroffen haben. Wesentlich zur Ergebnisverbesserung beigetragen haben insbesondere ab dem 2. Quartal unsere Materialgeschäfte, die von steigenden Verkaufsmengen und steigenden Preisen gegenüber dem Vorjahr profitierten. Die insgesamt positive operative Entwicklung der fortgeführten Aktivitäten im Laufe des Geschäftsjahres spiegelte sich auch in der Anhebung unserer Ergebnisprognose wider, sowohl im Zwischenbericht zum 1. Quartal als auch erneut im Halbjahresbericht.

Der Jahresfehlbetrag der Gruppe lag bei 25 Mio € und deutlich unter dem Wert des Jahresüberschusses im Vorjahr (9,6 Mrd €), in dem sich die erzielten Gewinne aus dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts maßgeblich positiv ausgewirkt hatten. Ohne diese Effekte hat sich der Jahresüberschuss der fortgeführten Aktivitäten deutlich verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der Gruppe lag mit -1,3 Mrd € im Gesamtjahr deutlich über dem auch pandemiebedingt schwachen Vorjahreswert (Vorjahr: -4,8 Mrd €) und im Bereich der zuletzt formulierten Prognose. Günstig war die starke Ergebnisverbesserung, belastend wirkte sich jedoch der preisbedingte Aufbau des Nettoumlaufvermögens auf die Steuerungskennzahl aus. Weitere Einflussfaktoren waren die Auszahlungen für Restrukturierungen, die Höhe der über den Abschreibungen liegenden Investitionen sowie Zahlungsprofile in den Projektgeschäften (v.a. Multi Tracks und Marine Systems).

In Folge blieb das Netto-Finanzguthaben der Gruppe mit 3,6 Mrd € deutlich unter dem Vorjahreswert.

Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 10,5 Mrd € (30. September 2021) verfügt thyssenkrupp über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt
2019/2020 2020/2021 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 34.891 39.571 4.680 13
Umsatz Mio € 35.443 34.015 - 1.427 - 4
EBITDA Mio € 14.724 1.416 - 13.309 - 90
EBIT2) Mio € 10.475 451 - 10.024 - 96
EBIT-Marge % 29,6 1,3 - 28,2 - 96
Bereinigtes EBIT1), 2) Mio € - 1.039 796 1.836 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % - 2,9 2,3 5,3 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € 10.112 95 - 10.017 - 99
Jahresüberschuss(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 9.592 - 25 - 9.617 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 9.585 - 115 - 9.699 -
Ergebnis je Aktie 15,40 - 0,18 - 15,58 -
Operating Cashflow Mio € - 3.326 92 3.418 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 2.352 - 1.485 867 37
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 14.766 975 - 13.791 - 93
Free Cashflow3) Mio € 9.088 - 418 - 9.506 -
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 4.835 - 1.273 3.562 74
Netto-Finanzguthaben (30.09.) Mio € - 5.053 - 3.586 1.467 29
Eigenkapital (30.09.) Mio € 10.174 10.845 671 7
Gearing (30.09.) % -4) -4) - -
ROCE % 59,8 3,4 - 56,4 - 94
thyssenkrupp Value Added Mio € 9.073 - 622 - 9.695 -
Dividende je Aktie - - -
Ausschüttung Mio € - - -
Mitarbeiter (30.09.) 103.598 101.275 - 2.323 - 2
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
2019/2020 2020/2021 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 28.150 39.571 11.421 41
Umsatz Mio € 28.899 34.015 5.117 18
EBITDA Mio € - 1.079 1.422 2.500 ++
EBIT2) Mio € - 5.255 457 5.712 ++
EBIT-Marge % - 18,2 1,3 19,5 ++
Bereinigtes EBIT1), 2) Mio € - 1.759 796 2.555 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % - 6,1 2,3 8,4 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € - 5.593 101 5.694 ++
Jahresüberschuss(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 5.541 - 19 5.522 100
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 5.547 - 109 5.439 98
Ergebnis je Aktie - 8,91 - 0,17 8,74 98
Operating Cashflow Mio € - 4.224 94 4.319 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 2.188 - 1.485 703 32
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 14.783 975 - 13.808 - 93
Free Cashflow3) Mio € 8.371 - 416 - 8.786 -
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 5.515 - 1.273 4.241 77
Netto-Finanzguthaben (30.09.) Mio €
Eigenkapital (30.09.) Mio €
Gearing (30.09.) %
ROCE %
thyssenkrupp Value Added Mio €
Dividende je Aktie
Ausschüttung Mio €
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos geworden.

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 8.996 14.311 5.315 59
Umsatz Mio € 7.951 9.441 1.489 19
EBITDA Mio € 14.669 410 - 14.259 - 97
EBIT2) Mio € 11.540 167 - 11.373 - 99
EBIT-Marge % 145,1 1,8 - 143,4 - 99
Bereinigtes EBIT1), 2) Mio € - 530 232 763 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % - 6,7 2,5 9,1 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € 11.429 89 - 11.340 - 99
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 11.570 143 - 11.427 - 99
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 11.583 116 - 11.466 - 99
Ergebnis je Aktie 18,61 0,19 - 18,42 - 99
Operating Cashflow Mio € - 862 314 1.176 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.374 - 624 751 55
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 14.753 2 - 14.751 -100
Free Cashflow3) Mio € 12.517 - 308 - 12.825 -
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 1.380 - 321 1.059 77
Netto-Finanzguthaben (30.09.) Mio € - 5.053 - 3.586 1.467 29
Eigenkapital (30.09.) Mio € 10.174 10.845 671 7
Gearing (30.09.) % -4) -4) - -
Mitarbeiter (30.09.) 103.598 101.275 - 2.323 - 2
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten1)
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 8.369 14.311 5.942 71
Umsatz Mio € 7.258 9.441 2.182 30
EBITDA Mio € - 534 398 933 ++
EBIT2) Mio € - 3.663 156 3.819 ++
EBIT-Marge % - 50,5 1,7 52,1 ++
Bereinigtes EBIT1), 2) Mio € - 601 232 833 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % - 8,3 2,5 10,7 ++
Ergebnis vor Steuern Mio € - 3.771 78 3.849 ++
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 3.592 132 3.724 ++
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 3.579 105 3.685 ++
Ergebnis je Aktie - 5,75 0,17 5,92 ++
Operating Cashflow Mio € - 1.053 314 1.367 ++
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.334 - 624 710 53
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 14.775 2 - 14.773 - 100
Free Cashflow3) Mio € 12.389 - 308 - 12.697 -
Free Cashflow vor M & A3) Mio € - 1.503 - 321 1.182 79
Netto-Finanzguthaben (30.09.) Mio €
Eigenkapital (30.09.) Mio €
Gearing (30.09.) %
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos geworden.

Prognose-Ist-Vergleich

Ziel für das Bereinigte EBIT wurde deutlich übertroffen

In einem weiterhin von der Corona-Pandemie geprägten konjunkturellen Umfeld führten die positive Umsatzentwicklung, die stark von der Markterholung abhängig ist, und Restrukturierungen in allen Geschäften dazu, dass die zu Beginn des Berichtsjahres gesetzten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) deutlich übertroffen werden konnten bzw. dass sie im Zielkorridor lagen. Der thyssenkrupp Value Added (tkVA) blieb innerhalb des erwarteten Rahmens unter dem Vorjahreswert, der erheblich von der Aufzugstransaktion profitierte.

Weil die Nachfrage nach Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge wegen der Erholung der Märkte stieg, hob thyssenkrupp mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Quartal die ursprüngliche Prognose für das Bereinigte EBIT an. Blickte dabei jedoch weiterhin vorsichtig auf das Geschäftsjahr insgesamt. Mit Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Halbjahr haben wir angesichts der guten Entwicklung die Erwartung für das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten erneut angehoben und eine signifikante Steigerung hin zu einem positiven Ergebnis in Höhe eines mittleren 3-stelligen Millionen-€-Betrags prognostiziert. Diese Erwartung haben wir mit der Veröffentlichung des 9-Monats-Bericht für die Gruppe insgesamt beibehalten und mit 796 Mio € letztlich das obere Ende der impliziten Bandbreite erreicht.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den FCF vor M & A haben wir mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Quartal ebenfalls nach oben angepasst und eine signifikante Verbesserung in Richtung -1 Mrd € prognostiziert. Mit dem 9-Monats-Bericht wurde die Prognose präzisiert und ein Wert zwischen -1,2 Mrd € und -1,5 Mrd € in Aussicht gestellt. Die Prognose berücksichtigte den Aufbau des Nettoumlaufvermögens, das stark abhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise war. Diese haben durch die Konjunkturbelebung in allen Regionen der Welt stark angezogen und weisen eine hohe Volatilität auf. Ein weiterer Grund für die Erhöhung des Nettoumlaufvermögens, insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, war, dass unsere Kunden aus der Fahrzeugindustrie wegen der schwierigen Versorgungssituation bei Halbleitern Komponenten langsamer abriefen. Außerdem berücksichtigte die angepasste Prognose die starke Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr, die Auszahlungen für Restrukturierungen, die Höhe der Investitionen, die über den Abschreibungen lagen sowie Zuflüssen des Auftragseingangs und Zahlungsprofils im Projektgeschäft (vor allem bei Multi Tracks und Marine Systems). Am Bilanzstichtag lag der Free Cashflow vor M & A mit -1,3 Mrd € im Rahmen der Erwartungen.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Quartal, 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2020 / 2021:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020 / 20211)

Prognose im Geschäftsbericht 2019 / 2020 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Quartal 2020 / 2021 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2020 / 2021 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2020 / 2021 Ist Geschäftsjahr 2020/2021
Umsatz (fortgeführte Aktivitäten) Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich +18 %; auf vergleichbarer Basis: +19 %
Materials Services - +24 %; auf vergleichbarer Basis: +27 %
Industrial Components leichter Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich Umsatzanstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich +20 %; auf vergleichbarer Basis: +23 %
Automotive Technology robuste Umsatzentwicklung Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich +11 %; auf vergleichbarer Basis: +13 %
Steel Europe - +27 %; auf vergleichbarer Basis: +28 %
Marine Systems deutlicher Umsatzanstieg +15 %; auf vergleichbarer Basis: +15 %
Multi Tracks insgesamt stabile Umsatzentwicklung +2 %; auf vergleichbarer Basis: +4
Bereinigtes EBIT (fortgeführte Aktivitäten) signifikante Verbesserung jedoch weiterhin Verlust im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich signifikante Verbesserung hin zu einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis signifikante Steigerung hin zu einem positiven Ergebnis in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-€-Betrags Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 2.555 Mio € auf 796 Mio €
Materials Services signifikante Verbesserung und Erreichen eines positiven Wertes signifikante Verbesserung auf einen positiven Wert im mittleren zweistelligen Millionen-€-Bereich signifikante Verbesserung und Erreichen eines Wertes im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich signifikante Verbesserung und Erreichen eines deutlich positiven Wertes im mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Verbesserung um 672 Mio € auf 587 Mio €
Industrial Components stabil bis leicht steigend deutlich höheres Bereinigtes EBIT deutlich höheres Bereinigtes EBIT im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Verbesserung um 183 Mio € auf 322 Mio
Automotive Technology Verbesserung auf einen positiven Wert im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-€-Bereich deutliche Erholung auf einen positiven Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich deutliche Erholung und Erreichen eines Wertes im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Verbesserung um 430 Mio € auf 264 Mio €
Steel Europe signifikante Verbesserung jedoch weiterhin im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich negativ signifikante Verbesserung auf ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis signifikante Verbesserung auf ein positives Ergebnis im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich signifikante Verbesserung und Erreichen eines positiven Ergebnisses im mittleren zweistelligen Millionen-€-Bereich Verbesserung um 936 Mio € auf 116 Mio €
Marine Systems höher Verbesserung um 6 Mio € auf 26 Mio €
Multi Tracks signifikante Verbesserung auf einen Verlust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich Verbesserung um 295 Mio € auf - 298 Mio €
Corporate Headquarters - Verbesserung im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich Verbesserung um 27 Mio € auf -194 Mio €
Jahresfehlbetrag (fortgeführte Aktivitäten) signifikanter Jahresfehlbetrag von über -1 Mrd € Anstieg um 5.522 Mio € auf -19 Mio €
Ergebnis nach Steuern (Gruppe) - Fehlbetrag im hohen dreistelligen Millionen-€-Bereich Fehlbetrag von bis zu einem mittleren dreistelligen Millionen-€-Betrag -
Investitionen (fortgeführte Aktivitäten) über Vorjahr Anstieg um 190 Mio € auf 1.630 Mio €
FCF vor M & A (fortgeführte Aktivitäten) signifikant besser, jedoch weiterhin negativ im Bereich um die -1,5 Mrd € Verbesserung in Richtung -1 Mrd € zwischen -1,2 Mrd € und -1,5 Mrd € Anstieg um 4.241 Mio € auf -1.273 Mio €
tkVA (Gruppe) unter Vorjahr unter Vorjahr und negativ Rückgang um 9.695 Mio € auf -622 Mio €

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Geschäftsentwicklung in der Gruppe

Geschäftsverlauf

Deutliche Verbesserung der Finanzkennzahlen dank dynamischer Markterholung und Effekten aus Restrukturierungs- und Portfolio-Maßnahmen

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Materials Services2) 9.886 12.710 29 31 2.285 3.519
Industrial Components 2.095 2.556 22 25 517 633
Automotive Technology2) 4.069 4.506 11 13 1.154 1.090
Steel Europe2) 7.097 9.283 31 31 1.965 1.951
Marine Systems 2.235 6.662 ++ ++ 1.870 5.846
Multi Tracks2) 4.376 5.883 34 36 997 1.610
Corporate Headquarters2) 4 5 25 26 1 1
Überleitung2) - 1.611 - 2.035 - 26 - - 419 - 338
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 28.150 39.571 41 42 8.369 14.311
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 6.741 0 - - 627 0
Gruppe insgesamt 34.891 39.571 13 34 8.996 14.311
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services2) 54 54
Industrial Components 22 22
Automotive Technology2) - 6 - 6
Steel Europe2) - 1 - 1
Marine Systems ++ ++
Multi Tracks2) 62 61
Corporate Headquarters2) - 23 - 22
Überleitung2) 19 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 71 71
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt 59 66

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Deutlich höhere Auftragseingänge in allen Segmenten

Auftragseingang stark gestiegen

Bei Materials Services lag der Auftragseingang bei knapper Materialverfügbarkeit deutlich über dem des Vorjahres. Insbesondere ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich, sodass viele Produkte starke Preissteigerungen verzeichneten, von denen nahezu alle Geschäftsbereiche von Materials Services profitierten. Auch bei Industrial Components erhöhte sich der Auftragseingang deutlich. Dabei konnte sowohl das Geschäft mit Großwälzlagern als auch das Schmiedegeschäft von der Erholung der Nachfrage profitieren. Bei Automotive Technology verzeichnete das automobile Seriengeschäft im 1. Halbjahr starke Zuwächse bei Lenkungen, Nockenwellenmodulen und Dämpfersystemen; regional entwickelte sich das Geschäft in China gut auf stabilem Niveau. Das 2. Halbjahr war von Engpässen in der Lieferkette geprägt. Insbesondere der mangelnde Nachschub bei Halbleiterprodukten bewirkte Verzögerungen bei den Kundenabrufen. Der Auftragseingang von Steel Europe lag ebenfalls deutlich über dem Wert des Vorjahres. Besonders im 1. Halbjahr profitierte das Segment von steigenden Bestellungen, weil der Markt sich erholte. Im 2. Halbjahr kam es zu Versorgungsengpässen in der Automobilindustrie, sodass sich unsere Kunden mit Bestellungen zurückhielten. Auch bei Marine Systems lag der Auftragseingang deutlich über dem Vorjahreswert. Das Segment profitierte unter anderem davon, dass Aufträge im Unterwasserbereich für die italienische Marine wirksam wurden sowie von Aufträgen im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts Deutschland/Norwegen. Der Auftragseingang bei Multi Tracks lag ebenfalls deutlich über dem des Vorjahres. Hierzu trugen insbesondere die gestiegenen Preise und Mengen im Edelstahlgeschäft sowie die gestiegene Nachfrage im Anlagenbau bei.

UMSATZ

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Materials Services2) 9.895 12.315 24 27 2.296 3.770
Industrial Components 2.099 2.512 20 23 530 635
Automotive Technology2) 4.090 4.522 11 13 1.088 1.063
Steel Europe2) 7.023 8.932 27 28 1.760 2.361
Marine Systems 1.760 2.022 15 15 564 572
Multi Tracks2) 5.522 5.651 2 4 1.357 1.608
Corporate Headquarters2) 9 13 42 42 7 2
Überleitung2) - 1.500 - 1.953 - 30 - - 344 - 571
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 28.899 34.015 18 19 7.258 9.441
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) 6.544 0 - - 693 0
Gruppe insgesamt 35.443 34.015 - 4 16 7.951 9.441
Mio € Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Materials Services2) 64 64
Industrial Components 20 19
Automotive Technology2) - 2 - 3
Steel Europe2) 34 34
Marine Systems 1 1
Multi Tracks2) 18 18
Corporate Headquarters2) - 76 - 76
Überleitung2) - 66 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 30 30
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten2) - -
Gruppe insgesamt 19 27

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN1)2)

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten

3) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2020/20211)2) in %

30 14 11 9
Automobilindustrie Stahl und stahlnahe Verarbeitung Handel Maschinen- und Anlagenbau
6 4 3 1 22
Öffentliche Hand Verpackungsindustrie Bauwirtschaft Energie und Versorgung Übrige Kundengruppen

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten

Umsatzentwicklung folgt Auftragseingang

Der Umsatz bei Materials Services lag aufgrund starker Preissteigerungen und anziehender Verkaufsmengen signifikant über dem Niveau des Vorjahres. Bei Industrial Components entwickelten sich im Bereich Großwälzlager die Bereiche Baumaschinen, Fördertechnik und Medizintechnik besonders positiv. Im Schmiedegeschäft wirkte die Erholung der weltweiten Nachfrage positiv auf das Umsatzwachstum in allen Anwendungsbereichen. Auch Automotive Technology konnte den Umsatz im Vergleich zum schwächeren Vorjahr steigern. Steel Europe konnte sukzessiv höhere Preisabschlüsse mit Kunden erzielen und von gestiegenen Versandmengen profitieren, sodass der Umsatz hier ebenfalls deutlich stieg. Das Umsatzwachstum von Marine Systems resultierte im Wesentlichen aus der Ablieferung der dritten Fregatte an die deutsche Marine im 2. Quartal sowie die Übergabe von insgesamt 4 Korvetten an die israelische Marine im Geschäftsjahr. Bei Multi Tracks war der Umsatz insbesondere aufgrund der positiven Entwicklung im Edelstahlgeschäft insgesamt robust. Während bei Springs & Stabilizers der Umsatz ebenfalls anstieg, entwickelte er sich beim Anlagenbau und im Geschäftsbereich Automation Engineering rückläufig. Auch bei Heavy Plate (Grobblech) führte die Schließung des Geschäftsbereichs zu einem planmäßigen Rückgang.

Die regionale Umsatzverteilung der Gruppe war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von rund 35 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Westeuropa, das unverändert bei 19 % lag, sowie das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 16 % ebenfalls auf Vorjahresniveau lag. Auch im Großraum China blieb der Umsatzanteil konstant bei rund 7 %.

Die Automobilindustrie blieb mit einem konstanten Umsatzanteil von 30 % die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil. Der Umsatzanteil des Maschinen- und Anlagenbaus war leicht rückläufig, während der Handel auf Vorjahresniveau blieb.

Bereinigtes EBIT mit signifikanter Verbesserung gegenüber Vorjahr

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung

in %
Materials Services1) - 85 587 ++ - 51 225 ++
Industrial Components 139 322 ++ 17 56 ++
Automotive Technology1) - 166 264 ++ - 112 30 ++
Steel Europe1) - 820 116 ++ - 203 29 ++
Marine Systems 20 26 27 12 27 ++
Multi Tracks1) - 593 - 298 50 - 211 - 63 70
Corporate Headquarters1) - 221 - 194 13 - 46 - 47 - 3
Überleitung1) - 34 - 26 23 - 7 - 23 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) - 1.759 796 ++ - 601 232 ++
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 720 0 - 70 0 -
Gruppe insgesamt - 1.039 796 ++ - 530 232 ++

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Im Berichtsjahr führten die Markterholung und Maßnahmen zur Performance- und Effizienzsteigerung zu einem positiven Bereinigten EBIT, das deutlich höher war als im Vorjahr. Bei Materials Services erhöhte sich dank steigender Verkaufsmengen und steigender Preise die Marge und das Bereinigte EBIT signifikant. Bei Industrial Components verzeichnete sowohl das Geschäft mit Großwälzlagern als auch das Schmiedegeschäft Zuwächse beim Bereinigten EBIT. Neben der Erholung der Nachfrage trugen Kostensenkungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zur positiven Entwicklung bei. Auch Automotive Technology verzeichnete einen deutlichen Anstieg des Bereinigten EBIT. Hier schlugen neben dem höheren Umsatzvolumen bei insgesamt besserer Auslastung auch die profitable Auftragsstruktur, höhere Produktivitäten in den neuen Werken und geringere Abschreibungen zu Buche. Bei Steel Europe führte der Anstieg der Nettoerlöse und die höheren Versandmengen zu einer deutlichen Ergebnissteigerung. Zusätzlich wirkten Effekte aus eingeleiteten Restrukturierungen sowie niedrigere Abschreibungen positiv auf das Bereinigte EBIT. Auch das Marinegeschäft entwickelte sich positiv. Durch das Performance-Programm wurden Bestandsaufträge gestärkt und Margen im Neugeschäft abgesichert. Auch Multi Tracks verzeichnete einen deutlich verringerten Verlust beim Bereinigten EBIT mit positiven Entwicklungen in nahezu allen Geschäftseinheiten. Hier wirkten Markterholungseffekte sowie Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen unterstützend.

Corporate Headquarters konnte seine Verwaltungskosten infolge von Restrukturierungen verringern, sodass sich das Bereinigte EBIT verglichen mit dem Vorjahr deutlich verbesserte auf -194 Mio €.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 346 Mio € belastet.

EBIT durch Sondereffekte belastetet

SONDEREFFEKTE

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung 4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung
Materials Services1) 455 - 7 - 462 442 42 - 401
Industrial Components 168 24 - 144 117 5 - 111
Automotive Technology1) 713 30 - 682 606 41 - 565
Steel Europe1) 1.673 175 -1.498 1.534 4 - 1.530
Marine Systems 5 1 - 3 0 2 1
Multi Tracks1) 319 89 - 230 229 - 30 - 259
Corporate Headquarters1) 26 43 17 0 28 28
Überleitung1) 138 - 17 - 155 134 - 15 - 149
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 3.496 340 - 3.157 3.063 76 - 2.986
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) - 15.010 6 15.016 - 15.133 - 11 15.122
Gruppe insgesamt - 11.514 346 11.859 - 12.071 65 12.136

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Materials Services ergaben sich negative Sondereffekte durch Wertminderungsaufwendungen von Vermögenswerten im Supply-Chain-Bereich und durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Schließung eines Standorts. Gegenläufig wirkten Sondererträge aus verschiedenen Veräußerungen von Liegenschaften. Industrial Components verzeichnete sowohl im Bereich Großwälzlager als auch im Schmiedegeschäft Aufwendungen für Restrukturierungen, während Wertminderungsaufwendungen insbesondere im Schmiedegeschäft im Zusammenhang mit der geplanten Stilllegung eines Standortes anfielen. Bei Automotive Technology ergaben sich Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Bereich Steering sowie Restrukturierungsaufwendungen im Bereich Damper. Positive Sondereffekte ergaben sich durch die Reduzierung von Restrukturierungsrückstellungen sowie durch Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte. Bei Steel Europe resultierten die Sondereffekte aus Restrukturierungsrückstellungen auch im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30. Im Marinegeschäft und im Segment Multi Tracks entfielen die Sondereffekte ebenfalls im Wesentlichen auf die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen. Im Bereich Corporate Headquarters fielen im Wesentlichen Projektaufwendungen für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen an.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) negativ und deutlich unter Vorjahreswert

Im Berichtsjahr lag der tkVA der Gruppe deutlich unter dem Vorjahreswert, welcher maßgeblich positiv durch die Elevator-Transaktion bestimmt war. Dabei konnten nahezu alle Segmente ihren Wertbeitrag deutlich gegenüber dem Vorjahr steigern. Der tkVA von Materials Services war aufgrund der positiven operativen Entwicklung sowie einer geringeren Kapitalbindung positiv und lag signifikant über dem Vorjahr. Industrial Components verzeichnete infolge eines gesteigerten EBIT ebenfalls eine Erhöhung des Wertbeitrags. Auch bei Automotive Technology führte das stark verbesserte EBIT zu einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Bei Steel Europe lag die durchschnittliche Kapitalbindung unter Vorjahr. Die starke Verbesserung des Ergebnisses führte zu einer signifikanten Steigerung des tkVA gegenüber dem Vorjahr. Marine Systems konnte das EBIT steigern, verzeichnete jedoch eine deutlich höhere Kapitalbindung. Infolgedessen nahm der Wertbeitrag leicht ab und blieb negativ. Der tkVA von Multi Tracks verbesserte sich ebenfalls aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung sowie geringerer Kapitalbindung.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2019/2020 2020/2021
EBIT 1)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT 1)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 10.475 17.526 8,0 9.073 451 13.410
Davon:
Materials Services2) - 540 3.031 8,0 - 783 594 2.587
Industrial Components - 29 1.504 8,5 - 157 297 1.376
Automotive Technology2) - 878 2.955 8,5 - 1.129 234 2.421
Elevator Technology2) 15.784 1.507 7,5 15.671 0 0
Steel Europe2) - 2.492 5.216 8,5 - 2.936 - 59 4.062
Marine Systems 15 1.220 8,0 - 82 24 1.686
Multi Tracks2) - 911 1.116 8,0 - 1.000 - 387 830
2020/2021
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- ---
Gruppe insgesamt 8,0 - 622 - 9.695
Davon:
Materials Services2) 8,0 387 1.170
Industrial Components 8,5 180 337
Automotive Technology2) 8,5 28 1.157
Elevator Technology2) 0,0 0 - 15.671
Steel Europe2) 8,5 - 404 2.531
Marine Systems 8,0 - 111 - 28
Multi Tracks2) 8,0 - 454 547

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Materials Services

Investition in Automatisierung und Digitalisierung: von der Auftragsabwicklung, über Lager- bis hin zu Fahrsystemen (Logistikcenter Rotenburg)

12,3 Mrd € Umsatz

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt (Europa & Nordamerika). Unser Angebot reicht von qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zu intelligenten Lösungen für digitale und nachhaltigere Lieferketten.

"Mit .Materials as a Service" fokussieren wir unser Werkstoffgeschäft und bauen unsere Supply Chain-Kompetenz weiter aus. Dafür wollen wir nachhaltige Produkt- und Servicelösungen entwickeln, die digital, integriert und kundennah sind."

Martin Stillger,

Sprecher des Vorstands von thyssenkrupp

Materials Services

Mitarbeiter weltweit 15.296

Investition in neue Dienstleistungen: Neues Edelstahl-Schmalbandcenter fertigt bis zu 25 km lange Bänder (Standort Mannheim)

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 9.886 12.710 29 2.285 3.519
Umsatz Mio € 9.895 12.315 24 2.296 3.770
EBITDA Mio € - 91 758 ++ - 142 244
EBIT Mio € - 540 594 ++ - 494 183
Bereinigtes EBIT1) Mio € - 85 587 ++ - 51 225
Bereinigte-EBIT-Marge % - 0,9 4,8 ++ - 2,2 6,0
Investitionen Mio € 115 97 -16 55 41
Mitarbeiter (30.09.) 15.800 15.296 - 3 15.800 15.296
Veränderung

in %
Auftragseingang 54
Umsatz 64
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT1) ++
Bereinigte-EBIT-Marge ++
Investitionen - 25
Mitarbeiter (30.09.) - 3

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services

Materials Services ist der größte werksunabhängige Werkstoffhändler und -dienstleister der westlichen Welt (Europa und Nordamerika). Unseren Kunden aus den verschiedensten Industriezweigen bieten wir eine umfangreiche Leistungspalette und arbeiten kontinuierlich an einer starken Lieferperformance auf Basis von Partnerschaften mit unseren Lieferanten und unseres Multisourcing-Ansatzes. Das Spektrum reicht dabei von qualitativ hochwertigen Roh- und Werkstoffen über technische Dienstleistungen bis hin zur Entwicklung intelligenter Prozesse in den Bereichen Automatisierung, verlängerte Lieferkette sowie Lager- und Bestandsmanagement. Eine hohe Kundenzufriedenheit ist uns sehr wichtig, weshalb wir kontinuierlich bestrebt sind, diese weiter zu steigern und auf einem hohen Niveau zu halten.

Unserer Strategie "Materials as a Service" folgend, stehen Dienstleistungen im Zentrum unserer Weiterentwicklung. Wesentliche Markttrends sehen wir dabei in der Digitalisierung der Lieferkette bei gleichzeitig stark steigender Bedeutung von Nachhaltigkeit. Genau hier können wir anknüpfen und unsere Kunden mit Hilfe physischer und digitaler Dienstleistungen bei der zukunftsfähigen Gestaltung der Lieferkette unterstützen. Davon soll zugleich auch die Umwelt profitieren, da die vorhandenen industriellen Daten systematisch genutzt werden, um Material, Transporte und somit CO2 einzusparen. Darüber hinaus können bei Materials Services selbst mittels Digitalisierung und Automatisierung viele interne Prozesse schlanker gestaltet werden.

Das Ziel unserer strategischen Transformation ist die Erhöhung der Performance im klassischen Handelsgeschäft bei gleichzeitigem Ausbau der margenstarken Supply-Chain-Dienstleistungen, um die führenden Marktpositionen in Europa und Nordamerika zu festigen. Dafür setzen wir auf einen systematischen Innovationsprozess, fokussiertes Wachstum sowie Exzellenz in Ein- und Verkauf, Produktion, Logistik und Verwaltung. Gleichzeitig werden Maßnahmen zur Portfolio- und Netzwerkoptimierung konsequent umgesetzt.

Materialengpässe und eine steigende Nachfrage lassen Verkaufspreise klettern.

Auftragseingang und Umsatz: Bei knapper Materialverfügbarkeit deutlich über Vorjahr

Auftragseingang und Umsatz entwickelten sich im Berichtszeitraum deutlich positiv. Nach einem noch eher schwachen 1. Quartal zogen in einem zunehmend von Materialknappheit geprägten Markt Verkaufsmengen und Preise im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich an. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 9,1 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit 12 % mehr als im Vorjahr. Dabei überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich, sodass insbesondere die Walzstahlpreise im Geschäftsjahr immer neue Höchststände erreichten, aber auch die meisten anderen Produkte verzeichneten starke Preissteigerungen. Davon profitierten nahezu alle Geschäftsbereiche - vom lagerhaltenden Werkstoffhandel über das Streckengeschäft bis hin zu den Service-Centern und den auf Supply-Chain-Lösungen spezialisierten Einheiten. Insbesondere die Nachfrage seitens der Automobilindustrie erholte sich nach pandemiebedingten Rückgängen im Geschäftsjahr 2019 / 2020 schnell und trug stark zum Absatz- und Umsatzplus des Segments bei. Auch mit Blick auf die Regionen zeigt sich ein einheitlich positives Bild. Dabei stechen die Zuwächse des internationalen Trading-Geschäfts sowie der osteuropäischen Handelsgesellschaften besonders deutlich hervor.

Bereinigtes EBIT: Starke Performance durch Marktlage und interne Transformation

Beide Service-Units des Segments - Distribution Services und Supply Chain Services - profitierten stark vom knappen Verkäufermarkt, der ab dem 2. Quartal vorherrschte. Dank der steigenden Verkaufsmengen und Preise entwickelte sich die Marge und damit das Bereinigte EBIT äußerst positiv. Im Berichtsjahr wurden wichtige Fortschritte bei der strategischen Transformation erzielt: Beispielsweise wurde das Standortnetz durch Verkäufe (Thailand, Röhm Italia), Schließungen (u.a. thyssenkrupp Aerospace Varel), Konsolidierungen (Logistikcenter Rotenburg ersetzt die Lagerstandorte Hamburg und Bremen) sowie die Zusammenführung von Geschäftseinheiten (in Frankreich, Großbritannien und Indien) optimiert. Darüber hinaus wurde das Edelstahl-Service-Center Dortmund an das thyssenkrupp Segment Multi Tracks abgegeben. Diese Maßnahmen - zusammen mit verschiedenen Restrukturierungsprogrammen bei Gesellschaften des Segments - führten zu einer weiteren Reduzierung der Belegschaft um 3 % im Vergleich zum 30. September 2020, nachdem bereits im Vorjahr 7 % der Mitarbeiter abgebaut worden waren. Da die Verkaufsmengen gleichzeitig anzogen (im Lagerabsatz +3 %), wurde im Vergleich zum Vorjahr eine um 5 % höhere Produktivität (Lagerabsatz pro Mitarbeiter) erzielt.

Sondereffekte

Im Berichtsjahr ergaben sich negative Sondereffekte durch Wertminderungen von Vermögenswerten im Supply-Chain-Bereich sowie durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufgabe des Stahl-Service-Center-Standorts Wörth. Diese konnten allerdings durch Sondererträge überkompensiert werden, die im Wesentlichen aus verschiedenen Veräußerungen resultierten. Hierzu zählen die Aktivitäten in Thailand, der im Jahr 2020 aufgegebene Standort Leverkusen von Materials Processing Europe, die Plastics-Gesellschaft Röhm Italia sowie Liegenschaften in Freiburg, Bremen und Köln.

Investitionen

Im Berichtsjahr wurde das neue Logistikcenter in Rotenburg (Wümme) in Betrieb genommen. Durch seinen hohen Grad der Digitalisierung und Automatisierung soll es wesentlich zur Produktivitätssteigerung beitragen. Darüber hinaus investierte das Segment sowohl in Deutschland als auch in Polen in Kapazitäten zum Querteilen von Coils, um sein Geschäft weiter auszubauen. In Deutschland wurde zudem das Schmalbandcenter für Edelstahl in Mannheim eröffnet und der Lagerstandort Frechen angekauft. In den USA baute das Segment das Stahl-Service-Center in Woodstock (Alabama) aus und kaufte Betriebs- und Geschäftsausstattung im Rahmen der Erneuerung des Dienstleistungs- und Servicevertrags mit thyssenkrupp Elevator in Kenosha (Wisconsin). Zusätzlich wurden Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen bei verschiedenen Lager- und Serviceeinheiten getätigt. Weitere Investitionsschwerpunkte waren die Fortführung der digitalen Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der weitere Ausbau der Omnichannel-Architektur, sichtbar unter anderem am neu eröffneten Onlineshop SteelBuy.

Industrial Components - Bearings

6.592 Mitarbeiter Weltweit

Innovation, Qualität und Präzision machen Bearings seit 160 Jahren zum bevorzugten Lieferanten, wenn es um nahtlos gewalzte Ringe oder Großwälzlager geht. Rund 7.000 Mitarbeiter in zwölf Ländern stehen für Kooperation, Verlässlichkeit und kundenindividuelle Lösungen.

Umsatz 1,3 Mrd €

"Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir die weltweiten Herausforderungen unserer Zeit angehen. So wollen wir innovative, nachhaltige Lösungen sowie Werte für unsere Kunden und Partner schaffen."

Winfried Schulte, CEO thyssenkrupp rothe erde

Industrial Components - Forged Technologies

Als Spezialist im Schmiedegeschäft sind wir einer der weltweit führenden Hersteller von Motor-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten. Wir beliefern Kunden aus der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenindustrie und sind überzeugt, dass unsere Kunden unseren hochautomatisierten Maschinenpark zu schätzen wissen.

1,2 Mrd € Umsatz

6.220 Mitarbeiter weltweit

"Als ein führender Spezialist für geschmiedete Motoren-, Fahrwerks- & Baumaschinenkomponenten ist es unser Anspruch, individuelle Kundenanforderungen auf der ganzen Welt zu erfüllen."

Patrick Buchmann, CEO Forged Technologies

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 2.095 2.556 22 517 633
Umsatz Mio € 2.099 2.512 20 530 635
EBITDA Mio € 228 400 76 24 79
EBIT Mio € - 29 297 ++ - 100 50
Bereinigtes EBIT1) Mio € 139 322 ++ 17 56
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,6 12,8 93 3,2 8,8
Investitionen Mio € 176 225 28 88 92
Mitarbeiter (30.09.) 12.500 12.812 2 12.500 12.812
Veränderung

in %
Auftragseingang 22
Umsatz 20
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT1) ++
Bereinigte-EBIT-Marge ++
Investitionen 5
Mitarbeiter (30.09.) 2

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Bearings and Forged Technologies

Industrial Components umfasst zwei Business Units: das Großwälzlager- und das Schmiedegeschäft.

Im Bereich Großwälzlager, einer Nische des Wälzlagermarktes, ist Bearings weltweiter Marktführer, und zugleich einer der größten Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen. Unsere Produkte werden für Kunden individuell entwickelt und hergestellt. Sie erfüllen erfolgskritische Funktionen in den eingesetzten Maschinen; für die störungsfreie Aufrechterhaltung des Betriebs sind sie unverzichtbar. Unsere Großwälzlager und Ringe werden in den verschiedensten, oft zukunftsorientierten Anwendungsbereichen eingesetzt. Neben Kunden im Windenergiemarkt, der das größte Wachstum verspricht, bedienen wir auch Kunden in den unterschiedlichsten Industriemärkten - von Baumaschinen über Krane und Tunnelbohrmaschinen bis hin zu Fördergeräten und den allgemeinen Maschinenbau sowie viele andere. Unsere technische Kompetenz ist ein wesentliches Differenzierungskriterium im Wettbewerb und ein wichtiger Faktor für unsere Reputation als Qualitäts- und Technologieführer. Mit unseren Fertigungsstandorten sind wir in vielen wichtigen Regionen der Welt vertreten und können unsere global agierenden Kunden somit bestmöglich unterstützen. Unser Ziel ist die langfristige Sicherung der weltweiten Marktführerschaft im dynamisch wachsenden Marktsegment Großwälzlager. Um das zu erreichen und unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen, setzen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung um. Begleitet wird dies von einer langfristigen Investitionsstrategie mit dem Ziel, vom anhaltenden Marktwachstum im Windenergiebereich profitieren zu können.

Forged Technologies als Spezialist für das Schmiedegeschäft gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Motoren-, Fahrwerks- und Baumaschinenkomponenten und beliefert Kunden in der Lkw-, Automobil- und Baumaschinenbranche. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Kunden die hohe Qualität unserer Komponenten, unser technisches Know-how und unseren hochautomatisierten Maschinenpark schätzen. Unsere Stärke sehen wir in unserer ausgeprägten Leistungskultur und unserem hohen Fokus auf die kontinuierliche Verbesserung unserer Performance. Die Steigerung unserer Personaleffizienz und die Optimierung unserer Produktionsprozesse bilden die Basis für eine nachhaltige Ergebnisentwicklung. Unser Ziel ist es, unseren Marktanteil zu steigern und mit neuen Produkten zu wachsen. Im Anwendungsbereich Fahrwerke für Baumaschinen arbeiten wir konsequent an der Weiterentwicklung unseres Angebots für Endkunden. Neben der Einführung einer neuen Marke, neuer Produkte sowie der Stärkung unseres Vertriebspartnernetzes in neuen Regionen schaffen wir ein professionelles E-Commerce Angebot und optimieren somit unsere Wertschöpfungskette. Um der Marktentwicklung im Bereich der Motorkomponenten hin zu einem höheren E-Mobility Anteil zu begegnen, erweitern wir unser Produktportfolio um Fahrwerkskomponenten.

Positive Auftragsentwicklung sowohl im Geschäft mit Großwälzlagern als auch im Schmiedegeschäft

Auftragseingang und Umsatz: Weiterer Wachstum im Bereich Großwälzlager bei deutlicher Erholung im Schmiedegeschäft

Der Auftragseingang lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Das Geschäft mit Großwälzlagern konnte weitere Zuwächse beim Auftragseingang verbuchen. Parallel zur deutlich gestiegenen Nachfrage in den Bereichen Baumaschinen und Allgemeiner Maschinenbau konnte der pandemiebedingte Nachfragerückgang insbesondere in den Marktsegmenten Kranbau, Fördertechnik und Luftfahrtkomponenten überwunden werden. Die Auftragseingänge im Bereich Windenergie waren etwa so hoch wie im Vorjahr. Das Schmiedegeschäft konnte in besonderem Maße von der Erholung der globalen Nachfrage profitieren: Hier hat sich die Nachfrage nach dem pandemiebedingten Einbruch auf hohem Niveau stabilisiert. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Erweiterung des Produktangebots im Bereich Baumaschinen.

Analog dazu entwickelte sich der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr. Im Großwälzlagergeschäft konnten deutliche Umsatzsteigerungen erzielt werden. Besonders positiv entwickelten sich die Bereiche Baumaschinen, Fördertechnik und Medizintechnik, die im Vorjahr Marktrückgänge infolge der Corona-Pandemie verzeichneten. Auch der Umsatz im Bereich Windenergie stieg, begünstigt durch Vorzieheffekte wegen des Auslaufens von chinesischen Anreizprogrammen in den Jahren 2020 und 2021. Die Anwendungsbereiche Kranbau und Allgemeiner Maschinenbau blieben hingegen auf Vorjahresniveau. Im Schmiedegeschäft wirkte die Erholung der weltweiten Nachfrage und förderte das Umsatzwachstum in allen Anwendungsbereichen.

Bereinigtes EBIT deutlich über Vorjahr - wesentlich geprägt durch Umsatzwachstum und unterstützt durch Maßnahmen der Effizienzsteigerung

Das Bereinigte EBIT konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich erhöht werden. Das Großwälzlagergeschäft verzeichnete deutliche Ergebnissteigerungen. Hier konnten wegen der steigenden Nachfrage positive Beiträge insbesondere aus Skaleneffekten und Produktivitätssteigerungen erzielt werden. Die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit trug zusätzlich zur Verbesserung des Ergebnisses bei. Im Schmiedegeschäft wirkte hier insbesondere die Erholung der globalen Nachfrage. Unterstützt wurde die deutliche Ergebnisverbesserung durch die frühzeitig eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen infolge der Corona-Pandemie.

Sondereffekte

In beiden Geschäftsbereichen fielen Aufwendungen für Restrukturierungen an, insbesondere in Deutschland. Die Aufwendungen für Wertminderungen betrafen hingegen insbesondere das Schmiedegeschäft im Zusammenhang mit der geplanten Stilllegung eines Standorts.

Investitionen

Im Bereich der Großwälzlager wurden Wachstumsinvestitionen getätigt, um die Produktionskapazität zu erhöhen, vor allem im Anwendungsbereich Windenergie und dort hauptsächlich in den Fertigungsstandorten in Europa und Asien. Im Schmiedegeschäft lag der Fokus neben der Automatisierung des Anlagenparks auf dem Bau einer neuen Schmiedelinie für Fahrwerkskomponenten am Standort Homburg.

Automotive Technology

19.723 Mitarbeiter weltweit

Automotive Technology ist einer der führenden Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie in den Bereichen Fahrwerk, Antrieb und Karosserie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten und Systeme sowie Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau.

4,5 Mrd € Umsatz

"Wir haben unser Produktprogramm an den Trendthemen Elektromobilität, Autonomes Fahren und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Damit wollen wir weiter profitabel wachsen."

Dr. Karsten Kroos, CEO Automotive Technology

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 4.069 4.506 11 1.154 1.090
Umsatz Mio € 4.090 4.522 11 1.088 1.063
EBITDA Mio € 34 482 ++ - 87 82
EBIT Mio € - 878 234 ++ - 718 - 11
Bereinigtes EBIT1) Mio € - 166 264 ++ - 112 30
Bereinigte-EBIT-Marge % - 4,0 5,8 ++ -10,3 2,8
Investitionen Mio € 327 268 -18 110 110
Mitarbeiter (30.09.) 19.483 19.723 1 19.483 19.723
Veränderung

in %
Auftragseingang - 6
Umsatz - 2
EBITDA ++
EBIT 98
Bereinigtes EBIT1) ++
Bereinigte-EBIT-Marge ++
Investitionen 0
Mitarbeiter (30.09.) 1

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Automotive Technology ist einer der führenden deutschen Zulieferer und Engineering-Partner der internationalen Automobilindustrie. Das Produkt- und Serviceangebot umfasst Hightech-Komponenten und Systeme sowie Automatisierungslösungen für den Fahrzeugbau. Dazu zählen Fahrwerkstechnologien wie Lenkungs- und Dämpfersysteme, die Montage von Achssystemen sowie Motorkomponenten für konventionelle und alternative Antriebe. Wir produzieren aber auch auf unseren eigenen Anlagen Karosserieleichtbauteile und ganze Karosserien in Serie. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Entwicklung und Fertigung von Komponenten über die mechanische Bearbeitung bis hin zur Montage hochkomplexer Systeme. Entscheidend bei der Entwicklung neuer Produkte sind die Anforderungen unserer Kunden in puncto Qualität und Funktionalität. Eine zunehmend größere Rolle spielen mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklungen.

Unser Wachstums- und Leistungsanspruch ist es, zu den Besten in unserem Wettbewerbsumfeld zu gehören. Wir haben unser Produktportfolio konsequent auf die Zukunftsthemen der Automobilindustrie wie Elektromobilität und autonomes Fahren ausgerichtet, die uns vielversprechende Chancen bieten. Unsere globale Markt- und Produktionspräsenz ermöglicht es uns, kundennah am Wachstum in unterschiedlichen Regionen teilzuhaben. Mit Maßnahmen der kontinuierlichen Verbesserung erhöhen wir zusätzlich unsere Produktions- und Kosteneffizienz.

Nachfrageanstieg und Umsatzwachstum, 2. Halbjahr mit Engpässen in der Lieferkette wegen Halbleitermangels

Nachfrageanstieg und Umsatzwachstum

Automotive Technology erzielte in allen Business Units im Vergleich zum Vorjahr, das durch die Corona-Pandemie und Lockdowns belastet war, eine signifikante Steigerung bei Auftragseingang und Umsatz. Starke Zuwächse zeigte das automobile Seriengeschäft bei Lenkungen, Nockenwellenmodulen und Dämpfersystemen mit einer insgesamt höheren Nachfrage im 1. Halbjahr sowie einer stabilen und guten Geschäftsentwicklung in China. Mit Beginn des 3. Quartals wurden verstärkt Engpässe in der Lieferkette erkennbar. Insbesondere der Mangel bei Halbleiterprodukten hatte eine reduzierende Wirkung auf unsere Kundenabrufe mit teilweise kaum planbaren, spontanen Abruf- bzw. Produktionsunterbrechungen und -stillständen. Hiervon war auch das 4. Quartal betroffen. Zudem schwächte sich die im ersten Halbjahr noch starke Nachfrage in China wegen Problemen in der Lieferkette ab. Unabhängig davon haben wir relevante langfristige Rahmenaufträge im automobilen Seriengeschäft gewonnen und konnten dadurch im Laufe des Geschäftsjahres die künftige Auslastung der Werke absichern.

