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thyssenkrupp AG — Annual Report 2019
Feb 10, 2020
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Annual Report
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Publication

thyssenkrupp AG
Duisburg und Essen
Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018/2019
Duisburg und Essen
1. Oktober 2018 - 30. September 2019
Lagebericht der Gesellschaft
- mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst -
Vorbemerkungen
Zusammengefasster Lagebericht
Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.
Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.
Im Rahmen der Neuausrichtung der Business Area Industrial Solutions wurde der Bereich Marine herausgelöst. Dieser wird seit dem 1. Oktober 2018 als Business Unit Marine Systems durch die thyssenkrupp AG separat geführt.
Am 13. Juni 2019 erfolgte die förmliche Untersagungsentscheidung der Europäischen Kommission für das geplante Joint Venture im Stahlbereich mit Tata Steel Europe. Die geplante Transaktion, die die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften, die in 2017/2018 zu Corporate gehörten, umfasste, erfüllt damit nicht mehr die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität und musste im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018/2019 entsprechend reklassifiziert werden. Gemäß IFRS 5 ist die Darstellung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung so anzupassen, dass alle Aufwendungen und Erträge der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten in den aktuellen Berichtsperioden des Geschäftsjahres 2018/2019 wieder im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind und analog in der Konzern-Kapitalflussrechnung alle Cashflows der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten wieder den fortgeführten Aktivitäten zugeordnet sind. Der Vorperiodenausweis ist jeweils entsprechend anzupassen. In der Konzernbilanz zum 30. September 2019 werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten nicht mehr gesondert ausgewiesen und die Vergleichsperiode entsprechend angepasst. Bestandteil der erforderlichen Anpassungen ist auch die rückwirkende Berücksichtigung der mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 107 Mio € im 4. Quartal 2017/2018 und in Höhe von 228 Mio € im 1. Halbjahr 2018/2019 (jeweils vor Steuern).
Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.
Grundlagen des Konzerns
Profil und Organisation
Leistungsversprechen
Mit unserem umfassenden Technologie-Know-how möchten wir hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unsere Ingenieurkunst verbinden wir mit hoher Werkstoffkompetenz. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Branchen erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren und dazu beizutragen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen. Mit unseren Technologien und Innovationen wollen wir die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit erfüllen, in den Zukunftsmärkten wachsen sowie stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erwirtschaften. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.
Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.
Organisations- und Führungsstruktur
Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in fünf Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services sowie Steel Europe. Mit der Untersagung des geplanten Joint Ventures für Stahl mit Tata Steel Europe durch die Europäische Kommission im Juni 2019 wurde die Business Area Steel Europe wieder als "fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss finden Sie in dem Kapitel "Vorbemerkungen" sowie im Konzernanhang.
Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und weiter in Operating Units. Im Rahmen der Neuausrichtung der Business Area Industrial Solutions wurde der Bereich Marine herausgelöst und seit dem 1. Oktober 2018 als Business Unit Marine Systems separat geführt. In den Konzernabschluss sind 456 Unternehmen sowie 22 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 78 Ländern.
Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest.
THYSSENKRUPP KONZERN

1) Ab 1.10.2019 Herauslösung und Führung durch die thyssenkrupp AG
2) Ab 1.10.2019 Umhängung zu Components Technology
3) Seit 1.10.2018 separate Führung als Business Unit
Im Zuge der im Mai 2019 beschlossenen strategischen Neuausrichtung sollen auch die bestehenden Konzern- und Verwaltungsstrukturen deutlich verschlankt werden. Ziel ist es, ab Anfang 2020 in dieser neuen Struktur zu arbeiten. Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Abschnitt "Strategie". Bis dahin agieren wir unverändert in einer mehrdimensionalen Organisationsstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate der thyssenkrupp AG".
Im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung konzentriert sich die Business Area Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 rein auf das Automobilgeschäft und wird in Automotive Technology umbenannt. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) wurden daher aus diesem Bereich herausgelöst und werden seit dem 1. Oktober 2019 unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Die Berichterstattung der beiden Einheiten wird zukünftig unter dem Namen Industrial Components erfolgen. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 bei Industrial Solutions angesiedelt war. Die Business Area Industrial Solutions wird in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich nach der Herauslösung von System Engineering die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung für Mining. Zudem werden die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Weitere Details zur strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Strategie".
Strategie
Strategische Neuausrichtung
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie
Seit dem im September 2018 gefassten Beschluss, den Konzern in zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen zu teilen, haben sich die Rahmenbedingungen stark verändert. Zum einen wurde das Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel von der Europäischen Kommission untersagt, sodass wir nun das Stahlgeschäft aus eigener Kraft neu und zukunftsfähig aufstellen wollen. Zum anderen führten die schlechter als erwartete operative Entwicklung unserer Geschäfte, die konjunkturelle Eintrübung und deren Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung sowie das Kapitalmarktumfeld dazu, dass die Teilung nicht wie vorgesehen umgesetzt werden konnte. thyssenkrupp hat deshalb im Mai 2019 die strategischen Optionen des Unternehmens neu bewertet und mit "newtk" eine Neuausrichtung beschlossen. Mit den drei Grundprinzipien: "Performance first", "flexibles Portfolio" und "effiziente Organisation" soll die Leistungsfähigkeit des Konzerns entscheidend verbessert werden. Zudem sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.
| ― | "Performance first" |
Die Steigerung der Leistungsfähigkeit hat in allen unseren Geschäftsbereichen Priorität. Alle Geschäftsbereiche arbeiten daran, die bereits eingeleiteten Performance-Programme weiter konsequent umzusetzen und gegebenenfalls mit weiteren Maßnahmen zu ergänzen. Wir haben dort Schwerpunkte bei der Umsetzung gebildet, wo wir den größten Hebel zur Verbesserung des Cashflows erwarten. Darüber hinaus haben wir Geschäfte identifiziert, die derzeit nicht wettbewerbsfähig sind beziehungsweise bei denen die aktuelle Marktsituation eine wettbewerbsfähige Aufstellung im Konzern aus heutiger Sicht infrage stellt. Dies sind: Federn und Stabilisatoren (Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie), System Engineering (Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie) und Grobblech (massive Stahlbleche unter anderem für die Bauindustrie, den Schiffbau oder Pipelines). Diese drei Bereiche stehen für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für einen erheblichen Anteil am negativen Business Cashflow. Für diese Geschäfte, die nun auf dem Prüfstand stehen, werden derzeit Restrukturierungskonzepte erarbeitet. Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder nicht möglich sein, werden andere strategische Optionen geprüft werden. Vor besonderen Herausforderungen steht der Stahl. Hier gilt es einerseits, die strukturellen Probleme in der europäischen Stahlindustrie zu adressieren und zugleich die Auswirkungen der aktuellen Marktverwerfungen einzudämmen, die von einer schwächeren Kundennachfrage und hohen und volatilen Rohstoffpreisen gekennzeichnet sind. Ein entsprechendes Zukunftskonzept für den Bereich wird derzeit erarbeitet. Zu "Performance first" gehört auch, dass wir konzernweit mehr Fokus auf unsere "Performance-Kultur" legen und mit deutlich mehr Konsequenz dafür sorgen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Dazu gehört auch die Überprüfung unserer Steuerungskennzahlen und -logik sowie der damit zusammenhängenden Vergütungssysteme.
| ― | "Flexibles Portfolio" |
Unseren Erfolg messen wir künftig daran, dass sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln - und nicht daran, ob sie uns mehrheitlich gehören. Entsprechend prüfen wir, wie die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon aussehen kann. Im Hinblick auf die Automobilzuliefergeschäfte wird es entscheidend sein, in welcher Aufstellung die großen Veränderungsthemen der Branche wie E-Mobilität und autonomes Fahren angegangen werden können. Im Anlagenbau stellt sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks vor allem aus Asien die Frage, ob sich die Geschäfte durch Partnerschaften, Zusammenschlüsse oder andere Optionen besser entwickeln können. In den Materialgeschäften sieht der Konzern weiter Konsolidierungsoptionen. Größe ist hier strategisch relevant.
Die wichtigste Portfoliomaßnahme ist der im Mai beschlossene Teil-Börsengang von Elevator Technology. Parallel zur Vorbereitung des Börsengangs prüft der Konzern aber auch die vorliegenden Angebote von strategischen Investoren und Finanzinvestoren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Entscheidung für thyssenkrupp und seine Stakeholder nachhaltig und die beste ist. Ziel ist, die Kapitalbasis des Konzerns nachhaltig zu stärken und unseren finanziellen Spielraum zu vergrößern, um notwendige Restrukturierungen und die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Geschäfte anzugehen. Die Vorbereitungen für den Börsengang des Aufzuggeschäfts laufen nach Plan. Der "Carve-out" soll bis zum Ende des Kalenderjahres 2019 abgeschlossen sein. Je nach Kapitalmarktumfeld streben wir den Börsengang im Laufe des Geschäftsjahres 2019/2020 an.
| ― | "Effiziente Organisation" |
Um erfolgreicher am Markt agieren zu können, erhalten die Geschäfte im Zuge der strategischen Neuausrichtung mehr unternehmerische Freiheit, aber auch mehr Eigenverantwortung. Die organisatorische Aufstellung des Konzerns wird agiler, schlanker und reduziert dadurch auch Kosten. Aktuell konkretisieren wir die künftigen Organisations- und Führungsstrukturen in den jeweiligen Geschäftsbereichen und in der Zentrale. Ziel ist es, ab Anfang 2020 in der neuen Struktur zu arbeiten. Die Kosten von Corporate sollen sich weiter reduzieren. Im Berichtsjahr zeigten sich hier bereits Erfolge; insgesamt konnte sich Corporate um 71 Mio € auf -306 Mio € verbessern. Zusätzliches Einsparpotenzial erwarten wir durch die Straffung der Führungsstrukturen sowie Kostensenkungen auch in den einzelnen Geschäftsbereichen. Näheres dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas".
Geschäftschancen
Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp insbesondere aus globalen Megatrends, die "mehr" und "bessere" Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das starke Wachstum der Megastädte und die Globalisierung erhöht sich weltweit die Nachfrage ("mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("besser"). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Zudem verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.
GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten - so wollen wir den Bedarf nach "mehr" auf immer "bessere" Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; Letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.
Mehr zu den Geschäftschancen unserer Business Areas finden Sie im Kapitel "Chancen- und Risikobericht", Abschnitt "Operative Chancen der Geschäfte".
Unternehmenssteuerung
Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M &A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.
Im Zuge des Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.
THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT
Das EBIT zeigt die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M&A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
tkVA
Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nichtzinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.
Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".
FCF vor M&A
Der FCF vor M &A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.
Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".
Definitionsänderung ab 2019/2020
Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019/2020 wird die Definition des FCF vor M &A angepasst. Dies betrifft Geschäftsvorfälle gemäß IFRS 16. Es werden Leasinggeschäfte wie ein fremdfinanzierter Kauf berücksichtigt und demnach der Zugang des Leasinggegenstandes als direkt zahlungswirksam erfasst.
Ziele
Finanzielle Ziele
Im Zuge der Umsetzung von "newtk" streben wir an, dass alle unsere Geschäfte hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören und dementsprechend positive Ergebnis- und Cashflow-Beiträge für thyssenkrupp verdienen.
Unser Ziel ist es, dass thyssenkrupp nachhaltig einen positiven Free Cashflow vor M &A erwirtschaftet und Wert generiert.
Vor dem Hintergrund der derzeit unsicheren Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit begrenzten Sichtweite, insbesondere auf die Preis- und Mengeneffekte bei unseren zyklischen Geschäften, sowie den Kosten für Restrukturierungen, deren zugrunde liegende Programme wir gerade entwickeln und deren Umfang in einzelnen Geschäftsjahren auch von der realisierbaren Umsetzungsgeschwindigkeit abhängt, können wir Werte und den Zeitpunkt für das Erreichen dieser Ziele noch nicht verlässlich festlegen.
Zudem können sich auch mögliche bevorstehende Portfolio Änderungen im Rahmen des "Flexiblen Portfolios" auf die Finanzkennzahlen des Konzerns auswirken.
Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; mehr zu "newtk" finden Sie in diesem Kapitel, Abschnitt "Strategie"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.
Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird von der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability koordiniert und ermittelt gemeinsam mit anderen Konzernfunktionen und den Business Areas kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder und entwickelt entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern vom Sustainability Committee, welches sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und den Leitern verschiedener Konzernfunktionen zusammensetzt und über Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs) entscheidet. Die Umsetzung erfolgt durch die Konzernfunktionen und Business Areas, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.
Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung
Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Die Zielerreichung wirkt über den Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Höhe der variablen Vergütung des Konzernvorstandes und der Vorstände der Business Areas (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Im Berichtsjahr wurden fast alle Indirekt Finanziellen Ziele erreicht bzw. befinden sich auf einem guten Weg.
ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE
| Konzern insgesamt | Stand 30.09.2018 | Stand 30.09.2019 | Veränderung | Kapitel | |
|---|---|---|---|---|---|
| Jährliche Energieeffizienzgewinne von 200 GWh in 2018/2019 | GWh | 253 | 325 | - | Klima, Energie, Umwelt |
| 100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt | % | 83 | 100 | +17 %-Pkte. | Klima, Energie, Umwelt |
| 100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt | % | 91 | 94 | + 3 %-Pkt. | Klima, Energie, Umwelt |
| Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % | % | 2,5 | 2,5 | - | Technologie und Innovationen |
| Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % | % | 12 | 12,6 | + 0,6 %-Pkte. | Mitarbeiter |
| 2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 /2021 und jedes Jahr Verbesserung von mind. 10% | Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden | 3,0 | 2,6 | -13% | Mitarbeiter |
| Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten | # | 173 | 143 | -30 | Einkauf |
Zu Energieeffizienz wurde ein neues Ziel beschlossen: im Geschäftsjahr 2019 /2020 sollen Energieeffizienzgewinne von 150 GWh erzielt werden.
Im Berichtsjahr hat thyssenkrupp zudem konkrete Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bis 2030 gesetzt. Mehr dazu im Kapitel "Klima, Energie und Umwelt".
Details zu den einzelnen Indirekt Finanziellen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Lageberichts.
Wirtschaftsbericht
Makro- und Branchenumfeld
Erwartetes Weltwirtschaftswachstum fällt 2019/2020 deutlich schwächer aus als in den Vorjahren
Im ersten Halbjahr 2019 zeigte das Wachstum der Weltwirtschaft nur eine geringe Dynamik. In den Industrieländern schwächte sich das Wachstumstempo im Jahresverlauf ab, in den Schwellenländern nahm die Konjunkturdynamik hingegen - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau -leicht zu. Insbesondere industrielle Branchen befinden sich im Abschwung, während sich konsumnahe Bereiche und der Dienstleistungssektor - trotz zuletzt auch hier nachlassender Dynamik -positiver entwickeln. Der Welthandel ist seit Anfang des Jahres im Trend sogar rückläufig. Die schwelenden Handelskonflikte und zahlreiche weitere politische Unsicherheiten wirken belastend, insbesondere auf die weltweite Investitionsbereitschaft. Sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank haben angesichts dieser Situation mittlerweile wieder einen geldpolitischen Lockerungskurs eingeschlagen. Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% und damit deutlich zulegte, dürfte sie 2019 deutlich weniger stark um nur 2,9% wachsen. Im kommenden Jahr 2020 dürfte sich das weltwirtschaftliche Expansionstempo nur geringfügig auf 3,0 % erhöhen. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate 2019 und 2020 - bei einer weiterhin expansiven Geldpolitik - voraussichtlich rund 1,5% betragen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte 2019 und 2020 um 4,1 bzw. 4,3% zunehmen.
Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde (z.B. USA/Iran) entwickeln werden. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über den Zeitpunkt und die Modalitäten des "Brexit", was sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken könnte - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. Risiken bestehen auch ganz generell auf finanziellem Gebiet, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen. Zugleich sind die Preise für verschiedene Anlageformen, etwa Aktien, Anleihen und Immobilien, im Zuge der expansiven Geldpolitik auf zum Teil historische Niveaus gestiegen.
Die Konjunktur im Euro-Raum zeigte sich zuletzt weiterhin verhalten: In den ersten beiden Quartalen 2019 lag das Wirtschaftswachstum bei lediglich 0,4 bzw. 0,2% im Vergleich zum jeweils vorangegangenen Quartal. Die Stimmungsindikatoren deuten weiterhin auf eine heterogene Wirtschaftsentwicklung hin. Während sich das wirtschaftliche Klima in der exportorientierten Industrie deutlich verschlechtert hat, können die eher binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleister und die privaten Haushalte noch von einer guten Arbeitsmarktlage und einer positiven Einkommensentwicklung profitieren. Insgesamt erwarten wir für die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum in den Jahren 2019 und 2020 lediglich ein Plus von 1,1 bzw. 1,0 %.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich an der Schwelle zur Rezession. Nach einem Plus von 0,4% zum Jahresauftakt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2019 um 0,1% gegenüber dem Vorquartal. Belastet wurde die BIP-Entwicklung durch den Außenhandel, da die exportorientierte Industrie von den Handelskonflikten besonders betroffen war, während die Binnenwirtschaft positive Wachstumsimpulse lieferte. Für das 3. Quartal zeichnet sich angesichts schwacher Daten aus dem Einzelhandel und der Industrie eine weitere Schrumpfung des BIP ab. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2019 voraussichtlich nur um 0,5 % zulegen. Für das kommende Jahr 2020 rechnen wir angesichts einer etwas besseren globalen Konjunkturdynamik, eines positiven Arbeitstageeffekts und einer nach wie vor recht guten Arbeitsmarktlage mit einer etwas höheren Wachstumsrate von 0,8%.
Auch die Konjunktur in den USA verliert mittlerweile an Schwung. Nach einem kräftigen Wachstum zu Jahresbeginn verringerte sich die BIP-Zuwachsrate im 2. Quartal auf 0,5% gegenüber dem Vorquartal. Ursächlich hierfür waren insbesondere Rückgänge bei den Exporten sowie bei den gewerblichen Anlageinvestitionen; hier könnten sich die Folgen der internationalen Handelsrestriktionen negativ ausgewirkt haben. Dagegen gingen vom privaten Konsum und den Staatsausgaben positive Wachstumsimpulse aus. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten für den weiteren Jahresverlauf auf ein nochmals verlangsamtes Wachstumstempo hin. In Summe wird die US-Wirtschaft 2019 voraussichtlich um 2,3% expandieren, 2020 um 1,8%.
In China wird das Wirtschaftswachstum 2019 weiter an Dynamik verlieren. Nach einem Plus von 6,6% im Vorjahr ist für dieses Jahr ein Zuwachs von 6,2% zu erwarten, für 2020 ein weiterer Rückgang der Wachstumsrate auf 5,8%. Aktuell entwickeln sich die Exporte aufgrund der Handelskonflikte besonders schwach, während der Dienstleistungssektor zu einem Zuwachs des BIP beiträgt. Diese Entwicklung unterstützt die Pläne der Regierung, den Strukturwandel der Wirtschaft hin zu wertschöpfungsintensiveren Industrien und Dienstleistungen zu beschleunigen. Um in den nächsten Jahren eine zu starke Wachstumsverlangsamung innerhalb dieses Prozesses zu vermeiden, dürften unter anderem Infrastrukturinvestitionen ausgeweitet werden. Dabei ist der Spielraum der Regierung für zusätzliche Ausgaben allerdings begrenzt, um das bestehende Schuldenproblem nicht zu verschärfen.
In Indien hat sich das Wirtschaftswachstum im 1. Halbjahr 2019 deutlich verlangsamt. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Krise im Schattenbankensektor. Sie wurde durch den Konkurs eines Kreditunternehmens ausgelöst und zu einem drastischen Rückgang der von Schattenbanken bereitgestellten Finanzierungsmittel geführt. Besonders betroffen hiervon sind kleine Unternehmen und private Haushalte. Insgesamt wird das BIP in Indien deshalb 2019 nur um 5,8% zulegen. Das Jahr 2020 dürfte dann eine Wachstumsbeschleunigung auf 6,6% bringen. Impulse hierfür werden von der Finanzpolitik ausgehen; auch das Ende 2017 beschlossene Infrastrukturprogramm dürfte weiter expansiv wirken.
In Brasilien nahm die gesamtwirtschaftliche Wachstumsdynamik im 2. Quartal 2019 zwar spürbar zu, die Stimmungsindikatoren zeichnen aber nach wie vor ein verhaltenes Konjunkturbild. Strukturreformen kommen nur zögerlich voran und der Konflikt um die Zukunft des Amazonas-Regenwalds sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Wir rechnen für dieses Jahr daher mit einem Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8%, für das kommende Jahr mit einer Erholung auf ein Plus von 1,4%.
In Russland ging zum Jahresbeginn die wirtschaftliche Aktivität zurück, eine Folge der Mehrwertsteuererhöhung. Zwar hat sich die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf erholt, mit einem nachhaltig kräftigen Wachstum ist perspektivisch allerdings nicht zu rechnen. Neben strukturellen Problemen des Landes werden sich die mit der OPEC vereinbarten neuerlichen Produktionskürzungen negativ auf die Öleinnahmen auswirken. Insgesamt dürfte die russische Wirtschaft in diesem Jahr nur um 1,0% zulegen und 2020 mit 1,6% etwas stärker expandieren.
BRUTTOINLANDSPRODUKT
reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognose
Entwicklung der Industriekonjunktur durch Zurückhaltung bei Investitionen belastet
Automobilbau - Nachdem die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bereits 2018 einen Rückgang gegenüber Vorjahr verzeichnete, wird sie dieses Niveau 2019 nochmals deutlich unterschreiten. Für 2020 wird gegenwärtig mit einem weiteren leichten Rückgang gerechnet. Für das Gesamtjahr 2019 ist von einem Rückgang um 5% auf 86,6 Mio Einheiten auszugehen, für 2020 mit einem Rückgang von 0,6 % auf dann 86,1 Mio Einheiten (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sogenannte CKD-Einheiten).
Die weltweiten Märkte zeigen sich überwiegend rückläufig, insbesondere der weltgrößte Markt China entwickelte sich seit Anfang des 2. Halbjahres 2018 deutlich schlechter als im Vorjahr. Nachdem dieser Trend mehr als ein Jahr anhielt, wird für das Gesamtjahr 2019 mit einem deutlichen Produktionsrückgang um 9% auf 24,2 Mio Einheiten gerechnet. Für 2020 zeichnet sich gegenwärtig eine leichte Erholung um 0,4% auf 24,3 Mio Einheiten ab, allerdings ist dieser Ausblick mit hoher Unsicherheit behaftet.
In Westeuropa belastete die Einführung des WLTP-Zyklus im Jahr 2018 die Produktion mit einem Rückgang um rund 3 % stärker als zuvor erwartet. Für das Jahr 2019 wird hier von einer weiteren Konsolidierung und damit verbunden einem Minus von knapp 6% gegenüber dem Vorjahr ausgegangen, bevor 2020 voraussichtlich eine Stabilisierung eintritt. Vor allem Handelskonflikte und Unsicherheiten belasten die Produktion. Die deutsche Inlandsproduktion wird nach einem Einbruch 2018 von 8% im aktuellen Jahr 2019 um weitere 7% und damit erneut deutlich im Vergleich zum Vorjahr abnehmen und auf knapp 4,9 Mio produzierte Einheiten schrumpfen. Absatzrückgänge in Haupt-Exportmärkten wie Großbritannien, USA, Spanien oder Italien belasten deutsche Hersteller aktuell spürbar. Für 2020 wird gegenwärtig wieder mit einem Wachstum auf dann deutlich verringertem Niveau gerechnet.
Die nordamerikanische Produktion wird 2019 und 2020 voraussichtlich um etwa 2% gegenüber dem jeweiligen Vorjahr sinken. Für die US-amerikanische Produktion wird bezogen auf 2019 ein Rückgang in Höhe von 1,4% auf 10,9 Mio Einheiten erwartet, für 2020 mit -0,2 % nahezu eine Seitwärtsbewegung.
Die indische Produktion wird 2019 - nach einem deutlichen Produktionswachstum 2018 um rund 6% auf 4,6 Mio Einheiten - voraussichtlich mit gut 11 % einen zweistelligen Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Steigende Zinsen und höhere Haltungskosten werden als Ursache für die rückläufige Nachfrage angeführt. Für 2020 wird nur noch mit einem moderaten Rückgang der Produktion um gut 2 % auf dann 4 Mio Einheiten gerechnet.
Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Erreichen der Talsohle 2016 damit, sich zu erholen, und konnte kontinuierlich zulegen. Bei starker heimischer Nachfrage wird das Produktionswachstum aktuell jedoch durch den erheblichen Absatzrückgang in Argentinien gehemmt, einem Hauptexportziel der brasilianischen Produktion. Für 2019 und 2020 werden Wachstumsraten von gut 3 bzw. 2 % prognostiziert. Damit würden 2020 fast 2,9 Mio produzierte Einheiten erreicht.
ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN
| 2018 | 20191) | 20201) | |
|---|---|---|---|
| Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 2) | |||
| Welt | 91,0 | 86,6 | 86,1 |
| Westeuropa (inkl. Deutschland) | 14,3 | 13,4 | 13,4 |
| Deutschland | 5,3 | 4,9 | 5,1 |
| USA | 11,0 | 10,9 | 10,8 |
| Mexiko | 3,9 | 3,9 | 3,7 |
| Japan | 9,2 | 9,3 | 8,9 |
| China | 26,6 | 24,2 | 24,3 |
| Indien | 4,6 | 4,1 | 4,0 |
| Brasilien | 2,7 | 2,8 | 2,9 |
| Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 2,4 | - 2,4 | -2,0 |
| USA | 7,1 | 2,0 | 1,0 |
| Japan | 5,4 | - 3,8 | 2,2 |
| China | 9,2 | 6,8 | 6,7 |
| Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 3,1 | 2,7 | 1,6 |
| USA | 2,9 | 0,8 | 2,3 |
| China | 4,4 | 5,4 | 4,0 |
| Indien | 8,7 | 6,5 | 8,2 |
1) Prognose (September/Oktober 2019)
2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sog. CKD-Einheiten)
Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen
Maschinenbau - Der Produktionszuwachs wird beim weltweiten Maschinenbau 2019 deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr. Hauptgrund ist die weniger dynamische Investitionsgüterkonjunktur. In China etwa dürfte die Wachstumsrate 2019 mit voraussichtlich rund 7% unter der des Vorjahres liegen, 2020 in etwa dieses Wachstumstempo beibehalten. Der US-Maschinenbau wird 2019 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein deutlich schwächeres Produktionsplus von nur noch 2 % ausweisen, was insbesondere auf die nachlassende Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2020 erwarten wir einen noch etwas geringeren Zuwachs. Der europäische Maschinenbau rutscht, nach einem soliden Produktionszuwachs 2018, im laufenden Jahr mit einem Minus von rund 1 % in den negativen Bereich; 2020 wird wieder mit einer Erholung und einem Wachstumsplus von etwa 1% gerechnet.
Die deutschen Maschinenbauer verbuchten bis August 2019 einen Auftragsrückgang von 9 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Minus im In- und im Ausland gleich hoch war. Die schwache Branchendynamik spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: Die Auslastungsquote sank von rund 89% im Januar auf knapp 87% im Juli. Die Produktion ging bis Juli 2019 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,4% zurück. Der Trend ist weiter rückläufig, der Ausblick auf das Geschäft und die Exporte angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken pessimistisch. Konsequenterweise wurde daher die Wachstumsprognose für die Produktion des deutschen Maschinenbaus 2019 erneut deutlich nach unten korrigiert. Die schwächere weltweite Konjunktur, umfangreiche Handelsrestriktionen, geopolitische Verwerfungen und der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie bremsen die weltweite Investitionsdynamik. Daher dürfte der Ausstoß der Branche in Deutschland in diesem Jahr um gut 2% unter dem des Vorjahres liegen. Auch für 2020 ist mit einem Rückgang im Bereich von 2% zu rechnen.
Bauwirtschaft - Die Bautätigkeit im Euro-Raum wird 2019 und 2020 voraussichtlich um 3,1 bzw. 1,8% zulegen. In Deutschland ist die Baukonjunktur 2019 stark. Vor allem für den Wohnungsbau ist auch künftig mit einem ungebrochenen Aufwärtstrend zu rechnen. Nach wie vor sind die Bedingungen hier sehr attraktiv: Die Haushalte profitieren weiter von der günstigen Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre und dem hohen Beschäftigungsstand. Zudem gibt es neben dem niedrigen Zinsniveau erhebliche weitere finanzpolitische Impulse in Form des Baukindergelds. Im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau dürften die Zuwächse konjunkturbedingt etwas hinter denen der Vorjahre zurückbleiben. In Summe wird die deutsche Bauwirtschaft 2019 voraussichtlich um knapp 3 % wachsen und erst 2020 etwas an Dynamik verlieren.
In China wird das Wachstum in der Bauwirtschaft 2019 auf rund 5,5% steigen, bevor es 2020 auf 4 % zurückgeht. Grund für die Entwicklung im kommenden Jahr ist die Bestrebung der Regierung, die Überhitzung des Immobilienmarktes insbesondere in den Großstädten sowie die hohe Verschuldung einzudämmen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich in diesem Jahr weniger schwungvoll. Die Zahl der begonnenen Neubauten fiel zur Jahresmitte drei Monate in Folge. Die Hauspreise stiegen zuletzt nur noch um rund 2% gegenüber dem Vorjahr (gemäß S&P Case-Shiller Hauspreis-Index, 20 Metropolregionen), nach einem Zuwachs von gut 6% zur Jahresmitte 2018. Nach einem Plus von rund 3% im Vorjahr wird die US-Bautätigkeit 2019 lediglich um knapp 1% zulegen. Im kommenden Jahr wird ein Zuwachs von gut 2 % erwartet.
Stahlmarkt - Die internationale Stahlindustrie bewegt sich auch 2019 in schwierigem Fahrwasser. Die weltweit nachlassende Industriekonjunktur, die insbesondere die Automobilindustrie erfasst hat, globale Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und daraus resultierende Unsicherheiten und Risiken haben die Stahlmärkte massiv in Mitleidenschaft gezogen. Weltweit zeichnet sich dennoch eine im Vorjahresvergleich leicht höhere Stahlnachfrage - knapp 1,78 Mrd t Walzstahl - ab, die jedoch hauptsächlich der fortgesetzten Expansion in China geschuldet ist. Hier dürfte sich die Stahlnachfrage, getrieben vom Bausektor und gestützt durch staatliche Stimuli, um rund 4% erhöhen. Die Welt ohne China verzeichnet 2019 dagegen insgesamt kaum eine Steigerung der Nachfrage nach Stahl. Lediglich in den asiatischen Schwellenländern und der GUS steigt die Stahlnachfrage noch merklich. Sowohl Nordamerika insgesamt als auch die USA verbuchen 2019 einen Anstieg von rund 1%. Der südamerikanische Markt verzeichnet insgesamt eine Seitwärtsbewegung, wobei nur Brasilien ein leichtes Wachstum von rund 2% realisiert. In den anderen Regionen sind die Stahlmärkte dagegen rückläufig oder stagnieren.
Die Stahlnachfrage in der EU dürfte 2019 nicht zuletzt als Folge des Produktionsrückgangs in der Automobilindustrie um gut 1% unter das Vorjahresniveau fallen. Insbesondere die noch solide wachsende Bauwirtschaft wird aller Voraussicht nach einen stärkeren Einbruch verhindern. Deutschland mit seiner exportorientierten Wirtschaft ist von den negativen Entwicklungen besonders betroffen: Die Industrieproduktion ist seit Mitte 2018 rückläufig und 2019 wird mit einem Rückgang des Stahlmarktes von 6% gerechnet. Die Türkei befindet sich im zweiten Jahr einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise; 2019 dürfte die Stahlnachfrage dort angesichts der stark rückläufigen Bautätigkeit und Automobilproduktion nochmals um annähernd 15 % sinken.
Anhaltende strukturelle Überkapazitäten weltweit mit der Folge erheblicher Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen sowie volatile Rohstoffmärkte verstärken die konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen und das unsichere geopolitische Umfeld.
Der Qualitätsflachstahlmarkt in der EU verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Rückgang von rund 4 % im Vergleich zum selben Zeitraum 2018. Für den weiteren Jahresverlauf lassen Frühindikatoren kaum eine Erholung erwarten. Zu dieser negativen Entwicklung trug nicht zuletzt die Schwäche der Automobilindustrie, die den Flachstahlbedarf maßgeblich beeinflusst, und ihrer Zulieferer bei. Für die europäische Stahlindustrie bleibt die Wettbewerbssituation unverändert angespannt. Die Importe aus Drittländern, die noch 2018 ein Zehnjahreshoch erreicht und zu einer Rekordimportquote von fast 20% geführt hatten, verharrten insgesamt auf hohem Niveau. Um Umlenkungen von Handelsströmen in die EU aufgrund der US-Zölle auf Stahlimporte einzudämmen, hatte die EU-Kommission 2018 zunächst vorläufige, ab Februar 2019 dann endgültige Schutzklauselmaßnahmen in Kraft gesetzt. Eine wesentliche begrenzende Wirkung auf die Gesamtimporte hatten diese bislang jedoch nicht. Die Einlieferungen aus der Türkei verzeichneten einen signifikanten Anstieg, und zwar schon im vierten Jahr in Folge; allein auf die Türkei entfielen im 1. Halbjahr 2019 rund 25% der Qualitätsflachstahlimporte der EU. Die konjunkturbedingt niedrigere Nachfrage bei gleichzeitig zu hohem Angebot hat die Preise im europäischen Flachstahlmarkt erheblich unter Druck gesetzt. Der bereits im 4. Quartal 2018 begonnene Abwärtstrend auf den Spotmärkten hielt bis zum Ende des Geschäftsjahres an; danach zeichnete sich noch kein Ende des Preisverfalls ab.
Im Jahr 2020 dürfte die weltweite Nachfrage nach Stahl bei voraussichtlich anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und weiter hohen Risiken langsamer - um etwa 1 bis 2% - steigen. Die Visibilität ist außerordentlich gering und die Abwärtsrisiken überwiegen. Das Wachstum des chinesischen Stahlmarkts wird sich deutlich verlangsamen, prognostiziert ist ein Plus von etwa 1 %. Bei den übrigen Schwellenländern gehen wir von einer deutlichen Nachfrageerholung aus, wobei Indien und die ASEAN-Staaten auf einem robusten Wachstumspfad bleiben dürften. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage allenfalls verhalten zunehmen. Für die USA wird ein Plus von unter 1 % erwartet. In der EU und in Deutschland rechnen wir mit einer Zunahme von rund 1 bzw. 2%, was jeweils einer moderaten Erholung ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis entspricht. Vor dem Hintergrund der weiter bestehenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben.
Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand
thyssenkrupp bringt mit "newtk" eine strategische Neuausrichtung auf den Weg
Die angekündigte Untersagung des Stahl-Joint-Ventures durch die Europäische Kommission sowie veränderte Rahmenbedingungen - die konjunkturelle Eintrübung und deren Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung sowie die Entwicklung des Aktienkurses - haben thyssenkrupp dazu veranlasst, die geplante Teilung in zwei eigenständige, unabhängige Unternehmen abzusagen. Stattdessen hat das Unternehmen seine strategischen Optionen neu bewertet und mit "newtk" eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Mehr Informationen zu unserer strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".
Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter unseren Zielen zurück. Insbesondere die anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung sowie die niedrigere Automobil-Nachfrage, hauptsächlich in China, belasteten das Ergebnis. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte beeinflussten die Entwicklung unserer zyklischen Geschäfte mit Automobilkomponenten und Werkstoffen erheblich. Hinzu kamen bei Components Technology die negativen Ergebnisbeiträge bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte sowie Belastungen aus der Neubewertung des Auftragsportfolios. Gleichzeitig entwickelte sich das Geschäft mit Industriekomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr, so dass Components Technology insgesamt den Ergebnisbeitrag steigern konnte. Elevator Technology verzeichnete trotz höherer Kosten aufgrund höherer Materialpreise in den USA einen Ergebnisanstieg. Neben Effizienz-Programmen trug das deutliche Wachstum im Servicegeschäft in den USA und China maßgeblich dazu bei. Bei Industrial Solutions lag die Ergebnisentwicklung im Chemie- und Zementanlagenbau sowie bei Mining durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung als auch partieller Unterauslastung unter Vorjahr. Der größte Ergebnistreiber war jedoch System Engineering infolge der konjunkturbedingten rückläufigen Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie sowie durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung. Marine Systems konnte das Ergebnis insbesondere durch den Wegfall einmaliger Projektaufwendungen und einen gestiegenen Umsatz stabilisieren, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Abrechnung belasteten. Das Geschäft bei Materials Services war durch sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage, vor allem im lagerhaltenden Handel und Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa, gekennzeichnet. Die positive Entwicklung in Nord-Amerika konnte dies nicht mehr kompensieren. Bei Steel Europe führten deutlich rückläufige Versandmengen bei gleichzeitig gestiegenen Kosten - insbesondere signifikant gestiegene Rohstoffkosten - zu einem erheblichen Ergebnisrückgang. Der Beitrag zum Bereinigten EBIT durch Corporate verbesserte sich deutlich, hauptsächlich infolge der schneller als geplant erfolgten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in Zentrale und Regionalorganisation.
Der Jahresfehlbetrag des Konzerns lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahr, insbesondere infolge der vorstehend beschriebenen operativen Entwicklung. Zusätzlich belasteten die Erhöhung einer Rückstellung um etwas mehr als 100 Mio € für Risiken aus einem Kartellverfahren bei Steel Europe sowie Aufwendungen für notwendige Restrukturierungen für künftige Verbesserungen. Ein niedriger Steueraufwand durch die Aktivierung latenter Steuern sowie ein verbessertes Zinsergebnis konnten diese Entwicklungen nicht mehr kompensieren.
Der Free Cashflow vor M&A lag im Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert: Die deutlich erhöhte Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen insbesondere bei unseren Geschäften mit Werkstoffen führte zu einem deutlich negativen FCF vor M&A nach 9 Monaten. Der stark positive FCF vor M& A mit positiven Business Cashflow Beiträgen unserer Werkstoffgeschäfte sowie bei Components Technology und Elevator Technology im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht mehr kompensieren, sodass der FCF vor M & A für das Gesamtjahr negativ war.
Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit 3,7 Mrd € deutlich über dem Vorjahreswert (2,4 Mrd €). Ausschlaggebend waren im Wesentlichen die zuvor genannten Effekte sowie die Dividendenzahlung.
Das Eigenkapital des Konzerns lag mit 2,2 Mrd € deutlich unter dem Vorjahr (3,2 Mrd €). Haupttreiber waren der im Berichtsjahr erzielte Jahresfehlbetrag, die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen infolge niedrigerer Zinsen sowie die Dividendenzahlung.
