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thyssenkrupp AG Annual Report 2018

Feb 14, 2019

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Annual Report

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Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017/2018

1. Oktober 2017 – 30. September 2018

Lagebericht der Gesellschaft

- mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst –

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp, das unverändert auf die bisherige Struktur der Business Areas und damit auf den Gesamtkonzern in seiner Struktur bis zum 30. September 2018 (Konzern ohne Steel Americas (AM)) abstellt.

Ergänzend werden die fortgeführten Aktivitäten dargestellt, die den Gesamtkonzern ohne die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten umfassen; letztere enthalten die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen des Konzerns

Profil und Organisation

Profil und Leistungsversprechen

Mit viel Leidenschaft und unserem umfassenden Technologie-Know-how entwickeln wir hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen. Unsere Ingenieurkunst verbinden wir mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Branchen erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren und dazu beizutragen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen. Mit unseren Technologien und Innovationen wollen wir die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit erfüllen, auf den Zukunftsmärkten wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erwirtschaften. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten sind in fünf Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services sowie die nicht fortgeführte Aktivität Steel Europe. Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und Operating Units. In den Konzernabschluss sind 449 Unternehmen sowie 23 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 78 Ländern.

THYSSENKRUPP KONZERN

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Ab 1.10.2018 Herauslösung und Führung durch die thyssenkrupp AG

Seit der Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags (Signing) zum Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten im 50 / 50-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Ende Juni 2018 werden die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss und zum Joint Venture finden Sie in dem Kapitel "Vorbemerkungen" und "Strategie". Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Geschäftsbereiches Industrial Solutions wurde das Marinegeschäft zum 1. Oktober 2018 herausgelöst und wird seitdem unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Damit kann sich Industrial Solutions in Zukunft auf den Transformationsprozess beim Anlagenbau und die damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen konzentrieren.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hat die thyssenkrupp AG am 30. September 2018 die Teilung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen beschlossen. Die genaue Ausgestaltung wird in einem sorgfältigen Prozess unter Einbeziehung der Arbeitnehmervertreter ausgearbeitet. Über die Teilung muss dann die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG entscheiden. Dies könnte in 12 bis 18 Monaten nach Ankündigung vom September 2018 an erfolgen. Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Abschnitt "Strategie".

Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Konzernfunktionen, die Regionen und die Service-Einheiten. Als unsere strategischen Wachstumsregionen haben wir Nord- und Südamerika, Indien sowie die Regionen Asien-Pazifik, Großraum China und Naher Osten & Afrika definiert. Unsere Zentralen in diesen Wachstumsregionen liegen in Chicago, São Paulo, Mumbai, Peking, Singapur und Istanbul. Die Regionen Westeuropa, Zentral- und Osteuropa, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den deutschsprachigen Raum steuern wir über die verschiedenen Konzernfunktionen aus der Zentrale in Essen.

Wir agieren in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Innerhalb dieser Organisation wurden Rollen und Verantwortlichkeiten, Regeln und Standards für die Zusammenarbeit sowie Prozesse und Berichtslinien festgelegt. Die Service-Einheit "Global Shared Services" bündelt ausgewählte Transaktions- und Verwaltungsprozesse in konzerneigenen Servicecentern - dadurch wollen wir sicherstellen, dass wir auch im administrativen Bereich bei Effizienz und Leistungsniveau wettbewerbsfähig bleiben. Im Vordergrund stehen hier Aufgaben, die standortunabhängig erbracht werden können, etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice, im Personalwesen, im Einkauf sowie im Projektumfeld. Neben den beiden deutschen Standorten in Essen und Bochum betreiben wir Center in Danzig (Polen), Porto Alegre (Brasilien) und Thane (Indien). Weitere Center befinden sich derzeit in den Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik im Aufbau.

Strategische Neuausrichtung

Das Geschäftsjahr 2017/2018 war für thyssenkrupp ein Jahr wichtiger strategischer Weichenstellungen. Ende Juni haben wir mit Tata Steel einen Vertrag über den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/ 50-Joint Venture unterzeichnet. Wir erwarten, dass sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mehrere klare Vorteile für uns ergeben werden:

Unserem Stahlbereich eröffnen wir dauerhafte Zukunftsperspektiven in einem herausfordernden Marktumfeld.
Für den Konzern werden sich mit Start des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen - insbesondere die Eigenkapitalquote und das Capital Employed - deutlich verbessern; durch den Übergang von Pensionsverbindlichkeiten aus bestehenden oder ehemaligen Stahlaktivitäten werden sich die Rückstellungen für Pensionen des Konzerns nahezu halbieren.
Den verbleibenden Geschäften werden wir mehr Spielraum verschaffen, um flexibel agieren und Wachstumschancen ergreifen zu können.

Mit Abschluss des Joint-Venture-Vertrages haben wir die Voraussetzung geschaffen, die seit 2011 verfolgte strategische Ausrichtung des Konzerns weiterzuentwickeln. Am 30. September 2018 hat die thyssenkrupp AG die Teilung des Konzerns in zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen beschlossen: Die Industriegüter- und die Werkstoffgeschäfte sollen künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang geführt werden. Die Teilung verbindet industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarktes. Der Vorstand ist überzeugt davon, dass sich die Geschäfte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren können. Beide Unternehmen sollen den Namen thyssenkrupp weiterführen, aber ihre Strategie jeweils eigenständig und unabhängig voneinander weiterentwickeln.

thyssenkrupp Industrials wird aus drei Einheiten bestehen: dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Anlagenbau. Elevator Technology bleibt in seiner heutigen Aufstellung unverändert. Components Technology wird auf das Automobilgeschäft konzentriert. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden aus diesem Bereich ausgegliedert und als werkstoffnahe Geschäfte thyssenkrupp Materials zugeordnet. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der z.B. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bisher bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Damit werden die Automobilkompetenzen in einem Bereich gebündelt. Die dritte Säule der Industriegeschäfte wird in Zukunft der fokussierte Anlagenbau sein. thyssenkrupp Industrials wird demnach ein reines Industriegüterunternehmen. Die global aufgestellten Geschäfte haben attraktives Wachstumspotenzial durch Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung. Davon wollen wir mit unserer Ingenieurkompetenz, Service-Know-how und digitalen Innovationen profitieren.
thyssenkrupp Materials wird aus den folgenden Einheiten bestehen: dem Werkstoffhandel Materials Services, dem 50%-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern, dem Schmiedegeschäft sowie dem Marinegeschäft. Damit entsteht ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint. Im Werkstoffhandel und im Stahlgeschäft haben wir führende Marktpositionen in Europa; mit unserem Schmiedegeschäft, der Produktion von Großwälzlagern sowie im Marineschiffbau gehören wir zu den weltweit führenden Anbietern. Mit der Neuaufstellung können wir diese Marktpositionen ausbauen und aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen nutzen.

Die Teilung in zwei Unternehmen wird als Abspaltung erfolgen. Aktionäre der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung an zwei Unternehmen beteiligt sein: zum einen an der thyssenkrupp Materials AG (bisher thyssenkrupp AG) und zum anderen an der thyssenkrupp Industrials AG. An der thyssenkrupp Materials AG werden die bestehenden Aktionäre weiterhin 100% halten, an der thyssenkrupp Industrials AG zunächst eine deutliche Mehrheit. Der verbleibende Anteil wird anfänglich als Rückbeteiligung von der thyssenkrupp Materials AG gehalten und dient zur Stärkung der Kapitalausstattung der thyssenkrupp Materials AG. Damit soll beiden Unternehmen ein guter Start ermöglicht werden.

Unabhängig von der beabsichtigten Teilung wird thyssenkrupp weiter kontinuierlich an der Verbesserung der Leistungsfähigkeit all seiner Geschäftsbereiche arbeiten. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm "impact" bündeln wir erforderliche Initiativen und Maßnahmen. Die Anfang August 2018 ausgegebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele für die einzelnen Business Areas gelten weiter und sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erreicht werden (siehe Kapitel "Ziele"). Auch an dem Sparprogramm, das wir im Geschäftsjahr 2016/2017 für die Verwaltungskosten angestoßen haben, halten wir fest. Das zeigt insbesondere in der Konzernzentrale bereits Erfolge: insgesamt konnten hier die Kosten im Berichtsjahr um mehr als 158 Mio € auf -377 Mio € reduziert werden. Bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 sollen sie noch einmal deutlich sinken.

Geschäftschancen

Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp aus globalen Megatrends, die mehr und bessere Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das rasante Wachstum der Megastädte und die Globalisierung erhöht sich weltweit die Nachfrage ("mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("besser"). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Gleichzeitig verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.

GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten - so wollen wir den Bedarf nach "mehr" auf immer "bessere" Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.

Mehr zu den Geschäftschancen unserer Business Areas finden Sie im Kapitel "Chancen- und Risikobericht", Abschnitt "Operative Chancen der Business Areas".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M& A).

Im Zuge des jährlichen Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Business Areas langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen müssen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M&A (Mergers & Acquisitions)-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

tkVA

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

FCF vor M&A

Der FCF vor M &A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M& A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Ziele

Finanzielle Ziele

Unser Ziel ist, dass alle unsere Business Areas ihre Leistungsfähigkeit steigern, um dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für den Konzern zu erwirtschaften. Zur Konkretisierung unserer Ambition haben wir für unsere finanziellen Ziele erstmals einen klaren Zeithorizont festgelegt. Mit unseren angestrebten Wachstums- und Ergebnissteigerungen sollen die einzelnen Business Areas sowie unser Anteil am geplanten Stahl-Joint-Venture im Geschäftsjahr 2020/ 2021 in Summe einen Free Cashflow vor M & A von mindestens 1 Mrd € erreichen. Die Ziele für die Business Areas und für Corporate ergeben sich aus Vergleichen, die wir aus den Besten im jeweiligen Wettbewerbsumfeld abgeleitet haben, und sind in ihrer bestehenden Aufstellung sowie unter Berücksichtigung der Umgliederung von Marine Systems im Einzelnen:

Components Technology - Jährliches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich insbesondere durch den erfolgreichen Hochlauf der neuen Werke und Produktionslinien für Lenkungen; dabei Steigerung der Bereinigten EBIT-Marge auf über 7 %
Elevator Technology - Jährliches Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen zur Steigerung des EBIT-Beitrags auf mehr als 1 Mrd € bei einer Bereinigten EBIT-Marge von über 13 % (langfristige Zielmarge 15 %)
Industrial Solutions (ohne Marine Systems) - Rückkehr zu einer Bereinigten EBIT-Marge von rund 6 % durch Neuausrichtung der Sparte auf kleinere und mittelgroße Aufträge sowie Wachstum im margenstarken Service-Geschäft
Marine Systems - Rückkehr zu einer mindestens positiven Bereinigten EBIT-Marge durch bessere Abwicklung der Projekte und Fortsetzung des bereits begonnenen Transformationsprozesses
Materials Services - Verbesserung der Bereinigten EBIT-Marge auf rund 3 % durch Fortsetzung der Digitalisierungsinitiativen mit Effizienzgewinnen in der gesamten Wertschöpfungskette; dabei gleichzeitig Reduktion der Verwaltungskosten
Corporate - Reduktion der Kosten auf deutlich unter 400 Mio €
Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Hochlauf der Dividende des Joint Ventures mit Tata Steel auf einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Betrag durch stringente Umsetzung des Synergienkonzeptes; bis zum Closing des Stahl-Joint-Ventures positiver Beitrag zum Bereinigten EBIT sowie Belastung des Free Cash Flow auch aufgrund des saisonal typischen Aufbaus des Nettoumlaufvermögens

Wir erwarten, dass sich die weiteren Fortschritte auch im Geschäftsjahr 2018/2019 positiv in unseren Kernsteuerungsgrößen niederschlagen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Dennoch erwarten wir für unsere fortgeführten Aktivitäten eine deutliche Verbesserung des Bereinigten EBIT und Free Cashflow vor M& A, sowie einen positiven tkVA für den Konzern.

Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. In unserem strategischen Nachhaltigkeitsmanagement ermitteln wir kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder und entwickeln entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern werden vom Sustainability Committee gesteuert. Das Gremium setzt sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und den Leitern verschiedener Konzernfunktionen zusammen und entscheidet über Maßnahmen und die Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs). Die Umsetzung erfolgt durch die entsprechenden Fach- und Geschäftsbereiche, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.

Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter sogenannte Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Die Zielerreichung beeinflusst über den Nachhaltigkeitsmultiplikator die variable Vergütung des Konzernvorstandes und der Vorstände der Business Areas (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Im Berichtsjahr wurden die meisten Indirekt Finanziellen Ziele erreicht bzw. befinden sich auf einem guten Weg.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Konzern insgesamt Stand 30.09.2017 Stand 30.09.2018 Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 150 GWh in 2017/2018 GWh 330 253 - Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt % 66 83 +17 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt % 85 91 +6 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % % 2,7 2,5 -0,2 %-Pkte. Technologie und Innovationen
Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % % 11,6 12 + 0,4 %-Pkte. Mitarbeiter
2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 /2021 und jedes Jahr Verbesserung von mind. 10% Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 3,1 3,0 -3,3% Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten # 161 173 +12 Einkauf

Zu Energieeffizienz wurde ein neues Ziel beschlossen: im Geschäftsjahr 2018 /2019 sollen Energieeffizienzgewinne von 100 GWh erzielt werden (nur fortgeführte Aktivitäten). Angepasst wurde zudem das Ziel zur F&E-Quote: hier lautet das neue Ziel für die bereinigte F&E-Quote 3,0% (nur fortgeführte Aktivitäten).

Details zu den einzelnen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Geschäftsberichts sowie auf unserer Website.

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Weltwirtschaft weiterhin mit Wachstum, Höhepunkt jedoch überschritten

Im laufenden Jahr hatte sich die Expansion der Weltwirtschaft nach einem mäßigen Beginn zunächst wieder verstärkt, der Höhepunkt der konjunkturellen Dynamik scheint mittlerweile aber überschritten. Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2017 um 3,6% zum Vorjahr deutlich zulegte, dürfte sie 2018 etwas weniger stark um 3,5% wachsen. Für das kommende Jahr wird eine weitere Abschwächung auf 3,3% erwartet. Gleichzeitig zeigt sich die konjunkturelle Entwicklung international wieder stärker differenziert als im vergangenen Jahr. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate 2018 und 2019 - bei einer weiterhin relativ expansiven Geldpolitik - voraussichtlich 2,3 bzw. 2,0% betragen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte sich 2018 und 2019 um 4,5 bzw. 4,4% erhöhen.

Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, wie sich die zahlreichen Krisenherde entwickeln und ob die handelspolitischen Konflikte weiter eskalieren werden. Die angestrebte Normalisierung der Geldpolitik könnte die globale Konjunkturdynamik bremsen. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Zudem haben sich die politischen Unsicherheiten im Euroraum erhöht, wozu insbesondere der Regierungswechsel in Italien beigetragen hat. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Austrittsverhandlungen nach dem "Brexit"-Referendum könnte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. In jüngster Zeit hat zudem die Währungskrise in der Türkei und anderen Schwellenländern Befürchtungen geschürt, es könne zu Instabilitäten auf den internationalen Finanzmärkten kommen, zumal die Auslandsverschuldung einiger Länder in den vergangenen Jahren wegen hoher Leistungsbilanzdefizite deutlich gestiegen ist.

Die Konjunktur im Euro-Raum hat zuletzt spürbar an Dynamik verloren. Nach Zuwächsen von jeweils 0,4% in den ersten beiden Quartalen 2018, jeweils verglichen mit dem Vorquartal, lag die Zuwachsrate im 3. Quartal des laufenden Jahres nach vorläufigen Angaben bei nur noch 0,2%. Vor allem die Exporte litten unter dem drohenden Handelskonflikt mit den USA. Frühindikatoren deuten aktuell darauf hin, dass die Wirtschaft im Euro-Raum zwar weiterhin wächst, sie die außergewöhnlich kräftige Konjunkturdynamik des Vorjahres 2018 aber nicht mehr erreichen kann. Insgesamt erwarten wir für die Wirtschaftsleistung des Euro-Raums ein Plus von 2,1 % und 1,7 % für 2018 und 2019.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im 2. Quartal dieses Jahres ein Plus von 0,5% gegenüber dem Vorquartal, nach 0,4% im 1. Quartal. Hauptursache war ein kräftiger Konsum. Auch die Exporte legten zu, allerdings nicht so stark wie die Importe, sodass der Außenbeitrag das BIP-Wachstum insgesamt bremste. Die Investitionen in Ausrüstungen legten moderat zu. In den kommenden Quartalen dürfte das Expansionstempo der deutschen Wirtschaft spürbar geringer ausfallen; für das 3. Quartal wurde nach vorläufigen Angaben sogar ein leichtes Minus ausgewiesen. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2018 voraussichtlich um 1,8 % zulegen. Für das kommende Jahr rechnen wir angesichts der geringeren Dynamik der weltweiten Konjunktur mit einer weiteren Abschwächung des Wachstums auf 1,6 %.

Die Konjunktur in den USA zeigte sich weiterhin robust. Nach einem schwachen Jahresbeginn gewann die gesamtwirtschaftliche Leistung im 2. Quartal wieder spürbar an Schwung. Steigende Beschäftigung und Einkommen sorgen für eine anhaltend schwungvolle Konsumdynamik. Begünstigt durch die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Steuerreform wurde die Expansion darüber hinaus von einer lebhaften Investitionstätigkeit gestützt. Allerdings dürfte die Konjunkturdynamik in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreicht haben und dann - bei weiter steigendem Zinsniveau und nachlassenden Impulsen seitens der Fiskalpolitik - allmählich nachlassen. In Summe wird die US-Wirtschaft 2018 voraussichtlich um 2,9% wachsen, 2019 um 2,5 %.

In China wird das Wirtschaftswachstum 2018 etwas an Dynamik verlieren: Nach einem Plus von 6,9% im Vorjahr ist für dieses Jahr ein Zuwachs von 6,6% zu erwarten, für 2019 ein weiterer Rückgang der Wachstumsrate auf 6,2 %. Hintergrund ist die Absicht der Regierung, Risiken wie die hohe Unternehmensverschuldung und die Überhitzung des Immobilienmarktes einzudämmen. Ferner ist geplant, den Strukturwandel der Wirtschaft hin zu wertschöpfungsintensiveren Industrien und Dienstleistungen zu beschleunigen.

Die indische Wirtschaft expandierte bis zuletzt kräftig, begünstigt durch einen lebhaften privaten Konsum und eine höhere Investitionstätigkeit. Für den weiteren Konjunkturverlauf allerdings haben sich die Erwartungen etwas eingetrübt, da die Unsicherheit an den Finanzmärkten weltweit zu ungünstigeren Finanzierungsbedingungen geführt hat. Insgesamt wird das BIP in Indien 2018 mit 7,2% kräftig zulegen. Das Jahr 2019 dürfte dann eine leichte Wachstumsabschwächung auf 7,1% bringen.

In Brasilien kam das Wirtschaftswachstum in den ersten beiden Quartalen 2018 kaum über Stagnation hinaus. Belastet wird die Konjunktur unter anderem durch die politische Lage und die Unsicherheit im Hinblick auf den zukünftigen Kurs der neuen Regierung. Für das Gesamtjahr 2018 rechnen wir daher mit einem schwachen Plus von nur 1,2 %, für 2019 mit einem moderaten BIP-Zuwachs von 2,2 %.

Die Wirtschaft Russlands bleibt aufwärtsgerichtet, kann aber keine große Dynamik entwickeln. Belastend wirken der aktuelle Rückzug von Investoren aus Anlagen in den Schwellenländern sowie die Ankündigung weiterer US-Sanktionen. Insgesamt dürfte die russische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,8% zulegen und 2019 mit 1,6% etwas weniger expandieren.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognose

Entwicklung der Industriekonjunktur mit zunehmenden Unsicherheiten behaftet

Automobilbau - Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird 2018 und 2019 voraussichtlich langsamer wachsen als in den Vorjahren. Im Gesamtjahr 2018 ist nur mit einer leichten Erhöhung um 0,5% auf 92,7 Mio Einheiten zu rechnen, 2019 mit einer Zunahme von unter 2 % auf dann 94,3 Mio Einheiten. Die weltweiten Märkte zeigen weiterhin eine heterogene Entwicklung: Für den weltgrößten Produktionsstandort China wird unerwartet, aufgrund einer schwächeren zweiten Jahreshälfte, für 2018 eine Stagnation prognostiziert. Für 2019 wird ein moderates Wachstum von knapp über 3% auf 28,6 Mio produzierte Einheiten erwartet. Dieses Wachstum liegt deutlich unterhalb der Wachstumswerte der Vorjahre. In Westeuropa kam es aufgrund der Einführung neuer Abgasnormen in der ersten Jahreshälfte 2018 zu unerwarteten Vorzieheffekten. Jedoch wird ein gegenläufiger Effekt für die zweite Jahreshälfte 2018 prognostiziert, sodass die Automobilproduktion in 2018 voraussichtlich zurückgehen wird (-1,6%). Für 2019 wird gegenwärtig eine Stagnation des westeuropäischen Marktes erwartet. Auch die deutsche Automobilproduktion wird wohl, nach dem schwächeren Vorjahr, 2018 erneut rückläufig sein: Erwartet wird eine Produktionsmenge von knapp 5,4 Mio Einheiten, 5,8% weniger als im Vorjahr. 2019 erwarten Beobachter derzeit eine Seitwärtsbewegung des Marktes. In den USA, wo 2017 ein drastischer Produktionsrückgang um 8,5% zu verzeichnen war, dürfte sich die Lage wieder stabilisieren. Hier wird für 2018 und 2019 jeweils ein schwaches Wachstum von 0,7% und 0,8% erwartet. In Indien setzt der Automobilsektor sein starkes Wachstum unverändert fort. Mit einem Produktionsplus von voraussichtlich 8,2% im laufenden und 5,4% im kommenden Jahr könnte dort mit 5 Mio Einheiten eine wichtige Schwelle überschritten werden. Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Erreichen der Talsohle 2016 damit, sich zu erholen, und konnte 2017 um etwa 26 % zulegen. Für 2018 und 2019 werden Wachstumsraten in Höhe von 8,7 bzw. 3,6% prognostiziert. Damit würde die dortige Produktion 2019 auf gut 2,9 Mio Einheiten ansteigen, das entspricht rund 85% der Produktion im bisherigen Spitzenjahr 2013.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2017 20181) 20191)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 92,2 92,7 94,3
Westeuropa (inkl. Deutschland) 14,7 14,5 14,5
Deutschland 5,7 5,4 5,4
USA 10,9 11,0 11,1
Mexiko 3,9 4,0 4,0
Japan 9,2 9,2 9,2
China 27,7 27,7 28,6
Indien 4,4 4,7 5,0
Brasilien 2,6 2,8 2,9
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 3,9 4,5 2,1
USA 7,2 3,7 3,1
Japan 8,2 4,9 1,5
China 11,0 8,8 4,0
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 3,2 2,9 2,8
USA 0,7 3,0 2,1
China 4,4 4,8 4,2
Indien 1,9 8,8 7,5

1) Prognose

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Maschinenbau - Der weltweite Maschinenbau wächst in 2018. Im kommenden Jahr wird der Produktionszuwachs, insbesondere aufgrund einer weniger dynamischen Investitionsgüterkonjunktur, allerdings spürbar geringer ausfallen. In China etwa dürfte die Wachstumsrate 2018 mit voraussichtlich rund 9 % nur leicht geringer ausfallen als im Vorjahr, 2019 jedoch wegen der gesamtwirtschaftlichen Abschwächung auf nur noch 4% zurückfallen. Der US-Maschinenbau wird 2018 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein solides Produktionsplus von 3,7 % vorweisen, was insbesondere auf den Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2019 erwarten wir einen etwas geringeren Zuwachs. Auch der europäische Maschinenbau schwenkt, nach einem kräftigen Produktionszuwachs 2017, im laufenden Jahr mit einem Plus von gut 4% auf eine etwas gemäßigtere Wachstumsroute ein; 2019 wird sich die Steigerungsrate im Zuge der globalen Konjunkturabschwächung auf rund 2 % halbieren.

Der deutsche Maschinenbau verzeichnete 2017 ein solides Produktionsplus von 3,9 %, die Bestellungen konnten im Vergleich zum Vorjahr sogar um 8% zulegen. Bis September 2018 stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6 %. Dabei wurde bei der Inlandsnachfrage ein Plus von 9% erzielt, die Auslandsaufträge zogen um 5% an. Mit 91% erreichte die Kapazitätsauslastung der Branche nach 2009 einen neuen Höchststand. Insgesamt ist für dieses Jahr aufgrund der soliden Auftragsentwicklung - eine Folge der allgemein regen Investitionstätigkeit - von einem Produktionszuwachs in der Größenordnung von 4,5% auszugehen. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum angesichts zunehmender protektionistischer Maßnahmen und verschärfter Handelsauseinandersetzungen mit rund 2 % dann aber deutlich schwächer ausfallen.

Bauwirtschaft - Die Bautätigkeit im Euro-Raum wird 2018 und 2019 voraussichtlich um 3,3 bzw. 2,6% zulegen. Für Deutschland wurde - nach einer Wachstumsrate von 3,2% im Vorjahr - im bisherigen Jahresverlauf 2018 ein Plus von 2,8% gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Auf absehbare Zeit dürfte der Wohnungsbau weiterhin von mehreren Faktoren profitieren, allen voran dem anhaltenden Bedarf an Mietwohnungen in den Ballungszentren, dem soliden Arbeitsmarkt und den weiterhin niedrigen Hypothekenzinsen. Auch die Bautätigkeit öffentlicher Auftraggeber sollte weiter zulegen; dafür sprechen die gute Kassenlage bei den Kommunen und erhöhte Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege. In Summe dürfte die deutsche Bauwirtschaft 2018 und 2019 einen Zuwachs von je rund 3 % verzeichnen. Einer stärkeren Steigerungsrate sind mittlerweile durch Kapazitätsengpässe zunehmend Grenzen gesetzt. In China wird das Wachstum in der Bauwirtschaft 2018 auf rund 5 % steigen, bevor es im kommenden Jahr auf rund 4% zurückgeht. Grund hierfür ist die Bestrebung der Regierung, die Überhitzung des Immobilienmarktes insbesondere in den Großstädten einzudämmen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich derzeit uneinheitlich, vor allem die Baubeginne und Baugenehmigungen der vergangenen Monate signalisieren keine klare Tendenz. Die Hauspreise hingegen legten zuletzt um rund 6,5% gegenüber dem Vorjahr zu (gemäß S&P Case-Shiller Hauspreis-Index, 20 Metropolregionen). Nach einem eher schwachen Jahr 2017 wird erwartet, dass die US-Bautätigkeit 2018 um rund 3% und im kommenden Jahr um rund 2% steigen wird.

Stahlmarkt - Eine trotz der zunehmenden geopolitischen und außenwirtschaftlichen Unwägbarkeiten und Spannungen überwiegend robuste internationale Konjunktur lässt die Stahlnachfrage 2018 erneut wachsen, wobei für die zweite Jahreshälfte eine schwächere Dynamik erwartet wird. Für das Gesamtjahr zeichnet sich damit eine Zunahme der weltweiten Nachfrage um rund 2% auf 1,66 Mrd t Walzstahl ab. Dabei wächst der chinesische Stahlmarkt entgegen den Prognosen zum Jahresbeginn weiter, was im Wesentlichen dem Bausektor und seinem hohen Stahlbedarf zu verdanken ist. In Summe ist auch in China real, um statistische Sondereffekte bereinigt, mit einem Plus von 2% zu rechnen. In den USA und der EU dürfte die Stahlnachfrage ebenfalls um jeweils gut 2% zulegen, wobei der deutsche Stahlmarkt - auf bereits hohem Niveau - nur noch um knapp 1% wachsen wird. Überdurchschnittlich expandieren die Stahlmärkte in den Schwellenländern ohne China, insbesondere in Indien und den ASEAN-Staaten. Die japanische Stahlnachfrage hingegen stagniert, und in Südkorea ist sie im zweiten Jahr in Folge rückläufig. Auch in der Türkei deutet sich mittlerweile ein Rückgang an. Seit Mitte 2018 sind die Stahlmärkte weltweit immer stärker von Wechselkurs- und (handels-)politischen Entwicklungen geprägt. Die anhaltenden strukturellen Überkapazitäten und zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen -eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte - belasten weiterhin die Konjunktur, vor allem in Europa.

Der Markt für Qualitätsflachstahl in der EU wuchs in den ersten acht Monaten 2018 um rund 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, gestützt durch ein fortgesetzt solides Wachstum der stahlverarbeitenden Industriezweige, insbesondere der Automobilindustrie. Für die europäische Stahlindustrie, die ihren Versand leicht steigern konnte, blieb das Wettbewerbsumfeld dennoch herausfordernd. Zwar waren die Importe aus China als Folge der Handelsschutzmaßnahmen weiter rückläufig, andere Länder jedoch - vornehmlich die Türkei und Russland, aber auch kleinere, zunehmend exportorientierte Länder - erhöhten ihre Lieferungen in die EU. In Summe übertrafen die Qualitätsflachstahl-Importe der EU aus Drittländern im Durchschnitt der ersten acht Monate 2018 das bereits hohe Vorjahresvolumen um rund 2%. Für die folgenden Monate ist zu erwarten, dass der Importdruck zumindest nicht weiter steigt, denn im Juli sind die vorläufigen Schutzklauselmaßnahmen in Kraft getreten, mit denen die EU Handelsumlenkungen als Folge der US-Zollpolitik entgegentritt. Die Spotmarktpreise im europäischen Flachstahlmarkt zeigten sich 2018 überwiegend fest - bei zunächst weiter gestiegenen Rohstoffnotierungen, robuster Stahlnachfrage und nur begrenzter Verfügbarkeit preislich wettbewerbsfähiger Importofferten. Nach einer temporären Schwäche im Frühsommer - im Wesentlichen bedingt durch unsichere Markterwartungen - zogen die Stahlpreise im August und September überwiegend wieder leicht an.

In 2019 dürfte die weltweite Stahlnachfrage bei gedämpften gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und deutlich gestiegenen Risiken langsamer steigen, um etwa 1 bis 2%. In China wird der Stahlmarkt voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren; für die übrigen Schwellenländer rechnen wir im Durchschnitt mit weiterhin soliden und überdurchschnittlichen Nachfragezuwächsen, wobei Indien und die ASEAN-Staaten wieder am stärksten zulegen dürften. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage nur verhalten steigen. In den USA rechnen wir mit einem Wachstum von 1 %, in der EU und in Deutschland mit jeweils annähernd 2 %. Angesichts der anhaltenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

thyssenkrupp bringt strategische Neuausrichtung auf den Weg

Im Berichtsjahr erreichte thyssenkrupp mit der Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags zum Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten im 50/50-Gemeinschaftsunternehmen thyssenkrupp Tata Steel einen wichtigen Meilenstein. Um die Transformation des Konzerns nun weiter voranzutreiben und den Geschäften eine fokussierte Aufstellung zu ermöglichen, wurde gegen Ende des Geschäftsjahres entschieden, den Konzern in die thyssenkrupp Industrials AG und die thyssenkrupp Materials AG zu teilen. Die Unternehmen sollen künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang geführt werden. Neben einer Reduktion der Komplexität des Unternehmens, erlaubt die Teilung beiden Unternehmen, unabhängig voneinander, schneller und zielgerichteter auf die jeweiligen Kunden und Märkte zu reagieren und Investoren mit unterschiedlicher Ausrichtung anzusprechen. Mehr Informationen zu unserer strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT hinter unseren gesteckten Zielen zurück. Insbesondere die unzureichende Auftragslage sowie zusätzliche Projektaufwendungen bei Industrial Solutions sowie Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen bei Components Technology die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve neuer Werke. Signifikant gegenläufige Effekte aus Wechselkursen und die im Laufe des Jahres angestiegenen Materialkosten belasteten sowohl Components Technology als auch Elevator Technology. Hingegen verzeichneten unsere Werkstoffgeschäfte Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) insbesondere durch das anhaltend stabile und hohe Preisgefüge auf den Roh- und Werkstoffmärkten in Summe eine deutliche Ergebnisverbesserung. Bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) belasteten jedoch im 4. Quartal Produktionseinschränkungen aufgrund des Niedrigwassers des Rheins sowie der geringere Versand als Folge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie. Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant, hauptsächlich infolge der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten. Über alle Geschäfte hinweg unterstützten EBIT-Effekte in Höhe von 890 Mio € aus unserem Effizienzprogramm "impact".

Der Jahresüberschuss lag im Berichtsjahr, insbesondere infolge der Entwicklung des Bereinigten EBIT, deutlich unter dem Vorjahr. Zusätzlich belastete eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren sowie Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Zusammenhang mit dem Stahl-Joint-Venture, während sich das Zinsergebnis verbesserte.

Der FCF vor M& A verbesserte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch insbesondere aufgrund des geringen Auftragseingangs und hoher Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand bei Industrial Solutions im Gesamtjahr negativ. Der stark positive FCF vor M& A im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht mehr kompensieren.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit 2,4 Mrd € deutlich über dem Vorjahreswert (2,0 Mrd €). Ausschlaggebend waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A sowie die Dividendenzahlung.

Das Eigenkapital des Konzerns lag bei 3,3 Mrd € (Vorjahr 3,4 Mrd €). Dabei überkompensierten vor allem die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung und aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenzahlungen, den im Berichtsjahr erzielten Jahresüberschuss.

Zum Bilanzstichtag lag das Gearing bei 72,2% (Vorjahr: 57,5%). Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 6,6 Mrd € (30. September 2018) sowie einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Leistungsprofil verbessert

Das Leistungsprofil von thyssenkrupp hat sich in vielen Bereichen verbessert. Components Technology setzte die Wachstums- und Regionalisierungssstrategie weiter fort. Die positive Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre konnte im Berichtsjahr jedoch aufgrund der oben genannten Einflussfaktoren nicht fortgesetzt werden. Mit den Investitionen der vergangenen Jahre hat Components Technology allerdings eine solide Basis geschaffen, um das Wachstum zukünftig weiter voranzutreiben; das sollte sich auch entsprechend im Ergebnis niederschlagen. Elevator Technology hat seine Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortgesetzt und wichtige strategische Meilensteine des Wachstumskonzepts erreicht. Negative Wechselkurseffekte sowie gestiegene Materialpreise in China belasteten jedoch Ergebnis und Marge. Bei Industrial Solutions wurde ein umfangreiches Transformationsprogramm gestartet, das zusätzlich zu den bisher angestoßenen Maßnahmen die Kosten weiter senken und die Trendwende beim Auftragseingang - durch den Fokus auf kleinere und mittelgroße Aufträge - einläuten soll. Materials Services setzte auch weiterhin Initiativen für den digitalen Wandel fort: Mit diesen sollen in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz gesteigert werden. Bei Corporate schreiten die Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten schneller als geplant voran. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) konnte aufgrund höherer durchschnittlicher Nettoerlöse Ergebnis und Marge deutlich steigern, auch unterstützt durch Effizienzmaßnahmen. Die Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags mit Tata Steel soll eine dauerhafte Zukunftsperspektive schaffen und die strukturellen Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie angehen.

