Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

thyssenkrupp AG Annual Report 2020

Feb 16, 2021

435_rns_2021-02-16_0ac05751-5cb3-4084-83d7-50c79fa55006.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019/2020

Lagebericht der Gesellschaft - mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung der Gruppe und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wurden bestimmte Geschäfte für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 organisatorisch neu abgegrenzt. In diesem Zusammenhang konzentriert sich Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 auf das Automobilgeschäft und wurde in Automotive Technology umbenannt. Neu hinzu gekommen ist System Engineering, das u. a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 zu Industrial Solutions gehörte. Die Großwälzlager und das Schmiedegeschäft wurden aus Components Technology herausgelöst. Die Berichterstattung der beiden Einheiten erfolgt unter Industrial Components. Industrial Solutions wurde in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung im Bereich Mining. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben werden die Einheiten der Service Units und Special Units zusammengefasst mit Konsolidierungssachverhalten und in der neuen Berichtszeile "Überleitung" separat abgebildet.

Darstellung und Ausweis der entsprechenden Vorperiode wurden unter Berücksichtigung der zuvor genannten Änderungen entsprechend angepasst.

Darüber hinaus hat thyssenkrupp Ende Februar 2020 mit einem Bieterkonsortium um Advent International und Cinven eine Vereinbarung zum vollständigen Verkauf seines Aufzuggeschäfts Elevator Technology unterzeichnet. Nach Freigabe durch die zuständigen Behörden ist der Vollzug der Transaktion (Closing) verbunden mit der Entkonsolidierung von Elevator Technology am 31. Juli 2020 erfolgt. Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasst Elevator Technology und einzelne Einheiten aus Corporate Headquarters. Gemäß IFRS 5 werden für die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten in der aktuellen Berichtsperiode bis zur Entkonsolidierung von Elevator Technology alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung und alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Infolge des Ende Juli 2020 erfolgten Verkaufs entfällt der ansonsten in der Bilanz zum aktuellen Stichtag vorzunehmende Ausweis der auf Elevator Technology entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben; der Effekt hieraus beläuft sich auf 83 Mio € für den Zeitraum von Ende Februar 2020 bis Ende Juli 2020 (vor Steuern).

Im Zuge der Veräußerung des Aufzuggeschäfts Elevator Technology am 31. Juli 2020 hält thyssenkrupp eine Rückbeteiligung, die Bestandteil der für den Verkauf erhaltenen Gegenleistung war. Die Rückbeteiligung wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 innerhalb der Special Units berücksichtigt. Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Rückbeteiligung vgl. auch Anhang-Nr. 03 (Nicht fortgeführte Aktivitäten) und Anhang-Nr. 24 (Segmentberichterstattung).

Darüber hinaus werden im Zuge der strategischen Neuausrichtung die thyssenkrupp AG und ihre Tochterunternehmen in diesem Lagebericht nicht mehr als "Konzern", sondern als "Gruppe" bezeichnet. Die Gruppe umfasst dabei unverändert den rechtlichen Konsolidierungskreis. Zudem werden die bisherigen Business Areas seit dem 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres als "Segmente" bezeichnet.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen der Gruppe

Profil und Organisation

Leistungsversprechen

Als international aufgestellte Unternehmensgruppe mit weitgehend selbständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke wollen wir mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft leisten. Unser Markenversprechen bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt. Gemeinsam mit unseren Kunden möchten wir dank unserer Technologien und Innovationen wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir wollen Leistungsorientierung mit unternehmerischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

› www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmenskultur

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in sieben Business Areas gebündelt, die im Zuge des Veränderungsprozesses von thyssenkrupp seit dem 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres als Segmente bezeichnet werden: Automotive Technology, Industrial Components, Elevator Technology, Plant Technology, Marine Systems, Materials Services sowie Steel Europe. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sind die Einheiten der Service Units und Special Units (einschließlich der Elevator Rückbeteiligung) zusammengefasst mit Konsolidierungssachverhalten in der Berichtszeile "Überleitung" separat abgebildet. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG".

Mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Verkauf des Aufzuggeschäfts an ein Bieterkonsortium um Advent International und Cinven im Februar 2020 wird Elevator Technology als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Die Transaktion wurde am 31. Juli 2020 vollzogen (Closing). Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen" sowie im Konzernanhang.

60

Für den Abschluss der Gruppe konsolidieren wir Gesellschaften aus 60 Ländern.

Die Segmente sind grundsätzlich in Business Units und weiter in Operating Units untergliedert. Marine Systems sowie die im Segment Industrial Components zusammengefassten Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden als Business Units unmittelbar von der thyssenkrupp AG geführt. Zum 30. September 2020 sind in den Gruppenabschluss 331 Unternehmen sowie 22 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 60 Ländern.

THYSSENKRUPP-GRUPPE

1) Separate Führung als Business Unit durch die thyssenkrupp AG

2) Nicht fortgeführte Aktivität

thyssenkrupp befindet sich inmitten des im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 weiter konkretisierten Umbaus zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Mit zunehmender Portfolioentwicklung und dem verstärkten Fokus auf Performance soll auch die Organisation schrittweise weiterentwickelt werden. Es gilt, eine möglichst schlanke und effiziente Zentrale zu etablieren, Komplexität insbesondere in der Verwaltung zu reduzieren und vor allem operative Managemententscheidungen zu dezentralisieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir bei der Umsetzung der neuen Organisationsstruktur bereits Fortschritte erzielt. Die Aufgaben und Zuschnitte der Zentralfunktionen, Regionen und Service-Einheiten wurden angepasst. Die Zentralfunktionen wurden reduziert und einige Aufgaben in die Service-Einheiten verlagert. Die regionalen Zentralen wurden reduziert auf regionale Plattformen mit gesetzlich vorgeschriebenen Governance-Aktivitäten und Dienstleistungen, die von den operativen Geschäften in den jeweiligen Regionen benötigt werden. Die Service-Einheiten werden seit dem 1. Oktober 2020 in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH gebündelt und sollen mit schlanken Strukturen übergreifende Dienstleistungen für die Geschäfte und die Zentrale erbringen. Das Angebot der ServiceEinheiten wurde konsolidiert, um dieses besser auf die Nachfrage unserer Geschäfte abzustimmen.

Mehr darüber erfahren Sie im folgenden Abschnitt "Strategie".

Die strategische Führung der Gruppe liegt weiterhin bei der thyssenkrupp AG. Um die Steuerung des Unternehmens in enger Abstimmung mit den Geschäften zu ermöglichen, haben wir seit Anfang des abgelaufenen Geschäftsjahres das Executive Committee als neues Lenkungsgremium etabliert. Darin sind neben dem Vorstand der thyssenkrupp AG auch die CEOs der Segmente und die Leiter einiger Zentralfunktionen versammelt. Die Entscheidungen des Vorstands können sich so enger an Märkten und Kunden sowie an Technologien, Produkten und geschäftsspezifischen Entwicklungen orientieren.

Strategie

Strategische Neuausrichtung

Im Mai 2019 hat thyssenkrupp eine Neuausrichtung des Unternehmens beschlossen und im Mai 2020 weiter konkretisiert. Kern der neuen Strategie ist der Umbau von thyssenkrupp hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Zum einen wird es Unternehmensbereiche geben, deren Potenzial thyssenkrupp allein oder gemeinsam mit Partnern entwickeln wird, und zum anderen Geschäfte, für die vorrangig Entwicklungspfade außerhalb der Gruppe verfolgt werden.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Die Geschäfte sollen sich bestmöglich entwickeln.

Bei dem Veränderungsprozess orientieren wir uns nach wie vor an den drei Schwerpunktthemen: Performance, Portfolio und Organisation. Es sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und nachhaltige sowie führende Marktpositionen einnehmen können.

Performance

Übergeordnetes Ziel ist die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit all unserer Geschäfte. Der grundsätzliche Anspruch an alle Geschäfte ist es, dass sie zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören. Für jede Einheit gilt ein individueller und aus dem Wettbewerb abgeleiteter Profitabilitätsanspruch. Alle Geschäfte müssen zudem mindestens ihre Kapitalkosten verdienen. Alle Ziele müssen konkret und belastbar mit Maßnahmen hinterlegt sein. Die Maßnahmen werden im regelmäßigen Dialog zwischen der Führungsgesellschaft und dezentraler Einheit hinterfragt, gegebenenfalls angepasst und nachgehalten. Die Führungsmannschaft der Geschäfte trägt dabei die volle Ergebnisverantwortung. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe erfolgt auf Basis des erwarteten Wertbeitrags.

Zu Performance gehört auch, dass wir gruppenweit mehr Fokus auf unsere "Performance-Kultur" legen und mit deutlich mehr Konsequenz dafür sorgen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Dazu gehört auch die Überprüfung unserer Steuerungskennzahlen und -logik sowie der damit zusammenhängenden Vergütungssysteme. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Mitarbeiter".

Portfolio

Wir haben das individuelle Entwicklungspotenzial der Geschäfte von thyssenkrupp daraufhin überprüft, in welcher Konstellation die Einheiten die besten Zukunftsperspektiven haben. Kriterien waren dabei die Marktattraktivität und das zukünftige Wertsteigerungspotenzial, das wir heben können. Innerhalb des angestrebten Zielportfolios ("Focus") wollen wir die Profitabilität der Geschäfte steigern ("Improve") und auf dieser neuen Effizienzbasis langfristig wieder profitabel wachsen ("Scale"). Folgende Portfolioentscheidungen wurden getroffen: Bei Materials Services und Industrial Components sieht thyssenkrupp aufgrund der eigenen Marktposition und Wettbewerbsstärke unverändert gutes Entwicklungspotenzial. Diese Geschäfte wird thyssenkrupp auch künftig im Unternehmen aus eigener Kraft weiterentwickeln. Auch Automotive Technology werden wir innerhalb der Gruppe weiterführen. Dem Branchentrend zu übergreifender Zusammenarbeit folgend sind selektiv auch Allianzen oder Entwicklungspartnerschaften vorstellbar. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation bei Steel Europe sowie bei Marine Systems wird thyssenkrupp neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance für eine Stand-alone-Entwicklung im Unternehmen parallel auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen verfolgen. Um insbesondere der spezifischen Marktsituation beim Stahl gerecht zu werden und den Auswirkungen von Corona zu begegnen, arbeiten wir derzeit an Anpassungen in der Umsetzung der Stahlstrategie 20-30. Dazu gehören auch weitergehende Anstrengungen zur Senkung unserer Kosten. Separat geführt werden diejenigen Geschäfte, für die sich das Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen künftig nicht allein als der beste Eigentümer sieht. Diese Einheiten wurden zum 1. Oktober 2020 inzwischen zu einem eigenständigen Segment Multi Tracks zusammengefasst und werden im Sinne eines aktiven Beteiligungsmanagements geführt. Im Einzelnen handelt es sich um: den Anlagenbau, das Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation, die Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions), Springs & Stabilizers, Infrastructure sowie Grobblech. In einigen der unter Multi Track geführten Bereiche - u.a. bei der Antriebs- und Batteriemontage und Springs & Stabilizers - wurden zudem Restrukturierungen eingeleitet bzw. werden umgesetzt. Auch die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 / 2020 unter Special Units berücksichtigte Elevator Rückbeteiligung und das bisher unter Special Services angesiedelte Tech Center thyssenkrupp Carbon Components wird seit dem 1. Oktober 2020 diesem Segment zugeordnet. Beginnend mit dem Bericht zum 1. Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2020 / 2021 werden wir in der neuen Struktur berichten.

ZIELBILD - "GROUP OF COMPANIES"

1) Business Units aus ehemaligem Segment Plant Technology: Cement Technologies, Chemical & Process Technologies und Mining Technologies

2) Umhängung aus Segment Materials Services

3) Umhängung aus Segment Automotive Technology

4) Umhängung aus Segment Steel Europe

5) thyssenkrupp Carbon Components

6) Rückbeteiligung TK Elevator

Organisation

Unser Ziel ist es, den Geschäften den Spielraum zu geben, sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu spezialisieren und damit für ihre Produkte und Dienstleistungen ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung. Neben der Steuerung der Performance wird sich die Zentrale zukünftig und im Laufe der Umsetzung des Transformationsprozesses der Gruppe zunehmend insbesondere auf die Governance, Portfolioentscheidungen und die Allokation von Investitionsmitteln konzentrieren. Die organisatorische Aufstellung der Gruppe soll agiler und schlanker werden und dadurch auch Kosten reduzieren. Insgesamt soll die effizientere Aufstellung der Organisation die Kostenbasis um bis zu 100 Mio € senken. Auch für die Zentrale und die Service-Einheiten sowie die regionalen Plattformen bedeutet dies, dass diese weiter vereinfacht werden und fortlaufend an die Struktur und Größe der Unternehmensgruppe angepasst werden. Die Zentralfunktionen wurden inzwischen von 15 auf 10 Funktionen verschlankt und die Stellen in der Zentrale bereits deutlich reduziert. Zum 1. Oktober 2020 ist die neue Aufstellung der Service-Einheiten an den Start gegangen. Näheres dazu finden Sie im Abschnitt "Profil und Organisation" und im Kapitel "Mitarbeiter".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir gruppenweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.

Im Zuge des Strategieprozesses definiert der Vorstand auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT zeigt die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Im Zuge der Veräußerung von Elevator Technology hält die thyssenkrupp-Gruppe eine Rückbeteiligung. Diese Rückbeteiligung hat keinen strategischen oder operativen Bezug zu den fortgeführten Aktivitäten. Daher sind die Ergebnisse definitionsgemäß nicht den Bestandteilen des Finanzergebnisses mit operativen Charakter zuzurechnen und folglich nicht im EBIT enthalten. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M & A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT der Gruppe und der Segmente sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

tkVA

Capital Employed x WACC = Kapitalkosten

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT abzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung in der Gruppe".

FCF vor M & A

Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurde die Definition des FCF vor M & A hinsichtlich der Behandlung von Geschäftsvorfällen gemäß IFRS 16 angepasst. Es werden Leasinggeschäfte wie ein fremdfinanzierter Kauf berücksichtigt und demnach der Zugang des Leasinggegenstandes als direkt zahlungswirksam erfasst.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Definitionsänderung ab 2020 / 2021

Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 wird die Definition für das Bereinigte EBIT angepasst. Es erfolgt eine engere Definition von Sondereffekten durch eine striktere Orientierung an der Behandlung gemäß IFRS. Bereinigt werden zukünftig Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste.

Ziele

Finanzielle Ziele

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wollen wir thyssenkrupp zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit eigenständigen Geschäften, wettbewerbsfähiger Profitabilität und Cash-flow-Generierung sowie einer schlanken Holding entwickeln.

Unser Ziel ist es, dass thyssenkrupp nachhaltig einen positiven Free Cashflow vor M & A erwirtschaftet und Wert generiert.

Dazu streben wir eine Steigerung der Leistungsfähigkeit aller Geschäfte durch ein konsequentes Performance-Management an. Die Geschäfte sollen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören und dementsprechend positive Ergebnis- und Cashflow-Beiträge für die Gruppe verdienen. Die Profitabilität wollen wir mindestens auf Wettbewerbsniveau bzw. über Kapitalkosten steigern und auf dieser neuen Effizienzbasis wachsen. Die Kapitalallokation innerhalb der Gruppe soll auf Basis des erwarteten Wertbeitrags erfolgen. Alle Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmenplänen zu hinterlegen. Die Führungsmannschaft der Geschäfte trägt dabei die volle unternehmerische und Ergebnisverantwortung. Dieser Anspruch ist auch in den Vergütungssystemen der Führungsteams unserer Geschäfte hinterlegt.

Vor dem Hintergrund der derzeit noch nicht verlässlich abschätzbaren Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere kurzfristig - sowie den Realisierungszeitpunkten unserer wesentlichen Portfolio-Maßnahmen, können wir Werte und den Zeitpunkt für das Erreichen dieser Ziele noch nicht verlässlich festlegen.

Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; mehr zur strategischen Neuausrichtung finden Sie in diesem Kapitel, Abschnitt "Strategie"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird vom Bereich Technology, Innovation & Sustainability koordiniert. Gemeinsam mit anderen Zentralfunktionen und den Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance entwickelt. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, welches sich aus dem Vorstand unserer Gruppe, den Vorstandsvorsitzenden der Segmente und den Leitern verschiedener Zentralfunktionen zusammensetzt und über Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs) entscheidet. Die Umsetzung erfolgt durch die Zentralfunktionen und die Segmente, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 wirkt deren Zielerreichung über den sogenannten Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Höhe der einjährigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive) des thyssenkrupp Vorstandes und der Vorstände der Segmente (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Die IFTs zur Einführung von Umwelt- und Energiemanagementsystemen wurden erreicht. Die Zielsetzung für Energieeffizienz wurde übertroffen. Die F&E-Quote fällt aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology, des Umsatzrückgangs sowie aufgrund von Wertberichtigungen vergleichsweise höher aus. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert, die Zielvorgabe wurde jedoch um 3,8 % Punkte verfehlt. Die Anzahl der durchgeführten Nachhaltigkeitsaudits lag insbesondere aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie unter dem geplanten Zielwert. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte, basierend auf dem bereinigten Vorjahreswert von 3,0 bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten, leicht verbessert werden.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Gruppe 1) Stand 30.09.2019 2) Stand 30.09.2020 2) Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 150 GWh in 2019 / 2020 GWh 316 215 - Klima, Energie, Umwelt
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt % 100 100 + 0 %-Pkte. Klima, Energie, Umwelt
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt % 93 100 + 7 %-Pkt. Klima, Energie, Umwelt
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % % 3,1 4,0 - Technologie und Innovationen
Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % % 12,5 11,2 - 1,3 %-Pkte. Mitarbeiter
2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 / 2021 und jedes Jahr eine Verbesserung von mind. 10 % Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 3,0 2,9 - 3 % Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 123 86 - 30 % Einkauf

1) Ursprüngliche Zielvereinbarung auf Gruppenebene inklusive Elevator Technology

2) Auf vergleichbarer Basis ohne Elevator Technology

Für das kommende Berichtsjahr streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 80 GWh an. Die IFTs zur F&E-Quote und Unfallhäufigkeit werden aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology entsprechend angepasst; die bereinigte F&E-Quote soll zukünftig bei nachhaltig rund 3,0 % liegen, die Unfallhäufigkeit soll um 0,1 auf 2,8 im Geschäftsjahr 2020 / 2021 verbessert werden. Zur Steigerung der Frauen in Führungspositionen streben wir ein neues Ziel an: 16 % Frauen in Führungspositionen in der gesamten thyssenkrupp Gruppe bis zum Geschäftsjahr 2024 / 2025. Die Durchführung der Nachhaltigkeitsaudits bleibt auch im kommenden Berichtsjahr im Fokus und ein neues Ziel von mindestens 60 Audits wird anvisiert.

Ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 soll die vergütungsrelevante Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp über die IFTs schrittweise in die Langfristvergütung des Vorstands überführt werden.

Details zu den einzelnen Indirekt Finanziellen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Lageberichts.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Corona-Pandemie stürzt Weltwirtschaft 2020 in historische Rezession

Im bisherigen Verlauf des Jahres 2020 steht die Weltwirtschaft deutlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Die Umsetzung weitreichender Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fast überall auf der Welt haben sich massiv auf die globale Konjunktur ausgewirkt. Die Produktionstätigkeit wurde massiv ausgebremst mit der Folge, dass die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession abgeglitten ist. Weitreichende geld- und finanzpolitische Maßnahmen zur Abfederung der PandemieFolgen haben jedoch inzwischen dafür gesorgt, dass die Produktionstätigkeit wieder auflebte und das Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen langsam zurückgekehrt ist. Die im Trend kontinuierliche Verbesserung der Stimmungsindikatoren seit Mai und die zunehmende wirtschaftliche Aktivität haben im 3. Quartal 2020 zu einem Ende der Rezession geführt. Wegen der zuletzt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen und der erneuten Verschärfung der Schutzmaßnahmen in vielen Ländern und Regionen dürfte die Erholung aber nur schleppend und gegebenenfalls mit Rückschlägen verlaufen.

↓ -4,9 %

2020 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um 4,9 % einbrechen und 2021 um 4,6 % wachsen.

Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 % zulegte, dürfte sie 2020 um 4,9 % und damit erheblich einbrechen. Im kommenden Jahr 2021 könnte sich die globale Produktion - je nach Pandemie-Verlauf - um 4,6 % erhöhen. In den Industrieländern wird der Einbruch 2020 mit einem Minus von 6,1 % besonders kräftig ausfallen. 2021 wird dort derzeit wieder mit einem Wachstum von 3,6 % gerechnet. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 % sinken; 2021 könnte mit einsetzender Erholung ein Zuwachs von 5,4 % erreicht werden.

Allerdings sind die Prognosen zum Wachstum der Weltwirtschaft aufgrund der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und möglicher erneuter Lockdown-Maßnahmen von extremer Unsicherheit geprägt. Zudem existieren auch zahlreiche geopolitische Unwägbarkeiten: Es ist noch ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte nach der Entscheidung bei den US-Präsidentschafts-Wahlen gelöst und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. Hinzu kommt in Europa - angesichts der zähen Verhandlungen zwischen der EU und der britischen Regierung - immer noch die Unklarheit über die Modalitäten des Brexits. Risiken bestehen auch ganz generell in finanzieller Hinsicht, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen könnten diese Entwicklung noch verstärken. Hinzu kommen Risiken aufgrund möglicher Kapitalengpässe auch bei größeren Unternehmen sowie infolge der volatilen Material- und Rohstoffkosten sowie Wechselkurse.

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist infolge der Corona-Pandemie und der Eindämmungsmaßnahmen kräftig zurückgegangen. Folglich schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2020 um fast 12 % im Vergleich zur Vorperiode, nach einem Minus von 3,7 % im 1. Quartal. Neben der nachlassenden Investitionstätigkeit machte sich insbesondere die erhebliche Zurückhaltung beim privaten Konsum negativ bemerkbar. Bei zudem rückläufigen Ein- und Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen fiel der Außenhandelsbeitrag in Summe negativ aus. Die gelockerten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und die Erholung des Welthandels haben im 3. Quartal 2020 zu einem kräftigen Wachstum der europäischen Wirtschaft geführt, welches im Schlussquartal aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen allerdings deutlich geringer ausfallen dürfte. Insgesamt wird die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum 2020 um 8,6 % einbrechen. Für das kommende Jahr wird hier ein Plus von 4,4 % erwartet.

BIP-Einbruch 2020 wegen Lockdown-Maßnahmen

Deutschland ist infolge der Pandemie und ihrer Bekämpfung in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte gestürzt. Im 2. Quartal, das besonders stark vom Lockdown geprägt war, brach die Wirtschaftsleistung um fast 10 % gegenüber dem Vorjahresquartal ein, nach einem Rückgang um 2 % im 1. Quartal. Im 3. Quartal 2020 hat die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt hinter sich gelassen. Frühindikatoren, aber auch Auftrags- und Produktionsdaten lagen vielfach wieder im positiven Bereich. Allerdings dürften die erneuten Lockdown-Maßnahmen die wirtschaftliche Aktivität im letzten Quartal des Jahres spürbar abbremsen. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2020 voraussichtlich um 5,5 % zurückgehen. Für das kommende Jahr 2021 rechnen wir in Deutschland angesichts einer größeren globalen Konjunkturdynamik mit einer Wachstumsrate von knapp 4 %.

In den USA ist die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 9,1 % eingebrochen; im 1. Quartal hatte der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts 1,3 % betragen. Die Corona-Pandemie und die Eindämmungsmaßnahmen führten insbesondere zu einem massiven Rückgang des privaten Konsums und der Unternehmensinvestitionen. Im Zuge der allmählichen Erholung der US-Wirtschaft - im 3. Quartal expandierte die Wirtschaftsleistung um 8,3 % zum Vorquartal - dürfte die hohe Arbeitslosigkeit zumindest graduell weiter zurückgehen und den privaten Konsum stabilisieren. Auch die Investitionen der Unternehmen dürften sich schrittweise erhöhen. In Summe wird die US-Wirtschaft 2020 voraussichtlich um 4 % schrumpfen, 2021 um 3,5 % zulegen.

Die Konjunktur in China hat sich im 2. und 3. Quartal 2020 recht schnell von den pandemiebedingten Eindämmungsmaßnahmen und dem Wirtschaftseinbruch erholt. Das Bruttoinlandsprodukt legte gegenüber dem Vorquartal um 11,5 % bzw. 2,7 % zu, nach einem Minus von 9,8 % im 1. Quartal. Den größten Wachstumsbeitrag leistete die Industrie, während der Außenhandel und der Binnenkonsum noch unter dem Vorkrisenniveau lagen. Aufgrund der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivität und einer verbesserten Stimmungslage ist für 2020 mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2 % zu rechnen. Im nächsten Jahr dürfte ein Plus von 7,1 % erreicht werden.

Das Bruttoinlandsprodukt in Indien schrumpfte im 2. Quartal 2020 um rund 29 % im Vergleich zum Vorquartal, womit das Land den tiefsten Einbruch aller großen Volkswirtschaften auswies. Mit Ausnahme des Agrarsektors sind dort alle Bereiche der Wirtschaft geschrumpft. Nach der Lockerung der Ausgangssperre befindet sich die Wirtschaft allerdings bereits seit Mai wieder auf Erholungskurs. Insbesondere aufgrund des schwachen 2. Quartals wird die indische Wirtschaft 2020 um 10,8 % einbrechen. Das Jahr 2021 dürfte zwar ein kräftiges Wirtschaftswachstum um 9,2 % bringen, das Vorkrisenniveau wird jedoch noch nicht wieder ganz erreicht werden.

Brasilien wurde von der Corona-Pandemie mit großer Wucht getroffen. Das dortige BIP ging im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 9,7 % zurück. Für das 1. Quartal wurde ein Minus von 2,5 % ausgewiesen. Nach dem drastischen Einbruch im 1. Halbjahr deutet sich mittlerweile eine deutliche Erholung an: Der Einkaufsmanagerindex der Industrie beispielsweise liegt wieder klar im expansiven Bereich. Der Aufwärtstrend ist vor allem auf die wirtschaftlichen Hilfen der Regierung für die privaten Haushalte zurückzuführen. Insgesamt rechnen wir dort für dieses Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch um 5,8 %, für das kommende Jahr mit einer Erholung und einem Wachstum von 3,8 %.

Das russische Bruttoinlandsprodukt ist im 2. Quartal 2020 um 9,5 % im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Zusätzlich zum Produktionsrückgang aufgrund der Pandemie haben die niedrigeren Erdölpreise auf dem Weltmarkt die russischen Exporteinnahmen beeinträchtigt. Der Pandemieverlauf mit einer weiterhin hohen Zahl von Neuinfektionen dürfte zudem die Zuversicht der Konsumenten und Investoren zunächst noch belasten. Insgesamt wird die russische Wirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 5,2 % zurückgehen und sich 2021 bei einem Plus von 2,4 % etwas erholen.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

Entwicklung der Industriekonjunktur durch Einbruch der Investitionstätigkeit belastet

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion verzeichnete 2019 ihren zweiten Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Folge, im Wesentlichen bedingt durch die anhaltende Absatzschwäche im weltgrößten Automobilmarkt China. Für 2020 war zunächst ein erneuter leichter Rückgang erwartet worden, infolge der Corona-Pandemie wird dieser nun zweistellig ausfallen. Handelshemmnisse während des allgemeinen Lockdowns und konjunkturelle Unsicherheiten auf der Nachfrageseite sowie mehrwöchige Produktionsstillstände setzten der Jahresausbringung Grenzen -voraussichtlich wird sie rund 17 % hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben. Für das Folgejahr 2021 ist bei einem Plus von gut 13 % zwar von einer deutlichen Erholung auszugehen, eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird jedoch nicht vor 2023 erwartet.

71,4 Mio

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen beläuft sich 2020 voraussichtlich auf 71,4 Mio Einheiten.

Der weltgrößte Automarkt China war bereits seit dem zweiten Halbjahr 2018 hinter den jeweiligen Vorjahreswerten zurückgeblieben. Der Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 wurde dort umgehend mit scharfen Lockdown-Maßnahmen und vorübergehenden Werksschließungen beantwortet. Dank diesem konsequenten Maßnahmenkurs konnten die Automobilwerke bereits ab Februar wieder anlaufen; auf der Nachfrageseite gab es bereits im April positive Signale in Form von Zuwächsen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dennoch wird die Gesamtproduktion für das Kalenderjahr voraussichtlich rund 7 % niedriger ausfallen als 2019. Für 2021 wird gegenwärtig von einem Wachstum in Höhe von 6 % im Vergleich zu 2020 ausgegangen.

Der westeuropäische Markt wurde von der Corona-Pandemie etwas später getroffen als der chinesische. Werksschließungen und Lockdowns fielen hier vor allem in die Monate März, April und Mai. Doch auch nach der Wiedereröffnung der Händler blieb die Nachfrage zunächst schwächer als vor der Corona-Pandemie. Als Folge ist für 2020 mit einem deutlichen Produktionsrückgang zu rechnen, der auf etwa ein Viertel beziffert wird. Für das Jahr 2021 wird ein Wachstum von rund 21 % auf Basis dieses deutlich verminderten Marktniveaus prognostiziert. Eine Rückkehr auf das - bereits reduzierte - Niveau von 2019 ist bis auf Weiteres nicht in Sicht. Ferner zu bedenken sind Handelskonflikte und Unsicherheiten, die durch die Pandemie etwas aus dem Blickfeld geraten sind, beispielsweise als Konsequenzen des Brexits. Die deutsche Inlandsproduktion wird - nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit je 8 % Rückgang gegenüber dem Vorjahr - 2020 um weitere 24 % auf knapp 3,7 Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge schrumpfen. Neben den vorübergehenden Stillständen und der dadurch verminderten Inlandsproduktion spiegeln sich hier auch die Rückgänge in wichtigen Exportmärkten wie Großbritannien, USA, China, Italien und Spanien wider. Für 2021 ist eine Erholung der Inlandsproduktion zu erwarten: Hier wird von einem Anstieg um 24 % auf knapp 4,5 Mio Einheiten ausgegangen.

Die nordamerikanische Automobilproduktion schrumpfte 2019 um knapp 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2020 ist angesichts der sich rasch ausbreitenden Pandemie, die zu temporären Werksschließungen geführt hat, von einem Rückgang um etwa 20 % auf etwa 13,0 Mio produzierte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auszugehen. Im Jahr 2021 dürfte dann eine Erholung einsetzen, die bei einem Plus von rund 22 % eine Gesamtmenge von 15,9 Mio. produzierten Einheiten ergeben könnte.

Die indische Automobilproduktion ging 2019 - nach einem deutlichen Wachstum in den Vorjahren -um mehr als 11 % zurück. Im ersten Halbjahr 2020 erlebte Indien, nicht zuletzt aufgrund eines temporären landesweiten Lockdowns, das absatzschwächste Halbjahr seit 2007. Insgesamt wird die indische Automobilproduktion in diesem Jahr um rund 28 % auf knapp 3,0 Mio Einheiten zurückgehen - und damit das Produktionsniveau des Jahres 2010 noch unterschreiten. Für 2021 wird derzeit ein Zuwachs um etwa 26 % auf knapp 3,7 Mio Einheiten erwartet; das entspricht in etwa dem Niveau von 2012.

Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Durchschreiten der Talsohle 2016 ihren Erholungskurs und konnte kontinuierlich zulegen. Im Jahr 2019 gelang eine kleine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahr - und das, obgleich in Argentinien, einem der Hauptexportziele der brasilianischen Produktion, der Absatz spürbar zurückging. Für 2020 droht infolge der Corona-Pandemie das niedrigste Produktionsniveau seit 2003. Allerdings wird für 2021 mit einem knapp 28-prozentigen Anstieg gerechnet, sodass die Produktion bei etwa 89 % des Niveaus von 2019 liegen würde.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2019 2020 1) 2021 1)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 2)
Welt 86,4 71,4 81,0
Westeuropa (inkl. Deutschland) 13,3 10,0 12,0
Deutschland 4,8 3,7 4,5
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 16,3 13,0 15,9
USA 10,6 8,6 10,9
Mexiko 3,8 3,0 3,4
Japan 9,2 7,7 8,1
China 24,4 22,6 23,9
Indien 4,1 3,0 3,7
Brasilien 2,7 1,9 2,4
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt - 0,1 - 7,0 6,2
Europa - 0,8 - 12,4 10,0
Deutschland - 2,8 - 17,0 2,0
USA 0,2 - 10,6 3,5
Japan - 7,0 - 10,4 4,4
China 5,3 3,0 4,3
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Euroraum 3,2 - 9,1 8,3
Deutschland 3,4 2,0 3,3
USA 0,0 - 2,7 4,4
China 5,7 3,2 11,0
Indien 3,4 - 11,0 11,8
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt 3,5 - 2,4 4,1
Deutschland - 11,6 - 15,3 13,4
EU28 - 5,5 - 15,2 11,0
USA - 2,1 - 15,8 6,6
China 8,5 8,0 0,0

1) Prognose (September/Oktober 2020)

2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sog. CKD-Einheiten)

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Die internationale Maschinenproduktion wird 2020 deutlich einbrechen.

Maschinenbau - Der Produktion beim weltweiten Maschinenbau wird 2020 um etwa 7 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgehen. Hauptgrund ist die aufgrund der Corona-Pandemie bedingten Lockdown-Maßnahmen kräftig eingebrochene Investitionsgüterkonjunktur. Erst im kommenden Jahr ist im Zusammenhang mit einer erhofften globalen Konjunkturerholung wieder mit einer positiven Zuwachsrate in Höhe von etwa 6 % zu rechnen. In China dürfte die Wachstumsrate 2020 mit voraussichtlich rund 3 % unter der des Vorjahres liegen, 2021 mit gut 4 % wieder ein leicht höheres Wachstumstempo erreichen. Der US-Maschinenbau wird 2020 nach einem bereits schwachen Vorjahr aller Voraussicht nach ein deutliches Produktionsminus von fast 11 % ausweisen, was insbesondere auf die nachlassende Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2021 erwarten wir einen Zuwachs von 3,5 %. Der Ausstoß beim europäischen Maschinenbau wird im laufenden Jahr kräftig um rund 12 % im Minus liegen; 2021 wird wieder mit einer deutlichen Erholung und einem Wachstumsplus von etwa 10 % gerechnet.

Die deutschen Maschinenbauer verbuchten bis September 2020 einen Auftragsrückgang von preisbereinigt 15 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Minus im In- und im Ausland mit Raten von-9 % bzw. -18 % unterschiedlich hoch war. Der Ordertiefpunkt scheint allerdings mittlerweile wohl überwunden, da die Minusraten inzwischen geringer ausfallen als in den Vormonaten. Die leicht verbesserte Branchendynamik spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: Im Oktober ist die Auslastung der Maschinenkapazitäten auf 78,8 % leicht gestiegen - nach 76,1 % im Juli. Die Produktion ging bis August 2020 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 15 % zurück. Der Ausblick auf das Geschäft und insbesondere die Exporte ist angesichts der hohen Konjunkturrisiken von großer Unsicherheit geprägt. Konsequenterweise wurde daher die Wachstumsprognose für die Produktion des deutschen Maschinenbaus 2020 deutlich nach unten korrigiert. Die pandemiebedingt kräftig eingebrochene weltweite Konjunktur, umfangreiche Handelsschwierigkeiten, geopolitische Verwerfungen und der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie belasten die weltweite Investitionsdynamik. Daher dürfte der Ausstoß der Branche in Deutschland in diesem Jahr um 17 % unter dem des Vorjahres liegen. Für 2020 ist mit einer leichten Erholung im Bereich von 2 % zu rechnen.

Bauwirtschaft - Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch die internationale Bauwirtschaft deutlich zu spüren, wenngleich die Produktionseinbußen weniger stark ausfallen dürften als in vielen anderen Industriebranchen. Grund hierfür ist, dass sich die Investitionsplanungen der staatlichen Stellen nicht wesentlich durch die Corona-Pandemie verändert haben dürften und der Wohnungsbau vielerorts weiterhin stützend wirkt. Im Euroraum wird die Bauproduktion in diesem Jahr um gut 9 % zurückgehen, wobei insbesondere die von der Pandemie besonders stark betroffenen Länder wie Frankreich und Spanien deutlich zweistellige Minusraten ausweisen werden. In Deutschland wird die Baukonjunktur 2020 von der Corona-Pandemie dagegen nur relativ gering beeinflusst. So wird die Bauproduktion in diesem Jahr zumindest leicht um 2 % zulegen. Für den weiteren Prognoseverlauf ist mit einer Erholung der Bauwirtschaft im Euroraum zu rechnen. So sind die grundsätzlichen Antriebsfaktoren der Baukonjunktur nach wie vor intakt; die Nachfrage nach Wohnraum und Büroflächen ist unverändert hoch und die öffentlichen Investitionsmaßnahmen werden wohl weitreichend realisiert.

↓ -9,1 %

Die Bautätigkeit im Euro-Raum dürfte 2020 um 9,1 % zurückgehen.

In China wird das Wachstum der Bauwirtschaft 2020 aufgrund von Produktionsausfällen bei nur 3,2 % liegen, bevor es 2021 auf kräftige 11 % steigt. Die US-Bautätigkeit wird in diesem Jahr um 2,7 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Allerdings zeigen sich insbesondere bei den Baugenehmigungen und den Baubeginnen inzwischen deutliche Erholungstendenzen. Insgesamt wird bei der US-Bauproduktion im kommenden Jahr ein Zuwachs von fast 4,5 % erwartet.

Stahlmarkt - Die Corona-Pandemie hat auch die internationale Stahlindustrie 2020 stark geprägt: Produktionsstillstände, unterbrochene Lieferketten und flächendeckende Nachfrageeinbrüche haben die Entwicklung der Stahlmärkte massiv beeinträchtigt. Für das Gesamtjahr wird mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Stahl um rund 2 % auf 1,7 Mrd t Walzstahl gerechnet. Dabei hat die frühe wirtschaftliche Erholung in China - gestützt durch staatliche Investitionen in Infrastrukturprojekte - ab Ende Februar stabilisierend gewirkt. Im Gesamtjahr 2020 wird ein Wachstum des chinesischen Stahlmarktes um 8 % erwartet. Für die Welt ohne China zeichnet sich 2020 ein Einbruch der Stahlnachfrage um rund 13 % ab. In den asiatischen Märkten wird außer China voraussichtlich nur noch Vietnam einen leichten Anstieg ausweisen. Auch in den NAFTA-Staaten ist ein Einbruch um 15 % zu erwarten, wobei der Stahlmarkt in den USA mit einem Abschwung von 16 % auf die Corona-Pandemie reagieren wird. Nachdem der türkische Stahlmarkt im Zuge der Wirtschafts- und Währungskrise 2018 und 2019 deutliche Einbußen von jeweils rund 15 % verzeichnete, wird für 2020 in Summe ein Wachstum von 10 % erwartet. Die Stahlnachfrage in der EU ging bereits 2019 um 6 % zurück. Der Produktionsrückgang in der Automobilindustrie und Schwächen im Maschinenbau konnten nur durch eine robuste Konjunktur im Baugewerbe kompensiert werden. Auch die schwächelte jedoch Ende 2019, sodass der Stahlmarkt in der EU mit negativem Vorzeichen ins neue Jahr startete; die Corona-Pandemie hat den Abwärtstrend in der Folge weiter beschleunigt. Im Ergebnis wird für 2020 eine Abnahme der EU-Stahlnachfrage von rund 15 % erwartet. Mit -20 % fällt der Rückgang im bereits durch den Brexit angeschlagenen Großbritannien noch deutlicher aus. Auch in Deutschland gibt die Nachfrage deutlich um 15 % nach. Strukturelle Überkapazitäten weltweit und daraus resultierende Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen, äußerst volatile Rohstoffmärkte und anhaltende politische Unsicherheiten prägen weiterhin das Umfeld und begründen ein hohes Risiko bei der Bewältigung der aus der Corona-Pandemie resultierenden Herausforderungen.

Zu Beginn des Jahres 2020 zeigte der Markt für Qualitätsflachstahl in der EU bereits Schwächen im Vergleich zu Anfang 2019. Im Zuge der Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie brach der Markt dann zwischenzeitlich um rund 40 % ein. In Summe fällt der Flachstahlbedarf in den ersten acht Monaten 2020 um rund 17 % niedriger aus als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Verschiedene Frühindikatoren deuten auf eine vorsichtige Erholung im letzten Quartal des Kalenderjahres 2020 hin, eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Die Automobil- und die Automobil-Zulieferindustrie, die den Flachstahlbedarf maßgeblich beeinflussen, melden zwar seit den Sommermonaten erste Aufwärtstendenzen, der VDA rechnet im zweiten Halbjahr 2020 jedoch weiter mit Minusraten, die sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur sehr langsam etwas verbessern werden. Das stellt die europäische Stahlindustrie vor besondere Herausforderungen, da sie seit dem Frühjahr Anlagen vorübergehend stillgelegt und die Produktion drastisch reduziert hat. Die Einfuhren von Qualitätsflachstahl aus Drittländern in die EU lagen im Durchschnitt der ersten neun Monate des Berichtsjahres zwar unter dem Vorjahresvolumen, blieben aber gerade im April und Mai relativ konstant und damit auf einem für die rezessiven Marktverhältnisse in diesen Monaten zu hohen Niveau; zwischenzeitlich stieg ihr Marktanteil auf rund 25 %. Die EU-Kommission hatte per Februar 2019 endgültige Schutzmaßnahmen eingeführt; sie enthalten Importquoten und sollen den EU-Markt vor steigenden Einfuhren schützen. Hintergrund ist, dass der Protektionismus weltweit zugenommen hat und die EU-Kommission befürchtete, dass internationale Warenströme in Richtung des freien EU-Marktes umgelenkt werden könnten. Während diese Importquoten zweimal - zum 1. Juli 2019 und zum 1. Juli 2020 - um jeweils 3 % erhöht wurden, die Flachstahlimporte zwischenzeitlich jedoch etwas gesunken waren, haben die Maßnahmen zunehmend ihre geplante schützende Wirkung eingebüßt. Deshalb wurden zum 1. Juli 2020 - nach der zweiten Überprüfung der Schutzmaßnahmen - die Jahresquoten für die großen Exportländer in Quartalsquoten aufgeteilt; dadurch könnte sich die Volatilität der Importe, die aufgrund der Maßnahmen zuvor gestiegen war, wieder verringern.

