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thyssenkrupp AG — Annual Report 2019
Jan 27, 2020
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Annual Report
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Publication

thyssenkrupp AG
Duisburg und Essen
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2018 bis zum 30.09.2019
1. Oktober 2018 - 30. September 2019 Konzernlagebericht - mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -
2 Zusammengefasster Lagebericht
Vorbemerkungen
Zusammengefasster Lagebericht
Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.
Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.
Im Rahmen der Neuausrichtung der Business Area Industrial Solutions wurde der Bereich Marine herausgelöst. Dieser wird seit dem 1. Oktober 2018 als Business Unit Marine Systems durch die thyssenkrupp AG separat geführt.
Am 13. Juni 2019 erfolgte die förmliche Untersagungsentscheidung der Europäischen Kommission für das geplante Joint Venture im Stahlbereich mit Tata Steel Europe. Die geplante Transaktion, die die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften, die in 2017 / 2018 zu Corporate gehörten, umfasste, erfüllt damit nicht mehr die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität und musste im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 entsprechend reklassifiziert werden. Gemäß IFRS 5 ist die Darstellung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung so anzupassen, dass alle Aufwendungen und Erträge der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten in den aktuellen Berichtsperioden des Geschäftsjahres 2018 / 2019 wieder im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind und analog in der Konzern-Kapitalflussrechnung alle Cashflows der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten wieder den fortgeführten Aktivitäten zugeordnet sind. Der Vorperiodenausweis ist jeweils entsprechend anzupassen. In der Konzernbilanz zum 30. September 2019 werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten nicht mehr gesondert ausgewiesen und die Vergleichsperiode entsprechend angepasst. Bestandteil der erforderlichen Anpassungen ist auch die rückwirkende Berücksichtigung der mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 107 Mio € im 4. Quartal 2017 / 2018 und in Höhe von 228 Mio € im 1. Halbjahr 2018 / 2019 (jeweils vor Steuern).
Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.
Grundlagen des Konzerns
Profil und Organisation
Leistungsversprechen
Mit unserem umfassenden Technologie-Know-how möchten wir hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Unsere Ingenieurkunst verbinden wir mit hoher Werkstoffkompetenz. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Branchen erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren und dazu beizutragen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen. Mit unseren Technologien und Innovationen wollen wir die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit erfüllen, in den Zukunftsmärkten wachsen sowie stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erwirtschaften. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.
Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.
Organisations- und Führungsstruktur
Unsere Geschäftsaktivitäten waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in fünf Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services sowie Steel Europe. Mit der Untersagung des geplanten Joint Ventures für Stahl mit Tata Steel Europe durch die Europäische Kommission im Juni 2019 wurde die Business Area Steel Europe wieder als "fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss finden Sie in dem Kapitel "Vorbemerkungen" sowie im Konzernanhang.
Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und weiter in Operating Units. Im Rahmen der Neuausrichtung der Business Area Industrial Solutions wurde der Bereich Marine herausgelöst und seit dem 1. Oktober 2018 als Business Unit Marine Systems separat geführt. In den Konzernabschluss sind 456 Unternehmen sowie 22 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 78 Ländern.
Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest.
THYSSENKRUPP KONZERN

1) Ab 1.10.2019 Herauslösung und Führung durch die thyssenkrupp AG
2) Ab 1.10.2019 Umhängung zu Components Technology
3) Seit 1.10.2018 separate Führung als Business Unit
Im Zuge der im Mai 2019 beschlossenen strategischen Neuausrichtung sollen auch die bestehenden Konzern- und Verwaltungsstrukturen deutlich verschlankt werden. Ziel ist es, ab Anfang 2020 in dieser neuen Struktur zu arbeiten. Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Abschnitt "Strategie". Bis dahin agieren wir unverändert in einer mehrdimensionalen Organisationsstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Details dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Bereich Corporate der thyssenkrupp AG".
Im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung konzentriert sich die Business Area Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 rein auf das Automobilgeschäft und wird in Automotive Technology umbenannt. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) wurden daher aus diesem Bereich herausgelöst und werden seit dem 1. Oktober 2019 unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Die Berichterstattung der beiden Einheiten wird zukünftig unter dem Namen Industrial Components erfolgen. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 bei Industrial Solutions angesiedelt war. Die Business Area Industrial Solutions wird in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich nach der Herauslösung von System Engineering die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung für Mining. Zudem werden die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Weitere Details zur strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Strategie".
Strategie
Strategische Neuausrichtung
Seit dem im September 2018 gefassten Beschluss, den Konzern in zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen zu teilen, haben sich die Rahmenbedingungen stark verändert. Zum einen wurde das Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel von der Europäischen Kommission untersagt, sodass wir nun das Stahlgeschäft aus eigener Kraft neu und zukunftsfähig aufstellen wollen. Zum anderen führten die schlechter als erwartete operative Entwicklung unserer Geschäfte, die konjunkturelle Eintrübung und deren Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung sowie das Kapitalmarktumfeld dazu, dass die Teilung nicht wie vorgesehen umgesetzt werden konnte. thyssenkrupp hat deshalb im Mai 2019 die strategischen Optionen des Unternehmens neu bewertet und mit "newtk" eine Neuausrichtung beschlossen. Mit den drei Grundprinzipien: "Performance first", "flexibles Portfolio" und "effiziente Organisation" soll die Leistungsfähigkeit des Konzerns entscheidend verbessert werden. Zudem sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.
■ "Performance first"
Die Steigerung der Leistungsfähigkeit hat in allen unseren Geschäftsbereichen Priorität. Alle Geschäftsbereiche arbeiten daran, die bereits eingeleiteten Performance-Programme weiter konsequent umzusetzen und gegebenenfalls mit weiteren Maßnahmen zu ergänzen. Wir haben dort Schwerpunkte bei der Umsetzung gebildet, wo wir den größten Hebel zur Verbesserung des Cashflows erwarten. Darüber hinaus haben wir Geschäfte identifiziert, die derzeit nicht wettbewerbsfähig sind beziehungsweise bei denen die aktuelle Marktsituation eine wettbewerbsfähige Aufstellung im Konzern aus heutiger Sicht infrage stellt. Dies sind: Federn und Stabilisatoren (Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie), System Engineering (Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie) und Grobblech (massive Stahlbleche unter anderem für die Bauindustrie, den Schiffbau oder Pipelines). Diese drei Bereiche stehen für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für einen erheblichen Anteil am negativen Business Cashflow. Für diese Geschäfte, die nun auf dem Prüfstand stehen, werden derzeit Restrukturierungskonzepte erarbeitet. Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder nicht möglich sein, werden andere strategische Optionen geprüft werden. Vor besonderen Herausforderungen steht der Stahl. Hier gilt es einerseits, die strukturellen Probleme in der europäischen Stahlindustrie zu adressieren und zugleich die Auswirkungen der aktuellen Marktverwerfungen einzudämmen, die von einer schwächeren Kundennachfrage und hohen und volatilen Rohstoffpreisen gekennzeichnet sind. Ein entsprechendes Zukunftskonzept für den Bereich wird derzeit erarbeitet. Zu "Performance first" gehört auch, dass wir konzernweit mehr Fokus auf unsere "Performance-Kultur" legen und mit deutlich mehr Konsequenz dafür sorgen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Dazu gehört auch die Überprüfung unserer Steuerungskennzahlen und -logik sowie der damit zusammenhängenden Vergütungssysteme.
■ "Flexibles Portfolio"
Unseren Erfolg messen wir künftig daran, dass sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln - und nicht daran, ob sie uns mehrheitlich gehören. Entsprechend prüfen wir, wie die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon aussehen kann. Im Hinblick auf die Automobilzuliefergeschäfte wird es entscheidend sein, in welcher Aufstellung die großen Veränderungsthemen der Branche wie E-Mobilität und autonomes Fahren angegangen werden können. Im Anlagenbau stellt sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks vor allem aus Asien die Frage, ob sich die Geschäfte durch Partnerschaften, Zusammenschlüsse oder andere Optionen besser entwickeln können. In den Materialgeschäften sieht der Konzern weiter Konsolidierungsoptionen. Größe ist hier strategisch relevant.
Die wichtigste Portfoliomaßnahme ist der im Mai beschlossene Teil-Börsengang von Elevator Technology. Parallel zur Vorbereitung des Börsengangs prüft der Konzern aber auch die vorliegenden Angebote von strategischen Investoren und Finanzinvestoren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Entscheidung für thyssenkrupp und seine Stakeholder nachhaltig und die beste ist. Ziel ist, die Kapitalbasis des Konzerns nachhaltig zu stärken und unseren finanziellen Spielraum zu vergrößern, um notwendige Restrukturierungen und die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Geschäfte anzugehen. Die Vorbereitungen für den Börsengang des Aufzuggeschäfts laufen nach Plan. Der "Carve-out" soll bis zum Ende des Kalenderjahres 2019 abgeschlossen sein. Je nach Kapitalmarktumfeld streben wir den Börsengang im Laufe des Geschäftsjahres 2019 / 2020 an.
■ "Effiziente Organisation"
Um erfolgreicher am Markt agieren zu können, erhalten die Geschäfte im Zuge der strategischen Neuausrichtung mehr unternehmerische Freiheit, aber auch mehr Eigenverantwortung. Die organisatorische Aufstellung des Konzerns wird agiler, schlanker und reduziert dadurch auch Kosten. Aktuell konkretisieren wir die künftigen Organisations- und Führungsstrukturen in den jeweiligen Geschäftsbereichen und in der Zentrale. Ziel ist es, ab Anfang 2020 in der neuen Struktur zu arbeiten. Die Kosten von Corporate sollen sich weiter reduzieren. Im Berichtsjahr zeigten sich hier bereits Erfolge; insgesamt konnte sich Corporate um 71 Mio € auf -306 Mio € verbessern. Zusätzliches Einsparpotenzial erwarten wir durch die Straffung der Führungsstrukturen sowie Kostensenkungen auch in den einzelnen Geschäftsbereichen. Näheres dazu finden Sie im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas".
Geschäftschancen
Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp insbesondere aus globalen Megatrends, die "mehr" und "bessere" Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das starke Wachstum der Megastädte und die Globalisierung erhöht sich weltweit die Nachfrage ("mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("besser"). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Zudem verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.
GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten - so wollen wir den Bedarf nach "mehr" auf immer "bessere" Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; Letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.
Mehr zu den Geschäftschancen unserer Business Areas finden Sie im Kapitel "Chancen- und Risikobericht", Abschnitt "Operative Chancen der Geschäfte".
Unternehmenssteuerung
Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M & A (Mergers & Acquisitions) - FCF vor M & A.
Im Zuge des Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Geschäfte langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen.
THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT
Das EBIT zeigt die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M & A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
tkVA
Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.
Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".
FCF vor M & A
Der FCF vor M & A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.
Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M & A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".
Definitionsänderung ab 2019 / 2020
Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 wird die Definition des FCF vor M & A angepasst. Dies betrifft Geschäftsvorfälle gemäß IFRS 16. Es werden Leasinggeschäfte wie ein fremdfinanzierter Kauf berücksichtigt und demnach der Zugang des Leasinggegenstandes als direkt zahlungswirksam erfasst.
Ziele
Finanzielle Ziele
Im Zuge der Umsetzung von "newtk" streben wir an, dass alle unsere Geschäfte hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den jeweils Besten in ihrer Branche gehören und dementsprechend positive Ergebnis- und Cashflow-Beiträge für thyssenkrupp verdienen.
Unser Ziel ist es, dass thyssenkrupp nachhaltig einen positiven Free Cashflow vor M & A erwirtschaftet und Wert generiert.
Vor dem Hintergrund der derzeit unsicheren Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit begrenzten Sichtweite, insbesondere auf die Preis- und Mengeneffekte bei unseren zyklischen Geschäften, sowie den Kosten für Restrukturierungen, deren zugrunde liegende Programme wir gerade entwickeln und deren Umfang in einzelnen Geschäftsjahren auch von der realisierbaren Umsetzungsgeschwindigkeit abhängt, können wir Werte und den Zeitpunkt für das Erreichen dieser Ziele noch nicht verlässlich festlegen.
Zudem können sich auch mögliche bevorstehende Portfolio Änderungen im Rahmen des "Flexiblen Portfolios" auf die Finanzkennzahlen des Konzerns auswirken.
Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; mehr zu "newtk" finden Sie in diesem Kapitel, Abschnitt "Strategie"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.
Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird von der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability koordiniert und ermittelt gemeinsam mit anderen Konzernfunktionen und den Business Areas kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder und entwickelt entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern vom Sustainability Committee, welches sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und den Leitern verschiedener Konzernfunktionen zusammensetzt und über Maßnahmen sowie über die sogenannten Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs) entscheidet. Die Umsetzung erfolgt durch die Konzernfunktionen und Business Areas, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.
Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung
Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Die Zielerreichung wirkt über den Nachhaltigkeitsmultiplikator auf die Höhe der variablen Vergütung des Konzernvorstandes und der Vorstände der Business Areas (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Im Berichtsjahr wurden fast alle Indirekt Finanziellen Ziele erreicht bzw. befinden sich auf einem guten Weg.
ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE
| Konzern insgesamt | Stand 30.09.2018 | Stand 30.09.2019 | Veränderung | Kapitel | |
|---|---|---|---|---|---|
| Jährliche Energieeffizienzgewinne von 200 GWh in 2018 / 2019 | GWh | 253 | 325 | - | Klima, Energie, Umwelt |
| 100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt | % | 83 | 100 | + 17 %-Pkte. | Klima, Energie, Umwelt |
| 100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019 / 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt | % | 91 | 94 | + 3 %-Pkt. | Klima, Energie, Umwelt |
| Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % | % | 2,5 | 2,5 | - | Technologie und Innovationen |
| Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % | % | 12 | 12,6 | + 0,6 %-Pkte. | Mitarbeiter |
| 2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 / 2021 und jedes Jahr Verbesserung von mind. 10 % | Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden | 3,0 | 2,6 | -13 % | Mitarbeiter |
| Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten | # | 173 | 143 | -30 | Einkauf |
Zu Energieeffizienz wurde ein neues Ziel beschlossen: im Geschäftsjahr 2019 / 2020 sollen Energieeffizienzgewinne von 150 GWh erzielt werden.
Im Berichtsjahr hat thyssenkrupp zudem konkrete Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bis 2030 gesetzt. Mehr dazu im Kapitel "Klima, Energie und Umwelt".
Details zu den einzelnen Indirekt Finanziellen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Lageberichts.
Wirtschaftsbericht
Makro- und Branchenumfeld
Erwartetes Weltwirtschaftswachstum fällt 2019 / 2020 deutlich schwächer aus als in den Vorjahren
Im ersten Halbjahr 2019 zeigte das Wachstum der Weltwirtschaft nur eine geringe Dynamik. In den Industrieländern schwächte sich das Wachstumstempo im Jahresverlauf ab, in den Schwellenländern nahm die Konjunkturdynamik hingegen - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau - leicht zu. Insbesondere industrielle Branchen befinden sich im Abschwung, während sich konsumnahe Bereiche und der Dienstleistungssektor - trotz zuletzt auch hier nachlassender Dynamik -positiver entwickeln. Der Welthandel ist seit Anfang des Jahres im Trend sogar rückläufig. Die schwelenden Handelskonflikte und zahlreiche weitere politische Unsicherheiten wirken belastend, insbesondere auf die weltweite Investitionsbereitschaft. Sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank haben angesichts dieser Situation mittlerweile wieder einen geldpolitischen Lockerungskurs eingeschlagen. Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 % und damit deutlich zulegte, dürfte sie 2019 deutlich weniger stark um nur 2,9 % wachsen. Im kommenden Jahr 2020 dürfte sich das weltwirtschaftliche Expansionstempo nur geringfügig auf 3,0 % erhöhen. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate 2019 und 2020 - bei einer weiterhin expansiven Geldpolitik - voraussichtlich rund 1,5 % betragen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte 2019 und 2020 um 4,1 bzw. 4,3 % zunehmen.
Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde (z.B. USA/Iran) entwickeln werden. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über den Zeitpunkt und die Modalitäten des "Brexit", was sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken könnte - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. Risiken bestehen auch ganz generell auf finanziellem Gebiet, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in vielen Schwellenländern deutlich angestiegen. Zugleich sind die Preise für verschiedene Anlageformen, etwa Aktien, Anleihen und Immobilien, im Zuge der expansiven Geldpolitik auf zum Teil historische Niveaus gestiegen.
Die Konjunktur im Euro-Raum zeigte sich zuletzt weiterhin verhalten: In den ersten beiden Quartalen 2019 lag das Wirtschaftswachstum bei lediglich 0,4 bzw. 0,2 % im Vergleich zum jeweils vorangegangenen Quartal. Die Stimmungsindikatoren deuten weiterhin auf eine heterogene Wirtschaftsentwicklung hin. Während sich das wirtschaftliche Klima in der exportorientierten Industrie deutlich verschlechtert hat, können die eher binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleister und die privaten Haushalte noch von einer guten Arbeitsmarktlage und einer positiven Einkommensentwicklung profitieren. Insgesamt erwarten wir für die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum in den Jahren 2019 und 2020 lediglich ein Plus von 1,1 bzw. 1,0 %.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich an der Schwelle zur Rezession. Nach einem Plus von 0,4 % zum Jahresauftakt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2019 um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal. Belastet wurde die BIP-Entwicklung durch den Außenhandel, da die exportorientierte Industrie von den Handelskonflikten besonders betroffen war, während die Binnenwirtschaft positive Wachstumsimpulse lieferte. Für das 3. Quartal zeichnet sich angesichts schwacher Daten aus dem Einzelhandel und der Industrie eine weitere Schrumpfung des BIP ab. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2019 voraussichtlich nur um 0,5 % zulegen. Für das kommende Jahr 2020 rechnen wir angesichts einer etwas besseren globalen Konjunkturdynamik, eines positiven Arbeitstageeffekts und einer nach wie vor recht guten Arbeitsmarktlage mit einer etwas höheren Wachstumsrate von 0,8 %.
Auch die Konjunktur in den USA verliert mittlerweile an Schwung. Nach einem kräftigen Wachstum zu Jahresbeginn verringerte sich die BIP-Zuwachsrate im 2. Quartal auf 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. Ursächlich hierfür waren insbesondere Rückgänge bei den Exporten sowie bei den gewerblichen Anlageinvestitionen; hier könnten sich die Folgen der internationalen Handelsrestriktionen negativ ausgewirkt haben. Dagegen gingen vom privaten Konsum und den Staatsausgaben positive Wachstumsimpulse aus. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten für den weiteren Jahresverlauf auf ein nochmals verlangsamtes Wachstumstempo hin. In Summe wird die US-Wirtschaft 2019 voraussichtlich um 2,3 % expandieren, 2020 um 1,8 %.
In China wird das Wirtschaftswachstum 2019 weiter an Dynamik verlieren. Nach einem Plus von 6,6 % im Vorjahr ist für dieses Jahr ein Zuwachs von 6,2 % zu erwarten, für 2020 ein weiterer Rückgang der Wachstumsrate auf 5,8 %. Aktuell entwickeln sich die Exporte aufgrund der Handelskonflikte besonders schwach, während der Dienstleistungssektor zu einem Zuwachs des BIP beiträgt. Diese Entwicklung unterstützt die Pläne der Regierung, den Strukturwandel der Wirtschaft hin zu wertschöpfungsintensiveren Industrien und Dienstleistungen zu beschleunigen. Um in den nächsten Jahren eine zu starke Wachstumsverlangsamung innerhalb dieses Prozesses zu vermeiden, dürften unter anderem Infrastrukturinvestitionen ausgeweitet werden. Dabei ist der Spielraum der Regierung für zusätzliche Ausgaben allerdings begrenzt, um das bestehende Schuldenproblem nicht zu verschärfen.
In Indien hat sich das Wirtschaftswachstum im 1. Halbjahr 2019 deutlich verlangsamt. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Krise im Schattenbankensektor. Sie wurde durch den Konkurs eines Kreditunternehmens ausgelöst und zu einem drastischen Rückgang der von Schattenbanken bereitgestellten Finanzierungsmittel geführt. Besonders betroffen hiervon sind kleine Unternehmen und private Haushalte. Insgesamt wird das BIP in Indien deshalb 2019 nur um 5,8 % zulegen. Das Jahr 2020 dürfte dann eine Wachstumsbeschleunigung auf 6,6 % bringen. Impulse hierfür werden von der Finanzpolitik ausgehen; auch das Ende 2017 beschlossene Infrastrukturprogramm dürfte weiter expansiv wirken.
In Brasilien nahm die gesamtwirtschaftliche Wachstumsdynamik im 2. Quartal 2019 zwar spürbar zu, die Stimmungsindikatoren zeichnen aber nach wie vor ein verhaltenes Konjunkturbild. Strukturreformen kommen nur zögerlich voran und der Konflikt um die Zukunft des Amazonas-Regenwalds sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Wir rechnen für dieses Jahr daher mit einem Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8 %, für das kommende Jahr mit einer Erholung auf ein Plus von 1,4 %.
In Russland ging zum Jahresbeginn die wirtschaftliche Aktivität zurück, eine Folge der Mehrwertsteuererhöhung. Zwar hat sich die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf erholt, mit einem nachhaltig kräftigen Wachstum ist perspektivisch allerdings nicht zu rechnen. Neben strukturellen Problemen des Landes werden sich die mit der OPEC vereinbarten neuerlichen Produktionskürzungen negativ auf die Öleinnahmen auswirken. Insgesamt dürfte die russische Wirtschaft in diesem Jahr nur um 1,0 % zulegen und 2020 mit 1,6 % etwas stärker expandieren.
BRUTTOINLANDSPRODUKT
reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognose
Entwicklung der Industriekonjunktur durch Zurückhaltung bei Investitionen belastet
Automobilbau
Nachdem die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bereits 2018 einen Rückgang gegenüber Vorjahr verzeichnete, wird sie dieses Niveau 2019 nochmals deutlich unterschreiten. Für 2020 wird gegenwärtig mit einem weiteren leichten Rückgang gerechnet. Für das Gesamtjahr 2019 ist von einem Rückgang um 5 % auf 86,6 Mio Einheiten auszugehen, für 2020 mit einem Rückgang von 0,6 % auf dann 86,1 Mio Einheiten (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sogenannte CKD-Einheiten).
Die weltweiten Märkte zeigen sich überwiegend rückläufig, insbesondere der weltgrößte Markt China entwickelte sich seit Anfang des 2. Halbjahres 2018 deutlich schlechter als im Vorjahr. Nachdem dieser Trend mehr als ein Jahr anhielt, wird für das Gesamtjahr 2019 mit einem deutlichen Produktionsrückgang um 9 % auf 24,2 Mio Einheiten gerechnet. Für 2020 zeichnet sich gegenwärtig eine leichte Erholung um 0,4 % auf 24,3 Mio Einheiten ab, allerdings ist dieser Ausblick mit hoher Unsicherheit behaftet.
In Westeuropa belastete die Einführung des WLTP-Zyklus im Jahr 2018 die Produktion mit einem Rückgang um rund 3 % stärker als zuvor erwartet. Für das Jahr 2019 wird hier von einer weiteren Konsolidierung und damit verbunden einem Minus von knapp 6 % gegenüber dem Vorjahr ausgegangen, bevor 2020 voraussichtlich eine Stabilisierung eintritt. Vor allem Handelskonflikte und Unsicherheiten belasten die Produktion. Die deutsche Inlandsproduktion wird nach einem Einbruch 2018 von 8 % im aktuellen Jahr 2019 um weitere 7 % und damit erneut deutlich im Vergleich zum Vorjahr abnehmen und auf knapp 4,9 Mio produzierte Einheiten schrumpfen. Absatzrückgänge in Haupt-Exportmärkten wie Großbritannien, USA, Spanien oder Italien belasten deutsche Hersteller aktuell spürbar. Für 2020 wird gegenwärtig wieder mit einem Wachstum auf dann deutlich verringertem Niveau gerechnet.
Die nordamerikanische Produktion wird 2019 und 2020 voraussichtlich um etwa 2 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahr sinken. Für die US-amerikanische Produktion wird bezogen auf 2019 ein Rückgang in Höhe von 1,4 % auf 10,9 Mio Einheiten erwartet, für 2020 mit -0,2 % nahezu eine Seitwärtsbewegung.
Die indische Produktion wird 2019 - nach einem deutlichen Produktionswachstum 2018 um rund 6 % auf 4,6 Mio Einheiten - voraussichtlich mit gut 11 % einen zweistelligen Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Steigende Zinsen und höhere Haltungskosten werden als Ursache für die rückläufige Nachfrage angeführt. Für 2020 wird nur noch mit einem moderaten Rückgang der Produktion um gut 2 % auf dann 4 Mio Einheiten gerechnet.
Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Erreichen der Talsohle 2016 damit, sich zu erholen, und konnte kontinuierlich zulegen. Bei starker heimischer Nachfrage wird das Produktionswachstum aktuell jedoch durch den erheblichen Absatzrückgang in Argentinien gehemmt, einem Hauptexportziel der brasilianischen Produktion. Für 2019 und 2020 werden Wachstumsraten von gut 3 bzw. 2 % prognostiziert. Damit würden 2020 fast 2,9 Mio produzierte Einheiten erreicht.
ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN
| 2018 | 20191) | 20201) | |
|---|---|---|---|
| Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 2) | |||
| Welt | 91,0 | 86,6 | 86,1 |
| Westeuropa (inkl. Deutschland) | 14,3 | 13,4 | 13,4 |
| Deutschland | 5,3 | 4,9 | 5,1 |
| USA | 11,0 | 10,9 | 10,8 |
| Mexiko | 3,9 | 3,9 | 3,7 |
| Japan | 9,2 | 9,3 | 8,9 |
| China | 26,6 | 24,2 | 24,3 |
| Indien | 4,6 | 4,1 | 4,0 |
| Brasilien | 2,7 | 2,8 | 2,9 |
| Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 2,4 | - 2,4 | - 2,0 |
| USA | 7,1 | 2,0 | 1,0 |
| Japan | 5,4 | - 3,8 | 2,2 |
| China | 9,2 | 6,8 | 6,7 |
| Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr | |||
| Deutschland | 3,1 | 2,7 | 1,6 |
| USA | 2,9 | 0,8 | 2,3 |
| China | 4,4 | 5,4 | 4,0 |
| Indien | 8,7 | 6,5 | 8,2 |
1) Prognose (September/Oktober 2019)
2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t (nur vollständig montierte Fahrzeuge, ohne sog. CKD-Einheiten)
Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen
Maschinenbau
Der Produktionszuwachs wird beim weltweiten Maschinenbau 2019 deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr. Hauptgrund ist die weniger dynamische Investitionsgüterkonjunktur. In China etwa dürfte die Wachstumsrate 2019 mit voraussichtlich rund 7 % unter der des Vorjahres liegen, 2020 in etwa dieses Wachstumstempo beibehalten. Der US-Maschinenbau wird 2019 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein deutlich schwächeres Produktionsplus von nur noch 2 % ausweisen, was insbesondere auf die nachlassende Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2020 erwarten wir einen noch etwas geringeren Zuwachs. Der europäische Maschinenbau rutscht, nach einem soliden Produktionszuwachs 2018, im laufenden Jahr mit einem Minus von rund 1 % in den negativen Bereich; 2020 wird wieder mit einer Erholung und einem Wachstumsplus von etwa 1 % gerechnet.
Die deutschen Maschinenbauer verbuchten bis August 2019 einen Auftragsrückgang von 9 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Minus im In- und im Ausland gleich hoch war. Die schwache Branchendynamik spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: Die Auslastungsquote sank von rund 89 % im Januar auf knapp 87 % im Juli. Die Produktion ging bis Juli 2019 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,4 % zurück. Der Trend ist weiter rückläufig, der Ausblick auf das Geschäft und die Exporte angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken pessimistisch. Konsequenterweise wurde daher die Wachstumsprognose für die Produktion des deutschen Maschinenbaus 2019 erneut deutlich nach unten korrigiert. Die schwächere weltweite Konjunktur, umfangreiche Handelsrestriktionen, geopolitische Verwerfungen und der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie bremsen die weltweite Investitionsdynamik. Daher dürfte der Ausstoß der Branche in Deutschland in diesem Jahr um gut 2 % unter dem des Vorjahres liegen. Auch für 2020 ist mit einem Rückgang im Bereich von 2 % zu rechnen.
Bauwirtschaft
Die Bautätigkeit im Euro-Raum wird 2019 und 2020 voraussichtlich um 3,1 bzw. 1,8 % zulegen. In Deutschland ist die Baukonjunktur 2019 stark. Vor allem für den Wohnungsbau ist auch künftig mit einem ungebrochenen Aufwärtstrend zu rechnen. Nach wie vor sind die Bedingungen hier sehr attraktiv: Die Haushalte profitieren weiter von der günstigen Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre und dem hohen Beschäftigungsstand. Zudem gibt es neben dem niedrigen Zinsniveau erhebliche weitere finanzpolitische Impulse in Form des Baukindergelds. Im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau dürften die Zuwächse konjunkturbedingt etwas hinter denen der Vorjahre zurückbleiben. In Summe wird die deutsche Bauwirtschaft 2019 voraussichtlich um knapp 3 % wachsen und erst 2020 etwas an Dynamik verlieren.
In China wird das Wachstum in der Bauwirtschaft 2019 auf rund 5,5 % steigen, bevor es 2020 auf 4 % zurückgeht. Grund für die Entwicklung im kommenden Jahr ist die Bestrebung der Regierung, die Überhitzung des Immobilienmarktes insbesondere in den Großstädten sowie die hohe Verschuldung einzudämmen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich in diesem Jahr weniger schwungvoll. Die Zahl der begonnenen Neubauten fiel zur Jahresmitte drei Monate in Folge. Die Hauspreise stiegen zuletzt nur noch um rund 2 % gegenüber dem Vorjahr (gemäß S&P Case-Shiller Hauspreis-Index, 20 Metropolregionen), nach einem Zuwachs von gut 6 % zur Jahresmitte 2018. Nach einem Plus von rund 3 % im Vorjahr wird die US-Bautätigkeit 2019 lediglich um knapp 1 % zulegen. Im kommenden Jahr wird ein Zuwachs von gut 2 % erwartet.
Stahlmarkt
Die internationale Stahlindustrie bewegt sich auch 2019 in schwierigem Fahrwasser. Die weltweit nachlassende Industriekonjunktur, die insbesondere die Automobilindustrie erfasst hat, globale Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und daraus resultierende Unsicherheiten und Risiken haben die Stahlmärkte massiv in Mitleidenschaft gezogen. Weltweit zeichnet sich dennoch eine im Vorjahresvergleich leicht höhere Stahlnachfrage - knapp 1,78 Mrd t Walzstahl - ab, die jedoch hauptsächlich der fortgesetzten Expansion in China geschuldet ist. Hier dürfte sich die Stahlnachfrage, getrieben vom Bausektor und gestützt durch staatliche Stimuli, um rund 4 % erhöhen. Die Welt ohne China verzeichnet 2019 dagegen insgesamt kaum eine Steigerung der Nachfrage nach Stahl. Lediglich in den asiatischen Schwellenländern und der GUS steigt die Stahlnachfrage noch merklich. Sowohl Nordamerika insgesamt als auch die USA verbuchen 2019 einen Anstieg von rund 1 %. Der südamerikanische Markt verzeichnet insgesamt eine Seitwärtsbewegung, wobei nur Brasilien ein leichtes Wachstum von rund 2 % realisiert. In den anderen Regionen sind die Stahlmärkte dagegen rückläufig oder stagnieren.
Die Stahlnachfrage in der EU dürfte 2019 nicht zuletzt als Folge des Produktionsrückgangs in der Automobilindustrie um gut 1 % unter das Vorjahresniveau fallen. Insbesondere die noch solide wachsende Bauwirtschaft wird aller Voraussicht nach einen stärkeren Einbruch verhindern. Deutschland mit seiner exportorientierten Wirtschaft ist von den negativen Entwicklungen besonders betroffen: Die Industrieproduktion ist seit Mitte 2018 rückläufig und 2019 wird mit einem Rückgang des Stahlmarktes von 6 % gerechnet. Die Türkei befindet sich im zweiten Jahr einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise; 2019 dürfte die Stahlnachfrage dort angesichts der stark rückläufigen Bautätigkeit und Automobilproduktion nochmals um annähernd 15 % sinken.
Anhaltende strukturelle Überkapazitäten weltweit mit der Folge erheblicher Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen sowie volatile Rohstoffmärkte verstärken die konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen und das unsichere geopolitische Umfeld.
Der Qualitätsflachstahlmarkt in der EU verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Rückgang von rund 4 % im Vergleich zum selben Zeitraum 2018. Für den weiteren Jahresverlauf lassen Frühindikatoren kaum eine Erholung erwarten. Zu dieser negativen Entwicklung trug nicht zuletzt die Schwäche der Automobilindustrie, die den Flachstahlbedarf maßgeblich beeinflusst, und ihrer Zulieferer bei. Für die europäische Stahlindustrie bleibt die Wettbewerbssituation unverändert angespannt. Die Importe aus Drittländern, die noch 2018 ein Zehnjahreshoch erreicht und zu einer Rekordimportquote von fast 20 % geführt hatten, verharrten insgesamt auf hohem Niveau. Um Umlenkungen von Handelsströmen in die EU aufgrund der US-Zölle auf Stahlimporte einzudämmen, hatte die EU-Kommission 2018 zunächst vorläufige, ab Februar 2019 dann endgültige Schutzklauselmaßnahmen in Kraft gesetzt. Eine wesentliche begrenzende Wirkung auf die Gesamtimporte hatten diese bislang jedoch nicht. Die Einlieferungen aus der Türkei verzeichneten einen signifikanten Anstieg, und zwar schon im vierten Jahr in Folge; allein auf die Türkei entfielen im 1. Halbjahr 2019 rund 25 % der Qualitätsflachstahlimporte der EU. Die konjunkturbedingt niedrigere Nachfrage bei gleichzeitig zu hohem Angebot hat die Preise im europäischen Flachstahlmarkt erheblich unter Druck gesetzt. Der bereits im 4. Quartal 2018 begonnene Abwärtstrend auf den Spotmärkten hielt bis zum Ende des Geschäftsjahres an; danach zeichnete sich noch kein Ende des Preisverfalls ab.
Im Jahr 2020 dürfte die weltweite Nachfrage nach Stahl bei voraussichtlich anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und weiter hohen Risiken langsamer - um etwa 1 bis 2 % - steigen. Die Visibilität ist außerordentlich gering und die Abwärtsrisiken überwiegen. Das Wachstum des chinesischen Stahlmarkts wird sich deutlich verlangsamen, prognostiziert ist ein Plus von etwa 1 %. Bei den übrigen Schwellenländern gehen wir von einer deutlichen Nachfrageerholung aus, wobei Indien und die ASEAN-Staaten auf einem robusten Wachstumspfad bleiben dürften. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage allenfalls verhalten zunehmen. Für die USA wird ein Plus von unter 1 % erwartet. In der EU und in Deutschland rechnen wir mit einer Zunahme von rund 1 bzw. 2 %, was jeweils einer moderaten Erholung ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis entspricht. Vor dem Hintergrund der weiter bestehenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben.
Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand
thyssenkrupp bringt mit "newtk" eine strategische Neuausrichtung auf den Weg
Die angekündigte Untersagung des Stahl-Joint-Ventures durch die Europäische Kommission sowie veränderte Rahmenbedingungen - die konjunkturelle Eintrübung und deren Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung sowie die Entwicklung des Aktienkurses - haben thyssenkrupp dazu veranlasst, die geplante Teilung in zwei eigenständige, unabhängige Unternehmen abzusagen. Stattdessen hat das Unternehmen seine strategischen Optionen neu bewertet und mit "newtk" eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Mehr Informationen zu unserer strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".
Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter unseren Zielen zurück. Insbesondere die anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung sowie die niedrigere AutomobilNachfrage, hauptsächlich in China, belasteten das Ergebnis. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte beeinflussten die Entwicklung unserer zyklischen Geschäfte mit Automobilkomponenten und Werkstoffen erheblich. Hinzu kamen bei Components Technology die negativen Ergebnisbeiträge bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte sowie Belastungen aus der Neubewertung des Auftragsportfolios. Gleichzeitig entwickelte sich das Geschäft mit Industriekomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr, so dass Components Technology insgesamt den Ergebnisbeitrag steigern konnte. Elevator Technology verzeichnete trotz höherer Kosten aufgrund höherer Materialpreise in den USA einen Ergebnisanstieg. Neben Effizienz-Programmen trug das deutliche Wachstum im Servicegeschäft in den USA und China maßgeblich dazu bei. Bei Industrial Solutions lag die Ergebnisentwicklung im Chemie- und Zementanlagenbau sowie bei Mining durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung als auch partieller Unterauslastung unter Vorjahr. Der größte Ergebnistreiber war jedoch System Engineering infolge der konjunkturbedingten rückläufigen Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie sowie durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung. Marine Systems konnte das Ergebnis insbesondere durch den Wegfall einmaliger Projektaufwendungen und einen gestiegenen Umsatz stabilisieren, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Abrechnung belasteten. Das Geschäft bei Materials Services war durch sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage, vor allem im lagerhaltenden Handel und Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa, gekennzeichnet. Die positive Entwicklung in Nord-Amerika konnte dies nicht mehr kompensieren. Bei Steel Europe führten deutlich rückläufige Versandmengen bei gleichzeitig gestiegenen Kosten - insbesondere signifikant gestiegene Rohstoffkosten - zu einem erheblichen Ergebnisrückgang. Der Beitrag zum Bereinigten EBIT durch Corporate verbesserte sich deutlich, hauptsächlich infolge der schneller als geplant erfolgten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in Zentrale und Regionalorganisation.
Der Jahresfehlbetrag des Konzerns lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahr, insbesondere infolge der vorstehend beschriebenen operativen Entwicklung. Zusätzlich belasteten die Erhöhung einer Rückstellung um etwas mehr als 100 Mio € für Risiken aus einem Kartellverfahren bei Steel Europe sowie Aufwendungen für notwendige Restrukturierungen für künftige Verbesserungen. Ein niedriger Steueraufwand durch die Aktivierung latenter Steuern sowie ein verbessertes Zinsergebnis konnten diese Entwicklungen nicht mehr kompensieren.
Der Free Cashflow vor M & A lag im Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert: Die deutlich erhöhte Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen insbesondere bei unseren Geschäften mit Werkstoffen führte zu einem deutlich negativen FCF vor M & A nach 9 Monaten. Der stark positive FCF vor M & A mit positiven Business Cashflow Beiträgen unserer Werkstoffgeschäfte sowie bei Components Technology und Elevator Technology im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht mehr kompensieren, sodass der FCF vor M & A für das Gesamtjahr negativ war.
Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit 3,7 Mrd € deutlich über dem Vorjahreswert (2,4 Mrd €). Ausschlaggebend waren im Wesentlichen die zuvor genannten Effekte sowie die Dividendenzahlung.
Das Eigenkapital des Konzerns lag mit 2,2 Mrd € deutlich unter dem Vorjahr (3,2 Mrd €). Haupttreiber waren der im Berichtsjahr erzielte Jahresfehlbetrag, die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen infolge niedrigerer Zinsen sowie die Dividendenzahlung.
Aufgrund der beschriebenen Entwicklung lag das Gearing zum Bilanzstichtag bei 166,8 % (Vorjahr: 73,8 %) und damit innerhalb des Covenant-Grenzwertes. Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 7,3 Mrd € (30. September 2019) sowie einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.
Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der "Prognose-, Chancen- und Risikobericht".
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN
| Konzern1) 2) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2017/2018 | 2018/2019 | Veränderung | in % | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Auftragseingang | Mio € | 41.486 | 41.994 | 507 | 1 |
| Umsatz | Mio € | 41.534 | 41.996 | 462 | 1 |
| EBIT 3) | Mio € | 937 | 272 | - 665 | - 71 |
| EBIT-Marge | % | 2,3 | 0,6 | - 1,6 | - 71 |
| Bereinigtes EBIT 3) | Mio € | 1.444 | 802 | - 642 | - 44 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,5 | 1,9 | - 1,6 | - 45 |
| Ergebnis vor Steuern | Mio € | 561 | - 83 | - 644 | -- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern | Mio € | -12 | - 260 | - 248 | -- |
| davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | Mio € | - 62 | - 304 | - 241 | -- |
| Ergebnis je Aktie | € | - 0,10 | - 0,49 | - 0,39 | -- |
| Operating Cashflow | Mio € | 1.184 | 72 | - 1.113 | - 94 |
| Cashflow für Investitionen | Mio € | -1.386 | - 1.443 | - 58 | - 4 |
| Cashflow aus Desinvestitionen | Mio € | 87 | 108 | 22 | 25 |
| Free Cashflow 4) | Mio € | - 115 | - 1.263 | - 1.149 | -- |
| Free Cashflow vor M & A 4) | Mio € | - 134 | - 1.140 | - 1.007 | -- |
| Netto-Finanzschulden (30.09.) | Mio € | 2.364 | 3.703 | 1.339 | 57 |
| Eigenkapital (30.09.) | Mio € | 3.203 | 2.220 | - 983 | - 31 |
| Gearing (30.09.) | % | 73,8 | 166,8 | 93,0 | 126 |
| ROCE | % | 6,0 | 1,6 | - 4,3 | - 73 |
| thyssenkrupp Value Added | Mio € | - 322 | - 1.068 | - 746 | -- |
| Dividende je Aktie | € | 0,15 | - 5) | - | - |
| Ausschüttung | Mio € | 93 | - 5) | - | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 161.096 | 162.372 | 1.276 | 1 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
4) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
5) Vorschlag an die Hauptversammlung.
Prognose-Ist-Vergleich
In einem anhaltend schwächer als erwarteten konjunkturellen Umfeld blieb die Entwicklung der Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT, Free Cashflow vor M & A sowie thyssenkrupp Value Added (tkVA), die wir uns zu Beginn des Berichtsjahres gesetzt hatten, deutlich hinter unseren Erwartungen zurück.
Unsere Prognose für das Bereinigte EBIT, die wir zu Beginn des Geschäftsjahres formuliert hatten, haben wir nicht erreicht. Hauptgrund dafür war die entgegen unseren Annahmen anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte belasteten die Entwicklung insbesondere unserer zyklischen Geschäfte mit Automobilkomponenten und Werkstoffen. Das Bereinigte EBIT-Ziel für den Konzern haben wir im Zwischenbericht zum 1. Halbjahr entsprechend angepasst. Dies reflektiert außerdem die Anpassung des Ausweises der Business Area Steel Europe als wieder fortgeführte Aktivität, die nach angekündigter Untersagung des geplanten Stahl-Joint-Ventures durch die Europäische Kommission notwendig geworden war. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel "Vorbemerkungen". Darüber hinaus belasteten bei Elevator Technology höhere Kosten aufgrund von Material- und Absatzpreisentwicklungen in den USA, hervorgerufen durch Zölle auf Werkstoffimporte, sowie in China das Bereinigte EBIT im 1. Halbjahr. Hinzu kamen bei Industrial Solutions das anhaltend schwierige Marktumfeld bei Zement sowie die rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie. Gleichzeitig schritten bei Corporate die Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in der Zentrale und der Regionalorganisation schneller voran als erwartet.
Das im 1. Halbjahr formulierte Ziel für das Bereinigte EBIT konnten wir jedoch nicht halten. Neben den weiterhin schwachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit ausbleibender Erholung der Automobilnachfrage im Wesentlichen in China belasteten insbesondere die stark gestiegenen Rohstoffkosten und der Importdruck bei Stahl weiterhin erheblich die Mengen- und Margenentwicklung vorwiegend bei unseren Geschäften mit Automobilkomponenten und Werkstoffen. Dementsprechend haben wir im 9-Monats-Bericht unsere Prognose für das Bereinigte EBIT weiter reduziert und mit einem Wert von 802 Mio € letztlich auch erreicht.
Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für den Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A), das lediglich für die fortgeführten Aktivitäten galt, wurde infolge des Ausweises von Steel Europe als wieder fortgeführte Aktivität zum 1. Halbjahr angepasst. Zudem reflektiert das neue Konzern-Ziel die oben bereits erläuterte schwächere Ergebnisentwicklung im 1. Halbjahr. Die auch im 2. Halbjahr anhaltend schwächeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Verwerfungen an den Rohstoffmärkten sowie der Importdruck bei Stahl mit Mengen-, Margen- und Belastung des Netto-Umlaufvermögens wurden mit der Anpassung im 9-Monats-Bericht berücksichtigt. Die im 9-Monats-Bericht entsprechend aktualisierte Prognose für den FCF vor M & A haben wir erreicht.
Der tkVA blieb aufgrund der Ergebnisbelastungen hinter dem Vorjahreswert und unserer ursprünglichen Prognose zurück; die entsprechende Anpassung haben wir im Halbjahresabschluss vorgenommen.
Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".
Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie die finalen Zahlen 2018 / 2019:
PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018 / 2019
| Prognose im Geschäftsbericht 2017 / 2018 | Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2018 / 2019 | Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2018 / 2019 | Ist Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz (fortgeführte Aktivitäten) | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | |||
| Umsatz (Konzern) | Auf Vorjahresniveau | +1 %; auf vergleichbarer Basis: +0 % | ||
| Components Technology | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | +4 %; auf vergleichbarer Basis: +2 % | |
| Elevator Technology | Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich | Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich | +5 %; auf vergleichbarer Basis: +4 % | |
| Industrial Solutions | Deutliche Erholung im knapp zweistelligen Prozentbereich | Deutliche Erholung | +10 %; auf vergleichbarer Basis: +10 % | |
| Marine Systems | +30 %; auf vergleichbarer Basis: +30 % | |||
| Materials Services | -6 %; auf vergleichbarer Basis: -7 % | |||
| Steel Europe | -4 %; auf vergleichbarer Basis: -5 % | |||
| Bereinigtes EBIT (fortgeführte Aktivitäten) | > 1 Mrd € | |||
| Bereinigtes EBIT (Konzern) | 1,1 bis 1,2 Mrd € | Rund 0,8 Mrd € | Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 642 Mio € auf 802 Mio € | |
| Components Technology | Deutliche Erholung aus Steigerung des Umsatzes und deutlicher Verbesserung der Marge | Erholung aus Steigerung des Umsatzes und leichter Verbesserung der Marge | Verbesserung um 35 Mio € auf 233 Mio € | |
| Elevator Technology | Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge | Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes bei stabiler Marge | Verbesserung um 42 Mio € auf 907 Mio € bei stabiler Marge von 11,4 % | |
| Industrial Solutions | Deutliche Verbesserung bei graduellem Fortschritt innerhalb des Jahres in Richtung eines ausgeglichenen Wertes | Leichte Verbesserung bei Fortschritt im 2. Halbjahr | Leicht unter Vorjahr | Rückgang um 43 Mio € auf -170 Mio € |
| Marine Systems | Deutliche Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen Wertes | Verbesserung um 129 Mio € auf 1 Mio € | ||
| Materials Services | Leicht unter Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 211 Mio € auf 107 Mio € | |
| Steel Europe | Positiver Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 655 Mio € auf 31 Mio € | |
| Corporate | Annährend auf Vorjahresniveau | Auf Vorjahresniveau | Deutliche Verbesserung gegenüber Vorjahr | Verbesserung um 71 Mio € auf -306 Mio € |
| Ergebnis nach Steuern (fortgeführte Aktivitäten) | Deutliche Verbesserung auf einen wieder positiven Wert | |||
| Jahresüberschuss (Konzern) | Negativ | Rückgang um 248 Mio € auf -260 Mio € | ||
| Investitionen (fortgeführte Aktivitäten) | Rund 1,0 Mrd € | |||
| Investitionen (Konzern) | Rund 1,5 Mrd € | Anstieg um 58 Mio € auf 1.443 Mio € | ||
| FCF vor M & A (fortgeführte Aktivitäten) | Deutliche Verbesserung gegenüber Vorjahr, jedoch insgesamt noch negativ | |||
| FCF vor M & A (Konzern) | Im hohen 3-stelligen Millionen-€-Bereich negativ | > 1 Mrd € negativ | Rückgang um 1.007 Mio € auf -1.140 Mio € | |
| tkVA (Konzern) | Positiv und deutlich über Vorjahr | Deutlich unter Vorjahr | Rückgang um 746 Mio € auf -1.068 Mio € |
Geschäftsentwicklung im Konzern
Geschäftsverlauf
Auftragseingang und Umsatz mit Wachstum, Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr
AUFTRAGSEINGANG
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|---|---|
| Components Technology | 6.595 | 6.996 | 6 | 5 |
| Elevator Technology | 7.853 | 8.171 | 4 | 2 |
| Industrial Solutions 3) | 4.541 | 3.735 | - 18 | - 18 |
| Marine Systems 3) | 648 | 2.192 | 238 | 238 |
| Materials Services | 14.544 | 13.868 | - 5 | - 6 |
| Steel Europe | 9.157 | 8.784 | - 4 | - 4 |
| Corporate | 190 | 198 | 4 | 4 |
| Konsolidierung | - 2.042 | - 1.951 | - | - |
| Konzern 3) | 41.486 | 41.994 | 1 | 0 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
Auftragseingang über Vorjahreswert
Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte übertraf den Vorjahreswert deutlich. Bei Components Technology war die positive Entwicklung auf die Zuwächse im Geschäft mit Industriekomponenten zurückzuführen. Vor allem die Nachfrage in den Bereichen Windenergie, Baumaschinen und schwere Nutzfahrzeuge zog deutlich an. Gleichzeitig konnte das schwache Marktumfeld für Pkw-Komponenten, insbesondere im weltgrößten Markt China, aber auch in Westeuropa und den USA, durch Zuwächse im Lenkungs- und Nockenwellengeschäft kompensiert werden. In der Aufzugssparte erreichte der Auftragseingang einen neuen Höchststand, vor allem dank der Entwicklung in den Regionen Asien-Pazifik und Europa. Der Auftragsbestand lag mit 5,6 Mrd € (exkl. Service) deutlich über dem hohen Vorjahresniveau. Bei Industrial Solutions blieb der Auftragseingang wegen der zurückhaltenden Vergabe von Großprojekten unter dem bereits geringen Wert des Vorjahres. Die Nachfrage für Zementanlagen verharrte aufgrund der in den vergangenen Jahren aufgebauten Kapazitäten weiterhin auf niedrigem Niveau. Im Bereich Mining ging die Nachfrage trotz mehrerer Aufträge leicht zurück. Im Chemieanlagenbau verzeichneten wir in einen positiven Nachfragetrend; der Auftragseingang blieb jedoch infolge eines Großauftrages im Vorjahr unter dem hohen Vorjahr. Unter anderem trugen Düngemittelanlagen in Ägypten und Saudi-Arabien zum Auftragseingang bei. Unterstützt wurde dies durch eine robuste Nachfrage nach Anlagen, Ausrüstung und Services im Bereich Elektrolyse, insbesondere in Europa und Asien. Bei System Engineering war der Auftragseingang stark rückläufig. Gründe waren die nachlassende Dynamik in der Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie, hauptsächlich infolge des sich abzeichnenden Technologiewandels in Richtung Elektromobilität, branchenspezifischer Konjunkturrisiken sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. Marine Systems verzeichnete einen deutlichen Auftragsanstieg, im Wesentlichen bedingt durch einen Auftrag für vier Fregatten aus Nordafrika.
Der Auftragseingang der Werkstoffgeschäfte insgesamt lag unter dem Vorjahreswert. Bei Materials Services konnte das starke Lager- und Servicegeschäft in Nordamerika im Wesentlichen das schwächere Lager- und Servicegeschäft in Europa und das schwächere weltweite Streckengeschäft nicht ausgleichen. Bei Steel Europe konnten die höheren Durchschnittserlöse, die durch den hohen Anteil langfristiger Kontraktgeschäfte im 1. Halbjahr erzielt wurden, den deutlichen Mengenrückgang nicht kompensierten. Während zu Beginn des Geschäftsjahres die Bestellmengen aufgrund erheblicher Produktionseinschränkungen - unter anderem infolge des Rhein-Niedrigwassers - sowie infolge der Einführung von WLTP belastet wurden, machte sich in den Folgequartalen insbesondere die spürbar gesunkene Nachfrage seitens der Automobilindustrie bemerkbar. Im 4. Quartal gingen die Bestellungen der übrigen Industriekunden merklich zurück.
UMSATZ
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in % |
|---|---|---|---|---|
| Components Technology | 6.610 | 6.871 | 4 | 2 |
| Elevator Technology | 7.552 | 7.960 | 5 | 4 |
| Industrial Solutions 3) | 3.633 | 4.002 | 10 | 10 |
| Marine Systems 3) | 1.389 | 1.800 | 30 | 30 |
| Materials Services | 14.705 | 13.880 | - 6 | - 7 |
| Steel Europe | 9.470 | 9.065 | - 4 | - 5 |
| Corporate | 329 | 308 | - 6 | - 6 |
| Konsolidierung | - 2.154 | - 1.889 | - | - |
| Konzern 3) | 41.534 | 41.996 | 1 | 0 |
1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN
in Mio € (Vorjahreswert in Klammern 1),2))

1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst
2) Siehe auch Vorbemerkungen
3) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2018/2019
in %

Umsatzentwicklung folgt Auftragseingang
Die Umsatzentwicklung der Industriegütergeschäfte folgte dem Auftragseingang. Components Technology profitierte von starken Zuwächsen bei Industriekomponenten, während die Auslieferungen bei Automobilkomponenten dagegen nur leicht anstiegen. Der Umsatz von Elevator Technology lag insbesondere infolge der positiven Entwicklung in den USA deutlich über dem Vorjahreswert. Hauptgrund für den deutlichen Umsatzanstieg bei Industrial Solutions waren höhere Umsätze im Chemieanlagenbau aus Großprojekten. Die Umsätze von Marine Systems lagen ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert, hauptsächlich infolge der signifikanten Umsatzsteigerung im Unter- und Überwasserbereich.
Die Umsatzentwicklung in den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe war durch das schwache Marktumfeld gekennzeichnet, das mit einem spürbaren Mengenrückgang einherging. Zudem wurden die Versandmengen bei Steel Europe durch Kürzungen aufgrund der Produktionsanpassung infolge des Rheinniedrigwassers und negativer Auswirkungen der WLTP Problematik belastet.
Die regionale Umsatzverteilung war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem leicht rückläufigen Umsatzanteil von rund 30 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 21 % leicht zunahm, sowie das Geschäft mit Westeuropa, das leicht auf 19 % zurückging. Im Großraum China blieb der Umsatzanteil mit rund 8 % unverändert.
Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 25 % die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponenten- und Stahlgeschäft. Es folgten der Handel sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war rückläufig, während die Bauwirtschaft unverändert blieb.
Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr
BEREINIGTES EBIT
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018/2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 197 | 233 | 18 |
| Elevator Technology | 865 | 907 | 5 |
| Industrial Solutions 1) | -127 | - 170 | - 34 |
| Marine Systems 1) | -128 | 1 | ++ |
| Materials Services | 317 | 107 | - 66 |
| Steel Europe | 687 | 31 | - 95 |
| Corporate | - 377 | - 306 | 19 |
| Konsolidierung | 10 | -1 | - |
| Konzern 1) | 1.444 | 802 | - 44 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück. Insbesondere die entgegen unseren Annahmen anhaltend schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung sowie die niedrigere Automobil-Nachfrage, hauptsächlich in China, belasteten das Ergebnis. Die daraus resultierenden negativen Preis- und Mengeneffekte beeinflussten die Entwicklung unserer zyklischen Geschäfte mit Automobil-Komponenten und Werkstoffen erheblich. Auch umfangreiche Management-Initiativen konnten dies nicht auffangen.