Mit Blick auf das Erreichte sehen wir dem neuen Geschäftsjahr optimistisch entgegen und gehen für unsere fortgeführten Aktivitäten von einer Steigerung des Bereinigten EBIT aus.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der Prognose-, Chancen- und Risikobericht.

In den folgenden Tabellen sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Gesamtkonzerns, des Konzerns ohne Steel Americas (AM) sowie der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt1) Konzern ohne Steel Americas (AM)1)
2016/2017 2017/2018 Veränderung in % 2016/2017
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 44.288 42.754 -1.534 -3 42.756
Umsatz Mio € 42.971 42.745 -226 -1 41.447
EBIT2) Mio € 687 1.045 358 52 1.150
EBIT-Marge % 1,6 2,4 0,8 53 2,8
Bereinigtes EBIT2) Mio € 1.910 1.551 -359 -19 1.722
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,4 3,6 -0,8 -18 4,2
Ergebnis vor Steuern Mio € 61 668 607 ++ 765
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € -591 60 650 ++ 271
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -649 8 658 ++ 212
Ergebnis je Aktie -1,15 0,01 1,16 ++ 0,37
Operating Cashflow Mio € 610 1.184 575 94 483
Cashflow für Investitionen Mio € -1.666 -1.386 280 17 -1.535
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.545 87 -1.458 -94 1.539
Free Cashflow3) Mio € 489 -115 -603 -- 487
Free Cashflow vor M & A3) Mio € -798 -134 665 83 -855
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio € 1.957 2.364 407 21
Eigenkapital (30.09.) Mio € 3.404 3.274 -130 -4
Gearing (30.09.) % 57,5 72,2 14,7 26
ROCE % 4,1 6,6 2,5 61
thyssenkrupp Value Added Mio € -651 -217 434 67
Dividende je Aktie 0,15 0,154) - -
Ausschüttung Mio € 93 934) - -
Mitarbeiter (30.09.) 158.739 161.096 2.357 1
Konzern ohne Steel Americas (AM)1)
2017/2018 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 42.754 -3 0
Umsatz 42.745 1.298 3
EBIT2) 1.045 -105 -9
EBIT-Marge 2,4 -0,3 -12
Bereinigtes EBIT2) 1.551 -171 -10
Bereinigte-EBIT-Marge 3,6 -0,5 -13
Ergebnis vor Steuern 668 -97 -13
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern 60 -211 -78
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 8 -204 -96
Ergebnis je Aktie 0,01 -0,36 -96
Operating Cashflow 1.184 701 145
Cashflow für Investitionen -1.386 149 10
Cashflow aus Desinvestitionen 87 -1.452 -94
Free Cashflow3) -115 -602 --
Free Cashflow vor M & A3) -134 721 84
Netto-Finanzschulden (30.09.)
Eigenkapital (30.09.)
Gearing (30.09.)
ROCE
thyssenkrupp Value Added
Dividende je Aktie
Ausschüttung
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Vorschlag an die Hauptversammlung.

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern - Fortgeführte Aktivitäten1)
2016/2017 2017/2018 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 35.357 35.133 -224 -1
Umsatz Mio € 33.993 34.777 785 2
EBIT Mio € 658 464 -194 -29
EBIT-Marge % 1,9 1,3 -0,6 -31
Bereinigtes EBIT Mio € 1.164 706 -459 -39
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,4 2,0 -1,4 -41
Ergebnis vor Steuern Mio € 329 163 -165 -50
Ergebnis nach Steuern Mio € 12 -198 -210 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -39 -245 -206 --
Ergebnis je Aktie -0,07 -0,39 -0,33 --
Operating Cashflow Mio € 27 185 157 ++
Cashflow für Investitionen Mio € -959 -935 24 2
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.511 66 -1.445 -96
Free Cashflow21 Mio € 579 -684 -1.264 --
Free Cashflow vor M & A2) Mio € -763 -678 84 11
Mitarbeiter (30.09.) 129.441 131.606 2.165 2

1) Siehe Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

Prognose-Ist-Vergleich

Die Entwicklung der zu Beginn des Berichtsjahres gesetzten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A sowie das Ziel für den Jahresüberschuss blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Das Ziel für die Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) wurde erreicht.

Unser Ziel für das Bereinigte EBIT konnten wir insbesondere durch zusätzliche Projektaufwendungen bei Industrial Solutions im 3. Quartal nicht erfüllen. Zudem fiel bei Industrial Solutions aufgrund der unbefriedigenden Auftragslage der Umsatz geringer aus als erwartet, was zu Unterauslastung und damit verbundenem Druck auf das Ergebnis führte. Die entsprechende Anpassung unseres Bereinigten EBIT-Ziels an das untere Ende - der am Anfang des Geschäftsjahres prognostizierten Bandbreite - haben wir im 9-Monatsbericht vorgenommen. Diese Anpassung reflektiert außerdem - die entgegen unseren Annahmen - eingetretene signifikante Wechselkurseffekte sowie die höher als erwarteten Materialkosten bei Components Technology und Elevator Technology. Hinzu kamen bei Components Technology die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve unserer neuen Werke. Gleichzeitig entwickelten sich Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) insbesondere infolge des anhaltend stabilen und hohen Preisgefüges auf den Roh- und Werkstoffmärkten besser als erwartet. Das im 9-Monats-bericht formulierte Ziel für das Bereinigte EBIT des Konzerns konnten wir jedoch infolge von Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology nicht halten. Zusätzlich belasteten bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) Produktionseinschränkungen aufgrund des Rhein-Niedrigwassers sowie niedrigere Auslieferungen infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie. Auch das Ergebnis von Elevator Technology lag aufgrund anhaltenden Kostendrucks unter den Erwartungen.

Maßgebliche Beiträge zum Ergebnis lieferte erneut unser Konzernprogramm: Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für 2017/2018, unsere Kosten mittels "impact" um 750 Mio € zu senken, konnten wir mit Einsparungen von 890 Mio € erneut deutlich übertreffen.

Unser Ziel, den Jahresüberschuss deutlich zu steigern, haben wir insbesondere infolge der Entwicklung des Bereinigten EBIT nicht erreicht. Zusätzlich belastete eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren sowie Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Zusammenhang mit dem Stahl-Joint-Venture.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesetzte Ziel, einen wieder positiven Free Cashflow vor M &A (FCF vor M &A) zu erwirtschaften, haben wir nicht erreicht. Dies war im Wesentlichen der Entwicklung bei Industrial Solutions - geringer als erwarteter Auftragseingang und hohe Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand - geschuldet. Die im 9-Monatsbericht entsprechend aktualisierte Prognose für den FCF vor M&A haben wir erreicht.

Der tkVA des Konzerns stieg deutlich, blieb jedoch weiterhin negativ. Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Wegfall des negativen tkVA-Beitrags der veräußerten Business Area Steel Americas und höheren Beiträgen von Elevator Technology und Materials Services.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".

Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden sowie die finalen Zahlen 2017/2018:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017/2018

Prognose imGeschäftsbericht 2016/2017 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2017/2018 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2017/2018 Ist Geschäftsjahr 2017/2018
Konzernumsatz Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich +3 %;auf vergleichbarer Basis: +5 %
Components Technology Wachstum im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich +4 %;auf vergleichbarer Basis: +8%
Elevator Technology Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich Auf Vorjahresniveau Leicht unter Vorjahr -2%;auf vergleichbarer Basis: +4 %
Industrial Solutions Anstieg im knapp zweistelligen Prozentbereich Auf Vorjahresniveau Leicht unter Vorjahr -9%;auf vergleichbarer Basis: -10 %
Materials Services +7 %;auf vergleichbarer Basis: +9 %
Steel Europe(nicht fortgeführte Aktivität) +6 %;auf vergleichbarer Basis: +7 %
Bereinigtes EBIT (Konzern) 1,8 - 2,0 Mrd € Rund 1,8 Mrd € Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 171 Mio € auf 1.551 Mio €
Components Technology Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge Marge auf Vorjahresniveau Bereinigtes EBIT unter Vorjahr; vor Wechselkurseffekten und gestiegenen Materialkosten über Vorjahr Rückgang um 180 Mio € auf 197 Mio €
Elevator Technology Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge um 0,5 bis 0,7 %-Punkte Marge mindestens auf Vorjahresniveau Bereinigtes EBIT und Marge leicht unter Vorjahr, auf vergleichbarer Basis über Vorjahr Rückgang um 56 Mio € auf 866 Mio € bei rückläufiger Marge um 0,5 %-Punkte auf 11,5 %
Industrial Solutions Deutliche Verbesserung; Marge mit Verbesserung, jedoch merklich unter Zielkorridor Signifikante Ergebnissteigerung im Verlauf des 2. Halbjahres Bereinigtes EBIT deutlich negativ Rückgang um 366 Mio € auf -255 Mio € bei Margenrückgang auf -5,1%
Materials Services Leicht unter Vorjahr Nahe Vorjahreswert Verbesserung um 5 Mio € auf 317 Mio €
Steel Europe(nicht fortgeführte Aktivität) Unter Berücksichtigung begrenzter Visibilität auf Vorjahresniveau; bei Annahme von anhaltend stabilen und hohem Preisgefüge über Vorjahr In Annahme eines anhaltend stabilen und hohen Preisgefüges deutlich über Vorjahr Deutlich über Vorjahr, zudem Aussetzungen der Abschreibungen Verbesserung um 140 Mio € auf 687 Mio €
Jahresüberschuss (Konzern) Deutliche Steigerung Rückgang um 211 Mio € auf 60 Mio €
tkVA (Konzern) Deutliche Verbesserung Anstieg um 434 Mio € auf -217 Mio €
FCF vor M & A (Konzern) Positiv Negativ Verbesserung um 721 Mio € auf -134 Mio €
Investitionen (Konzern) Rund 1,5 Mrd € Rückgang um 149 Mio € auf 1.386 Mio €

Geschäftsentwicklung im Konzern

Geschäftsverlauf

Leichtes Umsatzwachstum bei stabilem Auftragseingang, Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

Der Auftragseingang konnte den hohen Vorjahreswert halten. Während Components Technology einen neuen Rekord verzeichnete, belastete insbesondere das schwache Marktumfeld bei Industrial Solutions und die damit verbundenen ausbleibenden Großaufträge. Der Umsatz verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 3%. Dabei kompensierte die insbesondere preisbedingte deutliche Umsatzsteigerung der Werkstoffgeschäfte den rückläufigen Umsatz bei Industrial Solutions. Das Bereinigte EBIT lag insbesondere infolge zusätzlicher Aufwendungen bei Industrial Solutions im Rahmen einer umfangreichen Projektanalyse durch die Neubewertung einzelner Projekte sowie Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology deutlich unter dem Vorjahr. Unterstützend wirkten EBIT-Effekte aus Kostensenkungen und Effizienzgewinnen in Höhe von 890 Mio € aus dem Konzernprogramm "impact". Davon entfielen rund 700 Mio € auf die fortgeführten Aktivitäten.

AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Components Technology 7.674 7.861 2 6
Elevator Technology 7.834 7.853 0 5
Industrial Solutions 6.490 5.188 -20 -21
Materials Services 13.760 14.544 6 8
Steel Europe 8.969 9.157 2 3
Corporate 287 190 -34 -34
Konsolidierung -2.257 -2.040 - -
Konzern ohne AM 42.756 42.754 0 2
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.531 0 -- --
Konzern insgesamt 44.288 42.754 -3 -1
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 7.399 7.621 3
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.531 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 35.357 35.133 -1 2

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Auftragseingang auf hohem Vorjahresniveau

Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte Components Technology, Elevator Technology und Industrial Solutions blieb insgesamt unter dem hohen Vorjahreswert. Im Komponentengeschäft markierte er trotz gegenläufiger Währungseffekte einen neuen Höchstwert. Ein insgesamt robustes Nachfragewachstum für Pkw-Komponenten in Westeuropa und China glich dabei die rückläufige Nachfrage in den USA aus. Das Marktumfeld für schwere Nutzfahrzeuge entwickelte sich, insbesondere dank der guten Entwicklung in den USA, weiterhin positiv. Die Nachfrage nach Industriekomponenten im Bereich Windenergie blieb weiterhin schwach, während sich die Nachfrage nach Baumaschinenkomponenten weiter von einem niedrigen Niveau aus erholte. In der Aufzugssparte lag der Auftragseingang trotz gegenläufiger Wechselkurseffekte (im Wesentlichen US Dollar, Chinesischer Yuan, Brasilianischer Real) auf dem starken Vorjahrsniveau; auf vergleichbarer Basis verzeichnete er einen Anstieg. Der Auftragsbestand lag mit 5,1 Mrd € (exkl. Service) über dem hohen Vorjahreswert.

Industrial Solutions lag infolge zurückhaltender Vergabe von Großprojekten deutlich unter Vorjahr. Insbesondere Marine Systems, das im Vorjahr noch von zwei Großaufträgen im Unter- und Überwasserbereich profitierte, verzeichnete im Berichtsjahr lediglich kleinere und mittelgroße Aufträge. Während die Nachfrage für Zementanlagen aufgrund der in den letzten Jahren aufgebauten Kapazitäten rückläufig blieb, zog die Nachfrage im Mining Geschäft weiter an. Im Chemieanlagenbau sorgten ein Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn und ein mittelgroßer Raffinerie-Auftrag in Deutschland zwar für einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, dennoch blieb die Auftragslage aufgrund von zurückhaltendem Investitionsverhalten bei Großprojekten seitens der Kunden, insbesondere im Bereich Düngemittel, weiterhin angespannt. Im Bereich System Engineering erreichte der Auftragseingang einen neuen Höchstwert, insbesondere aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie.

In unseren Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) übertraf der Auftragseingang den Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die anhaltend stabilen und hohen Preise auf den Roh- und Werkstoffmärkten zurückzuführen.

UMSATZ NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)

in %
Components Technology 7.571 7.875 4 8
Elevator Technology 7.674 7.554 -2 4
Industrial Solutions 5.522 5.020 -9 -10
Materials Services 13.665 14.652 7 9
Steel Europe 8.915 9.470 6 7
Corporate 278 329 18 18
Konsolidierung -2.179 -2.156 - -
Konzern ohne AM 41.447 42.745 3 5
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.525 0 --
Konzern insgesamt 42.971 42.745 -1 2
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 7.454 7.968 7
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.525 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 33.993 34.777 2 5

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Leichtes Umsatzwachstum

Die Umsatzentwicklung der Industriegütergeschäfte folgte dem Auftragseingang. Trotz gegenläufiger Währungseffekte sorgten steigende Auslieferungen bei Automobilkomponenten sowie Kurbelwellen für schwere Nutzfahrzeuge insbesondere in den USA für einen neuen Rekordumsatz bei Components Technology. Der Umsatz von Elevator Technology lag insbesondere währungsbedingt leicht unter Vorjahr, stieg jedoch auf vergleichbarer Basis. Bei Industrial Solutions führten der schwächere Auftragseingang sowie der geringere Projektfortschritt bei Aufträgen von Marine Systems zu einem deutlich rückläufigen Umsatz. System Engineering, der Zementanlagenbau und Mining konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr stabil halten.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2017/2018

in %

In den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) stiegen die Umsätze deutlich. Insbesondere die durchschnittlich höheren Nettoerlöse führten bei stabilem Versand zu einem deutlichen Umsatzanstieg bei Steel Europe.

Die regionale Umsatzverteilung war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von rund 32 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 20 % stabil blieb, sowie das Geschäft mit Westeuropa. Im Großraum China blieb der Umsatzanteil mit rund 7% unverändert.

Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 28% die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponenten- und Stahlgeschäft (nicht fortgeführte Aktivität). Es folgten der Handel sowie der Maschinen- und Anlagenbau, der relativ und absolut an Bedeutung gewinnen konnte. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war leicht rückläufig, während die Bauwirtschaft unverändert blieb.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

BEREINIGTES EBIT NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Components Technology 377 197 -48
Elevator Technology 922 866 -6
Industrial Solutions 111 -255 --
Materials Services 312 317 2
Steel Europe 547 687 26
Corporate -535 -377 29
Konsolidierung -12 117 -
Konzern ohne AM 1.722 1.551 -10
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 189 0 --
Konzern insgesamt 1.910 1.551 -19
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 558 846 52
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 189 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten1) 1.164 706 -39

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag deutlich unter dem des Vorjahres, trotz nachhaltig wirksamer Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch die zusätzlichen Aufwendungen bei Industrial Solutions im Rahmen einer umfangreichen Projektanalyse durch die Neubewertung einzelner Projekte im 3. Quartal. Negativ zu Buche schlugen dabei vor allem höhere erwartete Gesamtkosten, insbesondere bei einem Marineprojekt in der Türkei, einer Zementanlage in Saudi-Arabien und einem Bioheizkraftwerk in Australien. Zudem trug ein niedriger als erwarteter Umsatz aufgrund ausbleibender Großprojekte, ein ungünstiger Umsatzmix sowie partielle Unterauslastung zum deutlich negativen Ergebnis von Industrial Solutions bei. Die Bereinigte EBIT-Marge lag im Berichtsjahr bei nicht akzeptablen -5,1 %. Elevator Technology konnte die stark gegenläufigen Währungseffekte und gestiegenen Materialkosten insbesondere in China nicht vollständig durch Performance-Maßnahmen kompensieren: Die Marge sank entsprechend auf 11,5% und blieb hinter den mittel- und langfristigen Zielmarken, entwickelte sich aber im Vergleich zum Wettbewerb robust. Bei Components Technology fiel das Bereinigte EBIT deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Hauptgrund waren, neben gegenläufigen Währungseffekten und gestiegenen Materialpreisen, Rückstellungen für Qualitätsthemen. Hinzu kamen die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve neuer Werke. Diese Einflüsse konnten durch eine bessere Entwicklung bei Nockenwellen, Dämpfersystemen sowie Kurbelwellen- und Baumaschinenkomponenten nur teilweise kompensiert werden. Die Marge lag, auch aufgrund von Mix-Effekten, mit 2,5% deutlich unter dem Zielwert von 7 %.

Die Werkstoffgeschäfte insgesamt erzielten in einem positiven Marktumfeld, auch unterstützt durch Kosteneinsparungsprogramme, eine signifikante Ergebnissteigerung. Materials Services konnte das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres leicht steigern; die Marge blieb stabil, jedoch unter der Zielmarge von 3%. Der Ergebnisbeitrag von AST war dank profitablem Wachstum im Endverbrauchergeschäft sowie operativer Performance-Verbesserungen weiterhin hoch, erreichte jedoch aufgrund von Importdruck und höherer Rohstoffkosten nicht den hohen Vorjahreswert. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) konnte das Bereinigte EBIT im Geschäftsjahresverlauf deutlich steigern und lag erlösbedingt signifikant über dem bereits guten Vorjahr. Der Margentrend war entsprechend positiv. Produktionseinschränkungen insbesondere infolge des Rhein-Niedrigwassers sowie der geringere Versand infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie belasteten jedoch im Schlussquartal das Ergebnis.

Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant gegenüber dem Vorjahr auf -377 Mio €. Neben der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten führten im Wesentlichen sinkende Projektaufwendungen für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und Daten- und Prozessharmonisierung zu geringeren Kosten.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 507 Mio € belastet.

SONDEREFFEKTE NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung
Components Technology 80 76 -4
Elevator Technology 185 90 -95
Industrial Solutions 147 -12 -160
Materials Services 91 47 -44
Steel Europe 55 216 162
Corporate 35 89 54
Konsolidierung -22 0 22
Konzern ohne AM 572 507 -66
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 651 0 -651
Konzern insgesamt 1.224 507 -717
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 66 265 200
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 651 0 -651
Konzern fortgeführte Aktivitäten 507 241 -265

Bei Components Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem im Zusammenhang mit nachlaufenden Schließungskosten und Wertminderungsaufwendungen im Umlaufvermögen. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich, neben Sonderaufwendungen für einen abgeschlossenen Altauftrag, gegenläufige Effekte aus der Auflösung für Restrukturierungsrückstellungen. Weitere, vor allem restrukturierungsbedingte Maßnahmen, unter anderem im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland, ergaben sich bei Materials Services. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) traf Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren. Gegenläufig wirkte ein Veräußerungsgewinn aus Desinvestitionsprojekten. Im Bereich Corporate ergaben sich Sondereffekte im Wesentlichen aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung sowie aus M&A-Aufwendungen für Desinvestitionsprojekte, insbesondere für das Stahl-Joint-Venture.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich über Vorjahreswert

Im Berichtsjahr verbesserte sich der tkVA des Konzerns deutlich, blieb jedoch negativ. Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Wegfall des negativen tkVA-Beitrags der veräußerten Business Area Steel Americas. Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert. Der Wertbeitrag von Components Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab: neben einem deutlich geringeren Ergebnis führten Wachstumsinvestitionen zu einer Steigerung des gebundenen Kapitals. Darüber hinaus nahm auch die Kapitalbindung bei Industrial Solutions deutlich zu: Bei einem negativen operativen Ergebnis lag der tkVA deutlich unter Vorjahr. Der tkVA von Materials Services verbesserte sich - insbesondere aufgrund der Ergebnissteigerung - gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch negativ. Bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) lag die durchschnittliche Kapitalbindung im Wesentlichen durch den preisbedingten Aufbau des Netto-Umlaufvermögens über Vorjahr. Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren belasteten das Ergebnis, sodass der tkVA gegenüber dem Vorjahr abnahm. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) NACH BUSINESS AREAS

2016/2017 2017/2018
EBIT

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
EBIT

(Mio €)
Capital employed

(Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Konzern 687 16.728 8,0 -651 1.045 15.773
Davon:
Components Technology 297 3.740 8,5 -21 120 3.897
Elevator Technology 736 1.127 7,5 652 775 1.143
Industrial Solutions -36 430 8,0 -71 -243 762
Materials Services 220 3.652 8,0 -72 270 3.623
Steel Europe 493 5.286 8,5 43 471 5.545
Steel Americas -444 1.654 10,0 -609 0 0
2017/2018
WACC

(%)
tkVA

(Mio €)
Veränderung tkVA

(Mio €)
--- --- --- ---
Konzern 8,0 -217 434
Davon:
Components Technology 8,5 -211 -190
Elevator Technology 7,5 690 38
Industrial Solutions 8,0 -304 -233
Materials Services 8,0 -20 52
Steel Europe 8,5 -1 -44
Steel Americas 0,0 0 609

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 7.674 7.861 2
Umsatz Mio € 7.571 7.875 4
EBIT Mio € 297 120 -59
EBIT-Marge % 3,9 1,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 377 197 -48
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,0 2,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 32.904 34.481 5

Wachstums- und Regionalisierungsstrategie fortgesetzt

In einem uneinheitlichen Marktumfeld lag der Auftragseingang bei Components Technology mit +2% leicht über dem Vorjahreswert, der Umsatz stieg um rund 4%. Die Märkte für Pkw-Komponenten in Westeuropa zeigten sich robust, China gegen Ende des Geschäftsjahres mit Eintrübungen, während die Nachfrage in den USA zurückging. In Brasilien war nach der wirtschaftlichen Rezession der vergangenen Jahre wieder eine Nachfragebelebung zu spüren, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Die Märkte für schwere Nutzfahrzeuge wurden durch die positive Entwicklung in den USA, insbesondere im Class-8-Bereich (> 15t), begünstigt. In Brasilien wuchs die Nachfrage ebenfalls, in Europa blieb sie robust. Im Industriegeschäft verzeichneten wir eine anhaltend schwächere Nachfrage bei Großwälzlagern für Windenergie, insbesondere in Brasilien und Indien. Bei Baumaschinenkomponenten hingegen hielt die Nachfragebelebung an.

Unsere Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Unser weltweiter Automotive-Produktionsverbund schreitet voran: Unter anderem hat das neue Werk für elektrische Lenksysteme in China die Produktion aufgenommen. Die Standorterweiterung für Dämpfersysteme in Rumänien, der Aufbau der Werke in Ungarn für drei Produktbereiche sowie eines weiteren Federn- und Stabilisatorenwerks in China sind weit fortgeschritten. Das ungarische Werk für Zylinderkopfhauben mit integrierten Nockenwellen hat bereits mit den Serienlieferungen an unsere Kunden begonnen.

Ergebnis aufgrund mehrerer Qualitätsthemen, Währungseffekten und gestiegener Materialpreise unter Druck

Das Bereinigte EBIT von Components Technology lag, insbesondere aufgrund von Rückstellungen für Qualitätsthemen, deutlich unter dem Vorjahreswert. Belastend wirkten zudem Währungseffekte (US Dollar und Chinesischer Yuan), gestiegene Materialpreise, die nicht vollständig an unsere Kunden weiter gegeben werden konnten, eine geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen bei starkem Preiswettbewerb sowie eine flachere Anlaufkurve neuer Werke im Automotive-Bereich. Im Bereich Federn & Stabilisatoren führte unter anderem eine Überlastsituation in deutschen Werken zusammen mit Produktneuanläufen zu einer geringeren Produktivität. Weitere erhebliche Ergebnisbelastungen ergaben sich aus Engpässen in der Materiallogistik in Mexiko. Diese konnten nur zum Teil durch eine bessere Entwicklung im Bereich Nockenwellen, Dämpfersysteme sowie Kurbelwellen- und Baumaschinenkomponenten kompensiert werden.

Elevator Technology

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.814 5.066 5
Auftragseingang Mio € 7.834 7.853 0
Umsatz Mio € 7.674 7.554 -2
EBIT Mio € 736 775 5
EBIT-Marge % 9,6 10,3 -
Bereinigtes EBIT Mio € 922 866 -6
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,0 11,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 52.660 53.013 1

Auftragseingang und Umsatz währungsbereinigt gesteigert

Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr bei 7,9 Mrd € und damit, trotz negativer Wechselkurseffekte, auf dem Niveau des Vorjahres. Auf vergleichbarer Basis - d.h. ohne Berücksichtigung der negativen Wechselkurseffekte - betrug das Wachstum 5%. Der Bereich profitierte wie in den Vorjahren von einem Nachfragezuwachs insbesondere im Neuanlagengeschäft in Nord- und Lateinamerika. Die Anzahl der neuinstallierten Anlagen in China lag auf Vorjahresniveau, während sich diese in Europa und Südkorea gegenüber dem Vorjahr leicht verringerte. Das für die Business Area wichtige Servicegeschäft wuchs in Asien und Europa. Der Auftragsbestand belief sich am 30. September 2018 auf 5,1 Mrd € (exkl. Service) und lag damit trotz negativer Wechselkurseffekte über dem Vorjahreswert.

Der Umsatz lag bedingt durch gegenläufige Wechselkurseffekte bei 7,6 Mrd € und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis betrug das Wachstum 4%. Währungsbereinigt haben die Umsätze insbesondere im Servicegeschäft in allen Märkten zugelegt; in China waren die Umsätze im Neuanlagengeschäft aufgrund des vorhandenen Preisdrucks leicht rückläufig.

Weitere Meilensteine in der globalen Strategie von Elevator Technology erreicht

Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts haben wir weitere Meilensteine erreicht.

Auf der Gründerkonferenz StartupCon im Oktober 2017 stellte Elevator Technology seine Vision für die Industrie 4.0 in der Aufzugwartung vor: Ausfallzeiten sollen dadurch um bis zu 50% reduziert werden. Ein wesentlicher Teil dieser Vision ist MAX, die erste Cloud-basierte Wartungslösung für Aufzüge, die vorausschauenden Service ermöglicht: Dank Echtzeitdiagnostik werden Servicetechniker rechtzeitig benachrichtigt, wenn veraltete oder defekte Komponenten und Systeme ausgetauscht werden müssen. Mehr als 120.000 Aufzüge weltweit sind bereits mit MAX vernetzt. Nach den USA, Deutschland und Spanien ist nun auch Südkorea Teil des MAX-Netzwerks. Zudem beginnen wir die Mixed-Reality-Brille Microsoft HoloLens einzusetzen. Mit ihrer Hilfe können Aufzugstechniker per Remote-Unterstützung anspruchsvolle Wartungsarbeiten lokal effizienter durchführen. Darüber hinaus haben wir damit begonnen, die HoloLens-Technik auch zur Vermessung von Treppenliften einzusetzen, um hiermit die Bearbeitungs- und Lieferzeiten weiter zu verkürzen.

Im Oktober 2017 eröffnete Elevator Technology auf dem Testturm in Rottweil die höchste Aussichtsplattform Deutschlands. Ingenieure testen in dem nun vollständig in Betrieb genommenen Testturm das seillose und seitwärts fahrende Aufzugsystem MULTI sowie Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Ferner verfügt die MULTI-Sparte seit diesem Geschäftsjahr über eine eigene Führung.

Im März 2018 fand die feierliche Eröffnung eines Hochgeschwindigkeits-Testturms am neuen Standort Zhongshan in China statt. thyssenkrupp unterstreicht damit sein Engagement im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) in China. Der Testturm ist mit 248 Metern einer der höchsten weltweit und speziell auf Hochgeschwindigkeitstests sowie seillose Aufzugsysteme ausgerichtet.

Zusätzlich zu den beiden genannten Testtürmen in Rottweil und Zhongshan plant thyssenkrupp die Errichtung eines dritten Testturms für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Atlanta/USA. thyssenkrupp Elevator Technology baut als eines der führenden Unternehmen im Bereich der urbanen Mobilität weltweit seine Präsenz in den USA aus: Der Gebäudekomplex, in dem sich auch weitere F&E-Kapazitäten befinden, wird zugleich neuer Hauptsitz von Elevator Technology Americas sein.

Ergebnis durch Währungseffekte und gestiegene Materialpreise unter Druck

Das Bereinigte EBIT lag im Geschäftsjahr umsatz- und margenbedingt unter dem Vorjahr. Dies lag im Wesentlichen an negativen Wechselkurseffekten sowie gestiegenen Materialpreisen in China. Teilweise konnten diese gegenläufigen Effekte durch Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms "impact" kompensiert werden. Die Bereinigte EBIT-Marge verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5%. Das EBIT konnte dagegen um 39 Mio € auf 775 Mio € gesteigert werden.

Industrial Solutions

INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN

2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 11.341 11.281 -1
Auftragseingang Mio € 6.490 5.188 -20
Umsatz Mio € 5.522 5.020 -9
EBIT Mio € -36 -243 --
EBIT-Marge % -0,7 -4,8 -
Bereinigtes EBIT Mio € 111 -255 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,0 -5,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 21.777 21.535 -1

Auftragseingang in schwierigem Marktumfeld unter hohem Vorjahreswert

Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr unter dem hohen Vorjahreswert. Vor allem im Großanlagenbau zeigten sich die Kunden bei der Auftragsvergabe unter anderem aufgrund von schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie volatilen Öl- und Gaspreisen zurückhaltend.

Im Mining-Bereich entwickelte sich die Nachfrage nach Anlagen und Komponenten insgesamt positiv. Unter anderem konnten wir mittelgroße Aufträge für Kohleumschlag- und Kraftwerksanlagen in Indien, eine Hafenumschlaganlage in Russland, ein Schaufelradbagger-Abraumsystem in Thailand sowie Bandanlagen in Peru gewinnen. Gleichzeitig zeigte sich eine nach wie vor verhaltene Investitionstätigkeit bei Neuerschließungen. Nicht zuletzt deshalb entwickeln wir unser Serviceangebot für die Mining-Industrie kontinuierlich weiter.

Im Geschäft mit Zementanlagen war die Nachfrage insgesamt rückläufig. Überkapazitäten sowie ein zunehmender Wettbewerbsdruck aus Asien prägten das wirtschaftliche Umfeld. Es ist uns dennoch gelungen, mittelgroße Aufträge für zwei Produktionslinien in Mexiko sowie kleinere Aufträge für Systeme und Komponenten, insbesondere von Kunden in Westafrika und Indien, zu gewinnen.

Im Chemieanlagenbau verzeichneten wir im Berichtsjahr einen Anstieg des Auftragseingangs, insbesondere begünstigt durch einen Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn im 4. Quartal und einen mittelgroßen Raffinerie-Auftrag in Deutschland. Darüber hinaus konnten wir kleinere Aufträge für Anlagen und Services in China, Indien und Tansania gewinnen. Während wir bei Großprojekten, insbesondere im Bereich Düngemittel, weiterhin ein eher zurückhaltendes Investitionsverhalten der Kunden beobachten, sehen wir mittelfristig Wachstumschancen für den gesamten Chemieanlagenbau.

Bei System Engineering überschritt der Auftragseingang einmal mehr die 1-Milliarde-Euro-Schwelle und erreichte einen neuen Spitzenwert. Dazu trug vor allem die weiterhin lebhafte Nachfrage nach automatisierten Produktionssystemen für die Automobilindustrie bei, insbesondere von Kunden aus Europa und Asien. Wir konnten hier mehrere größere Aufträge für Karosserie-Rohbauanlagen sowie mittelgroße und kleinere Aufträge für Motor- und Batterie-Montagelinien gewinnen.

Marine Systems verzeichnete im Berichtsjahr einen deutlich rückläufigen Auftragseingang, nachdem das Vorjahr durch zwei Großaufträge im Unter- und Überwasserbereich geprägt war. Kleinere und mittelgroße Aufträge erhielten wir insbesondere in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service.

Der Umsatz der Business Area Industrial Solutions blieb mit 5 Mrd € hinter dem Vorjahreswert zurück. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem schwächeren Auftragseingang sowie einem geringeren Projektfortschritt von Aufträgen bei Marine Systems. Im Chemieanlagenbau, bei Mining und Zement sowie bei System Engineering blieben die Umsätze hingegen annähernd stabil.

Ergebnis und Marge deutlich unter Vorjahresniveau - Fokus auf Turnaround

Das Bereinigte EBIT und die Bereinigte EBIT Marge blieben im Berichtsjahr deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück. Dies lag im Wesentlichen daran, dass nach einer umfangreichen Projektanalyse und -neubewertung im 3. Quartal die Aufwendungen bei einigen Projekten höher angesetzt werden mussten. Dies betraf insbesondere ein Marineprojekt in der Türkei sowie eine Zementanlage in Saudi-Arabien und ein Bioheizkraftwerk in Australien. Zusätzlich belastet wurde das Bereinigte EBIT durch rückläufige Umsätze, einen schwächeren Margenmix abgerechneter Projekte sowie partielle Unterauslastung.