Aufgrund der beschriebenen Entwicklung lag das Gearing zum Bilanzstichtag bei 166,8% (Vorjahr: 73,8%) und damit innerhalb des Covenant-Grenzwertes. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 7,3 Mrd € (30. September 2019) sowie einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.
Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-IstVergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
| Konzern1) 2) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2017 / 2018 | 2018/2019 | Veränderung | in % | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 41.486 | 41.994 | 507 | 1 |
| Umsatz | Mio € | 41.534 | 41.996 | 462 | 1 |
| EBIT 3) | Mio € | 937 | 272 | -665 | -71 |
| EBIT-Marge | % | 2,3 | 0,6 | -1,6 | -71 |
| Bereinigtes EBIT 3) | Mio € | 1.444 | 802 | -642 | -44 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,5 | 1,9 | -1,6 | -45 |
| Ergebnis vor Steuern | Mio € | 561 | -83 | -644 | -- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | Mio € | -12 | -260 | -248 | -- |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | Mio € | -62 | -304 | -241 | -- |
| Ergebnis je Aktie | € | -0,10 | -0,49 | - 0,39 | -- |
| Operating Cashflow | Mio € | 1.184 | 72 | -1.113 | -94 |
| Cashflow für Investitionen | Mio € | -1.386 | - 1.443 | -58 | -4 |
| Cashflow aus Desinvestitionen | Mio € | 87 | 108 | 22 | 25 |
| Free Cashflow 4) | Mio € | -115 | - 1.263 | -1.149 | -- |
| Free Cashflow vor M& A 4) | Mio € | -134 | - 1.140 | -1.007 | -- |
| Netto-Finanzschulden (30.09.) | Mio € | 2.364 | 3.703 | 1.339 | 57 |
| Eigenkapital (30.09.) | Mio € | 3.203 | 2.220 | -983 | -31 |
| Gearing (30.09.) | % | 73,8 | 166,8 | 93,0 | 126 |
| ROCE | % | 6,0 | 1,6 | -4,3 | -73 |
| thyssenkrupp Value Added | Mio € | -322 | - 1.068 | -746 | -- |
| Dividende je Aktie | € | 0,15 | - 5) | - | - |
| Ausschüttung | Mio € | 93 | - 5) | - | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 161.096 | 162.372 | 1.276 | 1 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
4) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
5) Vorschlag an die Hauptversammlung.
Prognose-Ist-Vergleich
In einem anhaltend schwächer als erwarteten konjunkturellen Umfeld blieb die Entwicklung der Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M&A sowie thyssenkrupp Value Added (tkVA), die wir uns zu Beginn des Berichtsjahres gesetzt hatten, deutlich hinter unseren Erwartungen zurück.
Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir nicht erreicht. Hauptgrund dafür war die entgegen unseren Annahmen anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte belasteten die Entwicklung insbesondere unserer zyklischen Geschäfte mit Automobilkomponenten und Werkstoffen. Das Bereinigte EBIT-Ziel für den Konzern haben wir im Zwischenbericht zum 1. Halbjahr entsprechend angepasst. Dies reflektiert außerdem die Anpassung des Ausweises der Business Area Steel Europe als wieder fortgeführte Aktivität, die nach angekündigter Untersagung des geplanten Stahl-Joint-Ventures durch die Europäische Kommission notwendig geworden war. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen". Darüber hinaus belasteten bei Elevator Technology höhere Kosten aufgrund von Material- und Absatzpreisentwicklungen in den USA, hervorgerufen durch Zölle auf Werkstoffimporte, sowie in China das Bereinigte EBIT im 1. Halbjahr. Hinzu kamen bei Industrial Solutions das anhaltend schwierige Marktumfeld bei Zement sowie die rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Gleichzeitig schritten bei Corporate die Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in der Zentrale und der Regionalorganisation schneller voran als erwartet.
Das im 1. Halbjahr formulierte Ziel für das Bereinigte EBIT konnten wir jedoch nicht halten. Neben den weiterhin schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit ausbleibender Erholung der Automobilnachfrage im Wesentlichen in China belasteten insbesondere die stark gestiegenen Rohstoffkosten und der Importdruck bei Stahl weiterhin erheblich die Mengen- und Margenentwicklung vorwiegend bei unseren Geschäften mit Automobilkomponenten und Werkstoffen. Dementsprechend haben wir im 9-Monats-Bericht unsere Prognose für das Bereinigte EBIT weiter reduziert und mit einem Wert von 802 Mio € letztlich auch erreicht.
Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den Free Cashflow vor M&A (FCF vor M & A), das lediglich für die fortgeführten Aktivitäten galt, wurde infolge des Ausweises von Steel Europe als wieder fortgeführte Aktivität zum 1. Halbjahr angepasst. Zudem reflektiert das neue Konzern-Ziel die oben bereits erläuterte schwächere Ergebnisentwicklung im 1. Halbjahr. Die auch im 2. Halbjahr anhaltend schwächeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Verwerfungen an den Rohstoffmärkten sowie der Importdruck bei Stahl mit Mengen-, Margen- und Belastung des Netto-Umlaufvermögens wurden mit der Anpassung im 9-Monats-Bericht berücksichtigt. Die im 9-Monats-Bericht entsprechend aktualisierte Prognose für den FCF vor M&A haben wir erreicht.
Der tkVA blieb aufgrund der Ergebnisbelastungen hinter dem Vorjahreswert und unserer ursprünglichen Prognose zurück; die entsprechende Anpassung haben wir im Halbjahresabschluss vorgenommen.
Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".
Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2018/2019:
PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018 / 2019
| Prognose im Geschäftsbericht 2017 / 2018 | Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2018 / 2019 | Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2018 / 2019 | Ist Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz (fortgeführte Aktivitäten) | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | |||
| Umsatz (Konzern) | Auf Vorjahresniveau | +1 %; auf vergleichbarer Basis: +0 % | ||
| Components Technology | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | +4%; auf vergleichbarer Basis: +2 % | |
| Elevator Technology | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | +5%; auf vergleichbarer Basis: +4 % | |
| Industrial Solutions | Deutliche Erholung im knapp zweistelligen Prozentbereich | Deutliche Erholung | +10%; auf vergleichbarer Basis: +10% | |
| Marine Systems | +30%; auf vergleichbarer Basis: +30% | |||
| Materials Services | -6 %; auf vergleichbarer Basis: -7 % | |||
| Steel Europe | -4 %; auf vergleichbarer Basis: -5 % | |||
| Bereinigtes EBIT (fortgeführte Aktivitäten) | > 1 Mrd € | |||
| Bereinigtes EBIT (Konzern) | 1,1 bis 1,2 Mrd € | Rund 0,8 Mrd € | Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 642 Mio € auf 802 Mio € | |
| Components Technology | Deutliche Erholung aus Steigerung des Umsatzes und deutlicher Verbesserung der Marge | Erholung aus Steigerung des Umsatzes und leichter Verbesserung der Marge | Verbesserung um 35 Mio € auf 233 Mio € | |
| Elevator Technology | Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge | Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes bei stabiler Marge | Verbesserung um 42 Mio € auf 907 Mio € bei stabiler Marge von 11,4 % | |
| Industrial Solutions | Deutliche Verbesserung bei graduellem Fortschritt innerhalb des Jahres in Richtung eines ausgeglichenen Wertes | Leichte Verbesserung bei Fortschritt im 2. Halbjahr | Leicht unter Vorjahr | Rückgang um 43 Mio € auf -170 Mio € |
| Marine Systems | Deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen Wertes | Verbesserung um 129 Mio € auf 1 Mio € | ||
| Materials Services | Leicht unter Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 211 Mio € auf 107 Mio € | |
| Steel Europe | Positiver Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 655 Mio € auf 31 Mio € | |
| Corporate | Annährend auf Vorjahresniveau | Auf Vorjahresniveau | Deutliche Verbesserung gegenüber Vorjahr | Verbesserung um 71 Mio € auf -306 Mio € |
| Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Aktivitäten) | Deutliche Verbesserung auf einen wieder positiven Wert | |||
| Jahresüberschuss (Konzern) | Negativ | Rückgang um 248 Mio € auf-260 Mio € | ||
| Investitionen (fortgeführte Aktivitäten) | Rund 1,0 Mrd € | |||
| Investitionen (Konzern) | Rund 1,5 Mrd € | Anstieg um 58 Mio € auf 1.443 Mio € | ||
| FCF vor M &A (fortgeführte Aktivitäten) | Deutliche Verbesserung gegenüber Vorjahr, jedoch insgesamt noch negativ | |||
| FCF vor M & A (Konzern) | Im hohen 3-stelligen Millionen-€-Bereich negativ | > 1 Mrd € negativ | Rückgang um 1.007 Mio € auf -1.140 Mio € | |
| tkVA (Konzern) | Positiv und deutlich über Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 746 Mio € auf -1.068 Mio € |
Geschäftsentwicklung im Konzern
Geschäftsverlauf
Auftragseingang und Umsatz mit Wachstum, Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr
AUFTRAGSEINGANG
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|---|---|
| Components Technology | 6.595 | 6.996 | 6 | 5 |
| Elevator Technology | 7.853 | 8.171 | 4 | 2 |
| Industrial Solutions 3) | 4.541 | 3.735 | -18 | -18 |
| Marine Systems 3) | 648 | 2.192 | 238 | 238 |
| Materials Services | 14.544 | 13.868 | -5 | - 6 |
| Steel Europe | 9.157 | 8.784 | -4 | - 4 |
| Corporate | 190 | 198 | 4 | 4 |
| Konsolidierung | - 2.042 | -1.951 | - | - |
| Konzern 3) | 41.486 | 41.994 | 1 | 0 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
Auftragseingang über Vorjahreswert
Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte übertraf den Vorjahreswert deutlich. Bei Components Technology war die positive Entwicklung auf die Zuwächse im Geschäft mit Industriekomponenten zurückzuführen. Vor allem die Nachfrage in den Bereichen Windenergie, Baumaschinen und schwere Nutzfahrzeuge zog deutlich an. Gleichzeitig konnte das schwache Marktumfeld für Pkw-Komponenten, insbesondere im weltgrößten Markt China, aber auch in Westeuropa und den USA, durch Zuwächse im Lenkungs- und Nockenwellengeschäft kompensiert werden. In der Aufzugssparte erreichte der Auftragseingang einen neuen Höchststand, vor allem dank der Entwicklung in den Regionen Asien-Pazifik und Europa. Der Auftragsbestand lag mit 5,6 Mrd € (exkl. Service) deutlich über dem hohen Vorjahresniveau. Bei Industrial Solutions blieb der Auftragseingang wegen der zurückhaltenden Vergabe von Großprojekten unter dem bereits geringen Wert des Vorjahres. Die Nachfrage für Zementanlagen verharrte aufgrund der in den vergangenen Jahren aufgebauten Kapazitäten weiterhin auf niedrigem Niveau. Im Bereich Mining ging die Nachfrage trotz mehrerer Aufträge leicht zurück. Im Chemieanlagenbau verzeichneten wir in einen positiven Nachfragetrend; der Auftragseingang blieb jedoch infolge eines Großauftrages im Vorjahr unter dem hohen Vorjahr. Unter anderem trugen Düngemittelanlagen in Ägypten und Saudi-Arabien zum Auftragseingang bei. Unterstützt wurde dies durch eine robuste Nachfrage nach Anlagen, Ausrüstung und Services im Bereich Elektrolyse, insbesondere in Europa und Asien. Bei System Engineering war der Auftragseingang stark rückläufig. Gründe waren die nachlassende Dynamik in der Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie, hauptsächlich infolge des sich abzeichnenden Technologiewandels in Richtung Elektromobilität, branchenspezifischer Konjunkturrisiken sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. Marine Systems verzeichnete einen deutlichen Auftragsanstieg, im Wesentlichen bedingt durch einen Auftrag für vier Fregatten aus Nordafrika.
Der Auftragseingang der Werkstoffgeschäfte insgesamt lag unter dem Vorjahreswert. Bei Materials Services konnte das starke Lager- und Servicegeschäft in Nordamerika im Wesentlichen das schwächere Lager- und Servicegeschäft in Europa und das schwächere weltweite Streckengeschäft nicht ausgleichen. Bei Steel Europe konnten die höheren Durchschnittserlöse, die durch den hohen Anteil langfristiger Kontraktgeschäfte im 1. Halbjahr erzielt wurden, den deutlichen Mengenrückgang nicht kompensierten. Während zu Beginn des Geschäftsjahres die Bestellmengen aufgrund erheblicher Produktionseinschränkungen - unter anderem infolge des Rhein-Niedrigwassers - sowie infolge der Einführung von WLTP belastet wurden, machte sich in den Folgequartalen insbesondere die spürbar gesunkene Nachfrage seitens der Automobilindustrie bemerkbar. Im 4. Quartal gingen die Bestellungen der übrigen Industriekunden merklich zurück.
UMSATZ
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|---|---|
| Components Technology | 6.610 | 6.871 | 4 | 2 |
| Elevator Technology | 7.552 | 7.960 | 5 | 4 |
| Industrial Solutions 3) | 3.633 | 4.002 | 10 | 10 |
| Marine Systems 3) | 1.389 | 1.800 | 30 | 30 |
| Materials Services | 14.705 | 13.880 | -6 | - 7 |
| Steel Europe | 9.470 | 9.065 | -4 | - 5 |
| Corporate | 329 | 308 | -6 | - 6 |
| Konsolidierung | - 2.154 | -1.889 | - | - |
| Konzern 3) | 41.534 | 41.996 | 1 | 0 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN
in Mio €
(Vorjahreswert in Klammern 1),2))

1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst
2) Siehe auch Vorbemerkungen
3) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2018/2019
in %

Umsatzentwicklung folgt Auftragseingang
Die Umsatzentwicklung der Industriegütergeschäfte folgte dem Auftragseingang. Components Technology profitierte von starken Zuwächsen bei Industriekomponenten, während die Auslieferungen bei Automobilkomponenten dagegen nur leicht anstiegen. Der Umsatz von Elevator Technology lag insbesondere infolge der positiven Entwicklung in den USA deutlich über dem Vorjahreswert. Hauptgrund für den deutlichen Umsatzanstieg bei Industrial Solutions waren höhere Umsätze im Chemieanlagenbau aus Großprojekten. Die Umsätze von Marine Systems lagen ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert, hauptsächlich infolge der signifikanten Umsatzsteigerung im Unter- und Überwasserbereich.
Die Umsatzentwicklung in den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe war durch das schwache Marktumfeld gekennzeichnet, das mit einem spürbaren Mengenrückgang einherging. Zudem wurden die Versandmengen bei Steel Europe durch Kürzungen aufgrund der Produktionsanpassung infolge des Rheinniedrigwassers und negativer Auswirkungen der WLTP Problematik belastet.
Die regionale Umsatzverteilung war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von rund 30 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 21 % leicht zunahm, sowie das Geschäft mit Westeuropa, das leicht auf 19% zurückging. Im Großraum China blieb der Umsatzanteil mit rund 8% unverändert.
Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 25% die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponenten- und Stahlgeschäft. Es folgten der Handel sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war rückläufig, während die Bauwirtschaft unverändert blieb.
Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr
BEREINIGTES EBIT
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 197 | 233 | 18 |
| Elevator Technology | 865 | 907 | 5 |
| Industrial Solutions 1) | -127 | - 170 | -34 |
| Marine Systems 1) | -128 | 1 | ++ |
| Materials Services | 317 | 107 | -66 |
| Steel Europe | 687 | 31 | -95 |
| Corporate | -377 | - 306 | 19 |
| Konsolidierung | 10 | -1 | - |
| Konzern 1) | 1.444 | 802 | -44 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Insbesondere die entgegen unseren Annahmen anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung sowie die niedrigere Automobil-Nachfrage, hauptsächlich in China, belasteten das Ergebnis. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte beeinflussten die Entwicklung unserer zyklischen Geschäfte mit Automobil-Komponenten und Werkstoffen erheblich. Auch umfangreiche Management-Initiativen konnten dies nicht auffangen.
Neben den bereits genannten Effekten wirkten bei Components Technology zudem die negative Leistung bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte sowie eine Neubewertung des Auftragsportfolios belastend. Gleichzeitig entwickelte sich das Geschäft mit Industriekomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr. Die entsprechende Marge für Components Technology lag mit 3,4% über dem Vorjahr. Der Ergebnisbeitrag von Elevator Technology übertraf den Vorjahreswert. Positive Beiträge aus dem Performanceprogramm sowie das deutliche Wachstum des Servicegeschäfts in den USA und China überkompensierten die höheren Kosten infolge höherer Materialpreise in den USA. Mit 11,4% war die Marge stabil, auch im Vergleich zum Wettbewerb. Bei Industrial Solutions war das Bereinigte EBIT infolge von geringeren Margen bei Projekten in Abrechnung sowie partieller Unterauslastung rückläufig. Zudem verzeichnete System Engineering eine konjunkturbedingt rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie sowie geringere Margen bei Projekten in Abrechnung. Mit nicht akzeptablen -4,2 % blieb die Bereinigte EBIT-Marge, wie bereits im Vorjahr, negativ. Marine Systems konnte das Ergebnis insbesondere durch das Entfallen einmaliger Projektaufwendungen und einen höheren Umsatz knapp positiv stabilisieren, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Abrechnung belasteten. Die Marge verbesserte sich deutlich auf einen ausgeglichenen Wert.
In einem schwachen Marktumfeld lag das Bereinigte EBIT der Werkstoffgeschäfte, trotz Unterstützung durch Kosteneinsparungsprogramme, signifikant unter dem des Vorjahres. Das Geschäft bei Materials Services war durch sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage, vor allem im lagerhaltenden Handel und Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa, gekennzeichnet. Eine Ausnahme bildete das Geschäft in Nordamerika, das sich auch im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelte. Weitere positive Effekte, unter anderem durch Grundstücksverkäufe sowie die Kompensation durch Steel Europe für die Teil-Übertragung des Streckengeschäfts, konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Die Marge sank auf 0,8%. Der Ergebnisbeitrag von AST lag, im Wesentlichen wegen der ungünstigen Mengen- und Preisentwicklung bei Edelstahl, deutlich unter dem Vorjahreswert. Bei Steel Europe führten deutlich rückläufige Versandmengen und der Erlösverfall, insbesondere im 2. Halbjahr, bei gleichzeitig gestiegenen Kosten zu einem erheblichen Ergebnis- und Margenrückgang. Haupttreiber auf der Kostenseite waren -auch wechselkursbedingt - signifikant gestiegene Rohstoffkosten. Zudem belasteten Logistikkosten infolge des Rhein-Niedrigwassers, Stillstandkosten, die zunehmend auch aus der schwächeren Marktlage resultierten, sowie die Kompensationszahlung an Materials Services für die Teil-Übernahme des Streckengeschäfts.
Die Kosten von Corporate verbesserte sich deutlich auf ein Bereinigtes EBIT von -306 Mio €, hauptsächlich infolge der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in Zentrale und Regionalorganisation.
Sondereffekte belasten das Ergebnis
Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 530 Mio € belastet.
SONDEREFFEKTE
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 76 | 128 | 52 |
| Elevator Technology | 90 | 116 | 26 |
| Industrial Solutions 1) | -1 | 24 | 25 |
| Marine Systems 1) | -11 | 1 | 12 |
| Materials Services | 47 | 41 | - 6 |
| Steel Europe | 216 | 154 | -62 |
| Corporate | 89 | 63 | -26 |
| Konsolidierung | 0 | 3 | 3 |
| Konzern 1) | 507 | 530 | 23 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Bei Components Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem im Zusammenhang mit nachlaufenden Schließungskosten und Wertminderungsaufwendungen. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa und den USA zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich neben einer Kaufpreisanpassung (Earn-out-Vereinbarung) für einen Technologieerwerb Restrukturierungsaufwendungen sowie Wertminderungsaufwendungen im Umlaufvermögen. Gegenläufige Effekte resultierten aus einem Ertrag aus der Liquidation einer Beteiligungsgesellschaft. Marine Systems verbuchte Aufwendungen für die Restrukturierung sowie die Entkonsolidierung der Gesellschaft thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc. Bei Materials Service ergaben sich die Sondereffekte insbesondere aus der Schließung zweier Niederlassungen von thyssenkrupp Aerospace Germany, die der Verschlankung der Strukturen diente. Bei Steel Europe wurde weitere Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren getroffen. Zudem waren neben Sondereffekten aus der Übernahme von IT Infrastruktur von Corporate weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Carve-out für das ursprünglich vorgesehene Stahl-Joint-Venture zu berücksichtigen. Gegenläufig wirkte ein Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Kauf der Kokerei Schwelgern (Duisburg). Bei Corporate ergaben sich im Wesentlichen Sondereffekte für Beratertätigkeiten im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Gegenläufig wirkten Erträge aus der Übertragung von IT Infrastruktur an Steel Europe.
thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich unter Vorjahreswert
Im Berichtsjahr blieb der tkVA negativ. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus einem schwächeren EBIT infolge der schlechteren operativen Entwicklung im Wesentlichen bei unseren Werkstoffgeschäften. Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert und diesen zudem gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert. Der Wertbeitrag von Components Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr ab und blieb damit negativ: neben einem geringeren Ergebnis führten Wachstumsinvestitionen zu einer Steigerung des gebundenen Kapitals. Daneben nahm auch die Kapitalbindung bei Industrial Solutions zu: Bei einem negativen operativen Ergebnis lag der tkVA unter dem bereits negativen Vorjahr. Marine Services konnte den Wertbeitrag infolge einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr steigern, wenngleich der Wert noch negativ blieb. Die Kapitalbindung stieg im Vergleich zum Vorjahr an. Der tkVA von Materials Services lag - insbesondere aufgrund der operativen Entwicklung - deutlich unter dem Vorjahr. Bei Steel Europe lag die durchschnittliche Kapitalbindung leicht unter Vorjahr. Die signifikante Verschlechterung des Ergebnisses führte zu einem deutlichen Rückgang des tkVA gegenüber dem Vorjahr. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.
THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)
| 2017 / 2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| EBIT1)2)3) (Mio €) |
Capital employed (Mio €) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern 3) | 937 | 15.739 | 8,0 | -322 |
| Davon: | ||||
| Components Technology | 121 | 3.893 | 8,5 | -210 |
| Elevator Technology | 775 | 1.152 | 7,5 | 689 |
| Industrial Solutions 3) | -126 | 67 | 8,0 | -131 |
| Marine Systems 3) | -117 | 675 | 8,0 | -171 |
| Materials Services | 270 | 3.621 | 8,0 | -19 |
| Steel Europe | 470 | 5.544 | 8,5 | -1 |
| 2018/2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| EBIT (Mio €) |
Capital employed (Mio €) |
WACC (%) |
tkVA (Mio €) |
Veränderung tkVA (Mio €) |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern 3) | 272 | 16.749 | 8,0 | -1.068 | -746 |
| Davon: | |||||
| Components Technology | 105 | 4.144 | 8,5 | -247 | - 37 |
| Elevator Technology | 791 | 1.292 | 7,5 | 695 | 6 |
| Industrial Solutions 3) | -194 | 101 | 8,0 | -202 | - 71 |
| Marine Systems 3) | 0 | 927 | 8,0 | -74 | 97 |
| Materials Services | 66 | 3.866 | 8,0 | -244 | -224 |
| Steel Europe | -123 | 5.447 | 8,5 | -586 | -585 |
1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".
Geschäftsverlauf in den Business Areas
Components Technology
COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 2017 / 20181) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 6.595 | 6.996 | 6 |
| Umsatz | Mio € | 6.610 | 6.871 | 4 |
| EBIT | Mio € | 121 | 105 | -13 |
| EBIT-Marge | % | 1,8 | 1,5 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 197 | 233 | 18 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,0 | 3,4 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 34.481 | 34.964 | 1 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Weltweiter Produktionsverbund in Umsetzung
Der Auftragseingang und der Umsatz von Components Technology lagen über den Vorjahreswerten, obwohl sich die Marktdynamik, insbesondere in der Automobilindustrie, im Laufe des Geschäftsjahres deutlich abschwächte. Die Steigerungen gegenüber dem Vorjahr resultierten in erster Linie aus dem Bereich Industriekomponenten; dort entwickelte sich die Nachfrage nach Anlagen für die Windenergie, Baumaschinen und schweren Nutzfahrzeugen positiv, mit Schwerpunkten im Class-8-Bereich (> 15t) und regional in den USA und Europa. Gegen Ende des Geschäftsjahres zeichnete sich allerdings eine konjunkturelle Abkühlung ab. Bei Pkw-Komponenten machte sich insbesondere die schwache Entwicklung im weltgrößten Pkw-Markt China bemerkbar, aber auch in Westeuropa und den USA war die Nachfrage rückläufig. Kompensiert wurde diese Entwicklung durch Zuwächse im Lenkungs- und Nockenwellengeschäft infolge des Serienanlaufs neuer Werke, sodass in diesem Bereich der Umsatz leicht über dem Vorjahreswert lag. Hinzu kamen positive Wechselkurseffekte insbesondere aus dem US-Dollar.
Unsere Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Die Realisierung unseres weltweiten Automotive-Produktionsverbunds schreitet voran: Im neuen Werk für elektrische Lenksysteme in China wurden die Serienlieferungen aufgenommen; an unseren Standorten in Ungarn und Mexiko haben wir Produktneuanläufe gestartet. Auch in Rumänien konnten wir nach der Erweiterung des Produktionsstandorts für Dämpfersysteme die geplanten Produktneuanläufe in Angriff nehmen. Der Aufbau des Federn- und Stabilisatorenwerks in Ungarn ist ebenfalls bereits weit fortgeschritten.
Bereinigtes EBIT gesteigert - Neuaufstellung und Verschlankung der Organisation
Das Bereinigte EBIT von Components Technology lag deutlich über dem durch Qualitätsthemen belasteten Vorjahreswert. Dabei entwickelte sich das Geschäft mit Großwälzlagern, Kurbelwellen und Baumaschinenkomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr. Belastend wirkten die negative Performance bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte, die Neubewertung des Auftragsportfolios sowie eine rückläufige Nachfrage nach Automobilkomponenten in China und Westeuropa.
Aufgrund der nachlassenden Nachfrage wurden kurzfristige Sparmaßnahmen umgesetzt; dazu zählen die Flexibilisierung des Personaleinsatzes und -aufbaus sowie Einsparungen bei den Sachkosten. Weitere Kostensenkungen durch strukturelle Maßnahmen befinden sich in Vorbereitung.
Im Zusammenhang mit unserer neuen Strategie "newtk" wird unter anderem die Ebene der Business Area weitgehend aufgelöst. Die Geschäfte, die sich unter dem Dach von Components Technology befinden, werden künftig von einem schlanken Office geführt. Im Fokus der Arbeit stehen ab dem Geschäftsjahr 2019/ 2020 Aufgaben, die der Steuerung der operativen und finanziellen Performance der Geschäfte sowie der Bewertung von Partnerschaften im Rahmen des flexiblen Portfolios dienen. Zudem bekommt die Einheit einen neuen Namen - aus Components Technology wird Automotive Technology und beinhaltet ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 auch den Bereich System Engineering. Die Geschäfte mit Großwälzlagern (Bearings) und Schmiedeaktivitäten (Forged Technologies) wurden zum 1. Oktober 2019 aus der Business Area herausgelöst und werden seitdem unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Zukünftig wird die Berichterstattung der beiden Einheiten unter dem Namen Industrial Components erfolgen.
Elevator Technology
ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 2017 / 20181) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.068 | 5.590 | 10 |
| Auftragseingang | Mio € | 7.853 | 8.171 | 4 |
| Umsatz | Mio € | 7.552 | 7.960 | 5 |
| EBIT | Mio € | 775 | 791 | 2 |
| EBIT-Marge | % | 10,3 | 9,9 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 865 | 907 | 5 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 11,5 | 11,4 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 53.013 | 53.081 | 0 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Auftragseingang und Umsatz höher als im Vorjahr
Der Auftragseingang der Business Area erreichte im Berichtsjahr mit 8,2 Mrd € einen neuen Höchstwert. Dazu trugen insbesondere die Regionen Asien-Pazifik und Europa bei: Neben mehreren Metro-Großprojekten in China und einem weiteren in Sydney - mit mehr als 200 verkauften Einheiten der bisher größte Auftrag in Australien - wirkten sich unter anderem auch Großprojekte in Russland und der Türkei positiv auf das Geschäft aus. Vor allem in China lag die Anzahl neuinstallierter Anlagen wie auch deren durchschnittlicher Verkaufspreis über dem Vorjahresniveau, aber auch in Europa konnte die Anzahl der verkauften Anlagen deutlich gesteigert werden. Das Servicegeschäft - ein wichtiger Umsatzträger für die Business Area - wuchs vor allem in den USA und in Asien. Der Auftragsbestand belief sich am 30. September 2019 auf 5,6 Mrd € und lag damit deutlich über Vorjahresniveau.
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 5%, in erster Linie aufgrund der positiven Entwicklung in den USA. Auch zum Umsatzwachstum im Servicegeschäft trugen die USA sowie China maßgeblich bei. Der Umsatz mit Neuanlagen blieb insgesamt auf dem Vorjahresniveau: Hier konnte das US-Geschäft einen leichten Rückgang in Europa und Korea ausgleichen.
Weitere Meilensteine der globalen Strategie von thyssenkrupp Elevator erreicht
Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts haben wir im Berichtsjahr weitere Meilensteine erreicht.
Im April 2019 wurde der Grundstein für das neue Innovation and Qualification Center in Atlanta (USA) gelegt, dessen Mittelpunkt der neue 128 m hohe Testturm sein wird. Nach den bereits eröffneten Testtürmen im baden-württembergischen Rottweil und in Zhongshan (China) werden auch in Atlanta künftig in insgesamt 18 Schächten neue Konzepte und Prototypen geprüft, darunter Innovationen wie TWIN und MULTI. Direkt nebenan entsteht die neue Zentrale für die Bündelung der Verwaltungs- und Forschungsaktivitäten in den USA. Bis zur geplanten Fertigstellung 2021 sollen hier 900 Vollzeitstellen entstehen.
Beim "Digital Kindergarten" im Juni 2019 in Hamburg, einem Event rund um digitale Trends und Technologien, stellte Elevator Technology seine neue HoloLinc-Technologie vor - ein Konzept, mit dem Treppenlifte in den eigenen vier Wänden in der Planungsphase nicht nur visualisiert, sondern auch erlebt und ausprobiert werden können. Dies leistet einen wesentlichen Beitrag zur schnelleren Verwirklichung einer altersgerechten Infrastruktur in privaten Haushalten - und damit zu einer höheren Lebensqualität bewegungseingeschränkter Menschen. Die durchschnittliche Lieferzeit der Geräte, die meist dringend benötigt werden, lässt sich mit HoloLinc um rund 30Tage auf rund 10 Tage verkürzen.
Auch mit unserer digitalen vorausschauenden Wartungslösung MAX konnten wir in diesem Jahr wichtige Meilensteine erreichen: Das Konzept wurde im Frühjahr in den französischen Markt eingeführt; erste Wartungsverträge sind schon abgeschlossen. Bis dato haben wir weltweit mehr als 125.000 Aufzüge in Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA, Brasilien und Südkorea mit der Technologie ausgestattet.
Bereinigtes EBIT weiter verbessert
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Wesentliche Faktoren waren hier die Umsetzung des Performanceprogramms, das durch Leistungsoptimierung und Restrukturierung positive Beiträge lieferte, sowie das deutliche Wachstum des Servicegeschäfts in den USA und China. Vor allem das Bereinigte EBIT in China konnten wir im Vergleich zum Vorjahr erheblich steigern und damit die höheren Materialpreise in den USA weitestgehend auffangen. Die Bereinigte EBIT-Marge lag mit 11,4% auf Vorjahresniveau. Das EBIT konnten wir verbessern: Es belief sich auf 791 Mio € - eine Steigerung um 16 Mio € gegenüber dem Vorjahr.
Industrial Solutions
INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.792 | 5.473 | - 5 |
| Auftragseingang | Mio € | 4.541 | 3.735 | -18 |
| Umsatz | Mio € | 3.633 | 4.002 | 10 |
| EBIT | Mio € | -126 | - 194 | -54 |
| EBIT-Marge | % | -3,5 | - 4,9 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | -127 | - 170 | -34 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | -3,5 | - 4,2 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 15.717 | 16.062 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Verbessertes Marktumfeld im Chemieanlagenbau - Umsatz über Vorjahr
Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr unter dem des Vorjahres, das durch einen Großauftrag im Chemieanlagenbau begünstigt war. Vor allem bei Produktionsanlagen für den Automobilbereich zeigten sich die Kunden wegen der schwierigen politischen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen bei der Auftragsvergabe zurückhaltend. Auch im Zementanlagenbau wirkte sich die weiterhin angespannte Marktlage auf die Nachfrage nach Neuanlagen aus.
Im Geschäft mit Chemieanlagen verzeichneten wir einen insgesamt positiven Nachfragetrend. Der Auftragseingang lag jedoch aufgrund eines Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn im Vorjahr unter dem hohen Vorjahreswert. Unter anderem konnten wir Aufträge für neue Düngemittelanlagen in Ägypten, Saudi-Arabien und Polen gewinnen. Auch die Nachfrage nach Anlagen, Ausrüstung und Services im Bereich Elektrolyse, insbesondere in Europa und Asien, wirkte sich positiv auf das Geschäft aus. Für den gesamten Chemieanlagenbau sehen wir eindeutige Wachstumschancen: Neben dem voraussichtlich anhaltenden Bevölkerungswachstum, vor allem in Asien, spricht dafür auch die zunehmende Nachfrage nach umweltfreundlichen Technologien und Services für den Betrieb und die Digitalisierung von Industrieanlagen.
Im Mining-Bereich blieb die Nachfrage nach Anlagen und Komponenten etwas unter dem starken Vorjahreswert. Unter anderem wurden Anlagen für Lager- und Fördertechnik in Australien, Brech- und Bandanlagen sowie Umschlagtechnik in Zentralasien geliefert. Zusätzlich konnten wir diverse Aufträge für Kraftwerks- und Biomasseanlagen in Indien gewinnen. Kurz- und mittelfristig rechnen wir angesichts des jüngsten Anstiegs einiger Rohstoffpreise mit einer stabilen Nachfrageentwicklung bei Neuanlagen und Ausrüstung. Daneben entwickeln wir unser Serviceangebot für die Mining-Industrie kontinuierlich weiter. Im Mai 2019 feierten wir die Eröffnung eines neuen Servicecenters in Australien.
Im Zementanlagenbau verharrte die Nachfrage insgesamt auf niedrigem Niveau. Überkapazitäten und der anhaltende Wettbewerbsdruck prägten das wirtschaftliche Umfeld. Dennoch ist es uns gelungen, kleinere Aufträge für Anlagenkomponenten und Services zu gewinnen. Ferner haben wir im vergangenen Geschäftsjahr eine Initiative zur Entwicklung und gezielten Vermarktung von Anlagen und Verfahren für eine nachhaltige und umweltfreundliche Zementproduktion weiter vorangetrieben. Erste Projekte wickeln wir bereits in China und Thailand ab: Hier lieferten wir unter anderem Katalysatoren zur Reduktion von Emissionen, Anlagen für den Einsatz von nichtfossilen Brennstoffen sowie Lösungen für die Laborautomation.
System Engineering verzeichnete im Berichtsjahr nach den hohen Vorjahreswerten einen geringeren Auftragseingang: Die rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie war im Wesentlichen bedingt durch den sich abzeichnenden Technologiewandel hin zur Elektromobilität, branchenspezifische Konjunkturrisiken sowie zunehmende Unsicherheiten angesichts der Brexit-Verhandlungen. Größere Aufträge konnten wir in den Bereichen Karosserie-, Motor- und Batteriemontage sowie im Werkzeugbau gewinnen, insbesondere von Kunden in Europa und Asien.
Der Umsatz entwickelte sich deutlich positiv. Insbesondere der Chemieanlagenbau trug mit höheren Umsätzen, unter anderem aus Großprojekten in Ungarn und Brunei, zu dieser Entwicklung bei. Auch bei Mining stieg der Umsatz infolge des starken Auftragseingangs im Vorjahr deutlich an. Im Zementanlagengeschäft lag der Umsatz auftragsbedingt leicht unter dem des Vorjahres, ebenso bei System Engineering aufgrund konjunkturbedingt verzögerter Kundenabrufe.
Bereinigtes EBIT unter Vorjahr - Neuaufstellung und Verschlankung der Organisation
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahr, die entsprechende Marge blieb mit 4,2 %, wie bereits im Vorjahr, negativ. Die Ergebnisentwicklung im Chemie- und Zementanlagenbau sowie bei Mining entwickelte sich durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung als auch partieller Unterauslastung schwächer als im Vorjahr. System Engineering verzeichnete infolge von konjunkturbedingt verzögerten Kundenabrufen und durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung einen deutlichen Abfall gegenüber dem Vorjahr.
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp sowie zur notwendigen Stabilisierung der Leistungsfähigkeit sind weitreichende strukturelle Anpassungen geplant. Die Ebene der Business Area wird deutlich verschlankt und konzentriert sich ab dem Geschäftsjahr 2019/2020 auf Aufgaben, die der Steuerung der operativen und finanziellen Performance der Geschäfte sowie der Bewertung von Partnerschaften im Rahmen des flexiblen Portfolios dienen. Die Business Unit-und Regionalstruktur wird sich ebenfalls ändern: Die BU Service wird aufgelöst und das Servicegeschäft in die aktuell auf das Neugeschäft ausgerichteten Business Units reintegriert. Zudem werden die regionalen Strukturen weiter vereinfacht. Details dazu werden in den kommenden Wochen ausgearbeitet. Zudem bekommt die Einheit einen neuen Namen - aus Industrial Solutions wird Plant Technology. Zum 1. Oktober 2019 wurde System Engineering aus dem Geschäftsbereich herausgelöst und Components Technology (zukünftig Automotive Technology) zugeordnet.
Marine Systems
MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.493 | 5.887 | 7 |
| Auftragseingang | Mio € | 648 | 2.192 | 238 |
| Umsatz | Mio € | 1.389 | 1.800 | 30 |
| EBIT | Mio € | -117 | 0 | ++ |
| EBIT-Marge | % | -8,4 | 0,0 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | -128 | 1 | ++ |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | -9,2 | 0,0 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 5.818 | 6.013 | 3 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Auftragseingang und Umsatz deutlich über Vorjahreswerten
Der Auftragseingang von Marine Systems lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Insbesondere der Großauftrag über vier Fregatten aus Nordafrika im 4. Quartal begünstigte den Auftragseingang. Darüber hinaus konnten Erweiterungen von bestehenden Aufträgen im Überwasserbereich sowie diverse Aufträge in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service verbucht werden. Des Weiteren wurde Marine Systems zusammen mit Embraer Defense & Security und Atech als bevorzugter Bieter für den Bau von vier neuen Korvetten für die brasilianische Marine nominiert, was sich positiv auf den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2019 /2020 auswirken dürfte.