Neben den bereits genannten Effekten wirkten bei Components Technology zudem die negative Leistung bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte sowie eine Neubewertung des Auftragsportfolios belastend. Gleichzeitig entwickelte sich das Geschäft mit Industriekomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr. Die entsprechende Marge für Components Technology lag mit 3,4 % über dem Vorjahr. Der Ergebnisbeitrag von Elevator Technology übertraf den Vorjahreswert. Positive Beiträge aus dem Performance-Programm sowie das deutliche Wachstum des Servicegeschäfts in den USA und China überkompensierten die höheren Kosten infolge höherer Materialpreise in den USA. Mit 11,4 % war die Marge stabil, auch im Vergleich zum Wettbewerb. Bei Industrial Solutions war das Bereinigte EBIT infolge von geringeren Margen bei Projekten in Abrechnung sowie partieller Unterauslastung rückläufig. Zudem verzeichnete System Engineering eine konjunkturbedingt rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie sowie geringere Margen bei Projekten in Abrechnung. Mit nicht akzeptablen -4,2 % blieb die Bereinigte EBIT-Marge, wie bereits im Vorjahr, negativ. Marine Systems konnte das Ergebnis insbesondere durch das Entfallen einmaliger Projektaufwendungen und einen höheren Umsatz knapp positiv stabilisieren, wenngleich geringere Margen bei Projekten in Abrechnung belasteten. Die Marge verbesserte sich deutlich auf einen ausgeglichenen Wert.
In einem schwachen Marktumfeld lag das Bereinigte EBIT der Werkstoffgeschäfte, trotz Unterstützung durch Kosteneinsparungsprogramme, signifikant unter dem des Vorjahres. Das Geschäft bei Materials Services war durch sinkende Marktpreise und eine sehr schwache Nachfrage, vor allem im lagerhaltenden Handel und Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa, gekennzeichnet. Eine Ausnahme bildete das Geschäft in Nordamerika, das sich auch im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelte. Weitere positive Effekte, unter anderem durch Grundstücksverkäufe sowie die Kompensation durch Steel Europe für die Teil-Übertragung des Streckengeschäfts, konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Die Marge sank auf 0,8 %. Der Ergebnisbeitrag von AST lag, im Wesentlichen wegen der ungünstigen Mengen- und Preisentwicklung bei Edelstahl, deutlich unter dem Vorjahreswert. Bei Steel Europe führten deutlich rückläufige Versandmengen und der Erlösverfall, insbesondere im 2. Halbjahr, bei gleichzeitig gestiegenen Kosten zu einem erheblichen Ergebnis- und Margenrückgang. Haupttreiber auf der Kostenseite waren -auch wechselkursbedingt - signifikant gestiegene Rohstoffkosten. Zudem belasteten Logistikkosten infolge des Rhein-Niedrigwassers, Stillstandkosten, die zunehmend auch aus der schwächeren Marktlage resultierten, sowie die Kompensationszahlung an Materials Services für die Teil-Übernahme des Streckengeschäfts.
Die Kosten von Corporate verbesserte sich deutlich auf ein Bereinigtes EBIT von - 306 Mio €, hauptsächlich infolge der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten in Zentrale und Regionalorganisation.
Sondereffekte belasten das Ergebnis
Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 530 Mio € belastet.
SONDEREFFEKTE
| Mio € | 2017/2018 | 2018/2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 76 | 128 | 52 |
| Elevator Technology | 90 | 116 | 26 |
| Industrial Solutions 1) | - 1 | 24 | 25 |
| Marine Systems 1) | -11 | 1 | 12 |
| Materials Services | 47 | 41 | - 6 |
| Steel Europe | 216 | 154 | - 62 |
| Corporate | 89 | 63 | - 26 |
| Konsolidierung | 0 | 3 | 3 |
| Konzern 1) | 507 | 530 | 23 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Bei Components Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem im Zusammenhang mit nachlaufenden Schließungskosten und Wertminderungsaufwendungen. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa und den USA zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich neben einer Kaufpreisanpassung (Earn-out-Vereinbarung) für einen Technologieerwerb Restrukturierungsaufwendungen sowie Wertminderungsaufwendungen im Umlaufvermögen. Gegenläufige Effekte resultierten aus einem Ertrag aus der Liquidation einer Beteiligungsgesellschaft. Marine Systems verbuchte Aufwendungen für die Restrukturierung sowie die Entkonsolidierung der Gesellschaft thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc. Bei Materials Service ergaben sich die Sondereffekte insbesondere aus der Schließung zweier Niederlassungen von thyssenkrupp Aerospace Germany, die der Verschlankung der Strukturen diente. Bei Steel Europe wurde weitere Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren getroffen. Zudem waren neben Sondereffekten aus der Übernahme von IT Infrastruktur von Corporate weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Carve-out für das ursprünglich vorgesehene Stahl-Joint-Venture zu berücksichtigen. Gegenläufig wirkte ein Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Kauf der Kokerei Schwelgern (Duisburg). Bei Corporate ergaben sich im Wesentlichen Sondereffekte für Beratertätigkeiten im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Gegenläufig wirkten Erträge aus der Übertragung von IT Infrastruktur an Steel Europe.
thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich unter Vorjahreswert
Im Berichtsjahr blieb der tkVA negativ. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus einem schwächeren EBIT infolge der schlechteren operativen Entwicklung im Wesentlichen bei unseren Werkstoffgeschäften. Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert und diesen zudem gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert. Der Wertbeitrag von Components Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr ab und blieb damit negativ: neben einem geringeren Ergebnis führten Wachstumsinvestitionen zu einer Steigerung des gebundenen Kapitals. Daneben nahm auch die Kapitalbindung bei Industrial Solutions zu: Bei einem negativen operativen Ergebnis lag der tkVA unter dem bereits negativen Vorjahr. Marine Services konnte den Wertbeitrag infolge einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr steigern, wenngleich der Wert noch negativ blieb. Die Kapitalbindung stieg im Vergleich zum Vorjahr an. Der tkVA von Materials Services lag - insbesondere aufgrund der operativen Entwicklung - deutlich unter dem Vorjahr. Bei Steel Europe lag die durchschnittliche Kapitalbindung leicht unter Vorjahr. Die signifikante Verschlechterung des Ergebnisses führte zu einem deutlichen Rückgang des tkVA gegenüber dem Vorjahr. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.
THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA)
| 2017/2018 | 2018/2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EBIT1)2)3)(Mio €) | Capital employed (Mio €) | WACC (%) |
tkVA (Mio €) | EBIT (Mio €) | Capital employed (Mio €) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern 3) | 937 | 15.739 | 8,0 | - 322 | 272 | 16.749 |
| Davon: | ||||||
| Components Technology | 121 | 3.893 | 8,5 | - 210 | 105 | 4.144 |
| Elevator Technology | 775 | 1.152 | 7,5 | 689 | 791 | 1.292 |
| Industrial Solutions 3) | - 126 | 67 | 8,0 | - 131 | - 194 | 101 |
| Marine Systems 3) | - 117 | 675 | 8,0 | - 171 | 0 | 927 |
| Materials Services | 270 | 3.621 | 8,0 | - 19 | 66 | 3.866 |
| Steel Europe | 470 | 5.544 | 8,5 | - 1 | - 123 | 5.447 |
| 2018/2019 | |||
|---|---|---|---|
| WACC (%) |
tkVA (Mio €) | Veränderung tkVA (Mio €) | |
| --- | --- | --- | --- |
| Konzern 3) | 8,0 | - 1.068 | - 746 |
| Davon: | |||
| Components Technology | 8,5 | - 247 | - 37 |
| Elevator Technology | 7,5 | 695 | 6 |
| Industrial Solutions 3) | 8,0 | - 202 | - 71 |
| Marine Systems 3) | 8,0 | - 74 | 97 |
| Materials Services | 8,0 | - 244 | - 224 |
| Steel Europe | 8,5 | - 586 | - 585 |
1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 24).
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
3) Siehe auch Vorbemerkungen.
Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".
Geschäftsverlauf in den Business Areas
Components Technology
COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 2017/20181) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 6.595 | 6.996 | 6 |
| Umsatz | Mio € | 6.610 | 6.871 | 4 |
| EBIT | Mio € | 121 | 105 | - 13 |
| EBIT-Marge | % | 1,8 | 1,5 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 197 | 233 | 18 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 3,0 | 3,4 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 34.481 | 34.964 | 1 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Weltweiter Produktionsverbund in Umsetzung
Der Auftragseingang und der Umsatz von Components Technology lagen über den Vorjahreswerten, obwohl sich die Marktdynamik, insbesondere in der Automobilindustrie, im Laufe des Geschäftsjahres deutlich abschwächte. Die Steigerungen gegenüber dem Vorjahr resultierten in erster Linie aus dem Bereich Industriekomponenten; dort entwickelte sich die Nachfrage nach Anlagen für die Windenergie, Baumaschinen und schweren Nutzfahrzeugen positiv, mit Schwerpunkten im Class-8-Bereich (> 15 t) und regional in den USA und Europa. Gegen Ende des Geschäftsjahres zeichnete sich allerdings eine konjunkturelle Abkühlung ab. Bei Pkw-Komponenten machte sich insbesondere die schwache Entwicklung im weltgrößten Pkw-Markt China bemerkbar, aber auch in Westeuropa und den USA war die Nachfrage rückläufig. Kompensiert wurde diese Entwicklung durch Zuwächse im Lenkungs- und Nockenwellengeschäft infolge des Serienanlaufs neuer Werke, sodass in diesem Bereich der Umsatz leicht über dem Vorjahreswert lag. Hinzu kamen positive Wechselkurseffekte insbesondere aus dem US-Dollar.
Unsere Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Die Realisierung unseres weltweiten Automotive-Produktionsverbunds schreitet voran: Im neuen Werk für elektrische Lenksysteme in China wurden die Serienlieferungen aufgenommen; an unseren Standorten in Ungarn und Mexiko haben wir Produktneuanläufe gestartet. Auch in Rumänien konnten wir nach der Erweiterung des Produktionsstandorts für Dämpfersysteme die geplanten Produktneuanläufe in Angriff nehmen. Der Aufbau des Federn- und Stabilisatorenwerks in Ungarn ist ebenfalls bereits weit fortgeschritten.
Bereinigtes EBIT gesteigert - Neuaufstellung und Verschlankung der Organisation
Das Bereinigte EBIT von Components Technology lag deutlich über dem durch Qualitätsthemen belasteten Vorjahreswert. Dabei entwickelte sich das Geschäft mit Großwälzlagern, Kurbelwellen und Baumaschinenkomponenten teilweise deutlich besser als im Vorjahr. Belastend wirkten die negative Performance bei Federn und Stabilisatoren verbunden mit höheren Kosten für den Anlauf neuer Kundenprojekte, die Neubewertung des Auftragsportfolios sowie eine rückläufige Nachfrage nach Automobilkomponenten in China und Westeuropa.
Aufgrund der nachlassenden Nachfrage wurden kurzfristige Sparmaßnahmen umgesetzt; dazu zählen die Flexibilisierung des Personaleinsatzes und -aufbaus sowie Einsparungen bei den Sachkosten. Weitere Kostensenkungen durch strukturelle Maßnahmen befinden sich in Vorbereitung.
Im Zusammenhang mit unserer neuen Strategie "newtk" wird unter anderem die Ebene der Business Area weitgehend aufgelöst. Die Geschäfte, die sich unter dem Dach von Components Technology befinden, werden künftig von einem schlanken Office geführt. Im Fokus der Arbeit stehen ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 Aufgaben, die der Steuerung der operativen und finanziellen Performance der Geschäfte sowie der Bewertung von Partnerschaften im Rahmen des flexiblen Portfolios dienen. Zudem bekommt die Einheit einen neuen Namen - aus Components Technology wird Automotive Technology und beinhaltet ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 auch den Bereich System Engineering. Die Geschäfte mit Großwälzlagern (Bearings) und Schmiedeaktivitäten (Forged Technologies) wurden zum 1. Oktober 2019 aus der Business Area herausgelöst und werden seitdem unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Zukünftig wird die Berichterstattung der beiden Einheiten unter dem Namen Industrial Components erfolgen.
Elevator Technology
ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN
| 2017 / 20181) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.068 | 5.590 | 10 |
| Auftragseingang | Mio € | 7.853 | 8.171 | 4 |
| Umsatz | Mio € | 7.552 | 7.960 | 5 |
| EBIT | Mio € | 775 | 791 | 2 |
| EBIT-Marge | % | 10,3 | 9,9 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 865 | 907 | 5 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 11,5 | 11,4 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 53.013 | 53.081 | 0 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Auftragseingang und Umsatz höher als im Vorjahr
Der Auftragseingang der Business Area erreichte im Berichtsjahr mit 8,2 Mrd € einen neuen Höchstwert. Dazu trugen insbesondere die Regionen Asien-Pazifik und Europa bei: Neben mehreren Metro-Großprojekten in China und einem weiteren in Sydney - mit mehr als 200 verkauften Einheiten der bisher größte Auftrag in Australien - wirkten sich unter anderem auch Großprojekte in Russland und der Türkei positiv auf das Geschäft aus. Vor allem in China lag die Anzahl neuinstallierter Anlagen wie auch deren durchschnittlicher Verkaufspreis über dem Vorjahresniveau, aber auch in Europa konnte die Anzahl der verkauften Anlagen deutlich gesteigert werden. Das Servicegeschäft - ein wichtiger Umsatzträger für die Business Area - wuchs vor allem in den USA und in Asien. Der Auftragsbestand belief sich am 30. September 2019 auf 5,6 Mrd € und lag damit deutlich über Vorjahresniveau.
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 %, in erster Linie aufgrund der positiven Entwicklung in den USA. Auch zum Umsatzwachstum im Servicegeschäft trugen die USA sowie China maßgeblich bei. Der Umsatz mit Neuanlagen blieb insgesamt auf dem Vorjahresniveau: Hier konnte das US-Geschäft einen leichten Rückgang in Europa und Korea ausgleichen.
Weitere Meilensteine der globalen Strategie von thyssenkrupp Elevator erreicht
Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts haben wir im Berichtsjahr weitere Meilensteine erreicht.
Im April 2019 wurde der Grundstein für das neue Innovation and Qualification Center in Atlanta (USA) gelegt, dessen Mittelpunkt der neue 128 m hohe Testturm sein wird. Nach den bereits eröffneten Testtürmen im baden-württembergischen Rottweil und in Zhongshan (China) werden auch in Atlanta künftig in insgesamt 18 Schächten neue Konzepte und Prototypen geprüft, darunter Innovationen wie TWIN und MULTI. Direkt nebenan entsteht die neue Zentrale für die Bündelung der Verwaltungs- und Forschungsaktivitäten in den USA. Bis zur geplanten Fertigstellung 2021 sollen hier 900 Vollzeitstellen entstehen.
Beim "Digital Kindergarten" im Juni 2019 in Hamburg, einem Event rund um digitale Trends und Technologien, stellte Elevator Technology seine neue HoloLinc-Technologie vor - ein Konzept, mit dem Treppenlifte in den eigenen vier Wänden in der Planungsphase nicht nur visualisiert, sondern auch erlebt und ausprobiert werden können. Dies leistet einen wesentlichen Beitrag zur schnelleren Verwirklichung einer altersgerechten Infrastruktur in privaten Haushalten - und damit zu einer höheren Lebensqualität bewegungseingeschränkter Menschen. Die durchschnittliche Lieferzeit der Geräte, die meist dringend benötigt werden, lässt sich mit HoloLinc um rund 30 Tage auf rund 10 Tage verkürzen.
Auch mit unserer digitalen vorausschauenden Wartungslösung MAX konnten wir in diesem Jahr wichtige Meilensteine erreichen: Das Konzept wurde im Frühjahr in den französischen Markt eingeführt; erste Wartungsverträge sind schon abgeschlossen. Bis dato haben wir weltweit mehr als 125.000 Aufzüge in Deutschland, Frankreich, Spanien, den USA, Brasilien und Südkorea mit der Technologie ausgestattet.
Bereinigtes EBIT weiter verbessert
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Wesentliche Faktoren waren hier die Umsetzung des Performanceprogramms, das durch Leistungsoptimierung und Restrukturierung positive Beiträge lieferte, sowie das deutliche Wachstum des Servicegeschäfts in den USA und China. Vor allem das Bereinigte EBIT in China konnten wir im Vergleich zum Vorjahr erheblich steigern und damit die höheren Materialpreise in den USA weitestgehend auffangen. Die Bereinigte EBIT-Marge lag mit 11,4 % auf Vorjahresniveau. Das EBIT konnten wir verbessern: Es belief sich auf 791 Mio € - eine Steigerung um 16 Mio € gegenüber dem Vorjahr.
Industrial Solutions
INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.792 | 5.473 | - 5 |
| Auftragseingang | Mio € | 4.541 | 3.735 | - 18 |
| Umsatz | Mio € | 3.633 | 4.002 | 10 |
| EBIT | Mio € | -126 | - 194 | - 54 |
| EBIT-Marge | % | - 3,5 | - 4,9 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | -127 | - 170 | - 34 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | - 3,5 | - 4,2 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 15.717 | 16.062 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Verbessertes Marktumfeld im Chemieanlagenbau - Umsatz über Vorjahr
Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr unter dem des Vorjahres, das durch einen Großauftrag im Chemieanlagenbau begünstigt war. Vor allem bei Produktionsanlagen für den Automobilbereich zeigten sich die Kunden wegen der schwierigen politischen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen bei der Auftragsvergabe zurückhaltend. Auch im Zementanlagenbau wirkte sich die weiterhin angespannte Marktlage auf die Nachfrage nach Neuanlagen aus.
Im Geschäft mit Chemieanlagen verzeichneten wir einen insgesamt positiven Nachfragetrend. Der Auftragseingang lag jedoch aufgrund eines Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn im Vorjahr unter dem hohen Vorjahreswert. Unter anderem konnten wir Aufträge für neue Düngemittelanlagen in Ägypten, Saudi-Arabien und Polen gewinnen. Auch die Nachfrage nach Anlagen, Ausrüstung und Services im Bereich Elektrolyse, insbesondere in Europa und Asien, wirkte sich positiv auf das Geschäft aus. Für den gesamten Chemieanlagenbau sehen wir eindeutige Wachstumschancen: Neben dem voraussichtlich anhaltenden Bevölkerungswachstum, vor allem in Asien, spricht dafür auch die zunehmende Nachfrage nach umweltfreundlichen Technologien und Services für den Betrieb und die Digitalisierung von Industrieanlagen.
Im Mining-Bereich blieb die Nachfrage nach Anlagen und Komponenten etwas unter dem starken Vorjahreswert. Unter anderem wurden Anlagen für Lager- und Fördertechnik in Australien, Brech- und Bandanlagen sowie Umschlagtechnik in Zentralasien geliefert. Zusätzlich konnten wir diverse Aufträge für Kraftwerks- und Biomasseanlagen in Indien gewinnen. Kurz- und mittelfristig rechnen wir angesichts des jüngsten Anstiegs einiger Rohstoffpreise mit einer stabilen Nachfrageentwicklung bei Neuanlagen und Ausrüstung. Daneben entwickeln wir unser Serviceangebot für die Mining-Industrie kontinuierlich weiter. Im Mai 2019 feierten wir die Eröffnung eines neuen Servicecenters in Australien.
Im Zementanlagenbau verharrte die Nachfrage insgesamt auf niedrigem Niveau. Überkapazitäten und der anhaltende Wettbewerbsdruck prägten das wirtschaftliche Umfeld. Dennoch ist es uns gelungen, kleinere Aufträge für Anlagenkomponenten und Services zu gewinnen. Ferner haben wir im vergangenen Geschäftsjahr eine Initiative zur Entwicklung und gezielten Vermarktung von Anlagen und Verfahren für eine nachhaltige und umweltfreundliche Zementproduktion weiter vorangetrieben. Erste Projekte wickeln wir bereits in China und Thailand ab: Hier lieferten wir unter anderem Katalysatoren zur Reduktion von Emissionen, Anlagen für den Einsatz von nichtfossilen Brennstoffen sowie Lösungen für die Laborautomation.
System Engineering verzeichnete im Berichtsjahr nach den hohen Vorjahreswerten einen geringeren Auftragseingang: Die rückläufige Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie war im Wesentlichen bedingt durch den sich abzeichnenden Technologiewandel hin zur Elektromobilität, branchenspezifische Konjunkturrisiken sowie zunehmende Unsicherheiten angesichts der Brexit-Verhandlungen. Größere Aufträge konnten wir in den Bereichen Karosserie-, Motor- und Batteriemontage sowie im Werkzeugbau gewinnen, insbesondere von Kunden in Europa und Asien.
Der Umsatz entwickelte sich deutlich positiv. Insbesondere der Chemieanlagenbau trug mit höheren Umsätzen, unter anderem aus Großprojekten in Ungarn und Brunei, zu dieser Entwicklung bei. Auch bei Mining stieg der Umsatz infolge des starken Auftragseingangs im Vorjahr deutlich an. Im Zementanlagengeschäft lag der Umsatz auftragsbedingt leicht unter dem des Vorjahres, ebenso bei System Engineering aufgrund konjunkturbedingt verzögerter Kundenabrufe.
Bereinigtes EBIT unter Vorjahr - Neuaufstellung und Verschlankung der Organisation
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr unter dem Vorjahr, die entsprechende Marge blieb mit 4,2 %, wie bereits im Vorjahr, negativ. Die Ergebnisentwicklung im Chemie- und Zementanlagenbau sowie bei Mining entwickelte sich durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung als auch partieller Unterauslastung schwächer als im Vorjahr. System Engineering verzeichnete infolge von konjunkturbedingt verzögerten Kundenabrufen und durch geringere Margen bei Projekten in Abrechnung einen deutlichen Abfall gegenüber dem Vorjahr.
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung von thyssenkrupp sowie zur notwendigen Stabilisierung der Leistungsfähigkeit sind weitreichende strukturelle Anpassungen geplant. Die Ebene der Business Area wird deutlich verschlankt und konzentriert sich ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf Aufgaben, die der Steuerung der operativen und finanziellen Performance der Geschäfte sowie der Bewertung von Partnerschaften im Rahmen des flexiblen Portfolios dienen. Die Business Unit- und Regionalstruktur wird sich ebenfalls ändern: Die BU Service wird aufgelöst und das Servicegeschäft in die aktuell auf das Neugeschäft ausgerichteten Business Units reintegriert. Zudem werden die regionalen Strukturen weiter vereinfacht. Details dazu werden in den kommenden Wochen ausgearbeitet. Zudem bekommt die Einheit einen neuen Namen - aus Industrial Solutions wird Plant Technology. Zum 1. Oktober 2019 wurde System Engineering aus dem Geschäftsbereich herausgelöst und Components Technology (zukünftig Automotive Technology) zugeordnet.
Marine Systems
MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragsbestand (30.09.) | Mio € | 5.493 | 5.887 | 7 |
| Auftragseingang | Mio € | 648 | 2.192 | 238 |
| Umsatz | Mio € | 1.389 | 1.800 | 30 |
| EBIT | Mio € | -117 | 0 | ++ |
| EBIT-Marge | % | - 8,4 | 0,0 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | -128 | 1 | ++ |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | - 9,2 | 0,0 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 5.818 | 6.013 | 3 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Auftragseingang und Umsatz deutlich über Vorjahreswerten
Der Auftragseingang von Marine Systems lag im Berichtsjahr deutlich über dem Vorjahreswert. Insbesondere der Großauftrag über vier Fregatten aus Nordafrika im 4. Quartal begünstigte den Auftragseingang. Darüber hinaus konnten Erweiterungen von bestehenden Aufträgen im Überwasserbereich sowie diverse Aufträge in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service verbucht werden. Des Weiteren wurde Marine Systems zusammen mit Embraer Defense & Security und Atech als bevorzugter Bieter für den Bau von vier neuen Korvetten für die brasilianische Marine nominiert, was sich positiv auf den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auswirken dürfte.
Der Umsatz lag im Berichtsjahr auf hohem Niveau und damit deutlich über dem des Vorjahres. Die Steigerung resultierte im Wesentlichen aus der Erweiterung bestehender Aufträge im Über- und Unterwasserbereich. Die Umsätze in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service blieben, wie schon im Vorjahr, stabil.
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT im Geschäftsjahres 2018 / 2019 war leicht positiv und damit deutlich höher als im Vorjahr. Neben einer deutlichen Umsatzsteigerung trug zu dieser Entwicklung insbesondere das Entfallen einmaliger Aufwendungen für ein Marineprojekt im Unterwasserbereich bei. Das Bereinigte EBIT ist jedoch weiterhin durch die geringen Margen bei Projekten in Abrechnung belastet.
Materials Services
MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN
| 2017 / 20181) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 14.544 | 13.868 | - 5 |
| Umsatz | Mio € | 14.705 | 13.880 | - 6 |
| EBIT | Mio € | 270 | 66 | - 76 |
| EBIT-Marge | % | 1,8 | 0,5 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 317 | 107 | - 66 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 2,2 | 0,8 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 20.273 | 20.340 | 0 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
Auftragseingang und Umsatz unter Vorjahr
In einem schwierigen Marktumfeld mit spürbarem Mengenrückgang entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz deutlich negativ. Dies gilt für nahezu alle Bereiche von Materials Services, ganz besonders aber für das Servicecentergeschäft in Europa und das weltweite Streckengeschäft (ausgenommen Nordamerika). Die Absatzzahlen entwickelten sich in allen Regionen außer Nordamerika und in allen Einheiten rückläufig, wobei das Streckengeschäft mit 24 % neben dem Lager- und Servicegeschäft mit 2,7 % den stärksten Rückgang verzeichnen musste. In Summe verkauften wir 9,8 Mio t Werk- und Rohstoffe und damit weniger als im Vorjahr. Die Preise insbesondere in den Produktsegmenten Edelstahl und Walzstahl blieben im gesamten Geschäftsjahr unter Druck, das durchschnittliche Preisniveau lag daher ebenfalls unter dem des Vorjahres. Auch bei AST blieben Mengen und Preise hinter dem Vorjahr zurück, im Wesentlichen wegen der anhaltend starken Importkonkurrenz aus Asien.
Digitalisierung in der nächsten Phase: Aufbau von neuen Geschäftsmodellen
Materials Services versteht aus eigenen Erfahrungen die besonderen Herausforderungen von Kunden, die sich in einem globalisierten und termingetriebenen Geschäftsumfeld bewegen. Um sie jederzeit zuverlässig zu beliefern, hat das Unternehmen seine Supply Chain über Jahre hinweg kontinuierlich optimiert und digitalisiert. Dabei setzt Materials Services auf vier Softwareplattformen, die jeweils bereits in ausgewählten Regionen eingeführt sind und sukzessive weiter ausgerollt werden: 1. SAP Hybris als e-Commerce Plattform, 2. KI Data Analytics Platform "Alfred", 3. SAP S / 4 Hana als ERP sowie 4. die IiOT-Plattform "toii".
Der nächste Baustein in der Digitalisierung ist die Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells: ein erstes Beispiel dafür ist die im Juni 2019 an dem Markt gegangene thyssenkrupp Materials IoT GmbH (tkMIoT). Sie vermarktet eine ursprünglich für Materials Services entwickelte Industrial-Internet-of-Things (IIoT) Software nun auch an externe Kunden. Die Ausgründung zeigt beispielhaft, wie Materials Services den systematischen Ausbau seines Dienstleistungsportfolios vorantreibt.
Bereinigtes EBIT unter Vorjahr
Das Berichtsjahr war geprägt von sinkenden Marktpreisen und einer sehr schwachen Nachfrage, insbesondere im lagerhaltenden Handel und im Streckengeschäft sowie in den automobilnahen Servicecentern in Europa. In diesem negativen Marktumfeld sind wir deutlich unter dem hohen Ergebnisniveau des Vorjahres geblieben. Vor allem im lagerführenden Werkstoffhandel litten die Margen unter rückläufigen Preisen und Mengen, nachdem das vorherige Geschäftsjahr von starken Preisanstiegen mit entsprechend positiven Effekten geprägt gewesen war. Eine Ausnahme bildete das Geschäft in Nordamerika, das sich auch im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelte. Stützen konnten wir unser Ergebnis mit Maßnahmen zur Senkung der operativen Kosten und mit Grundstücksverkäufen; zusätzlich wirkte die Teil-Übertragung des Streckengeschäfts an Steel Europe kompensierend. Auch das Geschäft von AST verlief deutlich schlechter als im Vorjahr, im Wesentlichen wegen der ungünstigen Mengen- und Preisentwicklung bei Edelstahl, die ebenfalls dem anhaltenden Importdruck und dem schwachen Marktumfeld geschuldet war.
Steel Europe
STEEL EUROPE IN ZAHLEN
| 2017 / 20181)2) | 2018/2019 | Veränderung in % |
||
|---|---|---|---|---|
| Auftragseingang | Mio € | 9.157 | 8.784 | - 4 |
| Umsatz | Mio € | 9.470 | 9.065 | - 4 |
| EBIT | Mio € | 470 | - 123 | -- |
| EBIT-Marge | % | 5,0 | - 1,4 | - |
| Bereinigtes EBIT | Mio € | 687 | 31 | - 95 |
| Bereinigte-EBIT-Marge | % | 7,3 | 0,3 | - |
| Mitarbeiter (30.09.) | 27.764 | 28.278 | 2 |
1) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst (Ausnahme: Mitarbeiter (30.09.)).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.
Negative Mengen- und Preiseffekte
In der Geschäftsentwicklung von Steel Europe spiegelten sich zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahres Sonderfaktoren wider - insbesondere das Rhein-Niedrigwasser und das neue Abgasprüfverfahren der Autoindustrie (WLTP), das mit vorübergehenden Produktionseinbußen bei diesem wichtigen Kundensegment verbunden war - sowie im weiteren Jahresverlauf auch die schwächelnde Konjunktur. Die produzierten und versandten Mengen verfehlten das Vorjahresniveau deutlich. Bei den Preisen konnten wir uns dank des hohen Anteils langfristiger Kontraktgeschäfte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres noch weitestgehend den negativen Preistrends im Spotmarkt entziehen; ab Geschäftsjahresmitte schlugen diese dann zunehmend auf unsere Nettoerlöse durch. Gleichzeitig stiegen die Kosten signifikant, im Wesentlichen aufgrund des stark gestiegenen Eisenerzpreises, wodurch sich die Ertragslage weiter verschlechterte.
Wertmäßig war der Auftragseingang mit rund 8,8 Mrd € insgesamt 4 % niedriger als 2017 / 2018. Während in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres der Auftragseingang aufgrund der gestiegenen Durchschnittserlöse noch höher war als in der Vergleichsperiode, schlug sich der negative Marktpreistrend danach zunehmend in unseren neu verhandelten Geschäftsabschlüssen nieder. Zudem tätigten wir zur Beschäftigungssicherung auch niedrigpreisigere Spotgeschäfte. Der Erlösdruck nahm dadurch insgesamt zu. Im Gesamtjahr konnten die höheren Erlöse den Mengenrückgang nicht kompensieren. Mit 9,9 Mio t waren die Bestellmengen im gesamten Berichtszeitraum knapp 9 % niedriger als im Vorjahr. Vor allem im 1. Quartal gingen unsere Auftragsbuchungen aufgrund erheblicher Produktionseinschränkungen - unter anderem wegen des Niedrigwassers - sowie in Folge der Einführung des WLTP stark zurück. In den Folgemonaten hinterließ insbesondere die spürbar gesunkene Nachfrage seitens der Automobilindustrie deutlichere Spuren, im letzten Quartal gingen die Bestellmengen der übrigen Industriekunden merklich zurück. Die konjunkturbedingt rückläufige Nachfrage wurde noch verstärkt durch die politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten; diese führten auch bei unseren Kunden zu einer ausgeprägten Kaufzurückhaltung.
Beim Umsatz verzeichnete Steel Europe einen Rückgang um insgesamt 4 % auf 9,1 Mrd €. Bei durchschnittlichen Nettoerlösen, die trotz einer Abschwächung im Geschäftsjahresverlauf noch über denen des Vorjahres lagen, war der Rückgang im Wesentlichen mengenbedingt. Mit rund 10,5 Mio t lag der Versand insgesamt um 8 % unter der Vorjahresmenge. Nach den erheblichen Mengeneinbußen im 1. Quartal - hier waren Niedrigwasser und WLTP die Ursachen - prägten im weiteren Verlauf überwiegend marktbedingte Versandrücknahmen die Geschäftsentwicklung. Insbesondere der Absatz an die schwächelnde Automobilindustrie und ihre Zulieferer verringerte sich deutlich, aber auch beim Versand an andere Industriekunden verzeichneten wir Rückgänge. Beträchtlich waren sie bei Grobblech - bedingt durch die schwache Marktnachfrage und Störungen in der Produktion. Der Umsatz ging überdurchschnittlich zurück. Positiv war hingegen die Entwicklung bei Verpackungsblech: Mengen und Preise waren höher als im Vorjahr, was zu einem leichten Umsatzplus führte. Zugleich steigerte Electrical Steel den Umsatz mit kornorientiertem Elektroband.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann war mit 11,3 Mio t rund 5 % niedriger als im Vorjahr. Im 1. Quartal beeinträchtigte das Rhein-Niedrigwasser die Rohstoffversorgung erheblich; die Folgen waren Anpassungen in der Hochofenerzeugung sowie Belegungsprobleme an nachgelagerten Aggregaten. Letztere konnten durch vorgezogene Reparaturmaßnahmen teilweise abgemildert werden; dennoch waren die Produktionsverluste gravierend und auch in den Folgemonaten noch spürbar. Um das fehlende Volumen auf der Metallurgiestufe zu kompensieren und die Kundenversorgung aufrechtzuerhalten, kauften wir am Markt Fremdbrammen zu. Im weiteren Verlauf des Berichtsjahres bremsten ein erhöhtes Störgeschehen und insbesondere die marktbedingten Versandkürzungen unsere Produktion. Insgesamt erreichte die Walzstahlerzeugung für Kunden ein Volumen von 10,4 Mio t und war somit um 8 % geringer als im vorherigen Geschäftsjahr.
Signifikanter Ergebnis- und Margeneinbruch
Steel Europe wies im Berichtsjahr ein leicht positives Ergebnis aus - nach einem Bereinigten EBIT von 687 Mio € im Vorjahr. Niedrigere Mengen und der Erlösverfall im Laufe des Jahres bei gleichzeitig gestiegenen Kosten waren die Hauptursachen für diese Verschlechterung. Einige Business Units, darunter auch Heavy Plate, mussten einen Verlust hinnehmen. Auf der Kostenseite schlugen mehrere Faktoren negativ zu Buche: Zum einen stiegen die Preise für Eisenerz drastisch an, im Einkauf kamen noch negative Wechselkurseffekte hinzu. Zum anderen erhöhten sich durch das Niedrigwasser des Rheins u. a. die Logistikkosten für den Rohstoffbezug und es kam zu Stillstandskosten, wobei letztere auch aus der zunehmend schwächeren Marktlage resultierten. Diese negativen Ergebniseffekte haben die höheren Stahlpreise, die wir am Markt über weite Strecken erzielen konnten, nur zu einem sehr geringen Teil kompensiert. Ergebnismindernd wirkten auch Kompensationszahlungen an Materials Services für die Übernahme eines Teils des Streckengeschäfts sowie Personalrückstellungen nach einem neuen Tarifabschluss im 2. Quartal. Sondereffekte belasteten das Ergebnis zusätzlich, die EBIT-Marge verschlechterte sich deutlich. Im Wesentlichen waren dies Aufwendungen zwecks Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren. Darüber hinaus ergaben sich Belastungen durch die Übernahme von IT Infrastruktur von Corporate sowie Carve-out Kosten im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten Joint-Venture. Ein gegenläufiger Effekt war der Ertrag aus dem Auflösen einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Kauf der Kokerei Schwelgern (Duisburg).
Bereich Corporate der thyssenkrupp AG
Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG zentral geführt. Der Bereich "Corporate" innerhalb der AG ist in Corporate Headquarters (CorpHQs), Regions, Service Units und Special Units untergliedert.
Den "CorpHQs" sind vor allem die Konzernfunktionen zugeordnet.
Der Bereich "Regions" umfasst unsere regionalen Zentralen (die sogenannten Regional Headquarters - RHQs) in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, der Region Asien-Pazifik und der Region Naher Osten & Afrika sowie die regionalen Büros und Repräsentanzen.
Zu den "Service Units" gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.
Unter dem Dach der "Special Units" werden neben dem Asset Management - der Verwaltung und Steuerung des Konzern-Immobilienvermögens - auch Business-Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Ferner umfasst dieser Bereich Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.
Das Bereinigte EBIT von Corporate belief sich im Geschäftsjahr 2018 / 2019 auf -306 Mio €, das entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert um 71 Mio €. Diese positive Entwicklung ergab sich in erster Linie aus Maßnahmen zur Senkung von Projektkosten in der Verwaltung. Gegenläufig wirkte, dass Ergebniseffekte aus Grundstücks- und Immobilienverkäufen niedriger ausfielen als im Vorjahr; hinzu kamen höhere Kosten bei Global Shared Services, vor allem als Folge von Dissynergieeffekten aufgrund der geänderten Konzernstrategie. Das EBIT betrug -369 Mio €. Es enthielt Sondereffekte in Höhe von insgesamt 63 Mio €, die zum Großteil auf Beratertätigkeiten infolge der strategischen Neuausrichtung des Konzerns entfielen.
Ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020 werden die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2018 / 2019 um 1 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen vor allem die Komponenten- und Aufzugsgeschäfte sowie der Anlagenbau bei; gegenläufig wirkten Rückgänge bei den Werkstoffgeschäften. Die Umsatzkosten erhöhten sich, insbesondere wegen höherer Personal- und Materialaufwendungen, überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Brutto-Umsatzmarge verminderte sich auf 13,8 %.
Der Rückgang der Vertriebskosten war insbesondere Folge gesunkener verkaufsbezogener Frachten, Versicherungen und Zölle. Die Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten betraf im Wesentlichen höhere Restrukturierungsaufwendungen. Wesentliche Ursache für die deutliche Zunahme der sonstigen Erträge waren gestiegene Versicherungsentschädigungen. Die Abnahme der sonstigen Aufwendungen war überwiegend durch insgesamt verminderte Aufwendungen für Rückstellungszuführungen verursacht. Zur Verbesserung der sonstigen Gewinne und Verluste trugen vor allem höhere Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen bei.
Das niedrigere Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen betraf hauptsächlich rückläufige Gewinne einer Beteiligung in China. Die insgesamt eingetretene leichte Verschlechterung des Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen resultierte insbesondere aus geringeren Zinserträgen aus Steuererstattungen sowie geringeren Erträgen aus dem Abgang von Beteiligungen; gegenläufig wirkten vor allem niedrigere Zinsaufwendungen für Finanzschulden sowie der gesunkene Netto-Zinsaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Der Rückgang des Steueraufwands war maßgeblich durch den Wegfall der Einmaleffekte aus der US-Steuerreform sowie durch die Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland im Vorjahr beeinflusst. Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresfehlbetrag von 260 Mio €, nach einem Verlust von 12 Mio € im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie verminderte sich entsprechend um 0,39 € auf einen Verlust von 0,49 €.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
2017/20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 41.534 | 41.996 |
| Umsatzkosten | - 34.944 | - 36.197 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 6.590 | 5.799 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 348 | - 341 |
| Vertriebskosten | - 2.823 | - 2.808 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 2.403 | - 2.441 |
| Sonstige Erträge | 236 | 346 |
| Sonstige Aufwendungen | - 373 | - 333 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 21 | 44 |
| Betriebliches Ergebnis | 901 | 266 |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 15 | 9 |
| Finanzierungserträge | 745 | 697 |
| Finanzierungsaufwendungen | - 1.101 | - 1.054 |
| Finanzergebnis | - 340 | - 348 |
| Ergebnis vor Steuern | 561 | - 83 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 573 | - 177 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 62 | - 304 |
| Nicht beherrschende Anteile | 50 | 44 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | ||
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 0,10 | - 0,49 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Analyse der Bilanz
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2018 insgesamt stark.
Die deutliche Zunahme der langfristigen Vermögenswerte war neben Wechselkurseffekten überwiegend beeinflusst durch den Anstieg der Sachanlagen als Folge von über den Abschreibungen liegenden Investitionen. Hinzu kamen Zunahmen bei den immateriellen Vermögenswerten insbesondere durch Unternehmenszusammenschlüsse. Der Anstieg der latenten Steuern resultierte im Wesentlichen aus Zinssatzänderungen für Pensionsverpflichtungen sowie der konzerninternen Übertragung eines Markennutzungsrechts. Gedämpft wurde der Anstieg durch Minderungen von aktiven latenten Steuern aus der Nutzung von Verlustvorträgen insbesondere in den USA sowie der Vornahme steuerlicher Teilwertabschreibungen im Vorratsvermögen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verzeichneten ebenfalls insgesamt einen deutlichen Anstieg. Der Anstieg der Vorräte betraf hauptsächlich die Komponentengeschäfte sowie das Stahlgeschäft. Zur Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen trugen vor allem die Anlagenbaugeschäfte bei. Die Verminderung der Vertragsvermögenswerte stand hauptsächlich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fertigungsaufträgen. Die Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte betraf insbesondere die Derivatebilanzierung. Der Rückgang der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte ergab sich im Wesentlichen aus gesunkenen geleisteten Anzahlungen. Die darüber hinaus eingetretene deutliche Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte hauptsächlich aus der Aufnahme von Finanzschulden; gegenläufig wirkte hier insbesondere der im Berichtsjahr hohe negative Free Cashflow.
Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 2.220 Mio €. Hauptursachen waren der Jahresfehlbetrag im Berichtsjahr und die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen; gegenläufig wirkten im sonstigen Ergebnis enthaltene Gewinne aus der Währungsumrechnung. Die Eigenkapitalquote verminderte sich auf 6,1 %.
Die starke Zunahme der langfristigen Verbindlichkeiten betraf im Wesentlichen einerseits den Anstieg der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen hauptsächlich durch die im Berichtsjahr aus der Neubewertung resultierenden Verluste insbesondere als Folge der gesunkenen Pensionszinssätze. Andererseits ergab sich insgesamt eine wesentliche Erhöhung der Finanzschulden vor allem wegen der Platzierung von Anleihen im Februar 2019 sowie im September 2019 bei gleichzeitiger Umgliederung einer ursprünglich im Oktober 2019 fälligen und im Juli 2019 vorzeitig zurückgezahlten Anleihe in die kurzfristigen Finanzschulden.
Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte insbesondere aus der Zunahme der kurzfristigen Finanzschulden im Wesentlichen als Folge der Inanspruchnahme des Commercial Paper Programms sowie aus der Erhöhung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Erhöhung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betraf hauptsächlich die Derivatebilanzierung sowie gestiegene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Sachanlagen. Der Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten stand überwiegend im Zusammenhang mit der weiteren Abwicklung von Fertigungsaufträgen.
Konzern-Bilanz
AKTIVA
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 4.844 | 5.029 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 7.730 | 8.144 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 132 | 128 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 45 | 39 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 246 | 240 |
| Aktive latente Steuern | 1.288 | 1.733 |
| Langfristige Vermögenswerte | 14.285 | 15.313 |
| Vorräte | 7.359 | 7.781 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.163 | 5.488 |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 | 1.443 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 709 | 808 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.904 | 1.642 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 269 | 293 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | 3.706 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.141 | 21.162 |
| Summe Vermögenswerte | 34.426 | 36.475 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
PASSIVA
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 6.664 | 6.664 |
| Gewinnrücklagen | - 5.606 | - 6.859 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 83 | 352 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 2.734 | 1.751 |
| Nicht beherrschende Anteile | 468 | 469 |
| Eigenkapital | 3.203 | 2.220 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 7.838 | 8.947 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 345 | 307 |
| Sonstige Rückstellungen | 575 | 554 |
| Passive latente Steuern | 59 | 48 |
| Finanzschulden | 5.191 | 6.529 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 157 | 136 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 4 | 6 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.168 | 16.527 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 342 | 357 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.573 | 1.726 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 225 | 260 |
| Finanzschulden | 185 | 886 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 | 6.355 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 784 | 1.209 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 5.011 | 4.561 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 2.403 | 2.373 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.055 | 17.728 |
| Verbindlichkeiten | 31.223 | 34.255 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 34.426 | 36.475 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Finanzierung
Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 zu finden.
Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.
Netto-Finanzschulden und freie Liquidität
Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Die NettoFinanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2019 auf 3.703 Mio €, damit lagen sie um 1.339 Mio € über dem Stand zum 30. September 2018 (2.364 Mio €). Ausschlaggebend für den Schuldenanstieg waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die Dividendenzahlung. Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2019 auf 7,3 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 3,7 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von ursprünglich 1,5 Mrd €, das auf 3,0 Mrd € erhöht wurde, zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2019 war das Programm mit 0,7 Mrd € in Anspruch genommen.
Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 / 2020 auf 0,9 Mrd €.
Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.
Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150 % bis 200 % und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2019 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 200 %.
Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 166,8 %. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert eingehalten.
Rating
Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Standard & Poor's unser Rating auf Ba3 mit stabilem Ausblick bzw. auf BB- mit Ausblick "Developing" herabgestuft. Während der stabile Ausblick bei Moody's kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten lässt, legt der Ausblick "Developing" von Standard & Poor's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest. Für die weitere Ratingentwicklung ist für die Agenturen neben der operativen Performance auch die erfolgreiche Umsetzung der Strategie von thyssenkrupp maßgeblich.
RATING
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB- | B | developing |
| Moody's | Ba3 | Not Prime | stable |
| Fitch | BB+ | B | watch negative |
Analyse der Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".
Operating Cashflow
Im Berichtsjahr lag der erzielte positive Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit stark unter dem Vorjahreswert. Hierzu trugen insbesondere der gesunkene Jahresüberschuss vor Abschreibungen und latenten Steuern sowie die insgesamt deutlich gestiegene Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bei.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Die Investitionen lagen im Berichtsjahr über dem Vorjahreswert, insbesondere infolge höherer Investitionen bei Elevator Technology - infolge von M & A - sowie Steel Europe. Dabei lag der Anteil der Werkstoffgeschäfte an den Investitionen insgesamt mit 43 % leicht über Vorjahr. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Investitionen insgesamt stieg ebenfalls leicht auf 56 % an, während die Investition bei Corporate rückläufig waren.
INVESTITIONEN
| Mio € | 2017/2018 | 2018/2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 523 | 479 | - 8 |
| Elevator Technology | 113 | 221 | 95 |
| Industrial Solutions 1) | 63 | 55 | - 12 |
| Marine Systems 1) | 59 | 59 | 0 |
| Materials Services | 113 | 135 | 19 |
| Steel Europe | 442 | 482 | 9 |
| Corporate | 66 | 42 | - 37 |
| Konsolidierung | 6 | - 28 | - |
| Konzern 1) | 1.386 | 1.443 | 4 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Components Technology
Im Automotive-Bereich waren die Investitionsschwerpunkte die bestehenden Werke sowie der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China, Mexiko und Ungarn. Im Geschäft mit aktiven und passiven Dämpfersystemen lag der Fokus auf dem Ausbau von Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau des Werkes in Ungarn zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren ist weit vorangeschritten. Des Weiteren wurden die Kapazitäten für Zylinderkopfhaubenmodule in Mexiko und Ungarn ausgebaut. Im Geschäft mit Industriekomponenten lag der Fokus neben der Modernisierung des Anlagenparks auf dem Bau einer neuen Schmiedelinie für Vorderachsen sowie der Erweiterung der Rotoranlagerfertigung in Deutschland.
Elevator Technology
Im Berichtsjahr wurden mit 221 Mio € deutlich mehr als im vergangenen Geschäftsjahr investiert. Dieser Mehraufwand kommt im Wesentlichen aus den USA, wo in zwei Akquisitionen investiert wurde, um die regionalen Märkte in Nebraska, Iowa und Tennessee besser zu bedienen.
Industrial Solutions
Um unsere Marktposition zu festigen und Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, haben wir im Berichtsjahr gezielt in allen Einheiten in die Infrastruktur und den Ausbau unseres Technologieportfolios investiert.
Marine Systems
Die Investitionen flossen weiterhin in erster Linie in die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel. Schwerpunkte waren hier Infrastrukturmaßnahmen und die IT.
Materials Services
Im Geschäftsjahr wurde vor allem in Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen bei Lager- und Serviceeinheiten sowie bei AST investiert. Darüber hinaus wurde die digitale Transformation des Geschäftsbereichs konsequent und entlang der gesamten Wertschöpfungskette fortgesetzt: Beispielsweise gestaltet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereits in mehreren Geschäften die Prozesse entlang der Supply Chain flexibler, um auf diese Weise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem verkürzt die Einführung hochmoderner ERP Plattformen die Durchlaufzeiten von Aufträgen bei gleichzeitiger Optimierung der Lagerlogistik.
Steel Europe
Die Investitionsausgaben stiegen im Berichtszeitraum auf rund 482 Mio € an. Mit dem Bau der neuen Feuerbeschichtungsanlage am Standort Dortmund wurde begonnen. Die FBA 10 soll die steigende Nachfrage der Automobilhersteller nach höherwertigen feuerbeschichteten Produkten bedienen. Die Pfahlbauten wurden abgeschlossen, der Fundamentbau ist weit fortgeschritten. Die Inbetriebnahme ist für 2021 vorgesehen. Mit dem Bau der dritten Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung nähert sich ein Großprojekt für den Umweltschutz der Zielgeraden. Die Anlage soll im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen. Die dann insgesamt drei vorhandenen Tuchfilter leisten einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Duisburg. Die Business Unit Packaging Steel hat mit dem Bau einer neuen Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech unter verbesserten Umweltstandards begonnen.
Corporate
Die Investitionen lagen bei Corporate unter dem Vorjahr. Dabei bildeten Investitionen im Bereich der Immobilien, die - unabhängig von den einzelnen Business Areas - im Asset Management gebündelt sind, einen aktuellen Schwerpunkt. Ein aktuelles Beispiel ist der Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge in Atlanta für die Business Area Elevator Technology. Weitere Investitionen betrafen den IT-Bereich, insbesondere den zentralen Einkauf von Software-Lizenzen und Hardware.
Free Cashflow
Im Berichtsjahr war der Free Cashflow wiederum negativ und deutlich verschlechtert gegenüber dem Vorjahr. Letzteres resultierte im Wesentlichen aus der erwähnten Abnahme der Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit.
Der Free Cashflow vor M & A des Konzerns insgesamt, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag deutlich unter dem Vorjahr. Dies resultierte insbesondere aus der schwächeren operativen Entwicklung sowie einer höheren Mittelbindung bei unseren Werkstoffgeschäften sowie höheren Anlaufkosten bei Components Technology.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Die Finanzierungstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem starken Mittelzufluss, insbesondere als Folge der Aufnahme von Finanzschulden.
ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A
| Mio € | 2017/2018 | 2018/2019 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Operating Cashflow (Kapitalflussrechnung) | 1.184 | 72 | - 1.113 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kapitalflussrechnung) | - 1.299 | - 1.335 | - 36 |
| Free Cashflow (FCF) 1) | - 115 | - 1.263 | - 1.149 |
| -/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen | - 19 | 123 | 142 |
| Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) 1) | - 134 | - 1.140 | - 1.007 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
| Mio € | 2017/20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 282 | - 110 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.118 | 1.253 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | - 15 | - 9 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | - 44 | - 48 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | - 419 | - 325 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 351 | - 196 |
| - Vertragsvermögenswerte | - 373 | 300 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 150 | - 53 |
| - Sonstige Rückstellungen | 167 | 86 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 832 | - 242 |
| - Vertragsverbindlichkeiten | 201 | - 569 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | - 52 | 243 |
| Operating Cashflow | 1.184 | 72 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | - 2 | - 5 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 8 | - 47 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 1.235 | - 1.175 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | - 141 | - 216 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 28 | 4 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 58 | 90 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 1 | 15 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 1.299 | - 1.335 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 0 | 2.500 |
| Tilgung von Anleihen | - 1.600 | - 1.250 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 379 | 2.539 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 567 | - 2.388 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | - 81 | 678 |
| Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten | - 11 | 0 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 1 | 0 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 38 | - 55 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | - 19 | 0 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | - 84 | - 5 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 2.114 | 1.926 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 2.229 | 663 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 57 | 36 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 5.292 | 3.006 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 3.006 | 3.706 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 37 | 27 |
| Zinsauszahlungen | - 235 | - 209 |
| Erhaltene Dividenden | 36 | 19 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | - 365 | - 268 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente
Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 21 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,8 Mrd € (Vorjahr: 1,8 Mrd €) veräußert hat.
Jahresabschluss der thyssenkrupp AG
Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.
Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage
Geschäftsverlauf 2018 / 2019
Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage" des Wirtschaftsberichts.
Voraussichtliche Entwicklung 2019 / 2020 mit wesentlichen Chancen und Risiken
Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2019 / 2020 ist wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.
Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Tochtergesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2019 / 2020 erwartete Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2019 / 2020 erneut einen Jahresfehlbetrag; jedoch deutlich geringer als im Geschäftsjahr 2018 / 2019.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 verzeichnete die thyssenkrupp AG einen Jahresfehlbetrag von 1.807 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 1.579 Mio € ausgewiesen wurde.
Unter den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 401 Mio €, Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 78 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen, Software sowie zentrale IT-Sicherheitsdienstleistungen in Höhe von 79 Mio € erfasst.
Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 69 Mio € auf 520 Mio €. Hintergrund waren insbesondere geringere Aufwendungen für Beratungen unter anderem für die IT-Strategie des Konzerns. Der Personalaufwand verringerte sich um 12 Mio € auf 191 Mio €. Dabei reduzierte sich der Aufwand für die Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung um 13 Mio €.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.259 Mio € umfassten im Wesentlichen die zeitlich unbefristete Übertragung ausgewählter Nutzungsrechte an der Konzernmarke in Höhe von 1.080 Mio € an die thyssenkrupp Elevator AG. Durch die Auflösung von Rückstellungen entstanden Erträge von 95 Mio €.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 97 Mio € auf 183 Mio € und enthielten insbesondere einen konzerninternen Forderungsverzicht in Höhe von 109 Mio €. Zudem waren Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 14 Mio € enthalten.
Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 2.843 Mio € auf -2.367 Mio €.
Dabei stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 2.308 Mio € auf 2.967 Mio €. Insbesondere die Verlustübernahme der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH erhöhte sich um 1.833 Mio € auf 2.464 Mio €. Dies war auf höhere eigene Verlustübernahmen, außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Geschäftsanteile und Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen zurückzuführen. Bei der Thyssen Stahl GmbH war ein negatives Ergebnis von 273 Mio € auszugleichen. Im Vorjahr hatte diese einen Gewinn von 559 Mio € abgeführt. Auch die thyssenkrupp Materials Services GmbH hatte im Vorjahr ein positives Ergebnis von 116 Mio € und wies nun einen auszugleichenden Verlust von 183 Mio € aus.
Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 599 Mio € insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp North America Inc. sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. vereinnahmt werden.
Im Geschäftsverlauf 2018 / 2019 wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 82 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 68 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 57 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd. in Höhe von 31 Mio € sowie auf zwei weitere Gesellschaften in Höhe von insgesamt 9 Mio € vorgenommen.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.966 Mio € auf 28.247 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 30. September 2019 sank von 74 % auf 69 %.
Das Anlagevermögen sank um 2.667 Mio € auf 19.618 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich dabei um 116 Mio € auf 19.069 Mio €. Durch eine Sacheinlage des an der thyssenkrupp UK Plc. gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Regional Investment GmbH gab es einen Zugang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp Regional Investment GmbH in Höhe von 447 Mio € sowie einen Abgang des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp UK Plc. (historische Anschaffungskosten in Höhe von 778 Mio € und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 331 Mio €). Geschäftsanteile an der thyssenkrupp Steel Europe AG wurden in Höhe von 227 Mio € erworben.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.
Zum 30. September 2019 verringerten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen geringfügig um 44 Mio € auf 5.661 Mio €.
Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 27 Mio € auf 256 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 683 Mio € auf 2.541 Mio €.
Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. September 2019 um 1.899 Mio € auf 6.778 Mio €. Dies war auf den im Vergleich zum Vorjahr geringeren Bilanzgewinn von 196 Mio € zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote sank somit auf 24 % (Vorjahr: 29 %).
Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 7 Mio € resultierte überwiegend aus Inanspruchnahmen in Höhe von 48 Mio € sowie aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 27 Mio €. Gegenläufig wirkten die Zuführung von 53 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 25 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen haben sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 40 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 28 Mio € verringert.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelte es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings sowie um Verlustübernahmen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 1.980 Mio € auf 12.860 Mio €. Der Grund dafür war insbesondere eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 4.315 Mio € auf 9.747 Mio €. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aufgrund von Verlustübernahmen im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen um 2.307 Mio €. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.
Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag
Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresfehlbetrag der thyssenkrupp AG in Höhe von 1.807 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 196 Mio € aus.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2018 / 2019 in Höhe von 196 Mio € wie folgt zu verwenden: Einstellung des Betrages in die Anderen Gewinnrücklagen.
Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG
AKTIVA
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 71 | 61 |
| Sachanlagen | 312 | 293 |
| Finanzanlagen | 21.902 | 19.264 |
| 22.285 | 19.618 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 6.032 | 6.047 |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 1.858 | 2.541 |
| 7.890 | 8.588 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 38 | 41 |
| Summe der Aktiva | 30.213 | 28.247 |
| PASSIVA | ||
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 |
| Kapitalrücklage | 2.703 | 2.703 |
| Andere Gewinnrücklagen | 2.283 | 2.283 |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 |
| 8.677 | 6.778 | |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.076 | 1.069 |
| Übrige Rückstellungen | 232 | 136 |
| 1.308 | 1.205 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 4.700 | 5.950 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 252 | 327 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.840 | 12.860 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 435 | 1.126 |
| 20.227 | 20.263 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1 | 1 |
| Summe der Passiva | 30.213 | 28.247 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 515 | 581 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 144 | - 169 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 371 | 412 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 589 | - 520 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.830 | 1.259 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 86 | - 183 |
| Beteiligungsergebnis | 476 | - 2.367 |
| Zinsergebnis | - 254 | - 166 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - 143 | - 247 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 26 | 5 |
| Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | - 1.807 |
| Ergebnisverwendung | ||
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.579 | - 1.807 |
| Gewinnvortrag | 1.308 | 2.004 |
| Einstellung in Andere Gewinnrücklagen | 789 | 0 |
| Bilanzgewinn | 2.097 | 196 |
Technologie und Innovationen
Innovationsstrategie
Unsere Forschung und Entwicklung konzentriert sich auf die großen technologischen Herausforderungen der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie Mobilität in immer dichter besiedelten urbanen Räumen.
Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E Netzwerk) umfasst ca. 4.800 Mitarbeiter an rund 90 Standorten. Es wird ergänzt durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen. Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.500 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet. Damit umfasst das Patentportfolio unseres Unternehmens gegenwärtig etwa 22.100 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich liegt die Zahl der Neuanmeldungen einschließlich Designs im Berichtsjahr bei etwa 220, wobei das Gesamtportfolio etwa 9.400 Schutzrechte stark ist.
Die gesamten F&E-Aufwendungen des thyssenkrupp Konzerns beliefen sich im Berichtsjahr auf 761 Mio €; das ist ein Rückgang um 3 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 / 2018. Die bereinigte F&E-Quote lag bei 2,5 %. Die bereinigte F&E-Quote bezeichnet den Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Dies entspricht unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 %.
Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 79 Mio € aktiviert; 2017 / 2018 waren es 63 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - stieg auf 18,8 % gegenüber 15,3 % im vorangegangenen Geschäftsjahr.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
| in Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 348 | 341 | - 2 |
| Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten | 37 | 37 | 0 |
| Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten | 402 | 384 | - 5 |
| Konzern 1) | 787 | 761 | - 3 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
Klimaschutz und Energiewende
Im Berichtsjahr haben wir verschiedene Innovationen wie z.B. Carbon2Chem und Wasserelektrolyse im Einklang mit unserer Klimastrategie vorangetrieben, welche die Emissionen von klimaschädlichen Gasen adressieren. Ziel ist es einerseits, die Emissionen von thyssenkrupp zu reduzieren und andererseits unseren Kunden zu helfen, bis zum Jahr 2050 die im Abkommen von Paris geforderte CO2-Neutralität zu erreichen. Dies ist von besonderer Relevanz, weil sich hier gerade nachhaltige Märkte in der Größenordnung von vielen Milliarden Euro entwickeln. So haben wir im Rahmen des Projekts Carbon2Chem Ammoniak aus so genannten Hüttengasen hergestellt. Damit ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, Gase aus Hüttengasen in Ammoniak chemisch umzuwandeln. Hüttengase sind Gase aus der Stahlproduktion, die neben C02 u.a. auch Stickstoffoxide enthalten. Ammoniak ist einer der Grundstoffe zur Herstellung von Kunstdünger, mit dem landwirtschaftliche Nutzflächen effizienter bewirtschaftet werden können. Die Ammoniakherstellung ist ein weiterer Meilenstein bei Carbon2Chem, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 60 Mio € gefördert wird. Bereits im September 2018 war es thyssenkrupp weltweit erstmalig gelungen, aus Hüttengasen Methanol herzustellen. Carbon2Chem ist ein von thyssenkrupp zusammen mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft koordiniertes Großprojekt mit 15 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie. Die Technologie kann, wenn sie großtechnisch umgesetzt wird, rund 20 Millionen Tonnen der jährlichen CO2 Emissionen der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich verwertbar machen. Sie ist auch in anderen CO2-intensiven industriellen Prozessen wie beispielsweise der Zementindustrie einsetzbar. Damit spielt Carbon2Chem eine zentrale Rolle in unserer Klimastrategie, sowohl bei der Verringerung unserer eigenen Prozessemissionen als auch bei der Reduzierung von CO2 und anderen umweltschädlichen Gasen bei unseren Kunden.
Parallel setzen wir beim Stahl auf ein Konzept, das die Entstehung CO2 im Produktionsprozess von vornherein grundsätzlich verhindert. Diesen Pfad werden wir mit Hilfe wasserstoffbasierter Technologien beschreiten. Um hier wesentliche Erkenntnisse zu sammeln, wurde im Berichtsjahr die Injektion von Wasserstoff in den Hochofen 9 im Werk Duisburg-Nord vorbereitet. In einer auf vier Versuche begrenzten Testphase wird an einer Blasform des Hochofens weltweit erstmalig Einblaskohle durch Wasserstoff ersetzt. Auf alle Blasformen des Hochofens angewendet, hat das Verfahren ein theoretisches CO2-Reduktionspotenzial von 20 %. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert diese Pionierarbeit im Rahmen der Landesinitiative In4Climate mit rund 1,6 Mio €.
Das im Rahmen unserer Klimastrategie neu entwickelte Oxyfuel-Verfahren der zweiten Generation ermöglicht durch die Nutzung von reinem Sauerstoff im Herstellungssprozess von Zementwerken die einfache Abtrennung und Nutzung von CO2. Der dazu benötigte Sauerstoff kann hierbei durch den Einsatz von Wasserelektrolyse auf nachhaltiger Basis gewonnen werden. Der bei der Wasserelektrolyse gleichzeitig entstehende Wasserstoff kann dabei zur Weiterverarbeitung des CO2zu nützlichen Chemikalien, z.B. Methanol, genutzt werden.
Digitalisierung
Mit digitalen Services für die Chemie,- Düngemittel,- Bergbau,- Zement- und Stahlindustrie bieten wir unseren Kunden branchenspezifische Lösungen zur Erhöhung ihrer Produktivität und Anlagenverfügbarkeit. Vor allem für den Betrieb von Großanlagen ergeben sich durch Data Analytics große Chancen. Aktuell entwickeln wir beispielsweise Anwendungen, die es ermöglichen, Anlagen jederzeit im optimalen Betriebspunkt zu fahren. So lassen sich Verbrauchs-, Hilfs- und Betriebsstoffe deutlich reduzieren und die Produktionsmenge maximieren. Im Rahmen unserer "digitalized expertise" koppeln wir Algorithmen, die es ermöglichen, die Qualität des Produkts vorherzusagen, ohne auf Laborergebnisse warten zu müssen. Die Technologie lässt sich auch in bestehenden Anlagen nachrüsten.
Im Werkstoffhandel haben wir im Berichtsjahr die Digitalisierung der Wertschöpfungskette weiter vorangetrieben. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Einführung einer flexiblen IT-Infrastruktur, mit der sich sämtliche Prozesse entlang der Wertschöpfungskette intelligent und agil steuern lassen: "DESCA" (Digital Extended Supply Chain Accelerator) verkürzt die Durchlaufzeiten von Aufträgen und ebnet zugleich den Weg für neuartige Supply-Chain-Services - darunter beispielsweise Echtzeit-Informationen zum Lieferstatus, die die Kunden per App abrufen können. Zugleich schafft das auf SAP HANA basierende System die Voraussetzung für maschinelles Lernen. Dazu führt DESCA alle anfallenden Daten aus Beschaffung, Logistik und Vertrieb in einem Pool zusammen. Dort werden sie von "alfred" verarbeitet: Dieses Anfang 2019 eingeführte KI- (künstliche Intelligenz) System verarbeitet Informationen in Sekundenschnelle und leitet daraus Empfehlungen zur Prozessoptimierung ab. Mit der Einführung der KI heben wir unser Servicelevel im Werkstoffhandel weiter an.
Ebenfalls neu bei thyssenkrupp ist die App Factory: Das Team ist auf die Entwicklung von Apps spezialisiert, die Prozesse effizienter und kundenorientierter machen. Es bündelt das im Konzern zuvor an verschiedenen Stellen vorhandene Know-how über mobile Anwendungsprogramme. Mitarbeiter können sich mit ihrem Bedarf und ihren Ideen an die App-Experten wenden. Dort werden sie in allen Schritten unterstützt, bis zum Start des Live-Betriebes der App. Aktuelle Beispiele für die Arbeit der App Factory sind eine Anwendung, die das Ersatzteilgeschäft bei Kettenfahrzeugen beschleunigt, und eine App für die Bestellung angearbeiteter Metallprodukte. Die Anwendungsprogramme stehen in den App Stores für IOS- und Android-Geräte für die Nutzer bereit.
Um die digitale Transformation im Stahlgeschäft weiter voranzutreiben, haben wir das Programm Smart Steel Pioneers aufgelegt: Mitarbeiter mit neuen Ideen für digitale Lösungen, Methoden oder Geschäftsmodelle bekommen hier die Chance, ihre Projekte in einer Start-up Umgebung zu entwickeln - das heißt, ohne feste Strukturen oder Hierarchien. Dazu verlagern sie ihren Arbeitsplatz für sechs Monate in das Betahaus in Berlin, einen so genannten Coworking Space, der Arbeitsräume speziell für Gründer und Start-ups bereithält. Für das Programm bewerben sich die Mitarbeiter beim Digital Acceleration Office, dem obersten Steuerungsgremium für alle digitalen Themen im Stahlbereich. Dorthin berichten die Smart Steel Pioneers auch alle sechs Wochen und präsentieren die erreichten Ergebnisse sowie den Finanzbedarf für die weiteren Schritte.
oXeanseeker ist ein neues Unterwasser-System für nachhaltige Fischerei. Es kann die Zusammensetzung von Fischschwärmen viel genauer identifizieren, als dies mit herkömmlichen Technologien möglich ist. Das verringert den so genannten Beifang, also die Zahl der ungewollt mitgefangenen Tiere, die nicht das eigentliche Fangziel des Fischers sind. Laut geltender Gesetzgebung wird Beifang auf die Fangquoten der Fischer angerechnet und schmälert so deren wirtschaftlichen Erfolg. oXeanseeker ist ein selbst steuerndes Mini U-Boot, ausgestattet mit Sonar, Kamera und Beleuchtung. Die Fischarten, aus denen sich ein Schwarm zusammensetzt, werden durch ein neuronales Netz identifiziert. Die Ergebnisse sendet oXeanseeker nach dem Auftauchen per WLAN an das Mutterschiff. Außerdem ist das Mini U-Boot mit einem GPS (Global Positioning System) Empfänger ausgestattet. Mithillfe der oXeanseeker-Daten können sich Fischer über die Zusammensetzung eines Schwarms sowie die Größe der einzelnen Fische bereits informieren, bevor sie ihn ansteuern. Entstanden ist oXeanseeker in der thyssenkrupp Garage. Ziel dieses konzerneigenen Innovationsformats ist es, den Konzern noch agiler und innovativer zu machen, indem radikal neue Produkt-und Service-Ideen möglichst schnell zur Produktreife entwickelt werden. Mitarbeiter können sechs Monate die Hälfte ihrer Arbeitszeit in ein Gründungsprojekt stecken, die normale Tätigkeit läuft in Teilzeit weiter. Wir fördern Ideen, die Erfolg versprechen, auch finanziell.
Nachhaltige Mobilität
Im Bereich Automotive liegt ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit auf der intelligenten Vernetzung aller Fahrwerkskomponenten mit einer übergeordneten Schnittstelle zur Steuerung der gesamten Fahrdynamik. Softwareingenieure bei thyssenkrupp entwickeln dafür ein integriertes Steuerungsmodul (Vehicle Motion Control), das alle Informationen der einzelnen Steuergeräte (Aktuatoren) im Fahrzeug bündelt. Es verarbeitet die Impulse von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern und Antrieb zu einer abgestimmten Fahrstrategie. Für alle Stufen des autonomen Fahrens ist eine solche integrierende Schnittstelle zur Steuerung der Fahrdynamik unverzichtbar. Sie übernimmt nicht nur wesentliche sicherheitsrelevante Aufgaben, sondern kann auch auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Nutzers abgestimmt werden. Auch in heutigen Fahrzeugen kann diese Steuerungseinheit bereits zum Einsatz kommen und die Leistung vorhandener Assistenzsysteme signifikant verbessern.
An der Zukunft des autonomen Fahrens arbeiten wir auch gemeinsam mit IBM. thyssenkrupp bringt dabei sein Know-how auf dem Gebiet Fahrzeugdynamik ein, während IBM "Watson" beisteuert, eine Cloud-Plattform, die verschiedene Methoden der künstlichen Intelligenz bereitstellt. In dem gemeinsamen Pilotprojekt werden Daten aus dem Fahrzeug wie Geschwindigkeit und Beschleunigung an "Watson" gesendet und dort mit KI-Algorithmen ausgewertet. Langfristig können daraus beispielsweise Lösungen entstehen, die sich durch maschinelles Lernen immer besser an den persönlichen Fahrstil des Nutzers anpassen.
Ebenfalls aus der thyssenkrupp Garage stammt carValoo, ein neuer, datenbasiertes Service der die lückenlose Bewertung der Nutzung eines Pkw ermöglicht. Die Neuentwicklung richtet sich unter anderem an Flottenbetreiber wie Carsharing-Anbieter, Autovermietungen oder Leasingunternehmen. Denn gerade bei Autos mit vielen wechselnden Fahrern kommt es oft zu Schäden, die sich im Nachhinein nicht einem bestimmten Nutzer zuordnen lassen. carValoo besitzt Sensoren, die die Beschleunigungen sowie die Rotationsbewegungen des Fahrzeugs in jede Raumrichtung aufzeichnen. Für die Auswertung sendet carValoo alle Daten zu einer Cloud-Plattform. Dort wertet ein nach dem Prinzip des Machine Learnings trainierter Algorithmus die Informationen aus und analysiert Fahrweise und Schadenssituationen.
thyssenkrupp Elevator hat mit "synergy" und "evolution" zwei neue Produktfamilien für niedrige und mittelhohe Gebäude auf den europäischen Markt gebracht. Sie umschließen jeweils drei Modelle - 100 / 200 / 300 - mit umfangreichen technischen Neuheiten. Dazu gehören die erhöhte Effizienz bei der Nutzung der Schächte sowie eine insgesamt größere Nachhaltigkeit.
Der synergy 100 sowie alle "evolution"-Modelle erfüllen höchste Umweltanforderungen und haben das Energielabel A für niedrige und hohe Verkehrsaufkommen (Kategorie 1 und 5) erhalten. Zusätzlich wurde im September 2019 die Produkt-Umwelterklärung EPD für synergy 100 veröffentlicht. Elemente wie die getriebelose Antriebstechnologie sowie langlebige LED-Beleuchtung und ein optionaler Ruhemodus für elektronische Komponenten ermöglichen Energieeffizienz der Klasse A.
In Atlanta haben die Bauarbeiten für das neue "Innovation and Qualification Center IQC" begonnen. Mittelpunkt der Forschungseinheit ist ein 128 Meter hoher Turm für Aufzugstests. Er ist nicht nur der höchste seiner Art in den USA, sondern nimmt auch international eine führende Position ein. In den 18 Schächten des Testturms werden in Zukunft Versuche mit neuen Konzepten und Prototypen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel TWIN, thyssenkrupps einzigartiges Aufzugssystem mit zwei voneinander unabhängigen Kabinen in einem Schacht, sowie MULTI, das revolutionäre seillose Aufzugssystem, das auch horizontal fahren kann.
Klima, Energie und Umwelt
Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert - und dies auf allen Wertschöpfungsstufen, von der Lieferkette über die internen Produktions- und Fertigungsprozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Klima- und Umweltschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp.
thyssenkrupp setzt sich ambitionierte Ziele zur Treibhausgasreduktion
Im Berichtszeitraum beliefen sich die Treibhausgasemissionen des Konzerns - gemeint sind Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - auf rund 23 Mio t.
Schon seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die Energie- und Klimaeffizienz unserer Produktion systematisch zu verbessern, und entwickeln in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effiziente Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Der Erfolg unserer Klimaanstrengungen wird regelmäßig auch extern bestätigt. Im Berichtsjahr wurde thyssenkrupp bereits zum dritten Mal in Folge in die A-List des CDP aufgenommen; damit gehören wir laut CDP in die Riege der international führenden Unternehmen in Bezug auf Klimatransparenz und -management.
Im Berichtsjahr haben wir unsere Klimastrategie signifikant weiterentwickelt und uns ambitionierte Ziele gesetzt. Unser Langfristziel ist es, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Auf dem Weg zur Klimaneutralität haben wir konkrete Meilensteine definiert: Wir wollen bis 2030 die Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2), gemessen am Stand von 2018, um 30 % reduzieren. Indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette, wie sie vor allem bei der Nutzung unserer Produkte entstehen, wollen wir um mindestens 16 % senken. Die Science-Based-Target initiative (SBTi) hat unsere Ziele intensiv geprüft und ihre Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen offiziell bestätigt.
Umgesetzt werden unsere Klimaziele im Zuge unseres Konzernprogramms CAPS (Climate Action Programm for Sustainable Solutions): Innerhalb des Programms bündeln die Cluster #IMPLEMENT, #ENABLE und #ENGAGE unsere Aktivitäten und schaffen Synergien. In Bezug auf die mit unserer eigenen Produktion verbundenen Emissionen setzen wir neben der Verbesserung der Energieeffizienz vor allem auf zwei parallele Ansätze: Im Rahmen der CDA-Technologien (Carbon Direct Avoidance) wollen wir in der Stahlerzeugung schrittweise Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel ersetzen, um schon die Entstehung des CO2 zu vermeiden; zudem wollen wir auf dem CCU-Pfad (Carbon Capture and Usage) parallel das noch entstehende CO2einfangen und mit dem von unseren Ingenieuren entwickelten und erprobten Verfahren Carbon2Chem in Basischemikalien umwandeln.
Bei der Reduzierung indirekter Emissionen setzen wir ebenfalls auf Carbon2Chem für die Zement- und Stahlindustrie, des Weiteren auf Lösungen für die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien sowie für nachhaltige Mobilität. Mehr dazu im Kapitel "Technologie und Innovationen" sowie auf unserer Website.
THYSSENKRUPP KLIMAZIELE BIS 2030

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit gültigen Umwelt- und Energiepolitik des Konzerns sowie einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Zu den Themen Umweltmanagement, Energiemanagement und Energieeffizienz haben wir aus den übergreifenden strategischen Vorgaben drei konkrete indirekt-finanzielle Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) abgeleitet. Deren Umsetzung begleiten interne Gremien auf unterschiedlichen Ebenen; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern mit internationalen und regionalen Konferenzen innerhalb des Konzerns einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch.
Umweltmanagement an unseren Standorten
thyssenkrupp hat als verbindliches Ziel festgelegt, dass alle Konzernunternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben müssen. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte - die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis hin zur Entsorgung. Die Anforderungen an die Konzernunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.
Was umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Konzernrichtlinie definiert. Zum 30. September 2019 galten mehr als 60 Unternehmen bei thyssenkrupp als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Von diesen entsprechen bereits mehr als 90 % dem geforderten Standard. Damit handhabt der Konzern zu rund 60 % - bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.
Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements
Der Energieverbrauch des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2018 / 2019 auf mehr als 70 Terawattstunden (TWh).
Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit fünf Jahren läuft unser weltweites Konzernprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr hatten wir uns im Programm GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz im Gesamtkonzern um 200 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit 325 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von rund 100.000 t vermieden. Für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 streben wir Effizienzgewinne in Höhe von 150 GWh an. Zudem sollen bis 2019 / 2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abgedeckt werden. Das heißt unter anderem, dass für jede der entsprechenden Konzerngesellschaften konkrete Energieziele gesetzt, Energieflüsse gemessen und die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Zum 30. September 2019 ist diese Vorgabe für über 50 Unternehmen im Konzern relevant; zum Ende des Berichtsjahres entsprechen alle relevanten Unternehmen bereits dem Standard. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu mehr als 90 % dem ISO-50001-Standard.
Weitere Informationen zu Klima-, Energie- und Umweltthemen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.
Einkauf
thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Dabei streben wir nicht nur ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis an; wir analysieren auch unsere eigenen Produkte und konzipieren sie von vornherein so, dass wir die nötigten Komponenten möglichst wirtschaftlich beschaffen können.
Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf.
Materialaufwand
Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 26 Mrd € gestiegen. Gemessen am Umsatz belief sich der Materialaufwand auf 63 % (Vorjahr: 62 %); dabei rangierte dieser Wert in den einzelnen Business Areas - bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell - zwischen 37 % (Elevator Technology) und 84 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Business Areas in absoluten Zahlen:
MATERIALAUFWAND
| Mio € | 2017 / 20182) | 2018 / 2019 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Components Technology | 3.738 | 3.938 | 5 |
| Elevator Technology | 2.704 | 2.908 | 8 |
| Industrial Solutions 1) | 2.358 | 2.591 | 10 |
| Marine Systems 1) | 702 | 1.051 | 50 |
| Materials Services | 12.190 | 11.684 | - 4 |
| Steel Europe | 5.876 | 5.818 | - 1 |
| Corporate / Konsolidierung | - 1.877 | - 1.625 | 13 |
| Konzern 1) | 25.690 | 26.365 | 3 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
2) Der Vorjahresausweis wurde wegen der Erstanwendung von IFRS 15 angepasst.
Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr wieder zuverlässig mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".
Konzerninitiative "synergize+"
Unser weltweites Einkaufsvolumen steuern wir strategisch über unsere konzernweit durchgängige Beschaffungsorganisation.
Ein Kernelement von "synergize+" ist das strategische Cluster Management, mit dem wir Einkaufsvolumina über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg bündeln. Ein weiteres wesentliches Element ist die "Supply Market Intelligence" - so bezeichnen wir tiefgehende Analysen des Beschaffungsmarktes, etwa zu Lieferanten oder allgemeinen Produktkostenstrukturen. Im Berichtsjahr haben wir ca. 50 % des Einkaufsvolumens des gesamten Konzerns auf diese Weise analysiert und bewertet; aus den Ergebnissen entwickelten die jeweils zuständigen Materialgruppenteams des Konzerns passgenaue Maßnahmen zur besseren strategischen Nutzung der jeweiligen Beschaffungsmärkte.
Um die konzwernweite Beschaffungsorganiation effizent unterstützen und weiterentwickeln zu können, treiben wir derzeit die Digitalisierung des Einkaufs weiter voran; im Zuge dessen werden die Einkaufsprozesse gleichzeitig standardisiert. Wir nutzen sukzessive unsere für den gesamten Konzern einheitliche Online-Beschaffungsplattform mit ihren fünf Modulen (sourcing, contracts, supplier, catalog und exchange). Zu den digitalen Werkzeugen zählen unter anderem OnlineAusschreibungen, Auktionen und Kataloge, aber auch so innovative Elemente wie digitale Signaturen (e.signing) zur effizienten Vertragszeichnung und digitale Bots zur repetitiven Eingabe von Massendaten. Die Einkaufsplattform wird außerdem in die lokalen ERP-Systeme eingebunden - so werden unsere strategischen und operativen Einkaufsprozesse nach und nach systemtechnisch miteinander verknüpft. Vom Ausrollen der standardisierten und digitalen Prozesse im gesamten Konzern erwarten wir uns erhebliche Effizienzgewinne.
Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und ist auf Wahrung der Menschenrechte, Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, Schutz der Umwelt, Kampf gegen Korruption sowie Transparenz über die Herkunft bestimmter Rohstoffe (den sogenannten Konfliktmineralien) ausgelegt. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den Grundsätzen des Kodex richten. Jährlich führen wir bei mindestens 100 Lieferanten Nachhaltigkeitsaudits durch, um die Einhaltung der Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung unserer Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Bestandteil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Die zu prüfenden Lieferanten wählen wir anhand konzernweit vorgegebener länder- bzw. branchenbezogener Risikokriterien und in enger Zusammenarbeit zwischen Business Areas und Corporate aus. Wenn nötig, werden im Zuge der Audits auch Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung wir im Anschluss überprüfen. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren gleichzeitig unsere Risiken sowie potenziell negative Auswirkungen entlang der Lieferkette. Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurden mehr als 140 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Wichtige Verbesserungsthemen waren Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und die Dokumentation der Geschäftsprozesse.
Mitarbeiter
Beschäftigte in Zahlen
Zum 30. September 2019 waren bei thyssenkrupp weltweit 162.372 Menschen beschäftigt, 1.276 (+0,8 %) mehr als ein Jahr zuvor. Components Technology verzeichnete 483 Neuzugänge (+1,4 %), bedingt durch zusätzliche Kundenprojekte und den Hochlauf neuer Werke vor allem in Asien, Nordamerika und Osteuropa. Elevator Technology hat seine Beschäftigtenzahl weitestgehend stabil gehalten (+0,1 %). Industrial Solutions baute 345 Stellen auf (+2,2 %). Das resultiert wesentlich aus dem Aufbau zusätzlicher Ressourcen für Großprojekte im Chemieanlagenbau, unter anderem in Ungarn. Darüber hinaus wurden besonders in Südamerika neue Stellen im wachsenden Segment Service geschaffen. Dem Aufbau stand ein Personalabbau unter anderem beim Herunterfahren eines Großprojekts im Zementanlagenbau in Saudi-Arabien entgegen. Materials Services zählte 67 zusätzliche Beschäftigte (+0,3 %). Dem deutlichen Aufbau - vor allem in Nordamerika bei weiter wachsendem Projektgeschäft der Supply Chain Services sowie im Bereich Aerospace - stehen diverse gegenläufige Effekte entgegen: besonders Umstrukturierungen und Neuorganisationen in Europa sowie eine zurückhaltende Rekrutierungspolitik. Bei Corporate arbeiteten 396 Menschen weniger (- 9,8 %). Das hängt vor allem mit dem Carve Out von Steel Europe zusammen. Zur Vorbereitung des geplanten Joint Ventures mit Tata Steel Europe sind Mitarbeiter durch Betriebsübergänge aus verschiedenen Konzerngesellschaften zur BA Steel Europe gewechselt. Vor allem deshalb und wegen der Gründung neuer Gesellschaften im selben Zusammenhang beschäftigt Steel Europe 514 Mitarbeiter mehr (+1,9 %). Außerdem wurde über eine Gesamtbetriebsvereinbarung geregelt, Ausgebildete nicht mehr befristet bei der Beschäftigungsgesellschaft PEAG zu beschäftigen, sondern direkt bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. Bei Marine Systems arbeiten 195 Beschäftigte mehr (+3,4 %) als vor einem Jahr. Der Auftragsbestand ist weiterhin hoch, gleichzeitig besteht ein höherer Personalbedarf, um die Projekte zu bearbeiten.
MITARBEITER
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Components Technology | 34.481 | 34.964 | 1 |
| Elevator Technology | 53.013 | 53.081 | 0 |
| Industrial Solutions 1) | 15.717 | 16.062 | 2 |
| Marine Systems 1) | 5.818 | 6.013 | 3 |
| Materials Services | 20.273 | 20.340 | 0 |
| Steel Europe | 27.764 | 28.278 | 2 |
| Corporate | 4.030 | 3.634 | - 10 |
| Konzern 1) | 161.096 | 162.372 | 1 |
| Deutschland | 63.271 | 63.752 | 1 |
| Übrige Länder | 97.825 | 98.620 | 1 |
1) Siehe auch Vorbemerkungen.
MITARBEITER NACH REGIONEN
(Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, davon Deutschland 63.752 (63.271)
Sicherheit und Gesundheit - eine Frage der Kultur
thyssenkrupp steht für eine Kultur der Offenheit, die gute Rahmenbedingungen für Arbeitssicherheit und Gesundheit bietet. Dazu braucht es vernünftige Regeln und überzeugende Prozesse, die wir alle befolgen - sie machen es möglich, dass jeder Einzelne im Arbeitsalltag reflektiert und kompetent die richtigen Entscheidungen treffen kann. Wir achten auf unsere Mitarbeiter und geben ihnen jede erforderliche Unterstützung. "Safety first" ist keine leere Floskel - wir sehen darin unsere menschliche Verantwortung und einen nicht verhandelbaren Grundwert. Gleichzeitig folgen wir damit einer ökonomischen Ratio, denn Unternehmen mit einer lebendigen Sicherheits- und Gesundheitskultur sind am Markt oft erfolgreicher; beispielsweise kommt diese Kultur unserer Arbeitgebermarke zugute. Die Vorgaben erarbeiten Teams aus einschlägigen Experten, wie etwa Sicherheitsingenieure, Psychologen, Mediziner, Juristen, Personal- und Gesundheitsmanager. Bei der Umsetzung ist die gesamte Organisation gefragt.
Unsere Unfallhäufigkeitsrate (Anzahl der Unfälle/ 1 Mio Arbeitsstunden) lag zuletzt bei 2,6; das ist der niedrigste Wert, den wir je erreicht haben. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnten wir leicht verringern: Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 waren es drei, nach vier im Geschäftsjahr zuvor.
Gemeinsam und systematisch wollen wir potenziell unsichere Zustände sowie potenziell gefährliche Tätigkeiten vermeiden - dabei nehmen wir Führungskräfte besonders in die Verantwortung. Wir wollen Schwachstellen der Arbeitssicherheit, Gefährdungen für die Gesundheit und Risiken für die psychische Belastung erkennen - verstärkt auch bei Subunternehmern - und uns darüber austauschen, wie wir uns gezielt verbessern. Ideen dazu setzen wir um und kontrollieren ihre Wirkung. Den Prozess des Fremdfirmenmanagements haben wir in unserem aktuellen "Managementhandbuch Arbeitssicherheit und Gesundheit" völlig neu gefasst. Er ist nun stärker auf fortlaufende Verbesserung ausgerichtet als zuvor. Dazu haben wir auch Kriterien formuliert, die eine Leistungsbewertung unserer Fremdfirmen in Bezug auf Arbeitssicherheit möglich machen.
Die im Unternehmen entwickelte App "thyssenkrupp life" soll Prozesse im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement erleichtern. Unter Einbindung von Top-Führungskräften untersuchen wir Unfälle und so genannte "High-Potential Incidents" - Vorfälle, die zu tödlichen Arbeitsunfällen oder schweren Verletzungen führen könnten -; daraus entwickeln wir Tipps und Hilfestellungen, die über die App angeboten werden. Wir setzen die App in der internen Kommunikation ein, damit alle aus den Erkenntnissen lernen können.
Das Programm "Pathways to a new thyssenkrupp Safety Culture" der thyssenkrupp Academy unterstützt bereits seit 2011 Beschäftigte weltweit dabei, Selbstevaluation und Ereignisanalysen einzusetzen. Manager, Sicherheitsprofis und Mitarbeiter arbeiten gemeinsam an Verbesserungen, unabhängig von Rang und Position. Unfälle und gefährliche Situationen werden in einer offenen, angstfreien Atmosphäre besprochen, Widersprüche in der Beobachtung und Bewertung ausdrücklich zugelassen. Südamerika ist die erste Region, in der wir das Programm weiterentwickeln: Nach der Analyse ("Discovering Pathways") kommt jetzt die Intervention ("Navigating Pathways"). Teams suchen sich Situationen oder Aktivitäten, die sie sicherer machen wollen. Es gibt keine standardisierten Konzernlösungen, sondern Fachleute leiten die Kollegen an, passgenaue lokale Lösungen selber zu erarbeiten. Selbst wenn dies nicht auf Anhieb gelingt - im Prozess werden die Erfolgsfaktoren deutlich. Insgesamt wird die schrittweise Umsetzung von Erkenntnissen die Sicherheitskultur bei thyssenkrupp sukzessive verbessern.
Im Rahmen unserer Kampagne "we care" nehmen wir seit 2015 mit konzernweiten Aktionen am "Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" teil, der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ausgerufen wird. In diesem Jahr gingen wir einigen wiederkehrenden Herausforderungen auf den Grund: Wie bewahren wir uns auch gegenseitig davor, in typische Verhaltensfallen zu tappen? Wie schaffen wir es, den ersten Impuls zu unterdrücken und eben nicht die bequeme Abkürzung zu nehmen und Regeln zu missachten? Wird es uns überhaupt bewusst, wenn wir Risiken kleinreden oder wenn wir aus Angst vor negativen Konsequenzen schweigen, obwohl wir Missstände eigentlich ansprechen müssten? Beschäftigte aus 44 Ländern nahmen an der Aktion teil, sandten persönliche Geschichten ein, teilten viele hundert Fotos mit persönlichen Botschaften und berichteten darüber, wie sie in Workshops Verhaltensfallen diskutiert hatten und wie sie die Erkenntnisse künftig im Arbeitsalltag anwenden wollen. In diesem Zusammenhang verleihen wir einmal im Jahr einen "we care"-Award für herausragende Initiativen weltweit, die die Arbeits- und Sicherheitskultur unseres Unternehmens neu beleben und organisatorisch stärker verankern.
Der Umgang mit psychischen Belastungen ist weiterhin ein zentrales Thema. Eine erste Statusabfrage in Deutschland zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind, unsere Ziele zu erreichen. Ferner arbeiten wir an wichtigen Gesundheitsinitiativen: Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtprävention, Medizinscreenings und andere nicht arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken. Im Durchschnitt boten die Standorte zuletzt in 3,2 von sechs Themenfeldern Aktionen und Programme zur individuellen Gesundheitsförderung an. Bei unserer erstmaligen Erhebung im Geschäftsjahr 2014 / 2015 waren es 2,3 Themenfelder.
Darüber hinaus können immer mehr Mitarbeiter auf professionelle Angebote zur psychosozialen Unterstützung zurückgreifen: Bei der letzten Befragung gaben 71,9 % der Organisationseinheiten an, ein Employee Assistance Programm (EAP) zu haben - im Geschäftsjahr 2014 / 2015 waren es noch 63,5 %. Vor allem Nord- und Südamerika sowie einige Standorte in Europa sind hier gut aufgestellt.
Das selbst gesetzte Ziel zur Ersthelfer-Quote von 10 % wird bereits seit Jahren übertroffen. Zuletzt hatten 21,9 % der Mitarbeiter eine aktuelle Qualifizierung in erster Hilfe. Dieses hohe Niveau soll weiter gehalten werden.
Personalstrategie: Organisation und Führung für die Zukunft
Unsere Personalstrategie leiten wir aus der Strategie des Unternehmens ab. Sie spiegelt die vielfältigen Anforderungen wider, die die Geschäfte erfüllen müssen, um optimal agieren zu können. Die Neuausrichtung des Konzerns im Berichtsjahr hat die Personalarbeit stark in ihren Kernkompetenzen gefordert. So wird besonders die Ausgestaltung der Gesamtorganisation durch die Abteilung Human Resources (HR) eng begleitet, ein Fokus liegt dabei auf der Gestaltung des HR-Zielbilds und einer passenden HR-Organisation. Denn nur mit einem passenden Führungs- und Organisationsmodell lassen sich Geschäftsstrategien wirksam umsetzen. Bei all dem ist es uns besonders wichtig, dass Unternehmensleitung und Mitbestimmungsorgane unterschiedliche Sichtweisen einbeziehen, um gemeinsam und partnerschaftlich zukunftsfähige Lösungen zu finden. Neben den Interessen des Unternehmens sollen stets auch die der Mitarbeiter gewahrt bleiben.
Wir richten unseren Blick stets auf konkrete Fragen der Arbeitsgestaltung: Führungskräfte sollen Verantwortung teilen, Mitarbeiter Verantwortung übernehmen. Wir wollen unsere Beschäftigten exzellent aus- und weiterbilden, ihnen immer wieder interessante Aufgaben bieten und sie individuell qualifizieren und fördern. Dazu gehören auch Arbeitszeitmodelle, die zu den Lebensphasen der Menschen passen.
Gute Führung heißt für uns, Vertrauen und ein kooperatives Miteinander zu fördern. Die Personalarbeit wiederum soll Sicherheit geben, gleichzeitig die Leistungsanforderungen verdeutlichen und das Wertegerüst des Unternehmens glaubhaft vermitteln.
Effizient und schnell die richtigen Mitarbeiter gewinnen
thyssenkrupp setzt alles daran, die besten und vor allem die richtigen Menschen für das Unternehmen zu gewinnen. Um unser Recruiting in wichtigen Märkten mit hoher Nachfrage effizienter und besser zu gestalten, gibt es seit 2017 in China, Deutschland und den USA das zentral gesteuerte Global Functional Team Sourcing & Recruiting (GFT S&R). Auf Basis eines vergleichbaren Recruiting Prozesses, konsistenter Qualifizierungsstandards und KPIs sowie eines gemeinsamen IT-Systems hat dieses Team einheitliche Standards im Bereich Sourcing und Recruiting etabliert und stabilisiert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit weiteren Kostensenkungen und Qualitätsverbesserungen den positiven Trend des Vorjahres fortgeschrieben. Auf der Kostenseite haben wir insbesondere die Aufwendungen für Headhunter in den drei Ländern, in denen das GFT S&R aktiv arbeitet, mit weiteren rund 42 % nochmals deutlich gesenkt. Dass wir gleichzeitig unsere eigenen Kapazitäten im Bereich Active Sourcing ausgeweitet haben, hat sich bewährt.
Qualitätssteigerungen auf hohem Niveau belegen gleich mehrere erfreuliche Erfolge. 2019 haben wir uns im globalen - und anerkannt unabhängigen - Ranking "Potentialpark - Online Talent Communication" erneut um einen Rang verbessert: in Deutschland auf Platz 2, weltweit sogar auf Platz 1. Diese Spitzenposition in puncto Online-Ansprache von Bewerbern dürfte die Arbeitgebermarke von thyssenkrupp weiter stärken. Darüber hinaus erhielt thyssenkrupp im Berichtsjahr den renommiertem HR Excellence Award - den wichtigsten Branchenpreis im Personalwesen - in der Kategorie Marketing für Auszubildende. Ein weiterer Beleg für die konstant hohe Bewerberzufriedenheit ist der Net Promoter Score (NPS), eine Kennziffer, die das Team GFT S&R monatlich erhebt. Sie beruht auf einer standardisierten Befragung und erfasst die potenzielle Bereitschaft von Bewerbern, thyssenkrupp weiterzuempfehlen. In den USA erreichte der NPS für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 im Durchschnitt 57, in Deutschland 52.
Nach den Erfolgen mit dem GFT S&R in China, Deutschland und USA sollen im kommenden Geschäftsjahr weitere Länder nach diesem Prinzip arbeiten.
Ausbildung sichert die Fachkräfte von morgen
Die Ausbildung junger Menschen hat bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert. Im Berichtsjahr hatten wir im Konzern insgesamt 3.100 Auszubildende (Vorjahr: 3.162) in 63 verschiedenen Berufen, der Großteil davon in Deutschland, aber auch viele in weiteren europäischen Ländern. Die Ausbildungsquote - das Verhältnis von Ausbildungsplätzen zur Arbeitsplätzen - liegt in Deutschland stabil bei 4,9 % (Vorjahr 5,0 %). thyssenkrupp bietet die Möglichkeit, sowohl eine klassische Ausbildung als auch ein duales Studium zu absolvieren. Tarifverträge sichern einheitlich hohe Qualitätsstandards für das duale Studium.
Talent Management, Learning & Transformation
Attraktive Entwicklungsperspektiven für unsere Mitarbeiter zu bieten und den künftigen Arbeitskräftebedarf der weltweiten Organisation zu bedienen ist der Kernanspruch unseres Talent Managements. Dazu nutzen wir fest verankerte Feedback- und Entwicklungsprozesse für alle Mitarbeiter sowie für verschiedene Zielgruppen im Unternehmen auch spezielle Talent Pools und Entwicklungsprogramme. Mitarbeiter mit ausgeprägten Fähigkeiten identifizieren wir systematisch in frühen Phasen ihres Werdegangs, gehen aktiv auf sie zu und machen ihnen Angebote für ihre Weiterentwicklung. So machen wir es möglich, dass unsere besten Potenzialträger direkt zum Unternehmenserfolg beitragen können, und fördern gleichzeitig die Vielfalt in Schlüsselpositionen.
Mit dem Programm "tk Talents" etablieren wir diese Prozesse und Strukturen weltweit. 2018 / 2019 haben wir so erneut mehr als 1.700 Talente identifiziert. 23 % von ihnen sind Frauen - damit ist ihr Anteil deutlich höher als in der Gesamtbelegschaft. Deshalb sind wir optimistisch, mittelfristig den angestrebten Frauenanteil in Führungspositionen (siehe unten) erreichen zu können.
Mit dem thyssenkrupp "Job Swap" bieten wir Mitarbeitern die Chance, die Vorteile unserer vielfältigen Organisation für die eigene Entwicklung zu nutzen. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, den eigenen Arbeitsplatz vorübergehend mit Kollegen aus anderen Bereichen zu tauschen. Das schafft Impulse für die persönliche Entwicklung und fördert das gegenseitige Verständnis sowie die bereichsübergreifende Zusammenarbeit bei thyssenkrupp. Partner für einen "Job Swap" finden sich über eine Matching-Plattform; der Einsatz von Feedback-Apps und anderen Onlinetools unterstützt unsere zeitgemäße und effiziente Talententwicklung.
thyssenkrupp Academy: Fokus aus Digitalisierung der Geschäfte
Die thyssenkrupp Academy treibt mit ihren Lernangeboten, die strategisch oder kulturell ausgerichtet sind, die Transformation des Konzerns voran. Es geht darum, operative Spitzenleistungen zu erzielen sowie Führungsstil und -kompetenzen zu stärken. Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 legte die Academy einen Schwerpunkt auf Programme und Angebote zur Förderung der digitalen Transformation. Zudem wurde eine digitale Lernbibliothek eingeführt, die weltweit allen Mitarbeitern des Konzerns kosteneffizient zur Verfügung steht und so individuelles, flexibleres Lernen ermöglicht.
Unsere "L&T Home Base", die virtuelle Heimat für alle konzernweiten Experten aus dem Lern- und Veränderungsmanagement, wuchs stetig um weitere Angebote, etwa neue Lerninstrumente und digitale Informationsveranstaltungen, sowie den regelmäßigen Austausch mit internen und externen L&T-Fachexperten.
Inclusiveness und Diversity: Flagge zeigen für Vielfalt
Bei thyssenkrupp arbeiten rund 162.000 Menschen aus 149 Nationen. Wir pflegen eine Kultur der Chancengleichheit, des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung. Zu unserem offenen und inklusiven Arbeitsumfeld gehören unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, Unterstützungsangebote zur Kinderbetreuung (KiTa, Eltern-Kind-Office, famplus), diverse Netzwerke oder die Präsentation als weltoffenes Unternehmen. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei und mit ihrem vollem Potenzial entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung.
Drei aktuelle Beispiele:
| ― | Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, Familie und Beruf auch für Männer besser miteinander vereinbar zu machen - das sind wichtige Ziele unseres Diversity-Managements. Derzeit sind 15,4 % (Vorjahr: 15,3 %) unserer Beschäftigten Frauen, und wir streben an, bis 2020 mindestens 15 % der Führungspositionen weiblich zu besetzen (zum 30. September 2019 waren es 12,6 %, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 12 %). Dazu haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Schwerpunkt auf die Besetzungen der zweiten Führungsebene (Level 2) gelegt. Unter anderem haben wir Interviews mit Frauen auf L2 Ebene geführt, um zu erfahren, vor welche Herausforderungen sie sich gestellt sehen. Wir erfassen und analysieren systematisch, warum ggf. keine Frauen zum Zuge kommen. So wollen wir potenziellen Benachteiligungen entgegenwirken. |
| ― | Wir stehen sichtbar an der Seite der LGBTI Community. Einer der wichtigsten Anlässe, um Flagge für Vielfalt zu zeigen, ist jährlich der Christopher Street Day (CSD) in Köln: 2019 waren wir zum dritten Mal mit einem eigenen Wagen dabei - mit mehr als 200 Menschen. Auch in Essen war thyssenkrupp mit einem Stand auf dem CSD vertreten. Außerdem haben wir im Mai erstmals eine "DiverseCity" gemeinsam mit der Stadt Essen, innogy SE und dem Völklinger Kreis organisiert und ausgerichtet. Für diesen öffentlichen Austausch unter dem Motto "Essen seine Vielfalt" haben wir rund 200 Teilnehmer gewonnen. |
| ― | Die thyssenkrupp Senior Experts GmbH erweist sich im zweiten Jahr ihres Bestehens als Erfolgsmodell. Unsere Senior Experts sind ehemalige Fach- und Führungskräfte aus dem Unternehmen, die sich im Ruhestand befinden und bereit sind, sich befristet für ein Projekt bei thyssenkrupp zu engagieren. Diese Frauen und Männer bringen jahrzehntelange Erfahrung ein, mit ihrem Wissen über die speziellen Erfordernisse unserer Geschäfte kommen sie als Vertreter, Projektleiter, Berater oder Coach zum Einsatz. Dadurch halten wir Know-how im Unternehmen und unterstützen den Erfolg von Projekten. Die Senior Experts GmbH übernimmt die Einstellung und regelt Vertragsfragen sowie die Bezahlung. Zum Stichtag 30. September 2019 waren mehr als 250 Ehemalige im Pool (Vorjahr:130). Im Geschäftsjahr wurden mehr als 120 Verträge für Einsätze im Konzern abgeschlossen (Vorjahr: 60). |
Soziale Verantwortung
thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Der Konzern und seine Unternehmen wollen das gesellschaftliche Umfeld an den Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Die Förderung von Rahmenbedingungen zur Schaffung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist für thyssenkrupp selbstverständlich. Entsprechend ist der Konzern in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.
Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering.tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden im Berichtsjahr mehr als 400 Maßnahmen erfasst. Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe- oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger und Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis des Konzerns generell unvereinbar und daher unzulässig.
Compliance
thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2018 / 2019 im Wesentlichen von drei Themen geprägt:
| ― | Der finalen Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020, |
| ― | der nach wie vor kontinuierlichen Implementierung des Compliance-Management-Systems Datenschutz gemäß den Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), |
| ― | der kartellrechtlichen Begleitung von Portfoliomaßnahmen. |
Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur
Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.
In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:
| ― | Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf. |
| ― | Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über eventuelle Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung. |
| ― | Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt. |
| ― | Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen. |
Compliance-Strategie 2020
Unsere im Geschäftsjahr 2013 / 2014 entwickelte "Compliance-Strategie 2020" hat das Ziel, eine verhaltensleitende und nachhaltige Integritätskultur im Konzern zu etablieren und Compliance systemisch im Konzern zu verankern. Dazu dienten und dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Integration von Compliance in die Geschäftsprozesse sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden weitere Maßnahmen der Compliance-Strategie 2020 umgesetzt. Laufende Maßnahmen werden in die Compliance-Strategie eingepasst, die für den sich im Rahmen der strategischen Neuausrichtung verändernden Konzern entwickelt wird. In Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite und stellt eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche sich intensiv austauschen und die Synergien, die so insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden.
Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit
Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Themen Kartellrecht und Antikorruption, Geldwäschebekämpfung sowie Datenschutz.
Im abgelaufenen Jahr stand wegen der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Datenschutz weiterhin besonders im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Es wurde intensiv an der Prozessverbesserung gearbeitet, unsere Aufbau- und Ablauforganisation wurde weiter ausdifferenziert und unsere Konzernunternehmen wurden europaweit bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützt. In den Geschäftsbereichen sind mittlerweile 267 Funktionen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Ein neues E-Learning-Modul vermittelt der relevanten Zielgruppe konzernweit alle wichtigen Informationen zum Thema Datenschutz. Insgesamt 28.000 Pflichtteilnehmer wurden für dieses Lernmodul im vergangenen Geschäftsjahr registriert.
Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Europe sowie weiteren M & A-Aktivitäten, auch im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns.
Weitere Compliance-Aktivitäten des Berichtsjahres lassen sich, geordnet nach den drei nachfolgenden Programmelementen, wie folgt zusammenfassen:
| ― | "Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Über 4.800 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden insgesamt mit dem E-Learning zu Compliance im Einkauf und dem neuen Datenschutz E-Learning, bereinigt um Abgänge, mehr als 133.000 Kurse absolviert. |
| ― | "Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne WhistleblowerSystem sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, um auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf eventuelle Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinzuweisen. |
| ― | "Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt. |
Compliance-Organisation
Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine Aufgabenzuweisung, die strukturell den Bedürfnissen im Konzern entspricht.
thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 75 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 350 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des Konzerns und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.
Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018 / 2019 berichtete der Chief Compliance Officer, der für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich ist, direkt an das seit dem Jahr 2014 speziell für Compliance zuständige Vorstandsmitglied Dr. Donatus Kaufmann. Ab dem 1. Oktober 2019 zeichnet der Chief Human Resources Officer (CHRO) der thyssenkrupp AG für den Bereich Compliance verantwortlich.
Ausgewählte behördliche Verfahren
| ― | Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist bzw. war neben anderen Unternehmen der Stahlbranche Gegenstand von Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Das Verfahren in Sachen Qualitätsflachstahl ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Bereits im letzten Geschäftsjahr hatte sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt geht thyssenkrupp weiter davon aus, das Verfahren in Sachen Grobblech zeitnah endgültig einvernehmlich abschließen zu können. Die damit zum 31. März 2019 verbundene Erhöhung der zum Ende des letzten Geschäftsjahres gebildeten Rückstellung auf den Betrag des erwarteten Bußgelds belastet den Jahresüberschuss in Höhe von etwas mehr als 100 Mio €. |
Übersicht der nichtfinanziellen Angaben
Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§ 315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf den Konzern gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichts. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinaus ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage des Konzerns oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.
ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN
| Umweltbelange | Arbeitnehmerbelange | |
|---|---|---|
| Kapitel | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele |
| Klima, Energie und Umwelt | Mitarbeiter | |
| Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagment | Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | |
| Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | |
| - Regulatorische Risiken | - Produktionsrisiken | |
| - Produktionsrisiken | - Personalrisiken | |
| - Beschaffungsrisiken | - Beschaffungsrisiken | |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen | - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen |
| Achtung der Menschenrechte | Sozialbelange | Bekämpfung von Korruption und Bestechung | |
|---|---|---|---|
| Kapitel | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele | Siehe Achtung der Menschenrechte und Arbeitnehmerbelange sowie | Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele |
| Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | Soziale Verantwortung | Compliance | |
| Mitarbeiter | Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement | ||
| Chancen- und Risikobericht | Chancen- und Risikobericht | ||
| - Beschaffungsrisiken | - Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken | ||
| - Beschaffungsrisiken | |||
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen |
Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Prognose 2019 / 2020
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung "newtk" konzentriert sich Components Technology seit dem 1. Oktober 2019 auf das Automobilgeschäft und wird in Automotive Technology umbenannt; neu hinzu kommt System Engineering, das u.a. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bis zum 30. September 2019 zu Industrial Solutions gehörte. Die Großwälzlager und das Schmiedegeschäft wurden aus Components Technology herausgelöst. Die Berichterstattung der beiden Einheiten wird zukünftig als Industrial Components erfolgen. Industrial Solutions wird in Plant Technology umbenannt; darin befinden sich die Geschäfte mit Chemie-Anlagen, Zement-Anlagen sowie Anlagen und Ausrüstung für Mining. Die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen werden als Corporate Headquarters dargestellt. Daneben sollen die Einheiten der Service Units und Special Units separat abgebildet werden.
Gesamtaussage
Im Geschäftsjahr 2019/2020 wollen wir unsere Restrukturierungs- und Verbesserungsmaßnahmen in unseren Geschäften sowie bei Corporate intensivieren, was sich auch in unseren finanziellen Steuerungsgrößen zeigen wird.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kann kurzfristigen, teilweise auch durch Rohstoffpreise getriebenen Schwankungen unterliegen. Die Entwicklung der insbesondere für diese Geschäfte relevanten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit sehr unsicher. Vor diesem Hintergrund ist eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisplanung für ein ganzes Geschäftsjahr nur eingeschränkt möglich.
Die Unsicherheiten für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben sich derzeit u.a. aus:
| ― | dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, vornehmlich einer weiteren Eskalation der bestehenden handelspolitischen Konflikte mit entsprechenden protektionistischen Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die das globale Wirtschaftswachstum spürbar negativ beeinflussen können |
| ― | dem nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt |
| ― | dem Ergebnis der Brexit-Austrittsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas |
| ― | der hohen Gesamtverschuldung in einigen EU-Staaten die zu deutlicher Unsicherheit an den Finanzmärkten führen könnte. Hierdurch könnte die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte eingeschränkt werden mit negativen Folgen für die Investitionstätigkeit und den privaten Konsum |
| ― | den anhaltend strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen - unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte |
| ― | der Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten |
| ― | dem Strukturwandel in der Automobilindustrie (veränderndes Mobilitätsverhalten, Umstellung Antriebstechnologien, Digitalisierung) der bei einem stärkeren globalen Abschwung schleppender als angenommen verlaufen könnte |
Wesentliche Annahmen
Für 2020 unterstellen wir als Grundannahme ein leicht schwächeres Wachstum im Euro-Raum und einen geringeren BIP-Zuwachs in China, während hingegen die Konjunkturdynamik in den Schwellenländern insgesamt etwas anzieht. Für die USA erwarten wir eine geringere, wenngleich noch relativ solide Wachstumsdynamik.
Für die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwarten wir gegenwärtig für 2020 einen weiteren leichten Rückgang, was jedoch mit hohen Unsicherheiten behaftet ist. Der Westeuropäische und der nordamerikanische Markt dürften sich 2020 auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren. Im weltgrößten Markt China ist in 2020 eine Stabilisierung auf dann deutlich vermindertem Niveau möglich. Für unsere Geschäfte sehen wir Wachstumschancen durch den Hochlauf neuer Werke und Projekte auch für die zunehmenden Auslieferungen unserer elektromechanischen Lenkung. Begleitet wird dies von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vor allem im Bereich Lenksysteme.
Die Nachfrage nach unseren Großwälzlagern aus der Energie bzw. Windbranche sollte sich im Jahr 2020 insbesondere in China und Nordamerika, auch aufgrund von Vorzieheffekten infolge der absehbaren Beendigung von Förderungsmechanismen, weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Jedoch zeigen die Industriemärkte eine Abkühlung, welche vor allem durch politische Unsicherheiten geprägt ist. Insgesamt gehen wir hier von einer Seitwärtsbewegung der Nachfrage für unsere Großwälzlager in 2020 aus. Bei den Komponenten für Baumaschinen hingegen wird sich nach einem Höchststand in 2018 der zyklische Nachfragerückgang auch 2020 fortsetzen. Bei den Nutzfahrzeugen >6t ist insgesamt von einem rückläufigen Weltmarkt auszugehen, durch eine sich fortsetzende Normalisierung nach zuletzt sehr hohem Marktniveau in China und dem zyklischen Abschwung der Class 8 Trucks in NAFTA. Auch im Bereich der Industriekomponenten werden kontinuierlich Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung durchgeführt.
Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand für Neuinstallationen und Modernisierungsaufträge sowie das attraktive Portfolio an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein hinterlegt sind. Insbesondere in Europa werden wir unsere Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortsetzen und dabei unsere Prozesse im Service, Produktion und Verwaltung optimieren. Daneben werden wir die Komplexität im Produktportfolio hinsichtlich Plattformen und Komponenten reduzieren und die Erlösqualität steigern. Unser Wachstum wird unterstützt durch eine weiterhin solide erwartete Bautätigkeit in China, den USA sowie Europa.
Bei Plant Technology erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs und Umsatzes, die sich durch die Fokussierung auf überwiegend kleinere und mittlere Projekte sowie auf das Servicegeschäft ergibt. Im Rahmen der Neuausrichtung des Anlagenbaus sollen die Geschäfte zukünftig größere Entscheidungsbefugnisse erhalten, wodurch das operative Geschäft gestärkt werden soll. Durch die Reintegration des Servicegeschäfts in die Geschäftseinheiten sowie ein deutlich schlankeres Headquarter sollen die Organisationsstrukturen des Anlagenbaus vereinfacht werden, um Entscheidungen schneller zu ermöglichen und um Kosten zu senken. Wir wollen uns dadurch zukünftig noch näher am Markt aufstellen, um unsere Kunden besser und schneller bedienen können.
Bei Marine Systems sind wir im Überwasserbereich im Konsortium mit der Firma Embraer für ein Fregattenprogramm in Brasilien nominiert. Für diesen Auftrag rechnen wir mit einem Vertragsabschluss im aktuellen Geschäftsjahr. Nach Einführung einer vereinfachten Organisationsstruktur arbeiten wir intensiv an umfassenden Performancesteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und rechnen mit positiven Effekten auf die Ergebnisqualität des gesamten Projektportfolios.
Die für unsere Materialgeschäfte relevante weltweite Stahlnachfrage wird, bei voraussichtlich anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und weiter hohen Risiken, langsamer wachsen. Die Visibilität ist außerordentlich gering und die Abwärtsrisiken überwiegen. Das Wachstum des chinesischen Stahlmarkts wird sich deutlich verlangsamen, prognostiziert ist ein Plus von etwa 1 %. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage allenfalls verhalten zunehmen. Für die USA wird ein Plus von unter 1 % erwartet. In der EU und in Deutschland rechnen wir mit einer Zunahme von rund 1 bzw. 2 %, was jeweils einer moderaten Erholung ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis entspricht. Vor dem Hintergrund der weiter bestehenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben. Wir gehen von einer Entspannung auf den Rohstoffmärkten aus und unterstellen zeitgleich bei weiterhin überversorgten Stahlmärkten einen intensiven Wettbewerb.
Bei Materials Services wollen wir die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben, um in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz zu steigern und unseren Omnichannel Ansatz konsequent weiter zu verfolgen. Dazu gehört der verstärkte Einsatz unserer künstlichen Intelligenz "alfred" zur besseren Steuerung von Transportwegen und Logistikströmen, der weitere Rollout einer hochmodernen ERP-Plattform sowie der Ausbau der E-Commerce Funktionalitäten unseres B2B Portals. Ein weiterer Fokus liegt auf der Optimierung von operativen Abläufen und gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Prozesskette. Darüber hinaus sollen strukturelle Anpassungen von Organisation und Methodik der Zusammenarbeit im Headquarter zur Beschleunigung von Entscheidungsprozessen, Verringerung der Komplexität sowie Kostensenkungen führen.
Bei Steel Europe erwarten wir, dass im laufenden Geschäftsjahr erste Effekte aus dem neu entwickelten Strategie- und Performanceprogramm sichtbar sein werden.
Mehr zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".
Erwartung 2019 / 2020: Insgesamt vorsichtiger Blick auf das Geschäftsjahr geprägt durch begrenzte Sichtweite sowie gesteigerte Restrukturierungen
Vor dem Hintergrund der vorstehend beschriebenen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten und der in diesem Umfeld nur begrenzten Sichtweite und damit eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit insbesondere bei unseren zyklischeren Geschäften mit Werkstoffen sowie Komponenten für Automobile und Nutzfahrzeuge halten wir einen insgesamt vorsichtigen Blick auf das Geschäftsjahr 2019/2020 für angemessen.
Im Rahmen der Umsetzung von "newtk" werden wir die Weiterentwicklung und Restrukturierung unserer Geschäfte mit gesteigerter Intensität weiter fortsetzen. Dabei ist die Höhe der Restrukturierungsaufwendungen in einzelnen Geschäftsjahren auch von der realisierbaren Geschwindigkeit beim Umbau der Geschäfte und des Konzerns abhängig.
Die nachstehende Prognose unterstellt eine Vollkonsolidierung von Elevator Technology.
Aufgrund der geänderten Zuordnung von Geschäftsbereichen wurden die Vorjahreswerte für Automotive Technology, Industrial Components, Plant Technology und Corporate vereinfacht d.h. ohne erneute Konsolidierung ermittelt.
Der Umsatz wird - vorbehaltlich der oben beschriebenen Einflussfaktoren - im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr: 42,0 Mrd €); in Teilen unserer Industriegütergeschäfte sehen wir Wachstumschancen.
Für das Bereinigte EBIT rechnen wir - vorbehaltlich der oben beschriebenen Einflussfaktoren - mit einem Wert auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 802 Mio €), der sich aus Fortschritten bei den Industriegütergeschäften insgesamt und einer insgesamt schwächeren Ergebnisentwicklung der Werkstoffgeschäfte ergeben sollte.
| ― | Bei Automotive Technology erwarten wir eine Erholung des Bereinigten EBIT auf einen wieder positiven Wert (Vorjahr: pro forma -22 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: pro forma 5,4 Mrd €) und Rückkehr zu einer positiven Marge (Vorjahr: pro forma -0,4 %). Dies folgt insbesondere aus dem weiteren Hochlauf der neuen Werke und Projekte für Lenkungen und Nockenwellenmodule und wird unterstützt durch Effizienz- und Restrukturierungsprogramme. Belastend wirkt dabei der weiterhin negative Ergebnisbeitrag von Federn und Stabilisatoren, System Engineering strebt eine Verbesserung des Ergebnisses an, jedoch weiterhin negativ. |
| ― | Bei Industrial Components erwarten wir insgesamt eine moderat rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung (Vorjahr, pro forma Umsatz: 2,5 Mrd €, Bereinigtes EBIT: 230 Mio €), dabei wird die Umsatzsteigerung bei Großwälzlagern sowie kontinuierliche Kosten- und Effizienzmaßnahmen die zyklisch rückläufige Entwicklung bei Kurbelwellen (insbesondere Lkw) und Baumaschinenkomponenten insbesondere in Europa und Nordamerika nicht vollständig kompensieren können. |
| ― | Bei Elevator Technology erwarten wir einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr: 8,0 Mrd €). Inklusive der für die eigenständige Aufstellung von Elevator Technology voraussichtlich zusätzlich zukünftig anfallenden Kosten in Höhe von 20 - 30 Mio € erwarten wir eine Bereinigte EBIT-Marge zwischen 11,0 - 12,0%. Vergleichbar gerechnet entspricht dies tendenziell einer höheren, mindestens jedoch stabilen Bereinigten EBIT-Marge (Vorjahr: 11,4%; unter Berücksichtigung dieser erwarteten zusätzlichen zukünftigen Kosten 11,1%) - unterstützt durch Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen. |
| ― | Bei Plant Technology erwarten wir in Abhängigkeit des Auftragseingangs eine deutliche Umsatzerholung (Vorjahr: pro forma 2,9 Mrd €); dabei ein deutlich verbessertes Bereinigtes EBIT, jedoch weiterhin negativ, unterstützt durch Kostenmaßnahmen auch in der Verwaltung, Verbesserung in der Projektabwicklung sowie Wachstum im margenstarken Service-Geschäft (Vorjahr: pro forma -145 Mio €). |
| ― | Bei Marine Systems erwarten wir eine stabile Umsatzentwicklung. Das Bereinigte EBIT wird durch Kostenmaßnahmen, Verbesserung der Projektabwicklung sowie höhere Ergebnisbeiträge der neuen Projekte leicht positiv erwartet (Vorjahr: 1 Mio €). |
| ― | Bei Materials Services erwarten wir bei derzeit eingeschränkt verlässlicher Planbarkeit und anhaltenden Maßnahmen zur Ergebnissicherung ein weitgehend stabiles Bereinigtes EBIT (Vorjahr: 107 Mio €). |
| ― | Bei Steel Europe erwarten wir bei derzeit eingeschränkt verlässlicher Planbarkeit trotz anhaltender Maßnahmen zur Ergebnissicherung ein negatives Bereinigtes EBIT (Vorjahr: 31 Mio €), belastend wirkt dabei auch das weiterhin negative Ergebnis bei Heavy Plate. |
| ― | Bei Corporate Headquarters, das die Verwaltungseinheiten von Corporate und den Regionen umfasst, werden die Kosten bzw. das Bereinigte EBIT voraussichtlich auf Vorjahresniveau anfallen (Vorjahr: pro forma -252 Mio €). |
Im Zuge der Umsetzung von Performance First unter "newtk" intensivieren wir unsere Restrukturierungen und erwarten daraus Aufwendungen (Sondereffekte) in Höhe eines mittleren 3-stelligen Millionen-€-Betrags.
Infolgedessen erwarten wir bei Entfall positiver Effekte aus dem Vorjahr einen deutlich höheren Jahresfehlbetrag (Vorjahr: -260 Mio €).
Die Investitionen werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich über Vorjahresniveau bewegen, unter anderem auch infolge der Erstanwendung von IFRS 16 (Vorjahr: 1.443 Mio €).
Den Free Cash Flow vor M & A (Vorjahr: -1.140 Mio €) erwarten wir infolge operativer Verbesserungen, in Abhängigkeit von Zuflüssen des Auftragseingangs und Zahlungsprofils von Projekten bei Plant Technology und Marine Systems, deutlich höheren Auszahlungen für Restrukturierungen im mittleren 3-stelligen Millionen-€-Bereich sowie die Auszahlung für das erwarte Bußgeld im Kartellverfahren bei Grobblech in Höhe der gebildeten Rückstellungen unter Vorjahr.
Die Netto-Finanzschulden werden im Wesentlichen infolge der Cashflow Entwicklung sowie in Folge der Erstanwendung von IFRS 16 stark gegenüber dem Vorjahr ansteigen (Vorjahr: 3.703 Mio €). Dies berücksichtigt noch keine Erlöse aus der Elevator Technology Transaktion.
Der tkVA des Konzerns wird infolge der vorstehend beschriebenen Effekte unter Vorjahr erwartet (Vorjahr: -1.068 Mio €).
Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.
Chancen- und Risikobericht
Chancen
Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.
Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung
Für thyssenkrupp eröffnen sich Chancen aus der im Mai 2019 beschlossenen strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Konzerns entscheidend zu verbessern und die nötigen Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln und führende Marktpositionen einnehmen können.
Chancenmanagement-Prozess
Im strukturierten Planungsprozess erfassen alle Business Areas Chancen und Risiken, um die zukünftige Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Neben der Aufnahme von strategischen Komponenten wie relevanten Markt- und Techniktrends, deren Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht, erfolgt eine differenzierte Betrachtung und Management-Einschätzung zu Chancen und Risiken im Budgetjahr. In den anschließenden monatlichen Berichterstattungen aktualisieren die Business Areas die Chancen und Risiken im laufenden Geschäftsjahr und zeigen somit eine Bandbreitenbetrachtung der Ergebnis- und Liquiditätshochrechnungen. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.
In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden - vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.
Strategische Chancen des Konzerns
Chancen ergeben sich für den Konzern, wenn wir unsere strategische Neuausrichtung konsequent umsetzen und die gewünschten Verbesserungen bei der Performance unserer Geschäfte erreichen. Um thyssenkrupp zukunftsfähig aufzustellen, haben wir mit "newtk" einen neuen Weg eingeschlagen. In einer ersten Phase kommt es darauf an, uns durch verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, aber auch strukturell und organisatorisch in die Lage zu versetzen, dauerhaft Geld zu verdienen. Dann können wir uns in einer zweiten Phase so weiterentwickeln, dass alle unsere Geschäfte führende Marktpositionen einnehmen können.
Aus einer mittel- bis langfristigen Sicht sind wir überzeugt davon, dass wir nach wie vor in attraktiven Märkten tätig sind. Unsere Mitarbeiter sind dabei die Basis unseres Erfolgs. Mit unserer Ingenieurkompetenz können wir Trends wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Urbanisierung oder neue Mobilität als Chancen nutzen. Dafür sehen wir in unserer strategischen Neuausrichtung mehr unternehmerische Freiheit für die Geschäfte, aber auch mehr Übernahme von Verantwortung vor. Über unsere Unternehmensstrategie und die korrespondierenden Chancen informieren wir Sie ausführlich im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".
Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.
thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Viele unserer Anlagen setzen zudem weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Denn neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle lassen sich am besten in einem Zusammenspiel aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln. thyssenkrupp ist hier dank seines weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzes und seiner Kooperationen mit externen Partnern gut aufgestellt. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".
Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".
Operative Chancen der Geschäfte
Automotive Technology
Die zukünftige Geschäftsentwicklung bei Automotive Technology hängt wesentlich von der Entwicklung der weltweiten Konjunktur und der individuellen Mobilität ab. Die mittelfristigen Prognosen zeigen hier einen steigenden Bedarf, unabhängig von aktuellen Rezessionsängsten.
Daraus ergeben sich für uns als Entwicklungspartner sowie als Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die Märkte in Asien und Amerika, wo wir uns mit neuen Produktionsstätten gut aufgestellt haben. Den weltweiten Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. In den dabei relevanten Bereichen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unsere Position stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassis-Systeme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem beziehungsweise autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.
Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - oder unsere Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln oder sollte sich der weitere Hochlauf unserer neuen Werke beschleunigen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Industrial Components
Das Geschäft mit Großwälzlagern (Bearings) bietet insbesondere bezogen auf den Windenergiemarkt sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich positive Wachstumsperspektiven. Der Trend zu größeren Anlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen. Sollten hierfür zusätzliche nationale Anreizprogramme aufgelegt werden, kann dies dazu führen, dass wir die Prognose für unsere Kernsteuerungsgrößen übertreffen. Gleiches gilt, wenn sich die Konjunktur in den sonstigen Anwendungsbereichen für Großwälzlager über das in der Planung unterstellte Maß hinaus belebt.
In unserem weltweiten Schmiedegeschäft (Forged Technologies) bestehen Chancen, die Prognosen zu übertreffen, wenn die zyklischen Baumaschinen- und Lkw-Märkte sich weniger negativ entwickeln als in der Planung prognostiziert.
Elevator Technology
Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen für die Business Area Elevator Technology. Dank ihrer breitgefächerten Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie ihrer lokalen Präsenz mit mehr als 50.000 Mitarbeitern an über 1.000 Standorten kann sie weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.
Mit innovativen Produkten und Servicelösungen streben wir an, die höchsten technischen und ökologischen Kundenanforderungen zu erfüllen. Mit MAX, der ersten Cloud-basierten Wartungslösung der Branche, erhöhen wir den Digitalisierungsgrad und die Effizienz unseres Servicegeschäfts und können dadurch zusätzliche Wettbewerbsvorteile erzielen.
Zudem rechnen wir damit, dass sich durch die Umsetzung der definierten Performance-Maß-nahmen Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology kontinuierlich verbessern.
Sollte sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie - besser entwickeln als erwartet oder sollte sich herausstellen, dass die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme noch effektiver sind als gedacht, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Plant Technology
Um weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit bei Plant Technology zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten zu nutzen, standardisieren und optimieren wir unsere Produkte wie auch die Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Unsere Position als führender Partner für Planung, Bau und Service rund um industrielle Anlagen und Systeme sichern wir auch zukünftig durch den weiteren Ausbau innovativer und umweltfreundlicher Technologien.
Chancen sind mittelfristig im Chemieanlagenbau entlang der angestrebten Markteintritte (z.B. Wasserelektrolyse und Methanol) sowie kurzfristig im Bereich von Düngemittel-Großprojekten zu suchen. Weitere Chancen ergeben sich durch den weiteren Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Die zunehmende Nachfrage nach Lösungen für die Digitalisierung und den Betrieb von Industrieanlagen nutzen wir, um mit neuen Serviceangeboten weitere Geschäftsfelder zu erschließen.
Alle aktuellen Initiativen zur Profitabilitätssteigerung sind in einem umfassenden Performance-Programm gebündelt. Die Maßnahmen dieses Programms umfassen unter anderem die Reduzierung der Verwaltungs- und Materialkosten sowie eine verbesserte Projektabwicklung.
Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die im Rahmen unseres Performance-Programms zu realisierenden Effekte, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Marine Systems
Die nationalen wie internationalen Märkte für unser Marinegeschäft - insbesondere konventionelle U-Boote und Fregatten/Korvetten - bieten gegenwärtig gute Marktperspektiven. Daraus ergeben sich Chancen zum Ausbau unserer Marktposition. Den für unser Geschäftsmodell typischen Unter- beziehungsweise Überlastrisiken begegnen wir durch ein Werftkonzept mit flexibler Fertigungsinfrastruktur und durch fortgesetzte Programme zur Effizienzsteigerung in den Prozessabläufen.
Materials Services
Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Vermehrt übernimmt Materials Services auch das Management der Lieferkette seiner Kunden. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem Roh- und Werkstoffmarkt, der von niedrigen Margen geprägt ist. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezifisches Markt- und Branchenwissen, den systematischen Ausbau des Werkstoffhandels, zum Beispiel durch eine verstärkte Standardisierung von Prozessen und Systemen über nationale und organisatorische Grenzen hinweg, ein weltweites Netzwerk sowie ein breites und profundes Know-how im Projektmanagement.
Insbesondere im Bereich Supply Chain Management eröffnen sich für Materials Services aufgrund der wachsenden Kundenanforderungen große Chancen - etwa wenn die Steuerung mehrerer Zulieferer übernommen und dadurch sichergestellt wird, dass die richtigen Mengen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
Für Materials Services bietet die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die konsequente Weiterentwicklung der Omnichannel-Architektur: Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und Bestell-Apps haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen der Business Area, und zwar täglich rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran: Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz werden die Prozesse entlang der Supply Chain flexibler gestaltet, um so beispielsweise spezifische Kundenanforderungen an die Liefergeschwindigkeit, die Preisgestaltung oder die Materialqualität besser zu berücksichtigen. Zudem verkürzt Materials Services mit der Einführung hochmoderner ERP-Plattformen die Durchlaufzeiten von Aufträgen, optimiert die Lagerlogistik und ebnet den Weg für neuartige Supply-Chain-Services. Vernetzte Zusammenarbeit sowie interaktive Prozesse gehören heute bereits in zahlreichen Bereichen zum Alltag - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung. Zudem arbeitet Materials Services an Lösungen, die zu neuen Geschäftsmodellen führen können. Ein Beispiel ist die eigenständig entwickelte Plattform zur Vernetzung und Digitalisierung von Maschinenparks, die über eine eigene Gesellschaft auch extern vermarktet wird.
Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen definiert, um die Kosten- und Ergebnissituation weiter zu verbessern. Wichtige Elemente sind die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation in der gesamten Business Area, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen.
Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.
Steel Europe
Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur abhängt.
Nachdem die Europäische Kommission das geplante Joint Venture mit Tata Steel Europe untersagt hat, werden im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns auch bei Steel die veränderten strategischen Rahmenbedingungen neu sondiert und die Geschäfte in einem ganzheitlichen Ansatz überprüft und neu bewertet. Im Fokus dieser intensiven Untersuchung stehen die Marktstrategie, unser Produktionskonzept sowie die Optimierung unserer Organisation. Dabei berücksichtigen wir nicht nur das deutlich schwieriger gewordene konjunkturelle Marktumfeld, sondern auch die insbesondere in Europa herausfordernden politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für das Stahlgeschäft. Am Ende dieses Neubewertungsprozesses werden wir gut aufgestellt sein, um gezielter und effizienter auf die gestiegenen Herausforderungen des Marktes zu reagieren und unsere Chancen besser ergreifen zu können.
Eine Konsolidierung im Stahlbereich sehen wir weiterhin als notwendig und chancenreich an, wir halten uns hier alle Optionen offen.
Abgesehen von der strategischen Neuaufstellung arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere technischen Fähigkeiten zu stärken. Die neue Feuerbeschichtungsanlage beispielsweise, die derzeit am Standort Dortmund errichtet wird, befähigt uns, dem Bedarf der Automobilindustrie an hochwertigem Stahl Rechnung zu tragen. Chancen sieht Steel Europe überdies im Bereich der Elektromobilität, wenn auch eher auf mittlere Sicht; ein hohes Potenzial bietet hier insbesondere die Erweiterung des Anwendungsspektrums von Elektroband.
Chancen ergeben sich unverändert aus der zunehmenden Digitalisierung der Wertschöpfungskette, sowohl durch die immer stärkere Vernetzung der Produktion als auch durch die Möglichkeit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Diese Potenziale werden in verschiedenen Projekten genutzt. Bei der Harmonisierung unserer IT-Infrastruktur kommen wir ebenfalls gut voran; mit effizienteren und transparenten Prozessen werden wir schneller und flexibler am Markt agieren können. Wenn sich die aus der zukünftigen strategischen Neuaufstellung abzuleitenden Maßnahmen, die auf eine kurzfristige Steigerung der Leistungsfähigkeit zielen, sowie das Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächt, besteht die Chance, dass Steel Europe seine Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertrifft.
Risiken
Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- beziehungsweise Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen unserer Kapitalgeber und anderer Stakeholder.
Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp
Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt. Aus heutiger Sicht liegen keine Risiken vor, die den Bestand des Unternehmens gefährden.
Risikostrategie und Risikopolitik
Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Unternehmerische Risiken sind von allen Mitarbeitern bewusst und eigenverantwortlich zu tragen sowie aktiv zu steuern. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.
In unserer "Governance, Risk and Compliance (GRC) -Policy" haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert sowie die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Weitere Ziele des Risikomanagements bei thyssenkrupp liegen darin, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.
Risikomanagement-Prozess
Unser Konzern-Risikomanagement entwickelt das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richtet es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnt es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Verantwortlichkeiten der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen. Alle weiteren Vorgaben für den RisikomanagementProzess haben wir in der Konzernrichtlinie Risikomanagement einheitlich und verbindlich definiert.
Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir konzernweit implementiert; wir entwickeln sie bei neuen Anforderungen fortlaufend weiter.
Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze, die im Anschluss kurz erläutert werden:
CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung beziehungsweise im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.
Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese konzernweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.
Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Konzerneinheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, um die Risikoinventur durchzuführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.
Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.
Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden unverzüglich an die Risikomanagement-Verantwortlichen berichtet und zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.
Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken lässt sich deren Eintreten aber nicht systematisch ausschließen.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Wir haben das Risikomanagement bei thyssenkrupp als kombinierten Top-down-/Bottom-up-Prozess organisiert. Die verbindlichen Prozess- und Systemvorgaben werden vom Konzern zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.
Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten Risk and Internal Control Committee (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- beziehungsweise Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, die Corporate-Governance-Prozesse im Konzern zu verbessern.
Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen dazu bei, das Risikomanagementsystem effizient zu überwachen, und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.
Risikobewertung
Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken bündeln wir in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen und die wir gemäß dieser Systematik in die Bewertungskategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" einordnen.
RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung
Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.
Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits realisierte wirksame Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.
RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen.
Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem folgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.
Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Risikotransfer
Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio stellt eine adäquate Risikoverteilung im Versicherungsmarkt sicher.
Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.
Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend, um Risiken in unseren Geschäftsprozessen erfolgreich zu steuern.
Wir entwickeln die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.
Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von betrügerischen Handlungen.
thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Konzerneigene Dienstleister unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.
Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.
Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.
Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.
Risikokategorisierung
Die für thyssenkrupp relevanten Risiken haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:
| ― | Risiken aus externen Rahmenbedingungen |
| ― | Finanzwirtschaftliche Risiken |
| ― | Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken |
| ― | Risiken aus operativer Tätigkeit |
In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf diese Kategorien ein und geben eine Risikobewertung ab.
Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.
Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und aus den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.
Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, ob die handelspolitischen Konflikte noch weiter eskalieren und wie sich die zahlreichen globalen Krisenherde entwickeln werden. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig.
Hinzu kommt in Europa immer noch die Unklarheit über den Zeitpunkt und die Modalitäten des "Brexit", was sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken könnte - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. Risiken bestehen auch allgemein auf finanziellem Gebiet, denn in den vergangenen Jahren ist die Verschuldung sowohl in zahlreichen Industrieländern als auch in Schwellenländern deutlich angestiegen.
Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Wenn sich die Konjunktur aufgrund der genannten und gegenüber dem Vorjahr teilweise noch verstärkten Risiken schwächer als in der Planung berücksichtigt entwickeln sollte oder ein eventueller exogener Schock stark ausgeprägt ist, sind die einzelnen Konjunkturrisiken für thyssenkrupp als "hoch" einzuschätzen.
Die Konjunkturentwicklung mit den entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte geringerer Wachstumsraten und veränderter Wechselkursrelationen für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.
Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen. Weitere Einzelheiten zu spezifischen Marktrisiken in unseren Geschäften finden Sie im Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte".
Regulatorische Risiken
Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als "mittel" ein.
Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren auch mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich insbesondere für Steel Europe in diesem Zusammenhang ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitverlauf ändern oder bei denen Rechtsunsicherheit besteht. Beispielsweise werden steuerliche Vergünstigungen in Einzelfällen in gerichtlichen Verfahren verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es im Ergebnis zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind Steuernachzahlungen nicht auszuschließen.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Konzernfinanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.
Ausfallrisiken
Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit sowie aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Vertragspartnern abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert dabei Mindestvorgaben für die Auswahl von Vertragspartnern. Die ermittelten Bonitätsinformationen unterliegen einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, die das Kreditrisikomanagement in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden. Weitere Details berichten wir im Anhang (Nr. 22).
Liquiditätsrisiken
Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an die Konzerngesellschaften weitergeleitet.
Marktrisiken
Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.
Währungsrisiken
Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.
Zinsrisiken
Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, das Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.
Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als "gering" zu bewerten.
Bewertungsrisiken
Für den Erfolg unserer strategischen Neuausrichtung ist eine Aufstellung entscheidend, in der sich die Geschäfte bestmöglich entwickeln können. Entsprechend prüfen wir, was die richtige Portfoliostrategie für die Geschäfte oder Teile davon ist. In diesem Zusammenhang sind neben dem geplanten Teil-Börsengang von Elevator Technology Unternehmensverkäufe und -käufe, Partnerschaften sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten denkbar, auch im größeren Ausmaß als im Berichtsjahr. Portfoliomaßnahmen und Restrukturierungen sind grundsätzlich mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf Wertberichtigungsbedarf hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir als "hoch" bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.
Risiken aus Pensionsverpflichtungen
Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability-Driven Investment).
Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt, was sich im Berichtsjahr bereits bilanziell ausgewirkt hat. Noch weiter sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen würden dazu führen, dass die Pensionsrückstellungen weiter ansteigen und das Eigenkapital noch stärker belastet wird.
Zusätzliche Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen beziehungsweise können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.
Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an.
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartellverstöße und Korruption sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.
Prozessrisiken
Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp. Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines SoftwareTools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.
Die Prozessrisiken stufen wir derzeit im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 16 und 21).
Compliance-Risiken
Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere den Risiken von Kartellverstößen und Korruption, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Zu den Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als "hoch" ein.
Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist bzw. war neben anderen Unternehmen der Stahlbranche Gegenstand von Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Das Verfahren in Sachen Qualitätsflachstahl ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Bereits im letzten Geschäftsjahr hatte sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt geht thyssenkrupp weiter davon aus, das Verfahren in Sachen Grobblech zeitnah endgültig einvernehmlich abschließen zu können. Die damit zum 31. März 2019 verbundene Erhöhung der zum Ende des letzten Geschäftsjahres gebildeten Rückstellung auf den Betrag des erwarteten Bußgelds belastet den Jahresüberschuss in Höhe von etwas mehr als 100 Mio €.
Risiken aus Handelsbeschränkungen
Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/ Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.
Risiken aus operativer Tätigkeit
Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.
Beschaffungsrisiken
Um unsere hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen oder Transportwege für Rohmaterial eingeschränkt sein, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.
Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Beschaffungsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Produktionsrisiken
In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufenden Instandhaltungsmaßnahmen sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als "mittel" ein.
Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren.
In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für den Umgang mit Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Produktionsrisiken in unseren Geschäften können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Absatzrisiken
Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.
Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Industriekonzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als "gering" ein.
Produkt- und Prozessqualität sowie die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es ist aber nicht auszuschließen, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehenden Risiken begegnen wir mit umfangreichen Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen und bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.
Weitere Einzelheiten zu spezifischen Absatzrisiken in unseren Geschäften sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Geschäfte" entnehmen.
Auftragsrisiken
Die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit gehört insbesondere im Anlagenbau und im Marinegeschäft zu den zentralen Herausforderungen. Kosten-und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir unter Berücksichtigung erfolgter Risikoreduzierungen im Berichtsjahr zurzeit zusammengenommen als "mittel". Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.
Bei allen Großaufträgen überprüfen wir vor Vertragsabschluss die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.
Risiken der Informationssicherheit
Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als "mittel" bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern.
Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten im Konzern unterstützend, die kontinuierlich ausgebaut wurde. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.
Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen durch eine entsprechende technische Unterstützung gewährleistet ist.
Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.
Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.
Personalrisiken
Um unsere grundlegende strategische Neuausrichtung erfolgreich umzusetzen, benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Dabei besteht das Risiko, solche Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder in der derzeit herausfordernden Situation des Konzerns kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken stufen wir insgesamt als "mittel" ein.
thyssenkrupp positioniert sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.
Operative Risiken der Geschäfte
Automotive Technology
Die bisherige Business Area Components Technology wird mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2019 / 2020 zu einem reinen Zulieferer für die Automobilindustrie. Die Industrieaktivitäten Bearings und Forged Technologies werden ab diesem Zeitpunkt separiert, die Business Unit System Engineering wird von Plant Technology übernommen. Aufgrund der Fokussierung auf den Automobilsektor besteht für Automotive Technology eine starke Abhängigkeit von der weltweiten Entwicklung der Automobilmärkte. Nach den aktuellen Marktinformationen ist hier eine weltweite Rezession nicht ausgeschlossen.
Automotive Technology besetzt unter anderem im Bereich der Komponenten für den Antriebsstrang weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese sind durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet. Für unsere Kernmärkte erwarten wir weltweit nach einem Marktrückgang im Geschäftsjahr 2018 / 2019 ein nur noch reduziertes Wachstum in allen Produktsegmenten. Dieses ist zudem mit einer hohen Prognoseunsicherheit verbunden. Insbesondere könnte ein weiteres Nachlassen der Dynamik auf den Märkten in China unsere dortigen Geschäftsaussichten gefährden. Auch die Vereinigten Staaten zählen zu den wesentlichen Absatzmärkten für unsere Produkte. Eine weitere Abschwächung dieses Marktes birgt ebenfalls Risiken. Verstärkt werden die Unsicherheiten im Hinblick auf eine mögliche weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen diesen beiden Staaten. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt Automotive Technology der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.
Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Automobilanlagenbau Risiken durch Konzentrationsprozesse und durch den weiter zunehmenden Preisdruck. Staatliche Handelsbeschränkungen wie mögliche Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile sowie der geplante Brexit stellen Risiken dar. Auch aufgrund des neuen Testverfahrens für den Kraftstoff-/Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen, WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), das sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird, besteht ein Risiko durch temporär hohe Produktionsschwankungen bei einzelnen Kunden, bedingt durch begrenzte Prüfkapazitäten.
Eine hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben drücken weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen.
Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die wir nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen. Neben dem Preisrisiko ergeben sich auch verstärkt Risiken aus Störungen in der Lieferkette (Supply Chain). Insbesondere bei der Beschaffung im Bereich Lenkungsfertigung können Lieferanteninsolvenzen, mangelhafte Qualität sowie Ausbringungsprobleme zu erheblichen Belastungen führen. Dem Risiko wirken wir durch ein systematisches Lieferantenmanagement entgegen. Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie zahlreiche Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Darüber hinaus bergen neu implementierte oder veränderte Prozesse das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestalteter interner Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Automotive Technology ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.
Auch die Integration der neu hinzugekommenen Business Unit System Engineering ist mit Herausforderungen verbunden. System Engineering ist ebenso wie die Business Unit Springs & Stabilizers mit erheblichen operativen und strukturellen Problemen belastet. Hier gilt es, die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen, unabhängig von weitergehenden strategischen Überlegungen. Die Realisierung der Maßnahmen wird durch entsprechende Projektorganisationen im Konzern und bei Automotive Technology unterstützt.
Weitere allgemeine Risiken des Geschäftes betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan, beim Schweizer Franken und beim brasilianischen Real.
Industrial Components
Für unser Bearings-Geschäft ergeben sich Nachfragerisiken im Bereich Windenergie durch die Abhängigkeit von nationalen Anreizprogrammen zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem könnten Beeinträchtigungen des globalen Investitionsklimas insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und allgemeiner Maschinenbau unsere aktuellen Wachstumsziele in diesen Märkten gefährden. Die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben können die Preisentwicklung in den relevanten Absatzmärkten belasten. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Zur Risikobegrenzung investieren wir außerdem in den Ausbau unserer Technologieführerschaft und optimieren unser weltweites Produktionsnetzwerk.
Sollten sich die zyklischen, weltweiten Baumaschinen- und Lkw-Märkte negativer entwickeln als in der Planung prognostiziert, besteht ein Risiko, dass wir die Prognosewerte in unseren Forged Technologies-Einheiten nicht erreichen. Zudem besteht ein moderates Risiko für den Produktionsstandort in Nanjing, China, wenn die Importtarife in den USA für Produkte aus China weiter Bestand haben beziehungsweise sogar noch weiter erhöht werden sollten. Weitere allgemeine Risiken betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch auf Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar und beim brasilianischen Real. Letztlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie und damit zum Beispiel auch unseren Schmiedestandort in Deutschland vor große Herausforderungen.
Elevator Technology
Wegen der starken Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten bei Elevator Technology birgt die unsichere Lage der Weltwirtschaft Risiken, die sich vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und den Preisdruck verschärfen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.
Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft ist weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kundenbindungsstrategien helfen dabei, möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken. Zudem werden in der Business Area kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten auszugleichen.
Das Neuanlagengeschäft kann hingegen aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Wegen der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend vorhersehbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen können wir durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensieren.
Risiken, die sich aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten ergeben, können wir durch unsere Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen.
Wechselkursrisiken (Transaktionsrisiken), die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab. Darüber hinaus ergeben sich für Elevator Technology Wechselkursrisiken aus Translationseffekten. Diese entstehen im Zusammenhang mit der Umrechnung der lokalen Abschlüsse von Ländern, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, in die Berichtswährung des Konzerns.
Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, eine entsprechende Auswahl von Mitarbeitern sowie Schulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken für unsere Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten und gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden.
Plant Technology
Für den Chemieanlagenbau hat sich das Marktumfeld positiv entwickelt, im Mining-Bereich besteht weiterhin ein gutes Marktumfeld, und im Service-Bereich steigt die Nachfrage dynamisch an. Jedoch herrscht im Zementgeschäft trotz einer zuletzt wieder zunehmenden Projektnachfrage eine angespannte Marktlage.
Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projektmanagement sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Technologische Risiken bestehen insbesondere bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).
Sollten darüber hinaus bei der Umsetzung der Maßnahmen aus unserem Performance-Programm unerwartete Verzögerungen eintreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.
Marine Systems
Im Marinegeschäft bestehen Risiken in einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung erheblich verzögert ist, wobei aufgrund komplexer vertraglicher Strukturen mit staatlichen Beschaffungsbehörden für militärische Ausrüstung, lokalen Bauwerften und Zulieferungen durch die Business Unit Marine Systems die Ursachenzuordnung strittig ist. Aufgrund politischer Entwicklungen in Kundenländern oder den umliegenden Regionen können sich zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen ergeben.
Materials Services
Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent daran, unsere Logistikprozesse und die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren und zu digitalisieren.
Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und unseren hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Business Area. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Digitalisierungsaktivitäten rund um Werkstoffe und Dienstleistungen.
Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement.
An den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen. Sofern die von der Europäischen Union getroffenen Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien nicht wirken, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.
Steel Europe
Unser Stahlgeschäft ist insbesondere dem Risiko einer schwankenden Nachfrage durch eine sich abschwächende Konjunktur beziehungsweise durch Marktverzerrungen/-verschiebungen aufgrund von Handelskonflikten oder Schutzzöllen ausgesetzt. Diesem Risiko begegnet die Business Area Steel Europe mit Maßnahmen zur Gewinnung von Kunden und adäquaten Versandmengen in unterschiedlichen Segmenten, Kostenoptimierungen in allen Bereichen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken tritt die Business Area mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden entgegen.
Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe durch seine Technologiekompetenz und eine noch intensivere Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie zielgerichtete Investitionen in relevante Forschungs- und Entwicklungsfelder mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein auf die weiter steigenden Bedürfnisse des Marktes ausgerichtetes Qualitätsmanagement gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich dazu bei, eine wettbewerbsfähige Marktposition abzusichern.
Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.
Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien, ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung. Bei in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger vorliegenden extremen Wetterbedingungen bestehen Risiken, dass unsere auf dem Wasserweg angelieferten Vormaterialien nicht wie geplant zur Verfügung stehen. Um Betriebsunterbrechungen aus diesem Grunde zu vermeiden, treffen wir bei Bedarf vielfältige Kompensationsmaßnahmen wie zum Beispiel eine teilweise Verlagerung von Warenströmen auf die Bahn oder den Einsatz zusätzlicher Umschlagsaggregate beim Be- und Entladen.
Dem Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Erhebliche Risiken ergeben sich dagegen möglicherweise aufgrund der beschlossenen Revision der Emissionshandelsrichtlinie für die vierte Handelsperiode (2021 bis 2030).
Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.
Zusätzlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Zwar konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die Stahlindustrie sieht sich aber weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie dem Vorhalten von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.
Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Darüber hinaus werden Entlastungstatbestände, die die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im internationalen Wettbewerb sicherstellen sollen, immer restriktiver gehandhabt, was die Planungssicherheit zusätzlich gefährdet. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.
Der zunehmenden Bedrohung der IT-Infrastrukturen durch Internetkriminalität begegnet Steel Europe durch risikomindernde organisatorische, prozessuale sowie technische Maßnahmen zur Früherkennung und Gefahrenabwehr.
Rechtliche Angaben
Erklärung zur Unternehmensführung
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f, 315d HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht.
Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht nach §§ 289 a Abs. 2, 315 a Abs. 2 HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.
Übernahmerechtliche Angaben
Im Folgenden sind die nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2019 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.
10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen
Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:
| ― | Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG zum 30. September 2019 laut einer freiwilligen Information vom Oktober 2019; |
| ― | Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält. |
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Zuletzt hat er die Fassung des § 5 angepasst, nachdem die in § 5 Abs. 5 und 6 der Satzung geregelten Befugnisse zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals zum 16. Januar 2019 ausgelaufen sind. Zu diesem Datum endete auch der Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 17.01.2014 zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.
Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen
Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:
| ― | Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten. Eine solche Regelung besteht ebenfalls für den größten Teil der fest zugesagten, bilateral vereinbarten Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €. Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 6,1 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen. |
In den Vorstands-Dienstverträgen aller Vorstandsmitglieder sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Vergütungsbericht sind die Entschädigungsvereinbarungen im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.
Erklärung zur Unternehmensführung
Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung für die thyssenkrupp AG und zugleich für den Konzern gemäß §§ 315d, 289f HGB ab.
Entsprechenserklärung zum DCGK
Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 10. Oktober 2019 auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) veröffentlicht wurde:
Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:
Der Empfehlung in Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernextemen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsratsgremien von konzernextemen Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen, wahrnehmen soll, wird nicht entsprochen. Martina Merz wurde nach der einvernehmlichen Beendigung des Vorstandsmandats von Guido Kerkhoff mit Wirkung zum 01.10.2019 vorübergehend für maximal 12 Monate in den Vorstand entsandt und zur Vorstandsvorsitzenden bestellt. Das Aufsichtsratsmandat von Martina Merz ruht in dieser Zeit. Martina Merz hat vier Mandate in Aufsichtsratsgremien konzernexterner Gesellschaften, die die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen, wobei sie beabsichtigt, ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) niederzulegen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Februar 2019 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex entsprochen.
Duisburg/Essen, 01.10.2019
Für den Aufsichtsrat
- Russwurm -
Für den, Vorstand
- Merz-
Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich.
Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2019 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken
Die thyssenkrupp AG entspricht freiwillig sämtlichen Anregungen des DCGK. Über relevante, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Unternehmensführungspraktiken haben wir im Corporate Governance Bericht berichtet.
Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Der Aufsichtsrat hat sich selbst, seinen Ausschüssen und dem Vorstand jeweils eine Geschäftsordnung gegeben, die unter anderem die Informationsversorgung des Aufsichtsrats durch den Vorstand regeln. Diese Geschäftsordnungen stehen dauerhaft auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) zur Verfügung. Der Vorstand berichtet in den Sitzungen des Aufsichtsrats, sowie in den Ausschusssitzungen. Um die Aufsichtsratssitzungen effizient und konzentriert vorzubereiten, tagt das Präsidium in erhöhter Sitzungsfrequenz unter Hinzuziehung von weiteren Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern oder externen Beratern. Die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat halten auch zwischen den Sitzungen regelmäßig Kontakt und beraten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens.
Beschreibung der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach § 27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an. Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder, dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder an, die jeweils zur Hälfte auf Vorschlag des Nominierungsausschusses mit Aktionärsvertretern und auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden. Nach den Empfehlungen des DCGK sollen Vorsitz von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss nicht identisch besetzt sein. Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern, die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Zusammensetzung der Ausschüsse und ihre Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse. Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese bestehen überwiegend in der Vorbereitung ihrer Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen für die Ausschüsse geregelt. Einzelheiten über die Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.
Zielgrößen für den Frauenanteil
thyssenkrupp verfolgt seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen des Konzerns zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte im Kapitel "Mitarbeiter" berichtet.
Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist im Laufe des Geschäftsjahres 2018 / 2019 überschritten worden. Sowohl auf Anteilseignerseite als auch auf Arbeitnehmerseite sind im Berichtszeitraum jeweils vier weibliche Mitglieder in den Aufsichtsrat bestellt worden, woraus sich ein Frauenanteil zum 30.09.2019 von 40% ergibt.
Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20 % Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll.
Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8 % auf 11 % und von 23 % auf 25 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen angestrebt wird.
Des Weiteren haben 24 mitbestimmte Gesellschaften im thyssenkrupp Konzern für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen beschlossen. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022. Im ersten Umsetzungszeitraum bis zum 30. Juni 2017 konnte der Anteil von Frauen an Aufsichtsratsmandaten von 13 % auf 20 % gesteigert werden. Im Berichtszeitraum ist kein Aufsichtsrat mehr ohne weibliches Mitglied und auch die Zahl der Konzerngesellschaften mit Frauen in der Geschäftsleitung konnte erhöht werden.
Beschreibung des Diversitätskonzepts hinsichtlich der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG
Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem AktG, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Zusätzlich hat sich thyssenkrupp eigene Ziele gesetzt und ein Kompetenzprofil beschlossen. Diese Vorgaben und Ziele sind die Grundlagen des vom Aufsichtsrat im November 2017 beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den Inhalt des vorhergehenden Abschnitts verwiesen.
Vorstand
Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.
Die Ausprägung und Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den damit auszufüllenden Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Guido Kerkhoff als Finanzvorstand berücksichtigt und Johannes Dietsch zum CFO bestellt. Dies gilt ebenso für die jeweils zum 1. Oktober 2019 vorgenommene Entsendung von Martina Merz aus dem Aufsichtsrat zur Vorstandsvorsitzenden der thyssenkrupp AG als Nachfolgerin für Guido Kerkhoff und der zusätzlichen Bestellung von Dr. Klaus Keysberg in den Vorstand der thyssenkrupp AG.
Aufsichtsrat
Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.
Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat. Beide enthalten bereits Anforderungen an das Diversitätskonzept des Aufsichtsrats, beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund. Die Darstellung der Ziele und des Kompetenzprofils sowie den Stand der Umsetzung erfolgt im Corporate Governance Bericht.
Die Umsetzung des Diversitätskonzepts erfolgt im Rahmen der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.
Vergütungsbericht
Im nachfolgenden Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist, werden die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 erhalten haben, individuell offengelegt; dabei werden auch die geltenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 beachtet.
Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems
Das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014 / 2015. Es wurde vom Aufsichtsrat - nach Vorbereitung durch den Personalausschuss - beschlossen und von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat ebenfalls nach Vorbereitung durch den Personalausschuss festgelegt. Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit der Vergütung - sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile - und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Bei allen Vergütungsentscheidungen beachten Personalausschuss und Aufsichtsrat die Vorgaben des Aktiengesetzes sowie die Empfehlungen und Anregungen des DCGK. Der Personalausschuss wird bei der Überprüfung der Marktüblichkeit des Systems und der Angemessenheit der Vergütungshöhe von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.
Ziel des Vergütungssystems ist es, eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung zu unterstützen, indem die Vergütung der Vorstandsmitglieder sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt ist. Das Vergütungssystem umfasst leistungsbezogene und am Unternehmenserfolg orientierte Parameter, die sich auch in den Vergütungssystemen der Führungsebenen unterhalb des Vorstands wiederfinden. Dabei haben die variablen Vergütungsbestandteile überwiegend eine mehrjährige Bemessungsgrundlage; sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize. Durch die Ausgestaltung der langfristigen variablen Vergütung, die auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird zudem die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.
Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile
VERGÜTUNGSBESTANDTEIL
| Bemessungsgrundlage/Parameter | |
|---|---|
| Erfolgsunabhängige Vergütung | |
| Festvergütung | Vorsitzender des Vorstands: 1.340.000 € Mitglied des Vorstands: 700.000 € |
| Nebenleistungen | Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien |
| Betriebliche Altersversorgung | |
| Leistungsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff bis 30. September 2018) | Ruhegeld in Höhe von 50 % der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014 / 2015: - Für Guido Kerkhoff bis 30. September 2018: Unverfallbare Anwartschaft aus der Pensionszusage über Ruhegeldanspruch von 350.000 € p.a. |
| Beitragsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff ab 1. Oktober 2018, Oliver Burkhard, Johannes Dietsch, Dr. Donatus Kaufmann) | Aufbau des Pensionsanspruchs durch Bereitstellung von jährlichen Beiträgen: - Für Guido Kerkhoff ab 1. Oktober 2018: Jährlicher Beitrag von 350.000 €; Altersversorgung aus dieser Zusage wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt - Für Oliver Burkhard: Jährlicher Beitrag von 280.000 €; Altersversorgung wird in Form eines Ruhegelds gewährt, begrenzt auf maximal 350.000 € p.a. - Für Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann: Jährlicher Beitrag von 280.000 €; Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt |
| Erfolgsabhängige Vergütung | |
| Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) | Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %: - Für den Vorstandsvorsitzenden: 1.250.000 € - Für die Mitglieder des Vorstands: 630.000 € - 680.000 € Basis für die Zielerreichung: - Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M & A - Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt Bonus-Malus-Faktor in der Spannweite von +/- 20 %: - Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf - Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap) |
| Möglichkeit einer Sondervergütung | Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps |
| Long-Term Incentive (LTI) | Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum: - Ausgangswert für den Vorstandsvorsitzenden: 2.000.000 € - Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 950.000 € - 1.050.000 € Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswerts durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt. Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA. Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung. Obergrenze: 250 % des Zielwerts (Cap) |
| Sonstige Vergütungsregelungen | |
| Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) | Verpflichtung, innerhalb des Bestellungszeitraums für eine Jahresfestvergütung (Guido Kerkhoff) beziehungsweise eine halbe Jahresfestvergütung (Oliver Burkhard, Johannes Dietsch) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und die erworbenen Aktien bis zur Beendigung der Bestellung zu halten. Jährlicher Mindestinvestitionsbetrag. |
| Gesamt-Cap | Höchstgrenze von 9.000.000 € für den Vorstandsvorsitzenden und je 4.500.000 € für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr - DCGK-konform |
| Abfindungs-Cap | Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen; Vergütung für die Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform |
| Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) | Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100 % des Abfindungs-Caps nicht überschreiten -DCGK-konform |
| Clawback-Regelung | Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG |
Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan -STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.
Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30 % der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42 % der Zieldirektvergütung entfallen auf den LTI. Das Verhältnis der langfristigen zur kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütung liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, nach denen die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist und die variablen Vergütungsbestandteile eine grundsätzlich mehrjährige Bemessungsgrundlage haben sollten.
Die erfolgsunabhängige Vergütung
Festvergütung
Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000 € pro Jahr.
Nebenleistungen
Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen ein Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen diese allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.
Altersversorgung
Altersversorgungen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind.
Im Zuge der Verlängerung der Vorstandsbestellung von Guido Kerkhoff zum 1. Oktober 2018 wurde die bisherige Altersversorgungszusage zum 30. September 2018 beendet, wobei die bis dahin erworbene Anwartschaft auf ein jährliches Ruhegeld in Höhe von 350.000 € bestehen bleibt. Somit ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung ab dem Geschäftsjahr 2018 / 2019 für alle Vorstandsmitglieder aus einer beitragsorientierten Regelung - mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag für Guido Kerkhoff von 350.000 €, sowie für Oliver Burkhard, Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann von je 280.000 €. Die von Guido Kerkhoff ab dem 1. Oktober 2018 neu erworbenen Ansprüche auf Altersversorgung werden - wie auch die Altersversorgungsansprüche von Johannes Dietsch und Dr. Donatus Kaufmann - grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt. Oliver Burkhard wird die Altersversorgung in Form eines Ruhegelds gewährt, wobei zusätzlich eine Begrenzung der maximal erreichbaren Höhe des Ruhegeldanspruchs auf 350.000 € p.a. vereinbart ist.
Das Ruhestandsalter ist das vollendete 60. Lebensjahr, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Guido Kerkhoff jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst und im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht.
Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei den Ruhegeldzusagen eine Zahlung von 60 % des Ruhegelds für den Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % des regulären Ruhegeldanspruchs. Bei den Zusagen, die in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt werden, erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.
Der Personalausschuss überprüft regelmäßig bei Neuverträgen und Vertragsverlängerungen das Versorgungsniveau der Vorstandsmitglieder und den daraus abgeleiteten jährlichen und langfristigen Versorgungsaufwand und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung der Zusagen vor. Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen des DCGK.
Die erfolgsabhängige Vergütung
Tantieme (Short-Term-Incentive - STI)
Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M & A (FCF vor M & A) werden jeweils mit 40 % gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20 % maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.
Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle, strategisch bedeutsame Aspekte mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor besteht sowohl aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator als auch einem diskretionären Faktor, die jeweils gleich gewichtet sind. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2; mit ihm kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten angepasst werden; er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung innerhalb des Vorstands. Die Zielerreichung dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien des § 87 AktG und des DCGK.
Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2018/ 2019
| Guido Kerkhoff | 1.250.000 € |
| Oliver Burkhard | 680.000 € |
| Johannes Dietsch 1) | 453.333 € |
| Dr. Donatus Kaufmann | 630.000 € |
1) Anteilige Vergütung ab 1. Februar 2019
BERECHNUNG TANTIEME

Die Gesamtzielerreichung und die Auszahlung aus der Tantieme, die sich daraus ergibt, sind auf maximal 200 % des Zielwerts begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.
Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb beziehungsweise unterhalb derer eine weitere Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte; auch diesen Beschluss bereitet der Personalausschuss vor.
Long-Term Incentive (LTI)
Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und erstreckt sich über insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres), sodass Anreize für die langfristige Unternehmensentwicklung geschaffen werden.
Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird, wobei kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet wird. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.
Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den dreijährigen Performance-Zeitraum herangezogen.
Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2018 / 2019
| Guido Kerkhoff | 2.000.000 € |
| Oliver Burkhard | 1.050.000 € |
| Johannes Dietsch 1) | 700.000 € |
| Dr. Donatus Kaufmann | 950.000 € |
1) Anteilige Vergütung ab 1. Februar 2019
BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null sinken, sodass keine Auszahlung erfolgt.
Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das unmittelbar auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwerts begrenzt.
Der Aufsichtsrat beschließt auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres anspruchsvolle Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche; diesen Beschluss bereitet ebenfalls der Personalausschuss vor. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorständen im März 2019 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2018 / 2019 bis einschließlich 2020 / 2021. Dabei hat der Aufsichtsrat wie bei den vorherigen Tranchen einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Ein tkVA von null bedeutet, dass die Kosten für das gebundene Kapital durch das erzielte EBIT erwirtschaftet und zugleich ein ausreichend hoher Jahresüberschuss erzielt wird.
Vorgaben zum Aktienbesitz
Mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurde eine Vorgabe zum Aktienbesitz (sog. Share Ownership Guidelines) neu eingeführt: Alle ab dem 1. Oktober 2018 neu- oder wiederbestellten Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, innerhalb des Bestellungszeitraums für insgesamt ein Jahresfestgehalt (Vorstandsvorsitzender) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (ordentliche Vorstandsmitglieder) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese für die Dauer der Bestellung zu halten. Dabei gilt ein jährlicher Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von einem Drittel (bei dreijähriger Bestellung) beziehungsweise einem Fünftel (bei fünfjähriger Bestellung) des Gesamtinvestitionsbetrags, bis dieser erreicht ist. Vorhandene Bestandsaktien können einmalig bei Eintritt in das Aktienerwerbsprogramm eingebracht werden. Maßgeblich für die Erfüllung der Aktienerwerbs- und Haltepflicht ist allein der Kaufpreis zum Zeitpunkt des Erwerbs; spätere Aktienkursveränderungen lassen den Umfang der Aktienerwerbs- und Haltepflicht unberührt.
Höchstgrenzen der Vergütung
Das System für die Vergütung des Vorstands sieht entsprechend der Empfehlung des DCGK betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl für die Gesamtvergütung als auch für die einzelnen Bestandteile der Vorstandsvergütung vor. Zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, hat das Unternehmen daher folgende Höchstgrenzen für die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängige Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaige Sondervergütungen - der Vorstandsmitglieder festgelegt: Für den Vorstandsvorsitzenden beläuft sich diese auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für die übrigen Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr.
Die Vergütungshöchstgrenzen gehen allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor. Bei zukünftigen Überprüfungen der Höhe der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat werden auch die Höchstgrenzen (Einzel-Caps und Gesamt-Cap) entsprechend überprüft.
Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Abfindungen
Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist vorgesehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.
Change of Control
Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstands-Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).
Die bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts geltenden Abfindungsregelungen sehen vor, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.
Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter
Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2018 / 2019 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.
Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019
Tantieme 2018 / 2019
Die schwächer als erwartete konjunkturelle Entwicklung hat die thyssenkrupp-Kernsteuerungsgrößen maßgeblich beeinflusst. Die für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 gesetzten Schwellenwerte für EBIT, Free Cashflow vor M & A sowie ROCE wurden allesamt nicht erreicht, so dass sich die daraus resultierende Zielerreichung auf 0 % beläuft. Die Vorstandsmitglieder erhalten daher für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Tantieme.
LTI 2015 / 2016
Die im Geschäftsjahr 2018 / 2019 fällige 6. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2015 / 2016 begeben. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:
HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2015 / 2016 1)
| Performance-Ziele | thyssenkrupp Value Added (tkVA) Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie |
| tkVA Performance-Zeitraum | 2015/2016 - 2017/2018 |
| Relevanter Aktienkurs | Ø Aktienkurs Q1 GJ 2018 / 2019 ggü. 0 Aktienkurs Q1 GJ 2015 / 2016 |
| Verknüpfung | Multiplikativ |
| Mögliche Zielerreichung | 0-250 % |
| Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien | Ausgangswert: 950.000 € : |
| Ø Aktienkurs: Q1 GJ 2015 / 2016: 18,23 € = 52.112 virtuelle Aktien 2) | |
| Zielerreichung tkVA | Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 317,7 Mio € unter dem Ziel-tkVA; dies führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 31,77 % |
| Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien | (100 % - 31,77 %) x 52.112 virtuelle Aktien = 35.556 virtuelle Aktien 2) |
| Auszahlung | 35.556 virtuelle Aktien x |
| Ø Aktienkurs Q1 GJ 2018 / 2019: 17,69 € = 628.986 € |
1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds mit einem Ausgangswert von 950.000 €
2) Kaufmännische Rundung auf ganze Stücke
Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann jeweils 628.986 € ausbezahlt. Guido Kerkhoff erhielt aufgrund seines im Geschäftsjahr 2015 / 2016 höheren Ausgangswerts eine Auszahlung in Höhe von 662.101 €. Johannes Dietsch hat dem Vorstand im Geschäftsjahr 2015 / 2016 noch nicht angehört, so dass keine Auszahlung aus der zugehörigen LTI-Tranche erfolgte.
Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands
Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands entsprechend den Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des DCGK in Form der dort enthaltenen Mustertabellen:
| ― | Die DCGK-Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder. |
| ― | Die DCGK-Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder. |
DCGK-TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 (ZUWENDUNG)
| Guido Kerkhoff | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 1.340 | 1.340 | 1.340 | |
| Nebenleistungen | 44 | 45 | 45 | 45 | |
| Summe | 744 | 1.385 | 1.385 | 1.385 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 680 | 1.250 | 0 | 2.500 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 1.399 | 0 | 5.000 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | 1.098 | - | - | - | |
| Summe | 2.522 | 4.034 | 1.385 | 8.885 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 610 | 353 | 353 | 353 | |
| Summe | 3.132 | 4.387 | 1.738 | 9.238 |
| Oliver Burkhard | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 57 | 72 | 72 | 72 | |
| Summe | 757 | 772 | 772 | 772 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 630 | 680 | 0 | 1.360 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 734 | 0 | 2.625 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | 993 | - | - | - | |
| Summe | 2.380 | 2.186 | 772 | 4.757 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 924 | 980 | 980 | 980 | |
| Summe | 3.304 | 3.166 | 1.752 | 5.737 |
| Johannes Dietsch | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | - | 467 | 467 | 467 | |
| Nebenleistungen | - | 14 | 14 | 14 | |
| Summe | - | 481 | 481 | 481 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | - | 453 | 0 | 907 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 489 | 0 | 1.750 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | - | - | - | - | |
| Summe | - | 1.423 | 481 | 3.137 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | - | 198 | 198 | 198 | |
| Summe | - | 1.621 | 679 | 3.335 |
| Dr. Donatus Kaufmann | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 Ausgangswert | 2018 / 2019 Ausgangswert | 2018 / 2019 Minimum | 2018 / 2019 Maximum1) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 700 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 57 | 58 | 58 | 58 | |
| Summe | 757 | 758 | 758 | 758 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 630 | 630 | 0 | 1.260 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 664 | 0 | 2.375 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | 993 | - | - | - | |
| Summe | 2.380 | 2.052 | 758 | 4.393 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 2) | 280 | 278 | 278 | 278 | |
| Summe | 2.660 | 2.330 | 1.036 | 4.671 |
1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für den Vorstandsvorsitzenden und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.
2) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der zum 30. September 2018 beendeten endgehaltsbezogenen und der ab dem1. Oktober 2018 gewährten beitragsorientierten Altersversorgungszusage zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff für das vorangegangene Geschäftsjahr 2017 / 2018 ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus der Versorgungszusage sind in der Vergangenheit für Guido Kerkhoff weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung belaufen sich die Dienstzeitaufwendungen 2017 / 2018 auf die in der untenstehenden Tabelle "Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2018 / 2019" für das Vorjahr ausgewiesenen Beträge.
DCGK-TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 (ZUFLUSS)
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 700 | 1.340 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | 44 | 45 | 57 | 72 | |
| Summe | 744 | 1.385 | 757 | 772 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | 484 | 0 | 448 | 0 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 6. Tranche LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 | - | 662 | - | 629 |
| 5. Tranche LTI 2014 / 2015 - 2017 / 2018 | 690 | - | 690 | - | |
| Summe | 1.918 | 2.047 | 1.895 | 1.401 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 1) | 610 | 353 | 924 | 980 | |
| Summe | 2.528 | 2.400 | 2.819 | 2.381 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | - | 467 | 700 | 700 | |
| Nebenleistungen | - | 14 | 57 | 58 | |
| Summe | - | 481 | 757 | 758 | |
| Einjährige variable Vergütung | Tantieme (bar) | - | 0 | 448 | 0 |
| Mehrjährige variable Vergütung | 6. Tranche LTI 2015 / 2016 - 2018 / 2019 | - | - | - | 629 |
| 5. Tranche LTI 2014 / 2015 - 2017 / 2018 | - | - | 690 | - | |
| Summe | - | 481 | 1.895 | 1.387 | |
| Versorgungsaufwand nach IFRS 1) | - | 198 | 280 | 278 | |
| Summe | - | 679 | 2.175 | 1.665 |
1) Vgl. Fußnote 2 zur DCGK-Tabelle 1.
Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB
Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den oben gezeigten Zuwendungen nach DCGK-Tabelle 1, mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß DCGK-Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019 NACH HGB
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | |||
|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € | 2.326 | 2.784 | 2.198 | 1.506 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | |||
|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € | - | 970 | 2.198 | 1.422 |
Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 6,7 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 10,0 Mio €.
Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2018 / 2019
Im März 2019 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 9. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 7. bis 9. Tranche des LTI über insgesamt 527.421 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.
AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019
(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)
| Guido Kerkhoff | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 113.058 | - | 59.356 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | 45.259 | - | 40.948 | - | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | 748 | - 1.296 | 656 | - 1.554 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück | 9. Tranche LTI 2018 / 2019 - 2021 / 2022 | - | 39.570 | - | 53.703 |
| 8. Tranche LTI 2017 / 2018 - 2020 / 2021 | - | - | 40.948 | - | |
| Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € | - | 335 | 656 | - 1.602 |
Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2018 / 2019
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 angefallenen Versorgungsaufwand sowie über die Höhe der Pensionsverpflichtungen zum 30. September 2019 der im Berichtsjahr amtierenden Vorstandsmitglieder.
BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2018 / 2019
| Guido Kerkhoff1) | Oliver Burkhard | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitzender des Vorstands bis 30.09.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Beträge nach IFRS | Versorgungsaufwand | 2 | 353 | 924 | 980 |
| Barwert der Verpflichtung | 9.762 | 13.187 | 7.379 | 11.746 | |
| Beträge nach HGB | Versorgungsaufwand | 1 | 313 | 547 | 606 |
| Barwert der Verpflichtung | 6.495 | 7.863 | 4.657 | 6.392 |
| Johannes Dietsch | Dr. Donatus Kaufmann | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2019 | Ordentliches Vorstandsmitglied bis 30.09.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| alle Werte in Tsd € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Beträge nach IFRS | Versorgungsaufwand | - | 198 | 280 | 278 |
| Barwert der Verpflichtung | - | 198 | 1.411 | 1.790 | |
| Beträge nach HGB | Versorgungsaufwand | - | 190 | 262 | 266 |
| Barwert der Verpflichtung | - | 190 | 1.327 | 1.684 |
1) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der zum 30. September 2018 beendeten endgehaltsbezogenen und der ab dem 1. Oktober 2018 gewährten beitragsorientierten Altersversorgungszusage zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff für das vorangegangene Geschäftsjahr 2017 / 2018 ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS in den DCGK-Tabellen 1 und 2 zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Bei dieser Betrachtungsweise betragen die Dienstzeitaufwendungen 2017 / 2018 für Guido Kerkhoff 610 Tsd € (IFRS)/ 384 Tsd € (HGB). Die Barwerte der Verpflichtungen zum 30.09.2018 betragen dann für Guido Kerkhoff 4.681 Tsd € (IFRS)/ 3.106 Tsd € (HGB).
Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Vor dem Hintergrund der strategischen und strukturellen Neuausrichtung des thyssenkrupp-Konzerns hat sich Dr. Donatus Kaufmann mit dem Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG am 7. August 2019 auf eine einvernehmliche Beendigung seines Vorstandsmandats zum 30. September geeinigt. Aufgrund des noch bis Ende Januar 2022 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Dr. Donatus Kaufmann eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1.978.443 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurden - wie im Dienstvertrag vorgesehen - ausschließlich die Festvergütung und die Tantieme für zwei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Der Betrag liegt damit unterhalb der vom DCGK empfohlenen Obergrenze von zwei Jahres-Gesamtvergütungen. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 9. Tranche LTI) erhält Dr. Donatus Kaufmann in voller Höhe. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 7 und 8 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung für das Kalenderjahr 2019 beträgt einmalig 303.333 €, ab 2020 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2023 zur Auszahlung fällig.
Am 27. September 2019 hat sich der Aufsichtsrat auch mit Guido Kerkhoff auf die einvernehmliche Auflösung seines Vorstandsmandats zum 30. September geeinigt. Aufgrund des noch bis Ende September 2023 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Guido Kerkhoff eine Ausgleichszahlung in Höhe von 6.358.050 €. Bei der Vereinbarung der Ausgleichszahlung wurde - wie im Dienstvertrag vorgesehen - eine Obergrenze in Höhe von zwei Jahresvergütungen bestehend aus Festgehalt, Tantieme und LTI zugrunde gelegt. Der Betrag liegt damit im Rahmen dessen, was der DCGK empfiehlt. Zusätzlich wurden die Erstattung von Anwaltskosten in Höhe von 80.000 € sowie aufgrund des wechselseitigen Verzichts auf eine vertraglich vorgesehene dreimonatige Auslauffrist eine pauschale Abgeltung der auf diesen Zeitraum entfallenden Vergütungsansprüche in Höhe von 500.000 € vereinbart. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 9. Tranche LTI) erhält Guido Kerkhoff in voller Höhe. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 7 und 8 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Der Versorgungsbeitrag für die betriebliche Altersversorgung für das Kalenderjahr 2019 beträgt 350.000 €, ab 2020 werden keine weiteren Beiträge mehr gewährt. Die Anwartschaft auf das erworbene Versorgungskapital ist unverfallbar und wird bis zur Inanspruchnahme jährlich mit dem Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen gemäß Deckungsrückstellungsverordnung, mindestens jedoch mit 1 % pro Jahr, weiter verzinst. Das Versorgungskapital ist im Januar 2028 zur Auszahlung fällig. Die bis zum 30. September 2018 erworbene Anwartschaft auf ein jährliches Ruhegeld in Höhe von 350.000 € ist unverfallbar und kann ab dem 1. Dezember 2027 ungekürzt und abschlagsfrei in Anspruch genommen werden.
Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen für den Fall zugesagt, dass es seine Tätigkeit beendet.
Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder
Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 auf 15,8 Mio € (Vorjahr: 19,0 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 315,9 Mio € (Vorjahr: 279,8 Mio €) beziehungsweise nach HGB 237,3 Mio € (Vorjahr: 223,1 Mio €) zurückgestellt.
Vergütungskonditionen für Martina Merz und Dr. Klaus Keysberg ab dem Geschäftsjahr 2019 / 2020
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 27. September 2019 beschlossen, Martina Merz zum 1. Oktober für eine Dauer von maximal zwölf Monaten als Stellvertreterin in den Vorstand zur Ausübung des Vorstandsvorsitzes zu entsenden. Außerdem hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Oktober Dr. Klaus Keysberg bis zum 31. Juli 2024 in den Vorstand der thyssenkrupp AG bestellt. Dabei wurden folgende Vergütungskonditionen beschlossen:
| ― | Martina Merz erhält ab dem 1. Oktober 2019 eine Festvergütung von 1.340.000 € pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 1.250.000 € und einen LTI-Ausgangswert von 2.000.000 € je Tranche. Anstelle einer betrieblichen Altersversorgung erhält Martina Merz eine feste Ausgleichszahlung in Höhe von 536.000 €, jeweils für ein volles Kalenderjahr. Aufgrund der kurzfristigen Übernahme des Vorstandsvorsitzes für maximal zwölf Monate wird zudem ein Wohn- und Mobilitätskostenzuschuss gewährt. Im Gegenzug verzichtet Martina Merz auf bestimmte andere Nebenleistungen. |
| ― | Dr. Klaus Keysberg erhält ab dem 1. Oktober 2019 eine Festvergütung von 700.000 € pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 680.000 € und einen LTI-Ausgangswert von 1.050.000 € je Tranche. |
| ― | Es kommt das aktuelle System der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG zur Anwendung, mit der Ausnahme, dass für Martina Merz aufgrund der Bestellung für maximal zwölf Monate auf die Vorgaben zum Aktienbesitz (Share Ownership Guidelines) verzichtet wird. |
Aufsichtsratsvergütung
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500 € erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.
Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz beziehungsweise die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.
Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgelds eine Vergütung von insgesamt 1,83 Mio € (Vorjahr: 1,74 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 45.515 € (Vorjahr: 60.965 €).
Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2018 / 2019
| Festvergütung | Vergütung für Ausschusstätigkeit | Sitzungsgeld | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| alle Werte in € |
2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Martina Merz (Vorsitzende ab 01.02.2019) (Mitglied ab 05.12.2018) | - | 141.667 | - | - 1) | - | 36.000 |
| Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender bis 01.02.2019) | 62.500 | 112.500 | 49.167 | 45.208 | 14.500 | 40.500 |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) | 166.667 | - | - 1) | - | 15.000 | - |
| Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) | 150.000 | 150.000 | - 1) | - 1) | 17.500 | 34.000 |
| Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) | - | 41.667 | - | - | - | 8.000 |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) | 37.500 | 50.000 | 14.167 | 25.000 | 7.000 | 16.000 |
| Achim Hass | 50.000 | 50.000 | - | - | 4.500 | 4.000 |
| Dr. Ingrid Hengster | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Susanne Herberger | 50.000 | 50.000 | 12.500 | 12.500 | 7.000 | 6.500 |
| Tanja Jacquemin | 50.000 | 50.000 | 20.000 | 20.000 | 6.000 | 7.000 |
| Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) | 50.000 | 16.667 | 50.000 | 12.500 | 16.000 | 3.500 |
| Dr. Norbert Kluge | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 3.500 |
| Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) | - | 33.333 | - | - | - | 3.000 |
| Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019) | 50.000 | 20.833 | - | - | 5.000 | 1.000 |
| Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) | 16.667 | - | 10.833 | - | 3.000 | - |
| René Obermann (bis 31.08.2018) | 45.833 | - | - | - | 3.500 | - |
| Peter Remmler | 50.000 | 50.000 | 12.500 | 12.500 | 7.500 | 6.500 |
| Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (ab 24.04.2019) | - | 25.000 | - | 6.250 | - | 4.500 |
| Carola v. Schmettow | 50.000 | 50.000 | 6.250 | 12.500 | 9.000 | 12.500 |
| Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) | 50.000 | - | 57.500 | - | 17.500 | - |
| Dirk Sievers (ab 02.10.2018) | - | 50.000 | - | 57.500 | - | 35.000 |
| Carsten Spohr (bis 26.09.2019) | 50.000 | 50.000 | - | - | 3.000 | 3.000 |
| Dr. Lothar Steinebach | 50.000 | 50.000 | 23.125 | 28.333 | 8.000 | 9.500 |
| Jens Tischendorf | 50.000 | 50.000 | 16.250 | 45.000 | 9.500 | 19.000 |
| Friedrich Weber | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Isolde Würz | 50.000 | 50.000 | - | - | 5.000 | 4.000 |
| Insgesamt | 1.229.167 | 1.241.667 | 272.292 | 277.292 | 173.500 | 265.000 |
| Vergütung aus konzerninternen Mandaten | Gesamtvergütung | |||
|---|---|---|---|---|
| alle Werte in € |
2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Martina Merz (Vorsitzende ab 01.02.2019) (Mitglied ab 05.12.2018) | - | - | - | 177.667 |
| Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender bis 01.02.2019) | - | - | 126.167 | 198.208 |
| Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) | - | - | 181.667 | - |
| Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) | - | - | 167.500 | 184.000 |
| Dr. Wolfgang Colberg (ab 29.12.2018) | - | - | - | 49.667 |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) | - | - | 58.667 | 91.000 |
| Achim Hass | 21.550 | 5.400 | 76.050 | 59.400 |
| Dr. Ingrid Hengster | - | - | 55.000 | 54.000 |
| Susanne Herberger | 16.000 | 16.500 | 85.500 | 85.500 |
| Tanja Jacquemin | - | - | 76.000 | 77.000 |
| Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (bis 28.01.2019) | - | - | 116.000 | 32.667 |
| Dr. Norbert Kluge | - | - | 55.000 | 53.500 |
| Barbara Kremser-Bruttel (ab 01.02.2019) | - | - | - | 36.333 |
| Tekin Nasikkol (bis 01.02.2019) | 1.315 | 1.565 | 56.315 | 23.398 |
| Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) | - | - | 30.500 | - |
| René Obermann (bis 31.08.2018) | - | - | 49.333 | - |
| Peter Remmler | 16.500 | 16.750 | 86.500 | 85.750 |
| Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm (ab 24.04.2019) | - | - | - | 35.750 |
| Carola v. Schmettow | - | - | 65.250 | 75.000 |
| Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) | - | - | 125.000 | - |
| Dirk Sievers (ab 02.10.2018) | - | - | - | 142.500 |
| Carsten Spohr (bis 26.09.2019) | - | - | 53.000 | 53.000 |
| Dr. Lothar Steinebach | - | - | 81.125 | 87.833 |
| Jens Tischendorf | - | - | 75.750 | 114.000 |
| Friedrich Weber | 5.600 | 5.300 | 60.600 | 59.300 |
| Isolde Würz | - | - | 55.000 | 54.000 |
| Insgesamt | 60.965 | 45.515 | 1.735.923 | 1.829.473 |
1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten
Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
KONZERNABSCHLUSS
thyssenkrupp AG - Konzernbilanz
AKTIVA
| Mio € | Anhang-Nr. | 1.10.20171) | 30.09.20182) | 30.09.2019 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 04 | 4.813 | 4.844 | 5.029 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 05 | 7.605 | 7.730 | 8.144 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 06 | 154 | 132 | 128 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 11 | 43 | 45 | 39 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12 | 218 | 246 | 240 |
| Aktive latente Steuern | 30 | 1.684 | 1.288 | 1.733 |
| Langfristige Vermögenswerte | 14.517 | 14.285 | 15.313 | |
| Vorräte | 08 | 6.946 | 7.359 | 7.781 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 09 | 4.837 | 5.163 | 5.488 |
| Vertragsvermögenswerte | 10 | 1.367 | 1.731 | 1.443 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 11 | 583 | 709 | 808 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 12 | 1.923 | 1.904 | 1.642 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 220 | 269 | 293 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.292 | 3.006 | 3.706 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 21.169 | 20.141 | 21.162 | |
| Summe Vermögenswerte | 35.686 | 34.426 | 36.475 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
PASSIVA
| Mio € | Anhang-Nr. | 1.10.20171) | 30.09.20182) | 30.09.2019 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 1.594 | 1.594 | 1.594 | |
| Kapitalrücklage | 6.664 | 6.664 | 6.664 | |
| Gewinnrücklagen | - 5.402 | - 5.606 | - 6.859 | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 33 | 83 | 352 | |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | 2.889 | 2.734 | 1.751 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 515 | 468 | 469 | |
| Eigenkapital | 13 | 3.404 | 3.203 | 2.220 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 15 | 7.924 | 7.838 | 8.947 |
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 16 | 354 | 345 | 307 |
| Sonstige Rückstellungen | 16 | 645 | 575 | 554 |
| Passive latente Steuern | 30 | 113 | 59 | 48 |
| Finanzschulden | 17 | 5.326 | 5.191 | 6.529 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 19 | 182 | 157 | 136 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 20 | 5 | 4 | 6 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.549 | 14.168 | 16.527 | |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 16 | 357 | 342 | 357 |
| Sonstige Rückstellungen | 16 | 1.320 | 1.573 | 1.726 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 254 | 225 | 260 | |
| Finanzschulden | 17 | 1.930 | 185 | 886 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 5.729 | 6.533 | 6.355 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 19 | 826 | 784 | 1.209 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 10 | 4.866 | 5.011 | 4.561 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 20 | 2.452 | 2.403 | 2.373 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.733 | 17.055 | 17.728 | |
| Verbindlichkeiten | 32.282 | 31.223 | 34.255 | |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 35.686 | 34.426 | 36.475 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
thyssenkrupp AG - Konzern Gewinn- und Verlustrechnung
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
Anhang-Nr. | 2017 / 20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 24, 25 | 41.534 | 41.996 |
| Umsatzkosten | 04, 05 | - 34.944 | - 36.197 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 6.590 | 5.799 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 348 | - 341 | |
| Vertriebskosten | - 2.823 | - 2.808 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 2.403 | - 2.441 | |
| Sonstige Erträge | 26 | 236 | 346 |
| Sonstige Aufwendungen | 27 | - 373 | - 333 |
| Sonstige Gewinne und Verluste | 28 | 21 | 44 |
| Betriebliches Ergebnis | 901 | 266 | |
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 15 | 9 | |
| Finanzierungserträge | 745 | 697 | |
| Finanzierungsaufwendungen | - 1.101 | - 1.054 | |
| Finanzergebnis | 29 | - 340 | - 348 |
| Ergebnis vor Steuern | 561 | - 83 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | - 573 | - 177 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 | |
| Davon: | |||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 62 | - 304 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 50 | 44 | |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | 31 | ||
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 0,10 | - 0,49 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
thyssenkrupp AG - Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 |
| Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden: | ||
| Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | - 59 | - 1.141 |
| Steuereffekt | 5 | 326 |
| Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt | - 54 | - 815 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | 0 | 0 |
| Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden | - 54 | - 815 |
| Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden können: | ||
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | - 100 | 236 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | - 2 | 1 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | - 101 | 237 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 0 | - 1 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 0 | 0 |
| Steuereffekt | - 1 | 0 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | - 1 | - 1 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | - | - 6 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | - | - 3 |
| Steuereffekt | - | 2 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | - | - 6 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges | ||
| Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) | 172 | 1 |
| Realisierte (Gewinne)/Verluste | 2 | - 7 |
| Steuereffekt | - 58 | 5 |
| Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt | 116 | - 1 |
| Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | 0 | 3 |
| Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden können | 14 | 232 |
| Sonstiges Ergebnis | - 40 | - 582 |
| Gesamtergebnis 1) | - 51 | - 842 |
| Davon: | ||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 67 | - 898 |
| Nicht beherrschende Anteile | 15 | 56 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
thyssenkrupp AG - Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||||
|---|---|---|---|---|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktienzahl im Umlauf | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2017 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | - 5.401 |
| Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 15 | - 1 | |||
| Stand am 1.10.2017 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | - 5.402 |
| Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) 1) | - 62 | |||
| Sonstiges Ergebnis | - 54 | |||
| Gesamtergebnis 1) | - 116 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | |||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | 5 | |||
| Stand am 30.09.2018 2) | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | - 5.606 |
| Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 | - 43 | |||
| Stand am 1.10.2018 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | - 5.649 |
| Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) | - 304 | |||
| Sonstiges Ergebnis | - 811 | |||
| Gesamtergebnis | - 1.114 | |||
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | |||
| Sonstige Veränderungen | - 2 | |||
| Stand am 30.09.2019 | 622.531.741 | 1.594 | 6.664 | - 6.859 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||
|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||
| --- | --- | --- |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente | |
| --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2017 | 34 | 8 |
| Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 15 | ||
| Stand am 1.10.2017 | 34 | 8 |
| Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) 1) | ||
| Sonstiges Ergebnis | - 69 | - 1 |
| Gesamtergebnis 1) | - 69 | - 1 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | ||
| Stand am 30.09.2018 2) | - 34 | 8 |
| Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 | ||
| Stand am 1.10.2018 | - 34 | 8 |
| Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) | ||
| Sonstiges Ergebnis | 222 | 0 |
| Gesamtergebnis | 222 | 0 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | ||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | ||
| Sonstige Veränderungen | ||
| Stand am 30.09.2019 | 187 | 7 |
| Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Cashflow-Hedges | ||||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Wertminderungen Finanzinstrumente | Designierte Risikokomponente | Kosten der Absicherung | Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt | Insgesamt | Nicht beherrschende Anteile | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 30.09.2017 | - | - 50 | - | 41 | 2.890 | 515 |
| Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 15 | - 1 | 0 | ||||
| Stand am 1.10.2017 | - | - 50 | - | 41 | 2.889 | 515 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1) | - 62 | 50 | ||||
| Sonstiges Ergebnis | 119 | 0 | - 5 | - 35 | ||
| Gesamtergebnis 1) | - | 119 | - | 0 | - 67 | 15 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | - 38 | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | 0 | ||||
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | 5 | - 24 | ||||
| Stand am 30.09.2018 2) | - | 69 | - | 40 | 2.734 | 468 |
| Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 | 53 | 9 | - 5 | |||
| Stand am 1.10.2018 | 53 | 69 | 0 | 40 | 2.744 | 464 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 304 | 44 | ||||
| Sonstiges Ergebnis | - 6 | 0 | - 1 | 3 | - 594 | 12 |
| Gesamtergebnis | - 6 | 0 | - 1 | 3 | - 898 | 56 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | 0 | - 55 | ||||
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | 0 | ||||
| Sonstige Veränderungen | - 2 | 4 | ||||
| Stand am 30.09.2019 | 46 | 68 | - 1 | 43 | 1.751 | 469 |
| Eigenkapital | |
|---|---|
| Stand am 30.09.2017 | 3.404 |
| Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IFRS 15 | - 1 |
| Stand am 1.10.2017 | 3.404 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 1) | - 12 |
| Sonstiges Ergebnis | - 40 |
| Gesamtergebnis 1) | - 51 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 38 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 |
| Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften | - 19 |
| Stand am 30.09.2018 2) | 3.203 |
| Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 | 5 |
| Stand am 1.10.2018 | 3.207 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 260 |
| Sonstiges Ergebnis | - 582 |
| Gesamtergebnis | - 842 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 55 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 |
| Sonstige Veränderungen | 2 |
| Stand am 30.09.2019 | 2.220 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
thyssenkrupp AG - Konzern-Kapitalflussrechnung
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 20192) |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | - 260 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | ||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 282 | - 110 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.118 | 1.253 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | - 15 | - 9 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | - 44 | - 48 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | ||
| - Vorräte | - 419 | - 325 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 351 | - 196 |
| - Vertragsvermögenswerte | - 373 | 300 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 150 | - 53 |
| - Sonstige Rückstellungen | 167 | 86 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 832 | - 242 |
| - Vertragsverbindlichkeiten | 201 | - 569 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | - 52 | 243 |
| Operating Cashflow | 1.184 | 72 |
| Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte | - 2 | - 5 |
| Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und | ||
| Zahlungsmitteläquivalente | - 8 | - 47 |
| Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - 1.235 | - 1.175 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) | - 141 | - 216 |
| Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten | 28 | 4 |
| Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 58 | 90 |
| Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten | 1 | 15 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 1.299 | - 1.335 |
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen | 0 | 2.500 |
| Tilgung von Anleihen | - 1.600 | - 1.250 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 379 | 2.539 |
| Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 567 | - 2.388 |
| Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen | - 81 | 678 |
| Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten | - 11 | 0 |
| (Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere | 1 | 0 |
| Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG | - 93 | - 93 |
| Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile | - 38 | - 55 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften | - 19 | 0 |
| Sonstige Finanzierungsvorgänge | - 84 | - 5 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 2.114 | 1.926 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 2.229 | 663 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 57 | 36 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 5.292 | 3.006 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 3.006 | 3.706 |
| Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind: | ||
| Zinseinzahlungen | 37 | 27 |
| Zinsauszahlungen | - 235 | - 209 |
| Erhaltene Dividenden | 36 | 19 |
| Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag | - 365 | - 268 |
Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
thyssenkrupp AG - Konzernanhang
Unternehmensinformation
Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") zum 30. September 2019 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 15. November 2019 zur Veröffentlichung freigegeben.
Grundlagen der Berichterstattung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606 / 2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.
01 Grundsätze der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.
Konsolidierung
In den Konzernabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.
Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.
Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.
Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt der Konzern maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil zwischen 20 % und 50 % hält. Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.
Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.
Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.
Währungsumrechnung
Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochtergesellschaften ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.
Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.
Die Wechselkurse der für den thyssenkrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:
WÄHRUNGEN
| Stichtagskurs Basis 1 € |
Jahresdurchschnittskurs Basis 1 € |
|||
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar | 1,16 | 1,09 | 1,19 | 1,13 |
| Chinesische Renminbi Yuan | 7,97 | 7,78 | 7,78 | 7,76 |
| Schweizerische Franken | 1,13 | 1,08 | 1,16 | 1,12 |
| Polnische Zloty | 4,28 | 4,38 | 4,24 | 4,30 |
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.
Sachanlagen
Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
| Nutzungsdauer | |
|---|---|
| Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 10 bis 50 Jahre |
| Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude | 15 bis 25 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8 bis 25 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.
Wertminderungen nicht finanzieller Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.
Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.
Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes.
Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.
Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.
Leasing
Leasingtransaktionen sind beim erstmaligen Ansatz entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Eigentum verbunden sind, werden als Finance Lease behandelt. Dementsprechend aktiviert der Konzern das Leasingobjekt zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingraten und schreibt den Leasinggegenstand in der Folge über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit ab. Zugleich wird eine entsprechende Verbindlichkeit angesetzt, die in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben wird. Alle übrigen Leasingvereinbarungen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating Lease behandelt. In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear als Aufwand erfasst.
Alle Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist und nicht alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt, werden als Operating Lease erfasst. In diesem Fall verbleibt der verleaste Gegenstand in der Konzernbilanz und wird planmäßig abgeschrieben. Die Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Ertrag erfasst.
Vorräte
Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein unbedingtes Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigen- und Fremdkapitalinstrumente. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.
Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum einen anhand der Charakteristika der mit dem finanziellen Vermögenswert einhergehenden Zahlungsströme und zum anderen anhand des Geschäftsmodells nach dem thyssenkrupp die finanziellen Vermögenswerte steuert. Für separate Portfolios gleichartiger Fremdkapitalinstrumente können unterschiedliche Geschäftsmodelle gelten, z.B. wenn für bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungsverkaufsprogramme bestehen.
Wird ein Fremdkapitalinstrument mit dem Ziel gehalten, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen und stellen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei thyssenkrupp sind dies im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Werden die Zahlungsstrombedingungen erfüllt, das Fremdkapitalinstrument jedoch sowohl zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch zu Verkaufszwecken gehalten, erfolgt eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling). Im Wesentlichen sind dies bei thyssenkrupp Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die ggf. verkauft werden, sowie Wertpapiere.
Für nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente hat thyssenkrupp einheitlich das Wahlrecht ausgeübt, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen. Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung sind ebenfalls erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden unter Berücksichtigung der künftig erwarteten Verluste (Expected Loss Modell) bewertet. Dabei erfolgt die Ermittlung des zukünftig zu erwartenden Kreditausfalls unter Berücksichtigung von zukunftsorientierten Informationen grundsätzlich durch Multiplikation der drei Parameter Buchwert des finanziellen Vermögenswertes, Ausfallwahrscheinlichkeit und Schadensquote. thyssenkrupp wendet das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 an und berücksichtigt die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte ist der erwartete Kreditverlust anzusetzen, der innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten ist. Aufgrund der kurzen Laufzeiten entspricht dieser bei thyssenkrupp im Wesentlichen dem über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verlust.
Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich zwei Modelle entwickelt. Die erwarteten Ausfallraten leiten sich dabei im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Business Area zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für die Business Area Elevator erfolgt aufgrund der vom Restkonzern abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung tragen. Ein Ausfall wird grundsätzlich nach 360 Tagen angenommen.
Finanzielle Vermögenswerte werden weiterhin im Rahmen von Einzelwertberichtigungen ganz oder teilweise abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung z.B. aufgrund langer Überfälligkeit, Insolvenz- oder vergleichbarer Verfahren nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass eine vollständige Realisierung möglich ist.
Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen; sie sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Transaktionskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls realisiert wurden.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Warentermingeschäfte, werden grundsätzlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Warenpreisrisikos eingesetzt. Solche derivative Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Soweit der beizulegende Zeitwert positiv ist, erfolgt ein Ausweis als finanzieller Vermögenswert, andernfalls als finanzielle Verbindlichkeit. Wenn keine bilanzielle Sicherungsbeziehung besteht, werden sie als erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert kategorisiert und die Gewinne oder Verluste aus den Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Bilanzielle Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz-und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Besteht eine Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow Hedges, wird zwischen einem effektiven und einem ineffektiven Teil der Zeitwertschwankungen unterschieden. Der effektive Teil der Zeitwertschwankung wird zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. thyssenkrupp macht von dem Wahlrecht Gebrauch, Sicherungskosten (Terminkomponente und Währungsbasisspread) im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten zunächst als Kosten der Absicherung ebenfalls im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital separat zu erfassen. Eine Umgliederung beider Komponenten in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt dann, wenn das Grundgeschäft ergebniswirksam erfasst wird. Der ineffektive Teil der Zeitwertschwankungen wird direkt ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt.
Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Neben den Zeitwertänderungen des Derivates werden auch die gegenläufigen Zeitwertschwankungen des Grundgeschäftes, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfallen, erfolgswirksam erfasst.
Der Ausweis der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Ausweis der abgesicherten Grundgeschäfte. Werden Devisen- oder Warentermingeschäften zur Absicherung von Absatzrisiken abgeschlossen, erfolgt der Ausweis innerhalb der Umsatzerlöse. Dienen die Sicherungsgeschäfte der Absicherung von Beschaffungsrisiken erfolgt ein Ausweis in den Herstellungskosten des Umsatzes und bei einer Absicherung von Finanzierungsrisiken entsprechend innerhalb des Finanzergebnisses.
Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 22.
Ertragsteuern
Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern auf Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst.
In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Grundsätzlich ermitteln sich die Ertragsteuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen Gewinne.
Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.
Laufende Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden.
Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Konzernbilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung von Fremdkapitalinstrumenten und von derivativen Finanzinstrumenten im Cashflow-Hedge, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Fremdwährungsderivaten, Wertminderungen auf Finanzinstrumente der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.
Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).
Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.
Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.
Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den USA und den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.
Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.
Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.
Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.
Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.
Aktienbasierte Vergütung
Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Weiterhin wurde den Mitgliedern des Vorstands der thyssenkrupp AG bis einschließlich 2013 / 2014 und weiteren ausgewählten Führungskräften bis einschließlich 2014 / 2015 ein Teil der variablen Vergütung in Wertrechten gewährt. Die Rückstellungen für beide Vergütungsformen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.
Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14 verwiesen.
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die enthaltenen abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen, d.h. die vertraglich zugesagten Güter oder Dienstleistungen, auf den Kunden übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hierbei mit Erlangung der Kontrolle über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn der Kunde die Fähigkeit hat, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen zu ziehen. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden entsprechen dem Transaktionspreis. Der Transaktionspreis enthält nur dann auch variable Gegenleistungen, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei einem tatsächlichen Eintreten der variablen Gegenleistung nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt. Variable Gegenleistungen können z.B. Volumenrabatte, Vertragsstrafen wegen Terminüberschreitung, Erfolgsprämien wegen Terminunterschreitung oder Gutschriften im Zusammenhang mit Bonusvereinbarungen umfassen. Eine Anpassung des Transaktionspreises um eine Finanzierungskomponente erfolgt nicht, da insbesondere der Zeitraum zwischen der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen und der Zahlung des Kunden hierfür grundsätzlich unter 12 Monaten liegt.
Enthält ein Kundenvertrag mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen, erfolgt eine Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Die Einzelveräußerungspreise werden hierbei aus direkt beobachtbaren Marktpreisen abgeleitet oder anhand anerkannter Schätzmethoden bestimmt. Werden unterscheidbare Leistungsverpflichtungen im Rahmen einer Agententätigkeit erbracht, wird nicht das vom Kunden zu entrichtete Bruttoentgelt als Umsatzerlöse erfasst, sondern nur das netto als kommissionsähnliche Provision verbleibende Entgelt für die jeweilige Leistungsverpflichtung.
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Waren werden zeitpunktbezogen mit Übergang der Kontrolle auf den Kunden erfasst. Die Bestimmung des Zeitpunkts des Kontrollübergangs erfolgt hierbei auch unter Berücksichtigung der mit dem Kunden vereinbarten Lieferklauseln. Im Falle von Gütern und Waren, die im Rahmen von Konsignationslager-Vereinbarungen geliefert werden, erfolgt die Umsatzrealisierung grundsätzlich in dem Zeitpunkt, in dem die entsprechenden Güter vom Kunden aus dem Konsignationslager entnommen werden.
Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Anlagengeschäft werden zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfasst. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Auftragsverluste werden sofort aufwandswirksam berücksichtigt und in der Bilanz innerhalb der sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die zeitraumbezogene Umsatzerfassung aus der Erbringung von Dienstleistungen erfolgt grundsätzlich durch eine lineare Verteilung des Transaktionspreises über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistung.
Zusätzliche Kosten für die Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden werden nur dann innerhalb der langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerte aktiviert, wenn sie Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten betreffen. Sie werden planmäßig über die Vertragslaufzeit linear abgeschrieben.
Übersteigt die Leistungserbringung gegenüber dem Kunden die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsvermögenswerte angesetzt, soweit der Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden noch weiteren Bedingungen unterliegt. Unbedingte Zahlungsansprüche werden innerhalb der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst und die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Übersteigen die erhaltenen oder fälligen Zahlungen des Kunden die Leistungserbringung, werden in der Bilanz in Höhe des übersteigenden Betrages Vertragsverbindlichkeiten erfasst.
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.
Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.
Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung des thyssenkrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.
Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)
Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte Komponente des Konzerns (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.
Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Führt die Änderung eines Veräußerungsplans dazu, dass die Kriterien für eine Einstufung als nicht fortgeführte Aktivität nicht mehr erfüllt werden, ist die entsprechende Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 wieder als fortgeführte Aktivität zu behandeln. Dies hat zur Folge, dass die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl für das Berichtsjahr als auch für das Vorjahr so anzupassen ist, dass die Aufwendungen und Erträge der Veräußerungsgruppe wieder im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind. Analog werden in der Kapitalflussrechnung die Ein- und Auszahlungen der Veräußerungsgruppe für beide Berichtsjahre wieder den fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. In der Bilanz werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe für beide Berichtsjahre nicht mehr separiert und stattdessen wieder innerhalb der einzelnen Bilanzpositionen ausgewiesen. Dabei ist die nicht mehr als zur Veräußerung gehalten eingestufte Veräußerungsgruppe mit dem niedrigeren Wert aus fortgeführten Anschaffungskosten und erzielbarem Wert zu bewerten.
Abschlussgliederung
Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis der gekennzeichneten Posten wurde an den Ausweis der Berichtsperiode angepasst.
In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.
Schätzungen und Beurteilungen
Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, und fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:
Bilanzierung von Erwerben
Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Werthaltigkeit der Firmenwerte
Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.
Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 04, und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.
Sonstige Rückstellungen
Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgten auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 16.
Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.
Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden
Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions sowie in der Business Unit Marine Systems, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, bei denen die Umsatzerfassung zeitraumbezogen unter Verwendung der Percentage-of-Completion-Methode erfolgt. Die Umsätze werden hier entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.
Der Betrag von erwarteten variablen Gegenleistungen wird zu Beginn des Vertrages mit einem Kunden geschätzt. Die Schätzung erfolgt entweder mit dem wahrscheinlichkeitsgewichteten Erwartungswert oder mit dem wahrscheinlichsten Wert. Es wird hierbei die Schätzmethode stetig angewendet, die für den jeweiligen Kundenvertrag die bessere Prognose erwarten lässt. Der zu Vertragsbeginn geschätzte Betrag variabler Gegenleistungen wird zu jedem Bilanzstichtag neu geschätzt und falls erforderlich entsprechend angepasst.
Die im Falle von Verträgen mit Kunden, die mehrere unterscheidbare Leistungsverpflichtungen enthalten, notwendige Aufteilung des Transaktionspreises auf die unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen erfolgt anhand der relativen Einzelveräußerungspreise. Die verwendeten relativen Einzelveräußerungspreise entsprechen grundsätzlich direkt beobachtbaren Marktpreisen, zu denen die Konzerngesellschaft die Leistungsverpflichtungen separat an andere Kunden verkauft. Ist der Einzelveräußerungspreis nicht direkt beobachtbar, so erfolgt eine bestmögliche Schätzung des Einzelveräußerungspreises. In diesen Fällen kommen die Methode der angepassten Marktbeurteilung, die Kostenzuschlagsmethode oder die Restwertmethode zur Anwendung.
Ertragsteuern
Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.
Leistungen an Arbeitnehmer
Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.
Rechtliche Risiken
Wie unter Anhang-Nr. 21 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.
Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften
Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die mit Ausnahme von IFRS 9 und IFRS 15 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:
Im Juli 2014 hat das IASB die finale Version von IFRS 9 "Financial Instruments" veröffentlicht. Der neue Standard beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, grundlegende Änderungen der Vorschriften zur Wertminderung finanzieller Vermögenswerte sowie überarbeitete Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. thyssenkrupp wendet IFRS 9 erstmalig im Geschäftsjahr beginnend am 1. Oktober 2018 an. Dabei wurde das Wahlrecht ausgeübt, den Standard prospektiv anzuwenden und dementsprechend wurden keine angepassten Vergleichsinformationen angegeben. Die daraus resultierenden Umstellungseffekte sind in den Gewinnrücklagen erfasst. Die neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden ebenfalls prospektiv angewendet.
Die Umstellungseffekte zum Erstanwendungszeitpunkt wurden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und die Vergleichsperiode wird in Übereinstimmung mit den bisherigen Regelungen des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" dargestellt.
Die Auswirkungen der Umstellung auf die Vermögenswerte, die Verbindlichkeiten und das Eigenkapital sind in den beiden nachfolgenden Tabellen dargestellt:
ÜBERLEITUNG DER KONZERN-BILANZ - IFRS 9
| Aktiva Mio € |
30.09.20181) | Anpassung IFRS 92) | 1.10.2018 |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 14.285 | 12 | 14.297 |
| davon: | |||
| Aktive latente Steuern | 1.288 | 12 | 1.300 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.141 | 12 | 20.153 |
| davon: | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.163 | 19 | 5.182 |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 | - 7 | 1.724 |
| Summe Vermögenswerte | 34.426 | 23 | 34.449 |
| Passiva Mio € |
30.09.20181) | Anpassung IFRS 92) | 1.10.2018 |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 3.203 | 5 | 3.208 |
| davon: | |||
| Gewinnrücklagen | - 5.606 | - 43 | - 5.649 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | 83 | 53 | 136 |
| Nicht beherrschende Anteile | 468 | - 5 | 463 |
| Verbindlichkeiten | 31.223 | 18 | 31.241 |
| davon: | |||
| Passive latente Steuern | 59 | 18 | 77 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 34.426 | 23 | 34.449 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
ERSTANWENDUNGSEFFEKTE VON IFRS 9 AUF DAS EIGENKAPITAL 1)
| Mio € | |
|---|---|
| Effekte von IFRS 9 auf die Gewinnrücklagen: | |
| Gewinnrücklagen zum 30.09.2018 vor Erstanwendung von IFRS 9 | - 5.606 |
| Veränderung von Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 44 |
| Veränderung von Wertminderungen auf Vertragsvermögenswerte | - 7 |
| Veränderung von Wertminderungen gebildet im kumulierten sonstigen Ergebnis | - 7 |
| Latente Steuern auf Erstanwendungseffekte | 15 |
| Gewinnrücklagen zum 1.10.2018 nach Erstanwendung von IFRS 9 | - 5.649 |
| Effekte von IFRS 9 auf das kumulierte sonstige Ergebnis: | |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis zum 30.09.2018 vor Erstanwendung von IFRS 9 | 83 |
| Umgliederungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund Veränderung der Bewertungskategorie | 65 |
| Umbewertung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund Änderung der Bewertungskategorie in "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" | 7 |
| Latente Steuern auf Erstanwendungseffekte | - 19 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis zum 1.10.2018 nach Erstanwendung von IFRS 9 | 136 |
| Effekte von IFRS 9 auf nicht beherrschende Anteile | - 5 |
| Erstanwendungseffekte von IFRS 9 auf das Eigenkapital 1) | 5 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Aus der geänderten Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ergaben sich folgende Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstanwendung:
ÜBERLEITUNG DER FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE VON IAS 39 AUF IFRS 9 1)
| Mio € | |||
|---|---|---|---|
| IAS 39 zum 30.09.20181) | Veränderung aufgrund der | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Klassifizierung | Buchwert lt. Bilanz 30.09.2018 | Bewertungskategorie2) | neuen Klassifizierung |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.162 | ||
| Kredite und Forderungen | 5.162 | KuF | - 1.217 |
| 1.281 | |||
| Forderungen aus Finance Lease | 1 | n/a | |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 | n/a | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 754 | ||
| Kredite und Forderungen | 527 | KuF | |
| Eigenkapitalinstrumente (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) | 13 | zVvfV | |
| Fremdkapitalinstrumente (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) | 19 | zVvfV | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | zHg | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 130 | n/a | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | ||
| Kredite und Forderungen | 3.006 | KuF | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 10.653 | 64 |
| Mio € | |||
|---|---|---|---|
| IAS 39 zum 30.09.20181) | Veränderung aufgrund der | IFRS 9 zum 1.10.2018 | |
| --- | --- | --- | --- |
| Klassifizierung | Anwendung des neuen Wertminderungsmodells | Buchwert lt. Bilanz 1.10.2018 | Bewertungskategorie |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.182 | ||
| Kredite und Forderungen | - 44 | 3.901 | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| 1.281 | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | ||
| Forderungen aus Finance Lease | 1 | n/a | |
| Vertragsvermögenswerte | - 7 | 1.724 | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 754 | ||
| Kredite und Forderungen | 0 | 527 | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Eigenkapitalinstrumente (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) | 13 | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | |
| Fremdkapitalinstrumente (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) | 19 | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 130 | n/a | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | Fortgeführte Anschaffungskosten | |
| Kredite und Forderungen | 3.006 | Fortgeführte Anschaffungskosten | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | - 51 | 10.666 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) KuF: Kredite und Forderungen, zVvfV: Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, zHg: Zu Handelszwecken gehalten
Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der neuen Klassifizierung in Höhe von 64 Mio € stammt daher, dass der Abgang des Buchwerts aus der Bewertungskategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten" nach Wertberichtigung Stand 30. September 2018 dargestellt wird, während der Zugang in der Bewertungskategorie "Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral" nach IFRS 9 vor Wertberichtigungen erfolgt.
Für die finanziellen Verbindlichkeiten ergaben sich aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 keine Auswirkungen.
Die Effekte aus der Erstanwendung des neuen Wertminderungsmodells nach IFRS 9 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
ÜBERLEITUNG DER WERTMINDERUNGEN VON IAS 39 AUF IFRS 9 1)
| Mio€ Klassifizierung gem. IAS 39 | Wertminderung zum 30.09.2018 gem. IAS 39 | Veränderung der Wertminderung aufgrund neuer Klassifizierung gem. IFRS 9 | Veränderung der Wertminderung aufgrund Anwendung des neuen Wertminderungsmodells | Wertminderung zum 1.10.2018 gem. IFRS 9 | Klassifizierung gem. IFRS 9 |
|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |||||
| Kredite und Forderungen | - 349 | 64 | - 44 | - 329 | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Kredite und Forderungen | 0 | - 64 | - 7 | - 72 | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) |
| Vertragsvermögenswerte n/a | n/a | - 7 | - 7 | Fortgeführte Anschaffungskosten | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - 18 | 0 | - 18 | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | |
| Kredite und Forderungen | - 1 | 0 | - 1 | Fortgeführte Anschaffungskosten | |
| Summe | - 363 | 0 | - 58 | - 427 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Die bisher nach IAS 39 angewendeten Grundsätze der Rechnungslegung sind im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichtes 2017 / 2018 veröffentlicht.
Im Mai 2014 hat das IASB den neuen Standard IFRS 15 "Revenue from Contracts with Customers" veröffentlicht. Zielsetzung des neuen Standards zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Gleichzeitig werden einheitliche Grundprinzipien festgelegt, die für alle Branchen und für alle Arten von Umsatztransaktionen anwendbar sind. Im April 2016 wurden einige Klarstellungen zum IFRS 15 veröffentlicht, die vornehmlich die Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen sowie die Abgrenzung Prinzipal und Agent betreffen. thyssenkrupp wendet IFRS 15 erstmals für das am 1. Oktober 2018 beginnende Geschäftsjahr 2018 / 2019 (IFRS 15-Umstellungsjahr) an. Die Erstanwendung erfolgt nach der vollständig retrospektiven Methode, d.h. die Umstellungseffekte werden zu Beginn der Vergleichsperiode am 1. Oktober 2017 kumuliert direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Hierbei macht der Konzern von den in IFRS 15 gewährten praktischen Erleichterungen Gebrauch. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere zum 1. Oktober 2017 keine Neubewertung solcher Verträge vorgenommen, die innerhalb desselben Geschäftsjahres begonnen und erfüllt wurden oder am 1. Oktober 2017 vollständig erfüllt waren.
Zu Beginn der Vergleichsperiode am 1. Oktober 2017 ergeben sich im Vergleich zur Konzernbilanz am 30. September 2017 insbesondere folgende IFRS 15-Umstellungseffekte:
| ― | Das Eigenkapital vermindert sich durch die erfolgsneutrale Erfassung von kumulierten Anpassungseffekten (nach latenten Steuern) als Folge der IFRS 15-Erstanwendung insgesamt unwesentlich um 1 Mio €. Erhöhend wirkt mit 11 Mio € die bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nach IFRS 15 erforderliche Aktivierung von Kosten für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden innerhalb der langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte. Kompensierend sind hauptsächlich Abnahmen durch Umsatz- und Ergebnisverschiebungen. Diese resultieren aus der Verwendung bestimmter Incoterms in Verträgen mit Kunden über die Lieferung von Produkten, die unter IFRS 15 zur Berücksichtigung separater Leistungsverpflichtungen für die Erbringung von Transport- und/oder Versicherungsdienstleistungen führen, deren Umsatzerfassung nach IFRS 15 zeitraumbezogen und im Gegensatz zu IAS 18 nicht mehr im Zeitpunkt der Lieferung der entsprechenden Produkte erfolgt. Darüber hinaus liegt bei der Lieferung von Produkten an Kunden unter Verwendung bestimmter Incoterms der Kontrollübergang gemäß IFRS 15 auf den Kunden erst dann vor, wenn die betreffenden Produkte an den Kunden übergeben werden; eine bisher unter IAS 18 vorgenommene frühere Umsatzerfassung bereits zum Zeitpunkt des Übergangs der wesentlichen Chancen und Risiken auf den Kunden ist nach IFRS 15 nicht mehr möglich. |
| ― | Die Bilanzsumme erhöht sich durch die IFRS 15-Erstanwendung insgesamt um 638 Mio €. Hierzu hat mit 601 Mio € vor allem die durch IFRS 15 erstmals explizit geforderte bilanzielle Berücksichtigung von fälligen, aber noch nicht von Kunden in Form von Zahlungsmitteln geleisteten Anzahlungen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions beigetragen. Diese bilanzielle Berücksichtigung führte zu einer entsprechenden Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der gemäß IFRS 15 gesondert in der Bilanz auszuweisenden Vertragsverbindlichkeiten. |
| ― | Trotz der angesprochenen Zunahmen aus der bilanziellen Berücksichtigung von fälligen Kundenanzahlungen vermindern sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insgesamt um 897 Mio €. Dies resultierte mit 1.403 Mio € insbesondere aus der Umgliederung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen der Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions sowie der Business Unit Marine Systems in die unter IFRS 15 gesondert auszuweisenden Vertragsvermögenswerte. |
| ― | Nach IFRS 15 ergeben sich Vertragsvermögenswerte in Höhe von insgesamt 1.367 Mio €, die im Wesentlichen die zuvor angesprochenen Umgliederungen von Forderungen aus Fertigungsaufträgen betreffen. |
| ― | Nach IFRS 15 ergeben sich Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 4.866 Mio €. Ursächlich sind insbesondere Umgliederungen aus den kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten, die mit 3.356 Mio € Umgliederungen von Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions und in der Business Unit Marine Systems sowie mit 991 Mio € Umgliederungen von erhaltenen Anzahlungen betreffen. Darüber hinaus erfolgt hier mit 601 Mio € die durch IFRS 15 explizit geforderte bilanzielle Berücksichtigung von fälligen, aber noch nicht von Kunden in Form von Zahlungsmitteln geleisteten Anzahlungen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions. Gegenläufig wirkte vor allem der zuvor erwähnte geänderte Bilanzausweis von Verlusten aus Fertigungsaufträgen. |
| ― | Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten vermindern sich deutlich um 4.350 Mio €. Ursächlich sind insbesondere die zuvor angesprochenen Umgliederungen von Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen und von erhaltenen Anzahlungen in die gemäß IFRS 15 gesondert auszuweisenden Vertragsverbindlichkeiten. |
Die sich im Vergleich zur Konzernbilanz am 30. September 2018 ergebenden Umstellungseffekte resultieren aus den zuvor beschriebenen IFRS 15-Umstellungseffekten und fortgeschrieben um die Auswirkungen aus der Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 / 2018.
IFRS 15 - KONZERNBILANZ
| 1.10.2017 | 30.09.20181) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Vor Anpassung IFRS 15 | Anpassung IFRS 15 | Nach Anpassung IFRS 15 | Vor Anpassung IFRS 15 | Anpassung IFRS 15 | Nach Anpassung IFRS 15 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige Vermögenswerte | 14.502 | 15 | 14.517 | 14.272 | 12 | 14.285 |
| davon: | ||||||
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 207 | 11 | 218 | 234 | 11 | 246 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 20.546 | 623 | 21.169 | 19.524 | 617 | 20.141 |
| davon: | ||||||
| Vorräte | 6.957 | - 11 | 6.946 | 7.409 | - 50 | 7.359 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.734 | - 897 | 4.837 | 6.361 | - 1.199 | 5.163 |
| Vertragsvermögenswerte | 0 | 1.367 | 1.367 | 0 | 1.731 | 1.731 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 420 | 164 | 583 | 573 | 135 | 709 |
| Summe Vermögenswerte | 35.048 | 638 | 35.686 | 33.796 | 630 | 34.426 |
| Eigenkapital | 3.404 | - 1 | 3.404 | 3.203 | 0 | 3.203 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 14.546 | 3 | 14.549 | 14.168 | 0 | 14.168 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.097 | 636 | 17.733 | 16.426 | 630 | 17.055 |
| davon: | ||||||
| Sonstige Rückstellungen | 1.183 | 137 | 1.320 | 1.426 | 147 | 1.573 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 0 | 4.866 | 4.866 | 0 | 5.011 | 5.011 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 6.802 | - 4.350 | 2.452 | 6.911 | - 4.508 | 2.403 |
| Verbindlichkeiten | 31.643 | 639 | 32.282 | 30.594 | 630 | 31.223 |
| Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten | 35.048 | 638 | 35.686 | 33.796 | 630 | 34.426 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Hinsichtlich der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich für das Vergleichsgeschäftsjahr 2017 / 2018 folgende wesentliche IFRS 15-Umstellungseffekte:
| ― | Aufgrund der durch IFRS 15 erfolgten Konkretisierung der Prinzipal-Agenten-Definition über das Kontroll-Prinzip bei bestimmten Geschäftsmodellen im Automobilzuliefer-Bereich der Business Area Components Technology kommt es zu einer signifikanten Verminderung der ausgewiesenen Umsatzerlöse um 1.211 Mio € als Folge des erweiterten Netto-Ausweises von Agentenumsätzen. Eine Ergebnisauswirkung ergibt sich hieraus aufgrund einer entsprechenden Verminderung der Umsatzkosten jedoch nicht. Die ausgewiesene prozentuale Umsatzmarge (bezogen auf das Bereinigte EBI) erhöht sich insgesamt um 0,1 %-Punkte, wobei die Umsatzmarge (bezogen auf das Bereinigte EBIT) der Business Area Components Technology um 0,5 %-Punkte höher ausgewiesen wird. |
Das Bereinigte EBIT mit 1.444 Mio € sowie der Jahresfehlbetrag mit 12 Mio € sind insgesamt unverändert.