Der bisherige Veränderungsprozess bei Industrial Solutions war entsprechend den Markterwartungen auf Umsatzwachstum, vor allem mit Großprojekten im Chemie- und Zementanlagenbau ausgerichtet. Zuletzt hat sich jedoch die Anzahl dieser Großprojekte deutlich verringert; gleichzeitig haben sich die Zeiträume von der Ankündigung der Projekte bis zur Realisierung nahezu verdoppelt. Diese veränderten Rahmenbedingungen machen eine größere Restrukturierung im Anlagenbau erforderlich. Künftig wollen wir den Fokus auf kleinere und mittlere Projekte legen und im Anlagenbau gleichzeitig das margenstärkere Servicegeschäft weiter ausbauen. Dafür müssen wir die gegebenen Strukturen an die Markterfordernisse anpassen. Das bedeutet, Kosten und Komplexität zu verringern, die Auftragsabwicklung besser, schneller und flexibler zu gestalten und das Technologieportfolio im Anlagenbau - gerade auch mit Blick auf die digitale Transformation - weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang wird das Marinegeschäft zum 1. Oktober 2018 aus dem Geschäftsbereich herausgelöst und unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Damit konzentriert sich Industrial Solutions in Zukunft auf den Anlagenbau. Mit dieser strategischen Fokussierung wurde auch der Vorstand bei Industrial Solutions neu aufgestellt.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 13.760 14.544 6
Umsatz Mio € 13.665 14.652 7
EBIT Mio € 220 270 23
EBIT-Marge % 1,6 1,8 -
Bereinigtes EBIT Mio € 312 317 2
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,3 2,2 -
Mitarbeiter (30.09.) 19.861 20.273 2

Auftragseingang und Umsatz über Vorjahr

In einem positiven Marktumfeld mit spürbarem Mengenzuwachs entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz deutlich positiv. Dies galt für nahezu alle Bereiche von Materials Services und ganz besonders für die Lager- und Servicegeschäfte in Nordamerika, Osteuropa und die automobilnahen Servicecenter. Auch AST konnte den Vorjahresumsatz noch einmal steigern. Lediglich der Bereich Aerospace war von geringeren Abrufen der Luftfahrtindustrie betroffen. Die Absatzzahlen entwickelten sich über alle Einheiten positiv, vor allem im bedeutsamen Lager- und Servicegeschäft mit 4,5% Wachstum. In Summe wurden 11,1 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe verkauft. Der Absatz von Edelstahlflachprodukten der AST war mit 0,9 Mio t stabil. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten von Materials Services, also ohne den nicht fortgeführten Industriedienstleister thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH der im Zuge des geplanten Stahl-Joint-Ventures übertragen werden soll, betrug im Berichtsjahr 14.458 Mio €.

Digitalisierung als Element der Kundenorientierung und Effizienzsteigerung

Kunden- und Serviceorientierung sowie hohe Zuverlässigkeit sind die Erfolgsfaktoren in unserem Geschäft. Entsprechend stellen wir diesen Mehrwert für die Kunden in den Mittelpunkt unseres Leistungsversprechens und unserer Initiativen. Ein Beispiel ist die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse und Vertriebswege, die wir - aufbauend auf ausgefeilten Lager-, Logistik- und IT-Systemen -laufend vorantreiben: Unser Sortiment wird komplett digitalisiert und im größten virtuellen Materiallager der Welt zusammengestellt an 271 Betriebsstandorten weltweit. So ist Materials Services immer in unmittelbarer Nähe seiner Kunden. Dank dem Omnichannel-Konzept erhalten unsere rund 250.000 Kunden zudem eine individuelle Beratung und Versorgung rund um die Uhr, unabhängig davon, welchen Kanal oder Kontaktpunkt sie nutzen.

Bereinigtes EBIT über Vorjahr

Materials Services konnte das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres leicht steigern. Dabei überkompensierten die mengenbedingte Umsatzsteigerung sowie weitere Maßnahmen zur Steigerung von Performance und Ergebnis, die geringeren Effekte aus im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächter Preisdynamik. Zusätzlich profitierte Materials Services von Grundstücks- und Immobilienveräußerungen, während Währungseffekte das Ergebnis belasteten. Der Ergebnisbeitrag von AST lag aufgrund des profitablen Wachstums im Endverbraucher-Geschäft sowie operativer Performanceverbesserungen weiterhin auf hohem Niveau, jedoch aufgrund von Importdruck und höheren Rohstoffkosten leicht unter dem sehr hohen Vorjahr. Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten von Materials Services betrug 308 Mio €.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität)

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.969 9.157 2
Umsatz Mio € 8.915 9.470 6
EBIT Mio € 493 471 -4
EBIT-Marge % 5,5 5,0 -
Bereinigtes EBIT Mio € 547 687 26
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,1 7,3 -
Mitarbeiter (30.09.) 27.646 27.764 0

Geschäftsausweitung bei höheren Marktpreisen

Obgleich das Marktumfeld auch im Berichtsjahr strukturell schwierig und unsicher blieb, konnte Steel Europe sein Geschäftsvolumen weiter steigern und auch ein deutlich höheres Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Die fortgesetzt robuste Konjunktur in den wesentlichen stahlverbrauchenden Industriezweigen spiegelte sich in gestiegenen Marktpreisen und höheren Durchschnittserlösen wider. Bei leicht rückläufiger Mengenentwicklung nahmen Auftragseingang und Umsatz zu.

Der Auftragseingang bei Steel Europe stieg um 2% auf 9,2 Mrd €. Das höhere Marktpreisniveau schlug sich in unseren neu verhandelten Geschäftsabschlüssen nieder. Dabei waren die Bestellmengen mit 10,8 Mio t rund 4% niedriger als im Vorjahr: Im 1. Quartal waren unsere Buchungsmöglichkeiten aufgrund von Investitions- und Reparaturstillständen begrenzt; in den Folgemonaten konnten wir die Nachfrage wieder besser bedienen. Gegen Ende des Geschäftsjahres - im August und September - kam es erneut zu Produktionseinschränkungen, diesmal infolge von Logistikeinschränkungen aufgrund des Niedrigwassers des Rheins.

Den Umsatz konnte Steel Europe deutlich auf 9,5 Mrd € steigern. Dabei profitierten wir vor allem von den höheren Preisabschlüssen mit unseren Kunden. Der Versand bewegte sich mit insgesamt 11,3 Mio t knapp unter Vorjahresniveau. Höher als im vorangegangenen Geschäftsjahr war im Wesentlichen der Absatz an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, während die Lieferungen an übrige Industriekunden zumeist leicht rückläufig waren. Bei Grobblech hingegen ging der Versand merklich zurück: zum einen als Folge der Schließung zweier Warmbandquerteilanlagen, zum anderen aufgrund von Störungen in der Produktion. Den Mengenrückgang konnten wir teilweise durch höhere Preise kompensieren.

Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann, war mit 11,8 Mio t rund 2% niedriger als im Vorjahr. Temporär führten Störungen zu einer angespannten Lage in der Vormaterialversorgung, die jedoch durch Brammenzukäufe entschärft werden konnte. Im letzten Quartal verzeichneten wir einen stärkeren Rückgang der Erzeugung: Wegen des Rhein-Niedrigwassers im August und September war die Rohstoffzufuhr erheblich eingeschränkt, was Produktionsabsenkungen an Hochöfen, Stahlwerken und nachgelagerten Aggregaten zur Folge hatte. Die Walzstahlproduktion für Kunden lag im Gesamtjahr bei 11,3 Mio t und war damit rund 4% niedriger als im Jahr zuvor.

Ergebnis deutlich gesteigert

Steel Europe hat das bereits gute Vorjahresergebnis im Berichtsjahr nochmals deutlich übertroffen. Positiv schlug vor allem der erfreuliche Marktpreistrend zu Buche, der zu einem Anstieg des durchschnittlichen Nettoerlöses gegenüber dem Vorjahr führte. Hinzu kamen Effekte aus Ergebnissicherungsmaßnahmen sowie inzwischen auch aus der "one steel"-Initiative, die unter anderem eine verbesserte Vertriebssteuerung bewirkte. Die Belastungen auf der Kostenseite blieben insgesamt hoch, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gaben die Preise von Eisenerz und Kokskohle bei etwas geringerer Volatilität jedoch leicht nach. Im Schlussquartal führten temporäre Produktionseinschränkungen insbesondere durch das Rhein-Niedrigwasser sowie der geringere Versand infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) zu einem negativen Ergebniseffekt.

Bereich Corporate der thyssenkrupp AG

Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG zentral geführt. Zur weiteren Verbesserung der Steuerungslogik und im Interesse einer transparenteren Darstellung ist der Bereich "Corporate" seit dem Geschäftsjahr 2016/2017 in Corporate Headquarters ("CorpHQs"), Regions, Service Units und Special Units untergliedert.

Den "CorpHQs" sind im Wesentlichen die Corporate Functions zugeordnet. Dazu gehören auch die Steuerung der konzernweiten Transformationsprogramme zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, zur Daten- und Prozessharmonisierung sowie die Harmonisierung von HR-Prozessen.

"Regions" umfasst unsere regionalen Zentralen (die sogenannten Regional Headquarters, "RHQs") in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, in der Region Asien-Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika sowie die regionalen Büros und Repräsentanzen.

Zu den "Service Units" gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.

Unter "Special Units" werden sowohl das Asset Management zur Verwaltung und Steuerung des Konzern-Immobilienvermögens als auch Business-Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant gegenüber dem Vorjahr und betrug im Berichtsjahr -377 Mio €. Neben den schneller als geplant umgesetzten Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten trugen auch stark gesunkene Projektaufwendungen für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und zur Daten- und Prozessharmonisierung zum besseren Ergebnis bei. Zudem unterstützte ein Grundstücksverkauf im 1. Quartal das Ergebnis. Das EBIT betrug -466 Mio €; es enthält Sondereffekte in Höhe von insgesamt 89 Mio €.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten von Corporate - also ohne Krupp Hoesch Stahl GmbH und ohne Thyssen Stahl GmbH, die im Zuge des geplanten Stahl-Joint-Ventures übertragen werden sollen - lag im Berichtsjahr bei -370 Mio €.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2017/2018 um 2 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen vor allem die fortgeführten Werkstoffgeschäfte bei; gegenläufig wirkte der insgesamt eingetretene Umsatzrückgang bei den Industriegütergeschäften. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich, insbesondere im Zusammenhang mit den Materialaufwendungen, überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Brutto-Umsatzmarge verminderte sich auf 14,2 %.

Der Rückgang der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich Folge gesunkener Personalaufwendungen sowie niedrigerer Wertberichtungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Verminderung der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf insbesondere geringere Restrukturierungsaufwendungen sowie rückläufige Beratungs- und IT-Aufwendungen. Wesentliche Ursache für die Abnahme der sonstigen Erträge war der Wegfall des im Vorjahr erfassten Gewinns aus der Neubewertung der Beteiligung an der Atlas Elektronik im Zusammenhang mit dem Übergang auf die Vollkonsolidierung durch den Erwerb der Restanteile.

Die Verbesserung des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich den Wegfall der im Vorjahr bis zum Übergang auf die Vollkonsolidierung erfassten Verluste aus der Bewertung der Anteile von Atlas Elektronik nach der Equity-Methode. Die insgesamt eingetretene Verbesserung des Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte im Wesentlichen aus gesunkenen Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Der Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten war maßgeblich durch Einmaleffekte aus der US-Steuerreform sowie durch die Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland beeinflusst. Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Verlust der fortgeführten Aktivitäten von 198 Mio €, nach einem Gewinn von 12 Mio € im Vorjahr.

Das um 651 Mio € auf einen Überschuss von 60 Mio € stark verbesserte Jahresergebnis resultierte hauptsächlich aus dem Wegfall der im Vorjahr im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) erfassten Verluste von Steel Americas. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend deutlich um 1,16€ auf einen Gewinn von 0,01 €.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € 2016/20171) 2017/2018
Umsatzerlöse 33.993 34.777
Umsatzkosten -28.543 -29.847
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.449 4.930
Forschungs- und Entwicklungskosten -285 -259
Vertriebskosten -2.326 -2.218
Allgemeine Verwaltungskosten -2.321 -2.077
Sonstige Erträge 246 195
Sonstige Aufwendungen -122 -136
Sonstige Gewinne und Verluste 42 36
Betriebliches Ergebnis 684 472
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -16 -1
Finanzierungserträge 768 703
Finanzierungsaufwendungen -1.107 -1.010
Finanzergebnis -355 -308
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 329 163
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -317 -362
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 12 -198
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -603 258
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -649 8
Nicht beherrschende Anteile 59 51
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,07 -0,39
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -1,15 0,01

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem 30. September 2017 insgesamt deutlich.

Die starke Abnahme der langfristigen Vermögenswerte war insbesondere beeinflusst durch Umgliederungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Der deutliche Rückgang der latenten Steuern resultierte neben Umgliederungen im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten insbesondere aus Einmaleffekten durch die US-Steuerreform sowie aus der Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland.

Der insgesamt deutliche Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte betraf hauptsächlich die erwähnten Umgliederungen aus den langfristigen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Die Rückgänge bei den Vorräten sowie bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren in wesentlichem Umfang ebenfalls durch Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten beeinflusst; gleichzeitig ergaben sich hier insgesamt Zunahmen bei den fortgeführten Werkstoff- und Industriegütergeschäften. Der darüber hinaus eingetretene starke Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte hauptsächlich aus der Tilgung von Finanzschulden sowie aus dem im Berichtsjahr negativen Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten; erhöhend wirkte die Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3.274 Mio €. Hauptursachen waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung und aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen. Erhöhend wirkten der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss sowie im sonstigen Ergebnis enthaltene Gewinne aus Cashflow-Hedges. Die Eigenkapitalquote war mit 9,7 % unverändert.

Der deutliche Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten betraf im Wesentlichen Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten, insbesondere bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Der starke Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte vor allem aus den erwähnten Umgliederungen von langfristigen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Entsprechende Umgliederungen waren ebenfalls die Hauptursache für die Abnahmen der sonstigen Rückstellungen sowie der sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Umgliederungen im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten teilweise insbesondere durch Zunahmen bei den fortgeführten Werkstoffgeschäften kompensiert. Die darüber hinaus eingetretene deutliche Abnahme der kurzfristigen Finanzschulden betraf im Wesentlichen die Rückzahlung einer Anleihe im August 2018 sowie die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Konzern-Bilanz

AKTIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte 4.813 4.393
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 7.605 4.791
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 154 48
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 43 32
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 207 144
Aktive latente Steuern 1.680 1.116
Langfristige Vermögenswerte 14.502 10.524
Vorräte 6.957 5.159
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.734 5.529
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 420 330
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.923 1.838
Laufende Ertragsteueransprüche 220 249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.292 2.987
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 7.252
Kurzfristige Vermögenswerte 20.546 23.344
Summe Vermögenswerte 35.048 33.868

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

PASSIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen -5.401 -5.535
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 33 82
[davon nicht fortgeführte Aktivitäten] [-] [97]
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 2.890 2.805
Nicht beherrschende Anteile 515 469
Eigenkapital 3.404 3.274
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.924 4.128
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 354 182
Sonstige Rückstellungen 645 295
Passive latente Steuern 111 28
Finanzschulden 5.326 5.087
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 182 157
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5 4
Langfristige Verbindlichkeiten 14.546 9.882
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 357 334
Sonstige Rückstellungen 1.183 1.067
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 254 207
Finanzschulden 1.930 147
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.729 5.266
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 842 635
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6.802 6.626
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 6.430
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.097 20.711
Verbindlichkeiten 31.643 30.593
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.048 33.868

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 16 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden und freie Liquidität

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden Werte der Veräußerungsgruppen - sofern vorhanden - zu berücksichtigen.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2018 auf 2.364 Mio €, damit liegen sie um 407 Mio € über dem Stand zum 30. September 2017 (1.957 Mio €). Ausschlaggebend für den Schuldenanstieg waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die Dividendenzahlung. Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2018 auf 6,6 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 3,0 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2018 hatten wir das Programm nicht in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2018/ 2019 auf 0,2 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150% bis 200% und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2018 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 165%.

Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 72,2%. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert eingehalten.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

Angesichts der im September 2018 erfolgten Ankündigung zur geplanten Teilung des thyssenkrupp Konzerns in zwei unabhängige Unternehmen haben alle Rating-Agenturen Anfang Oktober den Rating-Ausblick angepasst. Moody's und Fitch setzten den Ausblick des gegenwärtigen Ba2 bzw. BB+ Ratings von "Stabil" bzw. "Watch Positive" auf "Negative" bzw. "Watch Negative" herab. Die Ratingagenturen begründen die Veränderungen im Ausblick mit der Erwartung, dass die gegenwärtigen Ratings der thyssenkrupp AG im Rahmen der Teilung des thyssenkrupp Konzerns auf die zukünftige thyssenkrupp Materials AG übergehen. Sie erwarten für diese Einheit ein schwächeres Kreditprofil sowie eine höhere Zyklizität. Demgegenüber hat Standard & Poor's den Ausblick für das BB Rating von "Watch Positive" auf "Developing" verändert und legt damit wegen der Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung der geplanten Teilung des Konzerns keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B developing
Moody's Ba2 Not Prime negative
Fitch BB+ B watch negative

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der insgesamt erzielte Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit deutlich über dem Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen die erhöhten Mittelzuflüsse sowohl der fortgeführten als auch der nicht fortgeführten Aktivitäten bei, die jeweils hauptsächlich aus erreichten Mittelfreisetzungen bei den operativen Vermögenswerten und Schulden resultierten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr unter dem Vorjahreswert, insbesondere infolge niedrigerer Investitionen bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität). Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Investitionen insgesamt stieg auf 55% an. In allen Business Areas und bei Corporate erfolgten Zukunftsprojekte im Rahmen der Digitalisierung, eine Erneuerung der IT sowie eine Harmonisierung der Systemlandschaft zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und als Basis für die Industrie 4.0.

INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Components Technology 551 523 -5
Elevator Technology 144 113 -21
Industrial Solutions 82 122 49
Materials Services 132 113 -14
Steel Europe 566 442 -22
Corporate 58 66 14
Konsolidierung 3 6 -
Konzern ohne AM 1.535 1.386 -10
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 131 0 --
Konzern insgesamt 1.666 1.386 -17
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 576 450 -22
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 131 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 959 935 -2

Components Technology - Im Automotive-Bereich waren die Investitionsschwerpunkte die bestehenden Werke sowie der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China, Mexiko und Ungarn. Im Geschäft mit aktiven und passiven Dämpfersystemen lag der Fokus auf dem Aufbau des neuen Werks in Mexiko und dem Ausbau von Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau zweier neuer Werke in China und Ungarn zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren ist weit vorangeschritten. Des Weiteren wurden die Kapazitäten für Zylinderkopfhaubenmodule in Mexiko und Ungarn ausgebaut. Im Geschäft mit Industriekomponenten lag der Fokus auf der Rationalisierung und Modernisierung des Anlagenparks.

Elevator Technology - Die Business Area setzt derzeit ein umfangreiches Innovations- und Wachstumskonzept um. Damit sind Investitionen in innovative Produkte wie MAX und MULTI sowie in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und der Produktionsstätten verbunden. Details zum Konzept befinden sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas".

Industrial Solutions - Um unsere Marktposition zu festigen und Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, haben wir auch im Berichtsjahr in den Bereichen Mining und Zement sowie im Chemieanlagenbau in die Infrastruktur und den Ausbau unseres Technologieportfolios investiert. Auch bei System Engineering standen mit dem Bau eines neuen Zulieferwerks für Rohkarosserien, die in einem neuen Elektroauto-Modell verbaut werden sollen, Wachstumsinvestitionen auf der Agenda. Bei Marine Systems flossen die Investitionen weiterhin in erster Linie in die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel; Schwerpunkte waren hier Infrastrukturmaßnahmen und IT.

Materials Services - Im Berichtsjahr haben wir vor allem in intelligente Lager-, Logistik- und IT-Systeme sowie in die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen investiert, um mittels einer digitalen Vernetzung von Kunden und Lieferanten neue Möglichkeiten des Dialogs und der Zusammenarbeit zu ermöglichen und Effizienzvorteile zu heben. Weitere Mittel flossen in den Kauf eines Grundstücks für ein neues Logistikcenter von thyssenkrupp Schulte sowie in die Modernisierung und Instandhaltung von Standorten.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Im Oxygenstahlwerk 2 in Duisburg wurde ein neuer Pfannenofen zur Fertigung metallurgisch anspruchsvoller höherwertiger Produkte, unter anderem höchstfeste Stähle für die Automobilindustrie, erfolgreich in Betrieb genommen. Als neues strategisches Investitionsprojekt haben wir den Bau einer Feuerbeschichtungsanlage (FBA 10) am Standort Dortmund beschlossen. Sie soll die steigende Nachfrage der Automobilindustrie nach hochwertigen feuerbeschichteten Produkten bedienen. Die Business Unit Packaging Steel baut eine neue Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech, die höheren Umweltstandards entspricht. Ferner investiert Steel Europe laufend in die Modernisierung der Anlagen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Qualitätsoffensive der Business Unit Electrical Steel, sowie in die Verbesserung des Umweltschutzes: Unter anderem entsteht am Standort Duisburg eine weitere Sinterbandentstaubung.

Corporate - Einen aktuellen Schwerpunkt bilden die beiden großen Projekte Carbon2Chem und Additive Manufacturing im Bereich der Technologieentwicklung, die von Corporate geführt werden. Ziel von Carbon2Chem ist es, Hüttengase aus der Stahlproduktion als Ausgangsstoff für chemische Produkte zu nutzen, einschließlich des darin enthaltenen CO2 . Mehr Informationen zu Carbon2Chem finden Sie im Kapitel "Technologie und Innovationen". Mit Additive Manufacturing können 3D-Objekte Schicht für Schicht gefertigt werden und somit innovative Bauteile entstehen. Hinzu kamen im Berichtsjahr Investitionen im Bereich der Immobilien, die - unabhängig von den einzelnen Business Areas - im Asset Management gebündelt sind. Ein aktuelles Beispiel ist der Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge in Rottweil für die Business Area Elevator Technology. Weitere Investitionen betrafen den IT-Bereich, etwa im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, der Daten- und Prozessharmonisierung sowie mit dem zentralen Einkauf von Software-Lizenzen. Im Rahmen des geplanten Stahl-Joint-Ventures wurden zudem Splitteranteile erworben.

Der insgesamt eingetretene Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag im Berichtjahr deutlich über dem Vorjahresniveau. Wesentliche Ursachen waren die im Vorjahr bei den fortgeführten Aktivitäten erfassten Einzahlungen aus dem Verkauf von Steel Americas sowie die im Vergleich zum Vorjahr verminderten Investitionen in Sachanlagen bei den nicht fortgeführten Aktivitäten.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow insgesamt sowie bei den fortgeführten Aktivitäten negativ. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem erwähnten hohen Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten. Gegenläufig wirkten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten.

Der Free Cashflow vor M & A des Konzerns insgesamt, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, verbesserte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr, blieb jedoch noch negativ. Dabei konnten positive Cashflow Beiträge, insbesondere von Materials Services sowie der nicht fortgeführten Aktivität Steel Europe, die Belastungen bei Industrial Solutions infolge des weiterhin geringen Auftragseingangs sowie die hohen Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand nicht kompensieren.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem deutlichen Mittelabfluss, insbesondere als Folge der Tilgung von Finanzschulden. Der insgesamt hohe Mittelzufluss im Vorjahr war insbesondere durch die Erhöhung des Grundkapitals der thyssenkrupp AG im September 2017 beeinflusst.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 27 185 157
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 552 -869 -1.421
Free Cashflow- fortgeführte Aktivitäten (FCF) 579 -684 -1.264
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen -1.342 6 1.348
Free Cashflow vor M&A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A) -763 -678 84
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten -92 545 ++
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 57 0 --
Free Cashflow vor M&A - insgesamt (FCF vor M & A) -98 -134 665

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2016/20171) 2017/2018
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 603 -258
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 75 88
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 688 688
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -1 0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 16 1
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -44 -28
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -397 -539
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -677 -557
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -44 -23
- Sonstige Rückstellungen 116 -23
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 692 672
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -409 105
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 27 185
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 583 1.000
Operating Cashflow - insgesamt 610 1.184
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -4 -2
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4 -8
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -839 -801
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -121 -124
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 5 3
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.418 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 90 63
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten -1 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 552 -869
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -673 -430
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -121 -1.299

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2016/20171) 2017/2018
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.250 0
Tilgung von Anleihen -1.250 -1.600
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.470 366
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.722 -551
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -21 -75
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 9 -11
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 -93
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 1.375 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -37 -38
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -1 -2
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -162 568
Sonstige Finanzierungsvorgänge 33 -66
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 858 -1.501
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -74 -613
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt 784 -2.114
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 1.273 -2.229
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -86 -57
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode -insgesamt 4.105 5.292
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode -insgesamt 5.292 3.006
[davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten] [63] [19]
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 60 37
Zinsauszahlungen -319 -232
Erhaltene Dividenden 34 34
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -332 -354

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 20 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,8 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €) veräußert hat; auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen 1,4 Mrd € (Vorjahr: 1,1 Mrd €).

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2017/ 2018

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Voraussichtliche Entwicklung 2018/ 2019 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Im Juni wurde mit Tata Steel ein Vertrag über den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem Joint Venture unterzeichnet. Die thyssenkrupp AG wird über die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH an diesem Gemeinschaftsunternehmen mit 50 % beteiligt sein. Zudem hat die thyssenkrupp AG die Teilung des Konzerns in zwei eigenständige börsennotierte Unternehmen beschlossen, die als Abspaltung erfolgen wird. Aktionäre der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung an beiden Unternehmen beteiligt sein. Weitere Details zum Joint Venture mit Tata Steel sowie zur Abspaltung sind im Abschnitt "Strategie" erläutert.

Die weitere voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2018/2019 ist wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.

Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Beteiligungsgesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2018/2019 erwartete positive Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2018/2019 bei der thyssenkrupp AG einen Bilanzgewinn, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen an der Ergebnisentwicklung des Konzerns zu beteiligen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss von 1.579 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 59 Mio € erzielt wurde.

Unter den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 353 Mio €, Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 68 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen in Höhe von 56 Mio € ausgewiesen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind um 55 Mio € auf 589 Mio € insbesondere aufgrund geringerer Aufwendungen im IT-Bereich gesunken. Dies ist vor allem auf um rund 50 Mio € geringere Aufwendungen für die IT-Strategie des Konzerns zurückzuführen. Der unter den Verwaltungskosten ausgewiesene Personalaufwand verringerte sich vor allem bedingt durch geringere Zuführungen zu den Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung (LTI) um 7 Mio €.

Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge um 1.675 Mio € umfasste im Wesentlichen den Ertrag aus der Sacheinbringung zum Zeitwert des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH in Höhe von 1.751 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 373 Mio € auf 86 Mio € gesunken und enthalten unter anderem Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebnotwendigen Grundstücken in Höhe von 20 Mio €. Im Vorjahr waren Differenzen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 301 Mio €, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. entstanden sind, enthalten. Dieser Vorgang war gemäß der Sicherungsstrategie auf Konzernebene durch entsprechende gegenläufige Effekte bei weiteren Konzerngesellschaften erfolgsneutral.

Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 497 Mio € auf 476 Mio €.

Dabei stiegen die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen um 574 Mio € auf 758 Mio €. Insbesondere die Thyssen Stahl GmbH hat ihre Gewinnabführung um 407 Mio € auf 559 Mio € erhöht. Grund dafür waren die höheren Ergebnisabführungen der von ihr gehaltenen Gesellschaften der Business Area Steel Europe. Gegenläufig stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 543 Mio € auf 659 Mio €. Bedingt war dies insbesondere durch die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die im Vorjahr ein positives Ergebnis in Höhe von 20 Mio € abgeführt hat und bei der nun ein negatives Ergebnis von 631 Mio € auszugleichen war. Dies war auf höhere Verlustübernahmen, geringere Gewinnabführungen und außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Gesellschaften zurückzuführen.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 378 Mio € insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp North America Inc. sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. vereinnahmt werden.

Im Geschäftsverlauf 2017/2018 wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 84 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 53 Mio € vorgenommen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 7.157 Mio € auf 30.213 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist zum 30. September 2018 gleich geblieben und beträgt 74%.

Das Anlagevermögen sank um 5.423 Mio € auf 22.285 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich dabei um 5.397 Mio € auf 18.953 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Kapitalrückzahlung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 6.832 Mio € zurückzuführen. Gegenläufig wirkte eine Sacheinbringung des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die zu einer Erhöhung des Beteiligungsbuchwertes an der selbigen in Höhe von 3.190 Mio € führte.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2018 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 289 Mio € auf 5.705 Mio €. Dies war insbesondere auf höhere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 31 Mio € auf 284 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1.986 Mio € auf 1.858 Mio € aufgrund der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2018 um 1.485 Mio € auf 8.677 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte aus dem im Vergleich zum Vorjahr höheren Bilanzgewinn von 2.097 Mio € sowie der Einstellung von 789 Mio € aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat in die anderen Gewinnrücklagen. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 29% (Vorjahr: 19 %).

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 17 Mio € resultierte überwiegend aus Inanspruchnahmen in Höhe von 51 Mio € sowie mit 32 Mio € aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkten die Zuführung von 41 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 28 Mio €. In den übrigen Rückstellungen sind im Zusammenhang mit der Übernahme der konzernweiten Sicherungsfunktion für Währungsrisiken im Geschäftsjahr 2017/2018 Rückstellungen für unrealisierte Kursverluste in Höhe von 16 Mio € ausgewiesen.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 6.940 Mio € auf 14.840 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 7.431 Mio € zurückzuführen. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der thyssenkrupp AG in Höhe von 1.579 Mio € abzüglich der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG beschlossenen Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 789 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 2.097 Mio € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017/2018 in Höhe von 2.097 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15€ je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 73 71
Sachanlagen 328 312
Finanzanlagen 27.307 21.902
27.708 22.285
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.773 6.032
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.844 1.858
9.617 7.890
Rechnungsabgrenzungsposten 45 38
Summe der Aktiva 37.370 30.213

PASSIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 1.494 2.283
Bilanzgewinn 1.401 2.097
7.192 8.677
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.093 1.076
Übrige Rückstellungen 193 232
1.286 1.308
Verbindlichkeiten
Anleihen 6.300 4.700
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 347 252
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.780 14.840
Übrige Verbindlichkeiten 462 435
28.889 20.227
Rechnungsabgrenzungsposten 3 1
Summe der Passiva 37.370 30.213

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2016/2017 2017/2018
Umsatzerlöse 441 515
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -133 -144
Bruttoergebnis vom Umsatz 308 371
Allgemeine Verwaltungskosten -644 -589
Sonstige betriebliche Erträge 155 1.830
Sonstige betriebliche Aufwendungen -459 -86
Beteiligungsergebnis 973 476
Zinsergebnis -235 -254
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -51 -143
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 -26
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 59 1.579
Ergebnisverwendung
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 59 1.579
Gewinnvortrag 1.342 1.308
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 789
Bilanzgewinn 1.401 2.097

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Motor der konzernübergreifenden Forschung und Entwicklung ist die Konzernfunktion "Technology, Innovation & Sustainability", kurz TIS. Sie ist in allen Geschäftsbereichen und in den Regionen verankert. TIS formuliert und koordiniert gemeinsame Vorgehensweisen für die Forschung und Entwicklung (F&E) und sichert den Patentschutz. Gleichzeitig steuert die Funktion neue Themen in den Konzern ein und leistet Starthilfe bei deren Bearbeitung. In einem einheitlichen, digital unterstützten Prozess für unser Product Lifecycle Management (PLM) koordinieren wir die Produktentwicklung von der ersten Idee bis zur Markteinführung.

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E Netzwerk) umfasst ca. 5.000 Mitarbeiter an rund 90 Standorten. Dieses Netzwerk ergänzen wir durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen.

Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.200 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet. Damit umfasst das thyssenkrupp Patentportfolio derzeit etwa 20.700 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich liegt die Zahl der Neuanmeldungen einschließlich Designs im Berichtsjahr bei etwa 300, wobei das Gesamtportfolio etwa 10.500 Schutzrechte stark ist.

Die gesamten F&E-Aufwendungen für den thyssenkrupp Konzern beliefen sich im Berichtsjahr auf 787 Mio €; das ist ein Rückgang um 3 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016/2017. Die bereinigte F&E-Quote lag bei 2,5%. Die bereinigte F&E-Quote ist der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Dies entspricht genau unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5%. Die Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten beliefen sich auf 688 Mio € mit der bereinigten F&E-Quote von 3,0%, darin sind Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 259 Mio € enthalten. Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 15 (International Financial Reporting Standard) ab dem folgenden Geschäftsjahr sowie des Stahl-Joint-Ventures wurde das Ziel für die bereinigte F&E-Quote ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 auf nachhaltig 3,0 % erhöht.

Im Geschäftsjahr 2017/ 2018 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 63 Mio € aktiviert; 2016/2017 waren es 33 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - stieg auf 15,3% gegenüber 8% im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die aktivierten Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen bei 57 Mio € und einer Aktivierungsquote von 18%.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 383 348 -9
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 56 37 -34
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 377 402 7
Konzern insgesamt 816 787 -3
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 108 99 -8
Konzern fortgeführte Aktivitäten 708 688 -3

Entwicklungsschwerpunkte

Unsere Forschung und Entwicklung konzentriert sich auf fundamentale technologische und gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie Mobilität in immer dichter besiedelten urbanen Räumen.

Digitalisierung

thyssenkrupp nutzt die Chancen der digitalen Transformation konsequent. Smart Products und optimierte Prozesse spielen dabei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus definieren wir neue Geschäftsmodelle. Hieraus leiten wir eine durchgängige Digitalisierungsstrategie für den Konzern ab. Eine treibende Rolle spielen hier unsere acht Centers of Competence (CoC), die Know-how zu Digitaliserungstrends konzernweit zur Verfügung stellen.

Jüngstes CoC-Mitglied ist das TechCenter Analytics and Softwareengineering in Pune, Indien. Mit der Neugründung reagiert thyssenkrupp auf die im Konzern zunehmende Zahl von Big Data Anwendungen mit entsprechendem Auswertungsbedarf. Pune, die neuntgrößte Stadt Indiens, gilt als eines der Zentren für Softwareentwicklung auf dem Subkontinent.

Im Werkstoffhandel digitalisieren wir unser komplettes Sortiment und fassen es im größten virtuellen Lager der Welt zusammen. Das Omnichannel-Konzept von thyssenkrupp bietet einen kanalübergreifenden, individuellen Zugang zu mehr als 150.000 Produkten und Services rund um die Uhr. Die Kunden können über individuelle Kundenportale, EDI-Schnittstellen, Onlineshops und in Zukunft auch über externe Plattformen gemäß ihrem Bedarf bestellen. Ermöglicht wird dies durch eine leistungsstarke, eigenentwickelte KI (Künstliche Intelligenz)-Lösung. Mit toii, einer Plattform zur Vernetzung des Maschinenparks im Werkstoffhandel wurde bereits im vorangegangenen Jahr ein zentraler Meilenstein bei der digitalen Transformation entlang der kompletten Wertschöpfungskette erreicht.

Im Zementanlagenbau haben wir im Berichtsjahr damit begonnen, digitale 3D-Modelle einzusetzen, die über Drohnen, Kameras, Laserscanner und Modellierungstechnologien erzeugt werden. Das Konzept wird unter anderem bei Erweiterungen bestehender Werke eingesetzt, wenn seit der Errichtung schon viel an der ursprünglichen Anlage verändert wurde. Die Modelle lassen sich am Rechner beliebig bearbeiten und passgenau durch neue Anlagenteile erweitern. Außerdem erleichtert die neue Technologie die Dokumentation des Fortschritts auf den Baustellen für neue Anlagen. Diese Innovation resultiert unter anderem aus unserer im Berichtzeitraum erstmals gestarteten "Beyond Conventions"-Initiative. Hierbei geht es um eine kreative Form der Kooperation mit externen Start-up Unternehmen. Ziel ist es, unkonventionelle Lösungen für zukunftsweisende Digitalprojekte aus dem Konzern zu entwickeln. Mit Beyond Conventions wurden die bereits etablierten Konzepte zur Identifizierung disruptiver Innovationen - TechCenter und thyssenkrupp Garage - um eine neue Methode ergänzt.