Bereinigtes EBIT signifikant über Vorjahr

Nach dem Verlust des Vorjahres hat sich das Bereinigte EBIT auf einen dreistelligen Wert erhöht und damit deutlich verbessert; die EBIT-Marge stieg auf 5,8 %. Alle Business Units haben Ergebnissteigerungen erzielt. Positiv wirkten vor allem ein höheres Umsatzvolumen mit insgesamt besserer Auslastung, eine profitable Auftragsstruktur, höhere Produktivitäten in den neuen Werken und geringere Abschreibungen. Hinzu kamen positive Effekte, unter anderem durch Abschluss einer Kundenkompensation; darüber hinaus entfielen Aufwendungen aus dem Vorjahr für Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen und Qualitätsthemen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen. Im 2. Halbjahr galt es, Belastungen aus Störungen in der Lieferkette zu verkraften, zum Beispiel Engpässe in der Versorgung mit elektronischen Halbleiter- und anderen Vorprodukten sowie höhere Vormaterial-, Verpackungs- und Frachtkosten. Die eingeleiteten Restrukturierungen im Bereich Automotive Body Solutions (vormals System Engineering Karosserie) wurden planmäßig umgesetzt und entlasteten die Personalkosten.

Sondereffekte

Im Berichtszeitraum wurden Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen im Bereich Steering vorgenommen. Hinzu kamen Restrukturierungsaufwendungen im Bereich Damper. Positiv wirkte die Reduzierung der Restrukturierungsrückstellung bei Automotive Body Solutions. Des Weiteren wurden aufgrund der Einigung mit einem Kunden für ein entfallenes Projekt Zuschreibungen auf langfristige Vermögenswerte vorgenommen.

Investitionen

Im Bereich Steering wurde in auftragsbezogene Projekte für elektrische Lenksysteme, unter anderem in China, Mexiko und Europa - und hier speziell in Ungarn - investiert. Bei Damper lag der Schwerpunkt des Ausbaus für auftragsbezogene Fertigungskapazitäten in Rumänien, den USA und Mexiko. Des Weiteren haben wir auftragsbezogen in die Produktion von Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben investiert. Durch unsere Investitionen in zukunftsgerichtete Produkte und kundennahe Fertigungen in attraktiven Regionen können wir Wachstumschancen wahrnehmen sowie das Erreichen unserer Kosten- und Profitabilitätsziele unterstützen.

Steel Europe

8,9 Mrd € Umsatz

Steel Europe konzentriert sich auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte und nichtkornorientiertes Elektroband sowie Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband.

26.303 Mitarbeiter weltweit

"Mit unserer Strategie 20-30 setzen wir den Fokus auf die Kundenbedürfnisse von morgen. Für ein werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur investieren wir gezielt in Kernaggregate unseres Produktionsnetzes."

Bernhard Osburg, Vorsitzender des Vorstands der thyssenkrupp Steel Europe AG

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 7.097 9.283 31 1.965 1.951
Umsatz Mio € 7.023 8.932 27 1.760 2.361
EBITDA Mio € - 532 214 ++ - 116 92
EBIT Mio € - 2.492 - 59 98 - 1.737 24
Bereinigtes EBIT1) Mio € - 820 116 ++ - 203 29
Bereinigte-EBIT-Marge % - 11,7 1,3 ++ -11,5 1,2
Investitionen Mio € 491 681 39 144 292
Mitarbeiter (30.09.) 26.632 26.303 - 1 26.632 26.303
Veränderung

in %
Auftragseingang -1
Umsatz 34
EBITDA ++
EBIT ++
Bereinigtes EBIT1) ++
Bereinigte-EBIT-Marge ++
Investitionen ++
Mitarbeiter (30.09.) -1

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

Steel Europe ist der größte deutsche Stahlproduzent, konzentriert sich auf das attraktive Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls und gehört hier zu den bedeutsamen Anbietern im Kernmarkt Europa. Die Produktpalette umfasst Warmband, Feinblech, Premium-Bandbleche, oberflächenveredelte Produkte, Weißblech, Mittelband und kornorientiertes sowie nicht-kornorientiertes Elektroband in einem breiten Gütespektrum. Wesentliche Abnehmer der Produkte sind der Automobil- und Maschinenbau, die metallverarbeitende Industrie einschließlich des Energiesektors sowie die Bauwirtschaft. Unsere Stärken sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen sowie in unserem auf langjährige Erfahrung beruhendem technischen Know-how. Selbstverständliche Bestandteile unserer Arbeit sind ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse.

Mit der weiteren Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 wollen wir ein noch werthaltigeres Produktportfolio bei gleichzeitig optimierter Kostenstruktur erreichen. Dadurch wollen wir unsere operative Leistungsfähigkeit deutlich steigern und zu den besten im Wettbewerb gehören. Wir investieren in die effizientere Ausgestaltung der Kernaggregate unseres Produktionsnetzes und berücksichtigen dabei insbesondere die wachsenden Anforderungen der Automobilkunden und einzelner Industriebereiche. Das können crashrelevante Bleche für die Sicherheitsarchitektur der Fahrzeuge, verbesserte Oberflächen oder dünnere und leistungsfähigere Stähle für die Elektromobilität sein.

Im Rahmen der Transformation zur klimaneutralen Stahlherstellung planen wir bis 2025 die Inbetriebnahme unserer ersten mit Wasserstoff betriebenen Direktreduktionsanlage. Bis 2030 soll die Kapazität klimafreundlicher Stähle auf 3 Mio t erweitert werden. Dies käme einer jährlichen CO2 -Minderung von 6 Mio t gleich.

Auftragseingang und Umsatz: Deutliche Marktbelebung nach pandemiebedingtem Einbruch im Frühjahr 2020

Ausgehend von pandemiebedingt schwachen Vorquartalen ist Steel Europe mit Aufwärtstendenzen in das Berichtsjahr gestartet. Dabei profitierte das Segment von dem nach Sommer 2020 einsetzenden konjunkturellen Aufschwung und der damit verbundenen Erholung der Nachfrage im europäischen Flachstahlmarkt. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung war die europäische Automobilindustrie, die ihre Produktion nach den weitreichenden Stillständen im Frühjahr 2020 sukzessive wieder hochgefahren hat. Ihre Fertigung lag im weiteren Verlauf des Jahres zeitweise wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Auch die Industriekunden haben durch notwendig gewordene Ergänzungen ihrer Lager zur Erholung beigetragen. Die insgesamt deutliche Nachfragebelebung sorgte für einen Anstieg der Spotmarktpreise. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres machten sich zunehmend Lieferengpässe in der Geschäftsentwicklung vieler Kundenbranchen bemerkbar.

Nachfrageanstieg vor allem seitens der Automobilindustrie im ersten Halbjahr

Der Auftragseingang erhöhte sich im Berichtsjahr signifikant. Vor allem in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres stiegen die Bestellungen infolge der spürbaren Marktbelebung deutlich an. Ab dem 3. Quartal machten sich die ersten Versorgungsengpässe bei unseren Kunden in der Automobilbranche bemerkbar, die bei ihren Bestellungen daraufhin zurückhaltender agierten. Im 4. Quartal waren zudem unsere Buchungsmöglichkeiten kapazitätsbedingt, aufgrund der geplanten Teilzustellung des Hochofens 1 in Schwelgern, begrenzt. In Summe sind die Bestellmengen im Geschäftsjahr 2020 / 2021 gegenüber dem Vorjahr um 15 % auf rund 11 Mio t gewachsen. Darüber hinaus schlug sich das seit Sommer 2020 kontinuierlich gestiegene Marktpreisniveau im Verlauf des Geschäftsjahres in unseren neu verhandelten Geschäftsabschlüssen nieder.

Der Umsatz erholte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund höherer Preisabschlüsse mit unseren Kunden. Zum anderen stiegen die Versandmengen, und zwar um 13 % auf knapp 10 Mio t. Nach den starken Einbrüchen im Frühjahr 2020 legte insbesondere der Versand an die Automobilindustrie und deren Zulieferer kräftig zu. Im weiteren Jahresverlauf stieg dann auch wieder der Absatz an die Industriekunden. Die Lieferungen von Verpackungsstahl blieben stabil auf dem Niveau des Vorjahres; dieses Geschäft verzeichnete trotz der Corona-Pandemie nur geringe Einbußen. Die Business Unit Precision Steel konnte ein deutliches Absatzplus im Vergleich zum Vorjahr realisieren. Die Business Unit Electrical Steel hat im Wesentlichen durch Verbesserung der Produktqualitäten und somit durch ein werthaltigeres Produktportfolio die Kehrtwende geschafft und trägt ebenso zur Umsatzsteigerung bei.

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann war mit rund 11 Mio t rund 13 % höher als im Vorjahr, obwohl die Ausbringung durch die geplante Teilzustellung des Hochofens 1 in Schwelgern im 4. Quartal begrenzt wurde. Darüber hinaus kam es bei einigen Produktionsanlagen im Jahresverlauf zu temporären Produktionsbeschränkungen. Ursachen waren neben technischen Einschränkungen auch witterungsbedingte Einflüsse. Insgesamt waren sowohl die Produktionsmengen als auch die Auslastung der Anlagen im Berichtsjahr deutlich höher als in der Vorperiode. Die Walzstahlerzeugung für Kunden stieg um 14 % auf rund 10 Mio t.

Bereinigtes EBIT: Signifikante Ergebnisverbesserung im Jahresverlauf

Das Bereinigte EBIT hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr signifikant verbessert. Positiv schlugen vor allem die Belebung der Nachfrage und der Aufwärtstrend bei den Marktpreisen zu Buche, die zu einem kontinuierlichen Anstieg des Nettoerlöses im Vergleich zum Vorjahr führten. Einen weiteren positiven Effekt hatte die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 eingeleitete Restrukturierung. Ergebnismindernd wirkten Produktionsbeschränkungen, die anziehenden und stark volatilen Rohstoffpreise sowie zuletzt die geplante Teilzustellung des Hochofens 1.

Sondereffekte

Es wurden Sondereffekte aus Rückstellungen für die laufende Restrukturierung berücksichtigt; sie umfassen im Wesentlichen den Personalabbau in der Verwaltung und der produktionsnahen Verwaltung bis voraussichtlich 30. September 2023 sowie betriebliche Anpassungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30.

Investitionen

Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden. Die Anlagenmontage wurde im September 2021 abgeschlossen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist nach Abschluss der Funktionstests für 2022 geplant. Die Business Unit Packaging Steel errichtet eine neue Veredelungsanlage, um die Produktion von spezialverchromtem Weißblech unter verbesserten Umweltstandards weiterzuführen. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen und des Engineerings läuft die Montage nach Plan. Der Hochofen 1 in Schwelgern mit einer Kapazität von 3,6 Mio t pro Jahr konnte nach der Teilzustellung am 1. Oktober 2021 wieder in Betrieb genommen werden. Bei den Großinvestitionen der Stahlstrategie 20-30 wie dem Umbau der Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen sowie dem Neubau eines Doppelreversiergerüsts und einer Glüh-Isolierlinie in Bochum sind die Aufträge zu einem Großteil bereits vergeben, die Engineering-Tätigkeiten mit den Lieferanten schreiten planmäßig voran.

Marine Systems

Wir sind Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und führend in der Entwicklung neuer Über- und Unterwassertechnologien für die Marinekunden.

2,0 Mrd € Umsatz

Mitarbeiter weltweit 6.534

"Wir arbeiten heute gemeinsam mit unseren Kunden daran, den Standard der Marinen von morgen zu setzen und zu liefern."

Dr. Rolf Wirtz, CEO Marine Systems

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 2.235 6.662 ++ 1.870 5.846
Umsatz Mio € 1.760 2.022 15 564 572
EBITDA Mio € 74 88 19 29 43
EBIT Mio € 15 24 60 12 25
Bereinigtes EBIT1) Mio € 20 26 27 12 27
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,1 1,3 11 2,2 4,7
Investitionen Mio € 73 101 38 30 47
Mitarbeiter (30.09.) 6.355 6.534 3 6.355 6.534
Veränderung

in %
Auftragseingang ++
Umsatz 1
EBITDA 48
EBIT ++
Bereinigtes EBIT1) ++
Bereinigte-EBIT-Marge ++
Investitionen 57
Mitarbeiter (30.09.) 3

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Marine Systems

Marine Systems ist ein weltweit führender Hersteller von konventionellen U-Booten, Marineschiffen und Marine-Elektronik und bietet Services für die Marinen an. Als vollintegriertes Systemhaus (Plattform, Elektronik, Integration sowie Dienstleistungen) entwickeln und fertigen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand für unsere Kunden, sowohl in Deutschland als auch mit lokalen Partnern im Land des Kunden. Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung und am Ausbau unseres Portfolios. So investieren wir beispielsweise in die Entwicklung von Lösungen zur Bergung und Entsorgung von Munitionsaltlasten in den Weltmeeren.

Unser Ziel ist es, unsere Technologieführerschaft zu untermauern und unsere Wettbewerbsposition zu stärken. Im Modernisierungsbedarf der Marinen weltweit, im NATO-Ziel für Verteidigungsausgaben sowie im Trend weg von sehr national ausgeprägten Marineflotten hin zu vereinheitlichten Produkten für den Weltmarkt sehen wir Wachstumspotenzial. Der gemeinsame Auftrag von Deutschland und Norwegen zum Bau von U-Booten stellt dabei einen wichtigen Meilenstein für uns dar. Zudem nehmen wir für das Fregatten-Programm mit Brasilien gegenwärtig vor Ort eine Werft in Betrieb.

Darüber hinaus haben wir in den vergangenen Jahren bereits konsequent auf die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Projektabwicklung und Profitabilität gesetzt. Dazu investieren wir umfangreich in die Modernisierung des Werftstandorts in Kiel und verfolgen konsequent unser Performance Programm. In diesem optimieren wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette Abläufe, Instrumente und Strukturen und reduzieren Verwaltungskosten.

Auftragseingang durch U-Boot Großauftrag geprägt - Umsatzwachstum stabil

Der Auftragseingang lag im Berichtsjahr signifikant über dem des Vorjahres. Grund für diesen Anstieg waren der Auftrag für das Gemeinschaftsprojekt Deutschland/Norwegen in Höhe von 5,5 Mrd € für den Bau von sechs baugleichen U-Booten sowie ein Auftrag für die Marine in Italien im Unterwasserbereich. Zudem gab es Auftragserweiterungen sowohl im Unter- als auch im Überwasserbereich sowie kleinere Auftragseingänge im Bereich Wartung und Service. Darüber hinaus hat der Marineelektronikbereich mehrere mittelgroße Aufträge akquiriert.

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Dieser folgt dem wachsenden Auftragseingang und ist geprägt durch die gute Entwicklung der Projektfortschritte, die Legung der Schlussrechnung für die Ablieferung der dritten Fregatte F125 an die deutsche Marine im März sowie die Übergabe von insgesamt vier Korvetten an die israelische Marine im Geschäftsjahr. Außerdem haben wir im letzten Quartal das vierte U-Boot an einen Kunden im Mittelmeerraum abliefern und schlussrechnen können.

Bereinigtes EBIT erneut über Vorjahr

Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr über Vorjahr und setzte somit seine positive Entwicklung fort. Im Bestand sind noch einige Alt-Aufträge mit nur schwachen Margen. Mit dem Performance Programm werden diese gestärkt. Gleichzeitig wird versucht, die Margen im Neugeschäft abzusichern. Zudem konnten die Verwaltungskosten gesenkt werden.

Sondereffekte

Die Sondereffekte betreffen Rückstellungen für die Restrukturierung.

Investitionen

Mit dem Ziel, die Projektabwicklung zu optimieren und die Profitabilität zu verbessern, wurde die Werftmodernisierung am Standort Kiel vorangetrieben.

Multi Tracks

18.360 Mitarbeiter weltweit

Im Segment Multi Tracks sind Geschäfte zusammengefasst, die im Hinblick auf ihre Größe, ihr Tätigkeitsfeld und den Grad ihrer Eigenständigkeit sehr unterschiedlich sind und vor individuellen Herausforderungen stehen. Wir versuchen, für jedes dieser Unternehmen die beste Option zu entwickeln.

5,7 Mrd € Umsatz

"Für uns steht die Entwicklung dieser Unternehmen im Fokus und nach einem Jahr kann man sagen, dass Multi Tracks ein echtes Erfolgsmodell für thyssenkrupp ist."1)

Dr. Volkmar Dinstuhl, CEO Multi Tracks

1) we.talk* am 6.10.2021

* we.talk ist ein internes Video-Podcast-Format von thyssenkrupp. Die Gesprächspartner stellen ihr Unternehmen und sich selbst allen Mitarbeitern in der "Group of Companies" vor.

MULTI TRACKS IN ZAHLEN

2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021
Auftragseingang Mio € 4.376 5.883 34 997 1.610
Umsatz Mio € 5.522 5.651 2 1.357 1.608
EBITDA Mio € - 605 - 285 53 - 234 - 39
EBIT Mio € - 911 - 387 57 - 440 - 33
Bereinigtes EBIT1) Mio € - 593 - 298 50 - 211 - 63
Bereinigte-EBIT-Marge % - 10,7 - 5,3 51 -15,6 -3,9
Investitionen Mio € 141 107 - 25 61 41
Mitarbeiter (30.09.) 19.909 18.360 - 8 19.909 18.360
Veränderung

in %
Auftragseingang 62
Umsatz 18
EBITDA 83
EBIT 93
Bereinigtes EBIT1) 70
Bereinigte-EBIT-Marge 75
Investitionen - 32
Mitarbeiter (30.09.) - 8

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Multi Tracks

Im Segment Multi Tracks bündelt thyssenkrupp die Elevator-Beteiligung sowie Geschäfte, für die wir kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung ziehen. Dies kann beispielsweise ein vollständiger Verkauf oder ein Teilverkauf sein oder die Fortführung des Geschäfts zusammen mit einem oder mehreren externen Partnern.

Zu den Unternehmen des Segments Multi Tracks zählen ganz unterschiedliche Geschäfte, vom Anlagenbau bis hin zum Automobilzulieferer. Neben diesen Beteiligungen an eher traditionellen Industrieunternehmen gehört auch ein Joint Venture im Zukunftsmarkt Wasserstoff zum Portfolio, an dem thyssenkrupp die Mehrheit hält.

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2020 / 2021

Zwei Handlungsfelder der thyssenkrupp Strategie bestimmen die Aktivitäten des Segments Multi Tracks: Portfolio und Performance. Bei beiden hat das Segment im vergangenen Geschäftsjahr gute Fortschritte erzielt.

Portfolio: Ende Juli 2021 hat das Signing zum Verkauf des Mining-Geschäfts an das dänische Unternehmen FLSmidth stattgefunden. Kurz darauf folgte das Signing zum Verkauf des Infrastructure-Geschäfts an die FMC Beteiligungs KG. Der Verkauf der thyssenkrupp Carbon Components an die Action Composites GmbH aus Österreich wurde zum 31. August vollzogen. Das Signing zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts (AST inkl. der dazugehörigen Vertriebsaktivitäten) an die Arvedi Gruppe hat am 16. September 2021 stattgefunden. Die Schließung des Grobblechwerks (Heavy Plate) in Duisburg erfolgte Ende September 2021.
Performance: Um die finanzielle Performance zu verbessern, haben wir in jedem einzelnen Geschäft des Segments Multi Tracks die zentralen Hebel zur Wertsteigerung identifiziert und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet. Darunter fallen auch Standortschließungen und Stellenabbau.

Mit den anspruchsvollen Zielen, die sich Multi Tracks für die Handlungsfelder Portfolio und Performance gesetzt hat, hat das Segment im Geschäftsjahr 2020 / 2021 einen substanziellen Beitrag zur Verbesserung der finanziellen Lage von thyssenkrupp geleistet.

Deutlich höherer Auftragseingang aufgrund geringerer Corona-Einflüsse sowie leicht positive Entwicklung des Umsatzes

Der Auftragseingang von Multi Tracks lag im Berichtsjahr deutlich über dem des Vorjahres, das stark durch Corona-Einflüsse geprägt war. Diese positive Entwicklung ergibt sich insbesondere aus gestiegenen Preisen und Mengen im Edelstahlgeschäft. Hinzu kam eine lebhaftere Nachfrage im Anlagenbau. Im Zementanlagenbau haben wir den Zuschlag für ein Großprojekt in Frankreich bekommen, im Chemieanlagenbau unter anderem erste Projekte im Bereich Wasserstoff. Die Entscheidung, den Bereich Heavy Plate (Grobblech) zu schließen, hatte plangemäß einen gegenläufigen Effekt.

Der Umsatz entwickelte sich dank des Edelstahlgeschäfts robust, jedoch heterogen bei den weiteren Geschäften. Der Anlagenbau konnte wegen des geringen Auftragseingangs im Vorjahr das Umsatzniveau nicht konstant halten. Der Umsatzrückgang im Chemieanlagenbau resultiert im Wesentlichen aus dem geplanten Auslaufen und aus Abwicklungsverzögerungen zweier Großprojekte. Der Umsatz im Geschäftsbereich Automation Engineering nahm insbesondere aufgrund des geringen Auftragseingangs im Vorjahr ab. Im Bereich Springs & Stabilizers hat sich der Umsatz wegen geringerer Corona-Einflüsse positiv entwickelt, wobei das Geschäftsvolumen ab dem dritten Quartal durch den weltweiten Halbleitermangel und daraus resultierende geringere Kundenabrufe beeinflusst wurde. Zu einer planmäßigen Reduzierung des Umsatzes führte die Schließung des Geschäftsbereichs Heavy Plate (Grobblech).

Deutlich verringerter Verlust beim Bereinigten EBIT

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ, allerdings erhöhte es sich im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Geschäftseinheiten.

Im Anlagenbau wirkten eine Reduzierung der Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie positive Ergebnisentwicklungen im Servicegeschäft der Bereiche Mining und Zement einem Umsatzrückgang im Neuanlagengeschäft entgegen. Zusätzlich trugen geringere Fehlleistungskosten und höhere positive Einmaleffekte zur positiven Ergebnisentwicklung der Bereiche Mining und Zement bei. Das Ergebnis des Chemieanlagenbaus war durch hohe Fehlleistungskosten und einen sinkenden Umsatz geprägt.

Im Edelstahlgeschäft verbesserte sich das Ergebnis deutlich dank einer Erholung der Nachfrage, der bereits teilweise umgesetzten Weitergabe der Rohstoffkostensteigerungen und Effekten aus der Vorratsbewertung. Die Schließung der Geschäftseinheit Heavy Plate (Grobblech) und verbesserte Performance bei Automation Engineering wirkten positiv. Bei den weiteren Geschäften hat sich das Ergebnis nicht wesentlich verändert.

Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in Deutschland reduzierten in nahezu allen Einheiten den Verlust deutlich. Bei umfassenden Restrukturierungen im Anlagenbau, bei Automation Engineering sowie im Zuge der Schließungen von Heavy Plate (Grobblech) und des Springs & Stabilizers-Werks in Olpe wurden rund 2.000 Stellen abgebaut. Dem entgegen standen Einstellungen im Anlagenbau in Indien und in Brasilien sowie bei UCE Deutschland und Springs & Stabilizers in Ungarn. Netto ergibt sich eine Reduktion von rund 1.150 Mitarbeitern.

Sondereffekte

Wesentliche Sondereffekte waren die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen in den Bereichen Mining und Chemieanlagenbau sowie bei Heavy Plate (Grobblech) im Rahmen der Schließung. Darüber hinaus wurden Wertberichtigungen bei Infrastructure vorgenommen. Zudem erfolgte eine teilweise Wertaufholung des Impairments aus dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 im Edelstahlgeschäft. Gegenläufig wirkte die teilweise Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen bei Automation Engineering, Springs & Stabilizers sowie im Zementanlagenbau, welche bereits im Vorjahr gebildet und aufgrund von Veränderungen der Maßnahmenstruktur neu bewertet wurden.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Multi Tracks sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken, insbesondere bei Springs & Stabilizers, im Anlagenbau sowie im Edelstahlgeschäft. Gleichwohl wurden in allen Geschäften fortlaufend Investitionen für den Substanzerhalt und zur Absicherung der Marktposition getätigt. Hierbei entfielen die größten Volumina auf Springs & Stabilizers, den Anlagenbau sowie das Edelstahlgeschäft. Die Investitionen im Bereich Heavy Plate (Grobblech) wurden planmäßig zurückgefahren.

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Die Gruppe wird zentral von der thyssenkrupp AG geführt. Hier sind die wesentlichen Verwaltungseinheiten gebündelt. Im Bereich Corporate Headquarters sind die Verwaltungseinheiten von Corporate (CorpHQs) und den Regionen (Regions) zusammengeführt. Die Struktur des CorpHQs wurde im Geschäftsjahr weiter vereinfacht; zudem folgt sie nun den drei Leitthemen "Portfolio", "Performance" und "People". Die bisherigen Zentralfunktionen sind diesen drei Corporate Centern (CCs) zugeordnet. Auch der Bereich "Regions" wurde weiter zusammengefasst. In der regionalen Plattform APA (Asien/Pazifik/Afrika) sind die regionalen Zentralen in Indien, Asien-Pazifik sowie dem Nahen Osten & Afrika aufgegangen. Daneben gibt es weiterhin die regionalen Plattformen in Nord- und Südamerika sowie im Großraum China.

Corporate Headquarters mit deutlich geringeren Verwaltungskosten

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2020 / 2021 auf -194 Mio €, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist auf geringere Verwaltungskosten infolge von Restrukturierungen in den Corporate Centern und den regionalen Plattformen zurückzuführen.

Sondereffekte

Bei Corporate Headquarters resultieren die Sondereffekte im Wesentlichen aus dem Projektaufwand für Beratungen im Zusammenhang mit M & A-Transaktionen.

Investitionen

Bei Corporate Headquarters wurden im Geschäftsjahr 2020 / 2021 keine wesentlichen Investitionen getätigt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ergänzend zu den im Folgenden dargestellten Analysen vergleiche hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Geschäftsjahren 2019 / 2020 und 2020 / 2021 auch die im Wirtschaftsbericht in den Kapiteln "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" enthaltenen Ausführungen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2020 / 2021 um 18 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu der deutlichen Verbesserung trugen sämtliche Segmente bei, insbesondere aber die Werkstoffgeschäfte. Gleichzeitig stiegen die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zur Umsatzentwicklung mit 2 % insgesamt deutlich unterproportional an. Hauptursachen hierfür waren umsatzbedingt deutlich erhöhte Materialaufwendungen, denen jedoch signifikant gesunkene Wertminderungsaufwendungen sowie geringere planmäßige Abschreibungen gegenüberstanden. Die Brutto-Umsatzmarge verbesserte sich vor diesem Hintergrund sehr stark von -1,0 % auf 12,8 %.

Die Zunahme der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich höhere verkaufsbezogene Frachten, Versicherungen und Zölle. Der deutliche Rückgang der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten resultierte insbesondere aus wesentlich geringeren Personal- und Wertminderungsaufwendungen sowie aus rückläufigen IT-Aufwendungen. Wesentliche Ursachen für den insgesamt eingetretenen Anstieg der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren erfolgte Einzahlungen im Rahmen der Einigung mit einem Kunden für ein abgebrochenes Projekt im 3. Quartal des Berichtjahres sowie im Berichtsjahr angefallene Erträge im Zusammenhang mit Gutschriften für ertragsunabhängige Steuern in Brasilien; gegenläufig wirkten gesunkene Zuschüsse insbesondere der öffentlichen Hand in Deutschland im Zusammenhang mit der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Kurzarbeit. Der starke Rückgang der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte hauptsächlich aus den im Vorjahr erfassten hohen Wertminderungsaufwendungen bei Firmenwerten. Zur Verbesserung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem höhere Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen bei.

Das rückläufige Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich die im Berichtsjahr erfassten anteiligen Verluste der Elevator-Beteiligung. Die insgesamt eingetretene Verbesserung des unverändert negativen Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte insbesondere aus gesunkenen Netto-Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie aus im Berichtsjahr erfassten Erträgen aus der Folgebewertung des im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erworbenen zinslosen Darlehens.

Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten resultierte maßgeblich aus höheren Ergebnissen der einzelnen Konzerngesellschaften.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 19 Mio €, nach dem sehr hohen Verlust von 5.541 Mio € im Vorjahr. Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Verlust je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich entsprechend deutlich um 8,74 € auf 0,17 €. Die insgesamt sehr starke Abnahme der Gewinne aus nicht fortgeführten Aktivitäten um 15.140 Mio € auf einen Verlust von 6 Mio € betraf mit 15.010 Mio € hauptsächlich den im Vorjahr erfassten Abgangsgewinn aus dem Vollzug der Elevator-Transaktion sowie den Wegfall der im Vorjahr erzielten laufenden Gewinne (nach Steuern) von 124 Mio €. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresfehlbetrag von 25 Mio €, gegenüber einem Jahresüberschuss von 9.592 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verminderte sich das Ergebnis je Aktie stark um 15,58 € auf einen Verlust von 0,18 €.

thyssenkrupp-Gruppe - Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2019/2020 2020/2021
Umsatzerlöse 28.899 34.015
Umsatzkosten - 29.184 - 29.659
Bruttoergebnis vom Umsatz - 285 4.356
Forschungs- und Entwicklungskosten - 247 - 234
Vertriebskosten - 2.195 - 2.379
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.881 - 1.540
Sonstige Erträge 245 323
Sonstige Aufwendungen - 897 - 114
Sonstige Gewinne und Verluste 1 32
Betriebliches Ergebnis - 5.260 443
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4 - 106
Finanzierungserträge 1.188 725
Finanzierungsaufwendungen - 1.525 - 962
Finanzergebnis - 333 - 343
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) - 5.593 101
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 52 - 120
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 5.541 - 19
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 15.134 - 6
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 - 25
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 9.585 - 115
Nicht beherrschende Anteile 8 90
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 - 25
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 8,91 - 0,17
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 15,40 - 0,18

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum 30. September 2020 insgesamt moderat.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr. Der hier enthaltene Rückgang bei den immateriellen Vermögenswerten resultierte im Wesentlichen aus Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Mining und Edelstahlgeschäft. Darüber hinaus stiegen die Sachanlagen insgesamt an; über den Abschreibungen liegende Zugänge standen hier Minderungen als Folge von Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining gegenüber. Die Zunahme der nicht finanziellen Vermögenswerte ergab sich hauptsächlich aus höheren geleisteten Anzahlungen im Zusammenhang mit Sachanlagen im Segment Steel Europe. Der Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sowie der Anstieg der finanziellen Vermögenswerte betrafen insbesondere die Fortschreibung der Elevator-Beteiligung.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten insgesamt ebenfalls nur einen geringen Anstieg. Der insgesamt sehr deutliche Anstieg der Vorräte beinhaltete einerseits wesentliche auch preisbedingte Zunahmen bei den Werkstoffgeschäften in den Segmenten Steel Europe und Materials Services sowie bei den Automobilgeschäften im Segment Automotive Technology, denen andererseits Abnahmen als Folge von Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte, insbesondere im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining, gegenüberstanden. Für den insgesamt eingetretenen deutlichen Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren hauptsächlich Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft und Mining verantwortlich. Die sehr deutliche Abnahme der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder war im Wesentlichen durch die vorzeitige Rückzahlung einer ursprünglich im März 2021 fälligen Anleihe Anfang Dezember 2020 und die im Berichtsjahr bei den fortgeführten Aktivitäten deutlich über dem Operating Cashflow liegenden Investitionsauszahlungen verursacht. Die darüber hinaus insgesamt eingetretene Abnahme der Vertragsvermögenswerte betraf hauptsächlich die Abwicklung von Fertigungsaufträgen in den Anlagenbaugeschäften im Segment Multi Tracks. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultierte überwiegend aus der Derivatebilanzierung. Darüber hinaus ergab sich ein starker Anstieg der zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte durch die im Berichtsjahr erfolgten Umgliederungen von lang- und kurzfristigen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft, Mining sowie, in geringerem Umfang, Infrastructure.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2021 gegenüber dem Vorjahr auf 10.845 Mio €. Hauptursache waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne aus der Währungsumrechnung und aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Gegenläufig wirkte der im Berichtsjahr angefallene geringe Jahresfehlbetrag. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf über 29%.

Die starke Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten resultierte hauptsächlich aus der deutlichen Verringerung der Finanzschulden. Hier wurden insbesondere eine im März 2022 fällige Anleihe und ein im Dezember 2021 fälliges Schuldscheindarlehen in kurzfristige Finanzschulden umgegliedert. Die darüber hinaus eingetretene Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde vor allem durch die aus der Neubewertung der Pensionen resultierenden Gewinne im Wesentlichen als Folge der gestiegenen Pensionszinssätze verursacht; hinzu kamen hier Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Mining, Edelstahlgeschäft und Infrastructure.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insgesamt stark. Der hohe Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betraf vor allem die Werkstoffgeschäfte in den Segmenten Steel Europe und Materials Services; gegenläufig wirkten Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten, insbesondere im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft. Die Zunahme der Finanzschulden resultierte im Wesentlichen aus den erwähnten Umgliederungen einer Anleihe und eines Schuldscheindarlehens aus den langfristigen Finanzschulden, denen wiederum insbesondere die im Dezember 2020 erfolgte vorzeitige Rückzahlung einer ursprünglich im März 2021 fälligen Anleihe gegenüberstand. Die Erhöhung der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten war überwiegend Folge gestiegener Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern und gestiegener Verbindlichkeiten im Personalbereich. Den zuvor erwähnten Erhöhungen stand insbesondere eine deutliche Abnahme bei den Vertragsverbindlichkeiten gegenüber, die hauptsächlich aus der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Anlagenbaugeschäft des Segments Multi Tracks sowie im Marinegeschäft resultierte und in geringerem Umfang auch Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe Mining enthielt. Darüber hinaus ergab sich ein wesentlicher Anstieg der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten durch die im Berichtsjahr erfolgten Umgliederungen von lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Edelstahlgeschäft, Mining sowie in geringerem Umfang Infrastructure.

thyssenkrupp-Gruppe - Bilanz

Aktiva

Mio € 30.09.2020 30.09.2021
Immaterielle Vermögenswerte 2.075 1.892
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 6.319 6.513
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 722 670
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 658 718
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 230 337
Aktive latente Steuern 497 472
Langfristige Vermögenswerte 10.501 10.602
Vorräte 5.922 7.116
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.833 4.308
Vertragsvermögenswerte 1.575 1.434
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 535 849
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.414 1.386
Laufende Ertragsteueransprüche 162 123
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 11.547 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 2.019
Kurzfristige Vermögenswerte 25.989 26.209
Summe Vermögenswerte 36.490 36.811

PASSIVA

Mio € 30.09.2020 30.09.2021
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.472 1.771
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 80 372
davon Veräußerungsgruppen - - 34
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 9.810 10.400
Nicht beherrschende Anteile 364 445
Eigenkapital 10.174 10.845
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.560 7.896
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 289 298
Sonstige Rückstellungen 507 513
Passive latente Steuern 58 60
Finanzschulden 5.303 3.784
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 96 66
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6 1
Langfristige Verbindlichkeiten 14.819 12.619
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 156 176
Sonstige Rückstellungen 1.188 1.175
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 166 151
Finanzschulden 1.199 1.640
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 665 729
Vertragsverbindlichkeiten 3.073 2.205
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.575 1.794
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 1.232
Kurzfristige Verbindlichkeiten 11.497 13.347
Verbindlichkeiten 26.316 25.966
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.490 36.811

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung der Gruppe ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Tochterunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner verfügen wir über fest zugesagte Kreditlinien, die wir in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen können; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Netto-Finanzguthaben und verfügbare Liquidität

Das Netto-Finanzguthaben berechnet sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente (nachfolgend liquide Mittel) und der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2021 weist die Gruppe bei liquiden Mitteln von 9,0 Mrd € abzüglich Brutto-Finanzschulden von 5,4 Mrd € ein Netto-Finanzguthaben in Höhe von 3,6 Mrd € aus. Am 30. September 2020 belief sich das Netto-Finanzguthaben auf 5,1 Mrd €. Ausschlaggebend für die Guthabenreduzierung war der negative FCF vor M & A. Die verfügbare Liquidität der Gruppe belief sich zum 30. September 2021 auf 10,5 Mrd €. Sie umfasste liquide Mittel in Höhe von 9,0 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,5 Mrd €.

Die verfügbare Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 / 2022 auf 1,5 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität der Gruppe waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Rating

Wir verfügen über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B negative
Moody's B1 Not Prime stable
Fitch BB- B stable

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder" abzüglich der hier enthaltenen Termingelder. Im Berichtsjahr enthielt der Zahlungsmittelfonds auch Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder im Zusammenhang mit den Veräußerungsgruppen Mining, Edelstahlgeschäft und Infrastructure, die in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte umgegliedert wurden.

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr wurde ein positiver Operating Cashflow der fortgeführten Aktivitäten und damit eine sehr starke Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erzielt. Hauptursachen hierfür waren das auf einen Gewinn stark verbesserte Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen sowie höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und niedrigere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Gegenläufig wirkten gestiegene Vorräte, hauptsächlich als Folge der positiven Geschäftsentwicklung sowie von Preiserhöhungen.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der starke Rückgang beim Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten resultierte vor allem aus den im Vorjahr erzielten sehr hohen Mittelzuflüssen im Zusammenhang mit der Elevator-Transaktion. Die gegenüber dem Vorjahr stark gestiegenen übrigen Desinvestitionseinzahlungen der fortgeführten Aktivitäten waren hauptsächlich Folge des Abbaus von Termingeldern mit einer ursprünglichen Laufzeit größer 90 Tage im 1. Quartal des Berichtsjahres.

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr deutlich unter dem Vorjahreswert, in welchem die erfolgte Anlage von 850 Mio € in Termingeldern im Zusammenhang mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts einen großen Anteil ausmachte. Die Investitionen der Segmente lagen dabei insgesamt leicht über dem Vorjahr. Dabei stehen deutlich geringere Investitionen bei Materials Services, Automotive Technology und Multi Tracks gegenüber höheren Investitionen bei Industrial Components, Steel Europe und Marine Systems. Auch im Bereich Corporate Headquarters wurden die Investitionen deutlich reduziert.

INVESTITIONEN

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung

in %
Materials Services1) 115 97 -16 55 41 - 25
Industrial Components 176 225 28 88 92 5
Automotive Technology1) 327 268 -18 110 110 0
Steel Europe1) 491 681 39 144 292 ++
Marine Systems 73 101 38 30 47 57
Multi Tracks1) 141 107 - 25 61 41 - 32
Corporate Headquarters1) 28 - 1 - 19 0 -
Überleitung1) 835 7 - 99 827 1 - 100
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 2.188 1.485 - 32 1.334 624 - 53
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 164 0 - 41 0 -
Gruppe insgesamt 2.352 1.485 - 37 1.374 624 - 55

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten insgesamt negativ und insbesondere wegen des Wegfalls der im Vorjahr erzielten Mittelzuflüsse aus der Elevator-Transaktion sehr stark vermindert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag signifikant über dem Vorjahr. Neben der operativen Entwicklung wirkte gegenläufig der temporäre Aufbau des Nettoumlaufvermögens.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten. Hauptursachen waren der Wegfall der im Vorjahr erzielten Mittelzuflüsse im Zusammenhang mit der Finanzierung durch die nicht fortgeführten Aktivitäten sowie insgesamt verminderte Auszahlungen für die Tilgung von Finanzschulden.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung 4. Quartal 2019/2020 4. Quartal 2020/2021 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 4.224 94 4.319 - 1.053 314 1.367
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 12.595 - 510 - 13.105 13.442 - 622 - 14.064
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF)1) 8.371 - 416 - 8.786 12.389 - 308 - 12.697
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen -14.637 121 14.758 - 14.705 42 14.747
Anpassung w/IFRS 16 - 98 - 128 - 30 - 37 - 55 -18
Anpassung w/Termingelder 850 - 850 - 1.700 850 0 - 850
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A)1) - 5.515 - 1.273 4.241 - 1.503 - 321 1.182
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 680 0 - 680 123 0 - 123
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) - 4.835 - 1.273 3.562 - 1.380 - 321 1.059

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

THYSSENKRUPP-GRUPPE - KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2019/2020 2020/2021
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 - 25
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 15.134 6
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) - 185 - 67
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 4.180 1.064
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte - 3 - 159
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam - 4 106
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 16 - 45
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 1.132 - 1.816
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 932 - 35
- Vertragsvermögenswerte - 583 62
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 226 - 132
- Sonstige Rückstellungen - 81 116
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 2.089 1.400
- Vertragsverbindlichkeiten 339 - 358
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit - 216 - 24
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten - 4.224 94
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 898 - 3
Operating Cashflow - 3.326 92
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 4 - 1
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 - 36
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.265 - 1.404
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 69 - 44
Investitionen in Termingelder - 850 0
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 5 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.697 1
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 57 122
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 25 1
Desinvestitionen von Termingeldern 0 850
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 12.595 - 510
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 181 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 12.414 - 510

THYSSENKRUPP-GRUPPE - KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2019/2020 2020/2021
Tilgung von Anleihen - 750 - 850
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.564 222
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 4.642 - 264
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen - 143 - 148
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen - 721 - 140
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 40 - 44
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 - 3
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 937 - 3
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 156 - 52
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 952 - 1.283
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 1.010 3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 1.963 - 1.280
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.125 - 1.698
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 134 18
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.706 10.697
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 10.697 9.017
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 0 42
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 16 10
Zinsauszahlungen - 222 - 159
Erhaltene Dividenden 15 17
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag - 130 - 177

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählt auch der regresslose Verkauf von Forderungen, die die Gruppe insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,6 Mrd € (Vorjahr: 0,5 Mrd €) veräußert hat. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend liquide Mittel und freie Kreditlinien.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft der thyssenkrupp-Gruppe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und der Gruppe verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Lagebericht der Gruppe zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2020 / 2021

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg der Gruppe bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.

Voraussichtliche Entwicklung 2021 / 2022 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2021 / 2022 ist wesentlich von der Entwicklung der thyssenkrupp-Gruppe und deren Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage der Gruppe auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG. Details zur Zielerreichung können dem Prognose-Ist-Vergleich für die thyssenkrupp-Gruppe entnommen werden. Bei der thyssenkrupp AG war es wie erwartet im Geschäftsjahr 2020 / 2021 zu einem im Vergleich zum Vorjahr höheren Jahresfehlbetrag gekommen.

Als Obergesellschaft der Gruppe erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen vor allem ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2021 / 2022 erwartete Geschäftsentwicklung in der Gruppe auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2021 / 2022 einen Jahresüberschuss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich und somit ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Ergebnis.

266 Mio € Reduzierung der Verwaltungskosten

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 651 Mio €; während der Jahresfehlbetrag im Vorjahr 289 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 98 Mio € (i. Vj. 363 Mio €) erfasst. Die Verringerung im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere auf den Wegfall der vereinnahmten Nutzungsentgelte der Elevator Technology Gesellschaften zurückzuführen. Ferner waren Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 41 Mio € enthalten.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 266 Mio € auf 341 Mio €. Hintergrund waren insbesondere eine im Vorjahr vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio € sowie höhere wirtschaftliche Beratungsaufwendungen im selben Geschäftsjahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 605 Mio € umfassten vor allem Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von insgesamt 524 Mio €. Insbesondere kam es zu Zuschreibungen auf die Buchwerte für die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, in Höhe von 300 Mio €, für die Anteile an der thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen, in Höhe von 166 Mio € sowie für die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l., Copparo, Italien, in Höhe von 36 Mio €. Bei der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, waren die Zuschreibungen auf eine positive Geschäftsentwicklung zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 1.036 Mio € auf 261 Mio €. Sie enthielten insbesondere gruppeninterne Forderungsverzichte in Höhe von insgesamt 144 Mio €. Zudem fielen Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 18 Mio € an. Im Vorjahr wurden Aufwendungen für die Rückabwicklung von ausgewählten Nutzungsrechten an der gruppenweit nutzbaren Marke in Höhe von 1.080 Mio € ausgewiesen, die die thyssenkrupp AG an die thyssenkrupp Elevator Innovation and Operations GmbH, Düsseldorf, (vormals: thyssenkrupp Elevator AG) übertragen hatte.

Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 2.753 Mio € auf -662 Mio €.

Während es im Geschäftsjahr 2020 / 2021 zu keiner Dividendenausschüttung an die thyssenkrupp AG kam, konnte im Vorjahr eine Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande, in Höhe von 7.057 Mio € vereinnahmt werden. Hierbei wurden thesaurierte Gewinne der letzten Geschäftsjahre sowie Erträge aus der Elevator Technology Transaktion ausgeschüttet.

Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen sanken um 4.407 Mio € auf 709 Mio €. Insbesondere der Verlust der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, verringerte sich um 4.174 Mio € auf 686 Mio €. Die Verbesserung des Ergebnisses war vor allem auf geringere eigene Verlustübernahmen zurückzuführen. Zudem waren im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen, gehaltenen Geschäftsanteile enthalten. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, konnte nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 212 Mio € nun einen Gewinn von 24 Mio € ausweisen.

Es wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhafter Wertminderung auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Services GmbH, Essen, in Höhe von 71 Mio € vorgenommen. Im Vorjahr kam es zu außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund von dauerhafter Wertminderung auf Finanzanlagen auf die Anteile an diversen Gesellschaften in Höhe von insgesamt 803 Mio €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern. Sie umfassten Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern waren auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

31,9 Mrd € Bilanzsumme

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 4.537 Mio € auf 31.863 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2021 erhöhte sich von 50 % auf 59 %.

Das Anlagevermögen stieg um 404 Mio € auf 18.699 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich dabei um 371 Mio € auf 17.013 Mio €. Die thyssenkrupp AG hatte Splitteranteile an diversen Tochterunternehmen in Höhe von insgesamt 383 Mio € erworben. Entsprechend erhöhten sich unter anderem die Beteiligungsbuchwerte der thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg, um 190 Mio €, der thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg, um 75 Mio €, der ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen, um 27 Mio € sowie der thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel, um 26 Mio €. Durch die Neugründung der thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen, und eine anschließende Einzahlung in die Kapitalrücklage kam es zu einem Zugang der Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 167 Mio €.

Geschäftsanteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen, in Höhe von ursprünglich 79 Mio € wurden gruppenintern für 38 Mio € veräußert. Bei der thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen, kam es zu einer Kapitalrückzahlung in Höhe von 600 Mio €.

Die Zuschreibungen auf die Buchwerte für Anteile an Beteiligungen in Höhe von 524 Mio € sowie die außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund von dauerhafter Wertminderung auf die Anteile an Beteiligungen in Höhe von 71 Mio € sind unter "Ertragslage" detaillierter erläutert.

Bei der Veräußerung des Elevator Technology Geschäfts hatte die thyssenkrupp AG eine Beteiligung sowie eine unverzinsliche Ausleihung als Teile des Gesamtkaufpreises erhalten. Die Beteiligung wurde zum Bilanzstichtag mit ihren Anschaffungskosten in Höhe von 657 Mio € und die Ausleihung mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 668 Mio € angesetzt.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des gruppenweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2021 verringerten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 2.301 Mio € auf 4.521 Mio €. Insbesondere durch die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 vorgenommenen Verlustausgleiche im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen veränderten sich die auf den Tagesgeldkonten ausgewiesenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 23 Mio € auf 215 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2021 um 2.479 Mio € auf 8.393 Mio €. Hintergrund war unter anderem die Rückführung einer Anleihe in Höhe von 850 Mio € sowie eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 130 Mio €.

Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2021 aufgrund des Jahresfehlbetrages um 651 Mio € auf 5.838 Mio €. Die Eigenkapitalquote blieb wie im Vorjahr bei 18 %.