Der Umsatz lag im Berichtsjahr auf hohem Niveau und damit deutlich über dem des Vorjahres. Die Steigerung resultierte im Wesentlichen aus der Erweiterung bestehender Aufträge im Über- und Unterwasserbereich. Die Umsätze in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service blieben, wie schon im Vorjahr, stabil.
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT im Geschäftsjahres 2018 / 2019 war leicht positiv und damit deutlich höher als im Vorjahr. Neben einer deutlichen Umsatzsteigerung trug zu dieser Entwicklung insbesondere das Entfallen einmaliger Aufwendungen für ein Marineprojekt im Unterwasserbereich bei. Das Bereinigte EBIT ist jedoch weiterhin durch die geringen Margen bei Projekten in Abrechnung belastet.
Materials Services
MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN
| 2017 / 20181) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 14.544 | 13.868 | - 5 |
| Umsatz | Mio € | 14.705 | 13.880 | - 6 |
| EBIT | Mio € | 270 | 66 | -76 |
| EBIT-Marge | % | 1,8 | 0,5 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 317 | 107 | -66 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,2 | 0,8 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 20.273 | 20.340 | 0 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Auftragseingang und Umsatz unter Vorjahr
In einem schwierigen Marktumfeld mit spürbarem Mengenrückgang entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz deutlich negativ. Dies gilt für nahezu alle Bereiche von Materials Services, ganz besonders aber für das Servicecentergeschäft in Europa und das weltweite Streckengeschäft (ausgenommen Nordamerika). Die Absatzzahlen entwickelten sich in allen Regionen außer Nordamerika und in allen Einheiten rückläufig, wobei das Streckengeschäft mit 24% neben dem Lager- und Servicegeschäft mit 2,7% den stärksten Rückgang verzeichnen musste. In Summe verkauften wir 9,8 Miot Werk- und Rohstoffe und damit weniger als im Vorjahr. Die Preise insbesondere in den Produktsegmenten Edelstahl und Walzstahl blieben im gesamten Geschäftsjahr unter Druck, das durchschnittliche Preisniveau lag daher ebenfalls unter dem des Vorjahres. Auch bei AST blieben Mengen und Preise hinter dem Vorjahr zurück, im Wesentlichen wegen der anhaltend starken Importkonkurrenz aus Asien.
Digitalisierung in der nächsten Phase: Aufbau von neuen Geschäftsmodellen
Materials Services versteht aus eigenen Erfahrungen die besonderen Herausforderungen von Kunden, die sich in einem globalisierten und termingetriebenen Geschäftsumfeld bewegen. Um sie jederzeit zuverlässig zu beliefern, hat das Unternehmen seine Supply Chain über Jahre hinweg kontinuierlich optimiert und digitalisiert. Dabei setzt Materials Services auf vier Softwareplattformen, die jeweils bereits in ausgewählten Regionen eingeführt sind und sukzessive weiter ausgerollt werden: 1. SAP Hybris als e-Commerce Plattform, 2. KI Data Analytics Platform "Alfred", 3. SAP S/4 Hana als ERP sowie 4. die IiOT-Plattform "toii".
Der nächste Baustein in der Digitalisierung ist die Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells: ein erstes Beispiel dafür ist die im Juni 2019 an dem Markt gegangene thyssenkrupp Materials IoT GmbH (tkMIoT). Sie vermarktet eine ursprünglich für Materials Services entwickelte Industrial-Internet-of-Things (IIoT) Software nun auch an externe Kunden. Die Ausgründung zeigt beispielhaft, wie Materials Services den systematischen Ausbau seines Dienstleistungsportfolios vorantreibt.
Bereinigtes EBIT unter Vorjahr
Das Berichtsjahr war geprägt von sinkenden Marktpreisen und einer sehr schwachen Nachfrage, insbesondere im lagerhaltenden Handel und im Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa. In diesem negativen Marktumfeld sind wir deutlich unter dem hohen Ergebnisniveau des Vorjahres geblieben. Vor allem im lagerführenden Werkstoffhandel litten die Margen unter rückläufigen Preisen und Mengen, nachdem das vorherige Geschäftsjahr von starken Preisanstiegen mit entsprechend positiven Effekten geprägt gewesen war. Eine Ausnahme bildete das Geschäft in Nordamerika, das sich auch im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelte. Stützen konnten wir unser Ergebnis mit Maßnahmen zur Senkung der operativen Kosten und mit Grundstücksverkäufen; zusätzlich wirkte die Teil-Übertragung des Streckengeschäfts an Steel Europe kompensierend. Auch das Geschäft von AST verlief deutlich schlechter als im Vorjahr, im Wesentlichen wegen der ungünstigen Mengen- und Preisentwicklung bei Edelstahl, die ebenfalls dem anhaltenden Importdruck und dem schwachen Marktumfeld geschuldet war.
Steel Europe
STEEL EUROPE IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 9.157 | 8.784 | - 4 |
| Umsatz | Mio € | 9.470 | 9.065 | - 4 |
| EBIT | Mio € | 470 | - 123 | -- |
| EBIT-Marge | % | 5,0 | -1,4 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 687 | 31 | -95 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 7,3 | 0,3 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 27.764 | 28.278 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Negative Mengen- und Preiseffekte
In der Geschäftsentwicklung von Steel Europe spiegelten sich zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahres Sonderfaktoren wider - insbesondere das Rhein-Niedrigwasser und das neue Abgasprüfverfahren der Autoindustrie (WLTP), das mit vorübergehenden Produktionseinbußen bei diesem wichtigen Kundensegment verbunden war - sowie im weiteren Jahresverlauf auch die schwächelnde Konjunktur. Die produzierten und versandten Mengen verfehlten das Vorjahresniveau deutlich. Bei den Preisen konnten wir uns dank des hohen Anteils langfristiger Kontraktgeschäfte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres noch weitestgehend den negativen Preistrends im Spotmarkt entziehen; ab Geschäftsjahresmitte schlugen diese dann zunehmend auf unsere Nettoerlöse durch. Gleichzeitig stiegen die Kosten signifikant, im Wesentlichen aufgrund des stark gestiegenen Eisenerzpreises, wodurch sich die Ertragslage weiter verschlechterte.
Wertmäßig war der Auftragseingang mit rund 8,8 Mrd € insgesamt 4% niedriger als 2017/2018. Während in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres der Auftragseingang aufgrund der gestiegenen Durchschnittserlöse noch höher war als in der Vergleichsperiode, schlug sich der negative Marktpreistrend danach zunehmend in unseren neu verhandelten Geschäftsabschlüssen nieder. Zudem tätigten wir zur Beschäftigungssicherung auch niedrigpreisigere Spotgeschäfte. Der Erlösdruck nahm dadurch insgesamt zu. Im Gesamtjahr konnten die höheren Erlöse den Mengenrückgang nicht kompensieren. Mit 9,9 Mio t waren die Bestellmengen im gesamten Berichtszeitraum knapp 9% niedriger als im Vorjahr. Vor allem im 1. Quartal gingen unsere Auftragsbuchungen aufgrund erheblicher Produktionseinschränkungen - unter anderem wegen des Niedrigwassers -sowie in Folge der Einführung des WLTP stark zurück. In den Folgemonaten hinterließ insbesondere die spürbar gesunkene Nachfrage seitens der Automobilindustrie deutlichere Spuren, im letzten Quartal gingen die Bestellmengen der übrigen Industriekunden merklich zurück. Die konjunkturbedingt rückläufige Nachfrage wurde noch verstärkt durch die politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten; diese führten auch bei unseren Kunden zu einer ausgeprägten Kaufzurückhaltung.
Beim Umsatz verzeichnete Steel Europe einen Rückgang um insgesamt 4% auf 9,1 Mrd €. Bei durchschnittlichen Nettoerlösen, die trotz einer Abschwächung im Geschäftsjahresverlauf noch über denen des Vorjahres lagen, war der Rückgang im Wesentlichen mengenbedingt. Mit rund 10,5 Mio t lag der Versand insgesamt um 8% unter der Vorjahresmenge. Nach den erheblichen Mengeneinbußen im 1. Quartal - hier waren Niedrigwasser und WLTP die Ursachen - prägten im weiteren Verlauf überwiegend marktbedingte Versandrücknahmen die Geschäftsentwicklung. Insbesondere der Absatz an die schwächelnde Automobilindustrie und ihre Zulieferer verringerte sich deutlich, aber auch beim Versand an andere Industriekunden verzeichneten wir Rückgänge. Beträchtlich waren sie bei Grobblech - bedingt durch die schwache Marktnachfrage und Störungen in der Produktion. Der Umsatz ging überdurchschnittlich zurück. Positiv war hingegen die Entwicklung bei Verpackungsblech: Mengen und Preise waren höher als im Vorjahr, was zu einem leichten Umsatzplus führte. Zugleich steigerte Electrical Steel den Umsatz mit kornorientiertem Elektroband.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann war mit 11,3 Mio t rund 5% niedriger als im Vorjahr. Im 1. Quartal beeinträchtigte das Rhein-Niedrigwasser die Rohstoffversorgung erheblich; die Folgen waren Anpassungen in der Hochofenerzeugung sowie Belegungsprobleme an nachgelagerten Aggregaten. Letztere konnten durch vorgezogene Reparaturmaßnahmen teilweise abgemildert werden; dennoch waren die Produktionsverluste gravierend und auch in den Folgemonaten noch spürbar. Um das fehlende Volumen auf der Metallurgiestufe zu kompensieren und die Kundenversorgung aufrechtzuerhalten, kauften wir am Markt Fremdbrammen zu. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres bremsten ein erhöhtes Störgeschehen und insbesondere die marktbedingten Versandkürzungen unsere Produktion. Insgesamt erreichte die Walzstahlerzeugung für Kunden ein Volumen von 10,4 Mio t und war somit um 8 % geringer als im vorherigen Geschäftsjahr.
Signifikanter Ergebnis- und Margeneinbruch
Steel Europe wies im Berichtsjahr ein leicht positives Ergebnis aus - nach einem Bereinigten EBIT von 687 Mio € im Vorjahr. Niedrigere Mengen und der Erlösverfall im Laufe des Jahres bei gleichzeitig gestiegenen Kosten waren die Hauptursachen für diese Verschlechterung. Einige Business Units, darunter auch Heavy Plate, mussten einen Verlust hinnehmen. Auf der Kostenseite schlugen mehrere Faktoren negativ zu Buche: Zum einen stiegen die Preise für Eisenerz drastisch an, im Einkauf kamen noch negative Wechselkurseffekte hinzu. Zum anderen erhöhten sich durch das Niedrigwasser des Rheins u. a. die Logistikkosten für den Rohstoffbezug und es kam zu Stillstandskosten, wobei letztere auch aus der zunehmend schwächeren Marktlage resultierten. Diese negativen Ergebniseffekte haben die höheren Stahlpreise, die wir am Markt über weite Strecken erzielen konnten, nur zu einem sehr geringen Teil kompensiert. Ergebnismindernd wirkten auch Kompensationszahlungen an Materials Services für die Übernahme eines Teils des Streckengeschäfts sowie Personalrückstellungen nach einem neuen Tarifabschluss im 2. Quartal. Sondereffekte belasteten das Ergebnis zusätzlich, die EBIT-Marge verschlechterte sich deutlich. Im Wesentlichen waren dies Aufwendungen zwecks Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren. Darüber hinaus ergaben sich Belastungen durch die Übernahme von IT Infrastruktur von Corporate sowie Carve-out Kosten im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten Joint-Venture. Ein gegenläufiger Effekt war der Ertrag aus dem Auflösen einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Kauf der Kokerei Schwelgern (Duisburg).
Bereich Corporate der thyssenkrupp AG
Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG zentral geführt. Der Bereich "Corporate" innerhalb der AG ist in Corporate Headquarters (CorpHQs), Regions, Service Units und Special Units untergliedert.
Den "CorpHQs" sind vor allem die Konzernfunktionen zugeordnet.
Der Bereich "Regions" umfasst unsere regionalen Zentralen (die sogenannten Regional Headquarters - RHQs) in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, der Region Asien-Pazifik und der Region Naher Osten & Afrika sowie die regionalen Büros und Repräsentanzen.
Zu den "Service Units" gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.
Unter dem Dach der "Special Units" werden neben dem Asset Management - der Verwaltung und Steuerung des Konzern-Immobilienvermögens - auch Business-Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Ferner umfasst dieser Bereich Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.
Das Bereinigte EBIT von Corporate belief sich im Geschäftsjahr 2018/ 2019 auf -306 Mio €, das entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert um 71 Mio €. Diese positive Entwicklung ergab sich in erster Linie aus Maßnahmen zur Senkung von Projektkosten in der Verwaltung. Gegenläufig wirkte, dass Ergebniseffekte aus Grundstücks- und Immobilienverkäufen niedriger ausfielen als im Vorjahr; hinzu kamen höhere Kosten bei Global Shared Services, vor allem als Folge von Dissynergieeffekten aufgrund der geänderten Konzernstrategie. Das EBIT betrug -369 Mio €. Es enthielt Sondereffekte in Höhe von insgesamt 63 Mio €, die zum Großteil auf Beratertätigkeiten infolge der strategischen Neuausrichtung des Konzerns entfielen.
Ab dem Geschäftsjahr 2019/ 2020 werden die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2018/2019 um 1% über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen vor allem die Komponenten- und Aufzugsgeschäfte sowie der Anlagenbau bei; gegenläufig wirkten Rückgänge bei den Werkstoffgeschäften. Die Umsatzkosten erhöhten sich, insbesondere wegen höherer Personal- und Materialaufwendungen, überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Brutto-Umsatzmarge verminderte sich auf 13,8%.
Der Rückgang der Vertriebskosten war insbesondere Folge gesunkener verkaufsbezogener Frachten, Versicherungen und Zölle. Die Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten betraf im Wesentlichen höhere Restrukturierungsaufwendungen. Wesentliche Ursache für die deutliche Zunahme der sonstigen Erträge waren gestiegene Versicherungsentschädigungen. Die Abnahme der sonstigen Aufwendungen war überwiegend durch insgesamt verminderte Aufwendungen für Rückstellungszuführungen verursacht. Zur Verbesserung der sonstigen Gewinne und Verluste trugen vor allem höhere Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen bei.
Das niedrigere Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betraf hauptsächlich rückläufige Gewinne einer Beteiligung in China. Die insgesamt eingetretene leichte Verschlechterung des Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen resultierte insbesondere aus geringeren Zinserträgen aus Steuererstattungen sowie geringeren Erträgen aus dem Abgang von Beteiligungen; gegenläufig wirkten vor allem niedrigere Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie der gesunkene Netto-Zinsaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Der Rückgang des Steueraufwands war maßgeblich durch den Wegfall der Einmaleffekte aus der US-Steuerreform sowie durch die Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland im Vorjahr beeinflusst. Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 260 Mio €, nach einem Verlust von 12 Mio € im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie verminderte sich entsprechend um 0,39€ auf einen Verlust von 0,49€.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
2017 / 20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 41.534 | 41.996 |
| Umsatzkosten | -34.944 | -36.197 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 6.590 | 5.799 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 348 | -341 |
| Vertriebskosten | -2.823 | - 2.808 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -2.403 | - 2.441 |
| Sonstige Erträge | 236 | 346 |
| Sonstige Aufwendungen | - 373 | -333 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 21 | 44 |
| Betriebliches Ergebnis | 901 | 266 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 15 | 9 |
| Finanzierungserträge | 745 | 697 |
| Finanzierungsaufwendungen | -1.101 | - 1.054 |
| Finanzergebnis | - 340 | -348 |
| Ergebnis vor Steuern | 561 | -83 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 573 | -177 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | -12 | -260 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | -62 | -304 |
| Nicht beherrschende Anteile | 50 | 44 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | -12 | -260 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | -0,10 | -0,49 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Analyse der Bilanz
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2018 insgesamt stark.
Die deutliche Zunahme der langfristigen Vermögenswerte war neben Wechselkurseffekten überwiegend beeinflusst durch den Anstieg der Sachanlagen als Folge von über den Abschreibungen liegenden Investitionen. Hinzu kamen Zunahmen bei den immateriellen Vermögenswerten insbesondere durch Unternehmenszusammenschlüsse. Der Anstieg der latenten Steuern resultierte im Wesentlichen aus Zinssatzänderungen für Pensionsverpflichtungen sowie der konzerninternen Übertragung eines Markennutzungsrechts. Gedämpft wurde der Anstieg durch Minderungen von aktiven latenten Steuern aus der Nutzung von Verlustvorträgen insbesondere in den USA sowie der Vornahme steuerlicher Teilwertabschreibungen im Vorratsvermögen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten ebenfalls insgesamt einen deutlichen Anstieg. Der Anstieg der Vorräte betraf hauptsächlich die Komponentengeschäfte sowie das Stahlgeschäft. Zur Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen trugen vor allem die Anlagenbaugeschäfte bei. Die Verminderung der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf insbesondere die Derivatebilanzierung. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte ergab sich im Wesentlichen aus gesunkenen geleisteten Anzahlungen. Die darüber hinaus eingetretene deutliche Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte hauptsächlich aus der Aufnahme von Finanzschulden; gegenläufig wirkte hier insbesondere der im Berichtsjahr hohe negative Free Cashflow.
Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 2.220 Mio €. Hauptursachen waren der Jahresfehlbetrag im Berichtsjahr und die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen; gegenläufig wirkten im sonstigen Ergebnis enthaltene Gewinne aus der Währungsumrechnung. Die Eigenkapitalquote verminderte sich auf 6,1 %.
Die starke Zunahme der langfristigen Verbindlichkeiten betraf im Wesentlichen einerseits den Anstieg der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen hauptsächlich durch die im Berichtsjahr aus der Neubewertung resultierenden Verluste insbesondere als Folge der gesunkenen Pensionszinssätze. Andererseits ergab sich insgesamt eine wesentliche Erhöhung der Finanzschulden vor allem wegen der Platzierung von Anleihen im Februar 2019 sowie im September 2019 bei gleichzeitiger Umgliederung einer ursprünglich im Oktober 2019 fälligen und im Juli 2019 vorzeitig zurückgezahlten Anleihe in die kurzfristigen Finanzschulden.
Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus der Zunahme der kurzfristigen Finanzschulden im Wesentlichen als Folge der Inanspruchnahme des Commercial Paper Programms sowie aus der Erhöhung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Erhöhung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betraf hauptsächlich die Derivatebilanzierung sowie gestiegene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen. Der Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten stand überwiegend im Zusammenhang mit der weiteren Abwicklung von Fertigungsaufträgen.
Konzern-Bilanz
AKTIVA
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.844 | 5.029 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 7.730 | 8.144 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 132 | 128 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 45 | 39 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 246 | 240 |
| Aktive latente Steuern | 1.288 | 1.733 |
| Langfristige Vermögenswerte | 14.285 | 15.313 |
| Vorräte | 7.359 | 7.781 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.163 | 5.488 |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 | 1.443 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 709 | 808 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.904 | 1.642 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 269 | 293 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | 3.706 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.141 | 21.162 |
| Summe Vermögenswerte | 34.426 | 36.475 |
| PASSIVA | ||
| Mio € | 30.09.2018 1) | 30.09.2019 |
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 6.664 | 6.664 |
| Gewinnrücklagen | -5.606 | - 6.859 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 83 | 352 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 2.734 | 1.751 |
| Nicht beherrschende Anteile | 468 | 469 |
| Eigenkapital | 3.203 | 2.220 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 7.838 | 8.947 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 345 | 307 |
| Sonstige Rückstellungen | 575 | 554 |
| Passive latente Steuern | 59 | 48 |
| Finanzschulden | 5.191 | 6.529 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 157 | 136 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 4 | 6 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.168 | 16.527 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 342 | 357 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.573 | 1.726 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 225 | 260 |
| Finanzschulden | 185 | 886 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 | 6.355 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 784 | 1.209 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 5.011 | 4.561 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 2.403 | 2.373 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.055 | 17.728 |
| Verbindlichkeiten | 31.223 | 34.255 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 34.426 | 36.475 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Finanzierung
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.
Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Netto-Finanzschulden und freie Liquidität
Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2019 auf 3.703 Mio €, damit lagen sie um 1.339 Mio € über dem Stand zum 30. September 2018 (2.364 Mio €). Ausschlaggebend für den Schuldenanstieg waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die Dividendenzahlung. Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2019 auf 7,3 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 3,7 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von ursprünglich 1,5 Mrd €, das auf 3,0 Mrd € erhöht wurde, zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2019 war das Programm mit 0,7 Mrd € in Anspruch genommen.
Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2019/ 2020 auf 0,9 Mrd €.
Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.
Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150% bis 200% und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2019 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 200%.
Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 166,8%. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert eingehalten.
Rating
Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Standard & Poor's unser Rating auf Ba3 mit stabilem Ausblick bzw. auf BB- mit Ausblick "Developing" herabgestuft. Während der stabile Ausblick bei Moody's kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten lässt, legt der Ausblick "Developing" von Standard & Poor's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest. Für die weitere Ratingentwicklung ist für die Agenturen neben der operativen Performance auch die erfolgreiche Umsetzung der Strategie von thyssenkrupp maßgeblich.
RATING
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB- | B | developing |
| Moody's | Ba3 | Not Prime | stable |
| Fitch | BB+ | B | watch negative |
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".
Operating Cashflow
Im Berichtsjahr lag der erzielte positive Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit stark unter dem Vorjahreswert. Hierzu trugen insbesondere der gesunkene Jahresüberschuss vor Abschreibungen und latenten Steuern sowie die insgesamt deutlich gestiegene Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bei.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Die Investitionen lagen im Berichtsjahr über dem Vorjahreswert, insbesondere infolge höherer Investitionen bei Elevator Technology - infolge von M&A - sowie Steel Europe. Dabei lag der Anteil der Werkstoffgeschäfte an den Investitionen insgesamt mit 43% leicht über Vorjahr. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Investitionen insgesamt stieg ebenfalls leicht auf 56% an, während die Investition bei Corporate rückläufig waren.
INVESTITIONEN
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 523 | 479 | - 8 |
| Elevator Technology | 113 | 221 | 95 |
| Industrial Solutions 1) | 63 | 55 | -12 |
| Marine Systems 1) | 59 | 59 | 0 |
| Materials Services | 113 | 135 | 19 |
| Steel Europe | 442 | 482 | 9 |
| Corporate | 66 | 42 | -37 |
| Konsolidierung | 6 | -28 | - |
| Konzern 1) | 1.386 | 1.443 | 4 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Components Technology - Im Automotive-Bereich waren die Investitionsschwerpunkte die bestehenden Werke sowie der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China, Mexiko und Ungarn. Im Geschäft mit aktiven und passiven Dämpfersystemen lag der Fokus auf dem Ausbau von Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau des Werkes in Ungarn zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren ist weit vorangeschritten. Des Weiteren wurden die Kapazitäten für Zylinderkopfhaubenmodule in Mexiko und Ungarn ausgebaut. Im Geschäft mit Industriekomponenten lag der Fokus neben der Modernisierung des Anlagenparks auf dem Bau einer neuen Schmiedelinie für Vorderachsen sowie der Erweiterung der Rotoranlagerfertigung in Deutschland.
Elevator Technology - Im Berichtsjahr wurden mit 221 Mio € deutlich mehr als im vergangenen Geschäftsjahr investiert. Dieser Mehraufwand kommt im Wesentlichen aus den USA, wo in zwei Akquisitionen investiert wurde, um die regionalen Märkte in Nebraska, Iowa und Tennessee besser zu bedienen.
Industrial Solutions - Um unsere Marktposition zu festigen und Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, haben wir im Berichtsjahr gezielt in allen Einheiten in die Infrastruktur und den Ausbau unseres Technologieportfolios investiert.
Marine Systems - Die Investitionen flossen weiterhin in erster Linie in die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel. Schwerpunkte waren hier Infrastrukturmaßnahmen und die IT.
Materials Services - Im Geschäftsjahr wurde vor allem in Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen bei Lager- und Serviceeinheiten sowie bei AST investiert. Darüber hinaus wurde die digitale Transformation des Geschäftsbereichs konsequent und entlang der gesamten Wertschöpfungskette fortgesetzt: Beispielsweise gestaltet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereits in mehreren Geschäften die Prozesse entlang der Supply Chain flexibler, um auf diese Weise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem verkürzt die Einführung hochmoderner ERP Plattformen die Durchlaufzeiten von Aufträgen bei gleichzeitiger Optimierung der Lagerlogistik.
Steel Europe - Die Investitionsausgaben stiegen im Berichtszeitraum auf rund 482 Mio € an. Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund wurde begonnen. Die FBA 10 soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedienen. Die Pfahlbauten wurden abgeschlossen, der Fundamentbau ist weit fortgeschritten. Die Inbetriebnahme ist für 2021 vorgesehen. Mit dem Bau der dritten Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung nähert sich ein Großprojekt für den Umweltschutz der Zielgeraden. Die Anlage soll im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen. Die dann insgesamt drei vorhandenen Tuchfilter leisten einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Duisburg. Die Business Unit Packaging Steel hat mit dem Bau einer neuen Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech unter verbesserten Umweltstandards begonnen.
Corporate - Die Investitionen lagen bei Corporate unter dem Vorjahr. Dabei bildeten Investitionen im Bereich der Immobilien, die - unabhängig von den einzelnen Business Areas - im Asset Management gebündelt sind, einen aktuellen Schwerpunkt. Ein aktuelles Beispiel ist der Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge in Atlanta für die Business Area Elevator Technology. Weitere Investitionen betrafen den IT-Bereich, insbesondere den zentralen Einkauf von Software-Lizenzen und Hardware.
Free Cashflow
Im Berichtsjahr war der Free Cashflow wiederum negativ und deutlich verschlechtert gegenüber dem Vorjahr. Letzteres resultierte im Wesentlichen aus der erwähnten Abnahme der Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit.
Der Free Cashflow vor M &A des Konzerns insgesamt, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag deutlich unter dem Vorjahr. Dies resultierte insbesondere aus der schwächeren operativen Entwicklung sowie einer höheren Mittelbindung bei unseren Werkstoffgeschäften sowie höheren Anlaufkosten bei Components Technology.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Die Finanzierungstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem starken Mittelzufluss, insbesondere als Folge der Aufnahme von Finanzschulden.
ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Operating Cashflow (Kapitalflussrechnung) | 1.184 | 72 | -1.113 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kapitalflussrechnung) | -1.299 | -1.335 | -36 |
| Free Cashflow (FCF) 1) | - 115 | -1.263 | -1.149 |
| -/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M &A-Transaktionen | - 19 | 123 | 142 |
| Free Cashflow vor M& A (FCF vor M &A) 1) | - 134 | -1.140 | -1.007 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | -12 | -260 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 282 | -110 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.118 | 1.253 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | -15 | - 9 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | -44 | -48 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | -419 | -325 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -351 | -196 |
| - Vertragsvermögenswerte | -373 | 300 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | -150 | -53 |
| - Sonstige Rückstellungen | 167 | 86 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 832 | -242 |
| - Vertragsverbindlichkeiten | 201 | -569 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | -52 | 243 |
| Operating Cashflow | 1.184 | 72 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | - 2 | - 5 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 8 | -47 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | -1.235 | - 1.175 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | -141 | -216 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 28 | 4 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 58 | 90 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 1 | 15 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -1.299 | -1.335 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 0 | 2.500 |
| Tilgung von Anleihen | -1.600 | - 1.250 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 379 | 2.539 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -567 | - 2.388 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | -81 | 678 |
| Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten | -11 | 0 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 1 | 0 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | -93 | -93 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | -38 | -55 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | -19 | 0 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | -84 | - 5 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -2.114 | 1.926 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -2.229 | 663 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -57 | 36 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 5.292 | 3.006 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 3.006 | 3.706 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 37 | 27 |
| Zinsauszahlungen | -235 | -209 |
| Erhaltene Dividenden | 36 | 19 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | -365 | -268 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 21 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,8 Mrd € (Vorjahr: 1,8 Mrd €) veräußert hat.
Jahresabschluss der thyssenkrupp AG
Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.
Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage
Geschäftsverlauf 2018/ 2019
Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.
Voraussichtliche Entwicklung 2019/ 2020 mit wesentlichen Chancen und Risiken
Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2019/2020 ist wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.
Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2019/2020 erwartete Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2019/2020 erneut einen Jahresfehlbetrag; jedoch deutlich geringer als im Geschäftsjahr 2018/ 2019.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2018/2019 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag von 1.807 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 1.579 Mio € ausgewiesen wurde.
Unter den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 401 Mio €, Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 78 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 79 Mio € erfasst.
Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 69 Mio € auf 520 Mio €. Hintergrund waren insbesondere geringere Aufwendungen für Beratungen unter anderem für die IT-Strategie des Konzerns. Der Personalaufwand verringerte sich um 12 Mio € auf 191 Mio €. Dabei reduzierte sich der Aufwand für die Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung um 13 Mio €.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.259 Mio € umfassten im Wesentlichen die zeitlich unbefristete Übertragung ausgewählter Nutzungsrechte an der Konzernmarke in Höhe von 1.080 Mio € an die thyssenkrupp Elevator AG. Durch die Auflösung von Rückstellungen entstanden Erträge von 95 Mio €.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 97 Mio € auf 183 Mio € und enthielten insbesondere einen konzerninternen Forderungsverzicht in Höhe von 109 Mio €. Zudem waren Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € enthalten.
Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 2.843 Mio € auf -2.367 Mio €.
Dabei stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.308 Mio € auf 2.967 Mio €. Insbesondere die Verlustübernahme der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH erhöhte sich um 1.833 Mio € auf 2.464 Mio €. Dies war auf höhere eigene Verlustübernahmen, außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Geschäftsanteile und Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen zurückzuführen. Bei der Thyssen Stahl GmbH war ein negatives Ergebnis von 273 Mio € auszugleichen. Im Vorjahr hatte diese einen Gewinn von 559 Mio € abgeführt. Auch die thyssenkrupp Materials Services GmbH hatte im Vorjahr ein positives Ergebnis von 116 Mio € und wies nun einen auszugleichenden Verlust von 183 Mio € aus.
Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 599 Mio € insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp North America Inc. sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. vereinnahmt werden.
Im Geschäftsverlauf 2018 / 2019 wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 82 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 68 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 57 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd. in Höhe von 31 Mio € sowie auf zwei weitere Gesellschaften in Höhe von insgesamt 9 Mio € vorgenommen.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.966 Mio € auf 28.247 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2019 sank von 74% auf 69%.
Das Anlagevermögen sank um 2.667 Mio € auf 19.618 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich dabei um 116 Mio € auf 19.069 Mio €. Durch eine Sacheinlage des an der thyssenkrupp UK Plc. gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Regional Investment GmbH gab es einen Zugang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 447 Mio € sowie einen Abgang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp UK Plc. (historische Anschaffungskosten in Höhe von 778 Mio € und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 331 Mio €). Geschäftsanteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG wurden in Höhe von 227 Mio € erworben.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.
Zum 30. September 2019 verringerten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen geringfügig um 44 Mio € auf 5.661 Mio €.
Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 27 Mio € auf 256 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 683 Mio € auf 2.541 Mio €.
Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2019 um 1.899 Mio € auf 6.778 Mio €. Dies war auf den im Vergleich zum Vorjahr geringeren Bilanzgewinn von 196 Mio € zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote sank somit auf 24 % (Vorjahr: 29%).
Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 7 Mio € resultierte überwiegend aus Inanspruchnahmen in Höhe von 48 Mio € sowie aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 27 Mio €. Gegenläufig wirkten die Zuführung von 53 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 25 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen haben sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 40 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 28 Mio € verringert.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 1.980 Mio € auf 12.860 Mio €. Der Grund dafür war insbesondere eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 4.315 Mio € auf 9.747 Mio €. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen um 2.307 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.
Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresfehlbetrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 1.807 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 196 Mio € aus.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2018/2019 in Höhe von 196 Mio € wie folgt zu verwenden: Einstellung des Betrages in die Anderen Gewinnrücklagen.
Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
der thyssenkrupp AG
AKTIVA
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 71 | 61 |
| Sachanlagen | 312 | 293 |
| Finanzanlagen | 21.902 | 19.264 |
| 22.285 | 19.618 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 6.032 | 6.047 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 1.858 | 2.541 |
| 7.890 | 8.588 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 38 | 41 |
| Summe der Aktiva | 30.213 | 28.247 |
| PASSIVA | ||
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 2.703 | 2.703 |
| Andere Gewinnrücklagen | 2.283 | 2.283 |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 |
| 8.677 | 6.778 | |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.076 | 1.069 |
| Übrige Rückstellungen | 232 | 136 |
| 1.308 | 1.205 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 4.700 | 5.950 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 252 | 327 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.840 | 12.860 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 435 | 1.126 |
| 20.227 | 20.263 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1 | 1 |
| Summe der Passiva | 30.213 | 28.247 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 515 | 581 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 144 | -169 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 371 | 412 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 589 | -520 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.830 | 1.259 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -86 | -183 |
| Beteiligungsergebnis | 476 | - 2.367 |
| Zinsergebnis | - 254 | -166 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - 143 | -247 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -26 | 5 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | -1.807 |
| Ergebnisverwendung | ||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | - 1.807 |
| Gewinnvortrag | 1.308 | 2.004 |
| Einstellung in Andere Gewinnrücklagen | 789 | 0 |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 |
Technologie und Innovationen
Innovationsstrategie
Unsere Forschung und Entwicklung konzentriert sich auf die großen technologischen Herausforderungen der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie Mobilität in immer dichter besiedelten urbanen Räumen.
Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E Netzwerk) umfasst ca. 4.800 Mitarbeiter an rund 90 Standorten. Es wird ergänzt durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.500 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet. Damit umfasst das Patentportfolio unseres Unternehmens gegenwärtig etwa 22.100 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich liegt die Zahl der Neuanmeldungen einschließlich Designs im Berichtsjahr bei etwa 220, wobei das Gesamtportfolio etwa 9.400 Schutzrechte stark ist
Die gesamten F&E-Aufwendungen des thyssenkrupp Konzerns beliefen sich im Berichtsjahr auf 761 Mio €; das ist ein Rückgang um 3% im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017/2018. Die bereinigte F&E-Quote lag bei 2,5%. Die bereinigte F&E-Quote bezeichnet den Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Dies entspricht unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5%.
Im Geschäftsjahr 2018/ 2019 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 79 Mio € aktiviert; 2017/2018 waren es 63 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - stieg auf 18,8 % gegenüber 15,3% im vorangegangenen Geschäftsjahr.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
| in Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 348 | 341 | - 2 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten | 37 | 37 | 0 |
| Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten | 402 | 384 | - 5 |
| Konzern 1) | 787 | 761 | - 3 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Klimaschutz und Energiewende
Im Berichtsjahr haben wir verschiedene Innovationen wie z.B. Carbon2Chem und Wasserelektrolyse im Einklang mit unserer Klimastrategie vorangetrieben, welche die Emissionen von klimaschädlichen Gasen adressieren. Ziel ist es einerseits, die Emissionen von thyssenkrupp zu reduzieren und andererseits unseren Kunden zu helfen, bis zum Jahr 2050 die im Abkommen von Paris geforderte CO2-Neutralität zu erreichen. Dies ist von besonderer Relevanz, weil sich hier gerade nachhaltige Märkte in der Größenordnung von vielen Milliarden Euro entwickeln. So haben wir im Rahmen des Projekts Carbon2Chem Ammoniak aus so genannten Hüttengasen hergestellt. Damit ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, Gase aus Hüttengasen in Ammoniak chemisch umzuwandeln. Hüttengase sind Gase aus der Stahlproduktion, die neben CO2 u.a. auch Stickstoffoxide enthalten. Ammoniak ist einer der Grundstoffe zur Herstellung von Kunstdünger, mit dem landwirtschaftliche Nutzflächen effizienter bewirtschaftet werden können. Die Ammoniakherstellung ist ein weiterer Meilenstein bei Carbon2Chem, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 60 Mio € gefördert wird. Bereits im September 2018 war es thyssenkrupp weltweit erstmalig gelungen, aus Hüttengasen Methanol herzustellen. Carbon2Chem ist ein von thyssenkrupp zusammen mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft koordiniertes Großprojekt mit 15 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie. Die Technologie kann, wenn sie großtechnisch umgesetzt wird, rund 20 Millionen Tonnen der jährlichen CO2 Emissionen der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich verwertbar machen. Sie ist auch in anderen CO2-intensiven industriellen Prozessen wie beispielsweise der Zementindustrie einsetzbar. Damit spielt Carbon2Chem eine zentrale Rolle in unserer Klimastrategie, sowohl bei der Verringerung unserer eigenen Prozessemissionen als auch bei der Reduzierung von CO2 und anderen umweltschädlichen Gasen bei unseren Kunden.
Parallel setzen wir beim Stahl auf ein Konzept, das die Entstehung CO2 im Produktionsprozess von vornherein grundsätzlich verhindert. Diesen Pfad werden wir mit Hilfe wasserstoffbasierter Technologien beschreiten. Um hier wesentliche Erkenntnisse zu sammeln, wurde im Berichtsjahr die Injektion von Wasserstoff in den Hochofen 9 im Werk Duisburg-Nord vorbereitet. In einer auf vier Versuche begrenzten Testphase wird an einer Blasform des Hochofens weltweit erstmalig Einblaskohle durch Wasserstoff ersetzt. Auf alle Blasformen des Hochofens angewendet, hat das Verfahren ein theoretisches CO2-Reduktionspotenzial von 20%. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert diese Pionierarbeit im Rahmen der Landesinitiative In4Climate mit rund 1,6 Mio €.
Das im Rahmen unserer Klimastrategie neu entwickelte Oxyfuel-Verfahren der zweiten Generation ermöglicht durch die Nutzung von reinem Sauerstoff im Herstellungssprozess von Zementwerken die einfache Abtrennung und Nutzung von CO2. Der dazu benötigte Sauerstoff kann hierbei durch den Einsatz von Wasserelektrolyse auf nachhaltiger Basis gewonnen werden. Der bei der Wasserelektrolyse gleichzeitig entstehende Wasserstoff kann dabei zur Weiterverarbeitung des CO2 zu nützlichen Chemikalien, z.B. Methanol, genutzt werden.