Für den Kernanlagenbau haben wir die INDIGO-Plattform (Industrial Digital Governance) entwickelt. Ziel ist es, Maschinen und Anlagen mit Sensorik und Kommunikationstechnik auszustatten und die so gesammelten Daten zentral auszuwerten. Auf dieser Basis können wir unseren Kunden Zusatznutzen unter anderem in Gestalt von vorausschauender Wartung und Prozessoptimierung bieten. Die Plattform befindet sich in der Prototypenphase. Bislang sind rund 40 Maschinen beispielsweise aus dem Bereich Bergbau und Zementproduktion auf der ganzen Welt eingebunden.

Klimawandel/Energiewende

Im Rahmen des Projekts Carbon2Chem haben wir im Berichtsjahr das Technikum mit seiner Zwei-Megawatt-Wasserelektrolyse und Gasreinigung in Betrieb genommen. Gleichzeitig haben wir damit begonnen, den synthetischen Kraftstoff Methanol aus Hüttengasen herzustellen. Es ist weltweit das erste Mal, dass Gase aus der Stahlproduktion, einschließlich des darin enthaltenen CO2 , auf diese Weise chemisch umgewandelt werden. Die Technologie ersetzt die Nutzung von fossilem Kohlenstoff aus Erdöl und Erdgas. Es ist ein erster Schritt zur Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft. Carbon2Chem ist ein von thyssenkrupp initiiertes Großprojekt mit 17 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie. Ziel ist die Umwandlung von Hüttengasen in verschiedene Basischemikalien.

Im Anlagenbau haben wir ein neues Konzept für Ammoniak-Kleinanlagen entwickelt. Hierdurch ist es möglich, Ammoniak aus erneuerbaren Energien herzustellen. Ammoniak besteht aus Wasserstoff und Stickstoff. Es ist nicht nur ein Zwischenprodukt zur Düngemittelherstellung, sondern auch ein hochdichter Energieträger. Während in konventionellen Ammoniakanlagen der benötigte Wasserstoff überwiegend aus Erdgas erzeugt wird, beruht das Konzept von thyssenkrupp auf der Wasserelektrolyse, welche mit Strom und Wasser gespeist wird. Der für die Ammoniaksynthese benötigte Stickstoff wird in einer Luftzerlegungsanlage direkt aus der Umgebungsluft gewonnen.

Nachhaltige Mobilität

Für die schnellere und agilere Entwicklung neuer Lösungen für die Automobilindustrie haben wir die Forschungsplattform MRP (Mobility Research Platform) entwickelt. MRP ist ein modular aufgebautes Fahrzeug, bei dem innerhalb weniger Minuten Teile des Chassis wie Lenkung, Bremsen oder Dämpfer ausgetauscht und in einem sehr frühen Entwicklungsstadium unter Praxisbedingungen getestet werden können. Ein Bordcomputer wertet Sensordaten aus, die Auskunft über Fahr- und Lenkeigenschaften der jeweiligen Systeme geben. War es bislang üblich, Prototypen-Teile in bestehende Fahrzeuge zu integrieren, wird die Entwicklung neuer Chassis-Komponenten durch die MRP erheblich beschleunigt.

In der Open Hybrid Lab Factory (OHLF) in Wolfsburg arbeiten wir gemeinsam mit Volkswagen, Autozulieferern, Werkzeugbauern und Kunststoffherstellern an Hybridwerkstoffen aus Stahl und Kunststoff für die Massenfertigung. thyssenkrupp beteiligt sich mit neuartigen Stahlwerkstoffen an der OHLF. Dabei können Vorentwicklungsprojekte getestet und erste Serienanwendungen mit dem Fahrzeughersteller gemeinsam konzipiert werden. So werden zum Beispiel Bauweisen untersucht, bei denen über bekannte Prozesse wie Spritzgießen oder Pressen unter anderem CFK-Kunststoffe (Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe) auf Stahl aufgebracht werden können. Ziel ist es, den Leichtbau in der automobilen Serienfertigung weiter voranzutreiben, bei extrem hoher Fertigungssicherheit.

Umwelt, Klima und Energie

Die Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert, und zwar auf allen Wertschöpfungsstufen - von der Lieferkette über die internen Prozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Umwelt- und Klimaschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp.

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit gültigen Konzern-Umwelt- und Energiepolitik sowie einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Zu den Themen Umweltmanagement, Energiemanagement und Energieeffizienz haben wir aus den übergreifenden strategischen Vorgaben drei konkrete indirekt-finanzielle Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) abgeleitet. Deren Umsetzung begleiten interne Gremien auf unterschiedlichen Ebenen; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch durch internationale und regionale Konferenzen innerhalb des Konzerns.

Umweltmanagement an unseren Standorten

thyssenkrupp hat sich das verbindliche Ziel gesetzt, dass alle Konzernunternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben müssen. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte -die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis hin zur Entsorgung. Die Anforderungen an die Konzernunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Konzernrichtlinie definiert. Zum 30. September 2018 galten fast 70 Unternehmen bei thyssenkrupp (rund 60 in den fortgeführten Aktivitäten) als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Von diesen entsprechen bereits rund 90 % dem geforderten Standard (fortgeführte Aktivitäten: rund 90%). Damit handhabt der Konzern zu rund 60% -bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Der Energieverbrauch des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2017/ 2018 auf mehr als 70 Terawattstunden (TWh), die fortgeführten Aktivitäten kamen auf mehr als 6 TWh.

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit vier Jahren läuft unser weltweites Konzernprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr hatten wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz im Gesamtkonzern um 150 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit 253 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von mehr als 80.000 t vermieden. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten ist das Ziel für das laufende Geschäftsjahr 2018/ 2019, Effizienzgewinne in Höhe von 100 GWh zu erzielen.

Zudem sollen bis 2019/2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abgedeckt werden. Das heißt unter anderem, dass für jeden Standort konkrete Energieziele gesetzt und Energieflüsse gemessen sowie die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Zum 30. September 2018 ist diese Vorgabe für fast 60 Unternehmen im Konzern relevant; mehr als 80% von ihnen entsprechen bereits dem Standard. Bei den fortgeführten Aktivitäten sind es etwa 50 Unternehmen, von denen rund 80 % die Anforderungen erfüllen. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu mehr als 90% dem ISO-50001-Standard.

Klimaschutz bei Produktion und Produkten

Die Emissionen des Konzerns - gemeint sind Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - beliefen sich im Berichtszeitraum auf mehr als 20 Mio t (inkl. der nicht fortgeführten Aktivitäten). Mit Start des Stahl-Joint-Ventures ergibt sich hier eine deutliche Veränderung: Da der Anteil am Stahl-Joint-Venture zukünftig als Beteiligung zählt, gelten die entsprechenden Treibhausgasemissionen nach Greenhouse Gas Protocol als indirekte Emissionen und werden künftig den sogenannten Scope-3-Emissionen zugerechnet. Für die fortgeführten Aktivitäten liegen die Emissionen (Scope 1 und 2) dadurch bei rund 2 Mio t.

Wie entschlossen sich thyssenkrupp für den Klimaschutz einsetzt, zeigt das konzernweite Klimaprogramm CAPS (Climate Action for Sustainable Solutions), das im Berichtsjahr gestartet ist. Wir unterstützen die im UN-Klimaabkommen von Paris formulierten Ziele - Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad und Erreichen der Nettotreibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts - und wollen mit CAPS unseren Beitrag dazu leisten. Den größten Beitrag kann thyssenkrupp dabei durch Produkte und Lösungen leisten, die in ihrer Nutzungsphase beim Kunden zu einer signifikanten Reduktion der Treibhausgasemissionen führen. Daher benennt CAPS neben Effizienzverbesserungen in den eigenen Produktionsprozessen auch konkrete Ziele für bereits bestehende Lösungen, etwa die Verwendung alternativer Brennstoffe in der Zementherstellung und die Entwicklung innovativer, disruptiver Technologien wie Carbon2Chem für die Stahlindustrie. Darüber hinaus planen wir, intensiv mit relevanten Partnern und Stakeholdern zusammenzuarbeiten, um die Rahmenbedingungen für den Klimaschutz weltweit voranzubringen.

Weitere Informationen zu Umwelt-, Klima- und Energiethemen finden Sie im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Ziel ist nicht nur, hierbei ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis zu erreichen; wir betrachten auch unsere eigenen Produkte und gestalten sie von vornherein so, dass die Beschaffung benötigter Komponenten möglichst wirtschaftlich ist.

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf.

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 27 Mrd € (23 Mrd € fortgeführte Aktivitäten) gestiegen. Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz der fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 65% (Vorjahr: 63 %). Er lag in den einzelnen Business Areas, bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell, zwischen 36% (Elevator Technology) und 83% (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Business Areas in absoluten Zahlen.

MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016/2017 2017/2018 Veränderung

in %
Components Technology 4.751 5.004 5
Elevator Technology 2.656 2.705 2
Industrial Solutions 3.142 3.059 -3
Materials Services 11.135 12.136 9
Steel Europe 5.291 5.877 11
Corporate/ Konsolidierung -1.926 -1.882 2
Konzern ohne AM 25.049 26.900 7
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 900 0
Konzern insgesamt 25.949 26.900 4
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 3.745 4.277
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 900 0
Konzern fortgeführte Aktivitäten 21.304 22.623 6

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr erneut zuverlässig mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Konzerninitiative "synergize+"

Unser weltweites Einkaufsvolumen steuern wir strategisch über unsere konzernweit durchgängige Beschaffungsorganisation.

Im Geschäftsjahr 2017/2018 hat "synergize+", die Konzerninitiative zur Senkung der Materialkosten, erneut rund die Hälfte der gesamten EBIT-Effekte des Konzernprogramms "impact" erwirtschaftet.

Der Kern von "synergize+" ist das strategische Cluster Management, mit dem wir Einkaufsvolumina über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg bündeln. Dabei nutzen wir kaufmännische und technische Ansätze, wie komplexe Verhandlungskonzepte oder die Standardisierung und Optimierung eigener Produkte. Unterstützt wird dies durch tiefgehende Beschaffungsmarktanalysen im Sinne der sogenannten "Supply Market Intelligence", einer Weiterentwicklung der Einkaufsmarktforschung. Im Anschluss an standardisierte Analysen des Bedarfs im jeweiligen Material- oder Dienstleistungsfeld werden detaillierte Berichte, etwa zu Lieferanten oder über allgemeine Produktkostenstrukturen, erstellt. Im Berichtsjahr sind auf diese Weise bereits ca. 40 % des Einkaufsvolumens des gesamten Konzerns analysiert und bewertet worden. Daraus haben die entsprechenden Materialgruppenteams des Konzerns passende Maßnahmen zur strategischen Nutzung der jeweiligen Beschaffungsmärkte entwickelt.

Die Digitalisierung des Einkaufs ist weiterhin ein Schwerpunktthema bei thyssenkrupp. Basierend auf der Entwicklungspartnerschaft mit einem weltweit führenden Softwareanbieter werden nach und nach weitere Einkaufsprozesse digitalisiert und über fünf Module (sourcing, contracts, supplier, catalog und exchange) konzernweit ausgerollt. Mit der Einführung und Nutzung einer für den gesamten Konzern einheitlichen Online-Beschaffungsplattform haben wir einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung des sogenannten "Purchase-to-Pay-Prozesses" gemacht; er stellt den Ablauf von der Bestellung bis zur Abrechnung dar. Über die Plattform führen wir Online-Ausschreibungen sowie Auktionen durch und nutzen ein großes und stetig wachsendes Spektrum an Katalogen. Der Austausch von Belegen mit Lieferanten läuft zunehmend auf elektronischem Wege. Darüber hinaus ist unser Kontraktmanagementsystem bereits weltweit im Einsatz; wir nutzen es, um Verträge zentral zu verwalten. Die Einführung der beschriebenen Module als Cloud-Lösungen wird in immer mehr Konzerneinheiten vorangetrieben. Zusätzlich arbeiten wir an der Vollintegration der Module in die lokalen ERP-Systeme der Konzernunternehmen. Entsprechende Pilotprojekte sind bereits erfolgreich umgesetzt.

Während unserer ersten Veranstaltung in der Reihe "Beyond Conventions" haben wir weitere Themen im Bereich Digitalisierung im Einkauf identifiziert, an denen wir nun gemeinsam mit entsprechenden Start-up-Unternehmen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise die Gestaltung einer digitalen Lieferkette, Vergaberoboter oder der Einsatz von sogenannten Bots zur robotergesteuerten Prozessautomatisierung.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und umfasst im Wesentlichen die Wahrung der Menschenrechte, die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, den Schutz der Umwelt, den Kampf gegen Korruption sowie die Transparenz über die Herkunft von bestimmten Rohstoffen, den sogenannten Konfliktmineralien. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den im Verhaltenskodex formulierten Grundsätzen richten. Anhand von konzernweit vorgegebenen länder- bzw. branchenbezogenen Risikokriterien werden in enger Zusammenarbeit zwischen den Business Areas und Corporate pro Jahr mindestens 100 Lieferanten ausgewählt, bei denen wir Nachhaltigkeitsaudits durchführen, um die Einhaltung der oben genannten Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung der Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Teil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Im Berichtsjahr wurden mehr als 170 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Im Rahmen dieser Audits werden, wenn nötig, Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung im Anschluss überprüft wird. Wichtige Themen im Geschäftsjahr 2017/2018 waren Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und die Dokumentation der Geschäftsprozesse. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren unsere Risiken und mögliche negative Auswirkungen entlang der Lieferkette.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2018 waren bei thyssenkrupp weltweit 161.096 Menschen beschäftigt, das sind 2.357 (+1,5%) mehr als ein Jahr zuvor. Components Technology verzeichnete 1.577 Neuzugänge (+4,8%), bedingt durch wachsende Geschäfte und den entsprechenden Hochlauf von Werken in China, Mexiko und Ungarn sowie eine Anlagenerweiterung bei thyssenkrupp Bilstein in Rumänien. Elevator Technology hat seine Beschäftigtenzahl im Saldo um 353 erhöht (+0,7 %), vor allem um die steigende Zahl von Serviceaufträgen in China bearbeiten zu können. Industrial Solutions baute im Zuge einer Restrukturierung 242 Stellen ab (-1,1 %) - bisher weniger als geplant. Einer Reduzierung im Anlagenbau steht ein Aufbau in Wachstumsbereichen, vor allem im Service, gegenüber. Materials Services zählte 338 zusätzliche Beschäftigte (+1,9%), vor allem wegen des wachsenden Projektgeschäfts in Nordamerika. Bei Corporate arbeiteten 139 Menschen mehr als im Vorjahr (+3,6 %) - zum einen, weil nach dem Ende eines großen IT-Projekts Mitarbeiter zu thyssenkrupp zurückkehrten, zum anderen weil die Arbeit an Zukunftsprojekten in zentralen Technologiezentren (TechCenter) einen Stellenausbau erforderte. Im Rahmen eines noch laufenden Effizienzprogrammes wurden gleichzeitig Stellen in der Konzernzentrale abgebaut. Steel Europe beschäftigt 118 Mitarbeiter mehr, unter anderem durch die Übernahme von Auszubildenden (auch aus der Transfergesellschaft PEAG) und langfristig beschäftigten Leiharbeitnehmern (AÜG-Kräfte). Gleichzeitig wurde die Belegschaft abgebaut - durch Restrukturierungen bei Heavy Plate und Vorbereitungen zur Umsetzung der 33-Stunden-Woche. Im Rahmen von Fluktuation frei werdende Stellen wurden nicht wieder besetzt.

MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS

30.09.2017 30.09.2018 Veränderung

in %
Components Technology 32.904 34.481 5
Elevator Technology 52.660 53.013 1
Industrial Solutions 21.777 21.535 -1
Materials Services 18.209 18.547 2
Corporate 3.891 4.030 4
Mitarbeiter der fortgeführten Aktivitäten 129.441 131.606 2
Deutschland 35.470 35.627 0
Übrige Länder 93.971 95.979 2
Mitarbeiter der nicht fortgeführten Aktivitäten 29.298 29.490 1
Steel Europe (Deutschland) 25.827 25.918 0
Steel Europe (übrige Länder) 1.819 1.846 1
tk MillServices & Systems (Deutschland) 1.652 1.726 4
Mitarbeiter insgesamt 158.739 161.096 1
Deutschland 62.949 63.271 1
Übrige Länder 95.790 97.825 2

MITARBEITER NACH REGIONEN - INSGESAMT

30.09.2017 30.09.2018 Veränderung

in %
Asien/ Pazifik 4.184 4.346 4
Zentral- und Osteuropa 5.090 5.736 13
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten 887 846 -5
Deutschsprachiger Raum 66.951 67.354 1
Großraum China 17.019 17.307 2
Indien 6.246 6.499 4
Naher Osten & Afrika 4.551 4.750 4
Nordamerika 22.545 23.698 5
Südamerika 9.792 9.872 1
Westeuropa 21.474 20.688 -4
thyssenkrupp Konzern insgesamt 158.739 161.096 1

Keine Kompromisse bei Sicherheit und Gesundheit: Vision2Zero

Die Sicherheit und Gesundheit jedes Mitarbeiters hat für uns einen herausragenden Stellenwert. Wir wollen die Zahl der Unfälle reduzieren, indem wir vorbildliches Verhalten zeigen, aufeinander achtgeben sowie systematisch unsichere Zustände beseitigen und potenziell gefährliche Tätigkeiten unterlassen. Dazu ist es erforderlich, Schwachstellen der Arbeitssicherheit und Gefährdungen für die Gesundheit zu erkennen, um uns darüber auszutauschen, wie wir uns gezielt verbessern. Ideen dazu setzen wir um und kontrollieren ihre Wirkung. In puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wollen wir uns mit den besten Industrieunternehmen messen lassen.

"Vision2Zero" haben wir unsere Initiative auf diesem Gebiet genannt. Unser Anspruch lautet, die Unfallhäufigkeitsrate auf 2,0 (Anzahl der Unfälle/1 Mio Arbeitsstunden) und die Zahl der tödlichen Unfälle auf 0 zu senken. Wir haben auf dem Weg dahin nachhaltige Fortschritte erzielt. Im Berichtsjahr betrug die Unfallhäufigkeitsrate 3,0.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnten wir leicht verringern: Im Geschäftsjahr 2017/2018 waren es vier, nach fünf im Geschäftsjahr zuvor. Wir setzen auf die besondere Verantwortung der Führungskräfte: Sie sind aufgerufen, bei ihren Standortbesuchen sogenannte Safety Gemba Walks einzuplanen - Rundgänge durch Produktion, Lager und Baustellen -, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und mit den dort Arbeitenden über Sicherheit zu sprechen. Sicherheit ist auch bei großen Meetings das erste Thema: Die Leiter teilen in Form kurzer, selbst erlebter Geschichten ihren persönlichen "Safety Moment" mit der Gruppe. Solche emotionalen Botschaften und Appelle werden im Unternehmen weitergegeben - zusammen mit einem symbolischen Staffelstab, auf dem steht "It is cool to follow the rules". Top-Führungskräfte sind in die Untersuchung von Unfällen und sogenannten "High-Potential Incidents" (Vorfällen, die zu tödlichen Arbeitsunfällen oder schweren Verletzungen führen könnten) eng eingebunden. Darüber hinaus kommt gemäß der 48-Stunden-Regel nach einem tödlichen Arbeitsunfall der verantwortliche Bereichsvorstand oder der CEO der betroffenen Region unverzüglich an den Unfallort, um erste Gespräche zu führen. Diese Regel gilt inzwischen auch im Falle verunglückter Mitarbeiter von Fremd- und Partnerfirmen.

Um unsere Sicherheitskultur weiter zu verbessern, haben wir weiter an verschiedenen Aktionen und Systemen gearbeitet. Ein Beispiel ist das Lernprogramm "Pathways to a Sustainable Safety Culture" der thyssenkrupp Academy, das Beschäftigte weltweit dabei unterstützt, Selbstevaluationen und Ereignisanalysen einzusetzen; es basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Organisationen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 hatte das Programm Teilnehmende aus sieben Ländern, vor allem aus China und Indien. Im Rahmen unserer Kampagne "we care" nehmen wir seit 2015 mit konzernweiten Aktionen am "Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) teil. Im April 2018 waren Führungskräfte aufgefordert, mit ihren Teams das eigene Sicherheits- und Gesundheitsverhalten zu reflektieren, konkrete Schritte für Verbesserungen zu vereinbaren und unter dem Motto "Be a role model" ihre Vorbildfunktion zu überdenken und noch konsequenter wahrzunehmen. Ein Bestandteil dieser Aktion war ein Fotowettbewerb, in dem Führungskräfte und Mitarbeiter aufgerufen waren, Situationen im Bild festzuhalten, in denen sie sich als Teil einer Gruppe oder allein vorbildlich verhalten. Führungskräfte aus 81 Ländern beteiligten sich, mehr als 3.000 Fotos aus 52 Ländern wurden eingereicht und 21 Preise in sieben Themengebieten verliehen.

Für herausragende Leistungen im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement haben wir zum dritten Mal den "we care Award" verliehen. Die Preise gingen an thyssenkrupp Einheiten in Deutschland und Mexiko (Materials Services) sowie in Saudi-Arabien (Industrial Solutions).

Um Gesundheitsinitiativen an den Standorten zu fördern, erhebt thyssenkrupp nicht nur quantitative Schlüsselindikatoren wie die Zahl der Angebote zur Suchtprävention oder zum Stressmanagement. Erstmals haben wir auch inhaltliche Mindeststandards für diese Angebote erarbeitet, die wir anlässlich des "we care"-Tages als Handlungshilfe in neun Konzernsprachen veröffentlicht haben.

Die individuelle Leistungsmotivation und -fähigkeit sollen auch psychosoziale Unterstützungsangebote für Mitarbeiter (Employee Assistance Programme - EAP) stärken. Sie werden in China und Indien besonders stark genutzt. In Deutschland konzentrieren wir uns derzeit darauf, die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf mögliche psychische Belastungen laufend zu verbessern. Für die zuverlässige Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen existieren über die gesetzlichen Anforderungen hinaus Zielvereinbarungen für alle deutschen Konzernunternehmen. Damit diese Ziele in den Unternehmen auch erreicht werden, gibt es unterstützendes Informations- und Kommunikationsmaterial für Fach- und Führungskräfte sowie Möglichkeiten zum Austausch mit Kollegen und Arbeitspsychologen.

Personalstrategie

Den Anspruch aus dem Leitbild von thyssenkrupp setzen unsere engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter gemeinsam um: "engineering.tomorrow.together". Unsere Personalarbeit hat den Anspruch, jederzeit die optimalen Bedingungen dafür zu schaffen. Unsere weltweite Personalstrategie leitet sich aus der Unternehmensstrategie ab, sie richtet sich also an den Bedürfnissen unserer Geschäfte aus. Deren Rahmenbedingungen aber wandeln sich auf allen Märkten ständig, auch die Produktionssysteme ändern sich, und mit ihnen die Art, wie wir zusammenarbeiten. Das erfordert Veränderungen auch bei den Beschäftigten, die die Personalarbeit unterstützt.

Zudem sind die demografische Entwicklung, die zunehmende Vielfalt in der Gesellschaft sowie die Digitalisierung auch für thyssenkrupp wichtige Themen, die wir in unserer Personalstrategie berücksichtigen. Der demografische Wandel bietet auf den unterschiedlichen Märkten Chancen wie Risiken. thyssenkrupp stellt sich im Recruiting und in der Personalentwicklung auf diese Veränderungen ein. Wir wollen unseren Beschäftigten in allen Altersklassen interessante Aufgaben bieten und sie individuell qualifizieren und fördern, damit sie optimale Leistungen bringen können. Die richtigen Talente für unser Unternehmen zu gewinnen, ist eine grundlegende Anforderung in der Personalarbeit. Beim Aufbau und der Pflege von Netzwerken, auch mit unseren Kunden, kommt es immer stärker auf die Fähigkeit an, digitale Arbeitsformen und -mittel einzusetzen. Das gilt für den Einkauf über Forschung und Entwicklung bis hin zu Vertrieb und Services.

Gleichzeitig wächst auch in unserer Belegschaft die Vielfalt. Die Personalfunktion pflegt und fördert eine Unternehmenskultur, die Menschen mit unterschiedlichen Talenten und Stärken gerecht wird. Was wir erreichen wollen: Netzwerke statt Hierarchien, eine Kultur des Ausprobierens und Kooperierens sowie einen flüssigen Ideenaustausch, auch über Teamgrenzen hinweg. Gute Führung heißt deshalb für uns, Vertrauen und Zusammenarbeit zu fördern. Personalarbeit soll Sicherheit geben, zugleich jedoch die Anforderungen an Leistung verdeutlichen und das Wertegerüst des Unternehmens glaubhaft vertreten.

Die Dienstleistungen und Produkte der HR-Funktion haben wir entsprechend dem Weg unserer Mitarbeiter durch das Unternehmen strukturiert - von der Anwerbung bis zur möglichen Tätigkeit für unseren Senior Expert Service. Im Mittelpunkt der Arbeit von HR stehen die Attraktivität von thyssenkrupp als Arbeitgeber sowie die Weiterentwicklung unserer Fach- und Führungskräfte weltweit.

Ausbildung in mehr als 60 Berufen: Arbeit als Motor der Integration

Die Ausbildung junger Menschen hat bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert. Im Geschäftsjahr 2017/2018 haben wir im Konzern 3.162 Auszubildende (Vorjahr: 3.194) in 62 verschiedenen Berufen beschäftigt, vor allem in Deutschland, aber auch in Spanien oder Ungarn. Die Ausbildungsquote liegt stabil bei 5,0 % (Vorjahr 5,1%). Dabei hält der Trend zum dualen Studium an. Mehr als 340 Dual Studierende (2016/2017: 235) vor allem in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften haben sich für diese Ausbildung entschieden. Im Dezember 2017 haben wir mit der IG Metall einen Tarifvertrag für Dual Studierende abgeschlossen, der an unseren Standorten einheitlich hohe Qualitätsstandards sicherstellt.

Als Gründungsmitglied von "Wir-Zusammen - Die Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft" hatten wir uns verpflichtet, über unser bestehendes Ausbildungsplatzangebot hinaus zusätzliche 150 Ausbildungsplätze und 230 Praktikumsplätze für geflüchtete Menschen zu schaffen. Darüber sind wir hinausgegangen. Im Rahmen des Projekts "we.help" hat thyssenkrupp 150 geflüchteten Menschen einen Ausbildungsplatz gegeben und mehr als 400 Praktika angeboten - davon 55 Maßnahmen zur Einstiegsqualifizierung. Die ersten Auszubildenden haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und arbeiten heute unbefristet bei uns. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland.

Effizient und schnell die richtigen Mitarbeiter gewinnen

Die Konkurrenz um Talente wächst, wo thyssenkrupp seine wichtigsten Fachkräfte sucht: im Engineering und in der IT. Um schnell und effizient zu sein, haben wir in einem großen Transformationsprojekt Spezialisierung und Professionalisierung der HR-Funktion ausgebaut (HR-Transformation).

Das neu gebildete Global Functional Team Sourcing & Recruiting (GFT S&R) ist seit dem 1. Oktober 2017 in China, Deutschland und USA aktiv. Es wird zentral gesteuert und gewährleistet vergleichbare Recruiting-Standards und weltweit gültige Prozesse; dafür arbeitet es mit einem einheitlichen IT-System. In puncto Qualität und Kosten hat das GFT im Berichtsjahr bereits wichtige Ziele erreicht. Hier einige Beispiele:

Kosten: Die Aufwendungen für Headhunter sind in den drei Ländern, in denen das GFT eingeführt wurde, um rund 35% gesenkt worden. Zusätzliche Personalkosten durch neue Fachkräfte (z.B. sogenannte Active Sourcer, die - ähnlich wie Headhunter - interessante Kandidaten direkt ansprechen), haben sich bereits amortisiert.
Transparenz: In allen drei Ländern können wir unser Recruiting stärker als bisher datenbasiert optimieren, denn einige Parameter sind erstmals gezielt messbar: "candidate experience" (Wie erleben Kandidaten den Bewerbungsprozess und was lässt sich daran verbessern?), "time to hire" (Zeit zwischen Kontakt und Kontrakt) sowie die "conversion rates" (Verhältnis der angesprochenen Personen zu denen, die sich tatsächlich bewerben).
Einheitlicher Auftritt: Unsere Bemühungen, thyssenkrupp als einheitliche Arbeitgebermarke weiter zu stärken, haben sich ausgezahlt. Sichtbar wird das im besseren Abschneiden des Unternehmens in einschlägigen Rankings ("Potentialpark" Online Talent Communication in Deutschland: 2016 Platz 58, 2017 Platz 5, 2018 Platz 3; "trendence" IT-Ranking: 2017 Platz 87, 2018 Platz 52).
Für die Professionalisierung seines globalen Recruitings ist thyssenkrupp mit dem zweiten Platz beim Deutschen Personalwirtschaftspreis 2018 ausgezeichnet worden.

Das GFT S&R ist ein Pilotprojekt innerhalb der HR-Transformation, dem weitere folgen sollen.

Talent Management, Learning & Transformation

Unseren Beschäftigten attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten und den Arbeitskräftebedarf der globalen Organisation zu bedienen ist der Kernanspruch unseres Talent Managements. Dazu nutzen wir etablierte Bewertungs- und Entwicklungsprozesse sowie spezifische Talent Pools und Programme für die unterschiedlichen Ebenen im Unternehmen. Wir erkennen systematisch und damit frühzeitig Fach- und Führungskräfte mit überdurchschnittlichen Leistungen und persönlicher Wechselbereitschaft, verstärken deren konzernweite Sichtbarkeit, fördern die Vielfalt in Schlüsselpositionen und machen ihnen Angebote für ihre Weiterentwicklung, um sie zu motivieren und zu aktivieren, sodass sie sich immer wieder für thyssenkrupp als Arbeitgeber entscheiden würden.

Mit dem Programm "tk Talents" werden wir diese Strukturen bis 2020 weltweit etablieren. Im Geschäftsjahr 2017/2018 haben wir konzernweit mehr als 1.500 neue Talente für die Teilnahme identifiziert, über 900 mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil liegt bei 23% (+3 Prozentpunkte), sodass wir hoffen, unsere Ziele mit Blick auf Frauen in Führungspositionen mittelfristig zu erreichen.

Der 2017 etablierte "Job Swap" entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Das Programm gibt allen Beschäftigten die Möglichkeit, Ihren Arbeitsplatz vorübergehend mit Kollegen aus einem anderen Unternehmensbereich zu tauschen. Das schafft Impulse für die persönliche Entwicklung und stärkt die Zusammenarbeit im Konzern. Partner für einen "Job Swap" finden sich über eine vollautomatisierte Matching-Plattform; der Einsatz von Feedback-Apps und anderen Onlinetools unterstützt unsere zeitgemäße und effiziente Talententwicklung.

thyssenkrupp Academy: Lernprogramme für alle

Die thyssenkrupp Academy treibt mit Programmen, die auf das Geschäft fokussiert, strategisch oder kulturell ausgerichtet sind, die Transformation des Konzerns voran. Im Geschäftsjahr 2017/2018 hat die thyssenkrupp Academy gute Fortschritte beim Aufbau des Global Functional Teams Learning & Transformation (GFT L&T) gemacht, das sich aus allen konzerninternen Lernanbietern zusammensetzt. Unter anderem wurden die Lernprogramme für Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgebaut, die in allen Geschäftsbereichen benötigt werden. Die Lernanbieter sorgen gemeinsam dafür, dass ein Kernlehrplan spezifisch für thyssenkrupp überall verfügbar ist.

Unser Trainingsprogramm für Führungskräfte im mittleren Management haben wir inzwischen in mehr als 20 Ländern etabliert. Auf der neuen virtuellen Plattform "L&T Home Base" haben etwa 450 Beschäftigte aus dem Lern- und Veränderungsmanagement eine funktionale Heimat: Dort vernetzen sie sich, finden Tools für die tägliche Arbeit, teilen Best Practices, finden konzerninterne Experten und informieren sich über die konzernweite L&T-Organisation. Außerdem haben sie hier Zugang zu zahlreichen neuen digitalen Lerninstrumenten, die die thyssenkrupp Academy zur Verfügung stellt.

Gemeinsam für Vielfalt

Bei thyssenkrupp arbeiten rund 161.000 Menschen aus 144 Nationen. Eine Kultur der Chancengleichheit, des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung zu pflegen ist für uns von großer Bedeutung. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung. Drei aktuelle Beispiele:

Die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, Chancengleichheit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtige Themen unseres Diversity-Managements. Derzeit sind rund 15% unserer Beschäftigten Frauen; diesem Anteil entsprechend streben wir an, bis 2020 mindestens 15% der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen (zum 30. September 2018 waren es 12%, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 11,6%).
Im Mai 2018 hat thyssenkrupp ein Zeichen gesetzt und die Standards der Vereinten Nationen von 2017 übernommen, die sich gegen die Diskriminierung von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LGBTI) richten. thyssenkrupp ist eins der ersten 100 Unternehmen weltweit, die die UN-Initiative "Free&Equal" unterstützen.
Seit 2018 baut die neue thyssenkrupp Senior Experts GmbH einen Pool mit pensionierten bzw. vor der Pensionierung stehenden Fach- und Führungskräften auf, die bereit sind, sich befristet für ein Projekt bei thyssenkrupp zu engagieren - ob als Interimsmanager, Projektleiter, Vertretung oder Coach. Die Senior Experts bieten jahrzehntelange Erfahrung auf Abruf. Frauen und Männer aus allen Bereichen und auf allen Ebenen sind angesprochen. Dadurch halten wir Know-how im Unternehmen, fördern das Ansehen der älteren Fachkräfte und unterstützen den Erfolg unternehmerischer Projekte im Einklang mit den Erfordernissen unseres Geschäfts. Die Senior Experts GmbH übernimmt die Einstellung und regelt sowohl Vertragsfragen als auch die Bezahlung. Zum Stichtag 30. September 2018 waren mehr als 130 Ehemalige im Pool. Rund 60 Verträge für Einsätze im Konzern wurden im Geschäftsjahr abgeschlossen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Der Konzern und seine Unternehmen wollen das gesellschaftliche Umfeld an den Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Die Förderung von Rahmenbedingungen zur Schaffung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist für thyssenkrupp selbstverständlich. Entsprechend ist der Konzern in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering. tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden im Berichtsjahr mehr als 400 Maßnahmen erfasst. Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe- oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger und Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis des Konzerns generell unvereinbar und daher unzulässig.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2017/2018 im Wesentlichen von drei Themen geprägt:

Der weiterhin voranschreitenden Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020,
der Implementierung und europaweiten Umsetzung der weitreichenden Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO),
der kartellrechtlichen Begleitung der geplanten Zusammenführung unseres Stahlbereichs mit dem Wettbewerber Tata Steel Europe.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Diese Wertekultur muss von allen Mitarbeitern getragen und konsequent gelebt werden. Das gelingt nur mit offener Kommunikation.