Vor dem Hintergrund der - insbesondere aufgrund von Lagerergänzungen - bereits Ende 2019 erhöhten Nachfrage sind die Spotmarktpreise im europäischen Flachstahlmarkt im 1. Quartal 2020 gestiegen. Der Markteinbruch infolge der Corona-Pandemie hat dann ab April die Preise abstürzen lassen. Zum Ende des Berichtsjahres - nachdem die Nachfrage in Reaktion auf die Rücknahme der Lockdown-Maßnahmen wieder angezogen hat, die europäischen Stahlhersteller ihre stillgelegten Anlagen aber noch nicht vollumfänglich wieder in Betrieb genommen haben - scheinen die Flachstahlpreise die Talsohle durchschritten zu haben. Einen stützenden Effekt hat hier auch der Preisauftrieb in vielen außereuropäischen Märkten.

Ausgehend von einem niedrigen Niveau im Jahr 2020 dürfte die weltweite Stahlnachfrage 2021 um rund 4 % zulegen. Diese positive Perspektive wird allerdings von einer hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie getrübt. Darüber hinaus stellen die weltweiten Überkapazitäten und der Protektionismus weiterhin ein hohes Risiko dar. Für den chinesischen Stahlmarkt erwarten wir nach dem robusten Aufschwung 2020 eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau. Für die EU gehen wir von einer Belebung der Stahlnachfrage um rund 11 % aus. Deutschland wird hierzu voraussichtlich eine Steigerung von13 % beisteuern, die Nachfrage in Italien könnte sogar um rund 16 % wachsen. Die Prognose für die Nachfrageentwicklung in der NAFTA-Region liegt bei einem Plus von rund 7 %.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Verkauf des Aufzuggeschäfts stärkt die Bilanz in der pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage

Im Juli wurde der Verkauf des Aufzuggeschäfts an ein Bieterkonsortium um Advent International und Cinven erfolgreich abgeschlossen und damit ein weiterer wichtiger Meilenstein beim eingeleiteten Umbau der Gruppe erreicht. Der Verkauf ermöglicht die im Mai konkretisierten strategischen Neuausrichtung hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit eigenständigen Geschäften, wettbewerbsfähiger Profitabilität und Cashflow-Generierung sowie einer schlanken Holding. Mehr Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Strategie".

Pandemiebedingte Umsatzeinbrüche und daraus resultierende Unterauslastung belasten das Bereinigte EBIT.

Im Berichtsjahr blieb die operative Entwicklung, trotz umfangreicher Maßnahmen zur Kostenreduktion und zur Sicherung unserer Geschäfte wie zum Beispiel Kurzarbeit, sehr deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage und damit die Kapazitätsauslastung trübten noch zusätzlich zur ohnehin vorherrschenden Volatilität in den Werkstoff- und Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge das Bereinigte EBIT. Hinzu kamen die strukturellen Herausforderungen im Stahlbereich. Infolge der stark eingebrochenen Versandmengen und des anhaltenden Kostendrucks fiel das Bereinigte EBIT von Steel Europe tief in die Verlustzone und trug wesentlich zum negativen Ergebnis der Gruppe bei. Auch das Bereinigte EBIT von Materials Services war in diesem Umfeld negativ: Sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage insbesondere ab März konnte durch die starke Entwicklung bei Plastics sowie positive Effekte aus Waren- und Währungshedges nicht kompensiert werden. Im Geschäft mit Automobilkomponenten wurden die Zuwächse aus dem Hochlauf neuer Projekte und Werke überlagert durch Nachfrageausfälle verbunden mit weltweiten Produktions- und Werksstillständen. Zudem ergaben sich größere Belastungen aus der Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau sowie Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen, sodass Automotive Technology in Summe ein stark negatives Bereinigtes EBIT auswies. Industrial Components erreichte deutliche mengen- und strukturbedingte Zuwächse bei Großwälzlagern, die jedoch durch das Schmiedegeschäft infolge auch zyklisch bedingter geringerer Volumina geschmälert wurden. Im Anlagenbau blieb das Bereinigte EBIT negativ. Verzögerte Fortschritte in den Projekten sowie Verschiebungen im Auftragseingang wurden nur teilweise durch Umsatzsteigerungen im Chemieanlagenbau, einem robusten Servicegeschäft sowie einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung kompensiert. Marine Systems konnte das Bereinigte EBIT, trotz weiterhin geringer Margen bei Projekten in Bearbeitung, steigern. Corporate Headquarters reduzierte die Kosten weiter deutlich, insbesondere durch niedrigere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie geringere IT-Kosten, und unterstreicht damit unser Ziel einer schlanken Holding Struktur. Das Ergebnis der nicht fortgerührten Aufzugaktivitäten war im Wesentlichen infolge höherer Kosten im Zusammenhang mit der eigenständigen Aufstellung sowie negativer Pandemieeffekte vor allem in Europa und bei Access Solutions rückläufig.

Der Jahresüberschuss war mit 9,6 Mrd € signifikant positiv, nach einem Jahresfehlbetrag von -260 Mio € im Vorjahr. Dabei überkompensierten die erzielten Gewinne aus dem Verkauf des Aufzuggeschäfts insbesondere die vorstehend beschriebene operative Entwicklung, Wertminderungsaufwendungen auf Firmen- und langfristige Vermögenswerte insbesondere bei Automotive und Steel Europe sowie Aufwendungen für notwendige Restrukturierungen für künftige Verbesserungen der Segmente.

Der Mittelzufluss aus der ElevatorTransaktion verbessert die Bilanzkennzahlen signifikant.

Gleichzeitig führte der Mittelzufluss aus der Transaktion zu einem Netto-Finanzguthaben von 5,1 Mrd € und einer signifikanten Erhöhung des Eigenkapitals auf 10,2 Mrd € (Vorjahr: 2,2 Mrd €). Entsprechend verbesserten sich die Bilanzkennzahlen der Gruppe signifikant.

Ein Teil der Erlöse aus der Aufzugtransaktion soll selektiv dort für die Entwicklung der Geschäfte eingesetzt werden, wo attraktive Zielrenditen erreicht werden können. Außerdem können Mittel für erforderliche Restrukturierungsmaßnahmen genutzt werden. Angesichts der pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage wird sich das Management bei der genauen Aufteilung der Mittelverwendung aber unverändert größtmögliche Flexibilität bewahren.

Der Free Cashflow vor M & A lag mit -4,8 Mrd € im Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: -1,1 Mrd €). Neben der operativen Entwicklung belastete die Normalisierung des Umlaufvermögens von bis zu 3,0 Mrd € - hin zu mehr Transparenz und einer kontinuierlichen Optimierung - sowie die Bußgeldzahlung die Kernsteuerungsgröße erheblich.

Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 13,2 Mrd € (30. September 2020) verfügt thyssenkrupp über eine sehr gute Liquiditätsposition.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Gruppe insgesamt Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten 1)
2018/2019 2019/2020 Veränderung in % 2018/2019
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 41.994 34.891 - 7.103 - 17 33.825
Umsatz Mio € 41.996 35.443 - 6.553 - 16 34.036
EBIT 2) Mio € 272 10.475 10.203 ++ - 511
EBIT-Marge % 0,6 29,6 28,9 ++ - 1,5
Bereinigtes EBIT 2) Mio € 802 - 860 - 1.661 - -110
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,9 -2,4 - 4,3 - - 0,3
Ergebnis vor Steuern Mio € - 83 10.112 10.195 ++ - 855
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € - 260 9.592 9.852 ++ - 1.110
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € - 304 9.585 9.888 ++ - 1.153
Ergebnis je Aktie - 0,49 15,40 15,88 ++ - 1,85
Operating Cashflow Mio € 72 - 3.326 - 3.398 - - 664
Cashflow für Investitionen Mio € - 1.443 - 2.352 - 909 - 63 - 1.210
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 108 14.766 14.658 ++ 101
Free Cashflow 3) Mio € - 1.263 9.088 10.351 ++ - 1.773
Free Cashflow vor M & A 3) Mio € - 1.140 - 4.835 - 3.695 - - 1.756
Netto-Finanzschulden (-Guthaben) (30.09.) Mio € 3.703 - 5.053 - 8.756 -
Eigenkapital (30.09.) Mio € 2.220 10.174 7.954 358
Gearing (30.09.) % 166,8 -4) - -
ROCE % 1,6 59,8 58,1 ++
thyssenkrupp Value Added Mio € - 1.068 9.073 10.141 ++
Dividende je Aktie - - -
Ausschüttung Mio € - - -
Mitarbeiter (30.09.) 162.372 103.598 - 58.774 - 36
Gruppe - Fortgeführte Aktivitäten 1)
2019/2020 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 28.150 - 5.675 -17
Umsatz 28.899 - 5.137 -15
EBIT 2) - 5.255 - 4.744 -
EBIT-Marge - 18,2 - 16,7 -
Bereinigtes EBIT 2) - 1.633 -1.523 -
Bereinigte-EBIT-Marge - 5,7 - 5,3 -
Ergebnis vor Steuern - 5.593 - 4.739 -
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern - 5.541 - 4.431 -
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 5.547 - 4.394 -
Ergebnis je Aktie - 8,91 - 7,06 -
Operating Cashflow - 4.224 - 3.560 -
Cashflow für Investitionen - 2.188 - 977 - 81
Cashflow aus Desinvestitionen 14.783 14.681 ++
Free Cashflow 3) 8.371 10.144 ++
Free Cashflow vor M & A 3) - 5.515 - 3.759 -
Netto-Finanzschulden (-Guthaben) (30.09.)
Eigenkapital (30.09.)
Gearing (30.09.)
ROCE
thyssenkrupp Value Added
Dividende je Aktie
Ausschüttung
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Aussage der Gearing-Kennzahl bedeutungslos geworden.

Prognose-Ist-Vergleich

Die konjunkturellen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie haben die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen maßgeblich beeinflusst.

In dem von der Corona-Pandemie geprägten konjunkturellen Umfeld blieb die Entwicklung der zu Beginn des Berichtsjahres gesetzten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) deutlich hinter unseren Erwartungen zurück. Der thyssenkrupp Value Added (tkVA) lag dagegen infolge der Elevator-Transaktion über unseren Erwartungen.

Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir nicht erreicht. Infolge der weltweiten Ausbreitung der Corona-Pandemie kam es ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres zu vorübergehenden Werksschließungen bei unseren Kunden in China und ab Mitte März nahezu weltweit. Daneben traten erhebliche Beeinträchtigungen des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens ein, deren wirtschaftliche Auswirkungen auf unsere Geschäfte insbesondere bei Werkstoffen und Komponenten für Automobile sowie Nutzfahrzeuge anfänglich nicht in vollem Umfang vorhersehbar waren. Daher hat thyssenkrupp mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 23. März 2020 die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 zurückgezogen. Vor dem Hintergrund der sich noch festigenden Einschätzungen der Wirtschaftsforschungsinstitute für den erwarteten Rückgang der Konjunktur war eine belastbare Prognose für die Entwicklung unserer wesentlichen Kernsteuerungsgrößen nur unter großen Unsicherheiten möglich, weshalb wir im Bericht zum 1. Halbjahr lediglich Tendenzaussagen gegeben haben, die für die fortgeführten Aktivitäten ein stark rückläufiges Bereinigtes EBIT unterstellten. Diese Prognose berücksichtigte auch die Anpassung des Ausweises von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität.

Mit Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts haben wir die Erwartung für das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten - abhängig von der Dynamik der beginnenden Wiederaufnahme der Produktion bei unseren Kunden - mit einem Verlust zwischen -1,7 Mrd € und -1,9 Mrd € konkretisiert und mit einem Wert von -1,6 Mrd € letztlich leicht übertroffen. Der signifikante Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen pandemiebedingt und insbesondere stark durch den hohen Verlust von Steel Europe geprägt, die zusätzlich durch interne strukturelle Nachteile aber auch in der Stahlindustrie allgemein belastet waren. Bis zum Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 leisteten die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten einen deutlich positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT der Gruppe.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den FCF vor M & A haben wir mit der Ad-hoc Mitteilung im März zurückgezogen und zum 1. Halbjahr angepasst. Dies reflektiert neben der operativen Entwicklung, die insbesondere pandemiebedingt schwächer war als erwartet, auch die Klassifizierung von Elevator Technology als nicht fortgeführte Aktivität. Mit dem 9-Monats-Bericht wurde die Prognose für den FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten zwischen -5,0 Mrd € und -6,0 Mrd € konkretisiert. Sie berücksichtigte damit auch die Normalisierung des Netto-Umlaufvermögens hin zu einer weiter kontinuierlichen Optimierung, die sich mit bis zu 3,0 Mrd € belastend auswirkte. Mit -5,5 Mrd € lag der Free Cashflow vor M & A am Ende des Geschäftsjahres im Rahmen unserer Erwartungen.

Die Entwicklung des tkVA der Gruppe war aufgrund des Mittelzuflusses aus der Elevator-Transaktion signifikant positiv.

Den zu Beginn des Jahres gesteckten und kommunizierten Zielwert für den tkVA haben wir infolge der vorstehend beschriebenen Effekte mit der Ad-hoc Mitteilung ebenfalls zurückgezogen. Zum 1. Halbjahr wurde die Prognose, auch unter Berücksichtigung der Aufzugtransaktion, angepasst und im Berichtsjahr erreicht. Insgesamt stieg der tkVA gegenüber dem Vorjahr deutlich und erreichte mit 9,1 Mrd € einen positiven Wert.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsentwicklung in den Segmenten".

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2019 / 2020:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019 / 2020 1

Prognose im Geschäftsbericht 2018 / 2019 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2019 / 2020 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2019 / 2020 Ist Geschäftsjahr 2019 / 2020
Umsatz (Gruppe) Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich - - -
Umsatz (fortgeführte Aktivitäten) - deutlicher Rückgang infolge pandemiebedingter Nachfragerückgange -15 %; auf vergleichbarer Basis: -15 %
Automotive Technology Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich deutlicher Rückgang -13 %; auf vergleichbarer Basis: -13 %
Industrial Components moderat rückläufige Entwicklung deutlicher Rückgang -17 %; auf vergleichbarer Basis: -16 %
Elevator Technology währungsbereinigter Anstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich - - -18 %; auf vergleichbarer Basis: +1 %
Plant Technology deutliche Erholung in Abhängigkeit des Auftragseingangs niedrigerer Umsatz -2 %; auf vergleichbarer Basis: 0 %
Marine Systems stabil -3 %; auf vergleichbarer Basis: -3 %
Materials Services - signifikant unter Vorjahr -19 %; auf vergleichbarer Basis: -18 %
Steel Europe - signifikant unter Vorjahr -20 %; auf vergleichbarer Basis: -20 %
Bereinigtes EBIT (Gruppe) auf Vorjahresniveau - - -
Bereinigtes EBIT (fortgeführte Aktivitäten) - stark negativ infolge des deutlichen Umsatzrückgangs und daraus resultierender Unterauslastungen -1,7 Mrd € bis -1,9 Mrd € Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1.523 Mio € auf -1.633 Mio €
Automotive Technology Erholung auf einen positiven Wert aus Steigerung des Umsatzes und Rückkehr zu positiver Marge deutlich negativ Rückgang um 238 Mio € auf -260 Mio €
Industrial Components moderat rückläufige Entwicklung positiv jedoch deutlich unter Vorjahr Rückgang um 92 Mio € auf 138 Mio
Elevator Technology tendenziell höhere, mindestens jedoch stabile Marge inklusive der für die eigenständige Aufstellung anfallenden Kosten deutlich positiver Beitrag bis zum Vollzug der ElevatorTransaktion Positiver Beitrag von 693 Mio €
Plant Technology deutliche Verbesserung jedoch weiterhin negativ rückläufig Rückgang um 94 Mio € auf -235 Mio €
Marine Systems leicht positiv Verbesserung um 17 Mio € auf 18 Mio €
Materials Services weitgehend stabil deutlich negativ Rückgang um 217 Mio € auf -110 Mio €
Steel Europe negativ signifikant negativ Verlust von bis zu gut 1 Mrd € Rückgang um 977 Mio € auf -946 Mio €
Corporate Headquarters auf Vorjahresniveau Verbesserung um 42 Mio € auf -210 Mio €
Jahresfehlbetrag (Gruppe) deutlich höher - - -
Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Aktivitäten) - Fehlbetrag mit signifikantem Rückgang gegenüber Vorjahr - Rückgang um 4.431 Mio € auf -5.541 Mio €
Investitionen (Gruppe) über Vorjahr - - -
Investitionen (fortgeführte Aktivitäten) - rund 1,4 Mrd € - Anstieg um 977 Mio € auf 2.188 Mio €
FCF vor M & A (Gruppe) unter Vorjahr - - -
FCF vor M & A (fortgeführte Aktivitäten) - signifikant unter Vorjahr -5,0 Mrd. € bis -6,0 Mrd. € Rückgang um 3.759 Mio € auf -5.515 Mio €
tkVA (Gruppe) unter Vorjahr deutlich positiv Verbesserung um 10.141 Mio € auf 9.073 Mio €

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Geschäftsentwicklung in der Gruppe

Geschäftsverlauf

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie strukturelle Herausforderungen im Stahlbereich prägen die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr.

AUFTRAGSEINGANG

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Automotive Technology 2) 5.251 4.610 - 12 - 12
Industrial Components 2) 2.636 2.095 - 21 - 19
Elevator Technology 8.171 6.739 - 18 0
Plant Technology 2) 2.844 1.670 - 41 - 40
Marine Systems 2.192 2.227 2 21
Materials Services 13.868 11.386 - 18 - 18
Steel Europe 8.784 7.325 - 17 - 17
Corporate Headquarters 2) 5 4 - 21 - 21
Überleitung 2) - 1.758 - 1.165 - -
Gruppe insgesamt 41.994 34.891 - 17 - 12
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 8.169 6.741 - 17 0
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 33.825 28.150 - 17 - 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe signifikant rückläufig

Nachfrageeinbrüche infolge der Corona-Pandemie belasten Auftragseingänge

Bei Automotive Technology belasteten insbesondere pandemiebedingte weltweite Werksstillsetzungen unserer größten Kunden die Nachfrage, sodass der Auftragseingang des Vorjahres deutlich unterschritten wurde. Der Bereich Steering zeigte sich robust und wirkte der Entwicklung durch den Hochlauf neuer Projekte und Werke teilweise entgegen. Ende des 3. Quartals lief die Automobilproduktion in vielen Ländern wieder, auch das 4. Quartal verzeichnete eine deutliche Steigerung zum Vorquartal. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres blieb die Nachfrage jedoch rückläufig. Industrial Components konnte trotz der weiterhin guten Auftragslage bei Großwälzlagern, insbesondere im Anwendungsbereich Windenergie in China, den Vorjahreswert nicht erreichen. Die Ursache hierfür war die pandemie- aber auch zyklisch bedingte schwächere Nachfrage im Schmiedegeschäft. Bei Plant Technology blieb der Auftragseingang aufgrund der zurückhaltenden Vergabe von Großprojekten deutlich unter dem durch zwei Großaufträge in den Bereichen Düngemittel und Mining begünstigten Vorjahreswert. Der Chemieanlagenbau verzeichnete unter anderem ein steigendes Interesse nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung, während Mining kleinere Aufträge gewinnen konnte. Positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Zementanlagen im Wesentlichen infolge von mittelgroßen Aufträgen für Zementlinien in den USA sowie für eine erste industrielle Anlage zur CO2-armen Zementproduktion mit thermisch aktivierten (kalzinierten) Tonen in Kamerun. Marine Systems verzeichnete einen stabilen Auftragseingang, geprägt von einem Auftrag für den Bau von vier Fregatten für die brasilianische Marine im 4. Quartal.

Der Auftragseingang der Werkstoffgeschäfte insgesamt blieb signifikant unter dem Vorjahreswert. Dabei verzeichnete Materials Services mengen- und preisbedingte Nachfragerückgänge in allen Bereichen. Einzig der Bereich Plastics, der unter anderem transparente Kunststoffplatten als Schutzmaßnahme gegen Corona-Viren vertreibt, übertraf den Wert des Vorjahres. Der Auftragseingang von Steel Europe lag mengen- und preisbedingt signifikant unter dem des vorigen Geschäftsjahres. Dabei wurde die während des 1. Halbjahres erzielte positive Mengenentwicklung durch rückläufige Preise überkompensiert. Im 3. Quartal kam es dann zu einem drastischen Einbruch der Bestellmengen um mehr als die Hälfte. Der Einbruch zeigte sich über alle Abnehmergruppen hinweg, anfangs seitens der Automobilindustrie, Stahl Service-Centern und Autozulieferern, im Verlauf des Quartals zunehmend auch rückläufige Bestellungen seitens anderer Industriekunden. Im 4. Quartal setze eine spürbare Mengenerholung begleitet von sich stabilisierenden Marktpreisen ein.

Die nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten verbuchten nach 10 Monaten einen leicht rückläufigen Auftragseingang zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die positive Entwicklung in den USA sowie positive Wechselkurseffekte konnten die überwiegend pandemiebedingte Entwicklung in Europa und Asien nicht kompensieren.

UMSATZ

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Automotive Technology 2) 5.407 4.702 - 13 - 13
Industrial Components 2) 2.522 2.099 - 17 - 16
Elevator Technology 7.960 6.546 - 18 1
Plant Technology 2) 2.943 2.897 - 2 0
Marine Systems 1.800 1.750 - 3 - 3
Materials Services 13.880 11.300 - 19 - 18
Steel Europe 9.065 7.269 - 20 - 20
Corporate Headquarters 2) 5 9 108 108
Überleitung 2) - 1.586 - 1.130 - -
Gruppe insgesamt 41.996 35.443 - 16 - 12
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 2) 7.960 6.544 - 18 1
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 34.036 28.899 - 15 - 15

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Umsatzentwicklung der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe folgt Auftragseingang

Die Umsatzentwicklung folgte dem Auftragseingang und war maßgeblich durch die Pandemie geprägt. Insbesondere das Geschäft mit Automobilkomponenten war seit dem 2. Quartal negativ beeinflusst. Industrial Components profitierte zwar von starken Zuwächsen bei Windenergie in Deutschland und China, diese konnten jedoch das schwächere Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Bei Plant Technology war der Umsatz robust. Projektfortschritte im Chemieanlagenbau bei Großprojekten, sowie der hohe Auftragsbestand bei Mining kompensierten rückläufige Umsätze im Zementbereich. Die Umsätze von Marine Systems lagen leicht unter denen des Vorjahres. Dabei wurde der temporär verlangsamte Fortschritt bei Projekten im Unterwasserbereich zum großen Teil durch Umsätze eines Fregattenauftrags aus dem nordafrikanischen Raum sowie aus den Bereichen Marine-Elektronik, Wartung und Service aufgefangen.

Die Umsatzentwicklung in den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe war ebenfalls stark durch die Pandemie mit deutlich niedrigen Absatzmengen geprägt. Zudem belasteten Preisrückgänge in allen wesentlichen Produktsegmenten - außer der volatile Nickelpreis - den Umsatz bei Materials Services. Bei Steel Europe wirkten neben geringeren Mengen auch die Preisentwicklung belastend, insbesondere in den ersten beiden Quartalen verglichen zum Vorjahr.

Der Umsatz der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten erreichte nach 10 Monaten den vergleichbaren Wert des Vorjahres. Dabei glichen die positive Entwicklung in den USA und positive Wechselkurseffekte den hauptsächlich pandemiebedingten Umsatzrückgang in Europa und Asien aus.

Die regionale Umsatzverteilung der fortgeführten Aktivitäten war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von rund 33 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Westeuropa, das unverändert bei 19 % lag, sowie das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 16 % leicht abnahm. Im Großraum China stieg der Umsatzanteil auf rund 7 %.

Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 30 % die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie für das Stahlgeschäft. Es folgte der Maschinen- und Anlagenbau mit einem leicht höheren Umsatzanteil. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war leicht rückläufig, während der Handel leicht zunahm.

Bereinigtes EBIT der fortgeführten Aktivitäten sowie der Gruppe infolge der Umsatzeinbrüche und daraus resultierender Unterauslastung signifikant negativ und unter Vorjahr

BEREINIGTES EBIT

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) - 22 - 260 -
Industrial Components 1) 230 138 - 40
Elevator Technology 907 693 - 24
Plant Technology 1) -145 - 235 - 62
Marine Systems 1 18 ++
Materials Services 107 - 110 -
Steel Europe 31 - 946 -
Corporate Headquarters 1) - 252 - 210 17
Überleitung 1) - 56 53 -
Gruppe insgesamt 802 - 860 -
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 912 773 - 15
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) - 110 - 1.633 -

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Im Berichtsjahr war das Bereinigte EBIT negativ und lag signifikant unter dem des Vorjahres. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage und damit die Kapazitätsauslastung, die Volatilität in den Werkstoff- und Komponentengeschäften für Automobile und Nutzfahrzeuge sowie die strukturellen Herausforderungen im Stahlbereich prägten das Geschäftsjahr. Um diese Entwicklungen abzumildern, wurden umfangreiche Maßnahmen zur Kostenreduktion und Sicherung der Geschäfte und auch zum Schutz der Mitarbeiter getroffen. Diese umfassen unter anderem Kurzarbeit, Flexibilisierung der Arbeitszeit wie Überstundenabbau, Urlaub, Abbau von Leiharbeit, Homeoffice sowie Durchführung von Einsparmaßnahmen und Überprüfung von Investitionsprojekten.

Im Geschäft mit Automobilkomponenten reichten die Zuwächse aus dem Hochlauf neuer Projekte und Werke nicht aus, um die Nachfrageausfälle verbunden mit Produktions- und Werksstillständen beginnend in China, später in Europa und NAFTA auszugleichen. Zudem belasteten eine Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau und Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen, sodass Automotive Technology in Summe ein negatives Ergebnis unter dem Vorjahreswert auswies. Industrial Components verzeichnete trotz des anhaltenden Wachstums und des höheren Ergebnisbeitrags von Großwälzlagern für Windenergie ein rückläufiges Bereinigtes EBIT. Dies war dem Schmiedegeschäft geschuldet, das infolge geringerer Volumina, auch zyklisch bedingt, einen starken Ergebnisrückgang zeigte. Bei Plant Technology blieb das Bereinigte EBIT negativ und unter Vorjahr. Ein verzögerter Fortschritt in den Projekten sowie Verschiebungen beim Auftragseingang konnten nur teilweise durch Umsatzsteigerungen im Chemieanlagenbau, einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung sowie dem robusten Servicegeschäft kompensiert werden. Gleichzeitig entwickelte sich das Marinegeschäft positiv, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Bearbeitung weiterhin belastend wirkten.

Das Bereinigte EBIT der Werkstoffgeschäfte lag signifikant unter dem Vorjahreswert.

Unsere Werkstoffgeschäfte bewegten sich in einem herausfordernden Umfeld, geprägt von negativen Preis- und Mengeneffekten, sodass das Ergebnis signifikant unter dem des Vorjahres blieb. Zudem entfielen bei Materials Services stützende Effekte aus Grundstücksverkäufen und der gruppeninternen Kompensationszahlungen für Teil-Übertragung des internationalen Streckengeschäfts aus dem Vorjahr. Während der Nachfragerückgang im 1. Halbjahr insbesondere dem allgemeinen Abschwung der weltweiten Industriekonjunktur geschuldet war, prägte die Corona-Pandemie die Entwicklung im 2. Halbjahr. Zudem war das abgelaufene Geschäftsjahr von sinkenden Marktpreisen in beiden Service Units geprägt. Eine Ausnahme bildete Plastics, das den Ergebnisbeitrag signifikant steigerte. Unterstützend wirkten zudem positive Effekte aus dem Waren- und Währungshedge, die jedoch die allgemeine Entwicklung nicht ausgleichen konnten. Bei Steel Europe führten signifikant rückläufige Versandmengen und der Erlösverfall, bei deutlicher Verschlechterung im Geschäftsjahresverlauf, zu einem stark negativen Bereinigten EBIT. Insbesondere die schwache Auslastung der Aggregate im 2. Halbjahr belastete. Hinzu kam ab Mitte März der pandemiebedingte Einbruch der Bestellmengen bei margenstarken Stahlgüten für die Automobilindustrie.

Corporate Headquarters verbesserte sich deutlich im Vorjahresvergleich auf ein Bereinigtes EBIT von -210 Mio €. Einen maßgeblichen Beitrag leisteten dabei geringere Kosten, insbesondere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie geringere IT-Kosten.

Der Ergebnisbeitrag der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten konnte nach 10 Monaten, das heißt bis zum Verkauf, den vergleichbaren Wert des Vorjahres nicht erreichen. Insbesondere die höheren Corporate-Kosten im Zusammenhang mit dem Carve-out sowie die pandemiebedingten negativen Effekte vor allem in Europa und bei Access Solutions überwogen die positiven Effekte aus günstigen Entwicklungen in Nordamerika und Asien.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Die Sondereffekte belasteten das EBIT in höherem Maße als im Vorjahr.

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 3,6 Mrd € belastet.

SONDEREFFEKTE

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung
Automotive Technology 1) 104 896 793
Industrial Components 1) 29 167 138
Elevator Technology 116 - 15.091 - 15.207
Plant Technology 1) 19 30 10
Marine Systems 1 5 4
Materials Services 41 623 582
Steel Europe 154 1.710 1.556
Corporate Headquarters 1) 42 144 102
Überleitung 1) 24 180 156
Gruppe insgesamt 530 - 11.334 - 11.864
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 129 - 14.957 - 15.085
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 401 3.622 3.221

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Bei Automotive Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem für Restrukturierungen mit Kapazitätsanpassungen und Personalabbau bei System Engineering, Springs & Stabilizers und auf Segmentebene. Hinzu kamen Wertminderungsaufwendungen im Anlage- und Umlaufvermögen aufgrund gestiegener Kapitalkosten sowie verminderter Umsatz- und Ertragserwartungen (auch pandemiebedingt). Industrial Components verzeichnete im Bereich Großwälzlager Sondereffekte für Abwertungen von nicht mehr nutzbarem Sachanlagevermögen; ferner wurden Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen gebildet. Das Schmiedegeschäft wies Sondereffekte aus Wertminderungen auf technische Anlagen, Gebäude und sonstige langfristige Vermögenswerte in China sowie aus der Fortführung bereits begonnener Restrukturierungen in den Werken in Brasilien, Italien und Indien aus. Bei Plant Technology und Marine Systems ergaben sich Sondereffekte aus Restrukturierungen. Materials Services verbuchte im Wesentlichen Aufwendungen für umfangreiche Restrukturierungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA, die Schließung der Niederlassung Varel der Aerospace Germany zum 31. März 2021 sowie kleinerer Gesellschaften. Zudem gab es außerplanmäßige Abschreibungen, zum Beispiel auf Finanzanlagen und Lagerstandorte. Bei Steel Europe wurden Sondereffekte aus der Restrukturierung insbesondere für die Stahlstrategie 20-30 berücksichtigt. Hinzu kamen beträchtliche Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen infolge verminderter Umsatz- und Ertragserwartungen durch konkretisierte langsamere wirtschaftliche Erholung der Automobilindustrie im Rahmen der Abschlusserstellung. Bei Corporate Headquarters wurden im Wesentlichen Aufwendungen für das Freiwilligenprogramm bei der thyssenkrupp AG sowie für Projektaufwendungen im Zusammenhang mit der ElevatorTransaktion gebildet. Bei den nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten ergaben sich Sondereffekte im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen in den Business Units Europe / Africa und Americas und mit der Vorbereitung der eigenständigen Aufstellung. Gegenläufige Effekte ergaben sich neben dem Entkonsolidierungsgewinn aus der Teilauflösung einer Rückstellung aus einem Rechtsfall.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) positiv und deutlich über Vorjahreswert

Im Berichtsjahr war der tkVA maßgeblich durch die Elevator-Transaktion bestimmt und erreichte infolgedessen einen positiven Wert. Gegenläufige Effekte resultierten insbesondere aus einem signifikant schwächeren EBIT infolge der schlechteren operativen Entwicklung insbesondere in den Geschäften mit Werkstoffen und Automobilkomponenten. Der Wertbeitrag von Automotive Technology sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich und blieb stark negativ. Ein durch bilanzielle Sondereffekte stark belastetes signifikant geringeres Ergebnis war hierfür ursächlich. Industrial Components verzeichnete vor allem infolge eines gesunkenen EBITs einen Rückgang des Wertbeitrags. Auch bei Plant Technology führte das geringere EBIT zu einer Abnahme des tkVA gegenüber dem bereits negativen Vorjahr. Marine Systems stabilisierte das Ergebnis im positiven Bereich, bei deutlich höherer Kapitalbindung. Infolgedessen nahm der Wertbeitrag ab und blieb negativ. Der tkVA von Materials Services lag - insbesondere aufgrund der operativen Entwicklung - deutlich unter dem Vorjahr. Bei Steel Europe lag die durchschnittliche Kapitalbindung leicht unter Vorjahr. Die signifikante Verschlechterung des Ergebnisses auf ein negatives EBIT führte zu einem deutlichen Rückgang des tkVA gegenüber dem Vorjahr.

Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)

2018/2019 2019/2020
EBIT 1) 2)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT 1) 2)

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Gruppe insgesamt 272 16.749 8,0 - 1.068 10.475 17.526
Davon:
Automotive Technology 2) - 126 3.006 8,5 - 381 - 1.157 3.110
Industrial Components 2) 201 1.391 8,5 82 - 29 1.504
Elevator Technology 791 1.292 7,5 695 15.784 1.507
Plant Technology 2) - 164 - 152 8,0 - 152 - 265 - 141
Marine Systems 0 927 8,0 - 74 13 1.266
Materials Services 66 3.866 8,0 - 244 - 733 3.901
Steel Europe - 123 5.447 8,5 - 586 - 2.656 5.352
2019/2020
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- ---
Gruppe insgesamt 8,0 9.073 10.141
Davon:
Automotive Technology 2) 8,5 - 1.421 -1.040
Industrial Components 2) 8,5 - 157 - 239
Elevator Technology 7,5 15.671 14.975
Plant Technology 2) 8,0 - 253 - 101
Marine Systems 8,0 - 89 -14
Materials Services 8,0 - 1.045 - 802
Steel Europe 8,5 - 3.111 - 2.525

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).

2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen der Gruppe", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Segmenten

Automotive Technology

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 5.251 4.610 - 12
Umsatz Mio € 5.407 4.702 - 13
EBIT Mio € -126 - 1.157 -
EBIT-Marge % - 2,3 - 24,6 -
Bereinigtes EBIT Mio € - 22 - 260 -
Bereinigte-EBIT-Marge % - 0,4 - 5,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 25.834 24.763 - 4

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Automotive Technology

Corona-Pandemie führt zu starkem Nachfrageeinbruch

Nachfrageeinbruch prägte das Berichtsjahr; jedoch deutlich höhere Kundenabrufe im 4. Quartal.

Automotive Technology musste aufgrund der Corona-Pandemie in allen Geschäften deutliche Rückgänge beim Auftragseingang und bei den Umsätzen hinnehmen. Nur der Bereich Steering zeigte sich robust, bedingt durch den Hochlauf neuer Werke und Projekte. Im April und Mai kam es aufgrund des Lockdowns zu einem allgemeinen Einbruch des Geschäfts; die Werke unserer größten Kunden in Europa, USA und Mexiko mussten zeitweise den Betrieb einstellen. Ende des 3. Quartals lief dann die Automobilproduktion in vielen Ländern wieder an, und im 4. Quartal riefen unsere Kunden - auch dank staatlicher Konjunkturprogramme und sonstiger Kaufanreize - deutlich höhere Mengen ab als im Vorquartal. Im Vergleich zum 4. Quartal des Vorjahres blieb die Nachfrage jedoch rückläufig.

Bereinigtes EBIT signifikant unter Vorjahr

Der starke Nachfragerückgang, verbunden mit den Produktions- und Werksstillständen in Europa, im NAFTA-Raum und in Mexiko, führte im vergangenen Geschäftsjahr zu einem deutlich negativen Ergebnis. Zusätzliche größere Belastungen kamen aus der Neubewertung von Aufträgen im automobilen Anlagenbau. Des Weiteren wurden Zuführungen zu auftragsbezogenen Rückstellungen sowie Wertberichtigungen im Umlaufvermögen notwendig. Dagegen konnten wir im 4. Quartal eine deutliche operative Verbesserung gegenüber dem Vorquartal erzielen, die ohne die vorgenannten Belastungen zu einem leicht positiven Ergebnis geführt hätte. Aufgrund der Verlustsituation mussten wir bei Springs & Stabilizers und System Engineering Restrukturierungen im größeren Umfang einleiten. Bei Springs & Stabilizers bedeutete dies die Schließung des Werks Olpe und die Neuausrichtung des Produktionsstandorts Hagen. System Engineering wurde durch die Corona-Pandemie mit einem drastisch verschärften Einbruch bei Auftragseingang und Umsatz getroffen. Hier haben wir weitere Kapazitätsanpassungen durch Personalabbau von 800 Stellen eingeleitet. Das in Zukunft in zwei eigenständige Unternehmen geteilte Geschäft für den Karosserie- und Antriebsbau wird neben der operativen Neuausrichtung auch Strukturen und Verwaltungskosten in beiden Geschäftsteilen dem Marktniveau anpassen. Zudem wurde auf Segmentebene Personal abgebaut.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde die operative Teilung des automobilen Anlagenbaus (System Engineering) gestartet und wird dazu in den kommenden Monaten kaufmännisch, operativ und rechtlich in zwei eigenständige Berichtseinheiten aufgeteilt. Zukünftig wird es einen auf Karosseriemontage spezialisierten Anlagenbauer geben, der weiterhin im automobilen Zuliefer- und Service-Segment (Automotive Technology) von thyssenkrupp geführt wird. Die bisherigen Aktivitäten im Bereich der Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions) werden ebenso wie Springs & Stabilizers dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Industrial Components

INDUSTRIAL COMPONENTS IN ZAHLEN

2018 / 20191) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 2.636 2.095 - 21
Umsatz Mio € 2.522 2.099 - 17
EBIT Mio € 201 - 29 -
EBIT-Marge % 8,0 - 1,4 -
Bereinigtes EBIT Mio € 230 138 - 40
Bereinigte-EBIT-Marge % 9,1 6,6 -
Mitarbeiter (30.09.) 13.773 12.500 - 9

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Bearings and Forged Technologies

Gute Nachfrage im Bereich Windenergie kann Rückgänge im Schmiedegeschäft nur teilweise kompensieren

Positive Entwicklung im Windenergiebereich stützt schwächere Nachfrage im Schmiedegeschäft.

Der Auftragseingang von Industrial Components lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahreswert. Neben der schwächeren Nachfrage infolge der Corona-Pandemie lag dies auch an zyklischen Absatzrückgängen im Schmiedegeschäft. Unser Geschäft mit Großwälzlagern verzeichnete im aktuellen Berichtsjahr insgesamt eine gute Auftragslage. Zuwächse gab es insbesondere in China - vor allem im Bereich Windenergie, aber auch bei der Exploration. Fast unverändert gegenüber dem Vorjahr zeigte sich der Anwendungsbereich Baumaschinen. Rückläufig war hingegen das Auftragsvolumen im Kranbau und, hauptsächlich pandemiebedingt, bei Luftfahrt- und Automobilkomponenten. Auch das Schmiedegeschäft hat im Berichtsjahr besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten: Bei den wesentlichen Kunden für Automobil- und Industriekomponenten kam es ab März 2020 zu Werksschließungen, was deutliche Rückgänge im Auftragseingang zur Folge hatte und letztlich dazu führte, dass auch wir alle eigenen wesentlichen Werke temporär schließen oder zumindest den Betrieb stark einschränken mussten. Zusätzlich belastend wirkten die allgemein nachlassende Konjunktur in Europa und der Nachfragerückgang in China. Im Anwendungsbereich Pkw/Lkw registrierten wir einen deutlichen Auftragsrückgang im - generell zyklischen - Class-8-Lkw-Markt, insbesondere in den USA. Auch bei den Fahrwerken für Baumaschinen ging die Nachfrage weltweit zurück, ebenfalls stark zyklisch bedingt.