Die Verringerung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 35 Mio € resultierte insbesondere aus den Inanspruchnahmen in Höhe von 46 Mio € sowie aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 23 Mio €. Gegenläufig wirkten die Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 39 Mio € sowie die Aufzinsung in Höhe von 19 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatten sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 18 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 12 Mio € erhöht.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2.868 Mio € auf 19.968 Mio €. Die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen verringerten sich dabei um 4.402 Mio €. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten auf den Tagesgeldkonten um 1.509 Mio € auf 19.194 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

Aktiva

Mio € 30.09.2020 30.09.2021
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 36 6
Sachanlagen 148 134
Finanzanlagen 18.111 18.559
18.295 18.699
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.199 4.753
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 10.872 8.393
18.072 13.146
Rechnungsabgrenzungsposten 34 19
Summe der Aktiva 36.400 31.863

PASSIVA

Mio € 30.09.2020 30.09.2021
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.480 2.480
Bilanzverlust - 289 - 940
6.489 5.838
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.089 1.054
Übrige Rückstellungen 135 166
1.224 1.220
Verbindlichkeiten
Anleihen 5.200 4.350
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 271 100
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.836 19.968
Übrige Verbindlichkeiten 380 387
28.687 24.805
Rechnungsabgrenzungsposten 0 0
Summe der Passiva 36.400 31.863

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2019/2020 2020/2021
Umsatzerlöse 486 171
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 106 - 71
Bruttoergebnis vom Umsatz 380 100
Allgemeine Verwaltungskosten - 607 - 341
Sonstige betriebliche Erträge 128 605
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 1.297 - 261
Beteiligungsergebnis 2.091 - 662
Zinsergebnis - 164 - 29
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 803 - 71
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 16 8
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag - 289 - 651
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag - 289 - 651
Verlustvortrag 0 - 289
Bilanzverlust - 289 - 940

Klima, Energie und Umwelt

Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen, von den vorgeschalteten Lieferketten über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den vor allem global steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp - aber auch eine Grundlage für nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie vor allem bei der Nutzung unserer Produkte entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Alle unsere Geschäfte entwickeln Roadmaps und Maßnahmenpläne, um diese Ziele zu erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion und des deutschen Klimaschutzgesetzes prüfen wir eine frühere Erreichbarkeit der Klimaneutralität. Der zukünftige Erfolg bei der Umsetzung der Klimaziele von thyssenkrupp wird im Geschäftsjahr 2021 / 2022 in die Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte integriert.

Umgesetzt werden unsere Gruppen-Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp Programms CAPS. Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir wegen des prozessbedingten hohen Anteils der Emissionen aus der Stahlerzeugung neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei Technologiepfade: die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff (Carbon Direct Avoidance, CDA) sowie die Nutzung von anfallendem CO2 (Carbon Capture and Usage, CCU). In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür haben wir ein bisher einzigartiges Verfahren entwickelt: Wir haben eine 100 % wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit einem integrierten elektrischen Einschmelzer kombiniert, um klimafreundliches Roheisen zu erzeugen. Das Konzept wurde von einem wissenschaftlichen Institut der RWTH Aachen als technologisch machbar, skalierbar und innovativ bestätigt. Dieses Verfahren ermöglicht uns, unseren Kunden weiterhin das gesamte Spektrum hochqualitativer Stahlgüten anzubieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beizutragen. Mit dem sogenannten CCU-Pfad wollen wir das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Bei der Reduzierung der Emissionen unserer Produkte beim Kunden setzen wir für die Zement- und Stahlindustrie ebenfalls auf unsere Carbon2Chem-Technologie. Diese Lösung ermöglicht künftig auch unseren Kunden, ihre Emissionen zu reduzieren und werthaltige Nebenprodukte zu erzeugen. Des Weiteren arbeiten wir kontinuierlich an Lösungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien insbesondere im Bereich der Windenergie sowie an unterschiedlichen innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation" sowie auf unserer Website.

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Gruppe - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp unter 25 Mio t.

Zum fünften Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Jahr 2020 wurde thyssenkrupp bereits zum fünften Mal in Folge in die A-List der Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Umweltmanagement an unseren Standorten

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik der Gruppe sowie einer entsprechenden Gruppenrichtlinie. Entsprechend dieser Richtlinie müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis zu ihrer Entsorgung. Die Anforderungen an die Gruppenunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was wir unter umweltrelevanten Aktivitäten verstehen, ist in unserer Gruppenrichtlinie definiert. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben im Sinne dieser Richtlinie alle umweltrelevanten Unternehmen ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Im Berichtsjahr konnten etwa 72 % unserer Standorte - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - ein Umweltmanagementsystem vorweisen, das gemäß ISO 14001 implementiert und zertifiziert wurde.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

Der Energieverbrauch der Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2020 / 2021 auf rund 74 Terawattstunden (TWh).

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit sieben Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Gruppe um 80 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 325 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 140.000 t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 110 GWh an. Seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben alle Unternehmen mit energierelevanten Aktivitäten ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 implementiert und extern zertifizieren lassen. Das heißt unter anderem, dass für jede der entsprechenden Tochterunternehmen konkrete Energieziele gesetzt, Energieflüsse gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Bezogen auf den Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2020 / 2021 entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu etwas mehr als 98 % dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Kapitel "Technologie & Innovation", im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Mit seiner technologischen Expertise kann thyssenkrupp entscheidende technologische Beiträge zur Lösung der drängendsten Herausforderungen der Zukunft leisten. Entsprechend sind die Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit (F&E) Klimaschutz und Energiewende, die digitale Transformation der Industrie sowie Mobilität der Zukunft.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Innovation

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst 78 Standorte mit insgesamt etwa 3.600 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.880 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio unseres Unternehmens gegenwärtig etwa 18.100 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich umfasst das Portfolio etwa 9.550 Schutzrechte.

Die Aufwendungen der thyssenkrupp-Gruppe für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 600 Mio € (Vorjahr: 681 Mio €); das ist eine Reduzierung um 12 %. Die bereinigte F&E-Quote betrug 2,6 % (Vorjahr: 3,4 %). Die bereinigte F&E-Quote bezeichnet den Anteil der Aufwendungen für F&E am Umsatz ohne Handel und Distribution. Die F&E-Quote fällt aufgrund geringerer Aufwendungen bei gleichzeitig gestiegenem Umsatz vergleichsweise niedriger aus als das Unternehmensziel von 3,0 %.

Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 12 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten aktiviert; 2019 / 2020 waren es 20 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - verringerte sich auf 5 %, gegenüber 7 % im vorangegangenen Geschäftsjahr.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 247 234 - 5
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten1) 34 13 - 62
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 400 353 - 12
Gruppe fortgeführte Aktivitäten2) 681 600 - 12

1) Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden ab 2020 / 2021 nicht mehr unter den Abschreibungen berichtet. Der Vorjahreswert wurde entsprechend von 149 Mio € auf 34 Mio € angepasst.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Klimaschutz und Energiewende

tkH2-Konzept für Einschmelzanlagen bestätigt

Das Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling der RWTH Aachen hat das Konzept für einen zentralen Baustein auf dem Weg zur CO2 -freien Stahlproduktion untersucht und dessen technologische Machbarkeit bestätigt (siehe auch Kapitel "Klima, Energie und Umwelt"). Der tkH2Steel Plan für grünen Stahl sieht vor, Eisenerz in so genannten Direktreduktionsanlagen unter Einsatz von Wasserstoff zu Eisenschwamm zu verarbeiten. Im folgenden Prozessschritt wird dieser in neuartigen Einschmelzanlagen in flüssiges Roheisen verwandelt und für die weitere Verarbeitung im Hüttenwerk vorbereitet. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand das Konzept für die Einschmelzanlagen, die die Wissenschaftler als technologisch realisierbar, skalierbar und innovativ bewerteten. Damit ist gesichert, dass die der Roheisenproduktion nachgelagerte Wertschöpfungskette, die damit verbundenen etablierten Prozesse und so das für unsere Kunden verfügbare Spektrum an hochqualitativen Stahlgüten bestehen bleiben können.

Als Zwischenschritt auf dem Weg zur CO2 -freien Stahlproduktion arbeiten wir daran, die CO2 -Intensität je Tonne Stahl um rund 70 % abzusenken. Erzielt wird dieser klimafreundliche Effekt durch den Einsatz von HBI (Hot Briquetted Iron), das ist bereits reduzierter Eisenschwamm. Dies ermöglicht einen geringeren Einsatz von Kohle für den Reduktionprozess im Hochofen und damit eine entsprechende Emissionsabsenkung.

Unser Projekt Carbon2Chem erhält für die zweite Projektphase eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 75 Mio €. Bereits in der ersten Phase war Carbon2Chem vom BMBF mit 60 Mio € gefördert worden. Ziel des Projektes ist es, industrielle CO2 -Emissionen mit Hilfe von Wasserstoff in wertvolle chemische Grundstoffe umzuwandeln. In der ersten Projektphase konnten binnen kurzer Zeit erstmals erfolgreich Ammoniak, Methanol und höhere Alkohole aus Prozessgasen der Stahlproduktion hergestellt werden. In der zweiten Phase geht es um den Nachweis, dass die erarbeiteten Lösungen im komplexen Zusammenspiel zwischen Stahlproduktion und chemischer Synthese über lange Zeit stabil laufen und die Carbon2Chem-Technologie im industrieübergreifenden Verbund sofort hochskaliert werden kann. Darüber hinaus steht die Anwendbarkeit auf weitere Industrien neben der Stahlherstellung im Mittelpunkt. So sollen zusätzliche Sektoren, die als große CO2 -Quellen gelten, in das Projekt aufgenommen werden - etwa die Zement- und Kalkherstellung sowie Müllverbrennungsanlagen. Schließlich soll die zweite Projektphase dazu dienen, das Projekt zur Markreife zu führen.

Im Projekt "Element One" arbeitet thyssenkrupp weiter daran, die Modulgröße von Elektrolyseuren zur Herstellung von grünem Wasserstoff auf 20 Megawatt zu erweitern. Die Wasserstoffproduktion gilt als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich auf die Modul- und Zellenentwicklung sowie auf die Verbesserung und Automatisierung der Produktions- und Montageprozesse. Optimierungs- und Skaleneffekte bieten die Möglichkeit, die Kosten der Wasserstoffproduktion signifikant zu verringern.

Erste Kundenprojekte zur Produktion von grünem Wasserstoff

Eine Wasserelektrolyseanlage mit einer Kapazität von 20 Megawatt wird thyssenkrupp an den US-amerikanischen Kunden CF Industries liefern. Der Strom für die Wasserelektrolyse wird aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Der Wasserstoff wird in den bestehenden Ammoniakanlagen des Unternehmens in 20.000 t grünen Ammoniak pro Jahr umgewandelt. Dieser kann als hocheffizientes Speicher- und Transportmedium für erneuerbare Energie und auch direkt als klimaneutraler Kraftstoff, etwa im Seeverkehr, eingesetzt werden. Die Engineering- und Beschaffungsaktivitäten haben begonnen, der Produktionsstart ist für 2023 geplant.

Digitale Transformation der Industrie

Vernetzung von Maschinen für effiziente Wertschöpfungsketten

Im Werkstoffhandel sorgt unter anderem die von thyssenkrupp entwickelte MES-Plattform toii für die Optimierung in der Fertigung. MES steht für Manufacturing Execution System. toii ist eine Anwendung des Industrial Internet of Things (IIoT). Mithilfe dieser Lösung lassen sich Maschinen und Werkzeuge verschiedenster Generationen und Hersteller digitalisieren und miteinander vernetzen. Hierbei zeichnet sich die Anwendung dadurch aus, dass sie die Daten auch aus Maschinen extrahieren kann, die nicht IIoT-ready sind.

toii übernimmt die eingeplanten Produktionsaufträge und soll diese hochtransparent, effizient und termingerecht ausführen. Dabei optimiert das System das Zusammenspiel zwischen Produktions- und Intralogistikmanagement und bindet über die App "Paperless" die Mitarbeiter mit ein. Diese können vom Tablet oder Smartphone aus unter anderem Aufträge jederzeit einsehen sowie verwalten und die Endprodukte kommissionieren. Mittlerweile ist toii an über 30 Standorten aktiv, hat über 500 Maschinen angebunden und rund 3000 Nutzer, darunter auch externe Kunden aus dem deutschen Mittelstand und aus der kunststoffverarbeitenden Industrie.

Ein aktuelles internes Anwendungsbeispiel für toii ist das neue Logistik-Center von thyssenkrupp Schulte in Rotenburg/ Wümme. Der Standort ist entlang der gesamten Supply Chain digital integriert und vernetzt. Die Abwicklung der Aufträge soll digital und papierlos erfolgen und kann so ideal geplant und verfolgt werden. toii ist dabei das Herzstück der digitalen Prozesse am Standort. Durch die Vernetzung der Anlagen werden die Daten unmittelbar, ohne manuelle Zwischenschritte, ausgetauscht. Zudem erhöht die Automatisierung die Auslastung der Anlagen, indem sie die modernen Anarbeitungsstationen reibungslos aufeinander abstimmt. Die Data Analytics Plattform "alfred" unterstützt dabei, dass Lieferströme fortlaufend optimal koordiniert werden. Auf Grundlage intelligenter, selbstlernender Algorithmen analysiert sie permanent die Prozesse von der Anlieferung, über das Bestandsmanagement bis hin zur Auftragseinlagerung und -auslieferung.

Um das Potenzial intelligenter Datennutzung weiter auszuschöpfen, ist der Werkstoffhandel von thyssenkrupp im Rahmen von Gaia-X am Datenraumprojekt Catena-X beteiligt, das sich mit Use Cases rund um Mobilität beschäftigt. Catena-X ist eine europaweite Plattform für den sicheren und standardisierten Datenaustausch unter allen Teilnehmern der automobilen Wertschöpfungskette. Catena-X stellt einen der am weitesten fortgeschrittenen Datenräume von Gaia-X dar. Bei Gaia-X geht es um die Gestaltung der nächsten Generation einer Dateninfrastruktur in Europa.

Der Geschäftsbereich Automotive Technology hat im französischen Forbach ein Center of Competencies für Zukunftslösungen, neue Produktionskonzepte und Anwendungen unter anderem im Bereich Industrie 4.0 eröffnet. Zu den Schwerpunkten des Kompetenzzentrums gehören Mensch-Roboter-Kollaboration, fahrerlose Transportfahrzeuge oder Ersatzteilproduktion per 3D-Druck. Zur Ausstattung gehören unter anderem kollaborative Roboter, die im Unterschied zu herkömmlichen Robotern nicht hinter Sicherheitsgittern, sondern Hand in Hand mit Menschen arbeiten, sowie eine Anlage zur Montage von Prototypen, die für Schulungen und größere Versuche bei Digitalisierungsprojekten genutzt werden kann.

Mobilität der Zukunft

Das thyssenkrupp Start-up carValoo und der TÜV Rheinland haben vereinbart, auf dem Gebiet digitale Schadenservices für Flottenbetreiber zusammenzuarbeiten. Zentraler Bestandteil der Kooperation ist ein von carValoo entwickelter Cloud-Service. Er bietet Flottenbetreibern detaillierte Erkenntnisse zu Fahrzeugzustand, Schadenereignissen und Gebrauchshistorie in Echtzeit. Basierend auf dieser Analyse kann der TÜV Rheinland im Schadenfall binnen kürzester Zeit auf digitalem Wege Zusammenhänge prüfen, die Schadenhöhe ermitteln und bei Bedarf weitere Sachverständigenleistungen anbieten. Herzstück des Cloud-Service ist eine Künstliche-Intelligenz-Anwendung, die aus den Bewegungsdaten eines Fahrzeugs jede Art von Gebrauchs- oder Schadenmuster zuverlässig erkennt. Zur Erfassung der Daten verwendet carValoo eine nachrüstbare Sensorbox, die innerhalb weniger Minuten in jedes Fahrzeugmodell installiert werden kann. Der Service lässt sich auch in bereits vorhandene Hardware des Kunden integrieren. Die dazu gehörende carValoo WebApp bietet Flottenmanagern einen Überblick über den Zustand ihrer Fahrzeugflotte in Echtzeit und informiert sie automatisch über aufgetretene Schäden. Folgeprozesse wie Dokumentation, Begutachtung und Schadenmanagement finden ebenfalls digital und weitgehend automatisiert über die App statt.

Ein dauerhafter Forschungsschwerpunkt im Automobilgeschäft ist die Weiterentwicklung des hoch automatisierten autonomen Fahrens. Ausgehend von bestehenden, elektrisch unterstützten Lenksystemen sollen neue Lenkkonzepte wie steer-by-wire zur Serienreife entwickelt werden. Sie kommen ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern aus. Der Lenkbefehl wird rein elektrisch übertragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit ist die intelligente Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten mit Hilfe des integrierten Steuerungsmoduls Vehicle Motion Control. Das Modul soll die Signale der Aktuatoren von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie verarbeiten. Damit wird die Voraussetzung geschaffen für die Steuerung der Fahrdynamik in allen Stufen des autonomen Fahrens.

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und versuchen diese von vornherein so zu konzipieren, dass wir die benötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Etwas mehr als die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Eine etwas kleinere Summe wenden wir für Dienstleistungen und technologische Produkte auf.

Materialaufwand

67 % Anteil des Materialaufwands am Umsatz

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen der Gruppe (der fortgeführten Aktivitäten) für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr aufgrund der positiven Marktentwicklung nach dem vorherigen pandemiebedingten Einbruch der Märkte sowie aufgrund einiger Vormaterialpreissteigerungen um 11 % auf 23 Mrd € angestiegen. Das entspricht einem Anteil von 67 % am Umsatz (Vorjahr: 71 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 48 % (Marine Systems) und 79 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

MATERIALAUFWAND

Mio € 2019/2020 2020/2021 Veränderung

in %
Materials Services1) 8.124 9.694 19
Industrial Components 1.080 1.282 19
Automotive Technology1) 2.647 2.570 - 3
Steel Europe1) 4.907 5.961 21
Marine Systems 958 979 2
Multi Tracks1) 4.190 4.261 2
Corporate Headquarters1) 7 7 3
Überleitung1) - 1.504 - 2.027 - 35
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 20.409 22.727 11
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 2.230 0 -
Gruppe insgesamt 22.639 22.727 0

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2020/2021

1 Materials Services 79%
2 industrial Components 51%
3 Automotive Technology 57%
4 Steel Europe 67%
5 Marine Systems 48%
6 Multi Tracks 75%

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke und Projekte im Berichtsjahr zuverlässig mit Materialien und Dienstleistungen in erforderlichem Umfang versorgt - trotz eingeschränkter Verfügbarkeiten in einzelnen Materialgruppen und massiver Herausforderungen in der Logistik (insbesondere durch begrenzte Kapazitäten bei Seefracht-Containern). Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Als internationale Gruppe von Unternehmen entwickeln wir Technologien und Lösungen für künftige Markt- und Kundenbedürfnisse. Um mit innovativen Produkt- und Servicelösungen den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden zu sichern, beziehen wir Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen weltweit. Grundlage dafür ist eine verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Aus diesem Grund binden wir Lieferanten direkt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Bevor ein Lieferant mit thyssenkrupp Zusammenarbeiten kann, muss er unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und ist insbesondere darauf ausgelegt, die Menschenrechte zu wahren, faire Arbeitsbedingungen einzuhalten, die Umwelt zu schützen, Korruption zu bekämpfen und Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (der sogenannten Konfliktmineralien) sicherzustellen. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den Grundsätzen des Kodex richten. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir den Supplier Code of Conduct umfassend überarbeitet, um sicherzustellen, dass dieser auch den aktuellen Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit gerecht wird.

Fester Bestandteil unseres strategischen Lieferantenmanagements ist die jährliche Auswahl von Lieferanten, bei denen wir Nachhaltigkeitsaudits durchführen. In den Audits prüfen wir bei den Lieferanten vor Ort, ob sie die Grundsätze einhalten und ob somit unsere Anforderungen dauerhaft erfüllt sind. Im Verlauf der Nachhaltigkeitsaudits wird ein besonderer Fokus auf die Wahrung der Menschenrechte gelegt, etwa mit Blick auf die Arbeitsbedingungen. Die zu prüfenden Lieferanten wählen wir anhand unternehmensweit vorgegebener länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien aus. Wenn nötig, werden im Zuge der Audits auch Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren gleichzeitig unsere Risiken sowie potenziell negative Auswirkungen entlang der Lieferkette.

Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurden mehr als 60 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. In den durchgeführten Audits waren Arbeitssicherheit, Arbeitszeiten und Bezahlung sowie die Dokumentation der Geschäftsprozesse wichtige Themen für mögliche Verbesserungen.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2021 waren bei thyssenkrupp 101.275 Mitarbeiter beschäftigt. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten entspricht das einem Rückgang um 2.323 Personen oder 2,2 % im Vergleich zum 30. September 2020.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeitende

MITARBEITER

30.09.2020 30.09.2021 Veränderung

in %
Materials Services1) 15.800 15.296 - 3
Industrial Components 12.500 12.812 2
Automotive Technology1) 19.483 19.723 1
Steel Europe1) 26.632 26.303 -1
Marine Systems 6.355 6.534 3
Multi Tracks1) 19.909 18.360 - 8
Corporate Headquarters1) 812 634 - 22
Überleitung1) 2.107 1.613 - 23
Gruppe fortgeführte Aktivitäten1) 103.598 101.275 - 2
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten1) 0 0 0
Gruppe insgesamt 103.598 101.275 - 2
Deutschland 56.445 53.278 - 6
Übrige Länder 47.153 47.997 2

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 53.278 (56.445)

Veränderung als Chance - Personalarbeit in besonderen Zeiten

Im zurückliegenden Geschäftsjahr war die Personalarbeit bei thyssenkrupp von zwei wesentlichen Herausforderungen geprägt: Zum einen galt es, die Eindämmung der Corona-Pandemie zu unterstützen, die damit verbundenen notwendigen kurzfristigen Personalmaßnahmen zu ergreifen bzw. weiterzuführen und die daraus resultierenden langfristigen Veränderungen im Arbeitsalltag der Beschäftigten zu gestalten. Zum anderen wurde die konkretisierte Neuausrichtung des Unternehmens organisatorisch weiter vorangebracht, die strategisch wichtigen Felder der Personalarbeit wurden darauf ausgerichtet und die Geschäfte von thyssenkrupp auf ihrem jeweiligen Transformationsweg begleitet.

Keine Kompromisse bei Arbeitssicherheit und Gesundheit. Das ist unser Wert. Because we care.

Auf der Grundlage dieser Vision wird der Arbeits- und Gesundheitsschutz bei thyssenkrupp stetig weiterentwickelt. Wie schon in der zweiten Hälfte des vorigen Geschäftsjahres stand 2020 / 2021 das Krisenmanagement zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Mittelpunkt.

Der enge Austausch zwischen dem zentralen Fachgremium mit Experten aus Arbeits- und Gesundheitsschutz und den Krisenstäben in den Geschäften und Regionen hat gewährleistet, dass Corona-Hotspots frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen zielgerichtet eingeleitet wurden. Zudem konnten auf diesem Wege Informationen in die Belegschaft getragen oder bei Bedarf schnelle kollegiale Hilfe organisiert werden. Informationen zu unternehmensweiten Regelungen und Empfehlungen betrafen zum Beispiel die fortlaufende Aktualisierung der Reiserichtlinie oder Selbsttest- und Impfangebote. Sie berücksichtigten immer auch die konkreten Gegebenheiten der einzelnen Standorte.

775.800 Selbsttests an Beschäftigte

23.300 verimpfte Dosen

Nachdem im Geschäftsjahr 2019 / 2020 im Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz vor allem die Hilfestellung bei der Pandemieplanung (Pandemiepläne und Hygienekonzepte) sowie die zentrale Beschaffung notwendiger persönlicher Schutzausrüstung im Vordergrund standen, haben wir seit Anfang 2021 in erster Linie ein weites Testangebot und betriebliche Impfangebote organisiert. Allein in Deutschland hat thyssenkrupp seit April mehr als 775.800 Selbsttests an seine Beschäftigten versendet. Mit mehr als 23.300 verimpften Dosen konnte thyssenkrupp in Deutschland einen Beitrag zur nationalen Impfstrategie leisten. Auch die psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie wurden und werden berücksichtigt, unter anderem durch ein Employee Assistance Program, das mehr als 80 % der Belegschaft in Anspruch nehmen können: Auffällig ist, dass sich die Nachfrage seit Ausbruch der Pandemie auf einem sehr hohen Niveau befindet. Die Nutzungsquote (Anteil der Mitarbeiter, die das Angebot innerhalb eines Jahres nutzen) lag vor der Pandemie über Jahre durchschnittlich bei 1,78 %. Von Januar bis September 2020 lag sie in jedem Quartal über 2 % und durchschnittlich bei 2,04 %, im Geschäftsjahr 2020 / 2021 in jedem Quartal über 3,1 % und durchschnittlich bei 3,3 %.

Kommunikation und Information sind wesentliche Bestandteile der Entwicklung einer Sicherheits- und Gesundheitskultur bei thyssenkrupp. Flankierend zur regulären Kommunikation lief im Herbst / Winter 2020 unter dem Hashtag strongertogether eine Kampagne, die weltweit dazu aufrief, die Pandemie gemeinsam durchzustehen und bei der Einhaltung der Maßnahmen nicht nachzulassen. Ebenfalls auf die besonderen Belastungen während der Corona-Pandemie zugeschnitten war das Thema der diesjährigen "we care Days", die wir bereits seit 2015 jeweils am 28. April, anlässlich des Welttages für Arbeitssicherheit und Gesundheit, durchführen. Den Schwerpunkt bildete diesmal das Thema Mentale Gesundheit: Unter dem Hashtag howareyou rief die diesjährige Kampagne dazu auf, sich selbst und andere regelmäßig ehrlich zu fragen "Wie geht's dir?". Auf einer Online-Plattform erhielten Beschäftigte aus sämtlichen Segmenten und Business Units in rund 40 Ländern in 14 Sprachen Tipps zum Arbeiten und Leben im Lockdown und konnten an einer Online-Challenge teilnehmen; dabei hatten sie Gelegenheit, täglich kleine Dinge auszuprobieren, die helfen können, sich auch in schwierigen Zeiten besser zu fühlen. Im Zusammenhang mit den speziellen Herausforderungen während der Corona-Pandemie wurde im Geschäftsjahr 2020 / 2021 der "we care Award" ausgeschrieben, der an Personen oder Teams verliehen wird, die sich während der Corona-Pandemie besonders engagiert haben - im betrieblichen Umfeld oder außerhalb des Unternehmens. Die Verleihung des Awards ist für das neue Geschäftsjahr 2021 / 2022 geplant.

Auch unabhängig von der Corona-Pandemie fördert thyssenkrupp weiterhin die individuelle Gesundheit der Beschäftigten. Themen sind Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention und Vermeidung anderer nicht arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken. Im Durchschnitt hatten die Mitarbeiter zuletzt Zugang zu vier dieser sechs Angebote. Beispielsweise werden medizinische Screenings angeboten, an denen die Mitarbeiter freiwillig teilnehmen können.

Das selbstgesetzte Ziel einer Ersthelfer-Quote von 10 % in der Belegschaft übertrifft thyssenkrupp bereits seit Jahren. Zuletzt waren 14,6 % der Beschäftigten in Erster Hilfe qualifiziert. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.

Die Unfallzahlen zeigen, dass thyssenkrupp in puncto Arbeitssicherheit auf dem richtigen Weg ist: Die weltweit in diesem Zusammenhang verwendete Kennzahl, die Unfallhäufigkeitsrate, sank gegenüber dem Vorjahr auf 2,6. Mit diesem Wert sind wir dem für das Geschäftsjahr 2023 / 2024 gesteckten Ziel von 2,5 bereits sehr nahegekommen. Damit der positive Trend anhält, wurde mit den drei Segmenten, die eine vergleichsweise hohe Unfallhäufigkeit aufweisen, ein Fokusdialog gestartet; zudem wurden individuelle Maßnahmenpläne zur Unfallverhütung vereinbart. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnte erneut verringert werden: nach zwei Todesfällen im Geschäftsjahr 2019 / 2020, verlor im vergangenen Jahr ein eigener Mitarbeiter sein Leben. Solche Vorfälle werden systematisch untersucht und es werden gezielt Maßnahmen ergriffen, um diese Zahl auf null zu senken. Arbeitssicherheit ist bei thyssenkrupp Chefsache. Dazu gehört, dass tödliche Arbeitsunfälle in den regelmäßigen Vorstandssitzungen besprochen werden; das Gleiche gilt für die Unfallkennzahlen, die alle Einheiten monatlich berichten müssen.

Personalpolitische Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie und des Turnarounds

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen erforderten auch im vergangenen Geschäftsjahr zusätzliche Personalmaßnahmen bei thyssenkrupp.

Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der Geschäfte hat thyssenkrupp Instrumente wie Kurzarbeit und andere staatliche Förderungen im Rahmen der im jeweiligen Land gegebenen Möglichkeiten genutzt. Zuletzt war die Anzahl der Beschäftigten in Kurzarbeit stark rückläufig, zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 / 2021 lag sie jedoch weltweit noch bei bis zu rund 13.400 (Kurzarbeit oder vergleichbare Beschäftigungsverhältnisse).

Der Einsatz weiterer personalpolitischer Instrumente wie Freiwilligen- und Abfindungsprogramme, Aufhebungsvereinbarungen sowie Sozialplanregelungen für Mitarbeiter kurz vor der Rente wurde übergreifend in der Gruppe erarbeitet. Die genaue Umsetzung in den Geschäften wurde ihrer operativen Planung entsprechend und auf Basis ihrer individuellen Steuerungskennzahlen festgelegt. Eingesetzt wurden auch Maßnahmen wie Altersteilzeit und Nutzung der Fluktuation mit Verzicht auf Nachbesetzung der Stellen. Um im Sinne der Unternehmen und der Beschäftigten hier zukunftsfähige Lösungen zu finden, stand ein geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk weiterhin beratend zur Verfügung.

2020 / 2021 lag ein weiterer Fokus auf der Fortführung und operativen Umsetzung des im vorangegangenen Geschäftsjahr begonnenen Umbaus der Corporate-Gesellschaften sowie auf den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in den Geschäften im Zuge der weiteren Fokussierung des Portfolios der Unternehmensgruppe. Der hier insgesamt erforderliche Personalabbau umfasst nach aktueller Planung mehr als 12.000 Beschäftigte. Der Großteil der Maßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr entfiel auf die Segmente Multi Tracks, Materials Services und Steel Europe. Regionaler Schwerpunkt mit über 70 % war Deutschland.

In Verbindung mit den Veräußerungen der Geschäftsbereiche Mining und Infrastructure im Segment Multi Tracks, die weltweit mehr als 4.000 Beschäftigte betreffen, wurden mit den Erwerbern Best-/ Fair-Owner-Vereinbarungen getroffen. Diese Vereinbarungen ermöglichen die Weiterentwicklung der jeweiligen Geschäfte und beinhalten auch Regelungen zur Sicherung der Beschäftigung und der Zukunft von Standorten. Auch die nun vereinbarte Veräußerung des Edelstahlgeschäfts (inklusive der Vertriebsorganisation) mit rund 2.700 Beschäftigten eröffnet dem Geschäftsbereich eine attraktive Entwicklungsperspektive. Durch den erfolgreich abgeschlossenen Verkauf von thyssenkrupp Carbon Components mit rund 100 Beschäftigten konnte die bereits eingeleitete Einstellung der Geschäftstätigkeit abgewendet werden.

Nicht in allen Fällen konnte die Fortführung der Unternehmen gesichert werden. Beispielsweise war die Schließung von Heavy Plate (Grobblech) von thyssenkrupp Steel Europe am Standort Hüttenheim zum 30. September 2021 nicht zu vermeiden. Das gilt auch für das Werk von thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren in Olpe und für das Werk von thyssenkrupp Industrial Crankshafts in Remscheid; Grund war bei beiden Werken die Auftragslage. In diesen wie auch in weiteren Fällen wurde angestrebt, den erforderlichen Personalabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. Dabei kamen fallbezogen verschiedene personalpolitische Instrumente zum Einsatz. Nach dem Prinzip "Von Arbeit in Arbeit" konnte unter Einschaltung einer Transfergesellschaft vielen betroffenen Beschäftigten eine Anschlussbeschäftigung in Aussicht gestellt werden.

Veränderung als Chance: Neuausrichtung auch von Human Relations

Parallel zur akuten Krisenbewältigung begleitet die Personalfunktion den Umbau von thyssenkrupp zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe und treibt auch die eigene Neuausrichtung weiter voran. Die Service Line Human Relations Management ist erfolgreich gestartet und seit dem 1. Oktober 2020 für viele der Geschäfte von thyssenkrupp tätig.

Aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie der fortlaufende Unternehmensumbau erfordern eine veränderte Führungskultur

Im Human Relations Management wird Veränderung als Chance erkannt; die Strategie, Struktur und Arbeitsweise werden an die neuen Anforderungen der Gruppe angepasst. Die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie der fortlaufende Unternehmensumbau erfordern eine Führungskultur, die stetig weiterentwickelt wird. Entsprechend hat Human Relations Management die rund 1.200 Führungskräfte mit vielfältigen Austausch- und Trainingsangeboten begleitet und unterstützt. Auch die HR-Instrumente für Führungskräfte werden weiterhin neu ausgerichtet. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt hierbei auf folgenden Tätigkeiten: breit angelegte Schulungen zu den an die Veränderung angepassten Führungskompetenzen, Einführung des neuen HR-Performance-Management-Systems, Arbeit mit den Ergebnissen aus der Mitarbeiterbefragung "Employee Pulse Check" von April 2021 sowie Einführung und Umsetzung von hybriden Arbeitsmodellen auf Teambasis. Die bereitgestellten Angebote und HR-Instrumente haben das Ziel, die wegen der Krise notwendigen Veränderungen und Verbesserungen zu erreichen sowie die Identifikation der Führungskräfte mit dem Unternehmen weiter zu stärken.

Hybrides Arbeiten: Weg in die neue Arbeitswelt

Die Corona-Pandemie hat die digitale Transformation der Arbeitswelt beschleunigt. Hybrides Arbeiten, also wechselweise mobil und im Büro, hat sich inzwischen als Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle etabliert. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die die Unternehmensgruppe bis dato mit dem hybriden Arbeiten gemacht hat, wird thyssenkrupp es auch in Zukunft stark fördern.

Als gemeinsame Haltung gegenüber dem hybriden Arbeiten bei thyssenkrupp wurde im Juli 2021 die Leitlinie "Agenda hybrides Arbeiten" verabschiedet. Demnach wird thyssenkrupp seinen Beschäftigten den regelmäßigen Wechsel zwischen mobiler und bürobasierter Arbeit ermöglichen, sofern die betrieblichen Anforderungen für die jeweilige Tätigkeit dies zulassen. Der Fokus liegt zunächst auf der Verwaltung. Die einzelnen Geschäfte entscheiden individuell, ob und wie sie das hybride Arbeiten umsetzen. Um diese geschäftsspezifische Detaillierung vorzubereiten, geht thyssenkrupp in mehreren Schritten vor: Zunächst wurden im Dialog zwischen Führungskräften und Beschäftigten im Sommer 2021 mögliche Arbeitsweisen im Hybridmodus vereinbart. Bei der anschließenden Erprobung bis Ende 2021 wird die jeweilige teambezogen abgestimmte Arbeitsweise eingeführt, getestet und gegebenenfalls nachjustiert. Parallel dazu werden lokale Betriebsvereinbarungen zur hybriden Arbeitsweise vorbereitet und abgestimmt; sie treten ab Januar 2022 in Kraft.

Wichtige Säule der Transformation: Kontinuierliche Verbesserung

thyssenkrupp richtet sich als Gruppe eigenständiger Geschäfte aus. Die Segmente und die Corporate kooperieren hierbei im Sinne eines gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess als wichtige Säule der Transformation von thyssenkrupp

Geprägt ist dieser kontinuierliche Verbesserungsansatz von inhaltlich und zeitlich sehr fokussierten segmentübergreifenden Verbesserungsprojekten und einer breiten Beteiligung der Beschäftigten sowohl bei der Identifikation möglicher Projekte als auch bei deren Umsetzung. Das Geschäftsjahr 2020 / 2021 stand unter dem Motto "Lean & Agile" mit Fokus auf der Optimierung der Abläufe in den indirekten Bereichen. Beispiele für bereits abgeschlossene Verbesserungsprojekte sind "Vereinfachung von Entscheidungsrichtlinien und -prozessen" sowie "Verschlankung des Reportings". Über die neu geschaffene Onlineplattform "i2d - ideation to delivery" haben alle Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Vorschläge für übergreifende Verbesserungsprojekte einzubringen und einem hochrangigen Gremium aus Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG und der Segmente vorzustellen. Dieses geschäfts- und hierarchieübergreifende Gremium, dem neben Vorständen auch Beschäftigte aus unterschiedlichsten Bereichen angehören, priorisiert regelmäßig die Vorschläge und begleitet die Projekte bis zum Abschluss. Diese Vielfalt von Perspektiven sowie das konsequente Vorgehen nach dem Prinzip des agilen Arbeitens sichert eine hohe Beteiligungs- und Erfolgsquote der Verbesserungsprojekte. Die professionelle Begleitung aller Projekte durch agile Coaches dient der methodischen Qualifizierung der Mitarbeiter und der Gewinnung weiterer Multiplikatoren für schlanke und agile Arbeitsweisen in der Unternehmensgruppe.

thyssenkrupp Academy: Unterstützung der aktuellen Herausforderungen

Die thyssenkrupp Academy, der Partner für Lernen und Transformation aller Beschäftigten von thyssenkrupp, konnte im Geschäftsjahr 2020 / 2021 sowohl die akuten pandemiebedingten Veränderungen und Herausforderungen als auch die langfristige Veränderung der thyssenkrupp Unternehmensgruppe nachhaltig unterstützen. Mit mehr als 400 Teilnahmen an den virtuellen "Remote Leadership Impulse Sessions", weiteren virtuellen Impulsen zur Unterstützung der veränderten Arbeitssituation und der Virtualisierung von mehr als der Hälfte der angebotenen Programme konnte die thyssenkrupp Academy Mitarbeiter und Führungskräfte kontinuierlich in der Krise begleiten. Kernthemen hierbei waren virtuelle Führung und Kollaboration sowie Resilienz und hybrides Arbeiten. Ein weiterer Fokus lag in diesem Geschäftsjahr auf der Entwicklung und Umsetzung neuer Angebote und Formate, die die Neuausrichtung der Unternehmensgruppe und die Transformation der Geschäfte unterstützen. Bereits abgeschlossen sind die Design- und Konzeptionsphasen für neue Programme rund um Themen wie "Business Model Innovation", "Smart Factory" und "Customer Centricity". Im Dialogformat "Backstage" hat sich unsere Vorstandsvorsitzende mit mehr als 50 Top-Executives über die Zukunft der Unternehmensgruppe ausgetauscht. Gemeinsam mit der Abteilung "Change Lab" wurden in 22 "Learn as we go"-Sessions 444 Beschäftigte zum Thema Lean & Agile geschult.

Vergütungssysteme für Führungskräfte

Im Zuge der voranschreitenden Transformation wurden im Geschäftsjahr 2020 / 2021 auch die Vergütungssysteme für Führungskräfte weiterentwickelt. Der jährliche Bonus wird künftig als Teil eines übergreifenden HR-Performance-Management-Ansatzes verstanden, der die Vereinbarung und Erreichung individueller Leistungs- und Entwicklungsziele in einem einzigen Prozess zusammenführt. Er wurde im Vergleich zum bisherigen Ansatz deutlich vereinfacht und auf eine zeitgemäße IT-Plattform überführt. Mit Blick auf die Vergütungsbestandteile, die sich auf den Erfolg des Unternehmens beziehen, bietet das neue Modell darüber hinaus mehr Raum für die spezifischen Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte.

Der Long Term Incentive (LTI) als langfristig orientierte Vergütungskomponente wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 ebenfalls neu ausgerichtet. Er umfasst für die ab dem 1. Oktober 2020 aufgelegten Tranchen eine vier- statt dreijährige Laufzeit und stellt - anders als bisher - nicht mehr ausschließlich auf die Entwicklung der Gruppe ab, sondern schwerpunktmäßig auf den Erfolg des jeweiligen Geschäftssegments. Die maßgeblichen finanziellen Leistungskriterien sind bewusst als relative Kennzahlen definiert; dadurch ist ein Vergleich mit relevanten Wettbewerbern möglich und ein Anreiz für eine langfristig überdurchschnittliche Leistung gesetzt. Zusätzlich sind für die Mehrzahl der Führungskräfte weitere Nachhaltigkeitsziele verankert, die im Rahmen der thyssenkrupp Unternehmenssteuerung als sogenannte Indirekte Finanzielle Ziele formuliert sind. Damit unterstreichen wir unsere soziale und ökologische Verantwortung sowie unser Ziel der nachhaltigen Unternehmensentwicklung (näheres dazu auch im Vergütungsbericht).

Neu: Employee Pulse Check

Beim ersten Employee Pulse Check beteiligten sich 70 % der Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe.

Zu unseren grundsätzlichen Werten gehört eine Unternehmenskultur, die sich durch Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitige Wertschätzung auszeichnet; sie ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Veränderungen. Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurde daher der gruppenweite "Employee Pulse Check" bei thyssenkrupp eingeführt, eine kurze Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit und zu den Erfolgsfaktoren von Veränderungen, etwa Führung, Kultur und Kommunikation; sie soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Teilnehmen können alle Beschäftigten von thyssenkrupp, die in einer Gesellschaft arbeiten, die sich an der Umfrage beteiligt. Beim ersten Employee Pulse Check im vergangenen Geschäftsjahr waren dies weltweit rund 70 % der Unternehmen in der thyssenkrupp-Gruppe. Ausgenommen waren Gesellschaften, die zu diesem Zeitpunkt eine umfassende Restrukturierung durchliefen oder die sich im Veräußerungsprozess befanden. Derzeit erarbeiten die Gesellschaften, die den Employee Pulse Check durchgeführt haben, Maßnahmen zur Verbesserung in den Handlungsfeldern, die sie aus den Ergebnissen abgeleitet haben.

Employer Branding: Kampagne GENERATIONTK

Die internen Herausforderungen der vergangenen Jahre, der starke Wettbewerb um Talente und die Auswirkungen der Pandemie sind ein dauerhafter Stresstest für unser Arbeitgeberimage und somit auch für die Mitarbeitergewinnung und -bindung. Um dem zu begegnen, wurde im Geschäftsjahr 2020 / 2021 eine intern und extern wirkende neue Kampagne zu thyssenkrupp als Arbeitgeber gestartet. Unter dem Motto " GENERATIONTK - Wer vorwärts will, muss was bewegen." verdeutlicht die Kampagne über vielfältige Kommunikationskanäle den Anspruch von thyssenkrupp, in vielen Bereichen besser zu werden - sei es bei unseren Werten, unserer Kultur oder auch bei der Führung. Für den Weg in die Zukunft sollen die aktuell Beschäftigten ebenso begeistert werden wie Bewerberinnen und Bewerber.

Ausbildung - weiterhin zentral für die Sicherung von Fachkräften

Zahl der Auszubildenden: 2.600

Zahl der Ausbildungsberufe: 58

Die Ausbildung junger Menschen ist für thyssenkrupp seit jeher ein zentrales Element in der Personalarbeit. Im Berichtsjahr wurden in der Unternehmensgruppe insgesamt mehr als 2.600 junge Menschen (Vorjahr: mehr als 2.700) in 58 verschiedenen Berufen ausgebildet, die meisten davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - blieb in Deutschland stabil bei 5,0 % (Vorjahr: 4,9 %). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für das duale Studium. Trotz starker Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte die Qualität der Ausbildung weitgehend sichergestellt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich waren umfangreiche Anstrengungen der Ausbilder notwendig, um zu gewährleisten, dass Lerninhalte trotz verminderter Anwesenheit der Auszubildenden in den Betrieben vermittelt werden konnten.

Bereits im Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben wir eine Ausbildungskampagne gestartet, die von den jungen Menschen positiv aufgenommen wird; sie positioniert thyssenkrupp insbesondere in den digitalen Medien als attraktiven Arbeitgeber für die duale Ausbildung. Auch im laufenden Ausbildungsjahr bietet thyssenkrupp zahlreiche Ausbildungsplätze an.

Diversity

Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung sind zentrale Werte unserer Unternehmenskultur. Das Arbeitsumfeld bei thyssenkrupp ist durch Vielfalt gekennzeichnet; dazu gehören auch unterschiedliche Arbeitszeitmodelle (z.B. auch Ausbildung in Teilzeit). Derzeit stellen wir verstärkt überall dort auf hybrides Arbeiten um, wo dies aus betrieblicher Sicht möglich ist: Arbeiten unterwegs oder im Büro wird bei thyssenkrupp fester Bestandteil flexibler Beschäftigungs- und Arbeitszeitmodelle.

Darüber hinaus unterstützt thyssenkrupp seine Beschäftigten bei der Kinderbetreuung. Intern verwenden wir eine gendergerechte Sprache und pflegen die Mitarbeiternetzwerke (Frauennetzwerk wow!, LGBTI-Netzwerk, tk turkish community). Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, religiösem Bekenntnis, politischen oder sonstigen Überzeugungen, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität oder anderen Merkmalen.

Mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat sich thyssenkrupp bereits 2011 im Rahmen einer europaweit einmaligen Initiative freiwillig ein Ziel zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen gesetzt. Gestartet mit einem Anteil von 8 % im Jahr 2011, konnte sich thyssenkrupp stetig verbessern, sodass zum 30. September 2021 der Anteil bei 12,2 % lag. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen strebt thyssenkrupp einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16 % an und möchte dieses Ziel bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen. Dieses Ziel, das den Anteil der Frauen in der Gesamtbelegschaft widerspiegelt, ist ein Kriterium bei der Festlegung der Vorstandsvergütung und eine der Zielgrößen im Long Term Incentive Plan.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die thyssenkrupp-Gruppe möchte das gesellschaftliche Umfeld an ihren Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Sie will an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt ihre unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften der Gruppe in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together.". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr mehr als 220 Maßnahmen erfasst.

Engagement in der Corona-Pandemie und bei der Hochwasserhilfe

Die Corona-Pandemie hat auch im Berichtsjahr das Engagement von thyssenkrupp geprägt. Erneut wurden an unterschiedlichen Produktionsstandorten Projekte sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort unterstützt. Beispielsweise spendete die thyssenkrupp Tochter rothe erde India im Frühjahr 2021 dringend benötigte Sauerstoffkonzentratoren zur Versorgung von Corona-Patienten im Land, in der Slowakei finanzierte rothe erde Slovakia ein hochmodernes Intensivbett für das Poliklinikum in Považská Bystrica. Die Beschäftigten bei thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo lieferten mehrere Tonnen Lebensmittel sowie Hygiene- und Reinigungsartikel an bedürftige Familien vor Ort aus. Bei Steel Europe wird die Akuthilfe aus dem Vorjahr in langfristig wirksamen Projekten fortgesetzt; diese sollen unter anderem die Digitalisierung an Schulen vorantreiben und haben die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Blick, die in der Krise wenig Unterstützung von ihren Eltern erfahren haben.

Anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mobilisierte thyssenkrupp kurzfristige und vielseitige Hilfe. Beim Geschäftsbereich Zement im Münsterland zum Beispiel sammelten Beschäftigte spontan diverse Haushalts- und Hygieneartikel. Das Unternehmen übergab gemeinsam mit den anderen Bereichen des Anlagenbaus (Chemie und Mining), dem Arbeiter-Samariter-Bund Witten neuwertige Arbeitskleidung, die zum Schutz der vom Hochwasser Betroffenen und der privaten Helfer dringend benötigt wurde. Gruppenübergreifend sammelte der von Mitarbeitern 2005 gegründete Verein thyssenkrupp help for one world e.V. rund 460.000 € im Kollegenkreis und bei Gruppenunternehmen. Mit dem Geld wurden vor allem in der Region lebende betroffene thyssenkrupp Mitarbeiter schnell und unbürokratisch unterstützt.

Für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis der Gruppe generell unvereinbar und daher unzulässig sind Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2020 / 2021 im Wesentlichen von folgenden Themen geprägt:

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld,
Neufassung des Compliance Commitments als Aktualisierung des Tone-from-the-Top und neuerliches Bekenntnis zum Compliance Programm,
kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,
kontinuierliche Steigerung des Reifegrades des Compliance Management-Systems Datenschutz: weitere Digitalisierung durch Projekt zum Ausbau der Nutzung der Datenschutzmanagementsoftware,
stärkere Einbettung des Bereichs Außenwirtschaftsrecht in das thyssenkrupp Compliance Management-System,
Begleitung der Weiterentwicklung der sogenannten weiteren Compliance-Themen in der "Group of Companies",
Durchführung anlassabhängiger Untersuchungen aufgrund von Hinweisgebermeldungen sowie anlassunabhängiger Compliance-Audits.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Eingehende Hinweise behandeln wir vertraulich und schützen in bestem Wissen handelnde Hinweisgeber mit allen gebotenen Mitteln gegen etwaige aus einer Meldung resultierende Nachteile. Im Rahmen der Aufklärung der Hinweise tragen wir den schutzwürdigen Interessen der von einer Meldung betroffenen Personen Rechnung.

Compliance Programm

thyssenkrupp hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben.

thyssenkrupp hat mit dem Leitbild, dem Code of Conduct und dem Compliance Commitment ein eindeutiges Bekenntnis zur Einhaltung der internen und externen rechtlichen Vorgaben abgegeben. Diese Pflicht gilt für sämtliche Unternehmen, jede Führungskraft und jeden Mitarbeiter.

Besondere Risikofelder werden vom thyssenkrupp Compliance Programm umfasst, das in der Verantwortung der Group-Function Legal & Compliance liegt und auf den drei Säulen "Informieren und Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten und Handeln" ruht.

Dieses Programm ist eng mit dem Risikomanagement und unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht.

Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Geschäftsjahr 2020 / 2021 war insbesondere geprägt durch die kartellrechtliche Begleitung verschiedener Portfoliomaßnahmen sowie weitere Stärkung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems.

Zur Bekräftigung des Tone-from-the-Top innerhalb der Unternehmensgruppe war die Neufassung des Compliance Commitments des Vorstands ein wichtiger Meilenstein im vergangenen Berichtsjahr. Das erneuerte Compliance Commitment des Vorstands spiegelt vor allem das Selbstverständnis wider, dass wir uns getreu unserer positiven Haltung zu Compliance aus Überzeugung an die Regeln halten.

Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben weiter intensiv an der kontinuierlichen Steigerung des Reifegrades des Compliance-Management-Systems Datenschutz gearbeitet und durch ein Projekt zum Ausbau der Nutzung der Datenschutzmanagementsoftware einen höheren Digitalisierungsgrad erreicht.

Ferner wurde durch erweiterte Regelungen und deren Implementierung eine Stärkung der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erreicht und der Bereich Außenwirtschaftsrecht weiter in das Compliance Management System eingebettet.

Des Weiteren steht die Compliance-Funktion den gruppenweit jeweils unmittelbar zuständigen Bereichen bei den so genannten Weiteren Compliance Themen Arbeitssicherheit, Fremdpersonaleinsatz, Gleichbehandlung, Informationssicherheit, Lieferanten-Compliance und Umweltschutz beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Zudem stellt sie eine einheitliche Compliance-Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden. Das bedeutet auch, dass Compliance im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp als Unternehmensgruppe gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen die Berichterstattung und die Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder angepasst hat.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, gruppenweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Im Berichtsjahr wurden über 9.200 Teilnehmer im Rahmen von Präsenzschulungen sensibilisiert, die bedingt durch die Corona-Pandemie vermehrt virtuell stattgefunden haben. Die Schulungen umfassen alle Kernthemen des thyssenkrupp Compliance Programms. Ferner haben wir die nunmehr fünfte Runde des Compliance E-Learning Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht gestartet. Bis Ende des Geschäftsjahres wurden insgesamt, bereinigt um Abgänge, mehr als 52.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert. Ein spezielles E-Learning vermittelt der relevanten Zielgruppe gruppenweit alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz. Insgesamt haben im letzten Geschäftsjahr weitere über 4.000 Mitarbeiter das E-Learning erfolgreich absolviert. Zudem wurde ein eigenes E-Learning Compliance@thyssenkrupp entwickelt, welches im November 2020 in neun Sprachen ausgerollt wurde. Das E-Learning umfasst grundsätzliches Basiswissen zu Compliance bei thyssenkrupp und ist allen Mitarbeitern mit E-Mail-Adresse zugewiesen. Die Teilnahme ist, anders als an den vorgenannten Kursen, freiwillig, mehr als 36.000 Mitarbeiter haben ihn im Berichtsjahr absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der direkte Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion (auch über eine zentrale Hotline und eine zentrale E-Mail-Adresse) als Kanäle, über die Mitarbeiter und Externe bei Bedarf auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Unternehmensgruppe - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

>80 thyssenkrupp beschäftigt mehr als 80 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter.

Unsere Compliance-Funktion hat neben der Steuerung und stetigen Weiterentwicklung des Compliance Programms die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner Fachfunktionen und Geschäfte frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Das erfordert eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen innerhalb der Unternehmensgruppe entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 80 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter, von denen rund 30 auch teilweise mit Legal-Aufgaben betraut sind. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus ca. 250 Compliance Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Gruppenunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Zudem waren zum 30. September 2021 über 160 Personen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Sie alle schaffen gemeinsam die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

250 Ca. 250 Compliance Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 289b ff. HGB und §§ 315b ff. HGB ist vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage der Gruppe von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die Angaben bezogen auf die Gruppe im Sinne des zusammengefassten Lageberichts gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der nichtfinanziellen Erklärung wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, unter anderem des UN Global Compact. In den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes werden außerdem Risiken durch negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp auf nichtfinanzielle Aspekte, wie Umwelt und Gesellschaft, adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß § 289c HGB. Die Aspekte "Achtung der Menschenrechte" und "Sozialbelange" werden als Querschnittsthemen betrachtet; hier kommt es zu großen Überschneidungen der Themen miteinander und mit dem Aspekt "Arbeitnehmerbelange". Der Aspekt "Sozialbelange" ist für thyssenkrupp von Bedeutung, wurde aber nicht als wesentlich im Sinne der nichtfinanziellen Erklärung identifiziert. Über nichtfinanzielle Angaben zum Aspekt "Sozialbelange" berichten wir daher freiwillig.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLE ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht
- Regulatorische Risiken - Produktionsrisiken
- Beschaffungsrisiken - Personalrisiken
- Produktionsrisiken
- Operative Risiken der Geschäfte
Umweltbelange Achtung der Menschenrechte Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Compliance Chancen- und Risikobericht
- Produktionsrisiken - Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
- Personalrisiken - Risiken der Informationssicherheit Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2021 / 2022

Gesamtaussage und wesentliche Annahmen

Auf dem Weg zu einer leistungsstarken und nachhaltigen "Group of Companies" wird die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung weiter vorangetrieben. Mit der Definition des Ziel-Portfolios im Mai 2020 wurde ein klarer Fokus auf industrielles Portfolio und Geschäftsmodelle, wettbewerbsfähige Profitabilität und Cashflow der Geschäfte gelegt.

Vor diesem Hintergrund werden wir im Geschäftsjahr 2021 / 2022 den Schwerpunkt weiterhin auf die Performance und strukturelle Verbesserung unserer Geschäfte legen, aber auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen. Alle Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen hinterlegt.

Zudem erwarten wir - vorwiegend abhängig vom Zeitpunkt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden - für die Geschäfte aus Multi Tracks, für die wir bereits ein Signing zum Verkauf erreicht haben, den vollständigen Abschluss der Transkationen. Weitere "best owner" Konzepte werden wir ebenfalls in Richtung eines Abschlusses entwickeln und die angestrebte Verselbstständigung von Steel Europe weiter prüfen.

Die wesentlichen Annahmen zu unseren Märkten, die unserer Prognose zugrunde liegen, finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld". Die entsprechenden Chancen und Risiken im anschließenden "Chancen- und Risikobericht".

Für 2022 unterstellen wir bislang als Grundannahme ein deutliches Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene. Hierbei erwarten wir, dass in den meisten Regionen bzw. Ländern das Vorkrisenniveau erreicht bzw. überschritten wird, in denen dies nicht bereits in diesem Jahr erfolgt ist.

Jedoch bestehen Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäfte u.a. aus:

anhaltenden Lieferengpässen bei Vorprodukten in der Industrie (u.a. Halbleiter), die verstärkt wachstumsbremsend wirken könnten
der Volatilität - auch kurzfristige, teilweise kaum vorhersehbare Schwankungen - und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten sowie den im Trend stark gestiegenen Energiepreisen
dem möglichen nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Pandemie insbesondere bei der Entwicklung der Impfquoten und aufgrund möglicher neuer Virus-Mutationen sowie möglicher erneuter Lockdown-Maßnahmen und einer "neuen Normalität" nach der Pandemie

Für unsere Geschäfte erwarten wir im Einzelnen:

Bei Materials Services erwarten wir für das Geschäftsjahr 2021 / 2022, dass die Verkaufsmengen in unseren Fokusmärkten Europa und Nordamerika nach der pandemiebedingten schwachen Nachfrage in den beiden Vorjahren weiter steigen werden. Die Knappheit an Rohstoffen (z.B. Magnesium) und Vorprodukten (z.B. Halbleiter) führt allerdings auch dazu, dass einige unserer Abnehmerbranchen, insbesondere die Automobilindustrie, zumindest zu Beginn des Geschäftsjahres weniger als geplant produzieren können. Materials Services wird die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben, um in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz zu steigern und seinen Omnichannel-Ansatz konsequent weiter zu verfolgen. Dies umfasst die Digitalisierung der eigenen Standorte, um Produktivität, Termintreue und Nachhaltigkeit weiter zu steigern. Lösungen in diesem Bereich sind u.a. "Paperless Warehouse", toii®, Robotic Process Automation (RPA), Optical Character Recognition (OCR) und Data Analytics/KI. Zudem werden die Schnittstellen zu den Kunden weiterhin optimiert. Neben der Weiterentwicklung der großen Portale stärken wir die Entwicklung von agilen, spezifischeren E-Commerce Lösungen wie SteelBuy. Dabei werden Dienstleistungen immer öfter Teil des Portfolios. Gemäß unserer Strategie "Materials as a Service" werden darüber hinaus neue digitale Geschäftsmodelle und Kunden-Services erschlossen. Ein Fokus im Geschäftsjahr 2021 / 2022 wird dabei auf Data Analytics und Prognose-Tools liegen, wie sie bereits unter dem Namen "Pacemaker" im Einsatz sind. Control-Tower Lösungen zur Überwachung und Steuerung der Lieferkette gehören ebenfalls in diese Kategorie. Diese werden vor allem im europäischen Handels- und Service-Center-Geschäft weiter ausgerollt. Zudem sollen die über die Materials IoT GmbH angebotenen Lösungen im Bereich Produktionsdigitalisierung bei immer mehr konzernexternen Kunden zum Einsatz kommen.

Im Bereich Großwälzlager erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 / 2022 eine rückläufige Nachfrage im Bereich Windenergie nach Vorzieheffekten im Geschäftsjahr 2020 / 2021 aus nun ausgelaufenen staatlichen Anreizprogrammen in China. Teilweise kompensiert wird der Rückgang in der Nachfrage aus China durch europäische Windenergie-Kunden. Die Nachfrage in unseren anderen Produktbereichen erwarten wir stabil. Begleitet wird dies durch strukturelle Maßnahmen, die darauf abzielen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie unsere führende Marktposition zu festigen. Im weltweiten Schmiedegeschäft erwarten wir, bedingt durch die aktuelle Halbleiterproblematik, einen vorübergehenden Rückgang der Nachfrage für Pkw/Lkw-Komponenten. Bei den Komponenten für Baumaschinen erwarten wir hingegen ein unverändert hohes Nachfrageniveau, wodurch wir für das gesamte Geschäftsjahr mit einem ähnlichen Gesamtabsatz wie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 / 2021 planen. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und Steigerung der Produktivität werden konsequent weitergeführt.

Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwarteten wir für das Jahr 2021 zunächst eine deutliche Erholung des Marktvolumens. Aufgrund der seit Ende 2020 anhaltenden Engpässe in der Versorgung mit Halbleitern und Rohmaterialien konnte eine deutlich erkennbare Nachfragebelebung jedoch nur in Teilen bedient werden. Dadurch wird die weltweite Automobilproduktion in der Größenordnung von 2020 und somit unter Vorkrisenniveau bleiben. Sollte eine Entspannung in der Lieferkette einsetzen, ist eine Erholung in 2022 möglich. Da die Prognosen derzeit jedoch mit hohen Unsicherheiten behaftet sind, kann es bei anhaltenden Lieferengpässen zu weiteren Produktionseinschränkungen kommen.

Nach der sich abzeichnenden Erholung in 2021 um nahezu 5 % wird für die weltweite Stahlnachfrage im kommenden Jahr eine geringere Dynamik von rund 2 % erwartet. Insbesondere der chinesische Stahlmarkt wird sich hier voraussichtlich bremsend bemerkbar machen, nachdem die Nachfrage aufgrund der nachlassenden Auswirkungen der Konjunkturprogramme aus 2020 eher stagnieren dürfte. Der europäische Stahlmarkt dürfte sich bei fortsetzender Erholung in allen relevanten stahlverarbeitenden Branchen robust entwickeln und im nächsten Jahr voraussichtlich wieder das Nachfrageniveau aus 2018 erreichen. Unsicherheiten bestehen jedoch aufgrund der bestehenden Lieferengpässe bei Vorprodukten für die Automobilhersteller. Die steigenden technischen Anforderungen des Marktes sowie die zunehmende Nachfrage nach CO2 -reduzierten Flachstahlprodukten begleiten wir mit einer konsequenten Umsetzung unserer Stahlstrategie 20-30 und mit neuen zertifizierten, CO2 -reduzierten Flachstahlprodukten.

Bei Marine Systems verfügt der Unterwasser- als auch der Überwasser-Schiffbau insbesondere in Folge der jüngsten Aufträge über einen sehr soliden Auftragsbestand. Gleichzeitig verhandeln wir für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 mit einem Bestandskunden über einen U-Boot-Auftrag sowie mit einem neuen Kunden über ein Überwasser-Projekt. Das eingeleitete Programm zur Performance-Steigerung wird weiter vorangetrieben.

Der größte Bereich im Segment Multi Tracks - der Anlagenbau - wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr immer noch stark durch die Pandemie beeinflusst, welche insbesondere zu Verzögerungen von Auftragsvergaben und laufenden Projekten, Kostensteigerungen für Projektlogistik und Qualitätssicherung sowie geringerer Auslastung der Engineering-Kapazitäten geführt hat. Das laufende Geschäftsjahr dürfte von diesen Effekten nur noch geringfügig beeinflusst werden. Im Neuanlagengeschäft sowie im Service wird mit deutlich steigenden Auftragseingängen gerechnet, wozu auch Projekte im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff beitragen. Des Weiteren erwarten wir eine verbesserte Qualität der Projektabwicklung in allen Multi Tracks Geschäftsbereichen und positive Effekte aus den Kosteneinsparungsmaßnahmen.

Erwartung 2021 / 2022

Der Prognose liegen die im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" angegebenen Marktprognosen und beschriebenen Chancen und Risiken zugrunde. Das Wachstum des BIPs für 2022 in den für uns u.a. wichtigen Regionen Deutschland, USA und China wird bei 4,6 %, 4,4 % bzw. 5,2 % erwartet.

Vor dem Hintergrund der erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der weiter erwarteten strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte sowie der bestehenden Unsicherheiten halten wir einen optimistischen, jedoch vorsichtigen Blick auf das Geschäftsjahr 2021 / 2022 für angemessen und formulieren unsere Prognose in entsprechenden Bandbreiten. Unsicherheiten und damit eingeschränkt verlässliche Planbarkeit insbesondere bei unseren zyklischeren Geschäften mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge ergeben sich vorwiegend aus der weiteren Entwicklung der Lieferengpässe bei Vorprodukten (u.a. Halbleiter) in der Industrie, den Auswirkungen der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise und Volatilität der Rohstoffpreise sowie nicht zuletzt dem weiteren Verlauf der Pandemie.

Die Prognose bezieht sich auf die Zusammensetzung der Gruppe zum 30. September 2021 und berücksichtigt damit nicht die Effekte aus dem Vollzug der laufenden bzw. weiteren möglichen Portfoliomaßnahmen.

Der Umsatz wird voraussichtlich im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr: 34 Mrd €).

Für das Bereinigte EBIT erwarten wir unter Berücksichtigung der bestehenden Unsicherheiten eine deutliche Verbesserung auf einen Wert zwischen 1,5 bis 1,8 Mrd € (Vorjahr: 796 Mio €). Diese Entwicklung erfolgt im Wesentlichen aus der signifikanten Ergebnisverbesserung bei Steel Europe, einem signifikant verringerten Verlust bei Multi Tracks sowie gegenläufig aus der Normalisierung des Bereinigten EBIT von Materials Services. Dabei können Belastungen aus der Lieferkettenproblematik und steigende Faktorkosten (i.W. Energie- und Materialkosten) nicht vollständig durch Kostensenkungen und Effizienzmaßnahmen kompensiert werden.

Bei Materials Services erwarten wir eine positive Mengenentwicklung. Durch den möglichen Wegfall der im Vorjahr stark unterstützenden Effekte aus der dynamischen Preisentwicklung, gehen wir jedoch von einem Bereinigten EBIT im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich aus (Vorjahr: 587 Mio €).
Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt einen leicht niedrigeren Umsatz und ein rückläufiges Bereinigtes EBIT auf einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr, Umsatz: 2,5 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 322 Mio €). Dabei wird eine temporäre regionale Abschwächung der Windenergienachfrage insbesondere aufgrund der durch Subventionen in China bereits erfolgten Vorzieheffekte erwartet. Im Schmiedegeschäft erwarten wir bei Pkw/Lkw-Komponenten Belastungen aus den anhaltenden Engpässen in der Lieferkette bei den Kunden.
Bei Automotive Technology erwarten wir bei steigenden Beiträgen der neuen Werke und Projekte einen stabilen Umsatz in Abhängigkeit der Entwicklung der Abrufe der Kunden infolge anhaltender Engpässe in der Lieferkette (u.a. Halbleiter) (Vorjahr: 4,5 Mrd €), dabei ein Bereinigtes EBIT in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 264 Mio €) bei fortgesetzten Effizienzmaßnahmen und steigenden Faktorkosten.
Bei Steel Europe erwarten wir aufgrund einer geplanten Mengen- und Margenerhöhung sowie struktureller Verbesserungen infolge der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 einen signifikanten Anstieg des Bereinigten EBIT um einen Betrag von mindestens 1 Mrd €. Diese Entwicklung ist insbesondere abhängig von dem weiteren Verlauf der Lieferkettenproblematik und der sich ergebenden Versandmengen (Vorjahr Bereinigtes EBIT: 116 Mio €).
Bei Marine Systems erwarten wir, bei einer leicht verbesserten Umsatzentwicklung, ein leicht gesteigertes Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 2 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 26 Mio €). Dabei unterstützen auch Verbesserungen in der Projektabwicklung.
Für die unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte erwarten wir insgesamt eine leicht verbesserte Umsatzentwicklung (Vorjahr: 5,7 Mrd €) sowie eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: Bereinigtes EBIT -298 Mio €).
Für Corporate Headquarters rechnen wir im Geschäftsjahr mit einem Bereinigten EBIT auf Vorjahresniveau (Vorjahr: Bereinigtes EBIT -194 Mio €).

Die Investitionen werden sich voraussichtlich auf Vorjahresniveau belaufen (Vorjahr: 1.630 Mio €). Höhere Investitionen bei Steel Europe im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30 stehen in Summe niedrigeren Investitionen in den übrigen Geschäften gegenüber. Die Freigabe der Investitionen wird dabei in Abhängigkeit der Entwicklung der Geschäfte restriktiv erfolgen.

Beim Free Cashflow vor M & A erwarten wir eine signifikante Steigerung in den Bereich eines ausgeglichenen Wertes (Vorjahr: -1,3 Mrd €). Die Verbesserung resultiert - unter Beibehaltung der derzeit hohen Investitionsausgaben, die vorwiegend durch die Stahlstrategie 20-30 getrieben sind - im Wesentlichen aus der Steigerung des Bereinigten EBIT und in Abhängigkeit von der Entwicklung des Nettoumlaufvermögens inkl. der Zuflüsse aus dem Auftragseingang und dem Zahlungsprofil in den Projektgeschäften (i.W. bei Marine Systems und Multi Tracks) sowie den Auszahlungen für Restrukturierungen.

Wir erwarten einen Jahresüberschuss von mindestens 1 Mrd € (Vorjahr: -25 Mio €).

Der tkVA wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte über Vorjahr und signifikant positiv erwartet (Vorjahr: -622 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als "Group of Companies"

Für thyssenkrupp eröffnen sich unverändert Chancen aus der Positionierung der Gruppe als leistungsstarke "Group of Companies". Das Ziel ist, die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Geschäfts entscheidend zu verbessern und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit sich die Geschäfte auch zukünftig bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente auch Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr, und berücksichtigen somit die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte. Chancen und Risiken sind somit Gegenstand der Planungsgespräche mit dem Vorstand. Bei ihrer Abschätzung spielen unter anderem strategische Entwicklungen eine Rolle, beispielsweise Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise auch noch weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und für die Liquidität sowie die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichterstattung eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger der Gruppe eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu Verantwortlichen und Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung in der Gruppe gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen der Gruppe

Chancen ergeben sich durch die Fortsetzung der Transformation zu einer leistungsstarken "Group of Companies".

Chancen ergeben sich für die Gruppe, wenn wir unsere Transformation hin zu einer leistungsstarken und nachhaltigen "Group of Companies" weiter konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen.

Als international aufgestellte Unternehmensgruppe mit weitgehend selbstständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke sehen wir Chancen, mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft zu leisten.

Unser Ziel der "Group of Companies" ist, den Geschäften den Spielraum zu geben, den sie brauchen, um sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu konzentrieren und damit erfolgreich am Markt agieren zu können. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung, und ermöglicht Chancen, das zukünftige Wertsteigerungspotenzial unserer Geschäfte besser zu nutzen. Dafür sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die einzelnen Geschäfte bestmöglich entwickeln und - sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf den Klimaschutz - nachhaltige sowie führende Marktpositionen einnehmen können.

Die konsequente Umsetzung einer Performance-Kultur und die entsprechende Fokussierung auf wertschaffende Investitionen bringt die Chance mit sich, unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Dies wird unterstützt durch unsere Restrukturierungen in verschiedenen Geschäften sowie Portfoliomaßnahmen, wobei wir uns bei thyssenkrupp auf Geschäfte in attraktiven Märkten und mit guten Zukunftsaussichten konzentrieren.

Wir sind der Überzeugung, dass thyssenkrupp für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren mit hoher Produktqualität steht und dass viele unserer Anlagen zudem weltweit Standards im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz setzen. Mit nachhaltigen Produkten und Technologien ergeben sich unserer Ansicht nach Chancen, am Wachstum z.B. in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Wasserstoff oder Elektromobilität zu partizipieren. Über weitere Einzelheiten unserer Unternehmensstrategie und die damit verbundenen Chancen informieren wir Sie im Kapitel "Strategie".

Chancen sehen wir auch in unseren weltweiten Forschungs- und Entwicklungsinitiativen, in denen wir an technologischen Beiträgen zur Lösung der drängendsten Herausforderungen der Zukunft arbeiten und uns mit den Schwerpunkten "Klimaschutz und Energiewende", "digitale Transformation der Industrie" und "Mobilität der Zukunft" beschäftigen. Über konkrete aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte und deren Chancen berichten wir im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Gruppe. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur mit Verzögerung oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Geschäfte

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Materials Services - Ganz im Sinne der Segment-Strategie "Materials as a Service" steht bei Materials Services das Produkt "Dienstleistungen" im Zentrum der Weiterentwicklung und der Kunde im Mittelpunkt aller Anstrengungen. Das Segment arbeitet daran, immer komplexere und flexiblere Lösungen in den Bereichen Anarbeitung und Supply Chain Management anzubieten. Dies geschieht im Einklang mit den Anforderungen seiner Kunden, die sich in einem zunehmend unsicheren, immer stärker digitalisierten und derzeit zusätzlich von Materialknappheit geprägten Marktumfeld weiter auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. Dadurch profitiert Materials Services doppelt, denn sowohl die Profitabilität als auch das Marktwachstum dieser innovativen Service-Leistungen sind im Durchschnitt höher als im klassischen Distributionsgeschäft.

Chancen ergeben sich für das Segment zum einen durch sein spezifisches Know-how, hinsichtlich Markt und Branchen, durch den Zugang zu seinem weltweiten Kundenstamm sowie durch seine Leistungsfähigkeit im agilen wie klassischen Projektmanagement. Zum anderen kann Materials Services dank seines weltweiten Netzwerks Prozesse und Systeme im Werkstoffhandel weiter standardisieren und so sein Geschäft systematisch ausbauen. Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für das Segment aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - etwa wenn Materials Services die Steuerung mehrerer Zulieferer übernimmt und dadurch sicherstellt, dass die richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Dies ist das Selbstverständnis von Materials Services, ablesbar an der Segment-Mission "Connecting smarter".

Durch die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen erreicht Materials Services zudem eine höhere Kundenbindung. Die Omnichannel-Architektur - bestehend aus individuellen Kundenportalen, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps - ermöglicht Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen des Segments, und zwar jeden Tag rund um die Uhr. Anhand eines systematischen Innovationsprozesses treibt Materials Services seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können sowohl spezifische Kundenanforderungen, beispielsweise an Liefergeschwindigkeit, Materialqualität oder Preisgestaltung, erfüllt als auch interne Logistik- oder Produktionsprozesse optimiert werden.

Gleichzeitig verbessert Materials Services durch den intelligenten Einsatz von digitalen Lösungen und Produkten die Ressourcennutzung - langfristig weniger physische Güter in den Lieferketten bedeuten mehr Nachhaltigkeit. Auf diese Weise ist das Thema Nachhaltigkeit fest in der Strategie "Materials as a Service" verankert. Materials Services nutzt die zur Verfügung stehenden Daten, um Wareneinsatz und Transporte und damit auch CO2 -Emissionen zu reduzieren mit dem Ziel, Lieferketten so zu verbessern, dass Leerfahrten vermieden und Transportwege ohne Effizienzverluste gestaltet werden. Darüber hinaus sieht Materials Services das Thema Nachhaltigkeit auch als Chance für eine noch engere Zusammenarbeit mit seinen Kunden und für zukünftige Geschäftsfelder.

Das Segment hat vernetztes digitales Arbeiten weiter professionalisiert und interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - vom Lager über die Produktion bis hin zur Verwaltung - intensiviert. Dadurch baut Materials Services, unter anderem durch die vermehrte Anwendung agiler Methoden, seine Leistungsfähigkeit bei der Projektabwicklung weiter aus.

Materials Services hat im Rahmen seiner Transformations- und Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um seine Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind hierbei weiterhin Netzwerk-, Portfolio- und Prozessoptimierungen sowie Initiativen im Hinblick auf Beschaffungs- und Vertriebsexzellenz.

Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes positive Wachstumsperspektiven; diese können durch die aktuellen Klimaziele und Maßnahmen zu deren Erreichung noch verstärkt werden. Der Großteil des Wachstums ist bedingt durch die zunehmende Größe der Anlagen. Wir sind der Überzeugung, durch unsere maschinelle Ausstattung, unsere technische Expertise und unser weltweites Produktionsnetzwerk gut auf diese Marktentwicklung vorbereitet zu sein. Trotz kurzfristiger Schwankungen der Nachfrage, die im Zusammenhang mit dem Auslaufen einzelner staatlicher Förderprogramme stehen, ist unsere Annahme, dass der Wachstumstrend mittel- und langfristig bestehen bleibt, mit Steigerungspotenzial nicht zuletzt aufgrund der jeweiligen Dekarbonisierungsinitiativen und der stetig steigenden Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien. Bei den Industrieanwendungen unserer Großwälzlager erholte sich die Konjunktur nach dem pandemiebedingten Einbruch gut. Mittel- bis langfristig gehen wir dort allerdings nur von einem moderaten Wachstum aus. Chancen ergeben sich hier unter anderem aus regionalen größeren Infrastrukturprogrammen, die einen weiteren Nachfrageschub für unsere Produkte auslösen können.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des weltweiten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes (insbesondere Class-8-Trucks) und des Baumaschinensektors ab. Sollte das Wachstum im Umfeld der genannten Branchen stärker sein als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology hängt wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und speziell von der individuellen Mobilität ab. Die mittelfristigen Prognosen zeigen hier, unabhängig von den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie, einen steigenden Bedarf. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Innovationskraft zunehmend zu wesentlichen Erfolgsfaktoren im Wettbewerb.

Neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit wird Automotive Technology dem Branchentrend folgend auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften prüfen, bewerten und selbstständig weiterverfolgen.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, die künftigen Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung und Fokussierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine stärkere Digitalisierung auch an den Produktionsstandorten.

Als Entwicklungs- und Fertigungspartner für Komponenten, Module und Systeme sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen erfüllt, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien möchten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten und einen Beitrag zum noch sichereren Fahren leisten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Daneben werden neue Geschäftsfelder erschlossen. Die CarValoo GmbH, ein thyssenkrupp Startup, arbeitet beispielsweise an der Entwicklung digitaler Lösungen für die Erfassung und Auswertung von Daten zur Fahrzeugnutzung. Das Ziel ist, den bisher noch extrem aufwändigen, da überwiegend manuellen Prozess zur Abwicklung von Schäden für Flottenbetreiber und Endkunden schneller, präziser und kostengünstiger zu gestalten.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen. Dies gilt insbesondere, falls sich das Marktumfeld nach den Einbrüchen infolge der Corona-Pandemie schneller erholt als erwartet.

Weitere Chancen ergeben sich, falls wir mit den Effizienzsteigerungsprogrammen, die wir konsequent vorantreiben, höhere Einsparungen erzielen als erwartet.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; dessen Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir im Jahr 2019 mit der Ausarbeitung der Stahlstrategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um mehr als 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie - die sich seit Mitte Juli 2020 in der Umsetzung befindet - sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet insbesondere Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern. Zusätzlich haben wir im Jahr 2020 ein Performance-Programm gestartet, um weitere Maßnahmen kurz- bis mittelfristig umzusetzen. Dies wird die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. Falls wir diese Maßnahmen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Ein wichtiges Element unserer Stahlstrategie 20-30 ist das Investitionsprogramm. Im Verlauf des Programms sollen durch umfangreiche, zum Teil bereits angestoßene Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen werden; zugleich soll die Umsetzung kostensenkender struktureller Maßnahmen ermöglicht werden. Den Auftakt bildet der Bau eines zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg, mit dem eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen, zum Beispiel für die Außenhaut von Autos, erreicht werden soll. Die Fertigstellung der Anlage ist für 2022 geplant. Weitere Chancen eröffnen sich in der Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Diese Marktentwicklung möchten wir durch gezielte Investitionen in ein Doppelreversiergerüst sowie eine Glüh- und Isolierlinie begleiten und dadurch unsere Kompetenzen bei Stählen für die Elektromobilität weiter ausbauen. Insgesamt wird das Investitionsprogramm unsere Markt- und Wettbewerbsposition hinsichtlich Technologie und Qualität deutlich stärken.

Während die Corona-Pandemie unser Geschäftsjahr 2019 / 2020 massiv belastete, hat im Berichtsjahr eine durchschlagende Erholung im europäischen Stahlmarkt stattgefunden, die dazu geführt hat, dass Stahl knapp wurde und die Preise stiegen. Sollte sich diese Entwicklung über eine längere Zeitspanne fortsetzen, stellt dies bei gleichzeitig fallenden Rohstoffkosten eine signifikante Chance dar.

Auch die Transformation hin zur Klimaneutralität eröffnet uns gute Möglichkeiten; wir nehmen von unseren Kunden auf breiter Front ein starkes Interesse an klimafreundlichen Stahlprodukten wahr. Erste zertifizierte Mengen CO2 -reduzierten Stahls haben wir bereits ausgeliefert. Diese Mengen wollen wir in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, und zwar zunächst im Rahmen der bestehenden Technologie, die wir mit zusätzlichen Investitionen weiterentwickeln. Damit wollen wir die Markentwicklung innovativ begleiten.

In diesem Zusammenhang sehen wir auch Chancen aus der geplanten Verselbstständigung des Stahlgeschäfts. Wir sind davon überzeugt, dass eine eigenständige Aufstellung dem Stahl interessante Perspektiven für die Zukunft eröffnen kann, und setzen auf Planungssicherheit hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen mit Blick auf die grüne Transformation.

Marine Systems - Das globale sicherheitspolitische Umfeld sowie anhaltende Modernisierungsbedarfe lassen die Verteidigungsbudgets steigen und begünstigen unser Marinegeschäft. Durch einen gemeinsamen Großauftrag der deutschen und norwegischen Marine hat Marine Systems seine Marktposition ausbauen können und verfügt nun über eine Auftragsreichweite von fünf Jahren. Gleichzeitig stellt dieser Auftrag einen ersten wesentlichen Schritt in Richtung einer Harmonisierung der durch die nationalen Marinen unterhaltenen Flotten innerhalb der NATO dar.

In Verbindung mit den Fregatten-Aufträgen für die ägyptische und brasilianische Marine, die wir derzeit abarbeiten, ergeben sich gute Chancen für die Akquise von Folgeaufträgen und für den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts. Mit dem Erwerb einer Werft in Brasilien eröffnen sich Marktchancen speziell in Südamerika.

Parallel treiben wir zivile Projekte voran, beispielsweise Konzepte zur Räumung von Munitionsaltlasten in den Ozeanen oder die Entwicklung unbemannter Unterwasser-Explorationsfahrzeuge.

In der Corona-Pandemie hat sich das Geschäftsmodell von Marine Systems wegen der lang laufenden Aufträge als vergleichsweise robust erwiesen.

Das umfangreiche Standortkonzept für Kiel, das derzeit umgesetzt wird, bietet in Verbindung mit den inzwischen grundlegend harmonisierten Geschäftsprozessen einschließlich der Sparte Marineelektronik gute Chancen für eine Absicherung unserer Marktposition. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Multi Tracks - Um unsere Wettbewerbsfähigkeit im Großanlagenbau weiter zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten zu nutzen, möchten wir sowohl unsere Produkte als auch die Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich standardisieren und optimieren. Unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme wollen wir durch den weiteren Ausbau innovativer und umweltfreundlicher Technologien sichern.

Im Chemieanlagenbau bestehen Chancen mittelfristig dort, wo wir in neue Märkte eintreten (z.B. Wasserelektrolyse). Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen möchten wir nutzen und mit entsprechenden Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder erschließen.

Mit unseren Technologien im Bereich der Wasserelektrolyse sehen wir in der eigenständigen Einheit Uhde Chlorine Engineers (UCE) große Chancen, von der starken Nachfrage nach Herstellungsverfahren für grünen Wasserstoff zu profitieren. Diesen Startvorteil wollen wir nutzen. Wir prüfen deshalb, wie wir diesen Bereich bestmöglich weiterentwickeln. Dabei betrachten wir auch die Option einer Börsennotierung, um so den tatsächlichen Wert des Geschäftsbereichs sichtbar zu machen und weiteres Wachstum zu finanzieren.

Auch für die anderen unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte sehen wir die besten Chancen, wenn thyssenkrupp nicht alleiniger Eigentümer bleibt. Dazu werden weiterhin alle Optionen im Zusammenhang mit Partnerschaften oder einem Verkauf einzelner Geschäfte geprüft. Die Chance, dass das Segment Multi Tracks die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft, besteht. Voraussetzung ist, dass sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln.

Risiken

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement trägt mit seinen strukturierten Prozessen zu einer effizienten Steuerung der Gesamtrisiken in der Gruppe bei. Aus heutiger Sicht liegen unverändert keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn wenn wir als Unternehmen erfolgreich sein wollen, setzt das voraus, dass wir Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung in GRC-Policy festgelegt

In unserer "Governance, Risk and Compliance Policy" (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung bei thyssenkrupp definiert. Dort sind die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze der Gruppe als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, gruppenweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild von thyssenkrupp und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Weitere Ziele des Risikomanagements bei thyssenkrupp sind, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Dafür ist es wichtig, Risiken und Chancen in der Gruppe transparent aufzubereiten und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem sowie anderen Managementsystemen. In der GRC-Policy haben wir die einzelnen Verantwortlichkeiten im Risikomanagement-Prozess klar abgegrenzt. Details dazu können Sie der Erklärung zur Unternehmensführung entnehmen. Alle weiteren Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Group Regulation "Risikomanagement" einheitlich und verbindlich definiert.

Das Risikomanagement umfasst gruppenweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir in der ganzen Gruppe implementiert; wir entwickeln sie im Falle neuer Anforderungen fortlaufend weiter.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A realistisch einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Chancen und Risiken Risiken
in der Hochrechnung in der Budgetplanung Risikoszenarien Risikoinventur Risikorückstellungen
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Ziel / Inhalt Identifikation und Bewertung nicht in laufender Hochrechnung berücksichtigter Chancen und Risiken Identifikation und Bewertung nicht in Budgetplanung berücksichtigter Chancen und Risiken Analyse von Klumpenrisiken auf Basis gruppenweit einheitlich vorgegebener Szenarien Identifikation, Bewertung und Steuerung nicht in Hochrechnung bzw. Planung berücksichtigter Risiken in allen operativen Einheiten Analyse der wesentlichen Rückstellungen für Risiken / Maßnahmen-Monitoring
Zeithorizont aktuelles Geschäftsjahr folgendes Geschäftsjahr abhängig vom Szenario Planungszeitraum aktuelles Geschäftsjahr
Intervall monatlich jährlich mindestens jährlich zweimal jährlich viermal jährlich
Standardreporting Risk and Internal Control Committee und Prüfungsausschuss
Monatsberichterstattung Berichterstattung zur Planung Intervall vier Sitzungen jährlich

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken in den etablierten Controlling-Gesprächen unter Einbindung des Finanzvorstands trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Risikoprämissen. Diese gruppenweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken strukturiert zu erfassen und die Risikoinventur durchzuführen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein in der Gruppe flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im gruppenweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden unverzüglich an die Risikomanagement-Verantwortlichen berichtet und zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Unsere standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation der Gruppe informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten aber nicht gänzlich ausschließen.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden auf Gruppenebene zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die wesentlichen Risiken der Gruppe präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen die wesentlichen Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Verantwortlichen der Gruppe teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp auf hohem Niveau weiter zu stärken.

Regelmäßig und bei Bedarf schulen wir die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter und nutzen unter anderem unsere gruppenweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen dazu bei, das Risikomanagementsystem effizient zu überwachen, und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken in der Gruppe weiter verbessern können.

Risikobewertung

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

Erkannte Risiken werden nach zentralen Vorgaben einheitlich bewertet. Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum leiten wir Risikoklassen ab. Sollten die Ergebnis- und die Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß der folgenden Grafik in die Risikoklassen "hoch", "mittel" oder "gering" einordnen.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Für alle Risiken sind Maßnahmen zur Risikosteuerung hinterlegt.

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere gruppenweit relevante Richtlinien verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Die interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Unternehmen der Gruppe versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Für alle Unternehmen der Gruppe gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen der Unternehmensgruppe unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter, passen die Kontroll-Landschaft an sich ändernde Prozesse an und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Gruppenabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Gruppensystem, das auf Standardsoftware basiert, und gewährleisten dadurch ein einheitliches Vorgehen; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Zentralfunktion "Controlling, Accounting & Risk" ist fachlich für die Erstellung des Gruppenabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Eigene thyssenkrupp Dienstleister unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing ist in den Gesamtprozess eingebunden und prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Die aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen,
finanzwirtschaftliche Risiken,
rechtliche Risiken und Compliance-Risiken,
Risiken aus operativer Tätigkeit.

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.

Die Konjunkturprognosen sind aufgrund vielschichtiger Unwägbarkeiten von extremer Unsicherheit geprägt.

Die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft sind aufgrund der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie insbesondere mit Blick auf die Entwicklung bei den Impfquoten, neuer Virus-Mutationen und erneuter Lockdown-Maßnahmen von extremer Unsicherheit geprägt. Solche Entwicklungen können alle unserer Geschäftsaktivitäten belasten und die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen erheblich beeinträchtigen.

Zudem existieren zahlreiche geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, wie sich die bestehenden handelspolitischen Konflikte und die zahlreichen globalen Krisenherde, etwa in Afghanistan, weiter entwickeln werden. Hinzu kommen die aktuell anhaltenden Lieferengpässe bei Vorprodukten in der Industrie, die wachstumsbremsend wirken können. Auch wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen als Folge der Klimaerwärmung stellen ein bedeutendes Wachstumsrisiko dar. Dies gilt auch für eine mögliche mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und ein möglicherweise zunehmendes Autarkiebestreben des Landes.

Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemiefolgen könnten diese Entwicklung noch verstärken. Hinzu kommen Risiken aufgrund deutlich gestiegener Material- und Rohstoffkosten und den damit verbundenen Inflationssorgen insbesondere bei verzögerter Reaktion der Notenbanken sowie Unsicherheiten aufgrund volatiler Wechselkurse.

Falls sich die Konjunktur aufgrund der genannten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickelt, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp aufgrund der gegenüber dem Vorjahr verbesserten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als "mittel" einzuschätzen.

Die Konjunkturentwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Worst-Case-Szenario die Effekte geringerer Wachstumsraten für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Aus nationalen oder internationalen Regulierungen können sich Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben.

Regulatorische Risiken - Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten mit sich bringen, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als "mittel" ein.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig unsere Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzielle Risiken werden durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt.

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert dabei Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Über weitere Details dazu berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Einzelgesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir gruppenweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Tochterunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist, das Zinsänderungsrisiko aus Geldanlagen und -aufnahmen zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als "gering" zu bewerten.

Bei Wertberichtigungsbedarf bilden wir entsprechende bilanzielle Vorsorgen.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Somit sind Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften oder auch Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken bewerten wir aufgrund gegenüber dem Vorjahr in einzelnen Einheiten verbesserter Geschäftsaussichten als "gering" und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability-Driven Investment).

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen würden dazu führen, dass die Pensionsrückstellungen ansteigen und das Eigenkapital belastet wird.

Zusätzliche Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen bzw. können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartellverstöße und Korruption sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. In der thyssenkrupp-Gruppe werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Software-Tools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert als "mittel" ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Ein striktes Compliance-Programm beugt potenziell hohen Schäden bei Verstößen vor.

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken in den Bereichen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Details zum Compliance-Programm sowie weitere Informationen zur Compliance-Organisation können Sie dem Kapitel "Compliance" entnehmen.

Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt unverändert als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Risiken in der Lieferkette und insbesondere die Verfügbarkeit von Vormaterialien werden kontinuierlich beobachtet.

Beschaffungsrisiken - Um unsere Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Die Verfügbarkeit einzelner Vormaterialien (z.B. Halbleiterprodukte) oder Transportwege für Rohstoffe können eingeschränkt sein und Lieferanten oder Transportkapazitäten können ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind aufgrund aktueller Verfügbarkeitsrisiken "mittel". Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Dem Risiko steigender Energiepreise, die sich aktuell bereits erhöhen, begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir arbeiten in allen Geschäften daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Betriebsunterbrechungen beugen wir durch Instandhaltung sowie Anlageninvestitionen vor und sichern so die Vertragserfüllung gegenüber unseren Kunden.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir arbeiten daran, diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen zu begegnen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als "mittel" ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken und damit verbundene Personenschäden nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheitsorganisation zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz sollen dazu beitragen, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko der Verunreinigung von Luft und Wasser. Darüber hinaus können auf eigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen entgegnen wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft. Als Unternehmensgruppe mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Die Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir als "gering" ein und begegnen ihnen mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem Debitorenmanagement, das der Begrenzung von Forderungsausfällen dient, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir zusammengenommen als "mittel". Wir entwickeln unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter, um noch besser über den jeweiligen aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Cyber-Risiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen und auch auf thyssenkrupp nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen mit dem Ziel der Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDV-Sicherheitsfachleute unterstützend; diese wird kontinuierlich ausgebaut. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Ein sehr wichtiges Thema ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und arbeiten daran, dass durch eine entsprechende technische Unterstützung die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen gewährleistet ist.

Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten und -koordinatoren der Gruppe stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und der jeweils anwendbaren lokalen Gesetze verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen sind darauf gerichtet, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation der Gruppe kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Pandemiebedingt kann es darüber hinaus zu vorübergehenden Personalengpässen kommen, wobei der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter für uns höchste Priorität hat. Auch andere Extremereignisse, wie Terroranschläge oder schwere Unfälle, können zu einem Mitarbeiterausfall führen. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt als "gering" ein, wobei die konjunkturellen Risiken aus der Corona-Pandemie im Cluster "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" berücksichtigt sind.

thyssenkrupp positioniert sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an die Gruppe. Dazu gehören eine konsequente Führungskräfteentwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um Nachwuchs für uns in ausreichender Menge und Qualität zu gewinnen.

Operative Risiken der Geschäfte

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst die Ergebnissituation sowie das Netto-Umlaufvermögen des Segments. Während Materials Services aktuell vom Konjunkturzyklus profitiert, können sich die zugrunde liegenden Effekte in absehbarer Zeit wieder abschwächen bzw. umkehren.

Gerade mit Blick auf die derzeit herrschende Materialknappheit und die weiterhin bestehenden Auswirkungen und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird deutlich, dass strategische Partnerschaften mit Lieferanten essenziell für die Stabilität des Beschaffungsprozesses sind. Dank seiner Multi-Sourcing-Strategie kann das Segment kurzfristig auf mögliche Disruptionen in der Lieferkette reagieren, denn die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Geschäftsmodells von Materials Services. Deshalb arbeitet das Segment permanent daran, seine Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Materials Services reduziert konjunkturell bedingte Risiken durch seine Präsenz auf allen Kontinenten.

Zusätzlich reduziert das Segment konjunkturell bedingte Risiken durch seine internationale Präsenz, seinen hohen Diversifizierungsgrad und seine breite Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl der Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige. So kann Materials Services sowohl etwaige Produktionsstopps bei einzelnen Kunden als auch branchenspezifische Nachfragerückgänge abfedern (beispielsweise im Hinblick auf den Halbleitermangel im Automobilsektor oder die weiterhin bestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Luftfahrtindustrie). Dadurch ergibt sich insgesamt eine signifikante Risikostreuung.