IFRS 15 - KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| 2017 / 20181) | |||
|---|---|---|---|
| Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € |
Vor Anpassung IFRS 15 | Anpassung IFRS 15 | Nach Anpassung IFRS 15 |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 42.745 | - 1.211 | 41.534 |
| Umsatzkosten | - 36.154 | 1.210 | - 34.944 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 6.591 | 0 | 6.590 |
| Betriebliches Ergebnis | 901 | 0 | 901 |
| Finanzergebnis | - 340 | 0 | - 340 |
| Ergebnis vor Steuern | 561 | 0 | 561 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 573 | 0 | - 573 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | 0 | - 12 |
| Davon: | |||
| Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG | - 62 | 0 | - 62 |
| Nicht beherrschende Anteile | 50 | 0 | 50 |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | 0 | - 12 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf | |||
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 0,10 | 0,00 | - 0,10 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die IFRS 15-Umstellungseffekte in der Konzern-Kapitalflussrechnung:
IFRS 15 - KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
| 2017 / 20181) | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | Vor Anpassung IFRS 15 | Anpassung IFRS 15 | Nach Anpassung IFRS 15 |
| --- | --- | --- | --- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) | - 12 | 0 | - 12 |
| Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow: | |||
| Latente Steueraufwendungen/(-erträge) | 282 | 0 | 282 |
| Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte | 1.118 | 0 | 1.118 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam | - 15 | 0 | - 15 |
| Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | - 44 | 0 | - 44 |
| Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen: | |||
| - Vorräte | - 464 | 45 | - 419 |
| - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 662 | 311 | - 351 |
| - Vertragsvermögenswerte | 0 | - 373 | - 373 |
| - Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 150 | 0 | - 150 |
| - Sonstige Rückstellungen | 158 | 10 | 167 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 828 | 4 | 832 |
| - Vertragsverbindlichkeiten | 0 | 201 | 201 |
| - Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit | 147 | - 199 | - 52 |
| Operating Cashflow | 1.184 | 0 | 1.184 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 1.299 | 0 | - 1.299 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - 2.114 | 0 | - 2.114 |
| Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 2.229 | 0 | - 2.229 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 57 | 0 | - 57 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode | 5.292 | 0 | 5.292 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode | 3.006 | 0 | 3.006 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Darüber hinaus wendet thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2018 / 2019 erstmalig die nachfolgenden Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards an, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:
| ― | Änderungen an IFRS 2 "Share-based Payment": "Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions", Veröffentlichung im Juni 2016 |
| ― | Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2014-2016, Veröffentlichung im Dezember 2016 |
| ― | IFRIC 22: "Foreign Currency Transactions and Advance Consideration", Veröffentlichung im Dezember 2016 |
| ― | Änderungen an IAS 40: "Transfers of Investment Property", Veröffentlichung im Dezember 2016 |
Veröffentlichte, aber 2018 / 2019 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften
Der im Januar 2016 veröffentlichte neue Standard IFRS 16 "Leases" ist bei thyssenkrupp verpflichtend ab dem 1. Oktober 2019 anzuwenden. Gemäß dem bisherigen Leasing-Standard IAS 17 sind Zahlungsverpflichtungen für Operating-Leasingverhältnisse nur im Anhang anzugeben. Künftig sind die aus diesen Leasingverhältnissen resultierenden Rechte und Verpflichtungen bei Kontrollübergang als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und Leasingverbindlichkeit verpflichtend in der Bilanz anzusetzen.
thyssenkrupp wird den Standard modifiziert retrospektiv einführen und IFRS 16 auf sämtliche Verträge anwenden, die zuvor als Leasingverträge unter Anwendung von IAS 17 und IFRIC 4 identifiziert wurden. Bei Anwendung der modifiziert retrospektiven Einführungsmethode sind die Vorjahresvergleichszahlen nicht anzupassen, sodass die Umstellungseffekte bei thyssenkrupp grundsätzlich als Anpassung der Gewinnrücklagen zum 1. Oktober 2019 auszuweisen sind. Außerdem wird thyssenkrupp die Nutzungsrechte in Höhe der zugehörigen Leasingverbindlichkeiten zum Erstanwendungszeitpunkt erfassen. Somit werden sich bei thyssenkrupp aus der IFRS 16-Einführung keine wesentlichen Eigenkapitaleffekte zum 1. Oktober 2019 ergeben. thyssenkrupp wird von den folgenden, in IFRS 16 vorgesehenen Erleichterungsvorschriften Gebrauch machen: Für kurzfristige Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von unter zwölf Monaten (und ohne Kaufoption) sowie für Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit bilanziert. Dies gilt auch für Verträge, die zum Erstanwendungszeitpunkt nur noch eine Restlaufzeit von unter einem Jahr haben. thyssenkrupp verzichtet auf eine Wertminderungsprüfung und bewertet die Leasingverhältnisse stattdessen unmittelbar vor dem 1. Oktober 2019 gemäß IAS 37 "Provisions, contingent liabilities and contingent assets", ob es sich bei den Leasingverhältnissen um belastende Verträge handelt.
Auf Basis der zum Stichtag abgeschlossenen Verträge erwartet der Konzern eine Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte sowie der Finanzschulden und damit einhergehend eine Erhöhung der Bilanzsumme in Höhe von ca. 1 Mrd €. Bezogen auf die Bilanzsumme zum 30. September 2019 würde sich aus der IFRS 16-Erstanwendung eine Verringerung der Eigenkapitalquote in Höhe von ca. 0,2 Prozentpunkten ergeben. Die Erhöhung der Netto-Finanzschulden hat bezogen auf den in einigen aktuell bestehenden Vereinbarungen der thyssenkrupp AG mit Banken zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) festgelegten Grenzwert für das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss keine Auswirkungen, da für diese Ermittlung die NettoFinanzschulden um den IFRS 16 Effekt bereinigt werden.
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird der Aufwand aus Operating Lease Verhältnissen bislang in den jeweiligen Funktionskostenarten gezeigt. Die Höhe der zukünftigen Mindestleasingzahlungen und der Aufwand aus Operating Leasingverhältnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres sind in Anhang-Nr. 21 dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2019 / 2020 wird das EBIT in Höhe von weniger als 0,1 Mrd € entlastet sowie das Finanzergebnis entsprechend belastet. Dies resultiert aus dem Wegfall der Operating Leasingaufwendungen gemäß IAS 17 und der erstmaligen Erfassung der Abschreibungen auf die ab dem 1. Oktober 2019 gemäß IFRS 16 zu bilanzierenden Nutzungsrechte.
Aus der geänderten Darstellung der Leasingaufwendungen aus Operating Lease Verhältnissen wird sich zudem eine Verschiebung zwischen dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zugunsten des Cashflows aus der operativen Geschäftstätigkeit ergeben. Der Grund dafür ist, dass nicht mehr die Leasingzahlungen, sondern nur noch die Zinszahlungen den operativen Cashflow belasten, da die Tilgungszahlungen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Dieser Effekt wird im Geschäftsjahr 2019 / 2020 ca. 0,2 Mrd € betragen.
thyssenkrupp wird die Nutzungsrechte als Teil des Sachanlagevermögens und die Leasingverbindlichkeiten als Teil der Finanzschulden in der Bilanz ausweisen.
Neben dem zuvor im einzelnen dargestellten Standard hat das IASB noch weitere Interpretationen und Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards, Interpretationen und Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:
| ― | Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben |
| ― | IFRIC 23: "Uncertainty over Income Tax Treatments", Veröffentlichung im Juni 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 |
| ― | Änderungen an IFRS 9 "Financial Instruments", Veröffentlichung im Oktober 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 |
| ― | Änderungen an IAS 28: "Investments in Associates and Joint Ventures", Veröffentlichung im Oktober 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 |
| ― | Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2015-2017, Veröffentlichung im Dezember 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 |
| ― | Änderungen an IAS 19: "Plan Amendment, Curtailment or Settlement", Veröffentlichung im Februar 2018, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 / 2020 |
| ― | Änderungen am IFRS Rahmenkonzept: "Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards", Veröffentlichung im März 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021 |
| ― | Änderungen an IFRS 3: "Definition of a Business (Amendments to IFRS 3)", Veröffentlichung im Oktober 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung auf Unternehmenszusammenschlüsse mit Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2020 |
| ― | Änderungen an IAS 1 und IAS 8: "Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material", Veröffentlichung im Oktober 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021 |
| ― | Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: "Interest Rate Benchmark Reform", Veröffentlichung im September 2019, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020 / 2021 |
02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen
Zusammensetzung des Konsolidierungskreises
Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2017 / 2018 und 2018 / 2019 dar:
VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS
| Anzahl konsolidierter Unternehmen | Inland | Ausland | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2017 | 108 | 353 | 461 |
| Zugänge | 4 | 6 | 10 |
| Abgänge | - 9 | - 13 | - 22 |
| Stand am 30.09.2018 | 103 | 346 | 449 |
| Zugänge | 14 | 20 | 34 |
| Abgänge | - 9 | - 18 | - 27 |
| Stand am 30.09.2019 | 108 | 348 | 456 |
Die Zugänge in 2018 / 2019 resultieren aus Erwerben und Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf konzerninterne Verschmelzungen zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe" in dieser Anhang-Nr. 3 (Vorjahr: 6) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,004 % des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis 0,21 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,04 % des Konzerneigenkapitals.
11 (Vorjahr: 11) assoziierte Unternehmen und 11 (Vorjahr: 12) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 5 (Vorjahr: 7) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 1,92 % des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,35 % des Konzerneigenkapitals.
Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.
Strukturierte Unternehmen
thyssenkrupp bezieht 3 (Vorjahr: 4) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Konzernabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die beiden anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 2 (Vorjahr: 3) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält der Konzern maximal Anteile in Höhe von 1 %. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern keine Anteile hält. Zu dem anderen, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen besteht ein Liefervertrag mit einem Konzernunternehmen. Aus diesem Vertrag potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 21).
Erwerbe
Geschäftsjahr 2018 / 2019
Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 tätigte der Konzern diverse kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren; darin enthalten ist u.a. der Erwerb des Geschäfts der Nashville Machine Elevator Co. und der Aufzugsgesellschaft O'Keefe Elevator Company Inc. Sämtliche Erwerbe wirkten sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss aus:
ERWERBE
| Mio € | 2018/2019 |
|---|---|
| Firmenwert | 84 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 35 |
| Sachanlagen | 1 |
| Vorräte | 1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8 |
| Summe Vermögenswerte | 129 |
| Passive latente Steuern | 3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 9 |
| Summe Verbindlichkeiten | 15 |
| Netto-Reinvermögen | 115 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 |
| Kaufpreise | 115 |
| Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 109 |
Geschäftsjahr 2017 / 2018
Im 2. Quartal 2017 / 2018 wurde nach Abschluss der Analyse der einzelnen Projekte die Kaufpreisallokation für die Anfang April 2017 erfolgte vollständige Übernahme von Atlas Elektronik finalisiert. Sie führte gegenüber der vorläufigen Kaufpreisallokation zu einer Erhöhung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um 4 Mio € und der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 5 Mio €, während sich die passiven latenten Steuern um 2 Mio € verminderten.
Insgesamt stellt sich die finale Kaufpreisallokation wie folgt dar:
ERWERB ATLAS ELEKTRONIK GRUPPE
| Mio € | |
|---|---|
| Firmenwert | 93 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 192 |
| Sachanlagen | 86 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 3 |
| Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Aktive latente Steuern | 13 |
| Vorräte | 132 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 235 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 47 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 37 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 10 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 167 |
| Summe Vermögenswerte | 1.017 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 176 |
| Passive latente Steuern | 62 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 2 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 1 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 104 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 9 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 34 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 18 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 296 |
| Summe Verbindlichkeiten | 700 |
| Netto-Reinvermögen | 316 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 |
| Kaufpreis (durch Zahlungsmittel und beizulegenden Zeitwert der Equity-Beteiligung) | 316 |
| Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen | 155 |
Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 tätigte der Konzern nur kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren. Die Summe der Kaufpreise betrug 29 Mio € und entfällt mit 27 Mio € auf immaterielle Vermögenswerte und mit 3 Mio € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Daneben erfolgten im Konzern im Geschäftsjahr 2017 / 2018 keine Verkäufe.
03 Reklassifizierung der nicht fortgeführten Aktivitäten
Ende Juni 2018 hatte thyssenkrupp mit Tata Steel einen Vertrag zur Schaffung eines neuen Unternehmens unterzeichnet. Hierfür sollten die europäischen Stahlaktivitäten beider Unternehmen in einem 50 / 50-Joint-Venture zusammengeschlossen werden. Das angestrebte neue Unternehmen sollte ein europäischer Flachstahlanbieter sein, der als Qualitäts- und Technologieführer positioniert werden sollte. Der Vollzug stand unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden. Nach Gesprächen mit der Wettbewerbskommission am 10. Mai 2019 ging thyssenkrupp davon aus, dass das geplante Joint Venture aufgrund der weiter bestehenden Bedenken der Kommission nicht zustande kommen wird. Am 13. Juni 2019 erfolgte die förmliche Untersagungsentscheidung der Europäischen Kommission für das geplante Joint Venture im Stahlbereich mit Tata Steel Europe.
Die geplante Transaktion, die die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften, die in 2017 / 2018 zu Corporate gehörten, umfasste, erfüllt damit nicht mehr die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität und musste im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 entsprechend reklassifiziert werden. Gemäß IFRS 5 ist die Darstellung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung so anzupassen, dass alle Aufwendungen und Erträge der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten in den aktuellen Berichtsperioden des Geschäftsjahres 2018 / 2019 wieder im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten sind und analog in der Konzern-Kapitalflussrechnung alle Cashflows der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten wieder den fortgeführten Aktivitäten zugeordnet sind. Der Vorperiodenausweis ist jeweils entsprechend anzupassen. In der Konzernbilanz zum 30. September 2019 werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten nicht mehr gesondert ausgewiesen und die Vergleichsperiode entsprechend angepasst. Bestandteil der erforderlichen Anpassungen ist auch die rückwirkende Berücksichtigung der mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 107 Mio € im 4. Quartal 2017 / 2018 und in Höhe von 228 Mio € im 1. Halbjahr 2018 / 2019 (jeweils vor Steuern).
Erläuterungen zur Konzernbilanz
04 Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Mio € | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website | Firmenwerte | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte | ||||
| Stand am 1.10.2017 | 2.104 | 800 | 4.405 | 7.309 |
| Währungsunterschiede | - 2 | 4 | 9 | 12 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 10 | 0 | 18 | 27 |
| Zugänge | 48 | 68 | 0 | 115 |
| Umbuchungen | 24 | 18 | - 2 | 40 |
| Abgänge | - 35 | - 3 | 0 | - 38 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 2.150 | 887 | 4.430 | 7.466 |
| Währungsunterschiede | 32 | 17 | 103 | 152 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 36 | - 2 | 81 | 115 |
| Zugänge | 48 | 88 | 0 | 136 |
| Umbuchungen | 14 | - 1 | 0 | 13 |
| Abgänge | - 36 | - 6 | 0 | - 42 |
| Stand am 30.09.2019 | 2.244 | 982 | 4.614 | 7.840 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | ||||
| Stand am 1.10.2017 | 1.315 | 554 | 628 | 2.497 |
| Währungsunterschiede | 0 | 4 | 4 | 8 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 1 | 0 | 0 | - 1 |
| Abschreibungen | 106 | 49 | 0 | 155 |
| Wertminderungsaufwendungen | 3 | 1 | 0 | 4 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | - 4 | - 4 |
| Abgänge | - 34 | - 3 | 0 | - 36 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 1.389 | 605 | 628 | 2.622 |
| Währungsunterschiede | 23 | 13 | 23 | 59 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen | 111 | 47 | 0 | 158 |
| Wertminderungsaufwendungen | 4 | 3 | 0 | 7 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | - 31 | - 5 | 0 | - 36 |
| Stand am 30.09.2019 | 1.496 | 663 | 652 | 2.811 |
| Nettowerte | ||||
| Stand am 1.10.2017 | 790 | 246 | 3.777 | 4.813 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 760 | 282 | 3.801 | 4.844 |
| Stand am 30.09.2019 | 748 | 319 | 3.962 | 5.029 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Wertminderungen auf Firmenwerte
Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.
Firmenwerte
Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Business Areas zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der bottom-up erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cashflows jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer Annahmen für die ewige Rente modifiziert. Eine geschäftsspezifische, nachhaltige Wachstumsrate wird berücksichtigt; diese beträgt 1,35 % (Vorjahr: in der Regel 1,5 %). Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 0,1 % (Vorjahr: 1,0 %) sowie auf einer Marktrisikoprämie von 6,75 % (Vorjahr: 6,5 %). Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden:
VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE
| Bandbreiten | ||
|---|---|---|
| in % | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- |
| Components Technology | 7,4 - 10,6 | 7,5 - 12,3 |
| Elevator Technology | 10,2 - 13,2 | 8,9 - 12,5 |
| Industrial Solutions | 9,7 - 12,5 | 10,2 - 10,5 |
| Marine Systems | 8,2 | 7,6 |
| Materials Services | 6,3 - 11,4 | 5,7 - 10,5 |
| Steel Europe | 8,3 | 6,9 |
| Corporate | 7,3 | 6,3 |
Zur Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.
Im thyssenkrupp Konzern wurden 20 CGUs identifiziert. Davon ist 16 CGUs ein Firmenwert zugeordnet. Zum 30. September 2019 beträgt der Gesamtfirmenwert 3.962 Mio €. 71 % dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Steel Europe, Americas, Europe / Africa und Marine Systems, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:
WESENTLICHE FIRMENWERTE
| CGU (Business Area) | Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes in Mio € |
Anteil am Gesamtfirmenwert in % |
Diskontierungssatz (vor Steuern) in % |
|---|---|---|---|
| Steel Europe (Steel Europe) | 307 | 8 % | 6,9 % |
| Americas (Elevator Technology) | 1.088 | 27 % | 8,9 % |
| Europe / Africa (Elevator Technology) | 369 | 9 % | 9,5 % |
| Marine Systems | 1.041 | 26 % | 7,6 % |
| CGU (Business Area) | Wachstumsrate in % |
Beschreibung der Grundannahmen für die Unternehmensplanung | Darlegung der Vorgehensweise zur Wertbestimmung der Grundannahmen |
|---|---|---|---|
| Steel Europe (Steel Europe) | 1,35 % | - Absatzpreise - Beschaffungspreise - Produktions- und Absatzmengen - Konjunkturzyklen | Konzerninterne Einschätzung der betreffenden Verkaufs- und Einkaufsabteilungen sowie Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie auch externe lokale Marktstudien |
| Americas (Elevator Technology) | 1,35 % | - Wachstumsraten der Märkte - Konjunkturzyklen - Wechselkurse | Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten sowie externe lokale Marktstudien |
| Europe / Africa (Elevator Technology) | 1,35 % | - Wachstumsraten der Märkte - Konjunkturzyklen | Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten sowie externe lokale Marktstudien |
| Marine Systems | 1,35 % | - Wachstumsraten der Märkte - Umsetzung der geplanten Maßnahmen - Langfristiges Auftragsportfolio | Berücksichtigung der langfristigen Haushaltsplanungen der potenziellen Kunden und ggf. konkrete Verhandlungen mit den Kunden |
Aus dem jährlich durchgeführten Firmenwert-Impairment-Test ergab sich bei keiner CGU ein Wertminderungsbedarf, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der CGU lag.
Zum 30. September 2019 lag wie im Vorjahr bei jeder CGU der erzielbare Betrag mehr als 10 % über dem Buchwert. Möglich erachtete Veränderungen der wesentlichen Bewertungsprämissen führen nicht zu einer Wertminderung.
Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte
Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.
05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)
Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:
ENTWICKLUNG SACHANLAGEN
| Mio € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
|---|---|---|---|
| Bruttowerte | |||
| Stand am 1.10.2017 | 5.545 | 18.098 | 2.283 |
| Währungsunterschiede | - 12 | - 66 | - 10 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 10 | - 8 | 1 |
| Zugänge | 79 | 336 | 158 |
| Umbuchungen | 98 | 426 | 78 |
| Abgänge | - 54 | - 120 | - 123 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 5.667 | 18.665 | 2.388 |
| Währungsunterschiede | 40 | 134 | 20 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 2 | - 6 | 7 |
| Zugänge | 99 | 541 | 167 |
| Umbuchungen | 144 | 429 | 15 |
| Abgänge | - 65 | - 298 | - 106 |
| Stand am 30.09.2019 | 5.883 | 19.465 | 2.491 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | |||
| Stand am 1.10.2017 | 3.129 | 14.380 | 1.766 |
| Währungsunterschiede | - 2 | - 43 | - 7 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 4 | - 10 | 0 |
| Abschreibungen | 123 | 657 | 152 |
| Wertminderungsaufwendungen | 3 | 6 | 1 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 10 | 2 | - 1 |
| Abgänge | - 38 | - 116 | - 109 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 3.229 | 14.874 | 1.802 |
| Währungsunterschiede | 18 | 95 | 13 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | - 8 | 6 |
| Abschreibungen | 127 | 686 | 180 |
| Wertminderungsaufwendungen | 9 | 50 | 6 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 6 | 6 | - 9 |
| Abgänge | - 39 | - 286 | - 99 |
| Stand am 30.09.2019 | 3.349 | 15.417 | 1.899 |
| Nettowerte | |||
| Stand am 1.10.2017 | 2.416 | 3.718 | 516 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 2.438 | 3.791 | 586 |
| Stand am 30.09.2019 | 2.534 | 4.048 | 592 |
| Mio € | Geleaste Sachanlagen (Finance Lease) | Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) | Anlagen im Bau |
|---|---|---|---|
| Bruttowerte | |||
| Stand am 1.10.2017 | 115 | 93 | 875 |
| Währungsunterschiede | 0 | 0 | - 4 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | - 5 | - 3 |
| Zugänge | 2 | 0 | 555 |
| Umbuchungen | - 13 | - 10 | - 557 |
| Abgänge | - 6 | - 11 | - 1 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 99 | 68 | 865 |
| Währungsunterschiede | 1 | 0 | 15 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | - 10 | - 1 |
| Zugänge | 23 | 2 | 578 |
| Umbuchungen | 1 | - 1 | - 529 |
| Abgänge | - 29 | - 10 | - 1 |
| Stand am 30.09.2019 | 94 | 49 | 927 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | |||
| Stand am 1.10.2017 | 75 | 48 | 7 |
| Währungsunterschiede | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | - 4 | 0 |
| Abschreibungen | 5 | 0 | 0 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 0 | 9 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | - 8 | - 3 | 0 |
| Abgänge | - 6 | - 7 | 0 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 67 | 34 | 15 |
| Währungsunterschiede | 1 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | - 10 | 0 |
| Abschreibungen | 5 | 0 | 0 |
| Wertminderungsaufwendungen | 0 | 0 | 25 |
| Wertaufholungen | 0 | 0 | 0 |
| Umbuchungen | 0 | 4 | - 7 |
| Abgänge | - 27 | - 8 | 0 |
| Stand am 30.09.2019 | 46 | 20 | 34 |
| Nettowerte | |||
| Stand am 1.10.2017 | 41 | 46 | 868 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 32 | 34 | 850 |
| Stand am 30.09.2019 | 49 | 29 | 893 |
| Mio € | Insgesamt |
|---|---|
| Bruttowerte | |
| Stand am 1.10.2017 | 27.009 |
| Währungsunterschiede | - 92 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 5 |
| Zugänge | 1.131 |
| Umbuchungen | 22 |
| Abgänge | - 314 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 27.751 |
| Währungsunterschiede | 209 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 12 |
| Zugänge | 1.411 |
| Umbuchungen | 60 |
| Abgänge | - 510 |
| Stand am 30.09.2019 | 28.909 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen | |
| Stand am 1.10.2017 | 19.403 |
| Währungsunterschiede | - 52 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 10 |
| Abschreibungen | 937 |
| Wertminderungsaufwendungen | 18 |
| Wertaufholungen | 0 |
| Umbuchungen | 0 |
| Abgänge | - 277 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 20.021 |
| Währungsunterschiede | 127 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - 12 |
| Abschreibungen | 998 |
| Wertminderungsaufwendungen | 90 |
| Wertaufholungen | 0 |
| Umbuchungen | 0 |
| Abgänge | - 459 |
| Stand am 30.09.2019 | 20.764 |
| Nettowerte | |
| Stand am 1.10.2017 | 7.605 |
| Stand am 30.09.2018 1) | 7.730 |
| Stand am 30.09.2019 | 8.144 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den Vertriebs- und Verwaltungskosten.
In 2018 / 2019 erfolgten in der Business Area Components Technology bei Federn und Stabilisatoren an mehreren Standorten weltweit aufgrund der verminderten Erwartung in die zukünftige Ertragslage sowie der Neubewertung des Auftragsportfolios Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von insgesamt 44 Mio € und auf Anlagen im Bau in Höhe von insgesamt 25 Mio €. Die für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevanten erzielbaren Beträge entsprechen jeweils den Nutzungswerten, zu deren Bestimmung Diskontierungssätze (nach Steuern) zwischen 6,40 % und 8,77 % angesetzt wurden.
Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Grundstücke und Bauten in Höhe von 28 Mio € (Vorjahr: 24 Mio €), technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 12 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €), bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.
Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 146 Mio € (Vorjahr: 167 Mio €).
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.
Zum 30. September 2019 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 40 Mio € (Vorjahr: 45 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 65 Mio € (Vorjahr: 55 Mio €); davon wurden 20 Mio € (Vorjahr: 24 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 45 Mio € (Vorjahr: 31 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 14 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.
06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen
Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 28 Mio € (Vorjahr: 33 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 100 Mio € (Vorjahr: 99 Mio €).
Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Konzernanteil beziehen.
AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschaftsunternehmen | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | - 4 | - 11 | 23 | 14 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 2 | 0 | 0 | 2 |
| Gesamtergebnis | - 2 | - 12 | 23 | 15 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
In 2018 / 2019 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 5 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €).
Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.
07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)
Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.
Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:
MINDESTMIETERTRÄGE
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 9 | 7 |
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 17 | 18 |
| Länger als fünf Jahre | 38 | 13 |
| Insgesamt | 64 | 38 |
08 Vorräte
VORRÄTE
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Rohstoffe | 1.716 | 1.808 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 468 | 500 |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 1.816 | 2.134 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 3.360 | 3.340 |
| Insgesamt | 7.359 | 7.781 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Von den Vorräten haben 8 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 36.197 Mio € (Vorjahr: 34.944 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 43 Mio € (Vorjahr: 93 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.
09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 74 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2019 bestehen Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 380 Mio € (Vorjahr: 349 Mio €); zu weiteren Details vgl. die Darstellung in der Anhang-Nr. 22 Finanzinstrumente.
Zum Bilanzstichtag 30. September 2018 stellten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:
STRUKTURANALYSE
| Buchwert | davon: | davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig | überfällig bis 30 Tage | überfällig 31 bis 60 Tage | überfällig 61 bis 90 Tage | überfällig 91 bis 180 Tage |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 30.09.2018 1) | 5.163 | 4.023 | 466 | 121 | 79 | 128 |
| davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig | davon: | ||
|---|---|---|---|
| Mio € | überfällig 181 bis 360 Tage | überfällig mehr als 360 Tage | zum Abschlussstichtag wertgemindert |
| --- | --- | --- | --- |
| 30.09.2018 1) | 64 | 142 | 140 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Der Konzern verkauft im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von bestehenden Programmen revolvierend sowie in Form von Einmaltransaktionen.
Per 30. September 2019 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 246 Mio € (Vorjahr: 248 Mio €) verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 246 Mio € (Vorjahr: 248 Mio €). Im Rahmen dieser Forderungsverkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven.
10 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern weist zum 30. September 2019 innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1.443 Mio € (Vorjahr: 1.731 Mio €) aus; davon haben 558 Mio € (Vorjahr: 750 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurden Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte in Höhe von 14 Mio € innerhalb der Vertriebskosten erfasst. Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte resultierte insbesondere aus dem Anlagenbaugeschäft und betraf vor allem gesunkene Auftragskosten bei gleichzeitig insgesamt nur unterproportional rückläufigen Anzahlungen.
Der Konzern weist zum 30. September 2019 innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 4.561 Mio € (Vorjahr: 5.011 Mio €) aus; davon haben 1.564 Mio € (Vorjahr: 2.688 Mio €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten betraf hauptsächlich das Anlagenbaugeschäft und resultierte im Wesentlichen aus deutlich erhöhten Auftragskosten bei gleichzeitig insgesamt nur unterproportional gestiegenen Anzahlungen. Im Laufe des Geschäftsjahres 2018 / 2019 wurden Umsatzerlöse von 2.524 Mio € (Vorjahr: 1.962 Mio €) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. In 2018 / 2019 ergaben sich Umsatzerlöse in Höhe von 199 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt oder teilweise erfüllt worden sind.
Der gesamte Transaktionspreis, der zum 30. September 2019 nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet war, die - unter entsprechender Inanspruchnahme der Erleichterungsvorschrift in IFRS 15.121a - eine ursprüngliche Laufzeit von mehr als 12 Monaten haben, belief sich auf 15.240 Mio € (Vorjahr: 17.181 Mio €). Die erwartete zeitliche Verteilung der Erfassung entsprechender Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:
KÜNFTIGE UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN
| Mio € | |
|---|---|
| (für die Geschäftsjahre) | |
| --- | --- |
| 2019 / 2020 | 4.484 |
| 2020 / 2021 - 2023 / 2024 | 9.445 |
| nach 2023 / 2024 | 1.312 |
| Insgesamt | 15.240 |
Der Konzern weist zum 30. September 2019 innerhalb der langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte zusätzliche Kosten für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden in Höhe von 14 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) aus.
11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| 30.09.20181) | ||
|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | 507 | 19 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 6 | 26 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 66 | - |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 130 | - |
| Insgesamt | 709 | 45 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| 30.09.2019 | ||
|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 549 | 13 |
| Eigenkapitalinstrumente | 0 | 13 |
| Fremdkapitalinstrumente | 7 | 13 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 126 | - |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 126 | - |
| Insgesamt | 808 | 39 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 49 Mio € (Vorjahr: 54 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2019 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 2 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) für kurzfristige und 35 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.
12 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| 30.09.20181) | 30.09.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | - | 9 | - | 10 |
| Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen | - | 194 | - | 189 |
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.149 | - | 788 | - |
| Vorauszahlungen | 188 | - | 204 | - |
| Übrige | 567 | 42 | 650 | 41 |
| Insgesamt | 1.904 | 246 | 1.642 | 240 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 1.317 Mio € (Vorjahr: 688 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2019 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 28 Mio € (Vorjahr: 36 Mio €) für kurzfristige und 8 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.
13 Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital
Zum 30. September 2019 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 €.
Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.
Angaben zum Kapitalmanagement
Zum 30. September 2019 lagen die Eigenkapitalquote bei 6,1 % (Vorjahr: 9,3 %) und das Gearing bei 166,8 % (Vorjahr: 73,8 %). Damit wurde das vereinbarte Gearing zum 30. September 2019 wie im Vorjahr eingehalten. Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des thyssenkrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.
Der thyssenkrupp Konzern verfügt derzeit über folgende Ratings:
RATING
| Langfrist-Rating | Kurzfrist-Rating | Ausblick | |
|---|---|---|---|
| Standard & Poor's | BB- | B | developing |
| Moody's | Ba3 | Not Prime | stable |
| Fitch | BB+ | B | watch negative |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Moody's und Standard & Poor's unser Rating auf Ba3 mit stabilem Ausblick bzw. auf BB- mit Ausblick "developing" herabgestuft. Während der stabile Ausblick bei Moody's kurz- bis mittelfristig keine Ratingveränderung erwarten lässt, legt der Ausblick "developing" von Standard & Poor's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest. Für die weitere Ratingentwicklung ist für die Agenturen neben der operativen Performance auch die erfolgreiche Umsetzung der Strategie von thyssenkrupp maßgeblich.
Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung des thyssenkrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.
Ermächtigungen
Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 ist der Vorstand der thyssenkrupp AG bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand ist ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) im Rahmen des Erwerbs sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.
Darüber hinaus bestanden durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 Ermächtigungen zur Schaffung eines genehmigten bzw. bedingten Kapitals, zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts, die alle zum 16. Januar 2019 ausgelaufen sind.
Dividende
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 in die Anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 wurde eine Dividende von 0,15 € (2016 / 2017: 0,15 €) gezahlt.
14 Aktienbasierte Vergütung
Management Incentivepläne
Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns. Zum 30. September 2019 sind für den LTI in der 7. Tranche 1.997.127 Wertrechte, in der 8. Tranche 1.976.317 Wertrechte und in der 9. Tranche 2.731.782 Wertrechte ausgegeben.
Für die bis einschließlich des Geschäftsjahres 2013 / 2014 gewährten Tranchen des LTI (bis einschließlich 4. Tranche) wird die Anzahl der auf Grundlage individuell festgelegter Euro-Ausgangswerte ausgegebenen Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen thyssenkrupp Value Added (tkVA) über diesen Zeitraum - beginnend mit dem 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden - mit dem durchschnittlichen tkVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Für die ab dem Geschäftsjahr 2014 / 2015 gewährten Tranchen des LTI (ab 5. Tranche) wird die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des tkVA-Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.
Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:
INCENTIVEPLÄNE 2017 / 2018
| 6. Tranche LTI | 7. Tranche LTI | 8. Tranche LTI | |
|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 31.12.2018 | 31.12.2019 | 31.12.2020 |
| Mittelungsperiode | 1.10. - 31.12.2018 | 1.10. - 31.12.2019 | 1.10. - 31.12.2020 |
| thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag | 21,74 | 21,74 | 21,74 |
| Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit | - | 0,15 € zum 4.02.2019 | 0,15 € zum 4.02.2019 0,22 € zum 3.02.2020 |
| Durchschnittliche Dividendenrendite | - | 0,62 % | 0,81 % |
| Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) | - 0,18 % | - 0,21 % | - 0,08 % |
| Beizulegender Wert per 30.09.2018 | |||
| - ungedeckelt | 21,75 € | 21,59 € | 21,36 € |
| - gedeckelt | 21,75 € | 21,59 € | 21,36 € |
INCENTIVEPLÄNE 2018 / 2019
| 7. Tranche LTI | 8. Tranche LTI | 9. Tranche LTI | |
|---|---|---|---|
| Fälligkeit | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2021 |
| Mittelungsperiode | 1.10. - 31.12.2019 | 1.10. - 31.12.2020 | 1.10. - 31.12.2021 |
| thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag | 12,71 | 12,71 | 12,71 |
| Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit | - | - | - |
| Durchschnittliche Dividendenrendite | - | - | - |
| Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) | - 0,51 % | - 0,43 % | - 0,46 % |
| Beizulegender Wert per 30.09.2019 | |||
| - ungedeckelt | 12,71 € | 12,71 € | 12,71 € |
| - gedeckelt | 12,71 € | 12,71 € | 12,71 € |
Im 2. Quartal 2018 / 2019 ist die 6. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 17,69 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,8 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2017 / 2018 die 5. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 23,20 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,2 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2018 / 2019 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 9. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2018 / 2019 durch den Rückgang des Aktienkurses und des durchschnittlichen thyssenkrupp Value Added Erträge aus den Incentiveplänen in Höhe von 57 Mio € (Vorjahr: Aufwand 34 Mio €). Zum 30. September 2019 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 28 Mio € (Vorjahr: 113 Mio €).
Für die Geschäftsjahre 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 wurden 25 % der den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt und erst nach einer dreijährigen Sperrfrist vergütet. Die Anzahl der Wertrechte ergab sich durch die Division von 25 % der Tantieme durch den Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des Geschäftsjahres, für welches die Tantieme gewährt wurde. Nach Ablauf von drei Geschäftsjahren berechnet sich die Höhe der Vergütung durch die Multiplikation der Anzahl der Wertrechte mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres. Zusätzlich wird pro Wertrecht der Dividendenbetrag ausgezahlt, der für diese drei Geschäftsjahre pro Aktie ausgeschüttet worden wäre. Sofern den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG wie in den Geschäftsjahren 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 neben der Tantieme ein zusätzlicher Bonus gewährt wurde, wurden von diesem Bonus 55 % ebenfalls verpflichtend in Wertrechte umgewandelt und analog zur umgewandelten Tantieme behandelt. Zum Geschäftsjahr 2010 / 2011 wurde auch für weitere ausgewählte Führungskräfte die Ausgestaltung der variablen Vergütung in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014 / 2015 wurde das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstandes der thyssenkrupp AG dahingehend angepasst, dass keine Gewährung von Anteilen der kurzfristigen variablen Vergütung mehr in Wertrechten erfolgt. Für weitere ausgewählte Führungskräfte erfolgte die Umwandlung letztmalig und wurde mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2015 / 2016 endgültig eingestellt. Durch den Auslauf dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis 2018 / 2019 hieraus keine Effekte (Vorjahr: Erträge von 0,2 Mio €); die daraus zum 30. September 2019 resultierende Verpflichtung beträgt 0 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €), nachdem in 2018 / 2019 eine Auszahlung der in 2014 / 2015 gewährten Wertrechte in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) erfolgte.
15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Pensionen | 7.607 | 8.688 |
| Altersteilzeit | 188 | 209 |
| Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen | 43 | 50 |
| Insgesamt | 7.838 | 8.947 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Pensionen
Der thyssenkrupp-Konzern gewährt Leistungen der betrieblichen Altersversorgung in Form von Leistungs- oder Beitragsplänen in den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Diese Pläne sind entweder unternehmensspezifisch ausgestaltet oder als gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber ("Multi-Employer"-Pläne) organisiert.
Beitragspläne werden regelmäßig durch die (gesetzlich/vertraglich) verpflichtende oder freiwillige Beitragsbereitstellung durch den Arbeitgeber und / oder den Arbeitnehmer finanziert. Die Beiträge werden an eine rechtlich vom Arbeitgeber getrennte Einheit angeführt. Der Arbeitgeber trägt bei dieser Form der Plangestaltung keine, über die Beitragsabführung hinausgehenden, Risiken. Die Beiträge werden im Personalaufwand ausgewiesen.
Leistungszusagen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung landesspezifischer Regulierung (z.B. lokale Gesetzgebung) oder auf freiwilliger Basis angeboten. Die Leistungen dieser Pläne werden entweder durch vom Arbeitgeber getrennt gehaltenes Pensionsvermögen ("Planvermögen") oder über Pensionsrückstellungen finanziert, wobei der bilanziell ausgewiesene Rückstellungsbetrag den bereits um das jeweilige Planvermögen reduzierten Wert der Pensionsverpflichtungen abbildet.
Die wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsplänen bestehen in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Auf diese Länder entfallen rd. 94 % (Vorjahr: 95 %) der konzernweiten Pensionsverpflichtung und 84 % (Vorjahr: 84 %) des entsprechenden Planvermögens.
In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Leistungspläne, welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.
Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Leistungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1 % durch den Arbeitgeber garantiert wird.
Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird. In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" eine Kapitaldeckung über das konzerneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.
Die Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Konzernunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragsplänen bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.
Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von Leistungsplänen in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen Leistungspläne in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und zudem in Bezug auf die zukünftigen Dienstzeiten auch weitestgehend eingefroren. Die Verpflichtungen aus den Leistungsplänen betreffen insoweit überwiegend Ansprüche von unverfallbar ausgeschiedenen Mitarbeitern und Rentnern. Alle aktiven Mitarbeiter in Großbritannien sowie der überwiegende Teil der Beschäftigten in den USA erwerben in der Regel nur noch Ansprüche auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung im Rahmen von Beitragsplänen.
Neben den Beitragsplänen beteiligen sich die Unternehmen des Aufzugsgeschäftes in den USA auf Grundlage eines Tarifvertrages an einem gewerkschaftlich organisierten "Multi-Employer"-Plan (National Elevator Industry Pension Plan -"NEIPP") für ihre gewerkschaftlich vertretenen Mitarbeiter. Bei diesem Plan handelt es sich um einen leistungsorientierten Versorgungsplan, welcher jedoch aufgrund unzureichender Informationen hinsichtlich der Vermögenswertaufteilung als beitragsorientierter Plan bilanziert wird. Die Risiken aus dem NEIPP unterscheiden sich von unternehmensindividuell ausgestalteten Plänen in Bezug auf das gemeinschaftlich verwaltete Pensionsvermögen welches potentiell auch zur Deckung von Verpflichtungen anderer teilnehmender Arbeitgeber herangezogen werden kann. Soweit teilnehmende Plansponsoren die laufende Beitragszahlung einstellen, treten die verbleibenden Plansponsoren in das noch nicht finanzierte Finanzierungsdefizit gemeinschaftlich ein, wobei der Austritt aus dem Plan regelmäßig mit der Zahlung eines Austrittsbeitrages verbunden ist, um das Risiko für die verbleibenden Plansponsoren zu begrenzen.
Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.
Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus Leistungsplänen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.
Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.
Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.
Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.
Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:
AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktive | 116.419 | 28.279 | 144.698 | 120.612 | 29.334 | 149.946 |
| Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter | 23.203 | 4.279 | 27.482 | 23.806 | 4.199 | 28.005 |
| Rentner | 101.524 | 11.973 | 113.497 | 97.599 | 11.656 | 109.255 |
| Insgesamt | 241.146 | 44.531 | 285.677 | 242.017 | 45.189 | 287.206 |
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens
Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Veränderung des Anwartschaftsbarwertes: | ||||||
| Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres | 7.414 | 2.505 | 9.920 | 7.389 | 2.384 | 9.773 |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 144 | 50 | 194 | 149 | 46 | 195 |
| Zinsaufwand | 136 | 55 | 191 | 121 | 59 | 180 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | - 34 | - 1 | - 35 | - 5 | - 8 | - 13 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen | 0 | - 22 | - 22 | 58 | - 2 | 56 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen | 164 | - 75 | 89 | 913 | 394 | 1.307 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 0 | - 2 | - 2 | 0 | 8 | 8 |
| Planabgeltungen | - 2 | - 2 | - 4 | 0 | - 1 | - 1 |
| Kursdifferenzen | 0 | 19 | 19 | 0 | 86 | 86 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | 0 | 19 | 19 | 0 | 21 | 21 |
| Rentenzahlungen | - 399 | - 134 | - 532 | - 393 | - 136 | - 529 |
| Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen | - 36 | - 29 | - 64 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 2 | 0 | 2 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 | - 17 | - 17 |
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 7.389 | 2.384 | 9.773 | 8.232 | 2.836 | 11.067 |
| Veränderung des Planvermögens: | ||||||
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres | 225 | 2.046 | 2.271 | 214 | 2.025 | 2.238 |
| Zinsertrag | 4 | 46 | 50 | 3 | 51 | 55 |
| Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge | - 2 | - 1 | - 3 | 1 | 198 | 199 |
| Kursdifferenzen | 0 | 15 | 15 | 0 | 64 | 64 |
| Beiträge der Arbeitgeber | 5 | 62 | 66 | 7 | 61 | 67 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | 3 | 19 | 22 | 4 | 21 | 25 |
| Rentenzahlungen | - 22 | - 126 | - 148 | - 48 | - 128 | - 176 |
| Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen | 0 | - 29 | - 29 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verwaltungskosten | 0 | - 7 | - 7 | 0 | - 8 | - 8 |
| Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 0 | - 17 | - 17 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres | 214 | 2.025 | 2.238 | 181 | 2.267 | 2.448 |
Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 11.067 Mio € (Vorjahr: 9.773 Mio €) beziehen sich 7.122 Mio € (Vorjahr: 6.482 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 3.945 Mio € (Vorjahr: 3.291 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.
Die Planabgeltungen und Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen resultieren im Vorjahr aus der Abfindung von laufenden Renten in Deutschland und in den USA.
Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling
Die Nettoschuld aus Leistungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:
VERÄNDERUNG NETTOSCHULD
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres | 7.189 | 460 | 7.649 | 7.176 | 383 | 7.559 |
| Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand | 276 | 59 | 335 | 267 | 55 | 322 |
| Effekte aus der Neubewertung | 132 | - 74 | 59 | 964 | 177 | 1.142 |
| Kursdifferenzen | 0 | 4 | 4 | 0 | 22 | 22 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 0 | - 2 | - 2 | 0 | 8 | 8 |
| Planabgeltungen | - 2 | - 2 | - 4 | 0 | - 1 | - 1 |
| Beiträge der Arbeitgeber | - 5 | - 62 | - 66 | - 7 | - 61 | 67 |
| Beiträge der Arbeitnehmer | - 3 | 0 | - 3 | - 4 | 0 | 25 |
| Rentenzahlungen | - 377 | - 7 | - 384 | - 345 | - 8 | - 353 |
| Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen | - 36 | 0 | - 36 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 2 | 0 | 2 | 0 | 0 | 0 |
| Verwaltungskosten | 0 | 7 | 7 | 0 | 8 | 8 |
| Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres | 7.176 | 383 | 7.559 | 8.050 | 584 | 8.634 |
| davon: Rückstellungen für Pensionen | 7.176 | 431 | 7.607 | 8.050 | 638 | 8.688 |
| davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 0 | - 48 | - 48 | 0 | - 54 | - 54 |
Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:
VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Betrag am Anfang des Geschäftsjahres | 0 | 0 | 0 | 0 | 24 | 24 |
| Zinsaufwand/-ertrag(-) | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
| Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge | 0 | 24 | 24 | 0 | - 9 | - 9 |
| Kursdifferenzen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Betrag am Ende des Geschäftsjahres | 0 | 24 | 24 | 0 | 15 | 15 |
Das Asset Ceiling zum 30. September 2018 betrifft im Wesentlichen Planvermögen in Großbritannien.
Netto-Pensionsaufwendungen
Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungspläne setzen sich wie folgt zusammen:
NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche | 144 | 50 | 194 | 149 | 46 | 195 |
| Nettozinsaufwand | 132 | 9 | 141 | 118 | 9 | 126 |
| Verwaltungskosten | 0 | 7 | 7 | 0 | 8 | 8 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) | 0 | - 2 | - 2 | 0 | 8 | 8 |
| Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen | - 2 | - 2 | - 4 | 0 | - 1 | - 1 |
| Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne | 273 | 62 | 336 | 267 | 70 | 337 |
Bewertungsannahmen
Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2019 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 0,7 % im Vergleich zu 1,70 % im Vorjahr.
Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:
DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in % | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt | Deutschland | Übrige Länder | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | 1,70 | 2,54 | 1,91 | 0,70 | 1,42 | 0,88 |
| Gehaltsdynamik | 2,50 | 1,37 | 2,28 | 2,50 | 1,72 | 2,37 |
| Rentendynamik | 1,50 | 1,59 | 1,51 | 1,35 | 1,76 | 1,40 |
Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 lagen der Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen die an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde. Der Effekt aus der Anwendung der neuen Richttafeln ist der Tabelle "Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens" in der Zeile "Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen" zu entnehmen. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale; Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2016 Model; Liechtenstein: BVG2015 Gen.
Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:
SENSITIVITÄTSANALYSE
| 30.09.2018 | 30.09.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) | Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland | Übrige Länder | Deutschland | Übrige Länder | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Diskontierungssatz | Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte | - 443 | - 165 | - 544 | - 212 |
| Verringerung um 0,5 Prozentpunkte | 483 | 180 | 596 | 231 | |
| Gehaltsdynamik | Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte | 12 | 15 | 14 | 18 |
| Verringerung um 0,5 Prozentpunkte | - 12 | - 15 | - 14 | - 18 | |
| Rentendynamik | Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte | 152 | 25 | 174 | 34 |
| Verringerung um 0,25 Prozentpunkte | - 149 | - 25 | - 171 | - 34 | |
| Sterbewahrscheinlichkeit | Verringerung um 10,0 Prozentpunkte | 256 | 92 | 297 | 116 |
Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10 % abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.
Planvermögen
Der Großteil des Planvermögens des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.
Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.
Für die wesentlichen Teile des Planvermögens des Konzerns werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).
Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.
Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 84 % (Vorjahr: 84 %) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:
PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS
| 30.09.2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert (Mio €) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlageklassen | Insgesamt | Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Anteil am wesentlichen Planvermögen (in %) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktien | 678 | 658 | 20 | 36 |
| Anleihen | 936 | 930 | 6 | 50 |
| Derivate | 11 | 11 | 0 | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 53 | 53 | 0 | 3 |
| Sonstige | 200 | 152 | 49 | 11 |
| Insgesamt | 1.878 | 1.803 | 75 | 100 |
| 30.09.2019 | ||
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert (Mio €) | ||
| --- | --- | --- |
| Anlageklassen | Insgesamt | Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt |
| --- | --- | --- |
| Aktien | 689 | 674 |
| Anleihen | 1.013 | 1.009 |
| Derivate | 20 | 20 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 116 | 116 |
| Sonstige | 219 | 169 |
| Insgesamt | 2.057 | 1.988 |
| 30.09.2019 | ||
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert (Mio €) | ||
| --- | --- | --- |
| Anlageklassen | Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt | Anteil am wesentlichen Planvermögen (in %) |
| --- | --- | --- |
| Aktien | 15 | 33 |
| Anleihen | 4 | 49 |
| Derivate | 0 | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 6 |
| Sonstige | 50 | 11 |
| Insgesamt | 69 | 100 |
Grundsätzlich führt der Konzern dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 107 Mio € (Vorjahr: 63 Mio €).
Pensionszahlungen
Im Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 393 Mio € (Vorjahr: 399 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 136 Mio € (Vorjahr: 134 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:
KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN
| Mio € | Deutschland | Übrige Länder | Insgesamt |
|---|---|---|---|
| (für die Geschäftsjahre) | |||
| --- | --- | --- | --- |
| 2019 / 2020 | 435 | 136 | 571 |
| 2020 / 2021 | 419 | 131 | 551 |
| 2021 / 2022 | 405 | 133 | 538 |
| 2022 / 2023 | 405 | 133 | 538 |
| 2023 / 2024 | 391 | 133 | 524 |
| 2024 / 2025 - 2028 / 2029 | 1.874 | 678 | 2.552 |
| Insgesamt | 3.929 | 1.344 | 5.273 |
Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 14 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre) und für die übrigen Länder 16 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).
Beitragspläne
Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 173 Mio € (Vorjahr: 160 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 649 Mio € (Vorjahr: 641 Mio €) gezahlt.
"Multi-Employer"-Pläne
Neben dem National Elevator Industry Pension Plan (NEIPP) beteiligen sich auch einige Konzernunternehmen in wenigen weiteren Ländern an gemeinschaftlichen Plänen mehrerer Arbeitgeber (z.B. Niederlande), wobei der NEIPP der mit Abstand bedeutendste Plan dieser Art ist.
Soweit nicht anderweitig kenntlich gemacht, bezieht sich die Einschätzung zur Risikobewertung ("Zone Status") nach Internal Revenue Code Section 432 und dem Multi-Employer Pension Reform Act 2014 auf die Stichtage 30. June 2018 bzw. 30. Juni 2019. Der NEIPP war zu keinem dieser Zeitpunkte in einem kritischen oder gefährdeten Zustand. Der "Zone Status" basiert auf Daten, welche durch den NEIPP bereitgestellt und durch den Aktuar des Plans zertifiziert werden. Aktuell ist der NEIPP mit einem Finanzierungsgrad von mindestens 80 % als "Green Zone" klassifiziert. Aufgrund des ausreichenden Finanzierungsgrades bestand in den letzten Jahren weder ein "Financial Improvement"- noch ein "Rehabilitations"-Plan.
thyssenkrupp zählt zu den vier größten Plansponsoren des NEIPP mit einem jährlichen Beitragsvolumen von jeweils mehr als 5 % des Gesamtbeitrages im NEIPP. Für 2018 / 2019 hat thyssenkrupp einen Beitrag in Höhe von 87 Mio € (Vorjahr: 79 Mio €) in den NEIPP gezahlt. Die erwarteten Beiträge für das Geschäftsjahr 2019 / 2020 betragen 82 Mio €.
Altersteilzeit
Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.
16 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen
RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
| Mio € | Leistungen an Arbeitnehmer | Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen | Sonstige absatz- und beschaffungs- marktbezogene Risiken |
|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2018 1) | 687 | 403 | 276 |
| Währungsunterschiede | 9 | 9 | 1 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 7 | 74 | 5 |
| Zuführungen | 959 | 270 | 601 |
| Aufzinsung | 4 | 0 | 0 |
| Inanspruchnahmen | - 833 | - 167 | - 372 |
| Auflösungen | - 168 | - 151 | - 163 |
| Stand am 30.09.2019 | 664 | 438 | 349 |
| Mio € | Restrukturierungen | Entfernungsverpflichtungen | Sonstige |
|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2018 1) | 202 | 254 | 1.013 |
| Währungsunterschiede | 1 | 0 | 10 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 1 | 0 | - 26 |
| Zuführungen | 133 | 33 | 443 |
| Aufzinsung | 0 | - 16 | 1 |
| Inanspruchnahmen | - 132 | - 5 | - 290 |
| Auflösungen | - 6 | - 2 | - 121 |
| Stand am 30.09.2019 | 200 | 263 | 1.030 |
| Mio € | Insgesamt |
|---|---|
| Stand am 30.09.2018 1) | 2.834 |
| Währungsunterschiede | 30 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 62 |
| Zuführungen | 2.437 |
| Aufzinsung | - 10 |
| Inanspruchnahmen | - 1.798 |
| Auflösungen | - 611 |
| Stand am 30.09.2019 | 2.944 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2019 sind 2.083 Mio € (Vorjahr: 1.915 Mio €) kurzfristig und 861 Mio € (Vorjahr: 919 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 1.099 Mio € (Vorjahr: 1.115 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).
Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.
Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Business Areas wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 133 Mio € entfallen 59 Mio € auf die Business Area Elevator Technology, 23 Mio € auf die Business Area Materials Services, 18 Mio € auf die Business Area Components Technology und 12 Mio € auf die Business Area Industrial Solutions.
Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.
Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen. Rückstellungen für nachfolgende Sachverhalte sind enthalten:
Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen.
Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell, in dem es um verbotene Kartellabsprachen im Zeitraum von 2001-2011 bei der Lieferung von Schienen, Schwellen und Weichen an private Unternehmen ging, zu denen Bauunternehmen sowie Unternehmen, die Privatbahnen unterhalten, und kommunale Verkehrsbetriebe (sogenannter "Privatmarkt") zählen, haben verschiedene Unternehmen, insbesondere kommunale Verkehrsbetriebe als potenziell Geschädigte des Schienenkartells, Schadenersatzforderungen gerichtlich oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. Die Verfahren befinden sich in unterschiedlichen Stadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise oder sonst erledigt worden. thyssenkrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.
In den sonstigen Rückstellungen ist die zum Ende des letzten Geschäftsjahres gebildete Rückstellung im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG enthalten. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt geht thyssenkrupp davon aus, das Verfahren in Sachen Grobblech zeitnah endgültig einvernehmlich abschließen zu können. Damit verbunden war eine Erhöhung der Rückstellung um etwas mehr als 100 Mio € zum 31. März 2019.
17 Finanzschulden
FINANZSCHULDEN
| Buchwerte Mio € |
30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Anleihen | 4.678 | 5.922 |
| Schuldscheindarlehen | 139 | 238 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 134 | 118 |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 15 | 34 |
| Sonstige Darlehen | 225 | 217 |
| Langfristige Finanzschulden | 5.191 | 6.529 |
| Schuldscheindarlehen | 113 | 9 |
| Commercial Paper | 704 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 58 | 155 |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 6 | 3 |
| Sonstige Darlehen | 8 | 15 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 185 | 886 |
| Finanzschulden | 5.377 | 7.415 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.
Finanzschulden in Höhe von 146 Mio € (Vorjahr: 167 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.
Per 30. September 2019 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 29 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.
ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN
| Buchwert in Mio € 30.09.2018 | Buchwert in Mio € 30.09.2019 | Nominalwert in Mio € 30.09.2019 | Zinssatz in % |
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2019 | Fälligkeit | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2014 / 2019 | 1.247 | - | - | 3,1250 | - | 25.07.2019 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (750 Mio €) 2015 / 2020 | 747 | 748 | 750 | 1,7500 | 757 | 25.11.2020 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015 / 2025 | 594 | 595 | 600 | 2,5000 | 621 | 25.02.2025 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (850 Mio €) 2016 / 2021 | 847 | 848 | 850 | 2,7500 | 869 | 08.03.2021 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2017 / 2022 | 1.243 | 1.245 | 1.250 | 1,3750 | 1.245 | 03.03.2022 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (1.500 Mio €) 2019 / 2024 | - | 1.492 | 1.500 | 2,8750 | 1.543 | 22.02.2024 |
| Anleihe thyssenkrupp AG (1.000 Mio €) 2019 / 2023 | - | 994 | 1.000 | 1,8750 | 998 | 06.03.2023 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2014 / 2019 | 8 | - | - | - | - | 30.06.2019 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2014 / 2019 | 4 | 4 | 4 | 2,5000 | 4 | 30.12.2019 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2015 / 2018 | 100 | - | - | - | - | 14.12.2018 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (150 Mio €) 2016 / 2021 | 140 | 135 | 135 | 1,7500 | 138 | 11.03.2021 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2019 / 2021 | - | 100 | 100 | 1,1500 | 101 | 14.12.2021 |
| Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2019 / 2022 | - | 8 | 8 | 1,5000 | 8 | 30.06.2022 |
| Insgesamt | 4.930 | 6.169 | 6.197 | 6.284 |
Die thyssenkrupp AG hat im Rahmen ihres 10 Mrd € Debt Issuance-Programmes im Februar 2019 eine Anleihe über 1.500 Mio € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon von 2,875 % begeben sowie im September 2019 eine Anleihe über 1.000 Mio € mit einer Laufzeit von 3,5 Jahren und einem Kupon von 1,875 %.
Die ursprünglich am 25. Oktober 2019 fällige Anleihe über 1.250 Mio € wurde am 25. Juli 2019 vorzeitig zurückgezahlt. Die thyssenkrupp AG machte dafür von Ihrem Recht auf vorzeitige Rückzahlung gemäß den Emissionsbedingungen Gebrauch.
Aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) stehen thyssenkrupp variabel verzinsliche Mittel in Höhe von 2,0 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität hat eine Laufzeit bis zum 14. März 2021.
Zusätzlich zur syndizierten Kreditfazilität hat die thyssenkrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,6 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder US-Dollar revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen).
Unter Berücksichtigung von Inanspruchnahmen verfügt der Konzern zum 30. September 2019 insgesamt über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 3,6 Mrd €.
Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von ursprünglich 1,5 Mrd €, das im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 3,0 Mrd € erhöht wurde. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2019 mit 0,7 Mrd € in Anspruch genommen.
Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:
FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN
| Mio € (für die Geschäftsjahre) | Gesamte Finanzschulden | Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
|---|---|---|
| 2019 / 2020 | 886 | 155 |
| 2020 / 2021 | 1.770 | 30 |
| 2021 / 2022 | 1.480 | 16 |
| 2022 / 2023 | 1.022 | 18 |
| 2023 / 2024 | 1.511 | 13 |
| nach 2023 / 2024 | 746 | 41 |
| Insgesamt | 7.415 | 273 |
18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 307 Mio € (Vorjahr: 256 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
19 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
| 30.09.20181) | 30.09.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 698 | 157 | 1.007 | 136 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 67 | - | 161 | - |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 20 | - | 40 | - |
| Insgesamt | 784 | 157 | 1.209 | 136 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 139 Mio € (Vorjahr: 162 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
20 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
| 30.09.20181) | 30.09.2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | kurzfristig | langfristig | kurzfristig | langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten | 691 | - | 723 | - |
| Verbindlichkeiten aus Put-Optionen | 18 | 0 | 17 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft | 940 | - | 932 | - |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 108 | - | 86 | - |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 29 | - | 39 | - |
| Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) | 300 | - | 273 | - |
| Übrige | 317 | 4 | 302 | 6 |
| Insgesamt | 2.403 | 4 | 2.373 | 6 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 7 Mio € (Vorjahr: 129 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
21 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Eventualverbindlichkeiten
Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
| Maximales Haftungsvolumen | Rückstellung | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anzahlungsgarantien | 20 | 20 | 1 | 1 |
| Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien | 1 | 1 | 0 | 0 |
| Restwertgarantien | 61 | 0 | 15 | 0 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 3 | 1 | 0 | 0 |
| Insgesamt | 85 | 22 | 16 | 1 |
Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).
Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.
Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.
thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.
thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:
Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung der Business Area Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € sowie Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung die Forderungen nur in Höhe eines geringen Teils konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.
Das Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts gegen thyssenkrupp Steel Europe AG in Sachen Qualitätsflachstahl ist zwischenzeitlich eingestellt worden.
Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken
Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren im Saldo Aufwendungen von 311 Mio € (Vorjahr: 307 Mio €), die sich folgendermaßen zusammensetzen:
AUFWENDUNGEN AUS OPERATING-LEASE-VERTRÄGEN
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Mindestmietzahlungen | 301 | 306 |
| Variable Mietzahlungen | 6 | 6 |
| abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) | - 1 | - 1 |
| Insgesamt | 307 | 311 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine ursprüngliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:
KÜNFTIGE MINDESTMIETZAHLUNGEN
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 287 | 262 |
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 471 | 596 |
| Länger als fünf Jahre | 385 | 468 |
| Insgesamt | 1.142 | 1.326 |
Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2019 auf 709 Mio € (Vorjahr: 601 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen in der Business Areas Components Technology und Steel Europe.
Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.945 Mio € (Vorjahr: 1.538 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Daneben bestehen in der Business Area Steel Europe langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 1.322 Mio € (Vorjahr: 1.253 Mio €).
Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.
22 Finanzinstrumente
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte, Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 (Vorjahr gemäß IAS 39) und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease, die Vertragsvermögenswerte sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 (Vorjahr: IAS 39) angehören.
FINANZINSTRUMENTE 30.09.2018 1)
| Mio € | Buchwert lt. Bilanz 30.09.2018 |
| --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.162 |
| Kredite und Forderungen | |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 |
| Forderungen aus Finance Lease | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 754 |
| Kredite und Forderungen | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 |
| Kredite und Forderungen | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 10.653 |
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |
| Kredite und Forderungen | 8.695 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 32 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 |
| Finanzschulden (ohne Finance Lease) | 5.355 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 21 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 941 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 12.851 |
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 12.743 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 67 |
| Bewertung nach IAS 39 | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.162 | ||
| Kredite und Forderungen | 5.162 | ||
| Vertragsvermögenswerte | |||
| Forderungen aus Finance Lease | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 540 | 66 | 148 |
| Kredite und Forderungen | 527 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 13 | 19 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 129 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | ||
| Kredite und Forderungen | 3.006 | ||
| Summe finanzielle Vermögenswerte | |||
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Kredite und Forderungen | 8.695 | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 13 | 19 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | ||
| Finanzschulden (ohne Finance Lease) | 5.355 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 5.355 | ||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 6.533 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 855 | 67 | 20 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 855 | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 67 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 20 | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | |||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 12.743 | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 67 |
| Bewertung nach IAS 17 / IFRS 15 | ||
|---|---|---|
| Mio € | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert 30.09.2018 |
| --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.162 | |
| Kredite und Forderungen | 5.162 | |
| Vertragsvermögenswerte | 1.731 | 1.731 |
| Forderungen aus Finance Lease | 1 | 1 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 754 | |
| Kredite und Forderungen | 527 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 32 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 130 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.006 | |
| Kredite und Forderungen | 3.006 | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | ||
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | ||
| Kredite und Forderungen | 8.695 | |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 32 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | |
| Finanzschulden (ohne Finance Lease) | 5.543 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 5.543 | |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 21 | 21 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 6.533 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 941 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 855 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 67 | |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| davon nach Bewertungskategorien des IAS 39: | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 12.930 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 67 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
FINANZINSTRUMENTE 30.09.2019
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | Buchwert lt. Bilanz 30.09.2019 | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 5.488 | 4.301 | |
| Vertragsvermögenswerte | 1.443 | 1.443 | |
| Forderungen aus Finance Lease | 1 | ||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 847 | 562 | 13 |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | 562 | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | ||
| Fremdkapitalinstrumente | |||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 126 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 7 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.706 | 3.706 | |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 11.485 | ||
| Finanzschulden (ohne Finance Lease) | 7.378 | 7.378 | |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 37 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.355 | 6.355 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.344 | 1.143 | 181 |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.143 | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 161 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | ||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 15.115 |
| Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Bewertung nach IAS 17 / IFRS 15 | ||
|---|---|---|---|
| Mio € | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) | 1.187 | 5.551 | |
| Vertragsvermögenswerte | 1.443 | ||
| Forderungen aus Finance Lease | 1 | 1 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 847 | |
| Sonstige übrige finanzielle Vermögenswerte | |||
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | ||
| Fremdkapitalinstrumente | 20 | 20 | |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 126 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 120 | 126 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.706 | ||
| Summe finanzielle Vermögenswerte | |||
| Finanzschulden (ohne Finance Lease) | 7.497 | ||
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 37 | 37 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.355 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 20 | 1.344 | |
| Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.143 | ||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 161 | ||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | 40 | |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten |
Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.
Eigenkapitalinstrumente und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen, beeinflusst.
Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.
Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:
BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2018 1)
| Mio € | 30.09.2018 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 66 | 0 | 66 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 19 | 16 | 3 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 129 | 0 | 129 | 0 |
| Insgesamt | 214 | 16 | 198 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) | 67 | 0 | 67 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | 0 | 20 | 0 |
| Insgesamt | 87 | 0 | 87 | 0 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2019
| Mio € | 30.09.2019 | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 126 | 0 | 126 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 7 | 0 | 7 | 0 |
| Eigenkapitalinstrumente | 13 | 9 | 4 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.187 | 1.187 | ||
| Fremdkapitalinstrumente | 20 | 17 | 3 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 120 | 0 | 120 | 0 |
| Insgesamt | 1.472 | 26 | 259 | 1.187 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert | ||||
| Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 161 | 0 | 161 | 0 |
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | 0 | 20 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | ||||
| Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) | 20 | 0 | 20 | 0 |
| Insgesamt | 202 | 0 | 202 | 0 |
Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.
Im Berichtsjahr gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2. Für die in Level 3 eingestuften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der beizulegende Zeitwert dem bilanzierten Buchwert abzüglich der im sonstigen Ergebnis erfassten Wertberichtigungen.
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 14.876 Mio € (Vorjahr: 12.743 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 14.995 Mio € (Vorjahr: 12.930 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Im thyssenkrupp Konzern bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.
Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 117 Mio € (Vorjahr: 47 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 13 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €).
Die folgenden Tabellen stellen das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 (Vorjahr: Nettogewinne oder -verluste gemäß IAS 39) dar:
NETTOGEWINNE ODER -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN
| Mio € | 2017 / 20181) |
|---|---|
| Kredite und Forderungen | 56 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 28 |
| Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten) | 1 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 306 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
NETTOERGEBNIS AUS FINANZINSTRUMENTEN
| Mio € | 2018 / 2019 |
|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 86 |
| Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling) | - 14 |
| Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam | - 36 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | - 303 |
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.
In der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (mit Recycling)" sind im Wesentlichen Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ergebnisse aus dem Verkauf von Forderungen sowie laufende Erträge aus Fremdkapitalinstrumenten enthalten.
Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IFRS 9 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam" enthalten. Zudem werden die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Eigenkapitalinstrumenten in dieser Bewertungskategorie ausgewiesen.
Die Kategorie "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.
Im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr: Nettogewinnen und -verlusten) sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von - 13 Mio € (Vorjahr: - 6 Mio €) enthalten.
Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten
Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte einschließlich Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Finance Lease wird eine Wertminderung für erwartete Verluste erfasst.
Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Einzelwertberichtigungen | Summe Wertberichtigungen | Buchwert lt. Bilanz |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2018 | 7.242 | 0 | - 349 | - 349 | 6.892 |
| Effekte aus IFRS 9 | - 1.218 | - 51 | 64 | 13 | - 1.205 |
| Stand am 1.10.2018 | 6.023 | - 51 | - 285 | - 336 | 5.688 |
| Währungsunterschiede | 141 | - 2 | - 6 | - 8 | 132 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 5 | 0 | - 9 | - 9 | - 3 |
| Zuführungen | - 33 | - 65 | - 98 | - 98 | |
| Inanspruchnahmen | 2 | 56 | 57 | 57 | |
| Auflösungen | 20 | 31 | 51 | 51 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 9 | - 8 | 1 | 1 | |
| Sonstige Veränderungen | - 83 | 0 | 0 | 0 | - 83 |
| Stand am 30.09.2019 | 6.086 | - 55 | - 286 | - 341 | 5.744 |
Die Bruttobuchwerte sowie die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bewertet zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral entwickelten sich wie folgt:
WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN BEWERTET ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSNEUTRAL
| Mio € | Buchwert lt. Bilanz | Erwartete Wertminderungen | Einzelwertberichtigungen | Summe Wertberichtigungen |
|---|---|---|---|---|
| Stand am 30.09.2018 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Effekte aus IFRS 9 | 1.281 | - 7 | - 65 | - 72 |
| Stand am 1.10.2018 | 1.281 | - 7 | - 65 | - 72 |
| Währungsunterschiede | 9 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuführungen | - 3 | - 3 | - 6 | |
| Inanspruchnahmen | 0 | 6 | 6 | |
| Auflösungen | 6 | 3 | 9 | |
| Transfer zwischen Wertberichtigungsstufen | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | - 104 | 0 | 0 | |
| Stand am 30.09.2019 | 1.187 | - 4 | - 59 | - 63 |
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie bei den Forderungen aus Finance Lease ergaben sich für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 keine signifikanten Veränderungen der Wertberichtigungen.
Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich zwei Modelle entwickelt:
In dem im Konzern führenden Bewertungsmodell leiten sich die erwarteten Ausfallraten im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent ab, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich im thyssenkrupp Konzern verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Business Area zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags.
Für die Business Area Elevator erfolgt aufgrund der vom Restkonzern abweichenden Kundenstruktur die Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis von historischen Ausfallraten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen. Dabei wird dem jeweiligen Geschäftsmodell, den Kundengruppen und dem ökonomischen Umfeld der Region Rechnung getragen. Ein tatsächlicher Ausfall wird grundsätzlich nach 360 Tagen angenommen.
Die Bruttobuchwerte, Wertberichtigungen und durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten pro Business Area sind nachfolgend dargestellt.
STAND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN SOWIE VERTRAGSVERMÖGENSWERTE NACH BUSINESS AREAS
| Mio € | Bruttobuchwert | Erwartete Wertminderungen | Einzelwertberichtigungen | Summe Wertberichtigungen | Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit (in %) |
|---|---|---|---|---|---|
| Components Technology | 1.175 | - 6 | - 25 | - 31 | 0,53 |
| Elevator Technology | 2.071 | - 31 | - 148 | - 180 | 1,40 |
| Industrial Solutions | 1.360 | - 14 | - 49 | - 63 | 2,62 |
| Marine Systems | 1.020 | - 2 | - 12 | - 14 | 0,77 |
| Materials Services | 868 | - 4 | - 102 | - 106 | 0,90 |
| Steel Europe | 773 | - 2 | - 9 | - 11 | 0,71 |
| Corporate | 8 | 0 | 0 | 0 | 0,79 |
Das Maximale Kreditrisikoexposure der finanziellen Vermögenswerte, die den Wertminderungsmodellen unterliegen, entspricht den Bruttobuchwerten abzüglich der bilanzierten Wertberichtigungen. Die Bruttobuchwerte waren durch Akkreditive, Warenkreditversicherungen, Bürgschaften und Garantien in Höhe von 1.559 Mio € besichert.
Derivative Finanzinstrumente
Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken. Teilweise werden die Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
| Mio € | Nominalwert 30.09.20182) | Beizulegender Zeitwert 30.09.20182) | Nominalwert 30.09.2019 | Beizulegender Zeitwert 30.09.2019 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 1.827 | 27 | 1.358 | 32 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 333 | 8 | 250 | 10 |
| Eingebettete Derivate | 136 | 2 | 85 | 3 |
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 28 | 3 | 8 | 0 |
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 686 | 34 | 1.418 | 91 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 146 | 122 | 175 | 109 |
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 101 | 0 | 143 | 7 |
| Insgesamt | 3.259 | 195 | 3.437 | 253 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 1.318 | 25 | 1.504 | 40 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 553 | 16 | 282 | 11 |
| Eingebettete Derivate | 107 | 2 | 50 | 1 |
| Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 0 | 0 | 14 | 1 |
| Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) | 8 | 0 | 5 | 0 |
| Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 771 | 40 | 1.228 | 120 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 66 | 3 | 67 | 9 |
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 25 | 0 | 219 | 20 |
| Insgesamt | 2.848 | 87 | 3.369 | 202 |
1) Inklusive Zins- / Währungsderivate
2) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
Fair-Value-Hedges
Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Die Ergebnisse aus diesen Sicherungsinstrumenten und den gesicherten Grundgeschäften werden i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position abgebildet
Cashflow-Hedges
Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Auch bei Cash-flow-Hedges wird der Ergebniseffekt der Sicherungsinstrumente i.d.R. in der gleichen Gewinn- und Verlust Position wie das gesicherte Grundgeschäft abgebildet.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung, der designierte Teil der Sicherungsinstrumente sowie die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte nach abgesicherten Risikoarten und Art der Absicherung dargestellt. Die derivativen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten sind Bestandteil der sonstigen finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.
ANGABEN ZU SICHERUNGSINSTRUMENTEN IM ZUSAMMENHANG MIT CASHFLOW-HEDGES UND FAIR-VALUE-HEDGES
| Buchwert lt. Bilanz 30.09.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Derivative Vermögenswerte | Derivative Verbindlichkeiten | Designierter Teil der Sicherungsinstrumente | Marktwertveränderung Grundgeschäft |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Absicherung des Währungsrisikos | 10 | 11 | - 5 | 5 |
| Währungsderivate im Cashflow-Hedge | 10 | 11 | - 5 | 5 |
| Absicherung des Zinsrisikos 1) | 0 | 0 | - 1 | 1 |
| Zinsderivate im Cashflow-Hedge 1) | 0 | 0 | - 1 | 1 |
| Zinsderivate im Fair-Value-Hedge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Absicherung des Warenrisikos | 116 | 29 | 56 | - 56 |
| Warenderivate im Cashflow-Hedge | 109 | 9 | 69 | - 69 |
| Warenderivate im Fair-Value-Hedge | 7 | 20 | - 13 | 13 |
1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 69 Monate.
Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften - 3 Mio € (Vorjahr: - 2 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert. Zusätzlich wurden 10 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) anschaffungskostenmindernd aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 11 Mio €. Darüber hinaus werden 1 Mio € in 2019 / 2020 ergebniswirksam.
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses aus Cashflow-Hedges nach Risikoarten dar:
ENTWICKLUNG DES SONSTIGEN ERGEBNISSES AUS CASHFLOW-HEDGES NACH RISIKOARTEN
| Mio € | Gesamt | Währungsrisiko | Zinsrisiko1) | Warenpreisrisiko |
|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.10.2018 | 62 | |||
| Unrealisierte Veränderung aus designierter Risikokomponente | 2 | 3 | 0 | - 1 |
| Unrealisierte Veränderung aus Kosten der Absicherung | - 1 | - 1 | - | - |
| Realisierte Gewinne / Verluste | - 7 | - 4 | 0 | - 3 |
| Steuereffekt | 5 | |||
| Stand am 30.09.2019 | 60 |
1) Inklusive Zins-/Währungsderivate
Zum 30. September 2019 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: - 6 Mio €).
Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 96 Mio €. Im Geschäftsjahr 2020 / 2021 werden Erträge in Höhe von 0 Mio € und im Geschäftsjahr 2021 / 2022 Erträge in Höhe von 0 Mio € erwartet.
Die Absicherungskurse und Restlaufzeiten für die wesentlichen zum Jahresende bestehenden Derivate, die in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen, sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
ABSICHERUNGSKURSE UND RESTLAUFZEITEN DER DERIVATE IN EINER BILANZIELLEN SICHERUNGSBEZIEHUNG
| Mio € | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 2 Jahre | Restlaufzeit über 2 Jahre | Nominalwert 30.09.2019 | Durchschnittlicher Sicherungskurs |
|---|---|---|---|---|---|
| Absicherung des Währungsrisikos | 491 | 35 | 6 | 532 | |
| davon: | |||||
| Devisentermingeschäfte USD | 402 | 34 | 6 | 442 | 1,17 USD/€ |
| Devisentermingeschäfte PLN | 14 | 0 | 0 | 14 | 4,33 PLN/€ |
| Devisentermingeschäfte AED | 6 | 0 | 0 | 6 | 4,32 AED/€ |
| Absicherung des Warenpreisrisikos | 604 | 0 | 0 | 604 | |
| davon: | |||||
| CO2-Termingeschäfte | 150 | 0 | 0 | 150 | 14,5 €/to |
| Nickel-Termingeschäfte | 19 | 0 | 0 | 19 | 14.778 €/to |
| Zinn-Termingeschäfte | 73 | 0 | 0 | 73 | 16.984 €/to |
| Eisenerz-Termingeschäfte | 362 | 0 | 0 | 362 | 80 €/to |
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IAS 39 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im thyssenkrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.
Finanzwirtschaftliche Risiken
thyssenkrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Finanzielle Risiken und Kreditrisiken sind im Rahmen des Risikomanagements weitestgehend zu vermeiden, durch ein Risikoportfolio zu kompensieren, an Dritte weiterzugeben oder zu begrenzen (Prinzip der Risikoaversion). Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.
Kreditrisiko
Als Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wird das Risiko bezeichnet, dass aufgrund von Nicht- oder Teilerfüllung bestehender Forderungen thyssenkrupp finanzielle Verluste entstehen. Das Kreditrisikomanagement ist in einer zentralen Richtlinie vorgegeben. Business Areas und Konzerngesellschaften sind verpflichtet, ein Kreditrisikomanagement gemäß Vorgaben dieser Richtlinie zu implementieren.
Um Ausfallrisiken (Kreditrisiken) aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten zu minimieren, werden solche Transaktionen nur mit Kontrahenten abgeschlossen, die unsere internen Mindestanforderungen erfüllen. Das Kreditrisikomanagement definiert Mindestvorgaben für die Auswahl von Kontrahenten, so dass Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit Kontrahenten abgeschlossen werden, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Die Überwachung der Bonität erfolgt anhand von Beurteilungen durch anerkannte Ratingagenturen sowie zusätzlich unter Berücksichtigung kurzfristiger Frühwarnindikatoren. Eine fortlaufende und standardisierte Überwachung der Ratings und Frühwarnindikatoren ermöglicht uns, frühzeitig risikominimierend zu agieren. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich auf Basis von Standardverträgen abgeschlossen, bei denen eine Aufrechnung (Netting) offener Transaktionen mit den jeweiligen Geschäftspartnern möglich ist.
Grundsätzlich werden Ausfallrisiken mit geeigneten Instrumenten abgesichert. Hierzu zählen insbesondere private und staatliche Kreditversicherungen sowie Akkreditive und Garantien von Banken, Versicherungen und Führungsgesellschaften. Bei Langfristaufträgen erfolgt eine zusätzliche Absicherung durch erhaltene Anzahlungen. Um Ausfallrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit weiter zu minimieren, sieht die zentrale Richtlinie die Bewertung des Ausfallrisikos basierend auf dem Risikoprofil des Geschäftspartners anhand geeigneter interner und soweit vorliegend externer Informationen, wie z.B. Ratings und Wirtschaftsauskünften, vor. Unter Verwendung dieser Bonitätseinstufung erfolgt eine Kreditlimitvergabe pro Geschäftspartner. Die Bewertung des Risikoprofils unterliegt einer angemessenen, fortlaufenden Überwachung, welche thyssenkrupp in die Lage versetzt, frühzeitig risikominimierend zu handeln. Die jeweiligen Business Areas legen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten ihrer Kundenstrukturen und Geschäftsmodelle eindeutige Prozessregeln fest, welche Maßnahmen bei sich verschlechternder Bonität oder Zahlungsstörung ergriffen werden, um das maximale Ausfallrisiko weitgehend zu mindern.
Geschäfte, deren Wert vorgegebene Wesentlichkeitsgrenzen überschreitet, insbesondere im Bereich der Großprojekte, bedürfen zudem der vorherigen Zustimmung auf Ebene der thyssenkrupp AG. Hierbei werden unter anderem die Höhe und Absicherung der Ausfallrisiken bewertet.
Fälligkeitsanalyse
Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.
Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:
KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2018 1)
| Mio € | Buchwerte 30.09.2018 | Cashflows 2018 / 2019 | Cashflows 2019 / 2020 | Cashflows 2020 / 2021 bis 2022 / 2023 | Cashflows nach 2022 / 2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 4.678 | 108 | 1.358 | 2.966 | 630 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 192 | 69 | 23 | 70 | 49 |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 21 | 7 | 6 | 6 | 12 |
| Übrige Finanzschulden | 485 | 137 | 36 | 273 | 105 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.533 | 6.276 | 220 | 29 | 7 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 67 | 65 | 2 | 0 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 20 | 19 | 0 | 0 | 0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 855 | 850 | 7 | 1 | 0 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2019
| Mio € | Buchwerte 30.09.2019 | Cashflows 2019 / 2020 | Cashflows 2020 / 2021 | Cashflows 2021 / 2022 bis 2023 / 2024 | Cashflows nach 2023 / 2024 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 5.922 | 122 | 1.731 | 3.980 | 615 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 273 | 162 | 32 | 53 | 36 |
| Verbindlichkeiten aus Finance Lease | 37 | 5 | 5 | 13 | 28 |
| Übrige Finanzschulden | 1.183 | 738 | 150 | 243 | 99 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6.355 | 6.048 | 285 | 22 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 161 | 159 | 3 | 1 | 0 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung | 40 | 38 | 2 | 1 | 0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.143 | 1.144 | 4 | 0 | 0 |
Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.
Sensitivitätsanalysen
Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.
Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.
Währungsrisiko
Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu sechs Jahre betragen.
Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2019 folgendes Bild:
Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2019 um 10 % stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 6 Mio € niedriger (Vorjahr: 9 Mio € höher) und der ergebniswirksame Effekt aus der Stichtagsbewertung um 80 Mio € (Vorjahr: 9) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2019 um 10 % schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 8 Mio € höher (Vorjahr: 10 Mio € niedriger) und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 98 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) niedriger gewesen.
Zinsrisiko
Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrundeliegenden Grundgeschäfte zu minimieren.
Per 30. September 2019 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zum aktuellen Stichtag sind wie zum Vorjahresstichtag nahezu alle Zinsderivate in Form eines Cashflow-Hedges bilanziert.
Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten abgeschlossen.
Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.
Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2019 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 /- 20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten ist auf - 20 Basispunkte begrenzt, um dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit teilweise negativen Zinsen Rechnung zu tragen. Negative Zinsen werden dabei in der Analyse berücksichtigt. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):
ZINSANALYSE
| Veränderung aller Zinskurven zum | ||||
|---|---|---|---|---|
| 30.09.2018 um | 30.09.2019 um | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio € | + 100 Basispunkte | - 20 Basispunkte | + 100 Basispunkte | - 20 Basispunkte |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Cashflow-Risiko | 30 | - 6 | 30 | - 6 |
| Opportunitätseffekte | 150 | - 31 | 209 | - 43 |
| Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten | 0 | 0 | 0 | 0 |
Wenn alle Zinskurven am 30. September 2019 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 30 Mio € (Vorjahr: 30 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2019 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate nahezu unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 6 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) niedriger gewesen.
Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko)
Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Erze, Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium und Zinn, ein.
Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt der Konzern u.a. langfristige Festpreisverträge ein.
In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.
Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2019 eine Preisvarianz der NE-Metalle um + 20 %/- 20 %. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung - 65 Mio € (Vorjahr: - 26 Mio €) und auf das Eigenkapital - 35 Mio € (Vorjahr: - 1 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20 % angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 4 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €) und auf das Eigenkapital - 3 Mio € (Vorjahr: - 4 Mio €).
23 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (related parties)
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03 % an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von Oktober 2019 beläuft sich die Beteiligung zum 30. September 2019 auf rund 21 %. Über die in der Satzung (§ 21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.
In den Geschäftsjahren 2017 / 2018 und 2018 / 2019 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN
| Umsatz | Bezogene Leistungen | Forderungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| Assoziierte Unternehmen | 49 | 38 | 3 | 3 | 3 | 5 |
| Joint Ventures | 28 | 17 | 2 | 1 | 8 | 9 |
| Verbindlichkeiten | ||
|---|---|---|
| Mio € | 30.09.2018 | 30.09.2019 |
| --- | --- | --- |
| Nicht konsolidierte Tochterunternehmen | 0 | 0 |
| Assoziierte Unternehmen | 6 | 11 |
| Joint Ventures | 0 | 1 |
Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
VORSTANDSVERGÜTUNG
| Tausend € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) | 5.363 | 3.396 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 1.210 | 1.809 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 4.555 | 8.916 |
| Aktienbasierte Vergütungen | 4.682 | 3.286 |
| Insgesamt | 15.810 | 17.407 |
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.
Zum 30. September 2019 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.
Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:
AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG
| Tausend € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) | 1.675 | 1.784 |
Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 Vergütungen von 46 Tsd € (Vorjahr: 61 Tsd €) gewährt.
Zum 30. September 2019 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.
Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. den im Corporate-Governance-Bericht dargestellten Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist.
Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 15,8 Mio € (Vorjahr: 19,0 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 315,9 Mio € (Vorjahr: 279,8 Mio €) zurückgestellt.
24 Segmentberichterstattung
thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar. Im Rahmen der Neuausrichtung der Business Area Industrial Solutions wurde der Marinebereich herausgelöst und seit dem 1. Oktober 2018 als Business Unit Marine Systems separat geführt. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.
Components Technology
Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.
Elevator Technology
Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.
Industrial Solutions
Industrial Solutions ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau.
Marine Systems
Die Business Unit ist im Marineschiffbau tätig.
Materials Services
Die Business Area betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.
Steel Europe
In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.
Corporate
Corporate umfasst die Konzernzentrale einschließlich der Verwaltungen für die Regionen. Darüber hinaus gehören zu Corporate die Service Units, die im Wesentlichen Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT und im Personalwesen erbringen, sowie die Special Units u.a. für das Management der konzernweiten Immobilien.
Konsolidierung
Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.
Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.
Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M & A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen / Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.
Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.
SEGMENTINFORMATIONEN 2017 / 2018 1)
| Mio € | Components Technology | Elevator Technology | Industrial Solutions | Marine Systems | Materials Services | Steel Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 | ||||||
| Außenumsätze | 6.605 | 7.549 | 3.616 | 1.389 | 14.427 | 7.899 |
| Konzerninterne Umsätze | 5 | 3 | 17 | 0 | 278 | 1.570 |
| Umsatzerlöse gesamt | 6.610 | 7.552 | 3.633 | 1.389 | 14.705 | 9.470 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 2 | 0 | 0 | - 3 | 16 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 2 | 1 | 5 | 39 | 84 |
| EBIT | 121 | 775 | - 126 | - 117 | 270 | 470 |
| Bereinigtes EBIT | 197 | 865 | - 127 | - 128 | 317 | 687 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 3.893 | 1.152 | 67 | 675 | 3.621 | 5.544 |
| Abschreibungen | 332 | 88 | 43 | 46 | 107 | 423 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 13 | 0 | 5 | 0 | 0 | 1 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 279 | - 494 | 1 | - 127 | - 40 | - 296 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 523 | 105 | 63 | 59 | 113 | 442 |
| Mio € | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 | |||
| Außenumsätze | 51 | 0 | 41.534 |
| Konzerninterne Umsätze | 278 | - 2.154 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 329 | - 2.154 | 41.534 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 0 | 15 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 0 | 132 |
| EBIT | - 466 | 10 | 937 |
| Bereinigtes EBIT | - 377 | 10 | 1.444 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 831 | - 44 | 15.739 |
| Abschreibungen | 60 | - 5 | 1.093 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 4 | 0 | 23 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 131 | 0 | - 1.367 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 66 | 4 | 1.375 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03 sowie die neue Business Unit Marine Systems).
SEGMENTINFORMATIONEN 2018 / 2019
| Mio € | Components Technology | Elevator Technology | Industrial Solutions | Marine Systems | Materials Services | Steel Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | ||||||
| Außenumsätze | 6.864 | 7.959 | 3.981 | 1.800 | 13.607 | 7.768 |
| Konzerninterne Umsätze | 7 | 1 | 21 | 1 | 273 | 1.297 |
| Umsatzerlöse gesamt | 6.871 | 7.960 | 4.002 | 1.800 | 13.880 | 9.065 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 3 | 0 | 0 | - 2 | 8 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 3 | 0 | 4 | 37 | 84 |
| EBIT | 105 | 791 | - 194 | 0 | 66 | - 123 |
| Bereinigtes EBIT | 233 | 907 | - 170 | 1 | 107 | 31 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 4.144 | 1.292 | 101 | 927 | 3.866 | 5.447 |
| Abschreibungen | 360 | 88 | 45 | 52 | 113 | 443 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 91 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 144 | - 951 | - 204 | - 71 | - 48 | - 286 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 479 | 173 | 55 | 59 | 135 | 477 |
| Mio € | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |||
| Außenumsätze | 19 | 0 | 41.996 |
| Konzerninterne Umsätze | 288 | - 1.889 | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 308 | - 1.889 | 41.996 |
| Ergebnis aus der Equity-Bewertung | 0 | 0 | 9 |
| Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind | 0 | 0 | 128 |
| EBIT | - 369 | - 4 | 272 |
| Bereinigtes EBIT | - 306 | - 1 | 802 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 998 | - 26 | 16.749 |
| Abschreibungen | 59 | - 4 | 1.156 |
| Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 3 | 0 | 97 |
| Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 0 |
| Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen | - 112 | 0 | - 1.816 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 42 | - 28 | 1.391 |
Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:
ÜBERLEITUNG EBIT ZU EBT
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung | 1.444 | 802 |
| Sondereffekte 2) | - 507 | - 530 |
| EBIT gemäß Segmentberichterstattung | 937 | 272 |
| + Finanzierungserträge | 745 | 697 |
| - Finanzierungsaufwendungen | - 1.101 | - 1.054 |
| - Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | - 27 | - 6 |
| + Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden | 6 | 9 |
| EBT (Ergebnis vor Steuern) gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 561 | - 83 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Vgl. die Erläuterung der Sondereffekte im Kapitel "Wirtschaftsbericht", Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".
Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Konzernbilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:
ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED
| Mio € | 30.09.20181) | 30.09.2019 |
|---|---|---|
| Summe Vermögenswerte (Aktiva) | 34.426 | 36.475 |
| Aktive latente Steuern | - 1.288 | - 1.733 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | - 269 | - 293 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 3.006 | - 3.706 |
| Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile | - 262 | - 330 |
| Passivische Abzugsposten im Capital Employed: | ||
| Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | - 345 | - 307 |
| Sonstige Rückstellungen, langfristig | - 575 | - 554 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig | - 4 | - 6 |
| Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer | - 342 | - 357 |
| Sonstige Rückstellungen, kurzfristig | - 1.573 | - 1.726 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 6.533 | - 6.355 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig | - 784 | - 1.209 |
| Vertragsverbindlichkeiten | - 5.011 | - 4.561 |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig | - 2.403 | - 2.373 |
| Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile | 472 | 527 |
| Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten | 0 | 0 |
| Stichtags-Capital Employed | 12.503 | 13.493 |
| Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed | 1.066 | 919 |
| Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) | 13.569 | 14.412 |
| Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag | 2.170 | 2.337 |
| Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung | 15.739 | 16.749 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.
Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.
AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN
| Mio € | Deutschland | USA | China | Übrige Länder | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsätze (Sitz des Kunden) | |||||
| 2017 / 2018 1) | 12.119 | 6.535 | 3.050 | 19.830 | 41.534 |
| 2018 / 2019 | 11.775 | 7.071 | 3.035 | 20.115 | 41.996 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN
| Mio € | Deutschland | USA | China | Übrige Länder | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte) | |||||
| 30.09.2018 1) | 7.013 | 1.382 | 910 | 3.515 | 12.820 |
| 30.09.2019 | 7.272 | 1.578 | 909 | 3.654 | 13.413 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
25 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:
UMSATZERLÖSE
| Mio € | Components Technology | Elevator Technology | Industrial Solutions | Marine Systems | Materials Services | Steel Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | ||||||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 5.455 | 196 | 186 | 37 | 3.287 | 8.744 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 905 | 45 | 39 | 0 | 10.654 | 280 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 194 | 3.439 | 443 | 41 | 616 | 161 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 0 | 3.748 | 2.910 | 1.300 | 0 | 0 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 62 | 121 | 64 | 10 | 130 | 291 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 6.617 | 7.550 | 3.641 | 1.388 | 14.687 | 9.475 |
| Sonstige Umsatzerlöse | - 7 | 2 | - 8 | - 1 | 18 | - 5 |
| Insgesamt | 6.610 | 7.552 | 3.633 | 1.389 | 14.705 | 9.470 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | ||||||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 5.743 | 195 | 407 | 41 | 3.014 | 8.270 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 854 | 114 | 37 | 17 | 10.153 | 257 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 189 | 3.625 | 636 | 38 | 689 | 162 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 0 | 3.885 | 2.857 | 1.682 | 0 | 0 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 90 | 140 | 66 | 22 | 120 | 381 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 6.876 | 7.959 | 4.003 | 1.800 | 13.976 | 9.070 |
| Sonstige Umsatzerlöse | - 5 | 1 | - 2 | 1 | - 96 | - 5 |
| Insgesamt | 6.871 | 7.960 | 4.002 | 1.800 | 13.880 | 9.065 |
| Mio € | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | |||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 28 | - 1.537 | 16.396 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 0 | - 157 | 11.765 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 210 | - 363 | 4.742 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 0 | - 12 | 7.946 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 33 | - 36 | 674 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 271 | - 2.105 | 41.524 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 58 | - 47 | 11 |
| Insgesamt | 329 | - 2.154 | 41.534 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |||
| Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen | 2 | - 1.257 | 16.416 |
| Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren | 0 | - 168 | 11.264 |
| Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen | 188 | - 350 | 5.177 |
| Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen | 0 | - 24 | 8.400 |
| Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 32 | - 42 | 809 |
| Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | 222 | - 1.841 | 42.065 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 85 | - 48 | - 69 |
| Insgesamt | 308 | - 1.889 | 41.996 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN
| Mio € | Components Technology | Elevator Technology | Industrial Solutions | Marine Systems | Materials Services | Steel Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | ||||||
| Automobilindustrie | 4.879 | 3 | 1.014 | 0 | 2.499 | 2.791 |
| Handel | 274 | 1.813 | 35 | 0 | 2.144 | 2.119 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 1.222 | 525 | 952 | 571 | 1.438 | 383 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 11 | 4 | 51 | 0 | 3.122 | 2.247 |
| Bauwirtschaft | 25 | 3.486 | 0 | 1 | 777 | 34 |
| Öffentliche Hand | 6 | 278 | 0 | 759 | 167 | 2 |
| Verpackungsindustrie | 1 | 2 | 0 | 0 | 66 | 1.205 |
| Energie und Versorgung | 32 | 30 | 128 | 0 | 394 | 256 |
| Übrige Kundengruppen | 167 | 1.409 | 1.461 | 58 | 4.079 | 437 |
| Insgesamt | 6.617 | 7.550 | 3.641 | 1.388 | 14.687 | 9.475 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | ||||||
| Automobilindustrie | 5.032 | 3 | 1.004 | 0 | 2.206 | 2.658 |
| Handel | 349 | 1.962 | 0 | 17 | 1.820 | 1.977 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 1.313 | 538 | 1.322 | 21 | 1.330 | 306 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 26 | 4 | 46 | 0 | 2.734 | 2.087 |
| Bauwirtschaft | 30 | 3.621 | 0 | 0 | 684 | 17 |
| Öffentliche Hand | 6 | 242 | 0 | 1.724 | 66 | 1 |
| Verpackungsindustrie | 1 | 2 | 9 | 0 | 102 | 1.321 |
| Energie und Versorgung | 14 | 39 | 138 | 0 | 194 | 277 |
| Übrige Kundengruppen | 104 | 1.548 | 1.485 | 38 | 4.840 | 426 |
| Insgesamt | 6.876 | 7.959 | 4.003 | 1.800 | 13.976 | 9.070 |
| Mio € | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | |||
| Automobilindustrie | 14 | - 342 | 10.857 |
| Handel | 87 | - 1.046 | 5.427 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 74 | - 190 | 4.974 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 50 | - 494 | 4.992 |
| Bauwirtschaft | 2 | - 4 | 4.321 |
| Öffentliche Hand | 0 | 0 | 1.212 |
| Verpackungsindustrie | 0 | - 1 | 1.273 |
| Energie und Versorgung | 0 | 0 | 840 |
| Übrige Kundengruppen | 44 | - 26 | 7.629 |
| Insgesamt | 271 | - 2.105 | 41.524 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |||
| Automobilindustrie | 17 | - 198 | 10.722 |
| Handel | 79 | - 944 | 5.261 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 82 | - 204 | 4.708 |
| Stahl- und stahlnahe Verarbeitung | 25 | - 448 | 4.473 |
| Bauwirtschaft | 0 | 0 | 4.352 |
| Öffentliche Hand | 0 | 4 | 2.042 |
| Verpackungsindustrie | 0 | 1 | 1.437 |
| Energie und Versorgung | 0 | 0 | 662 |
| Übrige Kundengruppen | 19 | - 51 | 8.409 |
| Insgesamt | 222 | - 1.841 | 42.065 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN
| Mio € | Components Technology | Elevator Technology | Industrial Solutions | Marine Systems | Materials Services | Steel Europe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | ||||||
| Deutschsprachiger Raum 2) | 1.949 | 719 | 147 | 811 | 5.005 | 5.411 |
| Westeuropa | 1.006 | 1.239 | 393 | 128 | 3.776 | 2.109 |
| Zentral- und Osteuropa | 254 | 34 | 108 | 0 | 1.814 | 552 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 27 | 59 | 119 | 0 | 57 | 53 |
| Nordamerika | 1.611 | 2.637 | 397 | 13 | 2.923 | 652 |
| Südamerika | 283 | 395 | 293 | 4 | 66 | 96 |
| Asien / Pazifik | 125 | 733 | 330 | 381 | 447 | 58 |
| Großraum China | 1.259 | 1.297 | 401 | 0 | 110 | 157 |
| Indien | 56 | 95 | 162 | 36 | 33 | 58 |
| Naher Osten & Afrika | 48 | 341 | 1.292 | 16 | 456 | 330 |
| Insgesamt | 6.617 | 7.550 | 3.641 | 1.388 | 14.687 | 9.475 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | ||||||
| Deutschsprachiger Raum | 1.874 | 766 | 733 | 516 | 4.809 | 4.945 |
| Westeuropa | 1.068 | 1.296 | 300 | 93 | 3.541 | 1.955 |
| Zentral- und Osteuropa | 322 | 38 | 382 | 2 | 1.690 | 604 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 32 | 68 | 153 | 1 | 55 | 66 |
| Nordamerika | 1.729 | 2.951 | 425 | 12 | 3.112 | 767 |
| Südamerika | 307 | 420 | 207 | 6 | 44 | 113 |
| Asien / Pazifik | 120 | 687 | 612 | 388 | 374 | 83 |
| Großraum China | 1.303 | 1.341 | 314 | 1 | 77 | 136 |
| Indien | 56 | 104 | 248 | 37 | 34 | 65 |
| Naher Osten & Afrika | 66 | 288 | 629 | 745 | 242 | 337 |
| Insgesamt | 6.876 | 7.959 | 4.003 | 1.800 | 13.976 | 9.070 |
| Mio € | Corporate | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2017 / 2018 1) | |||
| Deutschsprachiger Raum 2) | 231 | - 1.265 | 13.008 |
| Westeuropa | 7 | - 541 | 8.116 |
| Zentral- und Osteuropa | 2 | - 116 | 2.648 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 0 | 0 | 314 |
| Nordamerika | 26 | - 136 | 8.123 |
| Südamerika | 1 | - 3 | 1.137 |
| Asien / Pazifik | 1 | - 4 | 2.070 |
| Großraum China | 0 | - 12 | 3.212 |
| Indien | 1 | - 2 | 438 |
| Naher Osten & Afrika | 1 | - 25 | 2.458 |
| Insgesamt | 271 | - 2.105 | 41.524 |
| Geschäftsjahr 2018 / 2019 | |||
| Deutschsprachiger Raum | 189 | - 1.154 | 12.677 |
| Westeuropa | 7 | - 371 | 7.888 |
| Zentral- und Osteuropa | 1 | - 131 | 2.908 |
| Gemeinschaft unabhängiger Staaten | 0 | 0 | 373 |
| Nordamerika | 22 | - 156 | 8.862 |
| Südamerika | 1 | 0 | 1.097 |
| Asien / Pazifik | 1 | - 3 | 2.261 |
| Großraum China | 1 | 0 | 3.171 |
| Indien | 1 | 0 | 544 |
| Naher Osten & Afrika | 1 | - 23 | 2.284 |
| Insgesamt | 222 | - 1.841 | 42.065 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
2) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein
26 Sonstige Erträge
SONSTIGE ERTRÄGE
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Erträge aus Zulagen und Zuschüssen | 15 | 25 |
| Versicherungsentschädigungen | 12 | 100 |
| Übrige | 209 | 222 |
| Insgesamt | 236 | 346 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
In den übrigen sonstigen Erträgen ist eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 456 (Vorjahr: 449) konsolidierten Unternehmen enthalten.
27 Sonstige Aufwendungen
SONSTIGE AUFWENDUNGEN
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen | 252 | 134 |
| Sonstige Steuern | 21 | 19 |
| Übrige | 100 | 180 |
| Insgesamt | 373 | 333 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 456 (Vorjahr: 449) konsolidierten Unternehmen.
28 Sonstige Gewinne und Verluste
SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte | - 1 | 5 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen | 17 | 36 |
| Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 2 | 5 |
| Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften | 2 | - 1 |
| Übrige | 1 | - 1 |
| Insgesamt | 21 | 44 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
29 Finanzergebnis
FINANZERGEBNIS
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 15 | 9 |
| Zinserträge aus Finanzguthaben | 38 | 26 |
| Erträge aus Beteiligungen | 27 | 6 |
| Sonstige Finanzierungserträge | 680 | 665 |
| Finanzierungserträge | 745 | 697 |
| Zinsaufwendungen aus Finanzschulden | - 212 | - 171 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | - 141 | - 127 |
| Aufwendungen aus Beteiligungen | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzierungsaufwendungen | - 748 | - 755 |
| Finanzierungsaufwendungen | - 1.101 | - 1.054 |
| Insgesamt | - 340 | - 348 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).
Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.
In den Zinserträgen aus Finanzguthaben und in den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 26 Mio € (Vorjahr: 48 Mio €) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden und in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen sind Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 169 Mio € (Vorjahr: 242 Mio €) enthalten.
30 Ertragsteuern
Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:
AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand/(-ertrag) | 291 | 287 |
| Latenter Steueraufwand/(-ertrag) | 282 | - 110 |
| Insgesamt | 573 | 177 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:
ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL
| Mio € | 2017 / 20181) | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis | 573 | 177 |
| Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis | 53 | - 333 |
| Insgesamt | 626 | - 156 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Zum 30. September 2019 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochtergesellschaften im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 452 Mio € (Vorjahr: 434 Mio €).
Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:
VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN
| 30.09.20181) | 2018 / 2019 | 30.09.2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio € | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Latenter Steuerertrag (+) / -aufwand (-) | Übrige | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Latente Steuern auf langfristige Positionen | ||||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 50 | 437 | 347 | - 14 | 376 | 431 |
| Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) | 106 | 467 | 30 | - 1 | 112 | 445 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 70 | 18 | - 13 | 0 | 62 | 23 |
| Übrige Aktiva | 1 | 48 | - 20 | 0 | 0 | 68 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.182 | 7 | - 12 | 340 | 1.510 | 8 |
| Sonstige Rückstellungen | 100 | 26 | - 15 | 0 | 92 | 31 |
| Übrige Passiva | 271 | 510 | 344 | 0 | 194 | 89 |
| Latente Steuern auf kurzfristige Positionen | ||||||
| Vorräte | 438 | 77 | - 83 | 0 | 356 | 78 |
| Übrige Aktiva | 640 | 1.073 | 6 | 2 | 668 | 1.092 |
| Sonstige Rückstellungen | 178 | 268 | - 38 | 8 | 206 | 325 |
| Übrige Passiva | 1.258 | 522 | - 319 | 13 | 901 | 472 |
| Wertberichtigungen - temporäre Differenzen | - 4 | - | - 9 | - 13 | - 27 | - |
| Zwischensumme | 4.290 | 3.453 | 216 | 335 | 4.450 | 3.062 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 1.136 | - | 61 | 16 | 1.214 | - |
| Zinsvorträge | 223 | - | 2 | 0 | 225 | - |
| Ausländische Steuergutschriften | 28 | - | - 3 | 2 | 26 | - |
| Wertberichtigungen - steuerliche Verlustverträge u.a. | - 995 | - | - 167 | - 6 | - 1.168 | - |
| Zwischensumme | 392 | 0 | - 107 | 11 | 297 | 0 |
| Bruttobetrag vor Saldierung | 4.682 | 3.453 | 109 | 346 | 4.747 | 3.062 |
| Saldierung | - 3.394 | - 3.394 | - | - | - 3.014 | - 3.014 |
| Bilanzansatz | 1.288 | 59 | - | - | 1.733 | 48 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
Zum 30. September 2019 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 4.160 Mio € (Vorjahr: 3.501 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 4.027 Mio € (Vorjahr: 3.358 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 133 Mio € (Vorjahr: 143 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.
Zum 30. September 2019 werden u.a. die folgenden, auf Verlustvorträgen beruhenden, aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: Acciai Speciali Terni S.p.A. 79 Mio € (Vorjahr: 98 Mio €).
In Deutschland werden aktive latente Steuern auf temporäre abzugsfähige Differenzen (v.a. in Zusammenhang mit Pensionsrückstellungen) in Höhe von 838 Mio € (Vorjahr: 659 Mio €) angesetzt, da das Management davon ausgeht, dass langfristig genügend zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden. Bei der Ermittlung eines nachhaltigen steuerlichen Ergebnisses wurden einerseits Annahmen früherer Planungen validiert sowie andererseits der Unsicherheit der weiter in der Zukunft liegenden Planergebnisse angemessen Rechnung getragen.
Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 / 2019 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,0 % (Vorjahr: 32,1 %) vor. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0 % und 37,5 % (Vorjahr: 9,0 % und 39,4 %).
STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG
| Mio € | 2017 / 20181) | in % | 2018 / 2019 | in % |
|---|---|---|---|---|
| Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) | 180 | 32,1 | - 27 | 32,0 |
| Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz | - 33 | - 5,9 | - 28 | 33,7 |
| Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen | 98 | 17,5 | 7 | - 8,4 |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern | 162 | 28,9 | 109 | - 131,3 |
| Einkommenskorrekturen | 152 | 27,1 | 106 | - 127,7 |
| Besteuerung von Veräußerungsergebnissen | - 8 | - 1,4 | - 1 | 1,2 |
| Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | - 4 | - 0,7 | - 2 | 2,4 |
| Nicht anrechenbare Quellensteuern | 46 | 8,2 | 39 | - 47,0 |
| Periodenfremder Steueraufwand/(-ertrag) | - 22 | - 3,9 | - 26 | 31,3 |
| Sonstiges | 3 | 0,5 | 1 | - 1,2 |
| Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) | 573 | 102,1 | 177 | - 213,3 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
31 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:
ERGEBNIS JE AKTIE
| 2017 / 20181) | 2018 / 2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
Gesamtbetrag in Mio € |
Ergebnis je Aktie in € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) | - 62 | - 0,10 | - 304 | - 0,49 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) | 622.531.741 | 622.531.741 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 01 und 03).
In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.
32 Zusätzliche Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten: PERSONALAUFWAND
| Mio € | 2017 / 2018 | 2018 / 2019 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 7.481 | 7.766 |
| Soziale Abgaben | 1.283 | 1.330 |
| Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage 1) | 195 | 210 |
| Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage | 160 | 173 |
| Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. | 88 | 213 |
| Aufwendungen für Unterstützung | 402 | 402 |
| Insgesamt | 9.608 | 10.094 |
1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.
Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:
BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |
|---|---|---|
| Components Technology | 33.804 | 34.869 |
| Elevator Technology | 52.846 | 53.082 |
| Industrial Solutions | 15.833 | 15.809 |
| Marine Systems | 5.814 | 5.870 |
| Materials Services | 20.108 | 20.321 |
| Steel Europe | 27.345 | 27.875 |
| Corporate | 4.016 | 3.783 |
| Insgesamt | 159.766 | 161.609 |
| Davon: | ||
| Arbeiter | 83.183 | 84.334 |
| Angestellte | 72.706 | 73.417 |
| Auszubildende | 3.877 | 3.858 |
Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:
KONZERNABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE
| 2017 / 2018 | 2018 / 2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio € | Gesamt | davon Deutschland | Gesamt | davon Deutschland |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Abschlussprüfungsleistungen | 16 | 9 | 17 | 10 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 2 | 1 | 1 | 1 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Insgesamt | 18 | 10 | 18 | 11 |
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen projektbegleitende Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Erstellung von Steuererklärungen sowie für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
33 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente". Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 0 Mio € stammen per 30. September 2019 (Vorjahr: 8 Mio €) von der Joint Operation HKM.
Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7 1)
| 30.09.2017 | Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | |
|---|---|---|---|
| Mio € | Veränderung Konsolidierungskreis | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 6.269 | - 1.600 | 0 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 566 | - 81 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 385 | - 188 | - 3 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 36 | - 15 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 7.255 | - 1.885 | - 3 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 258 | - 78 | - 22 |
| Insgesamt | 7.514 | - 1.963 | - 25 |
| Nicht zahlungswirksame Veränderungen | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | Währungsunterschiede | Marktwertänderungen | Sonstige Veränderungen |
| --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 0 | 0 | 10 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 0 | 0 | 10 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 2 | 11 | 34 |
| Insgesamt | 2 | 11 | 43 |
| 30.09.2018 | |
|---|---|
| Mio € | |
| --- | --- |
| Anleihen | 4.678 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 485 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 192 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 21 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 5.377 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 205 |
| Insgesamt | 5.582 |
1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03) .
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7
| 30.09.2018 | Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | |
|---|---|---|---|
| Mio € | Veränderung Konsolidierungskreis | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 4.678 | 1.250 | 0 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 485 | 678 | - 14 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 192 | 150 | 14 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 21 | 16 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 5.377 | 2.094 | 0 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 205 | - 21 | 0 |
| Insgesamt | 5.582 | 2.073 | 0 |
| Nicht zahlungswirksame Veränderungen | |||
|---|---|---|---|
| Mio € | Währungsunterschiede | Marktwertänderungen | Sonstige Veränderungen |
| --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 0 | 0 | - 6 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 0 | 0 | 34 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 50 | 0 | - 33 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 |
| Zwischensumme Finanzschulden | - 50 | 0 | - 5 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 35 | 37 | 0 |
| Insgesamt | - 14 | 37 | - 5 |
| 30.09.2019 | |
|---|---|
| Mio € | |
| --- | --- |
| Anleihen | 5.922 |
| Schuldschein- /sonstige Darlehen | 1.183 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 273 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 37 |
| Zwischensumme Finanzschulden | 7.415 |
| Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen | 256 |
| Insgesamt | 7.672 |
Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
34 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag
Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.
Sonstige Angaben
35 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG am 01. Oktober 2019 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 4. November 2019 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.
36 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 und § 264b HGB
Nachfolgende inländische Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:
| A | |
| ATLAS ELEKTRONIK GmbH | Bremen |
| B | |
| Becker & Co. GmbH | Neuwied |
| BERCO Deutschland GmbH | Ennepetal |
| Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH | Hamburg |
| D | |
| DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH | Andernach |
| E | |
| EH Güterverkehr GmbH | Duisburg |
| ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH | Düsseldorf |
| G | |
| German Marine Systems GmbH | Hamburg |
| H | |
| Hagenuk Marinekommunikation GmbH | Flintbek |
| J | |
| Jacob Bek GmbH | Ulm |
| K | |
| KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH | Duisburg |
| L | |
| LiftEquip GmbH Elevator Components | Neuhausen a.d.F. |
| M | |
| Max Cochius GmbH | Berlin |
| P | |
| PSL Wälzlager GmbH | Dietzenbach |
| R | |
| Rasselstein Verwaltungs GmbH | Neuwied |
| Reisebüro Dr. Tigges GmbH | Essen |
| T | |
| Tepper Aufzüge GmbH | Münster |
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie | Essen |
| Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl | Essen |
| Thyssen Stahl GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Academy GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Access Solutions GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH | Rodgau |
| thyssenkrupp Aufzüge GmbH | Neuhausen a.d.F. |
| thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH | Neuhausen a.d.F. |
| thyssenkrupp Automotive Systems GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Bilstein GmbH | Ennepetal |
| thyssenkrupp Business Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Components Tech GmbH | Essen |
| thyssenkrupp DeliCate GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH | Duisburg |
| thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH | Willich |
| thyssenkrupp Electrical Steel GmbH | Gelsenkirchen |
| thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH | Gelsenkirchen |
| thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Elevator AG | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Facilities Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH | Hamburg |
| thyssenkrupp Federn GmbH | Hagen |
| thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH | Hagen |
| thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Gerlach GmbH | Homburg/Saar |
| thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH | Hagen |
| thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl | Essen |
| thyssenkrupp Industrial Solutions AG | Essen |
| thyssenkrupp Industrials Finance Gemany GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Infrastructure GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Intellectual Property GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Management Consulting GmbH | Düsseldorf |
| thyssenkrupp Marine Systems GmbH | Kiel |
| thyssenkrupp Materials IoT GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH | Krefeld |
| thyssenkrupp Materials Services GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Materials Trading GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Plastics GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH | Chemnitz |
| thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH | Ilsenburg |
| thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH | Mülheim |
| thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH | Schönebeck |
| thyssenkrupp Rasselstein GmbH | Andernach |
| thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH | Essen |
| thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH | Dortmund |
| thyssenkrupp Schulte GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Senior Experts GmbH | Essen |
| thyssenkrupp smart steel GmbH | Duisburg |
| thyssenkrupp Stainless GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Steel Business Services GmbH | Duisburg |
| thyssenkrupp Steel Europe AG | Duisburg |
| thyssenkrupp System Engineering GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH | Essen |
| thyssenkrupp Transrapid GmbH | Kassel |
| thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH | Haltern am See |
| thyssenkrupp Valvetrain GmbH | Ilsenburg |
| thyssenkrupp Vermietungs GmbH | Duisburg |
| U | |
| Uhde High Pressure Technologies GmbH | Hagen |
| Uhde Inventa-Fischer GmbH | Berlin |
| Uhde Services and Consulting GmbH | Dortmund |
| V | |
| Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH | Grünwald |
Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:
| T | |
| thyssenkrupp Elevator International Holding B.V. | Roermond |
| thyssenkrupp Liften B.V. | Krimpen an den Ijssel |
| thyssenkrupp Nederland Holding B.V. | Roermond |
| thyssenkrupp Veerhaven B.V. | Rotterdam |
37 Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.
Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2019
| Lfd. Nr | Name und Sitz | Anteil am Kapital (%) |
gehalten über lfd. Nr. | gehalten in % |
|---|---|---|---|---|
| A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen | ||||
| Algerien | ||||
| 1 | Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien | 100,00 | 369 | |
| Argentinien | ||||
| 2 | thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | 382 | 94,98 |
| 35 | 5,02 | |||
| 3 | thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | 135 | |
| Australien | ||||
| 4 | SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien | 100,00 | 69 | |
| 5 | thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien | 100,00 | 7 | |
| 6 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien | 100,00 | 135 | |
| 7 | thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien | 100,00 | 119 | |
| 8 | thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Chatswood NSW , Australien | 100,00 | 216 | |
| Bahrain | ||||
| 9 | thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain | 70,00 | 119 | |
| Bangladesch | ||||
| 10 | thyssenkrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch | 100,00 | 224 | |
| Belgien | ||||
| 11 | thyssenkrupp Home Solutions N.V., Gent, Belgien | 100,00 | 102 | 0,07 |
| 312 | 99,93 | |||
| 12 | thyssenkrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien | 100,00 | 119 | 0,00 |
| 120 | 100,00 | |||
| 13 | thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien | 100,00 | 123 | 65,59 |
| 144 | 34,41 | |||
| 14 | thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien | 100,00 | 123 | 100,00 |
| 147 | 0,00 | |||
| 15 | thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien | 100,00 | 100 | 0,00 |
| 161 | 100,00 | |||
| Botswana | ||||
| 16 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana | 100,00 | 135 | 0,03 |
| 343 | 99,97 | |||
| Brasilien | ||||
| 17 | BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien | 100,00 | 21 | 0,00 |
| 238 | 100,00 | |||
| 18 | RIP Serviços Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 100,00 | 30 | |
| 19 | Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien | 100,00 | 144 | |
| 20 | thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien | 80,00 | 30 | |
| 21 | thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien | 100,00 | 163 | 71,52 |
| 108 | 1,14 | |||
| 112 | 17,29 | |||
| 195 | 10,05 | |||
| 22 | thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 99,48 | 145 | |
| 23 | thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien | 99,78 | 382 | |
| 24 | thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien | 100,00 | 135 | 57,22 |
| 162 | 42,78 | |||
| 25 | thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 100,00 | 21 | 0,00 |
| 144 | 100,00 | |||
| 26 | thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Moncoes, Brasilien | 100,00 | 21 | 1,00 |
| 141 | 99,00 | |||
| 27 | thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien | 59,77 | 319 | |
| 28 | thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien | 100,00 | 27 | |
| 29 | thyssenkrupp rothe erde Brazil Participacões Ltda., Diadema, Brasilien | 100,00 | 21 | 99,90 |
| 30 | 0,10 | |||
| 30 | thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien | 100,00 | 21 | 0,00 |
| 144 | 100,00 | |||
| Brunei | ||||
| 31 | thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei, Brunei | 100,00 | 6 | 1,00 |
| 367 | 99,00 | |||
| Bulgarien | ||||
| 32 | Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien | 100,00 | 238 | |
| 33 | Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien | 100,00 | 135 | |
| 34 | thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien | 80,00 | 144 | |
| Chile | ||||
| 35 | thyssenkrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile | 100,00 | 2 | 1,16 |
| 382 | 98,84 | |||
| 36 | ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile | 100,00 | 135 | 0,10 |
| 426 | 99,90 | |||
| 37 | thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile | 100,00 | 161 | |
| China | ||||
| 38 | Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China | 100,00 | 51 | |
| 39 | Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China | 100,00 | 163 | |
| 40 | Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Shanghai, China * | 51,00 | 42 | |
| 41 | Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China | 100,00 | 119 | |
| 42 | thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China | 100,00 | 104 | |
| 43 | thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 42 | |
| 44 | thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 163 | |
| 45 | thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China | 100,00 | 163 | |
| 46 | thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | 100,00 | 42 | |
| 47 | thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China | 100,00 | 42 | |
| 48 | thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 42 | |
| 49 | thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China | 100,00 | 163 | |
| 50 | thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China | 100,00 | 42 | |
| 51 | thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China | 60,00 | 42 | |
| 52 | thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 42 | |
| 53 | thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 70,00 | 144 | |
| 54 | thyssenkrupp Materials Trading Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China | 100,00 | 145 | |
| 55 | thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China | 100,00 | 42 | |
| 56 | thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China | 60,00 | 195 | |
| 57 | thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 56 | |
| 58 | thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China | 60,00 | 195 | |
| 59 | thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 42 | |
| 60 | thyssenkrupp rothe erde (Xuzhou) Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China | 100,00 | 163 | |
| 61 | thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., , China | 100,00 | 42 | |
| 62 | thyssenkrupp Steel (Beijing) Co., Ltd., Beijing, China | 100,00 | 320 | |
| 63 | thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 42 | |
| 64 | thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 42 | |
| 65 | thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China | 100,00 | 255 | |
| 66 | thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China | 100,00 | 42 | |
| 67 | Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China | 60,00 | 42 | |
| Curacao | ||||
| 68 | Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao | 100,00 | 316 | |
| Deutschland | ||||
| 69 | ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen | 100,00 | 163 | |
| 70 | ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen | 100,00 | 69 | |
| 71 | B.L.S. Aufzugservice GmbH, Walsrode | 100,00 | 120 | |
| 72 | Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 154 | |
| 73 | Becker & Co. GmbH, Neuwied | 100,00 | 93 | |
| 74 | BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal | 100,00 | 163 | |
| 75 | Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg | 100,00 | 163 | |
| 76 | CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 77 | Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz | 94,00 | 104 | |
| 78 | DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen | 100,00 | 146 | |
| 79 | DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach | 100,00 | 152 | |
| 80 | EH Güterverkehr GmbH, Duisburg | 100,00 | 161 | |
| 81 | Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach | 87,98 | 161 | |
| 82 | ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 119 | |
| 83 | German Marine Systems GmbH, Hamburg | 100,00 | 163 | |
| 84 | GLH GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 85 | Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek | 100,00 | 69 | |
| 86 | Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel | 100,00 | 141 | |
| 87 | IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel | 100,00 | 141 | |
| 88 | Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm | 79,96 | 144 | |
| 89 | KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg | 100,00 | 161 | |
| 90 | LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. | 100,00 | 120 | |
| 91 | Max Cochius GmbH, Berlin | 75,00 | 144 | |
| 92 | PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach | 100,00 | 375 | |
| 93 | Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied | 100,00 | 81 | 40,77 |
| 161 | 59,23 | |||
| 94 | Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen | 100,00 | 144 | |
| 95 | Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf | 100,00 | 119 | |
| 96 | SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100,00 | 163 | |
| 97 | Tepper Aufzüge GmbH, Münster | 100,00 | 120 | |
| 98 | Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen | 100,00 | 110 | 5,10 |
| 163 | 94,90 | |||
| 99 | Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 100,00 | 110 | 5,10 |
| 131 | 94,90 | |||
| 100 | Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 115 | |
| 101 | thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 163 | |
| 102 | thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen | 100,00 | 119 | |
| 103 | thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden | 100,00 | 144 | |
| 104 | thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 3) | 100,00 | ||
| 105 | thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen | 67,10 | 145 | |
| 106 | thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. | 99,50 | 120 | |
| 107 | thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern | 100,00 | 121 | |
| 108 | thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 109 | thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal | 100,00 | 104 | 5,01 |
| 163 | 94,99 | |||
| 110 | thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 111 | thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff | 84,64 | 108 | |
| 112 | thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen | 100,00 | 126 | |
| 113 | thyssenkrupp Components Technology Holding GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 114 | thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 154 | |
| 115 | thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg | 100,00 | 163 | |
| 116 | thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich | 100,00 | 144 | |
| 117 | thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen | 99,58 | 100 | 11,96 |
| 118 | 87,62 | |||
| 118 | thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen | 100,00 | 161 | 62,46 |
| 81 | 37,54 | |||
| 119 | thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf | 100,00 | 163 | |
| 120 | thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen | 100,00 | 119 | |
| 121 | thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen | 100,00 | 120 | |
| 122 | thyssenkrupp Elevator Holding GmbH, Essen | 100,00 | 317 | |
| 123 | thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 124 | thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg | 100,00 | 120 | |
| 125 | thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen | 100,00 | 104 | 5,01 |
| 109 | 94,99 | |||
| 126 | thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen | 100,00 | 163 | |
| 127 | thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund | 100,00 | 135 | |
| 128 | thyssenkrupp Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 129 | thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar | 100,00 | 163 | |
| 130 | thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 131 | thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 132 | thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen | 100,00 | 161 | |
| 133 | thyssenkrupp Hohenlimburg Kompetenzwerkstatt GmbH, Hagen | 100,00 | 132 | |
| 134 | thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen | 100,00 | 99 | |
| 135 | thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen | 100,00 | 163 | |
| 136 | thyssenkrupp Industrials Finance Germany GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 137 | thyssenkrupp Industrials Participations GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 138 | thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 139 | thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 140 | thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf | 100,00 | 154 | |
| 141 | thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel | 100,00 | 163 | |
| 142 | thyssenkrupp Materials IoT GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 143 | thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld | 99,58 | 104 | 4,34 |
| 144 | 95,24 | |||
| 144 | thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen | 99,84 | 104 | |
| 145 | thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 146 | thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg | 68,00 | 115 | |
| 147 | thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen | 100,00 | 123 | |
| 148 | thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz | 100,00 | 163 | |
| 149 | thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg | 100,00 | 104 | 5,02 |
| 163 | 94,98 | |||
| 150 | thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr | 100,00 | 104 | 5,01 |
| 163 | 94,99 | |||
| 151 | thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck | 100,00 | 150 | |
| 152 | thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach | 99,50 | 93 | |
| 153 | thyssenkrupp Regional Investment GmbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 154 | thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 155 | thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH, Dortmund | 100,00 | 104 | 5,10 |
| 163 | 94,90 | |||
| 156 | thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen | 100,00 | 104 | 6,00 |
| 144 | 94,00 | |||
| 157 | thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 158 | thyssenkrupp smart steel GmbH, Duisburg | 100,00 | 115 | |
| 159 | thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen | 100,00 | 144 | |
| 160 | thyssenkrupp Steel Business Services GmbH, Duisburg | 100,00 | 115 | |
| 161 | thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg | 100,00 | 100 | 94,90 |
| 104 | 5,10 | |||
| 162 | thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen | 100,00 | 163 | |
| 163 | thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 164 | thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel | 100,00 | 163 | |
| 165 | thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund | 66,00 | 135 | |
| 166 | thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See | 100,00 | 135 | |
| 167 | thyssenkrupp USA Holding AG & Co. KG, Essen | 100,00 | 104 | 90,00 |
| 163 | 10,00 | |||
| 168 | thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) | 100,00 | 163 | |
| 169 | thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg | 100,00 | 104 | 5,10 |
| 110 | 94,90 | |||
| 170 | thyssenkrupp Vierte Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen | 100,00 | 104 | |
| 171 | TKMS Business Partnership, Kiel | 100,00 | 141 | 95,00 |
| 211 | 5,00 | |||
| 172 | Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen | 100,00 | 135 | |
| 173 | Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin | 100,00 | 135 | |
| 174 | Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund | 100,00 | 163 | |
| 175 | Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald | 100,00 | 154 | |
| Dänemark | ||||
| 176 | ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark | 100,00 | 69 | |
| 177 | RIAS A/S, Roskilde, Dänemark | 54,15 | 123 | |
| 178 | thyssenkrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark | 100,00 | 120 | |
| 179 | thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark | 100,00 | 320 | |
| Finnland | ||||
| 180 | ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland | 100,00 | 69 | |
| 181 | thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland | 100,00 | 216 | |
| Frankreich | ||||
| 182 | Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich | 100,00 | 186 | |
| 183 | Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 184 | MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich | 100,00 | 186 | |
| 185 | Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich | 100,00 | 189 | |
| 186 | thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich | 100,00 | 189 | |
| 187 | thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 188 | thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich | 100,00 | 320 | |
| 189 | thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 190 | thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 100,00 | 317 | |
| 191 | thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 192 | thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 193 | thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 194 | thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 195 | thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| 196 | thyssenkrupp Steel France S.A.S., Maurepas, Frankreich | 100,00 | 320 | |
| 197 | thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich | 100,00 | 190 | |
| Griechenland | ||||
| 198 | Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland | 100,00 | 86 | |
| Großbritannien | ||||
| 199 | ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien | 100,00 | 69 | |
| 200 | ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien | 100,00 | 199 | |
| 201 | Hytrac Lifts Ltd., , Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 202 | Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 203 | Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 204 | SDV Escalators Ltd. (UK), Skipton, North Yorkshire, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 205 | thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 206 | thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 207 | thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 208 | thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien | 100,00 | 206 | |
| 209 | thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 210 | thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 211 | thyssenkrupp Marine Systems LLP, Solihull, Großbritannien | 100,00 | 141 | 99,50 |
| 163 | 0,50 | |||
| 212 | thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 213 | thyssenkrupp Materials UK Holding Ltd., Birmingham, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 214 | thyssenkrupp rothe erde UK Ltd., Peterlee, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 215 | thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien | 100,00 | 216 | |
| 216 | thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien | 100,00 | 153 | 100,00 |
| 163 | 0,00 | |||
| Guatemala | ||||
| 217 | Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala | 100,00 | 299 | 99,98 |
| 300 | 0,02 | |||
| 218 | thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala | 100,00 | 2 | 10,00 |
| 382 | 90,00 | |||
| Hongkong | ||||
| 219 | thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, Hongkong | 100,00 | 119 | |
| Indien | ||||
| 220 | ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien | 100,00 | 69 | 99,99 |
| 85 | 0,01 | |||
| 221 | Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien | 100,00 | 74 | 0,19 |
| 129 | 8,95 | |||
| 155 | 72,39 | |||
| 163 | 0,01 | |||
| 238 | 18,46 | |||
| 248 | 0,00 | |||
| 222 | thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien | 100,00 | 213 | 0,00 |
| 216 | 100,00 | |||
| 223 | thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien | 100,00 | 117 | 100,00 |
| 188 | 0,00 | |||
| 224 | thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, Maharashtra, Indien | 100,00 | 82 | 0,00 |
| 119 | 100,00 | |||
| 225 | thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien | 100,00 | 317 | 100,00 |
| 319 | 0,00 | |||
| 226 | thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien | 80,43 | 135 | |
| 227 | thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien | 54,73 | 163 | |
| 228 | thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien | 100,00 | 211 | |
| 229 | thyssenkrupp Materials IT Services India Pvt. Ltd., Thane MH, Indien | 100,00 | 110 | |
| 230 | thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien | 100,00 | 162 | 99,90 |
| 163 | 0,10 | |||
| Indonesien | ||||
| 231 | PT. thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien | 67,00 | 135 | |
| 232 | PT. thyssenkrupp Technologies Indonesia, Jakarta, Indonesien | 94,67 | 119 | |
| Irak | ||||
| 233 | The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak | 100,00 | 135 | |
| 234 | Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak | 100,00 | 135 | |
| Irland | ||||
| 235 | thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland | 100,00 | 206 | |
| Israel | ||||
| 236 | thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel | 100,00 | 82 | 49,90 |
| 382 | 49,90 | |||
| 479 | 0,20 | |||
| Italien | ||||
| 237 | Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien | 100,00 | 317 | |
| 238 | Berco S.p.A., Copparo, Italien | 100,00 | 104 | 0,05 |
| 247 | 99,95 | |||
| 239 | CIAMPI S.r.l., Colico Piano LC , Italien | 100,00 | 245 | |
| 240 | Euroascensori S.r.l. , Mezzolombardo, Italien | 100,00 | 245 | |
| 241 | Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien | 100,00 | 247 | |
| 242 | SIMIA Ascensori S.r.l., Rom, Italien | 100,00 | 245 | |
| 243 | Terninox S.p.A., Terni, Italien | 100,00 | 237 | |
| 244 | thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien | 100,00 | 320 | |
| 245 | thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien | 100,00 | 247 | |
| 246 | thyssenkrupp Home Solutions S.r.l., Pisa, Italien | 100,00 | 245 | |
| 247 | thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien | 100,00 | 104 | |
| 248 | thyssenkrupp rothe erde Italy S.p.A., Visano, Italien | 100,00 | 247 | |
| 249 | thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien | 100,00 | 162 | 2,00 |
| 247 | 98,00 | |||
| 250 | thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien * | 100,00 | 165 | |
| Japan | ||||
| 251 | thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan | 100,00 | 119 | |
| 252 | thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan | 100,00 | 253 | |
| 253 | thyssenkrupp rothe erde Japan Ltd. , Minato-ku/Tokio, Japan | 100,00 | 135 | |
| 254 | thyssenkrupp Steel Japan GK, Tokyo, Japan | 100,00 | 320 | |
| 255 | thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan | 100,00 | 165 | |
| Jordanien | ||||
| 256 | thyssenkrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien | 100,00 | 119 | |
| Kambodscha | ||||
| 257 | thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha | 100,00 | 119 | |
| Kanada | ||||
| 258 | Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada | 100,00 | 259 | |
| 259 | thyssenkrupp Canada, Inc. , Calgary/Alberta, Kanada | 100,00 | 317 | |
| 260 | thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada | 100,00 | 265 | |
| 261 | thyssenkrupp Finance CA Corp., Ottawa, Kanada | 100,00 | 317 | |
| 262 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Federal Canada , Kanada | 100,00 | 317 | |
| 263 | thyssenkrupp Marine Systems Canada, Ltd., Victoria BC, Kanada | 100,00 | 69 | |
| 264 | thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada | 100,00 | 429 | |
| 265 | thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada | 100,00 | 259 | |
| 266 | thyssenkrupp Supply Chain Services CA, Inc., Windsor/Ontario, Kanada | 100,00 | 259 | |
| Kasachstan | ||||
| 267 | thyssenkrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan | 100,00 | 382 | |
| 268 | TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan | 100,00 | 138 | 99,97 |
| 270 | 0,03 | |||
| 269 | TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | 100,00 | 135 | |
| 270 | TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan | 100,00 | 138 | 99,00 |
| 350 | 1,00 | |||
| 271 | TOO thyssenkrupp Plant Construction Kazakhstan , Almaty, Kasachstan | 100,00 | 269 | 99,00 |
| 272 | 1,00 | |||
| 272 | TOO thyssenkrupp Plant Engineering Kazakhstan, Almaty, Kasachstan | 100,00 | 269 | 99,00 |
| 271 | 1,00 | |||
| Katar | ||||
| 273 | thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar | 100,00 | 119 | |
| Kolumbien | ||||
| 274 | thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien | 100,00 | 2 | 1,50 |
| 35 | 1,50 | |||
| 382 | 94,00 | |||
| 328 | 1,50 | |||
| 218 | 1,50 | |||
| 275 | thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien | 100,00 | 37 | |
| Korea, Rep. | ||||
| 276 | ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. | 100,00 | 69 | |
| 277 | thyssenkrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 100,00 | 119 | |
| 278 | ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 100,00 | 371 | |
| 279 | thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. | 70,00 | 144 | |
| Kroatien | ||||
| 280 | thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien | 100,00 | 120 | |
| Kuwait | ||||
| 281 | thyssenkrupp Elevator Kuwait Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait | 100,00 | 119 | |
| Liechtenstein | ||||
| 282 | thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein | 100,00 | 163 | |
| 283 | thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein | 100,00 | 149 | |
| Litauen | ||||
| 284 | UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen | 51,00 | 138 | |
| Luxemburg | ||||
| 285 | ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg | 100,00 | 120 | |
| Malaysia | ||||
| 286 | Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,00 | 135 | |
| 287 | thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia | 100,00 | 119 | |
| 288 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,00 | 135 | |
| 289 | thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,00 | 227 | |
| 290 | thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 100,00 | 104 | |
| 291 | TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia | 100,00 | 119 | 70,00 |
| 287 | 30,00 | |||
| Marokko | ||||
| 292 | thyssenkrupp Aerospace Morocco SARL, Casablanca, Marokko | 100,00 | 103 | |
| 293 | thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko | 100,00 | 382 | 100,00 |
| 380 | 0,00 | |||
| 294 | thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko | 100,00 | 135 | |
| Mexico | ||||
| 295 | Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 144 | 0,01 |
| 301 | 99,99 | |||
| 296 | thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 303 | 0,00 |
| 108 | 100,00 | |||
| 297 | thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico | 100,00 | 163 | 0,00 |
| 112 | 100,00 | |||
| 298 | thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | 100,00 | 2 | 0,07 |
| 382 | 99,93 | |||
| 299 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico | 100,00 | 135 | 99,99 |
| 163 | 0,01 | |||
| 300 | thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mèxico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico | 100,00 | 135 | 0,02 |
| 299 | 99,98 | |||
| 301 | thyssenkrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 123 | 0,00 |
| 144 | 100,00 | |||
| 302 | thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 297 | 100,00 |
| 303 | 0,00 | |||
| 303 | thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico | 100,00 | 195 | 50,00 |
| 108 | 50,00 | |||
| 304 | thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico | 100,00 | 163 | 0,00 |
| 162 | 100,00 | |||
| Monaco | ||||
| 305 | Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco | 100,00 | 186 | |
| Mosambik | ||||
| 306 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik | 100,00 | 343 | |
| Myanmar | ||||
| 307 | thyssenkrupp Elevator Myanmar Limited, Yangon, Myanmar | 100,00 | 366 | 99,00 |
| 313 | 1,00 | |||
| Neuseeland | ||||
| 308 | thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland | 100,00 | 5 | |
| Niederlande | ||||
| 309 | B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande | 75,00 | 322 | 50,00 |
| 161 | 25,00 | |||
| 310 | Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande | 75,25 | 161 | 24,75 |
| 309 | 0,99 | |||
| 322 | 49,50 | |||
| 311 | SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande | 100,00 | 315 | 0,06 |
| 312 | 99,94 | |||
| 312 | thyssenkrupp Elevator B.V., Veghel, Niederlande | 100,00 | 313 | |
| 313 | thyssenkrupp Elevator International Holding B.V., Roermond, Niederlande | 100,00 | 317 | |
| 314 | ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande | 100,00 | 144 | |
| 315 | thyssenkrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande | 100,00 | 312 | |
| 316 | thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande | 100,00 | 313 | |
| 317 | thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande | 100,00 | 104 | |
| 318 | thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande | 100,00 | 163 | |
| 319 | thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande | 100,00 | 317 | |
| 320 | thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande | 100,00 | 163 | |
| 321 | thyssenkrupp Stairlifts B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande | 100,00 | 312 | |
| 322 | thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande | 100,00 | 320 | |
| Norwegen | ||||
| 323 | thyssenkrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen | 100,00 | 120 | |
| 324 | thyssenkrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen | 100,00 | 323 | |
| 325 | thyssenkrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen | 100,00 | 323 | |
| Panama | ||||
| 326 | thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama | 100,00 | 382 | |
| Paraguay | ||||
| 327 | thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay | 100,00 | 382 | 100,00 |
| 2 | 0,00 | |||
| Peru | ||||
| 328 | thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru | 100,00 | 382 | 99,81 |
| 2 | 0,19 | |||
| 329 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru | 100,00 | 3 | 0,01 |
| 135 | 99,01 | |||
| 299 | 0,98 | |||
| Polen | ||||
| 330 | ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen | 100,00 | 120 | |
| 331 | ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen | 100,00 | 130 | |
| 332 | thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen | 100,00 | 110 | |
| 333 | thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen | 90,00 | 144 | |
| 334 | thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen | 100,00 | 143 | |
| 335 | ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen | 100,00 | 150 | |
| Portugal | ||||
| 336 | PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal | 90,00 | 389 | |
| 337 | thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal | 100,00 | 382 | |
| Puerto Rico | ||||
| 338 | Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico | 100,00 | 145 | |
| 339 | thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico | 100,00 | 422 | |
| Rep. Südafrika | ||||
| 340 | Ninafor (Pty) Ltd., Menlo Park, Rep. Südafrika | 0,00 2) | 343 | |
| 341 | The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika | 0,00 2) | 343 | |
| 342 | thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika | 100,00 | 119 | |
| 343 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | 100,00 | 135 | |
| 344 | thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika | 70,00 | 343 | |
| Rumänien | ||||
| 345 | thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien | 100,00 | 125 | 0,18 |
| 109 | 99,82 | |||
| 346 | thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien | 100,00 | 382 | |
| 347 | thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien | 100,00 | 144 | |
| Russland | ||||
| 348 | OOO thyssenkrupp Elevator, Moskau, Russland | 100,00 | 120 | |
| 349 | OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland | 100,00 | 135 | |
| 350 | OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland | 100,00 | 270 | 4,00 |
| 138 | 96,00 | |||
| 351 | OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland | 100,00 | 162 | |
| 352 | thyssenkrupp rothe erde RUS LLC, Moskau, Russland | 100,00 | 375 | 99,00 |
| 92 | 1,00 | |||
| Saudi Arabien | ||||
| 353 | thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien | 100,00 | 197 | 5,00 |
| 191 | 95,00 | |||
| 354 | thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien | 100,00 | 120 | 90,00 |
| 95 | 10,00 | |||
| 355 | Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien | 60,00 | 135 | |
| Schweden | ||||
| 356 | thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden | 100,00 | 323 | |
| Schweiz | ||||
| 357 | Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz | 100,00 | 135 | |
| 358 | Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz | 100,00 | 316 | |
| 359 | Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz | 100,00 | 316 | |
| 360 | thyssenkrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz | 100,00 | 186 | 14,16 |
| 120 | 85,84 | |||
| 361 | thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz | 100,00 | 144 | |
| 362 | thyssenkrupp Steel Switzerland AG, Bronschhofen, Schweiz | 100,00 | 320 | |
| 363 | Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz | 100,00 | 360 | |
| 364 | Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz | 100,00 | 135 | |
| Serbien | ||||
| 365 | ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien | 100,00 | 144 | |
| Singapur | ||||
| 366 | thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 371 | |
| 367 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 371 | |
| 368 | thyssenkrupp Innovations Pte. Ltd., Singapore, Singapur | 100,00 | 371 | |
| 369 | thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 371 | |
| 370 | thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 371 | |
| 371 | thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 104 | |
| 372 | thyssenkrupp Steel Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 100,00 | 320 | |
| Slowakei | ||||
| 373 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei | 100,00 | 166 | 85,00 |
| 135 | 15,00 | |||
| 374 | thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei | 100,00 | 144 | |
| 375 | thyssenkrupp rothe erde Slovakia a.s., Povazská Bystrica, Slowakei | 100,00 | 155 | |
| 376 | ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei | 98,87 | 451 | |
| 377 | ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei | 51,00 | 130 | |
| Slowenien | ||||
| 378 | thyssenkrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien | 100,00 | 451 | |
| Spanien | ||||
| 379 | Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien | 100,00 | 183 | |
| 380 | Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien | 100,00 | 317 | |
| 381 | thyssenkrupp Airport Solutions, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 100,00 | 382 | 100,00 |
| 390 | 0,00 | |||
| 382 | thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien | 100,00 | 380 | |
| 383 | thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 100,00 | 390 | |
| 384 | thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Mostoles, Spanien | 100,00 | 382 | |
| 385 | thyssenkrupp Galmed S.L., Sagunto, Spanien | 100,00 | 320 | |
| 386 | thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien | 100,00 | 380 | |
| 387 | thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien | 100,00 | 380 | |
| 388 | thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien | 100,00 | 380 | |
| 389 | thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien | 100,00 | 144 | |
| 390 | thyssenkrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien | 100,00 | 380 | 66,30 |
| 382 | 33,70 | |||
| 391 | thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien | 100,00 | 380 | |
| 392 | thyssenkrupp Rothe Erde Spain S.A., Zaragoza, Spanien | 100,00 | 380 | |
| 393 | thyssenkrupp Steel Ibérica S.L., Martorelles, Spanien | 100,00 | 320 | |
| 394 | thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien | 100,00 | 380 | |
| Taiwan | ||||
| 395 | Sun Rich Elevator Co., Ltd., Taipei, Taiwan | 100,00 | 119 | |
| 396 | thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan | 100,00 | 119 | |
| Thailand | ||||
| 397 | Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand | 100,00 | 69 | |
| 398 | thyssenkrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | 100,00 | 82 | 0,00 |
| 119 | 100,00 | |||
| 399 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand | 48,38 | 6 | |
| 400 | thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand | 100,00 | 144 | 49,00 |
| 401 | 51,00 | |||
| 401 | thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand | 100,00 | 144 | 49,00 |
| 400 | 51,00 | |||
| Tschechische Republik | ||||
| 402 | thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik | 100,00 | 144 | |
| 403 | ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik | 100,00 | 120 | |
| Tunesien | ||||
| 404 | Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien | 67,00 | 183 | |
| 405 | thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien | 99,98 | 192 | |
| Türkei | ||||
| 406 | thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei | 100,00 | 119 | 17,09 |
| 120 | 35,55 | |||
| 382 | 47,35 | |||
| 407 | thyssenkrupp Marin Sistem Gemi Sanayi ve Ticaret A.S., Ankara, Türkei | 100,00 | 141 | |
| 408 | thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei | 100,00 | 144 | |
| Ungarn | ||||
| 409 | thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn | 100,00 | 150 | |
| 410 | thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn | 100,00 | 451 | |
| 411 | thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn | 100,00 | 144 | |
| Uruguay | ||||
| 412 | thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay | 100,00 | 2 | 5,00 |
| 382 | 95,00 | |||
| USA | ||||
| 413 | ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA | 100,00 | 69 | |
| 414 | Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA | 100,00 | 432 | |
| 415 | O`Keefe Elevator Company, Inc., Nebraska/Omaha, USA | 100,00 | 422 | |
| 416 | thyssenkrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA | 100,00 | 432 | |
| 417 | thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA | 100,00 | 432 | |
| 418 | thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 432 | |
| 419 | thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA | 100,00 | 432 | |
| 420 | thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA | 100,00 | 432 | |
| 421 | thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 432 | |
| 422 | thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 421 | |
| 423 | thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Wilmington/Delaware , USA | 100,00 | 422 | |
| 424 | thyssenkrupp Elevator USA Holding, Inc., Chicago/ Il., USA | 100,00 | 104 | |
| 425 | thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA | 100,00 | 432 | |
| 426 | thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA | 100,00 | 432 | |
| 427 | thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 429 | |
| 428 | thyssenkrupp Materials Finance USA LLC, East Lansing, USA | 100,00 | 430 | |
| 429 | thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 432 | |
| 430 | thyssenkrupp Materials USA Holding LLC, East Lansing, USA | 100,00 | 432 | |
| 431 | thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 429 | |
| 432 | thyssenkrupp North America, Inc., Dover/Delaware, USA | 100,00 | 424 | |
| 433 | thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 429 | |
| 434 | thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA | 100,00 | 432 | |
| 435 | thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA | 100,00 | 432 | |
| 436 | thyssenkrupp Real Estate North America LLC, Chicago, Il, USA | 100,00 | 432 | |
| 437 | thyssenkrupp rothe erde USA Inc., Aurora/Ohio, USA | 100,00 | 432 | |
| 438 | thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA | 100,00 | 320 | |
| 439 | thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA | 100,00 | 429 | |
| 440 | thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA | 100,00 | 432 | |
| 441 | thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA | 100,00 | 255 | |
| Vereinigte Arabische Emirate | ||||
| 442 | ATLAS ELEKTRONIK L.L.C., Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | 49,00 | 69 | |
| 443 | thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate | 49,00 | 119 | |
| 444 | thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate | 100,00 | 119 | |
| Vietnam | ||||
| 445 | thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam | 100,00 | 119 | |
| 446 | thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam | 100,00 | 135 | |
| 447 | thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam | 100,00 | 144 | |
| Ägypten | ||||
| 448 | thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten | 100,00 | 95 | 0,00 |
| 382 | 57,74 | |||
| 119 | 42,26 | |||
| 449 | thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten | 100,00 | 135 | |
| Österreich | ||||
| 450 | Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 100,00 | 452 | |
| 451 | thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich | 100,00 | 313 | |
| 452 | thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 454 | |
| 453 | thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 104 | |
| 454 | thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich | 100,00 | 104 | |
| 455 | thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich | 100,00 | 452 | |
| B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen | ||||
| Deutschland | ||||
| 456 | Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg * | 50,00 | 161 | |
| C. At equity bewertete Beteiligungen (* =Joint Venture) | ||||
| Belgien | ||||
| 457 | Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien | 38,54 | 161 | |
| China | ||||
| 458 | JTA Technology (Hangzhou) Co. Ltd. , Hangzhou, China * | 34,00 | 161 | |
| 459 | TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China * | 12,50 | 161 | |
| 460 | TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China * | 50,00 | 161 | |
| Deutschland | ||||
| 461 | BOBBY&CARL GmbH, Düsseldorf * | 50,00 | 104 | |
| 462 | COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf | 49,00 | 110 | |
| 463 | HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach * | 50,00 | 162 | |
| 464 | Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf | 40,00 | 152 | |
| 465 | MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg | 49,00 | 141 | 39,00 |
| 69 | 10,00 | |||
| 466 | Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen * | 50,00 | 161 | |
| Finnland | ||||
| 467 | Polarputki Oy, Helsinki, Finnland * | 50,00 | 144 | |
| Griechenland | ||||
| 468 | Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland | 49,00 | 69 | |
| Italien | ||||
| 469 | Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien | 30,25 | 237 | |
| 470 | Ilserv S.r.l., Terni, Italien | 35,00 | 237 | |
| 471 | Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien | 21,00 | 237 | |
| Katar | ||||
| 472 | Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar * | 40,00 | 141 | |
| Korea, Rep. | ||||
| 473 | KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. * | 26,93 | 135 | |
| Norwegen | ||||
| 474 | KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen * | 50,00 | 141 | 16,67 |
| 69 | 33,33 | |||
| Puerto Rico | ||||
| 475 | Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico * | 50,00 | 145 | |
| Rep. Südafrika | ||||
| 476 | CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Capetown, Rep. Südafrika | 40,00 | 69 | |
| Singapur | ||||
| 477 | Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur | 30,00 | 144 | |
| USA | ||||
| 478 | Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA * | 50,00 | 422 |
| Eigenkapital in TEUR |
Jahresergebnis in TEUR |
Anteil am Kapital (%) |
gehalten über lfd. Nr. | gehalten in % |
||
|---|---|---|---|---|---|---|
| D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen | ||||||
| Israel | ||||||
| 479 | thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel | 16 | 0 | 100,00 | 382 | 50,00 |
| 82 | 50,00 | |||||
| Rumänien | ||||||
| 480 | Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien | 387 | 33 1) | 100,00 | 357 | |
| Tschechische Republik | ||||||
| 481 | ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik | 389 | 108 1) | 100,00 | 135 | |
| E. Sonstige assoziierte Beteiligungen | ||||||
| Deutschland | ||||||
| 482 | Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen | 21,71 | 161 | |||
| 483 | ET Marinesysteme GmbH i.L., Wilhelmshaven * | 50,00 | 69 | |||
| 484 | Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen | 33,33 | 115 | |||
| 485 | Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin | 20,00 | 104 | |||
| 486 | NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf | 94,76 | 98 | |||
| Indien | ||||||
| 487 | Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien | 43,72 | 145 | |||
| Japan | ||||||
| 488 | JEVISE Corporation, Tokyo, Japan * | 50,00 | 161 | |||
| Portugal | ||||||
| 489 | LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal | 20,00 | 163 | |||
| F. Andere Beteiligungsunternehmen | ||||||
| Brasilien | ||||||
| 490 | Susin, Francescutti Metalurgica Ltda., Bairro Pioneiro-Caxias do Sul, Brasilien | 12,50 | 27 | |||
| China | ||||||
| 491 | BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China | 25,00 | 145 | |||
| Deutschland | ||||||
| 492 | BELASTAHL Außenhandel GmbH, Berlin | 10,00 | 145 | |||
| 493 | Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH -GFW Duisburg-, Duisburg | 10,00 | 104 | 7,50 | ||
| 161 | 2,50 | |||||
| 494 | Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg | 20,42 | 141 | |||
| 495 | Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund | 25,01 | 161 | |||
| 496 | inpro Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme in der Fahrzeugindustrie mbH, Berlin | 14,29 | 163 | |||
| 497 | LEWA Attendorn GmbH, Olpe | 19,20 | 161 | 4,00 | ||
| 104 | 15,20 | |||||
| 498 | PEAG Holding GmbH, Dortmund | 13,72 | 104 | |||
| Frankreich | ||||||
| 499 | Bionext S.A.S., Venette, Frankreich | 19,18 | 135 | |||
| Spanien | ||||||
| 500 | Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien | 50,00 | 143 |
1) Jahresabschluss nicht 30.09.
2) nach IFRS Vorschriften einbezogen
3) Konzernobergesellschaft
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
① Werthaltigkeit der Firmenwerte
② Bilanzielle Abbildung latenter Steuern
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
① Sachverhalt und Problemstellung
② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
③ Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
① Werthaltigkeit der Firmenwerte
① Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 3.962 Mio € (178 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) der jeweiligen Business Areas zu. Diese Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich jeweils zum Bilanzstichtag oder auch anlassbezogen einem Werthaltigkeitstest (sog. "Impairment-Test") unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Bei der Bestimmung der Nutzungswerte der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird die Discounted Cashflow Methode verwendet, wobei die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Mittelfristplanung des thyssenkrupp Konzerns zugrunde gelegt wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung zukünftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
② Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Mittelfristplanung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Wir haben festgestellt, dass die jeweiligen Firmenwerte und insgesamt die Buchwerte der relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind.
③ Die Angaben der Gesellschaft zu den Firmenwerten und deren Werthaltigkeit sind im Abschnitt 04 des Konzernanhangs enthalten.
② Bilanzielle Abbildung latenter Steuern
① Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden nach Saldierungen und Wertberichtigungen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von 1.733 Mio € (78 % des Konzerneigenkapitals) und passive latente Steuern in Höhe von 48 Mio € (2 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Bilanzierung der aktiven latenten Steuern erfolgte in dem Umfang, in dem es nach den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse anfallen, durch die die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verlust- sowie Zinsvorträge genutzt werden können. Dazu werden, soweit nicht ausreichend passive latente Steuern vorhanden sind, Prognosen über die künftigen steuerlichen Ergebnisse ermittelt, die sich aus der verabschiedeten Planungsrechnung ergeben. Für die Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Von den insgesamt 5.942 Mio € latenten Steueransprüchen des thyssenkrupp Konzerns vor Wertberichtigungen und Saldierungen entfallen 1.214 Mio € auf Verlustvorträge und 225 Mio € auf Zinsvorträge. Von diesen aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge wurden 1.168 Mio € wertberichtigt, da für das jeweilige Steuersubjekt des thyssenkrupp Konzerns nicht von einem ausreichenden zu versteuernden Ergebnis ausgegangen wird. Aus unserer Sicht waren dieser Sachverhalt aufgrund der betragsmäßigen Höhe bzw. der Abhängigkeit von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter von besonderer Bedeutung.
② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Steuersachverhalten und die Angemessenheit der bilanziellen Abbildung beurteilt. Die Werthaltigkeit der aktivierten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in IFRS- und Steuerbilanz haben wir, soweit nicht ausreichende passive latente Steuern vorlagen, auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten steuerlichen Planungsrechnung des thyssenkrupp Konzerns beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.
③ Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind im Konzernanhang im Abschnitt 30 enthalten.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. Februar 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012 / 2013 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.
Essen, den 18. November 2019
**PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer
Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Essen, den 15. November 2019
thyssenkrupp AG
Der Vorstand
Merz
Burkhard
Dietsch
Keysberg
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionäre!
Bevor ich Sie nachfolgend über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2018 / 2019 informiere, gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr: Nachdem Prof. Dr. Ulrich Lehner sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zum 31. Juli 2018 niedergelegt hatte, übernahm zunächst der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms die Führung des Aufsichtsrats. Anschließend wurde Prof. Dr. Bernhard Pellens zum 1. Oktober 2018 und bis zur Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Markus Grolms und Prof. Dr. Bernhard Pellens möchte ich einen ganz besonderen Dank aussprechen, dass sie in der Verantwortung für das Unternehmen und seine Stakeholder den Aufsichtsrat geführt haben. Martina Merz hat dann mit Ablauf der Hauptversammlung den Aufsichtsratsvorsitz übernommen. Ebenfalls zum 1. Februar 2019 wurde Johannes Dietsch vom Aufsichtsrat als Finanzvorstand in den Konzernvorstand bestellt. Seither haben schwer vorhersehbare Ereignisse die Aufsichtsratsarbeit nachhaltig beeinflusst: Das angestrebte Joint Venture von thyssenkrupp Steel Europe mit Tata Steel Europe wurde von der EU-Kommission nicht genehmigt. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Veränderungen der wirtschaftlichen Lage von thyssenkrupp einerseits und der weltwirtschaftlichen Prognose andererseits hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2019 dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, die geplante Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen abzusagen und eine strategische Neuausrichtung von thyssenkrupp zu entwickeln. Um diese Neuausrichtung zu stärken und deren Umsetzung zu beschleunigen, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 27. September 2019 beschlossen, den Vorstand der thyssenkrupp AG neu aufzustellen: Martina Merz, bis dahin Vorsitzende des Aufsichtsrats, wurde mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2019 nach § 105 Abs. 2 AktG aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand entsandt. Während der Entsendung ruht ihr Aufsichtsratsmandat. Martina Merz hat das Amt der Vorstandsvorsitzenden an Stelle des ausgeschiedenen Guido Kerkhoff übernommen. Mit Guido Kerkhoff wie zuvor auch schon mit Dr. Donatus Kaufmann, dem bis dahin für Recht und Compliance zuständigen Vorstandsmitglied, hatte sich der Aufsichtsrat auf die einvernehmliche Beendigung der Vorstandsmandate zum 30. September 2019 geeinigt. Um den anstehenden Herausforderungen im Werkstoffbereich bestmöglich gerecht zu werden, hat der Aufsichtsrat zum 1. Oktober 2019 zusätzlich Dr. Klaus Keysberg, bisher Vorsitzender des Vorstands der Business Area Materials Services, mit Ressortverantwortung für Materials Services und Steel Europe in den Vorstand der thyssenkrupp AG bestellt. Die drei konzernweiten "newtk"-Handlungsfelder "Performance first", "Flexible Portfolio" und "Efficient Organization" werden eng vom Vorstand geführt. Darüber wird regelmäßig in den Sitzungen des Aufsichtsrats und den Sitzungen seiner Ausschüsse berichtet und diskutiert.
Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 / 2019 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Zielen des Unternehmens, der Risikosituation, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Aufbauend auf der Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen zur Beratung vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.
Angesichts der aktuellen Situation haben Aufsichtsrat und Vorstand die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch deutlich intensiviert und in zweiwöchentlichen Sitzungen des Präsidiums mit Teilnahme von Vorstandsmitgliedern schwerpunktmäßig den Rahmen für die strategische Neuausrichtung "newtk" erörtert. An diesen Präsidiumssitzungen nahmen weitere Aufsichtsratsmitglieder sowie externe Berater teil.
Darüber hinaus standen die Vorsitzenden von Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte aller Sitzungen hingewiesen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären. Dies gilt insbesondere auch für Dr. Wolfgang Colberg als Senior Advisor der CVC Advisers (Deutschland) GmbH. Entsprechend seiner Verpflichtung als Mitglied des Aufsichtsrats wahrt Dr. Colberg Vertraulichkeit selbstverständlich auch gegenüber CVC, und seitens CVC liegt eine schriftliche Bestätigung vor, dass Dr. Colberg in etwaige Diskussionen oder Entscheidungen in Bezug auf den thyssenkrupp Konzern nicht einbezogen wird.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr fanden acht Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 97 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben regelmäßig an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen; zu einzelnen Themen und für einzelne Sitzungen hat der Aufsichtsrat auch ohne den Vorstand getagt. Den Aufsichtsratsvorsitz hatte bis zur Hauptversammlung 2019 Prof. Dr. Bernhard Pellens inne. Im Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Martina Merz einstimmig zur Vorsitzenden. Durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 27. September 2019 wurde Martina Merz zum 1. Oktober 2019 aus dem Aufsichtsrat nach § 105 Abs. 2 AktG in den Vorstand der thyssenkrupp AG als Vorstandsvorsitzende für eine Dauer von maximal 12 Monaten entsandt. Während der Entsendung ruht ihr Aufsichtsratsmandat. Für die Dauer ihrer Entsendung wählte der Aufsichtsrat Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018 / 2019 befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2018. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 und stellte damit den Jahresabschluss fest. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2019 erörtert und gebilligt und damit der Jahresabschluss festgestellt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2018 / 2019, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 sowie Fragen der Vorstandsvergütung. Der im Hinblick auf die zunächst geplante Teilung ausgearbeitete Entwurf eines Vergütungssystems für den Vorstand soll auf die neue Organisationsstruktur von "newtk" angepasst und der Hauptversammlung 2021 vorgestellt werden. Berücksichtigt wurde hierbei auch, dass sich die Aktionärsrechterichtlinie II (ARUG II) und die daraus abgeleitete Neufassung des DCGK, die beide Neuregelungen in Bezug auf die Vorstandsvergütung beinhalten werden, noch im Gesetzgebungsverfahren befinden. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen sowie zum Thema Compliance entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS) und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2018 gemäß § 32 WpHG.
Im Rahmen des Berichts zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur strategischen Weiterentwicklung nahmen die Beratungen zur angestrebten Gründung eines Joint Ventures mit Tata Steel Europe sowie zur geplanten Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen einen breiten Raum ein, bis der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2019 vom Vorstand in Kenntnis gesetzt wurde, dass das Joint Venture mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen würde und dass die Teilung in zwei neue Unternehmen nicht empfohlen werden kann. Der Aufsichtsrat stimmte daraufhin dem Vorschlag des Vorstands zu, die Teilung nicht weiter zu verfolgen. Ebenso stimmte der Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgeschlagenen Vorgehen für die strategische Neuausrichtung des Unternehmens und den mittelfristigen Ergebniszielen dieser Neuausrichtung zu.
Standardmäßig hat der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2018 / 2019 jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von Entsprechenserklärungen beschlossen. Die zuletzt abgegebene, gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat steht seit dem 7. Oktober 2019 auf der Website von thyssenkrupp dauerhaft zur Verfügung. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.
Bericht über die Arbeit der Ausschüsse
Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse mit Stand 30. September 2019 ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden haben zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse gestanden.
Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu 29 Sitzungen zusammengekommen. Aufgrund der aktuellen Lage und der Vorbereitung der wegweisenden Sitzungen des Aufsichtsrats und des vorgelagerten Strategieausschusses im Mai 2019 hat das Präsidium beschlossen, im Rahmen von Jour Fixe-Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus zusammenzutreten. Auch nach der Absage der geplanten Teilung des Unternehmens ist die hohe Taktung der Präsidiumssitzungen, an denen themenbezogen Mitglieder des Vorstands sowie unterstützend weitere Mitglieder des Aufsichtsrats und externe Berater teilgenommen haben, beibehalten worden. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategischen Optionen für die einzelnen Business Areas sowie die enge Begleitung der konzernweiten Projekte "Performance first", "Flexible Portfolio" und "People-Centric & Efficient Organization" im Rahmen der strategischen Neuausrichtung "newtk" im Mittelpunkt der Beratungen.
Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2018 / 2019 in 22 Sitzungen die Personalthemen des Konzernvorstands für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren insbesondere die Planung und die Umsetzung der oben geschilderten Veränderungen in der Besetzung des Vorstands sowie allgemeine Vorstandsangelegenheiten sowie die Planung und die Umsetzung für die Neuordnung des Vorstands und die damit verbundenen Maßnahmen zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2018 / 2019 zu sechs Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2019 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stand auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich die Leiter der Konzernfunktionen und Vorstandsmitglieder der Business Areas in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.
Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2018 / 2019 samt zusammengefasstem Lagebericht einschließlich der vollintegrierten nichtfinanziellen Erklärung, des Gewinnverwendungsvorschlags, der zusammengefassten Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zur Unternehmensführung bezüglich der vom Vorstand abgegebenen Erklärungen und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 beschlossen.
Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert. Intensive Beschäftigung erfuhren auch die bilanziellen Konsequenzen im Hinblick auf die geplante - später abgesagte - Teilung von thyssenkrupp sowie die Konzernrichtlinie zur Ermittlung des "Bereinigten EBITDA / EBIT / EBT". Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die CSR-Berichterstattung, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 gemäß § 32 WpHG und der aktuelle Umsetzungsstand der Konzerninitiativen und der Performance-Entwicklung der Business Areas. Vor dem Hintergrund des nicht zustande gekommenen Joint Ventures mit Tata Steel wurde im Ausschuss die Performance-Entwicklung bei der Business Area Steel Europe diskutiert.
Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2018 / 2019 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen - bis zur Absage von Joint Venture und Teilung - die Vorbereitung von Entscheidungsempfehlungen an den Aufsichtsrat sowie die intensive Befassung mit den Mittelfristzielen der Business Areas 2020 / 2021 mit Schwerpunkt auf Components Technologies und Industrial Solutions. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Ratingsituation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.
Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu 18 Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkt der Beratungen war die Vorbereitung der erforderlichen Nachbesetzungen sowie - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für die Anteilseignerseite im Aufsichtsrat.
Für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.
Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss
Die von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2018 / 2019 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 18. November 2019 sowie des Aufsichtsrats am 20. November 2019 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess sowie das Risikofrüherkennungssystem und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und umfassenden Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Gleiches gilt für die vollständig im Lagebricht integrierte CSR-Berichterstattung.
Dem Vorschlag des Vorstands, den Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2018 / 2019 in Höhe von 196.476.542,20 € vollständig in die Gewinnrücklagen einzustellen und auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten, hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und der Finanzlage des Konzerns angeschlossen.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat
Auf der Anteilseignerseite gab es folgende Änderungen: Martina Merz wurde zum 5. und Dr. Wolfgang Colberg wurde zum 29. Dezember 2018 zunächst gerichtlich als Mitglieder des Aufsichtsrats bestellt und anschließend von der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 gewählt. Frau Merz wurde in der direkt anschließenden Aufsichtsratssitzung einstimmig zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter Keitel schied mit Ablauf des 25. Januar 2019 aus dem Aufsichtsrat aus. In seiner Nachfolge wurde Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm mit Wirkung vom 24. April 2019 in den Aufsichtsrat gerichtlich bestellt. Kurz vor Ende des Geschäftsjahres am 26. September 2019 schied Carsten Spohr auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Für ihn wurde Angelika Gifford als Aufsichtsratsmitglied mit Wirkung zum 12. November 2019 gerichtlich bestellt. Ebenfalls mit Wirkung zum 12. November 2019 wurde Dr. Ingo Luge als Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt, nachdem Frau Merz mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 in den Vorstand entsandt wurde. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm mit Wirkung ab dem 1. Oktober gewählt.
Auf der Arbeitnehmerseite schied mit Ablauf der Hauptversammlung 2019 Tekin Nasikkol aus. Ihm folgte Barbara Kremser-Bruttel direkt im Anschluss an diese Hauptversammlung nach. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen. Der Stand der Ausschussbesetzung zum 30. September 2019 ist im Anhang des Geschäftsberichts abgebildet.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2018 / 2019 und die erbrachten Leistungen.
Essen, 20. November 2019
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Vorsitzender
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Ausschüsse des Aufsichtsrats
Stand: 30.09.2019
Präsidium
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Personalausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Markus Grolms
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Dirk Sievers
Prüfungsausschuss
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)
Markus Grolms
Tanja Jacquemin
Dirk Sievers
Dr. Lothar Steinebach
Jens Tischendorf
Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather
Markus Grolms
Susanne Herberger
Peter Remmler
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm
Dirk Sievers
Jens Tischendorf
Nominierungsausschuss
Martina Merz (Vorsitzende)
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather
Prof. Dr. Bernhard Pellens
Carola v. Schmettow
Jens Tischendorf
Erklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gern. § 161 AktG
1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch künftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:
Der Empfehlung in Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex, wonach derjenige, der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsratsgremien von konzernexternen Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen, wahrnehmen soll, wird nicht entsprochen. Martina Merz wurde nach der einvernehmlichen Beendigung des Vorstandsmandats von Guido Kerkhoff mit Wirkung zum 01.10.2019 vorübergehend für maximal 12 Monate in den Vorstand entsandt und zur Vorstandsvorsitzenden bestellt. Das Aufsichtsratsmandat von Martina Merz ruht in dieser Zeit. Martina Merz hat vier Mandate in Aufsichtsratsgremien konzernexterner Gesellschaften, die die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen, wobei sie beabsichtigt, ihr Mandat im Board of Directors der Imerys SA (Frankreich) niederzulegen.
2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Februar 2019 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Nr. 5.4.5 Abs. 1 S. 2 des Kodex entsprochen.
Duisburg/Essen, 01.10.2019
Für den Aufsichtsrat
- Russwurm -
Für den, Vorstand
- Merz -