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Umsatz: Der deutliche Zuwachs bei Großwälzlagern konnte den zyklischen und pandemiebedingten Rückgang im Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Unsere Großwälzlager verzeichneten starke Zuwächse der Windenergieumsätze in Deutschland und China getrieben im Wesentlichen durch auslaufende staatliche Anreizprogramme im chinesischen Onshore-Bereich, aber auch durch Zuwächse im Anwendungsbereich Exploration. Auch im Schmiedegeschäft sank der Umsatz parallel zum Auftragseingang. Ausschlaggebend waren hier die Nachfrageeinbrüche infolge der Corona-Pandemie sowie zyklische Absatzrückgänge in Europa, China und im Class-8-Lkw-Markt, insbesondere in den USA.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr - Entwicklung im Bereich Großwälzlager und Kostensenkungsmaßnahmen wirken stabilisierend

Das Bereinigte EBIT lag deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Bereich Großwälzlager kletterte das Bereinigte EBIT deutlich über das Vorjahresniveau; der Zuwachs konnte jedoch den Rückgang im Schmiedegeschäft nicht kompensieren. Zu verdanken war die positive Entwicklung bei den Großwälzlagern neben den starken Zuwächsen im Anwendungsbereich Windenergie den eingeleiteten strukturellen Maßnahmen insbesondere im Personalbereich, die spürbare Kostensenkungen bewirkten. Weitere Strukturmaßnahmen sind in Vorbereitung: Sie zielen darauf ab, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie unsere führende Marktposition zu verteidigen. Im Schmiedegeschäft lag das Bereinigte EBIT deutlich unter dem des Vorjahres. Hauptgrund waren die Umsatzrückgänge, wobei auch die Fortsetzung der Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China die Nachfrage belasteten. Um diesen strukturellen Marktgegebenheiten entgegen zu wirken haben wir insbesondere Restrukturierungen im Personalbereich durchgeführt.

Plant Technology

PLANT TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.847 3.424 - 29
Auftragseingang Mio € 2.844 1.670 - 41
Umsatz Mio € 2.943 2.897 - 2
EBIT Mio € -164 - 265 - 61
EBIT-Marge % - 5,6 -9,1 -
Bereinigtes EBIT Mio € -145 - 235 - 62
Bereinigte-EBIT-Marge % - 4,9 -8,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 11.419 10.753 - 6

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Plant Technology

Robuste Umsatzentwicklung trotz schwächerer Nachfrage und pandemiebedingter Beeinträchtigungen

Der Auftragseingang von Plant Technology lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres, das insbesondere durch zwei Großaufträge in den Geschäftsbereichen Düngemittel und Mining geprägt war. Zu den schwierigen Rahmenbedingungen trugen vor allem seit dem 3. Quartal die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei. Der Umsatz entwickelt sich trotz der Pandemie robust, insbesondere infolge des Projektfortschritts bei Großaufträgen für Chemieanlagen.

Steigende Nachfrage nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung.

Trotz eines insgesamt rückläufigen Auftragseingangs im Chemieanlagengeschäft verzeichneten wir eine steigende Nachfrage auch nach Elektrolyseanlagen und -ausrüstung, unter anderem in Europa, Asien und dem Mittleren Osten. Zudem konnten wir eine strategische Partnerschaft mit dem amerikanischen Industriegasunternehmen Air Products & Chemicals und eine Kooperation mit dem deutschen Stromnetz-Betreiber E.ON eingehen und so den Grundstein für die Einbindung von thyssenkrupp in grüne Wasserstoffprojekte im Großmaßstab legen. Dieser Schritt wird dazu beitragen, dass wir den wachsenden Bedarf an umweltfreundlichen Technologien und Services für den Betrieb und die Digitalisierung von Industrieanlagen bedienen können. Der Umsatz lag, trotz bedeutender negativer Pandemie-Auswirkungen, infolge des Projektfortschritts bei Großaufträgen deutlich über dem Vorjahr.

Der Bereich Mining verzeichnete eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Nachfrage nach Anlagen und Komponenten. Das geht zum einen darauf zurück, dass im vorigen Geschäftsjahr ein Großauftrag in Australien hinzugekommen war. Zum anderen zeigen sich auch hier klar die Auswirkungen der Pandemie. Der Umsatz lag jedoch infolge des hohen Auftragsbestands nahezu auf Vorjahresniveau.

Im Zementanlagenbau bestimmten nach wie vor Kapazitätsüberhänge und ein anhaltender Wettbewerbsdruck das wirtschaftliche Umfeld. Trotz dieser schwierigen Marktsituation konnten wir hier eine positive Nachfrageentwicklung verzeichnen. Unter anderem sicherte sich der Bereich einen mittelgroßen Auftrag in den USA und liefert in Kamerun die weltweit erste industrielle Anlage für die CO2-arme Zementproduktion. Dadurch erreichte der Zementbereich einen wichtigen Meilenstein bei der Weiterentwicklung und Vermarktung umweltfreundlicher Technologien. Vor allem aufgrund der Pandemie lag der Umsatz deutlich unter dem Vorjahr. Darüber hinaus zeigen sich hier auch die Auswirkungen eines seit Längerem abnehmenden Auftragsbestands.

Der Auftragseingang im Service-Bereich lag im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres. Dennoch blieb die Nachfrage - lässt man für den Vergleich die Modernisierungsaufträge (Revamps) im Geschäftsjahr 2018 / 2019 unberücksichtigt - trotz der Pandemie robust. Auch der Umsatz verzeichnete insgesamt eine stabile Entwicklung und erreichte nahezu das Niveau des um den Transrapid-Sondereinfluss bereinigten Vorjahres.

Bereinigtes EBIT

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT negativ und deutlich unter dem Vorjahr. Während das 1. Halbjahr von einer leicht operativen Erholung im Chemie- und Zementanlagenbau, der Senkung der Verwaltungskosten und einem Ertrag aus einer Gebäudeveräußerung geprägt war, kam es ab Februar aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen erschwerten Logistik sowie der strengeren Hygiene- und Abstandsregelungen auf Baustellen weltweit zu Verzögerungen in der Projektabwicklung. Die resultierenden erhöhten Baustellenkosten konnten wiederum nicht voll an die Kunden weitergegeben werden. Des Weiteren führte die große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie insgesamt zu einem zurückhaltenden Investitionsverhalten der Kunden, was sich in einer erhöhten Unterauslastung der Projektkapazitäten niederschlägt. Das Service-Geschäft erwies sich als sehr robust und wies trotz der Pandemie ein Ergebnis über dem Niveau des um den Transrapid Sondereinfluss bereinigten Vorjahres auf.

Strategische Neuausrichtung

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurde die Segmentebene von Plant Technology deutlich verschlankt und konzentriert sich seit dem 1. April 2020 auf die Bewertung und Steuerung der operativen und finanziellen Leistung der Geschäfte sowie auf die Analyse und Beurteilung von Partnerschaften.

Änderungen gab es auch auf der Ebene der Business Units und der Regionen. Nachdem die Business Unit Service zum 1. April 2020 aufgelöst wurde, haben wir unser Servicegeschäft in die bisher auf das Neugeschäft ausgerichteten Business Units reintegriert. System Engineering wurde am 1. Oktober 2019 aus dem Unternehmensbereich herausgelöst und Automotive Technology zugeordnet. Unsere regionalen Strukturen haben wir weiter vereinfacht und den Führungsauftrag der regionalen Gesellschaften und Standorte direkt einer der Business Units übertragen.

Zum 1. Oktober 2020 wurde Plant Technology dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie". Die Durchführung der Projekte unserer Kunden hat jedoch stets oberste Priorität.

Marine Systems

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN

2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 5.887 6.029 2
Auftragseingang Mio € 2.192 2.227 2
Umsatz Mio € 1.800 1.750 - 3
EBIT Mio € 0 13 ++
EBIT-Marge % 0,0 0,7 -
Bereinigtes EBIT Mio € 1 18 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,0 1,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 6.013 6.321 5

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Marine Systems

Auftragseingang durch Fregatten Großauftrag geprägt

Der Auftragseingang blieb im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau. Konkret ging ein Auftrag für den Bau von vier Fregatten für Brasilien ein, außerdem im Geschäftsbereich Marine Elektronik ein größerer Auftrag für die Bundesrepublik Deutschland sowie einige Unteraufträge für die Föderative Republik Brasilien und einen nordafrikanischen Staat. Hinzu kamen diverse kleinere Wartungs- und Serviceaufträge sowie Erweiterungen bestehender Aufträge.

Der Umsatz war im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht rückläufig. Dabei wurde ein temporär verlangsamter Fortschritt bei der Abwicklung der Projekte im Unterwasserbereich, vor allem bei den Unterlieferanten, zum großen Teil durch Umsätze eines Fregattenauftrages aus dem nordafrikanischen Raum sowie aus den Bereichen Marine-Elektronik, Wartung und Service aufgefangen.

Bereinigtes EBIT über Vorjahr

Bereinigtes EBIT erneut über Vorjahr.

Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert und setzte damit im zweiten Jahr in Folge die positive Entwicklung fort. Einige Bestandsaufträge erwirtschaften zwar weiterhin schwache Gewinnmargen, doch trägt das laufende Performance-Programm deutlich dazu bei, sowohl die Profitabilität der Neugeschäfte als auch die Margen im Auftragsbestand abzusichern beziehungsweise zu verbessern.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 13.868 11.386 - 18
Umsatz Mio € 13.880 11.300 - 19
EBIT Mio € 66 - 733 -
EBIT-Marge % 0,5 - 6,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 107 - 110 -
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,8 - 1,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 20.340 18.817 - 7

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Materials Services

Auftragseingang und Umsatz signifikant unter Vorjahr

Bei Materials Services entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz im Berichtszeitraum deutlich negativ. Schon seit Beginn des Geschäftsjahres hatte das Segment unter einem starken Mengen- und Preisdruck gestanden; ab der zweiten Märzhälfte kamen zunehmend pandemiebedingte Nachfragerückgänge hinzu. Betroffen waren fast alle operativen Bereiche, am meisten jedoch diejenigen mit starkem Bezug zum Automotive-Sektor und zur Luftfahrtindustrie. Eine Ausnahme bildete lediglich Plastics; dort konnten durch den Vertrieb transparenter Kunststoffe als Corona-Schutz deutliche Zuwächse erzielt werden. Der Absatz blieb insgesamt in allen Regionen und operativen Einheiten unter den Vorjahreswerten - zumal das gruppeninterne Streckengeschäft wegen der im Vorjahr erfolgten Teilübertragung an Steel Europe wegfiel. Insgesamt verkaufte Materials Services im Berichtszeitraum 8,7 Mio t Werk- und Rohstoffe, 11,4 % weniger als im Vorjahr. Mit Ausnahme des volatilen Nickelpreises sanken im Durchschnitt des Geschäftsjahres die Preise in allen wesentlichen Produktsegmenten. Auch AST erreichte den Absatz des Vorjahres nicht. Hauptgrund war ein behördlich angeordneter Produktionsstopp im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zwischen Mitte März und Anfang April und der darauffolgenden Nachfrageschwäche.

Digitalisierung und Automatisierung im Dienste des strategischen Ansatzes "Materials as a Service"

Nach wie vor arbeitet Materials Services engagiert daran, das in langjähriger Praxis angeeignete Supply-Chain-Know-how in wirksame Kundenlösungen zu übersetzen. Im Zuge dessen treiben wir auch die Digitalisierung und die Automatisierung der Geschäftsprozesse weiter voran. Im Berichtsjahr haben wir uns vor allem darauf konzentriert, die Vernetzung des Anlagenparks mit der von Materials Services selbst entwickelten IIoT-Plattform toii® weiter auszubauen; zudem haben wir die künstliche Intelligenz "alfred" weiterentwickelt, ein zentrales Element bei der Optimierung unserer Logistikprozesse. Beide Instrumente sind entscheidend, wenn es darum geht, neue Dienstleistungen im Rahmen des strategischen Ansatzes "Materials as a Service" zu konzipieren. Weitere digitale Neuerungen im Berichtsjahr dienen dazu, die Effizienz von Verwaltungs- und Kommunikationsabläufen zu erhöhen; Beispiele sind die OCR-Lösungen (Optical Character Recognition) zur automatisierten Verarbeitung etwa von E-Mails sowie die App "Paperless", die papierlose Abläufe in den Lagern ermöglicht. Ferner hat Materials Services seine E-Commerce-Aktivitäten weiter ausgebaut und dadurch zusätzliches Geschäft generiert.

Bereinigtes EBIT in einem schwachen Marktumfeld negativ und unter Vorjahr

Pandemiebedingter Mengen- und Preisdruck belasteten das Ergebnis.

In beiden Service-Units - Distribution Services und Supply Chain Services - wirkte sich die rückläufige Mengen- und Preisentwicklung negativ auf das Bereinigte EBIT aus. Während der Nachfragerückgang in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres noch auf dem allgemeinen Abschwung der weltweiten Industriekonjunktur beruhte, war er in der zweiten Geschäftsjahreshälfte auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Eine Ausnahme bildete auch hier die operative Einheit Plastics, die vom Bedarf an Materialien zum Schutz gegen Corona-Viren profitierte. Weitere positive Effekte wurden durch Waren- und Währungshedges erzielt, insbesondere aufgrund der Preisentwicklung von Nickel, Aluminium und Kupfer. Die Einheit AST verzeichnete ein negatives Bereinigtes EBIT weit unter dem Wert des Vorjahres, infolge der temporären Werksschließung und pandemiebedingt geringerer Nachfrage.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde das Edelstahlwerk im italienischen Terni (AST) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation sowie der Bereich Infrastructure dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.784 7.325 - 17
Umsatz Mio € 9.065 7.269 - 20
EBIT Mio € -123 - 2.656 -
EBIT-Marge % - 1,4 - 36,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 31 - 946 -
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,3 - 13,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 28.278 27.434 - 3

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Unternehmensstruktur > Steel Europe

Pandemiebedingte negative Mengen- und Preiseffekte

Steel Europe startete verhalten in das Berichtsjahr; belastend wirkte vor allem die konjunkturelle Schwäche in der für das Segment wichtigen Kundenbranche der Automobilindustrie. Im 2. Quartal sorgten notwendige Lagerergänzungen vor allem bei Industriekunden für eine kurzfristige Belebung, bevor sich ab dem 3. Quartal das gesamte konjunkturelle Umfeld aufgrund der Corona-Pandemie dramatisch verschlechterte. Flächendeckende Produktionsstillstände bei den Kunden, zum Teil schon ab März, führten zu einem deutlichen Nachfragerückgang und ließen die Spotmarktpreise drastisch fallen. Steel Europe reagierte umgehend auf diese Entwicklungen: Wir legten Produktionsanlagen vorübergehend still oder reduzierten deren Betrieb auf ein technisch notwendiges Minimum.

Nachfrageeinbruch prägte das Berichtsjahr; jedoch Schlussquartal mit Zeichen einer spürbaren Erholung.

Der Auftragseingang verfehlte mit 7,3 Mrd € den Wert des vorherigen Geschäftsjahres signifikant. In der ersten Jahreshälfte war dies vornehmlich durch niedrigere Durchschnittserlöse und abnehmende Bestellmengen bedingt; im 3. Quartal kam es dann zu einem Nachfrageeinbruch: Das Auftragsvolumen sank drastisch auf nur noch rund ein Drittel der Auftragsbuchungen des Vorjahres. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres stabilisierten sich die Marktpreise wieder, und die Bestellungen zeigten Anzeichen einer spürbaren Erholung. Das Ergebnis reichte aber weder an das Niveau des Vorjahres heran noch konnten die Verluste der Vorquartale auch nur ansatzweise kompensiert werden.

Auch der Umsatz verzeichnete im Berichtsjahr einen signifikanten Rückgang. Gründe waren die insgesamt niedrigeren Nettoerlöse sowie Versandeinbußen: Nachdem der Beginn des Geschäftsjahres durch rückläufige Absätze an die schwächelnde Automobil- und Zulieferindustrie geprägt war, ließen im 2. Quartal notwendige Lagerergänzungen den Versand an Industriekunden nochmals spürbar ansteigen, bevor die Corona-Pandemie zu deutlichen Einbußen führte. In der Business Unit Packaging Steel gingen die Lieferungen gegenüber dem Vorjahr um 2 % zurück, wobei allerdings die Corona-Pandemie einen leichten Anstieg im 3. Quartal bewirkte, gefolgt von einer stabilen Entwicklung bis zum Ende des Geschäftsjahres.

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann war mit 9,9 Mio t rund 13 % niedriger als im Vorjahr. Bei vielen Produktionsanlagen kam es in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres zu Betriebsstörungen, die die Performance stark beeinträchtigten. Ende März zeigten sich dann erste negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Anlagenauslastung; in der Folge reduzierten wir die Flüssigphase und den Kokereibetrieb auf das technisch notwendige Minimum. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann mussten im April den Hochofen A außer Betrieb nehmen; die Ausbringung sämtlicher Anlagen entlang der weiteren Wertschöpfungskette wurde entsprechend angepasst. Insgesamt ging die Walzstahlerzeugung für Kunden um 11 % auf 8,4 Mio t zurück.

Signifikanter Ergebnis- und Margeneinbruch

Steel Europe verzeichnete im Berichtsjahr einen signifikanten Ergebnisrückgang. Das Bereinigte EBIT fiel auf -946 Mio € und blieb damit weit unter dem Vorjahr, bei deutlicher Verschlechterung im Geschäftsjahresverlauf. Ergebnismindernd wirkte die schwache Auslastung der Aggregate vor allem im 3. und 4. Quartal. Hinzu kam ab Mitte März der pandemiebedingte Versandeinbruch bei margenstarken Stahlgüten für Autohersteller sowie eine ineffiziente Kostenbasis, die wir mit der Strategie 20-30 adressieren.

Strategische Neuausrichtung

Zum 1. Oktober 2020 wurde der Bereich Grobblech dem eigenständigen Segment Multi Tracks zugeordnet. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Bereich Corporate Headquarters der thyssenkrupp AG

Die Gruppe wird von der thyssenkrupp AG, in der die wesentlichen Verwaltungseinheiten zusammengeführt sind, zentral geführt. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden die Verwaltungseinheiten von Corporate (CorpHQs) und den Regionen (Regions) im Bereich Corporate Headquarters zusammengeführt. Den CorpHQs sind vor allem die Zentralfunktionen zugeordnet. Der Bereich "Regions" umfasst i. W. die regionalen Zentralen (die sogenannten Regionalen Plattformen) in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, in der Region Asien-Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika.

Corporate Headquarters mit deutlich geringeren Verwaltungskosten.

Das Bereinigte EBIT von Corporate Headquarters belief sich im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf -210 Mio €; eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist in erster Linie auf Maßnahmen zur Senkung der Verwaltungskosten, insbesondere Personalkosten in den Zentralfunktionen sowie auf geringere IT-Kosten zurückzuführen.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität)

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2018 / 2019 1) 2019 / 2020 1) Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.171 6.739 - 18
Umsatz Mio € 7.960 6.546 - 18
EBIT Mio € 791 15.784 ++
EBIT-Marge % 9,9 241,1 -
Bereinigtes EBIT Mio € 907 693 - 24
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,4 10,6 -
Mitarbeiter (30.09.) 53.081 0 -

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang und Umsatz stabil

Der Auftragseingang des nicht fortgeführten Aufzuggeschäfts erreichte in den ersten zehn Monaten, das heißt bis zum Verkauf, des Geschäftsjahres 6,7 Mrd €, damit lag er leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Regionen Asien-Pazifik und Europa mussten wegen der Corona-Pandemie Einbußen hinnehmen; das Geschäft in Nord- und Südamerika hingegen konnten wir im Berichtszeitraum sogar ausbauen, das galt insbesondere für das Neuanlagen- und Servicegeschäft in den USA.

Der Umsatz blieb gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stabil, was in erster Linie der positiven Entwicklung in den USA zu verdanken war; dadurch ließen sich leichte Rückgänge im Neuanlagengeschäft in Europa und Asien kompensieren.

Bereinigtes EBIT unter dem vergleichbaren Vorjahreswert

Das Bereinigte EBIT lag unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Hier schlugen vor allem die Kosten zu Buche, die im Bereich Corporate Headquarter im Zusammenhang mit der Herauslösung von thyssenkrupp Elevator anfielen. Zusätzlich brachte die Corona-Pandemie Ergebniseinbußen, vor allem in Europa und bei Access Solutions. Sie konnten durch positive Entwicklungen in Nordamerika und Asien sowie durch umfangreiche Maßnahmenprogramme zum Teil kompensiert werden.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Ergänzend zu den im Folgenden dargestellten Analysen vergleiche hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auch die im Wirtschaftsbericht in den Kapiteln "Geschäftsentwicklung in der Gruppe" und "Geschäftsverlauf in den Segmenten" enthaltenen Ausführungen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2019 / 2020 um 15 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem starken Rückgang trugen sämtliche Segmente bei, insbesondere aber die Werkstoffgeschäfte. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten verminderten sich im Vergleich zur Umsatzentwicklung hauptsächlich wegen der beträchtlich erhöhten Wertminderungsaufwendungen insgesamt deutlich unterproportional. Die Brutto-Umsatzmarge verschlechterte sich stark auf -1,0 %.

Der Rückgang der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich gesunkene verkaufsbezogene Frachten, Versicherungen und Zölle bei gleichzeitig insgesamt höheren Personalaufwendungen insbesondere als Folge von eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Die Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Restrukturierungsaufwendungen im Personalbereich sowie höheren Wertminderungsaufwendungen; gegenläufig wirkten insbesondere gesunkene Beratungs-, Reise- und IT-Kosten. Wesentliche Ursachen für den insgesamt eingetretenen Rückgang der sonstigen Erträge der fortgeführten Aktivitäten waren deutlich verminderte Erträge aus Versicherungserstattungen sowie höhere Zuschüsse insbesondere der öffentlichen Hand in Deutschland im Zusammenhang mit der Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Kurzarbeit. Der starke Anstieg der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich die im Berichtsjahr erfassten Wertminderungsaufwendungen bei Firmenwerten; teilweise kompensierend wirkte gleichzeitig im Wesentlichen der Wegfall der im 2. Quartal des Vorjahres erfolgten Erhöhung der Rückstellung im Zusammenhang mit dem mittlerweile im Dezember 2019 beendeten Kartellverfahren gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Grobblech. Zur Verschlechterung der sonstigen Gewinne und Verluste der fortgeführten Aktivitäten trugen vor allem geringere Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen sowie Wechselkurseffekte bei.

Das rückläufige Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich die Fortschreibung der im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology als Bestandteil der Gegenleistung erhaltenen Rückbeteiligung. Die insgesamt eingetretene leichte Verbesserung des unverändert negativen Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte insbesondere aus gesunkenen Netto-Zinsaufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen; gegenläufig wirkten vor allem höhere Netto-Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Der Rückgang der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der fortgeführten Aktivitäten war maßgeblich durch latente Steuererträge aus Umkehr passiver latenter Steuern im Zusammenhang mit dem Asset Impairment bei Steel Europe bei gegenläufigem latentem Steueraufwand aus Wertberichtigung aktiver latenter Steuern sowie durch niedrigere steuerliche Ergebnisse weltweit beeinflusst.

Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belief sich der Verlust aus fortgeführten Aktivitäten auf 5.541 Mio €, nach einem Verlust von 1.110 Mio € im Vorjahr. Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Verlust je Aktie bezogen auf das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich entsprechend deutlich um 7,06 € auf 8,91 €. Die insgesamt sehr starke Verbesserung der Gewinne aus nicht fortgeführten Aktivitäten um 14.283 Mio € auf 15.134 Mio € betraf mit 15.010 Mio € hauptsächlich den mit Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 erfassten Abgangsgewinn; gegenläufig wirkte der insbesondere durch höhere Steueraufwendungen um 727 Mio € auf 124 Mio € verminderte laufende Gewinn (nach Steuern). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses der nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) ergab sich ein Jahresüberschuss von 9.592 Mio € nach einem Jahresfehlbetrag von 260 Mio € im Vorjahr. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie sehr stark um 15,88 € auf einen Gewinn von 15,40 €.

Gewinn- und Verlustrechnung

thyssenkrupp-Gruppe

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € 2018 / 2019 1) 2019/2020
Umsatzerlöse 34.036 28.899
Umsatzkosten - 30.336 - 29.184
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.700 - 285
Forschungs- und Entwicklungskosten - 271 - 247
Vertriebskosten - 2.298 - 2.195
Allgemeine Verwaltungskosten - 1.710 - 1.881
Sonstige Erträge 290 245
Sonstige Aufwendungen - 271 - 897
Sonstige Gewinne und Verluste 46 1
Betriebliches Ergebnis - 515 - 5.260
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 6 4
Finanzierungserträge 654 1.188
Finanzierungsaufwendungen - 999 - 1.525
Finanzergebnis - 340 - 333
Ergebnis vor Steuern - 855 - 5.593
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 255 52
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 1.110 - 5.541
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 851 15.134
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG - 304 9.585
Nicht beherrschende Anteile 44 8
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 1,85 - 8,91
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) - 0,49 15,40

1) Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang. Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme blieb im Vergleich zum 30. September 2019 trotz umrechnungsbedingter Rückgänge insgesamt nahezu unverändert.

Die starke Abnahme der langfristigen Vermögenswerte war neben währungsbedingten Minderungen hauptsächlich durch Rückgänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beeinflusst, die insbesondere die Entkonsolidierung von Elevator Technology sowie die Erfassung von Wertminderungsaufwendungen im Berichtsjahr betrafen. Gegenläufig wirkte bei den Sachanlagen vor allem die Erstanwendung von IFRS 16 im Berichtsjahr. Darüber hinaus ergaben sich jeweils deutliche Erhöhungen bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und den sonstigen finanziellen Vermögenswerten durch die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology als Gegenleistung erhaltene Rückbeteiligung. Die starke Verminderung der latenten Steuern resultierte im Wesentlichen aus der überwiegend erfolgsneutral berücksichtigten Wertberichtigung aktiver latenter Steuern vor allem für versicherungsmathematische Gewinne in den Pensionsrückstellungen in Deutschland sowie aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten insgesamt einen sehr starken Anstieg. Hauptursache hierfür war die beträchtliche Zunahme der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, die im Wesentlichen aus den Einnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology resultierte, verbunden mit Mittelabflüssen insbesondere aufgrund der Rückführung von Finanzschulden und des im Berichtsjahr deutlich negativen Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten. Der hohe Rückgang der Vorräte betraf im Wesentlichen die Werkstoffgeschäfte, hauptsächlich als Folge der pandemiebedingt verminderten Nachfrage, sowie die Entkonsolidierung von Elevator Technology. Zur Verminderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen trug vor allem die Entkonsolidierung von Elevator Technology bei; gegenläufig wirkten Erhöhungen insbesondere bei den Werkstoffgeschäften, hauptsächlich als Folge der umfangreichen Rückführung von Factoring im Berichtsjahr zur Normalisierung des Umlaufvermögens. Die insgesamt eingetretene Zunahme der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen im Marinebereich, verbunden mit einer deutlichen Abnahme durch die Entkonsolidierung von Elevator Technology. Die Verringerung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf überwiegend die Derivatebilanzierung. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus gesunkenen geleisteten Anzahlungen.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2020 gegenüber dem Vorjahr sehr stark auf 10.174 Mio €. Hauptursache war der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss; gegenläufig wirkten die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung sowie das ebenfalls im sonstigen Ergebnis enthaltene insbesondere durch Steuereffekte beeinflusste hohe negative Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich beträchtlich auf 28 %.

Die starke Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten resultierte im Wesentlichen aus der deutlichen Verringerung der Finanzschulden. Hier wurden insbesondere eine ursprünglich im November 2020 fällige Anleihe vorzeitig Anfang September 2020 zurückgezahlt und eine ursprünglich Anfang März 2021 fällige Anleihe in kurzfristige Finanzschulden umgegliedert. Diese Rückgänge wurden durch die Erhöhung der Finanzschulden als Folge der Erstanwendung von IFRS 16 im Berichtsjahr teilweise kompensiert. Die darüber hinaus eingetretene Verringerung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen war hauptsächlich Folge der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Die beträchtliche Abnahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus der starken Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die vor allem die Werkstoff- und Automobilgeschäfte sowie die Entkonsolidierung von Elevator Technology betraf. Die Rückgänge bei den Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer sowie den sonstigen Rückstellungen waren überwiegend Folge der Entkonsolidierung von Elevator Technology und der Inanspruchnahme der Rückstellung im Zusammenhang mit dem im Dezember 2019 beendeten Kartellverfahren gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Grobblech. Der insgesamt erfolgte Anstieg der Finanzschulden betraf im Wesentlichen die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden sowie die Erstanwendung von IFRS 16, denen wiederum Rückzahlungen im Rahmen des Commercial-Paper-Programms gegenüberstanden. Hauptursachen für den Rückgang der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten waren neben der Entkonsolidierung von Elevator Technology die Derivatebilanzierung sowie geringere Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen. Die deutlichen Abnahmen der Vertragsverbindlichkeiten sowie der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten resultierten insbesondere aus der Entkonsolidierung von Elevator Technology.

Bilanz

thyssenkrupp-Gruppe

Aktiva

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Immaterielle Vermögenswerte 5.029 2.075
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 8.144 6.319
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 128 722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 39 658
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 240 230
Aktive latente Steuern 1.733 497
Langfristige Vermögenswerte 15.313 10.501
Vorräte 7.781 5.922
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.488 4.833
Vertragsvermögenswerte 1.443 1.575
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 808 535
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.642 1.414
Laufende Ertragsteueransprüche 293 162
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder 3.706 11.547
Kurzfristige Vermögenswerte 21.162 25.989
Summe Vermögenswerte 36.475 36.490
PASSIVA
Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen - 6.859 1.472
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 352 80
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 1.751 9.810
Nicht beherrschende Anteile 469 364
Eigenkapital 2.220 10.174
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.947 8.560
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 307 289
Sonstige Rückstellungen 554 507
Passive latente Steuern 48 58
Finanzschulden 6.529 5.303
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 136 96
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6 6
Langfristige Verbindlichkeiten 16.527 14.819
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 357 156
Sonstige Rückstellungen 1.726 1.188
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 260 166
Finanzschulden 886 1.199
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.355 3.475
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.209 665
Vertragsverbindlichkeiten 4.561 3.073
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2.373 1.575
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.728 11.497
Verbindlichkeiten 34.255 26.316
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 36.475 36.490

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung der Gruppe ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Tochterunternehmen die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden/-guthaben und freie Liquidität

thyssenkrupp ist weiterhin solide finanziert.

Die Netto-Finanzschulden/-guthaben berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder, zuzüglich der kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Zum 30. September 2020 weist die Gruppe bei Brutto-Finanzschulden von 6.502 Mio € abzüglich liquider Mittel von 11.555 Mio € ein NettoFinanzguthaben in Höhe von 5.053 Mio € aus. Am 30. September 2019 waren es noch NettoFinanzschulden von 3.703 Mio €. Ausschlaggebend für die Schuldenreduzierung war der vereinnahmte Verkaufserlös aus der Elevator-Transaktion. Gegenläufig wirkte im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 (Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen). Die freie Liquidität der Gruppe belief sich zum 30. September 2020 auf 13,2 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 11,6 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 1,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 3,0 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2020 war das Programm mit 5 Mio € in Anspruch genommen.

Im Mai 2020 hatte thyssenkrupp eine Kreditlinie über 1 Mrd € aus dem KfW Sonderprogramm mit einem Konsortium aus KfW und weiteren Banken abgeschlossen. Sie sicherte während der Corona-Pandemie zusätzlich Liquidität bis zum erfolgten Mittelzufluss aus dem vollzogenen Verkauf von Elevator Technology. Die Kreditlinie musste nicht in Anspruch genommen werden und endete mit Vollzug der Elevator-Transaktion Ende Juli 2020.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den BruttoFinanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2020 / 2021 auf 1,2 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität der Gruppe waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Fitch unser Rating auf B1 mit Ausblick "developing" bzw. auf BB- mit stabilem Ausblick herabgestuft. Während der Ausblick "developing" bei Moody's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung festlegt, lässt der "stable" Ausblick bei Fitch kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten. Anlässlich des Signings der Elevator Transaktion verbesserte Standard & Poor's im März 2020 den Ausblick für das BB-Rating zunächst von "developing" auf "positive". Wegen der verschlechterten Geschäftsaussichten in Folge der Corona-Pandemie setzte Standard & Poor's den Ausblick im Oktober 2020 dann von "positive" auf "stable".

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB- B stable
Moody's B1 Not Prime developing
Fitch BB- B stable

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Termingelder" abzüglich der hier enthaltenen Termingelder.

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der Mittelabfluss bei den fortgeführten Aktivitäten aus der operativen Geschäftstätigkeit beträchtlich über dem Vorjahreswert. Hierzu trug einerseits das auf einen hohen Fehlbetrag stark verschlechterte Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen und latenten Steuern bei. Andererseits ergaben sich deutliche Verschlechterungen hauptsächlich aus erhöhten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und stark verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Normalisierung des NettoUmlaufvermögens; gegenläufig wirkten gleichzeitig im Wesentlichen deutliche Verbesserungen bei den Vorräten aufgrund der pandemiebedingt verminderten Nachfrage sowie die im Saldo leicht verbesserten Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der hohe positive Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten betraf vor allem die Mittelzuflüsse im Zusammenhang mit dem Verkauf von Elevator Technology.

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Hauptursache war die im Berichtsjahr erfolgte Anlage von 850 Mio € in Termingeldern im Zusammenhang mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Elevator Technology; diese Anlage ist in der nachfolgenden Tabelle für das Berichtsjahr in der Zeile "Überleitung" enthalten. Darüber hinaus war der Anstieg auch durch eine höhere Investitionstätigkeit insbesondere bei Industrial Components infolge von Wachstumsinvestitionen bei Großwälzlagern sowie im Schmiedegeschäft bedingt.

INVESTITIONEN

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1 ' 396 372 - 6
Industrial Components 1 ' 103 176 72
Elevator Technology 221 153 - 31
Plant Technology 1 ' 35 36 3
Marine Systems 59 73 25
Materials Services 135 164 22
Steel Europe 482 498 3
Corporate Headquarters 1 ' 16 10 - 41
Überleitung 1 ' - 3 869 ++
Gruppe insgesamt 1.443 2.352 63
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1 ' 233 164 - 30
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 1.210 2.188 81

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Automotive Technology - Im Bereich Steering wurde in auftragsbezogene Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme u.a. in China, Mexiko und Europa, speziell in Ungarn investiert. Bei Dampers lag ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau des neuen Werks zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren in Ungarn wurde in diesem Geschäftsjahr abgeschlossen. Auftragsbezogene Investitionsschwerpunkte lagen bei Schiebenockenwellen und Zylinderkopfhauben.

Industrial Components - Im Bereich der Großwälzlager erfolgten Wachstumsinvestitionen zur Anpassung und Erhöhung der Produktionskapazität vor allem im Anwendungsbereich Windenergie hauptsächlich in europäischen und asiatischen Fertigungsstandorten. Im Schmiedegeschäft lag der Fokus neben der Automatisierung des Anlagenparks auf dem Bau einer neuen Schmiedelinie für Vorderachsen. Die Projekte befinden sich trotz der Corona-Pandemie planmäßig in Umsetzung.

Plant Technology - In allen Einheiten wurden Investitionen gezielt und fortlaufend in die Stärkung der Technologien, den Ausbau der Service-Aktivitäten und in Infrastrukturmaßnahmen getätigt.

Marine Systems - Die Investitionen in die Modernisierung der Werft in Kiel wurden fortgesetzt. Darüber hinaus wurde eine Werft in Brasilien erworben, um dort die vier von der dortigen Marine bestellten Fregatten zu bauen. Auf längere Sicht dient diese Akquisition auch als Basis, um weitere Märkte in Südamerika zu erschließen.

Materials Services - Im Geschäftsjahr wurde mit dem Bau eines neuen, zukunftsfähigen strategischen Logistikcenters für die Region Nord in Rotenburg (Wümme) begonnen. Darüber hinaus wurden Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen bei Lager- und Serviceeinheiten sowie bei der AST durchgeführt. Außerdem wurde weiterhin in die digitale Transformation des Geschäftsbereichs entlang der gesamten Wertschöpfungskette investiert und der weitere Ausbau der Omnichannel-Architektur forciert.

Steel Europe - Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedient werden. Die Massivbau- und Stahlbauarbeiten für die Produktionshalle sind weit fortgeschritten und mit der Anlagenmontage wurde Ende August 2020 begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist in 2022 geplant. Die Business Unit Packaging Steel errichtet eine neue Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech unter verbesserten Umweltstandards. Nach planmäßiger Fertigstellung des Hallenbaus werden seit August 2020 die Anlagenfundamente erstellt. Für die im Sommer 2021 geplante Teil-Zustellung des Hochofen 1 in Schwelgern mit einer Kapazität von 3,6 Mio t/a wurden erste Vorbereitungen gestartet.

Corporate Headquarters - Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auf den IT-Bereich und hier insbesondere dem zentralen Einkauf von Software-Lizenzen und Hardware.

Elevator Technology (nicht fortgeführte Aktivität) - Neben regelmäßigen Erhaltungsinvestitionen wurden in den ersten 10 Monaten des Berichtsjahres insbesondere Ausgaben für die Errichtung der neuen Zentrale für die Bündelung der Verwaltungs- und Forschungsaktivitäten in Atlanta (USA) getätigt.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten insbesondere aufgrund der Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Elevator Technology deutlich positiv und gegenüber dem Vorjahr entsprechend stark verbessert.

Der Free Cashflow vor M & A der fortgeführten Aktivitäten, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag signifikant unter dem Vorjahr. Neben der operativen Entwicklung belasteten die Normalisierung des Umlaufvermögens - hin zu mehr Transparenz und einer kontinuierlichen Optimierung - sowie die Bußgeldzahlung im Kartellverfahren bei Grobblech die Kernsteuerungsgröße erheblich.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem hohen Mittelabfluss, nach deutlichen Mittelzuflüssen im Vorjahr. Hauptursache waren die hohen Mittelabflüsse im Berichtsjahr für die Tilgung von Finanzschulden, denen im Vorjahr ebenfalls hohe Mittelzuflüsse aus der Aufnahme von Finanzschulden gegenüberstanden.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 664 - 4.224 - 3.560
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) - 1.109 12.595 13.704
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF) 1) - 1.773 8.371 10.144
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen 17 - 14.637 - 14.655
Anpassung w/IFRS 16 0 - 99 - 99
Anpassung w/Termingelder 0 850 850
Free Cashflow vor M & A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A) 1 ) - 1.756 - 5.515 - 3.759
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1) 615 680 64
Free Cashflow vor M & A - insgesamt (FCF vor M & A) - 1.140 - 4.835 - 3.695

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

KAPITALFLUSSRECHNUNG

THYSSENKRUPP-GRUPPE

Mio € 2018/20191) 2019/2020
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) - 260 9.592
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) - 851 - 15.134
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 135 - 185
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.163 4.180
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte 0 - 3
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam - 6 - 4
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte - 49 - 16
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte - 376 1.132
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 158 - 932
- Vertragsvermögenswerte 331 - 583
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 60 - 226
- Sonstige Rückstellungen 47 - 81
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 180 - 2.089
- Vertragsverbindlichkeiten - 662 339
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit 262 - 216
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten - 664 - 4.224
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 736 898
Operating Cashflow 72 - 3.326
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte - 5 - 4
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 1.101 - 1.265
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) - 105 - 69
Investitionen in Termingelder 0 - 850
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 3 5
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2) 0 14.697
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 87 57
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 12 25
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten - 1.109 12.595
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 226 - 181
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 1.335 12.414
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 2.500 0
Tilgung von Anleihen - 1.250 - 750
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.538 4.564
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 2.384 - 4.642
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 0 - 143
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 678 - 721
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 - 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG - 93 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile - 55 - 40
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten 443 937
Sonstige Finanzierungsvorgänge - 5 - 155
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 2.372 - 952
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten - 446 - 1.010
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1.926 - 1.963
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 663 7.125
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 36 - 134
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 3.006 3.706
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 3.706 10.697
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 23 16
Zinsauszahlungen - 208 - 222
Erhaltene Dividenden 19 15
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag 3) - 147 - 130

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Darin sind in 2019 / 2020 Transaktionskosten von 94 Mio € berücksichtigt.

3) Davon -29 Mio € in 2019 / 2020 (Vorjahr: 49 Mio €) innerhalb Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die die Gruppe insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 0,5 Mrd € (Vorjahr: 1,8 Mrd €) veräußert hat.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft der thyssenkrupp Gruppe. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und der Gruppe verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Lagebericht der Gruppe zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2019 / 2020

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg der Gruppe bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung in der Gruppe", "Geschäftsverlauf in den Segmenten" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.

Voraussichtliche Entwicklung 2020 / 2021 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2020 / 2021 ist wesentlich von der Entwicklung der thyssenkrupp-Gruppe und deren Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage der Gruppe auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG. Details zur Zielerreichung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 können dem Prognose-Ist-Vergleich für die thyssenkrupp-Gruppe entnommen werden.

Als Obergesellschaft der Gruppe erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2020 / 2021 erwartete Geschäftsentwicklung in der Gruppe auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2020 / 2021 erneut einen Jahresfehlbetrag, der jedoch deutlich über dem Vorjahresniveau liegen wird.

Ertragslage

289 Mio €

Jahresfehlbetrag

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 289 Mio €; während der Jahresfehlbetrag im Vorjahr 1.807 Mio € betrug.

In den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 363 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 71 Mio € erfasst.

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen um 87 Mio € auf 607 Mio €. Hintergrund war insbesondere eine außerplanmäßige Abschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 128 Mio € umfassten unter anderem die Veräußerung von Software in Höhe von 30 Mio € sowie den Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 28 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 1.114 Mio € auf 1.297 Mio €. Sie enthielten insbesondere Aufwendungen für die Rückabwicklung von ausgewählten Nutzungsrechten an der gruppenweit nutzbaren Marke in Höhe von 1.080 Mio €, die die thyssenkrupp AG im Vorjahr an die thyssenkrupp Elevator AG übertragen hatte (Ertrag im Vorjahr: 1.080 Mio €). Zudem waren gruppeninterne Forderungsverzichte in Höhe von insgesamt 123 Mio € enthalten.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 4.458 Mio € auf 2.091 Mio €.