Mit seinen Kostensenkungsmaßnahmen arbeitet Materials Services daran, die Effizienz zu steigern und die Wirtschaftlichkeit des Segments zu erhöhen. Gleichzeitig gewährleistet ein ganzheitlicher Innovationsprozess die beschleunigte Einführung neuer digitaler und KI-basierter Lösungen rund um Werkstoffe und Dienstleistungen. Eine KI-basierte Lieferketten-Prognose ist nur eines von vielen Projekten in diesem Zusammenhang.

Darüber hinaus will Materials Services seine Absicherung gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen und Wechselkursen auf Basis von Big Data weiter verbessern. Dem Risiko von Forderungsausfällen wiederum begegnet das Segment durch systematisches Management des Nettoumlaufvermögens und ein effizientes Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente hat seit Beginn der Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen.

Industrial Components - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Nachfragerisiken im Bereich Windenergie durch die teilweise bestehende Abhängigkeit von nationalen Förderprogrammen für erneuerbare Energien bzw. lokalen Einschränkungen hinsichtlich etwa der Aufstellung von Windkraftanlagen. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Allgemeiner Maschinenbau unsere Ziele in diesen Märkten gefährden. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Höhere als erwartete Faktorkostensteigerungen, insbesondere beim Vormaterial, können sich negativ auf die Ergebnismargen auswirken. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Um die genannten Preisrisiken zu begrenzen, investieren wir außerdem in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

Sollte die weltweite Halbleiter-Knappheit zu weiteren Produktionsausfällen im Lkw- und Baumaschinen-Markt führen, besteht für unser Schmiedegeschäft das Risiko, die Prognosewerte nicht zu erreichen. Darüber hinaus stellt die Energiewende hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie und damit zum Beispiel auch unseren Schmiedestandort in Deutschland vor große Herausforderungen.

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Aktuell ist die Weltwirtschaft weiterhin von der Corona-Pandemie beeinflusst. Zwar konnte sie sich im Vergleich zum Vorjahr erholen, das Niveau der Vor-Corona-Zeit konnte aber noch nicht wieder erreicht werden.

Weiterhin bestehen erhebliche Risiken aufgrund neuer Infektionswellen, weiterer Lockdown-Maßnahmen sowie daraus resultierender Versorgungsengpässe bei Vormaterialien (z.B. Halbleiterprodukte), die bei unseren Kunden sowohl zur Priorisierung bestimmter Fahrzeugmodelle als auch zu Produktionsstillständen führen können. Als Folge drohen plötzliche Abrufkürzungen durch die Kunden, die auch bei uns zu Produktionsstillständen und nicht optimalen Werksauslastungen führen können. Sollten diese Risiken eintreten, werden wir unter anderem das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um unseren qualifizierten Mitarbeiterstamm zu halten.

Unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang besetzen wir weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Risiken für Automotive Technology können aus künftigen Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen.

Zusätzliche Risiken können aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen, etwa Zöllen für Automobilexporte oder Zulieferteile. Mit Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen und einer Verstärkung der internationalen Präsenz (Lokalisierung) versucht Automotive Technology der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegenzuwirken.

Neben diesen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, eine hohe Wettbewerbsintensität und einen weiter zunehmenden Preisdruck. Diesem Preisdruck wollen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen begegnen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Logistik- und Lieferkette. Bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität, Ausbringungsprobleme einzelner Lieferanten sowie ein genereller Mangel bestimmter Bauteile, etwa von Halbleiterprodukten, ebenfalls zu Produktionsstillständen bei uns und in der Folge bei unseren Kunden führen.

Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Transportkapazitäten (Lkw, Schiffe, Container) sowie von Infrastruktureinrichtungen. Diesen Risiken wirken wir durch ein systematisches Lieferanten- und Logistikmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit entgegen. Im Hinblick auf die oben beschriebenen Corona-Risiken sind wir bestrebt, Force-Majeure-Klauseln in den Lieferverträgen zu verankern.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestaltete interne Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko einer schwankenden Nachfrage ausgesetzt. Diese kann durch die sich abschwächende Konjunktur aufgrund der Corona-Pandemie, durch Marktverzerrungen/-verschiebungen aufgrund von Handelskonflikten oder Schutzzöllen oder auch durch die teilweise kurzfristige Anpassung der Weiterverarbeitung unserer Stahllieferungen aufgrund von Verwerfungen in der Supply Chain bei unseren Kunden entstehen. Diesen Risiken begegnet Steel Europe mit Maßnahmen der Kundengewinnung und mit adäquaten Versandmengen für unterschiedliche Marktsegmente, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken tritt das Segment mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden entgegen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe mit seiner Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Markt- und Kundenorientierung, die es dem Segment ermöglichen soll, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie zielgerichtete Investitionen in relevante Forschungs- und Entwicklungsfelder mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich dazu bei, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert Steel Europe durch regelmäßige Bonitätsbewertungen der Geschäftspartner, ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung diversifizierter Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien, ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung. Durch die zunehmenden extremen Wetterbedingungen bestehen Risiken, die alle Verkehrsträger betreffen können, sodass Vormaterialien gegebenenfalls nicht wie geplant zur Verfügung stehen. Um Betriebsunterbrechungen aus diesem Grund zu vermeiden, treffen wir bei Bedarf vielfältige Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel die Verlagerung eines Teils der Warenströme auf die nicht betroffenen Verkehrsträger oder den Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen. Pandemiebedingt besteht weiterhin das Risiko einer Unterbrechung der globalen Lieferketten.

Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten wirkt Steel Europe mit dem Einsatz von Sicherungsgeschäften entgegen.

Das Kostenrisiko durch den Preisanstieg bei den Emissionszertifikaten wird auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) weiter Bestand haben, etwa durch die eingeführten Mechanismen zur Verknappung der Zertifikatsmenge sowie die Umsetzung des EU-Klimaziels bis 2030. Dem versuchen wir mit unserer implementierten Strategie der Sicherungsgeschäfte zu begegnen. Die aktuelle Diskussion zum Vorschlag der EU-Kommission, die Freizuteilung in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bei gleichzeitiger Einführung eines CO2 -Grenzausgleichs unter anderem für Stahl signifikant zu senken, begleiten wir aktiv.

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer auch pandemiebedingt möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem. Allerdings konnte ein grundsätzlicher Bestandsschutz für Eigenstromversorger auch im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) beibehalten werden. Diese Bestandsschutzregelungen müssen jedoch im Rahmen des Transformationsprozesses der Stahlindustrie weiterentwickelt werden, damit EEG-Umlagerisiken nicht den Weg hin zu einer CO2 -neutralen Stahlerzeugung konterkarieren. Die Stahlindustrie ist bei ihrer Transformation zudem auf jederzeit ausreichend verfügbare erneuerbare Strommengen zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Darüber hinaus werden Entlastungstatbestände, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im internationalen Wettbewerb sicherstellen sollen, immer restriktiver gehandhabt, was die Planungssicherheit zusätzlich gefährdet. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Marine Systems - Operative Risiken bei Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung teils erheblich verzögert war, konnten durch erfolgreich umgesetzte Maßnahmen stabilisiert und teilweise deutlich reduziert werden. Technischen und terminlichen Risiken aus neuen Systemen und Komponenten begegnet Marine Systems durch strukturierte Durchführung eigener technischer Mitigationsmaßnahmen und ein konsequentes Lieferanten- und Risikomanagement.

Unverändert bestehen grundsätzlich aufgrund möglicher politischer Entwicklungen in Kundenländern oder umliegenden Regionen Risiken durch nicht erteilte Exportgenehmigungen für unsere Projekte. Im Berichtszeitraum konnte Marine Systems den Eintritt derartiger Risiken erfolgreich abwehren und alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen erhalten.

Aufgrund der anhaltenden Rohstoff- und Komponentenknappheit kann eine Auswirkung auf die Lieferzeiten bei Marine Systems nicht vollständig ausgeschlossen werden. Des Weiteren bleibt zu beobachten, ob sich die pandemiebedingt veränderte Haushaltslage in den bedienten Kundenländern auf die Beschaffungsintensität auswirkt.

Multi Tracks - Das Marktumfeld in unserem Anlagenbau und auch in den anderen unter dem Segment Multi Tracks zusammengefassten Geschäften ist pandemiebedingt volatil, was sich in Verschiebungen von neuen Projekten und bei laufenden Aufträgen in langsameren Projektfortschritten niederschlägt. Das Service-Geschäft ist hingegen stabil.

Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir im Anlagenbau durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

In der Business Unit Springs & Stabilizers bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Abnahmemengen wegen der anhaltenden Halbleiter-Krise der Automobilindustrie und daraus resultierenden Produktionsproblemen unserer Kunden. Den anlaufbedingten Risiken in unserem ungarischen Werk begegnen wir mit einem umfassenden Maßnahmenprogramm. Dazu gehören strukturelle und prozessuale Ansätze ebenso wie Trainings- und Schulungsmaßnahmen.

Im Bereich Automation Engineering wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zur Kapazitätsanpassung umgesetzt. Eine Markterholung im Bereich Antriebsmontage konnte bisher noch nicht festgestellt werden mit möglichen Folgen für den Auftragseingang.

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a und 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2021 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a und 315a HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:

direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG zum 30. September 2021 laut einer freiwilligen Information vom September 2021,
indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014; dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat er die Fassung des § 5 der Satzung angepasst, nachdem die in § 5 Abs. 5 und 6 geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals zum 16. Januar 2019 ausgelaufen waren.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,5 Mrd €. Bei dem größten Teil dieser Kreditlinien haben die Banken unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.

Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 4,5 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
In den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrags durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels vereinbart worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Falle eines Kontrollwechsels haben Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch die Vorstandsmitglieder haben diese Anspruch auf eine Abfindung in Höhe des Jahresfestgehalts und der voraussichtlichen STI-Leistungen für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags, jedoch begrenzt auf maximal zwei Jahresvergütungen, bestehend aus Festgehalt und STI. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt. Die zugehörigen Regelungen sind im Vergütungsbericht im Abschnitt "Leistungen bei Vertragsbeendigung - Change of Control" dargestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Abs. 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate-Governance-Berichterstattung. Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig. Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst bei thyssenkrupp sämtliche Bereiche der Gruppe.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2021 auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde:

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") und wird diesen auch künftig entsprechen.

Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 6. Februar 2021 sämtlichen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2021

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz

Die thyssenkrupp AG hatte in ihrer Entsprechenserklärung zum 1. Oktober 2020 Abweichungen vom DCGK erklärt, die sich sämtlich auf die durch den Kodex vom 16. Dezember 2019 neu eingeführten Regelungen zur Vorstandsvergütung bezogen (G.1 [Festlegung des Vergütungssystems], G.3 [Vergleichsgruppe anderer Unternehmen], G.7 [Festlegung der Leistungskriterien variabler Vergütungsbestandteile], G.9 [Nachvollziehbarkeit der Zielerreichung], G.10 [Verfügung über langfristig variable Gewährungsbeträge] und G.11 [Möglichkeit des Einbehalts und der Rückforderung variabler Vergütungskomponenten]). Der Hauptversammlung 2021 wurde ein neues, sämtlichen Vorgaben des DCGK entsprechendes Vorstandsvergütungssystem vorgelegt und von dieser mit einer Mehrheit von 96,70 % des vertretenen Kapitals gebilligt. Daraufhin wurde im Februar 2021 eine anlassbezogene unterjährige Entsprechenserklärung abgegeben, dass die thyssenkrupp AG wieder vollumfänglich den Empfehlungen des DCGK entspricht.

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Einbindung in die Gruppe berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2021 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild der Gruppe Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln, auch für unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. thyssenkrupp verfolgt zudem die Strategie, in den einzelnen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Über unsere umfassende Nachhaltigkeitsagenda informieren wir ausführlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung integriert im Geschäftsbericht (Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele" und Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben") sowie auf unserer Website.

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem gruppenweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe gültigen GRC-Policy verankert ist.

Als konzeptionellen Rahmen verwendet thyssenkrupp das international verbreitete und auf die Organisation der Gruppe angepasste sogenannte Modell der drei Abwehrlinien (Three-Lines-of-Defense-Modell). Dieses Modell veranschaulicht die Zuständigkeiten für das Management der Risiken der thyssenkrupp-Gruppe innerhalb der jeweiligen Abwehrlinie und wie sich diese innerhalb des GRC-Modells voneinander abgrenzen.

MODELL DER DREI ABWEHRLINIEN

Risiken müssen in der 1. Abwehrlinie erfasst und dort gemanagt werden, wo sie entstehen. Es stehen dabei verschiedene Risikosteuerungsmaßnahmen zur Verfügung, um die Risiken auf ein angemessenes Maß zu reduzieren. Das systematische Risikomanagement in den operativen Einheiten der 1. Abwehrlinie soll möglichst durch automatisierte interne Kontrollen in den Geschäftsprozessen gestärkt werden. Da dies nicht in jedem Fall vollständig möglich ist, muss das Management die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems über weitere Kontrollmaßnahmen sicherstellen.

Die 2. Abwehrlinie umfasst Funktionen wie Controlling, Accounting & Risk und Legal & Compliance. Diese übernehmen gruppenweite Governance-Aufgaben und setzen den Rahmen für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance - etwa durch verbindliche interne Regelwerke - und unterstützen die 1. Abwehrlinie beim Management der Risiken. Zugleich überwachen und managen diese Funktionen die Risiken der Unternehmensgruppe aus übergeordneter Sicht. Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance wird ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet.

Wesentliche Merkmale unseres internen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der gruppenweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Compliance ist eine Frage der Haltung.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Compliance Verstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstößen, insbesondere in Bezug auf unsere Compliance Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht, begegnen wir mit "Null Toleranz". Gleichzeitig bringt das Compliance Commitment aber auch unsere positive Grundhaltung zu Compliance zum Ausdruck: Wir halten uns aus Überzeugung an die Regeln.

Der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, berichtet über den zuständigen Head of Corporate Center an das für Compliance zuständige Vorstandsmitglied der thyssenkrupp AG.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als 3. Abwehrlinie überwacht die Funktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit, Zweckmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der Prozesse und Systeme sowie die Wirksamkeit der Kontrollsysteme der anderen beiden Abwehrlinien. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet halbjährlich bzw. bei Bedarf über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einem externen Quality Assessment unterzogen; das letzte Quality Assessment wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erfolgreich abgeschlossen.

Ergänzt wird das Modell der drei Abwehrlinien durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Vorstand

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe sie beachten. Der Vorstand hat für die Ausgestaltung der Compliance und des Risikomanagements angemessene Systeme etabliert. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in § 7 Abs. 1 der Satzung und Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Der Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert sie den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Er wird von dem regelmäßig tagenden Executive Committee, bestehend aus den CEOs der Segmente, den Leitern der Corporate Center und einem Vertreter der Regionen beraten. Im Veränderungsprozess zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe können Geschäftskompetenzen so stärker als bisher in die Überlegungen auf Gruppenebene einfließen und die Rolle der Geschäfte weiter stärken.

Vergütungssystem und Bezüge der Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat hat am 18. November 2020 ein Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das den durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) und des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 geänderten Anforderungen an die Vorstandsvergütung entspricht. Das Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung 2021 mit 96,70 % gebilligt.

Den Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG finden Sie im gleichnamigen Kapitel des vorliegenden Geschäftsberichts. Darüber hinaus ist der Vergütungsbericht einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers, das geltende Vergütungssystem und der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung auf unserer Website öffentlich gemacht. Einzelheiten zu dem neuen Vergütungssystem sind zudem in der Einladung zur Hauptversammlung 2021 enthalten.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate-Governance > Vergütungsbericht

Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht. Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Gruppenabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebericht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Gruppenabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 / 2021 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit einer Mehrheit von 99,71 % des vertretenen Kapitals ebenfalls gebilligt. Damit wurde das am 17. Januar 2014 durch die Hauptversammlung beschlossene System ohne Veränderungen bestätigt. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden von dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und ein weiteres Mitglied über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Bernhard Günther [Vorsitzender], Friederike Helfer, Tanja Jacquemin, Jürgen Kerner, Dirk Sievers und Dr. Verena Volpert) und dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Friederike Helfer, Jürgen Kerner, Dr. Ingo Luge, Tekin Nasikkol, Peter Remmler und Dirk Sievers). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm [Vorsitzender], Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten zu den Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht.

→ www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen die Aufgaben nicht abschließend übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die letzte Selbstbeurteilung wurde im Geschäftsjahr 2019 / 2020 von externer und unabhängiger Seite begleitet.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berater- oder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe unter Nr. 23 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurden der Gesellschaft keine Geschäfte gemeldet. Die bisher getätigten Geschäfte wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2021 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Grundsätzlich können Aktionäre ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann die Hauptversammlung in voller Länge live verfolgt werden. Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle rechtlich erforderlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung.

→ www.thyssenkrupp.com > Investoren > Hauptversammlung

Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Hauptversammlung 2021 gemäß § 1 Abs. 1 und Abs. 2 des "Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie" ("Covid-Gesetz") entschieden, diese ohne physische Präsenz der Aktionäre und ihrer Bevollmächtigten abzuhalten. Die Aktionäre und Bevollmächtigten konnten ihre Rechte wie bisher schriftlich über das InvestorPortal ausüben, das wie in den Vorjahren - auf der Website von thyssenkrupp zur Verfügung stand. Die Hauptversammlung wurde in voller Länge auf der Website der Gesellschaft bzw. im InvestorPortal übertragen. Dort standen den Aktionären frühzeitig alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung. Als zusätzliche Funktion konnten aufgrund des Covid-Gesetzes Fragen bis spätestens zwei Tage vor der Hauptversammlung elektronisch im InvestorPortal eingereicht werden. Alle eingereichten Fragen wurden von der Gesellschaft strukturiert nach Themenblöcken beantwortet.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

PwC ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 / 2021, zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 und zum Prüfer für diejenigen Zwischenberichte des Geschäftsjahres 2021 / 2022, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2022 erstellt werden. PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2012 nach externer Ausschreibung. Die Pflicht zur externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers nach der EU-Verordnung 537 / 2014 besteht für die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2022 / 2023. Das gesetzlich vorgesehene Ausschreibungsverfahren wurde durchgeführt. Nähere Informationen hierzu sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe sind Harald Kayser (seit dem Geschäftsjahr 2017 / 2018) und Michael Preiß (seit dem Geschäftsjahr 2015 / 2016). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen werden erfüllt.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene und die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindesthöhe des Frauenanteils von 30 % ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Auf Anteilseignerseite sind im Berichtszeitraum fünf weibliche Mitglieder, und auf Arbeitnehmerseite vier weibliche Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt worden, woraus sich ein Frauenanteil zum 30. September 2021 von 45 % ergibt.

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll. Mit der Bestellung von Martina Merz in den Vorstand der thyssenkrupp AG liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 33 %.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 für die erste Führungsebene von 8 % auf 11 % und für die zweite Führungsebene von 23 % auf 25 % festgelegt, die beide bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen.

Des Weiteren haben weitere mitbestimmte Gesellschaften in der Unternehmensgruppe für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsleitung und in deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für deren Erreichung beschlossen und beides entsprechend der gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem Aktiengesetz, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat und sind auch von dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand ausgerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: die Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats berücksichtigt die genannten Kriterien bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand. Das Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands ist im Berichtszeitraum, in dem es keine Wechsel im Vorstand gegeben hat, erfüllt. Insbesondere verfügen die Vorstandsmitglieder über langjährige Erfahrung in den ihnen zugewiesenen Ressorts. Zudem ist mit Martina Merz eines von drei Vorstandsmitgliedern weiblich.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei weitere wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen, sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. Der Nominierungsausschuss berücksichtigt bei seiner Suche nach Kandidaten für den Aufsichtsrat auf Seiten der Aktionärsvertreter das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Der Aufsichtsrat hat die bestehenden Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil entsprechend der Anforderungen des DCGK in seiner aktuellen Fassung im Mai 2020 aktualisiert. Diese sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;

industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance

Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;

maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann;
das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als 12 Jahre an;

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als 12 Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet);

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil. Die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung werden in den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt, zuletzt bei der in der Hauptversammlung 2021 erfolgten Wahl des zuvor gerichtlich bestellten Mitglieds des Aufsichtsrats, Dr. Verena Volpert.

Die Aufsichtsratsmitglieder verfügen insbesondere über die im Kompetenzprofil enthaltenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich: Birgit Behrendt, Stefan Erwin Buchner, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm und Dr. Verena Volpert sowie die inzwischen ausgeschiedenen Dr. Ingrid Hengster und Dr. Lothar Steinebach. Insbesondere sind als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung Dr. Bernhard Günther, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, und mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung Dr. Verena Volpert anzusehen. Die Aufsichtsratsmitglieder sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem thyssenkrupp tätig ist, vertraut.

Gruppenabschluss

thyssenkrupp-Gruppe - Bilanz

Aktiva

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2020 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 04 2.075 1.892
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 05 6.319 6.513
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 06 722 670
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 658 718
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 230 337
Aktive latente Steuern 31 497 472
Langfristige Vermögenswerte 10.501 10.602
Vorräte 08 5.922 7.116
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 4.833 4.308
Vertragsvermögenswerte 10 1.575 1.434
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 535 849
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 12 1.414 1.386
Laufende Ertragsteueransprüche 162 123
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 34 11.547 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 0 2.019
Kurzfristige Vermögenswerte 25.989 26.209
Summe Vermögenswerte 36.490 36.811

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.2020 30.9.2021
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 1.472 1.771
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 80 372
davon Veräußerungsgruppen - - 34
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 9.810 10.400
Nicht beherrschende Anteile 364 445
Eigenkapital 13 10.174 10.845
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 8.560 7.896
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 289 298
Sonstige Rückstellungen 16 507 513
Passive latente Steuern 31 58 60
Finanzschulden 17 5.303 3.784
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 96 66
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 6 1
Langfristige Verbindlichkeiten 14.819 12.619
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 16 156 176
Sonstige Rückstellungen 16 1.188 1.175
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 166 151
Finanzschulden 17 1.199 1.640
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18 3.475 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19 665 729
Vertragsverbindlichkeiten 10 3.073 2.205
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 20 1.575 1.794
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 03 0 1.232
Kurzfristige Verbindlichkeiten 11.497 13.347
Verbindlichkeiten 26.316 25.966
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.490 36.811

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gewinn- und Verlustrechnung

thyssenkrupp-Gruppe -

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 2019/2020 2020/2021
Umsatzerlöse 24, 25 28.899 34.015
Umsatzkosten 04, 05 -29.184 -29.659
Bruttoergebnis vom Umsatz -285 4.356
Forschungs- und Entwicklungskosten -247 -234
Vertriebskosten -2.195 -2.379
Allgemeine Verwaltungskosten -1.881 -1.540
Sonstige Erträge 26 245 323
Sonstige Aufwendungen 27 -897 -114
Sonstige Gewinne und Verluste 28 1 32
Betriebliches Ergebnis -5.260 443
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4 -106
Finanzierungserträge 1.188 725
Finanzierungsaufwendungen -1.525 -962
Finanzergebnis 29 -333 -343
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) -5.593 101
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31 52 -120
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -5.541 -19
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 03 15.134 - 6
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 - 25
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 9.585 -115
Nicht beherrschende Anteile 8 90
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 -25
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 32
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -8,91 -0,17
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 15,40 -0,18

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Gesamtergebnisrechnung

thyssenkrupp-Gruppe -

Mio € 2019/2020 2020/2021
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 - 25
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -246 455
Steuereffekt -1.006 -23
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt -1.252 432
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 2 6
Steuereffekt 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 2 6
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 0 3
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden -1.250 440
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -468 127
Realisierte (Gewinne)/Verluste 146 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -322 128
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -3 9
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 0 - 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -3 8
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -10 - 20
Realisierte (Gewinne)/Verluste 5 7
Steuereffekt 1 4
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -4 - 9
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 35 48
Realisierte (Gewinne)/Verluste -13 46
Steuereffekt 1 - 3
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 23 90
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt -3 83
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können -309 300
Sonstiges Ergebnis -1.559 740
Gesamtergebnis 8.034 715
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 8.061 611
Nicht beherrschende Anteile -28 105
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten -6.772 617
Nicht fortgeführte Aktivitäten 14.833 -6

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Eigenkapitalveränderungsrechnung

thyssenkrupp-Gruppe -

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
--- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
--- --- --- --- ---
Stand am 30.9.2019 622.531.741 1.594 6.664 -6.859
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 1
Stand am 1.10.2019 622.531.741 1.594 6.664 -6.860
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.585
Sonstiges Ergebnis -1.251
Gesamtergebnis 8.333
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen 0
Stand am 30.9.2020 622.531.741 1.594 6.664 1.472
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -115
Sonstiges Ergebnis 434
Gesamtergebnis 319
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung 0
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften - 7
Sonstige Veränderungen -14
Stand am 30.9.2021 622.531.741 1.594 6.664 1.771
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
--- --- ---
Stand am 30.9.2019 187 7
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16
Stand am 1.10.2019 187 7
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis -280 - 2
Gesamtergebnis -280 - 2
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2020 -93 6
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 111 4
Gesamtergebnis 111 4
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2021 19 10
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- ---
Cashflow-Hedges
--- --- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente Wertminderungen Finanzinstrumente Designierte Risikokomponente Kosten der Absicherung Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt
--- --- --- --- --- ---
Stand am 30.9.2019 0 46 68 - 1 43
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16
Stand am 1.10.2019 46 68 - 1 43
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 2 -4 15 0 -3
Gesamtergebnis 2 -4 15 0 -3
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2020 2 42 84 - 1 40
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 6 -9 133 -36 83
Gesamtergebnis 6 -9 133 - 36 83
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Kapitalerhöhung
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.9.2021 8 33 217 - 37 123
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Insgesamt Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand am 30.9.2019 1.751 469 2.220
Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 16 - 1 0 - 1
Stand am 1.10.2019 1.750 469 2.219
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.585 8 9.592
Sonstiges Ergebnis - 1.523 -36 - 1.559
Gesamtergebnis 8.061 - 28 8.034
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -40 - 40
Sonstige Veränderungen 0 -38 - 38
Stand am 30.9.2020 9.810 364 10.174
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 115 90 - 25
Sonstiges Ergebnis 725 15 740
Gesamtergebnis 611 105 715
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -44 - 44
Kapitalerhöhung 0 2 2
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften - 7 4 -3
Sonstige Veränderungen - 14 16 2
Stand am 30.9.2021 10.400 445 10.845

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Kapitalflussrechnung

thyssenkrupp-Gruppe -

Mio € 2019/2020 2020/2021
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 9.592 -25
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -15.134 6
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) -185 -67
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 4.180 1.064
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -3 -159
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam -4 106
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -16 -45
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 1.132 -1.816
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -932 -35
- Vertragsvermögenswerte -583 62
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -226 -132
- Sonstige Rückstellungen -81 116
-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.089 1.400
-Vertragsverbindlichkeiten 339 -358
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -216 -24
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten -4.224 94
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 898 -3
Operating Cashflow -3.326 92
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -4 - 1
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 -36
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.265 -1.404
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -69 -44
Investitionen in Termingelder -850 0
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 5 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.697 1
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 57 122
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 25 1
Desinvestitionen von Termingeldern 0 850
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 12.595 -510
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -181 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 12.414 -510
Tilgung von Anleihen -750 -850
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.564 222
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -4.642 -264
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -143 -148
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -721 -140
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -40 -44
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 -3
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 937 -3
Sonstige Finanzierungsvorgänge -156 -52
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -952 -1.283
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -1.010 3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.963 -1.280
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.125 -1.698
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -134 18
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.706 10.697
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 10.697 9.017
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen 0 42
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 16 10
Zinsauszahlungen -222 -159
Erhaltene Dividenden 15 17
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -130 -177

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Anhang

thyssenkrupp-Gruppe -

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Die Anschrift lautet: thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochterunternehmen ("Gruppe") zum 30. September 2021 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 9. November 2021 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Gruppenabschluss wurde unter Anwendung von §315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Gruppenabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen der Gruppe durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Gruppenabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Gruppenabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Gruppenunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Gruppenabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit die Gruppe Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt die Gruppe maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn die Gruppe einen Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50% hält. Soweit ein Gruppenunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil der Gruppe an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochterunternehmen ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Gruppenabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Gruppenwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für die thyssenkrupp-Gruppe wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1 € Jahresdurchschnittskurs Basis 1€
30.9.2020 30.9.2021 2019/2020 2020/2021
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,17 1,16 1,12 1,20
Chinesische Renminbi Yuan 7,97 7,48 7,85 7,78
Schweizerische Franken 1,08 1,08 1,07 1,09
Polnische Zloty 4,55 4,62 4,39 4,54

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen der Gruppe zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.

Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die Gruppe die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene in der thyssenkrupp-Gruppe dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes. Bei der Zuordnung des Wertminderungsaufwands wird der Buchwert nicht unter den höchsten Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, Nutzungswert und Null herabgesetzt (Wertuntergrenze des IAS 36.105).

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Ein Vertrag begründet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt,

die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts (des Leasinggegenstandes)
für einen bestimmten Zeitraum
gegen Zahlung eines Entgelts

zu kontrollieren.

Als Leasingnehmer bilanziert die Gruppe grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögenswertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln unter Berücksichtigung des jeweiligen Währungsraums.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,
variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,
erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien,
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde und
Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Leasingverbindlichkeit,
bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,
anfängliche direkte Kosten und
Rückbauverpflichtungen.

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben.

Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit.

Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. thyssenkrupp hat bestimmte Anlagenklassen (z. B. PCs, Telefone, Drucker, Kopierer) identifiziert, in denen regelmäßig Leasinggegenstände von geringem Wert enthalten sind. Außerhalb dieser Anlagenklassen werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000€ als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Des Weiteren werden die neuen Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Daneben werden gruppeninterne Leasingverhältnisse gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich auch zukünftig wie Operating-Lease-Verhältnisse gemäß IAS 17 dargestellt.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten der Gruppe eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt.

Als Leasinggeber bei einem Operating Lease weist die Gruppe das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die Summe der Leasingzahlungen wird als Miet- und Pachterträge in den Umsatzerlösen ausgewiesen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt.

Als Leasinggeber bei einem Finance Lease weist die Gruppe Forderungen in Höhe des Barwertes der abgezinsten Leasingzahlungen zuzüglich des ungarantierten Restwertes aus dem Leasingverhältnis aus.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen.

Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sowie die zinslosen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung (vgl. Anhang-Nr. 03).

Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.

Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp mit Ausnahme der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung das Wahlrecht einheitlich ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Die Wertänderungen der Vorzugsaktien werden hingegen erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) ausgewiesen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust, mit Ausnahme der langfristigen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich zwei Modelle entwickelt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für Elevator erfolgte aufgrund der von der restlichen Gruppe abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung tragen. Ein Ausfall wird grundsätzlich nach 360 Tagen angenommen.

Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder umfassen Barmittel, Sichteinlagen und finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen sowie kurzfristige Termingelder mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls realisiert wurden.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivativen Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.

Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern auf Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst.

In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Grundsätzlich ermitteln sich die Ertragsteuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen Gewinne.

Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Laufende Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Bilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen der Gruppe aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Gruppe verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multiemployer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn die Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Die Gruppe verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 unterhält die Gruppe einen Vergütungsplan mit Ausgleich durch Aktien. Hiernach erhalten die Vorstände einen Teil der kurz- und langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile (STI und LTI) in Form von Aktien. Sofern die bestehenden Tranchen der Incentivepläne betroffen sind, erfolgte eine Umgliederung der Rückstellung in das Eigenkapital, im Übrigen wird der Aufwand linear über den Erdienungszeitraum verteilt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlangung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.

Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.

Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.

Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und die Gruppe über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung der thyssenkrupp-Gruppe ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Gruppenabschluss abgeleitet mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Gruppe weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Die Gruppe weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte gesonderte Komponente der Gruppe (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente der Gruppe in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

In der Regel klassifiziert die Gruppe Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Gruppenunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Gruppenabschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen in der Gruppe und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der derzeitigen weltweiten Corona-Pandemie. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Gruppenabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz der Gruppe ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft die Gruppe jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat die Gruppe einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen die Gruppe tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Leasing

Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Vertragskonditionen bieten thyssenkrupp als Leasingnehmer eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit eines entsprechenden Leasingvertrags werden sämtliche Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung einer Verlängerungs- bzw. zur Nichtausübung einer Kündigungsoption haben. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit werden etwaige Optionen nur berücksichtigt, sofern sie als hinreichend sicher eingeschätzt werden. Im Falle sich im Zeitablauf ändernder Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgten auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.

Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden

Bestimmte Gruppengesellschaften, insbesondere bei Elevator Technology, Plant Technology sowie Marine Systems, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.

Die im Falle von Verträgen mit Kunden, die mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen enthalten, notwendige Aufteilung des Transaktionspreises auf die unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen erfolgt anhand der relativen Einzelveräußerungspreise. Die verwendeten relativen Einzelveräußerungspreise entsprechen grundsätzlich direkt beobachtbaren Marktpreisen, zu denen die Gruppengesellschaft die Leistungsverpflichtungen separat an andere Kunden verkauft. Ist der Einzelveräußerungspreis nicht direkt beobachtbar, so erfolgt eine bestmögliche Schätzung des Einzelveräußerungspreises. In diesen Fällen kommen die Methode der angepassten Marktbeurteilung, die Kostenzuschlagsmethode oder die Restwertmethode zur Anwendung.

Ertragsteuern

Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Pandemie wurden die kritischen Sachverhalte Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (vgl. Anhang-Nr. 04 und 05), aktive latente Steuern (vgl. Anhang-Nr. 31), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte (vgl. Anhang-Nr. 09 und 10) einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Das Berichtsjahr war weiterhin von Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie geprägt. Die thyssenkrupp-Gruppe insgesamt konnte jedoch von deutlich rückläufigen Corona-Einflüssen profitieren. Während die Markerholung insbesondere in unseren Materialgeschäften bei Materials Services und Steel Europe zu einem signifikant verbessertem Bereinigten EBIT aufgrund steigender Mengen und Preise führte, konnten Industrial Components, Automotive Technology und Multi Tracks ebenfalls von Erholungseffekten profitieren. Marine Systems und Corporate Headquarters wiesen keine wesentlichen Pandemieauswirkungen auf.

Auswirkungen des Klimawandels

Insbesondere wurde im Berichtsjahr überprüft, ob der Grund für die im Vorjahr nach IAS 36 vorgenommene wesentliche Wertminderung bei Steel Europe weiterhin vollständig oder teilweise noch besteht. Seit Beginn des Berichtsjahres sehen wir eine starke Erholung der Stahlpreise und Mengen, welche im Vorjahr so unter dem Eindruck der Corona-Pandemie nicht erwartet wurde und auch zu einer verbesserten Erwartung zumindest hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Ertragslage bei Steel Europe führt. Generell steht die Stahlindustrie als eine der größten CO2 -Emittenten zukünftig vor großen strukturellen Herausforderungen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So hat im Berichtsjahr die gesellschaftliche und politische Diskussion um notwendige bzw. zu verschärfende Klimaschutz-Maßnahmen an Dynamik gewonnen, welches insbesondere bei Steel Europe zu weiteren finanziellen Risiken mit Blick auf die im Vorjahr bereits angepasste mittel- und nachhaltige Cash-Flow-Erwartung führt. Die Wertminderung aus dem Vorjahr bleibt somit vollständig bestehen.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2020/2021 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

Änderungen am IFRS Rahmenkonzept: "Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards", Veröffentlichung im März 2018
Änderungen an IFRS 3: "Definition of a Business (Amendments to IFRS 3)", Veröffentlichung im Oktober 2018
Änderungen an IAS 1 und IAS 8: "Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material", Veröffentlichung im Oktober 2018
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: "Interest Rate Benchmark Reform", Veröffentlichung im September 2019

Dagegen wendet thyssenkrupp das Wahlrecht der im Mai 2020 veröffentlichten Änderung an IFRS 16 "Leases COVID-19 Related Rent Concessions" nicht an, wonach die Bilanzierung von Zugeständnissen wie Stundung der Mietraten oder Mietpreisnachlässe, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Corona Pandemie gewährt werden, vereinfacht erfolgen kann.

Veröffentlichte, aber 2020/2021 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat folgende Standards bzw. Änderungen von Standards herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Die Gruppe geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards, Interpretationen und Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
IFRS 17 "Insurance Contracts", Veröffentlichung im Mai 2017, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements: Classification of Liabilities as Current or Non-current", Veröffentlichung im Januar 2020 bzw. Juli 2020, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IFRS 3, IAS 16, IAS 37 und Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2018-2020, Veröffentlichung im Mai 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2022/2023
Änderungen an IFRS 4 "Insurance Contracts - deferral of IFRS 9", Veröffentlichung im Juni 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2021/2022
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 "Interest Rate Benchmark Reform - Phase 2", Veröffentlichung im August 2020, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2021 /2022
Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies", Veröffentlichung im Februar 2021, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 8 "Accounting policies, Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates", Veröffentlichung im Februar 2021, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024
Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction", Veröffentlichung im Mai 2021, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2023/2024

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2019/2020 und 2020/2021 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.9.2019 108 348 456
Zugänge 2 6 8
Abgänge -17 -116 -133
Stand am 30.9.2020 93 238 331
Zugänge 6 10 16
Abgänge -5 -7 -12
Stand am 30.9.2021 94 241 335

Die Zugänge in 2020/2021 resultieren im Wesentlichen aus Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf Veräußerungen und Verschmelzungen zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe und Verkäufe" in dieser Anhang-Nr. sowie unter "Nicht fortgeführte Aktivität und Veräußerungsgruppen" in Anhang-Nr. 03.

2 (Vorjahr: 2) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,01 % des gesamten Gruppenumsatzes, ihr Ergebnis 0,26% des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,01% des Gruppeneigenkapitals.

11 (Vorjahr: 12) assoziierte Unternehmen und 11 (Vorjahr: 11) Joint Ventures werden in der Gruppe nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 6 (Vorjahr: 6) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 1,71 % des gesamten Gruppenergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,08% des Gruppeneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 4 (Vorjahr: 3) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Gruppenabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Gruppenabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die drei anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 2) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält die Gruppe maximal Anteile in Höhe von 1 %. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem die Gruppe keine Anteile hält. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen besteht ein Liefervertrag mit einem Gruppenunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).

Erwerbe und Verkäufe

Geschäftsjahr 2020/2021

Im Geschäftsjahr 2020/2021 tätigte die Gruppe kleinere Erwerbe bei Marine Systems und Industrial Components, die jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren sowie kleinere Veräußerungen bei Multi Tracks und Materials Services, die ebenfalls jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren; hierzu gehört auch Verkauf der Carbon Components, der im August 2021 an die Action Composites GmbH aus Österreich erfolgte.

Geschäftsjahr 2019/2020

Im Geschäftsjahr 2019/2020 tätigte die Gruppe kleinere Erwerbe bei Elevator Technology, die jeder für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren.

03 Nicht fortgeführte Aktivität und Veräußerungsgruppen

Nicht fortgeführte Aufzugaktivität

thyssenkrupp hatte Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach der Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgte der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020. Die Transaktion erfüllte die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasste Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Gemäß IFRS 5 werden für die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Darüber hinaus müssen die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden noch anfallenden nachlaufenden Aufwendungen und Erträge sowie Cashflows weiterhin separat in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen werden. Infolge des Ende Juli 2020 erfolgten Verkaufs war in der Bilanz zum 30. September 2020 ein gesonderter Ausweis der auf Elevator Technology entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht mehr erforderlich.

In der nachfolgenden Tabelle sind in 2019/2020 die Ergebnisse der bis Ende Juli 2020 als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Elevator Technology dargestellt. In 2020/2021 werden hier die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die aus beiderseitigen Verpflichtungen aus dem Vertrag über die Veräußerung der Aufzugaktivitäten im letzten Geschäftsjahr resultieren. Hier erfolgte eine Neueinschätzung der gegenseitigen Ansprüche und Verpflichtungen unter Berücksichtigung der in 2020/2021 erlangten Informationen.

NICHT FORTGEFÜHRTE AUFZUGAKTIVITÄTEN

Mio € 2019/2020 2020/2021
Umsatzerlöse 6.544 0
Andere Erträge 70 61
Aufwendungen -5.918 -67
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 695 - 6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -572 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 124 - 6
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 15.010 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 15.010 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 15.134 - 6
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 15.132 - 6
Nicht beherrschende Anteile 2 0

In 2019/2020 wurden gruppeninterne Aufwendungen und Erträge zwischen Gesellschaften der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten und der übrigen thyssenkrupp-Gruppe vollständig eliminiert.

Der Steueraufwand im Geschäftsjahr 2019/2020 der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten ist durch Abschreibungen der auf diesen Bereich entfallenden aktiven latenten Steuern in Höhe von 325 Mio € beeinflusst. Der wesentliche Teil entfällt auf die Abwertung der aktiven latenten Steuern auf ausgewählte, zeitlich unbefristete Nutzungsrechte an der Marke "thyssenkrupp". In Verbindung mit dem vollständigen Verkauf des Aufzuggeschäfts wurde auch eine Vereinbarung zur Rückabwicklung der Übertragung von Nutzungsrechten an der Marke thyssenkrupp getroffen, die im Geschäftsjahr 2018/2019 von der thyssenkrupp AG auf die thyssenkrupp Elevator AG übertragen wurden. Diese Rückabwicklung bedingt eine Wertberichtigung, da zukünftig voraussichtlich nicht ausreichend zu versteuernde Ergebnisse im deutschen Organkreis von Elevator auf absehbare Zeit zur Verfügung stehen werden.

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Diese Beteiligung setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:

Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten. Angaben nach den Regeln des IFRS 12 sind in Anhang-Nr. 06 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang-Nr. 24.
Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden. Die Anhangangaben nach IFRS 7 sind in Anhang-Nr. 22 enthalten. Zur Behandlung im Rahmen der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Anhang Nr. 24.

Veräußerungsgruppen

Im Rahmen der Transformation und strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp erfolgt auch eine Fokussierung des Portfolios. In diesem Zusammenhang wurden im 4. Quartal 2020/2021 die Verkäufe von Mining, Infrastructure und dem Edelstahlgeschäft eingeleitet, die jedoch nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für den Ausweis einer nicht fortgeführten Aktivität erfüllen. Damit sind die jeweiligen Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt der Veräußerung weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auszuweisen sowie die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der jeweiligen Veräußerungsgruppe in der Bilanz zum 30. September 2021 separat in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" bzw. "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" auszuweisen.

Veräußerungsgruppe Mining

Am 29. Juli 2021 hat thyssenkrupp den Verkauf des Mining-Geschäfts aus dem Segment Multi Tracks mit dem dänischen Unternehmen FLSmidth vereinbart (Signing). Die Veräußerungsgruppe ist Anbieter von Technologien für die Miningindustrie. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. Mit dem Signing starten umfangreiche Carve out-Aktivitäten, deren Abschluss bis zu einem Closing in einem Zeitraum von ungefähr zwölf Monaten nach Signing erwartet wird.

Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis beträgt - 30 Mio €.

VERÄUSSERUNGSGRUPPE MINING

Mio € 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 93
Sachanlagen 66
Aktive latente Steuern 18
Vorräte 98
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 115
Vertragsvermögenswerte 74
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 33
Laufende Ertragsteueransprüche 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 532
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 37
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 4
Sonstige langfristige Rückstellungen 4
Langfristige Finanzschulden 6
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 10
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 39
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Kurzfristige Finanzschulden 3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 95
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Vertragsverbindlichkeiten 167
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 78
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 445

Veräußerungsgruppe Infrastructure

Am 5. August 2021 hat thyssenkrupp mit der FMC Beteiligungs KG einen Vertrag zum Verkauf der Infrastructure aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe ist im Tief-, Hafen- und Spezialtiefbau sowie im Ingenieurbau tätig. Das Produktportfolio umfasst die Bereiche Profile und Ankertechnik, Hochwasserschutz, Ramm- und Ziehtechnik, Bohrtechnik, Grabenverbau und Traggerüstbau. Der Vollzug wird im zweiten Kalenderhalbjahr 2021 erwartet.

Im Zusammenhang mit der Zuordnung von Infrastructure zum Segment Multi Tracks wurden umfangreiche Analysen des Markumfeldes und der Veräußerungsmöglichkeit einzelner Vermögenswerte durchgeführt. Vor diesem Hintergrund wurde im 3. Quartal 2020/2021 die Werthaltigkeit von Infrastructure nach IAS 36 nochmals überprüft und ein Wertminderungsbedarf von 27,3 Mio € ermittelt; dieser betraf in Höhe von 0,2 Mio € immaterielle Vermögenswerte und in Höhe von 24,3 Mio € Sachanlagen. 2,8 Mio € konnten wegen der Wertuntergrenzen gemäß IAS 36.105 nicht erfasst werden. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entsprach dem Nutzungswert, der insgesamt 58 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,65%angesetzt wurde. Darüber hinaus erfolgte im 4. Quartal 2020/2021 im Rahmen des eingeleiteten Verkaufs mit der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten; hieraus resultierten im Wesentlichen weitere Wertminderungen in Höhe von 20 Mio €, die insbesondere die kurzfristigen Vermögenswerte betreffen. Die Wertminderungen sind im 4. Quartal 2020/2021 in den Umsatzkosten ausgewiesen. Nach den vorgenommenen Wertminderungen entspricht der Buchwert der Veräußerungsgruppe dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt; das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis beträgt - 2 Mio €:

VERÄUSSERUNGSGRUPPE INFRASTRUCTURE

Mio € 30.9.2021
Vorräte 39
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 68
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Langfristige Finanzschulden 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 2
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Kurzfristige Finanzschulden 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Vertragsverbindlichkeiten 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 40

Veräußerungsgruppe Edelstahlgeschäft

Am 16. September 2021 hat thyssenkrupp mit der italienischen Arvedi Gruppe einen Vertrag zum Verkauf des Edelstahlgeschäfts (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation in Deutschland, Italien und der Türkei) aus dem Segment Multi Tracks unterzeichnet. Die Transaktion steht u.a. unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. Der Vollzug wird im ersten Halbjahr 2022 erwartet. thyssenkrupp prüft außerdem eine mögliche Minderheitsbeteiligung an der AST; Details hierzu werden noch bis zum Closing verhandelt.

Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36; hieraus resultierte eine Wertaufholung in Höhe von insgesamt 38 Mio €, da der beizulegende Zeitwert (Level 3, Ableitung aus Kaufpreis) abzüglich der Kosten der Veräußerung höher ist als der Buchwert. Dieser war aufgrund der durch die Corona-Pandemie geminderten Erwartungen an die künftige Ertragslage zum 30. September 2020 wertgemindert. Die Wertaufholung in Höhe von insgesamt 38 Mio € entfällt mit 6 Mio € auf Bauten und mit 32 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen. Sie ist in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2020/2021 ausgewiesen; gleichzeitig wurden latente Steuern von 11 Mio € passiviert.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe zum 30. September 2021 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden zudem konzerninterne Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 276 Mio €. Das auf die Veräußerungsgruppe im Eigenkapital entfallende kumulierte sonstige Ergebnis beträgt - 1 Mio €.