Digitalisierung
Mit digitalen Services für die Chemie,- Düngemittel,- Bergbau,- Zement- und Stahlindustrie bieten wir unseren Kunden branchenspezifische Lösungen zur Erhöhung ihrer Produktivität und Anlagenverfügbarkeit. Vor allem für den Betrieb von Großanlagen ergeben sich durch Data Analytics große Chancen. Aktuell entwickeln wir beispielsweise Anwendungen, die es ermöglichen, Anlagen jederzeit im optimalen Betriebspunkt zu fahren. So lassen sich Verbrauchs-, Hilfs- und Betriebsstoffe deutlich reduzieren und die Produktionsmenge maximieren. Im Rahmen unserer "digitalized expertise" koppeln wir Algorithmen, die es ermöglichen, die Qualität des Produkts vorherzusagen, ohne auf Laborergebnisse warten zu müssen. Die Technologie lässt sich auch in bestehenden Anlagen nachrüsten.
Im Werkstoffhandel haben wir im Berichtsjahr die Digitalisierung der Wertschöpfungskette weiter vorangetrieben. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einführung einer flexiblen IT-Infrastruktur, mit der sich sämtliche Prozesse entlang der Wertschöpfungskette intelligent und agil steuern lassen: "DESCA" (Digital Extended Supply Chain Accelerator) verkürzt die Durchlaufzeiten von Aufträgen und ebnet zugleich den Weg für neuartige Supply-Chain-Services - darunter beispielsweise Echtzeit-Informationen zum Lieferstatus, die die Kunden per App abrufen können. Zugleich schafft das auf SAP HANA basierende System die Voraussetzung für maschinelles Lernen. Dazu führt DESCA alle anfallenden Daten aus Beschaffung, Logistik und Vertrieb in einem Pool zusammen. Dort werden sie von "alfred" verarbeitet: Dieses Anfang 2019 eingeführte KI- (künstliche Intelligenz) System verarbeitet Informationen in Sekundenschnelle und leitet daraus Empfehlungen zur Prozessoptimierung ab. Mit der Einführung der KI heben wir unser Servicelevel im Werkstoffhandel weiter an.
Ebenfalls neu bei thyssenkrupp ist die App Factory: Das Team ist auf die Entwicklung von Apps spezialisiert, die Prozesse effizienter und kundenorientierter machen. Es bündelt das im Konzern zuvor an verschiedenen Stellen vorhandene Know-how über mobile Anwendungsprogramme. Mitarbeiter können sich mit ihrem Bedarf und ihren Ideen an die App-Experten wenden. Dort werden sie in allen Schritten unterstützt, bis zum Start des Live-Betriebes der App. Aktuelle Beispiele für die Arbeit der App Factory sind eine Anwendung, die das Ersatzteilgeschäft bei Kettenfahrzeugen beschleunigt, und eine App für die Bestellung angearbeiteter Metallprodukte. Die Anwendungsprogramme stehen in den App Stores für IOS- und Android-Geräte für die Nutzer bereit.
Um die digitale Transformation im Stahlgeschäft weiter voranzutreiben, haben wir das Programm Smart Steel Pioneers aufgelegt: Mitarbeiter mit neuen Ideen für digitale Lösungen, Methoden oder Geschäftsmodelle bekommen hier die Chance, ihre Projekte in einer Start-up Umgebung zu entwickeln - das heißt, ohne feste Strukturen oder Hierarchien. Dazu verlagern sie ihren Arbeitsplatz für sechs Monate in das Betahaus in Berlin, einen so genannten Coworking Space, der Arbeitsräume speziell für Gründer und Start-ups bereithält. Für das Programm bewerben sich die Mitarbeiter beim Digital Acceleration Office, dem obersten Steuerungsgremium für alle digitalen Themen im Stahlbereich. Dorthin berichten die Smart Steel Pioneers auch alle sechs Wochen und präsentieren die erreichten Ergebnisse sowie den Finanzbedarf für die weiteren Schritte.
oXeanseeker ist ein neues Unterwasser-System für nachhaltige Fischerei. Es kann die Zusammensetzung von Fischschwärmen viel genauer identifizieren, als dies mit herkömmlichen Technologien möglich ist. Das verringert den so genannten Beifang, also die Zahl der ungewollt mitgefangenen Tiere, die nicht das eigentliche Fangziel des Fischers sind. Laut geltender Gesetzgebung wird Beifang auf die Fangquoten der Fischer angerechnet und schmälert so deren wirtschaftlichen Erfolg. oXeanseeker ist ein selbst steuerndes Mini U-Boot, ausgestattet mit Sonar, Kamera und Beleuchtung. Die Fischarten, aus denen sich ein Schwarm zusammensetzt, werden durch ein neuronales Netz identifiziert. Die Ergebnisse sendet oXeanseeker nach dem Auftauchen per WLAN an das Mutterschiff. Außerdem ist das Mini U-Boot mit einem GPS (Global Positioning System) Empfänger ausgestattet. Mithillfe der oXeanseeker-Daten können sich Fischer über die Zusammensetzung eines Schwarms sowie die Größe der einzelnen Fische bereits informieren, bevor sie ihn ansteuern. Entstanden ist oXeanseeker in der thyssenkrupp Garage. Ziel dieses konzerneigenen Innovationsformats ist es, den Konzern noch agiler und innovativer zu machen, indem radikal neue Produkt-und Service-Ideen möglichst schnell zur Produktreife entwickelt werden. Mitarbeiter können sechs Monate die Hälfte ihrer Arbeitszeit in ein Gründungsprojekt stecken, die normale Tätigkeit läuft in Teilzeit weiter. Wir fördern Ideen, die Erfolg versprechen, auch finanziell.
Nachhaltige Mobilität
Im Bereich Automotive liegt ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit auf der intelligenten Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten mit einer übergeordneten Schnittstelle zur Steuerung der gesamten Fahrdynamik. Softwareingenieure bei thyssenkrupp entwickeln dafür ein integriertes Steuerungsmodul (Vehicle Motion Control), das alle Informationen der einzelnen Steuergeräte (Aktuatoren) im Fahrzeug bündelt. Es verarbeitet die Impulse von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie. Für alle Stufen des autonomen Fahrens ist eine solche integrierende Schnittstelle zur Steuerung der Fahrdynamik unverzichtbar. Sie übernimmt nicht nur wesentliche sicherheitsrelevante Aufgaben, sondern kann auch auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Nutzers abgestimmt werden. Auch in heutigen Fahrzeugen kann diese Steuerungseinheit bereits zum Einsatz kommen und die Leistung vorhandener Assistenzsysteme signifikant verbessern.
An der Zukunft des autonomen Fahrens arbeiten wir auch gemeinsam mit IBM. thyssenkrupp bringt dabei sein Know-how auf dem Gebiet Fahrzeugdynamik ein, während IBM "Watson" beisteuert, eine Cloud-Plattform, die verschiedene Methoden der künstlichen Intelligenz bereitstellt. In dem gemeinsamen Pilotprojekt werden Daten aus dem Fahrzeug wie Geschwindigkeit und Beschleunigung an "Watson" gesendet und dort mit KI-Algorithmen ausgewertet. Langfristig können daraus beispielsweise Lösungen entstehen, die sich durch maschinelles Lernen immer besser an den persönlichen Fahrstil des Nutzers anpassen.
Ebenfalls aus der thyssenkrupp Garage stammt carValoo, ein neuer, datenbasiertes Service der die lückenlose Bewertung der Nutzung eines Pkw ermöglicht. Die Neuentwicklung richtet sich unter anderem an Flottenbetreiber wie Carsharing-Anbieter, Autovermietungen oder Leasingunternehmen. Denn gerade bei Autos mit vielen wechselnden Fahrern kommt es oft zu Schäden, die sich im Nachhinein nicht einem bestimmten Nutzer zuordnen lassen. carValoo besitzt Sensoren, die die Beschleunigungen sowie die Rotationsbewegungen des Fahrzeugs in jede Raumrichtung aufzeichnen. Für die Auswertung sendet carValoo alle Daten zu einer Cloud-Plattform. Dort wertet ein nach dem Prinzip des Machine Learnings trainierter Algorithmus die Informationen aus und analysiert Fahrweise und Schadenssituationen.
thyssenkrupp Elevator hat mit "synergy" und "evolution" zwei neue Produktfamilien für niedrige und mittelhohe Gebäude auf den europäischen Markt gebracht. Sie umschließen jeweils drei Modelle - 100/200/300 - mit umfangreichen technischen Neuheiten. Dazu gehören die erhöhte Effizienz bei der Nutzung der Schächte sowie eine insgesamt größere Nachhaltigkeit.
Der synergy 100 sowie alle "evolution"-Modelle erfüllen höchste Umweltanforderungen und haben das Energielabel A für niedrige und hohe Verkehrsaufkommen (Kategorie 1 und 5) erhalten. Zusätzlich wurde im September 2019 die Produkt-Umwelterklärung EPD für synergy 100 veröffentlicht. Elemente wie die getriebelose Antriebstechnologie sowie langlebige LED-Beleuchtung und ein optionaler Ruhemodus für elektronische Komponenten ermöglichen Energieeffizienz der Klasse A.
In Atlanta haben die Bauarbeiten für das neue "Innovation and Qualification Center IQC" begonnen. Mittelpunkt der Forschungseinheit ist ein 128 Meter hoher Turm für Aufzugstests. Er ist nicht nur der höchste seiner Art in den USA, sondern nimmt auch international eine führende Position ein. In den 18 Schächten des Testturms werden in Zukunft Versuche mit neuen Konzepten und Prototypen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel TWIN, thyssenkrupps einzigartiges Aufzugssystem mit zwei voneinander unabhängigen Kabinen in einem Schacht, sowie MULTI, das revolutionäre seillose Aufzugssystem, das auch horizontal fahren kann.
Klima, Energie und Umwelt
Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und dies auf allen Wertschöpfungsstufen, von der Lieferkette über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Umwelt und Energie
thyssenkrupp setzt sich ambitionierte Ziele zur Treibhausgasreduktion
Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen des Konzerns - gemeint sind Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf rund 23 Mio t.
Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Berichtsjahr wurde thyssenkrupp bereits zum dritten Mal in Folge in die A-List des CDP aufgenommen; damit gehören wir laut CDP in die Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.
Im Berichtsjahr haben wir unsere Klimastrategie signifikant weiterentwickelt und uns ambitionierte Ziele gesetzt. Unser Langfristziel ist es, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Auf dem Weg zur Klimaneutralität haben wir konkrete Meilensteine definiert: Wir wollen bis 2030 die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette, wie sie vor allem bei der Nutzung unserer Produkte entstehen, wollen wir um mindestens 16% senken. Die Science-Based-Target initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und ihre Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt.
Umgesetzt werden unsere Klimaziele im Zuge unseres Konzernprogramms CAPS (Climate Action Programm for Sustainable Solutions): Innerhalb des Programms bündeln die Cluster #IMPLEMENT, #ENABLE und #ENGAGE unsere Aktivitäten und schaffen Synergien. In Bezug auf die mit unserer eigenen Produktion verbundenen Emissionen setzen wir neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei parallele Ansätze: Im Rahmen der CDA-Technologien (Carbon Direct Avoidance) wollen wir in der Stahlerzeugung schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen, um schon die Entstehung des CO2 zu vermeiden; zudem wollen wir auf dem CCU-Pfad (Carbon Capture and Usage) parallel das noch entstehende CO2 einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in Basischemikalien umwandeln.
Bei der Reduzierung indirekter Emissionen setzen wir ebenfalls auf Carbon2Chem für die Zement-und Stahlindustrie, des Weiteren auf Lösungen für die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien sowie für nachhaltige Mobilität. Mehr dazu im Kapitel "Technologie und Innovationen" sowie auf unserer Website.
THYSSENKRUPP KLIMAZIELE BIS 2030

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit gültigen Umwelt- und Energiepolitik des Konzerns sowie einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Zu den Themen Umweltmanagement, Energiemanagement und Energieeffizienz haben wir aus den übergreifenden strategischen Vorgaben drei konkrete indirekt-finanzielle Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) abgeleitet. Deren Umsetzung begleiten interne Gremien auf unterschiedlichen Ebenen; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern mit internationalen und regionalen Konferenzen innerhalb des Konzerns einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch.
Umweltmanagement an unseren Standorten
thyssenkrupp hat als verbindliches Ziel festgelegt, dass alle Konzernunternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben müssen. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte -die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis hin zur Entsorgung. Die Anforderungen an die Konzernunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.
Was umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Konzernrichtlinie definiert. Zum 30. September 2019 galten mehr als 60 Unternehmen bei thyssenkrupp als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Von diesen entsprechen bereits mehr als 90% dem geforderten Standard. Damit handhabt der Konzern zu rund 60 % - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.
Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements
Der Energieverbrauch des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2018/ 2019 auf mehr als 70 Terawattstunden (TWh).
Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit fünf Jahren läuft unser weltweites Konzernprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr hatten wir uns im Programm GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz im Gesamtkonzern um 200 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit 325 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 100.000t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2019/2020 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von 150 GWh an. Zudem sollen bis 2019/2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abgedeckt werden. Das heißt unter anderem, dass für jede der entsprechenden Konzerngesellschaften konkrete Energieziele gesetzt, Energieflüsse gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Zum 30. September 2019 ist diese Vorgabe für über 50 Unternehmen im Konzern relevant; zum Ende des Berichtsjahres entsprechen alle relevanten Unternehmen bereits dem Standard. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu mehr als 90% dem ISO-50001-Standard.
Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele
Einkauf
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Einkauf
thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und konzipieren sie von vornherein so, dass wir die nötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.
Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf.
Materialaufwand
Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 26 Mrd € gestiegen. Gemessen am Umsatz belief sich der Materialaufwand auf 63 % (Vorjahr: 62%); dabei rangierte dieser Wert in den einzelnen Business Areas - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 37% (Elevator Technology) und 84% (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Business Areas in absoluten Zahlen:
MATERIALAUFWAND
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 3.738 | 3.938 | 5 |
| Elevator Technology | 2.704 | 2.908 | 8 |
| Industrial Solutions 1) | 2.358 | 2.591 | 10 |
| Marine Systems 1) | 702 | 1.051 | 50 |
| Materials Services | 12.190 | 11.684 | - 4 |
| Steel Europe | 5.876 | 5.818 | -1 |
| Corporate / Konsolidierung | -1.877 | -1.625 | 13 |
| Konzern 1) | 25.690 | 26.365 | 3 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr wieder zuverlässig mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".
Konzerninitiative "synergize+"
Unser weltweites Einkaufsvolumen steuern wir strategisch über unsere konzernweit durchgängige Beschaffungsorganisation.
Ein Kernelement von "synergize+" ist das strategische Cluster Management, mit dem wir Einkaufsvolumina über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg bündeln. Ein weiteres wesentliches Element ist die "Supply Market Intelligence" - so bezeichnen wir tiefgehende Analysen des Beschaffungsmarktes, etwa zu Lieferanten oder allgemeinen Produktkostenstrukturen. Im Berichtsjahr haben wir ca. 50% des Einkaufsvolumens des gesamten Konzerns auf diese Weise analysiert und bewertet; aus den Ergebnissen entwickelten die jeweils zuständigen Materialgruppenteams des Konzerns passgenaue Maßnahmen zur besseren strategischen Nutzung der jeweiligen Beschaffungsmärkte.
Um die konzwernweite Beschaffungsorganiation effizent unterstützen und weiterentwickeln zu können, treiben wir derzeit die Digitalisierung des Einkaufs weiter voran; im Zuge dessen werden die Einkaufsprozesse gleichzeitig standardisiert. Wir nutzen sukzessive unsere für den gesamten Konzern einheitliche Online-Beschaffungsplattform mit ihren fünf Modulen (sourcing, contracts, supplier, catalog und exchange). Zu den digitalen Werkzeugen zählen unter anderem Online-Ausschreibungen, Auktionen und Kataloge, aber auch so innovative Elemente wie digitale Signaturen (e.signing) zur effizienten Vertragszeichnung und digitale Bots zur repetitiven Eingabe von Massendaten. Die Einkaufsplattform wird außerdem in die lokalen ERP-Systeme eingebunden - so werden unsere strategischen und operativen Einkaufsprozesse nach und nach systemtechnisch miteinander verknüpft. Vom Ausrollen der standardisierten und digitalen Prozesse im gesamten Konzern erwarten wir uns erhebliche Effizienzgewinne.
Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und ist auf Wahrung der Menschenrechte, Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, Schutz der Umwelt, Kampf gegen Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (den sogenannten Konfliktmineralien) ausgelegt. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den Grundsätzen des Kodex richten. Jährlich führen wir bei mindestens 100 Lieferanten Nachhaltigkeitsaudits durch, um die Einhaltung der Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung unserer Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Bestandteil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Die zu prüfenden Lieferanten wählen wir anhand konzernweit vorgegebener länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien und in enger Zusammenarbeit zwischen Business Areas und Corporate aus. Wenn nötig, werden im Zuge der Audits auch Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren gleichzeitig unsere Risiken sowie potenziell negative Auswirkungen entlang der Lieferkette. Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurden mehr als 140 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Wichtige Verbesserungsthemen waren Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und die Dokumentation der Geschäftsprozesse.
Mitarbeiter
Beschäftigte in Zahlen
Zum 30. September 2019 waren bei thyssenkrupp weltweit 162.372 Menschen beschäftigt, 1.276 (+0,8 %) mehr als ein Jahr zuvor. Components Technology verzeichnete 483 Neuzugänge (+1,4 %), bedingt durch zusätzliche Kundenprojekte und den Hochlauf neuer Werke vor allem in Asien, Nordamerika und Osteuropa. Elevator Technology hat seine Beschäftigtenzahl weitestgehend stabil gehalten (+0,1%). Industrial Solutions baute 345 Stellen auf (+2,2%). Das resultiert wesentlich aus dem Aufbau zusätzlicher Ressourcen für Großprojekte im Chemieanlagenbau, unter anderem in Ungarn. Darüber hinaus wurden besonders in Südamerika neue Stellen im wachsenden Segment Service geschaffen. Dem Aufbau stand ein Personalabbau unter anderem beim Herunterfahren eines Großprojekts im Zementanlagenbau in Saudi-Arabien entgegen. Materials Services zählte 67 zusätzliche Beschäftigte (+0,3 %). Dem deutlichen Aufbau - vor allem in Nordamerika bei weiter wachsendem Projektgeschäft der Supply Chain Services sowie im Bereich Aerospace - stehen diverse gegenläufige Effekte entgegen: besonders Umstrukturierungen und Neuorganisationen in Europa sowie eine zurückhaltende Rekrutierungspolitik. Bei Corporate arbeiteten 396 Menschen weniger (-9,8 %). Das hängt vor allem mit dem Carve Out von Steel Europe zusammen. Zur Vorbereitung des geplanten Joint Ventures mit Tata Steel Europe sind Mitarbeiter durch Betriebsübergänge aus verschiedenen Konzerngesellschaften zur BA Steel Europe gewechselt. Vor allem deshalb und wegen der Gründung neuer Gesellschaften im selben Zusammenhang beschäftigt Steel Europe 514 Mitarbeiter mehr (+1,9%). Außerdem wurde über eine Gesamtbetriebsvereinbarung geregelt, Ausgebildete nicht mehr befristet bei der Beschäftigungsgesellschaft PEAG zu beschäftigen, sondern direkt bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. Bei Marine Systems arbeiten 195 Beschäftigte mehr (+3,4%) als vor einem Jahr. Der Auftragsbestand ist weiterhin hoch, gleichzeitig besteht ein höherer Personalbedarf, um die Projekte zu bearbeiten.
MITARBEITER
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Components Technology | 34.481 | 34.964 | 1 |
| Elevator Technology | 53.013 | 53.081 | 0 |
| Industrial Solutions 1) | 15.717 | 16.062 | 2 |
| Marine Systems 1) | 5.818 | 6.013 | 3 |
| Materials Services | 20.273 | 20.340 | 0 |
| Steel Europe | 27.764 | 28.278 | 2 |
| Corporate | 4.030 | 3.634 | -10 |
| Konzern 1) | 161.096 | 162.372 | 1 |
| Deutschland | 63.271 | 63.752 | 1 |
| Übrige Länder | 97.825 | 98.620 | 1 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Nachhaltigkeit > Mitarbeiter
MITARBEITER NACH REGIONEN
(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 63.752 (63.271)
Sicherheit und Gesundheit - eine Frage der Kultur
thyssenkrupp steht für eine Kultur der Offenheit, die gute Rahmenbedingungen für Arbeitssicherheit und Gesundheit bietet. Dazu braucht es vernünftige Regeln und überzeugende Prozesse, die wir alle befolgen - sie machen es möglich, dass jeder Einzelne im Arbeitsalltag reflektiert und kompetent die richtigen Entscheidungen treffen kann. Wir achten auf unsere Mitarbeiter und geben ihnen jede erforderliche Unterstützung. "Safety first" ist keine leere Floskel - wir sehen darin unsere menschliche Verantwortung und einen nicht verhandelbaren Grundwert. Gleichzeitig folgen wir damit einer ökonomischen Ratio, denn Unternehmen mit einer lebendigen Sicherheits- und Gesundheitskultur sind am Markt oft erfolgreicher; beispielsweise kommt diese Kultur unserer Arbeitgebermarke zugute. Die Vorgaben erarbeiten Teams aus einschlägigen Experten, wie etwa Sicherheitsingenieure, Psychologen, Mediziner, Juristen, Personal- und Gesundheitsmanager. Bei der Umsetzung ist die gesamte Organisation gefragt.
Unsere Unfallhäufigkeitsrate (Anzahl der Unfälle/1 Mio Arbeitsstunden) lag zuletzt bei 2,6; das ist der niedrigste Wert, den wir je erreicht haben. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnten wir leicht verringern: Im Geschäftsjahr 2018/ 2019 waren es drei, nach vier im Geschäftsjahr zuvor.
Gemeinsam und systematisch wollen wir potenziell unsichere Zustände sowie potenziell gefährliche Tätigkeiten vermeiden - dabei nehmen wir Führungskräfte besonders in die Verantwortung. Wir wollen Schwachstellen der Arbeitssicherheit, Gefährdungen für die Gesundheit und Risiken für die psychische Belastung erkennen - verstärkt auch bei Subunternehmern - und uns darüber austauschen, wie wir uns gezielt verbessern. Ideen dazu setzen wir um und kontrollieren ihre Wirkung. Den Prozess des Fremdfirmenmanagements haben wir in unserem aktuellen "Managementhandbuch Arbeitssicherheit und Gesundheit" völlig neu gefasst. Er ist nun stärker auf fortlaufende Verbesserung ausgerichtet als zuvor. Dazu haben wir auch Kriterien formuliert, die eine Leistungsbewertung unserer Fremdfirmen in Bezug auf Arbeitssicherheit möglich machen.
Die im Unternehmen entwickelte App "thyssenkrupp life" soll Prozesse im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement erleichtern. Unter Einbindung von Top-Führungskräften untersuchen wir Unfälle und so genannte "High-Potential Incidents" - Vorfälle, die zu tödlichen Arbeitsunfällen oder schweren Verletzungen führen könnten -; daraus entwickeln wir Tipps und Hilfestellungen, die über die App angeboten werden. Wir setzen die App in der internen Kommunikation ein, damit alle aus den Erkenntnissen lernen können.
Das Programm "Pathways to a new thyssenkrupp Safety Culture" der thyssenkrupp Academy unterstützt bereits seit 2011 Beschäftigte weltweit dabei, Selbstevaluation und Ereignisanalysen einzusetzen. Manager, Sicherheitsprofis und Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an Verbesserungen, unabhängig von Rang und Position. Unfälle und gefährliche Situationen werden in einer offenen, angstfreien Atmosphäre besprochen, Widersprüche in der Beobachtung und Bewertung ausdrücklich zugelassen. Südamerika ist die erste Region, in der wir das Programm weiterentwickeln: Nach der Analyse ("Discovering Pathways") kommt jetzt die Intervention ("Navigating Pathways"). Teams suchen sich Situationen oder Aktivitäten, die sie sicherer machen wollen. Es gibt keine standardisierten Konzernlösungen, sondern Fachleute leiten die Kollegen an, passgenaue lokale Lösungen selber zu erarbeiten. Selbst wenn dies nicht auf Anhieb gelingt - im Prozess werden die Erfolgsfaktoren deutlich. Insgesamt wird die schrittweise Umsetzung von Erkenntnissen die Sicherheitskultur bei thyssenkrupp sukzessive verbessern.
Im Rahmen unserer Kampagne "we care" nehmen wir seit 2015 mit konzernweiten Aktionen am "Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" teil, der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ausgerufen wird. In diesem Jahr gingen wir einigen wiederkehrenden Herausforderungen auf den Grund: Wie bewahren wir uns auch gegenseitig davor, in typische Verhaltensfallen zu tappen? Wie schaffen wir es, den ersten Impuls zu unterdrücken und eben nicht die bequeme Abkürzung zu nehmen und Regeln zu missachten? Wird es uns überhaupt bewusst, wenn wir Risiken kleinreden oder wenn wir aus Angst vor negativen Konsequenzen schweigen, obwohl wir Missstände eigentlich ansprechen müssten? Beschäftigte aus 44 Ländern nahmen an der Aktion teil, sandten persönliche Geschichten ein, teilten viele hundert Fotos mit persönlichen Botschaften und berichteten darüber, wie sie in Workshops Verhaltensfallen diskutiert hatten und wie sie die Erkenntnisse künftig im Arbeitsalltag anwenden wollen. In diesem Zusammenhang verleihen wir einmal im Jahr einen "we care"-Award für herausragende Initiativen weltweit, die die Arbeits- und Sicherheitskultur unseres Unternehmens neu beleben und organisatorisch stärker verankern.
Der Umgang mit psychischen Belastungen ist weiterhin ein zentrales Thema. Eine erste Statusabfrage in Deutschland zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, unsere Ziele zu erreichen. Ferner arbeiten wir an wichtigen Gesundheitsinitiativen: Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention, Medizinscreenings und andere nicht arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken. Im Durchschnitt boten die Standorte zuletzt in 3,2 von sechs Themenfeldern Aktionen und Programme zur individuellen Gesundheitsförderung an. Bei unserer erstmaligen Erhebung im Geschäftsjahr 2014/2015 waren es 2,3 Themenfelder.
Darüber hinaus können immer mehr Mitarbeiter auf professionelle Angebote zur psychosozialen Unterstützung zurückgreifen: Bei der letzten Befragung gaben 71,9% der Organisationseinheiten an, ein Employee Assistance Programm (EAP) zu haben - im Geschäftsjahr 2014/2015 waren es noch 63,5%. Vor allem Nord- und Südamerika sowie einige Standorte in Europa sind hier gut aufgestellt.
Das selbst gesetzte Ziel zur Ersthelfer-Quote von 10% wird bereits seit Jahren übertroffen. Zuletzt hatten 21,9 % der Mitarbeiter eine aktuelle Qualifizierung in erster Hilfe. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.
Personalstrategie: Organisation und Führung für die Zukunft
Unsere Personalstrategie leiten wir aus der Strategie des Unternehmens ab. Sie spiegelt die vielfältigen Anforderungen wider, die die Geschäfte erfüllen müssen, um optimal agieren zu können. Die Neuausrichtung des Konzerns im Berichtsjahr hat die Personalarbeit stark in ihren Kernkompetenzen gefordert. So wird besonders die Ausgestaltung der Gesamtorganisation durch die Abteilung Human Resources (HR) eng begleitet, ein Fokus liegt dabei auf der Gestaltung des HR-Zielbilds und einer passenden HR-Organisation. Denn nur mit einem passenden Führungs- und Organisationsmodell lassen sich Geschäftsstrategien wirksam umsetzen. Bei all dem ist es uns besonders wichtig, dass Unternehmensleitung und Mitbestimmungsorgane unterschiedliche Sichtweisen einbeziehen, um gemeinsam und partnerschaftlich zukunftsfähige Lösungen zu finden. Neben den Interessen des Unternehmens sollen stets auch die der Mitarbeiter gewahrt bleiben.
Wir richten unseren Blick stets auf konkrete Fragen der Arbeitsgestaltung: Führungskräfte sollen Verantwortung teilen, Mitarbeiter Verantwortung übernehmen. Wir wollen unsere Beschäftigten exzellent aus- und weiterbilden, ihnen immer wieder interessante Aufgaben bieten und sie individuell qualifizieren und fördern. Dazu gehören auch Arbeitszeitmodelle, die zu den Lebensphasen der Menschen passen.
Gute Führung heißt für uns, Vertrauen und ein kooperatives Miteinander zu fördern. Die Personalarbeit wiederum soll Sicherheit geben, gleichzeitig die Leistungsanforderungen verdeutlichen und das Wertegerüst des Unternehmens glaubhaft vermitteln.
Effizient und schnell die richtigen Mitarbeiter gewinnen
thyssenkrupp setzt alles daran, die besten und vor allem die richtigen Menschen für das Unternehmen zu gewinnen. Um unser Recruiting in wichtigen Märkten mit hoher Nachfrage effizienter und besser zu gestalten, gibt es seit 2017 in China, Deutschland und den USA das zentral gesteuerte Global Functional Team Sourcing & Recruiting (GFT S&R). Auf Basis eines vergleichbaren Recruiting Prozesses, konsistenter Qualifizierungsstandards und KPIs sowie eines gemeinsamen IT-Systems hat dieses Team einheitliche Standards im Bereich Sourcing und Recruiting etabliert und stabilisiert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit weiteren Kostensenkungen und Qualitätsverbesserungen den positiven Trend des Vorjahres fortgeschrieben. Auf der Kostenseite haben wir insbesondere die Aufwendungen für Headhunter in den drei Ländern, in denen das GFT S&R aktiv arbeitet, mit weiteren rund 42% nochmals deutlich gesenkt. Dass wir gleichzeitig unsere eigenen Kapazitäten im Bereich Active Sourcing ausgeweitet haben, hat sich bewährt.
Qualitätssteigerungen auf hohem Niveau belegen gleich mehrere erfreuliche Erfolge. 2019 haben wir uns im globalen - und anerkannt unabhängigen - Ranking "Potentialpark - Online Talent Communication" erneut um einen Rang verbessert: in Deutschland auf Platz 2, weltweit sogar auf Platz 1. Diese Spitzenposition in puncto Online-Ansprache von Bewerbern dürfte die Arbeitgebermarke von thyssenkrupp weiter stärken. Darüber hinaus erhielt thyssenkrupp im Berichtsjahr den renommiertem HR Excellence Award - den wichtigsten Branchenpreis im Personalwesen - in der Kategorie Marketing für Auszubildende. Ein weiterer Beleg für die konstant hohe Bewerberzufriedenheit ist der Net Promoter Score (NPS), eine Kennziffer, die das Team GFT S&R monatlich erhebt. Sie beruht auf einer standardisierten Befragung und erfasst die potenzielle Bereitschaft von Bewerbern, thyssenkrupp weiterzuempfehlen. In den USA erreichte der NPS für das Geschäftsjahr 2018/2019 im Durchschnitt 57, in Deutschland 52.
Nach den Erfolgen mit dem GFT S&R in China, Deutschland und USA sollen im kommenden Geschäftsjahr weitere Länder nach diesem Prinzip arbeiten.
Ausbildung sichert die Fachkräfte von morgen
Die Ausbildung junger Menschen hat bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert. Im Berichtsjahr hatten wir im Konzern insgesamt 3.100 Auszubildende (Vorjahr: 3.162) in 63 verschiedenen Berufen, der Großteil davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zur Arbeitsplätzen - liegt in Deutschland stabil bei 4,9% (Vorjahr 5,0%). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für das duale Studium.
Talent Management, Learning & Transformation
Attraktive Entwicklungsperspektiven für unsere Mitarbeiter zu bieten und den künftigen Arbeitskräftebedarf der weltweiten Organisation zu bedienen ist der Kernanspruch unseres Talent Managements. Dazu nutzen wir fest verankerte Feedback- und Entwicklungsprozesse für alle Mitarbeiter sowie für verschiedene Zielgruppen im Unternehmen auch spezielle Talent Pools und Entwicklungsprogramme. Mitarbeiter mit ausgeprägten Fähigkeiten identifizieren wir systematisch in frühen Phasen ihres Werdegangs, gehen aktiv auf sie zu und machen ihnen Angebote für ihre Weiterentwicklung. So machen wir es möglich, dass unsere besten Potenzialträger direkt zum Unternehmenserfolg beitragen können, und fördern gleichzeitig die Vielfalt in Schlüsselpositionen.
Mit dem Programm "tk Talents" etablieren wir diese Prozesse und Strukturen weltweit. 2018/2019 haben wir so erneut mehr als 1.700 Talente identifiziert. 23 % von ihnen sind Frauen - damit ist ihr Anteil deutlich höher als in der Gesamtbelegschaft. Deshalb sind wir optimistisch, mittelfristig den angestrebten Frauenanteil in Führungspositionen (siehe unten) erreichen zu können.
Mit dem thyssenkrupp "Job Swap" bieten wir Mitarbeitern die Chance, die Vorteile unserer vielfältigen Organisation für die eigene Entwicklung zu nutzen. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, den eigenen Arbeitsplatz vorübergehend mit Kollegen aus anderen Bereichen zu tauschen. Das schafft Impulse für die persönliche Entwicklung und fördert das gegenseitige Verständnis sowie die bereichsübergreifende Zusammenarbeit bei thyssenkrupp. Partner für einen "Job Swap" finden sich über eine Matching-Plattform; der Einsatz von Feedback-Apps und anderen Onlinetools unterstützt unsere zeitgemäße und effiziente Talententwicklung.
thyssenkrupp Academy: Fokus aus Digitalisierung der Geschäfte
Die thyssenkrupp Academy treibt mit ihren Lernangeboten, die strategisch oder kulturell ausgerichtet sind, die Transformation des Konzerns voran. Es geht darum, operative Spitzenleistungen zu erzielen sowie Führungsstil und -kompetenzen zu stärken. Im Geschäftsjahr 2018/2019 legte die Academy einen Schwerpunkt auf Programme und Angebote zur Förderung der digitalen Transformation. Zudem wurde eine digitale Lernbibliothek eingeführt, die weltweit allen Mitarbeitern des Konzerns kosteneffizient zur Verfügung steht und so individuelles, flexibleres Lernen ermöglicht.
Unsere "L&T Home Base", die virtuelle Heimat für alle konzernweiten Experten aus dem Lern- und Veränderungsmanagement, wuchs stetig um weitere Angebote, etwa neue Lerninstrumente und digitale Informationsveranstaltungen, sowie den regelmäßigen Austausch mit internen und externen L&T-Fachexperten.
Inclusiveness und Diversity: Flagge zeigen für Vielfalt
Bei thyssenkrupp arbeiten rund 162.000 Menschen aus 149 Nationen. Wir pflegen eine Kultur der Chancengleichheit, des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung. Zu unserem offenen und inklusiven Arbeitsumfeld gehören unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, Unterstützungsangebote zur Kinderbetreuung (KiTa, Eltern-Kind-Office, famplus), diverse Netzwerke oder die Präsentation als weltoffenes Unternehmen. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollem Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung.
Drei aktuelle Beispiele:
| ― | Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, Familie und Beruf auch für Männer besser miteinander vereinbar zu machen - das sind wichtige Ziele unseres Diversity-Managements. Derzeit sind 15,4% (Vorjahr: 15,3%) unserer Beschäftigten Frauen, und wir streben an, bis 2020 mindestens 15 % der Führungspositionen weiblich zu besetzen (zum 30. September 2019 waren es 12,6%, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 12%). Dazu haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Schwerpunkt auf die Besetzungen der zweiten Führungsebene (Level 2) gelegt. Unter anderem haben wir Interviews mit Frauen auf L2 Ebene geführt, um zu erfahren, vor welche Herausforderungen sie sich gestellt sehen. Wir erfassen und analysieren systematisch, warum ggf. keine Frauen zum Zuge kommen. So wollen wir potenziellen Benachteiligungen entgegenwirken. |
| ― | Wir stehen sichtbar an der Seite der LGBTI Community. Einer der wichtigsten Anlässe, um Flagge für Vielfalt zu zeigen, ist jährlich der Christopher Street Day (CSD) in Köln: 2019 waren wir zum dritten Mal mit einem eigenen Wagen dabei - mit mehr als 200 Menschen. Auch in Essen war thyssenkrupp mit einem Stand auf dem CSD vertreten. Außerdem haben wir im Mai erstmals eine "DiverseCity" gemeinsam mit der Stadt Essen, innogy SE und dem Völklinger Kreis organisiert und ausgerichtet. Für diesen öffentlichen Austausch unter dem Motto "Essen seine Vielfalt" haben wir rund 200Teilnehmer gewonnen. |
| ― | Die thyssenkrupp Senior Experts GmbH erweist sich im zweiten Jahr ihres Bestehens als Erfolgsmodell. Unsere Senior Experts sind ehemalige Fach- und Führungskräfte aus dem Unternehmen, die sich im Ruhestand befinden und bereit sind, sich befristet für ein Projekt bei thyssenkrupp zu engagieren. Diese Frauen und Männer bringen jahrzehntelange Erfahrung ein, mit ihrem Wissen über die speziellen Erfordernisse unserer Geschäfte kommen sie als Vertreter, Projektleiter, Berater oder Coach zum Einsatz. Dadurch halten wir Know-how im Unternehmen und unterstützen den Erfolg von Projekten. Die Senior Experts GmbH übernimmt die Einstellung und regelt Vertragsfragen sowie die Bezahlung. Zum Stichtag 30. September 2019 waren mehr als 250 Ehemalige im Pool (Vorjahr:130). Im Geschäftsjahr wurden mehr als 120 Verträge für Einsätze im Konzern abgeschlossen (Vorjahr: 60). |
Soziale Verantwortung
thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Der Konzern und seine Unternehmen wollen das gesellschaftliche Umfeld an den Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Die Förderung von Rahmenbedingungen zur Schaffung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist für thyssenkrupp selbstverständlich. Entsprechend ist der Konzern in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.
Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden im Berichtsjahr mehr als 400 Maßnahmen erfasst. Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe- oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger und Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis des Konzerns generell unvereinbar und daher unzulässig.
www.thyssenkrupp.com > Karriere > Ihre Karriere > Senior Experts
Compliance
thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2018/2019 im Wesentlichen von drei Themen geprägt:
| ― | Der finalen Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020, |
| ― | der nach wie vor kontinuierlichen Implementierung des Compliance-Management-Systems Datenschutz gemäß den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), |
| ― | der kartellrechtlichen Begleitung von Portfoliomaßnahmen. |
Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur
Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.
In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:
| ― | Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf. |
| ― | Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über eventuelle Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung. |
| ― | Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt. |
| ― | Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen. |
Compliance-Strategie 2020
Unsere im Geschäftsjahr 2013/2014 entwickelte "Compliance-Strategie 2020" hat das Ziel, eine verhaltensleitende und nachhaltige Integritätskultur im Konzern zu etablieren und Compliance systemisch im Konzern zu verankern. Dazu dienten und dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Integration von Compliance in die Geschäftsprozesse sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden weitere Maßnahmen der Compliance-Strategie 2020 umgesetzt. Laufende Maßnahmen werden in die Compliance-Strategie eingepasst, die für den sich im Rahmen der strategischen Neuausrichtung verändernden Konzern entwickelt wird. In Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite und stellt eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die so insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Compliance
Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit
Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Themen Kartellrecht und Antikorruption, Geldwäschebekämpfung sowie Datenschutz.