Dabei stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.149 Mio € auf 5.116 Mio €. Insbesondere der Verlust der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH erhöhte sich um 2.396 Mio € auf 4.860 Mio €. Der Verlust war vor allem zurückzuführen auf eigene Verlustübernahmen sowie auf außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Geschäftsanteile. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH wies einen auszugleichenden Verlust von 212 Mio € aus. Im Vorjahr hatte sie ein negatives Ergebnis von 183 Mio €.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von 7.207 Mio € (i. Vj. 599 Mio €) vereinnahmt werden. Diese beinhalteten insbesondere die Dividende der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 7.057 Mio €, bei der thesaurierte Gewinne der letzten Geschäftsjahre sowie Erträge aus der Elevator Technology Transaktion ausgeschüttet wurden.

Im Geschäftsverlauf 2019 / 2020 wurden um 556 Mio € höhere außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH in Höhe von 407 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 184 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG in Höhe von 131 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 77 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH in Höhe von 3 Mio € vorgenommen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.

Finanz- und Vermögenslage

36,4 Mrd €

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 8.153 Mio € auf 36.400 Mio € bedingt durch den Mittelzufluss aus der Elevator Technology Transaktion. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2020 sank von 69 % auf 50 %.

Das Anlagevermögen sank um 1.323 Mio € auf 18.295 Mio €. Die Sachanlagen verringerten sich dabei um 145 Mio € insbesondere bedingt durch die außerplanmäßige Abschreibung auf Gebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio €.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich um 2.427 Mio € auf 16.642 Mio €. Die thyssenkrupp AG hatte ihren Geschäftsanteil an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. als Sacheinlage zu Buchwerten mit 1.490 Mio € (35,2 %) in die thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG sowie mit 2.740 Mio € (64,8 %) in die thyssenkrupp Nederland Holding B.V. eingebracht. Entsprechend hatte sich der Buchwert an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. um 4.229 Mio € vermindert.

Bei der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. war zudem ein Abgang des Beteiligungsbuchwertes in Höhe von 1.693 Mio € aufgrund von Kapitalrückzahlungen zu verzeichnen. Hiervon entfielen 1.250 Mio € als Vermögensrückfluss auf die Sachausschüttung der Rückbeteiligung am Elevator Technology Geschäft sowie 443 Mio € auf eine Kapitalrückzahlung im Zuge der Dividendenausschüttung.

Die Rückbeteiligung am Elevator Technology Geschäft bestand aus einer Beteiligung sowie einer unverzinslichen Ausleihung und wurde im Zugangszeitpunkt zum 31. Juli mit ihrem Zeitwert angesetzt. Entsprechend wurden zum Bilanzstichtag diese Vermögensgegenstände mit ihren Anschaffungskosten (Beteiligung: 657 Mio €) bzw. die Ausleihung mit ihren fortgefühten Anschaffungskosten in Höhe von 603 Mio € angesetzt.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des gruppenweiten Finanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2020 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 1.162 Mio € auf 6.823 Mio €.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 18 Mio € auf 238 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8.331 Mio € auf 10.872 Mio € insbesondere aufgrund des Mittelzuflusses aus dem Verkauf von Elevator Technology.

Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2020 um 289 Mio € auf 6.489 Mio €. Dies war auf das im Vergleich zum Vorjahr verminderte Bilanzergebnis in Höhe von 485 Mio € zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote sank insbesondere aufgrund der deutlich höheren Bilanzsumme auf 18 % (Vorjahr: 24 %).

Die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 20 Mio € resultierte insbesondere aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung in Höhe von 74 Mio € sowie der Aufzinsung in Höhe von 22 Mio €. Gegenläufig wirkten die Inanspruchnahmen in Höhe von 47 Mio € sowie die Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 18 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen hatte sich die Rückstellung für Personalstrukturmaßnahmen um 10 Mio € erhöht, was insbesondere auf die Bildung einer Rückstellung für das Freiwilligenprogramm bei der thyssenkrupp AG zurückzuführen war. Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen hatte sich um 9 Mio € verringert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 9.976 Mio € auf 22.836 Mio € insbesondere bedingt durch eine Erhöhung der Verbindlichkeiten auf den zentralen Finanzkonten um 7.938 Mio €. Grund dafür war vor allem die Geldanlage des Erlöses aus der Elevator Technology Transaktion. Die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen erhöhten sich um 2.145 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

Aktiva

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 61 36
Sachanlagen 293 148
Finanzanlagen 19.264 18.111
19.618 18.295
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.047 7.199
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.541 10.872
8.588 18.072
Rechnungsabgrenzungsposten 41 34
Summe der Aktiva 28.247 36.400

PASSIVA

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.283 2.480
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289
6.778 6.489
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.069 1.089
Übrige Rückstellungen 136 135
1.205 1.224
Verbindlichkeiten
Anleihen 5.950 5.200
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 327 271
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.860 22.836
Übrige Verbindlichkeiten 1.126 380
20.263 28.687
Rechnungsabgrenzungsposten 1 0
Summe der Passiva 28.247 36.400

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2018/2019 2019/2020
Umsatzerlöse 581 486
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen - 169 - 106
Bruttoergebnis vom Umsatz 412 380
Allgemeine Verwaltungskosten - 520 - 607
Sonstige betriebliche Erträge 1.259 128
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 183 - 1.297
Beteiligungsergebnis - 2.367 2.091
Zinsergebnis - 166 - 164
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 247 - 803
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5 - 16
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Gewinnvortrag 2.004 0
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Unsere Forschung und Entwicklung (F&E) konzentriert sich auf die großen technologischen Herausforderungen der Zukunft - allen voran die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie moderne Mobilitätskonzepte.

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz umfasst rund 75 Standorte mit insgesamt etwa 3.800 Beschäftigten. Hinzu kommen Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.100 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet - damit umfasst das Patentportfolio unseres Unternehmens gegenwärtig etwa 20.200 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich kamen wir im Berichtsjahr auf etwa 250 Neuanmeldungen einschließlich Designs, sodass das Gesamtportfolio auf etwa 8.600 Schutzrechte angewachsen ist.

Die Aufwendungen der thyssenkrupp Gruppe für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 796 Mio € (Vorjahr ohne ET: 691 Mio); das ist eine Erhöhung um 15 %. Die bereinigte F&E-Quote betrug 4,0 % (Vorjahr ohne ET: 3,1 %). Die bereinigte F&E-Quote bezeichnet den Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Die F&E-Quote fällt aufgrund des Verkaufs von Elevator Technology mit einer vergleichsweise geringeren F&E-Quote, gestiegenen auftragsbezogenen Entwicklungskosten und Wertberichtungen sowie einem generellen Umsatzrückgang vergleichsweise deutlich höher als das Unternehmensziel von 2,5 % aus.

Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 20 Mio € für die fortgeführten Aktivitäten aktiviert; 2018 / 2019 waren es 45 Mio € ohne Elevator Technology. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - verringerte sich auf 7 %, gegenüber 14 % im vorangegangenen Geschäftsjahr ohne Elevator Technology. Wertberichtungen von aktivierten Entwicklungskosten aus den letzten Jahren mussten durchgeführt werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 271 247 -9
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 1) 36 149 314
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 384 400 4
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 2) 691 796 15

1) Davon außerplanmäßige Abschreibungen: 3 Mio € (2018 / 2019), 115 Mio € (2019 / 2020)

2) Zahlen ohne Elevator Technology

Klimaschutz und Energiewende

Im Rahmen unserer Wasserstoffstrategie tkH2Steel mit dem langfristigen Ziel einer vollständigen Klimaneutralität bei der Stahlproduktion setzen wir auf zwei Pfade: die Vermeidung von CO2 durch den Einsatz von Wasserstoff ("Carbon Direct Avoidance", CDA) sowie die Nutzung von anfallendem CO2 ("Carbon Capture and Usage", CCU). Im Berichtsjahr haben wir eine Versuchsreihe zum Einsatz von Wasserstoff im laufenden Hochofenbetrieb gestartet. Das Ziel: die bei der Stahlherstellung entstehenden CO2-Emissionen nachhaltig zu verringern. Beim klassischen Hochofenprozess werden für die Herstellung von 1 t Roheisen, Koks und Kohlenstaub benötigt. Der Kohlenstaub wird im unteren Bereich des Hochofens mittels sogenannter Blasformen als zusätzliches chemisches Reduktionsmittel eingeblasen; dabei entstehen CO2-Emissionen. Das neue Konzept sieht vor, den Kohlenstaub durch Wasserstoff zu ersetzen, da hierbei statt des CO2 lediglich Wasserdampf freigesetzt wird. Im Versuch injizierten wir zunächst an einer der Blasformen am Hochofen 9 Wasserstoff; dieses Verfahren soll nun schrittweise auf alle 28 Blasformen dieses Hochofens ausgeweitet werden. Bewährt sich dieses Verfahren, können so theoretisch bis zu 20 % CO2 an diesem Aggregat eingespart werden. Der entscheidende nächste Schritt zur klimaneutralen Stahlherstellung ist der Einsatz von Direktreduktionsanlagen anstatt der klassischen Hochöfen.

Das Projekt Carbon2Chem ist im Juli 2020 in die zweite Phase gegangen. Im industriellen Verbund soll die stabile Produktion von chemischen Produkten aus Hüttengasen in längeren Produktionskampagnen nachgewiesen und so die Technologie schnell industriell hochskaliert werden. Darüber hinaus steht die Übertragung auf weitere Industrien wie die Zement- und Kalkherstellung sowie Müllverbrennungsanlagen im Mittelpunkt. Mit der weltweit wachsenden Bedeutung des grünen Wasserstoffs wächst auch die Nachfrage nach industriellen Elektrolyseanlagen. Auf Basis unserer Technologieführerschaft in der Chloralkalielektrolyse haben wir die sogenannte alkalische Wasserelektrolyse entwickelt, mit der das klimafreundliche Gas wirtschaftlich produziert werden kann. thyssenkrupp hat daher im vergangenen Geschäftsjahr seine Fertigungskapazitäten für solche Elektrolyseanlagen stark ausgebaut. Nach heutigem Stand können wir dadurch Elektrolysezellen mit einer Gesamtleistung von jährlich bis zu einem Gigawatt fertigen. Diese Kapazitäten sollen bei zunehmender Anzahl und Größe von Wasserstoffprojekten weiter ausgebaut werden.

thyssenkrupp ist an erstem Wasserstoffprojekt Deutschlands, WESTKÜSTE100, beteiligt.

thyssenkrupp ist ferner an dem Projekt WESTKÜSTE100 beteiligt - eines der sogenannten "Reallabore der Energiewende". Als erstes Wasserstoffprojekt Deutschlands, das auch Themen der Nationalen Wasserstoffstrategie aufgreift, hat WESTKÜSTE100 einen Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Ziel des Projekts ist, in Schleswig-Holstein schrittweise eine regionale Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab aufzubauen. Die zehn Partner des Konsortiums wollen grünen Wasserstoff produzieren, diesen im Gasnetz transportieren, in industriellen Prozessen nutzen und unterschiedliche Stoffkreisläufe mittels der bereits bestehenden Infrastruktur verzahnen. So soll die Dekarbonisierung von Industrie, Mobilität und Wärmemarkt unter realen Bedingungen getestet werden. thyssenkrupp bringt in das Projekt sein Know-how in der Herstellung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse sowie in der Nutzbarmachung von CO2 als Rohstoff für grünes Methanol ein.

Die Non-Profit-Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) hat thyssenkrupp zum vierten Mal in Folge als international führendes Unternehmen im Klimaschutz ausgezeichnet: Gemeinsam mit 178 anderen internationalen Unternehmen erhielten wir von CDP das Prädikat "Klimaschutz A". Der Bewertung durch CDP stellten sich insgesamt 8.400 Unternehmen, die Skala reichte von A bis F. Als Grundlage für das Ranking wird jeweils untersucht, inwieweit die Unternehmen ihre klimarelevanten Daten transparent darstellen und eine schlüssige Strategie formulieren, wie sie ihre eigene Klimabilanz, aber auch die ihrer Kunden und Zulieferer verbessern können.

Digitalisierung

Der Werkstoffhandel hat die Digitalisierung seiner Geschäftsprozesse und Lieferketten konsequent vorangetrieben. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Einführung von Automatisierungslösungen in administrativen Bereichen. Dazu zählen auch OCR-Lösungen (Optical Character Recognition) zur automatisierten Verarbeitung von beispielsweise E-Mail, mit denen sich diverse Prozesse wie Vertrieb und Wareneingang beschleunigen lassen. Nach erfolgreicher Umsetzung in Deutschland befinden sich diese Lösungen bei Materials Services nun im weltweiten Roll-out.

Neu eingeführt wurde die mobile App "Paperless", die in den Lagern alltägliche Abläufe wie Buchungen, Erstellung von Arbeitsplänen und Materialidentifikation komplett digitalisiert. Dies ermöglicht eine schnelle Datenerfassung und eine nahtlose Integration in die täglichen Arbeitsabläufe. Damit ist die Voraussetzung geschaffen für den Einsatz anderer Automatisierungslösungen, etwa fahrerlose Transportsysteme, die in einem neuen zukunftsfähigen Logistikcenter von thyssenkrupp Schulte in Rotenburg/Wümme zum Einsatz kommen sollen.

In den Lagern und Fertigungsstandorten wird mit der Plattform toii® die Vernetzung des Anlagenparks vorangetrieben. Von Materials Services eigens entwickelt, ermöglicht toii® die Kommunikation zwischen Maschinen und Produktionsmitteln unterschiedlicher Hersteller und Generationen - eine wesentliche Voraussetzung für datenbasierte Prozessverbesserungen.

Nachhaltige Mobilität

Im Automobilgeschäft arbeiten wir weiter intensiv daran, unsere Fahrwerkskompetenz in Richtung hochautomatisiertes und autonomes Fahren weiterzuentwickeln. Ausgehend von elektrisch unterstützte Lenksystemen will die Automotive-Sparte derzeit neue Lenkkonzepte, wie Steer-by-Wire, zur Serienreife entwickeln. Dabei handelt es sich um Lenkungen, die ohne durchgehende mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern auskommen. Der Lenkbefehl wird rein elektrisch übertragen.

Intelligente Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten ist ein weiterer Schwerpunkt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit liegt auf der intelligenten Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten, bis hin zu einer übergeordneten Regelung der gesamten Fahrdynamik. Dafür entwickeln unsere Softwareingenieure das integrierte Steuerungsmodul (Vehicle Motion Control). Es verarbeitet die Signale der Aktuatoren von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie. Eine derartige Schnittstelle ist die notwendige Voraussetzung zur Steuerung der Fahrdynamik für alle Stufen des automatisierten Fahrens. Sie übernimmt nicht nur wesentliche sicherheitsrelevante Aufgaben, sondern kann auch auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Endkunden abgestimmt werden.

Auch als ein führender Anbieter im Bereich Warmumformung von Stahlbauteilen ist thyssenkrupp seit vielen Jahren Partner der Automobilhersteller. Die Warmumformung ist ein Verfahren zur Herstellung von Blechteilen, das hohe Umformgrade ermöglicht und dabei eine hohe Festigkeit garantiert. Letztere erlaubt eine Verringerung der Blechdicke, die Bauteile werden leichter. Damit erfüllen die warmumgeformten Bleche die steigenden Anforderungen der Automobilindustrie sowohl bezüglich der Insassensicherheit als auch in puncto Verringerung von Emissionen durch verringertes Fahrzeuggewicht. Die jüngste Entwicklung dieses Geschäftsjahres ist die neue Beschichtung AS Pro: Mit ihr lässt sich im Produktionsprozess die unerwünschte Aufnahme von Wasserstoff während des Glühvorgangs minimieren, was wiederum die Bauteil- und Prozesssicherheit bei warmumgeformten, insbesondere strukturrelevanten Bauteilen erhöht. Die Innovation steht den Kunden nun serienmäßig zur Verfügung.

Klima, Energie und Umwelt

Der Klima- und Umweltschutz sowie die Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und das auf allen Wertschöpfungsstufen, von der Lieferkette über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp - aber auch eine Grundlage für nachhaltigen Erfolg in unseren Märkten.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie

thyssenkrupp Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS)

Ambitionierte Klimaziele bis 2030 und 2050 im Einklang mit Pariser Klimaschutzabkommen

thyssenkrupp hat sich ambitionierte Ziele auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität gesetzt. Unser Langfristziel ist, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Die Zwischenziele haben wir wie folgt definiert: Bis 2030 wollen wir die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3), wie sie vor allem bei der Nutzung unserer Produkte entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Targets initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und deren Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt. Diese Erkenntnisse haben wir gemeinsam mit der SBTi auf dem WWF Pavillon der UN-Klimakonferenz COP25 im Dezember 2019 vorgestellt.

Umgesetzt werden unsere Gruppen-Klimaziele auch weiterhin im Zuge unseres thyssenkrupp-Programms CAPS (Climate Action Program for Sustainable Solutions): Innerhalb dieses Programms bündeln die Cluster unsere Aktivitäten und schaffen Synergien zwischen den Geschäften. Bei den Emissionen, die mit unserer eigenen Produktion verbunden sind, setzen wir neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei parallele Ansätze: In der Stahlerzeugung wollen wir mithilfe von CDA-Technologien (Carbon Direct Avoidance) schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen und so bereits die Entstehung von CO2 vermeiden. Hierfür haben wir mit der Kombination einer Direktreduktionsanlage mit nachgeschaltetem elektrischen Einschmelzer ein bisher einzigartiges Verfahren entwickelt, das uns ermöglicht, weiterhin alle Güten anzubieten und damit auch zur Klimaneutralität der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen beizutragen. Der zweite Ansatz: Wir wollen den sogenannten CCU-Pfad (Carbon Capture and Usage) beschreiten und das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in klimafreundliche Basischemikalien umwandeln.

Bei der Reduzierung indirekter Emissionen setzen wir ebenfalls auf die Carbon2Chem-Technologie speziell für die Zement- und Stahlindustrie, des Weiteren auf Lösungen für die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien sowie für nachhaltige Mobilität.

THYSSENKRUPP CLIMATE ACTION PROGRAM FOR SUSTAINABLE SOLUTIONS (CAPS)

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Gruppe - d.h. Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf knapp unter 23 Mio t bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten.

Zum vierten Mal in Folge vom CDP für herausragende Klimaperformance ausgezeichnet

Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln für und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Berichtsjahr wurde thyssenkrupp bereits zum vierten Mal in Folge in die A-List des Carbon Disclosure Project (CDP) aufgenommen; damit gehören wir laut CDP zur Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit geltenden Umwelt- und Energiepolitik der Gruppe sowie einer entsprechenden Gruppenrichtlinie. Konkrete Vorgaben für das Umweltmanagement, das Energiemanagement und die Energieeffizienz wurden im Rahmen unserer Indirekt Finanziellen Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 abgeleitet. Deren Umsetzung wird von internen Gremien auf unterschiedlichen Ebenen begleitet; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern mit internationalen und regionalen Konferenzen innerhalb der Gruppe einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zum Umwelt-, Klima- und Energiemanagement.

Umweltmanagement an unseren Standorten

International anerkannte Standards zum Umweltmanagement weltweit umgesetzt

Bei thyssenkrupp müssen alle Unternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis zu ihrer Entsorgung. Die Anforderungen an die Gruppenunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was genau umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Gruppenrichtlinie definiert. Zum 30. September 2020 galten mehr als 50 Unternehmen, der fortgeführten Aktivitäten, bei thyssenkrupp als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Durch unser Indirekt Finanzielles Ziel für Umweltmanagement Systeme, entsprechen im Zieljahr 2019 / 2020 nun 100 % der umweltrelevanten Unternehmen dem geforderten Standard. Damit handhabt die Gruppe zu rund 72 % -bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Deutliche Steigerung der Energieeffizienz durch das weltweite Energieprogramm GEEP

Der Energieverbrauch für die fortgeführten Aktivitäten der Gruppe, belief sich im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf rund 69 Terawattstunden (TWh).

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit sechs Jahren läuft unser weltweites Energieeffizienzprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr haben wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Gruppe um 150 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit rund 200 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 85.000 t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von mindestens 80 GWh an. Zudem haben wir unser Ziel erreicht, bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abzudecken. Das heißt u.a., dass für jede der entsprechenden Tochterunternehmen konkrete Energieziele gesetzt, Energieflüsse gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Diese Vorgabe wurde durch mehr als 50 relevante Unternehmen in der Gruppe erfüllt. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu 96 % dem ISO-50001-Standard.

Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und konzipieren sie von vornherein so, dass wir die benötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für Dienstleistungen und technologische Produkte auf.

Materialaufwand

71%

Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz belief sich auf 71 %.

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtaufwendungen der Gruppe (der fortgeführten Aktivitäten) für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 20 Mrd € gesunken. Das entspricht einem Anteil von 71 % am Umsatz (Vorjahr: 69 %); in den einzelnen Geschäften bewegte sich dieser Wert - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 51 % (Industrial Components) und 83 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Geschäfte in absoluten Zahlen:

MATERIALAUFWAND

Mio € 2018/2019 2019/2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) 3.235 2.967 - 8
Industrial Components 1) 1.367 1.080 - 21
Elevator Technology 2.908 2.224 - 24
Plant Technology 1) 1.927 2.062 7
Marine Systems 1.051 955 - 9
Materials Services 11.684 9.325 - 20
Steel Europe 5.818 5.143 - 12
Corporate Headquarters 1 ) 3 7 148
Überleitung 1 ) - 1.628 - 1.124 -
Gruppe insgesamt 26.365 22.639 - 14
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1 ) 2.927 2.230 - 24
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 23.439 20.409 - 13

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr wieder zuverlässig mit einigen wenigen pandemiebedingten Einschränkungen mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im Chancen- und Risikobericht unter "Beschaffungsrisiken".

Materialaufwand der Segmente

in % ihres Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020

1 Automotive Technology 63%
2 Industrial Components 51%
3 Plant Technology 71%
4 Marine Systems 55%
5 Materials Services 83%
6 Steel Europe 71%

Mit der strategischen Neuausrichtung wurde die Verantwortung für die Steuerung der Einkaufsfunktion in die Geschäftseinheiten überführt. Ausgewählte gemeinsame Aktivitäten, z.B. die Steuerung von Prozessen zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement, die Steuerung geschäftsübergreifender Bündelungsaktivitäten, die Sicherstellung von Datentransparenz sowie die Bereitstellung von Einkaufssystemen, gehen mit Beginn des laufenden Geschäftsjahres in die neue thyssenkrupp Services GmbH über.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Pro Jahr werden mindestens 100 Lieferanten ausgewählt, bei denen wir Nachhaltigkeitsaudits durchführen.

Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und ist auf Wahrung der Menschenrechte, Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, Schutz der Umwelt, Kampf gegen Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (den sogenannten Konfliktmineralien) ausgelegt. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den Grundsätzen des Kodex richten. Jährlich führen wir bei mindestens 100 Lieferanten Nachhaltigkeitsaudits durch, um die Einhaltung der Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung unserer Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Bestandteil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Dabei wird im Verlauf der Nachhaltigkeitsaudits ein besonderer Fokus auf die Wahrung der Menschenrechte gelegt, etwa mit Blick auf die Arbeitsbedingungen. Die zu prüfenden Lieferanten wählen wir anhand unternehmensweit vorgegebener länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien und in enger Zusammenarbeit zwischen den Segmenten und Corporate Headquarters aus. Wenn nötig, werden im Zuge der Audits auch Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren gleichzeitig unsere Risiken sowie potenziell negative Auswirkungen entlang der Lieferkette. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden weniger als 100 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Neben dem Verkauf von Elevator Technology führten Werksschließungen und Kurzarbeit sowohl seitens der Lieferanten als auch bei thyssenkrupp im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zum vermehrten Ausfall von bereits terminierten Nachhaltigkeitsaudits. In den durchgeführten Audits waren Arbeitszeiten, die Dokumentation der Geschäftsprozesse und Arbeitssicherheit wichtige Verbesserungsthemen.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2020 waren bei thyssenkrupp 103.598 Mitarbeiter beschäftigt. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten entspricht das einem Rückgang um 5.690 Mitarbeiter oder 5,2 % gegenüber dem 30. September 2019.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeitende

MITARBEITER

30.09.2019 30.09.2020 Veränderung

in %
Automotive Technology 1) 25.834 24.763 - 4
Industrial Components 1 ) 13.773 12.500 - 9
Elevator Technology 53.081 0 -
Plant Technology 1 ) 11.419 10.753 - 6
Marine Systems 6.013 6.321 5
Materials Services 20.340 18.817 - 7
Steel Europe 28.278 27.434 - 3
Corporate Headquarters 1 ) 1.060 809 - 24
Überleitung 1 ) 2.574 2.201 - 14
Gruppe insgesamt 162.372 103.598 - 36
Nicht fortgeführte Aufzugaktivitäten 1 ) 53.081 0 -
Gruppe fortgeführte Aktivitäten 1) 109.291 103.598 - 5
Deutschland 58.937 56.445 - 4
Übrige Länder 50.354 47.153 - 6

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

(Vorjahreswert in Klammern)

Personalarbeit im Zeichen des Wandels

Die Personalarbeit von thyssenkrupp war im zurückliegenden Geschäftsjahr von zwei wesentlichen Herausforderungen geprägt. Zum einen galt es, einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu leisten, die damit verbundenen notwendigen kurzfristigen Personalmaßnahmen zu treffen und die langfristigen Veränderungen im Arbeitsalltag der Beschäftigten zu gestalten. Zum anderen galt es, die im Mai 2019 beschlossenen und im Mai 2020 weiter konkretisierte Neuausrichtung des Unternehmens organisatorisch umzusetzen und die für thyssenkrupp strategisch wichtigen Felder der Personalarbeit darauf auszurichten.

Sicherheit und Gesundheit: Maßnahmen im Hinblick auf die Corona-Pandemie und fortlaufende Verbesserung der relevanten KPIs

"Keine Kompromisse bei Arbeitssicherheit und Gesundheit. Das ist unser Wert. Because we care." Auf der Grundlage dieser Vision hat thyssenkrupp den Arbeits- und Gesundheitsschutz auch im zurückliegenden Geschäftsjahr weiterentwickelt. Ab Januar 2020 rückte das Krisenmanagement zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Unternehmensgruppe in den Mittelpunkt, insbesondere der Infektionsschutz aller Mitarbeiter weltweit. Um notwendige Regeln und Maßnahmen zu vereinbaren und zeitnah an die gesamte Belegschaft zu kommunizieren, wurde ein zentrales Team aus Arbeits- und Gesundheitsschutz-Experten aus allen Geschäften eingerichtet, das eng mit den Krisenstäben in den Geschäften und Regionen sowie den Gesundheitsbehörden kooperiert. Im ersten Schritt wurden die Pandemiepläne aller Einheiten an die neue Situation angepasst.

33.000

Mitarbeiter im Mobile Office

Neben unternehmensweiten Regelungen und Empfehlungen haben wir immer auch die konkreten Gegebenheiten der einzelnen Standorte berücksichtigt. Unternehmensweite Regelungen betreffen beispielsweise die fortlaufende Aktualisierung der Reiserichtlinien, basierend auf den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Abstands- und Hygienemaßnahmen, die Qualifikation von internen Pandemiehelfern sowie den Umgang mit potenziell Infizierten und mit Risikogruppen, eng begleitet von unseren Experten der Arbeitsmedizin. Die nötige Schutzausrüstung erhielten unsere Standorte größtenteils zentral über die regionalen Plattformen. Allein in Deutschland wurden ab April ca. 2,3 Mio medizinische Masken bereitgestellt. Mitarbeiter mit Büroarbeitsplätzen wurden ab Ende März aufgefordert, möglichst auf Mobilarbeit umzustellen. Die nötigen technischen Voraussetzungen sowie notwendige Regelungen dafür wurden innerhalb kürzester Zeit geschaffen. Bis zu 33.000 Angestellte arbeiteten schließlich von zu Hause aus.

Wesentlich im Rahmen des Pandemiemanagements ist die regelmäßige Information aller Mitarbeiter. thyssenkrupp trifft alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen und appelliert zugleich an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, die Hygiene-, Abstands- und alle weiteren Regeln einzuhalten. Im Interesse der Aufklärung werden Kommunikationsmittel in 30 Sprachen über die internen Kanäle verteilt. Auch die psychischen Belastungen infolge der Corona-Pandemie werden adressiert, unter anderem mit dem Employee Assistance Programm (EAP), das zwei Drittel der Belegschaft in Anspruch nehmen können. Neben der Möglichkeit der psychologischen Beratung umfasst es auch eine ärztliche Gesundheitsberatung.

Unabhängig von der Corona-Pandemie fördert thyssenkrupp weiterhin die individuelle Gesundheit der Mitarbeiter mit den Themen Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention sowie Vermeidung anderer nicht arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken und führt medizinische Screenings durch, die Mitarbeiter freiwillig in Anspruch nehmen können. Im Durchschnitt deckten die Standorte zuletzt 3,3 dieser sechs Angebote ab. Bei der erstmaligen Erhebung im Geschäftsjahr 2014 / 2015 waren es 2,3. Das selbst gesetzte Ziel einer Ersthelfer-Quote von 10 % in der Belegschaft wird bereits seit Jahren übertroffen. Zuletzt waren 18,9 % der Mitarbeiter in Erster Hilfe qualifiziert. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeitssicherheit lag im zurückliegenden Geschäftsjahr auf der vollständigen Überarbeitung unserer internen Mindeststandards, die seit 2011 in unserem weltweit gültigen Managementhandbuch "Arbeitssicherheit und Gesundheit" zusammengefasst sind. In der im Januar 2020 erschienenen vierten Ausgabe sind nun auch die Anforderungen der neuen internationalen Norm ISO 45001 "Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" vollständig berücksichtigt.

Unsere weltweit verwendete Kennzahl für die Arbeitssicherheit, die Unfallhäufigkeitsrate, konnten wir im Berichtsjahr erneut verbessern. Sie betrug einschließlich der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten 2,3. Für die fortgeführten Aktivitäten allein ergibt sich ein bereinigter Wert von 2,9. Im laufenden Geschäftsjahr streben wir eine weitere Verbesserung auf 2,8 an. Die Zahl der tödlichen Unfälle soll auf 0 gesenkt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten wir weltweit zwei tödliche Arbeitsunfälle in den fortgeführten Aktivitäten und fünf Unfälle inklusive der nicht fortgeführten Aufzugaktivitäten verzeichnet. Deren umfassende Aufklärung und Aufarbeitung soll dazu beitragen, Unfälle dieser Art künftig zu vermeiden. Dazu dient auch die regelmäßige Kommunikation zu Kennzahlen der Arbeitssicherheit: Einmal monatlich berichten alle Einheiten ihre Kennzahlen zur Unfallsituation; im Rahmen von Vorstandssitzungen ist das Thema Arbeitssicherheit zudem ein eigenständiger Agendapunkt.

Pandemiemanagement: Personalmaßnahmen

Die Auswirkungen der Pandemie auf Seiten unserer Kunden und Partner sowie die zeitweise strikten Einschränkungen in einzelnen Ländern im Interesse des Infektionsschutzes erforderten zusätzliche Personalmaßnahmen bei thyssenkrupp.

Abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Geschäfte werden wir Instrumente wie Kurzarbeit und andere staatliche Förderungen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten auch im laufenden Geschäftsjahr flexibel einsetzen. Ein neu geschaffenes geschäfts- und funktionsübergreifendes Expertennetzwerk innerhalb der Gruppe tauscht sich zum Einsatz von Personalinstrumenten in der Krise aus, um faire Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte zu finden. Ziel ist die Schaffung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Instrumente, auch und insbesondere um die in der Krise enorm gestiegenen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Daher fokussieren sich Unternehmensleitung und Mitbestimmungsorgane auf das Ziel, gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu schaffen. Einen wesentlichen Beitrag leistet auch die Definition neuer Steuerungskennzahlen und Erfolgsfaktoren, die eng verzahnt sind mit der operativen Planung der Geschäfte.

Neuausrichtung von thyssenkrupp: Personalstrategie und HR-Maßnahmen

Neben der akuten Krisenbewältigung begleitet und treibt die Personalfunktion den Umbau von thyssenkrupp zu einer leistungsstarken "Group of Companies" voran und passt ihre eigene Strategie, Struktur und Arbeitsweise an die neuen Anforderungen der Gruppe an. Im Vordergrund stehen hier personalstrategische und operative Beiträge entlang der Grundprinzipien "Performance First" und "Effiziente Organisation" (siehe Kapitel "Strategie").

Neuausrichtung der Corporate-Gesellschaften und Zentralfunktionen

Im Rahmen der Neuausrichtung von thyssenkrupp wurde im zurückliegenden Geschäftsjahr auch die Aufstellung der Zentralfunktionen der thyssenkrupp AG angepasst und deutlich verschlankt. Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wurde parallel zum etwa dreimonatigen Prozess der Neuausrichtung der Zentralfunktionen im engen Dialog mit der Mitbestimmung u.a. ein so genanntes Freiwilligenprogramm in der thyssenkrupp AG angeboten. Das Programm, von dem insgesamt 177 Mitarbeiter Gebrauch machten, bietet die Möglichkeit, durch den Eintritt in eine Transfergesellschaft für einen Zeitraum von individuell bis zu 24 Monaten eine professionelle Vermittlung "von Arbeit in Arbeit" in Anspruch zu nehmen. In dieser Phase sind die Teilnehmer finanziell auf einem Niveau von rund 85 % des aktuellen Monatsentgeltes abgesichert. Eine weitere Reduktion der Stellen in der thyssenkrupp AG ergibt sich mit Ablauf des Geschäftsjahres 2019 / 2020 durch eine Bündelung von Service-Einheiten in den zwei Gesellschaften thyssenkrupp Services GmbH und thyssenkrupp Information Management GmbH und den entsprechenden Betriebsteilübergang von 138 Mitarbeitern zum 1. Oktober 2020. Die thyssenkrupp Services GmbH beinhaltet 25 Service Lines und sechs eigenständige Service-Anbieter. Sie sollen als Profitcenter agieren und richten ihre Service-Portfolios nach Bedarf und Nachfrage der Kunden aus. Nach diesem Prinzip planen wir künftig auch verschiedene Personaldienstleistungen in der Gruppe anzubieten und umzusetzen -unter anderem aus den Bereichen Personalentwicklung, Vergütung, Digital HR, Recruiting sowie HR Administration für alle Corporate-Gesellschaften von thyssenkrupp. Die thyssenkrupp Information Management GmbH ist der IT-Partner der Zentralfunktionen und Gesellschaften. Darüber hinaus erbringt sie ausgewählte thyssenkrupp-weite IT-Services und liefert innovative On-Demand-Lösungen für die gesamte Gruppe.

Die Neuausrichtung und Verschlankung der Corporate-Gesellschaften erfordert von Führungskräften wie Mitarbeitern Veränderungsbereitschaft. Um diese Veränderungsbereitschaft und das Grundprinzip "Effiziente Organisation" noch stärker im Unternehmen zu verankern, initiiert der Personalbereich seit April 2020 zentral zusätzliche Veränderungsinitiativen gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation. Hier stehen die Einführung neuer Arbeitsformen sowie begleitende Dialog- und Austauschformate zwischen Mitarbeitern und Führungskräften im Vordergrund.

Neue Bonussystematik und angepasstes Kompetenzmodell für Führungskräfte

Um stärkere Anreize zur Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen, wurde das Bonussystem für Führungskräfte überarbeitet. Das neue Modell hebt stärker auf den zentralen Erfolgsfaktor Transformation ab und gibt gleichzeitig mehr Raum für die darüberhinausgehenden, spezifischen Erfolgsfaktoren der einzelnen Geschäfte. Es greift erstmals zum Ende des Geschäftsjahres 2020 / 2021. Darüber hinaus wurde die Zahl der thyssenkrupp Leadership-Kompetenzen von acht auf sechs reduziert und diese stärker auf die Transformation der Unternehmensgruppe ausgerichtet. Die angepassten Kompetenzen lauten entsprechend: Inspirational Leadership, Strategic Orientation, Business Excellence, Courage, Accountability, Thrive on Change. Die thyssenkrupp Leadership-Kompetenzen formulieren unser gemeinsames Verständnis darüber, welches Verhalten bei thyssenkrupp die Voraussetzung für Leistung und Erfolg ist und geben Orientierung im alltäglichen Führungsverhalten, das entscheidend für die Wahrnehmung unserer Führungskultur ist. Die Leadership Kompetenzen sind darüber hinaus die Basis für die Führungskräfteentwicklung, verschiedene HR-Systeme und die Ausrichtung der thyssenkrupp Academy.

Mit Lerninhalten, die auf die spezifischen Geschäfte und Herausforderungen bei thyssenkrupp ausgerichtet sind, unterstützt die thyssenkrupp Academy die Weiterentwicklung der Führungskultur sowie der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 ist das dritte unternehmensweite Führungskräfteprogramm, "Optimizing Leadership Impact", das globale Curriculum für alle Führungsebenen unterhalb des Top Managements, pilotiert und umgesetzt worden. Es nimmt die Kernthemen Strategie, Agilität, Innovation, Entscheidungsfindung und Kundenorientierung in den Blick und ist somit ein weiterer Baustein, um operative Spitzenleistung zu fördern sowie Führungsstil und -kompetenzen in unserer Unternehmensgruppe zu stärken.

Ausbildung: Weiterhin zentrales Element der Sicherung von Fachkräften

Die Ausbildung junger Menschen ist für thyssenkrupp seit jeher ein zentrales Element in der Personalarbeit. Im Berichtsjahr haben wir in der Unternehmensgruppe insgesamt über 2.700 junge Menschen (Vorjahr: 3.100) in 65 verschiedenen Berufen ausgebildet, die meisten davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zu Arbeitsplätzen - liegt in Deutschland stabil bei 4,9 % (Vorjahr: 4,9 %). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für das duale Studium. Trotz starker Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte die Qualität der Ausbildung weitgehend sichergestellt werden. Insbesondere im gewerblichen Bereich waren große Anstrengungen der Ausbilder notwendig, um sicherzustellen, dass die Lehrinhalte trotz verminderter Anwesenheit der Auszubildenden vor Ort vermittelt werden konnten. Dies gelang dank des Einsatzes digitalen Unterrichts und neuer Lernmethoden. Auch im laufenden Ausbildungsjahr bietet thyssenkrupp zahlreiche Ausbildungsplätze an. Eine neue Ausbildungskampagne positioniert thyssenkrupp insbesondere in den digitalen Medien als attraktiven Arbeitgeber in der dualen Ausbildung.

Zahl der Auszubildenden: 2.700

Zahl der Ausbildungsberufe: 65

Diversity

Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitige Wertschätzung sind zentrale Werte unserer Unternehmenskultur. Zu unserem Arbeitsumfeld, das durch Vielfalt charakterisiert ist, gehören unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder auch unternehmensinterne Netzwerke. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollen Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung. Mit Blick auf die Dimension "Geschlecht" hat thyssenkrupp sich im Jahr 2011 im Rahmen einer europaweit einmaligen Initiative freiwillig verpflichtet, sich ein Ziel bis zum Jahr 2020 zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen zu setzen. Mit einer Steigerung von 8 % im Jahr 2011 auf 11,2 % bis zum 30. September 2020 hat thyssenkrupp hier eine deutliche Verbesserung erreicht, auch wenn das gesetzte Ziel von 15 % nicht erreicht werden konnte. Trotz anhaltend großer Herausforderungen und absehbarer struktureller Veränderungen hält thyssenkrupp am Prinzip des freiwilligen Ziels fest. Unser Anspruch ist weiterhin, dass der Frauenanteil in Führungspositionen den Frauenanteil in der gesamten Belegschaft widerspiegelt. Zum 30. September 2020 beträgt der Frauenanteil in der Belegschaft der fortgeführten Aktivitäten insgesamt rund 16 %. Dementsprechend strebt thyssenkrupp einen Frauenanteil in Führungspositionen von 16 % an und möchte dies bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 / 2025 erreichen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die thyssenkrupp Gruppe möchte das gesellschaftliche Umfeld an ihren Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Sie will an der Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitwirken und setzt ihre unternehmerischen Kompetenzen für das Gemeinwohl ein. Entsprechend sind Gesellschaften der Gruppe in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden dort im Berichtsjahr mehr als 350 Maßnahmen erfasst.

Im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat thyssenkrupp im Berichtsjahr an unterschiedlichen Produktionsstandorten Projekte und gemeinnützige Vereine und Organisationen unterstützt. Beispielsweise konnten dank eines freiwilligen Gehaltsverzichts von Leitenden Angestellten über 200.000 € in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern für die akute Bewältigung der Corona-Pandemie eingesetzt werden. Auch der Gruppen-Vorstand verzichtete auf einen Teil seiner Bezüge und hat damit in der Krisensituation persönlich ein Zeichen gesetzt. Insgesamt haben wir in der Corona-Pandemie mehr als 30 Einrichtungen mit dringend benötigten Finanzmitteln unterstützt. Die Spendengelder gingen an Tafeln, Frauenhäuser, Ehrenamtsagenturen und Obdachloseneinrichtungen bis hin zu Vereinen, die sich um hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche kümmern, die besonders hart von den Folgen der Pandemie betroffen sind.

Vielfältiges Engagement in der Corona-Pandemie.

Das weltweite Engagement in der Unternehmensgruppe während der Corona-Pandemie war vielfältig, abhängig von den jeweiligen Möglichkeiten und Bedürfnissen vor Ort. In den ersten Monaten der Pandemie fertigten und spendeten beispielsweise verschiedene thyssenkrupp Standorte in Deutschland, Brasilien und den USA mit 3D-Druckern hergestellte Gesichtsvisierhalter und Mund-Nase-Schutzmasken für austauschbare Filtereinlagen (die sogenannte Montana Mask). thyssenkrupp Plant Technology in Dortmund spendete aus eigenem Bestand 50.000 Operationsmasken und weitere Schutzbekleidung an Gesundheitsämter und Krankenhäuser in der Region, um dabei zu helfen, dort den akuten Bedarf zu decken. Die Mitarbeiter von thyssenkrupp Forged Technologies im brasilianischen Campo Limpo lieferten fünf Tonnen Lebensmittel sowie Hygiene- und Reinigungsartikel an bedürftige Familien vor Ort. Schließlich reagierte das thyssenkrupp Bilstein-Werk im rumänischen Sibiu schnell als das örtliche Krankenhaus Corona-Tests benötigte, um die Ausbreitung des neuartigen Virus in der Region einzudämmen. Kurzerhand spendete der Standort der thyssenkrupp Automotive-Sparte 30.000 € für die dringend benötigten Tests.

Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger oder Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis der Gruppe generell unvereinbar und daher unzulässig.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung, Datenschutz und Außenwirtschaftsrecht war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2019 / 2020 im Wesentlichen von vier Themen geprägt:

Kommunikation von starken Werten als Fundament unserer Zusammenarbeit auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld,
kartellrechtliche Begleitung von Portfoliomaßnahmen,
kontinuierliche Implementierung und Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems Datenschutz,
Begleitung der Neuausrichtung der sogenannten weiteren Compliance-Themen im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Gruppe.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über eventuelle Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen.

Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Kartellrecht und Antikorruption sind die Schwerpunkte der Compliance-Arbeit bei thyssenkrupp.

Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz. Auf Ebene der thyssenkrupp AG organisatorisch neu hinzugekommen ist zum 1. April 2020 das Thema Außenwirtschaftsrecht. Das Geschäftsjahr 2019 / 2020 war auch geprägt durch den Verkauf von thyssenkrupp Elevator, der Compliance-seitig auch durch den Aufbau eines eigenen Compliance Management Systems eng begleitet wurde. Nachfolgend wird ausschließlich über die fortgeführten Aktivitäten ohne thyssenkrupp Elevator berichtet.

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat die Compliance-Organisation in verschiedenen Kommunikations- und Schulungsformaten auf gestiegene Risiken hingewiesen und darauf, wie wichtig es ist, dass wir unsere Werte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufrechterhalten. Zugleich hat die Compliance-Organisation die Geschäfte bei konkreten kartellrechtlichen Fragestellungen beraten, etwa im Verhältnis zu Lieferanten und Wettbewerbern. Auch im abgelaufenen Jahr stand der Datenschutz im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben wieder intensiv an der Weiterentwicklung und Digitalisierung unserer Prozesse gearbeitet, unsere Aufbau- und Ablauforganisation weiter ausdifferenziert und unsere Tochterunternehmen europaweit bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben unterstützt. Zum 30. September 2020 waren nahezu 200 Personen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Ein E-Learning-Modul vermittelt der relevanten Zielgruppe gruppenweit alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz. Insgesamt rund 14.500 weitere Mitarbeiter haben im vergangenen Geschäftsjahr den Kurs erfolgreich absolviert.

Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem Verkauf von thyssenkrupp Elevator sowie weiteren M & A-Aktivitäten, auch im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Gruppe.

In weiteren Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite. Zudem stellt sie eine einheitliche Compliance-Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Fachfunktion oder das jeweilige Segment. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die dadurch insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden. Im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp als Unternehmensgruppe nimmt Compliance gemeinsam mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Fachfunktionen eine Adaptierung der Berichterstattung und Zuständigkeiten für die jeweiligen Themenfelder vor.

Weitere Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei Elementen des Compliance-Programms, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiterweltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, gruppenweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Nahezu 4.200 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, die bedingt durch die Corona-Pandemie vermehrt virtuell stattgefunden haben, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden insgesamt, bereinigt um Abgänge, mehr als 107.000 Kurse einschließlich der E-Learning-Formate zu Compliance im Einkauf und zum Datenschutz absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das Whistleblower-System sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, über die sie auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinweisen können.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Unternehmensgruppe - den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Gruppenunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

> 60

thyssenkrupp beschäftigt mehr als 60 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter.

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen in der Unternehmensgruppe entspricht.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 60 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus ca. 260 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Gruppenunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

260

Ca. 260 Compliance-Manager vertreten das Thema Compliance unternehmerisch und fungieren als Sprachrohr in den Geschäftseinheiten weltweit.

Organisatorisch sind zum 1. Januar 2020 die Bereiche Legal und Compliance auf Ebene der thyssenkrupp AG zu einer Funktion zusammengelegt worden. Der Chief Compliance Officer berichtet nun an den General Counsel der thyssenkrupp Unternehmensgruppe und bleibt für die Steuerung des Compliance-Programms und der weltweiten Compliance-Organisation verantwortlich.

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§ 315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage der Gruppe von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf die Gruppe gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. vom UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichtes. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinaus ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage der Gruppe oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Klima, Energie und Umwelt Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht - Regulatorische Risiken - Produktionsrisiken - Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1) Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Mitarbeiter Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht - Produktionsrisiken - Personalrisiken - Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1 ) Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1 )
Achtung der Menschenrechte Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Mitarbeiter Chancen- und Risikobericht - Beschaffungsrisiken Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Compliance Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement Chancen- und Risikobericht - Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken - Beschaffungsrisiken Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen 1 )

1) siehe thyssenkrupp - Gruppe - Bilanz S. 65

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2020 / 2021

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung wurde zum 1. Oktober 2020 das eigenständige Segment Multi Tracks eingeführt, an der sich auch die nachfolgende Ausführung orientiert. Multi Tracks umfasst den Anlagenbau (Plant Technology), das Edelstahlwerk (AST) in Terni (Italien) inklusive der dazugehörigen Vertriebsorganisation, die Antriebs- und Batteriemontage (Powertrain & Battery Solutions), Springs & Stabilizers, die Bereiche Infrastructure und Grobblech, Carbon Components sowie die Beteiligung an unserem ehemaligen Aufzuggeschäft. Mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt "Strategie".

Gesamtaussage

Die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung und die strukturelle Verbesserung unserer Geschäfte wird weiter vorangetrieben. Mit der Definition des Ziel-Portfolios Ende Mai wurde ein klarer Fokus auf industrielles Portfolio und Geschäftsmodelle, wettbewerbsfähige Profitabilität und Cashflow der Geschäfte gelegt. Ein Teil der Erlöse aus der Elevator-Transaktion soll selektiv dort für die Entwicklung und Restrukturierung der Geschäfte eingesetzt werden, wo entsprechende attraktive Zielrenditen erreicht werden können. Weiterhin sollen Finanzverbindlichkeiten entlang ihres Fälligkeitenprofils zurückgezahlt werden. Angesichts der derzeitigen pandemiebedingt unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage werden wir uns bei der genauen Aufteilung der Mittelverwendung aber unverändert größtmögliche Flexibilität bewahren.

Insgesamt ergeben sich derzeit Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäfte aus:

der Unklarheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und möglicher verschärfter Lockdown-Maßnahmen sowie einer "neuen Normalität" nach der Pandemie
dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA - insbesondere nach der Entscheidung bei den Präsidentschaftswahlen
dem möglichen nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
dem Ergebnis der Brexit-Übergangsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas
der hohen Gesamtverschuldung in einigen EU-Staaten, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen, die zu deutlicher Unsicherheit an den Finanzmärkten führen könnte; hierdurch könnte die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte eingeschränkt werden
den anhaltenden strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen - unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte
der Volatilität - auch kurzfristige, teilweise kaum vorhersehbare Schwankungen - und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
dem Strukturwandel in der Automobilindustrie (veränderndes Mobilitätsverhalten, Umstellung Antriebstechnologien, Digitalisierung), der bei einem stärkeren globalen Abschwung schleppender als angenommen verlaufen könnte

Wesentliche Annahmen

Für 2021 unterstellen wir bislang als Grundannahme ein deutliches Wachstum auf globaler Ebene. Hierbei dürfte - je nach Pandemie-Verlauf - in einigen wenigen Ländern (z. B. China) zum Teil bereits das Vorkrisenniveau erreicht werden; in den meisten anderen Ländern, die stark vom Infektionsgeschehen und auch aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur besonders betroffen sind, dürfte dies nicht vor 2023 erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund werden wir im Geschäftsjahr 2020/2021 den Schwerpunkt auf die Restrukturierung und strukturelle Verbesserung unserer Geschäfte sowie Corporate Headquarters legen aber auch gezielt Wachstumsinitiativen weiter fortsetzen. Alle Ziele sind konsequent mit konkreten Maßnahmeplänen zu hinterlegen. Zudem werden wir die im letzten Geschäftsjahr gestarteten "best owner" Konzepte bei Multi Tracks in Richtung eines Abschlusses entwickeln und die Duals Tracks, soweit wertverbessernd, in eine langfristige Zielstruktur bringen. Daneben werden wir auch mit kurzfristigen Maßnahmen den Auswirkungen der Corona-Pandemie u.a. durch Kurzarbeit entgegenwirken.

Die wesentlichen Annahmen zu unseren Märkten, die unserer Prognose zugrunde liegen, finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld". Die entsprechenden Chancen und Risiken im anschließenden "Chancen und Risikobericht". Für unsere Geschäfte erwarten wir im Einzelnen:

Materials Services wird die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben, um in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz zu steigern und unseren Omnichannel-Ansatz konsequent weiter zu verfolgen. Dazu gehört der verstärkte Einsatz unserer künstlichen Intelligenz "alfred" zur besseren Steuerung von Transportwegen und Logistikströmen, der weitere Rollout einer hochmodernen ERP-Plattform sowie der Ausbau der E-Commerce Funktionalitäten unseres B2B Portals. Zudem entwickeln wir gemäß unserer Strategie "Materials as a Service" neue digitale Geschäftsmodelle und Services. Darüber hinaus sollen strukturelle Anpassungen von Organisation und Standortnetzwerk zu einer optimierten Auslastung und damit zu Kostensenkungen führen.

Im Bereich Großwälzlager sollte sich die Nachfrage nach unseren Produkten aus der Energie- bzw. Windbranche trotz auslaufender staatlicher Anreizprogramme in China, die im vergangen Geschäftsjahr zu Vorzieheffekten bei der Nachfrage geführt hatten, auf Vorjahresniveau bewegen. Begleitet wird dies durch strukturelle Maßnahmen, die darauf abzielen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie unsere führende Marktposition zu sichern. Im weltweiten Schmiedegeschäft und bei den Komponenten für Baumaschinen erwarten wir, bedingt durch den zyklischen Marktrückgang und der pandemiebedingt deutlich schwächeren Nachfrage in 2020, für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 eine moderate Erholung der Nachfrage. Bei den Nutzfahrzeugen >6t erwarten wir, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, eine gemäßigte Normalisierung der Nachfrage, im Bereich der Industriekomponenten eine leichte Steigerung. Unterstützt wird dies durch konsequente Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und Steigerung der Produktivität in allen Regionen.

Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwarteten wir 2021 nach dem pandemiebedingten Rückgang voraussichtlich um 17 % in 2020, eine Produktion die jedoch weiterhin deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus bleibt. Der westeuropäische und der nordamerikanische Markt dürfte in 2021 Anzeichen einer Erholung zeigen und auf Basis des deutlich verminderten Marktniveaus jeweils rund 20 % zulegen. Im weltgrößten Markt China erwarten wir trotz positiver Entwicklung im Jahresverlauf 2020, nach Pandemieauswirkungen auf das erste Kalenderquartal 2020, einen Pkw-Absatz unter Vorjahresniveau. Die Erholungstendenz wird sich fortsetzen und dürfte in 2021 zu einem leichten Wachstum auf dem chinesischen Markt führen. Der zunehmende Trend zur Elektromobilität sollte sich auch positiv auf die Nachfrage nach unseren ChassisKomponenten sowie entsprechend hochwertigeren Stahlgüten auswirken.

In 2021 dürfte die weltweite Stahlnachfrage um rund 4 % zulegen. Dabei wird für den chinesischen Markt eine Stabilisierung unterstellt, nachdem er im Vorjahr noch mit einem Wachstum von 8 % einen deutlicheren Rückgang des Weltstahlbedarfes aufgefangen hatte. Die insgesamt positive Perspektive für 2021 wird allerdings von einer hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie getrübt. Darüber hinaus stellen die weltweiten Überkapazitäten und der Protektionismus weiterhin ein hohes Risiko dar. Für den zu erwartenden Aufwärtstrend im europäischen Stahlmarkt bleibt zudem die Importentwicklung eine Herausforderung. Gleichzeitig setzen wir die Transformation hin zur Produktion von "grünem Stahl" mit Nachdruck fort.

Nach dem pandemiebedingten Einbruch im Frühjahr 2020 erwarten wir bei Steel Europe, ausgehend von einem niedrigen Niveau, eine vorsichtige Verbesserung der Geschäftsentwicklung im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 / 2021 infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau sollte sich dabei jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.

Bei Marine Systems verfügt der Überwasser-Schiffbau aus unserer Sicht über einen sehr erfreulichen Auftragsbestand. Gleichzeitig verhandeln wir mit Deutschland und Norwegen über ein U-BootProgramm. Im Unterauftrag der italienischen Werft Fincantieri sind wir weiterhin in einem vielversprechenden Angebotsprozess über ein italienisches U-Boot-Programm. Beide Auftragseingänge erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 / 2021. Das Programm zur Performance-Steigerung wird weiter vorangetrieben und zeigt bereits gute Erfolge.

Für den größten Bereich unseres Segments Multi Tracks - Plant Technology - zeigten sich ab dem 2. Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres die Auswirkungen der Pandemie, darunter Verzögerungen von Auftragsvergaben und laufenden Projekten, Kostensteigerungen für Projektlogistik und Qualitätssicherung oder geringere Auslastung der Engineering-Kapazitäten. Diese Einflüsse sollten im laufenden Geschäftsjahr abnehmen. Das Service-Geschäft erweist sich nach wie vor als robust. Des Weiteren erwarten wir eine verbesserte Qualität der Projektabwicklung in allen Geschäftsbereichen und positive Effekte aus dem weiteren Hochlauf der Kosteneinsparungsmaßnahmen.

Erwartung 2020/2021

Vor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten und der damit eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit insbesondere bei unseren zyklischeren Geschäften mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge halten wir - trotz der erwarteten sichtbaren strukturellen Verbesserung unserer Geschäfte - einen insgesamt vorsichtigen Blick auf das Geschäftsjahr 2020 / 2021 für angemessen und formulieren unsere Prognose in entsprechenden Bandbreiten.

Ab dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 wurde die Definition für das Bereinigte EBIT angepasst. Es erfolgt eine engere Definition von Sondereffekten durch eine striktere Orientierung an der Behandlung gemäß IFRS. Bereinigt werden zukünftig Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen sowie Veräußerungsgewinne bzw. -verluste.

Zur Berücksichtigung der daraus entstehenden Effekte, sowie der neuen Gruppenstruktur mit dem Segment Multi Tracks, wurden die Referenzwerte für das Vorjahr für den Umsatz der einzelnen Segmente sowie das Bereinigte EBIT der Gruppe sowie der Segmente pro-forma ermittelt.

Die Referenzwerte des Vorjahres der Gruppe beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Die Prognose unterstellt keine Effekte aus möglichen Portfoliomaßnahmen.

Der Umsatzprognose liegen die im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" angegebenen Marktprognosen zugrunde. Das Wachstum des BIP für 2021 in den für uns u.a. wichtigen Regionen Deutschland, USA und China wird bei 3,9 %, 3,5 % bzw. 7,1 % erwartet. Diese Marktprognosen sind vor derzeit noch nicht absehbaren möglichen Auswirkungen der zweiten Welle der Corona-Pandemie getroffen worden.

Der Umsatz wird - insbesondere in Abhängigkeit der auch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie bestimmten Erholung des weltweiten Automobilmarkts mit Einfluss auf unsere Geschäfte mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge - im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, jedoch nach unseren Erwartungen noch deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie bleiben (Vorjahr: 28,9 Mrd €).

Für das Bereinigte EBIT rechnen wir mit einer signifikanten Verbesserung jedoch weiterhin mit einem Verlust im mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -1,8 Mrd €). Diese Verbesserung erfolgt im Wesentlichen aufgrund deutlicher struktureller Fortschritte in allen Geschäften sowie in Abhängigkeit der stark von der Marktentwicklung bedingten Umsatzentwicklung.

Dabei werden Multi Tracks mit einem Verlust im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -593 Mio €) und Steel Europe mit einem negativen Betrag im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich belasten (Vorjahr: pro forma -820 Mio €).

Bei Materials Services erwarten wir eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBITs auf einen wieder positiven Wert (Vorjahr: pro forma -85 Mio €). Neben strukturellen Verbesserungen und Wegfall belastender Einmaleffekte unterstützt eine deutliche Mengensteigerung, ausgehend von einem niedrigen Niveau. Eine Rückkehr der Mengen zum Vorkrisenniveau sollte sich jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.
Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt einen leichten Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein stabiles bis leicht steigendes Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 2,1 Mrd €, pro forma Bereinigtes EBIT: 139 Mio €). Unterstützend wirken dabei insbesondere die Markterholung im Schmiedegeschäft und die weiterhin robuste Nachfrage bei den Großwälzlagern.
Bei Automotive Technology erwarten wir, bei einer robusten Umsatzentwicklung (Vorjahr: pro forma 4,1 Mrd €), eine Erholung des Bereinigten EBIT auf einen wieder positiven Wert im mittleren bis hohen 2-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma -166 Mio €). Dies folgt im Wesentlichen aus dem steigenden Beitrag der neuen Werke und Projekte, fortgesetzten Effizienzmaßnahmen sowie geringerer Abschreibungen.
Bei Steel Europe erwarten wir eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBITs, jedoch weiterhin im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich negativ (Vorjahr: pro forma -820 Mio €), resultierend aus strukturellen Verbesserungen infolge der Umsetzung der Strategie 20-30, die interne strukturelle Nachteile aber auch in der Stahlindustrie allgemein adressiert, geringerer Abschreibungen sowie einer deutlichen Mengenerholung, ausgehend von einem niedrigen Niveau. Eine Rückkehr der Mengen zum Vorkrisenniveau sollte sich jedoch erst in den Folgejahren wieder einstellen.
Bei Marine Systems erwarten wir, bei einem deutlichen Umsatzanstieg, ein höheres Bereinigtes EBIT (Vorjahr, Umsatz: 1,8 Mrd €, pro forma Bereinigtes EBIT: 20 Mio €). Dabei unterstützen auch höhere Ergebnisbeiträge der neuen Projekte und Verbesserung in der Projektabwicklung.
Für die unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte erwarten wir insgesamt eine stabile Umsatzentwicklung (Vorjahr: pro forma 5,5 Mrd €) sowie eine signifikante Verbesserung des Bereinigten EBIT auf einen Verlust im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich (Vorjahr: pro forma Bereinigtes EBIT -593 Mio €).

Wesentlicher Treiber der erwarteten Ergebnisverbesserung ist dabei Plant Technology mit einer Entwicklung des Bereinigten EBIT in Richtung eines ausgeglichenen Wertes. Neben einer verbesserten Projektabwicklung und höhermargigen Projekten in Abrechnung unterstützt das Wachstum im margenstarken Service-Geschäft sowie anhaltenden Kostenmaßnahmen auch in der Verwaltung (Vorjahr: pro forma -250 Mio €).
Für Corporate Headquarters werden wir den Umbau hin zu einer schlanken Holding-Struktur weiter vorantreiben und rechnen im Geschäftsjahr mit geringeren Kosten (Vorjahr: pro forma Bereinigtes EBIT -221 Mio €).

Im Zuge der Umsetzung der strukturellen Verbesserung erwarten wir aus den erforderlichen Restrukturierungen Aufwendungen (Sondereffekte) in Höhe eines mittleren 3-stelligen Millionen-€-Betrags.

Trotz der deutlichen operativen Verbesserungen sowie dem Entfall der Wertberichtungen auf langfristige Vermögenswerte aus dem Vorjahr erwarten wir einen signifikanten Jahresfehlbetrag von über -1 Mrd € (Vorjahr: -5,5 Mrd €).

Die Investitionen werden sich voraussichtlich über Vorjahresniveau bewegen (Vorjahr: 1.440 Mio €). Höhere Investitionen bei Steel Europe im Zusammenhang mit der Stahlstrategie 20-30 bei in Summe weitgehend stabilen Investitionen in den übrigen Geschäften. Die Freigabe der Investition wird dabei, insbesondere infolge des unsicheren Umfeldes, restriktiv erfolgen.

Den Free Cash Flow vor M & A erwarten wir infolge operativer Verbesserungen in allen Segmenten, dem Entfall der Belastung aus der Normalisierung des Nettoumlaufvermögens, dem Entfall des Bußgeldes im Kartellverfahren bei Steel Europe, anhaltenden Auszahlungen für Restrukturierungen im niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich sowie in Abhängigkeit von Zuflüssen des Auftragseingangs und Zahlungsprofils von Projekten bei Marine Systems und im Anlagenbau (Multi Tracks) signifikant besser, jedoch weiterhin negativ im Bereich um die -1,5 Mrd € (Vorjahr: -5,5 Mrd €). Dabei werden Multi Tracks mit einem Betrag in niedrigen bis mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich und Steel Europe mit einem negativen Betrag im niedrigen 3-stelligen Millionen-€-Bereich belasten.

Der tkVA, der im Vorjahr maßgeblich von der Aufzugtransaktion profitierte, wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte unter Vorjahr erwartet (Vorjahr, Gruppe: 9,1 Mrd €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung

Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen aus der strategischen Neuausrichtung der Gruppe. Deren Ziel ist, die Leistungsfähigkeit von thyssenkrupp entscheidend zu verbessern und die Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.

Chancenmanagement-Prozess

Im jährlichen Planungsprozess beschreiben die Segmente auch Bandbreiten für ihre Ergebnis- und Liquiditätsziele (Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A), bezogen jeweils auf das folgende Geschäftsjahr. In diesen Werten sind die Chancen und Risiken ihrer Geschäfte berücksichtigt. Chancen und Risiken sind somit Gegenstand der Planungsgespräche mit dem Vorstand. Bei der Abschätzung der Chancen und Risiken spielen unter anderem strategische Faktoren eine Rolle, beispielsweise Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise auch noch weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht. In der unterjährigen, monatlichen Berichterstattung stellen die Segmente die Hochrechnung für das Ergebnis und für die Liquidität sowie die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr jeweils aktualisiert dar. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger der Gruppe eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Segmente und Geschäftsführungen der Unternehmen bis hin zu den Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung vor Ort. Die Rollen und Verantwortlichkeiten sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung in der Gruppe gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Chancen der Gruppe

Chancen ergeben sich durch die Transformation zu einer leistungsstarken "Group of Companies".

Chancen ergeben sich für die Gruppe, wenn wir unsere Transformation hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen.

Als international aufgestellte Unternehmensgruppe mit weitgehend selbständigen Industrie- und Technologiegeschäften möchten wir mit unserem umfassenden Technologie-Know-how hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unter einer starken Dachmarke sehen wir Chancen, mit unseren Produkten und Services einen wichtigen Beitrag für eine bessere und nachhaltige Zukunft leisten. Unser Markenversprechen bringen wir in unserem Claim "enginering.tomorrow.together." auf den Punkt. Näheres erfahren Sie im Kapitel "Profil und Organisation."

Unser Ziel ist es, den Geschäften den Spielraum zu geben, sich bestmöglich auf ihre Kunden und ihre Märkte zu konzentrieren und damit erfolgreich am Markt agieren zu können. Wir wollen ein unternehmerisches Klima stärken, das Entscheidungen beschleunigt, Effizienzen steigert und den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet mehr unternehmerische Freiheit in den Geschäften, aber auch mehr Eigenverantwortung, und ermöglicht Chancen, das zukünftige Wertsteigerungspotenzial unserer Geschäfte besser zu heben.

Die konsequente Umsetzung einer Performance-Kultur und die entsprechende Fokussierung auf wertschaffende Investitionen bringt Chancen mit sich, unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Dies wird unterstützt durch unsere Restrukturierungen in verschiedenen Geschäften sowie Portfoliomaßnahmen, wobei wir uns bei thyssenkrupp auf Geschäfte in attraktiven Märkten und mit guten Zukunftsaussichten konzentrieren.

Chancen können sich aus strategischen Portfolioentscheidungen ergeben. Aufgrund der spezifischen Markt- und Branchensituation bei Steel Europe sowie bei Marine Systems wird thyssenkrupp daher neben Maßnahmen zur Steigerung der Performance für eine Stand-alone-Entwicklung im Unternehmen parallel auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen verfolgen. Im neuen Segment Multi Tracks werden Geschäfte, für die sich das Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen künftig nicht allein als der beste Eigentümer sieht, separat geführt. Über weitere Einzelheiten unserer Unternehmensstrategie und die damit verbundenen Chancen informieren wir Sie ausführlich im Kapitel "Strategie".

Wir sind der Überzeugung, dass thyssenkrupp für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, mit hoher Produktqualität steht und dass viele unserer Anlagen zudem weltweit Standards im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltschutz setzen. In diesem Zusammenhang sehen wir Chancen insbesondere durch die Umsetzung unserer Wasserstoffstrategie. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt und neue Produkte, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle entstehen. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte in den einzelnen Geschäften und deren Chancen berichten wir im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Gruppe. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur mit Verzögerung oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Geschäfte

Allen Geschäften bieten sich operative Chancen in ihren spezifischen Märkten.

Materials Services - Bei Materials Services stehen - wie der Name schon sagt - Dienstleistungen im Zentrum des Geschäftsmodells; auch unser strategischer Ansatz "Materials as a Service" unterstreicht den Charakter unseres zentralen Produkts in diesem Segment. Da Produzenten und Verarbeiter sich in einem zunehmend unsicheren Marktumfeld immer mehr auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und gleichzeitig der Digitalisierungsgrad im Markt stetig steigt, werden die Lösungen, die Materials Services sowohl im Bereich Anarbeitung als auch beim Supply Chain Management anbieten kann, ebenfalls immer komplexer. Dadurch profitiert Materials Services gleich doppelt, denn sowohl die Profitabilität als auch das Marktwachstum solcher Dienstleistungen ist im Durchschnitt höher als im klassischen Distributionsgeschäft.

Chancen ergeben sich für das Segment zum einen durch sein spezifisches Markt- und Branchenwissen. Zum anderen kann das Segment dank seines weltweiten Netzwerks innerhalb der Gruppe Prozesse und Systeme im Werkstoffhandel weiter standardisieren und so sein Geschäft systematisch ausbauen. Weitreichende Chancen ergeben sich zudem durch die konsequente Kundenorientierung von Materials Services.

Insbesondere im Supply Chain Management eröffnen sich für Materials Services aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - etwa wenn Materials Services die Steuerung mehrerer Zulieferer übernimmt und dadurch sicherstellt, dass die richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Für Materials Services eröffnen sich durch die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die konsequente Weiterentwicklung der Omnichannel-Architektur: Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen des Segments, und zwar jeden Tag rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran: Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz sollen die Prozesse auf allen Stufen der Supply Chain flexibler gestaltet werden, um so beispielsweise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem möchte Materials Services mit der Einführung hochmoderner Digitallösungen die Durchlaufzeiten von Aufträgen verkürzen, die Lagerlogistik optimieren und den Weg für neuartige Supply-Chain-Services ebnen.

Als eine Antwort auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sind bei Material Services vernetztes digitales Arbeiten sowie interaktive Prozesse in allen Geschäftsbereichen - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung -weiter intensiviert worden. Dadurch ergeben sich auch Chancen für die Projektabwicklung, unter anderem durch die vermehrte Nutzung agiler Methoden. Darüber hinaus arbeitet Materials Services an digitalen Lösungen, aus denen sich neue Geschäftsmodelle ergeben. Ein Beispiel ist das Recycling von Stahl, wo wir ein Joint Venture mit einem externen Partner gegründet haben.

Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um die Kosten- und Ergebnissituation des Segments weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation im gesamten Segment, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Windenergiemarktes (onshore und offshore) positive Wachstumsperspektiven. Der Trend hin zu größeren Anlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen. Kurzfristig kann das Auslaufen staatlicher Anreizprogramme in China, die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 aufgrund von Vorzieheffekten zu einer Sonderkonjunktur geführt hatten, eine rückläufige Nachfrage nach Windenergiekomponenten im chinesischen Markt bedingen. Mittel- und langfristig bleibt der Wachstumstrend jedoch bestehen, nicht zuletzt aufgrund der stetig steigenden Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien. Für die sonstigen Anwendungsbereiche unserer Großwälzlager gehen wir von einem sehr moderaten Wachstum aus. Chancen bestehen darin, dass sich die Konjunktur in diesen Anwendungsbereichen schneller erholt als angenommen.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung des weltweiten Schmiedegeschäfts (Forged Technologies) hängt wesentlich von der Entwicklung des weltweiten Lkw-Marktes (insbesondere Class-8-Trucks) und des Baumaschinensektors ab. Sollte sich das Umfeld in den genannten Branchen stärker erholen als erwartet, bestehen Chancen, die Prognosen moderat zu übertreffen.

Automotive Technology - Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung werden mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2020 / 2021 die Business Units Springs & Stabilizers sowie die Bereiche Battery Solutions und Powertrain Solutions aus der Business Unit System Engineering in den neu geschaffenen Bereich Multi Tracks überführt.

Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology hängt wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und der individuellen Mobilität ab. Die mittelfristigen Prognosen zeigen hier, unabhängig von den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie, einen steigenden Bedarf. Im Zuge der gegenwärtigen Transformation der Automobilbranche werden Größe und Technologieführerschaft zunehmend zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor im Wettbewerb.

Neben weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Performance und Wettbewerbsfähigkeit wird Automotive Technology dem Branchentrend folgend auch strategische Optionen zur Weiterentwicklung des Zuliefergeschäfts durch Allianzen und Entwicklungsgemeinschaften prüfen, bewerten und selbstständig weiterverfolgen.

Automotive Technology ist nach unserer Überzeugung in der Lage, die künftigen Kundenanforderungen zu erfüllen. Grundlage dafür sind weitere Investitionen, eine verstärkte Standardisierung im Bereich Forschung und Entwicklung, neue Produkte und eine stärkere Vernetzung der Produktionsstandorte.

Als Entwicklungspartner für Komponenten, Module und Systeme sind wir weltweit vertreten. Den globalen Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, möchten wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien möchten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik bieten und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem beziehungsweise autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

Sollte sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - besser entwickeln als erwartet, besteht die Chance, dass wir unsere Prognosewerte für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen. Dies gilt insbesondere, falls sich das Marktumfeld nach den Einbrüchen infolge der Corona-Pandemie schneller erholt als erwartet.

Weitere Chancen ergeben sich, falls wir mit den Effizienzsteigerungsprogrammen, die wir konsequent verfolgen, noch höhere Einsparungen erzielen als erwartet.

Steel Europe - Das Segment Steel Europe ist auf den Markt des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert; dessen Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur ab.

Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen unserer Kunden, neuer Marktentwicklungen und struktureller Probleme im Markt haben wir bereits im vorigen Jahr mit der Ausarbeitung der Strategie 20-30 begonnen. Im Projektzeitraum bis 2030 wollen wir das durchschnittliche Jahres-EBIT um über 600 Mio € steigern. Schwerpunkte der Strategie - die sich seit Mitte Juli 2020 in der Umsetzung befindet - sind eine konsequente Ausrichtung auf attraktive Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten, eine verbesserte Produktionsperformance und Produktqualität sowie eine klimaneutrale Stahlproduktion. Die forcierte digitale Transformation des Unternehmens bietet Chancen, interne Prozesse weiter zu verbessern und neue digitale Geschäftsmodelle entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren. Zusätzlich werden mit der Strategie 20-30 weitere kurz- bis mittelfristige Performancemaßnahmen konsequent vorangetrieben, um die Ertragskraft des Unternehmens zu stärken. Wenn wir diese Maßnahmen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

In Vorbereitung auf die Umsetzung der Strategie 20-30 ist zum 1. Mai 2020 eine neue Organisation eingeführt worden. Im Verlauf des Projekts sollen durch umfangreiche, zum Teil bereits angestoßene Neu- und Erhaltungsinvestitionen gezielt Marktpotenziale erschlossen und gleichzeitig die Umsetzung kostensenkender struktureller Maßnahmen ermöglicht werden. Den Auftakt bildet der Bau eines zusätzlichen Hubbalkenofens im Warmbandwerk 2 in Duisburg, mit dem eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen, zum Beispiel für die Außenhaut von Autos, erreicht werden soll. Die Fertigstellung der Anlage ist für 2022 geplant. Weitere Chancen eröffnen sich in der Elektromobilität. Hier wird voraussichtlich der Bedarf an hochwertigem Elektroband steigen, dessen Erlösstruktur attraktiv ist. Insgesamt werden Investitionen in diesem Geschäftsfeld unsere Markt- und Wettbewerbsposition hinsichtlich Technologie und Qualität deutlich stärken.

Wenngleich die Corona-Pandemie unser aktuelles Tagesgeschäft massiv belastet, bleibt die Strategie 20-30 die richtige Antwort auf die aktuellen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Transformation hin zur Klimaneutralität bietet große Chancen. Wir wollen im Jahr 2022 die ersten nennenswerten Tonnagen an Stahl, die CO2-frei produziert wurden, dem Markt anbieten können. Dies soll durch das Einblasen von Wasserstoff an einem Hochofen realisiert werden. Durch weitere technische Maßnahmen und Investitionen sollen diese Mengen in Zukunft deutlich ausgeweitet werden. Der zukünftig zunehmende Bedarf an Wasserstoff kann durch verschiedene Projekte und Initiativen gedeckt werden. Dazu findet ein unternehmensübergreifender Austausch mit unterschiedlichen Akteuren statt.

Marine Systems - Die nationalen und internationalen Märkte für unser Marinegeschäft - das insbesondere konventionelle U-Boote und Fregatten/Korvetten umfasst - bieten trotz des weltweit unsicheren wirtschaftlichen Umfelds weiterhin gute Perspektiven. Vor allem im Überwasserschiffbau konnte Marine System seine Marktposition durch gewonnene Großaufträge in den Geschäftsjahren 2018 / 2019 und 2019 / 2020 stärken. Insbesondere aus dem Fregatten-Auftrag für die brasilianische Marine ergeben sich gute Chancen für Marine Systems, Folgeaufträge von Kunden in Südamerika zu erhalten und unsere Marktposition dort weiter auszubauen, sowohl im Neubau als auch im Servicegeschäft.

Wir erwarten, dass sich zusätzliche Chancen aufgrund der angelaufenen Umsetzung des Standortkonzepts in Kiel mit flexibler Fertigungsinfrastruktur ergeben, aber auch durch die weit fortgeschrittene Harmonisierung der Geschäftsprozesse unserer Werftstandorte durch Einbeziehung der Kompetenz der Marine-Elektronik. Wenn wir diese Optimierungen schneller als erwartet umsetzen können, bestehen auch Chancen, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen.

Multi Tracks - Um die Wettbewerbsfähigkeit im Großanlagenbau weiter zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten zu nutzen, möchten wir sowohl unsere Produkte als auch die Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich standardisieren und optimieren. Unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme wollen wir durch den weiteren Ausbau innovativer und umweltfreundlicher Technologien sichern.

Im Chemieanlagenbau bestehen Chancen mittelfristig dort, wo wir in neue Märkte eintreten (z.B. Wasserelektrolyse). Weitere Chancen ergeben sich durch den kontinuierlichen Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen möchten wir nutzen und mit entsprechenden Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder erschließen.

Zudem haben wir Initiativen zur Steigerung der Profitabilität gestartet. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Reduzierung der Verwaltungs- und Materialkosten sowie eine Verbesserung der Projektabwicklung.

Die Geschäftsentwicklung von AST als europäischem Produzent von hochwertigem EdelstahlFlachstahl wird zu einem großen Teil von der Konjunktur und der Handelspolitik der Europäischen Union beeinflusst. In diesem herausfordernden Marktumfeld forcieren wir zunehmend die Marktdurchdringung im Endkundengeschäft. Insgesamt aber sehen wir die besten Chancen für AST -wie für die anderen unter Multi Tracks zusammengefassten Geschäfte auch - außerhalb von thyssenkrupp. Derzeit werden daher alle Optionen im Zusammenhang mit Partnerschaften oder einem Verkauf der einzelnen Geschäfte geprüft.

Die Chance, dass das Segment Multi Tracks die Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft, besteht. Voraussetzung ist, dass sich das relevante Markt- und Branchenumfeld in den verschiedenen Geschäften, die Ergebnisse unserer Performance-Programme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist es ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken in der Gruppe gesorgt. Aus heutiger Sicht und mit Vollzug der Elevator-Transaktion am 31. Juli 2020 sowie dem damit verbundenen signifikanten Liquiditätszufluss liegen weiterhin keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn Erfolg als Unternehmen zu haben setzt voraus, dass wir nicht nur die Chancen wahrnehmen, sondern auch die damit verbundenen Risiken erkennen und bewerten und dass alle Mitarbeiter diese Risiken bestmöglich steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind grundsätzlich zu vermeiden.

Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung in GRC-Policy festgelegt

In unserer "Governance, Risk and Compliance Policy" (GRC-Policy) haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert. Außerdem haben wir in der GRC-Policy die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze der Gruppe als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, gruppenweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild von thyssenkrupp und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Weitere Ziele des Risikomanagements bei thyssenkrupp sind, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen in der Gruppe transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richten es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnen es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Verantwortlichkeiten der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie der Erklärung zur Unternehmensführung entnehmen. Alle weiteren Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Group Regulation "Risikomanagement" einheitlich und verbindlich definiert.

Das Risikomanagement umfasst gruppenweit einheitliche Teilprozesse und folgt standardisierten Prozessvorgaben.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir in der ganzen Gruppe implementiert; wir entwickeln sie bei neuen Anforderungen fortlaufend weiter.

Die organisatorische Verankerung des Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung beziehungsweise im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Segmente. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese gruppenweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Einheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, um die Risikoinventur durchzuführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus und umfasst den gesamten dreijährigen operativen Planungszeitraum; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein in der Gruppe flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im gruppenweiten Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden unverzüglich an die RisikomanagementVerantwortlichen berichtet und zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation der Gruppe informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten aber nicht systematisch ausschließen.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement beinhaltet Top-down- und Bottom-up-Elemente.

Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden von der Gruppe zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Risiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- beziehungsweise Risiko- und Compliance-Verantwortlichen der Gruppe teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse bei thyssenkrupp zu verbessern.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere gruppenweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen dazu bei, das Risikomanagementsystem effizient zu überwachen, und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken in der Gruppe weiter verbessern können.

Risikobewertung

Die Risikobewertung folgt klar definierten Kriterien.

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Risikomanagements der Gruppe einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Sollten Ergebnis- und Liquiditätsperspektive bei einzelnen Risiken abweichen, fließt die jeweils höhere Bewertung in die Gesamt-Risikobewertung ein. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß dieser Systematik in die Bewertungskategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" einordnen.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Für alle Risiken sind Maßnahmen zur Risikosteuerung hinterlegt.

Alle konsolidierten Unternehmen sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und andere gruppenweit relevante Richtlinien von thyssenkrupp verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Geschäfte" in diesem Kapitel entnehmen.

Risikotransfer

Die interne Versicherungsabteilung managt den Risikotransfer.

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Unternehmen der Gruppe versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.

Für alle Unternehmen der Gruppe gelten verbindliche Standards, damit die Risikoprävention stets ein angemessen hohes Niveau erreicht. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen der Unternehmensgruppe unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem reduziert prozessuale Risiken.

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern.

Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Gruppenabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Gruppensystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Rechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko betrügerischer Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Zentralfunktion "Controlling, Accounting & Risk" ist fachlich für die Erstellung des Gruppenabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Eigene thyssenkrupp Dienstleister unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Risiken aus operativer Tätigkeit

In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab.

Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.

Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie wird die Geschäftsentwicklung erheblich beeinflussen.

Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von extrem hoher Unsicherheit geprägt. Insbesondere der weitere Verlauf der Corona-Pandemie birgt erhebliche Risiken, da das Infektionsgeschehen in für uns wichtigen Regionen dynamisch verläuft und weitere Infektionswellen und deren Verlauf nicht verlässlich abgeschätzt werden können. Mögliche neue Lockdown-Maßnahmen können alle unsere Geschäftsaktivitäten belasten und die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen erheblich beeinträchtigen.

Darüber hinaus ergeben sich konjunkturelle Risiken aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine mittelfristig stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen.

Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über die Modalitäten des Brexits. Diese Unsicherheit könnte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der EU.

Risiken bestehen auch dadurch, dass die Verschuldung in den vergangenen Jahren sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen ist. Die zahlreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie-Folgen könnten diese Entwicklung noch verstärken.

Wenn sich die Konjunktur aufgrund der genannten und gegenüber dem Vorjahr noch verstärkten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickeln sollte, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp weiterhin als "hoch" einzuschätzen.

Ein Worst-Case-Szenario berücksichtigt insbesondere konjunkturelle Risiken im Falle einer verschärften Entwicklung der Corona-Pandemie.

Die Konjunkturentwicklung und die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in einem im Planungsprozess integrierten Worst-Case-Szenario die Effekte geringerer Wachstumsraten für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".

Aus nationalen oder internationalen Regulierungen können sich Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben.

Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als "mittel" ein.

In unseren energieintensiven Geschäften sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten entsprechende Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich in diesem Zusammenhang insbesondere für Steel Europe ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzielle Risiken werden durch zentral gesteuerte Maßnahmen begrenzt.

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb der Gruppe zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Finanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert dabei Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Tochterunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Weitere Details berichten wir im Anhang (Nr. 22).