VERÄUSSERUNGSGRUPPE EDELSTAHLGESCHÄFT

Mio € 30.9.2021
Immaterielle Vermögenswerte 22
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 282
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 17
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7
Aktive latente Steuern 60
Vorräte 521
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 477
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 8
Laufende Ertragsteueransprüche 12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.419
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige langfristige Rückstellungen 15
Langfristige Finanzschulden 1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 24
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 577
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 9
Vertragsverbindlichkeiten 38
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 59
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 747

Erläuterungen zur Bilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2019 2.244 982 4.614 7.840
Währungsunterschiede -49 -1 -155 -206
Veränderung Konsolidierungskreis 2 -15 5 -8
Zugänge 43 43 0 85
Umbuchungen 36 -4 0 33
Abgänge -87 -3 0 -90
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -706 -98 -1.764 -2.569
Stand am 30.9.2020 1.482 904 2.700 5.085
Währungsunterschiede 6 1 4 11
Veränderung Konsolidierungskreis -22 0 -5 -27
Zugänge 24 14 0 38
Umbuchungen 12 2 0 14
Abgänge -21 -2 0 -23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -135 -3 -114 -252
Stand am 30.9.2021 1.346 916 2.585 4.847
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2019 1.496 663 652 2.811
Währungsunterschiede -36 -1 -30 -68
Veränderung Konsolidierungskreis -1 0 0 -1
Abschreibungen 100 53 0 153
Wertminderungsaufwendungen 23 115 777 915
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 0 0 1
Abgänge -83 -3 0 -85
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -512 -24 -180 -715
Stand am 30.9.2020 988 803 1.219 3.010
Währungsunterschiede 3 0 5 8
Veränderung Konsolidierungskreis -22 0 -6 -28
Abschreibungen 73 20 0 93
Wertminderungsaufwendungen 20 4 3 26
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 0 0 2
Abgänge -19 -2 0 -20
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -111 -3 -23 -137
Stand am 30.9.2021 934 823 1.197 2.955
Nettowerte
Stand am 1.10.2019 748 319 3.962 5.029
Stand am 30.9.2020 494 101 1.481 2.075
Stand am 30.9.2021 412 92 1.387 1.892

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Segmente zugeordnet. Der höhere Wert von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bestimmt gemäß IFRS den erzielbaren Betrag einer CGU. Im Rahmen des Jahresabschlusses wurde der Wert für die CGUs auf Basis des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Geschäften erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Grundannahme der Planung ist - trotz bestehender Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - ein deutliches Wirtschaftswachstum mit Erreichung bzw. Überschreitung des Vorkrisenniveaus ab 2022 auf globaler Ebene. Für die Cashflows jenseits der Planungsperiode wird das dritte Planjahr unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen um zwei weitere Jahre fortgeschrieben und dann in der Regel über eine nachhaltige Wachstumsrate von 1,3% (Vorjahr: 1,25%) in die ewige Rente überführt. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 0,1 % (Vorjahr: 0,0%) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 7,5% (Vorjahr: 7,5%). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze für die sieben per 30. September 2021 in der thyssenkrupp-Gruppe definierten firmenwerttragenden CGUs ermittelt wurden (Vorjahr: 18 CGUs):

VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE

Bandbreiten
in % 30.9.2020 30.9.2021
--- --- ---
Materials Services 7,9 -8,1 n/a
Industrial Components 9,4-10,6 9,8
Automotive Technology 10,2-11,7 9,2
Steel Europe 7,6 n/a
Marine Systems 8,4 9,3
Multi Tracks 7,6-12,3 10,6-13,3
Corporate Headquarters & Others 8,2 8,8

Per 30. September 2021 beträgt der Gesamtfirmenwert in der thyssenkrupp-Gruppe 1.387 Mio € (Vorjahr: 1.481 Mio €). Dieser entfällt im Wesentlichen auf die CGUs Marine Systems und Chemical & Process Technologies (Segment Multi Tracks).

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Segment) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes (Vorjahreswert)

in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert

in %
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Wachstumsrate

in %
Wesentliche Prämissen für den Werthaltigkeitstest
Marine Systems 1.041 75 9,3 1,3 - Profitable Abarbeitung des Auftragsportfolios
(Marine Systems) (1.041) (8,4) - Realisierung des geplanten Auftragseingangs, insbesondere im Unterwasserbereich, und damit auch einer deutlichen Margenverbesserung im abzuarbeitenden Auftragsportfolio
- Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Basis des implementierten Performance-Programms
Chemical & Process Technologies 235 17 13,3 1,3 - Profitable Abarbeitung der gewonnenen Aufträge
(Multi Tracks) (235) (12,3) - Realisierung des geplanten Auftragseingangs
- Profitables Wachstum in den Geschäftsbereichen "Fertilizer & Methanol" und "Electrochemical Technologies"
- Ergebnisverbesserung durch bereits implementierte Restrukturierungsmaßnahmen

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten enthalten.

In 2020/2021 erfolgte im Bereich Corporate Headquarters im Zusammenhang mit der Beendigung des zentralen Daproh-Projekts (Daten- und Prozessharmonisierungsprojekt) in Höhe von 17 Mio € die vollständige Wertminderung der erworbenen Software.

Die in 2019/2020 auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte vorgenommenen Wertminderungen sind in Anhang-Nr. 05 dargestellt.

05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)

Die Sachanlagen der Gruppe entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte
Bruttowerte
Stand am 30.9.2019 5.883 19.465 2.491 94
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0 0 988
Stand am 1.10.2019 5.883 19.465 2.491 1.082
Währungsunterschiede -77 -253 -37 -39
Veränderung Konsolidierungskreis -2 -11 1 0
Zugänge 56 366 112 139
Umbuchungen 101 414 11 -11
Abgänge -119 -161 -98 -23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -331 -251 -364 -358
Stand am 30.9.2020 5.512 19.569 2.115 791
Währungsunterschiede 20 92 6 6
Veränderung Konsolidierungskreis 25 -4 -3 -1
Zugänge 77 286 102 136
Umbuchungen 76 387 40 - 7
Abgänge -87 -251 -86 -29
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -262 -1.090 -189 -41
Stand am 30.9.2021 5.360 18.988 1.985 852
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 30.9.2019 3.349 15.417 1.899 46
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0 0 -23
Stand am 1.10.2019 3.349 15.417 1.899 23
Währungsunterschiede -32 -188 -27 -4
Veränderung Konsolidierungskreis -2 -11 1 0
Abschreibungen 127 705 141 181
Wertminderungsaufwendungen 349 1.357 102 10
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 1 4 -4 -1
Abgänge -29 -145 -92 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -131 -184 -238 -37
Stand am 30.9.2020 3.633 16.955 1.783 168
Währungsunterschiede 8 69 5 4
Veränderung Konsolidierungskreis -1 -11 -3 -2
Abschreibungen 95 489 105 139
Wertminderungsaufwendungen 4 49 19 28
Wertaufholungen -50 -39 0 0
Umbuchungen 13 81 5 -2
Abgänge -50 -241 - 78 -14
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -148 -939 -157 -29
Stand am 30.9.2021 3.505 16.413 1.679 292
Nettowerte
Stand am 30.9.2019 2.534 4.048 592 49
Stand am 1.10.2019 2.534 4.048 592 1.059
Stand am 30.9.2020 1.879 2.614 331 622
Stand am 30.9.2021 1.855 2.575 307 560
Mio € Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau
Bruttowerte
Stand am 30.9.2019 49 927
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0
Stand am 1.10.2019 49 927
Währungsunterschiede 0 -25
Veränderung Konsolidierungskreis 0 19
Zugänge 2 683
Umbuchungen 4 -482
Abgänge -1 -2
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -3 -72
Stand am 30.9.2020 49 1.047
Währungsunterschiede 0 9
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -1
Zugänge 0 740
Umbuchungen -1 -453
Abgänge -9 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -48
Stand am 30.9.2021 39 1.292
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 30.9.2019 20 34
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 0
Stand am 1.10.2019 20 34
Währungsunterschiede 0 -1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0
Abschreibungen 1 0
Wertminderungsaufwendungen 1 174
Wertaufholungen 0 -3
Umbuchungen 2 -3
Abgänge 0 0
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 0
Stand am 30.9.2020 23 201
Währungsunterschiede 0 1
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -2
Abschreibungen 0 0
Wertminderungsaufwendungen 0 9
Wertaufholungen 0 -5
Umbuchungen -1 -100
Abgänge - 5 -1
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -5
Stand am 30.9.2021 17 99
Nettowerte
Stand am 30.9.2019 29 893
Stand am 1.10.2019 29 893
Stand am 30.9.2020 27 846
Stand am 30.9.2021 22 1.193
Mio € Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 30.9.2019 28.909
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 988
Stand am 1.10.2019 29.896
Währungsunterschiede -432
Veränderung Konsolidierungskreis 7
Zugänge 1.357
Umbuchungen 36
Abgänge -405
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.378
Stand am 30.9.2020 29.082
Währungsunterschiede 133
Veränderung Konsolidierungskreis 16
Zugänge 1.341
Umbuchungen 41
Abgänge -468
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.630
Stand am 30.9.2021 28.518
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 30.9.2019 20.764
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 -23
Stand am 1.10.2019 20.741
Währungsunterschiede -251
Veränderung Konsolidierungskreis -11
Abschreibungen 1.154
Wertminderungsaufwendungen 1.993
Wertaufholungen -3
Umbuchungen -1
Abgänge -269
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -590
Stand am 30.9.2020 22.763
Währungsunterschiede 87
Veränderung Konsolidierungskreis -19
Abschreibungen 829
Wertminderungsaufwendungen 109
Wertaufholungen -94
Umbuchungen -4
Abgänge -389
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.278
Stand am 30.9.2021 22.005
Nettowerte
Stand am 30.9.2019 8.144
Stand am 1.10.2019 9.155
Stand am 30.9.2020 6.319
Stand am 30.9.2021 6.513

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den sonstigen Funktionsbereichen.

Geschäftsjahr 2020/2021

Aufgrund der insbesondere durch die Corona-Pandemie gesunkenen Nachfrage im Luftfahrtbereich und der damit einhergehenden niedrigeren Erwartung in die zukünftige Ertragslage wurden bei Materials Services in der Business Unit Supply Chain Services in den USA Wertminderungen in Höhe von 19 Mio € erforderlich. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 5,89 % angesetzt wurde, beträgt insgesamt 24 Mio €. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 1 Mio € nicht erfasst werden.

Bei Automotive Technology erfolgten in der Business Unit Steering Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe in Höhe von 38 Mio €. Ursächlich hierfür waren die seit der Corona-Pandemie reduzierten Absatzerwartungen bei laufenden Aufträgen, welche sich u.a. durch den anhaltenden Halbleiter-Engpass fortsetzen. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante Nutzungswert beträgt insgesamt 525 Mio €, zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,13% angesetzt wurde. Vom so ermittelten Wertminderungsaufwand konnten 7 Mio € aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 nicht erfasst werden.

Die nicht vollständige Erfassung eines Wertminderungsaufwands aufgrund der Regelung des IAS 36.105 in den vorgenannten Fällen resultiert daraus, dass eine Einzelveräußerung des jeweiligen langfristigen Vermögenswerts zu einem höheren Wert möglich wäre.

In der Einheit Special Units erfolgte eine teilweise Wertaufholung in Höhe von 42 Mio € der im Vorjahr wertgeminderten in der thyssenkrupp-Gruppe gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets). Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Zuschreibung ergibt sich aus einer gegenüber dem Vorjahr in Summe erhöhten Tragfähigkeit von Corporate Assets durch die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die erhöhte Tragfähigkeit geht im Wesentlichen auf Struktureffekte (Verkauf Edelstahlgeschäft) sowie auf eine gegenüber der Vorjahresplanung verbesserte Erwartung in die zukünftige Ertragslage zurück, welche insbesondere bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Segmente Materials Services und Automotive Technology zu einer erhöhten Tragfähigkeit an Corporate Assets führt.

Darüber hinaus erfolgten Wertminderungen und Wertaufholungen bei den Veräußerungsgruppen, die unter Anhang-Nr. 03 dargestellt sind.

Geschäftsjahr 2019/2020

Bei Automotive Technology erfolgten in der Business Unit Steering Wertminderungen im globalen Produktbereich elektrischer Lenkgetriebe aufgrund der Neubewertung von Nachfrageerwartungen und gestiegener Kapitalkosten in Höhe von insgesamt 333 Mio €. Davon entfallen 272 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 4 Mio € auf Bauten und 57 Mio € auf Entwicklungskosten. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 459 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,36% angesetzt wurde. Vom so ermittelten Wertminderungsaufwand konnten 95 Mio € aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 nicht erfasst werden.

Weitere Wertminderungen im Segment Automotive Technology waren in der Business Unit Damper im Erstausrüstergeschäft in Deutschland und den USA aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten sowie der coronabedingt verminderten Erwartung in die zukünftige Ertragslage in Höhe von insgesamt 90 Mio € erforderlich. Davon entfallen 66 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 12 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie 12 Mio € auf Bauten. Zur Ermittlung des Nutzungswertes, der insgesamt - 19 Mio € beträgt, wurde ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,92% (Deutschland) bzw. 8,05% (USA) angesetzt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 158 Mio € nicht erfasst werden.

Darüber hinaus wurden Wertminderungen bei Automotive Technology in Höhe von 72 Mio € in der Business Unit Camshafts vorgenommen, im Wesentlichen aufgrund des vorzeitigen Abbruchs eines Kundenprojekts mit Auswirkungen auf Standorte in Europa und China sowie der Neubewertung der Nachfrageerwartungen insbesondere wegen Corona. Die Wertminderungen betreffen mit 45 Mio € Anlagen im Bau, mit 22 Mio € technische Anlagen und Maschinen und mit 5 Mio € Entwicklungskosten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 23 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung Diskontierungssätze (nach Steuern) zwischen 7,35% von 9,17 % je nach Region angesetzt wurden. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom so ermittelten Wertminderungsaufwand 12 Mio € nicht erfasst werden.

Weitere Wertminderungen bei Automotive Technology wurden aufgrund verminderter Erwartungen in die zukünftige Ertragslage in den Werken in Mexiko, USA, Ungarn, Deutschland und Frankreich der Business Unit Automotive Systems (insgesamt 19 Mio €; Nutzungswert 42 Mio €, 13 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand wurden nicht erfasst aufgrund von IAS 36.105) sowie in den Werken in Deutschland, China und Indien der Business Unit System Engineering (insgesamt 13 Mio €; Nutzungswert 64 Mio €, 121 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand aufgrund von IAS 36.105 nicht erfasst) vorgenommen. Weitere Wertminderungen wurden in der Business Unit Springs & Stabilizers erforderlich: 7 Mio € in Ungarn (Nutzungswert 31 Mio €; 9 Mio € vom so ermittelten Wertminderungsaufwand aufgrund von IAS 36.105 nicht erfasst) sowie weitere insgesamt 8 Mio € in den Werken in Deutschland, China und Brasilien.

Bei Industrial Components wurden bei Forged Technologies aufgrund von geänderten Gegebenheiten im chinesischen Markt - kurzfristig getriggert durch Corona und weiterhin getrieben durch Umsatzreduzierungen, die auf eine kundenseitig verstärkte Lokalisierung der Beschaffung und Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China zurückzuführen sind - Wertminderungen auf Bauten in Höhe von 5 Mio €, auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 64 Mio € und auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 2 Mio € erforderlich. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 47 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,55% angesetzt wurde.

Die Corona-Pandemie hat eine wesentliche negative Auswirkung auf die Ergebnis- und Cashflow-Prognose des Segments bzw. der CGU Steel Europe. Dies führte dazu, dass sich aus der Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts ein Wertminderungsbedarf ergab, der neben der vollständigen Abschreibung des Firmenwerts in Höhe von 306 Mio € (vgl. Anhang-Nr. 04) weitere Wertminderungen bei den übrigen immateriellen Vermögenswerten und den Sachanlagen in Höhe von 1,2 Mrd € erforderlich machte. Davon entfallen 770 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 161 Mio € auf Bauten, 115 Mio € auf Anlagen im Bau, 85 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 62 Mio € auf Entwicklungskosten und Software sowie 7 Mio € auf Lizenzen und ähnliche Rechte. Zur Bestimmung des Nutzungswerts in Höhe von 4.028 Mio € wurde der Diskontierungssatz aus dem Firmenwerttest zugrunde gelegt; dieser beträgt 7,6% (vor Steuern) bzw. 5,74% (nach Steuern).

Bei Multi Tracks führten bei Acciai Speciali Terni (AST) angepasste Erwartungen an die zukünftige Ertragslage, die sich durch die Corona-Pandemie im Wesentlichen im Europa weiter verschärft hat, zu Wertminderungen in Höhe von insgesamt 107 Mio €. Davon entfallen 85 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen und 22 Mio € auf Grundstücke und Bauten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht jeweils dem Nutzungswert, der insgesamt 48 Mio € beträgt und zu dessen Bestimmung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 8,96 % angesetzt wurde.

Darüber hinaus erfolgte in der Einheit Special Units eine Wertminderung in Höhe von 127 Mio € auf in der thyssenkrupp-Gruppe gemeinschaftlich genutzte Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets), welche für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die CGUs allokiert wurden, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Damit betreffen 44 Mio € der Wertminderungen die CGU Steel, 41 Mio € die CGU Steering, 14 Mio € die CGU Damper und 12 Mio € die CGU AST.

Die nicht vollständige Erfassung eines Wertminderungsaufwands aufgrund der Regelung des IAS 36.105 in den vorgenannten Fällen resultiert daraus, dass eine Einzelveräußerung des jeweiligen langfristigen Vermögenswerts zu einem höheren Wert möglich wäre.

Die Sachanlagen enthalten auch Nutzungsrechte, deren Zusammensetzung und Entwicklung nachfolgend dargestellt ist:

ENTWICKLUNG NUTZUNGSRECHTE

Mio € Grundstücke Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 30.9.2019 5 36 30 24 0 94
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 147 686 11 141 1 988
Stand am 1.10.2019 152 723 41 165 1 1.082
Währungsunterschiede 0 -29 -1 -8 0 - 39
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Zugänge 10 68 16 45 0 139
Umbuchungen -3 -2 -6 0 0 -11
Abgänge -1 -16 -1 -4 0 -23
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -2 -237 -1 -117 0 -358
Stand am 30.9.2020 155 506 48 81 1 791
Währungsunterschiede 0 5 0 0 0 6
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -1 0 0 0 -1
Zugänge 7 103 9 17 0 136
Umbuchungen -4 -2 0 -1 0 -7
Abgänge 0 -25 -1 -3 0 -29
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1 -22 -10 -8 0 -41
Stand am 30.9.2021 156 563 46 86 0 852
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 30.9.2019 0 13 20 12 0 46
Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16 0 -8 -10 -5 0 -23
Stand am 1.10.2019 0 5 10 8 0 23
Währungsunterschiede 0 -2 0 -2 0 -4
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Abschreibungen 7 124 9 41 1 181
Wertminderungsaufwendungen 0 10 0 0 0 10
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen 0 -1 0 0 0 -1
Abgänge 0 -1 0 -1 0 -3
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 -22 0 -14 0 -37
Stand am 30.9.2020 7 112 18 31 0 168
Währungsunterschiede 0 3 0 0 0 4
Veränderung Konsolidierungskreis 0 -2 0 0 0 -2
Abschreibungen 6 100 9 24 0 139
Wertminderungsaufwendungen 1 27 0 0 0 28
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen -1 -1 0 0 0 -2
Abgänge 0 -10 -1 -2 0 -14
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1 -13 -9 -7 0 -29
Stand am 30.9.2021 12 216 17 46 0 292
Nettowerte
Stand am 30.9.2019 5 23 9 12 0 49
Stand am 1.10.2019 152 718 31 158 1 1.059
Stand am 30.9.2020 148 393 30 50 1 622
Stand am 30.9.2021 144 347 29 40 0 560

Die thyssenkrupp-Gruppe mietet als Leasingnehmer im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Verbindlichkeiten werden innerhalb der Finanzschulden ausgewiesen (vgl. Anhang-Nr. 17).

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 115 Mio € (Vorjahr: 140 Mio €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2021 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 23 Mio € (Vorjahr: 33 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 50 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €); davon wurden 13 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 37 Mio € (Vorjahr: 45 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 7 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind mit Ausnahme des Anteils der Beteiligung an TK Elevator, der nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03) alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 549 Mio € (Vorjahr: 621 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 121 Mio € (Vorjahr: 102 Mio €).

Mit dem Vollzug des Verkaufs von Elevator Technology am 31. Juli 2020 hat thyssenkrupp 18,95% an der Vertical Topco I S.A. mit Sitz in Luxembourg in Form von mit Stimmrechten ausgestatteten Stammaktien erhalten (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung wird aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss nach der Equity-Methode bilanziert und ist als wesentlich für thyssenkrupp zu betrachten. Maßgeblicher Einfluss liegt insbesondere vor, da thyssenkrupp einen Sitz im Board der Vertical TopCo S.à.r.l. hat und an wesentlichen Entscheidungsprozessen teilnimmt. Die Elevator-Beteiligung hat für thyssenkrupp ausschließlich einen finanzstrategischen Charakter.

Der Buchwert dieser Beteiligung zum 1. Oktober 2020 betrug 600 Mio €. Durch die Equity-Fortschreibung reduzierte sich der Buchwert um 56 Mio € auf 544 Mio € zum 30. September 2021. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligung zum 30. September 2021 beträgt 645 Mio €.

Nachfolgend sind die wesentlichen Finanzinformationen des Konzerns der Vertical Topco I S.A. dargestellt. Die Werte beziehen sich nicht auf die Anteile, welche der thyssenkrupp AG zurechenbar sind, sondern stellen die Werte auf Basis eines fiktiven Anteilsbesitzes von 100% dar und werden anschließend auf den Buchwert, der in die thyssenkrupp-Gruppenbilanz einbezogen wird, übergeleitet.

FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN VERTICAL TOPCO I S.A.

Mio € 30.9.2020 2019/2020 30.9.2021 2020/2021 1)
Langfristige Vermögenswerte 20.284 20.185
Kurzfristige Vermögenswerte 3.426 3.435
davon: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 552 587
Langfristige Verbindlichkeiten 14.611 14.471
Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.096 4.472
Umsatzerlöse 1.373 7.827
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -114 -633
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -114 -633
Sonstiges Ergebnis 152 267
Gesamtergebnis 38 -366

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2021; Fortschreibung zum 30.9.2021 wurde geschätzt.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG AUF DEN BUCHWERT, DER IN DIE GRUPPEN-BILANZ EINBEZOGEN WURDE

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
2019/2020 2020/20211)
--- --- ---
Netto-Vermögenswerte zum 31.7.2020 bzw. 1.10.2020 5.003 5.041
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -114 -633
Sonstiges Ergebnis (Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung) 150 257
Übriges sonstiges Ergebnis 2 10
Netto-Vermögenswerte zum 30.9. 5.041 4.675
Anteil der Netto-Vermögenswerte zum 30.9., die auf die thyssenkrupp-Gruppe entfallen 955 886
Sonstige Überleitungseffekte -355 -342
Buchwert zum 30.9. 600 544

1) Basierend im Wesentlichen auf Quartalsabschluss 30.6.2021; Fortschreibung zum 30.9.2021 wurde geschätzt.

Aufgrund der Konditionen des von der Vertical Midco S.à.r.l. und der thyssenkrupp-Gruppe an die Vertial Topco I S.A. vergebenen Gesellschafterdarlehens (Nominalbetrag: 5.500 Mio €) wurde der Unterschiedsbetrag zwischen dem zum erstmaligen Ansatz bilanzierten beizulegenden Zeitwert des Gesellschafterdarlehens (2.272 Mio €) und seinem Nominalbetrag (5.500 Mio €) in Höhe von 3.229 Mio € abzüglich der daraus resultierenden latenten Steuern in Höhe von 1.008 Mio € in die Gewinnrücklagen der Vertical Topco I S.A. eingestellt. Damit wurden die Netto-Vermögenswerte der Vertical Topco I S.A. zu hoch dargestellt, sodass diese anteilige bilanzielle Behandlung als der wesentliche Effekt in der Zeile "Sonstige Überleitungseffekte" in der oben dargestellten Überleitungsrechnung angepasst wurde.

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Gruppenanteil beziehen.

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNWESENTLICHEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2019/2020 2020/2021 2019/2020 2020/2021
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -6 1 15 24
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 -2 7
Gesamtergebnis -6 1 12 32

In 2020/2021 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 10 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.

07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Die Gruppe vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MIETERTRÄGE

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Bis zu einem Jahr 9 7
Über einem bis zwei Jahre 5 5
Über zwei bis drei Jahre 5 5
Über drei bis vier Jahre 4 3
Über vier bis fünf Jahre 3 2
Über fünf Jahre 11 10
Insgesamt 37 33

08 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Rohstoffe 1.209 1.812
Hilfs- und Betriebsstoffe 468 373
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.652 1.693
Fertige Erzeugnisse und Waren 2.594 3.238
Insgesamt 5.922 7.116

Von den Vorräten haben 3 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 29.659 Mio € (Vorjahr: 29.184 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 7 Mio € (Vorjahr: 215 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.

09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2021 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 205 Mio € (Vorjahr: 208 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.

Per 30. September 2021 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nominalwert von 0 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte die Gruppe einen Verkaufserlös von 0 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €). Im Rahmen dieser Forderungsverkäufe hat die Gruppe in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurückbehalten; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven.

10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Die Gruppe weist zum 30. September 2021 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1.434 Mio € (Vorjahr: 1.575 Mio €) aus; davon haben 1.164 Mio € (Vorjahr: 871 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Die im Berichtsjahr insgesamt eingetretene Abnahme der Vertragsvermögenswerte enthielt in Höhe von 74 Mio € Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe Mining. Darüber hinaus trugen insbesondere deutlich angestiegene Anzahlungen bei gleichzeitig nur unterproportional erhöhten Auftragskosten in den übrigen Anlagenbaugeschäften des Segments Multi Tracks zu dem Rückgang bei.

Die Gruppe weist zum 30. September 2021 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 2.205 Mio € (Vorjahr: 3.073 Mio €) aus; davon haben 1.544 Mio € (Vorjahr: 1.895 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die starke Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten betraf mit 167 Mio € Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten im Zusammenhang mit der Veräußerungsgruppe Mining. Darüber hinaus ergaben sich insbesondere bei den übrigen Anlagenbaugeschäften des Segments Multi Tracks insgesamt deutliche Rückgänge der Anzahlungen bei gleichzeitig nur unterproportional gesunkenen Auftragskosten; darüber hinaus verzeichnete der Marineschiffbau Verminderungen der Anzahlungen bei gleichzeitig gestiegenen Auftragskosten. Im Laufe des Geschäftsjahres 2020/2021 wurden Umsatzerlöse von 1.531 Mio € (Vorjahr: 1.995 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2020/2021 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 61 Mio € (Vorjahr: 45 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.

Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2021 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 14.594 Mio € (Vorjahr: 9.007 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2021

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
--- ---
2021/2022 3.166
2022/2023 - 2025/2026 7.487
nach 2025/2026 3.940
Insgesamt 14.594

Im Vorjahr stellten sich die erwarteten künftigen Umsatzerlöse wie folgt dar:

KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 30.9.2020

Mio €
(für die Geschäftsjahre)
--- ---
2020/2021 2.596
2021/2022 - 2024/2025 5.588
nach 2024/2025 822
Insgesamt 9.007

11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2020 30.9.2021
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 418 586 544 632
Eigenkapitalinstrumente 0 66 0 71
Fremdkapitalinstrumente 8 6 9 16
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62 - 75 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 46 - 220 -
Insgesamt 535 658 849 718

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 728 Mio € (Vorjahr: 682 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2021 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 4 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) für kurzfristige und 18 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.9.2020 30.9.2021
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 9 - 10
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 205 - 316
Geleistete Anzahlungen auf Nutzungsrechte - 1 - 1
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 633 - 662 -
Vorauszahlungen 258 - 252 -
Übrige 523 15 472 10
Insgesamt 1.414 230 1.386 337

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 683 Mio € (Vorjahr: 373 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2021 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 48 Mio € (Vorjahr: 57 Mio €) für kurzfristige und 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2021 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56€.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochterunternehmen, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Gruppenergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie die Eigenkapitaleffekte aus aktienbasierter Vergütung.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2021 lag die Eigenkapitalquote bei 29,5% (Vorjahr: 27,9%). Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen der thyssenkrupp-Gruppe zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Die thyssenkrupp-Gruppe verfügt derzeit über folgende Ratings:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B negative
Moody's B1 Not Prime stable
Fitch BB- B stable

Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung der thyssenkrupp-Gruppe führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 war der Vorstand der thyssenkrupp AG bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Nach dem Auslaufen dieser Ermächtigung am 29. Januar 2020 bestehen aktuell keine Ermächtigungen.

Dividende

Nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) weist die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2020/2021 einen Bilanzverlust aus, sodass der Hauptversammlung kein Dividendenvorschlag zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Für die Geschäftsjahre 2019/2020 und 2018/2019 wurden keine Dividenden gezahlt.

14 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte der Gruppe. Zum 30. September 2021 sind für den LTI in der 9. Tranche 1.769.765 Wertrechte, in der 10. Tranche 2.543.549 Wertrechte und in der 11. Tranche 5.787.718 Wertrechte ausgegeben.

Der LTI wird in jährlichen Tranchen gewährt. Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig zugeteilt. Die Anzahl virtueller Aktien, die den Planteilnehmern am Ende der Laufzeit einer Tranche final zugeteilt wird, ist abhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Leistungskriterien über den jeweiligen Performance-Zeitraum. Die finale Anzahl an Wertrechten kann daher von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen.

Bis einschließlich der für das Geschäftsjahr 2019/2020 ausgegebenen 10. Tranche des Incentiveplans wird als Leistungskriterium die Entwicklung des tkVA herangezogen, indem die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst wird. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche des Incentiveplans wurde das Plandesign für die Vorstandsmitglieder sowie für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte angepasst.

Für die Vorstandsmitglieder bestimmt sich die finale Anzahl an virtuellen Aktien am Ende eines vier- statt dreijährigen Performance-Zeitraums anhand der drei additiv verknüpften Leistungskriterien relativer Total Shareholder Return (TSR-Maßzahl für die Entwicklung des Werts eines Aktienengagements, bezogen auf Kursentwicklung und Dividenden, über einen bestimmen Zeitraum), Return on Capital Employed (ROCE - Renditekennzahl, die sich aus der Division von EBIT durch durchschnittliches Capital Employed errechnet) und Nachhaltigkeit, für die der Aufsichtsrat vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche beschließt, die über die gesamte vierjährige Laufzeit der Tranche Gültigkeit haben. Der tkVA ist damit beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche als Leistungskriterium nicht mehr relevant. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Die Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG sind zudem verpflichtet, thyssenkrupp-Aktien im Wert insgesamt eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Es gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 25 % der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (Short Term Incentive und LTI), bis das vollständige Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Für die weiteren teilnahmeberechtigten Führungskräfte in den Segmenten Material Services, Automotive Technology, Steel Europe und Marine Systems sowie für die Business Units des Segments Industrial Components gilt ein am weiterentwickelten Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder orientiertes LTI Plandesign, jedoch in segmentspezifischer Ausgestaltung. Die finale Anzahl an Wertrechten bestimmt sich dabei nach Ablauf eines ebenfalls vierjährigen Performance-Zeitraums und stellt schwerpunktmäßig auf den Erfolg des jeweiligen Segments ab, bestimmt anhand von bis zu drei additiv verknüpften Leistungskriterien (Bereinigte EBIT-Marge, ROCE und Nachhaltigkeit). Auch hier stellt der tkVA beginnend mit der im Geschäftsjahr 2020/2021 ausgegebenen 11. Tranche kein relevantes Leistungskriterium mehr dar. Die Höhe der Auszahlung ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den letzten 30 Börsenhandelstagen vor Ende des vierjährigen Performance-Zeitraums.

Für die teilnahmeberechtigten Führungskräfte im Bereich Corporate Headquarters und im Segment Multi Tracks gilt das LTI Plandesign des Vorstands, im Falle von Multi Tracks zuzüglich eines diskretionären Faktors, mit dem der Vorstand die sich auf Basis der drei oben genannten, additiv verknüpften Leistungskriterien ergebende Anzahl an Wertrechten zur zusätzlichen Berücksichtigung der spezifischen Performance des Segments um bis zu 50 % anheben oder absenken kann.

Eine Verpflichtung wie für den Vorstand der thyssenkrupp AG zum Erwerb und Halten von thyssenkrupp-Aktien besteht für die weiteren am LTI teilnahmeberechtigten Führungskräfte nicht.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der in bar abzugeltenden Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2019 / 2020

8. Tranche LTI 9. Tranche LTI 10. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022
--- --- --- ---
Mittelungsperiode 1.10.-31.12.2020 1.10.-31.12.2021 1.10.-31.12.2022
--- --- --- ---
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 4,31 4,31 4,31
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - - -
Durchschnittliche Dividendenrendite - - -
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,49% -0,48% -0,49%
Beizulegender Wert per 30.9.2020
- ungedeckelt 4,31€ 4,31€ 4,31 €
- gedeckelt 4,31€ 4,31€ 4,31 €

INCENTIVEPLÄNE 2020 / 2021

9. Tranche LTI 10. Tranche LTI 11. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2024
--- --- --- ---
Mittelungsperiode 1.10.-31.12.2021 1.10.-31.12.2022 1.10.-31.12.2024
--- --- --- ---
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 9,18 9,18 9,18
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - - 0,15€ zum 6.2.2023 0,15€ zum 5.2.2024
Durchschnittliche Dividendenrendite - - 1,14%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,63% -0,50% -0,36%
Beizulegender Wert per 30.9.2021
- ungedeckelt 9,19€ 9,18€ 8,88 €
- gedeckelt 9,19€ 9,18€ 8,88 €

Im 2. Quartal 2020/2021 ist die 8. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 5,40 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 17,6 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2019/2020 die 7. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 12,50€ je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 8,7 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 11. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2020/2021 aus den Incentiveplänen Aufwendungen in Höhe von 66 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €). Zum 30. September 2021 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 83 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €).

Darüber hinaus werden zum 30. September 2021 für die aktienbasierte Vergütung der Mitglieder des Vorstands 4 Mio € im Eigenkapital ausgewiesen. Hintergrund hierfür ist, dass alle Vorstandsmitglieder verpflichtet sind, thyssenkrupp Aktien insgesamt im Wert eines Jahresfestgehalts (brutto) zu erwerben und diese für die Dauer ihrer Bestellung zu halten. Der jährliche Mindestinvestitionsbetrag beträgt ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 25% der Nettoauszahlung aus den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteilen (STI und LTI) bis das vorgesehene Investitionsvolumen erreicht ist. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs. Vgl. dazu auch die Ausführungen zur Vergütung des aktiven Vorstands in Anhang-Nr. 23.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Pensionen 8.274 7.647
Altersteilzeit 242 290
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 45 34
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 -75
Insgesamt 8.560 7.896

Pensionen

Die thyssenkrupp-Gruppe gewährt Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in den unterschiedlichsten Ländern der Welt.

Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 96% (Vorjahr: 96%) der gruppenweiten Pensionsverpflichtung und 90% (Vorjahr: 89%) des entsprechenden Planvermögens.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistungspläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.

Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1% durch den Arbeitgeber garantiert wird.

Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. Zum 1. Januar 2020 wurde zur Stärkung der Altersversorgung zudem ein zum "flexplan" identisches Modell nur für die Entgeltumwandlung eingeführt (DC2020), welches durch alle Mitarbeiter genutzt werden kann, die nicht bereits an einer Zusage mit integrierter Entgeltumwandlung teilnehmen können. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" und "DC2020" eine Kapitaldeckung über das gruppeneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.

Die Gruppengesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Gruppenunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und zudem in Bezug auf die zukünftigen Dienstzeiten auch weitestgehend eingefroren. Die Verpflichtungen aus den Leistungsplänen betreffen insoweit überwiegend Ansprüche von unverfallbar ausgeschiedenen Mitarbeitern und Rentnern. Alle aktiven Mitarbeiter in Großbritannien sowie der überwiegende Teil der Beschäftigten in den USA erwerben in der Regel nur noch Ansprüche auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung im Rahmen von Beitragsplänen.

Neben den Beitragsplänen beteiligen sich die Unternehmen des Ende Juli 2020 verkauften Aufzugsgeschäftes in den USA auf Grundlage eines Tarifvertrages an einem gewerkschaftlich organisierten "Multi-Employer"-Plan (National Elevator Industry Pension Plan-"NEIPP") für ihre gewerkschaftlich vertretenen Mitarbeiter. Bei diesem Plan handelt es sich um einen leistungsorientierten Versorgungsplan, welcher jedoch aufgrund unzureichender Informationen hinsichtlich der Vermögenswertaufteilung als beitragsorientierter Plan bilanziert wurde. Die Effekte aus dem NEIPP sind bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology Ende Juli 2020 in den Vorjahreswerten des Gruppenabschlusses enthalten.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.9.2020 30.9.2021
Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive 109.414 24.068 133.482 103.215 23.747 126.962
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 23.194 4.004 27.198 27.397 3.643 31.040
Rentner 91.907 11.424 103.331 87.292 8.469 95.761
Insgesamt 224.515 39.496 264.011 217.904 35.859 253.763

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.9.2020 30.9.2021
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 8.232 2.836 11.067 8.013 2.567 10.580
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 177 54 230 153 39 192
Zinsaufwand 55 40 95 54 29 84
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -52 34 -18 -64 -31 -96
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen 0 -19 -19 0 -33 -33
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen 290 46 336 -141 -81 -222
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -32 -32 0 -3 -3
Planabgeltungen 0 0 0 0 -1 -1
Kursdifferenzen 0 -80 -80 0 42 42
Beiträge der Arbeitnehmer 0 22 22 0 20 20
Rentenzahlungen -386 -141 -528 -376 -130 -505
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 0 0 0 -94 -94
Veränderung Konsolidierungskreis -302 -192 -493 - 1 -1 -2
Sonstiges 0 0 0 0 1 1
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 8.013 2.567 10.580 7.638 2.324 9.962
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 181 2.267 2.448 203 2.269 2.472
Zinsertrag 1 34 35 1 28 29
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge -6 85 79 27 80 107
Kursdifferenzen 0 -73 -73 0 54 54
Beiträge der Arbeitgeber 24 181 204 5 28 33
Beiträge der Arbeitnehmer 7 22 28 6 20 26
Rentenzahlungen 0 -132 -132 0 -125 -126
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 0 0 0 -94 -94
Veränderung Konsolidierungskreis -4 -108 -112 0 0 0
Verwaltungskosten 0 -5 -5 0 -3 -3
Sonstiges 0 0 0 0 1 1
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 203 2.269 2.472 242 2.258 2.500

Die Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen betreffen Pläne in den USA und in den Niederlanden.

Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 9.962 Mio € (Vorjahr: 10.580 Mio €) beziehen sich 6.524 Mio € (Vorjahr: 6.924 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 3.438 Mio € (Vorjahr: 3.657 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.9.2020 30.9.2021
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 8.050 584 8.634 7.811 337 8.147
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 231 60 291 206 41 247
Effekte aus der Neubewertung 244 2 246 -233 -219 -452
Kursdifferenzen 0 -9 -9 0 -10 -10
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -32 -32 0 -3 -3
Planabgeltungen 0 0 0 0 -1 -1
Beiträge der Arbeitgeber -24 -181 -204 -5 -28 -33
Beiträge der Arbeitnehmer - 7 0 -7 -6 0 - 6
Rentenzahlungen -386 -9 -395 -375 -4 -380
Veränderung Konsolidierungskreis -298 -84 -382 -1 -1 -2
Verwaltungskosten 0 5 5 0 3 3
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 7.811 337 8.147 7.396 115 7.511
davon: Rückstellungen für Pensionen 7.811 463 8.274 7.396 251 7.647
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 -126 -126 0 -137 -137

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.9.2020 30.9.2021
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 15 15 0 39 39
Zinsaufwand/-ertrag(-) 0 0 0 0 1 1
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge 0 25 25 0 6 6
Kursdifferenzen 0 -1 -1 0 2 2
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 39 39 0 49 49

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2019/2020 2020/2021
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 177 54 230 153 39 192
Nettozinsaufwand 54 6 60 53 2 55
Verwaltungskosten 0 5 5 0 3 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 -32 -32 0 - 3 - 3
Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen 0 0 0 0 - 1 - 1
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 231 33 264 206 40 246

Von den in der Tabelle für 2019/2020 angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland in Höhe von 231 Mio € und in den übrigen Ländern in Höhe von 33 Mio € entfallen 15 Mio € bzw. 12 Mio € auf die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten; diese Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten für 2019/2020 ausgewiesen.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2021 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 0,9% (Vorjahr: 0,7%). Aufgrund der gestiegenen Inflationserwartung für Deutschland erfolgte zum 30. September 2021 eine Anpassung der Rentendynamik von 1,80% im Vorjahr auf 1,90%.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.9.2020 30.9.2021
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz 0,70 1,25 0,83 0,90 1,51 1,04
Gehaltsdynamik 2,50 1,35 2,35 2,50 1,37 2,35
Rentendynamik 1,80 1,78 1,79 1,90 2,19 1,92

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an die gruppenspezifischen Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale unterschieden zwischen Blue and White Collars (Arbeiter und Angestellte); Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2020 Model; Liechtenstein: BVG2020 Gen (bei Invalidität 80 % BVG2020).

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.9.2020 30.9.2021
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes

(Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -529 -190 -493 -167
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 578 208 542 184
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 12 9 10 8
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte -12 -9 -10 -8
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 173 33 159 30
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -169 -33 -156 -29
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 303 112 285 98

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10% abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Der Großteil des Planvermögens der Gruppe befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich die Gruppe professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Teile des Planvermögens der Gruppe werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 90% (Vorjahr: 89%) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS

30.9.2020
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- --- --- ---
Aktien 713 705 8 32
Anleihen 978 972 6 44
Derivate 14 14 0 1
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 240 240 0 11
Sonstige 261 176 85 12
Insgesamt 2.206 2.107 99 100
30.9.2021
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
--- --- ---
Aktien 588 555
Anleihen 967 959
Derivate 5 5
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 433 433
Sonstige 263 183
Insgesamt 2.256 2.135
30.9.2021
Beizulegender Zeitwert

(Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- ---
Aktien 33 26
Anleihen 8 43
Derivate 0 0
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 0 19
Sonstige 80 12
Insgesamt 121 100

Grundsätzlich führt die Gruppe dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet die Gruppe von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 38 Mio € (Vorjahr: 38 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 376 Mio € (Vorjahr: 386 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 130 Mio € (Vorjahr: 141 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Insgesamt
(für die Geschäftsjahre)
--- --- --- ---
2021/2022 439 121 559
2022/2023 392 118 510
2023/2024 381 119 501
2024/2025 382 120 501
2025/2026 373 120 494
2026/2027 -2030/2031 1.781 607 2.388
Insgesamt 3.748 1.205 4.953

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 14 Jahre (Vorjahr: 14 Jahre) und für die übrigen Länder 15 Jahre (Vorjahr: 16 Jahre).

Beitragspläne

Für die im In- und Ausland über Pensionskassen/-fonds bzw. vergleichbare Versorgungseinrichtungen bereitgestellte Pläne erbringen Unternehmen der thyssenkrupp-Gruppe Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 18 Mio € (Vorjahr: 163 Mio €). Der deutliche Rückgang der Beitragszahlungen gegenüber dem Vorjahr ist auf die Entkonsolidierung des Aufzugsgeschäftes im Juli 2020 zurückzuführen, welches insbesondere in den USA substantielle Beiträge zu den unterschiedlichen Pensionsplänen (im Wesentlichen NEIPP) abgeführt hat. Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 435 Mio € (Vorjahr: 571 Mio €) gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken Restrukturierungen
Stand am 30.9.2020 445 246 311 389
Währungsunterschiede 1 5 2 1
Veränderung Konsolidierungskreis 11 -6 1 1
Zuführungen 285 76 342 266
Aufzinsung 2 0 0 0
Inanspruchnahmen -190 -47 -280 -208
Auflösungen -64 -33 -75 -107
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -16 -17 -17 -6
Stand am 30.9.2021 474 225 285 336
Mio € Entfernungsverpflichtungen Sonstige
Stand am 30.9.2020 291 458
Währungsunterschiede 0 2
Veränderung Konsolidierungskreis 3 37
Zuführungen 18 343
Aufzinsung 13 1
Inanspruchnahmen -9 -199
Auflösungen -17 -55
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -12 -33
Stand am 30.9.2021 288 554
Mio € Insgesamt
Stand am 30.9.2020 2.141
Währungsunterschiede 12
Veränderung Konsolidierungskreis 47
Zuführungen 1.332
Aufzinsung 16
Inanspruchnahmen -934
Auflösungen -351
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -100
Stand am 30.9.2021 2.162

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2021 sind 1.351 Mio € (Vorjahr: 1.344 Mio €) kurzfristig und 811 Mio € (Vorjahr: 796 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.149 Mio € (Vorjahr: 1.122 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung der Gruppe für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Segmenten wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 266 Mio € entfallen 130 Mio € auf Steel Europe, 76 Mio € auf Multi Tracks, 25 Mio € auf Industrial Components, 13 Mio € auf Materials Services, 5 Mio € auf Corporate Headquarters und 10 Mio € auf die Einheit Service Units sowie 5 Mio € auf Automotive Technology.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen.

17 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte

Mio €
30.9.2020 30.9.2021
Anleihen 4.332 3.090
Schuldscheindarlehen 112 4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 132 105
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 521 493
Sonstige Darlehen 206 94
Langfristige Finanzschulden 5.303 3.784
Anleihen 849 1.249
Schuldscheindarlehen 130 108
Commercial Paper 5 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 82 44
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 126 125
Sonstige Darlehen 6 114
Kurzfristige Finanzschulden 1.199 1.640
Finanzschulden 6.502 5.424

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 115 Mio € (Vorjahr: 140 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2021 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 12 Mio € (Vorjahr: 19 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

Im Rahmen des Ausweises der Veräußerungsgruppen (vgl. Anhang-Nr. 03) wurden Finanzschulden von 16 Mio € in die Bilanzposition "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" umgegliedert.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.9.2020 Buchwert in Mio € 30.9.2021 Nominalwert in Mio € 30.9.2021 Zinssatz

in %
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.9.2021 Fälligkeit
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015/2025 596 597 600 2,5000 618 25.2.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (850 Mio €) 2016/2021 (ursprüngliche Laufzeit bis 8.3.2021) 849 - - - - 8.12.2020
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2017/2022 (ursprüngliche Laufzeit bis 3.3.2022) 1.247 1.249 1.250 1,3750 1.250 3.12.2021
Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019/2024 1.494 1.496 1.500 2,8750 1.539 22.2.2024
Anleihe thyssenkrupp AG (1.000 Mio €) 2019/2023 995 997 1.000 1,8750 1.005 6.3.2023
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (150 Mio €) 2016/2021 130 - - - - 11.3.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2019/2021 100 100 100 1,1500 101 14.12.2021
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2019/2022 8 8 8 1,5000 8 30.6.2022
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2019/2024 4 4 4 2,3000 4 30.12.2024
Insgesamt 5.423 4.451 4.462 4.525

Die ursprünglich am 8. März 2021 fällige Anleihe über 850 Mio € wurde am 8. Dezember 2020 vorzeitig zurückgezahlt. Ebenso wird auch die ursprünglich am 3. März 2022 fällige Anleihe über 1.250 Mio € vorzeitig am 3. Dezember 2021 zurückgezahlt werden. Dabei macht die thyssenkrupp AG in beiden Fällen von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.