Hierbei übernehmen unsere Führungskräfte als Compliance-Botschafter eine besonders wichtige Rolle: Sie sind Vorbilder - nicht nur für unsere Mitarbeiter, sondern auch für unsere Lieferanten, Kunden und sonstigen Stakeholder. Sie schaffen ein Bewusstsein dafür, dass unsere Wertekultur richtig und wichtig ist. Von allen Führungskräften bei thyssenkrupp wird deshalb erwartet, dass sie dieses Selbstverständnis konsequent vorleben. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

Gleichzeitig gilt es aber auch, die unternehmerische Wagnisbereitschaft innerhalb eines definierten Rahmens zu fördern - die Bereitschaft, berechenbare unternehmerische Risiken einzugehen, dabei womöglich Fehler zu machen und (in vertretbarem Umfang) auch Fehler bei anderen zu akzeptieren.

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über mögliche Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen.

Compliance-Strategie 2020

Unsere im Geschäftsjahr 2013/2014 entwickelte "Compliance-Strategie 2020" hat das Ziel, eine verhaltensleitende und nachhaltige Integritätskultur im Konzern zu etablieren und Compliance systemisch im Konzern zu verankern. Dazu dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Integration von Compliance in die Geschäftsprozesse sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation.

Viele Maßnahmen der Compliance-Strategie 2020 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr umgesetzt. Dazu gehört u.a. die flächendeckende Einführung eines E-Learning-Programms für Compliance Manager: Es soll diese noch besser über ihre Aufgaben informieren und ihnen - in Kombination mit unserer neuen Compliance Toolbox - vielfältige Hilfsmittel an die Hand geben, sodass sie ihre Rolle effektiv und effizient ausfüllen können.

In Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite und stellt eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, sich Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche intensiv austauschen und die Synergien, die so insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden.

Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Themen Kartellrecht und Antikorruption, Geldwäschebekämpfung sowie Datenschutz.

Da im Mai 2018 die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft trat, stand der Datenschutz im abgelaufenen Jahr besonders im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben unsere Aufbau- und Ablauforganisation angepasst und unsere Konzernunternehmen europaweit bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützt. In den Geschäftsbereichen wurden rund 260 Personen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Die weitere praktische Umsetzung der DSGVO, insbesondere die Prozessverbesserung, wird auch im kommenden Geschäftsjahr einen Schwerpunkt unserer Compliance-Aktivitäten bilden.

Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem Projekt zur Einbringung unseres Stahlbereichs in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Europe. Da Tata Steel Europe ein Wettbewerber von thyssenkrupp ist, stand dabei die Frage im Mittelpunkt, welcher Informationsaustausch zwischen den künftigen Partnern in welcher Form zulässig ist.

Weitere Compliance-Aktivitäten des Berichtsjahrs lassen sich, geordnet nach den drei nachfolgenden Programmelementen, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Rund 5.500 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden, bereinigt um Abgänge, mehr als 112.000 Kurse absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne Whistleblower-System sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, um auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinzuweisen. Neuer Ombudsmann ist seit Oktober 2017 Rechtsanwalt Dr. Carsten Thiel von Herff. Er trat die Nachfolge von Rechtsanwalt Dr. Dietrich Max an, der diese Funktion seit April 2013 innehatte.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine nach den Bedürfnissen des Konzerns strukturierte Aufgabenzuweisung.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 75 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 350 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des Konzerns und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

Ausgewählte behördliche Verfahren

Die israelische Generalstaatsanwaltschaft führt seit November 2016 ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit israelischen Marineprojekten von thyssenkrupp Marine Systems durch, u.a. gegen dessen lokalen Vertriebsmittler. Nach derzeitiger Kenntnis gibt es keine Ermittlungen gegen thyssenkrupp-Unternehmen bzw. -Mitarbeiter. Wir hatten unverzüglich eine eigene Untersuchung eingeleitet. Die Ergebnisse des vorläufigen Untersuchungsberichts haben wir den Behörden übergeben und werden die Kooperation mit den Behörden entsprechend fortsetzen. Sofern erforderlich, werden weitere Maßnahmen ergriffen.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen kartellrechtliche Verstöße bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen für bestimmte Stahlpreise. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge vorangetrieben. Aufgrund zwischenzeitlicher Entwicklungen im Ermittlungsverfahren hat sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir auch weiterhin erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf den Konzern gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichts. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinausgehend ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage des Konzerns oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange Achtung der Menschenrechte
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Umwelt, Klima und Energie Mitarbeiter Nachhaltigkeit im
Nachhaltigkeit im Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement
Lieferantenmanagement Lieferantenmanagement Mitarbeiter
Chancen- und Risikobericht Chancen- und Risikobericht Chancen- und Risikobericht
- Regulatorische Risiken - Produktionsrisiken - Beschaffungsrisiken
- Produktionsrisiken - Personalrisiken
- Beschaffungsrisiken - Beschaffungsrisiken
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen
Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Siehe Achtung der Menschenrechte und Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Arbeitnehmerbelange sowie Compliance
Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit im
Lieferantenmanagement
Chancen- und Risikobericht
- Rechtliche Risiken und
Compliance-Risiken
- Beschaffungsrisiken
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige
Rückstellungen

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2018/ 2019

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten, d.h. den Gesamtkonzern ohne die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten; letztere enthalten die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate.

Zusätzlich werden die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten berichtet, die bis zum Closing der Transaktion vollkonsolidiert werden. Ab Closing erfolgt die Bilanzierung unseres 50 %-Anteils am Joint Venture At Equity.

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2018 /2019 die weiteren operativen Fortschritte in unseren Segmenten widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Zuletzt haben die Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zugenommen. Diese Unsicherheiten ergeben sich unter anderem aufgrund geopolitischer Krisenherde sowie in der globalwirtschaftlichen Entwicklung insbesondere aus

dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, vornehmlich einer weiteren Eskalation der bestehenden handelspolitischen Konflikte mit entsprechenden protektionistischen Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die das globale Wirtschaftswachstum spürbar negativ beeinflussen können
dem nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtiger Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
dem Ergebnis der Brexit-Austrittsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas; zudem der Konflikt im Euroraum hinsichtlich des italienischen Haushaltsentwurfs und die zunehmenden Sorgen um dessen finanzpolitische Stabilität
der angestrebten Normalisierung der Geldpolitik
Verwerfungen im Automobilsektor unter anderem aus der Einführung neuer Abgasnormen und Emissionsmessverfahren (WLTP)
der Volatilität und Höhe der Rohstoff preise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
den anhaltend strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen -unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte.

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass Auswirkungen aus möglichen Änderungen der beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überschaubar bleiben und auch keine signifikanten Effekte aus Veränderungen der Wechselkurse eintreten. Sollten diese Unsicherheiten jedoch deutlich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung ausstrahlen und sich eintretende Risiken insbesondere für unsere Hauptabnehmerbranche Automobil summieren, ist eine Ausprägung unserer Kernsteuerungsgrößen deutlich unterhalb der nachstehend formulierten Prognose zu erwarten.

Insgesamt blicken wir jedoch vorsichtig optimistisch auf die Geschäftsentwicklung 2018 /2019 und erwarten für unsere fortgeführten Aktivitäten eine deutliche Verbesserung beim Bereinigten EBIT und Free Cashflow vor M & A sowie einen positiven Wertbeitrag für den Konzern.

Wesentliche Annahmen

Für 2019 unterstellen wir als Grundannahme ein schwächeres Wachstum im Euro-Raum, ein geringeres Wachstum in China sowie auch eine leicht schwächere Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern insgesamt. Für die USA erwarten wir eine geringere, wenngleich noch relativ solide Wachstumsdynamik.

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zeigt eine heterogene Entwicklung. Insbesondere aufgrund der nachlassenden Dynamik in China sowie durch das neue Testverfahren für den Kraftstoff- bzw. Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen (WLTP) besteht ein Risiko durch temporäre Produktionsrückgänge bei einzelnen Kunden mit Auswirkungen insbesondere auf unser Komponentengeschäft. Wachstumschancen sehen wir hingegen durch den Hochlauf neuer Werke und Produktionslinien auch für die zunehmenden Auslieferungen unserer elektromechanischen Lenkung. Zudem sollte die Nachfrage nach unseren Großwälzlagern wieder anziehen. Begleitet wird dies von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vor allem im Bereich Lenksysteme und Großwälzlager.

Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand sowie der hohe Bestand an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein abgedeckt sind. Insbesondere in Europa werden wir unsere Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortsetzen und dabei unsere Prozesse im Service, Produktion und Verwaltung optimieren. Daneben werden wir die Komplexität im Produktportfolio hinsichtlich Plattformen und Komponenten reduzieren und die Erlösqualität steigern. Unsere Wachstumserwartungen werden unterstützt durch die Bautätigkeit in China, den USA sowie Europa.

Bei Industrial Solutions (exklusive Marine Systems) erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs und Umsatzes, die sich durch die Fokussierung auf überwiegend kleinere und mittlere Projekte sowie auf das Servicegeschäft ergibt. Im Rahmen der Neuausrichtung des Anlagenbaus werden wir die Organisationsstrukturen des Anlagenbaus deutlich vereinfachen, um Entscheidungen schneller zu ermöglichen und um Verantwortung und Transparenz zu erhöhen. Neben der Ausweitung unseres Service-Netzwerks in bestimmten Wachstumsregionen werden wir ebenso die Auslastung unserer Geschäftseinheiten nachhaltig auf ein angemesseneres Niveau bringen.

Bei Marine Systems erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs, die sich insbesondere durch unsere Nominierung als exklusiver strategischer Partner im norwegisch-deutschen U-Boot Programm sowie weiteren Projektanbahnungen im Überwasserbereich ergibt. In Abhängigkeit der Auftragsentwicklung wird die Auslastungssituation im Überwasserbereich - zusammen mit weiteren Performancemaßnahmen wie der Integration von Produktionsstandorten und einer vereinfachten Organisationsstruktur - die Ergebnisqualität verbessern.

Die weltweite Stahlnachfrage wird, bei gedämpften gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven, auch im kommenden Jahr geringfügig wachsen. Sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Während der chinesische Markt voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren wird, gehen wir hingegen in den übrigen Schwellenländern, wie etwa Indien und den ASEAN-Staaten, von einem soliden und überdurchschnittlichen Wachstum aus. Der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte tendenziell hoch bleiben. Wir nehmen an, dass es keine anhaltenden Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird und unterstellen zeitgleich ein anhaltend stabiles und hohes Preisgefüge sowie einen intensiven Wettbewerb.

Bei Materials Services werden wir zudem die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben. Durch den weiteren Rollout des B2B-Portals und weiterer digitaler Anwendungen, wie beispielsweise dem Rollout von toii- unserer "Industrial Internet of Things"-Plattform, sollen in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz gesteigert werden.

Für Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) erwarten wir zu Beginn des Geschäftsjahres eine vorübergehende Kürzung der Produktion infolge von Logistikeinschränkungen aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Rheins sowie der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP). Unsere im kommenden Geschäftsjahr in der Produktion geplanten Effizienzmaßnahmen zielen vor allem auf eine Verbesserung der Stahlwerksperformance und - damit verbunden - eine Anhebung der Brammenproduktion. Ein weiteres Projekt betrifft die Optimierung der Logistik.

Mehr zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".

Erwartung 2018/ 2019: Deutliche Verbesserung bei Ergebnis und FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten; Wertbeitrag des Konzerns positiv

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich - adjustiert um Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 15 - im Vergleich zum Vorjahr im unteren einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 33,6 Mrd €). Dabei sollte der infolge von Effekten aus Restrukturierungen und Handelsrestriktionen potenzielle Rückgang bei Materials Services durch Wachstum in den anderen Segmenten überkompensiert werden.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich bei >1 Mrd € liegen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 706 Mio €); unterstützt durch Initiativen aus dem Konzernprogramm "impact".

Bei Components Technology erwarten wir - in Annahme einer weitgehend stabilen Autokonjunktur - eine deutliche Erholung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 197 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 6,6 Mrd €) und einer deutlichen Verbesserung der Marge (Vorjahr, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 3,0%). Dies folgt insbesondere aus dem Entfall der zusätzlichen Aufwendungen zur Risikovorsorge von Qualitätsthemen und dem weiteren Hochlauf der neuen Werke und wird unterstützt durch Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme.
Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 866 Mio €) aus einem Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge (Vorjahr: 11,5%) aus Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen, auch abhängig von Effekten aus Materialpreisentwicklung insbesondere in China und aus Zöllen auf Werkstoffimporte in den USA.
Bei Industrial Solutions erwarten wir in Abhängigkeit des Auftragseingangs eine deutliche Umsatzerholung im knapp zweistelligen Prozentbereich. Unterstützt durch umfangreiche Transformations- und Restrukturierungsmaßnahmen sowie durch den Entfall der zusätzlichen Aufwendungen aus einer umfangreichen Projektanalyse und der Neubewertung einzelner Projekte im Vorjahr erwarten wir eine deutliche Verbesserung für das Bereinigte EBIT bei graduellem Fortschritt innerhalb des Jahres in Richtung eines ausgeglichen Ergebnisses (Vorjahr: -127 Mio €).
Bei Materials Services erwarten wir bei der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verlangsamung ein Bereinigtes EBIT leicht unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 317 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitäten von Materials Services 308 Mio €).
Bei Marine Systems erwarten wir eine deutliche Erholung des Auftragseingangs. Unterstützt durch ein umfangreiches Performanceprogramm sowie durch den Entfall zusätzlicher Aufwendungen aus der Projektanalyse und -neubewertung im Vorjahr rechnen wir mit einer deutlichen Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen Bereinigten EBIT (Vorjahr: -128 Mio €).
Bei Corporate wird das Bereinigtes EBIT, das im Vorjahr von positiven Einmaleffekten profitierte, bei anhaltender Kostenreduktion voraussichtlich annähernd auf Vorjahresniveau ausfallen (Vorjahr: -377 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitäten von Corporate -370 Mio €).

Für das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten erwarten wir bei fortgesetzten Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Verbesserung auf einen wieder positiven Wert (Vorjahresergebnis nach Steuern, fortgeführte Aktivitäten: -198 Mio €).

Die Investitionen vor M & A der fortgeführten Aktivitäten werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1 Mrd € belaufen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 935 Mio €).

Der FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: -678 Mio €) sollte sich infolge der Ergebnisverbesserung und in Abhängigkeit vom Auftragseingang und Zahlungsprofil einzelner Großprojekte insbesondere bei Marine Systems deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern, jedoch insgesamt noch negativ bleiben.

Für den FCF des Gesamtkonzerns (Vorjahr, FCF des Konzerns: -115 Mio €) erwarten wir negative Effekte insbesondere aus Portfolioänderungen:

Bis zum Closing des Stahl-Joint-Ventures erwarten wir von Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität):

einen deutlich positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns
eine Belastung des FCF im mittleren bis höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich auch aufgrund des saisonal typischen Aufbaus des Netto-Umlaufvermögens.

Eine weitere Belastung des FCF könnte sich je nach Ausgang der Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl gegen tk Steel Europe AG ergeben.

Mit Closing und dem Erstansatz der Joint Venture-Beteiligung erwarten wir einen deutlich positiven Effekt auf den Jahresüberschuss des Gesamtkonzerns und einen entsprechend positiven Effekt auf das Eigenkapital.

Die Teilung des Konzerns wird im Rahmen der Herstellung der Transaktionsstrukturen den Jahresüberschuss und den FCF erheblich belasten. Auf Basis der derzeitigen, noch vorläufigen Kalkulationen rechnen wir mit einer Belastung im höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich.

Für die Netto-Finanzschulden des Konzerns rechnen wir insbesondere aufgrund der zuvor genannten Effekte mit einem starken Anstieg gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 2.364 Mio €). Gleichzeitig reduzieren sich unsere Pensionsverbindlichkeiten mit dem Closing des Joint Ventures nahezu um die Hälfte.

Für den Jahresüberschuss des Konzerns erwarten wir insgesamt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 60 Mio €); Aufwendungen aus der Vorbereitung zur Teilung des Konzerns werden durch die Ergebnissteigerungen der fortgeführten Aktivitäten sowie durch die positiven Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures deutlich überkompensiert.

Den tkVA des Konzerns erwarten wir aufgrund der operativen Verbesserungen unserer fortgeführten Aktivitäten, dem positiven Beitrag der nicht fortgeführten Aktivität Steel Europe sowie infolge positiver Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures positiv und deutlich über Vorjahr (Vorjahr: -217 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung

Für thyssenkrupp eröffnen sich neue Chancen aufgrund der am 30. September 2018 beschlossenen Teilung des Konzerns in zwei eigenständige und deutlich fokussiertere Unternehmen. Die Teilung verbindet industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarktes. Wir sind überzeugt, dass sich unsere Geschäfte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren können.

Chancenmanagement-Prozess

Im strukturierten und konzernweit standardisierten Prozess des sogenannten Strategischen Dialogs erfassen alle Business Areas einmal im Jahr die Chancen aus relevanten Markt- und Techniktrends und diskutieren entsprechende Strategien. Wegen der engen Verzahnung des Chancenmanagements mit dem Strategischen Dialog haben Chancen strategischen Charakter und sind mittel- bis langfristig orientiert, sodass ihre Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht.

Im Anschluss an den Strategischen Dialog erfassen alle Business Areas in der operativen Planung und der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der thyssenkrupp Netzwerkorganisation sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Strategische Chancen des Konzerns

Unsere Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. In einem volatilen Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch künftig mit wettbewerbsfähigen Lösungen begegnen zu können.

Als Konzern sehen wir Chancen insbesondere in der Umsetzung der beschlossenen Teilung des Konzerns. Neben einer Reduktion der Komplexität des Unternehmens erlaubt die Teilung beiden Unternehmen, unabhängig voneinander, schneller und zielgerichteter sowohl auf die jeweiligen Kunden und Märkte zu reagieren als auch Investoren mit unterschiedlicher Ausrichtung anzusprechen. thyssenkrupp Industrials wird als reines Industriegüterunternehmen mit global aufgestellten Geschäften attraktives Wachstumspotenzial durch Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung haben. thyssenkrupp Materials wird mit seinen Werkstoffgeschäften über eine führende Marktposition in Europa verfügen und aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen nutzen können.

Über unsere Unternehmensstrategie und die korrespondierenden Chancen informieren wir Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".

thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Viele unserer Anlagen setzen zudem weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Denn neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle lassen sich am besten in einem Zusammenspiel aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln. thyssenkrupp ist hier dank seines weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzes und seiner Kooperationen mit externen Partnern gut aufgestellt. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Darüber hinaus ergeben sich aus unserer Sicht Chancen aus der konsequenten und fokussierten Fortführung unserer bereits in den Vorjahren gestarteten Konzerninitiativen. Wir arbeiten weiter an einem höchst effizienten Einkauf und harmonisieren unsere Geschäftsprozesse. Unser Konzernprogramm "impact" bleibt eine wichtige Grundlage unserer Strategischen Weiterentwicklung und kann -zusammen mit geschäfts- und themenspezifischen Programmen - wesentlich und nachhaltig dazu beitragen, die Effizienz des Konzerns über alle Business Areas und Konzernfunktionen hinweg zu steigern und die Kosten zu senken.

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Business Areas

Components Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Business Area Components Technology ist wesentlich bedingt durch die Entwicklung der individuellen Mobilität und des Gütertransports. In beiden Bereichen steigt der Bedarf. Daraus ergeben sich für uns als Entwicklungspartner sowie Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die aufstrebenden Märkte in Asien und Amerika, wo wir uns mit neuen Produktionsstätten gut aufgestellt haben. Den weltweiten Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. Bei den dabei relevanten Themen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unseren Vorsprung stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassissysteme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

In der Windindustrie eröffnen sich Wachstumspotenziale sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich. Die Windkraft gehört weltweit zu den am schnellsten und nachhaltigsten wachsenden erneuerbaren Energien. In Europa wird diese Entwicklung durch die verpflichtenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich unterstützt. Der technologische Trend hin zu immer größeren und effizienteren Windkraftanlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen.

Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - oder unsere Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln oder sollte sich der weitere Hochlauf unserer neuen Werke beschleunigen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Elevator Technology - Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen für die Business Area Elevator Technology. Dank ihrer breitgefächerten Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie ihrer lokalen Präsenz durch mehr als 50.000 Mitarbeiter an über 1.000 Standorten kann die Business Area weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.

Mit innovativen Produkten und Servicelösungen streben wir an, die höchsten technischen und ökologischen Kundenanforderungen zu erfüllen. Mit MAX, der ersten cloudbasierten Wartungslösung der Branche, erhöhen wir den Digitalisierungsgrad und die Effizienz unseres Servicegeschäfts und können dadurch zusätzliche Wettbewerbsvorteile erzielen.

Zudem rechnen wir durch die Umsetzung der im Rahmen von "impact" definierten Maßnahmen mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology.

Sollte sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie - besser entwickeln als erwartet oder sich die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme als noch effektiver als gedacht herausstellen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Industrial Solutions - Wenn wir unsere innovativen Technologien weiter fördern, können sich für die Business Area Industrial Solutions weltweite Wachstumschancen im schlüsselfertigen Anlagenbau und bei Serviceleistungen ergeben, und zwar trotz des eingetrübten Investitionsklimas, der höheren Wettbewerbsintensität und politischer Unsicherheiten auf den relevanten Märkten. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Business Area zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten konsequenter zu nutzen, treiben wir die Regionalisierung unseres Geschäfts weiter voran. Zugleich standardisieren und optimieren wir unsere Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Um unsere Top-Ingenieure noch effektiver einzusetzen, haben wir ein weltweites Engineering-Netzwerk aufgebaut, das uns zusätzliche Chancen eröffnet.

Chancen sind mittelfristig entlang der angestrebten Markteintritte im Chemieanlagenbau (bspw. Wasserelektrolyse und Methanol) zu suchen. Darüber hinaus würde uns eine verbreiterte öffentliche Förderung von umweltfreundlichen Technologien zu Gute kommen, hier vorrangig im Anlagenbau für die Chemie- und Zementindustrie.

Weitere Chancen ergeben sich durch den Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Alle aktuellen Initiativen der Business Area für mehr Wachstum und eine höhere Effizienz sind in einem umfassenden Transformationsprogramm gebündelt; hierfür haben wir im Berichtsjahr Fokusthemen ausgewählt und beschleunigt.

Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die Effizienzsteigerungs- bzw. Wachstumsprogramme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Materials Services - Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Vermehrt übernimmt Materials Services auch das Management der Lieferkette seiner Kunden. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem Roh- und Werkstoffmarkt, der von niedrigen Margen geprägt ist. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezifisches Markt- und Branchenwissen, ein weltweites Netzwerk sowie ein breites und profundes Know-how im Projektmanagement.

Für Materials Services bietet die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, um für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die "Omnichannel-Architektur": Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und in Zukunft auch externe Plattformen haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen der Business Area, und zwar täglich rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Vernetzte Zusammenarbeit sowie interaktive Prozesse gehören heute bereits in zahlreichen Bereichen zum Alltag - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung. Bei den Angeboten von Materials Services stehen stets die Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt.

Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kosten- und Ergebnissituation definiert. Wichtige Elemente sind dabei die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation in der gesamten Business Area, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen.

Dadurch dass die Umsetzung der Optimierungsprogramme für AST inzwischen weit fortgeschritten ist, eröffnen sich insbesondere im Vertrieb weitere Chancen in diesem Geschäftsfeld.

Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Marine Systems - Im Marinebereich bieten in den nächsten Jahren neben Aufträgen für die deutsche Marine insbesondere U-Boot-Projekte für den Export eine gute Marktperspektive. Sollten unsere weltweit laufenden Kampagnen für mehrere U-Boot-Programme erfolgreich sein, wird sich dies günstig auf den Auftragsbestand und die Auslastung auswirken.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur abhängt.

Auch in einem schwierigen Marktumfeld ist Steel Europe insgesamt gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends - Urbanisierung, zunehmende Mobilität und effizienterer Einsatz knapper Ressourcen -, die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern, dauerhaft teilzuhaben.

Das Strategieprogramm der Business Area, "one steel", sieht zusätzlich eine Stärkung der technischen Fähigkeiten von Steel Europe durch gezielte Investitionen vor. Dies ermöglicht Steel Europe, sein Produkt- und Kundenportfolio gemäß den Ansprüchen des Marktes zu optimieren. Beispielsweise wurde im Berichtsjahr der Bau einer neuen Feuerbeschichtungsanlage beschlossen, um dem gestiegenen Bedarf der Automobilindustrie an hochwertigem Stahl Rechnung zu tragen. Chancen sieht Steel Europe, wenn auch eher auf mittlere Sicht, überdies im Bereich der Elektromobilität; ein hohes Potenzial ergibt sich hier insbesondere durch die Erweiterung des Anwendungsspektrums von Elektroband.

Chancen für Steel Europe ergeben sich auch aus der zunehmenden Digitalisierung der Wertschöpfungskette, und zwar sowohl durch die immer stärkere Vernetzung der Produktion als auch durch die Möglichkeit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Diese Potenziale werden im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Strategieprogramms "one steel" gehoben.

Obwohl das außenwirtschaftliche Umfeld durch gestiegene Risiken geprägt ist, bestehen Chancen, dass die Verwerfungen durch die US-Zollpolitik nach der Einführung von Importzöllen in Höhe von 25% auf europäische Stahlprodukte zum 01. Juni 2018 durch die vorläufigen - und später möglicherweise endgültigen - Schutzklauselmaßnahmen der Europäischen Kommission stärker eingedämmt werden als erwartet.

Sollten sich die im Rahmen von "one steel" definierten Maßnahmen sowie das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächen, besteht die Chance, dass Steel Europe seine Prognose für die Kernsteuerungsgrößen übertrifft.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen der Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt. Aus heutiger Sicht liegen keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken vor.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Unternehmerische Risiken müssen von allen Mitarbeitern bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie aktiv gesteuert werden. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.

In unserer "Governance, Risk and Compliance (GRC)-Policy" haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert sowie die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.

Ziel des Risikomanagements bei thyssenkrupp ist, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

Unser Konzern-Risikomanagement entwickelt das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richtet es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnt es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Rollen der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen. Alle weiteren verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Konzernrichtlinie Risikomanagement einheitlich definiert.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir konzernweit implementiert; wir verbessern sie fortlaufend.

Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im operativ und strategisch ausgerichteten Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M &A" einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze, die im Anschluss kurz erläutert werden:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M&A" bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese konzernweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Konzerneinheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, mit der sie die Risikoinventur durchführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Über Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden die Risikomanagement-Verantwortlichen unverzüglich informiert. Diese Risiken werden zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement bei thyssenkrupp ist ein kombinierter Top-down-/Bottom-up-Prozess. Die verbindlichen Systemvorgaben werden vom Konzern zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten "Risk and Internal Control Committee" (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen zur effizienten Überwachung des Risikomanagementsystems bei und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.

Risikobewertung

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M & A" im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen, ordnen wir gemäß dieser Systematik in die Kategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" ein.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits ergriffene Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem nachfolgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Risikotransfer

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio reduziert das Risiko insolvenzbedingter Ausfälle von Versicherern.

Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend für die erfolgreiche Steuerung von Risiken in unseren Geschäftsprozessen.

Im Zuge der Harmonisierung der Geschäftsprozesse bei thyssenkrupp entwickeln wir konzernweit auch die Anforderungen, die das interne Kontrollsystem erfüllen muss, kontinuierlich weiter; wir nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von betrügerischen Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Konzerneigene Shared Servicecenter unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risikoarten haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Risiken aus operativer Tätigkeit

In den folgenden Abschnitten gehen wir auf die Risikokategorien und die Risikoarten detailliert ein. Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.

In Europa bestehen weiterhin Unsicherheiten mit Blick auf den weiteren Verlauf der Austrittsverhandlungen nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien sowie auf europakritische Entwicklungen in einzelnen Mitgliedsstaaten. Auch sind einzelne Schuldenkrisen im Euro-Raum ungelöst, sodass eine Vertrauenskrise in Bezug auf die Institutionen der EU und niedrigere Wachstumsraten in den europäischen Volkswirtschaften denkbar sind.

Zusätzliche Risiken ergeben sich aus einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, geringeren Wachstumsraten in China sowie einer länger andauernden Rezession in Schwellenländern, zum Beispiel bedingt durch weiter steigende Zinsen oder Währungskrisen wie in der Türkei. Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Bei starker Ausprägung eines eventuellen exogenen Schocks sind die einzelnen Konjunkturrisiken als mittel einzuschätzen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte geringerer Wachstumsraten und veränderter Wechselkursrelationen für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen.

Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als mittel ein.

Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren auch mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich für Steel Europe in diesem Zusammenhang ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitverlauf ändern oder bei denen Rechtsunsicherheit besteht. Beispielsweise werden steuerliche Vergünstigungen in Einzelfällen in gerichtlichen Verfahren verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es im Ergebnis zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind Steuernachzahlungen nicht auszuschließen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Konzernfinanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an die Konzerngesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, das Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als gering zu bewerten.

Bewertungsrisiken - Aktives Portfoliomanagement ist einer der Eckpfeiler unserer Strategischen Weiterentwicklung. Unternehmensverkäufe und -käufe sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten sind mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf Wertberichtigungsbedarf hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir jeweils als mittel bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability Driven Investment).

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen führen dazu, dass die Pensionsrückstellungen ansteigen und das Eigenkapital belastet wird.

Weitere Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen bzw. können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.

Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an. Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartell- und Korruptionsverstöße sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp.

Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Softwaretools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Compliance-Risiken stufen wir die Prozessrisiken nach derzeitiger Einschätzung im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 15 und 20).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Zu Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als hoch ein.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen kartellrechtliche Verstöße bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen für bestimmte Stahlpreise. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge vorangetrieben. Aufgrund zwischenzeitlicher Entwicklungen im Ermittlungsverfahren hat sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir auch weiterhin erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/ Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu den Beschaffungsrisiken können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als mittel ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren. Vollständig verhindert werden können Unfälle mit diesen organisatorischen Maßnahmen allerdings nicht.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu Produktionsrisiken können Sie ebenfalls dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Industriekonzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als gering ein.

Produkt- und Prozessqualität und die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehenden Risiken begegnen wir daher bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.

Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Auftragsrisiken - Die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit ist insbesondere in der Business Area Industrial Solutions eine der zentralen Herausforderungen. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir aktuell zusammengenommen als hoch. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Vor Vertragsabschluss überprüfen wir die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als mittel bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern werden.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen durch Kriminelle und fremde Dienste nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten im Konzern unterstützend, die kontinuierlich ausgebaut wurde. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen durch eine entsprechende technische Unterstützung gewährleistet ist.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - thyssenkrupp will als Industriekonzern mit hoher Ingenieurkompetenz dauerhaft erfolgreich sein. Dazu benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, wobei wir die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken insgesamt als mittel einstufen.

thyssenkrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Operative Risiken der Business Areas

Components Technology - Die Business Area Components Technology ist als Zulieferer im Bereich der Automobil- und Industriekomponenten weltweit vertreten und daher von der Entwicklung der entsprechenden Märkte abhängig.

Components Technology besetzt im Bereich "Powertrain" weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese können durch die fortschreitende Elektrifizierung partiell gefährdet werden, insbesondere im Hinblick auf Komponenten für Verbrennungsmotoren, zum Beispiel Nockenwellen. Die Business Area intensiviert daher ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich E-Mobilität sowie bei der Entwicklung alternativer Produkte, um möglichen Umsatzrückgängen bei angestammten Produkten durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder entgegenzuwirken.

Für die Kernmärkte von Components Technology erwarten wir ein stabiles Wachstum in allen Produktsegmenten. Allerdings ist dieses mit einer hohen Prognoseunsicherheit verbunden. Beispielsweise könnte eine nachlassende Dynamik auf den Märkten in China unsere dortigen Geschäftsaussichten gefährden. Auch die Vereinigten Staaten zählen zu den wesentlichen Absatzmärkten für unsere Produkte. Eine Abschwächung dieses Marktes birgt daher ebenfalls Risiken. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt die Business Area der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Windenergiesektor Risiken durch Konzentrationsprozesse und durch den weiter zunehmenden Preisdruck. Staatliche Handelsbeschränkungen wie mögliche Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile sowie der geplante Brexit stellen ein Risiko dar. Auch aufgrund des neuen Testverfahrens für den Kraftstoff-/Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen, WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), besteht ein Risiko durch temporäre Produktionsrückgänge bei einzelnen Kunden.

Risiken im Windenergiesektor ergeben sich grundsätzlich durch die Abhängigkeit von nationalen Fördersystemen. In Deutschland bestehen weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Netzanbindung und Finanzierung weiterer Offshore-Projekte. Diesem Risiko begegnen wir mit neuen Technologien sowie mit Innovationen, um neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Gleichzeitig drücken die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen im Rahmen des Konzernprogramms "impact".

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Auch birgt das starke Wachstum das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestalteter interner Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.

Weitere allgemeine Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan und beim brasilianischen Real.

Elevator Technology - Wegen der starken Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten bei Elevator Technology birgt die unsichere Lage der Weltwirtschaft Risiken, die sich vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und den Preisdruck verschärfen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.

Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft sind weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kundenbindungsstrategien helfen dabei, möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken. Zudem werden in der Business Area kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten auszugleichen.

Das Neuanlagengeschäft kann hingegen aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Wegen der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend vorhersehbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen können wir durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensieren.

Risiken, die sich aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten ergeben, können wir durch unsere Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen. Die Wechselkursrisiken, die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab.

Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, eine entsprechende Auswahl von Mitarbeitern und Schulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten und gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden.

Industrial Solutions - Nach einer Erholung der Öl-, Düngemittel- und Rohstoffpreise herrscht grundsätzlich ein verbessertes Umfeld für die Märkte von Industrial Solutions. Hiervon ausgenommen sind das Zement- und gasbasierte Düngemittelgeschäft. Dieses Bild wird durch die erneuerten Sanktionen gegen den Iran nicht nennenswert eingetrübt.

Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Das Drängen von kostengünstigen Wettbewerbern aus Fernost in westliche Märkte könnte hierdurch ebenfalls weiter verstärkt werden. Dies kann dann auch wieder die Marktpreise unter Druck bringen und insbesondere unser Chemieanlagen- und Bergbaugeschäft beeinflussen.

Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Insbesondere technologische Risiken bestehen bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

Sollten darüber hinaus bei den gestarteten Programmen zur Kostenoptimierung unerwartete Verzögerungen eintreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung und Digitalisierung unserer Logistikprozesse und der gesamten Wertschöpfungskette, unter anderem indem wir als größter Werkstoffhändler der westlichen Welt unsere Einkaufsaktivitäten weiter bündeln und zentral koordinieren.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und unseren hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Business Area. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Dienstleistungs- und Digitalisierungsaktivitäten rund um die Werkstoffe.

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement.

An den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen. Sofern die Europäische Union keine Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien trifft, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.