Im abgelaufenen Jahr stand wegen der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Datenschutz weiterhin besonders im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Es wurde intensiv an der Prozessverbesserung gearbeitet, unsere Aufbau- und Ablauforganisation wurde weiter ausdifferenziert und unsere Konzernunternehmen wurden europaweit bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützt. In den Geschäftsbereichen sind mittlerweile 267 Funktionen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Ein neues E-Learning-Modul vermittelt der relevanten Zielgruppe konzernweit alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz. Insgesamt 28.000 Pflichtteilnehmer wurden für dieses Lernmodul im vergangenen Geschäftsjahr registriert.
Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Europe sowie weiteren M & A-Aktivitäten, auch im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns.
Weitere Compliance-Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei nachfolgenden Programmelementen, wie folgt zusammenfassen:
| ― | "Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Über 4.800 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden insgesamt mit dem E-Learning zu Compliance im Einkauf und dem neuen Datenschutz E-Learning, bereinigt um Abgänge, mehr als 133.000 Kurse absolviert. |
| ― | "Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne Whistleblower-System sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, um auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinzuweisen. |
| ― | "Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt. |
Compliance-Organisation
Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen im Konzern entspricht.
thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 75 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 350 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des Konzerns und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.
Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018/ 2019 berichtete der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, direkt an das seit dem Jahr 2014 speziell für Compliance zuständige Vorstandsmitglied Dr. Donatus Kaufmann. Ab dem 1. Oktober 2019 zeichnet der Chief Human Resources Officer (CHRO) der thyssenkrupp AG für den Bereich Compliance verantwortlich.
Ausgewählte behördliche Verfahren
| ― | Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist bzw. war neben anderen Unternehmen der Stahlbranche Gegenstand von Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Das Verfahren in Sachen Qualitätsflachstahl ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Bereits im letzten Geschäftsjahr hatte sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt geht thyssenkrupp weiter davon aus, das Verfahren in Sachen Grobblech zeitnah endgültig einvernehmlich abschließen zu können. Die damit zum 31. März 2019 verbundene Erhöhung der zum Ende des letzten Geschäftsjahres gebildeten Rückstellung auf den Betrag des erwarteten Bußgelds belastet den Jahresüberschuss in Höhe von etwas mehr als 100 Mio €. |
Übersicht der nichtfinanziellen Angaben
Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf den Konzern gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichts. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinaus ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage des Konzerns oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.
ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN
| Umweltbelange | Arbeitnehmer- belange | |
|---|---|---|
| Kapitel | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele |
| Klima, Energie und Umwelt | Mitarbeiter | |
| Nachhaltigkeit im Lieferanten- management | Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | |
| Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | |
| - Regulatorische Risiken | - Produktionsrisiken | |
| - Produktionsrisiken | - Personalrisiken | |
| - Beschaffungsrisiken | - Beschaffungsrisiken | |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rück- stellungen | Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen |
| Achtung der Menschenrechte | Sozialbelange | Bekämpfung von Korruption und Bestechung | |
|---|---|---|---|
| Kapitel | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele | Siehe Achtung der Menschenrechte und Arbeitnehmerbelange sowie | Nachhaltigkeit und Indirekt Finan- zielle Ziele |
| Nachhaltigkeit im Lieferanten- management | Soziale Verantwortung | Compliance | |
| Mitarbeiter | Nachhaltigkeit im Lieferanten- management | ||
| Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | ||
| - Beschaffungsrisiken | |||
| - Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken | |||
| - Beschaffungsrisiken | |||
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen | |||
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Prognose 2019/ 2020
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung "newtk" konzentriert sich Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 auf das Automobilgeschäft und wird in Automotive Technology umbenannt; neu hinzu kommt System Engineering, das u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 zu Industrial Solutions gehörte. Die Großwälzlager und das Schmiedegeschäft wurden aus Components Technology herausgelöst. Die Berichterstattung der beiden Einheiten wird zukünftig als Industrial Components erfolgen. Industrial Solutions wird in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, ZementAnlagen sowie Anlagen und Ausrüstung für Mining. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Gesamtaussage
Im Geschäftsjahr 2019/2020 wollen wir unsere Restrukturierungs- und Verbesserungsmaßnahmen in unseren Geschäften sowie bei Corporate intensivieren, was sich auch in unseren finanziellen Steuerungsgrößen zeigen wird.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kann kurzfristigen, teilweise auch durch Rohstoffpreise getriebenen Schwankungen unterliegen. Die Entwicklung der insbesondere für diese Geschäfte relevanten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit sehr unsicher. Vor diesem Hintergrund ist eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisplanung für ein ganzes Geschäftsjahr nur eingeschränkt möglich.
Die Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben sich derzeit u.a. aus:
| ― | dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, vornehmlich einer weiteren Eskalation der bestehenden handelspolitischen Konflikte mit entsprechenden protektionistischen Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die das globale Wirtschaftswachstum spürbar negativ beeinflussen können |
| ― | dem nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt |
| ― | dem Ergebnis der Brexit-Austrittsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas |
| ― | der hohen Gesamtverschuldung in einigen EU-Staaten die zu deutlicher Unsicherheit an den Finanzmärkten führen könnte. Hierdurch könnte die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte eingeschränkt werden mit negativen Folgen für die Investitionstätigkeit und den privaten Konsum |
| ― | den anhaltend strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen - unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte |
| ― | der Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten |
| ― | dem Strukturwandel in der Automobilindustrie (veränderndes Mobilitätsverhalten, Umstellung Antriebstechnologien, Digitalisierung) der bei einem stärkeren globalen Abschwung schleppender als angenommen verlaufen könnte |
Wesentliche Annahmen
Für 2020 unterstellen wir als Grundannahme ein leicht schwächeres Wachstum im Euro-Raum und einen geringeren BIP-Zuwachs in China, während hingegen die Konjunkturdynamik in den Schwellenländern insgesamt etwas anzieht. Für die USA erwarten wir eine geringere, wenngleich noch relativ solide Wachstumsdynamik.
Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwarten wir gegenwärtig für 2020 einen weiteren leichten Rückgang, was jedoch mit hohen Unsicherheiten behaftet ist. Der Westeuropäische und der nordamerikanische Markt dürften sich 2020 auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren. Im weltgrößten Markt China ist in 2020 eine Stabilisierung auf dann deutlich vermindertem Niveau möglich. Für unsere Geschäfte sehen wir Wachstumschancen durch den Hochlauf neuer Werke und Projekte auch für die zunehmenden Auslieferungen unserer elektromechanischen Lenkung. Begleitet wird dies von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vor allem im Bereich Lenksysteme.
Die Nachfrage nach unseren Großwälzlagern aus der Energie bzw. Windbranche sollte sich im Jahr 2020 insbesondere in China und Nordamerika, auch aufgrund von Vorzieheffekten infolge der absehbaren Beendigung von Förderungsmechanismen, weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Jedoch zeigen die Industriemärkte eine Abkühlung, welche vor allem durch politische Unsicherheiten geprägt ist. Insgesamt gehen wir hier von einer Seitwärtsbewegung der Nachfrage für unsere Großwälzlager in 2020 aus. Bei den Komponenten für Baumaschinen hingegen wird sich nach einem Höchststand in 2018 der zyklische Nachfragerückgang auch 2020 fortsetzen. Bei den Nutzfahrzeugen >6t ist insgesamt von einem rückläufigen Weltmarkt auszugehen, durch eine sich fortsetzende Normalisierung nach zuletzt sehr hohem Marktniveau in China und dem zyklischen Abschwung der Class 8 Trucks in NAFTA. Auch im Bereich der Industriekomponenten werden kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung durchgeführt.
Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand für Neuinstallationen und Modernisierungsaufträge sowie das attraktive Portfolio an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein hinterlegt sind. Insbesondere in Europa werden wir unsere Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortsetzen und dabei unsere Prozesse im Service, Produktion und Verwaltung optimieren. Daneben werden wir die Komplexität im Produktportfolio hinsichtlich Plattformen und Komponenten reduzieren und die Erlösqualität steigern. Unser Wachstum wird unterstützt durch eine weiterhin solide erwartete Bautätigkeit in China, den USA sowie Europa.
Bei Plant Technology erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs und Umsatzes, die sich durch die Fokussierung auf überwiegend kleinere und mittlere Projekte sowie auf das Servicegeschäft ergibt. Im Rahmen der Neuausrichtung des Anlagenbaus sollen die Geschäfte zukünftig größere Entscheidungsbefugnisse erhalten, wodurch das operative Geschäft gestärkt werden soll. Durch die Reintegration des Servicegeschäfts in die Geschäftseinheiten sowie ein deutlich schlankeres Headquarter sollen die Organisationsstrukturen des Anlagenbaus vereinfacht werden, um Entscheidungen schneller zu ermöglichen und um Kosten zu senken. Wir wollen uns dadurch zukünftig noch näher am Markt aufstellen, um unsere Kunden besser und schneller bedienen können.
Bei Marine Systems sind wir im Überwasserbereich im Konsortium mit der Firma Embraer für ein Fregattenprogramm in Brasilien nominiert. Für diesen Auftrag rechnen wir mit einem Vertragsabschluss im aktuellen Geschäftsjahr. Nach Einführung einer vereinfachten Organisationsstruktur arbeiten wir intensiv an umfassenden Performancesteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und rechnen mit positiven Effekten auf die Ergebnisqualität des gesamten Projektportfolios.
Die für unsere Materialgeschäfte relevante weltweite Stahlnachfrage wird, bei voraussichtlich anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und weiter hohen Risiken, langsamer wachsen. Die Visibilität ist außerordentlich gering und die Abwärtsrisiken überwiegen. Das Wachstum des chinesischen Stahlmarkts wird sich deutlich verlangsamen, prognostiziert ist ein Plus von etwa 1%. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage allenfalls verhalten zunehmen. Für die USA wird ein Plus von unter 1% erwartet. In der EU und in Deutschland rechnen wir mit einer Zunahme von rund 1 bzw. 2%, was jeweils einer moderaten Erholung ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis entspricht. Vor dem Hintergrund der weiter bestehenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben. Wir gehen von einer Entspannung auf den Rohstoffmärkten aus und unterstellen zeitgleich bei weiterhin überversorgten Stahlmärkten einen intensiven Wettbewerb.
Bei Materials Services wollen wir die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben, um in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz zu steigern und unseren Omnichannel Ansatz konsequent weiter zu verfolgen. Dazu gehört der verstärkte Einsatz unserer künstlichen Intelligenz "alfred" zur besseren Steuerung von Transportwegen und Logistikströmen, der weitere Rollout einer hochmodernen ERP-Plattform sowie der Ausbau der E-Commerce Funktionalitäten unseres B2B Portals. Ein weiterer Fokus liegt auf der Optimierung von operativen Abläufen und gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Prozesskette. Darüber hinaus sollen strukturelle Anpassungen von Organisation und Methodik der Zusammenarbeit im Headquarter zur Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, Verringerung der Komplexität sowie Kostensenkungen führen.
Bei Steel Europe erwarten wir, dass im laufenden Geschäftsjahr erste Effekte aus dem neu entwickelten Strategie- und Performanceprogramm sichtbar sein werden.
Mehr zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".
Erwartung 2019/ 2020: Insgesamt vorsichtiger Blick auf das Geschäftsjahr geprägt durch begrenzte Sichtweite sowie gesteigerte Restrukturierungen
Vor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten und der in diesem Umfeld nur begrenzten Sichtweite und damit eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit insbesondere bei unseren zyklischeren Geschäften mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge halten wir einen insgesamt vorsichtigen Blick auf das Geschäftsjahr 2019/2020 für angemessen.
Im Rahmen der Umsetzung von "newtk" werden wir die Weiterentwicklung und Restrukturierung unserer Geschäfte mit gesteigerter Intensität weiter fortsetzen. Dabei ist die Höhe der Restrukturierungsaufwendungen in einzelnen Geschäftsjahren auch von der realisierbaren Geschwindigkeit beim Umbau der Geschäfte und des Konzerns abhängig.
Die nachstehende Prognose unterstellt eine Vollkonsolidierung von Elevator Technology.
Aufgrund der geänderten Zuordnung von Geschäftsbereichen wurden die Vorjahreswerte für Automotive Technology, Industrial Components, Plant Technology und Corporate vereinfacht d.h. ohne erneute Konsolidierung ermittelt.
Der Umsatz wird - vorbehaltlich der oben beschriebenen Einflussfaktoren - im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr: 42,0 Mrd €); in Teilen unserer Industriegütergeschäfte sehen wir Wachstumschancen.
Für das Bereinigte EBIT rechnen wir - vorbehaltlich der oben beschriebenen Einflussfaktoren - mit einem Wert auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 802 Mio €), der sich aus Fortschritten bei den Industriegütergeschäften insgesamt und einer insgesamt schwächeren Ergebnisentwicklung der Werkstoffgeschäfte ergeben sollte.
| ― | Bei Automotive Technology erwarten wir eine Erholung des Bereinigten EBIT auf einen wieder positiven Wert (Vorjahr: pro forma -22 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: pro forma 5,4 Mrd €) und Rückkehr zu einer positiven Marge (Vorjahr: pro forma -0,4 %). Dies folgt insbesondere aus dem weiteren Hochlauf der neuen Werke und Projekte für Lenkungen und Nockenwellenmodule und wird unterstützt durch Effizienz- und Restrukturierungsprogramme. Belastend wirkt dabei der weiterhin negative Ergebnisbeitrag von Federn und Stabilisatoren, System Engineering strebt eine Verbesserung des Ergebnisses an, jedoch weiterhin negativ. |
| ― | Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt eine moderat rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung (Vorjahr, pro forma Umsatz: 2,5 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 230 Mio €), dabei wird die Umsatzsteigerung bei Großwälzlagern sowie kontinuierliche Kosten- und Effizienzmaßnahmen die zyklisch rückläufige Entwicklung bei Kurbelwellen (insbesondere Lkw) und Baumaschinenkomponenten insbesondere in Europa und Nordamerika nicht vollständig kompensieren können. |
| ― | Bei Elevator Technology erwarten wir einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: 8,0 Mrd €). Inklusive der für die eigenständige Aufstellung von Elevator Technology voraussichtlich zusätzlich zukünftig anfallenden Kosten in Höhe von 20 - 30 Mio € erwarten wir eine Bereinigte EBIT-Marge zwischen 11,0 - 12,0%. Vergleichbar gerechnet entspricht dies tendenziell einer höheren, mindestens jedoch stabilen Bereinigten EBIT-Marge (Vorjahr: 11,4%; unter Berücksichtigung dieser erwarteten zusätzlichen zukünftigen Kosten 11,1%) - unterstützt durch Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen. |
| ― | Bei Plant Technology erwarten wir in Abhängigkeit des Auftragseingangs eine deutliche Umsatzerholung (Vorjahr: pro forma 2,9 Mrd €); dabei ein deutlich verbessertes Bereinigtes EBIT, jedoch weiterhin negativ, unterstützt durch Kostenmaßnahmen auch in der Verwaltung, Verbesserung in der Projektabwicklung sowie Wachstum im margenstarken Service-Geschäft (Vorjahr: pro forma -145 Mio €). |
| ― | Bei Marine Systems erwarten wir eine stabile Umsatzentwicklung. Das Bereinigte EBIT wird durch Kostenmaßnahmen, Verbesserung der Projektabwicklung sowie höhere Ergebnisbeiträge der neuen Projekte leicht positiv erwartet (Vorjahr: 1 Mio €). |
| ― | Bei Materials Services erwarten wir bei derzeit eingeschränkt verlässlicher Planbarkeit und anhaltenden Maßnahmen zur Ergebnissicherung ein weitgehend stabiles Bereinigtes EBIT (Vorjahr: 107 Mio €). |
| ― | Bei Steel Europe erwarten wir bei derzeit eingeschränkt verlässlicher Planbarkeit trotz anhaltender Maßnahmen zur Ergebnissicherung ein negatives Bereinigtes EBIT (Vorjahr: 31 Mio €), belastend wirkt dabei auch das weiterhin negative Ergebnis bei Heavy Plate. |
| ― | Bei Corporate Headquarters, das die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen umfasst, werden die Kosten bzw. das Bereinigte EBIT voraussichtlich auf Vorjahresniveau anfallen (Vorjahr: pro forma -252 Mio €). |
Im Zuge der Umsetzung von Performance First unter "newtk" intensivieren wir unsere Restrukturierungen und erwarten daraus Aufwendungen (Sondereffekte) in Höhe eines mittleren 3-stelligen Millionen-€-Betrags.
Infolgedessen erwarten wir bei Entfall positiver Effekte aus dem Vorjahr einen deutlich höheren Jahresfehlbetrag (Vorjahr: -260 Mio €).
Die Investitionen werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich über Vorjahresniveau bewegen, unter anderem auch infolge der Erstanwendung von IFRS 16 (Vorjahr: 1.443 Mio €).
Den Free Cash Flow vor M&A (Vorjahr: -1.140 Mio €) erwarten wir infolge operativer Verbesserungen, in Abhängigkeit von Zuflüssen des Auftragseingangs und Zahlungsprofils von Projekten bei Plant Technology und Marine Systems, deutlich höheren Auszahlungen für Restrukturierungen im mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich sowie die Auszahlung für das erwarte Bußgeld im Kartellverfahren bei Grobblech in Höhe der gebildeten Rückstellungen unter Vorjahr.
Die Netto-Finanzschulden werden im Wesentlichen infolge der Cashflow Entwicklung sowie in Folge der Erstanwendung von IFRS 16 stark gegenüber dem Vorjahr ansteigen (Vorjahr: 3.703 Mio €). Dies berücksichtigt noch keine Erlöse aus der Elevator Technology Transaktion.
Der tkVA des Konzerns wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte unter Vorjahr erwartet (Vorjahr: -1.068 Mio €).
Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.
Chancen- und Risikobericht
Chancen
Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung
Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen aus der im Mai 2019 beschlossenen strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Konzerns entscheidend zu verbessern und die nötigen Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.
Chancenmanagement-Prozess
Im strukturierten Planungsprozess erfassen alle Business Areas Chancen und Risiken, um die zukünftige Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Neben der Aufnahme von strategischen Komponenten wie relevanten Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht, erfolgt eine differenzierte Betrachtung und Management-Einschätzung zu Chancen und Risiken im Budgetjahr. In den anschließenden monatlichen Berichterstattungen aktualisieren die Business Areas die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr und zeigen somit eine Bandbreitenbetrachtung der Ergebnis- und Liquiditätshochrechnungen. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.
In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.
Strategische Chancen des Konzerns
Chancen ergeben sich für den Konzern, wenn wir unsere strategische Neuausrichtung konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen. Um thyssenkrupp zukunftsfähig aufzustellen, haben wir mit "newtk" einen neuen Weg eingeschlagen. In einer ersten Phase kommt es darauf an, uns durch verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, aber auch strukturell und organisatorisch in die Lage zu versetzen, dauerhaft Geld zu verdienen. Dann können wir uns in einer zweiten Phase so weiterentwickeln, dass alle unsere Geschäfte führende Marktpositionen einnehmen können.
Aus einer mittel- bis langfristigen Sicht sind wir überzeugt davon, dass wir nach wie vor in attraktiven Märkten tätig sind. Unsere Mitarbeiter sind dabei die Basis unseres Erfolgs. Mit unserer Ingenieurkompetenz können wir Trends wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Urbanisierung oder neue Mobilität als Chancen nutzen. Dafür sehen wir in unserer strategischen Neuausrichtung mehr unternehmerische Freiheit für die Geschäfte, aber auch mehr Übernahme von Verantwortung vor. Über unsere Unternehmensstrategie und die korrespondierenden Chancen informieren wir Sie ausführlich im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".
Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.
thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Viele unserer Anlagen setzen zudem weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Denn neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle lassen sich am besten in einem Zusammenspiel aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln. thyssenkrupp ist hier dank seines weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzes und seiner Kooperationen mit externen Partnern gut aufgestellt. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".
Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".
Operative Chancen der Geschäfte
Automotive Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology hängt wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und der individuellen Mobilität ab. Die mittelfristigen Prognosen zeigen hier einen steigenden Bedarf, unabhängig von aktuellen Rezessionsängsten.
Daraus ergeben sich für uns als Entwicklungspartner sowie als Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die Märkte in Asien und Amerika, wo wir uns mit neuen Produktionsstätten gut aufgestellt haben. Den weltweiten Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem beziehungsweise autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.
Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - oder unsere Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln oder sollte sich der weitere Hochlauf unserer neuen Werke beschleunigen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Industrial Components - Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere bezogen auf den Windenergiemarkt sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich positive Wachstumsperspektiven. Der Trend zu größeren Anlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen. Sollten hierfür zusätzliche nationale Anreizprogramme aufgelegt werden, kann dies dazu führen, dass wir die Prognose für unsere Kernsteuerungsgrößen übertreffen. Gleiches gilt, wenn sich die Konjunktur in den sonstigen Anwendungsbereichen für Großwälzlager über das in der Planung unterstellte Maß hinaus belebt.
In unserem weltweiten Schmiedegeschäft (Forged Technologies) bestehen Chancen, die Prognosen zu übertreffen, wenn die zyklischen Baumaschinen- und Lkw-Märkte sich weniger negativ entwickeln als in der Planung prognostiziert.
Elevator Technology - Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen für die Business Area Elevator Technology. Dank ihrer breitgefächerten Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie ihrer lokalen Präsenz mit mehr als 50.000 Mitarbeitern an über 1.000 Standorten kann sie weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.
Mit innovativen Produkten und Servicelösungen streben wir an, die höchsten technischen und ökologischen Kundenanforderungen zu erfüllen. Mit MAX, der ersten Cloud-basierten Wartungslösung der Branche, erhöhen wir den Digitalisierungsgrad und die Effizienz unseres Servicegeschäfts und können dadurch zusätzliche Wettbewerbsvorteile erzielen.
Zudem rechnen wir damit, dass sich durch die Umsetzung der definierten Performance-Maßnahmen Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology kontinuierlich verbessern.
Sollte sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie - besser entwickeln als erwartet oder sollte sich herausstellen, dass die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme noch effektiver sind als gedacht, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Plant Technology - Um weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit bei Plant Technology zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten zu nutzen, standardisieren und optimieren wir unsere Produkte wie auch die Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern wir auch zukünftig durch den weiteren Ausbau innovativer und umweltfreundlicher Technologien.
Chancen sind mittelfristig im Chemieanlagenbau entlang der angestrebten Markteintritte (z.B. Wasserelektrolyse und Methanol) sowie kurzfristig im Bereich von Düngemittel-Großprojekten zu suchen. Weitere Chancen ergeben sich durch den weiteren Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen nutzen wir, um mit neuen Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder zu erschließen.
Alle aktuellen Initiativen zur Profitabilitätssteigerung sind in einem umfassenden Performance-Programm gebündelt. Die Maßnahmen dieses Programms umfassen unter anderem die Reduzierung der Verwaltungs- und Materialkosten sowie eine verbesserte Projektabwicklung.
Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die im Rahmen unseres Performance-Programms zu realisierenden Effekte, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Marine Systems - Die nationalen wie internationalen Märkte für unser Marinegeschäft - insbesondere konventionelle U-Boote und Fregatten/Korvetten - bieten gegenwärtig gute Marktperspektiven. Daraus ergeben sich Chancen zum Ausbau unserer Marktposition. Den für unser Geschäftsmodell typischen Unter- beziehungsweise Überlastrisiken begegnen wir durch ein Werftkonzept mit flexibler Fertigungsinfrastruktur und durch fortgesetzte Programme zur Effizienzsteigerung in den Prozessabläufen.
Materials Services - Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Vermehrt übernimmt Materials Services auch das Management der Lieferkette seiner Kunden. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem Roh- und Werkstoffmarkt, der von niedrigen Margen geprägt ist. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezifisches Markt- und Branchenwissen, den systematischen Ausbau des Werkstoffhandels, zum Beispiel durch eine verstärkte Standardisierung von Prozessen und Systemen über nationale und organisatorische Grenzen hinweg, ein weltweites Netzwerk sowie ein breites und profundes Know-how im Projektmanagement.
Insbesondere im Bereich Supply Chain Management eröffnen sich für Materials Services aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - etwa wenn die Steuerung mehrerer Zulieferer übernommen und dadurch sichergestellt wird, dass die richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
Für Materials Services bietet die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die konsequente Weiterentwicklung der Omnichannel-Architektur: Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen der Business Area, und zwar täglich rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran: Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz werden die Prozesse entlang der Supply Chain flexibler gestaltet, um so beispielsweise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem verkürzt Materials Services mit der Einführung hochmoderner ERP-Plattformen die Durchlaufzeiten von Aufträgen, optimiert die Lagerlogistik und ebnet den Weg für neuartige Supply-Chain-Services. Vernetzte Zusammenarbeit sowie interaktive Prozesse gehören heute bereits in zahlreichen Bereichen zum Alltag - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung. Zudem arbeitet Materials Services an Lösungen, die zu neuen Geschäftsmodellen führen können. Ein Beispiel ist die eigenständig entwickelte Plattform zur Vernetzung und Digitalisierung von Maschinenparks, die über eine eigene Gesellschaft auch extern vermarktet wird.
Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um die Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation in der gesamten Business Area, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen.
Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Steel Europe - Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur abhängt.
Nachdem die Europäische Kommission das geplante Joint Venture mit Tata Steel Europe untersagt hat, werden im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns auch bei Steel die veränderten strategischen Rahmenbedingungen neu sondiert und die Geschäfte in einem ganzheitlichen Ansatz überprüft und neu bewertet. Im Fokus dieser intensiven Untersuchung stehen die Marktstrategie, unser Produktionskonzept sowie die Optimierung unserer Organisation. Dabei berücksichtigen wir nicht nur das deutlich schwieriger gewordene konjunkturelle Marktumfeld, sondern auch die insbesondere in Europa herausfordernden politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für das Stahlgeschäft. Am Ende dieses Neubewertungsprozesses werden wir gut aufgestellt sein, um gezielter und effizienter auf die gestiegenen Herausforderungen des Marktes zu reagieren und unsere Chancen besser ergreifen zu können.
Eine Konsolidierung im Stahlbereich sehen wir weiterhin als notwendig und chancenreich an, wir halten uns hier alle Optionen offen.
Abgesehen von der strategischen Neuaufstellung arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere technischen Fähigkeiten zu stärken. Die neue Feuerbeschichtungsanlage beispielsweise, die derzeit am Standort Dortmund errichtet wird, befähigt uns, dem Bedarf der Automobilindustrie an hochwertigem Stahl Rechnung zu tragen. Chancen sieht Steel Europe überdies im Bereich der Elektromobilität, wenn auch eher auf mittlere Sicht; ein hohes Potenzial bietet hier insbesondere die Erweiterung des Anwendungsspektrums von Elektroband.
Chancen ergeben sich unverändert aus der zunehmenden Digitalisierung der Wertschöpfungskette, sowohl durch die immer stärkere Vernetzung der Produktion als auch durch die Möglichkeit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Diese Potenziale werden in verschiedenen Projekten genutzt. Bei der Harmonisierung unserer IT-Infrastruktur kommen wir ebenfalls gut voran; mit effizienteren und transparenten Prozessen werden wir schneller und flexibler am Markt agieren können. Wenn sich die aus der zukünftigen strategischen Neuaufstellung abzuleitenden Maßnahmen, die auf eine kurzfristige Steigerung der Leistungsfähigkeit zielen, sowie das Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächt, besteht die Chance, dass Steel Europe seine Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft.
Risiken
Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.
Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp
Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt. Aus heutiger Sicht liegen keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.
Risikostrategie und Risikopolitik
Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Unternehmerische Risiken sind von allen Mitarbeitern bewusst und eigenverantwortlich zu tragen sowie aktiv zu steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.
In unserer "Governance, Risk and Compliance (GRC) -Policy" haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert sowie die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Weitere Ziele des Risikomanagements bei thyssenkrupp liegen darin, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.
Risikomanagement-Prozess
Unser Konzern-Risikomanagement entwickelt das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richtet es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnt es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Verantwortlichkeiten der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen. Alle weiteren Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Konzernrichtlinie Risikomanagement einheitlich und verbindlich definiert.
Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir konzernweit implementiert; wir entwickeln sie bei neuen Anforderungen fortlaufend weiter.
Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze, die im Anschluss kurz erläutert werden:
CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung beziehungsweise im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M&A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.
Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese konzernweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.
Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Konzerneinheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, um die Risikoinventur durchzuführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.
Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.
Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden unverzüglich an die RisikomanagementVerantwortlichen berichtet und zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.
Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten aber nicht systematisch ausschließen.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden vom Konzern zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.
Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- beziehungsweise Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse im Konzern zu verbessern.
Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen dazu bei, das Risikomanagementsystem effizient zu überwachen, und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.
Risikobewertung
Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M& A im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß dieser Systematik in die Bewertungskategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" einordnen.
RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung
Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.
Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.
RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen.
Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.
Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Risikotransfer
Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.
Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.
Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern.
Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.
Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von betrügerischen Handlungen.
thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Konzerneigene Dienstleister unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.
Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.
Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.
Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.
Risikokategorisierung
Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:
| ― | Risiken aus externen Rahmenbedingungen |
| ― | Finanzwirtschaftliche Risiken |
| ― | Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken |
| ― | Risiken aus operativer Tätigkeit |
In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab.
Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.
Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig.
Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über den Zeitpunkt und die Modalitäten des "Brexit", was sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken könnte - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. Risiken bestehen auch allgemein auf finanziellem Gebiet, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in Schwellenländern deutlich angestiegen.
Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Wenn sich die Konjunktur aufgrund der genannten und gegenüber dem Vorjahr teilweise noch verstärkten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickeln sollte oder ein eventueller exogener Schock stark ausgeprägt ist, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp als "hoch" einzuschätzen.
Die Konjunkturentwicklung mit den entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte geringerer Wachstumsraten und veränderter Wechselkursrelationen für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.
Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".
Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als "mittel" ein.
Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren auch mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich insbesondere für Steel Europe in diesem Zusammenhang ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitverlauf ändern oder bei denen Rechtsunsicherheit besteht. Beispielsweise werden steuerliche Vergünstigungen in Einzelfällen in gerichtlichen Verfahren verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es im Ergebnis zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind Steuernachzahlungen nicht auszuschließen.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Konzernfinanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.
Ausfallrisiken - Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit sowie aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert dabei Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Weitere Details berichten wir im Anhang (Nr. 22).
Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an die Konzerngesellschaften weitergeleitet.
Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.
Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.
Zinsrisiken - Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, das Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.
Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als "gering" zu bewerten.
Bewertungsrisiken - Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung entscheidend, in der sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln können. Entsprechend prüfen wir, was die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon ist. In diesem Zusammenhang sind neben dem geplanten Teil-Börsengang von Elevator Technology Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar, auch im größeren Ausmaß als im Berichtsjahr. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf Wertberichtigungsbedarf hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir als "hoch" bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.
Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability-Driven Investment).
Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt, was sich im Berichtsjahr bereits bilanziell ausgewirkt hat. Noch weiter sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen würden dazu führen, dass die Pensionsrückstellungen weiter ansteigen und das Eigenkapital noch stärker belastet wird.
Zusätzliche Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen beziehungsweise können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.
Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an.
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartellverstöße und Korruption sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.
Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines SoftwareTools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten RisikomanagementProzesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.
Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).
Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken von Kartellverstößen und Korruption, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Zu den Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als "hoch" ein.
Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist bzw. war neben anderen Unternehmen der Stahlbranche Gegenstand von Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Das Verfahren in Sachen Qualitätsflachstahl ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Bereits im letzten Geschäftsjahr hatte sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt geht thyssenkrupp weiter davon aus, das Verfahren in Sachen Grobblech zeitnah endgültig einvernehmlich abschließen zu können. Die damit zum 31. März 2019 verbundene Erhöhung der zum Ende des letzten Geschäftsjahres gebildeten Rückstellung auf den Betrag des erwarteten Bußgelds belastet den Jahresüberschuss in Höhe von etwas mehr als 100 Mio €.
Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/ Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.
Risiken aus operativer Tätigkeit
Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.
Beschaffungsrisiken - Um unsere hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen oder Transportwege für Rohmaterial eingeschränkt sein, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.
Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufenden Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als "mittel" ein.
Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.
In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.
Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Industriekonzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als "gering" ein.
Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehenden Risiken begegnen wir mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen und bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Auftragsrisiken - Die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit gehört insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft zu den zentralen Herausforderungen. Kosten-und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir unter Berücksichtigung erfolgter Risikoreduzierungen im Berichtsjahr zurzeit zusammengenommen als "mittel". Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.
Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.
Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern.
Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten im Konzern unterstützend, die kontinuierlich ausgebaut wurde. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.
Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen durch eine entsprechende technische Unterstützung gewährleistet ist.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.
Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken - Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, solche Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation des Konzerns kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt als "mittel" ein.
thyssenkrupp positioniert sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.
Operative Risiken der Geschäfte
Automotive Technology - Die bisherige Business Area Components Technology wird mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2019/2020 zu einem reinen Zulieferer für die Automobilindustrie. Die Industrieaktivitäten Bearings und Forged Technologies werden ab diesem Zeitpunkt separiert, die Business Unit System Engineering wird von Plant Technology übernommen. Aufgrund der Fokussierung auf den Automobilsektor besteht für Automotive Technology eine starke Abhängigkeit von der weltweiten Entwicklung der Automobilmärkte. Nach den aktuellen Marktinformationen ist hier eine weltweite Rezession nicht ausgeschlossen.
Automotive Technology besetzt unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Für unsere Kernmärkte erwarten wir weltweit nach einem Marktrückgang im Geschäftsjahr 2018/2019 ein nur noch reduziertes Wachstum in allen Produktsegmenten. Dieses ist zudem mit einer hohen Prognoseunsicherheit verbunden. Insbesondere könnte ein weiteres Nachlassen der Dynamik auf den Märkten in China unsere dortigen Geschäftsaussichten gefährden. Auch die Vereinigten Staaten zählen zu den wesentlichen Absatzmärkten für unsere Produkte. Eine weitere Abschwächung dieses Marktes birgt ebenfalls Risiken. Verstärkt werden die Unsicherheiten im Hinblick auf eine mögliche weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen diesen beiden Staaten. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt Automotive Technology der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.
Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse und durch den weiter zunehmenden Preisdruck. Staatliche Handelsbeschränkungen wie mögliche Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile sowie der geplante Brexit stellen Risiken dar. Auch aufgrund des neuen Testverfahrens für den Kraftstoff-/Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen, WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), das sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird, besteht ein Risiko durch temporär hohe Produktionsschwankungen bei einzelnen Kunden, bedingt durch begrenzte Prüfkapazitäten.
Eine hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben drücken weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen.
Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen. Neben dem Preisrisiko ergeben sich auch verstärkt Risiken aus Störungen in der Lieferkette (Supply Chain). Insbesondere bei der Beschaffung im Bereich Lenkungsfertigung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität sowie Ausbringungsprobleme zu erheblichen Belastungen führen. Dem Risiko wirken wir durch ein systematisches Lieferantenmanagement entgegen. Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie zahlreiche Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestalteter interner Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.
Auch die Integration der neu hinzugekommenen Business Unit System Engineering ist mit Herausforderungen verbunden. System Engineering ist ebenso wie die Business Unit Springs & Stabilizers mit erheblichen operativen und strukturellen Problemen belastet. Hier gilt es, die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen, unabhängig von weitergehenden strategischen Überlegungen. Die Realisierung der Maßnahmen wird durch entsprechende Projektorganisationen im Konzern und bei Automotive Technology unterstützt.
Weitere allgemeine Risiken des Geschäftes betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan, beim Schweizer Franken und beim brasilianischen Real.
Industrial Components - Für unser Bearings-Geschäft ergeben sich Nachfragerisiken im Bereich Windenergie durch die Abhängigkeit von nationalen Anreizprogrammen zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau unsere aktuellen Wachstumsziele in diesen Märkten gefährden. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Zur Risikobegrenzung investieren wir außerdem in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.
Sollten sich die zyklischen, weltweiten Baumaschinen- und Lkw-Märkte negativer entwickeln als in der Planung prognostiziert, besteht ein Risiko, dass wir die Prognosewerte in unseren Forged Technologies-Einheiten nicht erreichen. Zudem besteht ein moderates Risiko für den Produktionsstandort in Nanjing, China, wenn die Importtarife in den USA für Produkte aus China weiter Bestand haben beziehungsweise sogar noch weiter erhöht werden sollten. Weitere allgemeine Risiken betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Letztlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie und damit zum Beispiel auch unseren Schmiedestandort in Deutschland vor große Herausforderungen.
Elevator Technology - Wegen der starken Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten bei Elevator Technology birgt die unsichere Lage der Weltwirtschaft Risiken, die sich vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und den Preisdruck verschärfen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.
Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft ist weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kundenbindungsstrategien helfen dabei, möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken. Zudem werden in der Business Area kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten auszugleichen.
Das Neuanlagengeschäft kann hingegen aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Wegen der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend vorhersehbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen können wir durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensieren.
Risiken, die sich aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten ergeben, können wir durch unsere Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen.
Wechselkursrisiken (Transaktionsrisiken), die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab. Darüber hinaus ergeben sich für Elevator Technology Wechselkursrisiken aus Translationseffekten. Diese entstehen im Zusammenhang mit der Umrechnung der lokalen Abschlüsse von Ländern, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, in die Berichtswährung des Konzerns.
Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, eine entsprechende Auswahl von Mitarbeitern sowie Schulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten und gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden.
Plant Technology - Für den Chemieanlagenbau hat sich das Marktumfeld positiv entwickelt, im Mining-Bereich besteht weiterhin ein gutes Marktumfeld, und im Service-Bereich steigt die Nachfrage dynamisch an. Jedoch herrscht im Zementgeschäft trotz einer zuletzt wieder zunehmenden Projektnachfrage eine angespannte Marktlage.
Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).
Sollten darüber hinaus bei der Umsetzung der Maßnahmen aus unserem Performance-Programm unerwartete Verzögerungen eintreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.
Marine Systems - Im Marinegeschäft bestehen Risiken in einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung erheblich verzögert ist, wobei aufgrund komplexer vertraglicher Strukturen mit staatlichen Beschaffungsbehörden für militärische Ausrüstung, lokalen Bauwerften und Zulieferungen durch die Business Unit Marine Systems die Ursachenzuordnung strittig ist. Aufgrund politischer Entwicklungen in Kundenländern oder den umliegenden Regionen können sich zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen ergeben.
Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.
Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und unseren hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Business Area. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Digitalisierungsaktivitäten rund um Werkstoffe und Dienstleistungen.
Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement.
An den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen. Sofern die von der Europäischen Union getroffenen Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien nicht wirken, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.
Steel Europe - Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko einer schwankenden Nachfrage durch eine sich abschwächende Konjunktur beziehungsweise durch Marktverzerrungen/-verschiebungen aufgrund von Handelskonflikten oder Schutzzöllen ausgesetzt. Diesem Risiko begegnet die Business Area Steel Europe mit Maßnahmen zur Gewinnung von Kunden und adäquaten Versandmengen in unterschiedlichen Segmenten, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken tritt die Business Area mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden entgegen.
Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe durch seine Technologiekompetenz und eine noch intensivere Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie zielgerichtete Investitionen in relevante Forschungsund Entwicklungsfelder mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtetes Qualitätsmanagement gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich dazu bei, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.
Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien, ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung. Bei in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger vorliegenden extremen Wetterbedingungen bestehen Risiken, dass unsere auf dem Wasserweg angelieferten Vormaterialien nicht wie geplant zur Verfügung stehen. Um Betriebsunterbrechungen aus diesem Grunde zu vermeiden, treffen wir bei Bedarf vielfältige Kompensationsmaßnahmen wie zum Beispiel eine teilweise Verlagerung von Warenströmen auf die Bahn oder den Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.
Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Erhebliche Risiken ergeben sich dagegen möglicherweise aufgrund der beschlossenen Revision der Emissionshandelsrichtlinie für die vierte Handelsperiode (2021 bis 2030).
Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.
Zusätzlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Zwar konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die Stahlindustrie sieht sich aber weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie dem Vorhalten von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.
Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Darüber hinaus werden Entlastungstatbestände, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im internationalen Wettbewerb sicherstellen sollen, immer restriktiver gehandhabt, was die Planungssicherheit zusätzlich gefährdet. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.
Der zunehmenden Bedrohung der IT-Infrastrukturen durch Internetkriminalität begegnet Steel Europe durch risikomindernde organisatorische, prozessuale sowie technische Maßnahmen zur Früherkennung und Gefahrenabwehr.
Rechtliche Angaben
Erklärung zur Unternehmensführung
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§289f, 315d HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht.
Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht nach §§289a Abs. 2, 315a Abs. 2 HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
Übernahmerechtliche Angaben
Im Folgenden sind die nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2019 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.
10% der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen
Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten:
| ― | Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG zum 30. September 2019 laut einer freiwilligen Information vom Oktober 2019; |
| ― | Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält. |
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§84, 85 AktG und §31 MitbestG in Verbindung mit §6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat er die Fassung des §5 angepasst, nachdem die in § 5 Abs. 5 und 6 der Satzung geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals zum 16. Januar 2019 ausgelaufen sind. Zu diesem Datum endete auch der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 17.01.2014 zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate-Governance > Erklärung zur Unternehmensführung > ezu2018-2019
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5% über- oder unterschreiten.
Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10%-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach §53 Abs. 1 Satz 1 oder §53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapital-derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32€ oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen
Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:
| ― | Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten. Eine solche Regelung besteht ebenfalls für den größten Teil der fest zugesagten, bilateral vereinbarten Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €. Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 6,1 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50% des Grundkapitals bzw. mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen. |
In den Vorstands-Dienstverträgen aller Vorstandsmitglieder sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach §291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß §2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50% des Wertes der Gesellschaft. Im Vergütungsbericht sind die Entschädigungsvereinbarungen im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.
Erklärung zur Unternehmensführung
Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung für die thyssenkrupp AG und zugleich für den Konzern gemäß §§ 315d, 289f HGB ab.
Entsprechenserklärung zum DCGK
Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 10. Oktober 2019 auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) veröffentlicht wurde:
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance
Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats
der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der
"Regierungskammission Deutscher Corporate Governance Kodex"
gem. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:
Oer Empfehlung in Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsratsgremien von konzernexternen Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen, wahrnehmen soll, wird nicht entsprochen. Martina Merz wurde nach der einvernehmlichen Beendigung des Vorstandsmandats von Guido Kerkhoff mit Wirkung zum 01.10.2019 vorübergehend für maximal 12 Monate in den Vorstand entsandt und zur Vorstandsvorsitzenden bestellt. Das Aufsichtsratsmandat von Martina Merz ruht in dieser Zeit, Martina Merz hat vier Mandate in Aufsichtsratsgremien konzernexterner Gesellschaften, die die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen, wobei sie beabsichtigt, ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) niederzulegen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Februar 2019 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex entsprochen.
Duisburg/Essen, 01.10.2019
Für den Aufsichtsrat
Russwurm
Für den, Vorstand
Merz
Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich.
Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2019 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die thyssenkrupp AG entspricht freiwillig sämtlichen Anregungen des DCGK. Über relevante, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Unternehmensführungspraktiken haben wir im Corporate Governance Bericht berichtet.
Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Der Aufsichtsrat hat sich selbst, seinen Ausschüssen und dem Vorstand jeweils eine Geschäftsordnung gegeben, die unter anderem die Informationsversorgung des Aufsichtsrats durch den Vorstand regeln. Diese Geschäftsordnungen stehen dauerhaft auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) zur Verfügung. Der Vorstand berichtet in den Sitzungen des Aufsichtsrats, sowie in den Ausschusssitzungen. Um die Aufsichtsratssitzungen effizient und konzentriert vorzubereiten, tagt das Präsidium in erhöhter Sitzungsfrequenz unter Hinzuziehung von weiteren Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern oder externen Beratern. Die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat halten auch zwischen den Sitzungen regelmäßig Kontakt und beraten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens.
www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance
Beschreibung der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an. Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder, dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder an, die jeweils zur Hälfte auf Vorschlag des Nominierungsausschusses mit Aktionärsvertretern und auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden. Nach den Empfehlungen des DCGK sollen Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt sein. Der Nominierungsaus-schuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern, die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Zusammensetzung der Ausschüsse und ihre Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese bestehen überwiegend in der Vorbereitung ihrer Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen für die Ausschüsse geregelt. Einzelheiten über die Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.
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Zielgrößen für den Frauenanteil
thyssenkrupp verfolgt seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen des Konzerns zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte im Kapitel "Mitarbeiter" berichtet.
Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist im Laufe des Geschäftsjahres 2018 / 2019 überschritten worden. Sowohl auf Anteilseignerseite als auch auf Arbeitnehmerseite sind im Berichtszeitraum jeweils vier weibliche Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt worden, woraus sich ein Frauenanteil zum 30.09.2019 von 40% ergibt.
Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll.
Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8 % auf 11 % und von 23 % auf 25 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen angestrebt wird.
Des Weiteren haben 24 mitbestimmte Gesellschaften im thyssenkrupp Konzern für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen beschlossen. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022. Im ersten Umsetzungszeitraum bis zum 30. Juni 2017 konnte der Anteil von Frauen an Aufsichtsratsmandaten von 13 % auf 20 % gesteigert werden. Im Berichtszeitraum ist kein Aufsichtsrat mehr ohne weibliches Mitglied und auch die Zahl der Konzerngesellschaften mit Frauen in der Geschäftsleitung konnte erhöht werden.
Beschreibung des Diversitätskonzepts hinsichtlich der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG
Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem AktG, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Zusätzlich hat sich thyssenkrupp eigene Ziele gesetzt und ein Kompetenzprofil beschlossen. Diese Vorgaben und Ziele sind die Grundlagen des vom Aufsichtsrat im November 2017 beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den Inhalt des vorhergehenden Abschnitts verwiesen.
Vorstand
Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.
Die Ausprägung und Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den damit auszufüllenden Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Guido Kerkhoff als Finanzvorstand berücksichtigt und Johannes Dietsch zum CFO bestellt. Dies gilt ebenso für die jeweils zum 1. Oktober 2019 vorgenommene Entsendung von Martina Merz aus dem Aufsichtsrat zur Vorstandsvorsitzenden der thyssenkrupp AG als Nachfolgerin für Guido Kerkhoff und der zusätzlichen Bestellung von Dr. Klaus Keysberg in den Vorstand der thyssenkrupp AG.
Aufsichtsrat
Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.
Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund. Die Darstellung der Ziele und des Kompetenzprofils sowie den Stand der Umsetzung erfolgt im Corporate Governance Bericht.
Die Umsetzung des Diversitätskonzepts erfolgt im Rahmen der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.
Vergütungsbericht
Im nachfolgenden Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist, werden die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2018 /2019 erhalten haben, individuell offengelegt; dabei werden auch die geltenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 beachtet.
Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems
Das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014/2015. Es wurde vom Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - beschlossen und von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat ebenfalls nach Vorbereitung durch den Personalausschuss festgelegt. Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit der Vergütung - sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile - und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Bei allen Vergütungsentscheidungen beachten Personalausschuss und Aufsichtsrat die Vorgaben des Aktiengesetzes sowie die Empfehlungen und Anregungen des DCGK. Der Personalausschuss wird bei der Überprüfung der Marktüblichkeit des Systems und der Angemessenheit der Vergütungshöhe von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.
Ziel des Vergütungssystems ist es, eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung zu unterstützen, indem die Vergütung der Vorstandsmitglieder sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt ist. Das Vergütungssystem umfasst leistungsbezogene und am Unternehmenserfolg orientierte Parameter, die sich auch in den Vergütungssystemen der Führungsebenen unterhalb des Vorstands wiederfinden. Dabei haben die variablen Vergütungsbestandteile überwiegend eine mehrjährige Bemessungsgrundlage; sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize. Durch die Ausgestaltung der langfristigen variablen Vergütung, die auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird zudem die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.
Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile
VERGÜTUNGSBESTANDTEIL
| Bemessungsgrundlage/Parameter | |
|---|---|
| Erfolgsunabhängige Vergütung | |
| Festvergütung | Vorsitzender des Vorstands: 1.340.000€ Mitglied des Vorstands: 700.000 € |
| Nebenleistungen | Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien |
| Betriebliche Altersversorgung | |
| Leistungsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff bis 30. September 2018) | Ruhegeld in Höhe von 50% der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014 /2015: - Für Guido Kerkhoff bis 30. September 2018: Unverfallbare Anwartschaft aus der Pensionszusage über Ruhegeldanspruch von 350.000€ p.a. |
| Beitragsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff ab 1. Oktober 2018, Oliver Burkhard, Johannes Dietsch, Dr. Donatus Kaufmann) | Aufbau des Pensionsanspruchs durch Bereitstellung von jährlichen Beiträgen: - Für Guido Kerkhoff ab 1. Oktober 2018: Jährlicher Beitrag von 350.000€; Altersversorgung aus dieser Zusage wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt - Für Oliver Burkhard: Jährlicher Beitrag von 280.000€; Altersversorgung wird in Form eines Ruhegelds gewährt, begrenzt auf maximal 350.000€ p.a. - Für Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann: Jährlicher Beitrag von 280.000€; Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt |
| Erfolgsabhängige Vergütung | |
| Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) | Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %: - Für den Vorstandsvorsitzenden: 1.250.000 € - Für die Mitglieder des Vorstands: 630.000€ - 680.000€ Basis für die Zielerreichung: - Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M &A - Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt Bonus-Malus-Faktor in der Spannweite von +/- 20%: - Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf - Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap) |
| Möglichkeit einer Sondervergütung | Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps |
| Long-Term Incentive (LTI) | Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum: - Ausgangswert für den Vorstandsvorsitzenden: 2.000.000€ - Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 950.000€ - 1.050.000€ Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswerts durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt. Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA. Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung. Obergrenze: 250% des Zielwerts (Cap) |
| Sonstige Vergütungsregelungen | |
| Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) | Verpflichtung, innerhalb des Bestellungszeitraums für eine Jahresfestvergütung (Guido Kerkhoff) beziehungsweise eine halbe Jahresfestvergütung (Oliver Burkhard, Johannes Dietsch) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und die erworbenen Aktien bis zur Beendigung der Bestellung zu halten. Jährlicher Mindestinvestitionsbetrag. |
| Gesamt-Cap | Höchstgrenze von 9.000.000€ für den Vorstandsvorsitzenden und je 4.500.000€ für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr - DCGK-konform |
| Abfindungs-Cap | Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen; Vergütung für die Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform |
| Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) | Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100% des Abfindungs-Caps nicht überschreiten -DCGK-konform |
| Clawback-Regelung | Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG |
Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan -STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.
Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30% der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42% der Zieldirektvergütung entfallen auf den LTI. Das Verhältnis der langfristigen zur kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütung liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, nach denen die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist und die variablen Vergütungsbestandteile eine grundsätzlich mehrjährige Bemessungsgrundlage haben sollten.
Die erfolgsunabhängige Vergütung
Festvergütung
Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000€ pro Jahr.
Nebenleistungen
Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen ein Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen diese allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.
Altersversorgung
Altersversorgungen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind.
Im Zuge der Verlängerung der Vorstandsbestellung von Guido Kerkhoff zum 1. Oktober 2018 wurde die bisherige Altersversorgungszusage zum 30. September 2018 beendet, wobei die bis dahin erworbene Anwartschaft auf ein jährliches Ruhegeld in Höhe von 350.000€ bestehen bleibt. Somit ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 für alle Vorstandsmitglieder aus einer beitragsorientierten Regelung - mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag für Guido Kerkhoff von 350.000€, sowie für Oliver Burkhard, Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann von je 280.000€. Die von Guido Kerkhoff ab dem 1. Oktober 2018 neu erworbenen Ansprüche auf Altersversorgung werden - wie auch die Altersversorgungsansprüche von Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann - grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt. Oliver Burkhard wird die Altersversorgung in Form eines Ruhegelds gewährt, wobei zusätzlich eine Begrenzung der maximal erreichbaren Höhe des Ruhegeldanspruchs auf 350.000€ p.a. vereinbart ist.
Das Ruhestandsalter ist das vollendete 60. Lebensjahr, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Guido Kerkhoff jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst und im Fall von Oliver Burkhard um 1% pro Jahr erhöht.
Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei den Ruhegeldzusagen eine Zahlung von 60% des Ruhegelds für den Partner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Bei den Zusagen, die in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden, erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.
Der Personalausschuss überprüft regelmäßig bei Neuverträgen und Vertragsverlängerungen das Versorgungsniveau der Vorstandsmitglieder und den daraus abgeleiteten jährlichen und langfristigen Versorgungsaufwand und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung der Zusagen vor. Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen des DCGK.
Die erfolgsabhängige Vergütung
Tantieme (Short-Term-Incentive - STI)
Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M& A (FCF vor M&A) werden jeweils mit 40% gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20% maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.
Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle, strategisch bedeutsame Aspekte mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor besteht sowohl aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator als auch einem diskretionären Faktor, die jeweils gleich gewichtet sind. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2; mit ihm kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten angepasst werden; er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung innerhalb des Vorstands. Die Zielerreichung dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien des §87 AktG und des DCGK.
Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2018/ 2019
| Guido Kerkhoff | 1.250.000€ |
| Oliver Burkhard | 680.000€ |
| Johannes Dietsch 1) | 453.333 € |
| Dr. Donatus Kaufmann | 630.000 € |
1) Anteilige Vergütung ab 1. Februar 2019
BERECHNUNG TANTIEME

Die Gesamtzielerreichung und die Auszahlung aus der Tantieme, die sich daraus ergibt, sind auf maximal 200 % des Zielwerts begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.
Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb beziehungsweise unterhalb derer eine weitere Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte; auch diesen Beschluss bereitet der Personalausschuss vor.
Long-Term Incentive (LTI)
Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und erstreckt sich über insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres), sodass Anreize für die langfristige Unternehmensentwicklung geschaffen werden.
Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird, wobei kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet wird. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.
Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den dreijährigen Performance-Zeitraum herangezogen.
Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2018 / 2019
| Guido Kerkhoff | 2.000.000€ |
| Oliver Burkhard | 1.050.000€ |
| Johannes Dietsch 1) | 700.000€ |
| Dr. Donatus Kaufmann | 950.000€ |
1) Anteilige Vergütung ab 1. Februar 2019
BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1%. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null sinken, sodass keine Auszahlung erfolgt.
Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das unmittelbar auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwerts begrenzt.
Der Aufsichtsrat beschließt auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche; diesen Beschluss bereitet ebenfalls der Personalausschuss vor. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorständen im März 2019 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2018/2019 bis einschließlich 2020/2021. Dabei hat der Aufsichtsrat wie bei den vorherigen Tranchen einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Ein tkVA von null bedeutet, dass die Kosten für das gebundene Kapital durch das erzielte EBIT erwirtschaftet und zugleich ein ausreichend hoher Jahresüberschuss erzielt wird.
Vorgaben zum Aktienbesitz
Mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2018/2019 wurde eine Vorgabe zum Aktienbesitz (sog. Share Ownership Guidelines) neu eingeführt: Alle ab dem 1. Oktober 2018 neu- oder wiederbestellten Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, innerhalb des Bestellungszeitraums für insgesamt ein Jahresfestgehalt (Vorstandsvorsitzender) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (ordentliche Vorstandsmitglieder) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese für die Dauer der Bestellung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von einem Drittel (bei dreijähriger Bestellung) beziehungsweise einem Fünftel (bei fünfjähriger Bestellung) des Gesamtinvestitionsbetrags, bis dieser erreicht ist. Vorhandene Bestandsaktien können einmalig bei Eintritt in das Aktienerwerbsprogramm eingebracht werden. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist allein der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs; spätere Aktienkursveränderungen lassen den Umfang der Aktienerwerbs- und Haltepflicht unberührt.
Höchstgrenzen der Vergütung
Das System für die Vergütung des Vorstands sieht entsprechend der Empfehlung des DCGK betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl für die Gesamtvergütung als auch für die einzelnen Bestandteile der Vorstandsvergütung vor. Zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, hat das Unternehmen daher folgende Höchstgrenzen für die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängige Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaige Sondervergütungen - der Vorstandsmitglieder festgelegt: Für den Vorstandsvorsitzenden beläuft sich diese auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für die übrigen Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr.
Die Vergütungshöchstgrenzen gehen allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor. Bei zukünftigen Überprüfungen der Höhe der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat werden auch die Höchstgrenzen (Einzel-Caps und Gesamt-Cap) entsprechend überprüft.
Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Abfindungen
Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist vorgesehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.
Change of Control
Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstands-Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).
Die bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts geltenden Abfindungsregelungen sehen vor, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.
Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter
Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2018/2019 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.
Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2018/2019
Tantieme 2018/ 2019
Die schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung hat die thyssenkrupp-Kernsteuerungsgrößen maßgeblich beeinflusst. Die für das Geschäftsjahr 2018/2019 gesetzten Schwellenwerte für EBIT, Free Cashflow vor M&A sowie ROCE wurden allesamt nicht erreicht, so dass sich die daraus resultierende Zielerreichung auf 0 % beläuft. Die Vorstandsmitglieder erhalten daher für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.
LTI 2015/ 2016
Die im Geschäftsjahr 2018/2019 fällige 6. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2015/2016 begeben. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:
HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2015 / 2016 1)
| Performance-Ziele | thyssenkrupp Value Added (tkVA) |
| Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie | |
| tkVA Performance-Zeitraum | 2015/2016 - 2017/2018 |
| Relevanter Aktienkurs | Ø Aktienkurs Q1 GJ 2018/2019 ggü. Ø Aktienkurs Q1 GJ 2015/2016 |
| Verknüpfung | Multiplikativ |
| Mögliche Zielerreichung | 0-250 % |
| Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien | Ausgangswert: 950.000€ : |
| Ø Aktienkurs: Q1 GJ 2015/2016: 18,23€ = 52.112 virtuelle Aktien 2) | |
| Zielerreichung tkVA | Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 317,7 Mio € unter dem Ziel-tkVA; dies führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 31,77 % |
| Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien | (100% - 31,77 %) x 52.112 virtuelle Aktien = 35.556 virtuelle Aktien 2) |
| Auszahlung | 35.556 virtuelle Aktien x |
| Ø Aktienkurs Q1 GJ 2018/2019: 17,69 € = 628.986 € |
1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds mit einem Ausgangswert von 950.000 €
2) Kaufmännische Rundung auf ganze Stücke
Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann jeweils 628.986 € ausbezahlt. Guido Kerkhoff erhielt aufgrund seines im Geschäftsjahr 2015 / 2016 höheren Ausgangswerts eine Auszahlung in Höhe von 662.101 €. Johannes Dietsch hat dem Vorstand im Geschäftsjahr 2015 / 2016 noch nicht angehört, so dass keine Auszahlung aus der zugehörigen LTI-Tranche erfolgte.
Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands
Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands entsprechend den Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des DCGK in Form der dort enthaltenen Mustertabellen:
| ― | Die DCGK-Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2018/2019 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder. |
| ― | Die DCGK-Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2018/2019 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder. |
DCGK-TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 (ZUWENDUNG)
| Guido Kerkhoff | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 1.340 | 1.340 | 1.340 | |
| Nebenleistungen | 44 | 45 | 45 | 45 | |
| Summe | 744 | 1.385 | 1.385 | 1.385 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 680 | 1.250 | 0 | 2.500 |
| Mehrjährige variable | 9. Tranche LTI 2018/2019 -2021 /2022 | - | 1.399 | 0 | 5.000 |
| Vergütung | 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020 /2021 | 1.098 | - | - | - |
| Summe | 2.522 | 4.034 | 1.385 | 8.885 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 610 | 353 | 353 | 353 | |
| Summe | 3.132 | 4.387 | 1.738 | 9.238 |
| Oliver Burkhard | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 57 | 72 | 72 | 72 | |
| Summe | 757 | 772 | 772 | 772 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 630 | 680 | 0 | 1.360 |
| Mehrjährige variable | 9. Tranche LTI 2018/2019 -2021 /2022 | - | 734 | 0 | 2.625 |
| Vergütung | 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020 /2021 | 993 | - | - | - |
| Summe | 2.380 | 2.186 | 772 | 4.757 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 924 | 980 | 980 | 980 | |
| Summe | 3.304 | 3.166 | 1.752 | 5.737 |
| Johannes Dietsch | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | - | 467 | 467 | 467 |
| Nebenleistungen | - | 14 | 14 | 14 |
| Summe | - | 481 | 481 | 481 |
| Einjährige variable Vergütung | - | 453 | 0 | 907 |
| Mehrjährige variable | - | 489 | 0 | 1.750 |
| Vergütung | - | - | - | - |
| Summe | - | 1.423 | 481 | 3.137 |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | - | 198 | 198 | 198 |
| Summe | - | 1.621 | 679 | 3.335 |
| Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 700 | 700 | 700 |
| Nebenleistungen | 57 | 58 | 58 | 58 |
| Summe | 757 | 758 | 758 | 758 |
| Einjährige variable Vergütung | 630 | 630 | 0 | 1.260 |
| Mehrjährige variable | - | 664 | 0 | 2.375 |
| Vergütung | 993 | - | - | - |
| Summe | 2.380 | 2.052 | 758 | 4.393 |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 280 | 278 | 278 | 278 |
| Summe | 2.660 | 2.330 | 1.036 | 4.671 |
1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für den Vorstandsvorsitzenden und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.
2) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der zum 30. September 2018 beendeten endgehaltsbezogenen und der ab dem 1. Oktober 2018 gewährten beitragsorientierten Altersversorgungszusage zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff für das vorangegangene Geschäftsjahr 2017/ 2018 ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus der Versorgungszusage sind in der Vergangenheit für Guido Kerkhoff weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung belaufen sich die Dienstzeitaufwendungen 2017 / 2018 auf die in der untenstehenden Tabelle "Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2018 / 2019" für das Vorjahr ausgewiesenen Beträge.
DCGK-TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 (ZUFLUSS)
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte In Tsd € |
2017 / 2018 | 2018/2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 1.340 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 44 | 45 | 57 | 72 | |
| Summe | 744 | 1.385 | 757 | 772 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 484 | 0 | 448 | 0 |
| Mehrjährige variable | 6. Tranche LTI 2015/2016 - 2018/2019 | - | 662 | - | 629 |
| Vergütung | 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | 690 | - | 690 | - |
| Summe | 1.918 | 2.047 | 1.895 | 1.401 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 1) | 610 | 353 | 924 | 980 | |
| Summe | 2.528 | 2.400 | 2.819 | 2.381 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte In Tsd € |
2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018/2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | - | 467 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | - | 14 | 57 | 58 | |
| Summe | - | 481 | 757 | 758 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | - | 0 | 448 | 0 |
| Mehrjährige variable | 6. Tranche LTI 2015/2016 - 2018/2019 | - | - | - | 629 |
| Vergütung | 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017/2018 | - | - | 690 | - |
| Summe | - | 481 | 1.895 | 1.387 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 1) | - | 198 | 280 | 278 | |
| Summe | - | 679 | 2.175 | 1.665 |
1) Vgl. Fußnote 2 zur DCGK-Tabelle 1.
Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB
Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den oben gezeigten Zuwendungen nach DCGK-Tabelle 1, mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß DCGK-Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 NACH HGB
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | Johannes Dietsch | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € | 2.326 | 2.784 | 2.198 | 1.506 | - | 970 |
| Dr. Donatus Kaufmann | ||
|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||
| --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- |
| Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € | 2.198 | 1.422 |
Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 6,7 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 10,0 Mio €.
Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2018/2019
Im März 2019 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 9. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 7. bis 9. Tranche des LTI über insgesamt 527.421 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.
AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019
(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | 9. Tranche LTI 2018/2019 - 2021/2022 | - | 113.058 | - | 59.356 |
| 8. Tranche LTI 2017/2018 - 2020/2021 | 45.259 | - | 40.948 | - | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | 748 | -1.296 | 656 | -1.554 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | 9. Tranche LTI 2018/2019 - 2021/2022 | - | 39.570 | - | 53.703 |
| 8. Tranche LTI 2017/2018 - 2020/2021 | - | - | 40.948 | - | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | - | 335 | 656 | -1.602 |
Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2018 /2019
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den für das Geschäftsjahr 2018/ 2019 angefallenen Versorgungsaufwand sowie über die Höhe der Pensionsverpflichtungen zum 30. September 2019 der im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder.
BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019
| Guido Kerkhoff1) | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Beträge nach IFRS | Versorgungsaufwand | 2 | 353 | 924 | 980 |
| Barwert der Verpflichtung | 9.762 | 13.187 | 7.379 | 11.746 | |
| Beträge nach HGB | Versorgungsaufwand | 1 | 313 | 547 | 606 |
| Barwert der Verpflichtung | 6.495 | 7.863 | 4.657 | 6.392 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018/2019 | 2017/2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Beträge nach IFRS | Versorgungsaufwand | - | 198 | 280 | 278 |
| Barwert der Verpflichtung | - | 198 | 1.411 | 1.790 | |
| Beträge nach HGB | Versorgungsaufwand | - | 190 | 262 | 266 |
| Barwert der Verpflichtung | - | 190 | 1.327 | 1.684 |
1) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der zum 30. September 2018 beendeten endgehaltsbezogenen und der ab dem 1. Oktober 2018 gewährten beitragsorientierten Altersversorgungszusage zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff für das vorangegangene Geschäftsjahr 2017 / 2018 ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS in den DCGK-Tabellen 1 und 2 zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Bei dieser Betrachtungsweise betragen die Dienstzeitaufwendungen 2017 / 2018 für Guido Kerkhoff 610 Tsd € (IFRS)/ 384 Tsd € (HGB). Die Barwerte der Verpflichtungen zum 30.09.2018 betragen dann für Guido Kerkhoff 4.681 Tsd € (IFRS)/ 3.106 Tsd € (HGB).
Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Vor dem Hintergrund der strategischen und strukturellen Neuausrichtung des thyssenkruppKonzerns hat sich Dr. Donatus Kaufmann mit dem Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG am 7. August 2019 auf eine einvernehmliche Beendigung seines Vorstandsmandats zum 30. September geeinigt. Aufgrund des noch bis Ende Januar 2022 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Dr. Donatus Kaufmann eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1.978.443 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurden - wie im Dienstvertrag vorgesehen - ausschließlich die Festvergütung und die Tantieme für zwei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Der Betrag liegt damit unterhalb der vom DCGK empfohlenen Obergrenze von zwei Jahres-Gesamtvergütungen. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018/2019 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 9. Tranche LTI) erhält Dr. Donatus Kaufmann in voller Höhe. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 7 und 8 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung für das Kalenderjahr 2019 beträgt einmalig 303.333 €, ab 2020 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2023 zur Auszahlung fällig.
Am 27. September 2019 hat sich der Aufsichtsrat auch mit Guido Kerkhoff auf die einvernehmliche Auflösung seines Vorstandsmandats zum 30. September geeinigt. Aufgrund des noch bis Ende September 2023 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Guido Kerkhoff eine Ausgleichszahlung in Höhe von 6.358.050 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurde - wie im Dienstvertrag vorgesehen - eine Obergrenze in Höhe von zwei Jahresvergütungen bestehend aus Festgehalt, Tantieme und LTI zugrunde gelegt. Der Betrag liegt damit im Rahmen dessen, was der DCGK empfiehlt. Zusätzlich wurden die Erstattung von Anwaltskosten in Höhe von 80.000 € sowie aufgrund des wechselseitigen Verzichts auf eine vertraglich vorgesehene dreimonatige Auslauffrist eine pauschale Abgeltung der auf diesen Zeitraum entfallenden Vergütungsansprüche in Höhe von 500.000€ vereinbart. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018/2019 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 9. Tranche LTI) erhält Guido Kerkhoff in voller Höhe. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 7 und 8 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung für das Kalenderjahr 2019 beträgt 350.000€, ab 2020 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung, mindestens jedoch mit 1% pro Jahr, weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2028 zur Auszahlung fällig. Die bis zum 30. September 2018 erworbene Anwartschaft auf ein jährliches Ruhegeld in Höhe von 350.000 € ist unverfallbar und kann ab dem 1. Dezember 2027 ungekürzt und abschlagsfrei in Anspruch genommen werden.
Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen für den Fall zugesagt, dass es seine Tätigkeit beendet.
Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder
Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2018/2019 auf 15,8 Mio € (Vorjahr: 19,0 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 315,9 Mio € (Vorjahr: 279,8 Mio €) beziehungsweise nach HGB 237,3 Mio € (Vorjahr: 223,1 Mio €) zurückgestellt.
Vergütungskonditionen für Martina Merz und Dr. Klaus Keysberg ab dem Geschäftsjahr 2019/2020
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 27. September 2019 beschlossen, Martina Merz zum 1. Oktober für eine Dauer von maximal zwölf Monaten als Stellvertreterin in den Vorstand zur Ausübung des Vorstandsvorsitzes zu entsenden. Außerdem hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Oktober Dr. Klaus Keysberg bis zum 31. Juli 2024 in den Vorstand der thyssenkrupp AG bestellt. Dabei wurden folgende Vergütungskonditionen beschlossen:
| ― | Martina Merz erhält ab dem 1. Oktober 2019 eine Festvergütung von 1.340.000€ pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 1.250.000 € und einen LTI-Ausgangswert von 2.000.000€ je Tranche. Anstelle einer betrieblichen Altersversorgung erhält Martina Merz eine feste Ausgleichszahlung in Höhe von 536.000€, jeweils für ein volles Kalenderjahr. Aufgrund der kurzfristigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes für maximal zwölf Monate wird zudem ein Wohn- und Mobilitätskostenzuschuss gewährt. Im Gegenzug verzichtet Martina Merz auf bestimmte andere Nebenleistungen. |
| ― | Dr. Klaus Keysberg erhält ab dem 1. Oktober 2019 eine Festvergütung von 700.000 € pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 680.000€ und einen LTI-Ausgangswert von 1.050.000€ je Tranche. |
| ― | Es kommt das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG zur Anwendung, mit der Ausnahme, dass für Martina Merz aufgrund der Bestellung für maximal zwölf Monate auf die Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) verzichtet wird. |
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500€ erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.
Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz beziehungsweise die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.
Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgelds eine Vergütung von insgesamt 1,83 Mio € (Vorjahr: 1,74 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 45.515€ (Vorjahr: 60.965€).
Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2018 / 2019
| Festvergütung | Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| alle Werte in € |
2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017/2018 | 2018 / 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Martina Merz (Vorsitzende ab 01.02.2019) (Mitglied ab 05.12.2018) | - | 141.667 | - | - 1) | - | 36.000 |
| Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender bis 01.02.2019) | 62.500 | 112.500 | 49.167 | 45.208 | 14.500 | 40.500 |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) | 166.667 | - | - 1) | - | 15.000 | - |
| Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) | 150.000 | 150.000 | - 1) | - 1) | 17.500 | 34.000 |
| Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) | - | 41.667 | - | - | - | 8.000 |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) | 37.500 | 50.000 | 14.167 | 25.000 | 7.000 | 16.000 |
| Achim Hass | 50.000 | 50.000 | - | - | 4.500 | 4.000 |
| Dr. Ingrid Hengster | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Susanne Herberger | 50.000 | 50.000 | 12.500 | 12.500 | 7.000 | 6.500 |
| Tanja Jacquemin | 50.000 | 50.000 | 20.000 | 20.000 | 6.000 | 7.000 |
| Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) | 50.000 | 16.667 | 50.000 | 12.500 | 16.000 | 3.500 |
| Dr. Norbert Kluge | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 3.500 |
| Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) | - | 33.333 | - | - | - | 3.000 |
| Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019) | 50.000 | 20.833 | - | - | 5.000 | 1.000 |
| Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) | 16.667 | - | 10.833 | - | 3.000 | - |
| René Obermann (bis 31.08.2018) | 45.833 | - | - | - | 3.500 | - |
| Peter Remmler | 50.000 | 50.000 | 12.500 | 12.500 | 7.500 | 6.500 |
| Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (ab 24.04.2019) | - | 25.000 | - | 6.250 | - | 4.500 |
| Carola v. Schmettow | 50.000 | 50.000 | 6.250 | 12.500 | 9.000 | 12.500 |
| Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) | 50.000 | - | 57.500 | - | 17.500 | - |
| Dirk Sievers (ab 02.10.2018) | - | 50.000 | - | 57.500 | - | 35.000 |
| Carsten Spohr (bis 26.09.2019) | 50.000 | 50.000 | - | - | 3.000 | 3.000 |
| Dr. Lothar Steinebach | 50.000 | 50.000 | 23.125 | 28.333 | 8.000 | 9.500 |
| Jens Tischendorf | 50.000 | 50.000 | 16.250 | 45.000 | 9.500 | 19.000 |
| Friedrich Weber | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Isolde Würz | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Insgesamt | 1.229.167 | 1.241.667 | 272.292 | 277.292 | 173.500 | 265.000 |
| Vergütung aus konzerninternen Mandaten | Gesamtvergütung | |||
|---|---|---|---|---|
| alle Werte in € |
2017/2018 | 2018 / 2019 | 2017/2018 | 2018 / 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Martina Merz (Vorsitzende ab 01.02.2019) (Mitglied ab 05.12.2018) | - | - | - | 177.667 |
| Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender bis 01.02.2019) | - | - | 126.167 | 198.208 |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) | - | - | 181.667 | - |
| Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) | - | - | 167.500 | 184.000 |
| Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) | - | - | - | 49.667 |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) | - | - | 58.667 | 91.000 |
| Achim Hass | 21.550 | 5.400 | 76.050 | 59.400 |
| Dr. Ingrid Hengster | - | - | 55.000 | 54.000 |
| Susanne Herberger | 16.000 | 16.500 | 85.500 | 85.500 |
| Tanja Jacquemin | - | - | 76.000 | 77.000 |
| Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) | - | - | 116.000 | 32.667 |
| Dr. Norbert Kluge | - | - | 55.000 | 53.500 |
| Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) | - | - | - | 36.333 |
| Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019) | 1.315 | 1.565 | 56.315 | 23.398 |
| Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) | - | - | 30.500 | - |
| René Obermann (bis 31.08.2018) | - | - | 49.333 | - |
| Peter Remmler | 16.500 | 16.750 | 86.500 | 85.750 |
| Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (ab 24.04.2019) | - | - | - | 35.750 |
| Carola v. Schmettow | - | - | 65.250 | 75.000 |
| Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) | - | - | 125.000 | - |
| Dirk Sievers (ab 02.10.2018) | - | - | - | 142.500 |
| Carsten Spohr (bis 26.09.2019) | - | - | 53.000 | 53.000 |
| Dr. Lothar Steinebach | - | - | 81.125 | 87.833 |
| Jens Tischendorf | - | - | 75.750 | 114.000 |
| Friedrich Weber | 5.600 | 5.300 | 60.600 | 59.300 |
| Isolde Würz | - | - | 55.000 | 54.000 |
| Insgesamt | 60.965 | 45.515 | 1.735.923 | 1.829.473 |
1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten
Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
Bilanz
AKTIVA
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 01 | 71 | 61 |
| Sachanlagen | 01 | 312 | 293 |
| Finanzanlagen | 02 | 21.902 | 19.264 |
| 22.285 | 19.618 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 03 | 6.032 | 6.047 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 1.858 | 2.541 | |
| 7.890 | 8.588 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 04 | 38 | 41 |
| Summe der Aktiva | 30.213 | 28.247 | |
| PASSIVA | |||
| Mio € | Anhang-Nr. | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| Eigenkapital | 05 | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 | |
| Kapitalrücklage | 2.703 | 2.703 | |
| Andere Gewinnrücklagen | 2.283 | 2.283 | |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 | |
| 8.677 | 6.778 | ||
| Rückstellungen | 06 | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.076 | 1.069 | |
| Übrige Rückstellungen | 232 | 136 | |
| 1.308 | 1.205 | ||
| Verbindlichkeiten | 07 | ||
| Anleihen | 4.700 | 5.950 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 252 | 327 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.840 | 12.860 | |
| Übrige Verbindlichkeiten | 435 | 1.126 | |
| 20.227 | 20.263 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | 08 | 1 | 1 |
| Summe der Passiva | 30.213 | 28.247 |
Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio € | Anhang-Nr. | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 12 | 515 | 581 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | 13 | -144 | -169 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 371 | 412 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 14 | -589 | -520 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 16 | 1.830 | 1.259 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 17 | - 86 | -183 |
| Beteiligungsergebnis | 18 | 476 | - 2.367 |
| Zinsergebnis | 19 | -254 | -166 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 20 | -143 | -247 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 21 | - 26 | 5 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | - 1.807 | |
| Ergebnisverwendung | |||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | - 1.807 | |
| Gewinnvortrag | 1.308 | 2.004 | |
| Einstellung in Andere Gewinnrücklagen | 789 | 0 | |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 |
Anhang
Allgemeine Angaben
Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG als Konzernzentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Konzernunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die konzerninterne Zuordnung von Konzernunternehmen zu den Business Areas und Business Units sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.
Die thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg und Essen ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 9092 und im Handelsregister des Amtsgerichts Essen unter HRB 15364.
Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in der geltenden Fassung von 2017. Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von §3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wird in Anwendung von §315 Absatz 5 HGB i. V. m. § 298 Absatz 2 HGB mit dem Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns zusammengefasst.
Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018/2019 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger elektronisch bekannt gegeben. Sie werden unter www.thyssenkrupp.com (Investoren/Berichterstattung und Publikationen) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.
Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.
Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, über einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.
Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.
Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.
Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250€, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 250€, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.
Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt zum 30. September 2019 erstmals auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % und eines Rententrends von 1,35 %. Eine Ausnahme bilden auf einer wertpapiergebundenen Zusage basierende Pensionsverpflichtungen. In diesem Fall erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB der Ansatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens. Im Vorjahr lagen der Bewertung der Pensionsverpflichtungen die an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Die Anwendung der neuen Richttafeln erhöhte die Pensionsrückstellungen um 6 Mio €.
Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr 2018/ 2019 gemäß §253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 2,83 % (i. Vj. 3,34 %) verwendet. Für eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 2,06% (i. Vj. 2,43%) verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen zum 30. September 2019 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 81 Mio € und ist grundsätzlich zur Ausschüttung gesperrt.
Die Abzinsung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre.
Der von der Deutschen Bundesbank am 01. Oktober 2019 bekannt gegebene Zinssatz für zehn Jahre beträgt 2,82 %; der bekannt gegebene Zinssatz für sieben Jahre beträgt 2,05%. Der sich im Gegensatz dazu aus der Verwendung der prognostizierten Zinssätze ergebende Unterschiedsbetrag ist unwesentlich.
Soweit Deckungsvermögen gemäß §246 Abs. 2 Satz 2 HGB vorliegt, entspricht die ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen grundsätzlich dem Saldo des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages und des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens. Ein die Verpflichtung übersteigender beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens wird auf der Aktivseite der Bilanz in der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. Entsprechend werden Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtung saldiert und im Zinsergebnis erfasst.
Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 2,06% (i. Vj. 2,43%) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz von 0,79% (i. Vj. 1,10%) entsprechend ihrer Restlaufzeiten abgezinst.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Konzern- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Konzernavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.
Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 32,17 %. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.
Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Ein Portfolio-Hedge liegt vor, wenn eine Zusammenfassung mehrerer Grund- und Sicherungsgeschäfte erfolgt. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.
In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft(en) im Rahmen der sog. Durchbuchungsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste ebenfalls sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind im Kapitel 11 Derivative Finanzinstrumente dargestellt.
Währungsumrechnung
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.
Erläuterungen zur Bilanz
01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Anlagespiegel (Anhang-Nr. 02) dargestellt.
Die Zugänge in Höhe von 15 Mio € bei den immateriellen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen auf die zentrale Anschaffung von SAP- und Microsoft-Lizenzen zurückzuführen. Die Abgänge in Höhe von 31 Mio € stellen insbesondere konzerninterne Lizenzübertragungen dar. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 21 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.
02 Finanzanlagen
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt:
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | 01.10.2018 | Umbuchungen | Zugänge | Abgänge | 30.09.2019 | Aufgelaufene Abschreibungen 01.10.2018 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 243 | 0 | 9 | 31 | 221 | 176 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 4 | 0 | 6 | 0 | 10 | 0 |
| 247 | 0 | 15 | 31 | 232 | 176 | |
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 403 | 0 | 0 | 3 | 401 | 123 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 89 | 1 | 2 | 3 | 88 | 58 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 1 | -1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 493 | 0 | 2 | 6 | 490 | 181 | |
| Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 19.657 | 0 | 5.248 | 5.215 | 19.690 | 704 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 2.768 | 0 | 20 | 2.740 | 48 | 0 |
| Beteiligungen | 2 | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) | 164 | 0 | 0 | 38 | 126 | 0 |
| Sonstige Ausleihungen | 15 | 0 | 3 | 1 | 18 | 0 |
| 22.606 | 0 | 5.272 | 7.994 | 19.885 | 704 | |
| Insgesamt | 23.346 | 0 | 5.289 | 8.030 | 20.606 | 1.061 |
| Abschreibungen | Nettowerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Zugänge 2018 / 2019 | Abgänge 2018 / 2019 | Aufgelaufene Abschreibungen 30.09.2019 | 01.10.2018 | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 21 | 26 | 171 | 67 | 51 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 4 | 10 |
| 21 | 26 | 171 | 71 | 61 | |
| Sachanlagen | |||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 12 | 0 | 135 | 280 | 266 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7 | 3 | 62 | 31 | 26 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| 19 | 3 | 197 | 312 | 293 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 247 | 331 | 621 | 18.953 | 19.069 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 2.768 | 48 |
| Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 2 | 2 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) | 0 | 0 | 0 | 164 | 126 |
| Sonstige Ausleihungen | 0 | 0 | 0 | 15 | 18 |
| 247 | 331 | 621 | 21.902 | 19.264 | |
| Insgesamt | 286 | 360 | 989 | 22.285 | 19.618 |
Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß §285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b HGB sind im Bundesanzeiger veröffentlicht und zusätzlich auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com (Investoren/ Berichterstattung und Publikationen)) wiedergegeben.
Anteile an verbundenen Unternehmen
Der Anlagespiegel weist im Berichtsjahr bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 5.248 Mio € und Abgänge in Höhe von 5.215 Mio € aus. Dies ist insbesondere bedingt durch die Sacheinlage des an der thyssenkrupp North America, Inc. gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc., die zu einem Abgang des einen und Zugang des anderen Beteiligungsbuchwertes in Höhe von 4.229 Mio € führte. Ferner gab es eine Sacheinlage des an der thyssenkrupp UK Plc. gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Regional Investment GmbH (vormals: thyssenkrupp Industrials Investment China GmbH), die zu einer Erhöhung des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 447 Mio € führte. Im Gegenzug ist bei den Abgängen unter anderem der Abgang der thyssenkrupp UK Plc. (historische Anschaffungskosten in Höhe von 778 Mio € und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 331 Mio €) zu verzeichnen.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
Die Ausleihungen der thyssenkrupp AG sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2.720 Mio € auf 48 Mio € gesunken. Im Geschäftsjahr wurden langfristige Ausleihungen in Höhe von 2.725 Mio € an verbundene Unternehmen in kurzfristige Forderungen umgewandelt.
Beteiligungen
Bei den Beteiligungen der thyssenkrupp AG ergab sich im Geschäftsjahr 2018/2019 keine wesentliche Veränderung.
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds)
Die Wertpapiere des Anlagevermögens, bestehend aus Anteilen an Spezialfonds, dienen der externen (anteiligen) Ausfinanzierung bzw. (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen.
Diese Spezialfonds sind im Rahmen eines konzerneigenen Contractual Trust Agreements (CTA) gebildet worden und werden vom thyssenkrupp Trust e.V. (Treuhänder) vollständig separiert von den anderen Finanzanlagen der thyssenkrupp AG gehalten.
Insbesondere für den zum 1. Januar 2017 eingeführten und als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipierten neuen Pensionsplan für Fach- und Führungskräfte ("flex Plan ") ist eine periodengerechte Ausfinanzierung über einen in 2017 neu geschlossenen Treuhandvertrag vorgesehen. Zum 30. September 2019 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen und auf die thyssenkrupp AG entfallenden Wertpapiere rd. 3 Mio €.
Unabhängig davon sind im Rahmen eines gesondert bestehenden Treuhandverhältnisses auch Leistungen aus den Altzusagen ausfinanziert, wobei durch das Treuhandvermögen vorrangig die Teile der Pensionsverpflichtungen besichert werden, die über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen. Zum 30. September 2019 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen Wertpapiere rd. 126 Mio €.
03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
| Mio € | 30.09.2018 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | 30.09.2019 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 5.705 | 76 | 5.661 | 70 |
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Konzern-Finanzclearing in Höhe von 5.443 Mio € sowie um noch offene Forderungen aus der Verrechnung der Konzernmarke.
| Mio € | 30.09.2018 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | 30.09.2019 | davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Sonstige Vermögensgegenstände | 327 | 284 | 387 | 256 |
Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf Dritte übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert (Anhang-Nr. 06) und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des korrespondierenden Wertes (gem. Anwartschaftsbarwertverfahren) der Verpflichtung in Höhe von 256 Mio € (i. Vj. 284 Mio €) aktiviert.
04 Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Disagien sowie Kostenabgrenzungen zukünftiger Wartungsaufwendungen für Lizenzen.
05 Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt unverändert 1.593.681.256,96€ und ist eingeteilt in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56€.
Genehmigtes Kapital
Die in §5 Abs. 5 und 6 der Satzung geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals sind zum 16. Januar 2019 ausgelaufen. Der Aufsichtsrat, der ermächtigt ist, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, hat die Fassung des § 5 entsprechend angepasst. Zum 16. Januar 2019 endete auch der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 17.01.2014 zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugrechts.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage zum 30. September 2019 beträgt unverändert 2.703 Mio €.
Andere Gewinnrücklagen
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Stand 01.10. | 1.494 | 2.283 |
| Einstellung in Andere Gewinnrücklagen | 789 | 0 |
| Stand 30.09. | 2.283 | 2.283 |
Die Anderen Gewinnrücklagen belaufen sich zum 30. September 2019 unverändert auf 2.283 Mio €.
Bilanzgewinn
| Mio € | 2018/2019 |
|---|---|
| Bilanzgewinn 01.10.2018 | 2.097 |
| Ausschüttung Dividende | 93 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 2.004 |
| Jahresfehlbetrag 2018 / 2019 | - 1.807 |
| Gewinnvortrag | 2.004 |
| Bilanzgewinn 30.09.2019 | 196 |
Die ordentliche Hauptversammlung der thyssenkrupp AG hat am 01. Februar 2019 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017/2018 in Höhe von 2.097 Mio € zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 93 Mio € zu verwenden und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von 2.004 Mio € auf neue Rechnung vorzutragen.
Zum 30. September 2019 wird ein Bilanzgewinn von 196 Mio € ausgewiesen.
Weitere Angaben zum Eigenkapital
Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Gesellschaft wurde ferner ermächtigt, die eigenen Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Angaben zum Bestehen einer Beteiligung
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns freiwillig darüber informiert, dass sie zum Stichtag weiterhin insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG hält; dies entspricht rund 21% der Stimmrechtsanteile.
Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG vor:
Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat gem. einer WpHG-Meldung vom März 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Februar 2014 die Schwelle von 15% überschritten hat und an diesem Tag 15,08% (entsprechend 85.321.744 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 WpHG (vormals: §22 Abs. 1 Satz 1 WpHG) zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 12,23 % betrug. Die Cevian Capital II Master Fund LP, Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Januar 2014 die Schwelle von 10% überschritten hat und zu diesem Tag 10,06% (entsprechend 56.927.356 Stimmrechten) betrug.
Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 18. März 2019 3,62% betrug. 2,89 % dieser Stimmrechte (entsprechend 17.962.343 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,74% dieser Stimmrechte (entsprechend 4.602.433 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen.
Die GIC Private Limited, Singapur, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 07. November 2018 die Schwelle von 3% überschritten hat und an diesem Tag 3,526% betrug. 3,142% dieser Stimmrechte (entsprechend 19.561.721 Stimmrechten) waren GIC Private Limited gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,384% dieser Stimmrechte (entsprechend 2.390.363 Stimmrechten) waren GIC Private Limited als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen.
Die GIC Private Limited, Singapur, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 06. September 2019 die Schwelle von 5% überschritten hat und an diesem Tag 5,327% betrug. 4,718% dieser Stimmrechte (entsprechend 29.369.700 Stimmrechten) waren GIC Private Limited gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,609% dieser Stimmrechte (entsprechend 3.790.210 Stimmrechten) waren GIC Private Limited als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Single Stock Swap) zuzurechnen.
Die Harris Associates L.P., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 15. Oktober 2018 die Schwelle von 3% überschritten hat und an diesem Tag 3,08% betrug. Die 3,08% der Stimmrechte (entsprechend 19.165.919 Stimmrechten) waren der Harris Associates L.P. gem. §34 WpHG zuzurechnen.
Die Harris Associates L.P., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 12. November 2018 die Schwelle von 5% überschritten hat und an diesem Tag 5,05% betrug. Hierin enthalten sind mehr als 3% Stimmrechtsanteile des Harris Associates Investment Trust. Die 5,05% der Stimmrechte (entsprechend 31.443.701 Stimmrechten) waren der Harris Associates L.P. gem. §34 WpHG zuzurechnen.
Harris Associates Investment Trust, Boston, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 23. Oktober 2018 die Schwelle von 3% überschritten hat und an diesem Tag 3,02% betrug. Die 3,02% der Stimmrechte (entsprechend 18.797.500 Stimmrechten) waren dem Harris Associates Investment Trust gem. § 34 WpHG zuzurechnen.
Harris Associates Investment Trust, Boston, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 08. Januar 2019 die Schwelle von 5% überschritten hat und an diesem Tag 5,03% betrug. Die 5,03% der Stimmrechte (entsprechend 31.316.500 Stimmrechten) waren dem Harris Associates Investment Trust gem. § 34 WpHG zuzurechnen.
06 Rückstellungen
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.076 | 1.069 |
| Übrige Rückstellungen | 232 | 136 |
| (davon Steuerrückstellungen) | 15 | 9 |
| (davon Sonstige Rückstellungen) | 217 | 127 |
Den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 53 Mio € (i. Vj. 41 Mio €) ergebniswirksam zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.065 Mio € (i. Vj. 1.073 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 4 Mio € (i. Vj. 3 Mio €).
Der bilanzierte Betrag der Rückstellungen umfasst den Erfüllungsbetrag in Höhe von 1.068 Mio € (i. Vj. 1.075 Mio €) nach Abzug von Deckungsvermögen in Höhe von 4 Mio € (i. Vj. 2 Mio €). Die Wertänderungen des Deckungsvermögens in Höhe von 0,2 Mio €, welches innerhalb des CTAs gemäß der flex Plan -Zusage vorliegt, werden zusammengefasst mit den Personalaufwendungen für Altersversorgung innerhalb der Allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wurde anhand von Marktpreisen bestimmt.
Im Falle der flex Plan -Versorgungsordnung handelt es sich um eine Form der wertpapiergebundenen Versorgungszusage. Auf Grund des in diesem Fall erforderlichen Ansatzes der Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere ist die Ausschüttungssperre nach §268 Abs. 8 HGB nicht relevant.
Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2018/ 2019 sind in der Bilanz ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen ergebnisneutral bilanziert (Anhang-Nr. 03).
Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Lohnsteuern, Umsatzsteuern sowie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Durch einen Überhang werden die Umsatzsteuer sowie die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in diesem Jahr auf der Aktivseite ausgewiesen.
Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen unter anderem künftige Verpflichtungen im Personalbereich und ausstehende Eingangsrechnungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 40 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 28 Mio € verringert.
07 Verbindlichkeiten
| 30.09.2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio € | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | davon über 5 Jahre | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 0 | 4.700 | 600 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 113 | 139 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.840 | ||||
| Übrige Verbindlichkeiten | 240 | 195 | 85 | ||
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 1 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 89 | 10 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen | |||||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 150 | 185 | 85 | ||
| (davon aus Darlehen) | 185 | 85 | |||
| (davon aus Steuern) | 4 | ||||
| (davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) | 0 | ||||
| Insgesamt | 15.193 | 5.034 | 685 |
| 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Restlaufzeit | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio € | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | davon über 5 Jahre | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 5.950 | 600 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 89 | 238 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 12.860 | ||||
| Übrige Verbindlichkeiten | 932 | 194 | 91 | ||
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 1 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 63 | 3 | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen | |||||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 868 | 191 | 91 | ||
| (davon aus Darlehen) | 704 | 191 | 91 | ||
| (davon aus Steuern) | 3 | ||||
| (davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) | 0 | ||||
| Insgesamt | 13.881 | 6.382 | 691 |
Im Februar 2019 hat die thyssenkrupp AG im Rahmen ihres 10 Mrd € Debt Issuance-Programms eine Anleihe über 1.500 Mio € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon von 2,875% begeben sowie im September 2019 eine Anleihe über 1.000 Mio € mit einer Laufzeit von 3,5 Jahren und einem Kupon von 1,875%.
Die ursprünglich am 25. Oktober 2019 fällige Anleihe über 1.250 Mio € wurde am 25. Juli 2019 vorzeitig zurückgezahlt. Die thyssenkrupp AG machte dafür von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen sowohl zinsfixe als auch zinsvariable Kredite mit einer Verzinsung bis zu 3,22 % p. a.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings in Höhe von 9.747 Mio € sowie um Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 2.966 Mio €.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Inanspruchnahmen aus einem Commercial Paper Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von ursprünglich 1,5 Mrd. €, das im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 3,0 Mrd. € erhöht wurde. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen des Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2019 mit 704 Mio € (i. Vj. 0 Mio €) in Anspruch genommen. Zudem sind in den sonstigen Verbindlichkeiten längerfristigere Schuldverschreibungen in Höhe von 191 Mio € (i. Vj. 185 Mio €) sowie kurzfristige Zinsabgrenzungen in Höhe von 83 Mio € (i. Vj. 93 Mio €) enthalten.
08 Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält unter anderem ein Agio. Die Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens erfolgt ratierlich entsprechend der Laufzeit der zu Grunde liegenden Verträge.
09 Haftungsverhältnisse
Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern über 7.030 Mio € (i. Vj. 7.396 Mio €), davon gegenüber verbundenen Unternehmen 7.008 Mio € (i. Vj. 7.374 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
Die zugrundeliegenden Verpflichtungen können nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.
10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen Energielieferverträge, die IT-Strategie des Konzerns und dabei insbesondere Lizenzverträge, das Versicherungsgeschäft sowie Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.
An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:
| Mio € | |
|---|---|
| 2019 /2020 | 408 |
| 2020/2021 | 215 |
| 2021/2022 | 63 |
Über den oben genannten Zeitraum hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 76 Mio €. Diese bestehen im Wesentlichen aus dem Pachtvertrag für ausgewählte Gebäude des thyssenkrupp Quartiers.
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 762 Mio €. Hierin sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 134 Mio € enthalten.
Rechtsstreitigkeiten
Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potentiell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.
Darüber hinaus ist die Gesellschaft aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage sowie Liquidität sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.
11 Derivative Finanzinstrumente
| Mio € | Nominalwert 30.09.2018 | Beizulegender Zeitwert | Nominalwert 30.09.2019 | Beizulegender Zeitwert |
|---|---|---|---|---|
| Devisentermingeschäfte 1) | 6.781 | 0 | 4.654 | -17 |
| Zins-/Währungsswaps | 28 | 3 | 22 | 0 |
| Insgesamt | 6.809 | 3 | 4.676 | - 17 |
1) Inkl. Devisenderivate, die thyssenkrupp AG im Rahmen ihrer Funktion als zentrale Sicherungsplattform mit Konzerngesellschaften abgeschlossen hat
Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und Warenpreisen ausgesetzt. Zur Begrenzung der Risiken werden bei der thyssenkrupp AG im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt konzernweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.
Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen. Diese werden grundsätzlich mit entsprechenden Grundgeschäften in einer Bewertungseinheit zusammengefasst.
Zur Absicherung von Währungsrisiken stehen der thyssenkrupp AG grundsätzlich Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie Zins-/Währungsswaps zur Verfügung. Devisenderivate werden bei der zentralen Sicherungsplattform zur Absicherung der konzernweit entstehenden Fremdwährungsexposures abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 2.683 Mio € und Verbindlichkeiten in Höhe von 1.970 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisenderivate, mit einer maximalen Restlaufzeit von 63 Monaten, wurden vollständig in Bewertungseinheiten als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten konzerninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 22 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps, mit einer Restlaufzeit von bis zu 52 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden als Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten in Höhe von 3 Mio € zu bilden. Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem und 63 Monaten liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich nahezu vollständig ausgleichen, da eine hohe Effektivität der Sicherungsbeziehungen gegeben ist.
Warentermingeschäfte werden zur Absicherung variabler Preisbestandteile aus Energiebeschaffungsverträgen abgeschlossen. Zum aktuellen Stichtag hat die thyssenkrupp AG keine Warenderivate im Bestand.
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.
Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.
Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen sowie externen Bewertungen unserer Finanzpartner zum Bilanzstichtag. Er stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte.
Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung
12 Umsatzerlöse
In den Umsatzerlösen sind insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 401 Mio € (i. Vj. 353 Mio €) ausgewiesen.
| Mio € | 30.09.2019 |
|---|---|
| Deutschsprachiger Raum 1) | 182 |
| Nordamerika | 136 |
| Westeuropa | 41 |
| Großraum China | 20 |
| Asien / Pazifik | 8 |
| Zentral- und Osteuropa | 6 |
| Südamerika | 4 |
| Naher Osten & Afrika | 3 |
| Indien | 1 |
| Insgesamt | 401 |
1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
Zudem sind Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 78 Mio € (i. Vj. 68 Mio €), die alle in Deutschland erzielt wurden, sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 79 Mio € (davon 51 Mio € in Deutschland und 6 Mio € in den USA) (i. Vj. insgesamt 56 Mio €) enthalten.
13 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von 169 Mio € (i. Vj. 144 Mio €) stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen.
Der gesamte Materialaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €) und stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen für die Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen.
14 Allgemeine Verwaltungskosten
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Personalaufwand | 203 | 191 |
| Abschreibungen | 31 | 30 |
| Übrige Verwaltungskosten | 356 | 299 |
| (davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen) | 79 | 64 |
| (davon Dienstleistungsaufwendungen) | 191 | 128 |
| (davon Datenverarbeitungsleistungen) | 55 | 78 |
| (davon Erhaltungsaufwendungen) | 1 | 0 |
| Insgesamt | 589 | 520 |
Die Verringerung der übrigen Verwaltungskosten um 57 Mio € ist insbesondere auf geringere Beratungskosten unter anderem für die IT-Strategie des Konzerns zurückzuführen. Diese sind in den Dienstleistungsaufwendungen enthalten.
15 Personalaufwand gegliedert nach §275 Abs. 2 Nr. 6 HGB
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Gehälter | 151 | 127 |
| Soziale Abgaben | 12 | 12 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 40 | 53 |
| Insgesamt | 203 | 191 |
Der Personalaufwand ist mit 191 Mio € in den allgemeinen Verwaltungskosten und mit 0,3 Mio € in den Herstellungskosten ausgewiesen.
Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein sowie der Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung ausgewiesen. Der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.
Die Aufwendungen für Gehälter sind um 24 Mio € gesunken. Im Vorjahr sind den Rückstellungen 13 Mio € zugeführt worden.
Im Geschäftsjahresdurchschnitt, in den die Auszubildenden und Praktikanten nicht miteinfließen, waren 872 (i. Vj. 951) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt. Die Beschäftigten teilen sich auf die Bereiche Corporate Headquarters, Vorstände der Business Areas und sonstige Repräsentanten (744 Mitarbeiter) und das Components Technology Headquarters (128 Mitarbeiter) auf.
16 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.259 Mio € (i. Vj. 1.830 Mio €) umfassen insbesondere die zeitlich unbefristete Übertragung ausgewählter Nutzungsrechte an der Konzernmarke an die thyssenkrupp Elevator AG in Höhe von 1.080 Mio €. Ferner sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 95 Mio € (i. Vj. 6 Mio €), der konzerninternen Veräußerung von Software in Höhe von 17 Mio € sowie aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 6 Mio € (i. Vj. 6 Mio €) enthalten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge von rund 95 Mio € (i. Vj. 6 Mio €), die insbesondere auf die Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen sind.
Im Vorjahr war der Ertrag aus der Sacheinlage zum Zeitwert des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH in Höhe von 1.751 Mio € in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.
17 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 183 Mio € (i. Vj. 86 Mio €) enthalten den konzerninternen Forderungsverzicht gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft in Höhe von 109 Mio €. Zudem sind Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € (i. Vj. 20 Mio €), die Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 9 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) sowie sonstige Steuern wie Lohnsteuern, Grundsteuern und Umsatzsteuern angefallen.
Es ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 2 Mio €.
18 Beteiligungsergebnis
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018/2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 758 | 0 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | -659 | - 2.967 |
| Erträge aus Beteiligungen | 378 | 599 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 378 | 599 |
| Insgesamt | 476 | - 2.367 |
Der Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.308 Mio € ist insbesondere auf die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH zurückzuführen, bei der ein Verlust von 2.464 Mio. € (i. Vj. 631 Mio €) auszugleichen ist. Die Erhöhung ist auf höhere Verlustübernahmen durch die Gesellschaft selbst sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf und Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen zurückzuführen. Zudem weist die Thyssen Stahl GmbH, die im Vorjahr noch ein positives Ergebnis in Höhe von 559 Mio € erzielte, nunmehr ein negatives Ergebnis in Höhe von 273 Mio € aus. Ebenso ist bei der thyssenkrupp Materials Services GmbH ein Verlust von 183 Mio € auszugleichen. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft einen Gewinn von 116 Mio € abgeführt.
Die Beteiligungserträge stammen im Wesentlichen aus Dividendenvereinnahmungen der thyssenkrupp North America, Inc. in Höhe von 523 Mio €, der thyssenkrupp (China) Ltd. in Höhe von 64 Mio € sowie der thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG in Höhe von 12 Mio €.
19 Zinsergebnis
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018/2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 22 | 4 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 22 | 4 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 120 | 106 |
| (davon aus verbundenen Unternehmen) | 96 | 92 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -396 | -277 |
| (davon an verbundene Unternehmen) | -159 | -71 |
| Insgesamt | - 254 | - 166 |
Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -erträge, die sowohl das zentrale KonzernFinanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen und sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von insgesamt 25 Mio € (i. Vj. 29 Mio €).
20 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 82 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 68 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 57 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd. in Höhe von 31 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Bilstein GmbH in Höhe von 6 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH in Höhe von 3 Mio € vorgenommen.
21 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Diese betreffen Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums.
Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten. Grundsätzlich würden sich latente Steuern aus den Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen HGB- und Steuerbilanzansätzen des gesamten Organkreises thyssenkrupp AG im Wesentlichen bei folgenden Positionen ergeben: aktive latente Steuern ergäben sich aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Vorratsvermögen, Pensionsrückstellungen (inkl. Planvermögen) sowie Drohverlustrückstellungen; passive latente Steuern ergäben sich aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden beim Sonderposten passivische Wertberichtigungen.
22 Abschlussprüfergebühren
Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018/2019 berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Konzernabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben. Für die thyssenkrupp AG und die von ihr beherrschten Unternehmen wurden andere Bestätigungsleistungen im Wesentlichen für projektbegleitende Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen erbracht. Zudem wurden Steuerberatungsleistungen erbracht, die die Erstellung von Steuerklärungen sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten sowie im Zusammenhang mit der Erstellung von Verrechnungspreisdokumentationen umfassen. Die sonstigen Leistungen umfassen insbesondere projektbezogene Beratungsleistungen.
23 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 7 Mio € (i. Vj. 10 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 3 Mio € (i. Vj. 5 Mio €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 15 Mio € (i. Vj. 18 Mio €).
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 237 Mio € (i. Vj. 223 Mio €) zurückgestellt.
Für das Geschäftsjahr 2018/2019 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Konzernabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von rund 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.
Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts des thyssenkrupp Konzerns und der thyssenkrupp AG.
Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats als Bestandteil des Anhangs ausgewiesen.
24 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG am 01. Oktober 2019 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft unter https://www.thyssenkrupp.com/de/unternehmen/management/corporate-governance/entsprechenserklaerung.html dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
25 Vorschlag zur Gewinnverwendung
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG.
Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2018/2019 einen Bilanzgewinn von 196.476.542,20 € aus.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2018/2019 wie folgt zu verwenden:
| Einstellung in die Anderen Gewinnrücklagen | 196.476.542,20 € |
Anteilsverzeichnis der thyssenkrupp AG zum 30.09.2019
Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht § 285 Nr. 11, Nr. 11 a und Nr. 11 b in Verbindung mit §286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei bestehenden Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung/Verlustausgleich angegeben. Die Werte entsprechen den zur Erstellung des Konzernabschlusses der thyssenkrupp AG verwendeten Meldedaten gemäß IFRS. Für nicht verbundene Unternehmen wurden die letzten verfügbaren Jahresabschlüsse nach Landesrecht zugrunde gelegt.