Die thyssenkrupp AG hat mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,5 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Zum 30. September 2021 waren diese fest zugesagten Kreditvereinbarungen in Höhe von 1,5 Mrd € nicht in Anspruch genommen.

Die Fälligkeiten der Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS LEASINGVERHÄLTNISSEN)

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2021/2022 1.515 44
2022/2023 1.030 26
2023/2024 1.520 22
2024/2025 618 18
2025/2026 101 15
nach 2025/2026 23 23
Insgesamt 4.807 148

Darüber hinaus bestehen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen (ohne Veräußerungsgruppen) in Höhe von 617 Mio € (Vorjahr: 647 Mio €).

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 230 Mio € (Vorjahr: 163 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2020 30.9.2021
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 597 96 469 66
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50 - 114 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 18 - 147 -
Insgesamt 665 96 729 66

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 74 Mio € (Vorjahr: 97 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.9.2020 30.9.2021
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 454 - 505 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 16 0 33 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 661 - 730 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 61 - 63 -
Rechnungsabgrenzungsposten 25 - 15 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 135 - 239 -
Übrige 222 6 210 1
Insgesamt 1.575 6 1.794 1

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 6 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochterunternehmen haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.9.2020 30.9.2021 30.9.2020 30.9.2021
--- --- --- --- ---
Anzahlungsgarantien 93 29 1 0
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 142 50 0 0
Kreditaufträge 4 0 0 0
Sonstige Haftungserklärungen 8 5 0 1
Insgesamt 247 84 1 1

Die thyssenkrupp-Gruppe hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern über 58 Mio € (Vorjahr: 222 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochterunternehmen ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein gruppenfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei den folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Die Firma SysCo hat 2012 vor dem High Court of Sindh at Karachi in Pakistan gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Atlas Elektronik GmbH sowie sieben weitere Beklagte aus der thyssenkrupp-Gruppe Klage erhoben auf Zahlung von 139 Mio €. SysCo macht vertragliche Ansprüche und Schadenersatz aus einem erfolglos beendeten Vertriebsprojekt geltend. Aus prozessualen Gründen hatte das Gericht 2014 zwei der weiteren Beklagten aus dem Verfahren entlassen. Eine Verhandlung in der Sache hat bisher nicht stattgefunden, da die Klägerin das Verfahren seit 2014 nicht betreibt.

Die Republik Korea macht vor dem ICC schiedsgerichtlich Schadensersatz in Höhe von 201 Mio € gegen thyssenkrupp Marine Systems GmbH wegen verzögerter Ablieferung von U-Booten geltend, die aus Materialpaketen von thyssenkrupp Marine Systems von koreanischen Werften gebaut und an die Republik Korea geliefert wurden. Da die Materialpakete pünktlich an die Werften geliefert wurden, sieht thyssenkrupp Marine Systems die Verantwortung bei den koreanischen Werften, die aufgrund eigener bilateraler Verträge gegenüber der Republik Korea in der Bau- und Lieferverpflichtung waren. Die Republik Korea nimmt die Bauwerften in separaten Verfahren in Anspruch.

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung von Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung die Forderungen nur in Höhe eines geringen Teils konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Die Al-Jafr Trading Contracting Company, Mitgesellschafterin einer Gesellschaft in Saudi-Arabien, macht anwaltlich Schadenersatz in Höhe von 70 Mio € gegenüber der thyssenkrupp Industrial Solutions AG wegen Verletzung von Gesellschafterrechten geltend. Die Erfolgsaussichten der Ansprüche, die thyssenkrupp als gering einschätzt, werden derzeit nach saudischem Recht geprüft.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH hat die thyssenkrupp Steel Europe AG wegen der Eigenstromversorgung einzelner Betriebe des Unternehmens für die Kalenderjahre 2016 bis 2019 im Wege der Stufenklage auf Auskunft und Zahlung von EEG-Umlagen und Zinsen in Anspruch genommen. In einem gerichtlichen Verfahren gegen die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) mit ähnlichem Sachverhalt hat die Amprion GmbH für die Kalenderjahre 2014 bis 2019 Stufenklage auf Auskunft und Zahlung von EEG-Umlagen und Zinsen erhoben und der thyssenkrupp Steel Europe GmbH den Streit verkündet. Aufgrund vertraglicher Vereinbarung ist die thyssenkrupp Steel Europe AG gegenüber der Beklagten regresspflichtig, sollte die Klage der Amprion gegen die (anteilig in den Gruppenabschluss eingezogene) HKM erfolgreich sein. Mit Verweis auf IAS 37.92 geben wir keine weiteren Informationen zu dieser Eventualverbindlichkeit, da über Auskunftsanträge bereits der Umfang der Auseinandersetzung im gerichtlichen Verfahren zu klären ist und keine höchstrichterliche Rechtsprechung zu der dahinterstehenden EEG-rechtlichen Frage existiert.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Gruppenunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat genannten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2021 auf 1.041 Mio € (Vorjahr: 821 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen bei Steel Europe.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.555 Mio € (Vorjahr: 1.771 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen in der Gruppe. Darüber hinaus enthalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in 2020/2021 Verpflichtungen aus eingegangenen Leasingverhältnissen, für die gemäß IFRS 16 noch kein Nutzungsrecht bzw. keine Leasingverbindlichkeit bilanziert wurde, in Höhe von 10 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €). Daneben bestehen bei Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen bis maximal zum 31. März 2024 resultieren.

Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 2.584 Mio € (Vorjahr: 967 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit der Gruppe bzw. der einzelnen Gruppenunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe führen.

22 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen aus Finance Lease und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen, die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2020

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt Bilanz 30.9.2020 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.833 2.654 2.179
Vertragsvermögenswerte 1.575
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.193 1.004 74 61
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.004
Eigenkapitalinstrumente 12
Fremdkapitalinstrumente 14
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 46
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 11.547 11.547
Summe finanzielle Vermögenswerte 19.148
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 5.855 5.855
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 761 693 50 18
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 18
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 10.737
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.575
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 54
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 54
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.891
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.239
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.051
Eigenkapitalinstrumente 66
Fremdkapitalinstrumente 14
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 46
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 11.547
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 5.651
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 761
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 18
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

FINANZINSTRUMENTE 30.9.2021

Bewertungskategorie nach IFRS 9
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.9.2021 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.302 2.411 1.891
Vertragsvermögenswerte 1.434
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.568 1.176 87 245
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.176
Eigenkapitalinstrumente 12
Fremdkapitalinstrumente 25
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 220
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 8.974 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 743 669 0
Summe finanzielle Vermögenswerte 17.027
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 4.807 4.807
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 795 535 114 147
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 147
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 10.463
Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) Fortgeführte Anschaffungskosten
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease)
Vertragsvermögenswerte 1.434
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 59
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte
Eigenkapitalinstrumente 59
Fremdkapitalinstrumente
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 0 74
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen)
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
Bewertung nach IFRS 16/ IFRS 15
Mio € Beizulegender Zeitwert 30.9.2021
--- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 4.347
Vertragsvermögenswerte 0
Forderungen aus Finance Lease 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.619
Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte 1.227
Eigenkapitalinstrumente 71
Fremdkapitalinstrumente 25
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 220
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 8.974
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte
davon: Finanzielle Vermögenswerte 743
Summe finanzielle Vermögenswerte
Finanzschulden (ohne Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen) 4.894
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 795
Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 147
Summe finanzielle Verbindlichkeiten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den Fremdkapitalinstrumenten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 03. Die übrigen Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2020

Mio € 30.09.2020 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 62 0 62 0
Eigenkapitalinstrumente 12 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.179 2.179
Eigenkapitalinstrumente 54 54
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 14 14 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 46 0 46 0
Insgesamt 2.368 21 114 2.232
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50 0 50 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 18 0 18 0
Insgesamt 68 0 68 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2021

Mio € 30.9.2021 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 75 0 75 0
Eigenkapitalinstrumente 12 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.891 1.891
Eigenkapitalinstrumente 59 59
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 25 25 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 220 0 220 0
Insgesamt 2.283 32 301 1.950
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 0 114 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 147 0 147 0
Insgesamt 260 0 260 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Für die in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.9.2020 54
Ergebnisneutrale Veränderungen 6
Stand am 30.9.2021 59

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien aus der Beteiligung. Die Anteile wurden unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 9.585 Mio € (Vorjahr: 10.023 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 9.673 Mio € (Vorjahr: 9.819 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

In der thyssenkrupp-Gruppe bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.

Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 105 Mio € (Vorjahr: 41 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 0 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €).

Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dar:

NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2019/2020 2020/2021
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten -125 99
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) -12 - 8
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling) 2 0
Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam -3 -42
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -162 -248

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertberichtigungen auf das langfristige Darlehen aus der Elevator-Beteiligung sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen enthalten.

In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (ohne Recycling)" sind die Wertänderungen der Vorzugsaktien aus der Elevator-Beteiligung enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.

Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von 11 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) enthalten.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Buchwert lt. Bilanz
Stand am 30.9.2019 6.086 -55 -286 -341 5.744
Währungsunterschiede -281 4 16 20 -260
Veränderung Konsolidierungskreis -2.051 35 145 179 -1.872
Zuführungen -19 -69 -88 -88
Inanspruchnahmen 1 45 46 46
Auflösungen 10 11 21 21
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 638 0 0 0 638
Stand am 30.9.2020 4.392 -24 -139 -163 4.229
Währungsunterschiede 49 0 -2 -3 46
Veränderung Konsolidierungskreis -6 0 0 0 -6
Zuführungen -17 -45 -62 -62
Inanspruchnahmen 0 23 23 23
Auflösungen 15 17 32 32
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 -22 -22 -22
Sonstige Veränderungen 270 0 0 0 270
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -689 2 21 23 -665
Stand am 30.9.2021 4.015 -25 -146 -171 3.845

Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL

Mio € Buchwert It. Bilanz Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen
Stand am 30.9.2019 1.187 - 4 -59 -63
Währungsunterschiede -21 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Zuführungen -3 -7 -11
Inanspruchnahmen 0 10 10
Auflösungen 2 4 5
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 0 0
Sonstige Veränderungen 1.013 0 0
Stand am 30.9.2020 2.179 - 6 -53 - 59
Währungsunterschiede 6 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis -4 0 0 0
Zuführungen -13 -10 -23
Inanspruchnahmen 0 3 3
Auflösungen 13 3 16
Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen 0 17 17
Sonstige Veränderungen -269 0 0
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -22 0 0 0
Stand am 30.9.2021 1.891 - 5 -40 -45

Für die im Vorjahr zugegangenen Darlehen aus der Elevator-Beteiligung wurden im Zugangszeitpunkt erwartete Wertminderungen in Höhe von 36 Mio € bilanziert, die zum aktuellen Stichtag nahezu unverändert sind. Die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit basiert auf dem Credit Spread, der bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Darlehen im Diskontierungssatz enthalten war.

Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2019/2020 und das Geschäftsjahr 2020/2021 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology zum 31. Juli 2020 grundsätzlich folgende zwei Modelle angewendet:

In dem in der Gruppe führenden und nach der Entkonsolidierung von Elevator Technology alleinigen Bewertungsmodell leiten sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich in der thyssenkrupp-Gruppe verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Gruppenabschluss zum 30. September 2021 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie bereits berücksichtigen. Somit ist in diesem Modell keine zusätzliche Anpassung der Wertberichtigung notwendig.

Für Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität in 2019/2020) erfolgte aufgrund der von der übrigen Gruppe abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung getragen. Ein tatsächlicher Ausfall wird grundsätzlich nach 360 Tagen angenommen. Zur Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen aus der Corona-Pandemie wurde eine Anpassung auf Basis des durch externe Kreditversicherer prognostizierten Anstiegs der Insolvenzen vorgenommen, wobei die wesentlichen Länder individuell betrachtet wurden. Eine entsprechende Anpassung der Wertberichtigung wurde bis zur Entkonsolidierung zum 31. Juli 2020 auf den Bestand der Forderungen und Vertragsvermögenswerte erfasst.

Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Segment sind nachfolgend dargestellt.

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2020 1 ⁾

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Materials Services 1.101 -4 -91 -95 0,96
Industrial Components 492 -4 -19 -23 1,15
Automotive Technology 988 -4 -4 -8 0,45
Steel Europe 871 -2 -8 -11 0,66
Marine Systems 1.483 -3 -14 -17 1,01
Multi Tracks 1.616 -12 -55 -67 1,28
Corporate Headquarters 5 0 -1 -1 0,88
Überleitung 13 0 0 0 0,88

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 24).

STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH SEGMENTEN 30.9.2021

Mio € Bruttobuchwert Erwartete Wertminderungen Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit

(in %)
Materials Services 1.442 -4 -81 -85 0,81
Industrial Components 590 -6 -22 -28 0,96
Automotive Technology 850 -5 -1 -6 0,57
Steel Europe 1.000 -2 -9 -11 0,69
Marine Systems 1.188 -2 -21 -24 0,64
Multi Tracks 816 -10 -49 -59 0,89
Corporate Headquarters 4 0 -1 -1 0,76
Überleitung 17 0 -2 -2 0,76

Das Maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 2.758 Mio € (Vorjahr: 2.147 Mio €) besichert.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gruppe setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der in der Gruppe eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Mio € Nominalwert 30.9.2020 Beizulegender Zeitwert 30.9.2020 Nominalwert 30.9.2021 Beizulegender Zeitwert 30.9.2021
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.333 25 1.633 34
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 317 30 268 6
Eingebettete Derivate 23 1 112 3
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 18 2 15 2
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 578 35 542 37
Warenderivate im Cashflow-Hedge 240 16 624 214
Insgesamt 2.510 109 3.195 295
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 934 16 1.547 38
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 430 10 310 8
Eingebettete Derivate 141 4 442 41
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 0 0 9 1
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 3 0 0 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 430 30 367 34
Warenderivate im Cashflow-Hedge 142 8 598 138
Insgesamt 2.079 68 3.272 260

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cashflow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert It. Bilanz 30.9.2020
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 30 10 21 -21
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 30 10 21 -21
Absicherung des Zinsrisikos1) 0 0 -1 1
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 0 0 -1 1
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 16 8 58 - 58
Warenderivate im Cashflow-Hedge 16 8 58 -58
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES

Buchwert It. Bilanz 30.9.2021
Mio € Derivative Vermögenswerte Derivative Verbindlichkeiten Designierter Teil der Sicherungsinstrumente Marktwertveränderung Grundgeschäft
--- --- --- --- ---
Absicherung des Währungsrisikos 6 8 - 10 10
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 6 8 -10 10
Absicherung des Zinsrisikos1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 0 0 0 0
Zinsderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0
Absicherung des Warenrisikos 214 138 221 - 221
Warenderivate im Cashflow-Hedge 214 138 221 -221
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 0 0 0 0

1 Inklusive Zins-/Währungsderivate

Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 69 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 8 Mio € (Vorjahr: -7 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 91 Mio € anschaffungskostenmindernd (Vorjahr: 7 Mio € anschaffungskostenerhöhend) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 51 Mio €. Darüber hinaus werden 40 Mio € in 2021/2022 als Aufwendungen ergebniswirksam.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:

ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN

Mio € Gesamt Währungsrisiko Zinsrisiko1) Warenpreisrisiko
Stand am 30.9.2019 60
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 36 48 0 -13
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung 0 0 - -
Realisierte Gewinne / Verluste -13 -10 0 -3
Steuereffekt 1
Stand am 30.9.2020 84
Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente 83 -23 1 105
Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung -36 -36 - -
Realisierte Gewinne / Verluste 46 -15 0 60
Steuereffekt -3
Stand am 30.9.2021 173

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Zum 30. September 2021 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €).

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 69 Mio €. Im Geschäftsjahr 2022/2023 werden Erträge in Höhe von 124 Mio €, im Geschäftsjahr 2023/2024 Erträge in Höhe von 55 Mio € und in den folgenden Geschäftsjahren Aufwendungen in Höhe von 37 Mio € erwartet.

Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen jeweils zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in den nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt.

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2020

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2020 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 665 63 20 747
davon:
Währungsderivate USD 576 7 0 583 1,14 USD/€
Währungsderivate BRL 35 52 20 107 4,54 BRL/€
Währungsderivate AUD 27 0 0 27 1,70 AUD/€
Währungsderivate PLN 10 3 0 14 4,48 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 382 0 0 382
davon:
CO2 -Termingeschäfte 175 0 0 175 25,1 €/to
Nickel-Termingeschäfte 158 0 0 158 12.848 €/to
Zinn-Termingeschäfte 49 0 0 49 14.561 €/to

ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG 30.9.2021

Mio € Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre Restlaufzeit über 2 Jahre Nominalwert 30.9.2021 Durchschnittlicher Sicherungskurs
Absicherung des Währungsrisikos 535 43 0 578
davon:
Währungsderivate USD 513 39 1 553 1,19 USD/€
Währungsderivate PLN 12 3 0 15 4,56 PLN/€
Absicherung des Warenpreisrisikos 1.223 0 0 1.223
davon:
Eisenerz-Termingeschäfte 784 0 0 784 128€/to
CO2 -Termingeschäfte 208 0 0 208 29,7 €/to
Nickel-Termingeschäfte 139 0 0 139 15.753 €/to

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IFRS 9 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen in der thyssenkrupp-Gruppe grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

thyssenkrupp ist als weltweit agierende Gruppe im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.

Kreditrisiko

Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Die Segmente und Gruppengesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.

Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.

Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Segmente legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.

Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zudem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.

Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko für die Gruppe besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2020

Mio € Buchwerte 30.9.2020 Cashflows 2020/2021 Cashflows 2021/2022 Cashflows 2022/2023 bis 2024/2025 Cashflows nach 2024/2025
Anleihen 5.182 962 1.344 3.250 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214 91 30 73 41
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647 146 119 205 326
Übrige Finanzschulden 459 156 232 22 89
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.475 3.312 156 5 2
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 50 48 2 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 18 17 1 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 693 604 64 36 0

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.9.2021

Mio € Buchwerte 30.9.2021 Cashflows 2021/2022 Cashflows 2022/2023 Cashflows 2023/2024 bis 2025/2026 Cashflows nach 2025/2026
Anleihen 4.339 1.340 1.077 2.173 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149 49 30 61 24
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 617 141 113 194 310
Übrige Finanzschulden 319 232 10 103 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.244 4.014 211 15 5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 114 76 1 38 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 147 147 0 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 535 497 41 0 3

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Sensitivitätsanalysen

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu sechs Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2021 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2021 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 8 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) höher und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 17 Mio € höher (Vorjahr: 3 Mio € niedriger) gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2021 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 9 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 22 Mio € niedriger (Vorjahr: 4 Mio € höher) gewesen.

Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2021 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Variable Finanzinstrumente einschließlich flüssiger Mittel unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2021 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100/-20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten ist auf - 20 Basispunkte begrenzt, um dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit teilweise negativen Zinsen Rechnung zu tragen. Negative Zinsen werden dabei in der Analyse berücksichtigt. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.9.2020 um 30.9.2021 um
--- --- --- --- ---
Mio € +100 Basispunkte -20 Basispunkte + 100 Basispunkte -20 Basispunkte
--- --- --- --- ---
Cashflow-Risiko 108 -22 79 -16
Opportunitätseffekte 140 -29 84 -17
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2021 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 79 Mio € (Vorjahr: 108 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2021 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 16 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €) niedriger gewesen.

Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt die Gruppe zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium, Zinn und Eisenerz, ein.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt die Gruppe u.a. langfristige Festpreisverträge ein.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2021 eine Preisvarianz der NE-Metalle um +20%/-20%. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um +20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung -17 Mio € (Vorjahr: -4 Mio €) und auf das Eigenkapital-25 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 16 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) und auf das Eigenkapital -145 Mio € (Vorjahr: -41 Mio €).

23 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach §21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03% an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von September 2021 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2021 auf rund 21 %. Über die in der Satzung (§21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2019/2020 und 2020/2021 hatte die Gruppe Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahestehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2019/2020 2020/2021 2019/2020 2020/2021 30.9.2020 30.9.2021
--- --- --- --- --- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 2 1 0 0
Assoziierte Unternehmen 57 119 4 6 29 82
Joint Ventures 31 14 3 3 10 2
Verbindlichkeiten
Mio € 30.9.2020 30.9.2021
--- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 45 106
Joint Ventures 6 0

Im Rahmen des Verkaufs von Elevator wurden mehrere befristete Serviceverträge mit thyssenkrupp Gesellschaften abgeschlossen (sog. Transitional Service Agreements). Diese betreffen Dienstleistungen, die von der thyssenkrupp AG und anderen Gruppengesellschaften im In- und Ausland für Elevator übergangsweise erbracht werden bzw. wurden. Das erwartete Volumen liegt insgesamt im niedrigen zweistelligen Mio €-Bereich und die Laufzeit endet voraussichtlich Mitte 2023, wobei vorzeitige Kündigungen und Verlängerungen der Services grundsätzlich möglich sind und wesentliche Teile der Leistungen Mitte 2021 beendet wurden. Die vereinbarten Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen den IT- und Personalbereich. Darüber hinaus beziehen Elevator-Gesellschaften weiterhin Rohstoffe von Materials Services. Die daraus resultierenden Umsätze sind im Umsatz mit assoziierten Unternehmen für 2020/2021 enthalten.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte in der Vergangenheit gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen der Gruppe Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Großteil der Verfahren ist mittlerweile vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt. Durch den Verkauf von Elevator sind betroffene Unternehmen aus der Gruppe ausgeschieden. thyssenkrupp hat sich verpflichtet, die Erwerber bis zu einem Höchstbetrag von den Ansprüchen Dritter im Zusammenhang mit noch anhängigen Gerichtsverfahren in Österreich, Belgien und den Niederlanden freizustellen. Für diese Freistellung, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen wird, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen. Der Höchstbetrag der Freistellung und die entsprechende Rückstellung entsprechen im Wesentlichen den bisherigen Rückstellungen für die Gerichtsverfahren.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology wurde ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmen Markenklassen gegen ein Entgelt gewährt. Nach dem Closing am 31. Juli 2020 erfolgte die Anpassung dieses Vertrages, der u.a. die Gewährung eines zeitlich unbegrenzten Nutzungsrechts an der Marke "TK" zur Nutzung von "TK Elevator" und "TKE" in bestimmten Markenklassen vorsieht. Eine Anpassung des vereinbarten Entgelts erfolgte nicht.

Darüber sind in der Gruppe die Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology angestiegen; vgl. dazu Anhang-Nr. 21.

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands nach §314 Abs. 1 Nr. 6a HGB betrugen für die Tätigkeit im Berichtsjahr 11.657 Tausend € (Vorjahr: 6.363 Tausend €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Short-Term Incentive (STI) auch der Long-Term Incentive (LTI) als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den STI sind im Geschäftsjahr 2020/2021 vorläufige Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert im Gewährungszeitpunkt 816 Tausend € beträgt. Auf die Angabe der Anzahl der gewährten Wertrechte wird verzichtet, da diese erst im nächsten Geschäftsjahr feststeht. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf 4.253 Tausend € (Vorjahr: 1.354 Tausend €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Zum 30. September 2021 besteht für die aktiven Mitglieder des Vorstands eine Verbindlichkeit in Höhe von 2.447 Tausend € (Vorjahr: 2.610 Tausend €) für den STI. Der Anspruch ist mit der Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erdient, wobei sich die tatsächliche Auszahlung anhand der vom Aufsichtsrat auf Grundlage des geltenden Vorstandsvergütungssystems festgelegten Zielerreichung bemisst und im Dezember 2021 erfolgt. Diese Festlegung erfolgt auf Basis finanzieller (70% Gewichtung) sowie individueller Leistungskriterien (30% Gewichtung). Es besteht die Verpflichtung, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem STI in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Zum 30. September 2021 werden aus dem STI für die aktienbasierte Vergütung 816 Tausend € im Eigenkapital ausgewiesen.

Für einen Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands bestehen Pensionszusagen, die zugehörigen Rückstellungen belaufen sich auf 11.757 Tausend € (Vorjahr: 12.510 Tausend €). Die Pensionen werden ab Vollendung des 60. bzw. 63. Lebensjahrs als lebenslanges monatliches Ruhegeld gezahlt, sofern zu diesem Zeitpunkt kein aktives Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Die Hinterbliebenenversorgung beläuft sich auf 60% des Ruhegelds für den Ehe- bzw. Lebenspartner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Zusätzlich besteht zum 30. September 2021 eine Rückstellung von 612 Tausend € (Vorjahr: 0 €) für das Versorgungsentgelt, welches einem Teil der aktiven Mitglieder des Vorstands vertraglich zugesichert ist und als Geldbetrag für die Eigenvorsorge pro Kalenderjahr jeweils im Dezember ausgezahlt wird.

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen der Gruppe umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend € 2019/2020 2020/2021
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 5.009 6.497
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 506 158
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 802 -
Aktienbasierte Vergütungen 1.746 11.696
Insgesamt 8.063 18.351

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr.

Zum 30. September 2021 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

Zum 30. September 2021 sind für den LTI für die im Geschäftsjahr aktiven Mitglieder des Vorstands in der 9. Tranche 59.356 Wertrechte, in der 10. Tranche 328.000 Wertrechte und in der 11. Tranche 728.242 Wertrechte ausgegeben (Vorjahr: 8. Tranche 40.948 Wertrechte, 9. Tranche 98.926 Wertrechte und 10. Tranche 370.000 Wertrechte). Die daraus resultierende Rückstellung beträgt 9.384 Tausend € (Vorjahr: 2.787 Tausend €). Darüber hinaus werden zum 30. September 2021 aus dem LTI für die aktienbasierte Vergütung 3.128 Tausend € im Eigenkapital ausgewiesen, da für die aktiven Mitglieder des Vorstands die Verpflichtung besteht, bis zum Erreichen eines individuellen Investitionsziels 25% der Nettoauszahlung aus dem LTI ebenfalls in thyssenkrupp Aktien zu investieren und diese über die Dauer der Vorstandsbestellung zu halten. Hinsichtlich der Bedingungen und Konditionen vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14.

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend € 2019/2020 2020/2021
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.790 1.739

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine jährliche Grundvergütung sowie Funktionszuschläge für die Tätigkeit in Ausschüssen und darüber hinaus ein Sitzungsgeld. Mit Ausnahme des Sitzungsgelds, das unmittelbar am jeweiligen Monatsende ausbezahlt wird, ist die Aufsichtsratsvergütung insgesamt erst nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig. Zum 30. September 2021 besteht eine Rückstellung in Höhe von 1.600 Tausend € (Vorjahr: 1.800 Tausend €) für die Aufsichtsratvergütung, die im nächsten Geschäftsjahr ausgezahlt werden.

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen für das Geschäftsjahr 2020/ 2021 Vergütungen von 50 Tausend € (Vorjahr: 90 Tausend €) gewährt. Daneben erhalten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ein reguläres Gehalt aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis in der Gruppe, wobei die Höhe einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit der Gruppe entspricht.

Zum 30. September 2021 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15.275 Tausend € (Vorjahr: 24.371 Tausend €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 289.229 Tausend € (Vorjahr: 323.719 Tausend €) zurückgestellt; nach HGB beträgt die Rückstellung 248.302 Tausend € (Vorjahr: 255.440 Tausend €).

24 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen operativen Business Areas gegliedert, die die Aktivitäten der Gruppe rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln; im Rahmen des Veränderungsprozesses von thyssenkrupp werden die Business Areas seit dem 4. Quartal 2019/2020 als Segmente bezeichnet. Die Business Areas bzw. Segmente entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar.

Im Zuge der Konkretisierung der Neuausrichtung werden seit dem 1. Oktober 2020 bestimmte Geschäfte, für die das Unternehmen kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht, zu dem neuen eigenständigen Segment Multi Tracks zusammengefasst und im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements auch einen eigenen Segmentvorstand geführt. In diesem Zusammenhang wurden mit Beginn des Geschäftsjahres 2020/2021 folgende Geschäfte organisatorisch dem neuen Segment Multi Tracks zugeordnet: der Anlagenbau, d.h. die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung im Bereich Mining, das Edelstahlgeschäft (Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inkl. der dazugehörigen Vertriebsorganisation) sowie Infrastructure aus dem Segment Materials Services, Automation Engineering (System Engineering Antrieb bzw. Powertrain Solutions und Battery Solutions) sowie Springs & Stabilizers aus dem Segment Automotive Technology und Heavy Plate (Grobblech) aus dem Segment Steel Europe. Auch die bis zum Endes des Geschäftsjahres 2019/2020 in der Berichtszeile "Überleitung" unter Special Units berücksichtigte Elevator Beteiligung wird seit dem 1. Oktober 2020 dem neuen Segment Multi Tracks zugeordnet. Dies galt auch bis zum Vollzug ihres Verkaufs Ende August 2021 für die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 in der Berichtszeile "Überleitung" unter Special Services angesiedelte thyssenkrupp Carbon Components.

Mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2020 wurde die Definition für das Bereinigte EBIT dahingehend angepasst, dass eine engere Definition der Sondereffekte erfolgt, wonach nur noch Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste bereinigt werden.

Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

Materials Services

Das Segment betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Industrial Components

Hier erfolgt sowohl die Herstellung von geschmiedeten Komponenten und Systemlösungen für den Ressourcen-, Bau- und Mobilitätssektor (Forged Technologies) als auch die Fertigung von Großwälzlager, Wälzlagern und nahtlos gewalzten Ringen für die Windenergie und den Baumaschinensektor (Bearings).

Automotive Technology

Im Segment erfolgt die Entwicklung und Fertigung von Hightech-Komponenten und -Systemen für die Automobilindustrie.

Steel Europe

In dem Segment sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Marine Systems

Die Einheit ist Systemanbieter im Unter- und Überwasserschiffbau sowie im Bereich maritimer Elektronik und Sicherheitstechnologie.

Multi Tracks

Das Segment beinhaltet die Elevator-Beteiligung sowie die Geschäfte, für die thyssenkrupp kurz- bis mittelfristig andere Eigentumsverhältnisse in Erwägung zieht; zu den Details vgl. die Ausführungen zu Beginn dieser Anhang-Nr.

Corporate Headquarters

Corporate Headquarters umfasst die Verwaltungseinheiten der Gruppe in der Hauptverwaltung in Deutschland sowie in den regionalen Zentralen.

Überleitung

Hier werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit den Konsolidierungssachverhalten abgebildet. Zu den Service Units gehören tk Services, die im Wesentlichen Teilprozesse für den Einkauf, das Personalwesen und das Rechnungswesen für die thyssenkrupp-Gruppe anbieten und tk Information Management als IT-Ansprechpartner aller Einheiten der thyssenkrupp-Gruppe. Unter Special Units wird das Asset Management geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

Bis zur Entkonsolidierung zum 31. Juli 2020 hat das Segment den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken betrieben. Das Leistungsspektrum umfasste die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß. Im Geschäftsjahr 2020/2021 werden hier in der Zeile "EBIT" die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehenden, noch anfallenden Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die sich auf insgesamt -6 Mio € belaufen und zum EBIT der Gruppe überleiten.

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme gruppeninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für die Gruppe in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind mit der Ausnahme, dass gruppeninterne Leasingverhältnisse wie Operating Leases nach IAS 17 abgebildet werden. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung der Aufzugaktivitäten hält thyssenkrupp eine Beteiligung, die u.a. nach der Equity-Methode bilanziert wird (vgl. Anhang-Nr. 03). Diese Beteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Dementsprechend sind sämtliche Ergebnisauswirkungen einschließlich des Equity-Ergebnisses nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2019 / 20201 ⁾

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
Geschäftsjahr 2019/2020
--- --- --- --- --- --- ---
Außenumsätze 9.599 2.082 4.078 6.230 1.758 5.176
Gruppeninterne Umsätze 296 17 12 793 2 346
Umsatzerlöse gesamt 9.895 2.099 4.090 7.023 1.760 5.522
Ergebnis aus der Equity-Bewertung -8 0 0 16 -1 3
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 16 0 0 87 4 16
EBIT -540 -29 -878 -2.492 15 -911
Bereinigtes EBIT -85 139 -166 -820 20 -593
Durchschnittliches Capital Employed 3.031 1.504 2.955 5.216 1.220 1.116
Abschreibungen 131 115 285 454 59 121
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 318 142 631 1.505 0 184
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 0 3
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -134 -100 -199 -204 -47 -265
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 115 176 324 491 73 140
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology2) Gruppe
Geschäftsjahr 2019/2020
--- --- --- --- ---
Außenumsätze 5 -30 6.544 35.443
Gruppeninterne Umsätze 4 -1.470 0 0
Umsatzerlöse gesamt 9 -1.500 6.544 35.443
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 -6 2 6
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 600 0 722
EBIT -247 -172 15.730 10.475
Bereinigtes EBIT -221 -34 720 -1.039
Durchschnittliches Capital Employed -56 1.688 852 17.526
Abschreibungen 17 51 74 1.307
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 128 0 2.908
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 3
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -63 -655 0 -1.667
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 28 -7 125 1.467

1) Der Ausweis wurde angepasst.

2) Nicht fortgeführte Aktivität (vgl. Anhang-Nr. 03).

SEGMENTINFORMATIONEN 2020 / 2021

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
Geschäftsjahr 2020/2021
--- --- --- --- --- --- ---
Außenumsätze 11.750 2.493 4.518 7.945 2.021 5.238
Gruppeninterne Umsätze 566 19 4 987 1 413
Umsatzerlöse gesamt 12.315 2.512 4.522 8.932 2.022 5.651
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 2 0 0 27 0 -134
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 16 0 0 107 4 561
EBIT 594 297 234 -59 24 -387
Bereinigtes EBIT 587 322 264 116 26 -298
Durchschnittliches Capital Employed 2.587 1.376 2.421 4.062 1.686 830
Abschreibungen 134 100 217 274 64 99
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 30 4 41 0 0 42
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 1 10 0 0 39
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -89 -102 -43 -241 -135 -275
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 97 223 268 681 66 106
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Elevator Technology1) Gruppe2)
Geschäftsjahr 2020/2021
--- --- --- --- ---
Außenumsätze 9 42 0 34.015
Gruppeninterne Umsätze 5 -1.995 0 0
Umsatzerlöse gesamt 13 -1.953 0 34.015
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 -106
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 687
EBIT -237 -9 -63) 451
Bereinigtes EBIT -194 -26 0 796
Durchschnittliches Capital Employed -5 452 0 13.410
Abschreibungen 3 32 0 923
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 18 0 135
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 42 0 94
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -24 -87 0 -997
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1 6 0 1.448

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Einschließlich Veräußerungsgruppen

3) Es handelt sich um nachlaufende Aufwendungen und Erträge (vgl. Anhang-Nr. 03), die zum EBIT der Gruppe überleiten

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2019 / 2020

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
Geschäftsjahr 2019/2020
Außenumsätze 42 15 -87 -30
Gruppeninterne Umsätze 229 105 -1.804 -1.470
Umsatzerlöse gesamt 271 120 -1.892 -1.500
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 -6 0 -6
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 600 0 600
EBIT -24 -187 39 -172
Bereinigtes EBIT -15 -50 32 -34
Durchschnittliches Capital Employed -20 516 1.192 1.688
Abschreibungen 17 37 -4 51
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 128 0 128
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -12 -41 -603 -655
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 2 -9 - 7

AUFRISS ÜBERLEITUNG 2020 / 2021

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
Geschäftsjahr 2020/2021
Außenumsätze 37 5 0 42
Gruppeninterne Umsätze 232 46 -2.274 -1.995
Umsatzerlöse gesamt 269 52 -2.274 -1.953
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 0 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 0 0
EBIT -30 37 -16 -9
Bereinigtes EBIT -3 -7 -17 -26
Durchschnittliches Capital Employed 1 537 -85 452
Abschreibungen 22 14 -3 32
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 17 1 0 18
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 42 0 42
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -13 -74 0 -87
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 1 5 6

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG UMSATZERLÖSE

Mio € 2019/2020 2020/2021
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 35.443 34.015
- Umsatzerlöse nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten -6.544 0
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 28.899 34.015

ÜBERLEITUNG EBIT ZUM ERGEBNIS AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN (VOR STEUERN)

Mio € 2019/2020 2020/2021
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung1) -1.039 796
Sondereffekte1)2) 11.514 -346
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 10.475 451
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -6 -136
+ Finanzierungserträge 1.208 725
- Finanzierungsaufwendungen -1.569 -962
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -5 - 2
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 10 19
Ergebnis Gruppe (vor Steuern) 10.112 95
- / + Ergebnis aus nicht fortgeführte Aktivitäten (vor Steuern) -15.705 6
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) gemäß Gewinn- und Verlustrechnung -5.593 101

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Vgl. die Erläuterung der Sondereffekte in den Grundlagen der Gruppe.

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Bilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 36.490 36.811
Aktive latente Steuern -497 -472
Laufende Ertragsteueransprüche -162 -123
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder -11.547 -8.974
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile -1.503 -1.004
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer -289 -298
Sonstige Rückstellungen, langfristig -507 -513
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig -6 -1
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer -156 -176
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig -1.188 -1.175
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -3.475 -4.244
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -665 -729
Vertragsverbindlichkeiten -3.073 -2.205
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -1.575 -1.794
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 258 198
Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten bzw. Veräußerungsgruppen 0 -1.872
Stichtags-Capital Employed 12.105 13.427
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed 3.443 -655
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 15.548 12.772
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 1.978 638
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 17.526 13.410

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Gruppenumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
--- --- --- --- --- ---
2019/2020 9.556 5.844 2.959 17.083 35.443
2020/2021 11.119 4.315 2.126 16.455 34.015

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Gruppe
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
30.9.2020 5.323 379 525 2.398 8.624
30.9.20211) 5.716 391 567 2.536 9.210

1) Einschließlich Veräußerungsgruppen

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

25 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2019/20201)
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.203 1.815 3.093 6.497 59 2.238
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 8.025 241 383 169 16 171
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 537 8 156 131 52 468
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 0 448 0 1.626 2.540
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 29 42 11 226 7 96
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 9.793 2.106 4.090 7.023 1.760 5.514
Sonstige Umsatzerlöse 102 -7 0 0 0 8
Insgesamt 9.895 2.099 4.090 7.023 1.760 5.522
2020/2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.540 2.109 3.491 8.267 61 2.685
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 10.146 311 363 81 9 412
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 496 11 178 240 46 492
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 15 0 474 0 1.891 2.011
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 80 16 349 15 49
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
Sonstige Umsatzerlöse 118 2 -1 -6 0 2
Insgesamt 12.315 2.512 4.522 8.932 2.022 5.651
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2019/20201)
--- --- --- ---
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 0 -1.058 13.847
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 -226 8.780
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 9 -149 1.211
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 -29 4.585
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 -15 396
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 9 -1.477 28.819
Sonstige Umsatzerlöse 0 -24 79
Insgesamt 9 -1.500 28.899
2020/2021
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 0 -1.244 16.910
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 0 -555 10.768
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 13 -143 1.334
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 0 -23 4.368
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 0 -20 490
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 13 -1.984 33.870
Sonstige Umsatzerlöse 0 31 146
Insgesamt 13 -1.953 34.015

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2019/20201)
--- --- --- --- --- --- ---
Automobilindustrie 1.181 633 3.831 2.029 0 964
Handel 1.701 74 228 1.590 7 472
Maschinen- und Anlagenbau 1.023 1.271 17 199 13 1.521
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 1.484 31 4 1.471 0 883
Bauwirtschaft 533 15 0 25 0 113
Öffentliche Hand 50 4 0 0 1.687 0
Verpackungsindustrie 89 1 0 1.199 0 2
Energie und Versorgung 114 22 0 207 0 22
Übrige Kundengruppen 3.618 55 10 304 54 1.537
Insgesamt 9.793 2.106 4.090 7.023 1.760 5.514
2020/2021
Automobilindustrie 1.433 833 4.264 2.428 0 1.107
Handel 1.928 102 222 2.065 16 473
Maschinen- und Anlagenbau 1.300 1.432 19 227 81 68
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 2.321 22 2 2.151 0 1.206
Bauwirtschaft 683 23 0 27 0 126
Öffentliche Hand 69 5 0 0 1.877 12
Verpackungsindustrie 124 1 0 1.239 0 0
Energie und Versorgung 88 25 0 301 0 36
Übrige Kundengruppen 4.251 67 16 500 48 2.620
Insgesamt 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2019/20201)
--- --- --- ---
Automobilindustrie 2 -75 8.566
Handel 1 -873 3.201
Maschinen- und Anlagenbau 0 -107 3.936
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 0 -424 3.449
Bauwirtschaft 0 2 688
Öffentliche Hand 0 -4 1.737
Verpackungsindustrie 0 -3 1.289
Energie und Versorgung 0 0 364
Übrige Kundengruppen 6 6 5.589
Insgesamt 9 -1.477 28.819
2020/2021
Automobilindustrie 2 -76 9.992
Handel 1 -957 3.851
Maschinen- und Anlagenbau 0 -12 3.116
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 0 -894 4.809
Bauwirtschaft 0 -1 858
Öffentliche Hand 0 -8 1.955
Verpackungsindustrie 0 - 5 1.359
Energie und Versorgung 0 -1 449
Übrige Kundengruppen 9 -29 7.482
Insgesamt 13 -1.984 33.870

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Materials Services Industrial Components Automotive Technology Steel Europe Marine Systems Multi Tracks
2019/20201)
--- --- --- --- --- --- ---
Deutschsprachiger Raum2) 3.853 403 1.269 3.812 325 930
Westeuropa 1.577 400 631 1.495 123 1.412
Zentral- und Osteuropa 1.319 39 257 531 0 612
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 27 17 12 54 0 172
Nordamerika 2.358 437 912 553 7 358
Südamerika 33 113 44 86 11 261
Asien / Pazifik 360 68 35 53 373 620
Großraum China 99 585 855 131 7 359
Indien 44 29 11 43 37 258
Naher Osten & Afrika 123 16 63 266 877 533
Insgesamt 9.793 2.106 4.090 7.023 1.760 5.514
2020/2021
Deutschsprachiger Raum2) 4.848 451 1.432 5.133 371 991
Westeuropa 1.918 414 662 1.826 178 1.729
Zentral- und Osteuropa 1.818 48 232 644 1 419
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 49 27 12 61 0 140
Nordamerika 2.793 552 1.061 673 12 428
Südamerika 34 164 62 94 116 280
Asien / Pazifik 489 56 50 49 504 407
Großraum China 88 734 885 135 7 385
Indien 53 39 9 53 23 249
Naher Osten & Afrika 108 25 119 271 810 621
Insgesamt 12.197 2.510 4.524 8.938 2.022 5.649
Mio € Corporate Headquarters Überleitung Gruppe
2019/20201)
--- --- --- ---
Deutschsprachiger Raum2) 8 -996 9.602
Westeuropa 0 -262 5.376
Zentral- und Osteuropa 0 -78 2.680
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 - 1 283
Nordamerika 1 -100 4.526
Südamerika 0 - 2 544
Asien / Pazifik 0 - 6 1.504
Großraum China 0 -16 2.019
Indien 0 -2 420
Naher Osten & Afrika 0 -14 1.865
Insgesamt 9 -1.477 28.819
2020/2021
Deutschsprachiger Raum2) 10 -1.418 11.818
Westeuropa 0 -341 6.387
Zentral- und Osteuropa 0 -106 3.056
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 -1 288
Nordamerika 2 -83 5.438
Südamerika 0 -2 747
Asien / Pazifik 0 - 7 1.547
Großraum China 0 -16 2.219
Indien 0 -2 424
Naher Osten & Afrika 0 -8 1.946
Insgesamt 13 -1.984 33.870

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).

2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren 5.139 Mio € (Vorjahr: 5.534 Mio €) aus langfristigen Verträgen und 28.731 Mio € (Vorjahr: 23.285 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. 6.062 Mio € (Vorjahr: 6.212 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und 27.808 Mio € (Vorjahr: 22.607 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

26 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2019/2020 2020/2021
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 51 30
Versicherungsentschädigungen 31 27
Übrige 163 265
Insgesamt 245 323

Die Erträge aus Zulagen und Zuschüssen enthalten im Wesentlichen die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland, die die Gruppe für die fortgeführten Aktivitäten von der öffentlichen Hand erhalten hat. In den übrigen sonstigen Erträgen ist eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 335 (Vorjahr: 331) konsolidierten Unternehmen enthalten.

27 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2019/2020 2020/2021
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen 5 26
Wertminderungen auf Firmenwerte 777 3
Sonstige Steuern 18 17
Übrige 98 69
Insgesamt 897 114

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 335 (Vorjahr: 331) konsolidierten Unternehmen.

28 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2019/2020 2020/2021
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte 2 - 2
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen (ohne als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 13 44
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0 0
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1 12
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften 0 -10
Übrige -15 -13
Insgesamt 1 32

29 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2019/2020 2020/2021
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4 -106
Zinserträge aus Finanzguthaben 14 10
Erträge aus Beteiligungen 5 2
Sonstige Finanzierungserträge 1.170 713
Finanzierungserträge 1.188 725
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -203 -137
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -59 -55
Aufwendungen aus Beteiligungen 0 0
Sonstige Finanzierungsaufwendungen -1.264 -770
Finanzierungsaufwendungen -1.525 -962
Insgesamt -333 -343

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.

In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 10 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 136 Mio € (Vorjahr: 201 Mio €) enthalten.

30 Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die aus den Leasingverhältnissen resultierenden Aufwendungen und Erträge:

LEASING IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1 ⁾

Mio € 2019/2020 2020/2021
Sonstige Umsatzerlöse
Erträge aus Operating-Lease-Verhältnissen 3 6
Leasingaufwendungen
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 31 25
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte 2 1
Aufwendungen aus nicht bilanzierten variablen Leasingzahlungen 2 1
Abschreibungen
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 145 139
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 10 28
Sonstige Gewinne und Verluste
Ergebnis aus dem Abgang von Nutzungsrechten 0 0
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 22 21

1) Die Angaben für 2019 /2020 beziehen sich nur auf die fortgeführten Aktivitäten

Erträge aus Untermietverträgen fielen in beiden Geschäftsjahren nicht an. Aus Sale and Leaseback-Transaktionen ergab sich für die Gruppe ein Gewinn von 3 Mio € (Vorjahr: 0).

Darüber hinaus bestanden bei den nicht fortgeführten Aktivitäten Leasingeffekte, die in den zehn Monaten 2019/2020 bis zur Entkonsolidierung i.W. Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 35 Mio €, Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen in Höhe von 10 Mio € und Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 9 Mio € betreffen; sie sind in der Zeile "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)" enthalten.

31 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern der Gruppe teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2019/2020 2020/2021
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) 133 186
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) -185 -67
Insgesamt - 52 120

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2019/2020 2020/2021
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis -52 120
Steueraufwand auf nicht fortgeführte Aktivitäten 572 0
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten 966 23
Nicht fortgeführte Aktivitäten 38
Insgesamt 1.524 143

Zum 30. September 2021 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochterunternehmen in der Gruppe, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 945 Mio € (Vorjahr: 813 Mio €).