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht an die Einzelgesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir gruppenweit einheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Tochterunternehmen Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist, das Zinsänderungsrisiko aus Geldanlagen und -aufnahmen zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als "gering" zu bewerten.

Bei Wertberichtigungsbedarf bilden wir entsprechende bilanzielle Vorsorgen.

Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung unserer Geschäfte entscheidend, in der sie sich bestmöglich entwickeln können. Entsprechend prüfen wir, was die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon ist. In diesem Zusammenhang sind Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf die Notwendigkeit von Wertberichtigungen hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir nach den zum 30. September 2020 erfolgten Wertberichtigungen als "mittel" bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability-Driven Investment).

Weiter sinkende Zinssätze bedeuten im Zusammenhang mit der Bewertung der Pensionsrückstellungen ein bilanzielles Risiko.

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Noch weiter sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen würden dazu führen, dass die Pensionsrückstellungen weiter ansteigen und das Eigenkapital stärker belastet wird.

Zusätzliche Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen beziehungsweise können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartellverstöße und Korruption sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. In der thyssenkrupp Gruppe werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines SoftwareTools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten RisikomanagementProzesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob diese begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Intensive Begleitung von gerichtlichen und außergerichtlichen Rechtsstreitigkeiten.

Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).

Ein striktes Compliance-Programm beugt potenziell hohen Schäden bei Kartellverstößen und Korruption vor.

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken von Kartellverstößen und Korruption, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden.

Zu den Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als "hoch" ein.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Risiken in der Lieferkette werden kontinuierlich beobachtet.

Beschaffungsrisiken - Um unsere hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen oder Transportwege für Rohmaterial eingeschränkt sein, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten in allen Geschäften daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei einer verschärften Entwicklung der Corona-Pandemie oder anderen ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit regelmäßigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als "mittel" ein.

Betriebsunterbrechungen beugen wir durch Instandhaltung sowie Anlageninvestitionen vor und sichern so die Vertragserfüllung gegenüber unseren Kunden.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf eigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung unserer Geschäfte auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Unternehmensgruppe mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind.

Im Qualitätsmanagement haben die Anforderungen unserer Kunden Priorität.

Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehende Risiken schätzen wir als "gering" ein; ihnen begegnen wir mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen und bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.

Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.

Auftragsrisiken - Zu den zentralen Herausforderungen insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft gehört die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Bearbeitungsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir - unter Berücksichtigung bereits getätigter Risikoreduzierungen - im Berichtsjahr zurzeit zusammengenommen als "mittel". Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Erfahrene Projektmanager helfen, Risiken in der Abwicklung von Großaufträgen zu minimieren.

Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss sorgfältig die Bonität unserer Kunden und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Cyber-Risiken bleiben eine permanente Herausforderung.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Gesellschaften und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung komplette Wertschöpfungsketten verändern.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe segmentübergreifend arbeitender EDVSicherheitsfachleute unterstützend; diese wird kontinuierlich ausgebaut. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Ein sehr wichtiges Thema ist für uns auch die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass durch eine entsprechende technische Unterstützung die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen gewährleistet ist.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten der Gruppe stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen bei thyssenkrupp sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Pandemiebedingt kann es zu vorübergehenden Personalengpässen kommen.

Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, entsprechende Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation der Gruppe kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Pandemiebedingt kann es darüber hinaus zu vorübergehenden Personalengpässen kommen, wobei der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter für uns höchste Priorität hat. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt als "gering" ein, wobei die konjunkturellen Risiken aus der Corona-Pandemie im Cluster "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" berücksichtigt sind.

thyssenkrupp positioniert sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an die Gruppe. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Operative Risiken der Geschäfte

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie wird deutlich, dass strategische Partnerschaften mit unseren Lieferanten essenziell wichtig für die Stabilisierung des Beschaffungsprozesses sind - denn die schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist und bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.

Materials Services reduziert konjunkturell bedingte Risiken durch ihre Präsenz auf allen Kontinenten.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unseren hohen Diversifizierungsgrad und unsere breite Kundenbasis - bezogen zum einen auf die Gesamtzahl unserer Kunden, zum anderen aber auch auf deren Geschäftszweige. Dadurch können wir gerade in der aktuellen Krisensituation Nachfragerückgänge und gegebenenfalls Produktionsstopps bei einzelnen Kunden abfedern, sodass sich eine signifikante Risikostreuung ergibt.

Mit unseren Kostensenkungsmaßnahmen steigern wir die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Segments. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Digitalisierungsaktivitäten rund um Werkstoffe und Dienstleistungen.

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement. Die Bedeutung dieser Instrumente nimmt in der aktuellen Wirtschaftskrise aufgrund der Corona-Pandemie zu.

Industrial Components - Für unser Geschäft mit Großwälzlagern ergeben sich Nachfragerisiken im Bereich Windenergie durch die Abhängigkeit von nationalen Programmen, die Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau unsere aktuellen Wachstumsziele in diesen Märkten gefährden. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Höhere als vorhergesehene Faktorkostensteigerungen, insbesondere beim Vormaterial, könnten sich negativ auf die Ergebnismargen auswirken. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Um die genannten Preisrisiken zu begrenzen, investieren wir außerdem in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.

Sollte sich infolge der Corona-Pandemie eine Erholung der Nachfrage im weltweiten Lkw- und Baumaschinen-Markt nicht einstellen, besteht für Industrial Components das Risiko, die Prognosewerte für sein Schmiedegeschäft nicht zu erreichen. Weitere allgemeine Risiken betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Letztlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie und damit zum Beispiel auch unseren Schmiedestandort in Deutschland vor große Herausforderungen.

Automotive Technology - Die Entwicklung von Automotive Technology ist direkt an die weltweite Entwicklung der Automobilmärkte gekoppelt. Aktuell befindet sich die Weltwirtschaft in einer Rezession, deren Ende derzeit nicht prognostizierbar ist.

Unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang besetzen wir weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Dem begegnen wir mit der Entwicklung alternativer Produkte in neuen Geschäftsfeldern.

Für unsere Kernmärkte erwarten wir nach einem erheblichen Marktrückgang im laufenden Geschäftsjahr für 2020 / 2021 eine leichte Erholung.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie bestehen weiterhin erhebliche Risiken aufgrund neuer Infektionswellen und weiterer Lockdown-Maßnahmen, insbesondere in unseren Kernmärkten Europa, USA und China. Sollten diese Risiken eintreten, werden wir unter anderem das Instrument der Kurzarbeit nutzen, um unseren qualifizierten Mitarbeiterstamm zu erhalten.

Risiken für Automotive Technology können aus künftigen Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen.

Zusätzliche Risiken können aus künftigen weiteren Beschränkungen des multinationalen Handels entstehen, etwa Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile. Mit Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen und einer Verstärkung der internationalen Präsenz (Lokalisierung) wirkt Automotive Technology der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse, hohe Wettbewerbsintensität, weiter zunehmenden Preisdruck und die technologische Transformation Richtung Elektromobilität. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen.

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen. Neben dem Preisrisiko sehen wir auch Risiken aus Störungen in der Lieferkette. Insbesondere bei der Beschaffung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität sowie Ausbringungsprobleme zu erheblichen Belastungen führen. Diesem Risiko wirken wir durch ein systematisches Lieferantenmanagement unter Berücksichtigung der Anforderungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestaltete interne Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen. Selbstverständlich werden alle unsere Produktionswerke unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geführt.

Weitere allgemeine Risiken des Geschäfts betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan und beim Schweizer Franken.

Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko einer schwankenden Nachfrage ausgesetzt, die durch die sich abschwächende Konjunktur aufgrund der Corona-Pandemie beziehungsweise durch Marktverzerrungen/-verschiebungen aufgrund von Handelskonflikten oder Schutzzöllen entsteht. Diesem Risiko begegnet Steel Europe mit Maßnahmen der Kundengewinnung und mit adäquaten Versandmengen in unterschiedlichen Segmenten, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit einer geringeren Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken tritt das Segment mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden entgegen.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe mit seiner Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Markt- und Kundenorientierung, die es dem Segment ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie zielgerichtete Investitionen in relevante Forschungsund Entwicklungsfelder mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein Qualitätsmanagement, das auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet ist, gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich dazu bei, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert das Segment durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien, ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung. Durch die extremen Wetterbedingungen, die immer häufiger werden, bestehen Risiken, dass unsere auf dem Wasserweg angelieferten Vormaterialien nicht wie geplant zur Verfügung stehen. Um Betriebsunterbrechungen aus diesem Grund zu vermeiden, treffen wir bei Bedarf vielfältige Kompensationsmaßnahmen, zum Beispiel die Verlagerung eines Teils der Warenströme auf die Bahn oder den Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.

Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten wirkt die bereits bei Steel Europe implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen.

Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Ein erhöhtes Kostenrisiko durch erwartete Preissteigerungen für CO2-Emissionen wird sich auch in der 4. Handelsperiode (2021 bis 2030) ergeben. Als Preistreiber werden insbesondere die neu eingeführten Mechanismen zur Verknappung der Zertifikatemenge gesehen, aber auch die erwartete Erhöhung der EU-Klimaziele bis 2030, die sich in den Regelungen des EU-Emissionshandels niederschlagen wird. Daher werden wir die implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte auch für die 4. Handelsperiode fortführen.

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer auch pandemiebedingt möglichen Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Das Segment hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzliche, große Herausforderungen ergeben sich für die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen durch die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem. Allerdings konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die Stahlindustrie sieht sich jedoch weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie der Notwendigkeit, Reservekapazitäten zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit vorzuhalten.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Darüber hinaus werden Entlastungstatbestände, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im internationalen Wettbewerb sicherstellen sollen, immer restriktiver gehandhabt, was die Planungssicherheit zusätzlich gefährdet. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt thyssenkrupp eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Die Bedrohung der IT-Infrastrukturen durch Internetkriminalität begegnet Steel Europe durch risikomindernde organisatorische, prozessuale sowie technische Maßnahmen zur Früherkennung und Gefahrenabwehr.

Marine Systems - Das langfristig angelegte Marinegeschäft ist von der Pandemie vergleichsweise wenig beeinträchtigt worden, wenngleich bei einigen Aufträgen Verzögerungen durch kunden- oder lieferantenseitige Force-Majeure-Anmeldungen drohen. Risiken bei einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung teils erheblich verzögert ist, konnten durch verschiedene Maßnahmen stabilisiert beziehungsweise reduziert werden.

Aufgrund der Dynamik politischer Entwicklungen in Kundenländern oder umliegenden Regionen könnten zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen für unsere Produkte entstehen.

Multi Tracks - Das Marktumfeld in unserem Anlagenbau und auch in den anderen unter dem Segment Multi Tracks neu zusammengefassten Geschäften ist pandemiebedingt volatil, was sich in Verschiebungen von neuen Projekten und bei laufenden Aufträgen in langsameren Projektfortschritten niederschlägt. Das Service-Geschäft ist hingegen stabil. Da für die bei Multi Tracks gebündelten Geschäfte perspektivisch vorrangig neue Eigentümer gesucht werden, besteht ein Risiko für das Segment, dass sich der Markt für Unternehmenstransaktionen pandemiebedingt negativ entwickelt.

Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

Sollten darüber hinaus bei der Umsetzung von Maßnahmen aus unserem Kosteneinsparungsprogramm unerwartete Verzögerungen auftreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.

An den Produktionsstandorten unseres italienischen Edelstahlproduzenten AST kann es betriebsbedingt zu ungeplanten Produktionsunterbrechungen oder -ausfällen kommen. Diesen Risiken begegnen wir im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung, Modernisierungen und Investitionen sowie mit unserem detaillierten Business-Continuity-Konzept. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kann es darüber hinaus auch behördlich angeordnete Produktionsstopps geben. Diesen beugen wir mit Hilfe unseres sorgfältig ausgearbeiteten Pandemie-Konzepts vor.

Sofern die von der Europäischen Union getroffenen Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien nicht wirken, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.

In der Business Unit Springs & Stabilizers und dem Bereich der Antriebs- und Batteriemontage wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zur Kapazitätsanpassung und Kostensenkung auf den Weg gebracht. Hier gilt es, die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen und die bestehenden Kundenverpflichtungen zu erfüllen. Um die Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen, wurden entsprechende Projektorganisationen geschaffen.

Übernahmerechtliche Angaben

In diesem Kapitel sind die nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2020 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG zum 30. September 2020 laut einer freiwilligen Information vom September 2020;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat er die Fassung des § 5 der Satzung angepasst, nachdem die in § 5 Abs. 5 und 6 geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals zum 16. Januar 2019 ausgelaufen waren.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 zum Erwerb eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung, endete am 29. Januar 2020.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat fest zugesagte, bilateral vereinbarte Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €. Bei dem größten Teil dieser Kreditlinien haben die Banken unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ihre Kreditlinie sowie die darunter ausstehenden Kredite zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.

Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 5,4 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
In den Vorstands-Dienstverträgen von Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Die Entschädigungsvereinbarungen sind im Vergütungsbericht im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Absatz 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate Governance Berichterstattung (Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)). Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig. Corporate Governance steht bei thyssenkrupp für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -überwachung. Gute Corporate Governance umfasst bei thyssenkrupp sämtliche Bereiche der Gruppe.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 01. Oktober 2020 auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance veröffentlicht wurde:

Im März und Mai 2020 wurden jeweils anlassbezogen unterjährige Entsprechenserklärungen abgegeben: Die erste Entsprechenserklärung im März erfolgte entsprechend der umfassend überarbeiteten Neufassung des DCGK. Anlass für die zweite im Mai war, dass Martina Merz ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) zum 4. Mai 2020 niedergelegt hatte. Seit dem entspricht die thyssenkrupp AG wieder vollumfänglich der Empfehlung in C.5 des Kodex 2020, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, insgesamt nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate und keinen Aufsichtsratsvorsitz in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder vergleichbare Funktionen wahrnehmen soll.

thyssenkrupp entspricht freiwillig den Anregungen des Kodex 2020 mit Ausnahme der Anregung G.14, da in zwei Vorstandsverträgen Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung des Anstellungsvertrages durch das Vorstandsmitglied infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) vereinbart wurden.

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf unserer Website dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Einbindung in die Gruppe berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2020 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Wesentliche Unternehmensführungsgrundsätze und -praktiken

thyssenkrupp Verhaltenskodex

Während das Leitbild der Gruppe Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, enthält der thyssenkrupp Verhaltenskodex die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln, auch für unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Er bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Anforderungen bezüglich der Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht (Kapitel "Grundlagen der Gruppe" im Abschnitt "Ziele") informiert thyssenkrupp ausführlich darüber.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele

Integrierter Governance-, Risiko- und Compliance Ansatz

Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems orientiert sich an internationalen Standards.

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken ist Teil der Corporate Governance von thyssenkrupp, denn für eine professionelle Unternehmensführung ist ein kontinuierliches und systematisches Management der unternehmerischen Risiken, aber auch der Chancen, von grundlegender Bedeutung. Dem gruppenweiten Risikomanagement liegt ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-Modell (GRC-Modell) zugrunde, das in der für alle Unternehmen der thyssenkrupp Gruppe gültigen GRC-Policy verankert ist.

Als konzeptionellen Rahmen verwendet thyssenkrupp das international verbreitete und auf die Organisation der Gruppe angepasste sogenannte Modell der drei Abwehrlinien (Three-Lines-of-Defense-Modell). Dieses Modell veranschaulicht die Zuständigkeiten für das Management der Risiken der thyssenkrupp Gruppe innerhalb der jeweiligen Abwehrlinie und wie sich diese innerhalb des GRC-Modells voneinander abgrenzen.

MODELL DER DREI ABWEHRLINIEN

Risiken müssen dort verhindert werden, wo sie entstehen. Wenn dies nicht machbar ist, müssen sie erfasst und auf ein angemessenes Maß reduziert werden. Das systematische Risikomanagement in den operativen Einheiten der 1. Abwehrlinie soll möglichst durch automatisierte interne Kontrollen in den Geschäftsprozessen gestärkt werden. Da dies nicht in jedem Fall vollständig möglich ist, muss das Management die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems über weitere Kontrollmaßnahmen sicherstellen.

Die zweite Abwehrlinie umfasst Funktionen wie Controlling, Accounting & Risk und Legal & Compliance. Diese setzen den Rahmen für die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance - etwa durch verbindliche interne Regelwerke - und unterstützen die 1. Abwehrlinie bei der Umsetzung der Risikoabwehr. Zugleich überwachen und managen diese Funktionen die Risiken der Unternehmensgruppe aus übergeordneter Sicht. Durch eine enge Verzahnung von internem Kontrollsystem, Risikomanagementsystem und Compliance wird ein möglichst hoher Wirkungsgrad im Hinblick auf die Vermeidung und das Management von Risiken gewährleistet.

Wesentliche Merkmale unseres internen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems können Sie dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" entnehmen.

Compliance als Gesamtheit der gruppenweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Kartell- und Korruptionsverstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstößen, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstößen, begegnen wir mit "Null Toleranz".

Compliance ist eine Frage der Haltung.

Der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, berichtet an den General Counsel und dieser an den Chief Human Ressources Officer (CHRO), der innerhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG für die Funktion Legal & Compliance verantwortlich ist.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Compliance".

Als 3. Abwehrlinie überwacht die Funktion Internal Auditing durch unabhängige Prüfungen die Angemessenheit und Wirksamkeit der Prozesse und Systeme der anderen beiden Abwehrlinien. Die Leiterin der Funktion Internal Auditing berichtet jährlich über die Revisionsfunktion im Prüfungsausschuss. Internal Auditing selbst wird alle fünf Jahre einem externen Quality Assessment (QA) unterzogen; das letzte QA hat im Frühjahr 2015 stattgefunden, das QA 2020 wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 / 2021 abgeschlossen sein.

Ergänzt wird das Modell der drei Abwehrlinien durch die Tätigkeit des externen Abschlussprüfers.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen innerhalb der von ihm beschlossenen Organisationsstruktur in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse, d.h. unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der verbindlichen unternehmensinternen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Unternehmen der thyssenkrupp Gruppe sie beachten. Der Vorstand hat für die Ausgestaltung der Compliance und des Risikomanagements angemessene Systeme etabliert. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats; sie sind in Anlage 2 der Geschäftsordnung für den Vorstand aufgelistet.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Als Altersgrenze für die Vorstandsmitglieder wurde das Erreichen der für das jeweilige Vorstandsmitglied einschlägigen Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (oder ersatzweise in einer auf das Vorstandsmitglied anwendbaren berufsständischen Versorgungsordnung) festgelegt. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung; sie entscheiden über wesentliche Leitungsmaßnahmen wie die Unternehmensstrategie und die Unternehmensplanung. Der Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination aller Ressorts des Vorstands und die Federführung in der Kommunikation mit dem Aufsichtsrat; zudem repräsentiert sie den Vorstand. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Vorstands und ihre Aufgabenbereiche (Ressorts) finden sich auf der Website des Unternehmens (www.thyssenkrupp.com). Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Bei dem Veränderungsprozess von thyssenkrupp vom zentral geführten Konzern hin zu einer hin zu einer leistungsstarken Unternehmensgruppe wird der Vorstand von dem regelmäßig tagenden Executive Committee, bestehend aus den CEOs der Business Segments und Leitern der Zentralfunktionen beraten. Damit können Geschäftskompetenzen stärker als bisher in die Überlegungen auf Gruppenebene einfließen und so die Rolle der Geschäfte weiter stärken.

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Vorstand

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestimmt die Anzahl der Mitglieder des Vorstands über die Mindestzahl hinaus, bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und legt deren Ressorts fest. Er regelt auch die Vergütung der Vorstandsmitglieder (Einzelheiten zur Vorstandsvergütung finden sich im Vergütungsbericht). Der Aufsichtsrat prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss- und Gruppenabschluss nebst dem zusammengefassten Lagebricht der thyssenkrupp AG, stellt den Jahresabschluss fest, billigt den Gruppenabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Er prüft den Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns und legt ihn zusammen mit dem Vorstand der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vor. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung auf Basis der begründeten Empfehlung des Prüfungsausschusses den Abschlussprüfer zur Wahl vor. Nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt der Prüfungsausschuss dem Abschlussprüfer den Prüfungsauftrag und überwacht die Abschlussprüfung einschließlich der Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 / 2020 sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird von der Hauptversammlung festgelegt. Sie wurde zuletzt in der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 beschlossen. Die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung ist im Vergütungsbericht dargestellt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich paritätisch aus zehn Vertretern der Aktionäre und zehn Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung steht ein in der Satzung geregeltes Entsendungsrecht zu.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wird nach Maßgabe des § 27 Abs. 1 MitbestG aus der Mitte des Aufsichtsrats gewählt. Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden ist die Koordination der Arbeit des Aufsichtsrats und die Leitung der Aufsichtsratssitzungen. Erklärungen des Aufsichtsrats gegenüber der Öffentlichkeit werden von dem Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Bei thyssenkrupp muss mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitsverpflichtung. Weiterführende Informationen über die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse finden sich auf der Website des Unternehmens (www.thyssenkrupp.com).

> www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Aufsichtsrat

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Entsprechend der Empfehlung des DCGK ist der Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt.

Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an, namentlich Prof. Dr. Siegfried Russwurm (jeweils Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers. Der Personalausschuss befasst sich im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem mit der Nachfolgeplanung, die auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand behandelt wird. Auf diese Weise sorgt der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Vermittlungsausschuss besteht aus vier Mitgliedern (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Dr. Bernhard Günther, Jürgen Kerner und Dirk Sievers). Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder an (Dr. Bernhard Günther (Vorsitzender), Friederike Helfer, Tanja Jacquemin, Jürgen Kerner, Dirk Sievers und Dr. Lothar Steinebach) und dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Friederike Helfer, Jürgen Kerner, Dr. Ingo Luge, Tekin Nasikkol, Peter Remmler und Dirk Sievers). Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern (Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender), Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer und Dr. Ingo Luge), die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese umfassen überwiegend die Vorbereitung bestimmter Themen für die Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Einzelheiten zu den Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Gegenstand der Beurteilung sind neben vom Aufsichtsrat festzulegenden qualitativen Kriterien insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und der Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die Selbstbeurteilung wurde im Berichtszeitraum von externer und unabhängiger Seite begleitet. Einzelheiten hierzu sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtsjahr keine Berateroder sonstigen Dienstleistungs- und Werkverträge. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen wären, gab es nicht. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, sind in den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" aufgeführt. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang zum Abschluss der thyssenkrupp Gruppe unter Nr. 21 dargestellt.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte in Aktien und Schuldtiteln der thyssenkrupp AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 € erreicht oder übersteigt. Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden der Gesellschaft keine Geschäfte gemeldet. Die bisher getätigten Geschäfte wurden auf der Website veröffentlicht und sind dort einsehbar. Der Gesamtbesitz der durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien der thyssenkrupp AG betrug zum 30. September 2020 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der thyssenkrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Stimmen online im Internet oder per Briefwahl abzugeben. Auf der Website der Gesellschaft kann die Hauptversammlung in voller Länge live verfolgt werden (www.thyssenkrupp.com). Dort stehen den Aktionären frühzeitig auch alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

thyssenkrupp stellt den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der thyssenkrupp AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln von der Hauptversammlung für jeweils ein Geschäftsjahr gewählt. In der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 wählte die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 / 2020, zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenberichten für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 und zum Prüfer für diejenigen Zwischenberichte des Geschäftsjahres 2020 / 2021, die vor der ordentlichen Hauptversammlung 2021 erstellt werden. PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG. Die Bestellung erfolgte 2012 nach externer Ausschreibung; derzeit läuft aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eine externe Ausschreibung für das Geschäftsjahr 2022 / 2023. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzelabschluss der thyssenkrupp AG und den Abschluss der thyssenkrupp-Gruppe sind Harald Kayser (seit dem Geschäftsjahr 2017 / 2018) und Michael Preiß (seit dem Geschäftsjahr 2015 / 2016). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen aus den §§ 319 und 319a HGB werden erfüllt.

PwC ist Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist seit dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 überschritten worden. Auf Anteilseignerseite sind im Berichtszeitraum fünf weibliche Mitglieder, und auf Arbeitnehmerseite vier weibliche Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt worden, woraus sich ein Frauenanteil zum 30. September 2020 von 45 % ergibt

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll. Mit der Bestellung von Martina Merz in den Vorstand der thyssenkrupp AG liegt der Frauenanteil im Vorstand bei 33 %.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8 % auf 11 % und von 23 % auf 25 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen.

Des Weiteren haben weitere mitbestimmte Gesellschaften in der Unternehmensgruppe für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie eine Frist für deren Erreichung beschlossen und beides entsprechend der gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022.

Diversitätskonzept im Hinblick auf die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem Aktiengesetz, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat und sind auch von dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept berücksichtigt. Das Konzept beinhaltet zudem die Ziele des Aufsichtsrats für dessen Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtaufsichtsrats. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den vorhergehenden Abschnitt verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Johannes Dietsch als Finanzvorstand berücksichtigt und Dr. Klaus Keysberg mit Wirkung zum 1. April 2020 zum CFO bestellt. Dies gilt ebenso für die Bestellung von Martina Merz mit Wirkung zum 1. April 2020 zur Vorstandsvorsitzenden für drei Jahre, womit ihre Entsendung aus dem Aufsichtsrat endete.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass dessen Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund.

Umgesetzt wird das Diversitätskonzept im Zuge der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.

Nach dem DCGK ist der Aufsichtsrat so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Der Aufsichtsrat hat die bestehenden Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung sowie das Kompetenzprofil entsprechend der Anforderungen des DCGK in seiner aktuellen Fassung im Mai 2020 aktualisiert. Diese sind wie folgt:

ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Expansionsmärkten;
industrielle Kompetenz / Sektorenkenntnis in Geschäftsfeldern von thyssenkrupp in globaler Perspektive, Unternehmensführung, Führung mitbestimmter Unternehmen, Unternehmensentwicklung, -organisation und -strukturierung, Unternehmensstrategie und Management von Beteiligungsunternehmen (Portfolio Management) in globaler Perspektive, Personalführung, Personalentwicklung, Personalarbeit (Human Resources), Digitalisierung und IT, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Kapitalmarkt, Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung, Recht, Compliance und Corporate Governance
Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;
maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);

mindestens sechs Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

folgende Kriterien zur Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter wurden festgelegt:

Keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur thyssenkrupp AG oder deren Vorstand, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.
Das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der thyssenkrupp AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als 12 Jahre an.

keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;

dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören;

die Vorsitzenden des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und des Personalausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein;

die maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder soll nicht mehr als 12 Jahre betragen (bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das elfte Amtsjahr des Aufsichtsratsmitglieds regulär entscheidet;

der Aufsichtsrat setzt sich zu jeweils mindestens 30 % aus Frauen und Männern zusammen.

Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat werden die festgelegten Unabhängigkeitskriterien von sämtlichen Anteilseignervertretern erfüllt, namentlich: Birgit Behrendt, Dr. Wolfgang Colberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Angelika Gifford, Dr. Bernhard Günther, Friederike Helfer, Dr. Ingrid Hengster, Dr. Ingo Luge, Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm und Dr. Lothar Steinebach sowie die inzwischen ausgeschiedenen Martina Merz, Prof. Dr. Bernhard Pellens und Carola v. Schmettow. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Dr. Bernhard Günther Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

In den Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung sollen die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung berücksichtigt und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium angestrebt werden. Wahlvorschläge und Nachbestellungen im Aufsichtsrat basieren -wie bisher - auf den selbst gesetzten Zielen und dem Kompetenzprofil des Aufsichtsrats. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil.

Vergütungsbericht

Im nachfolgenden Vergütungsbericht werden die Grundzüge des im Berichtsjahr 2019 / 2020 geltenden Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 erhalten haben, individuell offengelegt.

Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems

Das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014 / 2015. Es wurde vom Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - beschlossen sowie nachfolgend von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt. Während das aktuelle Vorstandsvergütungssystem allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 folgt, ist vorgesehen, der Hauptversammlung am 5. Februar 2021 ein weiterentwickeltes Vorstandsvergütungssystem zur Billigung vorzulegen, das den Anforderungen des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) entspricht und sich an den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 orientiert.

Auf Basis des Vergütungssystems legt der Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - für jedes Vorstandsmitglied dessen konkrete Ziel-Gesamtvergütung fest. Dabei achtet der Aufsichtsrat auf ein angemessenes Verhältnis der Vergütung zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstandsmitglieds sowie zur Lage des Unternehmens und insgesamt darauf, dass die Vergütung einen üblichen Rahmen nicht über- oder unterschreitet. Die Beurteilung der Üblichkeit der Vergütung trifft der Aufsichtsrat anhand eines Vergleichs zu anderen DAX- und MDAX-Unternehmen und -innerhalb des Unternehmens - anhand des Verhältnisses der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt und dieses auch in der zeitlichen Entwicklung.

Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit und Üblichkeit der Vergütung -sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile - und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Der Personalausschuss wird dabei von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.

Ausrichtung des Vergütungssystems des Vorstands auf nachhaltige und langfristige Entwicklung des Unternehmens

Ziel des Vergütungssystems ist es, die Umsetzung der Geschäftsstrategie zu unterstützen und so zur nachhaltigen und langfristigen Entwicklung von thyssenkrupp beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, weist die variable Vergütung eine überwiegend mehrjährige Bemessungsgrundlage auf, sodass der Anteil der variablen Vergütung, der sich aus dem Erreichen langfristig orientierter Ziele ergibt, den Anteil aus kurzfristig orientierten Zielen übersteigt. Da die langfristige variable Vergütung auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird die variable Vergütung insgesamt überwiegend aktienbasiert gewährt; so wird die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.

Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile

VERGÜTUNGSBESTANDTEIL

Bemessungsgrundlage/Parameter
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festvergütung Vorsitzende des Vorstands: 1.340.000 € Mitglied des Vorstands: 700.000 €
Nebenleistungen Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien und Vorsorgeuntersuchungen als Regelleistung; weitere Übergangsleistungen bei Neueintritten auf ausdrücklichen Beschluss des Aufsichtsrats möglich
Betriebliche Altersversorgung
Versorgungsentgelt (Neuzusagen ab 1. Oktober 2019: Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg) Auszahlung eines festen Geldbetrags zur Eigenvorsorge: - Für die Vorstandsvorsitzende: 536.000 € p.a. - Für die Mitglieder des Vorstands: 280.000 € p.a.
Ruhegeld- und Alterskapitalzusagen (Zusagen aus der Zeit vor dem 1. Oktober 2019: Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg, Johannes Dietsch) Altersversorgung wird in Form eines Ruhegelds oder als Einmalkapital gewährt: - Für Oliver Burkhard: Aufbau des Versorgungsanspruchs durch Bereitstellung jährlicher Beiträge in Höhe von 280.000 €; Altersversorgung als lebenslanges Ruhegeld, begrenzt auf maximal 350.000 € p.a. - Für Dr. Klaus Keysberg: Fortführung der Ruhegeldzusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" aus der früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe - Für Johannes Dietsch: Aufbau des Alterskapitals durch Bereitstellung von Beiträgen in Höhe von 280.000 € p.a.; die Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt
Erfolgsabhängige Vergütung
Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %: - Für die Vorstandsvorsitzende: 1.250.000 € - Für die Mitglieder des Vorstands: 680.000 € Basis für die Zielerreichung: - Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M & A - Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt Bonus-Malus-Faktor in der Bandbreite von +/- 20 %: - Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf - Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap)
Möglichkeit einer Sondervergütung Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps
Long-Term Incentive (LTI) Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum: - Ausgangswert für die Vorstandsvorsitzende: 2.000.000 € - Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 1.050.000 € Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswerts durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt. Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA. Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung. Obergrenze: 250 % des Zielwerts (Cap)
Sonstige Vergütungsregelungen
Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) Verpflichtung, innerhalb des Bestellungszeitraums für eine Jahresfestvergütung (Vorstandsvorsitzende) beziehungsweise eine halbe Jahresfestvergütung (ordentliche Vorstandsmitglieder) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese bis zur Beendigung der Bestellung zu halten; jährlicher Mindestinvestitionsbetrag
Gesamt-Cap Höchstgrenze von 9.000.000 € für die Vorstandsvorsitzende und je 4.500.000 € für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. aller Nebenleistungen und des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr
Abfindungs-Cap Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen; Vergütung für die Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform
Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) (Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg, Johannes Dietsch) Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100 % des Abfindungs-Caps nicht überschreiten.
Clawback-Regelung Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG

Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan -STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend variable, erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30 % der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42 % entfallen auf den LTI. Das Verhältnis der langfristigen variablen Vergütung (LTI) zur kurzfristigen variablen Vergütung (Tantieme) liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, wonach die variable Vergütung überwiegend aktienbasiert gewährt werden soll und dass der Anteil, der sich aus dem Erreichen langfristig orientierter Ziele ergibt, den Anteil aus kurzfristig orientierten Zielen übersteigen soll.

Die erfolgsunabhängige Vergütung

Festvergütung

Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für die Vorstandsvorsitzende 1.340.000 € pro Jahr.

Freiwilliger Verzicht des Vorstands auf 10 % ihres monatlichen Bruttogehalts für drei Monate in der Corona-Pandemie

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit in der Belegschaft haben die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG auf eigene Initiative für die drei Monate Mai bis Juli 2020 auf je 10 % des monatlichen Bruttogehalts verzichtet. Der Verzichtsbetrag ist dabei zur Hälfte im Unternehmen verblieben und zur Hälfte für lokale Hilfsprojekte im Kontext der Corona-Pandemie verwendet worden, um auch in der Nachbarschaft von thyssenkrupp ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen.

Nebenleistungen

Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind in der Regel ein Dienstwagen mit Fahrer, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien und medizinische Vorsorgeuntersuchungen. Prinzipiell stehen diese Nebenleistungen allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation. Zusätzlich können bei Neueintritten auf ausdrücklichen Beschluss des Aufsichtsrats und für einen begrenzten Zeitraum weitere Leistungen zum Übergang zugesagt werden. In diesem Zusammenhang wurde Martina Merz wegen der kurzfristigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes ein bis zum 30. Juni 2020 befristeter Wohn- und Mobilitätskostenzuschuss gewährt.

Altersversorgung

Alle seit dem 1. Oktober 2019 neu bestellten Vorstandsmitglieder (Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg) erhalten anstelle der Neuzusage einer betrieblichen Altersversorgung ein Versorgungsentgelt in Form eines festen jährlichen Geldbetrags zur Eigenvorsorge. Dieser beläuft sich für ein ordentliches Vorstandsmitglied auf 280.000 € und für die Vorstandsvorsitzende auf 536.000 € pro Jahr. Mit Dr. Klaus Keysberg ist zusätzlich vereinbart, dass die im Zuge seiner früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe erworbene Altersversorgungszusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" (im Folgenden LO C-Zusage) unverändert fortgeführt wird.

Alle vor dem 1. Oktober 2019 bestellten Vorstandsmitglieder haben Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung zugesagt bekommen, die ihnen ausgezahlt werden, wenn sie entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Dies gilt auch für die vorgenannte LO C-Zusage an Dr. Klaus Keysberg.

Für Oliver Burkhard und Johannes Dietsch ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung aus einer beitragsorientierten Regelung mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag von je 280.000 €. Oliver Burkhard wird die Altersversorgung in Form eines Ruhegelds gewährt, das auf maximal 350.000 € p.a. begrenzt ist, während die Altersversorgungsansprüche von Johannes Dietsch grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden. Dr. Klaus Keysberg erhält aus der LO C-Zusage ein Ruhegeld.

Das Ruhestandsalter ist das vollendete 60. Lebensjahr, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht und im Fall der LO C-Zusage von Dr. Klaus Keysberg vom Essener Verband regelmäßig überprüft und gegebenenfalls den veränderten Verhältnissen angepasst.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei den Ruhegeldzusagen eine Zahlung von 60 % des Ruhegelds für den Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % des regulären Ruhegeldanspruchs. Bei den Zusagen, die in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden, erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.

Die erfolgsabhängige Vergütung

Tantieme (Short-Term-Incentive - STI)

Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen der Gruppe für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) werden jeweils mit 40 % gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20 % maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.

Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Martina Merz 1.250.000 €
Oliver Burkhard 680.000 €
Dr. Klaus Keysberg 680.000 €
Johannes Dietsch 1) -

1) Johannes Dietsch hat im Zuge seines Ausscheidens zum 31. März 2020 auf sämtliche Ansprüche auf eine Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzichtet.

Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle strategische Zielsetzungen mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor setzt sich zu jeweils gleichen Teilen aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator und aus einem diskretionären Faktor zusammen. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2; mit ihm kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten angepasst werden, er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung innerhalb des Vorstands. Die Zielerreichung dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien des § 87 AktG.

Details zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen finden sich unter "Grundlagen der Gruppe" im Kapitel "Ziele", Abschnitt "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

BERECHNUNG TANTIEME

Die Gesamtzielerreichung und die Auszahlung aus der Tantieme, die sich daraus ergibt, sind auf maximal 200 % des Zielwerts begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.

Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb beziehungsweise unterhalb derer eine weitere Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte; auch diesen Beschluss bereitet der Personalausschuss vor.

Long-Term Incentive (LTI)

Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Ausschlaggebende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und umfasst insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres). Dadurch werden Anreize geschaffen, die langfristige Unternehmensentwicklung in den Blick zu nehmen.

Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Martina Merz 2.000.000 €
Oliver Burkhard 1.050.000 €
Dr. Klaus Keysberg 1.050.000 €
Johannes Dietsch 1) 525.000 €

1) Anteilige Gewährung bis 31. März 2020

Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird. Dabei wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.

Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den Performance-Zeitraum herangezogen.

BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird wiederum kaufmännisch auf ganze Stücke aufoder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null sinken, sodass in diesem Fall keine Auszahlung erfolgt.

Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das unmittelbar auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwerts begrenzt.

Details zum tkVA finden sich im Kapitel "Unternehmenssteuerung".

Der Aufsichtsrat beschließt bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche; diesen Beschluss bereitet ebenfalls der Personalausschuss vor. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorstandsmitgliedern im März 2020 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2019 / 2020 bis einschließlich 2021 / 2022. Dabei hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von 3,0 Mrd € als Zielwert festgelegt.

Vorgaben zum Aktienbesitz

Alle Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, innerhalb des Bestellungszeitraums für insgesamt ein Jahresfestgehalt (Vorstandsvorsitzende) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (ordentliche Vorstandsmitglieder) Aktien der thyssenkrupp AG zu erwerben und diese für die Dauer der Bestellung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe eines Drittels (bei dreijähriger Bestellung) beziehungsweise eines Fünftels (bei fünfjähriger Bestellung) des Gesamtinvestitionsbetrags, bis dieser erreicht ist. Davon abweichend ist mit Martina Merz vereinbart, dass sich die Aktienerwerbsverpflichtung innerhalb ihres aktuellen Bestellungszeitraums vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2023 aufgrund der bei Konzeption des Programms unterstellen fünfjährigen Bestellperiode für Vorstandsvorsitzende anteilig auf drei Fünftel eines vollen Jahresfestgehalts belaufen soll, was einem Gesamtbetrag von 804.000 € entspricht.

Vorhandene Bestandsaktien können einmalig bei Eintritt in das Aktienerwerbsprogramm eingebracht werden. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist allein der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs; spätere Aktienkursveränderungen lassen den Umfang der Aktienerwerbs- und Haltepflicht unberührt. Die Verpflichtung steht unter dem Vorbehalt, dass dieser Aktienerwerb in rechtlich zulässiger Weise erfolgen kann, insbesondere mit Blick auf die aktien- und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften.

Maximalvergütung

Zusätzlich zu Höchstgrenzen für die variablen Vergütungselemente Festlegung betragsmäßiger Maximalvergütungen für die Mitglieder des Vorstands

Das System für die Vergütung des Vorstands beinhaltet zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, betragsmäßige Maximalvergütungen für die Vorstandsmitglieder in Bezug auf die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängige Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaige Sondervergütungen. Für die Vorstandsvorsitzende beläuft sich die Maximalvergütung auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für ordentliche Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr, wobei die vorgenannten Beträge bei unterjährigen Ein- und Austritten anteilig reduziert werden. Die Maximalvergütung geht allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor.

Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Abfindungen

Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist geregelt, dass Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.

Change of Control

Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).

Bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts gelten Abfindungsregelungen, die vorsehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.

Die vorstehenden Regelungen für den Fall eines Unternehmenskontrollwechsels waren im Berichtsjahr mit Oliver Burkhard, Dr. Klaus Keysberg und Johannes Dietsch vereinbart. Für Martina Merz besteht eine solche Vereinbarung nicht.

Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter

Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2019 / 2020 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.

Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020

Tantieme 2019 / 2020

Die Vorstandsmitglieder erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.

Die Geschäftsentwicklung von thyssenkrupp war im Berichtsjahr maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Infolgedessen wurden die für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gesetzten Schwellenwerte für EBIT, Free Cashflow vor M & A sowie ROCE allesamt nicht erreicht, sodass sich die daraus resultierende Zielerreichung auf 0 % beläuft. Die Vorstandsmitglieder erhalten daher für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.

Sondervergütung 2019 / 2020

Die Vorstandsmitglieder erhalten für die besonderen Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Sondervergütung.

Wie dargestellt erhalten die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 keine Tantieme. Gleichwohl hat der Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr Außergewöhnliches geleistet: Unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie wurde der Verkauf von thyssenkrupp Elevator zügig zum 31. Juli 2020 vollzogen und dabei ein hervorragender Erlös erzielt. Damit haben wir unsere Bilanzkennzahlen erheblich verbessert und den weiteren Umbau des Unternehmens möglich gemacht, den der auf drei Mitglieder verkleinerte Vorstand unter der Führung von Martina Merz neben der akuten Krisenbewältigung konsequent weiter vorangetrieben hat. Der Aufsichtsrat hat daher entschieden, diese besonderen Leistungen über die im geltenden Vergütungssystem vorgesehene Möglichkeit der Gewährung einer einmaligen Sondervergütung zu würdigen; diese beläuft sich für Martina Merz auf 500.000 € sowie für Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg auf je 200.000 €.