| Name und Sitz | Eigenkapital Mio € |
Ergebnis Mio € |
Anteil am Kapital % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | |||
| BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal | 2,39 | 0,00 *) | 100,00 |
| Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien | 1,12 | - 0,17 | 100,00 |
| Berco S.p.A., Copparo, Italien | 52,47 | -10,86 | 100,00 |
| Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA | 11,01 | 2,43 | 100,00 |
| BercoSul Ltda., Hortolandia-Sao Paulo, Brasilien | - 20,68 | - 3,51 | 100,00 |
| Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China | 4,05 | - 3,39 | 100,00 |
| Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China | 62,95 | 7,67 | 100,00 |
| Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien | 1,41 | - 0,05 | 100,00 |
| Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich | 54,76 | 6,69 | 100,00 |
| Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien | 0,29 | 0,10 | 67,00 |
| PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach | 0,08 | 0,00 *) | 100,00 |
| Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien | 23,81 | 3,17 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen | 2,30 | - 0,01 | 100,00 |
| Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China | 247,14 | 42,37 | 60,00 |
| thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen | 32,21 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 27,80 | 4,10 | 100,00 |
| thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA | -1,72 | - 5,53 | 100,00 |
| thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich | 2,61 | 0,73 | 100,00 |
| thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal | 83,20 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien | 24,53 | 4,45 | 100,00 |
| thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA | 38,21 | 6,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen | 35,01 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn | -21,57 | -14,89 | 100,00 |
| thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico | 21,47 | -25,84 | 100,00 |
| thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA | 35,73 | 4,95 | 100,00 |
| thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China | - 40,54 | - 9,59 | 100,00 |
| thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China | 37,13 | -20,32 | 60,00 |
| thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen | 55,30 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen | 58,51 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar | 100,45 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich | 13,22 | 0,02 | 100,00 |
| thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien | 273,63 | 26,63 | 59,77 |
| thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien | 2,00 | -1,98 | 100,00 |
| thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 58,70 | 4,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein | 97,03 | 15,54 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz | 1,85 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China | 101,21 | 14,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA | 24,40 | 0,34 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China | 95,26 | 11,76 | 60,00 |
| thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China | 5,13 | - 1,74 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich | 107,54 | 22,35 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China | 68,45 | 3,73 | 60,00 |
| thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg | 41,04 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr | 39,58 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA | 178,40 | 18,09 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck | 7,20 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China | 52,48 | 26,91 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein | -2,43 | - 1,17 | 100,00 |
| thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 39,66 | - 8,49 | 100,00 |
| thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien | 5,27 | 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., China | -12,94 | -22,26 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China | 12,07 | -19,78 | 100,00 |
| thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China | 30,68 | 2,12 | 100,00 |
| thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) | 11,22 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China | 48,09 | 5,54 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund | 49,47 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien | 11,65 | 0,44 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan | 118,98 | - 0,23 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moskau, Russland | 0,26 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei | 69,22 | 3,54 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien | 2,49 | 0,15 | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Aurora/Ohio, USA | 3,32 | - 1,13 | 100,00 |
| Elevator Technology | |||
| Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich | 12,40 | 2,89 | 100,00 |
| B.L.S. Aufzugservice GmbH, Walsrode | 1,29 | 0,47 | 100,00 |
| CIAMPI S.r.l., Colico Piano LC, Italien | 1,19 | 0,18 | 100,00 |
| Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco | 4,65 | 0,44 | 100,00 |
| ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf | 3,96 | 0,00 *) | 100,00 |
| Euroascensori S.r.l., Mezzolombardo, Italien | 3,37 | 0,69 | 100,00 |
| Hytrac Lifts Ltd., Großbritannien | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien | 26,48 | 0,16 | 100,00 |
| LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. | -0,07 | 0,00 *) | 100,00 |
| MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich | 2,16 | 1,29 | 100,00 |
| Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Shanghai, China | 78,26 | 2,91 | 51,00 |
| OOO thyssenkrupp Elevator, Moskau, Russland | 8,38 | 4,90 | 100,00 |
| O'Keefe Elevator Company, Inc., Nebraska/Omaha, USA | 47,55 | 0,84 | 100,00 |
| PT. thyssenkrupp Technologies Indonesia, Jakarta, Indonesien | -1,02 | - 1,23 | 94,67 |
| Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich | 1,13 | 0,44 | 100,00 |
| Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf | 0,55 | - 4,54 | 100,00 |
| SDV Escalators Ltd. (UK), Skipton, North Yorkshire, Großbritannien | 4,32 | - 0,73 | 100,00 |
| SIMIA Ascensori S.r.l., Rom, Italien | 2,11 | 0,02 | 100,00 |
| SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande | 36,58 | 7,46 | 100,00 |
| Sun Rich Elevator Co., Ltd., Taipei, Taiwan | 1,22 | 0,64 | 100,00 |
| TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia | -0,01 | - 0,01 | 100,00 |
| Tepper Aufzüge GmbH, Münster | 68,33 | 0,00 *) | 100,00 |
| Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China | 120,48 | 49,82 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg | 13,40 | 0,63 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen | 3,72 | 0,11 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei | -0,74 | - 0,63 | 98,87 |
| ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik | 2,69 | 0,33 | 100,00 |
| Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz | 10,53 | 1,25 | 100,00 |
| thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China | 1,84 | 3,47 | 100,00 |
| thyssenkrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA | 49,87 | 0,94 | 100,00 |
| thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan | 1,17 | 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien | 10,11 | 4,78 | 100,00 |
| thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen | -7,50 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Airport Solutions, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 16,83 | 9,07 | 100,00 |
| thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | -20,32 | 1,04 | 100,00 |
| thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA | 2,72 | - 3,74 | 100,00 |
| thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei | 19,81 | - 0,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich | 96,54 | 16,11 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. | 16,23 | 0,00 *) | 99,50 |
| thyssenkrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz | 13,59 | 9,46 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 19,99 | 6,74 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern | 1,62 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien | 63,96 | 1,11 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen | 23,37 | 1,95 | 100,00 |
| thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien | 4,32 | 0,44 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien | 2,18 | 1,87 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile | 23,41 | 3,10 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien | 9,16 | 1,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama | 4,89 | 0,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru | 9,72 | 1,26 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien | 214,36 | 31,52 | 99,78 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala | 5,40 | - 0,73 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal | 31,46 | 5,32 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | -0,27 | - 4,43 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien | 320,66 | 56,77 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay | -0,15 | - 0,10 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay | 4,29 | 1,21 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch | 0,94 | 0,21 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, Hongkong | 22,14 | 3,62 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, Maharashtra, Indien | 39,32 | 2,80 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 185,88 | 31,48 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel | 0,02 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur | 2,43 | - 0,05 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika | 0,15 | 0,35 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan | 25,79 | 0,44 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | -0,51 | - 2,52 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten | 1,18 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark | 19,36 | 1,56 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen | 13,99 | 0,76 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf | -233,04 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain | 1,61 | 0,14 | 70,00 |
| thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA | 286,92 | 321,96 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien | 22,42 | 2,68 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator B.V., Veghel, Niederlande | 84,75 | 46,37 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada | 180,17 | 41,98 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA | 807,21 | 255,68 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen | 202,39 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen | 2,26 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich | 38,14 | - 0,34 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico | 3,37 | 0,24 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 1,16 | 0,03 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland | 1,92 | 0,13 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel | 11,33 | 0,90 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien | 63,22 | 0,34 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Kuwait Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait | - 11,31 | - 0,53 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | 0,54 | 0,24 | 49,00 |
| thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia | 5,09 | 1,04 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Wilmington/Delaware, USA | 72,67 | 37,30 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Mostoles, Spanien | -11,58 | -12,76 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos, Marokko | -1,43 | - 2,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Myanmar Limited, Yangon, Myanmar | 0,05 | 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland | 1,67 | 0,30 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien | 1,41 | 0,19 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden | 13,25 | 1,44 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | -13,02 | - 9,54 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien | 27,54 | - 5,28 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam | 1,34 | 0,37 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien | 4,38 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 38,93 | 25,38 | 100,00 |
| thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | 34,40 | 14,62 | 100,00 |
| thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg | -1,09 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Home Solutions N.V., Gent, Belgien | 8,72 | 2,64 | 100,00 |
| thyssenkrupp Home Solutions S.r.l., Pisa, Italien | 4,59 | 1,24 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar | 12,15 | - 2,65 | 100,00 |
| thyssenkrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan | 0,37 | - 0,95 | 100,00 |
| thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn | -0,01 | 0,24 | 100,00 |
| thyssenkrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien | 38,89 | 2,95 | 100,00 |
| thyssenkrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande | 12,10 | 2,21 | 100,00 |
| thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien | 31,32 | 0,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 4,75 | - 0,69 | 100,00 |
| thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada | 180,78 | 66,74 | 100,00 |
| thyssenkrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen | 9,90 | 1,33 | 100,00 |
| thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien | -3,03 | - 2,34 | 100,00 |
| thyssenkrupp Stairlifts B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande | 27,47 | 22,70 | 100,00 |
| thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha | 0,14 | 0,05 | 100,00 |
| thyssenkrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien | 1,74 | - 0,95 | 100,00 |
| Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA | 2,34 | 5,23 | 50,00 |
| Industrial Solutions | |||
| Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala | 0,13 | - 0,02 | 100,00 |
| Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz | 19,48 | 2,57 | 100,00 |
| Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien | 0,39 | 0,03 | 100,00 |
| Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien | -1,04 | - 0,02 | 100,00 |
| OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland | 1,68 | 0,08 | 100,00 |
| OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland | 1,04 | 0,13 | 100,00 |
| PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien | 3,06 | - 0,17 | 67,00 |
| Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 0,14 | - 0,01 | 100,00 |
| Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien | 1,83 | 0,55 | 100,00 |
| TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | 2,85 | 1,51 | 100,00 |
| TOO thyssenkrupp Plant Construction Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | 0,05 | - 0,02 | 100,00 |
| TOO thyssenkrupp Plant Engineering Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | 0,05 | - 0,01 | 100,00 |
| The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik | 0,39 | 0,11 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile | -13,19 | -16,77 | 100,00 |
| Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien | 0,88 | - 0,06 | 60,00 |
| Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen | 11,72 | 0,00 | 100,00 |
| Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz | 5,58 | - 0,05 | 100,00 |
| Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin | 38,39 | 0,00 *) | 100,00 |
| Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund | 0,09 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China | -7,71 | - 7,16 | 100,00 |
| thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund | 25,53 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | 22,12 | - 1,79 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | -0,47 | - 1,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien | -30,29 | - 6,78 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana | -0,01 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Federal Canada, Kanada | 275,46 | 14,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China | - 51,86 | -27,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich | 2,24 | 5,68 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien | 48,02 | 4,49 | 80,43 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia | -0,19 | - 0,32 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | 23,11 | - 3,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik | 0,00 | - 0,23 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru | 8,90 | 3,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei | 0,04 | - 0,02 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 6,80 | 1,95 | 48,38 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA | 0,01 | -30,50 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam | 3,10 | 0,58 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen | 506,50 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien | 0,31 | -1,08 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei | 0,45 | 0,79 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten | -8,08 | - 1,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-Sao Paulo, Brasilien | 11,50 | 2,51 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko | 2,36 | 0,12 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien | 6,92 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien | 7,49 | 0,73 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico | -2,97 | 0,34 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | -4,60 | - 1,86 | 70,00 |
| thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | -0,89 | - 0,04 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien | 128,76 | 8,77 | 54,73 |
| thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien | -1,12 | - 3,86 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 12,36 | 0,67 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen | 136,61 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien | 0,20 | 0,17 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead, West Sussex, Großbritannien | 1,59 | - 2,53 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien | 1,50 | - 0,03 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich | - 16,67 | 0,76 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien | 0,20 | 0,11 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA | 1,63 | - 5,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico | 2,89 | 0,61 | 100,00 |
| thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel | 2,61 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA | 7,04 | 1,49 | 100,00 |
| thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien | 13,54 | 3,46 | 100,00 |
| thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan | 62,61 | 11,60 | 100,00 |
| thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 29,20 | 1,94 | 100,00 |
| thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund | 228,23 | 22,09 | 66,00 |
| thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See | 3,06 | 0,00 *) | 100,00 |
| HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach | -0,38 | 0,01 4) | 50,00 |
| KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. | 0,28 | - 0,11 1) | 26,93 |
| Materials Services | |||
| Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien | 337,73 | -24,77 | 100,00 |
| Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico | 5,69 | 0,62 | 100,00 |
| DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen | 0,09 | 0,00 *) | 100,00 |
| Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm | 5,53 | 0,00 *) | 79,96 |
| Max Cochius GmbH, Berlin | 0,96 | 0,00 *) | 75,00 |
| Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz | 23,18 | 1,91 | 100,00 |
| Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz | 3,74 | 0,24 | 100,00 |
| OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland | 5,67 | 0,74 | 100,00 |
| PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal | 8,37 | 1,56 | 90,00 |
| RIAS A/S, Roskilde, Dänemark | 24,58 | 1,07 | 54,15 |
| Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien | 3,64 | - 0,32 | 100,00 |
| Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 0,00 | 0,00 5) | 100,00 |
| TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan | 0,08 | - 1,73 | 100,00 |
| Terninox S.p.A., Terni, Italien | 35,88 | 0,76 | 100,00 |
| Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao | 1,78 | 0,04 | 100,00 |
| Thyssen Trading S.A., Sao Paulo, Brasilien | 8,18 | 0,30 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande | 7,18 | 0,18 | 100,00 |
| ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen | 5,35 | 0,17 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien | 4,26 | - 0,54 | 100,00 |
| ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei | -0,11 | 0,00 | 51,00 |
| UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen | 1,90 | 0,36 | 51,00 |
| Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald | 1.348,76 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen | -8,40 | - 1,14 | 67,10 |
| thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China | 3,10 | - 0,02 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China | 0,68 | 0,16 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland | 8,39 | 0,05 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden | 6,19 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien | 3,24 | - 0,62 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace Morocco SARL, Casablanca, Marokko | 0,28 | 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien | 0,17 | 0,03 | 99,98 |
| thyssenkrupp Automata Industria de Peças Ltda., Sao Paulo, Brasilien | 2,68 | - 0,53 | 80,00 |
| thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 26,06 | 7,35 | 99,48 |
| thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich | -1,32 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen | 752,62 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen | 47,98 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | -6,01 | - 2,15 | 100,00 |
| thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen | 19,64 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA | 2,77 | 0,68 | 100,00 |
| thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | -0,29 | 7,69 | 70,00 |
| thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | -1,22 | - 0,70 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien | 89,70 | - 0,09 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW, Australien | -1,73 | - 1,80 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich | 11,20 | - 2,39 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien | 33,47 | 0,90 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD, Sofia, Bulgarien | 45,21 | 0,26 | 80,00 |
| thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada | 71,27 | 2,95 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik | -13,18 | - 0,49 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 90,99 | 0,47 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand | 1,27 | - 0,02 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn | 60,89 | - 1,32 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien | 34,17 | 0,99 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen | 1,05 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 18,79 | 0,72 | 70,00 |
| thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | 240,46 | 68,99 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande | 53,11 | 7,53 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen | 123,83 | 7,88 | 90,00 |
| thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld | 88,69 | 0,00 *) | 99,58 |
| thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen | 14,15 | 2,85 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien | 4,03 | - 2,03 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien | 24,91 | 0,17 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien | -2,50 | - 0,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz | 21,70 | 1,47 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen | 821,56 | 0,00 *) | 99,84 |
| thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei | 12,18 | - 0,16 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 10,03 | - 0,12 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen | 301,14 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd., Tianjin, China | -1,84 | - 0,50 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | 27,11 | -3,07 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials UK Holding Ltd., Birmingham, Großbritannien | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam | 0,41 | - 0,89 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 102,46 | 8,59 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA | 57,84 | 8,31 | 100,00 |
| thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg | 46,95 | 4,58 | 68,00 |
| thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA | 5,07 | 3,48 | 100,00 |
| thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien | 19,25 | 0,81 | 100,00 |
| thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien | 15,50 | 0,37 | 100,00 |
| thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich | 0,45 | - 2,46 | 100,00 |
| thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen | 755,94 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen | 35,49 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen | -0,24 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada | 2,65 | 0,23 | 100,00 |
| thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | 26,26 | 4,17 | 100,00 |
| Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico | 8,16 | 2,39 | 50,00 |
| BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China | 0,00 | 0,00 2) | 25,00 |
| Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien | 19,32 | 1,61 1) | 30,25 |
| Ilserv S.r.l., Terni, Italien | 20,64 | 2,88 1) | 35,00 |
| Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien | 1,96 | 0,24 3) | 43,72 |
| Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 31,92 | -43,29 1) | 30,00 |
| Polarputki Oy, Helsinki, Finnland | 21,23 | 1,31 1) | 50,00 |
| Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien | 3,68 | 0,00 1) | 21,00 |
| Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien | 9,46 | - 0,56 | 50,00 |
| Steel Europe | |||
| B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande | 0,07 | 0,00 | 75,00 |
| Becker & Co. GmbH, Neuwied | 2,37 | 0,00 *) | 100,00 |
| DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach | 0,22 | 0,00 *) | 100,00 |
| EH Güterverkehr GmbH, Duisburg | 1,54 | 0,00 *) | 100,00 |
| Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 106,06 | 7,79 | 87,98 |
| Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 8,04 | 4,20 | 75,25 |
| JTA Technology (Hangzhou) Co. Ltd., Hangzhou, China | 1,28 | 0,00 | 34,00 |
| KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg | -0,68 | 0,00 *) | 100,00 |
| Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 131,16 | 0,00 *) | 100,00 |
| Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf | 1.098,88 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg | 294,73 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 132,63 | 0,00 *) | 99,58 |
| thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | 24,18 | - 8,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien | 7,74 | 1,16 | 100,00 |
| thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich | 57,72 | -19,37 | 100,00 |
| thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 69,17 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Galmed S.L., Sagunto, Spanien | 55,81 | 6,76 | 100,00 |
| thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen | 107,13 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen | 0,03 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 275,83 | 0,00 *) | 99,50 |
| thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande | 336,02 | - 0,41 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China | 0,31 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg | -0,57 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile | 23,87 | 0,28 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien | 0,20 | - 0,13 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg | 2.296,52 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 0,32 | 0,30 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien | -1,18 | - 5,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Martorelles, Spanien | 1,32 | 1,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan | 0,12 | - 0,04 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA | 99,66 | - 1,27 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 0,53 | 0,20 | 100,00 |
| thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz | 0,20 | 0,10 | 100,00 |
| thyssenkrupp Stal Danmark A/S, Hundested, Dänemark | 6,30 | 0,52 | 100,00 |
| thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande | 103,51 | 10,43 | 100,00 |
| thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg | -0,01 | 0,00 | 100,00 |
| Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 12,19 | 5,99 1) | 21,71 |
| Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien | 1,59 | 0,43 1) | 38,54 |
| Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund | 12,74 | 1,58 1) | 25,01 |
| Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg | 283,25 | 4,81 1) | 50,00 |
| JEVISE Corporation, Tokyo, Japan | 0,15 | 0,00 3) | 50,00 |
| Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf | 1,93 | 0,04 1) | 40,00 |
| TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China | 6,55 | -14,56 1) | 12,50 |
| TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China | 169,83 | 29,54 1) | 50,00 |
| Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen | 2,85 | 1,62 | 50,00 |
| Corporate | |||
| Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf | 10,96 | - 0,08 | 100,00 |
| Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada | 1,41 | - 0,87 | 100,00 |
| CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen | 2,56 | - 0,01 | 100,00 |
| GLH GmbH, Essen | 32,64 | 0,04 | 100,00 |
| Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien | 641,10 | 45,50 | 100,00 |
| RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | - 28,39 | - 2,64 | 100,00 |
| Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen | 1,21 | 0,00 *) | 100,00 |
| Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 10,36 | 0,09 | 100,00 |
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen | 10,11 | - 0,80 | 100,00 |
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 27,11 | 0,23 | 100,00 |
| ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 0,18 | 0,03 | 100,00 |
| thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China | 626,00 | 117,48 | 100,00 |
| thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf | -1,45 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich | 246,17 | 17,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich | 0,08 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich | 416,62 | 200,86 | 100,00 |
| thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien | 46,89 | 0,52 | 100,00 |
| thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien | - 46,17 | -10,28 | 100,00 |
| thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen | 650,96 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada | 347,79 | 68,04 | 100,00 |
| thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff | 8,38 | - 6,22 | 84,64 |
| thyssenkrupp Components Technology Holding GmbH, Essen | 0,02 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf | 1,20 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator Holding GmbH, Essen | 0,04 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator International Holding B.V., Roermond, Niederlande | 2.260,81 | 73,13 | 100,00 |
| thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc., Chicago/ Il., USA | 4.226,92 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA | 293,40 | 9,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 517,43 | 79,91 | 100,00 |
| thyssenkrupp Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen | 0,02 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen | 0,85 | 0,16 | 100,00 |
| thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen | 21,86 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 10,66 | 0,45 | 100,00 |
| thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien | 3,52 | 0,66 | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrials Finance Germany GmbH, Essen | 0,03 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Industrials Participations GmbH, Essen | 0,02 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur | -0,11 | - 0,11 | 100,00 |
| thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen | -0,39 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien | 319,35 | - 0,52 | 100,00 |
| thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan | 3,32 | 0,32 | 100,00 |
| thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | -0,49 | - 0,42 | 100,00 |
| thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf | -0,59 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials Finance USA LLC, East Lansing, USA | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials USA Holding LLC, East Lansing, USA | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien | 0,13 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande | 5.863,51 | 184,87 | 100,00 |
| thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande | 0,04 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp North America, Inc., Dover/Delaware, USA | 1.793,20 | 327,15 | 100,00 |
| thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande | 38,43 | 7,67 | 100,00 |
| thyssenkrupp Real Estate North America LLC, Chicago, Il, USA | 23,40 | 0,43 | 100,00 |
| thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen | 777,85 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen | 123,77 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp rothe erde Brazil Participacoes Ltda., Diadema, Brasilien | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen | -0,03 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien | -13,89 | - 1,38 | 100,00 |
| thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 80,20 | 0,15 | 100,00 |
| thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen | 8.316,35 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien | 566,94 | - 5,02 | 100,00 |
| thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg | 0,05 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen | 0,02 | 0,00 | 100,00 |
| BOBBY&CARL GmbH, Düsseldorf | 0,59 | 0,27 1) | 50,00 |
| COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf | 0,00 | 0,00 1) | 49,00 |
| Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz | -0,03 | - 0,28 1) | 94,00 |
| Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen | 0,02 | 0,00 | 33,33 |
| LEWA Attendorn GmbH, Olpe | 34,11 | 5,83 1) | 19,20 |
| NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf | 0,31 | 0,05 1) | 94,76 |
| Marine Systems | |||
| ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland | 0,05 | - 0,83 | 100,00 |
| ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen | 297,34 | 0,00 *) | 100,00 |
| ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien | 1,72 | 0,36 | 100,00 |
| ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | 0,71 | 0,63 | 49,00 |
| ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien | 26,53 | 0,00 | 100,00 |
| ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien | 35,05 | 8,39 | 100,00 |
| ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen | 0,31 | 0,00 | 100,00 |
| ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark | 0,14 | 0,01 | 100,00 |
| ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. | 1,76 | 0,56 | 100,00 |
| ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA | 1,20 | - 0,98 | 100,00 |
| Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand | -0,71 | - 0,08 | 100,00 |
| Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg | 0,81 | 0,00 *) | 100,00 |
| Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien | 0,14 | 0,00 | 100,00 |
| German Marine Systems GmbH, Hamburg | -0,27 | 0,00 *) | 100,00 |
| Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland | 0,11 | - 0,04 | 100,00 |
| Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek | 21,08 | 0,00 *) | 100,00 |
| Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel | 0,64 | 0,00 | 100,00 |
| IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel | 0,03 | 0,00 *) | 100,00 |
| SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien | 6,33 | 1,06 | 100,00 |
| SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 0,99 | 0,00 *) | 100,00 |
| TKMS Business Partnership, Kiel | -0,07 | 0,12 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marin Sistem Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei | 0,01 | 0,00 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien | 0,16 | - 0,01 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 11,17 | - 1,99 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada | -0,54 | - 0,97 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel | 1.558,44 | 0,00 *) | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems LLP, Solihull, Großbritannien | 26,66 | 2,11 | 100,00 |
| thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda., Moncoes, Brasilien | 0,00 | 0,00 | 100,00 |
| Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland | 2,02 | - 0,16 | 49,00 |
| Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar | 0,29 | 0,00 1) | 40,00 |
| CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Capetown, Rep. Südafrika | 0,32 | 0,01 1) | 40,00 |
| ET Marinesysteme GmbH i.L., Wilhelmshaven | 1,85 | - 0,62 1) | 50,00 |
| Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg | 8,38 | - 0,63 1) | 20,42 |
| KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen | -0,33 | - 0,34 | 50,00 |
| LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal | 33,05 | 4,61 1) | 20,00 |
| MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg | 5,68 | 0,01 1) | 49,00 |
*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
1) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2018 bis 31.12.2018.
2) Die Gesellschaft ist insolvent bzw. in Liquidation; keine Angaben vorhanden.
3) Die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.04.2018 bis 31.03.2019.
4) Die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.10.2017 bis 30.09.2018.
5) Daten sind in der thyssenkrupp Materials de México, S.A. de C.V., Puebla, Mexico, enthalten.
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und §315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
2 Ertrag aus der konzerninternen Veräußerung eines Nutzungsrechts an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmten Markenklassen
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
1 Sachverhalt und Problemstellung
2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3 Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
1 Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2019 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 19.069 Mio (68 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die thyssenkrupp AG überprüft jährlich zum Bilanzstichtag in einem Regelprozess die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsbuchwerte anhand von eigenen Bewertungen und greift bei bedeutsamen Fällen auf die Ergebnisse externer Sachverständiger zurück. Zur Ermittlung des beizulegenden Wertes wird grundsätzlich mithilfe von Discounted Cashflow Verfahren ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird, um einen Eigenkapitalwert zur Gegenüberstellung mit dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert ermitteln zu können. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen zugrunde gelegt und die geplanten Cashflows mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten diskontiert. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows, des verwendeten Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate abhängig. Die Bewertungen sind daher mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie weiterer Dokumentationen ergab sich zum 30. September 2019 in fünf Fällen ein Abwertungsbedarf. Darüber hinaus ergab sich ein unterjähriger Abwertungsbedarf. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Mittelfristplanung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Beteiligungsansätze eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Beteiligungsbuchwerts durch den ermittelten Eigenkapitalwert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind aus unserer Sicht zur Überprüfung der Werthaltigkeit sachgerecht abgeleitet worden.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen und deren Werthaltigkeit sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben" und "Finanzanlagen" des Anhangs enthalten.
2 Ertrag aus der konzerninternen Veräußerung eines Nutzungsrechts an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmten Markenklassen
1 Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2019 in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" die Erträge aus der Veräußerung eines Nutzungsrechts an der Marke "thyssenkrupp" in bestimmten Markenklassen inklusive der jeweiligen Logos (im Folgenden "Nutzungsrecht") gegen ein Einmalentgelt an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von € 1.080 Mio erfasst. Der zugrundeliegende Kaufvertrag sieht vor, dass der Erwerber das Nutzungsrecht zeitlich unbegrenzt, uneingeschränkt und exklusiv nutzen kann, das rechtliche Eigentum jedoch bei der thyssenkrupp AG verbleibt. Das Einmalentgelt wurde unter Berücksichtigung der durch einen von der thyssenkrupp AG beauftragten externen Spezialisten vorgenommenen Bewertung zwischen den Vertragsparteien festgelegt. Aufgrund der mit der Beurteilung des Vorliegens der Voraussetzungen für die Ertragsrealisierung verbundenen Komplexität und der insgesamt wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen der Veräußerung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war die Veräußerung im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst ein Verständnis der zugrundeliegenden Regelungen des Kaufvertrags verschafft und das Vorliegen der Voraussetzungen für die Realisierung des Ertrags aus der konzerninternen Veräußerung des Nutzungsrechts gewürdigt. In dem Zusammenhang haben wir vor allem auch beurteilt, ob das wirtschaftliche Eigentum an dem Nutzungsrecht auf den Erwerber übergegangen ist. Dabei haben wir insbesondere die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter beurteilt, ob die thyssenkrupp AG die Verpflichtung aus dem Kaufvertrag in dem Umfang bereits erbracht hat, dass eine Realisierung des Ertrags im Berichtsjahr zulässig ist. Mit der Unterstützung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir zudem unter anderem die Ermittlung des Kaufpreises für das Nutzungsrecht nachvollzogen und das methodische Vorgehen zur Bewertung des Nutzungsrechts gewürdigt.
Wir konnten uns insgesamt davon überzeugen, dass die Beurteilung des Vorliegens der Voraussetzungen für die Realisierung des Ertrags aus der konzerninternen Veräußerung des Nutzungsrechts durch die gesetzlichen Vertreter hinreichend dokumentiert und begründet ist.
3 Die Angaben der Gesellschaft zur konzerninternen Veräußerung des Nutzungsrechts sind in Abschnitt "Sonstige betriebliche Erträge" des Anhangs enthalten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB und §315d HGB.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Wir haben die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 geprüft.
Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 in allen wesentlichen Belangen erfüllt.
Wir haben unsere Prüfung nach § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend sowie im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" weitergehend beschrieben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil hierzu zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zur Führung getrennter Konten sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt wurden sowie einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung umfasst die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Februar 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Abschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.
Essen, 18. November 2019
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer
Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.
Essen, 15. November 2019
thyssenkrupp AG
Der Vorstand
Merz
Burkhard
Dietsch
Keysberg
Mandate des Vorstands
Stand: 30.09.2019
Guido Kerkhoff
Vorsitzender (bis 30.09.2019)// deutsch
konzernintern:
+ thyssenkrupp Elevator AG (Vorsitz)
+ thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)
* thyssenkrupp (China) Ltd., VR China (Chairman)
Oliver Burkhard
Bestellung bis September 2023 // deutsch
* PEAG Holding GmbH (Vorsitz)
konzernintern:
+ thyssenkrupp Elevator AG
+ thyssenkrupp Industrial Solutions AG (Vorsitz)
+ thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Vorsitz)
+ thyssenkrupp Materials Services GmbH
+ thyssenkrupp Steel Europe AG
Johannes Dietsch
(seit 01.02.2019)
Bestellung bis Januar 2022 // deutsch
- Covestro AG
+ Covestro Deutschland AG
Dr. Donatus Kaufmann
(bis 30.09.2019) // schweizerisch
konzernintern:
+ thyssenkrupp Industrial Solutions AG
+ thyssenkrupp Materials Services GmbH (Vorsitz)
* thyssenkrupp North America, Inc., USA (Chairman)
Martina Merz
(seit 01.10.2019) // deutsch
Vorsitzende
Weitere Angaben zu Frau Merz finden Sie in der nachfolgenden Übersicht über die Mitglieder des Aufsichtsrats.
Dr. Klaus Keysberg
(seit 01.10.2019)
Bestellung bis Juli 2024 // deutsch
+ thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH (Vorsitz)
+ thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH (Vorsitz)
+ thyssenkrupp Business Services GmbH (stellv. Vorsitz)
Darüber hinaus verfügte Dr. Keysberg über verschiedene konzerninterne Mandate bei Gesellschaften innerhalb der Business Area Materials Services.
- Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019)
* Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019)
- Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019) - börsennotiertes Unternehmen
Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019) - börsennotiertes Unternehmen
Mandate des Aufsichtsrats
Stand: 30.09.2019
Martina Merz, Stuttgart
(seit 05.12.2018)
Vorsitzende 01.02.2019-30.09.2019 // Bestellung bis 2020
in den Vorstand entsandt nach § 105 Abs. 2 AktG
01.10.2019-30.09.2020
Selbständige Unternehmensberaterin // deutsch
- Deutsche Lufthansa AG
# Imerys SA, Frankreich
# SAF-Holland SA, Luxemburg
# Volvo AB, Schweden
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Michelau
(seit 24.04.2019)
Vorsitzender seit 01.10.2019
Unternehmensberater
Bestellung bis 2020 // deutsch
+ Dr. Johannes Heidenhain GmbH
+ Voith GmbH & Co. KGaA (Vorsitz Gesellschafterausschuss und Aufsichtsrat)
* BBS Automation GmbH
Markus Grolms, Gelsenkirchen
stellv. Vorsitzender // Gewerkschaftssekretär der IG Metall
Bestellung bis 2024 // deutsch
Dr. Wolfgang Colberg, München
(seit 29.12.2018)
Senior Advisor, CVC Advisers (Deutschland) GmbH
Bestellung bis 2020 // deutsch
# Pernod Ricard SA, Frankreich
* ChemicaInvest Holding BV, Niederlande (Chairman)
* AMSilk GmbH (Vorsitz des Beirats)
* Efficient Energy GmbH (Vorsitz des Beirats)
* Burelle SA, Frankreich
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dortmund
Rektorin der Technischen Universität Dortmund
Bestellung bis 2023 // deutsch
+ Munich Re AG
Achim Hass, Kiel
Energieanlagenelektroniker // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH
Bestellung bis 2024// deutsch
+ Babcock Pensionskasse VvaG konzernintern:
+ thyssenkrupp Marine Systems GmbH
Dr. Ingrid Hengster, Frankfurt/Main
Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe
Bestellung bis 2020// österreichisch
+ Deutsche Bahn AG
+ KfW Capital GmbH & Co. KG
* Europäische Investitionsbank (EIB), Luxemburg (Sachverständige des Verwaltungsrats)
Susanne Herberger, Dresden
Ingenieurin (FH) für Informatik // stellv. Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp Aufzüge GmbH (Dresden) // Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Elevator Technology // stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG
Bestellung bis 2024// deutsch
konzernintern:
+ thyssenkrupp Elevator AG
Tanja Jacquemin, Frankfurt/Main
Dipl.-Kauffrau // Funktionsbereichsleiterin Gewerkschaftliche Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall
Bestellung bis 2024// deutsch
Dr. Norbert Kluge, Ratingen
Diplom-Sozialwirt // Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung
Bestellung bis 2024// deutsch
Barbara Kremser-Bruttel, Gelsenkirchen
(seit 01.02.2019)
Bürokauffrau // Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp Electrical Steel GmbH
Bestellung bis 2024 // deutsch konzernintern:
+ thyssenkrupp Electrical Steel GmbH
Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum
Vorsitzender (bis 01.02.2019) // Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung, RuhrUniversität Bochum
Bestellung bis 2020 // deutsch
+ LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster aG
+ LVM Krankenversicherungs-AG
Peter Remmler, Wolfsburg
Kaufmann im Groß- und Außenhandel // stellv. Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Materials Services
Bestellung bis 2024 // deutsch
konzernintern:
+ thyssenkrupp Materials Services GmbH
Carola v. Schmettow, Düsseldorf
Sprecherin des Vorstands (CEO) der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
Bestellung bis 2020 // deutsch
* HSBC France SA, Frankreich
Dirk Sievers, Bochum
(seit 02.10.2019)
technischer Angestellter // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG / Electrical Steel (Bochum) // Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG
Bestellung bis 2024 // deutsch
* PEAG Holding GmbH
Dr. Lothar Steinebach, Leverkusen
ehem. Mitglied des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA
Bestellung bis 2023// deutsch
+ Carl Zeiss AG
+ Ralf Schmitz GmbH & Co. KGaA
* Diem Client Partner AG, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)
Jens Tischendorf, Zürich
Partner Cevian Capital Ltd.
Bestellung bis 2020// deutsch
- Bilfinger SE
Friedrich Weber, Schöndorf
Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Bilstein GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Components Technology // stellv. Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der thyssenkrupp AG // stellv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG
Bestellung bis 2024// deutsch
konzernintern:
+ thyssenkrupp Bilstein GmbH
Isolde Würz, Mülheim/Ruhr
Rechtsanwältin // General Counsel und Head of Department Governance der thyssenkrupp Konzernfunktion Legal // Vorsitzende des Sprecherausschusses der thyssenkrupp AG und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des Konzernarbeitskreises der leitenden Angestellten
Bestellung bis 2024// deutsch
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2018/ 2019 sind folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sofern von ihnen zum Zeitpunkt des Ausscheidens andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen
(bis 28.01.2019)
ehem. Vorsitzender des Vorstands der Hochtief AG
Bestellung bis 2020 // deutsch
- RWE AG
+ National-Bank AG
+ Voith GmbH & Co. KGaA (Vorsitz)
Tekin Nasikkol, Ratingen
(bis 01.02.2019)
Bachelor of Arts (Business Administration) // Betriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG (DuisburgHamborn) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Steel Europe AG // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Steel Europe
Bestellung bis 2019 // deutsch
+ thyssenkrupp Steel Europe AG
Carsten Spohr, München
(bis 26.09.2019)
Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Lufthansa AG
Bestellung bis 2020 // deutsch
+ Lufthansa Technik AG (Vorsitz)
- Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019)
* Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019)
- Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019) - börsennotiertes Unternehmen
Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2019) - börsennotiertes Unternehmen
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionäre!
Bevor ich Sie nachfolgend über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2018/ 2019 informiere, gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr: Nachdem Prof. Dr. Ulrich Lehner sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zum 31. Juli 2018 niedergelegt hatte, übernahm zunächst der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms die Führung des Aufsichtsrats. Anschließend wurde Prof. Dr. Bernhard Pellens zum 1. Oktober 2018 und bis zur Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Markus Grolms und Prof. Dr. Bernhard Pellens möchte ich einen ganz besonderen Dank aussprechen, dass sie in der Verantwortung für das Unternehmen und seine Stakeholder den Aufsichtsrat geführt haben. Martina Merz hat dann mit Ablauf der Hauptversammlung den Aufsichtsratsvorsitz übernommen. Ebenfalls zum 1. Februar 2019 wurde Johannes Dietsch vom Aufsichtsrat als Finanzvorstand in den Konzernvorstand bestellt. Seither haben schwer vorhersehbare Ereignisse die Aufsichtsratsarbeit nachhaltig beeinflusst: Das angestrebte Joint Venture von thyssenkrupp Steel Europe mit Tata Steel Europe wurde von der EU-Kommission nicht genehmigt. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Veränderungen der wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp einerseits und der weltwirtschaftlichen Prognose andererseits hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2019 dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, die geplante Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen abzusagen und eine strategische Neuausrichtung von thyssenkrupp zu entwickeln. Um diese Neuausrichtung zu stärken und deren Umsetzung zu beschleunigen, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 27. September 2019 beschlossen, den Vorstand der thyssenkrupp AG neu aufzustellen: Martina Merz, bis dahin Vorsitzende des Aufsichtsrats, wurde mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2019 nach § 105 Abs. 2 AktG aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand entsandt. Während der Entsendung ruht ihr Aufsichtsratsmandat. Martina Merz hat das Amt der Vorstandsvorsitzenden an Stelle des ausgeschiedenen Guido Kerkhoff übernommen. Mit Guido Kerkhoff wie zuvor auch schon mit Dr. Donatus Kaufmann, dem bis dahin für Recht und Compliance zuständigen Vorstandsmitglied, hatte sich der Aufsichtsrat auf die einvernehmliche Beendigung der Vorstandsmandate zum 30. September 2019 geeinigt. Um den anstehenden Herausforderungen im Werkstoffbereich bestmöglich gerecht zu werden, hat der Aufsichtsrat zum 1. Oktober 2019 zusätzlich Dr. Klaus Keysberg, bisher Vorsitzender des Vorstands der Business Area Materials Services, mit Ressortverantwortung für Materials Services und Steel Europe in den Vorstand der thyssenkrupp AG bestellt. Die drei konzernweiten "newtk"-Handlungsfelder "Performance first", "Flexible Portfolio" und "Efficient Organization" werden eng vom Vorstand geführt. Darüber wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und den Sitzungen seiner Ausschüsse berichtet und diskutiert.
Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018/ 2019 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.
Angesichts der aktuellen Situation haben Aufsichtsrat und Vorstand die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch deutlich intensiviert und in zweiwöchentlichen Sitzungen des Präsidiums mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern schwerpunktmäßig den Rahmen für die strategische Neuausrichtung "newtk" erörtert. An diesen Präsidiumssitzungen nahmen weitere Aufsichtsratsmitglieder sowie externe Berater teil.
Darüber hinaus standen die Vorsitzenden von Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte aller Sitzungen hingewiesen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären. Dies gilt insbesondere auch für Dr. Wolfgang Colberg als Senior Advisor der CVC Advisers (Deutschland) GmbH. Entsprechend seiner Verpflichtung als Mitglied des Aufsichtsrats wahrt Dr. Colberg Vertraulichkeit selbstverständlich auch gegenüber CVC, und seitens CVC liegt eine schriftliche Bestätigung vor, dass Dr. Colberg in etwaige Diskussionen oder Entscheidungen in Bezug auf den thyssenkrupp Konzern nicht einbezogen wird.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr fanden acht Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 97 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben regelmäßig an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen; zu einzelnen Themen und für einzelne Sitzungen hat der Aufsichtsrat auch ohne den Vorstand getagt. Den Aufsichtsratsvorsitz hatte bis zur Hauptversammlung 2019 Prof. Dr. Bernhard Pellens inne. Im Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Martina Merz einstimmig zur Vorsitzenden. Durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 27. September 2019 wurde Martina Merz zum 1. Oktober 2019 aus dem Aufsichtsrat nach §105 Abs. 2 AktG in den Vorstand der thyssenkrupp AG als Vorstandsvorsitzende für eine Dauer von maximal 12 Monaten entsandt. Während der Entsendung ruht ihr Aufsichtsratsmandat. Für die Dauer ihrer Entsendung wählte der Aufsichtsrat Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018 / 2019 befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2018. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017/2018 und stellte damit den Jahresabschluss fest. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2019 erörtert und gebilligt und damit der Jahresabschluss festgestellt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 sowie Fragen der Vorstandsvergütung. Der im Hinblick auf die zunächst geplante Teilung ausgearbeitete Entwurf eines Vergütungssystems für den Vorstand soll auf die neue Organisationsstruktur von "newtk" angepasst und der Hauptversammlung 2021 vorgestellt werden. Berücksichtigt wurde hierbei auch, dass sich die Aktionärsrechterichtlinie II (ARUG II) und die daraus abgeleitete Neufassung des DCGK, die beide Neuregelungen in Bezug auf die Vorstandsvergütung beinhalten werden, noch im Gesetzgebungsverfahren befinden. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen sowie zum Thema Compliance entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS) und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2018 gemäß §32 WpHG.
Im Rahmen des Berichts zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur strategischen Weiterentwicklung nahmen die Beratungen zur angestrebten Gründung eines Joint Ventures mit Tata Steel Europe sowie zur geplanten Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen einen breiten Raum ein, bis der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2019 vom Vorstand in Kenntnis gesetzt wurde, dass das Joint Venture mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen würde und dass die Teilung in zwei neue Unternehmen nicht empfohlen werden kann. Der Aufsichtsrat stimmte daraufhin dem Vorschlag des Vorstands zu, die Teilung nicht weiter zu verfolgen. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgeschlagenen Vorgehen für die strategische Neuausrichtung des Unternehmens und den mittelfristigen Ergebniszielen dieser Neuausrichtung zu.
Standardmäßig hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2018/2019 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von Entsprechenserklärungen beschlossen. Die zuletzt abgegebene, gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat steht seit dem 7. Oktober 2019 auf der Website von thyssenkrupp dauerhaft zur Verfügung. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.
Bericht über die Arbeit der Ausschüsse
Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2019 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden haben zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse gestanden.
Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu 29 Sitzungen zusammengekommen. Aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats und des vorgelagerten Strategieausschusses im Mai 2019 hat das Präsidium beschlossen, im Rahmen von Jour Fixe-Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus zusammenzutreten. Auch nach der Absage der geplanten Teilung des Unternehmens ist die hohe Taktung der Präsidiumssitzungen, an denen themenbezogen Mitglieder des Vorstands sowie unterstützend weitere Mitglieder des Aufsichtsrats und externe Berater teilgenommen haben, beibehalten worden. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategischen Optionen für die einzelnen Business Areas sowie die enge Begleitung der konzernweiten Projekte "Performance first", "Flexible Portfolio" und "People-Centric & Efficient Organization" im Rahmen der strategischen Neuausrichtung "newtk" im Mittelpunkt der Beratungen.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2018/2019 in 22 Sitzungen die Personalthemen des Konzernvorstands für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere die Planung und die Umsetzung der oben geschilderten Veränderungen in der Besetzung des Vorstands sowie allgemeine Vorstandsangelegenheiten sowie die Planung und die Umsetzung für die Neuordnung des Vorstands und die damit verbundenen Maßnahmen zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2018/2019 zu sechs Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2019 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stand auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter der Konzernfunktionen und Vorstandsmitglieder der Business Areas in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.
Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2018/2019 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, des Gewinnverwendungsvorschlags, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2018/2019 beschlossen.
Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert. Intensive Beschäftigung erfuhren auch die bilanziellen Konsequenzen im Hinblick auf die geplante - später abgesagte - Teilung von thyssenkrupp sowie die Konzernrichtlinie zur Ermittlung des "Bereinigten EBITDA / EBIT / EBT". Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2018/2019 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die CSR-Berichterstattung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2017/2018 gemäß §32 WpHG und der aktuelle Umsetzungsstand der Konzerninitiativen und der Performance-Entwicklung der Business Areas. Vor dem Hintergrund des nicht zustande gekommenen Joint Ventures mit Tata Steel wurde im Ausschuss die Performance-Entwicklung bei der Business Area Steel Europe diskutiert.
Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2018 / 2019 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen - bis zur Absage von Joint Venture und Teilung - die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen an den Aufsichtsrat sowie die intensive Befassung mit den Mittelfristzielen der Business Areas 2020 / 2021 mit Schwerpunkt auf Components Technologies und Industrial Solutions. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Ratingsituation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.
Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu 18 Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkt der Beratungen war die Vorbereitung der erforderlichen Nachbesetzungen sowie - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat.
Für eine Sitzung des gemäß §27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.
Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss
Die von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2018/2019 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2018/2019 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 18. November 2019 sowie des Aufsichtsrats am 20. November 2019 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll-und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die vollständig im Lagebricht integrierte CSR-Berichterstattung.
Dem Vorschlag des Vorstands, den Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2018/2019 in Höhe von 196.476.542,20 € vollständig in die Gewinnrücklagen einzustellen und auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten, hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und der Finanzlage des Konzerns angeschlossen.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat
Auf der Anteilseignerseite gab es folgende Änderungen: Martina Merz wurde zum 5. und Dr. Wolfgang Colberg wurde zum 29. Dezember 2018 zunächst gerichtlich als Mitglieder des Aufsichtsrats bestellt und anschließend von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 gewählt. Frau Merz wurde in der direkt anschließenden Aufsichtsratssitzung einstimmig zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter Keitel schied mit Ablauf des 25. Januar 2019 aus dem Aufsichtsrat aus. In seiner Nachfolge wurde Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm mit Wirkung vom 24. April 2019 in den Aufsichtsrat gerichtlich bestellt. Kurz vor Ende des Geschäftsjahres am 26. September 2019 schied Carsten Spohr auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Für ihn wurde Angelika Gifford als Aufsichtsratsmitglied mit Wirkung zum 12. November 2019 gerichtlich bestellt. Ebenfalls mit Wirkung zum 12. November 2019 wurde Dr. Ingo Luge als Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt, nachdem Frau Merz mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 in den Vorstand entsandt wurde. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm mit Wirkung ab dem 1. Oktober gewählt.
Auf der Arbeitnehmerseite schied mit Ablauf der Hauptversammlung 2019Tekin Nasikkol aus. Ihm folgte Barbara Kremser-Bruttel direkt im Anschluss an diese Hauptversammlung nach. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen. Der Stand der Ausschussbesetzung zum 30. September 2019 ist im Anhang des Geschäftsberichts abgebildet.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2018/2019 und die erbrachten Leistungen.
Essen, 20. November 2019
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Stand: 30.09.2019
Präsidium
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Personalausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Prüfungsausschuss
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)
Markus Grolms
Tanja Jacquemin
Dirk Sievers
Dr. Lothar Steinebach
Jens Tischendorf
Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather
Markus Grolms
Susanne Herberger
Peter Remmler
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm
Dirk Sievers
Jens Tischendorf
Nominierungsausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Carola v. Schmettow
Jens Tischendorf
Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats
der thyssenkrupp AG
zu den Empfehlungen der
"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"
gem. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:
Der Empfehlung in Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsratsgremien von konzernexternen Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen, wahrnehmen soll, wird nicht entsprochen. Martina Merz wurde nach der einvernehmlichen Beendigung des Vorstandsmandats von Guido Kerkhoff mit Wirkung zum 01.10.2019 vorübergehend für maximal 12 Monate in den Vorstand entsandt und zur Vorstandsvorsitzenden bestellt. Das Aufsichtsratsmandat von Martina Merz ruht in dieser Zeit. Martina Merz hat vier Mandate in Aufsichtsratsgremien konzernexterner Gesellschaften, die die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen, wobei sie beabsichtigt, ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) niederzulegen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Februar 2019 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex entsprochen.
Duisburg/Essen, 01.10.2019
Für den Aufsichtsrat
Russwurm
Für den, Vorstand
Merz