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

Mio € 30.9.2020 2020/2021 30.9.2021
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Latenter Steuerertrag (+) / -aufwand (-) Übrige Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- --- --- ---
Latente Steuern auf langfristige Positionen
Immaterielle Vermögenswerte 201 142 -26 -3 154 124
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 240 142 -48 15 218 154
Finanzielle Vermögenswerte 86 12 -3 0 201 130
Übrige Aktiva 1 55 -36 0 1 91
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.432 7 -2 -121 1.309 8
Sonstige Rückstellungen 137 22 16 -4 150 23
Übrige Passiva 65 284 -179 0 80 478
Latente Steuern auf kurzfristige Positionen
Vorräte 313 49 199 -152 355 44
Übrige Aktiva 636 871 -112 -8 611 965
Sonstige Rückstellungen 71 243 -42 -4 65 283
Übrige Passiva 763 353 149 89 1.176 529
Wertberichtigungen - temporäre Differenzen (lang- und kurzfristig) -1.435 - 143 146 -1.146 -
Zwischensumme 2.511 2.181 59 -42 3.174 2.829
Steuerliche Verlustvorträge 2.097 - 196 -133 2.160 -
Zinsvorträge 278 - 2 0 281 -
Ausländische Steuergutschriften 22 - -23 1 0 -
Wertberichtigungen - steuerliche Verlustvorträge u.a. -2.288 - -167 81 -2.374 -
Zwischensumme 109 0 8 -51 67 0
Summe vor Saldierung 2.620 2.181 67 -93 3.241 2.829
Saldierung -2.124 -2.124 - - -2.769 -2.769
Bilanzansatz 497 58 - - 472 60

Zum 30. September 2021 werden für in der Gruppe bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 7.927 Mio € (Vorjahr: 7.760 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 7.626 Mio € (Vorjahr: 7.478 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 301 Mio € (Vorjahr: 282 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.

Zum 30. September 2021 werden u.a. die folgenden, auf Verlustvorträgen beruhenden, aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: thyssenkrupp France S.A.S. 17 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €), thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft. 17 Mio € (Vorjahr: 0).

Zum 30. September 2021 werden in Deutschland aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen) in Höhe von 1.123 Mio € (Vorjahr: 1.359 Mio €) nicht angesetzt, da das Management nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass künftig genügend steuerliche Ergebnisse in Deutschland zur Verfügung stehen werden. Im Geschäftsjahr 2019/2020 führte die Abwertung aktiver latenter Steuern zu latentem Steueraufwand von 133 Mio € und zu einem erfolgsneutralen Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis in Höhe von 973 Mio €.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,2% (Vorjahr: 32,3%) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0% und 37,5% (Vorjahr: 9,0% und 37,5%).

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2019/2020 in % 2020/2021 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) -1.806 32,3 32 32,2
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz 123 -2,2 -71 -70,3
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 6 -0,1 1 1,0
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern 1.291 -23,1 110 108,9
Einkommenskorrekturen 261 -4,7 16 15,8
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen 0 0,0 3 3,0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -1 0,0 34 33,7
Nicht anrechenbare Quellensteuern 50 -0,5 27 26,7
Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) 41 -0,7 -33 -32,7
Sonstiges 1 0,0 0 0,0
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) - 52 0,9 120 118,8

32 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2019/2020 2020/2021
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -5.547 -8,91 -109 -0,17
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 15.132 24,31 -6 -0,01
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 9.585 15,40 -115 -0,18
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741 622.531.741

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

33 Zusätzliche Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2019/2020 2020/2021
Löhne und Gehälter 7.065 5.285
Soziale Abgaben 1.304 942
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage1) 204 191
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 163 18
Netto-Aufwendungen/(Erträge) der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre1) 0 - 3
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 546 297
Aufwendungen für Unterstützung 328 85
Insgesamt 9.610 6.815

1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Der starke Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology, die in 2019/2020 mit zehn Monaten enthalten waren.

Im Jahresdurchschnitt waren in der Gruppe beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2019/2020 1) 2020/2021
Materials Services 16.669 15.527
Industrial Components 13.080 12.893
Automotive Technology 19.805 19.733
Steel Europe 26.962 26.122
Marine Systems 6.181 6.459
Multi Tracks 20.496 19.118
Corporate Headquarters 923 641
Überleitung 2.301 1.750
Elevator Technology 43.472 -
Insgesamt 149.889 102.243
Davon:
Arbeiter 77.761 50.411
Angestellte 68.361 48.787
Auszubildende 3.767 3.045

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 24).

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

ABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2019/2020 2020/2021
Mio € Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
--- --- --- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 15 9 14 8
Andere Bestätigungsleistungen 9 7 1 1
Steuerberatungsleistungen 1 0 1 0
Sonstige Leistungen 1 0 0 0
Insgesamt 25 17 16 9

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Abschlussprüfung der Gruppe, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Gruppenabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen in 2020/2021 im Wesentlichen auf Leistungen im Zusammenhang mit den eingeleiteten Verkäufen von Mining und Infrastructure, während sie im Vorjahr hauptsächlich aus Leistungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator standen. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen entfallen vor allem auf Leistungen im Steuer-Compliance-Bereich. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

34 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder" herleiten:

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder gemäß Bilanz 11.547 8.974
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder der Veräußerungsgruppen 0 42
- Termingelder -850 0
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 10.697 9.017

Termingelder werden nicht als Zahlungsmitteläquivalente eingestuft. Termingelder haben eine Vertragslaufzeit von mehr als drei Monaten bis zu 12 Monaten. Das maximale Ausfallrisiko entspricht dem Buchwert der Zahlungsmittel.

Per 30. September 2021 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 44 Mio € (Vorjahr: 101 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2020/2021 resultiert ein zahlungsunwirksamer Zugang von Nutzungsrechten nach IFRS 16 von 135 Mio € (Vorjahr: 139 Mio €).

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2020/2021 resultiert aus Entkonsolidierung ein Abgang von Brutto-Finanzschulden von 1 Mio € (Vorjahr: 297 Mio €).

Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7

30.9.2019 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 5.922 -750 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 1.183 -721 -3 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 273 -80 -2 23
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 37 -209 -292 -34
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 7.415 -1.761 -296 -11
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 286 -123 2 -51
Insgesamt 7.701 -1.884 -294 -62
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 30.9.2020
Mio € Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 0 9
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 1.145
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 1.154
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen -4 0
Insgesamt -4 1.154
30.9.2020
Mio €
--- ---
Anleihen 5.182
Schuldschein- /sonstige Darlehen 459
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0
Zwischensumme Finanzschulden 6.502
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 110
Insgesamt 6.611

Die Spalte "Sonstige Veränderungen" enthält im Wesentlichen die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 16.

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7

30.9.2020 Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis Währungsunterschiede
--- --- --- --- ---
Anleihen 5.182 -850 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 459 -140 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 214 -43 0 -22
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 647 -148 -1 3
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 6.502 -1.181 - 1 - 18
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 110 - 50 0 -10
Insgesamt 6.611 -1.231 - 1 - 29
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Marktwertänderungen Umgliederung von Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten
--- --- ---
Anleihen 0 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 -16
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 0 - 16
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 27 0
Insgesamt 27 - 16
30.9.2021
Mio € Sonstige Veränderungen
--- --- ---
Anleihen 7 4.339
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 319
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 149
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 132 617
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Zwischensumme Finanzschulden 139 5.424
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen -33 43
Insgesamt 105 5.467

Leasing in der Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Zinskomponente der bilanzierten Leasingverhältnisse im Operating Cashflow und die Tilgungskomponente im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 betrugen die gesamten Zahlungsmittelabflüsse der Gruppe als Leasingnehmer 186 Mio €. Im Vorjahr waren es 271 Mio €, wovon 181 Mio € auf die fortgeführten Aktivitäten und 90 Mio € auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfielen.

Die folgenden möglichen Zahlungsmittelabflüsse beim Leasingnehmer wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen und werden nur dann in der Kapitalflussrechnung enthalten sein, sofern sie in künftigen Perioden auch tatsächlich zu Auszahlungen führen:

MÖGLICHE ZUKÜNFTIGE LEASINGZAHLUNGEN

Mio € 30.9.2020 30.9.2021
Verlängerungs- und/oder Kündigungs- sowie Kaufoptionen -182 -130
Restwertgarantien -2 0
Eingegangene Leasingverpflichtungen -22 -10
Insgesamt -206 -140

Mögliche zukünftige Leasingzahlungen des Leasingnehmers aus der Ausübung von Optionen wurden nicht in die Leasingverbindlichkeit einbezogen, wenn die Ausübung der entsprechenden Optionen nicht als hinreichend sicher eingeschätzt wurde. Diese Optionen beinhalten Leasingzahlungen aus Mietverlängerungsoptionen, Strafzahlungen aus der Ausübung von Kündigungsoptionen und Zahlungen aus Kaufoptionen. Nur bei einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Optionen als ausübbar angesehen und als Verbindlichkeit aus Leasingverhältnissen angesetzt. Im Falle veränderter Fakten und Umstände erfolgt eine Neueinschätzung der Optionsausübung.

Bestehen in Einzelfällen unendlich revolvierende Mietverlängerungsoptionen oder sich automatisch verlängernde Mietverträge sind deren Zahlungen nicht in den möglichen zukünftigen Leasingzahlungen enthalten. Eine Einschätzung der Laufzeit wurde bei der Ermittlung der entsprechenden Leasingverbindlichkeit vorgenommen.

Einzelne Leasingverträge können mehrere Optionen enthalten. Die thyssenkrupp-Gruppe verwendet Optionen, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu erhalten. Solche Optionen können grundsätzlich nur durch die thyssenkrupp-Gruppe als Leasingnehmer ausgeübt werden. Ferner sind in den abgeschlossenen Leasingverträgen keine Klauseln enthalten, die die Gruppe durch die Einhaltung bestimmter Zusagen wesentlich beschränken.

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

35 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Die weltweite wirtschaftliche Entwicklung wird weiterhin geprägt von der Corona-Pandemie. Seit Oktober 2021 steigen die Fallzahlen wieder signifikant an. Aufgrund der mit der Pandemie verbundenen Unsicherheiten sind weitere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht auszuschließen.

Sonstige Angaben

36 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 1. Oktober 2021 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2021 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

37 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach §264 Abs. 3 und §264b HGB

Nachfolgende inländische Tochterunternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:

A
ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen
B
Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
D
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E
EH Güterverkehr GmbH Duisburg
G
German Marine Systems GmbH Hamburg
H
Hagenuk Marinekommunikation GmbH Flintbek
J
Jacob Bek GmbH Ulm
M
Max Cochius GmbH Berlin
P
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach
R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Neuwied (künftig Andernach)
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
T
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Essen
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Components Tech GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH Duisburg
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH Willich
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Essen
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH Dortmund
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH Hagen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Essen
thyssenkrupp Information Management GmbH Essen
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials IoT GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Trading GmbH Essen
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Polysius GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH (ab 1.10.2021 thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz GmbH) Chemnitz
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH (ab 01.10.2021 thyssenkrupp Dynamic Components GmbH) Ilsenburg
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Senior Experts GmbH Essen
thyssenkrupp Services GmbH Essen
thyssenkrupp smart steel GmbH Duisburg
thyssenkrupp Stainless GmbH Essen
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH Duisburg
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp System Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Dortmund
thyssenkrupp Uhde GmbH Essen
thyssenkrupp USA Holding AG & Co KG Essen
thyssenkrupp Valvetrain GmbH (ab 1.10.2021 thyssenkrupp Dynamic Components Ilsenburg GmbH) Ilsenburg
thyssenkrupp Vermietungs GmbH Duisburg
U
Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Veerhaven B.V. Rotterdam

38 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der Gruppe ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.

Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2021

Lfd. Nr Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
Name und Sitz
A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen
Algerien
1 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 100,00 274
Argentinien
2 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 102
Australien
3 Carve Out Pty. Ltd., Chatswood, Australien 100,00 104
4 SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien 100,00 57
5 thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien 100,00 102
6 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien 100,00 176
7 thyssenkrupp Uhde Australia Pty. Ltd., Melbourne VIC, Australien 100,00 141
Belgien
8 thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 100,00 90 65,59
112 34,41
9 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 100,00 90 100,00
116 0,00
10 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 100,00 77 0,00
135 100,00
Botswana
11 thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana 100,00 102 0,03
253 99,97
Brasilien
12 BercoSul Ltda., Campo Limpo Paulista-São Paulo, Brasilien 100,00 16 0,00
192 100,00
13 RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 16 0,00
24 100,00
14 Thyssen Trading Ltda., São Paulo, Brasilien 100,00 16 0,00
112 100,00
15 thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien 80,00 24
16 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 83 0,68
85 10,26
137 83,11
162 5,96
17 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 99,48 113
18 thyssenkrupp Estaleiro Brasil Sul Ltda., Itajai, Brasilien 100,00 21
19 thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien 100,00 102 57,22
136 42,78
20 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 16 0,00
112 100,00
21 thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Itaja, Brasilien 100,00 16 1,00
107 99,00
22 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 59,77 239
23 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 100,00 12 0,00
22 100,00
24 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., São Paulo, Brasilien 100,00 16 0,00
112 100,00
25 thyssenkrupp Uhde Brasil Ltda., Belo Horizonte, Brasilien 100,00 16
26 Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja / Santa Catarina, Brasilien 75,00 107
Brunei
27 thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 100,00 5 1,00
272 99,00
Bulgarien
28 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 100,00 192
29 Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien 100,00 102
30 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 80,00 112
Chile
31 ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile 100,00 102 0,00
309 100,00
China
32 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 100,00 41
33 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Qingdao, China 100,00 137
34 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 100,00 80
35 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, China 100,00 137
36 thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 100,00 137
37 thyssenkrupp Bilstein Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
38 thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China 100,00 34
39 thyssenkrupp Dynamic Components Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
40 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China 100,00 137
41 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 60,00 34
42 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
43 thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China 100,00 113
44 thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 100,00 34
45 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 60,00 162
46 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 60,00 162
47 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 34
48 thyssenkrupp Presta Steering Gear Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 100,00 52
49 thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 100,00 137
50 thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., Pinghu, Jiaxing, China 100,00 34
51 thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 100,00 240
52 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 34
53 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 34
54 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 202
55 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 60,00 34
Curacao
56 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 100,00 236
Deutschland
57 ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 100,00 80 10,10
137 89,90
58 ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 100,00 57
59 Becker & Co. GmbH, Neuwied 100,00 74
60 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 100,00 137
61 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 100,00 137
62 carValoo GmbH, Essen 100,00 137
63 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 94,00 80
64 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 100,00 126
65 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 100,00 135
66 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 87,98 135
67 German Marine Systems GmbH, Hamburg 100,00 137
68 Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 100,00 57
69 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 100,00 107
70 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 100,00 107
71 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 79,96 112
72 Max Cochius GmbH, Berlin 75,00 112
73 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 100,00 279
74 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 100,00 66 40,77
135 59,23
75 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 100,00 112
76 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,00 80 10,10
137 89,90
77 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 100,00 87
78 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 100,00 137
79 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Essen 100,00 80 10,10
112 89,90
80 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 100,00
81 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 67,10 113
82 thyssenkrupp Automotive Body Solutions GmbH, Essen 100,00 80 10,10
99 89,90
83 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 100,00 137
84 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 100,00 80 10,01
137 89,99
85 thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 100,00 92
86 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 100,00 131
87 thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 80 10,10
137 89,90
88 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 99,58 77 11,96
89 87,62
89 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 100,00 66 37,54
135 62,46
90 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 100,00 112
91 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 100,00 80 10,01
84 89,99
92 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 100,00 137
93 thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 100,00 102
94 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 100,00 80 10,00
137 90,00
95 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 100,00 112
96 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 80 89,90
131 10,10
97 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 100,00 135
98 thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 100,00 97
99 thyssenkrupp Holding Germany GmbH, Essen 100,00 80
100 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 96 89,90
103 5,10
131 5,00
101 thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 100,00 94
102 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 100,00 80 10,10
137 89,90
103 thyssenkrupp Information Management GmbH, Essen 100,00 80
104 thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 100,00 80 10,10
112 89,90
105 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 100,00 137
106 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 100,00 131
107 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 100,00 80 10,10
137 89,90
108 thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 100,00 107
109 thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 100,00 112
110 thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 100,00 112
111 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,58 80 10,34
112 89,24
112 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 99,84 80 89,74
131 10,10
113 thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 100,00 80 10,10
112 89,90
114 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 68,00 87
115 thyssenkrupp Mining Technologies GmbH, Essen 100,00 102
116 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 100,00 90
117 thyssenkrupp Polysius GmbH, Beckum 100,00 137
118 thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 100,00 80 10,10
137 89,90
119 thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 100,00 80 10,02
137 89,98
120 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 100,00 80 10,01
137 89,99
121 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 100,00 120
122 thyssenkrupp Projekt 1 GmbH, Essen 100,00 99
123 thyssenkrupp Projekt 2 GmbH, Essen 100,00 80
124 thyssenkrupp Projekt 3 GmbH, Essen 100,00 80
125 thyssenkrupp Projekt 4 GmbH, Essen 100,00 80
126 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 99,50 74
127 thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen 100,00 80
128 thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 100,00 80 10,10
137 89,90
129 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 100,00 80 10,10
112 89,90
130 thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 100,00 137
131 thyssenkrupp Services GmbH, Essen 100,00 80
132 thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg 100,00 87
133 thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 100,00 112
134 thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg 100,00 87
135 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 100,00 77 89,90
80 10,10
136 thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 100,00 80 10,10
137 89,90
137 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 100,00 80
138 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 100,00 137
139 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 66,00 122
140 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 100,00 80 10,10
102 89,90
141 thyssenkrupp Uhde GmbH, Essen 100,00 137 100,00
142 thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 100,00 80
137 0,00
143 thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 100,00 80 10,10
137 89,90
144 thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 100,00 96
145 TKMS Business Partnership, GbR, Kiel 100,00 171 5,00
107 95,00
146 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 100,00 80 10,50
102 89,50
147 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 100,00 80 10,10
102 89,90
Dänemark
148 ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 100,00 57
149 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 54,15 90
150 thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark 100,00 240
Finnland
151 ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 100,00 57
152 thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 100,00 176
Frankreich
153 Defontaine S. A. S., La Bruffière, Frankreich 100,00 157
154 PROJET S.A.S, Bobigny, Frankreich 100,00 158
155 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 100,00 157
156 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 100,00 240
157 thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 237
158 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Les Pennes-Mirabeau , Frankreich 100,00 157
159 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 157
160 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 100,00 157
161 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 100,00 157
162 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 157
163 thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 240
164 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 100,00 157
Griechenland
165 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 100,00 69
Großbritannien
166 ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 57
167 ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 166
168 Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 100,00 176
169 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 176
170 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 100,00 176
171 thyssenkrupp Marine Systems LLP, Solihull, Großbritannien 100,00 107 99,50
137 0,50
172 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 100,00 176
173 thyssenkrupp Materials UK Holding Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 176
174 thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 100,00 176
175 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 100,00 176
176 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 100,00 127 100,00
137 0,00
Guatemala
177 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 227 99,98
228 0,02
Indien
178 ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 57 99,99
68 0,01
179 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 100,00 60 0,08
94 8,96
128 72,39
137 0,00
192 18,57
196 0,00
180 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 100,00 173 0,00
176 100,00
181 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 100,00 88 100,00
156 0,00
182 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 237 100,00
239 0,00
183 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 80,43 102
184 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 54,73 137
185 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, NEW DELHI, Indien 100,00 171
186 thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 100,00 90 0,00
112 100,00
187 thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien 100,00 136 99,90
137 0,10
Indonesien
188 PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 67,00 102
189 PT. thyssenkrupp Industries Southeast Asia, Jakarta , Indonesien 100,00 5 1,00
115 99,00
Irak
190 The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC i. L., Bagdad, Irak 100,00 102
Italien
191 Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 100,00 237
192 Berco S.p.A., Copparo, Italien 100,00 80 0,05
195 99,95
193 Terninox S.p.A., Terni, Italien 100,00 191
194 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,00 240
195 thyssenkrupp Italia S.r.l., Copparo, Italien 100,00 80
196 thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 100,00 195
197 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Torino, Italien 100,00 136 2,00
195 98,00
198 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien* 100,00 139
Japan
199 thyssenkrupp Japan K.K., Yokohama, Japan 100,00 200
200 thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , Minato-ku/Tokio, Japan 100,00 102
201 thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 100,00 240
202 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan 100,00 139
Kanada
203 Budcan Holdings Inc., Toronto, Ontario, Kanada 100,00 237
204 thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 100,00 80
205 thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Federal Canada , Kanada 100,00 237
206 thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada 100,00 57
207 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 100,00 311
208 thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 100,00 207
Kasachstan
209 TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 100,00 102
210 TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan 100,00 104 99,00
260 1,00
211 TOO thyssenkrupp Plant Construction Kazakhstan , Almaty, Kasachstan 100,00 209 99,00
212 1,00
212 TOO thyssenkrupp Plant Engineering Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 100,00 209 99,00
211 1,00
Korea, Rep.
213 ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Busan, Korea, Rep. 100,00 57
214 ThyssenKrupp Korea Ltd., SUWON-si, Gyeonggi-do, Korea, Rep. 100,00 276
215 thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 70,00 112
Liechtenstein
216 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 100,00 137
217 thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 100,00 119
Litauen
218 UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 51,00 104
Malaysia
219 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Petaling Jaya, Selangor, Malaysia 100,00 102
220 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Seksyen 13, Petaling Jaya, SELANGOR, Malaysia 100,00 102
221 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 184
222 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia 100,00 80
Marokko
223 thyssenkrupp Aerospace Morocco SARL i. L., Casablanca, Marokko 100,00 79
224 thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko 100,00 102
Mexico
225 thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 83 100,00
231 0,00
226 thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 100,00 85 100,00
137 0,00
227 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 102 99,99
137 0,01
228 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 100,00 102 0,02
227 99,98
229 thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C.V., Cuautlancingo, State of Puebla, Mexico 100,00 90 0,00
112 100,00
230 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 226 0,00
231 100,00
231 thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 83 50,00
162 50,00
232 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 100,00 136 100,00
137 0,00
Mosambik
233 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik 100,00 253 99,90
254 0,10
Niederlande
234 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 75,00 135 25,00
241 50,00
235 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 75,25 135 24,75
234 0,99
241 49,50
236 thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00 237
237 thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 100,00 80
238 thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 100,00 137
239 thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 237
240 thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 137
241 thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 100,00 240
Peru
242 thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru 100,00 2 0,01
102 99,01
227 0,98
Polen
243 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 95
244 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 100,00 103
245 thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 90,00 112
246 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 100,00 111
247 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 100,00 120
Portugal
248 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 90,00 286
Puerto Rico
249 Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico 100,00 113
Rep. Südafrika
250 Ninafor (Pty) Ltd., Menlo Park, Rep. Südafrika 0,00 2) 252
251 Ninafor 2 (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 0,00 2) 252
252 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika 0,00 2) 253
253 thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa) (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 100,00 102
254 thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 70,00 253
255 thyssenkrupp Uhde Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 100,00 141
256 thyssenkrupp Uhde South Africa (Pty.) Ltd., Gauteng, Rep. Südafrika 70,00 255
30,00 251
Rumänien
257 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 100,00 84 99,82
91 0,18
258 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00 112
Russland
259 OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 100,00 102
260 OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland 100,00 104 99,90
210 0,10
261 OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russische Föderation, Russland 100,00 136
262 thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moscow, Russland 100,00 73 1,00
279 99,00
Saudi Arabien
263 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 158 95,00
164 5,00
264 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 60,00 102
Schweiz
265 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 100,00 102
266 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 100,00 236
267 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 100,00 236
268 thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 100,00 112
269 thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 100,00 240
270 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 100,00 102
Serbien
271 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 100,00 112
Singapur
272 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 276
273 thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 276
274 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 276
275 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapore, Singapur 100,00 276
276 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 80
277 thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 240
Slowakei
278 thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 100,00 112
279 thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 100,00 128
280 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei 51,00 95
Spanien
281 Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 100,00 153
282 thyssenkrupp Galmed S.A.U., Sagunto, Spanien 100,00 240
283 thyssenkrupp Industrial Solutions S.A., Madrid, Spanien 100,00 137
284 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 100,00 137
285 thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L.U., Valencia, Spanien 100,00 137
286 thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A.U., Mungia, Spanien 100,00 112
287 thyssenkrupp Plastic Ibérica SLU, Massalfassar (Valencia), Spanien 100,00 137
288 thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 100,00 137
289 thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Martorelles, Spanien 100,00 240
290 thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 100,00 137
Thailand
291 Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited i. L., Huaykwang, Bangkok, Thailand 100,00 57
292 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 75,00 5
293 thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,00 112 49,00
294 51,00
294 thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd. i. L., Samut Prakarn Province, Thailand 100,00 112
Tschechische Republik
295 thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik 100,00 112
Tunesien
296 Defontaine Tunisie S.A., Fouchana, Tunesien 67,01 153
297 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.à.r.l., Fouchana, Tunesien 99,98 159
Türkei
298 thyssenkrupp Industrial Solutions Makine Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00 102
299 thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei 100,00 107
300 thyssenkrupp Stainless Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00 112
Ungarn
301 thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,00 120
302 thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 100,00 112
USA
303 Atlas North America, LLC, Dover, Delaware, USA 100,00 57
304 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 100,00 314
305 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 100,00 314
306 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 314
307 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 314
308 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 314
309 thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 100,00 314
310 thyssenkrupp Logistics, Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 311
311 thyssenkrupp Materials NA, Inc., East Lansing,Michigan, USA 100,00 314
312 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 311
313 thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 100,00 142
314 thyssenkrupp North America, LLC, Dover/Delaware, USA 100,00 313
315 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 311
316 thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 314
317 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA 100,00 314
318 thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Coumbus, Ohio, USA 100,00 314
319 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 100,00 240
320 thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 311
321 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 314
322 thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Corp., Wilmington/Delaware, USA 100,00 202
323 thyssenkrupp Uhde USA, LLC, Houston/Texas, USA 100,00 314
324 tk Mining Technologies USA, Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 115
Vereinigte Arabische Emirate
325 ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 57
Vietnam
326 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 102
327 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam 100,00 112
Ägypten
328 thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 100,00 102
329 thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten 100,00 57 1,00
68 1,00
107 98,00
Österreich
330 Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 100,00 331
331 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 100,00 333
332 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 80
333 thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 100,00 80
334 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 331
B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
Deutschland
335 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* 50,00 135
C. At equity bewertete Beteiligungen (* =Joint Venture)
Belgien
336 Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 38,54 135
China
337 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China * 12,50 135
338 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China* 50,00 135
Deutschland
339 BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf* 50,00 80
340 COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 49,00 103
341 HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Schwalbach* 50,00 136
342 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 40,00 126
343 mt industry recycling GmbH, München 50,00 112
344 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 49,00 57 10,00
107 39,00
345 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* 50,00 135
Finnland
346 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* 50,00 112
Griechenland
347 Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland 49,00 57
Italien
348 Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 30,25 191
349 Ilserv S.r.l., Terni, Italien 35,00 191
350 Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 21,00 191
Katar
351 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar * 40,00 107
Korea, Rep.
352 KEPCO-Uhde Inc., Daejeon, Korea, Rep.* 26,93 102
Luxemburg
353 Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 19,32 80
Norwegen
354 KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen* 50,00 57 33,33
107 16,67
Puerto Rico
355 Aceros de America Corp., San Juan, Puerto Rico* 50,00 113
Rep. Südafrika
356 CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Tokai, Cape Town, Rep. Südafrika 40,00 57
Singapur
357 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapore, Singapur 30,00 112

D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen

Lfd. Nr Name und Sitz Eigenkapital

in TEUR
Jahresergebnis

in TEUR
Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
Rumänien
358 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 517 83 1) 100,00 265
Tschechische Republik
359 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 667 165 1) 100,00 102

E. Sonstige assoziierte Beteiligungen

Lfd. Nr Anteil am Kapital

%
gehalten über lfd. Nr. Quote

%
Name und Sitz
Deutschland
360 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 21,71 135
361 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 33,33 87
362 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 20,00 80
363 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 94,76 137
Indien
364 Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien 18,73 113
Japan
365 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* 50,00 135
Portugal
366 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 20,00 137
F. Andere Beteiligungsunternehmen
Brasilien
367 Susin, Francescutti Metalúrgica Ltda., Caxias do Sul / RS, Brasilien 12,50 22
Deutschland
368 BELASTAHL Außenhandel GmbH, Berlin 10,00 113
369 Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 20,42 107
370 Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 25,01 135
371 LEWA Attendorn GmbH, Olpe 19,20 135
372 PEAG Holding GmbH, Dortmund 13,72 80
Frankreich
373 Bionext S.A.S., Venette, Frankreich 19,18 102
Spanien
374 Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 50,00 111

1) Jahresabschluss nicht 30.09.

2) nach IFRS Vorschriften einbezogen

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Gruppenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gruppe beschrieben sind.

Essen, den 9. November 2021

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Burkhard

Merz

Keysberg

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach §289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Werthaltigkeit der Firmenwerte

2 Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

3 Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Firmenwerte

1 Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 1.387 Mio € (13 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units)zu. Diese Firmenwerte werden mindestens einmaljährlich jeweils zum Bilanzstichtag oder auch anlassbezogen einem Werthaltigkeitstest (sog. "Impairment-Test") unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Bei der Bestimmung der Nutzungswerte der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird die Discounted Cashflow Methode verwendet, wobei die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe zugrunde gelegt wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung und den Annahmen der zukünftigen Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Planungsrechnung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planungsrechnung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Firmenwerten und deren Werthaltigkeit sind im Abschnitt 04 des Konzernanhangs enthalten.

2 Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

1 Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden nach Saldierungen und Wertberichtigungen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von 472 Mio € (4% des Konzerneigenkapitals) und passive latente Steuern in Höhe von 60 Mio € (1 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Bilanzierung der aktiven latenten Steuern erfolgte in dem Umfang, in dem es nach den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse anfallen, durch die die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verlust- sowie Zinsvorträge genutzt werden können. Dazu werden, soweit nicht ausreichend passive latente Steuern vorhanden sind, Prognosen über die künftigen steuerlichen Ergebnisse ermittelt, die sich aus der verabschiedeten Planungsrechnung ergeben. Für die Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Geschäftsjahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Von den insgesamt 6.761 Mio € latenten Steueransprüchen der thyssenkrupp-Gruppe vor Wertberichtigungen und Saldierungen entfallen 2.160 Mio € auf Verlustvorträge und 281 Mio € auf Zinsvorträge. Von diesen aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge wurden 2.374 Mio € wertberichtigt, da für das jeweilige Steuersubjekt der thyssenkrupp-Gruppe nicht von einem ausreichenden zu versteuernden Ergebnis ausgegangen wird. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der betragsmäßigen Höhe bzw. der Abhängigkeit von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Steuersachverhalten und die Angemessenheit der bilanziellen Abbildung beurteilt. Die Werthaltigkeit der aktivierten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in IFRS- und Steuerbilanz haben wir, soweit nicht ausreichende passive latente Steuern vorlagen, auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten steuerlichen Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind im Abschnitt 31 des Konzernanhangs enthalten.

3 Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

1 Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden in der Konzernbilanz Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) mit einem Betrag von insgesamt 7.017 Mio € (19% der Bilanzsumme bzw. 65% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Der Wert der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte entfällt im Wesentlichen auf die Segmente Steel Europe und Automotive Technology. Die Vermögenswerte werden von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn interne oder externe Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hindeuten oder Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Grund für eine in einer früheren Berichtsperiode nach IAS 36 vorgenommenen Abschreibung vollständig oder teilweise nicht länger besteht. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gemäß IAS 36. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des Nutzungswerts, soweit nicht der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher ist. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Dabei bildet die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe den Ausgangspunkt. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es insgesamt zu Wertminderungen von 133 Mio €, die insbesondere auf das Segment Automotive Technology, Multi Tracks und Materials Services entfallen, und Wertaufholungen von 94 Mio €, die insbesondere auf gemeinschaftlich genutzte Vermögenswerte (Corporate Assets) und das Segment Multi Tracks entfallen. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit des verwendeten Diskontierungssatzes sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Für ausgewählte Werthaltigkeitstests, deren Auswahl nach qualitativen und quantitativen Aspekten erfolgte, haben wir nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Cashflows mit der verabschiedeten Planungsrechnung der thyssenkrupp-Gruppe die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise jeweils ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen liegen innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zur Werthaltigkeit der Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Abschnitt 03, 04 und 05 des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen-, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlageberichtabzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach §317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß §317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei thyssenkrupp_AG_KA+KLB_ESEF-2021-09-30.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiteren offenzulegenden Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher- beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 12. März 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht im XHTML-Format sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach §317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den elektronisch auf einem Datenträger oder in einer Datei beigefügten ESEF-Unterlagen oder mit der Angabe einer Speicheradresse, von der die ESEF-Unterlagen elektronisch abrufbar sind, verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, den 15. November 2021

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2020 / 2021 informiere, möchte ich zu Beginn kurz auf dieses Jahr und die vielfältigen Themen, die uns beschäftigt haben, insgesamt zurückblicken. Es war ein weiteres Jahr mit Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Gleichwohl machten sich im Vergleich zum Vorjahr die geringeren Corona-Einflüsse und die Lockerungen der durch die Pandemie bedingten Lockdown-Maßnahmen positiv bemerkbar. Der Vorstand hat - wie bereits im Vorjahr - entschlossen reagiert und im Rahmen des eingeschlagenen Transformationspfads sowohl die operative Performance der Geschäfte als auch die Weiterentwicklung des Portfolios des Unternehmens konsequent vorangetrieben. Ein gutes Beispiel dafür ist das Segment Multi Tracks, wo für die Veräußerung weiterer Geschäftsbereiche an neue Eigentümer Verträge unterzeichnet werden konnten, die diese Geschäftsfelder zukunftsfähig entwickeln können. Dabei konnten die Rechte der Arbeitnehmer zukunftssicher gewahrt werden. Auch bei der Veränderung der Organisation sind weitere Fortschritte erzielt worden, einerseits durch die Umsetzung weiterer Restrukturierungsmaßnahmen, andererseits durch neue Wege in der Arbeitswelt und die Stärkung der Performance-Kultur. Die sukzessive Umsetzung des Transformationsprozesses haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und werden das auch weiterhin tun. Über die Fortschritte wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse berichtet und diskutiert.

Die Arbeit des Aufsichtsrats und der Ausschüsse war auch geprägt von der Umsetzung etlicher gesetzlicher Vorgaben, wie zum Beispiel die Befristung von Abschlussprüfermandaten mit der Folge einer Ausschreibung des Mandats oder das Vergütungssystem für Vorstandsmitglieder.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 / 2021 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Insbesondere aufgrund der pandemiebedingten wirtschaftlichen Entwicklungen hat sich der Aufsichtsrat mit den vom Vorstand etablierten regelmäßigen unterjährigen Planungsupdates befasst. Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, hier insbesondere auch der Cybersicherheit, der Refinanzierungs- und der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte der Gruppe sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Angesichts der aktuellen Situation haben Aufsichtsrat und Vorstand die bereits im Geschäftsjahr 2018 / 2019 aufgenommene deutlich intensivere Zusammenarbeit und den Informationsaustausch fortgeführt und insbesondere in monatlichen Sitzungen des Präsidiums mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und vereinzelt auch externen Beratern schwerpunktmäßig den Rahmen für den Transformationsprozess von thyssenkrupp sowie die Auswirkungen der und die Reaktionen auf die Corona-Pandemie erörtert.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt thyssenkrupp die Mitglieder des Aufsichtsrats bei grundsätzlich eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Hierzu bietet das Unternehmen themenspezifische Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen an. Dazu zählen auch Werksbesichtigungen, wie zum Beispiel die im Juni des Berichtsjahres durchgeführte Besichtigung des Stahlwerks in Duisburg. Die Geschäftsfelder der Unternehmensgruppe werden insbesondere den neuen Aufsichtsratsmitgliedern umfassend präsentiert.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei 100 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

PRÄSENZ BEI DEN SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE IM GESCHÄFTSJAHR 2020 / 2021

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender 4 4 100,00 % 34 34 100,00 %
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender 4 4 100,00 % 32 32 100,00 %
Birgit A. Behrendt 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Stefan Erwin Buchner (seit 05.02.2021) 2 2 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 4 4 100,00 % 6 6 100,00 %
Angelika Gifford 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günter 4 4 100,00 % 31 31 100,00 %
Achim Haas 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Friederike Helfer 4 4 100,00 % 11 11 100,00 %
Tanja Jacquemin 4 4 100,00 % 5 5 100,00 %
Daniela Jansen (seit 05.02.2021) 2 2 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Norbert Kluge (bis 05.02.2021) 2 2 100,00 % ./. ./. ./.
Barbara Kremser-Bruttel 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge 4 4 100,00 % 6 6 100,00 %
Tekin Nasikkol 4 4 100,00 % 4 4 100,00 %
Peter Remmler 4 4 100,00 % 4 4 100,00 %
Dirk Sievers 4 4 100,00 % 32 32 100,00 %
Dr. Lothar Steinebach (bis 05.02.2021) 2 2 100,00 % 1 1 100,00 %
Dr. Verena Volpert (seit 01.10.2020) 4 4 100,00 % 4 4 100,00 %
Friedrich Weber 4 4 100,00 % ./. ./. ./.
Isolde Würz 4 4 100,00 % ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden insgesamt vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2020. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 und stellte damit den Jahresabschluss fest.

In zwei Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit der Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 und ihrer Aktualisierung. Ferner hat sich der Aufsichtsrat mit der vom Prüfungsausschuss geleiteten erforderlichen Ausschreibung der Abschlussprüfung und seinen abschließenden Beurteilungen der Wirtschaftsprüfergesellschaften befasst. Der Empfehlung des Prüfungsausschusses folgend, wird der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 ein neuer Abschluss- und Konzernabschlussprüfer ab dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 vorgeschlagen werden.

Weitere Themen waren Fragen der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung. Dabei ging es neben der Festsetzung der variablen Vergütungen für den Vorstand schwerpunktmäßig um den Beschluss des vom Personalausschuss erarbeiteten neuen Systems der Vorstandsvergütung, das nachfolgend durch die Hauptversammlung 2021 gebilligt wurde. Zudem hat der Aufsichtsrat das aktuelle System der Aufsichtsratsvergütung bewertet, welches von der Hauptversammlung ebenfalls gebilligt wurde. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), dem Thema Compliance und der EMIR-Pflichtprüfung 2020 gemäß § 32 WpHG sowie den regelmäßigen Aktualisierungen zu allen Segmenten befasst. In den Aufsichtsratssitzungen haben die einzelnen Segmente selbst mit detaillierten Präsentationen ihre Geschäftsentwicklung und -perspektiven vorgestellt.

Im Rahmen der Berichte des Vorstands zur Lage der thyssenkrupp-Gruppe und zur Umsetzung des Transformationspfades nahmen die Beratungen zur Performancesteigerung, zu den Portfolio-Maßnahmen und zu den kurz- und mittelfristigen Ergebniszielen der thyssenkrupp-Gruppe einen großen Raum ein. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig auf Basis einer fokussierten Werthebelbetrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Segmente die Performanceziele und den Stand der Zielerreichung, verbunden mit Empfehlungen für eine schnellere Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen. Außerdem wurden die aus dem Wettbewerber-Benchmark abgeleiteten Zielrenditen der unterschiedlichen Geschäftseinheiten, die jeweiligen Maßnahmenpläne für den Weg dorthin und die Konsequenzen der Unternehmens- und Investitionsplanungen für die Finanzierung der Gruppe diskutiert. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählten die Veräußerungsoptionen im Bereich Multi Tracks. Im Berichtsjahr konnten für die Geschäftsbereiche Mining, Infrastructure, Carbon Components und AST neue Eigentümer gefunden werden. Weiterer Gegenstand war das Ausloten der Optionen für das Segment Steel Europe. Nachdem sich keine tragfähigen externen Konsolidierungsoptionen realisieren ließen, schlug der Vorstand eine vertiefende Prüfung der Verselbstständigung des Segments Steel Europe vor, dem der Aufsichtsrat zustimmte. Der Prüfungsprozess dauert aufgrund der Komplexität dieser Option noch an; der Vorstand berichtet regelmäßig über den Fortgang der Prüfung an den Aufsichtsrat bzw. an seine Ausschüsse. Der Aufsichtsrat hat sich ferner mit den Wachstumschancen der verbleibenden thyssenkrupp-Gruppe ohne das Segment Steel Europe befasst.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 / 2021 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des DCGK unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von insgesamt zwei Entsprechenserklärungen beschlossen. Die aktuelle, zum 1. Oktober 2021 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind soweit gesetzlich zulässig vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Themen auszutauschen. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2021 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr zu 16 Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen im Fokus dieses Ausschusses die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, Themen im Zusammenhang mit dem Umbau von thyssenkrupp sowie angemessene Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2020 / 2021 in sieben Sitzungen die Personalthemen der aktiven Vorstandsmitglieder und Themen zu Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder der thyssenkrupp AG für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren schwerpunktmäßig das neue System der Vorstandsvergütung, das durch die Hauptversammlung am 5. Februar 2021 gebilligt wurde, und die damit verbundenen Entscheidungen zur Festsetzung der variablen Vergütungen sowie die Darstellung im Vergütungsbericht im neuen Format nach § 162 AktG. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, sowie die Management-Entwicklung und die Nachfolgeplanung in der thyssenkrupp-Gruppe behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2020 / 2021 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2021 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine gruppenweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Dr. Bernhard Günther, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, stand auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Gruppenfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2020 / 2021 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 beschlossen. Die EU-Verordnung 537 / 2014 sieht eine Pflicht zur regelmäßigen externen Rotation des Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers vor. Eine solche externe Rotation ist für die thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 gesetzlich vorgesehen. Der Prüfungsausschuss hat daher einen strukturierten Prozess zur Ausschreibung der Abschlussprüfung aufgesetzt und diese Ausschreibung durchgeführt. Dabei wurde er durch ein von ihm beauftragtes, internes Projektteam unterstützt. Der Prüfungsausschuss hat die Ausschreibung in einem Bericht dokumentiert und dem Aufsichtsrat nach sorgfältiger Analyse der eingegangenen Angebote und Präsentationen zwei Kandidaten unter Nennung einer begründeten Präferenz empfohlen.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Begleitende Prüfung der vorbereitenden Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung (Taxonomie Readiness Check)". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 15. November 2021 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die dort vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2021 / 2022 umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der gruppenweiten Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die vollständig in den Lagebericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gemäß § 32 WpHG und der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung in allen Segmenten.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2020 / 2021 viermal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. In jeder Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der operativen Lage der Gruppe und ihrer Weiterentwicklung. Zu den weiteren behandelten Themenschwerpunkten gehörten - wie im Vorjahr auch - der Transformationspfad der thyssenkrupp-Gruppe und seine Fortschritte, die Eingrenzung des Optionenraums für das Segment Steel Europe und die Empfehlung für die Prüfung einer Verselbstständigung an den Aufsichtsrat, die Befassung mit der Vergabe des U-Boot-Auftrags Norwegen an das Segment Marine Systems, die Entwicklung der Performance und der Restrukturierungen im Segment Multi Tracks einschließlich der Veräußerungen einzelner Geschäfte an externe Erwerber, die allgemeinen Klimaschutztendenzen sowie das dynamische Marktumfeld beim Wasserstoff, die Risikoeinschätzung zu Cyber-Angriffen auf thyssenkrupp und Maßnahmen der IT-Sicherheit, die Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im September 2021 hat sich der Ausschuss intensiv mit der Unternehmens- sowie Investitionsplanung der Gruppe für das Geschäftsjahr 2021 / 2022 befasst und diese beschlossen. Zudem hat sich der Ausschuss im Berichtsjahr umfangreich mit den prioritären Themen der Nachhaltigkeit befasst.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu zwei Sitzungen zusammengekommen, in denen zum einen eine erforderlich gewordene Nachbesetzung mit einem Vertreter der Anteilseigner im Prüfungsausschuss vorbereitet wurde. Zum anderen wurde das mit externer Unterstützung erstellte Kompetenzprofil des Aufsichtsrats 2020 / 2021 zustimmend zur Kenntnis genommen. Im Zuge der sukzessiven Weiterentwicklung der thyssenkrupp-Gruppe soll das Kompetenzprofil regelmäßig überprüft werden.

Auch in diesem Berichtsjahr bestand für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2020 / 2021 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 und der Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 15. November 2021 sowie des Aufsichtsrats am 17. November 2021 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der vollständig in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Erklärung sowie den Vergütungsbericht nach § 162 AktG geprüft und keine Einwendungen erhoben. Jahres- und Konzernabschluss wurden gebilligt. Damit ist der vom Vorstand der thyssenkrupp AG aufgestellte Jahresabschluss festgestellt.

Eine Beschlussfassung zur Verwendung des Bilanzgewinns in der Hauptversammlung 2022 entfällt, da im Einzelabschluss der thyssenkrupp AG ein Bilanzverlust ausgewiesen wird. Der Hauptversammlung am 4. Februar 2022 wird daher für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 kein Dividendenvorschlag zur Beschlussfassung vorgelegt.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr die folgenden personellen Veränderungen gegeben:

Auf der Seite der Vertreter der Anteilseigner entsandte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Stefan Erwin Buchner für den mit Ablauf der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 ausgeschiedenen Dr. Lothar Steinebach. Die Hauptversammlung vom 5. Februar 2021 beschloss durch eine Satzungsänderung den Übergang zu einem "Staggered Board", bei dem die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder zu unterschiedlichen Zeitpunkten enden. Dementsprechend konnte Dr. Verena Volpert, die mit Wirkung vom 1. Oktober 2020 bis zum Ablauf der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 zum Mitglied des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt worden war, von der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 mit Wirkung zum Ablauf dieser Hauptversammlung für die Dauer von drei Jahren über das reguläre Ende der Amtszeit sämtlicher anderer gewählter Vertreter der Anteilseigner mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung in 2023 hinaus gewählt werden. Durch den Übergang zu einem "Staggered Board" ist die Möglichkeit geschaffen, die Zusammensetzung der Anteilseigner im Aufsichtsrat an ein sich veränderndes Umfeld anpassen zu können. Ferner führt ein "Staggered Board" zu einer größeren Ausgewogenheit zwischen der Bewahrung bestehender und der Gewinnung neuer Expertise und stärkt damit die Kontinuität der Arbeit des Aufsichtsrats. Schließlich erleichtern unterschiedliche Amtszeitenden die Suche nach geeigneten Kandidaten für den Aufsichtsrat, da die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat nicht gebündelt in einer einzigen Hauptversammlung neu zu wählen sind. Die Amtszeiten der Arbeitnehmervertreter sowie der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entsandten Mitglieder bleiben von dieser Regelung unberührt.

Auf Seiten der Vertreter der Arbeitnehmer schied mit Ablauf der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 Dr. Norbert Kluge aus dem Aufsichtsrat aus. In seiner Nachfolge wurde Daniela Jansen durch gerichtliche Bestellung mit Wirkung zum Ablauf dieser Hauptversammlung zum Aufsichtsratsmitglied für die Dauer der restlichen Amtszeit der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestellt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern der thyssenkrupp-Gruppe weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Gesellschaften der Gruppe für die im Geschäftsjahr 2020 / 2021 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.

Essen, 17. November 2021

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2021

Präsidium

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther Jürgen Kerner Dirk Sievers

Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther Jürgen Kerner Dirk Sievers

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther Jürgen Kerner Dirk Sievers

Prüfungsausschuss

Dr. Bernhard Günther (Vorsitzender)

Friederike Helfer Tanja Jacquemin Jürgen Kerner Dirk Sievers Dr. Verena Volpert

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather Friederike Helfer Jürgen Kerner Dr. Ingo Luge Tekin Nasikkol Peter Remmler Dirk Sievers

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather Dr. Bernhard Günther Friederike Helfer Dr. Ingo Luge

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") und wird diesen auch künftig entsprechen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 6. Februar 2021 sämtlichen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, den 1. Oktober 2021

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Für den Vorstand

Martina Merz