Marine Systems - Im Marinegeschäft bestehen Risiken in einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung erheblich verzögert ist, wobei aufgrund komplexer vertraglicher Strukturen mit staatlichen Beschaffungsbehörden für militärische Ausrüstung, lokalen Bauwerften und Zulieferungen durch die Business Unit Marine Systems die Ursachenzuordnung strittig ist. Aufgrund politischer Entwicklungen in Kundenländern oder den umliegenden Regionen können sich zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen ergeben.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area Steel Europe mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken begegnet die Business Area mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe durch seine Technologiekompetenz und eine noch intensivere Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie konsequente Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtetes Qualitätsmanagement gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich zur Absicherung einer wettbewerbsfähigen Marktposition bei.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung.

Dem aktuellen Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Erhebliche Risiken ergeben sich dagegen aufgrund der beschlossenen Revision der Emissionshandelsrichtlinie für die vierte Handelsperiode (2021 bis 2030).

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung und für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Zwar konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die energieintensive Industrie sieht sich aber weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie dem Vorhalten von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§289f, 315d HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht.

Erklärung zur Unternehmensführung

Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung für die thyssenkrupp AG und zugleich für den Konzern gemäß §§315d, 289f HGB ab.

Entsprechenserklärung zum DCGK

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2018 auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) veröffentlicht wurde:

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex, dass der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz des Prüfungsausschuss innehaben soll, wird nicht entsprochen. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat am 30. September 2018 Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Vor dem Hintergrund, dass die Amtszeit der durch die Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats, auch von Herrn Pro. Dr. Bernhard Pellens, bereits Anfang 2020 mit Ablauf der Hauptversammlung endet, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2018/2019 beschließt, wird Herr Prof. Dr. Bernhard Pellens seinen Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht aufgeben, sondern dieses Amt aus Gründen der Kontinuität zunächst weiterhin ausüben.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenerklärung vom 13. Juli 2018 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannte gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 07. Februar mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, 30. September 2018

Für den Aufsichtsrat

Pellens

Für den Vorstand

Kerkhoff

Aufgrund des Ausscheidens des Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinrich Hiesinger am 6. Juli 2018 wurde der Empfehlung in Ziff. 4.2.1 Abs. 1 Satz 1 des DCGK, wonach die Gesellschaft einen Vorsitzenden oder Sprecher haben soll, bis zur Bestellung von Guido Kerkhoff zum Vorsitzenden des Vorstands am 13. Juli 2018 nicht entsprochen. Dementsprechend haben Vorstand und Aufsichtsrat im Juli 2018 zwei Entsprechenserklärungen abgegeben. Aufgrund der Wahl des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Prof. Dr. Bernhard Pellens, zum Aufsichtsratsvorsitzenden haben Vorstand und Aufsichtsrat in der Entsprechenserklärung vom 30. September 2018 eine Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des DCGK erklärt. Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2018 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die thyssenkrupp AG entspricht freiwillig sämtlichen Anregungen des DCGK. Über relevante, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Unternehmensführungspraktiken haben wir im Corporate Governance Bericht berichtet.

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Der Aufsichtsrat hat sich, seinen Ausschüssen und dem Vorstand jeweils eine Geschäftsordnung gegeben, die unter anderem die Informationsversorgung des Aufsichtsrats durch den Vorstand regeln. Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender halten regelmäßig Kontakt zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats und beraten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens. Der Vorstand berichtet in den Sitzungen des Aufsichtsrats, die in der Regel viermal im Jahr stattfinden, sowie in den Ausschusssitzungen. Die Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat stehen auf der Website der Gesellschaft (www.thvssenkrupp.com) zur Verfügung.

Beschreibung der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsaus-schuss paritätisch zu besetzen. Dem nach §27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an. Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder, dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder an, die jeweils zur Hälfte auf Vorschlag des Nominierungsausschusses mit Aktionärsvertretern und auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden. Der Aufsichtsrat soll nach den Empfehlungen des DCGK nicht Vorsitzender des Prüfungsausschusses sein. Da der Aufsichtsrat am 30. September 2018 den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt hat, haben Vorstand und Aufsichtsrat eine Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des DCGK erklärt. Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern, die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Zusammensetzung der Ausschüsse und ihre Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese bestehen überwiegend in der Vorbereitung ihrer Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen für die Ausschüsse geregelt. Einzelheiten über die Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Zielgrößen für den Frauenanteil

thyssenkrupp verfolgt seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15% in allen Führungspositionen des Konzerns zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte im Kapitel "Mitarbeiter" berichtet.

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist im Laufe des Geschäftsjahres 2017/2018 insgesamt erreicht worden. Die Mindestgröße war bei den Arbeitnehmervertretern schon bei Inkrafttreten des Frauenförderungsgesetzes in 2015 erfüllt. Durch die Entsendung von Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather im Januar 2018 in den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG erfüllen auch die Aktionärsvertreter die gesetzliche Mindestgröße von 30%.

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20% Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8% auf 11% und von 23% auf 25% festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15% in allen Führungspositionen angestrebt wird.

Des Weiteren haben 24 mitbestimmte Gesellschaften im thyssenkrupp Konzern für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 erneut Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen beschlossen. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022. Im ersten Umsetzungszeitraum bis zum 30. Juni 2017 konnte der Anteil von Frauen an Aufsichtsratsmandaten von 13% auf 20% gesteigert werden. Kein Aufsichtsrat ist mehr ohne weibliches Mitglied. Auch die Zahl der Konzerngesellschaften ohne Frauen in der Geschäftsleitung konnte reduziert werden.

Beschreibung des Diversitätskonzepts hinsichtlich der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem AktG, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Zusätzlich hat sich thyssenkrupp eigene Ziele gesetzt. Diese Vorgaben und Ziele sind die Grundlagen des vom Aufsichtsrat im November 2017 beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den Inhalt des vorhergehenden Abschnitts verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Ausprägung und Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den damit auszufüllenden Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Dr. Hiesinger berücksichtigt und Guido Kerkhoff zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat.

Die konkreten Ziele für die Zusammensetzung sind:

Ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Wachstumsmärkten und Vertrautheit der Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit mit den Sektoren, in denen thyssenkrupp tätig ist;
Berücksichtigung besonderer Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren sowie Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung, außerdem Berücksichtigung von technischem Sachverstand sowie der Kenntnis von Finanzierungsstrategien und Finanzinstrumenten;
Erfahrungen in der Unternehmensführung sowie in der Entwicklung und Formulierung von Unternehmensstrategien;
Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;
Maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);
Steigerung des Frauenanteils auf mindestens 30 %;
Anzahl von mindestens 15 unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern.

Die angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner liegt bei mindestens fünf.

Das vom Aufsichtsrat beschlossene Kompetenzprofil für das Gesamtgremium legt die Kompetenzfelder fest, die nach der Auffassung des Aufsichtsrats für seine Tätigkeit wichtig sind. Es handelt sich um Bereiche wie General Management und Globalisierung, Führung mitbestimmter Unternehmen, IT und Digitalisierung, Personalführung und -entwicklung sowie weitere in den Zielen für die Zusammensetzung bereits festgelegte Kompetenzen.

Die Umsetzung des Diversitätskonzepts erfolgt im Rahmen der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten für die beiden Vakanzen auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats liegt die angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner bei mindestens fünf. Zur Beurteilung der Unabhängigkeit hat der Aufsichtsrat bestimmte Kriterien festgelegt; insbesondere die im DCGK genannten. Danach sind neben den Arbeitnehmervertretern folgende Mitglieder der Anteilseigner unabhängig: Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Ingrid Hengster, Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Prof. Dr. Bernhard Pellens, Carola Gräfin v. Schmettow, Carsten Spohr, Dr. Lothar Steinebach und Jens Tischendorf sowie die inzwischen ausgeschiedenen Dr. Ralf Nentwig, Prof. Dr. Ulrich Lehner und René Obermann. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Prof. Dr. Bernhard Pellens Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht nach §§289a Abs. 2, 315a Abs. 2 HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Im nachfolgenden Vergütungsbericht, welcher Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist, wird das Vergütungssystem des Vorstands und des Aufsichtsrats grundlegend dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2017/2018 erhalten haben, individuell offengelegt; dabei werden auch die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) beachtet.

Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems

Das aktuelle Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014/ 2015. Es wurde vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch den Personalausschuss, beschlossen und von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.

Festgelegt wird die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat nach Vorbereitung durch den Personalausschuss. Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit der Vergütung - sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile -und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Bei allen Vergütungsentscheidungen beachten Personalausschuss und Aufsichtsrat die Vorgaben des Aktiengesetzes sowie die Empfehlungen und Anregungen des DCGK. Der Personalausschuss wird bei der Überprüfung der Marktüblichkeit des Systems und der Angemessenheit der Vergütungshöhe von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.

Das Vergütungssystem des Vorstands der thyssenkrupp AG ist auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet.

Ziel des Vergütungssystems ist es, eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung zu unterstützen, indem die Vergütung der Vorstandsmitglieder sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt ist. Das Vergütungssystem umfasst leistungsbezogene und am Unternehmenserfolg orientierte Parameter, die sich auch in den Vergütungssystemen der Führungsebenen unterhalb des Vorstands wiederfinden. Dabei weisen die variablen Vergütungsbestandteile eine überwiegend mehrjährige Bemessungsgrundlage auf und setzen damit langfristige Verhaltensanreize. Durch die Ausgestaltung der langfristigen variablen Vergütung, die auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird zudem die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.

Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile

VERGÜTUNGSBESTANDTEIL

Bemessungsgrundlage/Parameter
Erfolgsunabhängige Vergütung
Vorsitzender des Vorstands: 1.340.000€
Mitglied des Vorstands: 700.000 €
Nebenleistungen Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien
Betriebliche Altersversorgung
Ruhegeld in Höhe von 50% der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014 /2015
Für Guido Kerkhoff: Ruhegeldanspruch von 350.000€ p.a.
Leistungsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff, Dr. Heinrich Hiesinger) - Für Dr. Heinrich Hiesinger: Ruhegeldanspruch von 670.000€ p.a.
Witwengeld in Höhe von 60 % und Waisengeld in Höhe von je 20 % des jeweiligen Ruhegeldanspruchs, max. 100%
Bereitstellung von jährlichen Beiträgen in Höhe von 280.000 € (entspricht 40 % der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014/2015)
Beitragsorientierte Zusagen(Oliver Burkhard, Dr. Donatus Kaufmann) - Für Oliver Burkhard: Begrenzung des maximal erreichbaren Ruhegeldanspruchs auf 350.000€ p.a. (entspricht 50% des Festgehalts des Geschäftsjahres 2014/2015)
- Für Dr. Donatus Kaufmann: Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt
Erfolgsabhängige Vergütung
Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %:
- Für den Vorstandsvorsitzenden: 1.250.000 €
- Für die Mitglieder des Vorstands: 630.000 € - 680.000 €
Höhe der Zielerreichung abhängig von:
- Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M&A
Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) - Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt
Bonus-Malus-Faktor in der Spannweite von +/- 20%:
- Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf
- Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands
Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap)
Möglichkeit einer Sondervergütung Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps
Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum:
- Ausgangswert für den Vorstandsvorsitzenden: 2.000.000€
- Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 950.000 € - 1.050.000€
Long-Term Incentive (LTI) Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswertes durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt.
Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA.
Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung.
Obergrenze: 250% des Zielwertes (Cap)
Sonstige Vergütungsregelungen
Gesamt-Cap Höchstgrenze von 9.000.000€ für den Vorstandsvorsitzenden und je 4.500.000€ für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr - DCGK-konform
Abfindungs-Cap Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen, Vergütung über Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform
Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100% des Abfindungs-Caps nicht überschreiten -DCGK-konform
Clawback-Regelung Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG

Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan; STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30% der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42% der Zieldirektvergütung entfallen auf den LTI. Das Verhältnis von langfristiger zu kurzfristiger erfolgsabhängiger Vergütung liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, die vorsehen, die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten und die variablen Vergütungsbestandteile grundsätzlich mehrjährig zu bemessen.

Die erfolgsunabhängige Vergütung

Festvergütung

Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000€ pro Jahr.

Nebenleistungen

Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen ein Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen diese allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.

Altersversorgung

Altersversorgungen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Ein Übergangsgeld bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags gewährt thyssenkrupp nicht.

Guido Kerkhoff und das im Berichtsjahr ausgeschiedene ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Heinrich Hiesinger haben einen Ruhegeldanspruch in Höhe von 50% ihres jeweiligen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014 / 2015. Für Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung aus einer beitragsorientierten Regelung; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag 40 % des jährlichen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015. Für Oliver Burkhard ist zusätzlich vereinbart, dass die erreichbare Höhe des Ruhegeldanspruchs auf 50% des Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015 begrenzt ist. Bei Dr. Donatus Kaufmann wird die Altersversorgung grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt.

Das Ruhestandsalter wird bei Vollendung des 60. Lebensjahres erreicht, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst und im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Heinrich Hiesinger eine Zahlung von 60% des Ruhegelds für den Partner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Im Falle von Dr. Donatus Kaufmann erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.

Der Personalausschuss überprüft regelmäßig bei Neuverträgen und Vertragsverlängerungen das Versorgungsniveau der Vorstandsmitglieder und den daraus abgeleiteten jährlichen und langfristigen Versorgungsaufwand und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung der Zusagen vor. Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen des DCGK.

Die erfolgsabhängige Vergütung Tantieme (Short-Term-Incentive; STI)

Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) werden jeweils mit 40% gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20% maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.

Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle, strategisch bedeutsame Aspekte mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor besteht sowohl aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator als auch einem diskretionären Faktor, die jeweils gleich gewichtet sind. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2 und kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten korrigieren; er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung. Die Zielerreichung hinsichtlich dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien von § 87 AktG und des DCGK.

Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2017/2018

Guido Kerkhoff 680.000 €
Oliver Burkhard 630.000 €
Dr. Donatus Kaufmann 630.000 €
Dr. Heinrich Hiesinger1 955.480 €

1) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

BERECHNUNG TANTIEME

Details zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen finden sich im Kapitel "Ziele", Abschnitt "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Die Gesamtzielerreichung und die resultierende Auszahlung aus der Tantieme sind auf maximal 200% des Zielwertes begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.

Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb bzw. unterhalb derer eine weitere Verbesserung bzw. Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat die Ziel- und Schwellenwerte im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung auf Grundlage einer Vorbereitung durch den Personalausschuss.

Long-Term Incentive (LTI)

Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und erstreckt sich über insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres), sodass Anreize für die langfristige Unternehmensentwicklung geschaffen werden.

Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird, wobei kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet wird. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.

Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den dreijährigen Performance-Zeitraum herangezogen.

Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2017/2018

Guido Kerkhoff 1.050.000€
Oliver Burkhard 950.000€
Dr. Donatus Kaufmann 950.000€
Dr. Heinrich Hiesinger1 1.528.767€

1) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1%. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null absinken, sodass keine Auszahlung erfolgt.

Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum unmittelbar folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwertes begrenzt.

Details zum tkVA finden sich im Kapitel "Unternehmenssteuerung".

Der Aufsichtsrat beschließt auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres - auf Grundlage einer Vorbereitung durch den Personalausschuss - die Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorständen im Januar 2018 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2017/2018 bis einschließlich 2019/2020. Dabei hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Ein tkVA von null bedeutet, dass die Kosten für das gebundene Kapital durch das erzielte EBIT erwirtschaftet und zugleich ein ausreichend hoher Jahresüberschuss erzielt wird.

Höchstgrenzen der Vergütung

Gemäß der Empfehlung des DCGK hat thyssenkrupp Höchstgrenzen für die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder festgelegt.

Das Vergütungssystem für den Vorstand sieht entsprechend der Empfehlung des DCGK betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl für die Gesamtvergütung als auch für die einzelnen Bestandteile der Vorstandsvergütung vor. Zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, hat das Unternehmen daher folgende Höchstgrenzen für die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängiger Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaiger Sondervergütungen - der Vorstandsmitglieder festgelegt: Für den Vorstandsvorsitzenden beläuft sich diese auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für die übrigen Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr.

Die Vergütungshöchstgrenzen gehen allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor. Bei zukünftigen Überprüfungen der Höhe der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat werden auch die Höchstgrenzen (Einzel-Caps und Gesamt-Cap) entsprechend überprüft.

Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Abfindungen

Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist vorgesehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.

Change of Control

Die dienstvertraglichen Abfindungsregelungen entsprechen den Empfehlungen des DCGK und gelten auch im Fall eines Kontrollwechsels.

Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstands-Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).

Die bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts geltenden Abfindungsregelungen sehen vor, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.

Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter

Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2017/2018 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.

Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2017/2018

Tantieme 2017/ 2018

Die für das Geschäftsjahr 2017/2018 festgelegten Zielerreichungen und die sich daraus ergebenden Tantiemebeträge leiten sich wie folgt her:

HERLEITUNG TANTIEMEBETRÄGE 2017/2018

Name Zielwert Unternehmenszielerreichung Bonus-Malus-Faktor Tantieme1 2017/2018
Guido Kerkhoff 680.000€ 64,6% 1,1 484.000 €
Oliver Burkhard 630.000€ 64,6% 1,1 448.000 €
Dr. Donatus Kaufmann 630.000 € 64,6% 1,1 448.000 €
Dr. Heinrich Hiesinger2 955.480 € 64,6% 0,9 556.000€

1) Aufgerundet auf volle Tsd €

2) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

LTI 2014/2015

Die im Geschäftsjahr 2017/2018 fällige 5. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2014/2015 begeben und ist die erste Tranche, bei welcher der durchschnittliche tkVA während des Performance-Zeitraums mit einem festgelegten Zielwert verglichen wird. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:

HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2014 / 20151

Performance-Ziele thyssenkrupp Value Added (tkVA)
Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie
tkVA Performance-Zeitraum 2014/2015 - 2016/2017
Relevanter Aktienkurs Ø Aktienkurs Q1 GJ 2017/2018 ggü. 0 Aktienkurs Q1 GJ 2014/2015
Verknüpfung Multiplikativ
Mögliche Zielerreichung 0-250%
Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien Ausgangswert: 950.000€ → 47.835 virtuelle Aktien2
Ø Aktienkurs Q1 GJ 2014/2015: 19,86€
Zielerreichung tkVA Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 378,3 Mio € unter dem Ziel-tkVA führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 37,83 %
Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien (100% - 37,83 %) x 47.835 virtuelle Aktien = 29.739 virtuelle Aktien2
Auszahlung 29.739 virtuelle Aktien → 689.945 €
Ø Aktienkurs Q1 GJ 2017/2018: 23,20€

1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds

2) Kaufmännische Rundung auf ganze Stücke

Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann jeweils 689.945€ ausbezahlt. Das im Berichtsjahr ausgeschiedene ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Heinrich Hiesinger erhielt eine Auszahlung in Höhe von 1.307.250 €.

Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den unten gezeigten Zuwendungen nach DCGK-Tabelle 1, mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß DCGK-Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017/2018 NACH HGB

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- --- ---
2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 2.498 2.326 2.328 2.198 2.348 2.198
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- ---
2016/2017 2017/2018
--- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 4.709 3.323

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 10,0 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 11,9 Mio €.

Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands gemäß DCGK

Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands entsprechend den Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des DCGK in Form der dort enthaltenen Mustertabellen:

Die DCGK-Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2017/2018 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder.
Die DCGK-Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2017/2018 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder.

DCGK-TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017/2018 (ZUWENDUNG)

Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 Ausgangswert 2017/2018 Ausgangswert 2017/2018 Minimum 2017/2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 51 44 44 44
Summe 751 744 744 744
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 680 680 - 1.360
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020/2021 - 1.098 - 2.625
Vergütung 7. Tranche LTI 2016/2017 -2019 /2020 1.122 - - -
Summe 2.553 2.522 744 4.729
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 716 610 610 610
Summe 3.269 3.132 1.354 5.339
Oliver Burkhard
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 Ausgangswert 2017/2018 Ausgangswert 2017/2018 Minimum 2017/2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 34 57 57 57
Summe 734 757 757 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020/2021 - 993 - 2.375
Vergütung 7. Tranche LTI 2016/2017 -2019 /2020 1.015 - - -
Summe 2.379 2.380 757 4.392
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 1.198 924 924 924
Summe 3.577 3.304 1.681 5.316
Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 Ausgangswert 2017/2018 Ausgangswert 2017/2018 Minimum 2017/2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 54 57 57 57
Summe 754 757 757 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020/2021 - 993 - 2.375
Vergütung 7. Tranche LTI 2016/2017 -2019 /2020 1.015 - - -
Summe 2.399 2.380 757 4.392
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 291 280 280 280
Summe 2.690 2.660 1.037 4.672
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 Ausgangswert 2017/2018 Ausgangswert 2017/2018 Minimum 2017/2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.027 1.027 1.027
Nebenleistungen 83 142 142 142
Summe 1.423 1.169 1.169 1.169
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 1.250 955 - 1.911
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017/2018 -2020/2021 - 1.598 - 3.822
Vergütung 7. Tranche LTI 2016/2017 -2019 /2020 2.137 - - -
Summe 4.810 3.722 1.169 6.902
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 2.254 1.543 1.543 1.543
Summe 7.064 5.265 2.712 8.445

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für den Vorstandsvorsitzenden und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.

2) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen endgehaltsbezogenen und der beitragsorientierten Altersversorgungszusagen sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus den Versorgungszusagen der Vorstandsmitglieder sind in der Vergangenheit für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung belaufen sich die Dienstzeitaufwendungen auf die in der untenstehenden Tabelle "Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2017/2018" ausgewiesenen Beträge.

DCGK-TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017/2018 (ZUFLUSS)

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 51 44 34 57
Summe 751 744 734 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 625 484 579 448
Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 321 - 321 -
Mehrjährige variable Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 269 - 269 -
Vergütung 5. Tranche LTI2014/2015 - 2017/2018 - 690 - 690
4. Tranche LTI2013/2014 - 2016/2017 1.120 - 1.120 -
Summe 3.086 1.918 3.023 1.895
Versorgungsaufwand nach IFRS1) 716 610 1.198 924
Summe 3.802 2.528 4.221 2.819
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 1.340 1.027
Nebenleistungen 54 57 83 142
Summe 754 757 1.423 1.169
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 579 448 1.149 556
Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 214 - 642 -
Mehrjährige variable Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 179 - 538 -
Vergütung 5. Tranche LTI2014/2015 - 2017/2018 - 690 - 1.307
4. Tranche LTI2013/2014 - 2016/2017 746 - 2.239 -
Summe 2.472 1.895 5.991 3.032
Versorgungsaufwand nach IFRS1) 291 280 2.254 1.543
Summe 2.763 2.175 8.245 4.575

1) Vgl. Fußnote 2 zur DCGK-Tabelle 1.

Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2017/2018

Im Januar 2018 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 8. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 6. bis 8. Tranche des LTI über insgesamt 687.658 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017/2018

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten LTI 2017/ 2018 -2020/2021 - 45.259 - 40.948
Wertrechte in Stück LTI 2016/ 2017 -2019/2020 47.901 - 43.339 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 1.304 748 1.187 656
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten LTI 2017/ 2018 -2020/2021 - 40.948 - 65.895
Wertrechte in Stück LTI 2016/ 2017 -2019/2020 43.339 - 91.241 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 1.138 656 2.495 860

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2017/2018

Guido Kerkhoff1) Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand 3 2 1.198 924
Barwert der Verpflichtung 9.466 9.762 5.753 7.379
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand 1 1 513 547
Barwert der Verpflichtung 5.848 6.495 3.367 4.657
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger1)
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand 291 280 5 4
Barwert der Verpflichtung 1.094 1.411 19.380 19.656
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand 256 262 3 3
Barwert der Verpflichtung 1.003 1.327 13.762 14.756

1) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen endgehaltsbezogenen und beitragsorientierten Altersversorgungszusagen sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS in den DCGK-Tabellen 1 und 2 zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Bei dieser Betrachtungsweise betragen die Dienstzeitaufwendungen für Guido Kerkhoff 610 Tsd € (IFRS)/ 384 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 716 Tsd € [IFRS]/ 348 Tsd € [HGB]) und für Dr. Heinrich Hiesinger 1.543 Tsd € (IFRS)/ 1.114 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 2.254 Tsd € [IFRS]/ 1.349 Tsd € [HGB]). Die Barwerte der Verpflichtungen zum 30.09.2018 betragen dann für Guido Kerkhoff 4.681 Tsd € (IFRS)/ 3.106 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 3.970 Tsd € [IFRS]/2.459 Tsd € [HGB]) und für Dr. Heinrich Hiesinger 16.401 Tsd € (IFRS)/ 12.213 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 14.267 Tsd € [IFRS]/ 10.134 Tsd € [HGB]).

Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Zum 6. Juli 2018 wurde das Mandat von Dr. Heinrich Hiesinger als Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG einvernehmlich beendet. Aufgrund des noch bis Ende September 2020 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Dr. Heinrich Hiesinger eine Abfindung in Höhe von 4.555.250 €. Bei der Vereinbarung des Abfindungsbetrags wurde - wie im Dienstvertrag vorgesehen - eine Obergrenze in Höhe von zwei Jahresvergütungen (Festgehalt und Tantieme) zugrunde gelegt. Die Abfindung liegt damit im Rahmen dessen, was der DCGK empfiehlt. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2017/2018 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 8. Tranche LTI) erhält Dr. Heinrich Hiesinger zeitanteilig. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 6 und 7 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Die Anwartschaft auf Altersversorgung ist unverfallbar und kann ab dem 1. Oktober 2020 ungekürzt in Anspruch genommen werden.

Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen für den Fall zugesagt, dass es seine Tätigkeit beendet.

Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2017/2018 auf 19,0 Mio € (Vorjahr: 14,5 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 279,8 Mio € (Vorjahr: 270,1 Mio €) bzw. nach HGB 223,1 Mio € (Vorjahr: 208,2 Mio €) zurückgestellt.

Angepasste Vergütung für Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard ab dem Geschäftsjahr 2018/2019

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 30. September 2018 die Vorstandsbestellungen von Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard vorzeitig für weitere fünf Jahre bis zum 30. September 2023 verlängert und dabei Guido Kerkhoff dauerhaft als Vorstandsvorsitzenden bestätigt. Im Zuge dieser Wiederbestellungen wurden folgende Anpassungen bei der Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 beschlossen:

Guido Kerkhoff erhält ab dem 1. Oktober 2018 eine Festvergütung von 1.340.000 € pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 1.250.000€ und einen LTI-Ausgangswert von 2.000.000 € je Tranche. Die bisherige Altersversorgungszusage wurde zum 30. September 2018 beendet, wobei die bis dahin erworbene Rentenanwartschaft bestehen bleibt. Ab Beginn der neuen Bestellperiode erhält Guido Kerkhoff eine beitragsorientierte Kapitalzusage mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag in Höhe von 350.000€; diese Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausbezahlt.
Oliver Burkhard erhält ab dem 1. Oktober 2018 eine jährliche Zieltantieme von 680.000 € und einen LTI-Ausgangswert von 1.050.000€ je Tranche. Die bisherige Festvergütung von 700.000 € pro Jahr und die bestehende Altersversorgungszusage bleiben unverändert.
Neu eingeführt wird eine Vorgabe zum Aktienbesitz (sog. Share Ownership Guidelines): Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard verpflichten sich grundsätzlich, innerhalb des Bestellungszeitraums für ein Jahresfestgehalt (Guido Kerkhoff) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (Oliver Burkhard) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese für einen bestimmten, vom Aufsichtsrat nach billigem Ermessen festzulegenden Zeitraum während der Dauer des Dienstverhältnisses zu halten.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500€ erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,74 Mio € (Vorjahr: 1,68 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 60.965€ (Vorjahr: 55.618€). Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2017/2018

Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld
alle Werte in € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender ab 30.09.2018) 50.000 62.500 52.500 49.167 7.500 14.500
Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) 200.000 166.667 - 1) -1) 12.000 15.000
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) 150.000 150.000 -1) -1) 11.000 17.500
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) - 37.500 - 14.167 - 7.000
Achim Hass 33.333 50.000 - - 1.500 4.500
Dr. Ingrid Hengster 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Susanne Herberger 50.000 50.000 12.500 12.500 5.000 7.000
Tanja Jacquemin 50.000 50.000 20.000 20.000 4.500 6.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 50.000 50.000 50.000 50.000 7.500 16.000
Ernst-August Kiel (bis 31.01.2017) 16.667 - - - 1.000 -
Dr. Norbert Kluge 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Tekin Nasikkol 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) 50.000 16.667 32.500 10.833 7.000 3.000
René Obermann (bis 31.08.2018) 50.000 45.833 - - 2.500 3.500
Peter Remmler 50.000 50.000 12.500 12.500 5.000 7.500
Carola v. Schmettow 50.000 50.000 - 6.250 2.500 9.000
Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) 50.000 50.000 57.500 57.500 11.000 17.500
Carsten Spohr 50.000 50.000 - - 2.500 3.000
Dr. Lothar Steinebach 50.000 50.000 25.000 23.125 5.500 8.000
Jens Tischendorf 50.000 50.000 12.500 16.250 4.000 9.500
Friedrich Weber 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Isolde Würz 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Insgesamt 1.250.000 1.229.167 275.000 272.292 102.500 173.500
Vergütung aus konzerninternen Mandaten Gesamtvergütung
alle Werte in € 2016/2017 2017/2018 2016/2017 2017/2018
--- --- --- --- ---
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender ab 30.09.2018) - - 110.000 126.167
Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) - - 212.000 181.667
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) - - 161.000 167.500
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) - - - 58.667
Achim Hass 12.613 21.550 47.446 76.050
Dr. Ingrid Hengster - - 52.500 55.000
Susanne Herberger 16.000 16.000 83.500 85.500
Tanja Jacquemin - - 74.500 76.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel - - 107.500 116.000
Ernst-August Kiel (bis 31.01.2017) 5.305 - 22.972 -
Dr. Norbert Kluge - - 52.500 55.000
Tekin Nasikkol - 1.315 52.500 56.315
Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) - - 89.500 30.500
René Obermann (bis 31.08.2018) - - 52.500 49.333
Peter Remmler 16.250 16.500 83.750 86.500
Carola v. Schmettow - - 52.500 65.250
Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) - - 118.500 125.000
Carsten Spohr - - 52.500 53.000
Dr. Lothar Steinebach - - 80.500 81.125
Jens Tischendorf - - 66.500 75.750
Friedrich Weber 5.450 5.600 57.950 60.600
Isolde Würz - - 52.500 55.000
Insgesamt 55.618 60.965 1.683.118 1.735.923

1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Übernahmerechtliche Angaben

Im Folgenden sind die nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2018 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10% der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21% der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG laut einer freiwilligen Information vom Oktober 2018;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§84, 85 AktG und §31 MitbestG in Verbindung mit §6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das in §5 Abs. 5 der Satzung geregelte genehmigte Kapital bis zum Ende des Ermächtigungszeitraums am 16. Januar 2019 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des § 5 ebenfalls anpassen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Ausschluss des Bezugsrechts Genehmigtes Kapital - Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 225.119.887,36€ durch Ausgabe von bis zu 87.937.456 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern der von der thyssenkrupp AG oder deren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde
Wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf eigene Aktien entfällt, die ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG begeben werden.
Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des Grund-kapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten. Auf die vorgenannte 20%-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Aktien anzurechnen (i) unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Bedingtes Kapital - Nach §5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital um bis zu 250.000.000,- € eingeteilt in bis zu Stück 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von §60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5% über- oder unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10%-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.

Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach §53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:

auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung einmalig oder mehrmals zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können auch durch ein nachgeordnetes Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben werden; für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren oder aufzuerlegen.

Die Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber oder Gläubiger nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können.

Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrags oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrags einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktien der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen.

Die Anleihebedingungen können das Recht der Gesellschaft vorsehen, im Falle der Wandlung oder Optionsausübung nicht neue Stückaktien zu gewähren, sondern einen Geldbetrag zu zahlen, der für die Anzahl der anderenfalls zu liefernden Aktien dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während einer in den Anleihebedingungen festzulegenden Frist entspricht. Die Anleihebedingungen können auch vorsehen, dass die Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist, nach Wahl der Gesellschaft statt in neue Aktien aus bedingtem Kapital in bereits existierende Aktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft gewandelt wird, oder das Optionsrecht durch Lieferung solcher Aktien erfüllt werden kann. Die Anleihebedingungen können auch eine Kombination dieser Erfüllungsformen vorsehen.

Die Anleihebedingungen können auch das Recht der Gesellschaft vorsehen, bei Endfälligkeit der Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist (dies umfasst auch eine Fälligkeit wegen Kündigung), den Inhabern oder Gläubigern ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft zu gewähren.

Die Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht zum Ende der Laufzeit (oder zu einem früheren Zeitpunkt oder einem bestimmten Ereignis) vorsehen. Die Gesellschaft kann in den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen berechtigt werden, eine etwaige Differenz zwischen dem Nennbetrag oder einem etwaigen niedrigeren Ausgabebetrag der Wandelschuldverschreibung und dem Produkt aus Wandlungspreis und Umtauschverhältnis ganz oder teilweise in bar auszugleichen.

Der jeweils festzusetzende Options- oder Wandlungspreis für eine Stückaktie der Gesellschaft muss mit Ausnahme der Fälle, in denen eine Ersetzungsbefugnis oder eine Wandlungspflicht vorgesehen ist, mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten 10 Börsentagen vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Ausgabe der Schuldverschreibung, die mit Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ausgestattet ist, betragen oder - für den Fall der Einräumung eines Bezugsrechts -mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der Bezugsfrist mit Ausnahme der Tage der Bezugsfrist, die erforderlich sind, damit der Options- oder Wandlungspreis gemäß § 186 Abs. 2 S. 2 AktG fristgerecht bekannt gemacht werden kann, betragen. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

In den Fällen der Ersetzungsbefugnis und der Wandlungspflicht muss der Options- oder Wandlungspreis nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen mindestens entweder den oben genannten Mindestpreis betragen oder dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der 10 Börsentage vor dem Tag der Endfälligkeit oder dem anderen festgelegten Zeitpunkt entsprechen, auch wenn dieser Durchschnittskurs unterhalb des oben genannten Mindestpreises (80%) liegt. §9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

Der Options- oder Wandlungspreis kann unbeschadet des §9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft während der Options- oder Wandlungsfrist durch (i) eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln das Grundkapital erhöht oder (ii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder eigene Aktien veräußert oder (iii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre weitere Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder -pflicht begibt, gewährt oder garantiert, und in den Fällen (ii) und (iii) den Inhabern schon bestehender Options- oder Wandlungsrechte oder -pflichten hierfür kein Bezugsrecht eingeräumt wird, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde. Die Ermäßigung des Options- oder Wandlungspreises kann auch durch eine Barzahlung bei Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder bei der Erfüllung einer Wandlungspflicht bewirkt werden. Die Bedingungen können darüber hinaus für den Fall der Kapitalherabsetzung oder anderer Maßnahmen oder Ereignisse, die mit einer wirtschaftlichen Verwässerung des Wertes der Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten verbunden sind (z.B. Dividenden, Kontrollerlangung durch Dritte), eine Anpassung der Options- oder Wandlungsrechte oder Wandlungspflichten vorsehen.

Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, wird ihnen das gesetzliche Bezugsrecht in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Werden die Schuldverschreibungen von einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben, hat die Gesellschaft die Gewährung des gesetzlichen Bezugsrechts für die Aktionäre der Gesellschaft nach Maßgabe des vorstehenden Satzes sicherzustellen.

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern von durch die thyssenkrupp AG oder ihren Konzerngesellschaften bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde
Bei gegen Barzahlung ausgegebenen Schuldverschreibungen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt jedoch nur für Schuldverschreibungen, die mit Optionsrecht oder Wandlungsrecht oder -pflicht ausgegeben werden, mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die seit Erteilung dieser Ermächtigung bis zur unter Ausnutzung dieser Ermächtigung nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG bezugsrechtsfreien Ausgabe von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht unter Bezugsrechtsausschluss entweder aufgrund einer Ermächtigung des Vorstands zum Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder als erworbene eigene Aktien in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert worden sind

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 20% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze werden angerechnet (i) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie (ii) diejenigen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen, insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Options- oder Wandlungszeitraum sowie im vorgenannten Rahmen den Wandlungs- und Optionspreis, zu bestimmen oder im Einvernehmen mit den Organen des die Options- oder Wandelanleihe begebenden Konzernunternehmens der Gesellschaft festzulegen.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten. Eine solche Regelung besteht ebenfalls für den größten Teil der fest zugesagten, bilateral vereinbarten Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €.
Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 4,9 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50% des Grundkapitals bzw. mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
In den Vorstands-Dienstverträgen aller Vorstandsmitglieder sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30% der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach §291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Vergütungsbericht sind die Entschädigungsvereinbarungen im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.

Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2018
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 01 73 71
Sachanlagen 01 328 312
Finanzanlagen 02 27.307 21.902
27.708 22.285
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 03 5.773 6.032
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.844 1.858
9.617 7.890
Rechnungsabgrenzungsposten 04 45 38
Summe der Aktiva 37.370 30.213

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2018
Eigenkapital 05
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 1.494 2.283
Bilanzgewinn 1.401 2.097
7.192 8.677
Rückstellungen 06
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.093 1.076
Übrige Rückstellungen 193 232
1.286 1.308
Verbindlichkeiten 07
Anleihen 6.300 4.700
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 347 252
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.780 14.840
Übrige Verbindlichkeiten 462 435
28.889 20.227
Rechnungsabgrenzungsposten 08 3 1
Summe der Passiva 37.370 30.213

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio € Anhang-Nr. 2016/2017 2017/2018
Umsatzerlöse 12 441 515
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 13 -133 -144
Bruttoergebnis vom Umsatz 308 371
Allgemeine Verwaltungskosten 14 -644 -589
Sonstige betriebliche Erträge 15 155 1.830
Sonstige betriebliche Aufwendungen 16 -459 -86
Beteiligungsergebnis 17 973 476
Zinsergebnis 18 -235 -254
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 -51 -143
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 20 12 -26
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 59 1.579
Ergebnisverwendung
Jahresüberschuss 59 1.579
Gewinnvortrag 1.342 1.308
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 789
Bilanzgewinn 1.401 2.097

Anhang

Allgemeine Angaben

Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG als Konzernzentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Konzernunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die konzerninterne Zuordnung von Konzernunternehmen zu den Business Areas sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Die thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg und Essen ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 9092 und im Handelsregister des Amtsgerichts Essen unter HRB 15364.

Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in der geltenden Fassung von 2017. Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von §3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wird in Anwendung von §315 Absatz 5 HGB i. V. m. § 298 Absatz 2 HGB mit dem Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns zusammengefasst.

Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017/2018 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger elektronisch bekannt gegeben. Sie werden unterwww.thyssenkrupp.com (Investoren/Berichterstattung und Publikationen) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, ThyssenKrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, über einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.

Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.

Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250 € (bis 31.12.2017: bis einschließlich 150 €), werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 250 € (Anlagezugänge bis 31.12.2017: mehr als 150 €), aber nicht mehr als 1.000€ betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag bewertet.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % und eines Rententrends von 1,5 %. Da durch die Anwendung der konzernspezifischen Richttafeln individuellere Schätzwerte bei der Bewertung berücksichtigt werden, wurden die "Richttafeln 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH nicht angewendet. Eine Ausnahme bilden auf einer wertpapiergebundenen Zusage basierende Pensionsverpflichtungen. In diesem Fall erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB der Ansatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens.

Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr 2017/2018 gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wird ein Zinssatz in Höhe von 3,34 % (i. Vj. 3,77 %) verwendet. Für eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 2,43 % (i. Vj. 2,92 %) verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen zum 30. September 2018 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 92 Mio € und ist grundsätzlich zur Ausschüttung gesperrt.

Die Abzinsung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre.

Soweit Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB vorliegt, entspricht die ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen grundsätzlich dem Saldo des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages und des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens. Ein die Verpflichtung übersteigender beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens wird auf der Aktivseite der Bilanz in der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Entsprechend werden Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtung saldiert und im Zinsergebnis erfasst.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 2,43 % (i. Vj. 2,92 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz von 1,10% (i. Vj. 1,54%) entsprechend ihrer Restlaufzeiten abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Konzern- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Konzernavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.

Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 31,18%. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Ein Portfolio-Hedge liegt vor, wenn eine Zusammenfassung mehrerer Grund- und Sicherungsgeschäfte erfolgt. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.

In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungs-geschäft(en) im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht oder bei Anwendung der Durchbuchungsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt. Bei der thyssenkrupp AG kommen beide Methoden zur Anwendung.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind im Kapitel 11 Derivative Finanzinstrumente dargestellt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Anlagespiegel (Anhang-Nr. 02) dargestellt.

Die Zugänge in Höhe von 19 Mio € bei den immateriellen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen auf die zentrale Anschaffung von SAP- und Microsoft-Lizenzen zurückzuführen. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 21 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.

02 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt:

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
Umbuchungen Zugänge Abgänge Aufgelaufene Abschreibungen
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € 01.10.2017 30.09.2018 01.10.2017
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 227 1 15 0 243 155
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1 -1 4 0 4 0
228 0 19 0 247 155
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 413 0 4 14 403 118
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 67 15 8 1 89 50
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 16 -15 0 0 1 0
496 0 12 15 493 168
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 24.913 0 3.462 8.718 19.657 563
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.763 0 55 50 2.768 0
Beteiligungen 2 0 0 0 2 0
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 179 0 2 17 164 0
Sonstige Ausleihungen 13 0 3 1 15 0
27.870 0 3.522 8.786 22.606 563
Insgesamt 28.594 0 3.553 8.801 23.346 886
Abschreibungen Nettowerte
Zuschreibungen Zugänge Abgänge Aufgelaufene Abschreibungen
--- --- --- --- --- --- ---
Mio € 2017/2018 2017/2018 2017/2018 30.09.2018 01.10.2017 30.09.2018
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 21 0 176 72 67
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 1 4
0 21 0 176 73 71
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 12 7 123 295 280
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 9 1 58 17 31
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 16 1
0 21 8 181 328 312
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 143 2 704 24.350 18.953
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 2.763 2.768
Beteiligungen 0 0 0 0 2 2
Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds) 0 0 0 0 179 164
Sonstige Ausleihungen 0 13 15
0 143 2 704 27.307 21.902
Insgesamt 0 185 10 1.061 27.708 22.285

Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB sind im Bundesanzeiger veröffentlicht und zusätzlich auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com (Investoren/Berichterstattung und Publikationen)) wiedergegeben.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Der Anlagespiegel weist im Berichtsjahr bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 3.462 Mio € und Abgänge in Höhe von 8.718 Mio € aus. Die Zugänge resultieren insbesondere aus der Sacheinlage des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die zu einer Erhöhung des Beteiligungsbuchwertes an der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH in Höhe von 3.190 Mio € führte. Dadurch bedingt ist bei den Abgängen im Gegenzug unter anderem der Abgang der Thyssen Stahl GmbH in Höhe von 1.439 Mio € zu verzeichnen. Bei den weiteren Abgängen handelt es sich im Wesentlichen um eine Kapitalrückzahlung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 6.832 Mio €.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden unter anderem auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 84 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 53 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Rothe Erde GmbH in Höhe von 4 Mio € vorgenommen. Zudem gab es außerplanmäßige Abschreibungen auf die Anteile an drei weiteren Gesellschaften in Höhe von insgesamt 2 Mio €.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Die Ausleihungen der thyssenkrupp AG sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5 Mio € auf 2.768 Mio € gestiegen.

Beteiligungen

Bei den Beteiligungen der thyssenkrupp AG ergab sich im Geschäftsjahr 2017/2018 keine wesentliche Veränderung.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Spezialfonds)

Die Wertpapiere des Anlagevermögens, bestehend aus Anteilen an Spezialfonds, dienen der externen (anteiligen) Ausfinanzierung bzw. (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen.

Diese Spezialfonds sind im Rahmen eines konzerneigenen Contractual Trust Agreements (CTA) gebildet worden und werden vom thyssenkrupp Pension-Trust e.V. (Treuhänder) vollständig separiert von den anderen Finanzanlagen der thyssenkrupp AG gehalten.

Insbesondere für den zum 1. Januar 2017 eingeführten und als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipierten neuen Pensionsplan für Fach- und Führungskräfte ("flexPlan ") ist eine periodengerechte Ausfinanzierung über einen in 2017 neu geschlossenen Treuhandvertrag vorgesehen. Zum 30. September 2018 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen und auf die thyssenkrupp AG entfallenden Wertpapiere rd. 2 Mio €.

Unabhängig davon sind im Rahmen eines gesondert bestehenden Treuhandverhältnisses auch Leistungen aus den Altzusagen ausfinanziert, wobei durch das Treuhandvermögen vorrangig die Teile der Pensionsverpflichtungen besichert werden, die über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen. Zum 30. September 2018 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen Wertpapiere rd. 164 Mio €.

Des Weiteren besteht ein Treuhandvertrag zwischen der thyssenkrupp AG (Treugeber) und dem thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. (Treuhänder). Gegenstand dieses Vertrages sind die gesetzlich vorgeschriebene Insolvenzsicherung von Wertguthaben im Sinne von §8 a AltersteilzeitG und im Sicherungsfall die Befriedigung der Ansprüche der Begünstigten auf Auszahlung der fälligen Altersteilzeit-Wertguthaben gegenüber dem Treugeber oder einem seiner Konzernunternehmen im Sinne von § 18 AktG.

Zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeit-Wertguthaben hält der thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. eine Bankbürgschaft (Bürgschaftsvaluta zum 30.09.2018: rd. 82 Mio €), die regelmäßig an den aktuellen Stand der gesetzlich zu sichernden Altersteilzeit-Wertguthaben angepasst wird.

03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio € 30.09.2017 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2018 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.416 59 5.705 76

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Konzern-Finanzclearing sowie aus Cash-Pool Vereinbarungen und Ergebnisabführungsverträgen.

Mio € 30.09.2017 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2018 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Sonstige Vermögensgegenstände 357 315 327 284

Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf Dritte übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert (Anhang-Nr. 06) und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des korrespondierenden Wertes (gem. Anwartschaftsbarwertverfahren) der Verpflichtung in Höhe von 284 Mio € (i. Vj. 315 Mio €) aktiviert.

04 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Disagien sowie Kostenabgrenzungen zukünftiger Wartungsaufwendungen für Lizenzen.

05 Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt unverändert 1.593.681.256,96 € und ist eingeteilt in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 €.

Genehmigtes Kapital

Gemäß § 5 Absatz 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 225.119.887,36 € durch Ausgabe von bis zu 87.937.456 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht in bestimmten Fällen (Ausgleich von Spitzenbeträgen; Ausgabe neuer Aktien von max. 10% des Grundkapitals bei Barkapitalerhöhung, wenn der Ausgabepreis den Börsenpreis im Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet; Sachkapitalerhöhungen; bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht in dem Umfang, wie den Inhabern dieser Rechte bzw. Pflichten ein Bezugsrecht als Aktionär auf neue Aktien zustehen würde) auszuschließen. Die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung überschreiten. Anzurechnen sind unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien und Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 (siehe dazu Abschnitt Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen/ Schaffung eines bedingten Kapitals) unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben worden sind.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage zum 30. September 2018 beträgt unverändert 2.703 Mio €.

Andere Gewinnrücklagen

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Stand 01.10. 1.494 1.494
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 789
Stand 30.09. 1.494 2.283

Nach einer von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG beschlossenen Einstellung aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2017/2018 in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 789 Mio € belaufen sich diese zum 30. September 2018 auf 2.283 Mio €.

Bilanzgewinn

Mio € 2017/2018
Bilanzgewinn 01.10.2017 1.401
Ausschüttung Dividende 93
Vortrag auf neue Rechnung 1.308
Jahresüberschuss 2017/2018 1.579
Gewinnvortrag 1.308
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 789
Bilanzgewinn 30.09.2018 2.097

Die ordentliche Hauptversammlung der thyssenkrupp AG hat am 19. Januar 2018 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016/2017 in Höhe von 1.401 Mio € zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 93 Mio € zu verwenden und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von 1.308 Mio € auf neue Rechnung vorzutragen.

Zum 30. September 2018 wird ein Bilanzgewinn von 2.097 Mio € ausgewiesen.

Weitere Angaben zum Eigenkapital

Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen / Schaffung eines bedingten Kapitals

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (Schuldverschreibungen) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte und den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder-pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Zur Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung der Wandlungs- und Optionsrechte oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, ist das Grundkapital der Gesellschaft nach § 5 Absatz 6 der Satzung um bis zu 250 Mio € durch Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht ( bedingtes Kapital). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen sowie der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Von der Ermächtigung zur Ausgabe der Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder-falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Gesellschaft wurde ferner ermächtigt, die eigenen Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Angaben zum Bestehen einer Beteiligung

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat uns freiwillig darüber informiert, dass sie zum Stichtag weiterhin insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG hält; dies entspricht rund 21% der Stimmrechtsanteile.

Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG vor:

Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat in einer Meldung vom März 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Februar 2014 die Schwelle von 15% überschritten hat und an diesem Tag 15,08% (entsprechend 85.321.744 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß §34 Abs. 1 Satz 1 WpHG (vormals: § 22 Abs. 1 Satz 1 WpHG) zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 12,23 % betrug. Die Cevian Capital II Master Fund LP, Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Januar 2014 die Schwelle von 10% überschritten hat und zu diesem Tag 10,06% (entsprechend 56.927.356 Stimmrechten) betrug.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 07. September 2018 3,63% betrug. 3,01 % dieser Stimmrechte (entsprechend 18.720.299 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,58% dieser Stimmrechte (entsprechend 3.614.448 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 266.386 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 12. September 2018 3,63% betrug. 2,96% dieser Stimmrechte (entsprechend 18.403.213 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,63% dieser Stimmrechte (entsprechend 3.942.510 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 278.542 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 18.September 2018 3,63 % betrug. 3,06% dieser Stimmrechte (entsprechend 19.045.712 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,53% dieser Stimmrechte (entsprechend 3.279.830 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 274.149 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 19.September 2018 3,63 % betrug. 3,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 19.348.359 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,48% dieser Stimmrechte (entsprechend 2.987.060 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 274.149 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. September 2018 3,63 % betrug. 3,06% dieser Stimmrechte (entsprechend 19.051.025 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,52% dieser Stimmrechte (entsprechend 3.253.141 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,05% dieser Stimmrechte (entsprechend 282.863 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die BlackRock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 28. September 2018 3,61 % betrug. 3,15% dieser Stimmrechte (entsprechend 19.585.731 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. gem. §34 WpHG zuzurechnen. 0,42% dieser Stimmrechte (entsprechend 2.626.704 Stimmrechten) waren der BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,04% dieser Stimmrechte (entsprechend 262.557 Stimmrechten) waren BlackRock, Inc. als Instrumente i. S. d. §38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

06 Rückstellungen

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.093 1.076
Übrige Rückstellungen 193 232
(davon Steuerrückstellungen) 13 15
(davon Sonstige Rückstellungen) 180 217

Den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 41 Mio € (i. Vj. 41 Mio €) ergebniswirksam zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.073 Mio € (i. Vj. 1.090 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 3 Mio € (i. Vj. 3 Mio €).

Der bilanzierte Betrag der Rückstellungen umfasst den Erfüllungsbetrag in Höhe von 1.075 Mio € (i. Vj. 1.090 Mio €) nach Abzug von Deckungsvermögen in Höhe von 2 Mio € (i. Vj. 0,4 Mio €). Die Wertänderungen des Deckungsvermögens in Höhe von 0,1 Mio €, welches innerhalb des CTAs gemäß der flexPlan -Zusage vorliegt, werden zusammengefasst mit den Personalaufwendungen für Altersversorgung innerhalb der Allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens wurde anhand von Marktpreisen bestimmt.

Im Falle der flexPlan -Versorgungsordnung handelt es sich um eine Form der wertpapiergebundenen Versorgungszusage. Auf Grund des in diesem Fall erforderlichen Ansatzes der Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere ist die Ausschüttungssperre nach §268 Abs. 8 HGB nicht relevant.

Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 sind in der Bilanz ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 284 Mio € (i. Vj. 315 Mio €) ergebnisneutral bilanziert (Anhang-Nr. 03).

Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Umsatzsteuern, Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie Lohnsteuern.

Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen im Wesentlichen künftige Verpflichtungen im Personalbereich und ausstehende Eingangsrechnungen. Seit dem Geschäftsjahr 2017/18 hat die thyssenkrupp AG die Sicherung des Kursrisikos im Zusammenhang mit Fremdwährungsrisiken aus dem operativen Geschäft von Konzerngesellschaften übernommen und weist in diesem Zusammenhang eine Rückstellung für unrealisierte Kursverluste in Höhe von 16 Mio € aus.

07 Verbindlichkeiten

30.09.2017
Restlaufzeit
--- --- --- ---
Mio € bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- --- ---
Anleihen 1.600 4.700 600
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 95 252
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.770 10
Übrige Verbindlichkeiten 268 194 83
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 87 11
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten 180 183 83
(davon aus Darlehen) 183 83
(davon aus Steuern) 25
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0
30.09.2018
Restlaufzeit
--- --- --- ---
Mio € bis 1 Jahr über 1 Jahr davon über 5 Jahre
--- --- --- ---
Anleihen 0 4.700 600
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 113 139
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.840
Übrige Verbindlichkeiten 240 195 85
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 89 10
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen
Sonstige Verbindlichkeiten 150 185 85
(davon aus Darlehen) 185 85
(davon aus Steuern) 4
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen sowohl zinsfixe als auch zinsvariable Kredite mit einer Verzinsung bis zu 2,50 % p. a.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings in Höhe von 14.062 Mio €.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Zinsabgrenzungen in Höhe von 93 Mio € sowie Schuldverschreibungen in Höhe von 185 Mio €.

08 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält unter anderem ein Agio sowie Vorauszahlungen für Mieten für die nächste Abrechnungsperiode. Die Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens erfolgt ratierlich entsprechend der Laufzeit der zu Grunde liegenden Verträge.

09 Haftungsverhältnisse

Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern über 7.396 Mio € (i. Vj. 7.199 Mio €), davon gegenüber verbundenen Unternehmen 7.374 Mio € (i. Vj. 7.108 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen Energielieferverträge, die IT-Strategie des Konzerns und dabei insbesondere das Outsourcing der Infrastruktur, das Versicherungsgeschäft sowie Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.

An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:

Mio €
2018/2019 565
2019/2020 116
2020/2021 76

Hierin sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 258 Mio € enthalten.

Rechtsstreitigkeiten

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potentiell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp unter Berücksichtigung einer gesamtschuldnerischen Haftung mit anderen Kartellteilnehmern als Risikovorsorge einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zurückgestellt.

Darüber hinaus ist die Gesellschaft aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage sowie Liquidität sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.

11 Derivative Finanzinstrumente

Mio € Nominalwert 30.09.2017 Beizulegender Zeitwert Nominalwert 30.09.2018 Beizulegender Zeitwert
Devisentermingeschäfte 473 -5 3.137 2
Zins-/Währungsswaps 23 0 28 3
Warentermingeschäfte 1 0 0 0
Insgesamt 497 -5 3.165 5

Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und Warenpreisen ausgesetzt. Seit dem Geschäftsjahr 2017/18 übernimmt die thyssenkrupp AG zudem die Funktion der Sicherungsplattform für Währungsrisiken im thyssenkrupp Konzern, in Folge dessen das Devisenderivatevolumen zum 30.09.2018 deutlich gestiegen ist. Zur Begrenzung der Risiken werden bei der thyssenkrupp AG im Wesentlichen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt konzernweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.

Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen. Diese werden grundsätzlich mit entsprechenden Grundgeschäften in einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden. Die bilanzielle Darstellung der Bewertungseinheiten folgt sowohl nach der Durchbuchungsmethode (Devisentermingeschäfte) als auch nach der Einfrierungsmethode. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird die Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) herangezogen. Mögliche Ineffektivitäten werden nach allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden behandelt.

Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die thyssenkrupp AG Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen sowie Zins-/Währungsswaps ein. Devisenderivate werden bei der zentralen Sicherungsplattform zur Absicherung der konzernweit entstehenden Fremdwährungsexposures abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 1.756 Mio € und Verbindlichkeiten von 1.381 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisenderivate, mit einer maximalen Restlaufzeit von 49 Monaten, wurden vollständig in Bewertungseinheiten als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten konzerninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 28 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps, mit einer Restlaufzeit von bis zu 64 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden als Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten in Höhe von 16 Mio € zu bilden.

Warentermingeschäfte werden zur Absicherung variabler Preisbestandteile aus Energiebeschaffungsverträgen abgeschlossen. Zum aktuellen Stichtag hat die thyssenkrupp AG keine Warenderivate im Bestand. Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem und 64 Monaten liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich in voller Höhe ausgleichen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen sowie externen Bewertungen unserer Finanzpartner zum Bilanzstichtag. Er stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte.

Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

12 Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen sind insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 353 Mio € (i. Vj. 299 Mio €) ausgewiesen. Zudem sind Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 68 Mio € (i. Vj. 68 Mio €) sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen in Höhe von 56 Mio € (i. Vj. 51 Mio €) enthalten.

13 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen in Höhe von 144 Mio € (i. Vj. 133 Mio €) stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen.

Der gesamte Materialaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 1 Mio € (i. Vj. 1 Mio €) und stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen für die Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen.

14 Allgemeine Verwaltungskosten

Mio € 2016/2017 2017/2018
Gehälter 156 151
Soziale Abgaben 12 12
Aufwendungen für Altersversorgung 42 40
Summe Personalaufwand 210 203
Abschreibungen 31 31
Übrige Verwaltungskosten 404 356
(davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen) 73 79
(davon Dienstleistungsaufwendungen) 189 191
(davon Datenverarbeitungsleistungen) 105 55
(davon Erhaltungsaufwendungen) 3 1
Insgesamt 644 589

Der gesamte Personalaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter dem Posten Allgemeine Verwaltungskosten erfasst. Der Aufwand für Altersversorgung umfasst den Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung; der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.

Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein ausgewiesen.

Die Aufwendungen für Gehälter sind um 5 Mio € gesunken. Hauptursache sind insbesondere im Vergleich zum Vorjahr geringere Zuführungen zu den Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung (LTI) in Höhe von 13 Mio € (i. Vj. 20 Mio €).

Die Verringerung der übrigen Verwaltungskosten um 48 Mio € ist vor allem auf geringe Aufwendungen für die IT-Strategie des Konzerns und dabei insbesondere das Outsourcing der Infrastruktur zurückzuführen, die in den Datenverarbeitungsleistungen enthalten sind.

Zum Bilanzstichtag betrug die Anzahl der angestellten Mitarbeiter 994, darunter 6Trainees, 15 Auszubildende und 45 Praktikanten/Werkstudenten. Im Geschäftsjahresdurchschnitt waren 951 (i. Vj. 978) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt.

15 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.830 Mio € (i. Vj. 155 Mio €) umfassen insbesondere den Ertrag aus der Sacheinlage zum Zeitwert des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH in Höhe von 1.751 Mio €. Bedingt durch die Veräußerung der an der Krupp Hoesch Stahl GmbH gehaltenen Anteile sind Erträge in Höhe von 18 Mio € vereinnahmt worden. Ferner sind Erträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 6 Mio € (i. Vj. 22 Mio €) sowie Erträge aus der Wertaufholung der Anteile an der thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH in Höhe von 2 Mio € enthalten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge von rund 6 Mio € (i. Vj. 11 Mio €). Wie im Vorjahr handelt es sich unter anderem um die Auflösung von Rückstellungen.

16 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 86 Mio € enthalten Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken in Höhe von 20 Mio €. (i. Vj. 24 Mio €). Im Zusammenhang mit der Übernahme der konzernweiten Kursrisikosicherung bei Fremdwährungsrisiken durch die thyssenkrupp AG sind der Rückstellung für unrealisierte Kursverluste 14 Mio € zugeführt worden. Ferner haben sich Aufwendungen in Höhe von 12 Mio € für die Auszahlung der ausscheidenden Konsorten aus dem Konsortium für Kurssicherung GbR ergeben. Zudem sind Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 2 Mio € (i. Vj. 8 Mio €) sowie sonstige Steuern wie Lohnsteuern, Grundsteuern und Umsatzsteuern enthalten.

Konzerninterne Forderungsverzichte wurden gegenüber der thyssenkrupp Woodhead Ltd. (3 Mio €) und der thyssenkrupp Materials Sverige AB i.L. (1 Mio €) ausgesprochen. Es ergeben sich keine wesentlichen periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Im Vorjahr waren in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Differenzen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 301 Mio € enthalten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. entstanden sind.

17 Beteiligungsergebnis

Mio € 2016/2017 2017/2018
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 184 758
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -116 -659
Erträge aus Beteiligungen 906 378
(davon aus verbundenen Unternehmen) 906 378
Insgesamt 973 476

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sind um 574 Mio € auf 758 Mio € gestiegen. Dies war unter anderem bedingt durch die Thyssen Stahl GmbH, die ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 407 Mio € verbessern konnte. Zudem weist die thyssenkrupp Materials Services GmbH, die im Vorjahr noch ein negatives Ergebnis in Höhe von 88 Mio € erzielte, nunmehr ein positives Ergebnis in Höhe von 116 Mio € aus. Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen haben sich um 543 Mio € auf 659 Mio € erhöht. Die größte Ergebnisveränderung entfällt dabei auf die die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die im Vorjahr einen Betrag von 20 Mio € abführte und bei der nunmehr ein Verlust in Höhe von 631 Mio € auszugleichen war.

Die Beteiligungserträge stammen im Wesentlichen aus Dividendenvereinnahmungen der thyssenkrupp North America, Inc. in Höhe von 178 Mio €, der thyssenkrupp (China) Ltd. in Höhe von 70 Mio € sowie der Krupp Hoesch Stahl GmbH in Höhe von 84 Mio €.

18 Zinsergebnis

Mio € 2016/2017 2017/2018
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 41 22
(davon aus verbundenen Unternehmen) 41 22
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 248 120
(davon aus verbundenen Unternehmen) 199 96
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -523 -396
(davon an verbundene Unternehmen) -228 -159
Insgesamt -235 -254

Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -erträge, die sowohl das zentrale Konzern-Finanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen und sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von insgesamt 29 Mio € (i. Vj. 30 Mio €).

19 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 84 Mio €, auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 53 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp Rothe Erde GmbH in Höhe von 4 Mio € vorgenommen. Zudem gab es außerplanmäßige Abschreibungen auf die Anteile an drei weiteren Gesellschaften in Höhe von insgesamt 2 Mio €.

20 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern ausgewiesen. Diese betreffen Erträge für Vorjahre sowie die laufenden Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

21 Abschlussprüfergebühren

Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2017/2018 berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Konzernabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben. Für die thyssenkrupp AG und die von ihr beherrschten Unternehmen wurden andere Bestätigungsleistungen im Wesentlichen für projektbegleitende Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen erbracht. Zudem wurden Steuerberatungsleistungen erbracht, die die Erstellung von Steuerklärungen sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen umfassen. Die sonstigen Leistungen umfassen insbesondere projektbezogene Beratungsleistungen.

22 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 10 Mio € (i. Vj. 12 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 5 Mio € (i. Vj. 5 Mio €) belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 18 Mio € (i. Vj. 13 Mio €).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 223 Mio € (i. Vj. 208 Mio €) zurückgestellt.

Für das Geschäftsjahr 2017/2018 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Konzernabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von rund 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.

Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts des thyssenkrupp Konzerns und der thyssenkrupp AG.

Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats als Bestandteil des Anhangs ausgewiesen.

23 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG abgegeben und den Aktionären am 30. September 2018 auf der Website der Gesellschaft unter https://www.thyssenkrupp.com/de/unternehmen/management/corporate-governance/entsprechenserklaerung.html dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

24 Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG.

Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2017/2018 einen Bilanzgewinn von 2.097.310.346,69 € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017/2018 wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie 93.379.761,15 €
Gewinnvortrag 2.003.930.585,54 €

Anteilsverzeichnis der thyssenkrupp AG zum 30.9.2018

Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht § 285 Nr. 11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei bestehenden Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung/Verlustausgleich angegeben. Die Werte entsprechen den zur Erstellung des Konzernabschlusses derthyssenkrupp AG verwendeten Meldedaten gemäß IFRS. Für nicht verbundene Unternehmen wurden die letzten verfügbaren Jahresabschlüsse nach Landesrecht zugrunde gelegt.