LTI 2016/2017

Die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 fällige 7. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 begeben. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:

HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2016 / 2017 1

Performance-Ziele thyssenkrupp Value Added (tkVA) Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie
tkVA Performance-Zeitraum 2016/2017 - 2018/2019
Relevanter Aktienkurs 0 Aktienkurs Q1 GJ 2019 / 2020 ggü. 0 Aktienkurs Q1 GJ 2016 / 2017
Verknüpfung Multiplikativ
Mögliche Zielerreichung 0-250 %
Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien Ausgangswert: 950.000 € 43.339 virtuelle Aktien
0 Aktienkurs Q1 GJ 2016 / 2017: 21,92 €
Zielerreichung tkVA Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 645,3 Mio € unter dem Ziel-tkVA; dies führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 64,53 %
Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien (100 % - 64,53 %) x 43.339 virtuelle Aktien = 15.372 virtuelle Aktien
Auszahlung 15.372 virtuelle Aktien 192.150 €
0 Aktienkurs Q1 GJ 2019 / 2020: 12,50 €

1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds mit einem Ausgangswert von 950.000 €

Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Oliver Burkhard 192.150 € ausbezahlt, was etwa 20,2 % des zugesagten Ausgangswerts entspricht. Martina Merz, Dr. Klaus Keysberg und Johannes Dietsch haben dem Vorstand der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2016 / 2017 noch nicht angehört, sodass sich für sie keine Ansprüche aus der dem Vorstand für dieses Geschäftsjahr gewährten Tranche ableiteten und sie demzufolge auch keine Auszahlungen erhielten.

Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands

Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands, wobei entsprechend der Praxis in den Vorjahren zwischen gewährter und zugeflossener Vergütung differenziert wird:

Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder.
Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder.

TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020 (ZUWENDUNG)

Martina Merz Oliver Burkhard
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018/2019 Ausgangswert 2019 /2020 Ausgangswert 2019/2020 Minimum 2019/2020 Maximum 1) 2018/2019 Ausgangswert
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) - 1.307 1.307 1.307 700
Versorgungsentgelt - 536 536 536 -
Nebenleistungen - 93 93 93 72
Summe ^- 1.936 1.936 1.936 772
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) - 1.250 0 2.500 680
Sondervergütung 3) - 500 500 500 -
Mehrjährige 10. Tranche LTI 2019/2020-2022/2023 - 586 0 5.000 -
variable Vergütung 9. Tranche LTI 2018/2019-2021/2022 - - - 734
Summe ^- 4.272 2.436 9.936 2.186
Versorgungsaufwand nach IFRS - - - 980
Summe ^- 4.272 2.436 9.936 3.166
Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019 /2020 Ausgangswert 2019/2020 Minimum 2019 /2020 Maximum 1) 2018 /2019 Ausgangswert 2019/2020 Ausgangswert 2019/2020 Minimum
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) 683 683 683 - 683 683
Versorgungsentgelt - - - 280 280
Nebenleistungen 79 79 79 - 81 81
Summe 762 762 762 ^- 1.044 1.044
Einjährige variable Vergütung 680 0 1.360 - 680 0
Sondervergütung 3) 200 200 200 - 200 200
Mehrjährige 307 0 2.625 - 307 0
variable Vergütung - - - -
Summe 1.949 962 4.947 ^- 2.231 1.244
Versorgungsaufwand nach IFRS 1 1 1 - 360 360
Summe 1.950 963 4.948 ^- 2.591 1.604
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019/2020 Maximum 1) 2018/2019 Ausgangswert 2019 /2020 Ausgangswert 2019/2020 Minimum 2019/2020 Maximum 1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 2) 683 467 350 350 350
Versorgungsentgelt 280 - - -
Nebenleistungen 81 14 17 17 17
Summe 1.044 481 367 367 367
Einjährige variable Vergütung 1.360 453 - -
Sondervergütung 3) 200 - - -
Mehrjährige 2.625 - 154 0 1.313
variable Vergütung - 489 - -
Summe 5.229 1.423 521 367 1.680
Versorgungsaufwand nach IFRS 360 198 145 145 145
Summe 5.589 1.621 666 512 1.825

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für die Vorstandsvorsitzende und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.

2) Die Vorstandsmitglieder Martina Merz, Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg haben vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kurzarbeit in der Belegschaft auf eigene Initiative für die drei Monate Mai bis Juli 2020 auf je 10 % des monatlichen Bruttogehalts verzichtet.

3) Die Vorstandsmitglieder Martina Merz, Oliver Burkhard und Dr. Klaus Keysberg haben für die besonderen Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine einmalige Sondervergütung erhalten.

TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019 / 2020 (ZUFLUSS)

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020 2018/2019
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1) - 1.307 700 683 -
Versorgungsentgelt - 536 - -
Nebenleistungen - 93 72 79 -
Summe - 1.936 772 762 -
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) - 0 0 0 -
Sondervergütung 2) - 500 0 200 -
Mehrjährige variable 7. Tranche LTI 2016/2017-2019/2020 - - 192 -
Vergütung 6. Tranche LTI 2015/2016-2018/2019 - 629 -
Summe ^- 2.436 1.401 1.154 ^-
Versorgungsaufwand nach IFRS - 980 1 -
Summe ^- 2.436 2.381 1.155 ^-
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- ---
Festvergütung 1) 683 467 350
Versorgungsentgelt 280 -
Nebenleistungen 81 14 17
Summe 1.044 481 367
Einjährige variable Vergütung 0 0
Sondervergütung 2) 200 -
Mehrjährige variable -
Vergütung -
Summe 1.244 481 367
Versorgungsaufwand nach IFRS 360 198 145
Summe 1.604 679 512

1) Vgl. Fußnote 2 zur Tabelle 1

2) Vgl. Fußnote 3 zur Tabelle 1

Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den oben gezeigten Zuwendungen nach Tabelle 1 - mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019/2020 NACH HGB

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- --- --- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € - 3.022 1.506 1.269 - 1.551
Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- ---
2018/2019 2019/2020
--- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 970 521

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 6,4 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 6,7 Mio €.

Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2019/2020

Im März 2020 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 10. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 8. bis 10. Tranche des LTI über insgesamt 509.874 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2019/2020

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020 2018/2019
--- --- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten 10. Tranche LTI 2019/2020-2022/2023 - 160.000 - 84.000 -
Wertrechte in Stück 9. Tranche LTI 2018/2019-2021/2022 - - 59.356 - -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € - 552 - 1.554 684 -
Dr. Klaus Keysberg Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- ---
2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- ---
Anzahl der gewährten 84.000 - 42.000
Wertrechte in Stück - 39.570 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 290 335 220

Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2019/2020

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 angefallenen Versorgungsaufwand sowie über die Höhe der Pensionsverpflichtungen zum 30. September 2020 der im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder.

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2019/2020

Martina Merz Oliver Burkhard Dr. Klaus Keysberg 1)
Vorsitzende des Vorstands seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020 2018/2019
--- --- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand - - 980 1 -
Barwert der Verpflichtung - - 11.746 11.819 -
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand - - 606 1 -
Barwert der Verpflichtung - - 6.392 7.312 -
Dr. Klaus Keysberg1) Johannes Dietsch
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.10.2019 Ordentliches Vorstandsmitglied bis 31.03.2020
--- --- --- ---
alle Werte

in Tsd €
2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- ---
Beträge nach IFRS 360 198 145
360 198 331
Beträge nach HGB 503 190 143
2.693 190 325

1) Wie oben dargestellt ist mit Dr. Klaus Keysberg zusätzlich vereinbart, dass die im Zuge seiner früheren Tätigkeit in der thyssenkrupp Gruppe erworbene Altersversorgungszusage nach den Regeln der "Leistungsordnung C des Essener Verbandes" unverändert fortgeführt wird. Die im Rahmen dieser Zusage in der Vergangenheit erworbenen Ansprüche sind bei den Angaben zum Versorgungsaufwand und zum Barwert der Verpflichtung nach HGB mit zu berücksichtigen, während die entsprechenden Angaben nach IFRS ausschließlich auf die im Zuge der Fortführung der Zusage während der Vorstandstätigkeit neu erworbenen Ansprüche abstellen.

Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Am 20. März 2020 hat sich der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG mit Johannes Dietsch darauf verständigt, dass dieser sein Vorstandsmandat zum 31. März 2020 einvernehmlich niederlegt. Aufgrund des noch bis Ende Januar 2022 laufenden Anstellungsvertrags und zur Kompensation vertraglicher Ansprüche erhielt Johannes Dietsch eine Ausgleichszahlung in Höhe von 801.667 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurde die im Dienstvertrag vorgesehene und vom DCGK empfohlenen Obergrenze von zwei Jahresvergütungen beziehungsweise der Vergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags deutlich unterschritten. Johannes Dietsch hat auf sämtliche Ansprüche auf eine etwaige Tantieme für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 verzichtet. Die übrige Vergütung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 (Festvergütung, Nebenleistungen und 10. Tranche LTI) erhält er zeitanteilig. Die im vorangegangenen Geschäftsjahr gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der 9. Tranche des LTI bestehen entsprechend den Empfehlungen des DCGK sowie den dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Laufzeitende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung von Johannes Dietsch für das Kalenderjahr 2020 beträgt anteilig bis zum Beendigungsdatum 70.000 €; ab 2021 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung, mindestens aber mit 1 %, weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2023 zur Auszahlung fällig.

Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf 24,4 Mio € (Vorjahr: 15,8 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 323,7 Mio € (Vorjahr: 315,9 Mio €) beziehungsweise nach HGB 255,4 Mio € (Vorjahr: 237,3 Mio €) zurückgestellt.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500 € erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz beziehungsweise die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgelds eine Vergütung von insgesamt 1,88 Mio € (Vorjahr: 1,83 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG in Höhe von 90.117 € (Vorjahr: 45.515 €).

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2019/2020

Festvergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld
alle Werte

in €
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender (Vorsitz ab 01.10.2019) (Mitglied ab 24.04.2019) 25.000 200.000 6.250 - 1) 4.500 30.000
Martina Merz (Vorsitzende bis 30.09.2019) 141.667 - - 1) - 36.000 -
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) - 112.500 - - 1) - 16.000
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender bis 31.01.2020) 150.000 50.000 - 1) - 1) 34.000 9.000
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) - 37.500 - - - 3.500
Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) 41.667 50.000 - - 8.000 7.000
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather 50.000 50.000 25.000 25.000 16.000 9.500
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) - 45.833 - - - 5.000
Dr. Bernhard Günther (ab 31.01.2020) - 37.500 - 58.125 - 18.500
Achim Hass 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) - 37.500 - 33.750 - 7.500
Dr. Ingrid Hengster 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 50.000 41.667 12.500 10.417 6.500 5.500
Tanja Jacquemin 50.000 50.000 20.000 20.000 7.000 8.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) 16.667 - 12.500 - 3.500 -
Dr. Norbert Kluge 50.000 50.000 - - 3.500 5.000
Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) 33.333 50.000 - - 3.000 5.000
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020 und ab 11.02.2020) - 45.833 - 18.750 - 7.000
Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019 und ab 04.08.2020) 20.833 8.333 - 2.083 1.000 1.500
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) 112.500 16.667 45.208 25.833 40.500 11.000
Peter Remmler 50.000 50.000 12.500 12.500 6.500 7.000
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) 50.000 16.667 12.500 4.167 12.500 3.500
Dirk Sievers (ab 02.10.2018) 50.000 50.000 57.500 57.500 35.000 27.500
Carsten Spohr (bis 26.09.2019) 50.000 - - - 3.000 -
Dr. Lothar Steinebach 50.000 50.000 28.333 20.000 9.500 8.000
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) 50.000 16.667 45.000 15.000 19.000 5.000
Friedrich Weber 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Isolde Würz 50.000 50.000 - - 4.000 5.000
Insgesamt 1.241.667 1.266.667 277.292 303.125 265.000 220.000
Vergütung aus Mandaten bei Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG Gesamtvergütung
alle Werte

in €
2018/2019 2019/2020 2018/2019 2019/2020
--- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender (Vorsitz ab 01.10.2019) (Mitglied ab 24.04.2019) - - 35.750 230.000
Martina Merz (Vorsitzende bis 30.09.2019) - - 177.667 -
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) - - - 128.500
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender bis 31.01.2020) - - 184.000 59.000
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) - - - 41.000
Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) - - 49.667 57.000
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather - - 91.000 84.500
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) - - - 50.833
Dr. Bernhard Günther (ab 31.01.2020) - - - 114.125
Achim Hass 5.400 5.400 59.400 60.400
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) - - - 78.750
Dr. Ingrid Hengster - - 54.000 55.000
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 16.500 51.417 85.500 109.001
Tanja Jacquemin - - 77.000 78.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) - - 32.667 -
Dr. Norbert Kluge - - 53.500 55.000
Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) - 7.700 36.333 62.700
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020 und ab 11.02.2020) - - - 71.583
Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019 und ab 04.08.2020) 1.565 3.000 23.398 14.916
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) - - 198.208 53.500
Peter Remmler 16.750 17.000 85.750 86.500
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) - - 75.000 24.334
Dirk Sievers (ab 02.10.2018) - - 142.500 135.000
Carsten Spohr (bis 26.09.2019) - - 53.000 -
Dr. Lothar Steinebach - - 87.833 78.000
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) - - 114.000 36.667
Friedrich Weber 5.300 5.600 59.300 60.600
Isolde Würz - - 54.000 55.000
Insgesamt 45.515 90.117 1.829.473 1.879.909

1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

Die Arbeitnehmervertreter, die Mitglied in einer Gewerkschaft sind, haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG 2019/2020

Bilanz

Aktiva

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2019 30.09.2020
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 01 61 36
Sachanlagen 01 293 148
Finanzanlagen 02 19.264 18.111
19.618 18.295
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 03 6.047 7.199
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.541 10.872
8.588 18.072
Rechnungsabgrenzungsposten 04 41 34
Summe der Aktiva 28.247 36.400
PASSIVA
Mio € Anhang-Nr. 30.09.2019 30.09.2020
Eigenkapital 05
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 2.283 2.480
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289
6.778 6.489
Rückstellungen 06
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.069 1.089
Übrige Rückstellungen 136 135
1.205 1.224
Verbindlichkeiten 07
Anleihen 5.950 5.200
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 327 271
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.860 22.836
Übrige Verbindlichkeiten 1.126 380
20.263 28.687
Rechnungsabgrenzungsposten 1 0
Summe der Passiva 28.247 36.400

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio € Anhang-Nr. 2018/2019 2019/2020
Umsatzerlöse 11 581 486
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 12 -169 - 106
Bruttoergebnis vom Umsatz 412 380
Allgemeine Verwaltungskosten 13 - 520 - 607
Sonstige betriebliche Erträge 15 1.259 128
Sonstige betriebliche Aufwendungen 16 -183 - 1.297
Beteiligungsergebnis 17 - 2.367 2.091
Zinsergebnis 18 -166 - 164
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 - 247 - 803
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 20 5 - 16
Ergebnis nach Steuern / Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Ergebnisverwendung
Jahresfehlbetrag - 1.807 - 289
Gewinnvortrag 2.004 0
Bilanzgewinn/-verlust 196 - 289

Anhang

Allgemeine Angaben

Die strategische Führung der Unternehmensgruppe obliegt der thyssenkrupp AG als Zentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Strategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Tochterunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die Zuordnung von Tochtergesellschaften zu den Segmenten sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Die thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg und Essen ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 9092 und im Handelsregister des Amtsgerichts Essen unter HRB 15364.

Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wird in Anwendung von § 315 Abs. 5 HGB i. V. m. § 298 Abs. 2 HGB mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst.

Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie werden unter www.thyssenkrupp.com (Investoren / Berichterstattung & Publikationen) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, über einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.

Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.

Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter - das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250 € - werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 250 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an gruppenspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 %, eines Rententrends von 1,8 % und unternehmensindividuellen Fluktuationsraten. Eine Ausnahme bilden auf einer wertpapiergebundenen Zusage basierende Pensionsverpflichtungen. In diesem Fall erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB der Ansatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens.

Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wird ein Zinssatz in Höhe von 2,41 % (i. Vj. 2,83 %) verwendet. Für eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wird ein Zinssatz in Höhe von 1,71 % (i. Vj. 2,06 %) verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen zum 30. September 2020 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 80 Mio € und ist grundsätzlich zur Ausschüttung gesperrt.

Die Abzinsung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre.

Soweit Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB vorliegt, entspricht die ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen grundsätzlich dem Saldo des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages und des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens. Ein die Verpflichtung übersteigender beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens wird auf der Aktivseite der Bilanz in der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Entsprechend werden Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtung saldiert und im Zinsergebnis erfasst.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 1,71 % (i. Vj. 2,06 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem gewichteten Zinssatz von 0,59 % (i. Vj. 0,79 %) entsprechend ihrer Restlaufzeiten abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Gruppen- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Gruppenavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.

Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 32,284 %. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Ein Portfolio-Hedge liegt vor, wenn eine Zusammenfassung mehrerer Grund- und Sicherungsgeschäfte erfolgt. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.

In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäftfen) im Rahmen der sog. Durchbuchungsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste ebenfalls sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind unter "10 Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
Mio € 01.10.2019 Umbuchungen Zugänge Abgänge 30.09.2020 Aufgelaufene Abschreibungen 01.10.2019
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 221 1 4 73 152 171
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10 - 1 0 10 0 0
232 0 4 83 152 171
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 401 0 0 31 371 135
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 88 0 0 17 71 62
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 1 0
490 0 0 48 442 197
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 19.690 0 4.294 5.922 18.062 621
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 48 0 9 15 42 0
Beteiligungen 2 0 657 0 659 0
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 603 0 603 0
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 126 0 17 0 144 0
Sonstige Ausleihungen 18 0 3 1 21 0
19.885 0 5.584 5.938 19.531 621
Insgesamt 20.606 0 5.588 6.069 20.126 989
Abschreibungen Nettowerte
Mio € Zuschreibungen 2019/2020 Zugänge 2019/2020 Abgänge 2019/2020 Aufgelaufene Abschreibungen 30.09.2020 01.10.2019 30.09.2020
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 14 69 116 51 36
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 10 0
0 14 69 116 61 36
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 113 5 244 266 127
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 6 17 51 26 20
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 1
0 119 21 295 293 148
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4 803 0 1.420 19.069 16.642
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 48 42
Beteiligungen 0 0 0 0 2 659
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0 0 603
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 0 0 0 0 126 144
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 18 21
4 803 0 1.420 19.264 18.111
Insgesamt 4 936 90 1.831 19.618 18.295

Die Abgänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 83 Mio € mit einem NettoRestbuchwert in Höhe von 14 Mio € sind vor allem auf die gruppeninterne Übertragung von Software als auch auf die externe Veräußerung von bereits abgeschriebenen Lizenzen zurückzuführen. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 14 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.

Die Reduzierung des Netto-Sachanlagevermögens um 145 Mio € ist insbesondere auf eine außerplanmäßige Abschreibung auf Bürogebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio € zurückzuführen.

02 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagespiegel unter "01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen" dargestellt.

Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b HGB sind im Bundesanzeiger veröffentlicht und zusätzlich auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com (Investoren / Berichterstattung & Publikationen)) wiedergegeben.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Der Anlagespiegel weist bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 4.294 Mio € und Abgänge in Höhe von 5.922 Mio € aus. Bedingt ist dies insbesondere durch eine Sacheinlage zu Buchwerten von 35,2 % des an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG sowie einer Sacheinlage des verbleibenden Geschäftsanteils (64,8 %) in die thyssenkrupp Nederland Holding B.V. ebenfalls zu Buchwerten. Dies führt zu einem Zugang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG in Höhe von 1.490 Mio € sowie an der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 2.740 Mio €. Zudem ist dadurch der Abgang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc. in Höhe von 4.229 Mio € zu verzeichnen.

Durch Kapitalrückzahlungen der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. hat sich deren Beteiligungsbuchwert wiederum um insgesamt 1.693 Mio € verringert. Hierbei entfallen 1.250 Mio € auf die Sachausschüttung der Rückbeteiligung am Elevator Technology Geschäft sowie 443 Mio € auf eine Kapitalrückzahlung im Rahmen der Dividendenausschüttung. Bei den Zugängen ist ferner der Erwerb der thyssenkrupp Finance CA Corp. in Höhe von 65 Mio € zu verzeichnen.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 803 Mio € sind unter "20 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens" näher erläutert.

Beteiligungen

Bei den Beteiligungen kommt es zu einem Zugang in Höhe von 657 Mio €. Dieser Betrag entfällt auf die Rückbeteiligung an der Vertical Topco I S.A., die im Zugangszeitpunkt zum 31. Juli mit ihrem Zeitwert als Anschaffungskosten angesetzt wurde. Die thyssenkrupp Nederland Holding B.V. hatte diese bei der Veräußerung von Elevator Technology als Teil des Gesamtkaufpreises erhalten und an die thyssenkrupp AG in Form einer Sachdividende abgeführt.

Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die in diesem Geschäftsjahr erstmals ausgewiesenen Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren ebenfalls aus dem zuvor genannten Erwerbsvorgang der Rückbeteiligung durch die thyssenkrupp Nederland Holding B.V. und Übertragung in Form einer Sachdividende auf die thyssenkrupp AG. Es handelt sich um eine unverzinsliche Ausleihung, die zum Bilanzstichtag mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 603 Mio € bilanziert wird.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds)

Die Wertpapiere des Anlagevermögens, bestehend aus Anteilen an Spezialfonds, dienen der externen (anteiligen) Ausfinanzierung bzw. (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen.

Diese Spezialfonds sind im Rahmen eines gruppeneigenen Contractual Trust Agreements (CTA) gebildet worden und werden vom thyssenkrupp Trust e.V. (Treuhänder) vollständig separiert von den anderen Finanzanlagen der thyssenkrupp AG gehalten.

Insbesondere für den zum 1. Januar 2017 eingeführten und als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipierten neuen Pensionsplan für Fach- und Führungskräfte ("flex Plan ") ist eine periodengerechte Ausfinanzierung über einen in 2017 neu geschlossenen Treuhandvertrag vorgesehen. Zum 30. September 2020 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen und auf die thyssenkrupp AG entfallenden Wertpapiere rd. 5 Mio €.

Unabhängig davon sind im Rahmen eines gesondert bestehenden Treuhandverhältnisses auch Leistungen aus den Altzusagen ausfinanziert, wobei durch das Treuhandvermögen vorrangig die Teile der Pensionsverpflichtungen besichert werden, die über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen. Zum 30. September 2020 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen Wertpapiere rd. 144 Mio €.

03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio € 30.09.2019 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2020 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.661 70 6.823 82

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Finanzclearing in Höhe von 6.735 Mio € sowie um Forderungen aus Umsatzsteuern.

Mio € 30.09.2019 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2020 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Sonstige Vermögensgegenstände 387 256 376 238

Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf Dritte übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert (Anhang-Nr. 06) und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des korrespondierenden Wertes (gem. Anwartschaftsbarwertverfahren) der Verpflichtung in Höhe von 238 Mio € (i. Vj. 256 Mio €) aktiviert.

04 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Disagien in Höhe von 14 Mio € sowie Kostenabgrenzungen zukünftiger Wartungsaufwendungen für Lizenzen.

05 Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt unverändert 1.593.681.256,96 € und ist eingeteilt in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 €.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage zum 30. September 2020 beträgt unverändert 2.703 Mio €.

Andere Gewinnrücklagen

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Stand 01.10. 2.283 2.283
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 0 196
Stand 30.09. 2.283 2.480

Die Anderen Gewinnrücklagen belaufen sich zum 30. September 2020 auf 2.480 Mio € nach der durch die Hauptversammlung beschlossenen Einstellung in Höhe von 196 Mio €.

Bilanzgewinn/-verlust

Mio € 2019/2020
Bilanzgewinn 01.10.2019 196
Einstellung in Andere Gewinnrücklagen 196
Vortrag auf neue Rechnung 0
Jahresfehlbetrag 2019 / 2020 - 289
Gewinnvortrag 0
Bilanzverlust 30.09.2020 - 289

Die ordentliche Hauptversammlung der thyssenkrupp AG hat am 31. Januar 2020 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2018 / 2019 in Höhe von 196 Mio € in die Anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

Zum 30. September 2020 wird ein Bilanzverlust von 289 Mio € ausgewiesen.

Weitere Angaben zum Eigenkapital

Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen

Der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 zum Erwerb eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung, endete am 29. Januar 2020.

Angaben zum Bestehen einer Beteiligung

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns freiwillig darüber informiert, dass sie zum Stichtag weiterhin unverändert insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG hält; dies entspricht rund 21 % der Stimmrechtsanteile.

Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG vor:

Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat gem. einer WpHG-Meldung vom März 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Februar 2014 die Schwelle von 15 % überschritten hat und an diesem Tag 15,08 % (entsprechend 85.321.744 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß § 34 Abs. 1 S. 1 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 12,23 % betrug. Die Cevian Capital II Master Fund LP, Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Januar 2014 die Schwelle von 10 % überschritten hat und zu diesem Tag 10,06 % (entsprechend 56.927.356 Stimmrechten) betrug.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 30. September 2020 4,28 % betrug. 3,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 19.349.574 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. § 34 WpHG zuzurechnen. 1,07 % dieser Stimmrechte (entsprechend 6.648.748 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,10 % dieser Stimmrechte (entsprechend 631.431 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Differenzkontrakt) zuzurechnen.

Die GIC Private Limited, Singapur, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 29. April 2020 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und an diesem Tag 4,76 % betrug. 4,15 % dieser Stimmrechte (entsprechend 25.817.984 Stimmrechten) waren der GIC Private Limited gem. § 34 WpHG zuzurechnen. 0,61 % dieser Stimmrechte (entsprechend 3.790.210 Stimmrechten) waren der GIC Private Limited als Instrumente i. S. d. § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Single Stock Swap) zuzurechnen.

Die Harris Associates L.P., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 12. November 2018 die Schwelle von 5 % überschritten hat und an diesem Tag 5,05 % betrug. Hierin enthalten sind mehr als 3 % Stimmrechtsanteile des Harris Associates Investment Trust. Die 5,05 % der Stimmrechte (entsprechend 31.443.701 Stimmrechten) waren der Harris Associates L.P. gem. § 34 WpHG zuzurechnen.

Harris Associates Investment Trust, Boston, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 08. Januar 2019 die Schwelle von 5 % überschritten hat und an diesem Tag 5,03 % betrug. Die 5,03 % der Stimmrechte (entsprechend 31.316.500 Stimmrechten) waren dem Harris Associates Investment Trust gem. § 34 WpHG zuzurechnen.

06 Rückstellungen

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.069 1.089
Übrige Rückstellungen 136 135
(davon Steuerrückstellungen) 9 5
(davon Sonstige Rückstellungen) 127 130

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.082 Mio € (i. Vj. 1.065 Mio €), Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 5 Mio € (i. Vj. 4 Mio €) sowie Verpflichtungen gegenüber dem Pensionssicherungsverein in Höhe von 2 Mio € (i. Vj. 0,5 Mio €). Den Rückstellungen für Pensionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 74 Mio € (i. Vj. 53 Mio €) ergebniswirksam zugeführt.

Der bilanzierte Betrag der Rückstellungen umfasst den Erfüllungsbetrag in Höhe von 1.087 Mio € (i. Vj. 1.068 Mio €) nach Abzug von Deckungsvermögen in Höhe von 5 Mio € (i. Vj. 4 Mio €). Die Wertänderungen des Deckungsvermögens, welches innerhalb des CTAs gemäß der flex Plan -Zusage vorliegt, werden zusammengefasst mit den Personalaufwendungen für Altersversorgung innerhalb der Allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wurde anhand von Marktpreisen bestimmt.

Im Falle der flex Plan -Versorgungsordnung handelt es sich um eine Form der wertpapiergebundenen Versorgungszusage. Auf Grund des in diesem Fall erforderlichen Ansatzes der Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere ist die Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB nicht relevant.

Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. In der Bilanz ist ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen ergebnisneutral bilanziert (Anhang-Nr. 03).

Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Lohnsteuern und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Durch einen Überhang wird die Umsatzsteuer in diesem Jahr auf der Aktivseite ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen unter anderem künftige Verpflichtungen im Personalbereich sowie ausstehende Eingangsrechnungen. Der Bildung einer Rückstellung für das Freiwilligenprogramm, das im Rahmen der Neuausrichtung der Hauptverwaltung den Mitarbeitern einen Wechsel in eine Transfergesellschaft ermöglichte, stehen geringere Rückstellungen aus ausstehenden Eingangsrechnungen gegenüber.

07 Verbindlichkeiten

30.09.2019 30.09.2020
Restlaufzeit Restlaufzeit
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Anleihen 5.950 600 850 4.350
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 89 238 171 100
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.860 22.836
Übrige Verbindlichkeiten 932 194 91 184 196 85
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 63 3 51
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen
Sonstige Verbindlichkeiten 868 191 91 132 196 85
(davon aus Darlehen) 704 191 91 5 185 85
(davon aus Steuern) 3 2
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0 0
Insgesamt 13.881 6.382 691 24.041 4.646 85

Die ursprünglich am 25. November 2020 fällige Anleihe über 750 Mio € wurde am 02. September 2020 vorzeitig zurückgezahlt. Die thyssenkrupp AG machte dafür von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen sowohl zinsfixe als auch zinsvariable Kredite mit einer Verzinsung bis zu 1,75 % p. a.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Finanzclearings in Höhe von 17.685 Mio €. Die Veränderung zum Vorjahr ist insbesondere zurückzuführen auf den Kaufpreiseingang aus der Veräußerung von Elevator Technology. Zudem sind Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 5.111 Mio € enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Inanspruchnahmen aus einem Commercial Paper Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 3 Mrd €. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen des Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2020 mit 5 Mio € (i. Vj. 704 Mio €) in Anspruch genommen. Zudem sind in den sonstigen Verbindlichkeiten langfristige Schuldverschreibungen in Höhe von 184 Mio € (i. Vj. 191 Mio €) sowie kurzfristige Zinsabgrenzungen in Höhe von 78 Mio € (i. Vj. 83 Mio €) enthalten.

08 Haftungsverhältnisse

Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern über 6.497 Mio € (i. Vj. 7.030 Mio €) - davon gegenüber verbundenen Unternehmen 6.291 Mio € (i. Vj. 7.008 Mio €) - ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein nicht zur Unternehmensgruppe gehörender Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Die zugrundeliegenden Verpflichtungen können nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

09 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen Ergebnisabführungsverträge, Energielieferverträge, die IT-Strategie der Gruppe und dabei insbesondere Lizenzverträge, das Versicherungsgeschäft sowie Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.

An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:

Mio €
2020/2021 1.491
2021/2022 685
2022/2023 96
2023/2024 11
2024/2025 10
ab 2025/2026 40
Insgesamt 2.333

Im Gesamtbetrag von 2.333 Mio € sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von rund 1.920 Mio € enthalten. Diese betreffen insbesondere Verlustübernahmen aufgrund von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen.

Rechtsstreitigkeiten

Die Gesellschaft ist aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.

10 Derivative Finanzinstrumente

Mio € Nominalwert 30.09.2019 Beizulegender Zeitwert Nominalwert 30.09.2020 Beizulegender Zeitwert
Devisentermingeschäfte 1) 4.654 -17 5.211 - 6
Zins-/Währungsswaps 22 0 18 2
Insgesamt 4.676 - 17 5.229 - 4

1) inkl. Devisenderivate, die die thyssenkrupp AG im Rahmen ihrer Funktion als zentrale Sicherungsplattform mit Tochtergesellschaften abgeschlossen hat

Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und in geringem Ausmaß Warenpreisen ausgesetzt. Zur Begrenzung der Risiken werden bei der thyssenkrupp AG im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt gruppenweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.

Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen. Diese werden grundsätzlich mit entsprechenden Grundgeschäften in einer Bewertungseinheit zusammengefasst.

Zur Absicherung von Währungsrisiken stehen der thyssenkrupp AG grundsätzlich Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie Zins-/Währungsswaps zur Verfügung. Devisenderivate werden bei der zentralen Sicherungsplattform zur Absicherung der gruppenweit entstehenden Fremdwährungsexposures abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 2.991 Mio € und Verbindlichkeiten in Höhe von 2.220 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisenderivate, mit einer maximalen Restlaufzeit von bis zu 53 Monaten, wurden vollständig in Bewertungseinheiten als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten gruppeninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 18 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps, mit einer Restlaufzeit von bis zu 40 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden als Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten in Höhe von 1 Mio € zu bilden. Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem und 53 Monaten liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich nahezu vollständig ausgleichen, da eine hohe Effektivität der Sicherungsbeziehungen gegeben ist.

Zum aktuellen Stichtag hat die thyssenkrupp AG keine Warenderivate im Bestand.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.

11 Latente Steuern

Aktive latente Steuern ergeben sich aus den Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen HGB- und Steuerbilanzansätzen bezogen auf den gesamten Organkreis der thyssenkrupp AG. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Sonderposten passivische Wertberichtigungen und werden mit aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Vorratsvermögen, bei Pensionsrückstellungen (inkl. Planvermögen) sowie Drohverlustrückstellungen resultieren, saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

12 Umsatzerlöse

Mio € 30.09.2019 30.09.2020
Deutschsprachiger Raum 1) 338 249
Nordamerika 144 140
Westeuropa 48 45
Großraum China 22 21
Asien / Pazifik 9 8
Zentral- und Osteuropa 7 8
Indien 3 5
Naher Osten & Afrika 4 4
Südamerika 5 4
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 1 2
Insgesamt 581 486

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

In den Umsatzerlösen sind insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die gruppenweit nutzbare Marke in Höhe von 363 Mio € (i. Vj. 401 Mio €) ausgewiesen. Zudem sind Nutzungsgebühren für Lizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 71 Mio € (i. Vj. 79 Mio €) und Mieten in Höhe von 36 Mio € (i. Vj. 21 Mio €) enthalten.

Die Umsatzerlöse fallen im Vergleich zum Vorjahr geringer aus, da Versicherungsdienstleistungen für Tochterunternehmen nicht mehr durch die thyssenkrupp AG erbracht werden (i. Vj. 78 Mio €).

13 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von 106 Mio € (i. Vj. 169 Mio €) stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen. Die Verringerung der Herstellungskosten ist auf den Wegfall der Versicherungsdienstleistungen zurückzuführen (i. Vj. 74 Mio €).

Der gesamte Materialaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €) und stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen für die Nutzungsgebühren für Lizenzen.

14 Allgemeine Verwaltungskosten

Mio € 2018/2019 2019/2020
Personalaufwand 191 189
Abschreibungen 30 127
Übrige Verwaltungskosten 299 291
(davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen) 64 112
(davon Dienstleistungsaufwendungen) 128 99
(davon Datenverarbeitungsleistungen) 78 62
(davon Erhaltungsaufwendungen) 0 0
Insgesamt 520 607

Die Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten ist insbesondere auf eine außerplanmäßige Abschreibung auf Bürogebäude des thyssenkrupp Quartiers in Höhe von 101 Mio € zurückzuführen. Die höheren wirtschaftlichen Beratungsaufwendungen stehen im Zusammenhang mit Projektaufwendungen aus der Elevator Technology Transaktion.

15 Personalaufwand gegliedert nach § 275 Abs. 2 Nr. 6 HGB

Mio € 2018/2019 2019/2020
Gehälter 127 107
Soziale Abgaben 12 9
Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 53 77
Insgesamt 191 193

Der Personalaufwand ist mit 189 Mio € (i. Vj. 191 Mio €) in den allgemeinen Verwaltungskosten und mit 4 Mio € (i. Vj. 0,3 Mio €) in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ausgewiesen.

Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein sowie der Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung ausgewiesen. Der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.

Die Aufwendungen für Gehälter sind insbesondere aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringeren Mitarbeiterzahl gesunken. Hauptursache für die gegenläufige Entwicklung der Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung ist eine höhere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen.

Im Geschäftsjahresdurchschnitt, in den Auszubildende und Praktikanten nicht miteinfließen, sind 693 (i. Vj. 872) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt. Dabei entfallen auf die Bereiche Corporate Headquarters, Vorstände der Segmente und sonstige Repräsentanten 609 Beschäftigte (i. Vj. 744) und auf das Office Automotive Technology 84 Mitarbeiter (i. Vj. 128).

16 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 128 Mio € (i. Vj. 1.259 Mio €) umfassen Erträge aus der gruppeninternen Veräußerung von Software in Höhe von 30 Mio €, dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 28 Mio € (i. Vj. 6 Mio €) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 7 Mio € (i. Vj. 95 Mio €).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge von rund 11 Mio € (i. Vj. 95 Mio €), die insbesondere auf die Auflösung von Rückstellungen sowie auf die Zuschreibung auf die Anteile an einer Beteiligung in Höhe von 4 Mio € zurückzuführen sind.

Im Vorjahr war der Ertrag aus der Übertragung ausgewählter Nutzungsrechte an der gruppenweit nutzbaren Marke an die thyssenkrupp Elevator AG in Höhe von 1.080 Mio € in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

17 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1.297 Mio € (i. Vj. 183 Mio €) entfallen außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von 1.080 Mio € auf die Rückabwicklung der an die thyssenkrupp Elevator AG übertragenen Nutzungsrechte an der gruppenweit nutzbaren Marke aus dem Geschäftsjahr 2018 / 2019.

Ferner sind gruppeninterne Forderungsverzichte gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft in Höhe von 74 Mio € und gegenüber der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 49 Mio € enthalten. Weitere Aufwendungen sind für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 21 Mio € (i. Vj. 14 Mio €), für Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 19 Mio € (i. Vj. 9 Mio €) sowie für sonstige Steuern wie Lohnsteuern und Umsatzsteuern in Höhe von 17 Mio € (i. Vj. 6 Mio €) angefallen.

Es ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 1 Mio € (i. Vj. 2 Mio €).

18 Beteiligungsergebnis

Mio € 2018/2019 2019/2020
Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge:
Erträge aus Gewinnabführungen 0 0
Aufwendungen aus Verlustübernahmen - 2.967 - 5.116
Erträge aus Beteiligungen 599 7.207
(davon aus verbundenen Unternehmen) 599 7.207
Insgesamt - 2.367 2.091

Der Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.149 Mio € ist insbesondere auf die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH zurückzuführen, bei der ein Verlust in Höhe von 4.860 Mio € (i. Vj. 2.464 Mio €) auszugleichen ist. Der Verlust ist insbesondere auf Verlustübernahmen durch die Gesellschaft selbst sowie auf außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen zurückzuführen. Bei der thyssenkrupp Materials Services GmbH ist ein Verlust von 212 Mio € (i. Vj. 183 Mio €) auszugleichen.

Die Beteiligungserträge stammen aus Dividendenvereinnahmungen der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 7.057 Mio €, die thesaurierte Gewinne sowie Erträge aus der Veräußerung von Elevator Technology beinhaltet, sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. in Höhe von 149 Mio €.

19 Zinsergebnis

Mio € 2018/2019 2019/2020
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 4 3
(davon aus verbundenen Unternehmen) 4 3
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 106 117
(davon aus verbundenen Unternehmen) 92 89
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 277 - 284
(davon an verbundene Unternehmen) - 71 - 67
Insgesamt - 166 - 164

Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -erträge, die sowohl das zentrale Finanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen und sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von insgesamt 22 Mio € (i. Vj. 25 Mio €).

20 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen auf die Anteile an der thyssenkrupp Materials Services GmbH in Höhe von 407 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 184 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG in Höhe von 131 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 77 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH in Höhe von 3 Mio € vorgenommen.

21 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Diese betreffen Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

22 Abschlussprüfergebühren

Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüfungsleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Gruppenabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben. Für die thyssenkrupp AG und die von ihr beherrschten Unternehmen wurden andere Bestätigungsleistungen im Wesentlichen für projektbegleitende Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen erbracht. Zudem wurden Steuerberatungsleistungen erbracht, die die Erstellung von Steuerklärungen sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und gruppeninternen Reorganisationen umfassen. Die sonstigen Leistungen beinhalten insbesondere projektbezogene Beratungsleistungen.

23 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 6 Mio € (i. Vj. 7 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen / Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 1 Mio € (i. Vj. 3 Mio €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 24 Mio € (i. Vj. 15 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind 255 Mio € (i. Vj. 237 Mio €) zurückgestellt.

Für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Gruppenabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von rund 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.

Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts der thyssenkrupp-Gruppe und der thyssenkrupp AG.

Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats als Bestandteil des Anhangs ausgewiesen.

24 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG am 01. Oktober 2020 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

25 Nachtragsbericht

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa wird weiterhin geprägt von der Corona-Pandemie. Seit Mitte Oktober 2020 steigen die Fallzahlen wieder signifikant an. Dies veranlasste die Bundesregierung, für November 2020 neue Einschränkungen anzuordnen, die die Kontaktzahlen und damit das Infektionsrisiko insgesamt reduzieren sollen. Die Gesellschaft ist aufgrund der Erfahrungen seit Frühjahr 2020 auf diese Situation in organisatorischer und prozessualer Hinsicht vorbereitet. Aufgrund der mit der Pandemie verbundenen Unsicherheiten sind weitere Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nicht auszuschließen.

Anteilsverzeichnis

Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht § 285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei bestehenden Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung / Verlustausgleich angegeben. Die Werte entsprechen den zur Erstellung des Gruppenabschlusses der thyssenkrupp AG verwendeten Meldedaten gemäß IFRS. Für nicht verbundene Unternehmen wurden die letzten verfügbaren Jahresabschlüsse nach Landesrecht zugrunde gelegt.

Name und Sitz Eigenkapital

Mio €
Ergebnis

Mio €
Anteil am Kapital

%
Automotive Technology
Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 5,28 1,35 100,00
OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland 0,91 0,13 100,00
ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 2,30 0,09 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 30,13 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico 20,40 - 5,64 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA - 0,87 - 8,17 100,00
thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 1,13 - 1,54 100,00
thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 77,52 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 31,37 6,91 100,00
thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA 15,69 - 20,75 100,00
thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 36,36 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn - 90,16 - 68,53 100,00
thyssenkrupp Components Technology de Mexico, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 72,99 - 4,33 100,00
thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 41,78 11,15 60,00
thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 57,68 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 64,21 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien 10,72 3,44 100,00
thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein - 72,77 - 164,70 100,00
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 0,37 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 87,41 1,16 100,00
thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA 27,24 4,76 100,00
thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 95,08 16,12 60,00
thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China -12,27 - 17,55 100,00
thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 113,51 5,93 100,00
thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 55,87 3,42 60,00
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 47,61 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 24,20 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA 152,27 3,96 100,00
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck -15,39 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 67,36 22,74 100,00
thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein - 1,23 0,20 100,00
thyssenkrupp Presta de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico -11,80 - 50,68 100,00
thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., , China -18,52 - 12,49 100,00
thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China -12,56 - 87,83 100,00
thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China - 6,43 - 17,46 100,00
thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 123,38 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien - 2,58 - 2,90 100,00
thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien - 0,05 - 1,65 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 1,54 0,04 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich - 16,31 0,49 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 0,10 - 0,10 100,00
thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA 3,74 - 2,12 100,00
thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Queretaro, Mexico 1,90 - 0,53 100,00
thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China 8,79 - 18,22 100,00
thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 14,28 0,00 *) 100,00
HFS Hotforming Solutions GmbH i. L., Schwalbach 0,06 0,00 50,00
Industrial Components
BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2,40 0,00 *) 100,00
Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 0,97 - 0,15 100,00
Berco S.p.A., Copparo, Italien 63,27 -24,88 100,00
Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 8,33 - 1,99 100,00
BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien -17,09 - 3,64 100,00
Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China 72,89 11,65 100,00
Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 1,24 - 0,17 100,00
Defontaine S. A. S., La Bruffière, Frankreich 33,07 - 15,38 100,00
Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien - 0,17 - 0,31 67,01
PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 0,07 0,00 *) 100,00
Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 26,83 3,42 100,00
Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 256,95 48,11 60,00
thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA 29,43 - 4,02 100,00
thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China - 117,91 - 79,62 100,00
thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 99,47 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Crankshafts GmbH, Homburg 5,53 1,06 100,00
thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 13,16 - 0,06 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 178,73 - 0,26 59,77
thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien - 0,39 - 2,15 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica de Mexico S.A. de C.V., Puebla, Mexico 58,60 4,24 100,00
thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien 5,43 0,16 100,00
thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 59,99 13,28 100,00
thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund 54,43 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien 10,63 - 1,06 100,00
thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , Minato-ku/Tokio, Japan 117,06 3,58 100,00
thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moskau, Russland 0,20 0,00 100,00
thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 73,23 8,32 100,00
thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien 0,52 - 1,97 100,00
thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Aurora/Ohio, USA 14,40 - 5,10 100,00
Plant Technology
Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 0,12 0,00 100,00
Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 18,12 - 1,60 100,00
Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 0,44 0,03 100,00
Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien - 1,06 - 0,02 100,00
OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 2,48 1,40 100,00
PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 2,19 - 0,59 67,00
Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 0,13 0,00 100,00
Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 1,26 0,00 100,00
TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 2,47 0,09 100,00
TOO thyssenkrupp Plant Construction Kazakhstan , Almaty, Kasachstan 0,04 0,00 100,00
TOO thyssenkrupp Plant Engineering Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 0,05 0,01 100,00
The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak 0,00 0,00 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 0,47 0,10 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile 4,07 -24,14 100,00
Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 0,64 - 0,18 60,00
Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 10,89 0,00 *) 100,00
Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 7,37 - 0,78 100,00
Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 34,58 0,00 *) 100,00
Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 0,49 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China - 9,93 - 2,44 100,00
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 32,13 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 35,84 - 4,36 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur - 1,31 - 0,84 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien - 36,22 - 6,50 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana - 0,02 - 0,01 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Federal Canada , Kanada 261,62 8,12 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China - 56,39 - 5,89 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 9,72 - 24,45 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 43,67 2,51 80,43
thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia - 0,29 - 0,12 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico 22,95 1,52 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik - 0,27 - 0,31 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru 11,36 3,91 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 2,85 - 0,38 75,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 24,35 - 14,59 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 1,91 - 1,02 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 538,67 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 0,19 - 0,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei 5,06 4,85 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten - 4,21 3,68 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Makine Sanayi Ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 1,46 - 0,86 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko 2,98 0,56 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 5,52 - 1,86 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., State of Mexico, Mexico - 2,25 0,28 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika - 6,49 - 2,85 70,00
thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia - 0,87 - 0,04 100,00
thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 111,95 0,73 54,73
thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien - 2,03 - 4,40 100,00
thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 2,50 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA 5,38 0,28 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien 13,37 2,83 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan 49,39 3,04 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 30,21 2,07 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 203,00 26,73 66,00
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Dortmund 2,56 0,00 *) 100,00
KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. 0,19 - 0,08 1) 26,93
Materials Services
Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 100,51 - 226,37 100,00
Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico 6,15 0,90 100,00
Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 5,78 0,00 *) 79,96
Max Cochius GmbH, Berlin 0,92 0,00 *) 75,00
Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 11,90 2,96 100,00
Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 2,40 1,01 100,00
OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland 5,29 0,88 100,00
PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 9,68 1,31 90,00
RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 19,53 1,27 54,15
Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien - 2,95 - 5,61 100,00
TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan 0,00 0,00 100,00
TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan 0,06 - 0,01 100,00
Terninox S.p.A., Terni, Italien 34,02 - 0,92 100,00
Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 1,68 0,03 100,00
Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien 5,68 0,11 100,00
ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 7,57 0,40 100,00
ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 5,21 0,07 100,00
ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 1,62 - 2,64 100,00
ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei - 0,11 0,00 51,00
UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 1,91 0,01 51,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 1.349,08 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen - 9,88 - 1,49 67,10
thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China 1,73 - 1,21 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 0,17 - 0,48 100,00
thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 8,73 0,83 100,00
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden 6,66 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 2,74 - 0,29 100,00
thyssenkrupp Aerospace Morocco SARL, Casablanca, Marokko - 1,20 - 1,48 100,00
thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 0,19 0,03 99,98
thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien 1,10 - 0,90 80,00
thyssenkrupp Comercio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 22,80 6,14 99,48
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich - 0,40 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 774,91 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 96,56 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien - 1,02 - 3,23 100,00
thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 17,21 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA 4,03 1,49 100,00
thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 0,22 - 1,15 80,83
thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand - 4,69 - 3,78 100,00
thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 52,32 - 36,06 100,00
thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien - 3,01 - 1,50 100,00
thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 9,51 - 1,14 100,00
thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 32,98 - 0,49 100,00
thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 42,32 - 2,89 80,00
thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 63,56 - 1,97 100,00
thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik -12,88 - 0,41 100,00
thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 52,82 - 40,38 100,00
thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand 1,12 - 0,02 100,00
thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 56,54 0,03 100,00
thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 33,25 - 0,84 100,00
thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen 0,92 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 17,50 - 0,47 70,00
thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 198,69 - 16,10 100,00
thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 48,26 6,38 100,00
thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 125,42 10,10 90,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 81,87 0,00 *) 99,58
thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 11,26 0,32 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien 1,92 - 2,85 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien 24,38 - 0,53 100,00
thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien - 3,31 - 0,81 100,00
thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 20,72 - 0,88 100,00
thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 831,20 0,00 *) 99,84
thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 10,24 - 1,40 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 7,88 - 1,52 100,00
thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 230,73 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China - 2,00 - 0,20 100,00
thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 20,99 - 4,41 100,00
thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam - 1,66 - 2,14 100,00
thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico 93,51 - 1,84 100,00
thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 87,95 35,71 100,00
thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 43,21 0,02 68,00
thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 24,57 20,76 100,00
thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 19,59 1,32 100,00
thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 14,94 0,33 100,00
thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich - 2,28 - 1,37 100,00
thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 751,61 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 37,58 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen - 0,48 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 4,76 0,02 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 44,03 20,50 100,00
Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico 7,81 0,23 50,00
BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China 0,00 0,00 3) 25,00
Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 20,73 1,41 1) 30,25
Ilserv S.r.l., Terni, Italien 24,05 3,41 1) 35,00
Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur 29,98 - 43,10 1) 30,00
Polarputki Oy, Helsinki, Finnland 22,54 1,70 1) 50,00
Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 3,99 0,31 1) 21,00
Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 0,00 0,00 3) 50,00
mt industry recycling GmbH, München 0,05 - 0,02 1) 50,00
Steel Europe
B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 0,07 0,00 75,00
Becker & Co. GmbH, Neuwied 2,72 0,00 *) 100,00
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 0,25 0,00 *) 100,00
EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1,55 0,00 *) 100,00
Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 103,98 6,69 87,98
Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 8,09 4,25 75,25
Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 132,37 0,00 *) 100,00
Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 1.114,41 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 2.096,11 58,83 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 148,10 0,00 *) 99,58
thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 6,32 - 15,99 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 8,59 0,79 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 17,72 - 38,61 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 55,00 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Galmed S.A., Sagunto, Spanien 57,44 1,63 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 120,22 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen 0,01 0,02 100,00
thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 0,04 0,00 100,00
thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 284,71 0,00 *) 99,50
thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 260,14 9,90 100,00
thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China 0,30 0,00 100,00
thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg - 0,28 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile 20,88 0,42 100,00
thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien 0,09 - 0,09 100,00
thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 2.269,82 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich 0,76 0,37 100,00
thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien - 1,29 - 3,09 100,00
thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Martorelles, Spanien 2,72 1,40 100,00
thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan 0,21 0,09 100,00
thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 90,94 - 1,83 100,00
thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 0,80 0,27 100,00
thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz 0,29 0,10 100,00
thyssenkrupp Stal Danmark A/S, Hundested, Dänemark 6,68 0,36 100,00
thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 105,21 16,00 100,00
thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg - 0,23 0,09 100,00
Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 14,65 8,45 1) 21,71
Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 1,85 0,25 1) 38,54
Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 11,45 0,29 1) 25,01
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 605,15 38,98 1) 50,00
JEVISE Corporation, Tokyo, Japan 0,15 0,00 2) 50,00
JTA Technology (Hangzhou) Co. Ltd. , Hangzhou, China 0,63 - 0,62 1) 34,00
Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 2,08 0,14 1) 40,00
TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China 32,97 - 4,86 1) 12,50
TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China 155,66 18,96 1) 50,00
Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen 2,64 1,30 50,00
Marine Systems
ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland - 0,20 - 0,25 100,00
ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 300,36 0,00 *) 100,00
ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 1,83 0,31 100,00
ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 0,91 0,26 49,00
ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 25,76 0,00 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 39,99 6,20 100,00
ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 0,31 0,00 100,00
ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark - 0,19 - 0,33 100,00
ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. 2,80 1,15 100,00
ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA - 0,05 - 1,22 100,00
Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand - 0,66 - 0,02 100,00
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 2,29 0,00 *) 100,00
Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 0,10 - 0,01 100,00
German Marine Systems GmbH, Hamburg - 0,26 0,00 *) 100,00
Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 0,08 - 0,04 100,00
Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 25,54 0,00 *) 100,00
Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 0,64 0,00 100,00
IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 0,03 0,00 *) 100,00
SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien 7,10 0,89 100,00
SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 0,97 0,00 *) 100,00
TKMS Business Partnership, Kiel - 0,29 - 3,40 100,00
thyssenKrupp Marine Systems Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei - 0,04 - 0,05 100,00
thyssenkrupp Estaleiro Hamburgo Participacoes Societarias Ltda., Itajai, Brasilien 35,32 - 0,06 100,00
thyssenkrupp Marine System-Egypt SAE , Alexandria, Ägypten 0,14 0,00 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien 0,16 0,02 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 8,59 - 1,96 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada - 0,72 - 0,23 100,00
thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 1.424,65 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Marine Systems LLP, Solihull, Großbritannien 23,99 - 2,67 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Services GmbH, Kiel 0,25 0,00 100,00
thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Industria e Comércio Ltda. , Moncoes, Brasilien 35,14 - 0,56 100,00
Águas Azuis Construcao Naval SPE Ltda., Itaja / Santa Catarina, Brasilien 24,49 - 0,13 75,00
Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland 0,67 - 1,35 1) 49,00
Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar 0,35 0,00 1) 40,00
CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Capetown, Rep. Südafrika 0,31 0,04 1) 40,00
Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 7,91 - 0,46 1) 20,42
KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen - 7,46 - 4,19 50,00
LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 31,09 - 1,96 1) 20,00
MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 5,18 - 0,51 1) 49,00
Corporate Headquarters
ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. 0,26 0,09 100,00
thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 630,42 167,79 100,00
thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien - 6,74 - 17,85 100,00
thyssenkrupp France S.A.S., Florange, Frankreich 756,69 250,45 100,00
thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 3,51 0,38 100,00
thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 320,54 37,30 100,00
thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan 3,42 0,20 100,00
thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia - 0,44 0,02 100,00
thyssenkrupp NA Holding Corp., East Lansing/Michigan, USA 1.969,79 0,37 100,00
thyssenkrupp North America, LLC, Dover/Delaware, USA 1.491,37 324,67 100,00
thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 70,40 - 5,10 100,00
thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 530,40 - 29,27 100,00
thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen 2.092,15 602,33 100,00
Others
Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 10,84 0,17 100,00
Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada 1,33 0,03 100,00
CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 2,55 - 0,02 100,00
GLH GmbH, Essen 32,76 0,13 100,00
RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 0,82 - 2,77 100,00
Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 1,15 0,00 *) 100,00
Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 10,24 0,07 100,00
carValoo GmbH, Essen - 0,67 - 0,70 100,00
thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf - 0,60 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 37,11 - 9,07 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 0,08 - 0,01 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 264,99 18,07 100,00
thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 46,37 0,88 100,00
thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 655,09 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 1,28 - 7,10 84,64
thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 2,12 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada 71,69 11,02 100,00
thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 279,93 7,37 100,00
thyssenkrupp Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen 630,02 - 1.035,00 100,00
thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 1,01 0,25 100,00
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 17,97 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH, Essen 10,33 - 0,33 100,00
thyssenkrupp Industrials Participations GmbH, Essen 0,02 0,00 100,00
thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur - 0,42 - 0,32 100,00
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen - 0,34 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf - 0,68 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Materials Business Services GmbH, Essen 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien 0,11 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials UK Holding Ltd., Birmingham, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 8.995,08 11.105,53 100,00
thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 35,23 4,50 100,00
thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen 777,84 0,00 100,00
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 116,87 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen - 0,04 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 24,68 - 0,48 100,00
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 8.834,73 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 1,81 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp rothe erde Brazil Participacoes Ltda., Diadema, Brasilien 0,00 0,00 100,00
BOBBY&CARL GmbH i. L., Düsseldorf 0,61 0,02 1) 50,00
COMUNITHY Immobilien GmbH i. L., Düsseldorf 0,37 0,00 1) 49,00
Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz - 2,47 - 0,67 1) 94,00
Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 0,02 0,00 33,33
LEWA Attendorn GmbH, Olpe 38,89 4,78 1) 19,20
NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 0,31 0,05 1) 94,76
Vertical Topco I S.A., Luxembourg, Luxemburg 783,75 4,60 19,32

*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

1) Die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2019 bis 31.12.2019.

2) Die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.04.2019 bis 31.03.2020.

3) Die Gesellschaft ist insolvent bzw. in Liquidation; es sind keine Angaben vorhanden.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögensund Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

(1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

[1] Sachverhalt und Problemstellung

[2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

[3] Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

(1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

[1] Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2020 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 16.642 Mio (46 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die thyssenkrupp AG überprüft jährlich zum Bilanzstichtag in einem Regelprozess die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsbuchwerte anhand von eigenen Bewertungen. Zur Ermittlung des jeweils beizulegenden Wertes wird grundsätzlich mithilfe von Discounted Cashflow Verfahren je Beteiligung ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird, um einen Eigenkapitalwert zur Gegenüberstellung mit dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert ermitteln zu können. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen, die unter anderem auch die erwarteten Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen berücksichtigen, zugrunde gelegt und die geplanten Cashflows mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten diskontiert. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows, unter anderem auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Krise, des verwendeten Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate abhängig. Die Bewertungen sind daher mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie weiterer Dokumentationen ergab sich zum 30. September 2020 in fünf Fällen ein Abwertungsbedarf, der sich insgesamt auf € 803 Mio beläuft. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

[2] Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Planungsrechnung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftstätigkeit der verbundenen Unternehmen haben wir gewürdigt und deren Berücksichtigung bei der Planungsrechnung nachvollzogen. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Gesamtunternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Beteiligungsansätze eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der zugrundeliegenden Planungsrechnung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Beteiligungsbuchwerts durch den ermittelten Eigenkapitalwert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind aus unserer Sicht zur Überprüfung der Werthaltigkeit sachgerecht abgeleitet worden.

[3] Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und deren Werthaltigkeit sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben", "Finanzanlagen" und "Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 12. Februar 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 als Abschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, 16. November 2020

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.

Essen, 16. November 2020

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Burkhard

Merz

Keysberg

Mandate des Vorstands

Stand: 30.09.2020

Martina Merz

Bestellung bis März 2023 // deutsch

Vorsitzende

○ SAF-Holland SE (Deputy Chair)

○ Volvo AB, Schweden

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

□ thyssenkrupp (China) Ltd., VR China (Chairman)

Oliver Burkhard

Bestellung bis September 2023 // deutsch

□ PEAG Holding GmbH (Vorsitz)

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Vorsitz)

[ ] thyssenkrupp Steel Europe AG

Dr. Klaus Keysberg

Bestellung bis Juli 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Materials Services GmbH (Vorsitz)

[ ] thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)

□ thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., VR China

□ thyssenkrupp North America, Inc., USA (Chairman)

Johannes Dietsch

ausgeschieden aus dem Vorstand mit Ablauf des 31.03.2020 // deutsch

• Covestro AG

[ ] Covestro Deutschland AG

[ ] Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2020)

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG

(Stand: 30. September 2020)

•/○ börsennotiertes Unternehmen

Mandate des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2020

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Michelau

Unternehmensberater

Bestellung bis 2023 // deutsch

[ ] Dr. Johannes Heidenhain GmbH

[ ] Voith GmbH & Co. KGaA

(Vorsitz Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat)

Jürgen Kerner, München

(seit 31.01.2020)

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall

Bestellung bis 2024 // deutsch

• MAN SE

• Siemens AG

• Traton SE

• Siemens Energy GmbH

[ ] MAN Truck & Bus SE

[ ] Premium Aerotec GmbH

Birgit A. Behrendt, Köln

(seit 31.01.2020)

Unternehmensberaterin

Bestellung bis 2023 // deutsch

• Kion Group AG

[ ] Ford Werke GmbH

□ Stulz Verwaltungsgesellschaft mbH

(Mitglied des Verwaltungsrates)

Dr. Wolfgang Colberg, München

Unternehmensberater

Bestellung bis 2023 // deutsch

○ Pernod Ricard SA, Frankreich

□ AMSilk GmbH (Vorsitz des Beirats)

○ Burelle SA, Frankreich

□ ChemicaInvest Holding BV, Niederlande (Chairman)

□ Efficient Energy GmbH (Vorsitz des Beirats)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dortmund

Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Bestellung bis 2023 // deutsch

• Munich Re AG

Angelika Gifford, Kranzberg

Vice President Central Europe Facebook Inc.

Bestellung bis 2023 // deutsch

• TUI AG, Hannover

Dr. Bernhard Günther, Haan

(seit 31.01.2020)

Finanzvorstand und Personalvorstand der innogy SE Bestellung bis 2023 // deutsch

• Uniper SE

Achim Hass, Kiel

Energieanlagenelektroniker // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH Bestellung bis 2024 // deutsch

[ ] Babcock Pensionskasse VvaG

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Marine Systems GmbH

Friederike Helfer, Altendorf/ Schweiz

(seit 31.01.2020)

Partnerin bei Cevian Capital Limited Bestellung bis 2023 // österreichisch

○ Vesuvius plc

Dr. Ingrid Hengster, Frankfurt am Main

Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe Bestellung bis 2023 // österreichisch

[ ] Deutsche Bahn AG

□ KfW Capital GmbH & Co. KG

Tanja Jacquemin, Frankfurt/Main

Fachreferentin/Dozentin für den Forschungs- und Lehrbereich "Aufsichtsräte und Unternehmensmitbestimmung" an der Academy of Labour

Bestellung bis 2024 // deutsch

Dr. Norbert Kluge, Ratingen

Gründungsdirektor des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung Bestellung bis 2024 // deutsch

Barbara Kremser-Bruttel, Gelsenkirchen

Bürokauffrau // Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp

Electrical Steel GmbH

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Electrical Steel GmbH

Dr. Ingo Luge, Hannover

(12.11.2019-31.01.2020 und seit 11.02.2020)

Aufsichtsrat und Unternehmensberater

Bestellung bis 2021 // deutsch

[ ] Avacon AG

[ ] E.ON Energie Deutschland GmbH

[ ] PreussenElektra GmbH

Tekin Nasikkol, Ratingen

(seit 04.08.2020)

Bachelor of Arts (Business Administration) // Vorsitzender des Betriebsrats und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Steel Europe AG

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel // stellv. Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Materials Services

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Materials Services GmbH

Dirk Sievers, Bochum

Technischer Angestellter // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG / Electrical Steel (Bochum) //

Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG Bestellung bis 2024 // deutsch

□ PEAG Holding GmbH (Mitglied des Beirats)

Dr. Lothar Steinebach, Leverkusen

ehem. Mitglied des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA Bestellung bis 2023 // deutsch

[ ] Carl Zeiss AG

□ Diem Client Partner AG, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Friedrich Weber, Schöndorf

Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Bilstein GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Components Technology // stellv. Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der thyssenkrupp AG // stellv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Bilstein GmbH

Isolde Würz, Mülheim/Ruhr

Rechtsanwältin // Corporate Lawyer der thyssenkrupp Zentralfunktion Legal & Compliance // Vorsitzende des Sprecherausschusses der thyssenkrupp AG und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des Konzernarbeitskreises der leitenden Angestellten

Bestellung bis 2024 // deutsch

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 / 2020 sind folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sofern von ihnen zum Zeitpunkt des Ausscheidens andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:

Markus Grolms, Dinslaken

(bis 31.01.2020)

stellv. Vorsitzender // Gewerkschaftssekretär der IG Metall

Bestellung bis 2024 // deutsch

Susanne Herberger, Dresden

(bis 31.07.2020)

Ingenieurin (FH) für Informatik // stellv. Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp Aufzüge GmbH (Dresden) // Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Elevator Technology // stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2024 // deutsch

Tochterunternehmen der thyssenkrupp AG:

[ ] thyssenkrupp Elevator AG

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum (bis 31.01.2020)

Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung, Ruhr-Universität Bochum Bestellung bis 2020 // deutsch

[ ] LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster aG

[ ] LVM Krankenversicherungs-AG

Carola v. Schmettow, Düsseldorf

(bis 31.01.2020)

Sprecherin des Vorstands (CEO) der

HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Bestellung bis 2020 // deutsch

□ HSBC France SA, Frankreich

Jens Tischendorf, Zürich

(bis 31.01.2020)

Partner Cevian Capital Ltd.

Bestellung bis 2020 // deutsch

• Bilfinger SE

[ ] Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2020)

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG

(Stand: 30. September 2020)

•/○ börsennotiertes Unternehmen

Bericht des Aufsichtsrats

Prof. Dr.-Ing.

Siegfried Russwurm

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre!

Bevor ich Sie nachfolgend konkret über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2019 / 2020 informiere, möchte ich zu Beginn kurz auf dieses herausfordernde Jahr insgesamt zurückblicken. Es war ein Jahr, in dem die Corona-Pandemie unser Geschäft und unsere Arbeit nachhaltig beeinflusst hat. Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie dramatisch waren, so sind sie für thyssenkrupp unter dem Strich insgesamt doch weniger negativ ausgefallen als ursprünglich befürchtet. Der Vorstand hat entschlossen reagiert und konsequent Maßnahmen zur Liquiditätssicherung umgesetzt. Das abgelaufene Geschäftsjahr war ein entscheidendes für die Transformation unseres Unternehmens hin zu einer leistungsstarken "Group of Companies" mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio. Die Fortschritte werden immer deutlicher erkennbar.

Auf diesem Transformationspfad orientiert sich das Unternehmen an den strategischen Handlungsfeldern Performance, Portfolio und Organisation. In allen Handlungsfeldern wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr zentrale Entscheidungen erfolgreich umgesetzt. Beim Verkauf der Aufzugssparte konnte thyssenkrupp einen ausgesprochen guten Erlös erzielen. Außerdem wurde im März 2020 die "Stahl-Strategie 20-30" beschlossen und mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt. Im Mai 2020 hat thyssenkrupp im Rahmen eines Strategie-Updates das Portfolio neu strukturiert und damit den künftigen Handlungsrahmen für die einzelnen Segmente festgelegt. Auch die Organisationsstrukturen wurden bereits an die neuen Realitäten angepasst: Die Zentrale wurde erheblich verkleinert, die Regionalstrukturen angepasst und das Angebot der Service-Einheiten wurde konsolidiert sowie besser auf die Nachfrage unserer Geschäfte abgestimmt.

Die Umsetzung des Transformationsprozesses haben wir im Aufsichtsrat eng begleitet und werden das auch weiterhin tun. Über die Fortschritte wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und in den Sitzungen der Ausschüsse berichtet und diskutiert.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 / 2020 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und die Gruppe relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Geschäfte der Gruppe sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Angesichts der aktuellen Situation haben Aufsichtsrat und Vorstand die bereits im Geschäftsjahr 2018/2019 aufgenommene deutlich intensivere Zusammenarbeit und den Informationsaustausch fortgeführt und insbesondere in zweiwöchentlichen Sitzungen des Präsidiums mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern und externen Beratern schwerpunktmäßig den Rahmen für den Transformationsprozess von thyssenkrupp sowie die Auswirkungen der und die Reaktionen auf die Corona-Pandemie erörtert.

Darüber hinaus standen die Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 98,15 %. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats lag die Präsenz bei 99,5 % und bei den Sitzungen der Ausschüsse bei 97,0 %. In der nachfolgenden Tabelle wird die Teilnahme in individualisierter Form offengelegt:

Aufsichtsratssitzungen Ausschusssitzungen
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
Teilnahme Sitzungen Anwesenheit

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender 10 10 100,00 % 45 45 100,00 %
Jürgen Kerner, stellv. Vorsitzender (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 25 29 86,21 %
Markus Grolms, stellv. Vorsitzender
(bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 14 16 87,50 %
Birgit A. Behrendt (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Wolfgang Colberg 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather 10 10 100,00 % 9 9 100,00 %
Angelika Gifford (ab 12.11.2019) 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Bernhard Günter (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 28 28 100,00 %
Achim Haas 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Friederike Helfer (ab 31.01.2020) 6 6 100,00 % 8 8 100,00 %
Dr. Ingrid Hengster 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Susanne Herberger (bis 31.07.2020) 8 8 100,00 % 3 3 100,00 %
Tanja Jacquemin 10 10 100,00 % 6 6 100,00 %
Dr. Norbert Kluge 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Barbara Kremser-Bruttel 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Dr. Ingo Luge (ab 12.11.2019 bis 31.01.2020
und ab 11.02.2020) 9 9 100,00 % 4 4 100,00 %
Tekin Nasikkol (ab 04.08.2020) 2 2 100,00 % 1 1 100,00 %
Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 18 19 94,74 %
Peter Remmler 10 10 100,00 % 4 4 100,00 %
Carola v. Schmettow (bis 31.01.2020) 3 4 75,00 % 4 4 100,00 %
Dirk Sievers 10 10 100,00 % 45 45 100,00 %
Dr. Lothar Steinebach 10 10 100,00 % 6 6 100,00 %
Jens Tischendorf (bis 31.01.2020) 4 4 100,00 % 6 6 100,00 %
Friedrich Weber 10 10 100,00 % ./. ./. ./.
Isolde Würz 10 10 100,00 % ./. ./. ./.

Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen teilgenommen; regelmäßig hat der Aufsichtsrat aber auch ohne den Vorstand getagt.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden zehn Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2019. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 und stellte damit den Jahresabschluss fest. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2020 erörtert und gebilligt und damit der Jahresabschluss festgestellt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2019 / 2020, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 sowie Fragen der Vorstandsvergütung. Der ausgearbeitete und vom Aufsichtsrat gebilligte Entwurf eines Vergütungssystems für den Vorstand soll der Hauptversammlung 2021 vorgestellt und zur Billigung vorgelegt werden. Berücksichtigt wurden hierbei auch die neuen Vorgaben der Aktionärsrechterichtlinie II (ARUG II) sowie die Neufassung des DCGK. Zudem wurde das aktuelle System der Aufsichtsratsvergütung bewertet und bestätigt. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS), dem Thema Compliance und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2019 gemäß § 32 WpHG.

Im Rahmen des Berichts zur Lage der thyssenkrupp Gruppe und zur Umsetzung des Transformationsprozesses nahmen die Beratungen zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und den mittelfristigen Ergebniszielen dieser Neuausrichtung einen großen Raum ein. Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig die Kernelemente der strategischen Neuausrichtung Portfolio, Performance und Organisation. Zu den intensiv behandelten Portfoliothemen zählen in diesem Zusammenhang der Verkauf des Aufzuggeschäftes an das Bieterkonsortium um Advent International, Cinven und die RAG-Stiftung, der Optionenraum für die Konsolidierung des Stahlgeschäfts sowie die Vorgehensweise zu den in der Geschäftseinheit Multi Tracks gebündelten Geschäften, für die das Unternehmen perspektivisch vorrangig neue Eigentümer sucht. Unter dem Stichwort "Performance" wurden die aus dem Wettbewerber-Benchmark abgeleiteten Zielrenditen der unterschiedlichen Geschäftseinheiten diskutiert, die jeweiligen Maßnahmenpläne für den Weg dorthin und die Konsequenzen der Planungen für die Finanzierung der Gruppe.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 / 2020 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von insgesamt drei Entsprechenserklärungen beschlossen. Die aktuelle, zum 01. Oktober 2020 abgegebene Entsprechenserklärung ist auf der Website von thyssenkrupp abrufbar. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Aufsichtsrat und auch Vorstand haben zudem aufgrund neuer aktienrechtlicher Anforderungen an Zustimmungspflichten des Aufsichtsrats im Falle bestimmter Geschäfte mit nahestehenden Personen ein internes Verfahren zur Einhaltung der Zustimmungserfordernisse beschlossen. Im Berichtsjahr hat es keine zustimmungs- oder veröffentlichungspflichtige Geschäfte gegeben.

Von besonderer Bedeutung war auch die von externer Seite begleitete und im Berichtsjahr begonnene Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats. Die Selbstbeurteilung erfolgte auf Grundlage umfassender Fragebögen sowie Interviews mit allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Vertiefung und Erörterung der Beobachtungen. Die Schwerpunkte der Beurteilung lagen insbesondere in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, der Organisation und Arbeitsweise und in der Informationsversorgung des Aufsichtsrats. Die Beurteilung umfasste neben der Arbeit des Plenums vertiefend auch die Arbeit des Präsidiums, des SFI-Ausschusses und des Prüfungsausschusses und die Schnittstellen zwischen Plenum und den Ausschüssen im Allgemeinen. Die Selbstbeurteilung wurde in diesem Jahr zudem um die Perspektive des Vorstands auf die Arbeit des Aufsichtsrats erweitert. Die Ergebnisse aus der Beurteilung wurden im November dieses Jahres sowohl im Plenum als auch in den Ausschüssen im Detail präsentiert und hierbei insbesondere die Handlungsempfehlungen und Impulse in Bezug auf deren Umsetzung diskutiert. Hierbei lag ein besonderes Augenmerk auf diversen Kriterien für eine zukunftsfähige und fortschrittliche Aufsichtsratsarbeit.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Einzelne Entscheidungsbefugnisse sind soweit gesetzlich zulässig vom Aufsichtsrat auf die Ausschüsse übertragen worden. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2020 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden standen auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse, um sich über besonders wichtige Projekte auszutauschen.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu 25 Sitzungen zusammengekommen und hat aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats im Rahmen von Jour Fixe-Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus getagt. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen im Fokus dieses Ausschusses die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, Themen im Zusammenhang mit dem Umbau von thyssenkrupp sowie angemessene Reaktionen auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2019 / 2020 in 11 Sitzungen die Personalthemen des Vorstands der thyssenkrupp AG und ehemaliger Vorstandsmitglieder für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere die Neuordnung des Vorstands, die Planung und Umsetzung von Veränderungen in der Besetzung des Vorstands, das neue System der Vorstandsvergütung und die damit verbundenen Maßnahmen zur Festsetzung von Tantieme und Bonus. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden. Daneben wurden allgemeine Vorstandsangelegenheiten, teilweise auch im Kontext von Leistungen für ehemalige Vorstandsmitglieder, behandelt.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2019 / 2020 zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2020 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen.

Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und eine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine gruppenweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Sowohl Prof. Dr. Bernhard Pellens, der dem Prüfungsausschuss bis zum 31. Januar 2020 als Vorsitzender vorstand, als auch sein Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Dr. Bernhard Günther, standen auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter relevanter Zentralfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2019 / 2020 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 beschlossen. Der Prüfungsausschuss hat zudem beschlossen, die Abschlussprüferleistungen ab dem Geschäftsjahr 2022 / 2023 aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auszuschreiben. Ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren wurde eingeleitet.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Unternehmen beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Als Prüfungsschwerpunkt hat der Prüfungsausschuss folgenden Auftrag festgelegt: "Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des IKS bei stärkerer Dezentralität der Unternehmensgruppe". Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss in seiner Sitzung am 16. November 2020 über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Die dort vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen in den Themenbereichen Kontrollumfeld, Aufbauorganisation, Prozesse und Tools sollen nach erfolgter Evaluierung durch den Vorstand und die Fachbereiche zeitnah im Geschäftsjahr 2020 / 2021 umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein der Leiterin der gruppenweiten Revision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Revision für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die CSR-Berichterstattung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 gemäß § 32 WpHG und der aktuelle Umsetzungsstand der Performance-Entwicklung der Business Areas.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2019 / 2020 viermal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen aus seinem Verantwortungsbereich an den Aufsichtsrat. Zu den behandelten Themenschwerpunkten gehörten die strategische Neuausrichtung von thyssenkrupp, der Optionenraum für die Business Area Elevator Technology, Finanzierungs- und Liquiditätsplanung, die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner realisierter Investitionsprojekte. Im November 2020 hat sich der Ausschuss intensiv mit der Unternehmens- sowie Investitionsplanung der Gruppe für das Geschäftsjahr 2020 / 2021 und deren Finanzierung befasst. Im laufenden Geschäftsjahr ist die Befassung des Aufsichtsrats mit einer aktualisierten Unternehmens- und Investitionsplanung vorgesehen. Zudem hat sich der Ausschuss im Berichtsjahr umfangreich mit den prioritären Themen der Transformation befasst.

Die Mitglieder von Prüfungsausschuss und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss sind im Berichtsjahr zudem zu einer gemeinsamen Sitzung beider Ausschüsse zusammengekommen, in der für beide Ausschüsse relevante Themen wie Fragen der Liquidität und der Finanzierung erörtert wurden.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkt der Beratungen waren die Erarbeitung von Wahlvorschlägen für die Hauptversammlung 2020, die Vorbereitung der Besetzung der Ausschüsse nach der Hauptversammlung 2020, die Vorbereitung einer erforderlich gewordenen Nachbesetzung auf Anteilseignerseite sowie - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat.

Auch in diesem Berichtsjahr bestand für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2019 / 2020 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und der Lagebericht der thyssenkrupp-Gruppe, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 16. November 2020 sowie des Aufsichtsrats am 18. November 2020 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach der Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die vollständig im Lagebricht integrierte CSR-Berichterstattung.

Eine Beschlussfassung zur Verwendung des Bilanzgewinns war nicht erforderlich. Aufgrund des im Einzelabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 ausgewiesenen Bilanzverlustes kommt es nicht zu einer Ausschüttung einer Dividende.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat es im Berichtsjahr neun personelle Veränderungen gegeben, davon sieben auf Seiten der Anteilseignervertreter und zwei auf Seiten der Arbeitnehmervertreter.

Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter hat zum einen Markus Grolms sein Mandat im Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 niedergelegt. Durch gerichtliche Bestellung mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung wurde Jürgen Kerner zum Aufsichtsratsmitglied bestellt, der in der Sitzung des Aufsichtsrats, die im Anschluss an die Hauptversammlung am 31. Januar 2020 stattfand, auch zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde.

Am 31. Juli 2020, einhergehend mit dem Closing der Elevator Transaktion, schied zudem Susanne Herberger, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Elevator Technology AG, aus dem Aufsichtsrat aus. Gerichtlich bestellt zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 4. August 2020 wurde Tekin Nasikkol, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG.

Auf Seiten der Anteilseignervertreter wurden durch das Amtsgericht Duisburg mit Wirkung vom 12. November 2019 Angelika Gifford und Dr. Ingo Luge zu Mitgliedern des Aufsichtsrates bestellt. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Januar 2020 schieden Prof. Dr. Bernhard Pellens, Carola von Schmettow und Jens Tischendorf nach langjähriger Tätigkeit aus dem Aufsichtsrat aus. Im Zuge der Neuwahl von acht Anteilseignervertretern in dieser Hauptversammlung wurden neben der Wiederwahl der übrigen Anteilseignervertreter Birgit A. Behrendt, Dr. Bernhard Günther und Friederike Helfer neu gewählt. Für das zu diesem Zeitpunkt als dessen Vorsitzende in den Vorstand entsandte Aufsichtsratsmitglied Martina Merz wurde zudem mit Wirkung vom 11. Februar 2020 der als Ersatzmitglied durch die Hauptversammlung am 31. Januar 2020 gewählte Dr. Ingo Luge zum Mitglied des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt. Des Weiteren wurde Dr. Verena Volpert mit Wirkung vom 1. Oktober 2020 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Sie folgt auf Dr. Ingrid Hengster, die am 30. September 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen.

In seiner Sitzung am 20. März 2020 hat der Aufsichtsrat die Bestellung der aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand entsandten Martina Merz zur Vorsitzenden des Vorstands bis zum 31. März 2023 beschlossen. Frau Merz hat dementsprechend ihr Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2020 niedergelegt. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass sie gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen die Transformation von thyssenkrupp entlang der strategischen Handlungsfelder Performance, Portfolio und Organisation weiterhin kraftvoll umsetzen wird. Außerdem ist mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2020 Johannes Dietsch aus dem Vorstand der thyssenkrupp AG ausgeschieden. Er hat am erfolgreichen Verkaufsprozess des Aufzuggeschäfts entscheidend mitgewirkt und damit einen wichtigen Beitrag zur Transformation von thyssenkrupp geleistet. Dafür danken ihm die Mitglieder des Aufsichtsrats herzlich. Dr. Klaus Keysberg hat mit Wirkung zum 1. April 2020 die Aufgabe als Finanzvorstand zusätzlich übernommen. Der Aufsichtsrat hat ihn bis zum 31. Juli 2024 bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern der Gruppe weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Gesellschaften der Gruppe für die im Geschäftsjahr 2019 / 2020 erbrachten Anstrengungen und Leistungen.

Essen, 18. November 2020

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Stand: 30.09.2020

Präsidium

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Vermittlungsausschuss gemäß §27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Personalausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Dr. Bernhard Günther

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Prüfungsausschuss

Dr. Bernhard Günther (Vorsitzender)

Friederike Helfer

Tanja Jacquemin

Jürgen Kerner

Dirk Sievers

Dr. Lothar Steinebach

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Friederike Helfer

Jürgen Kerner

Dr. Ingo Luge

Tekin Nasikkol

Peter Remmler

Dirk Sievers

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Siegfried Russwurm (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather

Dr. Bernhard Günther

Friederike Helfer

Dr. Ingo Luge

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 20. März 2020 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 16. Dezember 2019 ("Kodex 2020") und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Kodex 2020 enthält in Abschnitt G.l. im Vergleich zur Vorversion neue Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Folgenden dieser Empfehlungen entspricht das von der Hauptversammlung der thyssenkrupp AG am 30. Januar 2015 gebilligte Vorstandsvergütungssystem nicht vollumfänglich: G.l (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Vergleichsgruppe anderer Unternehmen), G.7 (Festlegung der Leistungskriterien variabler Vergütungsbestandteile), G.9 (Nachvollziehbarkeit der Zielerreichung), G.10 (Verfügung über langfristig variable Gewährungsbeträge) und G.ll (Möglichkeit des Einbehalts und der Rückforderung variabler Vergütungskomponenten). Aufsichtsrat und Vorstand werden daher der ordentlichen Hauptversammlung am 5. Februar 2021 eine Änderung und Anpassung der Vorstandsvergütung an die geänderten Empfehlungen des Kodex 2020 vorschlagen.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 6. Mai 2020 sämtlichen Empfehlungen des Kodex 2020 entsprochen, mit Ausnahme der oben unter Ziffer 1 näher bezeichneten Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2020

Für den Aufsichtsrat

Russwurm

Für den Vorstand

Merz