Eigenkapital Ergebnis Anteil am Kapital
Name und Sitz Mio € Mio € %
--- --- --- ---
Components Technology
BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2,83 0,00*) 100,00
Berco (UK) Ltd., Spennymoor, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 1,29 -0,04 100,00
Berco S.p.A., Copparo, Italien 47,24 -6,42 100,00
Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Telangana, Indien 0,21 -2,17 100,00
Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 8,05 -0,04 100,00
BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien -16,82 -3,72 100,00
Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 7,28 0,72 100,00
Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China 62,27 3,89 100,00
Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 1,46 0,10 100,00
Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich 55,06 5,92 100,00
Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien 0,20 0,22 67,00
Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan 93,23 0,08 100,00
OOO PSL, Moskau, Russland 0,24 0,01 100,00
PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 0,06 0,00*) 100,00
PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 65,06 2,57 100,00
Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien 2,57 -1,37 100,00
Rotek Incorporated, Aurora/Ohio, USA 7,34 -2,98 100,00
Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien 11,33 0,12 100,00
Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien 5,77 0,53 100,00
Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 28,28 -0,06 100,00
ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 2,36 0,21 100,00
Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 44,88 2,58 100,00
Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 231,72 37,74 60,00
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 33,78 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 22,22 3,36 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 4,77 0,78 100,00
thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 3,32 1,70 100,00
thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 85,75 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 20,12 6,92 100,00
thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA 29,82 4,24 100,00
thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 34,63 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn -6,47 -1,92 100,00
thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 92,29 -24,22 100,00
thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA 29,07 1,23 100,00
thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China -30,18 -10,61 100,00
thyssenkrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien -9,47 0,48 100,00
thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 56,22 -9,15 60,00
thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 56,92 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 45,83 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 101,33 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Mavilor S.A.., Villeurbanne, Frankreich 13,19 -0,68 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 255,17 27,39 59,77
thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 3,81 -5,19 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 50,98 8,93 100,00
thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 161,79 -41,68 100,00
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 1,06 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 107,15 26,76 100,00
thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA 22,75 4,70 100,00
thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 100,52 21,21 60,00
thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 6,67 -0,58 100,00
thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 105,02 20,14 100,00
thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 63,37 10,72 60,00
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 38,38 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 45,38 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA 172,33 21,39 100,00
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 7,39 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 25,32 18,16 100,00
thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 7,93 -0,70 100,00
thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 37,67 -2,47 100,00
thyssenkrupp Rothe Erde GmbH, Dortmund 60,38 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., China 9,05 -3,53 100,00
thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 31,13 -5,90 100,00
thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China 32,07 6,95 100,00
thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 8,74 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien -0,15 3,10 100,00
Elevator Technology
Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich 14,18 2,79 100,00
B.L.S. Aufzugservice GmbH, Walsrode 0,82 -0,38 100,00
CIAMPI & C. S.r.l., Colico Piano LC , Italien 1,00 0,00 100,00
Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco 4,22 0,31 100,00
ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf 3,96 0,00*) 100,00
Euroascensori srl, Mezzolombardo, Italien 3,02 0,21 100,00
Hytrac Lifts Ltd., Großbritannien 1,62 -0,36 100,00
Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien 25,92 0,74 100,00
LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. 0,06 0,00*) 100,00
MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich 1,76 0,91 100,00
Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, China 77,06 4,18 51,00
OOO thyssenkrupp Elevator, Moskau, Russland 3,17 1,90 100,00
PT. thyssenkrupp Technologies Indonesia, Jakarta, Indonesien 0,24 -0,61 94,67
Peersmann Liften Ascenseurs S.P.R.L., Brussel, Belgien 2,06 -0,25 100,00
Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich 1,16 0,48 100,00
Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 1,28 0,14 100,00
SDV Escalators Ltd. (UK), Skipton, North Yorkshire, Großbritannien 5,04 -0,37 100,00
SIMIA Ascensori - S.r.l., Rom, Italien 2,14 0,09 100,00
SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande 36,97 7,00 100,00
Sun Rich Elevator Co., Ltd., Taipei, Taiwan 0,55 0,17 100,00
TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia -0,01 -0,01 100,00
Tepper Aufzüge GmbH, Münster 67,09 0,00*) 100,00
The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien 4,79 0,00 100,00
Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China 103,37 48,74 100,00
ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg 12,79 0,67 100,00
ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen 3,74 0,15 100,00
ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei -0,10 0,03 100,00
ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik 2,43 0,39 100,00
Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz 11,67 1,59 100,00
thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China 1,47 2,00 100,00
thyssenkrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA 45,99 0,46 100,00
thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan 1,03 0,08 100,00
thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien 10,99 5,83 100,00
thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen -11,57 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Airport Solutions, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 16,68 11,09 100,00
thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China -20,85 1,05 100,00
thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA 6,26 -0,56 100,00
thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei 5,08 -5,64 100,00
thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich 81,97 18,63 100,00
thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. 22,97 0,00*) 99,50
thyssenkrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz 11,29 2,43 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 28,50 7,86 100,00
thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern 7,37 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien 65,72 -0,91 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen 28,73 2,05 100,00
thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien 3,82 0,28 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien 1,00 0,04 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile 21,14 3,66 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien 8,57 2,12 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama 4,22 -0,46 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru 8,27 0,11 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien 178,67 35,10 99,78
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala 6,01 0,23 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal 29,09 7,03 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico 4,53 1,53 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien 301,45 62,16 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay -0,05 -0,76 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay 3,33 0,33 100,00
thyssenkrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch 0,69 0,21 100,00
thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, Hongkong 16,79 1,65 100,00
thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien 33,50 1,12 100,00
thyssenkrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. 197,70 38,58 100,00
thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel 0,01 0,00 100,00
thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur 2,36 -0,16 100,00
thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika 1,20 0,14 100,00
thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan 24,52 0,39 100,00
thyssenkrupp Elevator (Thalland) Co., Ltd., Bangkok, Thalland 1,93 -1,01 100,00
thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten -1,27 -0,22 100,00
thyssenkrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark 17,83 1,58 100,00
thyssenkrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen 14,54 1,40 100,00
thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf 475,62 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain 1,40 0,27 70,00
thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA 269,89 192,00 100,00
thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien 20,00 2,60 100,00
thyssenkrupp Elevator B.V., Veghel, Niederlande 83,38 25,31 100,00
thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada 199,16 35,64 100,00
thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA 815,38 282,51 100,00
thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen 194,02 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen 4,38 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich 86,10 0,36 100,00
thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico 2,93 0,97 100,00
thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 1,16 0,03 100,00
thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland 1,76 0,26 100,00
thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel 9,41 0,47 100,00
thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien 63,84 1,62 100,00
thyssenkrupp Elevator Kuwait Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait -10,16 -1,04 100,00
thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 0,28 -0,17 49,00
thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia 3,95 0,56 100,00
thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville/Tennessee, USA 104,88 71,13 100,00
thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Mostoles, Spanien -12,80 -16,72 100,00
thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko 0,44 -1,08 100,00
thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland 1,36 0,23 100,00
thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien 1,30 0,28 100,00
thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden 12,28 1,64 100,00
thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate -1,38 -7,09 100,00
thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien 32,50 -4,56 100,00
thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam 0,94 0,83 100,00
thyssenkrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien 4,13 0,00 100,00
thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 25,68 11,00 100,00
thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China 33,41 16,89 100,00
thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg -0,22 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Home Solutions N.V., Gent, Belgien 24,39 7,32 100,00
thyssenkrupp Home Solutions S.r.l., Pisa, Italien 29,95 2,73 100,00
thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar 14,03 3,66 100,00
thyssenkrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan 1,34 0,25 100,00
thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn -0,24 -2,46 100,00
thyssenkrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien 36,90 2,12 100,00
thyssenkrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 11,02 0,27 100,00
thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien 31,05 0,53 100,00
thyssenkrupp Myanmar Limited, Yangon, Myanmar 0,04 -0,01 100,00
thyssenkrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 13,28 7,45 100,00
thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada 173,16 -0,16 100,00
thyssenkrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen 10,41 1,83 100,00
thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien -45,56 -8,25 100,00
thyssenkrupp Stairlifts B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande 27,10 22,32 100,00
thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha 0,08 0,02 100,00
thyssenkrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien 2,70 0,05 100,00
Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA 2,89 4,91 50,00
Industrial Solutions
ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 0,88 1,35 100,00
ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 302,76 0,00*) 100,00
ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 1,23 0,63 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 26,48 0,00 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 30,75 0,91 100,00
ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 0,31 0,00 100,00
ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 0,14 -0,14 100,00
ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. 1,27 0,80 100,00
ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA 2,08 0,82 100,00
AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin 0,02 0,00*) 100,00
Atlas ELEKTRONIK L.L.C, Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 0,06 0,04 49,00
Atlas Elektronik Canada Ltd., Victoria BC, Kanada -2,14 -0,59 100,00
Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand -0,56 0,02 100,00
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 1,34 0,00*) 100,00
Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 0,13 0,02 100,00
German Marine Systems GmbH, Hamburg -0,26 0,00*) 100,00
Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 0,16 -0,01 100,00
Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 19,20 0,00*) 100,00
Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 0,64 0,00 100,00
Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 0,14 0,04 100,00
IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 0,03 0,00*) 100,00
Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 18,69 1,92 100,00
Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 0,39 0,05 100,00
Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien -1,03 -0,02 100,00
OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland -4,83 -5,27 100,00
OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland 0,85 0,24 100,00
PT thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 2,94 -0,33 67,00
Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 0,14 0,00 100,00
Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 1,28 0,00 100,00
SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien 5,31 0,97 100,00
SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 1,01 0,00*) 100,00
TKMS Business Partnership, Kiel 0,06 -0,12 100,00
TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 1,33 0,62 100,00
The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak 0,00 0,00 100,00
Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak 0,00 0,00 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 0,28 0,01 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile 3,24 3,79 100,00
ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A. i. L., Athen, Griechenland 0,06 0,00 100,00
Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 0,89 -0,23 60,00
Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 0,47 0,49 100,00
Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 13,57 0,00*) 100,00
Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 14,29 5,09 100,00
Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 40,06 0,00*) 100,00
Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 0,33 0,00*) 100,00
Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne/Victoria, Australien 0,66 -0,66 100,00
thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China -0,24 -0,09 100,00
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 21,08 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 24,13 -3,76 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 0,48 -1,12 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien -19,97 -21,10 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Calgary/Alberta, Kanada 249,67 16,27 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China -23,59 -8,97 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich -6,61 -3,38 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 40,76 -0,01 80,43
thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia 0,13 -0,59 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico 24,87 -3,06 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik 0,22 0,41 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru 5,79 2,73 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei 0,06 -0,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 1,74 -3,33 48,38
thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 32,29 7,52 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 2,35 0,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 448,39 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien -0,84 -1,82 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei 0,00 -0,17 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten -5,56 1,29 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-Sao Paulo, Brasilien 9,08 2,05 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko 2,26 1,09 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien 6,78 -0,20 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 6,84 5,31 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico -3,21 -1,03 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika -2,48 -2,53 70,00
thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia -0,80 -0,26 100,00
thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 117,76 9,59 54,73
thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien 0,15 -0,08 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 12,55 3,97 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa/Ontario , Kanada 1,49 0,16 100,00
thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 1581,79 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Marine Systems LLP, London, Großbritannien 24,55 -0,94 100,00
thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Industria e Comercio Ltda., Moncoes, Brasilien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Otto Co., Ltd., Tokio, Japan 18,59 5,34 100,00
thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien -3,39 -5,15 100,00
thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 2,00 1,22 100,00
thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 139,39 0,00*) 100,00
thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien 0,12 0,30 100,00
thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 4,21 1,02 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 1,86 0,30 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich -17,41 -9,75 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 0,40 0,22 100,00
thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA 6,95 -2,60 100,00
thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Queretaro, Mexico 2,24 0,94 100,00
thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 3,06 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA 8,39 3,11 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien 13,40 3,49 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan 53,82 6,30 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 32,70 5,70 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 250,28 14,47 66,00
thyssenkrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See 4,83 0,00*) 100,00
Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland 2,18 -0,92 49,00
Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar 0,27 0,001) 40,00
CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Simonstown, Rep. Südafrika 0,32 0,131) 40,00
ET Marinesysteme GmbH i.L., Wilhelmshaven 1,85 -0,621) 50,00
HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach -0,38 0,01 50,00
Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 9,00 0,081) 20,42
KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. 0,39 -0,061) 26,93
KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen -0,11 -0,12 50,00
LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 30,75 1,951) 20,00
MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 5,97 0,621) 49,00
Transrapid International Verwaltungsgesellschaft mbH, i. L., Berlin 0,21 0,00 50,00
indurad GmbH, Aachen 0,83 0,051) 36,28
Materials Services
Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 442,82 94,88 100,00
Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico 4,75 1,72 100,00
DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen 0,09 0,00*) 100,00
DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten i.L., Oberhausen 0,10 -0,52 100,00
Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 5,56 0,00*) 79,96
Max Cochius GmbH, Berlin 0,97 0,00*) 75,00
Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 25,48 2,96 100,00
Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 7,93 0,18 100,00
OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland 4,55 0,09 100,00
PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 6,82 0,99 90,00
RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 24,35 1,02 54,15
Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 3,71 -0,34 100,00
Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico 0,00 0,00 100,00
TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan 0,00 0,00 100,00
TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan 1,84 -0,07 100,00
Terninox S.p.A., Terni, Italien 30,20 3,32 100,00
Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 1,63 0,00 100,00
Thyssen Trading S.A., Sao Paulo, Brasilien 7,69 0,32 100,00
ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 6,99 0,25 100,00
ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 5,31 0,31 100,00
ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 4,89 0,19 100,00
ThyssenKrupp-Dopravne Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei -0,11 0,00 51,00
UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 1,55 -0,10 51,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 1348,80 0,00*) 100,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald 1,20 -0,02 100,00
thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen -7,26 -1,30 61,19
thyssenkrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China -0,09 -0,04 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China 2,99 -0,08 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 0,60 0,14 100,00
thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 8,38 -0,01 100,00
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden 7,32 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 0,69 0,22 100,00
thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 0,13 0,03 99,98
thyssenkrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Automata Industria de Pegas Ltda., Sao Paulo, Brasilien 3,01 -0,12 80,00
thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 60,40 7,95 99,48
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich -0,34 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 774,26 0,00*) 100,00
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 49,47 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien -3,81 -4,92 100,00
thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 17,89 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Infrastructure Pty Ltd, North Sydney/New South Wales, Australien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA 2,46 0,50 100,00
thyssenkrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China -7,77 -0,28 70,00
thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand -0,40 -0,44 100,00
thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 88,32 -8,57 100,00
thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Wetherill Park/New South Wales, Australien -0,11 -0,30 100,00
thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 13,57 -0,32 100,00
thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 32,51 1,19 100,00
thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 45,01 1,86 80,00
thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 67,18 5,94 100,00
thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik -12,73 -0,35 100,00
thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 97,37 6,37 100,00
thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand 1,15 -0,02 100,00
thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 63,71 3,98 100,00
thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 32,33 1,70 100,00
thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 18,49 0,82 70,00
thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 200,00 38,03 100,00
thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 74,20 13,05 100,00
thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 124,35 16,02 90,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 95,90 0,00*) 99,58
thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 11,78 2,37 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien 2,06 -0,25 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien 24,61 4,26 100,00
thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien -1,65 0,24 100,00
thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 25,64 1,37 100,00
thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 866,31 0,00*) 99,84
thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 11,13 0,31 100,00
thyssenkrupp Materials Sverige AB i.L., Göteborg, Schweden -0,68 1,33 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 9,84 0,13 100,00
thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 213,88 0,00 *) 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Poland Sp. z o.o., Katowitz, Polen 0,77 0,56 100,00
thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 28,63 0,08 100,00
thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam 1,30 0,23 100,00
thyssenkrupp Materials de México, S.A. de C.V., Puebla, Mexico 88,20 6,86 100,00
thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 46,55 11,12 100,00
thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 49,15 4,90 68,00
thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 5,35 3,86 100,00
thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 18,38 1,12 100,00
thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 15,01 0,42 100,00
thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 3,07 -1,23 100,00
thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 757,92 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Raw Materials Tianjin Co., Ltd., Tianjin, China -1,31 -6,12 100,00
thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 36,55 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Stainless France S.A.S., Tours, Frankreich 10,20 0,01 100,00
thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 0,01 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services Canada, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 2,31 -0,11 100,00
thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 27,52 6,54 100,00
Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico 5,34 0,33 50,00
BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China 0,00 0,003) 25,00
Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 17,70 2,031) 30,25
Ilserv S.r.l., Terni, Italien 17,76 2,541) 35,00
Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien 1,57 0,012) 50,00
Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur 73,85 -19,021) 30,00
Polarputki Oy, Helsinki, Finnland 20,55 2,081) 50,00
Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 3,68 -0,021) 21,00
Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 0,00 0,003) 50,00
Steel Europe
B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 0,08 0,00 75,00
Becker & Co. GmbH, Neuwied 2,71 0,00*) 100,00
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 0,25 0,00*) 100,00
EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1,55 0,00*) 100,00
Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 111,02 10,33 87,98
Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 7,95 4,11 75,25
KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg 0,22 0,00*) 100,00
Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 135,78 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 134,94 0,00 *) 99,58
thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 30,20 -6,41 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 8,79 2,32 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 78,10 -6,67 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 54,98 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Galmed S.A., Sagunto, Spanien 49,06 7,70 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 112,04 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 292,35 0,00*) 99,50
thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile 24,45 0,11 100,00
thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien 0,36 -0,15 100,00
thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 2361,21 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 4,10 0,97 100,00
thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 94,98 0,57 100,00
thyssenkrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 0,03 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Stál Danmark A/S, Hundested, Dänemark 5,79 0,65 100,00
thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 92,65 20,06 100,00
Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 12,05 5,851) 21,71
Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 1,16 0,411) 38,54
Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 11,16 -0,111) 25,01
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 403,40 0,001) 50,00
JEVISE Corporation, Tokyo, Japan 0,13 0,002) 50,00
Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 1,89 0,081) 40,00
TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China 20,57 -11,111) 12,50
TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China 197,27 61,751) 50,00
Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen 2,73 1,68 50,00
Corporate
Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 11,21 -0,07 100,00
Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada 2,22 0,02 100,00
CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 2,57 -0,01 100,00
GLH GmbH, Essen 32,60 0,24 100,00
Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien 642,93 274,73 100,00
Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund 300,35 0,00*) 100,00
RIP Servigos Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien -25,15 -2,68 100,00
Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 1,39 0,00*) 100,00
Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 10,47 0,20 100,00
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen 10,90 -0,65 100,00
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 26,88 -0,35 100,00
Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 1118,91 0,00*) 100,00
ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. 0,15 -0,04 100,00
thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 645,17 85,79 100,00
thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf -0,56 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 189,71 15,41 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 0,09 -0,01 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 233,37 12,01 100,00
thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 63,87 0,47 100,00
thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien -33,20 -27,38 100,00
thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 654,67 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Canada, Inc. , Calgary/Alberta, Kanada 265,42 1,13 100,00
thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 14,63 -3,63 84,64
thyssenkrupp Carbon2Chem Management GmbH, Duisburg 0,03 0,00 100,00
thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 1,41 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 3317,87 0,68 100,00
thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 266,81 9,08 100,00
thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich 455,16 24,49 100,00
thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 0,91 0,48 100,00
thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH, Bochum -0,11 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 20,96 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 10,21 -9,16 100,00
thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 2,61 1,11 100,00
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen -0,24 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 283,76 4,04 100,00
thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan 2,65 1,49 100,00
thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia -0,05 -0,09 100,00
thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf -0,23 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 3715,07 2171,34 100,00
thyssenkrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande 133,31 31,19 100,00
thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 0,04 -0,01 100,00
thyssenkrupp North America, Inc., Chicago, IL, USA 1907,69 17,20 100,00
thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 30,76 7,33 100,00
thyssenkrupp Real Estate North America LLC., Chicago, IL, USA 0,00 0,00 100,00
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 130,52 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 250,65 -54,40 100,00
thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 0,01 0,00*) 100,00
thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien -12,22 -1,36 100,00
thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 76,11 3,44 100,00
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 6314,95 0,00*) 100,00
thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 561,30 19,16 100,00
thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 0,24 0,00*) 100,00
BOBBY&CARL GmbH, Düsseldorf 0,31 0,111) 50,00
COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf 0,39 0,021) 49,00
Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 0,25 -2,701) 94,00
Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 0,02 0,00 33,33
LEWA Attendorn GmbH, Olpe 28,28 2,481) 19,20
NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 0,31 0,051) 94,76

* Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

1) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2017 bis 31.12.2017.

2) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis betreffen das Geschäftsjahr 01.04.2017 bis 31.03.2018.

3) Die Gesellschaft ist insolvent bzw. in Liquidation; keine Angaben vorhanden.

4) Daten sind in der tk Materials de México, S.A. de C.V., Puebla, Mexico, enthalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grund-sätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

1 Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2018 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 18.953 Mio (62,7 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die thyssenkrupp AG überprüft jährlich zum Bilanzstichtag in einem Regelprozess die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsbuchwerte anhand von eigenen Bewertungen und greift bei bedeutsamen Fällen auf die Ergebnisse externer Sachverständiger zurück. Zur Ermittlung des beizulegenden Wertes wird grundsätzlich mithilfe von Discounted Cashflow Verfahren ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird, um einen Eigenkapitalwert zur Gegenüberstellung mit dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert ermitteln zu können. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen zugrunde gelegt und die geplanten Cashflows mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten diskontiert. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows, des verwendeten Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate abhängig. Die Bewertungen sind daher mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie weiterer Dokumentationen ergab sich zum 30. September 2018 in sechs Fällen ein Abwertungsbedarf sowie in einem Fall eine Wertaufholung. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Mittelfristplanung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Beteiligungsansätze eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Beteiligungsbuchwerts durch den ermittelten Eigenkapitalwert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Wir haben außerdem die Ergebnisse eines Gutachtens von einem externen Sachverständigen auf ihre Verwertbarkeit sowie die fachliche Qualifikation des externen Sachverständigen gewürdigt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind aus unserer Sicht zur Überprüfung der Werthaltigkeit sachgerecht abgeleitet worden.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen und deren Werthaltigkeit sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben" und "Finanzanlagen" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Wir haben die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, geprüft.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, in allen wesentlichen Belangen erfüllt.

Wir haben unsere Prüfung nach § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend sowie im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" weitergehend beschrieben.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt wurden sowie einen Vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung umfasst die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Februar 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Abschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, 19 November 2018

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.

Essen, 16. November 2018

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Kerkhoff Burkhard, Kaufmann

Mandate des Vorstands

Guido Kerkhoff

Vorsitzender (seit 13.07.2018)

Bestellung bis September 2023// deutsch

konzernintern:

+ thyssenkrupp Elevator AG (Vorsitz)

+ thyssenkrupp Materials Services GmbH (Vorsitz)

+ thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)

* thyssenkrupp (China) Ltd./VR China (Chairman)

Oliver Burkhard

Bestellung bis September 2023// deutsch

* PEAG Holding GmbH (Vorsitz)

konzernintern:

+ thyssenkrupp Elevator AG

+ thyssenkrupp Industrial Solutions AG (Vorsitz)

+ thyssenkrupp Materials Services GmbH

+ thyssenkrupp Steel Europe AG

Dr. Donatus Kaufmann

Bestellung bis Januar 2022// schweizerisch

konzernintern:

+ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

* thyssenkrupp North America, Inc./USA (Chairman)

Dr. Heinrich Hiesinger (bis 06.07.2018)

Vorsitzender deutsch

~ BMW AG

konzernintern:

+ thyssenkrupp Elevator AG (Vorsitz)

+ thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)

* thyssenkrupp (China) Ltd./VR China (Chairman)

  • Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2018)

* Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2018)

~/o börsennotiertes Unternehmen

Mandate des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum

Vorsitzender (seit 30.09.2018) // Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung, Ruhr-Universität Bochum

Bestellung bis 2020//deutsch

+ LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster aG

+ LVM Krankenversicherungs-AG

Markus Grolms, Frankfurt/Main

stellv. Vorsitzender // Gewerkschaftssekretär der IG Metall

Bestellung bis 2019//deutsch

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dortmund

(seit 19.01.2018) // Rektorin der Technischen Universität Dortmund

Bestellung bis 2023//deutsch

~ Munich Re

Achim Hass, Kiel

Energieanlagenelektroniker // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) //Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH // stellv. Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Industrial Solutions

Bestellung bis 2019//deutsch

+ Babcock Pensionskasse VvaG

konzernintern:

+ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

+ thyssenkrupp Marine Systems GmbH

Dr. Ingrid Hengster, Frankfurt/Main

Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe

Bestellung bis 2020//österreichisch

+ Deutsche Bahn AG

* Europäische Investitionsbank (EIB)/Luxemburg (Sachverständige des Verwaltungsrats)

Susanne Herberger, Dresden

Ingenieurin (FH) für Informatik // Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp Aufzüge GmbH (Dresden) //Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Elevator Technology // stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2019//deutsch

konzernintern:

+ thyssenkrupp Elevator AG

Tanja Jacquemin, Frankfurt/Main

Dipl.-Kauffrau // Funktionsbereichsleiterin Gewerkschaftliche Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall

Bestellung bis 2019//deutsch

+ Vinci Energies Deutschland GmbH

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen

ehem. Vorsitzender des Vorstands der Hochtief AG

Bestellung bis 2020//deutsch

+ National-Bank AG

~ RWE AG

+ Voith GmbH & Co. KGaA (Vorsitz)

Dr. Norbert Kluge, Ratingen

Diplom-Sozialwirt //Wissenschaftlicher Direktor des Institus für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung

Bestellung bis 2019//deutsch

Tekin Nasikkol, Ratingen

Bachelor of Arts (Business Administration) // Betriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG (Duisburg-Hamborn) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG //Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Steel Europe

Bestellung bis 2019//deutsch

+ thyssenkrupp Steel Europe AG

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel // stellv. Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Materials Services

Bestellung bis 2019//deutsch

konzernintern:

+ thyssenkrupp Materials Services GmbH

Carola v. Schmettow, Düsseldorf

Sprecherin des Vorstands (CEO) der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Bestellung bis 2020//deutsch

* HSBC France SA Paris

Carsten Spohr, München

Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Lufthansa AG

Bestellung bis 2020//deutsch

+ Lufthansa Technik AG (Vorsitz)

* Dr. August Oetker KG (Mitglied des Beirats)

* SN Airholding SA/NV, Belgien (Vorsitz)

Dr. Lothar Steinebach, Leverkusen

ehem. Mitglied des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA

Bestellung bis 2023//deutsch

+ Carl Zeiss AG

+ Ralf Schmitz GmbH & Co. KGaA

* Diem Client Partner AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Jens Tischendorf, Zürich

Partner Cevian Capital Ltd.

Bestellung bis 2020//deutsch

~ Bilfinger SE

Friedrich Weber, Schöndorf

Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Bilstein GmbH //Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Components Technology // stellv. Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der thyssenkrupp AG // stellv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Bestellung bis 2019//deutsch

konzernintern:

+ thyssenkrupp Bilstein GmbH

Isolde Würz, Mülheim/Ruhr

Rechtsanwältin // General Counsel und Head of Department Governance der thyssenkrupp Konzernfunktion Legal //Vorsitzende des Sprecherausschusses der thyssenkrupp AG und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des Konzernarbeitskreises der leitenden Angestellten

Bestellung bis 2019//deutsch

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2017/2018 sind folgende Mitglieder aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sofern von ihnen zum Zeitpunkt des Ausscheidens andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Düsseldorf

(bis 31.07.2018)

Vorsitzender // Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA

~ Deutsche Telekom AG (Vorsitz)

~ Porsche Automobil Holding SE

o Henkel AG & Co. KGaA

(Mitglied des Gesellschafterausschusses)

Dr. Ralf Nentwig, Essen

(bis 19.01.2018)

Mitglied des Vorstands der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

* Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats)

René Obermann, Berlin

(bis 31.08.2018)

Partner der Warburg Pincus LLC // Geschäftsführer der Warburg Pincus Deutschland GmbH

+ Inexio Beteiligungs GmbH & Co. KGaA (Vorsitz)

+ 1&1 Internet SE (Vorsitz)

+ Strato AG (Vorsitz)

+ Allianz Deutschland AG

* Telenor ASA

~ Airbus SE/Niederlande

Wilhelm Segerath, Duisburg

(bis 30.09.2018)

Karosserie- und Fahrzeugbauer//Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG (bis 18.09.2018)

* PEAG Holding GmbH (Mitglied des Beirats)

  • Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2018)

* Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i.S.d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2018)

~/o börsennotiertes Unternehmen

www.thyssenkrupp.com

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

Bevor Sie nachfolgend über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2017/ 2018 informiert werden, gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr: Innerhalb kürzester Zeit den Vorsitzenden des Vorstands und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu verlieren, waren bedeutsame Ereignisse, die wir Mitglieder des Aufsichtsrats sehr bedauern.

In der Verantwortung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter richten wir aber jetzt den Blick nach vorne. am 29. Juni 2018 haben wir den Beschluss gefasst, für den Stahlbereich ein Joint Venture mit Tata Steel zu gründen. Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat am 30. September 2018 die Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen beschlossen. Den Weg werden wir jetzt gemeinsam gehen. Die Neuausrichtung ist ökonomisch sinnvoll, und sie ist verantwortungsvoll gegenüber dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und all seinen Aktionären.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2017/2018 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen, sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte aller Sitzungen hingewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden zehn Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 93 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. Den Aufsichtsratsvorsitz hatte bis zu seinem Ausscheiden mit Ablauf des 31. Juli 2018 Prof. Dr. Ulrich Lehner inne. Bis zur Wahl von Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats in der Sitzung am 30. September 2018 führte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms die Geschäfte des Gesamtgremiums.

Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017/2018 befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2017. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016/2017. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2018 erörtert und gebilligt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2017/2018, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 19. Januar 2018, Fragen der Vorstandsvergütung sowie das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat, das der Aufsichtsrat verabschiedet hat. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen sowie zum Thema Compliance entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS) und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2017 gemäß §32 WpHG.

Im Rahmen des Berichts zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur strategischen Weiterentwicklung nahmen die Beratungen zur angestrebten Gründung eines Joint Venture mit Tata Steel Europe einen breiten Raum ein. Der Aufsichtsrat hat sich intensiv mit wesentlichen Themen - unter anderem den Pensionsverpflichtungen bei Tata Steel UK, der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit von Tata Steel UK, der Umweltsituation in dem walisischen Stahlwerk Port Talbot sowie der Verschuldung und wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Joint Venture - befasst. Für diese Themen wurden jeweils externe Gutachten eingeholt. Nach intensiven Beratungen und auch kontroversen Diskussionen im Gremium, in seinen Ausschüssen sowie in einer Arbeitsgruppe - teilweise unter Teilnahme externer Gutachter - hat der Aufsichtsrat am 29. Juni 2018 dem Zusammenschluss der europäischen Flachstahlaktivitäten des thyssenkrupp Konzerns und der Tata Steel Gruppe in einem 50 / 50-Joint Venture, genannt thyssenkrupp Tata Steel, zugestimmt.

Kurz darauf hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 6. Juli 2018 mit großem Bedauern der Bitte von Dr. Heinrich Hiesinger um einvernehmliche Beendigung seines Mandats als Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG mit sofortiger Wirkung zugestimmt. In der folgenden Sitzung am 13. Juli 2018 ernannte der Aufsichtsrat Guido Kerkhoff zum Vorsitzenden des Vorstands der thyssenkrupp AG und stimmte einem veränderten Geschäftsverteilungsplan zu. Wenig später gab Prof. Dr. Ulrich Lehner seinen Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Wirkung zum Ablauf des 31. Juli 2018 bekannt; die Führung des Gremiums übernahm ab dem 1. August 2018 der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms.

Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat zweimal, nämlich am 18. Januar und am 11. September 2018, mit den Aktivitäten und der Strategie der Business Area Industrial Solutions befasst. In der zweiten Sitzung lag der Fokus auf dem Stand der notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen und den aktuellen Entwicklungen der Business Areas, die eine Ablösung von Mitgliedern des Bereichsvorstands der Business Area Industrial Solutions und eine Umorganisation der Business Unit Marine Systems erforderten. Der Aufsichtsrat beschloss die direkte Zuordnung der Werftensparte an den Vorstand der thyssenkrupp AG. Dieser Bereich wird seither direkt von Oliver Burkhard geführt.

In der letzten Sitzung des Aufsichtsrats im Berichtsjahr, die am 30. September 2018 stattfand, wurde Prof. Dr. Bernhard Pellens zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG gewählt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgeschlagenen Konzept zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns zugestimmt, aus der heutigen thyssenkrupp AG zwei börsennotierte Unternehmen (zukünftig: thyssenkrupp Materials und thyssenkrupp Industrials) zu bilden. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung der Grundlagenvereinbarung zwischen dem Vorstand der thyssenkrupp AG und der IG Metall vom 29. September 2018.

Im Geschäftsjahr 2017/ 2018 hat der Aufsichtsrat jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von Entsprechenserklärungen beschlossen. Die zuletzt abgegebene, gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat steht seit dem 1. Oktober 2018 auf der Website von thyssenkrupp dauerhaft zur Verfügung. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Im Rahmen seiner Weiterbildung hat sich der Aufsichtsrat am 4. Mai 2018 mit der Business Area Materials Services beschäftigt und das TechCenter Additive Manufacturing (3D-Druck) in Mülheim/ Ruhr sowie die thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH in Krefeld besichtigt, um vor Ort einen direkten Eindruck der Produktionsbedingungen und der Arbeit des Managements zu erhalten.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden haben zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse gestanden.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu acht Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns, die strategische Weiterentwicklung der einzelnen Business Areas sowie die konzernweiten Projekte zur Optimierung der Effektivität, Effizienz und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt der Beratungen.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2017/2018 in zwölf Sitzungen die Personalthemen des Konzernvorstands für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren allgemeine Vorstandsangelegenheiten und - in Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten - die Nachfolgeplanung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands behandelt. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2017/2018 zu sieben Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2018 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern gestanden. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich Leiter der Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017/2018 samt zusammengefasstem Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2017/2018 in Höhe von maximal 30% des vereinbarten Prüfungshonorars beschlossen. Zusätzlich hat PwC ausführlich über die Neuregelungen bei der Berichterstattung durch den Abschlussprüfer und über das Vorgehen und die Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlussprüfung informiert.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert. Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2017/ 2018 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Festlegung des Prüfungsschwerpunktes für die Abschlussprüfung (Einführung der neuen IFRS 15-Regeln für die vollständige und richtige Erfassung der Umsatzerlöse im Rechnungswesen), die Umsetzung der CSR-Richtlinie, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2016/2017 gemäß §20 WpHG und der Stand der steuerlichen Betriebsprüfungen. Über den aktuellen Umsetzungsstand der Konzerninitiativen wurde regelmäßig berichtet.

Im Hinblick auf das im Stahlbereich angestrebte Joint Venture mit Tata Steel haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich mit Governance-Themen befasst.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2017/2018 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die strategische Weiterentwicklung von thyssenkrupp und Maßnahmen zur Portfoliooptimierung. Der Ausschuss erörterte zudem detailliert im Aufsichtsrat präsentierte Berichte zu den Geschäftsaktivitäten und zur Strategie der einzelnen Business Areas bzw. der Konzernfunktionen, insbesondere zur Gründung eines Joint Venture mit Tata Steel Europe. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Ratingsituation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu elf Sitzungen zusammengekommen. Ein besonderer Schwerpunkt der Beratungen war die Vorbereitung der erforderlich gewordenen Nachbesetzungen auf Anteilseignerseite im Aufsichtsrat. Weitere Schwerpunkte der Beratungen waren - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für den Aufsichtsrat sowie der Beschluss eines Kompetenzprofils für den Aufsichtsrat als Gesamtgremium und eines Diversitätskonzepts für Vorstand und Aufsichtsrat.

Für eine Sitzung des gemäß §27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2017/2018 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2017/2018 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 15. November 2018 sowie des Aufsichtsrats am 20. November 2018 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem und zum Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt.

Dem Vorschlag des Vorstands zur Einstellung eines Betrages aus dem Jahresüberschuss in andere Gewinnrücklagen sowie zur Gewinnverwendung des danach verbleibenden Bilanzgewinns der thyssenkrupp AG einschließlich einer Dividende von 0,15 € je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2017/2018 hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und der Finanzlage des Konzerns angeschlossen.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Auf der Anteilseignerseite gab es folgende Änderungen: Mit Ablauf der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 schied der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entsandte Dr. Ralf Nentwig aus dem Aufsichtsrat aus. Zum Zeitpunkt des Ablaufs der Hauptversammlung entsandte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather als neues Mitglied in den Aufsichtsrat. Weiterhin schieden Prof. Dr. Ulrich Lehner mit Ablauf des 31. Juli und René Obermann mit Ablauf des 31. August des Jahres aus dem Aufsichtsrat aus. Auf der Arbeitnehmerseite schied nach über 20 Jahren Mitgliedschaft im Aufsichtsrat zum Ende des Geschäftsjahres 2017/ 2018 Wilhelm Segerath aus. Als Nachfolger mit Wirkung ab dem 2. Oktober 2018 wurde Dirk Sievers gerichtlich bestellt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben allen ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen. Der Stand der Ausschussbesetzung zum 30. September 2018 ist im Anhang des Geschäftsberichts abgebildet. Die Besetzung der beiden Vakanzen auf der Anteilseignerseite erfolgt in einem strukturierten Prozess. Die Nachfolger sollen zunächst gerichtlich bestellt und auf der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zur Wahl gestellt werden.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2017/2018 und die erbrachten Leistungen.

Essen, 20. November 2018

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Personalausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Prüfungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Tanja Jacquemin

Wilhelm Segerath

Dr. Lothar Steinebach

Jens Tischendorf

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Markus Grolms (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather

Susanne Herberger

Prof. Dr. Bernhard Pellens

Peter Remmler

Wilhelm Segerath

Dr. Lothar Steinebach

Jens Tischendorf

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Carola v. Schmettow

Jens Tischendorf

(Stand: 30.09.2018)

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex, dass der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz im Prüfungsausschuss innehaben soll, wird nicht entsprochen. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat am 30. September 2018 Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Vor dem Hintergrund, dass die Amtszeit der durch die Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats, auch von Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens, bereits Anfang 2020 mit Ablauf der Hauptversammlung endet, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2018/2019 beschließt, wird Herr Prof. Dr. Bernhard Pellens seinen Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht aufgeben, sondern dieses Amt aus Gründen der Kontinuität zunächst weiterhin ausüben.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 13. Juli 2018 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, 30. September 2018

Für den Aufsichtsrat

Pellens

Für den Vorstand

Kerkhoff

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit gemäß § 21 EntgTranspG

Die thyssenkrupp AG fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern durch Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Voraussetzung für Entgeltgleichheit ist dabei insbesondere die geschlechterunabhängige Bewertung und Besetzung von Positionen.

Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer

Als tarifgebundenes Unternehmen folgt die thyssenkruppAG klaren Vergütungsgrundsätzen, die die Position und ihre Anforderungen zum Ausgangspunkt haben. Das Geschlecht des Positionsinhabers spielt dabei keine Rolle. Diese Prinzipien werden ebenso für alle Positionen angewandt, die nicht unter die Tarifbindung fallen.

Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern u nd deren Wirkung

Vereinbarkeit von Familie und Beruf:

Neben klassischen Teilzeitmodellen (auch für Auszubildende und Führungskräfte) fördert die thyssenkrupp AG verstärkt den Einsatz von Job Sharing- und Flexible-Working-Modellen (Mobile Working, Homeoffice).

Unterstützende Betreuungs- und Pflegeangebote stehen allen Mitarbeitern zur Verfügung (z.B. Kindertagesstätte, Eltern-Kind-Büro, Vermittlungsservice für Ad-hoc-Betreuung, Beratungsservice im Zusammenhang mit der Pflege von Familienangehörigen).

Frauenanteil in Führungspositionen:

Die thyssenkrupp AGhat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in Führungspositionen deutlich zu erhöhen. Der Anteil liegt aktuell bei rd. 20 %. Neben der verbindlichen Aufnahme weiblicher Kandidaten in die Bewerberauswahl für vakante Positionen sollen Mentoring- und Entwicklungsprogramme zur Erreichung dieses Ziels beitragen.

Beschäftigte der thyssenkrupp AG (31.12.2016)

Frauen Männer Gesamt
475 538 1.013
davon Vollzeit 368 538 906
davon Teilzeit 107 0 107

Unser Geschäftsjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres. In diesem Bericht verwenden wir im Interesse der besseren Lesbarkeit ausschließlich die grammatisch männliche Form, wie bspw. „Aktionär“ oder „Mitarbeiter“. Sie bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers.