Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

thyssenkrupp AG Annual Report 2018

Feb 8, 2019

435_rns_2019-02-08_3a5da816-3778-4683-82f7-995c205d7576.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018

1. Oktober 2017 - 30. September 2018

Konzernlagebericht

- mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet. Auf Grundlage der seit Jahren integrierten Berichterstattung wurde die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 289b HGB in den zusammengefassten Lagebericht aufgenommen. Eine Übersichtstabelle ist im Kapitel "Übersicht der nichtfinanziellen Angaben" zu finden.

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp, das unverändert auf die bisherige Struktur der Business Areas und damit auf den Gesamtkonzern in seiner Struktur bis zum 30. September 2018 (Konzern ohne Steel Americas (AM)) abstellt.

Ergänzend werden die fortgeführten Aktivitäten dargestellt, die den Gesamtkonzern ohne die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten umfassen; letztere enthalten die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen des Konzerns

Profil und Organisation

Profil und Leistungsversprechen

Mit viel Leidenschaft und unserem umfassenden Technologie-Know-how entwickeln wir hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen. Unsere Ingenieurkunst verbinden wir mit traditionell hoher Werkstoffkompetenz. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Branchen erarbeiten. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender zu produzieren und dazu beizutragen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen. Mit unseren Technologien und Innovationen wollen wir die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit erfüllen, auf den Zukunftsmärkten wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erwirtschaften. Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten sind in fünf Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services sowie die nicht fortgeführte Aktivität Steel Europe. Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und Operating Units. In den Konzernabschluss sind 449 Unternehmen sowie 23 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 78 Ländern.

THYSSENKRUPP KONZERN

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Ab 1.10.2018 Herauslösung und Führung durch die thyssenkrupp AG

Seit der Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags (Signing) zum Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten im 50 / 50-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Ende Juni 2018 werden die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Weitere Details zur bilanziellen Behandlung im Konzernabschluss und zum Joint Venture finden Sie in dem Kapitel "Vorbemerkungen" und "Strategie". Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Geschäftsbereiches Industrial Solutions wurde das Marinegeschäft zum 1. Oktober 2018 herausgelöst und wird seitdem unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Damit kann sich Industrial Solutions in Zukunft auf den Transformationsprozess beim Anlagenbau und die damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen konzentrieren.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hat die thyssenkrupp AG am 30. September 2018 die Teilung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen beschlossen. Die genaue Ausgestaltung wird in einem sorgfältigen Prozess unter Einbeziehung der Arbeitnehmervertreter ausgearbeitet. Über die Teilung muss dann die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG entscheiden. Dies könnte in 12 bis 18 Monaten nach Ankündigung vom September 2018 an erfolgen. Mehr darüber erfahren Sie im nächsten Abschnitt "Strategie".

Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Konzernfunktionen, die Regionen und die Service-Einheiten. Als unsere strategischen Wachstumsregionen haben wir Nord- und Südamerika, Indien sowie die Regionen Asien-Pazifik, Großraum China und Naher Osten & Afrika definiert. Unsere Zentralen in diesen Wachstumsregionen liegen in Chicago, São Paulo, Mumbai, Peking, Singapur und Istanbul. Die Regionen Westeuropa, Zentral- und Osteuropa, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den deutschsprachigen Raum steuern wir über die verschiedenen Konzernfunktionen aus der Zentrale in Essen.

Wir agieren in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Innerhalb dieser Organisation wurden Rollen und Verantwortlichkeiten, Regeln und Standards für die Zusammenarbeit sowie Prozesse und Berichtslinien festgelegt. Die Service-Einheit "Global Shared Services" bündelt ausgewählte Transaktions- und Verwaltungsprozesse in konzerneigenen Servicecentern - dadurch wollen wir sicherstellen, dass wir auch im administrativen Bereich bei Effizienz und Leistungsniveau wettbewerbsfähig bleiben. Im Vordergrund stehen hier Aufgaben, die standortunabhängig erbracht werden können, etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice, im Personalwesen, im Einkauf sowie im Projektumfeld. Neben den beiden deutschen Standorten in Essen und Bochum betreiben wir Center in Danzig (Polen), Porto Alegre (Brasilien) und Thane (Indien). Weitere Center befinden sich derzeit in den Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik im Aufbau.

Strategische Neuausrichtung

Das Geschäftsjahr 2017 / 2018 war für thyssenkrupp ein Jahr wichtiger strategischer Weichenstellungen. Ende Juni haben wir mit Tata Steel einen Vertrag über den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/ 50-Joint Venture unterzeichnet. Wir erwarten, dass sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mehrere klare Vorteile für uns ergeben werden:

Unserem Stahlbereich eröffnen wir dauerhafte Zukunftsperspektiven in einem herausfordernden Marktumfeld.
Für den Konzern werden sich mit Start des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen - insbesondere die Eigenkapitalquote und das Capital Employed - deutlich verbessern; durch den Übergang von Pensionsverbindlichkeiten aus bestehenden oder ehemaligen Stahlaktivitäten werden sich die Rückstellungen für Pensionen des Konzerns nahezu halbieren.
Den verbleibenden Geschäften werden wir mehr Spielraum verschaffen, um flexibel agieren und Wachstumschancen ergreifen zu können.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Strategie

Mit Abschluss des Joint-Venture-Vertrages haben wir die Voraussetzung geschaffen, die seit 2011 verfolgte strategische Ausrichtung des Konzerns weiterzuentwickeln. Am 30. September 2018 hat die thyssenkrupp AG die Teilung des Konzerns in zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen beschlossen: Die Industriegüter- und die Werkstoffgeschäfte sollen künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang geführt werden. Die Teilung verbindet industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarktes. Der Vorstand ist überzeugt davon, dass sich die Geschäfte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren können. Beide Unternehmen sollen den Namen thyssenkrupp weiterführen, aber ihre Strategie jeweils eigenständig und unabhängig voneinander weiterentwickeln.

thyssenkrupp Industrials wird aus drei Einheiten bestehen: dem Aufzuggeschäft, dem Automobilzulieferergeschäft und dem Anlagenbau. Elevator Technology bleibt in seiner heutigen Aufstellung unverändert. Components Technology wird auf das Automobilgeschäft konzentriert. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) werden aus diesem Bereich ausgegliedert und als werkstoffnahe Geschäfte thyssenkrupp Materials zugeordnet. Neu hinzu kommt der Bereich System Engineering, der z.B. Produktionsstraßen für die Automobilindustrie entwickelt und bisher bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Damit werden die Automobilkompetenzen in einem Bereich gebündelt. Die dritte Säule der Industriegeschäfte wird in Zukunft der fokussierte Anlagenbau sein. thyssenkrupp Industrials wird demnach ein reines Industriegüterunternehmen. Die global aufgestellten Geschäfte haben attraktives Wachstumspotenzial durch Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung. Davon wollen wir mit unserer Ingenieurkompetenz, Service-Know-how und digitalen Innovationen profitieren.
thyssenkrupp Materials wird aus den folgenden Einheiten bestehen: dem Werkstoffhandel Materials Services, dem 50%-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern, dem Schmiedegeschäft sowie dem Marinegeschäft. Damit entsteht ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint. Im Werkstoffhandel und im Stahlgeschäft haben wir führende Marktpositionen in Europa; mit unserem Schmiedegeschäft, der Produktion von Großwälzlagern sowie im Marineschiffbau gehören wir zu den weltweit führenden Anbietern. Mit der Neuaufstellung können wir diese Marktpositionen ausbauen und aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen nutzen.

Die Teilung in zwei Unternehmen wird als Abspaltung erfolgen. Aktionäre der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung an zwei Unternehmen beteiligt sein: zum einen an der thyssenkrupp Materials AG (bisher thyssenkrupp AG) und zum anderen an der thyssenkrupp Industrials AG. An der thyssenkrupp Materials AG werden die bestehenden Aktionäre weiterhin 100% halten, an der thyssenkrupp Industrials AG zunächst eine deutliche Mehrheit. Der verbleibende Anteil wird anfänglich als Rückbeteiligung von der thyssenkrupp Materials AG gehalten und dient zur Stärkung der Kapitalausstattung der thyssenkrupp Materials AG. Damit soll beiden Unternehmen ein guter Start ermöglicht werden.

Unabhängig von der beabsichtigten Teilung wird thyssenkrupp weiter kontinuierlich an der Verbesserung der Leistungsfähigkeit all seiner Geschäftsbereiche arbeiten. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm "impact" bündeln wir erforderliche Initiativen und Maßnahmen. Die Anfang August 2018 ausgegebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele für die einzelnen Business Areas gelten weiter und sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 / 2021 erreicht werden (siehe Kapitel "Ziele"). Auch an dem Sparprogramm, das wir im Geschäftsjahr 2016 / 2017 für die Verwaltungskosten angestoßen haben, halten wir fest. Das zeigt insbesondere in der Konzernzentrale bereits Erfolge: insgesamt konnten hier die Kosten im Berichtsjahr um mehr als 158 Mio € auf -377 Mio € reduziert werden. Bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 sollen sie noch einmal deutlich sinken.

Geschäftschancen

Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp aus globalen Megatrends, die mehr und bessere Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das rasante Wachstum der Megastädte und die Globalisierung erhöht sich weltweit die Nachfrage ("mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("besser"). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Gleichzeitig verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.

GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Wir setzen unsere Ingenieur- und Werkstoffkompetenz ein, um für die aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten - so wollen wir den Bedarf nach "mehr" auf immer "bessere" Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, industriellen Verfahren, Werkstoffen und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Eine wesentliche Rolle spielen unsere Marke und unser Markenversprechen; letzteres bringen wir in unserem Claim "engineering.tomorrow.together." auf den Punkt.

Mehr zu den Geschäftschancen unserer Business Areas finden Sie im Kapitel "Chancen- und Risikobericht", Abschnitt "Operative Chancen der Business Areas".

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M& A).

Im Zuge des jährlichen Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Business Areas langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen müssen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M&A (Mergers & Acquisitions)-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist im Vergleich zum EBIT besser dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

tkVA

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

FCF vor M&A

Der FCF vor M &A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M& A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Ziele

Finanzielle Ziele

Unser Ziel ist, dass alle unsere Business Areas ihre Leistungsfähigkeit steigern, um dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für den Konzern zu erwirtschaften. Zur Konkretisierung unserer Ambition haben wir für unsere finanziellen Ziele erstmals einen klaren Zeithorizont festgelegt. Mit unseren angestrebten Wachstums- und Ergebnissteigerungen sollen die einzelnen Business Areas sowie unser Anteil am geplanten Stahl-Joint-Venture im Geschäftsjahr 2020/ 2021 in Summe einen Free Cashflow vor M & A von mindestens 1 Mrd € erreichen. Die Ziele für die Business Areas und für Corporate ergeben sich aus Vergleichen, die wir aus den Besten im jeweiligen Wettbewerbsumfeld abgeleitet haben, und sind in ihrer bestehenden Aufstellung sowie unter Berücksichtigung der Umgliederung von Marine Systems im Einzelnen:

Components Technology - Jährliches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich insbesondere durch den erfolgreichen Hochlauf der neuen Werke und Produktionslinien für Lenkungen; dabei Steigerung der Bereinigten EBIT-Marge auf über 7 %
Elevator Technology - Jährliches Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen zur Steigerung des EBIT-Beitrags auf mehr als 1 Mrd € bei einer Bereinigten EBIT-Marge von über 13 % (langfristige Zielmarge 15 %)
Industrial Solutions (ohne Marine Systems) - Rückkehr zu einer Bereinigten EBIT-Marge von rund 6 % durch Neuausrichtung der Sparte auf kleinere und mittelgroße Aufträge sowie Wachstum im margenstarken Service-Geschäft
Marine Systems - Rückkehr zu einer mindestens positiven Bereinigten EBIT-Marge durch bessere Abwicklung der Projekte und Fortsetzung des bereits begonnenen Transformationsprozesses
Materials Services - Verbesserung der Bereinigten EBIT-Marge auf rund 3 % durch Fortsetzung der Digitalisierungsinitiativen mit Effizienzgewinnen in der gesamten Wertschöpfungskette; dabei gleichzeitig Reduktion der Verwaltungskosten
Corporate - Reduktion der Kosten auf deutlich unter 400 Mio €
Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Hochlauf der Dividende des Joint Ventures mit Tata Steel auf einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-€-Betrag durch stringente Umsetzung des Synergienkonzeptes; bis zum Closing des Stahl-Joint-Ventures positiver Beitrag zum Bereinigten EBIT sowie Belastung des Free Cash Flow auch aufgrund des saisonal typischen Aufbaus des Nettoumlaufvermögens

Wir erwarten, dass sich die weiteren Fortschritte auch im Geschäftsjahr 2018/2019 positiv in unseren Kernsteuerungsgrößen niederschlagen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Dennoch erwarten wir für unsere fortgeführten Aktivitäten eine deutliche Verbesserung des Bereinigten EBIT und Free Cashflow vor M& A, sowie einen positiven tkVA für den Konzern.

Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. In unserem strategischen Nachhaltigkeitsmanagement ermitteln wir kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder und entwickeln entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern werden vom Sustainability Committee gesteuert. Das Gremium setzt sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und den Leitern verschiedener Konzernfunktionen zusammen und entscheidet über Maßnahmen und die Indirekt Finanziellen Ziele (IFTs). Die Umsetzung erfolgt durch die entsprechenden Fach- und Geschäftsbereiche, die regelmäßig über den Fortschritt berichten.

Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter sogenannte Indirekt Finanzielle Ziele beschlossen. Die Zielerreichung beeinflusst über den Nachhaltigkeitsmultiplikator die variable Vergütung des Konzernvorstandes und der Vorstände der Business Areas (näheres dazu auch im Vergütungsbericht). Im Berichtsjahr wurden die meisten Indirekt Finanziellen Ziele erreicht bzw. befinden sich auf einem guten Weg.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Konzern insgesamt Stand 30.09.2017 Stand 30.09.2018 Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 150 GWh in 2017 / 2018 GWh 330 253 - Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt % 66 83 +17 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
100% der relevanten Aktivitäten bis 2019/ 2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt % 85 91 +6 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % % 2,7 2,5 -0,2 %-Pkte. Technologie und Innovationen
Bis 2019 / 2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % % 11,6 12 + 0,4 %-Pkte. Mitarbeiter
2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020 /2021 und jedes Jahr Verbesserung von mind. 10% Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 3,1 3,0 -3,3% Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten 161 173 +12 Einkauf

Zu Energieeffizienz wurde ein neues Ziel beschlossen: im Geschäftsjahr 2018 /2019 sollen Energieeffizienzgewinne von 100 GWh erzielt werden (nur fortgeführte Aktivitäten). Angepasst wurde zudem das Ziel zur F&E-Quote: hier lautet das neue Ziel für die bereinigte F&E-Quote 3,0% (nur fortgeführte Aktivitäten).

Details zu den einzelnen Zielen finden sich in den in der Tabelle angegebenen Kapiteln dieses Geschäftsberichts sowie auf unserer Website.

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Weltwirtschaft weiterhin mit Wachstum, Höhepunkt jedoch überschritten

Im laufenden Jahr hatte sich die Expansion der Weltwirtschaft nach einem mäßigen Beginn zunächst wieder verstärkt, der Höhepunkt der konjunkturellen Dynamik scheint mittlerweile aber überschritten. Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2017 um 3,6% zum Vorjahr deutlich zulegte, dürfte sie 2018 etwas weniger stark um 3,5% wachsen. Für das kommende Jahr wird eine weitere Abschwächung auf 3,3% erwartet. Gleichzeitig zeigt sich die konjunkturelle Entwicklung international wieder stärker differenziert als im vergangenen Jahr. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate 2018 und 2019 - bei einer weiterhin relativ expansiven Geldpolitik - voraussichtlich 2,3 bzw. 2,0% betragen. Die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer dürfte sich 2018 und 2019 um 4,5 bzw. 4,4% erhöhen.

Der Ausblick auf das Wachstum der Weltwirtschaft ist weiterhin von hoher Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten: Es ist ungewiss, wie sich die zahlreichen Krisenherde entwickeln und ob die handelspolitischen Konflikte weiter eskalieren werden. Die angestrebte Normalisierung der Geldpolitik könnte die globale Konjunkturdynamik bremsen. Auch eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft könnte dämpfend wirken. In zahlreichen rohstoffexportierenden Ländern bleibt die Konjunktur fragil und von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise abhängig. Zudem haben sich die politischen Unsicherheiten im Euroraum erhöht, wozu insbesondere der Regierungswechsel in Italien beigetragen hat. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Austrittsverhandlungen nach dem "Brexit"-Referendum könnte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der Europäischen Union. In jüngster Zeit hat zudem die Währungskrise in der Türkei und anderen Schwellenländern Befürchtungen geschürt, es könne zu Instabilitäten auf den internationalen Finanzmärkten kommen, zumal die Auslandsverschuldung einiger Länder in den vergangenen Jahren wegen hoher Leistungsbilanzdefizite deutlich gestiegen ist.

Die Konjunktur im Euro-Raum hat zuletzt spürbar an Dynamik verloren. Nach Zuwächsen von jeweils 0,4% in den ersten beiden Quartalen 2018, jeweils verglichen mit dem Vorquartal, lag die Zuwachsrate im 3. Quartal des laufenden Jahres nach vorläufigen Angaben bei nur noch 0,2%. Vor allem die Exporte litten unter dem drohenden Handelskonflikt mit den USA. Frühindikatoren deuten aktuell darauf hin, dass die Wirtschaft im Euro-Raum zwar weiterhin wächst, sie die außergewöhnlich kräftige Konjunkturdynamik des Vorjahres 2018 aber nicht mehr erreichen kann. Insgesamt erwarten wir für die Wirtschaftsleistung des Euro-Raums ein Plus von 2,1 % und 1,7 % für 2018 und 2019.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im 2. Quartal dieses Jahres ein Plus von 0,5% gegenüber dem Vorquartal, nach 0,4% im 1. Quartal. Hauptursache war ein kräftiger Konsum. Auch die Exporte legten zu, allerdings nicht so stark wie die Importe, sodass der Außenbeitrag das BIP-Wachstum insgesamt bremste. Die Investitionen in Ausrüstungen legten moderat zu. In den kommenden Quartalen dürfte das Expansionstempo der deutschen Wirtschaft spürbar geringer ausfallen; für das 3. Quartal wurde nach vorläufigen Angaben sogar ein leichtes Minus ausgewiesen. Im Ergebnis wird die gesamtwirtschaftliche Produktion 2018 voraussichtlich um 1,8 % zulegen. Für das kommende Jahr rechnen wir angesichts der geringeren Dynamik der weltweiten Konjunktur mit einer weiteren Abschwächung des Wachstums auf 1,6 %.

Die Konjunktur in den USA zeigte sich weiterhin robust. Nach einem schwachen Jahresbeginn gewann die gesamtwirtschaftliche Leistung im 2. Quartal wieder spürbar an Schwung. Steigende Beschäftigung und Einkommen sorgen für eine anhaltend schwungvolle Konsumdynamik. Begünstigt durch die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Steuerreform wurde die Expansion darüber hinaus von einer lebhaften Investitionstätigkeit gestützt. Allerdings dürfte die Konjunkturdynamik in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreicht haben und dann - bei weiter steigendem Zinsniveau und nachlassenden Impulsen seitens der Fiskalpolitik - allmählich nachlassen. In Summe wird die US-Wirtschaft 2018 voraussichtlich um 2,9% wachsen, 2019 um 2,5 %.

In China wird das Wirtschaftswachstum 2018 etwas an Dynamik verlieren: Nach einem Plus von 6,9% im Vorjahr ist für dieses Jahr ein Zuwachs von 6,6% zu erwarten, für 2019 ein weiterer Rückgang der Wachstumsrate auf 6,2 %. Hintergrund ist die Absicht der Regierung, Risiken wie die hohe Unternehmensverschuldung und die Überhitzung des Immobilienmarktes einzudämmen. Ferner ist geplant, den Strukturwandel der Wirtschaft hin zu wertschöpfungsintensiveren Industrien und Dienstleistungen zu beschleunigen.

Die indische Wirtschaft expandierte bis zuletzt kräftig, begünstigt durch einen lebhaften privaten Konsum und eine höhere Investitionstätigkeit. Für den weiteren Konjunkturverlauf allerdings haben sich die Erwartungen etwas eingetrübt, da die Unsicherheit an den Finanzmärkten weltweit zu ungünstigeren Finanzierungsbedingungen geführt hat. Insgesamt wird das BIP in Indien 2018 mit 7,2% kräftig zulegen. Das Jahr 2019 dürfte dann eine leichte Wachstumsabschwächung auf 7,1% bringen.

In Brasilien kam das Wirtschaftswachstum in den ersten beiden Quartalen 2018 kaum über Stagnation hinaus. Belastet wird die Konjunktur unter anderem durch die politische Lage und die Unsicherheit im Hinblick auf den zukünftigen Kurs der neuen Regierung. Für das Gesamtjahr 2018 rechnen wir daher mit einem schwachen Plus von nur 1,2 %, für 2019 mit einem moderaten BIP-Zuwachs von 2,2 %.

Die Wirtschaft Russlands bleibt aufwärtsgerichtet, kann aber keine große Dynamik entwickeln. Belastend wirken der aktuelle Rückzug von Investoren aus Anlagen in den Schwellenländern sowie die Ankündigung weiterer US-Sanktionen. Insgesamt dürfte die russische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,8% zulegen und 2019 mit 1,6% etwas weniger expandieren.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognose

Entwicklung der Industriekonjunktur mit zunehmenden Unsicherheiten behaftet

Automobilbau - Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird 2018 und 2019 voraussichtlich langsamer wachsen als in den Vorjahren. Im Gesamtjahr 2018 ist nur mit einer leichten Erhöhung um 0,5% auf 92,7 Mio Einheiten zu rechnen, 2019 mit einer Zunahme von unter 2 % auf dann 94,3 Mio Einheiten. Die weltweiten Märkte zeigen weiterhin eine heterogene Entwicklung: Für den weltgrößten Produktionsstandort China wird unerwartet, aufgrund einer schwächeren zweiten Jahreshälfte, für 2018 eine Stagnation prognostiziert. Für 2019 wird ein moderates Wachstum von knapp über 3% auf 28,6 Mio produzierte Einheiten erwartet. Dieses Wachstum liegt deutlich unterhalb der Wachstumswerte der Vorjahre. In Westeuropa kam es aufgrund der Einführung neuer Abgasnormen in der ersten Jahreshälfte 2018 zu unerwarteten Vorzieheffekten. Jedoch wird ein gegenläufiger Effekt für die zweite Jahreshälfte 2018 prognostiziert, sodass die Automobilproduktion in 2018 voraussichtlich zurückgehen wird (-1,6%). Für 2019 wird gegenwärtig eine Stagnation des westeuropäischen Marktes erwartet. Auch die deutsche Automobilproduktion wird wohl, nach dem schwächeren Vorjahr, 2018 erneut rückläufig sein: Erwartet wird eine Produktionsmenge von knapp 5,4 Mio Einheiten, 5,8% weniger als im Vorjahr. 2019 erwarten Beobachter derzeit eine Seitwärtsbewegung des Marktes. In den USA, wo 2017 ein drastischer Produktionsrückgang um 8,5% zu verzeichnen war, dürfte sich die Lage wieder stabilisieren. Hier wird für 2018 und 2019 jeweils ein schwaches Wachstum von 0,7% und 0,8% erwartet. In Indien setzt der Automobilsektor sein starkes Wachstum unverändert fort. Mit einem Produktionsplus von voraussichtlich 8,2% im laufenden und 5,4% im kommenden Jahr könnte dort mit 5 Mio Einheiten eine wichtige Schwelle überschritten werden. Die brasilianische Automobilfertigung begann nach Erreichen der Talsohle 2016 damit, sich zu erholen, und konnte 2017 um etwa 26 % zulegen. Für 2018 und 2019 werden Wachstumsraten in Höhe von 8,7 bzw. 3,6% prognostiziert. Damit würde die dortige Produktion 2019 auf gut 2,9 Mio Einheiten ansteigen, das entspricht rund 85% der Produktion im bisherigen Spitzenjahr 2013.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2017 20181) 20191)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 92,2 92,7 94,3
Westeuropa (inkl. Deutschland) 14,7 14,5 14,5
Deutschland 5,7 5,4 5,4
USA 10,9 11,0 11,1
Mexiko 3,9 4,0 4,0
Japan 9,2 9,2 9,2
China 27,7 27,7 28,6
Indien 4,4 4,7 5,0
Brasilien 2,6 2,8 2,9
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 3,9 4,5 2,1
USA 7,2 3,7 3,1
Japan 8,2 4,9 1,5
China 11,0 8,8 4,0
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 3,2 2,9 2,8
USA 0,7 3,0 2,1
China 4,4 4,8 4,2
Indien 1,9 8,8 7,5

1) Prognose

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Maschinenbau - Der weltweite Maschinenbau wächst in 2018. Im kommenden Jahr wird der Produktionszuwachs, insbesondere aufgrund einer weniger dynamischen Investitionsgüterkonjunktur, allerdings spürbar geringer ausfallen. In China etwa dürfte die Wachstumsrate 2018 mit voraussichtlich rund 9 % nur leicht geringer ausfallen als im Vorjahr, 2019 jedoch wegen der gesamtwirtschaftlichen Abschwächung auf nur noch 4% zurückfallen. Der US-Maschinenbau wird 2018 nach einem starken Vorjahr aller Voraussicht nach ein solides Produktionsplus von 3,7 % vorweisen, was insbesondere auf den Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen ist. Für 2019 erwarten wir einen etwas geringeren Zuwachs. Auch der europäische Maschinenbau schwenkt, nach einem kräftigen Produktionszuwachs 2017, im laufenden Jahr mit einem Plus von gut 4% auf eine etwas gemäßigtere Wachstumsroute ein; 2019 wird sich die Steigerungsrate im Zuge der globalen Konjunkturabschwächung auf rund 2 % halbieren.

Der deutsche Maschinenbau verzeichnete 2017 ein solides Produktionsplus von 3,9 %, die Bestellungen konnten im Vergleich zum Vorjahr sogar um 8% zulegen. Bis September 2018 stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6 %. Dabei wurde bei der Inlandsnachfrage ein Plus von 9% erzielt, die Auslandsaufträge zogen um 5% an. Mit 91% erreichte die Kapazitätsauslastung der Branche nach 2009 einen neuen Höchststand. Insgesamt ist für dieses Jahr aufgrund der soliden Auftragsentwicklung - eine Folge der allgemein regen Investitionstätigkeit - von einem Produktionszuwachs in der Größenordnung von 4,5% auszugehen. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum angesichts zunehmender protektionistischer Maßnahmen und verschärfter Handelsauseinandersetzungen mit rund 2 % dann aber deutlich schwächer ausfallen.

Bauwirtschaft - Die Bautätigkeit im Euro-Raum wird 2018 und 2019 voraussichtlich um 3,3 bzw. 2,6% zulegen. Für Deutschland wurde - nach einer Wachstumsrate von 3,2% im Vorjahr - im bisherigen Jahresverlauf 2018 ein Plus von 2,8% gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Auf absehbare Zeit dürfte der Wohnungsbau weiterhin von mehreren Faktoren profitieren, allen voran dem anhaltenden Bedarf an Mietwohnungen in den Ballungszentren, dem soliden Arbeitsmarkt und den weiterhin niedrigen Hypothekenzinsen. Auch die Bautätigkeit öffentlicher Auftraggeber sollte weiter zulegen; dafür sprechen die gute Kassenlage bei den Kommunen und erhöhte Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege. In Summe dürfte die deutsche Bauwirtschaft 2018 und 2019 einen Zuwachs von je rund 3 % verzeichnen. Einer stärkeren Steigerungsrate sind mittlerweile durch Kapazitätsengpässe zunehmend Grenzen gesetzt. In China wird das Wachstum in der Bauwirtschaft 2018 auf rund 5 % steigen, bevor es im kommenden Jahr auf rund 4% zurückgeht. Grund hierfür ist die Bestrebung der Regierung, die Überhitzung des Immobilienmarktes insbesondere in den Großstädten einzudämmen. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich derzeit uneinheitlich, vor allem die Baubeginne und Baugenehmigungen der vergangenen Monate signalisieren keine klare Tendenz. Die Hauspreise hingegen legten zuletzt um rund 6,5% gegenüber dem Vorjahr zu (gemäß S&P Case-Shiller Hauspreis-Index, 20 Metropolregionen). Nach einem eher schwachen Jahr 2017 wird erwartet, dass die US-Bautätigkeit 2018 um rund 3% und im kommenden Jahr um rund 2% steigen wird.

Stahlmarkt - Eine trotz der zunehmenden geopolitischen und außenwirtschaftlichen Unwägbarkeiten und Spannungen überwiegend robuste internationale Konjunktur lässt die Stahlnachfrage 2018 erneut wachsen, wobei für die zweite Jahreshälfte eine schwächere Dynamik erwartet wird. Für das Gesamtjahr zeichnet sich damit eine Zunahme der weltweiten Nachfrage um rund 2% auf 1,66 Mrd t Walzstahl ab. Dabei wächst der chinesische Stahlmarkt entgegen den Prognosen zum Jahresbeginn weiter, was im Wesentlichen dem Bausektor und seinem hohen Stahlbedarf zu verdanken ist. In Summe ist auch in China real, um statistische Sondereffekte bereinigt, mit einem Plus von 2% zu rechnen. In den USA und der EU dürfte die Stahlnachfrage ebenfalls um jeweils gut 2% zulegen, wobei der deutsche Stahlmarkt - auf bereits hohem Niveau - nur noch um knapp 1% wachsen wird. Überdurchschnittlich expandieren die Stahlmärkte in den Schwellenländern ohne China, insbesondere in Indien und den ASEAN-Staaten. Die japanische Stahlnachfrage hingegen stagniert, und in Südkorea ist sie im zweiten Jahr in Folge rückläufig. Auch in der Türkei deutet sich mittlerweile ein Rückgang an. Seit Mitte 2018 sind die Stahlmärkte weltweit immer stärker von Wechselkurs- und (handels-)politischen Entwicklungen geprägt. Die anhaltenden strukturellen Überkapazitäten und zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen -eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte - belasten weiterhin die Konjunktur, vor allem in Europa.

Der Markt für Qualitätsflachstahl in der EU wuchs in den ersten acht Monaten 2018 um rund 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, gestützt durch ein fortgesetzt solides Wachstum der stahlverarbeitenden Industriezweige, insbesondere der Automobilindustrie. Für die europäische Stahlindustrie, die ihren Versand leicht steigern konnte, blieb das Wettbewerbsumfeld dennoch herausfordernd. Zwar waren die Importe aus China als Folge der Handelsschutzmaßnahmen weiter rückläufig, andere Länder jedoch - vornehmlich die Türkei und Russland, aber auch kleinere, zunehmend exportorientierte Länder - erhöhten ihre Lieferungen in die EU. In Summe übertrafen die Qualitätsflachstahl-Importe der EU aus Drittländern im Durchschnitt der ersten acht Monate 2018 das bereits hohe Vorjahresvolumen um rund 2%. Für die folgenden Monate ist zu erwarten, dass der Importdruck zumindest nicht weiter steigt, denn im Juli sind die vorläufigen Schutzklauselmaßnahmen in Kraft getreten, mit denen die EU Handelsumlenkungen als Folge der US-Zollpolitik entgegentritt. Die Spotmarktpreise im europäischen Flachstahlmarkt zeigten sich 2018 überwiegend fest - bei zunächst weiter gestiegenen Rohstoffnotierungen, robuster Stahlnachfrage und nur begrenzter Verfügbarkeit preislich wettbewerbsfähiger Importofferten. Nach einer temporären Schwäche im Frühsommer - im Wesentlichen bedingt durch unsichere Markterwartungen - zogen die Stahlpreise im August und September überwiegend wieder leicht an.

In 2019 dürfte die weltweite Stahlnachfrage bei gedämpften gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven und deutlich gestiegenen Risiken langsamer steigen, um etwa 1 bis 2%. In China wird der Stahlmarkt voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren; für die übrigen Schwellenländer rechnen wir im Durchschnitt mit weiterhin soliden und überdurchschnittlichen Nachfragezuwächsen, wobei Indien und die ASEAN-Staaten wieder am stärksten zulegen dürften. In den Industrieländern wird die Stahlnachfrage nur verhalten steigen. In den USA rechnen wir mit einem Wachstum von 1 %, in der EU und in Deutschland mit jeweils annähernd 2 %. Angesichts der anhaltenden weltweiten Überkapazitäten und des zunehmenden Protektionismus dürfte der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt hoch bleiben.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

thyssenkrupp bringt strategische Neuausrichtung auf den Weg

Im Berichtsjahr erreichte thyssenkrupp mit der Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags zum Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten im 50/50-Gemeinschaftsunternehmen thyssenkrupp Tata Steel einen wichtigen Meilenstein. Um die Transformation des Konzerns nun weiter voranzutreiben und den Geschäften eine fokussierte Aufstellung zu ermöglichen, wurde gegen Ende des Geschäftsjahres entschieden, den Konzern in die thyssenkrupp Industrials AG und die thyssenkrupp Materials AG zu teilen. Die Unternehmen sollen künftig jeweils als eigenständige, börsennotierte Gesellschaften mit direktem Kapitalmarktzugang geführt werden. Neben einer Reduktion der Komplexität des Unternehmens, erlaubt die Teilung beiden Unternehmen, unabhängig voneinander, schneller und zielgerichteter auf die jeweiligen Kunden und Märkte zu reagieren und Investoren mit unterschiedlicher Ausrichtung anzusprechen. Mehr Informationen zu unserer strategischen Neuausrichtung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Strategie".

Im Berichtsjahr blieb das Bereinigte EBIT hinter unseren gesteckten Zielen zurück. Insbesondere die unzureichende Auftragslage sowie zusätzliche Projektaufwendungen bei Industrial Solutions sowie Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen bei Components Technology die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve neuer Werke. Signifikant gegenläufige Effekte aus Wechselkursen und die im Laufe des Jahres angestiegenen Materialkosten belasteten sowohl Components Technology als auch Elevator Technology. Hingegen verzeichneten unsere Werkstoffgeschäfte Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) insbesondere durch das anhaltend stabile und hohe Preisgefüge auf den Roh- und Werkstoffmärkten in Summe eine deutliche Ergebnisverbesserung. Bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) belasteten jedoch im 4. Quartal Produktionseinschränkungen aufgrund des Niedrigwassers des Rheins sowie der geringere Versand als Folge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie. Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant, hauptsächlich infolge der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten. Über alle Geschäfte hinweg unterstützten EBIT-Effekte in Höhe von 890 Mio € aus unserem Effizienzprogramm "impact".

Der Jahresüberschuss lag im Berichtsjahr, insbesondere infolge der Entwicklung des Bereinigten EBIT, deutlich unter dem Vorjahr. Zusätzlich belastete eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren sowie Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Zusammenhang mit dem Stahl-Joint-Venture, während sich das Zinsergebnis verbesserte.

Der FCF vor M& A verbesserte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch insbesondere aufgrund des geringen Auftragseingangs und hoher Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand bei Industrial Solutions im Gesamtjahr negativ. Der stark positive FCF vor M& A im 4. Quartal konnte diese Entwicklung nicht mehr kompensieren.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit 2,4 Mrd € deutlich über dem Vorjahreswert (2,0 Mrd €). Ausschlaggebend waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A sowie die Dividendenzahlung.

Das Eigenkapital des Konzerns lag bei 3,3 Mrd € (Vorjahr 3,4 Mrd €). Dabei überkompensierten vor allem die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung und aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenzahlungen, den im Berichtsjahr erzielten Jahresüberschuss.

Zum Bilanzstichtag lag das Gearing bei 72,2% (Vorjahr: 57,5%). Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 6,6 Mrd € (30. September 2018) sowie einem ausgewogenen Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Leistungsprofil verbessert

Das Leistungsprofil von thyssenkrupp hat sich in vielen Bereichen verbessert. Components Technology setzte die Wachstums- und Regionalisierungssstrategie weiter fort. Die positive Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre konnte im Berichtsjahr jedoch aufgrund der oben genannten Einflussfaktoren nicht fortgesetzt werden. Mit den Investitionen der vergangenen Jahre hat Components Technology allerdings eine solide Basis geschaffen, um das Wachstum zukünftig weiter voranzutreiben; das sollte sich auch entsprechend im Ergebnis niederschlagen. Elevator Technology hat seine Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortgesetzt und wichtige strategische Meilensteine des Wachstumskonzepts erreicht. Negative Wechselkurseffekte sowie gestiegene Materialpreise in China belasteten jedoch Ergebnis und Marge. Bei Industrial Solutions wurde ein umfangreiches Transformationsprogramm gestartet, das zusätzlich zu den bisher angestoßenen Maßnahmen die Kosten weiter senken und die Trendwende beim Auftragseingang - durch den Fokus auf kleinere und mittelgroße Aufträge - einläuten soll. Materials Services setzte auch weiterhin Initiativen für den digitalen Wandel fort: Mit diesen sollen in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz gesteigert werden. Bei Corporate schreiten die Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten schneller als geplant voran. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) konnte aufgrund höherer durchschnittlicher Nettoerlöse Ergebnis und Marge deutlich steigern, auch unterstützt durch Effizienzmaßnahmen. Die Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags mit Tata Steel soll eine dauerhafte Zukunftsperspektive schaffen und die strukturellen Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie angehen.

Mit Blick auf das Erreichte sehen wir dem neuen Geschäftsjahr optimistisch entgegen und gehen für unsere fortgeführten Aktivitäten von einer Steigerung des Bereinigten EBIT aus.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der Prognose-, Chancen- und Risikobericht.

In den folgenden Tabellen sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Gesamtkonzerns, des Konzerns ohne Steel Americas (AM) sowie der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt1) Konzern ohne Steel Americas (AM)1)
2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung in % 2016 / 2017
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 44.288 42.754 -1.534 -3 42.756
Umsatz Mio € 42.971 42.745 -226 -1 41.447
EBIT2) Mio € 687 1.045 358 52 1.150
EBIT-Marge % 1,6 2,4 0,8 53 2,8
Bereinigtes EBIT2) Mio € 1.910 1.551 -359 -19 1.722
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,4 3,6 -0,8 -18 4,2
Ergebnis vor Steuern Mio € 61 668 607 ++ 765
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € -591 60 650 ++ 271
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -649 8 658 ++ 212
Ergebnis je Aktie -1,15 0,01 1,16 ++ 0,37
Operating Cashflow Mio € 610 1.184 575 94 483
Cashflow für Investitionen Mio € -1.666 -1.386 280 17 -1.535
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.545 87 -1.458 -94 1.539
Free Cashflow3) Mio € 489 -115 -603 -- 487
Free Cashflow vor M & A3) Mio € -798 -134 665 83 -855
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio € 1.957 2.364 407 21
Eigenkapital (30.09.) Mio € 3.404 3.274 -130 -4
Gearing (30.09.) % 57,5 72,2 14,7 26
ROCE % 4,1 6,6 2,5 61
thyssenkrupp Value Added Mio € -651 -217 434 67
Dividende je Aktie 0,15 0,154) - -
Ausschüttung Mio € 93 934) - -
Mitarbeiter (30.09.) 158.739 161.096 2.357 1
Konzern ohne Steel Americas (AM)1)
2017 / 2018 Veränderung in %
--- --- --- ---
Auftragseingang 42.754 -3 0
Umsatz 42.745 1.298 3
EBIT2) 1.045 -105 -9
EBIT-Marge 2,4 -0,3 -12
Bereinigtes EBIT2) 1.551 -171 -10
Bereinigte-EBIT-Marge 3,6 -0,5 -13
Ergebnis vor Steuern 668 -97 -13
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern 60 -211 -78
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 8 -204 -96
Ergebnis je Aktie 0,01 -0,36 -96
Operating Cashflow 1.184 701 145
Cashflow für Investitionen -1.386 149 10
Cashflow aus Desinvestitionen 87 -1.452 -94
Free Cashflow3) -115 -602 --
Free Cashflow vor M & A3) -134 721 84
Netto-Finanzschulden (30.09.)
Eigenkapital (30.09.)
Gearing (30.09.)
ROCE
thyssenkrupp Value Added
Dividende je Aktie
Ausschüttung
Mitarbeiter (30.09.)

1) Siehe Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

3) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

4) Vorschlag an die Hauptversammlung.

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern - Fortgeführte Aktivitäten1)
2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 35.357 35.133 -224 -1
Umsatz Mio € 33.993 34.777 785 2
EBIT Mio € 658 464 -194 -29
EBIT-Marge % 1,9 1,3 -0,6 -31
Bereinigtes EBIT Mio € 1.164 706 -459 -39
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,4 2,0 -1,4 -41
Ergebnis vor Steuern Mio € 329 163 -165 -50
Ergebnis nach Steuern Mio € 12 -198 -210 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -39 -245 -206 --
Ergebnis je Aktie -0,07 -0,39 -0,33 --
Operating Cashflow Mio € 27 185 157 ++
Cashflow für Investitionen Mio € -959 -935 24 2
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 1.511 66 -1.445 -96
Free Cashflow21 Mio € 579 -684 -1.264 --
Free Cashflow vor M & A2) Mio € -763 -678 84 11
Mitarbeiter (30.09.) 129.441 131.606 2.165 2

1) Siehe Vorbemerkungen.

2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

Prognose-Ist-Vergleich

Die Entwicklung der zu Beginn des Berichtsjahres gesetzten Ziele für die Kernsteuerungsgrößen Bereinigtes EBIT und Free Cashflow vor M & A sowie das Ziel für den Jahresüberschuss blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Das Ziel für die Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) wurde erreicht.

Unser Ziel für das Bereinigte EBIT konnten wir insbesondere durch zusätzliche Projektaufwendungen bei Industrial Solutions im 3. Quartal nicht erfüllen. Zudem fiel bei Industrial Solutions aufgrund der unbefriedigenden Auftragslage der Umsatz geringer aus als erwartet, was zu Unterauslastung und damit verbundenem Druck auf das Ergebnis führte. Die entsprechende Anpassung unseres Bereinigten EBIT-Ziels an das untere Ende - der am Anfang des Geschäftsjahres prognostizierten Bandbreite - haben wir im 9-Monatsbericht vorgenommen. Diese Anpassung reflektiert außerdem - die entgegen unseren Annahmen - eingetretene signifikante Wechselkurseffekte sowie die höher als erwarteten Materialkosten bei Components Technology und Elevator Technology. Hinzu kamen bei Components Technology die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve unserer neuen Werke. Gleichzeitig entwickelten sich Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) insbesondere infolge des anhaltend stabilen und hohen Preisgefüges auf den Roh- und Werkstoffmärkten besser als erwartet. Das im 9-Monats-bericht formulierte Ziel für das Bereinigte EBIT des Konzerns konnten wir jedoch infolge von Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology nicht halten. Zusätzlich belasteten bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) Produktionseinschränkungen aufgrund des Rhein-Niedrigwassers sowie niedrigere Auslieferungen infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie. Auch das Ergebnis von Elevator Technology lag aufgrund anhaltenden Kostendrucks unter den Erwartungen.

Maßgebliche Beiträge zum Ergebnis lieferte erneut unser Konzernprogramm: Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für 2017 / 2018, unsere Kosten mittels "impact" um 750 Mio € zu senken, konnten wir mit Einsparungen von 890 Mio € erneut deutlich übertreffen.

Unser Ziel, den Jahresüberschuss deutlich zu steigern, haben wir insbesondere infolge der Entwicklung des Bereinigten EBIT nicht erreicht. Zusätzlich belastete eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren sowie Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Zusammenhang mit dem Stahl-Joint-Venture.

Das zu Beginn des Berichtsjahres gesetzte Ziel, einen wieder positiven Free Cashflow vor M &A (FCF vor M &A) zu erwirtschaften, haben wir nicht erreicht. Dies war im Wesentlichen der Entwicklung bei Industrial Solutions - geringer als erwarteter Auftragseingang und hohe Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand - geschuldet. Die im 9-Monatsbericht entsprechend aktualisierte Prognose für den FCF vor M&A haben wir erreicht.

Der tkVA des Konzerns stieg deutlich, blieb jedoch weiterhin negativ. Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Wegfall des negativen tkVA-Beitrags der veräußerten Business Area Steel Americas und höheren Beiträgen von Elevator Technology und Materials Services.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".

Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte zum 1. Halbjahr und zu den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden sowie die finalen Zahlen 2017 / 2018:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017 / 2018

Prognose im Geschäftsbericht 2016 / 2017 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2017 / 2018 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2017 / 2018 Ist Geschäftsjahr 2017 / 2018
Konzernumsatz Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich +3 %; auf vergleichbarer Basis: +5 %
Components Technology Wachstum im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich +4 %; auf vergleichbarer Basis: +8%
Elevator Technology Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich Auf Vorjahresniveau Leicht unter Vorjahr -2%; auf vergleichbarer Basis: +4 %
Industrial Solutions Anstieg im knapp zweistelligen Prozentbereich Auf Vorjahresniveau Leicht unter Vorjahr -9%; auf vergleichbarer Basis: -10 %
Materials Services +7 %; auf vergleichbarer Basis: +9 %
Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) +6 %; auf vergleichbarer Basis: +7 %
Bereinigtes EBIT (Konzern) 1,8 - 2,0 Mrd € Rund 1,8 Mrd € Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 171 Mio € auf 1.551 Mio €
Components Technology Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge Marge auf Vorjahresniveau Bereinigtes EBIT unter Vorjahr; vor Wechselkurseffekten und gestiegenen Materialkosten über Vorjahr Rückgang um 180 Mio € auf 197 Mio €
Elevator Technology Verbesserung aus Steigerung des Umsatzes und der Marge um 0,5 bis 0,7 %-Punkte Marge mindestens auf Vorjahresniveau Bereinigtes EBIT und Marge leicht unter Vorjahr, auf vergleichbarer Basis über Vorjahr Rückgang um 56 Mio € auf 866 Mio € bei rückläufiger Marge um 0,5 %-Punkte auf 11,5 %
Industrial Solutions Deutliche Verbesserung; Marge mit Verbesserung, jedoch merklich unter Zielkorridor Signifikante Ergebnissteigerung im Verlauf des 2. Halbjahres Bereinigtes EBIT deutlich negativ Rückgang um 366 Mio € auf -255 Mio € bei Margenrückgang auf -5,1%
Materials Services Leicht unter Vorjahr Nahe Vorjahreswert Verbesserung um 5 Mio € auf 317 Mio €
Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) Unter Berücksichtigung begrenzter Visibilität auf Vorjahresniveau; bei Annahme von anhaltend stabilen und hohem Preisgefüge über Vorjahr In Annahme eines anhaltend stabilen und hohen Preisgefüges deutlich über Vorjahr Deutlich über Vorjahr, zudem Aussetzungen der Abschreibungen Verbesserung um 140 Mio € auf 687 Mio €
Jahresüberschuss (Konzern) Deutliche Steigerung Rückgang um 211 Mio € auf 60 Mio €
tkVA (Konzern) Deutliche Verbesserung Anstieg um 434 Mio € auf -217 Mio €
FCF vor M & A (Konzern) Positiv Negativ Verbesserung um 721 Mio € auf -134 Mio €
Investitionen (Konzern) Rund 1,5 Mrd € Rückgang um 149 Mio € auf 1.386 Mio €

Geschäftsentwicklung im Konzern

Geschäftsverlauf

Leichtes Umsatzwachstum bei stabilem Auftragseingang, Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

Der Auftragseingang konnte den hohen Vorjahreswert halten. Während Components Technology einen neuen Rekord verzeichnete, belastete insbesondere das schwache Marktumfeld bei Industrial Solutions und die damit verbundenen ausbleibenden Großaufträge. Der Umsatz verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 3%. Dabei kompensierte die insbesondere preisbedingte deutliche Umsatzsteigerung der Werkstoffgeschäfte den rückläufigen Umsatz bei Industrial Solutions. Das Bereinigte EBIT lag insbesondere infolge zusätzlicher Aufwendungen bei Industrial Solutions im Rahmen einer umfangreichen Projektanalyse durch die Neubewertung einzelner Projekte sowie Rückstellungen für Qualitätsthemen bei Components Technology deutlich unter dem Vorjahr. Unterstützend wirkten EBIT-Effekte aus Kostensenkungen und Effizienzgewinnen in Höhe von 890 Mio € aus dem Konzernprogramm "impact". Davon entfielen rund 700 Mio € auf die fortgeführten Aktivitäten.

AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)in %
Components Technology 7.674 7.861 2 6
Elevator Technology 7.834 7.853 0 5
Industrial Solutions 6.490 5.188 -20 -21
Materials Services 13.760 14.544 6 8
Steel Europe 8.969 9.157 2 3
Corporate 287 190 -34 -34
Konsolidierung -2.257 -2.040 - -
Konzern ohne AM 42.756 42.754 0 2
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.531 0 -- --
Konzern insgesamt 44.288 42.754 -3 -1
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 7.399 7.621 3
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.531 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 35.357 35.133 -1 2

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Auftragseingang auf hohem Vorjahresniveau

Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte Components Technology, Elevator Technology und Industrial Solutions blieb insgesamt unter dem hohen Vorjahreswert. Im Komponentengeschäft markierte er trotz gegenläufiger Währungseffekte einen neuen Höchstwert. Ein insgesamt robustes Nachfragewachstum für Pkw-Komponenten in Westeuropa und China glich dabei die rückläufige Nachfrage in den USA aus. Das Marktumfeld für schwere Nutzfahrzeuge entwickelte sich, insbesondere dank der guten Entwicklung in den USA, weiterhin positiv. Die Nachfrage nach Industriekomponenten im Bereich Windenergie blieb weiterhin schwach, während sich die Nachfrage nach Baumaschinenkomponenten weiter von einem niedrigen Niveau aus erholte. In der Aufzugssparte lag der Auftragseingang trotz gegenläufiger Wechselkurseffekte (im Wesentlichen US Dollar, Chinesischer Yuan, Brasilianischer Real) auf dem starken Vorjahrsniveau; auf vergleichbarer Basis verzeichnete er einen Anstieg. Der Auftragsbestand lag mit 5,1 Mrd € (exkl. Service) über dem hohen Vorjahreswert.

Industrial Solutions lag infolge zurückhaltender Vergabe von Großprojekten deutlich unter Vorjahr. Insbesondere Marine Systems, das im Vorjahr noch von zwei Großaufträgen im Unter- und Überwasserbereich profitierte, verzeichnete im Berichtsjahr lediglich kleinere und mittelgroße Aufträge. Während die Nachfrage für Zementanlagen aufgrund der in den letzten Jahren aufgebauten Kapazitäten rückläufig blieb, zog die Nachfrage im Mining Geschäft weiter an. Im Chemieanlagenbau sorgten ein Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn und ein mittelgroßer Raffinerie-Auftrag in Deutschland zwar für einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, dennoch blieb die Auftragslage aufgrund von zurückhaltendem Investitionsverhalten bei Großprojekten seitens der Kunden, insbesondere im Bereich Düngemittel, weiterhin angespannt. Im Bereich System Engineering erreichte der Auftragseingang einen neuen Höchstwert, insbesondere aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie.

In unseren Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) übertraf der Auftragseingang den Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die anhaltend stabilen und hohen Preise auf den Roh- und Werkstoffmärkten zurückzuführen.

UMSATZ NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Veränderung auf vergleichbarer Basis1)in %
Components Technology 7.571 7.875 4 8
Elevator Technology 7.674 7.554 -2 4
Industrial Solutions 5.522 5.020 -9 -10
Materials Services 13.665 14.652 7 9
Steel Europe 8.915 9.470 6 7
Corporate 278 329 18 18
Konsolidierung -2.179 -2.156 - -
Konzern ohne AM 41.447 42.745 3 5
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.525 0 --
Konzern insgesamt 42.971 42.745 -1 2
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 7.454 7.968 7
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 1.525 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 33.993 34.777 2 5

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Leichtes Umsatzwachstum

Die Umsatzentwicklung der Industriegütergeschäfte folgte dem Auftragseingang. Trotz gegenläufiger Währungseffekte sorgten steigende Auslieferungen bei Automobilkomponenten sowie Kurbelwellen für schwere Nutzfahrzeuge insbesondere in den USA für einen neuen Rekordumsatz bei Components Technology. Der Umsatz von Elevator Technology lag insbesondere währungsbedingt leicht unter Vorjahr, stieg jedoch auf vergleichbarer Basis. Bei Industrial Solutions führten der schwächere Auftragseingang sowie der geringere Projektfortschritt bei Aufträgen von Marine Systems zu einem deutlich rückläufigen Umsatz. System Engineering, der Zementanlagenbau und Mining konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr stabil halten.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2017 / 2018

in %

In den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) stiegen die Umsätze deutlich. Insbesondere die durchschnittlich höheren Nettoerlöse führten bei stabilem Versand zu einem deutlichen Umsatzanstieg bei Steel Europe.

Die regionale Umsatzverteilung war weitgehend unverändert. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von rund 32 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Es folgten das Geschäft mit Kunden in Nordamerika, das mit rund 20 % stabil blieb, sowie das Geschäft mit Westeuropa. Im Großraum China blieb der Umsatzanteil mit rund 7% unverändert.

Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 28% die wichtigste Kundengruppe, mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponenten- und Stahlgeschäft (nicht fortgeführte Aktivität). Es folgten der Handel sowie der Maschinen- und Anlagenbau, der relativ und absolut an Bedeutung gewinnen konnte. Der Umsatzanteil der Stahl- und stahlnahen Verarbeitung war leicht rückläufig, während die Bauwirtschaft unverändert blieb.

Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr

BEREINIGTES EBIT NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Components Technology 377 197 -48
Elevator Technology 922 866 -6
Industrial Solutions 111 -255 --
Materials Services 312 317 2
Steel Europe 547 687 26
Corporate -535 -377 29
Konsolidierung -12 117 -
Konzern ohne AM 1.722 1.551 -10
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 189 0 --
Konzern insgesamt 1.910 1.551 -19
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 558 846 52
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 189 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten1) 1.164 706 -39

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag deutlich unter dem des Vorjahres, trotz nachhaltig wirksamer Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch die zusätzlichen Aufwendungen bei Industrial Solutions im Rahmen einer umfangreichen Projektanalyse durch die Neubewertung einzelner Projekte im 3. Quartal. Negativ zu Buche schlugen dabei vor allem höhere erwartete Gesamtkosten, insbesondere bei einem Marineprojekt in der Türkei, einer Zementanlage in Saudi-Arabien und einem Bioheizkraftwerk in Australien. Zudem trug ein niedriger als erwarteter Umsatz aufgrund ausbleibender Großprojekte, ein ungünstiger Umsatzmix sowie partielle Unterauslastung zum deutlich negativen Ergebnis von Industrial Solutions bei. Die Bereinigte EBIT-Marge lag im Berichtsjahr bei nicht akzeptablen -5,1 %. Elevator Technology konnte die stark gegenläufigen Währungseffekte und gestiegenen Materialkosten insbesondere in China nicht vollständig durch Performance-Maßnahmen kompensieren: Die Marge sank entsprechend auf 11,5% und blieb hinter den mittel- und langfristigen Zielmarken, entwickelte sich aber im Vergleich zum Wettbewerb robust. Bei Components Technology fiel das Bereinigte EBIT deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Hauptgrund waren, neben gegenläufigen Währungseffekten und gestiegenen Materialpreisen, Rückstellungen für Qualitätsthemen. Hinzu kamen die geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen mit starkem Preiswettbewerb, schwächere Produktivität bei Federn und Stabilisatoren sowie die kundenseitig bedingte flachere Anlaufkurve neuer Werke. Diese Einflüsse konnten durch eine bessere Entwicklung bei Nockenwellen, Dämpfersystemen sowie Kurbelwellen- und Baumaschinenkomponenten nur teilweise kompensiert werden. Die Marge lag, auch aufgrund von Mix-Effekten, mit 2,5% deutlich unter dem Zielwert von 7 %.

Die Werkstoffgeschäfte insgesamt erzielten in einem positiven Marktumfeld, auch unterstützt durch Kosteneinsparungsprogramme, eine signifikante Ergebnissteigerung. Materials Services konnte das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres leicht steigern; die Marge blieb stabil, jedoch unter der Zielmarge von 3%. Der Ergebnisbeitrag von AST war dank profitablem Wachstum im Endverbrauchergeschäft sowie operativer Performance-Verbesserungen weiterhin hoch, erreichte jedoch aufgrund von Importdruck und höherer Rohstoffkosten nicht den hohen Vorjahreswert. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) konnte das Bereinigte EBIT im Geschäftsjahresverlauf deutlich steigern und lag erlösbedingt signifikant über dem bereits guten Vorjahr. Der Margentrend war entsprechend positiv. Produktionseinschränkungen insbesondere infolge des Rhein-Niedrigwassers sowie der geringere Versand infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) in der Automobilindustrie belasteten jedoch im Schlussquartal das Ergebnis.

Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant gegenüber dem Vorjahr auf -377 Mio €. Neben der schneller als geplanten Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten führten im Wesentlichen sinkende Projektaufwendungen für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und Daten- und Prozessharmonisierung zu geringeren Kosten.

Sondereffekte belasten das Ergebnis

Das EBIT war im Berichtsjahr durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 507 Mio € belastet.

SONDEREFFEKTE NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung
Components Technology 80 76 -4
Elevator Technology 185 90 -95
Industrial Solutions 147 -12 -160
Materials Services 91 47 -44
Steel Europe 55 216 162
Corporate 35 89 54
Konsolidierung -22 0 22
Konzern ohne AM 572 507 -66
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 651 0 -651
Konzern insgesamt 1.224 507 -717
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 66 265 200
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 651 0 -651
Konzern fortgeführte Aktivitäten 507 241 -265

Bei Components Technology ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereffekte vor allem im Zusammenhang mit nachlaufenden Schließungskosten und Wertminderungsaufwendungen im Umlaufvermögen. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich, neben Sonderaufwendungen für einen abgeschlossenen Altauftrag, gegenläufige Effekte aus der Auflösung für Restrukturierungsrückstellungen. Weitere, vor allem restrukturierungsbedingte Maßnahmen, unter anderem im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland, ergaben sich bei Materials Services. Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) traf Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren. Gegenläufig wirkte ein Veräußerungsgewinn aus Desinvestitionsprojekten. Im Bereich Corporate ergaben sich Sondereffekte im Wesentlichen aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung sowie aus M&A-Aufwendungen für Desinvestitionsprojekte, insbesondere für das Stahl-Joint-Venture.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich über Vorjahreswert

Im Berichtsjahr verbesserte sich der tkVA des Konzerns deutlich, blieb jedoch negativ. Die Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Wegfall des negativen tkVA-Beitrags der veräußerten Business Area Steel Americas. Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert. Der Wertbeitrag von Components Technology nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab: neben einem deutlich geringeren Ergebnis führten Wachstumsinvestitionen zu einer Steigerung des gebundenen Kapitals. Darüber hinaus nahm auch die Kapitalbindung bei Industrial Solutions deutlich zu: Bei einem negativen operativen Ergebnis lag der tkVA deutlich unter Vorjahr. Der tkVA von Materials Services verbesserte sich - insbesondere aufgrund der Ergebnissteigerung - gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch negativ. Bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) lag die durchschnittliche Kapitalbindung im Wesentlichen durch den preisbedingten Aufbau des Netto-Umlaufvermögens über Vorjahr. Vorsorge durch eine Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren belasteten das Ergebnis, sodass der tkVA gegenüber dem Vorjahr abnahm. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) NACH BUSINESS AREAS

2016 / 2017 2017 / 2018
EBIT (Mio €) Capital employed (Mio €) WACC

(%)
tkVA (Mio €) EBIT (Mio €) Capital employed (Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Konzern 687 16.728 8,0 -651 1.045 15.773
Davon:
Components Technology 297 3.740 8,5 -21 120 3.897
Elevator Technology 736 1.127 7,5 652 775 1.143
Industrial Solutions -36 430 8,0 -71 -243 762
Materials Services 220 3.652 8,0 -72 270 3.623
Steel Europe 493 5.286 8,5 43 471 5.545
Steel Americas -444 1.654 10,0 -609 0 0
2017 / 2018
WACC

(%)
tkVA (Mio €) Veränderung tkVA (Mio €)
--- --- --- ---
Konzern 8,0 -217 434
Davon:
Components Technology 8,5 -211 -190
Elevator Technology 7,5 690 38
Industrial Solutions 8,0 -304 -233
Materials Services 8,0 -20 52
Steel Europe 8,5 -1 -44
Steel Americas 0,0 0 609

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 7.674 7.861 2
Umsatz Mio € 7.571 7.875 4
EBIT Mio € 297 120 -59
EBIT-Marge % 3,9 1,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 377 197 -48
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,0 2,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 32.904 34.481 5

Wachstums- und Regionalisierungsstrategie fortgesetzt

In einem uneinheitlichen Marktumfeld lag der Auftragseingang bei Components Technology mit +2% leicht über dem Vorjahreswert, der Umsatz stieg um rund 4%. Die Märkte für Pkw-Komponenten in Westeuropa zeigten sich robust, China gegen Ende des Geschäftsjahres mit Eintrübungen, während die Nachfrage in den USA zurückging. In Brasilien war nach der wirtschaftlichen Rezession der vergangenen Jahre wieder eine Nachfragebelebung zu spüren, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Die Märkte für schwere Nutzfahrzeuge wurden durch die positive Entwicklung in den USA, insbesondere im Class-8-Bereich (> 15t), begünstigt. In Brasilien wuchs die Nachfrage ebenfalls, in Europa blieb sie robust. Im Industriegeschäft verzeichneten wir eine anhaltend schwächere Nachfrage bei Großwälzlagern für Windenergie, insbesondere in Brasilien und Indien. Bei Baumaschinenkomponenten hingegen hielt die Nachfragebelebung an.

Unsere Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Unser weltweiter Automotive-Produktionsverbund schreitet voran: Unter anderem hat das neue Werk für elektrische Lenksysteme in China die Produktion aufgenommen. Die Standorterweiterung für Dämpfersysteme in Rumänien, der Aufbau der Werke in Ungarn für drei Produktbereiche sowie eines weiteren Federn- und Stabilisatorenwerks in China sind weit fortgeschritten. Das ungarische Werk für Zylinderkopfhauben mit integrierten Nockenwellen hat bereits mit den Serienlieferungen an unsere Kunden begonnen.

Ergebnis aufgrund mehrerer Qualitätsthemen, Währungseffekten und gestiegener Materialpreise unter Druck

Das Bereinigte EBIT von Components Technology lag, insbesondere aufgrund von Rückstellungen für Qualitätsthemen, deutlich unter dem Vorjahreswert. Belastend wirkten zudem Währungseffekte (US Dollar und Chinesischer Yuan), gestiegene Materialpreise, die nicht vollständig an unsere Kunden weiter gegeben werden konnten, eine geringere Nachfrage nach Komponenten für Windenergieanlagen bei starkem Preiswettbewerb sowie eine flachere Anlaufkurve neuer Werke im Automotive-Bereich. Im Bereich Federn & Stabilisatoren führte unter anderem eine Überlastsituation in deutschen Werken zusammen mit Produktneuanläufen zu einer geringeren Produktivität. Weitere erhebliche Ergebnisbelastungen ergaben sich aus Engpässen in der Materiallogistik in Mexiko. Diese konnten nur zum Teil durch eine bessere Entwicklung im Bereich Nockenwellen, Dämpfersysteme sowie Kurbelwellen- und Baumaschinenkomponenten kompensiert werden.

Elevator Technology

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.814 5.066 5
Auftragseingang Mio € 7.834 7.853 0
Umsatz Mio € 7.674 7.554 -2
EBIT Mio € 736 775 5
EBIT-Marge % 9,6 10,3 -
Bereinigtes EBIT Mio € 922 866 -6
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,0 11,5 -
Mitarbeiter (30.09.) 52.660 53.013 1

Auftragseingang und Umsatz währungsbereinigt gesteigert

Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr bei 7,9 Mrd € und damit, trotz negativer Wechselkurseffekte, auf dem Niveau des Vorjahres. Auf vergleichbarer Basis - d.h. ohne Berücksichtigung der negativen Wechselkurseffekte - betrug das Wachstum 5%. Der Bereich profitierte wie in den Vorjahren von einem Nachfragezuwachs insbesondere im Neuanlagengeschäft in Nord- und Lateinamerika. Die Anzahl der neuinstallierten Anlagen in China lag auf Vorjahresniveau, während sich diese in Europa und Südkorea gegenüber dem Vorjahr leicht verringerte. Das für die Business Area wichtige Servicegeschäft wuchs in Asien und Europa. Der Auftragsbestand belief sich am 30. September 2018 auf 5,1 Mrd € (exkl. Service) und lag damit trotz negativer Wechselkurseffekte über dem Vorjahreswert.

Der Umsatz lag bedingt durch gegenläufige Wechselkurseffekte bei 7,6 Mrd € und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis betrug das Wachstum 4%. Währungsbereinigt haben die Umsätze insbesondere im Servicegeschäft in allen Märkten zugelegt; in China waren die Umsätze im Neuanlagengeschäft aufgrund des vorhandenen Preisdrucks leicht rückläufig.

Weitere Meilensteine in der globalen Strategie von Elevator Technology erreicht

Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts haben wir weitere Meilensteine erreicht.

Auf der Gründerkonferenz StartupCon im Oktober 2017 stellte Elevator Technology seine Vision für die Industrie 4.0 in der Aufzugwartung vor: Ausfallzeiten sollen dadurch um bis zu 50% reduziert werden. Ein wesentlicher Teil dieser Vision ist MAX, die erste Cloud-basierte Wartungslösung für Aufzüge, die vorausschauenden Service ermöglicht: Dank Echtzeitdiagnostik werden Servicetechniker rechtzeitig benachrichtigt, wenn veraltete oder defekte Komponenten und Systeme ausgetauscht werden müssen. Mehr als 120.000 Aufzüge weltweit sind bereits mit MAX vernetzt. Nach den USA, Deutschland und Spanien ist nun auch Südkorea Teil des MAX-Netzwerks. Zudem beginnen wir die Mixed-Reality-Brille Microsoft HoloLens einzusetzen. Mit ihrer Hilfe können Aufzugstechniker per Remote-Unterstützung anspruchsvolle Wartungsarbeiten lokal effizienter durchführen. Darüber hinaus haben wir damit begonnen, die HoloLens-Technik auch zur Vermessung von Treppenliften einzusetzen, um hiermit die Bearbeitungs- und Lieferzeiten weiter zu verkürzen.

Im Oktober 2017 eröffnete Elevator Technology auf dem Testturm in Rottweil die höchste Aussichtsplattform Deutschlands. Ingenieure testen in dem nun vollständig in Betrieb genommenen Testturm das seillose und seitwärts fahrende Aufzugsystem MULTI sowie Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Ferner verfügt die MULTI-Sparte seit diesem Geschäftsjahr über eine eigene Führung.

Im März 2018 fand die feierliche Eröffnung eines Hochgeschwindigkeits-Testturms am neuen Standort Zhongshan in China statt. thyssenkrupp unterstreicht damit sein Engagement im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) in China. Der Testturm ist mit 248 Metern einer der höchsten weltweit und speziell auf Hochgeschwindigkeitstests sowie seillose Aufzugsysteme ausgerichtet.

Zusätzlich zu den beiden genannten Testtürmen in Rottweil und Zhongshan plant thyssenkrupp die Errichtung eines dritten Testturms für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Atlanta/USA. thyssenkrupp Elevator Technology baut als eines der führenden Unternehmen im Bereich der urbanen Mobilität weltweit seine Präsenz in den USA aus: Der Gebäudekomplex, in dem sich auch weitere F&E-Kapazitäten befinden, wird zugleich neuer Hauptsitz von Elevator Technology Americas sein.

Ergebnis durch Währungseffekte und gestiegene Materialpreise unter Druck

Das Bereinigte EBIT lag im Geschäftsjahr umsatz- und margenbedingt unter dem Vorjahr. Dies lag im Wesentlichen an negativen Wechselkurseffekten sowie gestiegenen Materialpreisen in China. Teilweise konnten diese gegenläufigen Effekte durch Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms "impact" kompensiert werden. Die Bereinigte EBIT-Marge verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5%. Das EBIT konnte dagegen um 39 Mio € auf 775 Mio € gesteigert werden.

Industrial Solutions

INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN

2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 11.341 11.281 -1
Auftragseingang Mio € 6.490 5.188 -20
Umsatz Mio € 5.522 5.020 -9
EBIT Mio € -36 -243 --
EBIT-Marge % -0,7 -4,8 -
Bereinigtes EBIT Mio € 111 -255 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,0 -5,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 21.777 21.535 -1

Auftragseingang in schwierigem Marktumfeld unter hohem Vorjahreswert

Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr unter dem hohen Vorjahreswert. Vor allem im Großanlagenbau zeigten sich die Kunden bei der Auftragsvergabe unter anderem aufgrund von schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie volatilen Öl- und Gaspreisen zurückhaltend.

Im Mining-Bereich entwickelte sich die Nachfrage nach Anlagen und Komponenten insgesamt positiv. Unter anderem konnten wir mittelgroße Aufträge für Kohleumschlag- und Kraftwerksanlagen in Indien, eine Hafenumschlaganlage in Russland, ein Schaufelradbagger-Abraumsystem in Thailand sowie Bandanlagen in Peru gewinnen. Gleichzeitig zeigte sich eine nach wie vor verhaltene Investitionstätigkeit bei Neuerschließungen. Nicht zuletzt deshalb entwickeln wir unser Serviceangebot für die Mining-Industrie kontinuierlich weiter.

Im Geschäft mit Zementanlagen war die Nachfrage insgesamt rückläufig. Überkapazitäten sowie ein zunehmender Wettbewerbsdruck aus Asien prägten das wirtschaftliche Umfeld. Es ist uns dennoch gelungen, mittelgroße Aufträge für zwei Produktionslinien in Mexiko sowie kleinere Aufträge für Systeme und Komponenten, insbesondere von Kunden in Westafrika und Indien, zu gewinnen.

Im Chemieanlagenbau verzeichneten wir im Berichtsjahr einen Anstieg des Auftragseingangs, insbesondere begünstigt durch einen Großauftrag für einen Chemiekomplex in Ungarn im 4. Quartal und einen mittelgroßen Raffinerie-Auftrag in Deutschland. Darüber hinaus konnten wir kleinere Aufträge für Anlagen und Services in China, Indien und Tansania gewinnen. Während wir bei Großprojekten, insbesondere im Bereich Düngemittel, weiterhin ein eher zurückhaltendes Investitionsverhalten der Kunden beobachten, sehen wir mittelfristig Wachstumschancen für den gesamten Chemieanlagenbau.

Bei System Engineering überschritt der Auftragseingang einmal mehr die 1-Milliarde-Euro-Schwelle und erreichte einen neuen Spitzenwert. Dazu trug vor allem die weiterhin lebhafte Nachfrage nach automatisierten Produktionssystemen für die Automobilindustrie bei, insbesondere von Kunden aus Europa und Asien. Wir konnten hier mehrere größere Aufträge für Karosserie-Rohbauanlagen sowie mittelgroße und kleinere Aufträge für Motor- und Batterie-Montagelinien gewinnen.

Marine Systems verzeichnete im Berichtsjahr einen deutlich rückläufigen Auftragseingang, nachdem das Vorjahr durch zwei Großaufträge im Unter- und Überwasserbereich geprägt war. Kleinere und mittelgroße Aufträge erhielten wir insbesondere in den Bereichen Marineelektronik, Wartung und Service.

Der Umsatz der Business Area Industrial Solutions blieb mit 5 Mrd € hinter dem Vorjahreswert zurück. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem schwächeren Auftragseingang sowie einem geringeren Projektfortschritt von Aufträgen bei Marine Systems. Im Chemieanlagenbau, bei Mining und Zement sowie bei System Engineering blieben die Umsätze hingegen annähernd stabil.

Ergebnis und Marge deutlich unter Vorjahresniveau - Fokus auf Turnaround

Das Bereinigte EBIT und die Bereinigte EBIT Marge blieben im Berichtsjahr deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück. Dies lag im Wesentlichen daran, dass nach einer umfangreichen Projektanalyse und -neubewertung im 3. Quartal die Aufwendungen bei einigen Projekten höher angesetzt werden mussten. Dies betraf insbesondere ein Marineprojekt in der Türkei sowie eine Zementanlage in Saudi-Arabien und ein Bioheizkraftwerk in Australien. Zusätzlich belastet wurde das Bereinigte EBIT durch rückläufige Umsätze, einen schwächeren Margenmix abgerechneter Projekte sowie partielle Unterauslastung.

Der bisherige Veränderungsprozess bei Industrial Solutions war entsprechend den Markterwartungen auf Umsatzwachstum, vor allem mit Großprojekten im Chemie- und Zementanlagenbau ausgerichtet. Zuletzt hat sich jedoch die Anzahl dieser Großprojekte deutlich verringert; gleichzeitig haben sich die Zeiträume von der Ankündigung der Projekte bis zur Realisierung nahezu verdoppelt. Diese veränderten Rahmenbedingungen machen eine größere Restrukturierung im Anlagenbau erforderlich. Künftig wollen wir den Fokus auf kleinere und mittlere Projekte legen und im Anlagenbau gleichzeitig das margenstärkere Servicegeschäft weiter ausbauen. Dafür müssen wir die gegebenen Strukturen an die Markterfordernisse anpassen. Das bedeutet, Kosten und Komplexität zu verringern, die Auftragsabwicklung besser, schneller und flexibler zu gestalten und das Technologieportfolio im Anlagenbau - gerade auch mit Blick auf die digitale Transformation - weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang wird das Marinegeschäft zum 1. Oktober 2018 aus dem Geschäftsbereich herausgelöst und unmittelbar durch die thyssenkrupp AG geführt. Damit konzentriert sich Industrial Solutions in Zukunft auf den Anlagenbau. Mit dieser strategischen Fokussierung wurde auch der Vorstand bei Industrial Solutions neu aufgestellt.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 13.760 14.544 6
Umsatz Mio € 13.665 14.652 7
EBIT Mio € 220 270 23
EBIT-Marge % 1,6 1,8 -
Bereinigtes EBIT Mio € 312 317 2
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,3 2,2 -
Mitarbeiter (30.09.) 19.861 20.273 2

Auftragseingang und Umsatz über Vorjahr

In einem positiven Marktumfeld mit spürbarem Mengenzuwachs entwickelten sich Auftragseingang und Umsatz deutlich positiv. Dies galt für nahezu alle Bereiche von Materials Services und ganz besonders für die Lager- und Servicegeschäfte in Nordamerika, Osteuropa und die automobilnahen Servicecenter. Auch AST konnte den Vorjahresumsatz noch einmal steigern. Lediglich der Bereich Aerospace war von geringeren Abrufen der Luftfahrtindustrie betroffen. Die Absatzzahlen entwickelten sich über alle Einheiten positiv, vor allem im bedeutsamen Lager- und Servicegeschäft mit 4,5% Wachstum. In Summe wurden 11,1 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe verkauft. Der Absatz von Edelstahlflachprodukten der AST war mit 0,9 Mio t stabil. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten von Materials Services, also ohne den nicht fortgeführten Industriedienstleister thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH der im Zuge des geplanten Stahl-Joint-Ventures übertragen werden soll, betrug im Berichtsjahr 14.458 Mio €.

Digitalisierung als Element der Kundenorientierung und Effizienzsteigerung

Kunden- und Serviceorientierung sowie hohe Zuverlässigkeit sind die Erfolgsfaktoren in unserem Geschäft. Entsprechend stellen wir diesen Mehrwert für die Kunden in den Mittelpunkt unseres Leistungsversprechens und unserer Initiativen. Ein Beispiel ist die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse und Vertriebswege, die wir - aufbauend auf ausgefeilten Lager-, Logistik- und IT-Systemen -laufend vorantreiben: Unser Sortiment wird komplett digitalisiert und im größten virtuellen Materiallager der Welt zusammengestellt an 271 Betriebsstandorten weltweit. So ist Materials Services immer in unmittelbarer Nähe seiner Kunden. Dank dem Omnichannel-Konzept erhalten unsere rund 250.000 Kunden zudem eine individuelle Beratung und Versorgung rund um die Uhr, unabhängig davon, welchen Kanal oder Kontaktpunkt sie nutzen.

Bereinigtes EBIT über Vorjahr

Materials Services konnte das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres leicht steigern. Dabei überkompensierten die mengenbedingte Umsatzsteigerung sowie weitere Maßnahmen zur Steigerung von Performance und Ergebnis, die geringeren Effekte aus im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächter Preisdynamik. Zusätzlich profitierte Materials Services von Grundstücks- und Immobilienveräußerungen, während Währungseffekte das Ergebnis belasteten. Der Ergebnisbeitrag von AST lag aufgrund des profitablen Wachstums im Endverbraucher-Geschäft sowie operativer Performanceverbesserungen weiterhin auf hohem Niveau, jedoch aufgrund von Importdruck und höheren Rohstoffkosten leicht unter dem sehr hohen Vorjahr. Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten von Materials Services betrug 308 Mio €.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität)

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Auftragseingang Mio € 8.969 9.157 2
Umsatz Mio € 8.915 9.470 6
EBIT Mio € 493 471 -4
EBIT-Marge % 5,5 5,0 -
Bereinigtes EBIT Mio € 547 687 26
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,1 7,3 -
Mitarbeiter (30.09.) 27.646 27.764 0

Geschäftsausweitung bei höheren Marktpreisen

Obgleich das Marktumfeld auch im Berichtsjahr strukturell schwierig und unsicher blieb, konnte Steel Europe sein Geschäftsvolumen weiter steigern und auch ein deutlich höheres Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Die fortgesetzt robuste Konjunktur in den wesentlichen stahlverbrauchenden Industriezweigen spiegelte sich in gestiegenen Marktpreisen und höheren Durchschnittserlösen wider. Bei leicht rückläufiger Mengenentwicklung nahmen Auftragseingang und Umsatz zu.

Der Auftragseingang bei Steel Europe stieg um 2% auf 9,2 Mrd €. Das höhere Marktpreisniveau schlug sich in unseren neu verhandelten Geschäftsabschlüssen nieder. Dabei waren die Bestellmengen mit 10,8 Mio t rund 4% niedriger als im Vorjahr: Im 1. Quartal waren unsere Buchungsmöglichkeiten aufgrund von Investitions- und Reparaturstillständen begrenzt; in den Folgemonaten konnten wir die Nachfrage wieder besser bedienen. Gegen Ende des Geschäftsjahres - im August und September - kam es erneut zu Produktionseinschränkungen, diesmal infolge von Logistikeinschränkungen aufgrund des Niedrigwassers des Rheins.

Den Umsatz konnte Steel Europe deutlich auf 9,5 Mrd € steigern. Dabei profitierten wir vor allem von den höheren Preisabschlüssen mit unseren Kunden. Der Versand bewegte sich mit insgesamt 11,3 Mio t knapp unter Vorjahresniveau. Höher als im vorangegangenen Geschäftsjahr war im Wesentlichen der Absatz an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, während die Lieferungen an übrige Industriekunden zumeist leicht rückläufig waren. Bei Grobblech hingegen ging der Versand merklich zurück: zum einen als Folge der Schließung zweier Warmbandquerteilanlagen, zum anderen aufgrund von Störungen in der Produktion. Den Mengenrückgang konnten wir teilweise durch höhere Preise kompensieren.

Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann, war mit 11,8 Mio t rund 2% niedriger als im Vorjahr. Temporär führten Störungen zu einer angespannten Lage in der Vormaterialversorgung, die jedoch durch Brammenzukäufe entschärft werden konnte. Im letzten Quartal verzeichneten wir einen stärkeren Rückgang der Erzeugung: Wegen des Rhein-Niedrigwassers im August und September war die Rohstoffzufuhr erheblich eingeschränkt, was Produktionsabsenkungen an Hochöfen, Stahlwerken und nachgelagerten Aggregaten zur Folge hatte. Die Walzstahlproduktion für Kunden lag im Gesamtjahr bei 11,3 Mio t und war damit rund 4% niedriger als im Jahr zuvor.

Ergebnis deutlich gesteigert

Steel Europe hat das bereits gute Vorjahresergebnis im Berichtsjahr nochmals deutlich übertroffen. Positiv schlug vor allem der erfreuliche Marktpreistrend zu Buche, der zu einem Anstieg des durchschnittlichen Nettoerlöses gegenüber dem Vorjahr führte. Hinzu kamen Effekte aus Ergebnissicherungsmaßnahmen sowie inzwischen auch aus der "one steel"-Initiative, die unter anderem eine verbesserte Vertriebssteuerung bewirkte. Die Belastungen auf der Kostenseite blieben insgesamt hoch, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gaben die Preise von Eisenerz und Kokskohle bei etwas geringerer Volatilität jedoch leicht nach. Im Schlussquartal führten temporäre Produktionseinschränkungen insbesondere durch das Rhein-Niedrigwasser sowie der geringere Versand infolge der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP) zu einem negativen Ergebniseffekt.

Bereich Corporate der thyssenkrupp AG

Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG zentral geführt. Zur weiteren Verbesserung der Steuerungslogik und im Interesse einer transparenteren Darstellung ist der Bereich "Corporate" seit dem Geschäftsjahr 2016 / 2017 in Corporate Headquarters ("CorpHQs"), Regions, Service Units und Special Units untergliedert.

Den "CorpHQs" sind im Wesentlichen die Corporate Functions zugeordnet. Dazu gehören auch die Steuerung der konzernweiten Transformationsprogramme zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, zur Daten- und Prozessharmonisierung sowie die Harmonisierung von HR-Prozessen.

"Regions" umfasst unsere regionalen Zentralen (die sogenannten Regional Headquarters, "RHQs") in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, in der Region Asien-Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika sowie die regionalen Büros und Repräsentanzen.

Zu den "Service Units" gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.

Unter "Special Units" werden sowohl das Asset Management zur Verwaltung und Steuerung des Konzern-Immobilienvermögens als auch Business-Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Das Bereinigte EBIT von Corporate verbesserte sich signifikant gegenüber dem Vorjahr und betrug im Berichtsjahr -377 Mio €. Neben den schneller als geplant umgesetzten Maßnahmen zur Reduktion der Verwaltungskosten trugen auch stark gesunkene Projektaufwendungen für die Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und zur Daten- und Prozessharmonisierung zum besseren Ergebnis bei. Zudem unterstützte ein Grundstücksverkauf im 1. Quartal das Ergebnis. Das EBIT betrug -466 Mio €; es enthält Sondereffekte in Höhe von insgesamt 89 Mio €.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten von Corporate - also ohne Krupp Hoesch Stahl GmbH und ohne Thyssen Stahl GmbH, die im Zuge des geplanten Stahl-Joint-Ventures übertragen werden sollen - lag im Berichtsjahr bei -370 Mio €.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2017 / 2018 um 2 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen vor allem die fortgeführten Werkstoffgeschäfte bei; gegenläufig wirkte der insgesamt eingetretene Umsatzrückgang bei den Industriegütergeschäften. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich, insbesondere im Zusammenhang mit den Materialaufwendungen, überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Brutto-Umsatzmarge verminderte sich auf 14,2 %.

Der Rückgang der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich Folge gesunkener Personalaufwendungen sowie niedrigerer Wertberichtungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Verminderung der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf insbesondere geringere Restrukturierungsaufwendungen sowie rückläufige Beratungs- und IT-Aufwendungen. Wesentliche Ursache für die Abnahme der sonstigen Erträge war der Wegfall des im Vorjahr erfassten Gewinns aus der Neubewertung der Beteiligung an der Atlas Elektronik im Zusammenhang mit dem Übergang auf die Vollkonsolidierung durch den Erwerb der Restanteile.

Die Verbesserung des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der fortgeführten Aktivitäten betraf hauptsächlich den Wegfall der im Vorjahr bis zum Übergang auf die Vollkonsolidierung erfassten Verluste aus der Bewertung der Anteile von Atlas Elektronik nach der Equity-Methode. Die insgesamt eingetretene Verbesserung des Saldos aus Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten resultierte im Wesentlichen aus gesunkenen Zinsaufwendungen für Finanzschulden.

Der Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten war maßgeblich durch Einmaleffekte aus der US-Steuerreform sowie durch die Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland beeinflusst. Unter Berücksichtigung von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Verlust der fortgeführten Aktivitäten von 198 Mio €, nach einem Gewinn von 12 Mio € im Vorjahr.

Das um 651 Mio € auf einen Überschuss von 60 Mio € stark verbesserte Jahresergebnis resultierte hauptsächlich aus dem Wegfall der im Vorjahr im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) erfassten Verluste von Steel Americas. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend deutlich um 1,16€ auf einen Gewinn von 0,01 €.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
2016 / 20171) 2017 / 2018
Umsatzerlöse 33.993 34.777
Umsatzkosten -28.543 -29.847
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.449 4.930
Forschungs- und Entwicklungskosten -285 -259
Vertriebskosten -2.326 -2.218
Allgemeine Verwaltungskosten -2.321 -2.077
Sonstige Erträge 246 195
Sonstige Aufwendungen -122 -136
Sonstige Gewinne und Verluste 42 36
Betriebliches Ergebnis 684 472
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -16 -1
Finanzierungserträge 768 703
Finanzierungsaufwendungen -1.107 -1.010
Finanzergebnis -355 -308
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 329 163
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -317 -362
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 12 -198
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -603 258
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -649 8
Nicht beherrschende Anteile 59 51
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,07 -0,39
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -1,15 0,01

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem 30. September 2017 insgesamt deutlich.

Die starke Abnahme der langfristigen Vermögenswerte war insbesondere beeinflusst durch Umgliederungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Der deutliche Rückgang der latenten Steuern resultierte neben Umgliederungen im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten insbesondere aus Einmaleffekten durch die US-Steuerreform sowie aus der Abwertung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Deutschland.

Der insgesamt deutliche Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte betraf hauptsächlich die erwähnten Umgliederungen aus den langfristigen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Die Rückgänge bei den Vorräten sowie bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren in wesentlichem Umfang ebenfalls durch Umgliederungen in die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten beeinflusst; gleichzeitig ergaben sich hier insgesamt Zunahmen bei den fortgeführten Werkstoff- und Industriegütergeschäften. Der darüber hinaus eingetretene starke Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte hauptsächlich aus der Tilgung von Finanzschulden sowie aus dem im Berichtsjahr negativen Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten; erhöhend wirkte die Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten.

Das Eigenkapital verminderte sich zum 30. September 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3.274 Mio €. Hauptursachen waren die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung und aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen sowie Dividendenausschüttungen. Erhöhend wirkten der im Berichtsjahr erzielte Jahresüberschuss sowie im sonstigen Ergebnis enthaltene Gewinne aus Cashflow-Hedges. Die Eigenkapitalquote war mit 9,7 % unverändert.

Der deutliche Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten betraf im Wesentlichen Umgliederungen in die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten, insbesondere bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Der starke Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten resultierte vor allem aus den erwähnten Umgliederungen von langfristigen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten. Entsprechende Umgliederungen waren ebenfalls die Hauptursache für die Abnahmen der sonstigen Rückstellungen sowie der sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Umgliederungen im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten teilweise insbesondere durch Zunahmen bei den fortgeführten Werkstoffgeschäften kompensiert. Die darüber hinaus eingetretene deutliche Abnahme der kurzfristigen Finanzschulden betraf im Wesentlichen die Rückzahlung einer Anleihe im August 2018 sowie die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Konzern-Bilanz

AKTIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte 4.813 4.393
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 7.605 4.791
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 154 48
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 43 32
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 207 144
Aktive latente Steuern 1.680 1.116
Langfristige Vermögenswerte 14.502 10.524
Vorräte 6.957 5.159
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.734 5.529
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 420 330
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.923 1.838
Laufende Ertragsteueransprüche 220 249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.292 2.987
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 0 7.252
Kurzfristige Vermögenswerte 20.546 23.344
Summe Vermögenswerte 35.048 33.868

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

PASSIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen -5.401 -5.535
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 33 82
[davon nicht fortgeführte Aktivitäten] [-] [97]
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 2.890 2.805
Nicht beherrschende Anteile 515 469
Eigenkapital 3.404 3.274
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.924 4.128
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 354 182
Sonstige Rückstellungen 645 295
Passive latente Steuern 111 28
Finanzschulden 5.326 5.087
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 182 157
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5 4
Langfristige Verbindlichkeiten 14.546 9.882
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 357 334
Sonstige Rückstellungen 1.183 1.067
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 254 207
Finanzschulden 1.930 147
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.729 5.266
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 842 635
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6.802 6.626
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 6.430
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.097 20.711
Verbindlichkeiten 31.643 30.593
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.048 33.868

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 16 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden und freie Liquidität

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden Werte der Veräußerungsgruppen - sofern vorhanden - zu berücksichtigen.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2018 auf 2.364 Mio €, damit liegen sie um 407 Mio € über dem Stand zum 30. September 2017 (1.957 Mio €). Ausschlaggebend für den Schuldenanstieg waren im Wesentlichen der negative FCF vor M & A wie auch die Dividendenzahlung. Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp weiterhin solide finanziert.

Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2018 auf 6,6 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 3,0 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,6 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2018 hatten wir das Programm nicht in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2018/ 2019 auf 0,2 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150% bis 200% und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2018 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 165%.

Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 72,2%. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert eingehalten.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade.

Angesichts der im September 2018 erfolgten Ankündigung zur geplanten Teilung des thyssenkrupp Konzerns in zwei unabhängige Unternehmen haben alle Rating-Agenturen Anfang Oktober den Rating-Ausblick angepasst. Moody's und Fitch setzten den Ausblick des gegenwärtigen Ba2 bzw. BB+ Ratings von "Stabil" bzw. "Watch Positive" auf "Negative" bzw. "Watch Negative" herab. Die Ratingagenturen begründen die Veränderungen im Ausblick mit der Erwartung, dass die gegenwärtigen Ratings der thyssenkrupp AG im Rahmen der Teilung des thyssenkrupp Konzerns auf die zukünftige thyssenkrupp Materials AG übergehen. Sie erwarten für diese Einheit ein schwächeres Kreditprofil sowie eine höhere Zyklizität. Demgegenüber hat Standard & Poor's den Ausblick für das BB Rating von "Watch Positive" auf "Developing" verändert und legt damit wegen der Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung der geplanten Teilung des Konzerns keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B developing
Moody's Ba2 Not Prime negative
Fitch BB+ B watch negative

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der insgesamt erzielte Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit deutlich über dem Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen die erhöhten Mittelzuflüsse sowohl der fortgeführten als auch der nicht fortgeführten Aktivitäten bei, die jeweils hauptsächlich aus erreichten Mittelfreisetzungen bei den operativen Vermögenswerten und Schulden resultierten.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Investitionen lagen im Berichtsjahr unter dem Vorjahreswert, insbesondere infolge niedrigerer Investitionen bei Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität). Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den Investitionen insgesamt stieg auf 55% an. In allen Business Areas und bei Corporate erfolgten Zukunftsprojekte im Rahmen der Digitalisierung, eine Erneuerung der IT sowie eine Harmonisierung der Systemlandschaft zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und als Basis für die Industrie 4.0.

INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Components Technology 551 523 -5
Elevator Technology 144 113 -21
Industrial Solutions 82 122 49
Materials Services 132 113 -14
Steel Europe 566 442 -22
Corporate 58 66 14
Konsolidierung 3 6 -
Konzern ohne AM 1.535 1.386 -10
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 131 0 --
Konzern insgesamt 1.666 1.386 -17
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 576 450 -22
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 131 0 --
Konzern fortgeführte Aktivitäten 959 935 -2

Components Technology - Im Automotive-Bereich waren die Investitionsschwerpunkte die bestehenden Werke sowie der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China, Mexiko und Ungarn. Im Geschäft mit aktiven und passiven Dämpfersystemen lag der Fokus auf dem Aufbau des neuen Werks in Mexiko und dem Ausbau von Dämpfertechnologie in Rumänien. Der Aufbau zweier neuer Werke in China und Ungarn zur Herstellung von Federn und Stabilisatoren ist weit vorangeschritten. Des Weiteren wurden die Kapazitäten für Zylinderkopfhaubenmodule in Mexiko und Ungarn ausgebaut. Im Geschäft mit Industriekomponenten lag der Fokus auf der Rationalisierung und Modernisierung des Anlagenparks.

Elevator Technology - Die Business Area setzt derzeit ein umfangreiches Innovations- und Wachstumskonzept um. Damit sind Investitionen in innovative Produkte wie MAX und MULTI sowie in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und der Produktionsstätten verbunden. Details zum Konzept befinden sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas".

Industrial Solutions - Um unsere Marktposition zu festigen und Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, haben wir auch im Berichtsjahr in den Bereichen Mining und Zement sowie im Chemieanlagenbau in die Infrastruktur und den Ausbau unseres Technologieportfolios investiert. Auch bei System Engineering standen mit dem Bau eines neuen Zulieferwerks für Rohkarosserien, die in einem neuen Elektroauto-Modell verbaut werden sollen, Wachstumsinvestitionen auf der Agenda. Bei Marine Systems flossen die Investitionen weiterhin in erster Linie in die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel; Schwerpunkte waren hier Infrastrukturmaßnahmen und IT.

Materials Services - Im Berichtsjahr haben wir vor allem in intelligente Lager-, Logistik- und IT-Systeme sowie in die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen investiert, um mittels einer digitalen Vernetzung von Kunden und Lieferanten neue Möglichkeiten des Dialogs und der Zusammenarbeit zu ermöglichen und Effizienzvorteile zu heben. Weitere Mittel flossen in den Kauf eines Grundstücks für ein neues Logistikcenter von thyssenkrupp Schulte sowie in die Modernisierung und Instandhaltung von Standorten.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Im Oxygenstahlwerk 2 in Duisburg wurde ein neuer Pfannenofen zur Fertigung metallurgisch anspruchsvoller höherwertiger Produkte, unter anderem höchstfeste Stähle für die Automobilindustrie, erfolgreich in Betrieb genommen. Als neues strategisches Investitionsprojekt haben wir den Bau einer Feuerbeschichtungsanlage (FBA 10) am Standort Dortmund beschlossen. Sie soll die steigende Nachfrage der Automobilindustrie nach hochwertigen feuerbeschichteten Produkten bedienen. Die Business Unit Packaging Steel baut eine neue Veredlungsanlage zur Weiterführung der Produktion von spezialverchromtem Weißblech, die höheren Umweltstandards entspricht. Ferner investiert Steel Europe laufend in die Modernisierung der Anlagen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Qualitätsoffensive der Business Unit Electrical Steel, sowie in die Verbesserung des Umweltschutzes: Unter anderem entsteht am Standort Duisburg eine weitere Sinterbandentstaubung.

Corporate - Einen aktuellen Schwerpunkt bilden die beiden großen Projekte Carbon2Chem und Additive Manufacturing im Bereich der Technologieentwicklung, die von Corporate geführt werden. Ziel von Carbon2Chem ist es, Hüttengase aus der Stahlproduktion als Ausgangsstoff für chemische Produkte zu nutzen, einschließlich des darin enthaltenen CO2 . Mehr Informationen zu Carbon2Chem finden Sie im Kapitel "Technologie und Innovationen". Mit Additive Manufacturing können 3D-Objekte Schicht für Schicht gefertigt werden und somit innovative Bauteile entstehen. Hinzu kamen im Berichtsjahr Investitionen im Bereich der Immobilien, die - unabhängig von den einzelnen Business Areas - im Asset Management gebündelt sind. Ein aktuelles Beispiel ist der Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge in Rottweil für die Business Area Elevator Technology. Weitere Investitionen betrafen den IT-Bereich, etwa im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, der Daten- und Prozessharmonisierung sowie mit dem zentralen Einkauf von Software-Lizenzen. Im Rahmen des geplanten Stahl-Joint-Ventures wurden zudem Splitteranteile erworben.

Der insgesamt eingetretene Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag im Berichtjahr deutlich über dem Vorjahresniveau. Wesentliche Ursachen waren die im Vorjahr bei den fortgeführten Aktivitäten erfassten Einzahlungen aus dem Verkauf von Steel Americas sowie die im Vergleich zum Vorjahr verminderten Investitionen in Sachanlagen bei den nicht fortgeführten Aktivitäten.

Free Cashflow

Im Berichtsjahr war der Free Cashflow insgesamt sowie bei den fortgeführten Aktivitäten negativ. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem erwähnten hohen Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten. Gegenläufig wirkten insbesondere die Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit der nicht fortgeführten Aktivitäten.

Der Free Cashflow vor M & A des Konzerns insgesamt, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, verbesserte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr, blieb jedoch noch negativ. Dabei konnten positive Cashflow Beiträge, insbesondere von Materials Services sowie der nicht fortgeführten Aktivität Steel Europe, die Belastungen bei Industrial Solutions infolge des weiterhin geringen Auftragseingangs sowie die hohen Auszahlungen bei Projekten aus dem Auftragsbestand nicht kompensieren.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem deutlichen Mittelabfluss, insbesondere als Folge der Tilgung von Finanzschulden. Der insgesamt hohe Mittelzufluss im Vorjahr war insbesondere durch die Erhöhung des Grundkapitals der thyssenkrupp AG im September 2017 beeinflusst.

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 27 185 157
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 552 -869 -1.421
Free Cashflow- fortgeführte Aktivitäten (FCF) 579 -684 -1.264
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen -1.342 6 1.348
Free Cashflow vor M&A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M & A) -763 -678 84
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten -92 545 ++
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 57 0 --
Free Cashflow vor M&A - insgesamt (FCF vor M & A) -98 -134 665

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 603 -258
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 75 88
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 688 688
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -1 0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 16 1
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -44 -28
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -397 -539
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -677 -557
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -44 -23
- Sonstige Rückstellungen 116 -23
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 692 672
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -409 105
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 27 185
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 583 1.000
Operating Cashflow - insgesamt 610 1.184
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -4 -2
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4 -8
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -839 -801
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -121 -124
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 5 3
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.418 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 90 63
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten -1 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 552 -869
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -673 -430
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -121 -1.299

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.250 0
Tilgung von Anleihen -1.250 -1.600
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.470 366
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.722 -551
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -21 -75
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 9 -11
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 -93
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 1.375 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -37 -38
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -1 -2
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -162 568
Sonstige Finanzierungsvorgänge 33 -66
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 858 -1.501
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -74 -613
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt 784 -2.114
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 1.273 -2.229
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -86 -57
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode -insgesamt 4.105 5.292
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode -insgesamt 5.292 3.006
[davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten] [63] [19]
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 60 37
Zinsauszahlungen -319 -232
Erhaltene Dividenden 34 34
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -332 -354

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 20 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern insgesamt im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,8 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €) veräußert hat; auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen 1,4 Mrd € (Vorjahr: 1,1 Mrd €).

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2017/ 2018

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Voraussichtliche Entwicklung 2018/ 2019 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Im Juni wurde mit Tata Steel ein Vertrag über den Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem Joint Venture unterzeichnet. Die thyssenkrupp AG wird über die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH an diesem Gemeinschaftsunternehmen mit 50 % beteiligt sein. Zudem hat die thyssenkrupp AG die Teilung des Konzerns in zwei eigenständige börsennotierte Unternehmen beschlossen, die als Abspaltung erfolgen wird. Aktionäre der thyssenkrupp AG werden nach der Teilung an beiden Unternehmen beteiligt sein. Weitere Details zum Joint Venture mit Tata Steel sowie zur Abspaltung sind im Abschnitt "Strategie" erläutert.

Die weitere voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2018/2019 ist wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage abhängig. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie zur Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.

Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Beteiligungsgesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2018/2019 erwartete positive Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2018/2019 bei der thyssenkrupp AG einen Bilanzgewinn, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen an der Ergebnisentwicklung des Konzerns zu beteiligen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 erzielte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss von 1.579 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 59 Mio € erzielt wurde.

Unter den Umsatzerlösen waren insbesondere Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 353 Mio €, Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 68 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen in Höhe von 56 Mio € ausgewiesen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind um 55 Mio € auf 589 Mio € insbesondere aufgrund geringerer Aufwendungen im IT-Bereich gesunken. Dies ist vor allem auf um rund 50 Mio € geringere Aufwendungen für die IT-Strategie des Konzerns zurückzuführen. Der unter den Verwaltungskosten ausgewiesene Personalaufwand verringerte sich vor allem bedingt durch geringere Zuführungen zu den Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung (LTI) um 7 Mio €.

Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge um 1.675 Mio € umfasste im Wesentlichen den Ertrag aus der Sacheinbringung zum Zeitwert des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH in Höhe von 1.751 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 373 Mio € auf 86 Mio € gesunken und enthalten unter anderem Aufwendungen für Instandhaltungen und andere Dienstleistungen bei den nicht betriebnotwendigen Grundstücken in Höhe von 20 Mio €. Im Vorjahr waren Differenzen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 301 Mio €, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. entstanden sind, enthalten. Dieser Vorgang war gemäß der Sicherungsstrategie auf Konzernebene durch entsprechende gegenläufige Effekte bei weiteren Konzerngesellschaften erfolgsneutral.

Das Beteiligungsergebnis verringerte sich um 497 Mio € auf 476 Mio €.

Dabei stiegen die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen um 574 Mio € auf 758 Mio €. Insbesondere die Thyssen Stahl GmbH hat ihre Gewinnabführung um 407 Mio € auf 559 Mio € erhöht. Grund dafür waren die höheren Ergebnisabführungen der von ihr gehaltenen Gesellschaften der Business Area Steel Europe. Gegenläufig stiegen die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 543 Mio € auf 659 Mio €. Bedingt war dies insbesondere durch die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die im Vorjahr ein positives Ergebnis in Höhe von 20 Mio € abgeführt hat und bei der nun ein negatives Ergebnis von 631 Mio € auszugleichen war. Dies war auf höhere Verlustübernahmen, geringere Gewinnabführungen und außerplanmäßige Abschreibungen auf die von der thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH gehaltenen Gesellschaften zurückzuführen.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 378 Mio € insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp North America Inc. sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. vereinnahmt werden.

Im Geschäftsverlauf 2017 / 2018 wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von dauerhaften Wertminderungen auf Finanzanlagen auf die Anteile an der thyssenkrupp Business Services GmbH in Höhe von 84 Mio € sowie auf die Anteile an der thyssenkrupp UK Plc. in Höhe von 53 Mio € vorgenommen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen die Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare ausländische ertragsabhängige Steuern.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 7.157 Mio € auf 30.213 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist zum 30. September 2018 gleich geblieben und beträgt 74%.

Das Anlagevermögen sank um 5.423 Mio € auf 22.285 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen verringerten sich dabei um 5.397 Mio € auf 18.953 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Kapitalrückzahlung der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 6.832 Mio € zurückzuführen. Gegenläufig wirkte eine Sacheinbringung des an der Thyssen Stahl GmbH gehaltenen Geschäftsanteils in die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die zu einer Erhöhung des Beteiligungsbuchwertes an der selbigen in Höhe von 3.190 Mio € führte.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2018 erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 289 Mio € auf 5.705 Mio €. Dies war insbesondere auf höhere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 31 Mio € auf 284 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 30. September 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1.986 Mio € auf 1.858 Mio € aufgrund der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2018 um 1.485 Mio € auf 8.677 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte aus dem im Vergleich zum Vorjahr höheren Bilanzgewinn von 2.097 Mio € sowie der Einstellung von 789 Mio € aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat in die anderen Gewinnrücklagen. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 29% (Vorjahr: 19 %).

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 17 Mio € resultierte überwiegend aus Inanspruchnahmen in Höhe von 51 Mio € sowie mit 32 Mio € aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkten die Zuführung von 41 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 28 Mio €. In den übrigen Rückstellungen sind im Zusammenhang mit der Übernahme der konzernweiten Sicherungsfunktion für Währungsrisiken im Geschäftsjahr 2017 / 2018 Rückstellungen für unrealisierte Kursverluste in Höhe von 16 Mio € ausgewiesen.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 6.940 Mio € auf 14.840 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 7.431 Mio € zurückzuführen. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Er bestimmt sich aus dem nach HGB ermittelten Jahresüberschuss der thyssenkrupp AG in Höhe von 1.579 Mio € abzüglich der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG beschlossenen Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 789 Mio € zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr. Der Jahresabschluss weist somit einen Bilanzgewinn von 2.097 Mio € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 / 2018 in Höhe von 2.097 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15€ je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 73 71
Sachanlagen 328 312
Finanzanlagen 27.307 21.902
27.708 22.285
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.773 6.032
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.844 1.858
9.617 7.890
Rechnungsabgrenzungsposten 45 38
Summe der Aktiva 37.370 30.213

PASSIVA

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 2.703 2.703
Andere Gewinnrücklagen 1.494 2.283
Bilanzgewinn 1.401 2.097
7.192 8.677
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.093 1.076
Übrige Rückstellungen 193 232
1.286 1.308
Verbindlichkeiten
Anleihen 6.300 4.700
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 347 252
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.780 14.840
Übrige Verbindlichkeiten 462 435
28.889 20.227
Rechnungsabgrenzungsposten 3 1
Summe der Passiva 37.370 30.213

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018
Umsatzerlöse 441 515
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -133 -144
Bruttoergebnis vom Umsatz 308 371
Allgemeine Verwaltungskosten -644 -589
Sonstige betriebliche Erträge 155 1.830
Sonstige betriebliche Aufwendungen -459 -86
Beteiligungsergebnis 973 476
Zinsergebnis -235 -254
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -51 -143
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 -26
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 59 1.579
Ergebnisverwendung
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 59 1.579
Gewinnvortrag 1.342 1.308
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 789
Bilanzgewinn 1.401 2.097

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

Motor der konzernübergreifenden Forschung und Entwicklung ist die Konzernfunktion "Technology, Innovation & Sustainability", kurz TIS. Sie ist in allen Geschäftsbereichen und in den Regionen verankert. TIS formuliert und koordiniert gemeinsame Vorgehensweisen für die Forschung und Entwicklung (F&E) und sichert den Patentschutz. Gleichzeitig steuert die Funktion neue Themen in den Konzern ein und leistet Starthilfe bei deren Bearbeitung. In einem einheitlichen, digital unterstützten Prozess für unser Product Lifecycle Management (PLM) koordinieren wir die Produktentwicklung von der ersten Idee bis zur Markteinführung.

Unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E Netzwerk) umfasst ca. 5.000 Mitarbeiter an rund 90 Standorten. Dieses Netzwerk ergänzen wir durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen.

Im Berichtszeitraum haben wir rund 2.200 Patente und Gebrauchsmuster neu angemeldet. Damit umfasst das thyssenkrupp Patentportfolio derzeit etwa 20.700 Patente und Gebrauchsmuster. Im Markenbereich liegt die Zahl der Neuanmeldungen einschließlich Designs im Berichtsjahr bei etwa 300, wobei das Gesamtportfolio etwa 10.500 Schutzrechte stark ist.

Die gesamten F&E-Aufwendungen für den thyssenkrupp Konzern beliefen sich im Berichtsjahr auf 787 Mio €; das ist ein Rückgang um 3 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 / 2017. Die bereinigte F&E-Quote lag bei 2,5%. Die bereinigte F&E-Quote ist der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution. Dies entspricht genau unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5%. Die Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten beliefen sich auf 688 Mio € mit der bereinigten F&E-Quote von 3,0%, darin sind Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 259 Mio € enthalten. Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 15 (International Financial Reporting Standard) ab dem folgenden Geschäftsjahr sowie des Stahl-Joint-Ventures wurde das Ziel für die bereinigte F&E-Quote ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 auf nachhaltig 3,0 % erhöht.

Im Geschäftsjahr 2017/ 2018 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 63 Mio € aktiviert; 2016 / 2017 waren es 33 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - stieg auf 15,3% gegenüber 8% im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die aktivierten Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten lagen bei 57 Mio € und einer Aktivierungsquote von 18%.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 383 348 -9
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 56 37 -34
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 377 402 7
Konzern insgesamt 816 787 -3
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 108 99 -8
Konzern fortgeführte Aktivitäten 708 688 -3

Entwicklungsschwerpunkte

Unsere Forschung und Entwicklung konzentriert sich auf fundamentale technologische und gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die digitale Transformation der Industrie, Klimawandel und Energiewende sowie Mobilität in immer dichter besiedelten urbanen Räumen.

Digitalisierung

thyssenkrupp nutzt die Chancen der digitalen Transformation konsequent. Smart Products und optimierte Prozesse spielen dabei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus definieren wir neue Geschäftsmodelle. Hieraus leiten wir eine durchgängige Digitalisierungsstrategie für den Konzern ab. Eine treibende Rolle spielen hier unsere acht Centers of Competence (CoC), die Know-how zu Digitaliserungstrends konzernweit zur Verfügung stellen.

Jüngstes CoC-Mitglied ist das TechCenter Analytics and Softwareengineering in Pune, Indien. Mit der Neugründung reagiert thyssenkrupp auf die im Konzern zunehmende Zahl von Big Data Anwendungen mit entsprechendem Auswertungsbedarf. Pune, die neuntgrößte Stadt Indiens, gilt als eines der Zentren für Softwareentwicklung auf dem Subkontinent.

Im Werkstoffhandel digitalisieren wir unser komplettes Sortiment und fassen es im größten virtuellen Lager der Welt zusammen. Das Omnichannel-Konzept von thyssenkrupp bietet einen kanalübergreifenden, individuellen Zugang zu mehr als 150.000 Produkten und Services rund um die Uhr. Die Kunden können über individuelle Kundenportale, EDI-Schnittstellen, Onlineshops und in Zukunft auch über externe Plattformen gemäß ihrem Bedarf bestellen. Ermöglicht wird dies durch eine leistungsstarke, eigenentwickelte KI (Künstliche Intelligenz)-Lösung. Mit toii, einer Plattform zur Vernetzung des Maschinenparks im Werkstoffhandel wurde bereits im vorangegangenen Jahr ein zentraler Meilenstein bei der digitalen Transformation entlang der kompletten Wertschöpfungskette erreicht.

Im Zementanlagenbau haben wir im Berichtsjahr damit begonnen, digitale 3D-Modelle einzusetzen, die über Drohnen, Kameras, Laserscanner und Modellierungstechnologien erzeugt werden. Das Konzept wird unter anderem bei Erweiterungen bestehender Werke eingesetzt, wenn seit der Errichtung schon viel an der ursprünglichen Anlage verändert wurde. Die Modelle lassen sich am Rechner beliebig bearbeiten und passgenau durch neue Anlagenteile erweitern. Außerdem erleichtert die neue Technologie die Dokumentation des Fortschritts auf den Baustellen für neue Anlagen. Diese Innovation resultiert unter anderem aus unserer im Berichtzeitraum erstmals gestarteten "Beyond Conventions"-Initiative. Hierbei geht es um eine kreative Form der Kooperation mit externen Start-up Unternehmen. Ziel ist es, unkonventionelle Lösungen für zukunftsweisende Digitalprojekte aus dem Konzern zu entwickeln. Mit Beyond Conventions wurden die bereits etablierten Konzepte zur Identifizierung disruptiver Innovationen - TechCenter und thyssenkrupp Garage - um eine neue Methode ergänzt.

Für den Kernanlagenbau haben wir die INDIGO-Plattform (Industrial Digital Governance) entwickelt. Ziel ist es, Maschinen und Anlagen mit Sensorik und Kommunikationstechnik auszustatten und die so gesammelten Daten zentral auszuwerten. Auf dieser Basis können wir unseren Kunden Zusatznutzen unter anderem in Gestalt von vorausschauender Wartung und Prozessoptimierung bieten. Die Plattform befindet sich in der Prototypenphase. Bislang sind rund 40 Maschinen beispielsweise aus dem Bereich Bergbau und Zementproduktion auf der ganzen Welt eingebunden.

Klimawandel/Energiewende

Im Rahmen des Projekts Carbon2Chem haben wir im Berichtsjahr das Technikum mit seiner Zwei-Megawatt-Wasserelektrolyse und Gasreinigung in Betrieb genommen. Gleichzeitig haben wir damit begonnen, den synthetischen Kraftstoff Methanol aus Hüttengasen herzustellen. Es ist weltweit das erste Mal, dass Gase aus der Stahlproduktion, einschließlich des darin enthaltenen CO2 , auf diese Weise chemisch umgewandelt werden. Die Technologie ersetzt die Nutzung von fossilem Kohlenstoff aus Erdöl und Erdgas. Es ist ein erster Schritt zur Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft. Carbon2Chem ist ein von thyssenkrupp initiiertes Großprojekt mit 17 weiteren Partnern aus Forschung und Industrie. Ziel ist die Umwandlung von Hüttengasen in verschiedene Basischemikalien.

Im Anlagenbau haben wir ein neues Konzept für Ammoniak-Kleinanlagen entwickelt. Hierdurch ist es möglich, Ammoniak aus erneuerbaren Energien herzustellen. Ammoniak besteht aus Wasserstoff und Stickstoff. Es ist nicht nur ein Zwischenprodukt zur Düngemittelherstellung, sondern auch ein hochdichter Energieträger. Während in konventionellen Ammoniakanlagen der benötigte Wasserstoff überwiegend aus Erdgas erzeugt wird, beruht das Konzept von thyssenkrupp auf der Wasserelektrolyse, welche mit Strom und Wasser gespeist wird. Der für die Ammoniaksynthese benötigte Stickstoff wird in einer Luftzerlegungsanlage direkt aus der Umgebungsluft gewonnen.

Nachhaltige Mobilität

Für die schnellere und agilere Entwicklung neuer Lösungen für die Automobilindustrie haben wir die Forschungsplattform MRP (Mobility Research Platform) entwickelt. MRP ist ein modular aufgebautes Fahrzeug, bei dem innerhalb weniger Minuten Teile des Chassis wie Lenkung, Bremsen oder Dämpfer ausgetauscht und in einem sehr frühen Entwicklungsstadium unter Praxisbedingungen getestet werden können. Ein Bordcomputer wertet Sensordaten aus, die Auskunft über Fahr- und Lenkeigenschaften der jeweiligen Systeme geben. War es bislang üblich, Prototypen-Teile in bestehende Fahrzeuge zu integrieren, wird die Entwicklung neuer Chassis-Komponenten durch die MRP erheblich beschleunigt.

In der Open Hybrid Lab Factory (OHLF) in Wolfsburg arbeiten wir gemeinsam mit Volkswagen, Autozulieferern, Werkzeugbauern und Kunststoffherstellern an Hybridwerkstoffen aus Stahl und Kunststoff für die Massenfertigung. thyssenkrupp beteiligt sich mit neuartigen Stahlwerkstoffen an der OHLF. Dabei können Vorentwicklungsprojekte getestet und erste Serienanwendungen mit dem Fahrzeughersteller gemeinsam konzipiert werden. So werden zum Beispiel Bauweisen untersucht, bei denen über bekannte Prozesse wie Spritzgießen oder Pressen unter anderem CFK-Kunststoffe (Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe) auf Stahl aufgebracht werden können. Ziel ist es, den Leichtbau in der automobilen Serienfertigung weiter voranzutreiben, bei extrem hoher Fertigungssicherheit.

Umwelt, Klima und Energie

Die Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Energieeffizienz haben bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert, und zwar auf allen Wertschöpfungsstufen - von der Lieferkette über die internen Prozesse bis hin zu unseren Produkten. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Umwelt- und Klimaschutz sind daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp.

Unser Umwelt-, Klima- und Energiemanagement basiert auf der weltweit gültigen Konzern-Umwelt- und Energiepolitik sowie einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Zu den Themen Umweltmanagement, Energiemanagement und Energieeffizienz haben wir aus den übergreifenden strategischen Vorgaben drei konkrete indirekt-finanzielle Ziele (Indirect Financial Targets - IFTs) abgeleitet. Deren Umsetzung begleiten interne Gremien auf unterschiedlichen Ebenen; des Weiteren führen wir entsprechende Trainings für Auditoren durch und fördern einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch durch internationale und regionale Konferenzen innerhalb des Konzerns.

Umweltmanagement an unseren Standorten

thyssenkrupp hat sich das verbindliche Ziel gesetzt, dass alle Konzernunternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten bis zum Geschäftsjahr 2019 / 2020 ein Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 betreiben müssen. Dieser internationale Standard umfasst alle relevanten Umweltaspekte -die Reduktion von Abwasser, Abfall und Emissionen ebenso wie die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres Gebrauchs bis hin zur Entsorgung. Die Anforderungen an die Konzernunternehmen sind klar formuliert: Sie müssen ihre Umweltleistung fortlaufend verbessern und gleichzeitig rechtliche und anderweitig bindende Verpflichtungen sowie konkrete Umweltziele an den einzelnen Standorten erfüllen.

Was umweltrelevante Aktivitäten sind, ist in einer Konzernrichtlinie definiert. Zum 30. September 2018 galten fast 70 Unternehmen bei thyssenkrupp (rund 60 in den fortgeführten Aktivitäten) als umweltrelevant im Sinne dieser Richtlinie. Von diesen entsprechen bereits rund 90 % dem geforderten Standard (fortgeführte Aktivitäten: rund 90%). Damit handhabt der Konzern zu rund 60% -bezogen auf die Gesamtbelegschaft - sein Umweltmanagement gemäß ISO 14001.

Fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz und des Energiemanagements

Der Energieverbrauch des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2017/ 2018 auf mehr als 70 Terawattstunden (TWh), die fortgeführten Aktivitäten kamen auf mehr als 6 TWh.

Energieeffizienz spielt bei thyssenkrupp seit jeher eine wichtige Rolle. Seit vier Jahren läuft unser weltweites Konzernprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program), das Maßnahmen wie die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten umfasst. Für das Berichtsjahr hatten wir uns bei GEEP das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz im Gesamtkonzern um 150 GWh zu steigern. Dieses Ziel haben wir mit 253 GWh übertroffen. Rechnerisch haben wir mit diesen Effizienzgewinnen Treibhausgasemissionen von mehr als 80.000 t vermieden. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten ist das Ziel für das laufende Geschäftsjahr 2018/ 2019, Effizienzgewinne in Höhe von 100 GWh zu erzielen.

Zudem sollen bis 2019/2020 alle energierelevanten Aktivitäten mit einem Energiemanagementsystem nach ISO 50001 abgedeckt werden. Das heißt unter anderem, dass für jeden Standort konkrete Energieziele gesetzt und Energieflüsse gemessen sowie die organisatorischen und technischen Abläufe optimiert werden. Zum 30. September 2018 ist diese Vorgabe für fast 60 Unternehmen im Konzern relevant; mehr als 80% von ihnen entsprechen bereits dem Standard. Bei den fortgeführten Aktivitäten sind es etwa 50 Unternehmen, von denen rund 80 % die Anforderungen erfüllen. Bezogen auf den Energieverbrauch entspricht das Energiemanagement bei thyssenkrupp damit zu mehr als 90% dem ISO-50001-Standard.

Klimaschutz bei Produktion und Produkten

Die Emissionen des Konzerns - gemeint sind Scope-1- und Scope-2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol - beliefen sich im Berichtszeitraum auf mehr als 20 Mio t (inkl. der nicht fortgeführten Aktivitäten). Mit Start des Stahl-Joint-Ventures ergibt sich hier eine deutliche Veränderung: Da der Anteil am Stahl-Joint-Venture zukünftig als Beteiligung zählt, gelten die entsprechenden Treibhausgasemissionen nach Greenhouse Gas Protocol als indirekte Emissionen und werden künftig den sogenannten Scope-3-Emissionen zugerechnet. Für die fortgeführten Aktivitäten liegen die Emissionen (Scope 1 und 2) dadurch bei rund 2 Mio t.

Wie entschlossen sich thyssenkrupp für den Klimaschutz einsetzt, zeigt das konzernweite Klimaprogramm CAPS (Climate Action for Sustainable Solutions), das im Berichtsjahr gestartet ist. Wir unterstützen die im UN-Klimaabkommen von Paris formulierten Ziele - Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad und Erreichen der Nettotreibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts - und wollen mit CAPS unseren Beitrag dazu leisten. Den größten Beitrag kann thyssenkrupp dabei durch Produkte und Lösungen leisten, die in ihrer Nutzungsphase beim Kunden zu einer signifikanten Reduktion der Treibhausgasemissionen führen. Daher benennt CAPS neben Effizienzverbesserungen in den eigenen Produktionsprozessen auch konkrete Ziele für bereits bestehende Lösungen, etwa die Verwendung alternativer Brennstoffe in der Zementherstellung und die Entwicklung innovativer, disruptiver Technologien wie Carbon2Chem für die Stahlindustrie. Darüber hinaus planen wir, intensiv mit relevanten Partnern und Stakeholdern zusammenzuarbeiten, um die Rahmenbedingungen für den Klimaschutz weltweit voranzubringen.

Weitere Informationen zu Umwelt-, Klima- und Energiethemen finden Sie im Chancen- und Risikobericht sowie auf unserer Website.

Einkauf

thyssenkrupp kauft unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Ziel ist nicht nur, hierbei ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis zu erreichen; wir betrachten auch unsere eigenen Produkte und gestalten sie von vornherein so, dass die Beschaffung benötigter Komponenten möglichst wirtschaftlich ist.

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf.

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im Berichtsjahr ist er gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 27 Mrd € (23 Mrd € fortgeführte Aktivitäten) gestiegen. Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz der fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 65% (Vorjahr: 63 %). Er lag in den einzelnen Business Areas, bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell, zwischen 36% (Elevator Technology) und 83% (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Business Areas in absoluten Zahlen.

MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 Veränderung

in %
Components Technology 4.751 5.004 5
Elevator Technology 2.656 2.705 2
Industrial Solutions 3.142 3.059 -3
Materials Services 11.135 12.136 9
Steel Europe 5.291 5.877 11
Corporate/ Konsolidierung -1.926 -1.882 2
Konzern ohne AM 25.049 26.900 7
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 900 0
Konzern insgesamt 25.949 26.900 4
Nicht fortgeführte Stahlaktivitäten 3.745 4.277
Nicht fortgeführte Aktivitäten Steel Americas 900 0
Konzern fortgeführte Aktivitäten 21.304 22.623 6

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr erneut zuverlässig mit Materialien in ausreichendem Umfang versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Konzerninitiative "synergize+"

Unser weltweites Einkaufsvolumen steuern wir strategisch über unsere konzernweit durchgängige Beschaffungsorganisation.

Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 hat "synergize+", die Konzerninitiative zur Senkung der Materialkosten, erneut rund die Hälfte der gesamten EBIT-Effekte des Konzernprogramms "impact" erwirtschaftet.

Der Kern von "synergize+" ist das strategische Cluster Management, mit dem wir Einkaufsvolumina über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg bündeln. Dabei nutzen wir kaufmännische und technische Ansätze, wie komplexe Verhandlungskonzepte oder die Standardisierung und Optimierung eigener Produkte. Unterstützt wird dies durch tiefgehende Beschaffungsmarktanalysen im Sinne der sogenannten "Supply Market Intelligence", einer Weiterentwicklung der Einkaufsmarktforschung. Im Anschluss an standardisierte Analysen des Bedarfs im jeweiligen Material- oder Dienstleistungsfeld werden detaillierte Berichte, etwa zu Lieferanten oder über allgemeine Produktkostenstrukturen, erstellt. Im Berichtsjahr sind auf diese Weise bereits ca. 40 % des Einkaufsvolumens des gesamten Konzerns analysiert und bewertet worden. Daraus haben die entsprechenden Materialgruppenteams des Konzerns passende Maßnahmen zur strategischen Nutzung der jeweiligen Beschaffungsmärkte entwickelt.

Die Digitalisierung des Einkaufs ist weiterhin ein Schwerpunktthema bei thyssenkrupp. Basierend auf der Entwicklungspartnerschaft mit einem weltweit führenden Softwareanbieter werden nach und nach weitere Einkaufsprozesse digitalisiert und über fünf Module (sourcing, contracts, supplier, catalog und exchange) konzernweit ausgerollt. Mit der Einführung und Nutzung einer für den gesamten Konzern einheitlichen Online-Beschaffungsplattform haben wir einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung des sogenannten "Purchase-to-Pay-Prozesses" gemacht; er stellt den Ablauf von der Bestellung bis zur Abrechnung dar. Über die Plattform führen wir Online-Ausschreibungen sowie Auktionen durch und nutzen ein großes und stetig wachsendes Spektrum an Katalogen. Der Austausch von Belegen mit Lieferanten läuft zunehmend auf elektronischem Wege. Darüber hinaus ist unser Kontraktmanagementsystem bereits weltweit im Einsatz; wir nutzen es, um Verträge zentral zu verwalten. Die Einführung der beschriebenen Module als Cloud-Lösungen wird in immer mehr Konzerneinheiten vorangetrieben. Zusätzlich arbeiten wir an der Vollintegration der Module in die lokalen ERP-Systeme der Konzernunternehmen. Entsprechende Pilotprojekte sind bereits erfolgreich umgesetzt.

Während unserer ersten Veranstaltung in der Reihe "Beyond Conventions" haben wir weitere Themen im Bereich Digitalisierung im Einkauf identifiziert, an denen wir nun gemeinsam mit entsprechenden Start-up-Unternehmen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise die Gestaltung einer digitalen Lieferkette, Vergaberoboter oder der Einsatz von sogenannten Bots zur robotergesteuerten Prozessautomatisierung.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Um mit thyssenkrupp zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Der Supplier Code of Conduct adressiert mögliche Risiken und negative Auswirkungen entlang der Lieferkette und umfasst im Wesentlichen die Wahrung der Menschenrechte, die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, den Schutz der Umwelt, den Kampf gegen Korruption sowie die Transparenz über die Herkunft von bestimmten Rohstoffen, den sogenannten Konfliktmineralien. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den im Verhaltenskodex formulierten Grundsätzen richten. Anhand von konzernweit vorgegebenen länder- bzw. branchenbezogenen Risikokriterien werden in enger Zusammenarbeit zwischen den Business Areas und Corporate pro Jahr mindestens 100 Lieferanten ausgewählt, bei denen wir Nachhaltigkeitsaudits durchführen, um die Einhaltung der oben genannten Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung der Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Teil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Im Berichtsjahr wurden mehr als 170 Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt. Im Rahmen dieser Audits werden, wenn nötig, Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, deren Umsetzung im Anschluss überprüft wird. Wichtige Themen im Geschäftsjahr 2017 / 2018 waren Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und die Dokumentation der Geschäftsprozesse. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren unsere Risiken und mögliche negative Auswirkungen entlang der Lieferkette.

Mitarbeiter

Beschäftigte in Zahlen

Zum 30. September 2018 waren bei thyssenkrupp weltweit 161.096 Menschen beschäftigt, das sind 2.357 (+1,5%) mehr als ein Jahr zuvor. Components Technology verzeichnete 1.577 Neuzugänge (+4,8%), bedingt durch wachsende Geschäfte und den entsprechenden Hochlauf von Werken in China, Mexiko und Ungarn sowie eine Anlagenerweiterung bei thyssenkrupp Bilstein in Rumänien. Elevator Technology hat seine Beschäftigtenzahl im Saldo um 353 erhöht (+0,7 %), vor allem um die steigende Zahl von Serviceaufträgen in China bearbeiten zu können. Industrial Solutions baute im Zuge einer Restrukturierung 242 Stellen ab (-1,1 %) - bisher weniger als geplant. Einer Reduzierung im Anlagenbau steht ein Aufbau in Wachstumsbereichen, vor allem im Service, gegenüber. Materials Services zählte 338 zusätzliche Beschäftigte (+1,9%), vor allem wegen des wachsenden Projektgeschäfts in Nordamerika. Bei Corporate arbeiteten 139 Menschen mehr als im Vorjahr (+3,6 %) - zum einen, weil nach dem Ende eines großen IT-Projekts Mitarbeiter zu thyssenkrupp zurückkehrten, zum anderen weil die Arbeit an Zukunftsprojekten in zentralen Technologiezentren (TechCenter) einen Stellenausbau erforderte. Im Rahmen eines noch laufenden Effizienzprogrammes wurden gleichzeitig Stellen in der Konzernzentrale abgebaut. Steel Europe beschäftigt 118 Mitarbeiter mehr, unter anderem durch die Übernahme von Auszubildenden (auch aus der Transfergesellschaft PEAG) und langfristig beschäftigten Leiharbeitnehmern (AÜG-Kräfte). Gleichzeitig wurde die Belegschaft abgebaut - durch Restrukturierungen bei Heavy Plate und Vorbereitungen zur Umsetzung der 33-Stunden-Woche. Im Rahmen von Fluktuation frei werdende Stellen wurden nicht wieder besetzt.

MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS

30.09.2017 30.09.2018 Veränderung

in %
Components Technology 32.904 34.481 5
Elevator Technology 52.660 53.013 1
Industrial Solutions 21.777 21.535 -1
Materials Services 18.209 18.547 2
Corporate 3.891 4.030 4
Mitarbeiter der fortgeführten Aktivitäten 129.441 131.606 2
Deutschland 35.470 35.627 0
Übrige Länder 93.971 95.979 2
Mitarbeiter der nicht fortgeführten Aktivitäten 29.298 29.490 1
Steel Europe (Deutschland) 25.827 25.918 0
Steel Europe (übrige Länder) 1.819 1.846 1
tk MillServices & Systems (Deutschland) 1.652 1.726 4
Mitarbeiter insgesamt 158.739 161.096 1
Deutschland 62.949 63.271 1
Übrige Länder 95.790 97.825 2

MITARBEITER NACH REGIONEN - INSGESAMT

30.09.2017 30.09.2018 Veränderung

in %
Asien/ Pazifik 4.184 4.346 4
Zentral- und Osteuropa 5.090 5.736 13
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten 887 846 -5
Deutschsprachiger Raum 66.951 67.354 1
Großraum China 17.019 17.307 2
Indien 6.246 6.499 4
Naher Osten & Afrika 4.551 4.750 4
Nordamerika 22.545 23.698 5
Südamerika 9.792 9.872 1
Westeuropa 21.474 20.688 -4
thyssenkrupp Konzern insgesamt 158.739 161.096 1

Keine Kompromisse bei Sicherheit und Gesundheit: Vision2Zero

Die Sicherheit und Gesundheit jedes Mitarbeiters hat für uns einen herausragenden Stellenwert. Wir wollen die Zahl der Unfälle reduzieren, indem wir vorbildliches Verhalten zeigen, aufeinander achtgeben sowie systematisch unsichere Zustände beseitigen und potenziell gefährliche Tätigkeiten unterlassen. Dazu ist es erforderlich, Schwachstellen der Arbeitssicherheit und Gefährdungen für die Gesundheit zu erkennen, um uns darüber auszutauschen, wie wir uns gezielt verbessern. Ideen dazu setzen wir um und kontrollieren ihre Wirkung. In puncto Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wollen wir uns mit den besten Industrieunternehmen messen lassen.

"Vision2Zero" haben wir unsere Initiative auf diesem Gebiet genannt. Unser Anspruch lautet, die Unfallhäufigkeitsrate auf 2,0 (Anzahl der Unfälle/1 Mio Arbeitsstunden) und die Zahl der tödlichen Unfälle auf 0 zu senken. Wir haben auf dem Weg dahin nachhaltige Fortschritte erzielt. Im Berichtsjahr betrug die Unfallhäufigkeitsrate 3,0.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle konnten wir leicht verringern: Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 waren es vier, nach fünf im Geschäftsjahr zuvor. Wir setzen auf die besondere Verantwortung der Führungskräfte: Sie sind aufgerufen, bei ihren Standortbesuchen sogenannte Safety Gemba Walks einzuplanen - Rundgänge durch Produktion, Lager und Baustellen -, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und mit den dort Arbeitenden über Sicherheit zu sprechen. Sicherheit ist auch bei großen Meetings das erste Thema: Die Leiter teilen in Form kurzer, selbst erlebter Geschichten ihren persönlichen "Safety Moment" mit der Gruppe. Solche emotionalen Botschaften und Appelle werden im Unternehmen weitergegeben - zusammen mit einem symbolischen Staffelstab, auf dem steht "It is cool to follow the rules". Top-Führungskräfte sind in die Untersuchung von Unfällen und sogenannten "High-Potential Incidents" (Vorfällen, die zu tödlichen Arbeitsunfällen oder schweren Verletzungen führen könnten) eng eingebunden. Darüber hinaus kommt gemäß der 48-Stunden-Regel nach einem tödlichen Arbeitsunfall der verantwortliche Bereichsvorstand oder der CEO der betroffenen Region unverzüglich an den Unfallort, um erste Gespräche zu führen. Diese Regel gilt inzwischen auch im Falle verunglückter Mitarbeiter von Fremd- und Partnerfirmen.

Um unsere Sicherheitskultur weiter zu verbessern, haben wir weiter an verschiedenen Aktionen und Systemen gearbeitet. Ein Beispiel ist das Lernprogramm "Pathways to a Sustainable Safety Culture" der thyssenkrupp Academy, das Beschäftigte weltweit dabei unterstützt, Selbstevaluationen und Ereignisanalysen einzusetzen; es basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Organisationen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 hatte das Programm Teilnehmende aus sieben Ländern, vor allem aus China und Indien. Im Rahmen unserer Kampagne "we care" nehmen wir seit 2015 mit konzernweiten Aktionen am "Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) teil. Im April 2018 waren Führungskräfte aufgefordert, mit ihren Teams das eigene Sicherheits- und Gesundheitsverhalten zu reflektieren, konkrete Schritte für Verbesserungen zu vereinbaren und unter dem Motto "Be a role model" ihre Vorbildfunktion zu überdenken und noch konsequenter wahrzunehmen. Ein Bestandteil dieser Aktion war ein Fotowettbewerb, in dem Führungskräfte und Mitarbeiter aufgerufen waren, Situationen im Bild festzuhalten, in denen sie sich als Teil einer Gruppe oder allein vorbildlich verhalten. Führungskräfte aus 81 Ländern beteiligten sich, mehr als 3.000 Fotos aus 52 Ländern wurden eingereicht und 21 Preise in sieben Themengebieten verliehen.

Für herausragende Leistungen im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement haben wir zum dritten Mal den "we care Award" verliehen. Die Preise gingen an thyssenkrupp Einheiten in Deutschland und Mexiko (Materials Services) sowie in Saudi-Arabien (Industrial Solutions).

Um Gesundheitsinitiativen an den Standorten zu fördern, erhebt thyssenkrupp nicht nur quantitative Schlüsselindikatoren wie die Zahl der Angebote zur Suchtprävention oder zum Stressmanagement. Erstmals haben wir auch inhaltliche Mindeststandards für diese Angebote erarbeitet, die wir anlässlich des "we care"-Tages als Handlungshilfe in neun Konzernsprachen veröffentlicht haben.

Die individuelle Leistungsmotivation und -fähigkeit sollen auch psychosoziale Unterstützungsangebote für Mitarbeiter (Employee Assistance Programme - EAP) stärken. Sie werden in China und Indien besonders stark genutzt. In Deutschland konzentrieren wir uns derzeit darauf, die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf mögliche psychische Belastungen laufend zu verbessern. Für die zuverlässige Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen existieren über die gesetzlichen Anforderungen hinaus Zielvereinbarungen für alle deutschen Konzernunternehmen. Damit diese Ziele in den Unternehmen auch erreicht werden, gibt es unterstützendes Informations- und Kommunikationsmaterial für Fach- und Führungskräfte sowie Möglichkeiten zum Austausch mit Kollegen und Arbeitspsychologen.

Personalstrategie

Den Anspruch aus dem Leitbild von thyssenkrupp setzen unsere engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter gemeinsam um: "engineering.tomorrow.together". Unsere Personalarbeit hat den Anspruch, jederzeit die optimalen Bedingungen dafür zu schaffen. Unsere weltweite Personalstrategie leitet sich aus der Unternehmensstrategie ab, sie richtet sich also an den Bedürfnissen unserer Geschäfte aus. Deren Rahmenbedingungen aber wandeln sich auf allen Märkten ständig, auch die Produktionssysteme ändern sich, und mit ihnen die Art, wie wir zusammenarbeiten. Das erfordert Veränderungen auch bei den Beschäftigten, die die Personalarbeit unterstützt.

Zudem sind die demografische Entwicklung, die zunehmende Vielfalt in der Gesellschaft sowie die Digitalisierung auch für thyssenkrupp wichtige Themen, die wir in unserer Personalstrategie berücksichtigen. Der demografische Wandel bietet auf den unterschiedlichen Märkten Chancen wie Risiken. thyssenkrupp stellt sich im Recruiting und in der Personalentwicklung auf diese Veränderungen ein. Wir wollen unseren Beschäftigten in allen Altersklassen interessante Aufgaben bieten und sie individuell qualifizieren und fördern, damit sie optimale Leistungen bringen können. Die richtigen Talente für unser Unternehmen zu gewinnen, ist eine grundlegende Anforderung in der Personalarbeit. Beim Aufbau und der Pflege von Netzwerken, auch mit unseren Kunden, kommt es immer stärker auf die Fähigkeit an, digitale Arbeitsformen und -mittel einzusetzen. Das gilt für den Einkauf über Forschung und Entwicklung bis hin zu Vertrieb und Services.

Gleichzeitig wächst auch in unserer Belegschaft die Vielfalt. Die Personalfunktion pflegt und fördert eine Unternehmenskultur, die Menschen mit unterschiedlichen Talenten und Stärken gerecht wird. Was wir erreichen wollen: Netzwerke statt Hierarchien, eine Kultur des Ausprobierens und Kooperierens sowie einen flüssigen Ideenaustausch, auch über Teamgrenzen hinweg. Gute Führung heißt deshalb für uns, Vertrauen und Zusammenarbeit zu fördern. Personalarbeit soll Sicherheit geben, zugleich jedoch die Anforderungen an Leistung verdeutlichen und das Wertegerüst des Unternehmens glaubhaft vertreten.

Die Dienstleistungen und Produkte der HR-Funktion haben wir entsprechend dem Weg unserer Mitarbeiter durch das Unternehmen strukturiert - von der Anwerbung bis zur möglichen Tätigkeit für unseren Senior Expert Service. Im Mittelpunkt der Arbeit von HR stehen die Attraktivität von thyssenkrupp als Arbeitgeber sowie die Weiterentwicklung unserer Fach- und Führungskräfte weltweit.

Ausbildung in mehr als 60 Berufen: Arbeit als Motor der Integration

Die Ausbildung junger Menschen hat bei thyssenkrupp einen hohen Stellenwert. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 haben wir im Konzern 3.162 Auszubildende (Vorjahr: 3.194) in 62 verschiedenen Berufen beschäftigt, vor allem in Deutschland, aber auch in Spanien oder Ungarn. Die Ausbildungsquote liegt stabil bei 5,0 % (Vorjahr 5,1%). Dabei hält der Trend zum dualen Studium an. Mehr als 340 Dual Studierende (2016 / 2017: 235) vor allem in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften haben sich für diese Ausbildung entschieden. Im Dezember 2017 haben wir mit der IG Metall einen Tarifvertrag für Dual Studierende abgeschlossen, der an unseren Standorten einheitlich hohe Qualitätsstandards sicherstellt.

Als Gründungsmitglied von "Wir-Zusammen - Die Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft" hatten wir uns verpflichtet, über unser bestehendes Ausbildungsplatzangebot hinaus zusätzliche 150 Ausbildungsplätze und 230 Praktikumsplätze für geflüchtete Menschen zu schaffen. Darüber sind wir hinausgegangen. Im Rahmen des Projekts "we.help" hat thyssenkrupp 150 geflüchteten Menschen einen Ausbildungsplatz gegeben und mehr als 400 Praktika angeboten - davon 55 Maßnahmen zur Einstiegsqualifizierung. Die ersten Auszubildenden haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und arbeiten heute unbefristet bei uns. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland.

Effizient und schnell die richtigen Mitarbeiter gewinnen

Die Konkurrenz um Talente wächst, wo thyssenkrupp seine wichtigsten Fachkräfte sucht: im Engineering und in der IT. Um schnell und effizient zu sein, haben wir in einem großen Transformationsprojekt Spezialisierung und Professionalisierung der HR-Funktion ausgebaut (HR-Transformation).

Das neu gebildete Global Functional Team Sourcing & Recruiting (GFT S&R) ist seit dem 1. Oktober 2017 in China, Deutschland und USA aktiv. Es wird zentral gesteuert und gewährleistet vergleichbare Recruiting-Standards und weltweit gültige Prozesse; dafür arbeitet es mit einem einheitlichen IT-System. In puncto Qualität und Kosten hat das GFT im Berichtsjahr bereits wichtige Ziele erreicht. Hier einige Beispiele:

Kosten: Die Aufwendungen für Headhunter sind in den drei Ländern, in denen das GFT eingeführt wurde, um rund 35% gesenkt worden. Zusätzliche Personalkosten durch neue Fachkräfte (z.B. sogenannte Active Sourcer, die - ähnlich wie Headhunter - interessante Kandidaten direkt ansprechen), haben sich bereits amortisiert.
Transparenz: In allen drei Ländern können wir unser Recruiting stärker als bisher datenbasiert optimieren, denn einige Parameter sind erstmals gezielt messbar: "candidate experience" (Wie erleben Kandidaten den Bewerbungsprozess und was lässt sich daran verbessern?), "time to hire" (Zeit zwischen Kontakt und Kontrakt) sowie die "conversion rates" (Verhältnis der angesprochenen Personen zu denen, die sich tatsächlich bewerben).
Einheitlicher Auftritt: Unsere Bemühungen, thyssenkrupp als einheitliche Arbeitgebermarke weiter zu stärken, haben sich ausgezahlt. Sichtbar wird das im besseren Abschneiden des Unternehmens in einschlägigen Rankings ("Potentialpark" Online Talent Communication in Deutschland: 2016 Platz 58, 2017 Platz 5, 2018 Platz 3; "trendence" IT-Ranking: 2017 Platz 87, 2018 Platz 52).
Für die Professionalisierung seines globalen Recruitings ist thyssenkrupp mit dem zweiten Platz beim Deutschen Personalwirtschaftspreis 2018 ausgezeichnet worden.

Das GFT S&R ist ein Pilotprojekt innerhalb der HR-Transformation, dem weitere folgen sollen.

Talent Management, Learning & Transformation

Unseren Beschäftigten attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten und den Arbeitskräftebedarf der globalen Organisation zu bedienen ist der Kernanspruch unseres Talent Managements. Dazu nutzen wir etablierte Bewertungs- und Entwicklungsprozesse sowie spezifische Talent Pools und Programme für die unterschiedlichen Ebenen im Unternehmen. Wir erkennen systematisch und damit frühzeitig Fach- und Führungskräfte mit überdurchschnittlichen Leistungen und persönlicher Wechselbereitschaft, verstärken deren konzernweite Sichtbarkeit, fördern die Vielfalt in Schlüsselpositionen und machen ihnen Angebote für ihre Weiterentwicklung, um sie zu motivieren und zu aktivieren, sodass sie sich immer wieder für thyssenkrupp als Arbeitgeber entscheiden würden.

Mit dem Programm "tk Talents" werden wir diese Strukturen bis 2020 weltweit etablieren. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 haben wir konzernweit mehr als 1.500 neue Talente für die Teilnahme identifiziert, über 900 mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil liegt bei 23% (+3 Prozentpunkte), sodass wir hoffen, unsere Ziele mit Blick auf Frauen in Führungspositionen mittelfristig zu erreichen.

Der 2017 etablierte "Job Swap" entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Das Programm gibt allen Beschäftigten die Möglichkeit, Ihren Arbeitsplatz vorübergehend mit Kollegen aus einem anderen Unternehmensbereich zu tauschen. Das schafft Impulse für die persönliche Entwicklung und stärkt die Zusammenarbeit im Konzern. Partner für einen "Job Swap" finden sich über eine vollautomatisierte Matching-Plattform; der Einsatz von Feedback-Apps und anderen Onlinetools unterstützt unsere zeitgemäße und effiziente Talententwicklung.

thyssenkrupp Academy: Lernprogramme für alle

Die thyssenkrupp Academy treibt mit Programmen, die auf das Geschäft fokussiert, strategisch oder kulturell ausgerichtet sind, die Transformation des Konzerns voran. Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 hat die thyssenkrupp Academy gute Fortschritte beim Aufbau des Global Functional Teams Learning & Transformation (GFT L&T) gemacht, das sich aus allen konzerninternen Lernanbietern zusammensetzt. Unter anderem wurden die Lernprogramme für Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgebaut, die in allen Geschäftsbereichen benötigt werden. Die Lernanbieter sorgen gemeinsam dafür, dass ein Kernlehrplan spezifisch für thyssenkrupp überall verfügbar ist.

Unser Trainingsprogramm für Führungskräfte im mittleren Management haben wir inzwischen in mehr als 20 Ländern etabliert. Auf der neuen virtuellen Plattform "L&T Home Base" haben etwa 450 Beschäftigte aus dem Lern- und Veränderungsmanagement eine funktionale Heimat: Dort vernetzen sie sich, finden Tools für die tägliche Arbeit, teilen Best Practices, finden konzerninterne Experten und informieren sich über die konzernweite L&T-Organisation. Außerdem haben sie hier Zugang zu zahlreichen neuen digitalen Lerninstrumenten, die die thyssenkrupp Academy zur Verfügung stellt.

Gemeinsam für Vielfalt

Bei thyssenkrupp arbeiten rund 161.000 Menschen aus 144 Nationen. Eine Kultur der Chancengleichheit, des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung zu pflegen ist für uns von großer Bedeutung. Alle Beschäftigten sollen sich bei uns frei entfalten können - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiösem Bekenntnis oder sexueller Orientierung. Drei aktuelle Beispiele:

Die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, Chancengleichheit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtige Themen unseres Diversity-Managements. Derzeit sind rund 15% unserer Beschäftigten Frauen; diesem Anteil entsprechend streben wir an, bis 2020 mindestens 15% der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen (zum 30. September 2018 waren es 12%, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 11,6%).
Im Mai 2018 hat thyssenkrupp ein Zeichen gesetzt und die Standards der Vereinten Nationen von 2017 übernommen, die sich gegen die Diskriminierung von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LGBTI) richten. thyssenkrupp ist eins der ersten 100 Unternehmen weltweit, die die UN-Initiative "Free&Equal" unterstützen.
Seit 2018 baut die neue thyssenkrupp Senior Experts GmbH einen Pool mit pensionierten bzw. vor der Pensionierung stehenden Fach- und Führungskräften auf, die bereit sind, sich befristet für ein Projekt bei thyssenkrupp zu engagieren - ob als Interimsmanager, Projektleiter, Vertretung oder Coach. Die Senior Experts bieten jahrzehntelange Erfahrung auf Abruf. Frauen und Männer aus allen Bereichen und auf allen Ebenen sind angesprochen. Dadurch halten wir Know-how im Unternehmen, fördern das Ansehen der älteren Fachkräfte und unterstützen den Erfolg unternehmerischer Projekte im Einklang mit den Erfordernissen unseres Geschäfts. Die Senior Experts GmbH übernimmt die Einstellung und regelt sowohl Vertragsfragen als auch die Bezahlung. Zum Stichtag 30. September 2018 waren mehr als 130 Ehemalige im Pool. Rund 60 Verträge für Einsätze im Konzern wurden im Geschäftsjahr abgeschlossen.

Soziale Verantwortung

thyssenkrupp versteht sich als aktives Mitglied der Gesellschaft. Der Konzern und seine Unternehmen wollen das gesellschaftliche Umfeld an den Standorten positiv gestalten und sich für die dort lebenden Menschen einsetzen. Die Förderung von Rahmenbedingungen zur Schaffung einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist für thyssenkrupp selbstverständlich. Entsprechend ist der Konzern in verschiedenen lokalen Projekten, Kooperationen, Multi-Stakeholder-Initiativen und Verbänden aktiv.

Wir orientieren uns bei unserem gesellschaftlichen Engagement an unserem Claim "engineering. tomorrow.together". thyssenkrupp fördert deshalb Technik- und Innovationsbegeisterung, Bildung und Engagement vor Ort. In unserer Arbeit setzen wir konsequent die hohen Compliance-Standards des Unternehmens um, die wir unter anderem über ein globales Erfassungs- und Freigabesystem für Aktivitäten steuern. Weltweit wurden im Berichtsjahr mehr als 400 Maßnahmen erfasst. Zuwendungen an politische Parteien im In- und Ausland, parteinahe- oder parteiähnliche Organisationen, einzelne Mandatsträger und Kandidaten für politische Ämter sind für thyssenkrupp mit dem Werteverständnis des Konzerns generell unvereinbar und daher unzulässig.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Neben der umfassenden Betreuung der Compliance-Kernthemen Kartellrecht, Antikorruption, Geldwäschebekämpfung und Datenschutz war die Compliance-Arbeit im Geschäftsjahr 2017 / 2018 im Wesentlichen von drei Themen geprägt:

Der weiterhin voranschreitenden Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020,
der Implementierung und europaweiten Umsetzung der weitreichenden Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO),
der kartellrechtlichen Begleitung der geplanten Zusammenführung unseres Stahlbereichs mit dem Wettbewerber Tata Steel Europe.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Wertekultur im Unternehmen zu verankern - eine Kultur, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler des Handelns sind. Diese Wertekultur muss von allen Mitarbeitern getragen und konsequent gelebt werden. Das gelingt nur mit offener Kommunikation.

Hierbei übernehmen unsere Führungskräfte als Compliance-Botschafter eine besonders wichtige Rolle: Sie sind Vorbilder - nicht nur für unsere Mitarbeiter, sondern auch für unsere Lieferanten, Kunden und sonstigen Stakeholder. Sie schaffen ein Bewusstsein dafür, dass unsere Wertekultur richtig und wichtig ist. Von allen Führungskräften bei thyssenkrupp wird deshalb erwartet, dass sie dieses Selbstverständnis konsequent vorleben. Denn Compliance bedeutet für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört auch das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp ausschließlich für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

Gleichzeitig gilt es aber auch, die unternehmerische Wagnisbereitschaft innerhalb eines definierten Rahmens zu fördern - die Bereitschaft, berechenbare unternehmerische Risiken einzugehen, dabei womöglich Fehler zu machen und (in vertretbarem Umfang) auch Fehler bei anderen zu akzeptieren.

In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur gehen Leistungsbereitschaft und das Handeln nach einem gemeinsamen Werteverständnis Hand in Hand. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind mit unserem Compliance-Verständnis nicht vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir konsequent nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über mögliche Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden unverzüglich abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen.

Compliance-Strategie 2020

Unsere im Geschäftsjahr 2013/2014 entwickelte "Compliance-Strategie 2020" hat das Ziel, eine verhaltensleitende und nachhaltige Integritätskultur im Konzern zu etablieren und Compliance systemisch im Konzern zu verankern. Dazu dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Integration von Compliance in die Geschäftsprozesse sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation.

Viele Maßnahmen der Compliance-Strategie 2020 wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr umgesetzt. Dazu gehört u.a. die flächendeckende Einführung eines E-Learning-Programms für Compliance Manager: Es soll diese noch besser über ihre Aufgaben informieren und ihnen - in Kombination mit unserer neuen Compliance Toolbox - vielfältige Hilfsmittel an die Hand geben, sodass sie ihre Rolle effektiv und effizient ausfüllen können.

In Themenfeldern wie Arbeitssicherheit, Lieferanten-Compliance, Fremdpersonaleinsatz oder Umweltschutz steht die Compliance-Funktion den Verantwortlichen beratend, koordinierend und konsolidierend zur Seite und stellt eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicher. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung trägt dabei jeweils die zuständige Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis in allen Unternehmensbereichen dem Leitbild von thyssenkrupp folgt, sich Compliance-Funktion und inhaltlich Verantwortliche intensiv austauschen und die Synergien, die so insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen, genutzt werden.

Compliance-Programm und Schwerpunkte der Compliance-Arbeit

Das Compliance-Programm von thyssenkrupp umfasst drei Elemente: "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Damit wollen wir erreichen, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind die Themen Kartellrecht und Antikorruption, Geldwäschebekämpfung sowie Datenschutz.

Da im Mai 2018 die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft trat, stand der Datenschutz im abgelaufenen Jahr besonders im Fokus unserer Compliance-Arbeit. Wir haben unsere Aufbau- und Ablauforganisation angepasst und unsere Konzernunternehmen europaweit bei der Umsetzung der Vorgaben unterstützt. In den Geschäftsbereichen wurden rund 260 Personen als Datenschutzbeauftragte bzw. Datenschutzkoordinatoren etabliert. Die weitere praktische Umsetzung der DSGVO, insbesondere die Prozessverbesserung, wird auch im kommenden Geschäftsjahr einen Schwerpunkt unserer Compliance-Aktivitäten bilden.

Eine weitere wichtige Compliance-Aufgabe im Berichtsjahr war die intensive kartellrechtliche Beratung der Fachfunktionen im Zusammenhang mit dem Projekt zur Einbringung unseres Stahlbereichs in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel Europe. Da Tata Steel Europe ein Wettbewerber von thyssenkrupp ist, stand dabei die Frage im Mittelpunkt, welcher Informationsaustausch zwischen den künftigen Partnern in welcher Form zulässig ist.

Weitere Compliance-Aktivitäten des Berichtsjahrs lassen sich, geordnet nach den drei nachfolgenden Programmelementen, wie folgt zusammenfassen:

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen, konzernweite interne Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Rund 5.500 Mitarbeiter weltweit nahmen im Berichtsjahr an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. Ferner haben wir die vierte Runde des Compliance-E-Learning-Programms zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht fortgesetzt, die im November 2015 gestartet worden war: Bis Ende des Geschäftsjahres wurden, bereinigt um Abgänge, mehr als 112.000 Kurse absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer führten auch im Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance-Audits und -Untersuchungen durch. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne Whistleblower-System sowie der Ombudsmann: Beide stehen den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung, um auch ohne Offenlegung ihrer Identität auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße hinzuweisen. Neuer Ombudsmann ist seit Oktober 2017 Rechtsanwalt Dr. Carsten Thiel von Herff. Er trat die Nachfolge von Rechtsanwalt Dr. Dietrich Max an, der diese Funktion seit April 2013 innehatte.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: den Vorstand der thyssenkrupp AG, die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie die regional Verantwortlichen und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die Betroffenen werden, sofern erforderlich, konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Neben dem Compliance-Programm erfordert das eine bedarfsorientierte Organisation mit klarer Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten, eine effektive und effiziente Steuerung, eine angemessene Ausstattung und insbesondere eine nach den Bedürfnissen des Konzerns strukturierte Aufgabenzuweisung.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 75 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus nahezu 350 Compliance-Managern. Letztere sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance in der Tiefe des Konzerns und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

Ausgewählte behördliche Verfahren

Die israelische Generalstaatsanwaltschaft führt seit November 2016 ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit israelischen Marineprojekten von thyssenkrupp Marine Systems durch, u.a. gegen dessen lokalen Vertriebsmittler. Nach derzeitiger Kenntnis gibt es keine Ermittlungen gegen thyssenkrupp-Unternehmen bzw. -Mitarbeiter. Wir hatten unverzüglich eine eigene Untersuchung eingeleitet. Die Ergebnisse des vorläufigen Untersuchungsberichts haben wir den Behörden übergeben und werden die Kooperation mit den Behörden entsprechend fortsetzen. Sofern erforderlich, werden weitere Maßnahmen ergriffen.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen kartellrechtliche Verstöße bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen für bestimmte Stahlpreise. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge vorangetrieben. Aufgrund zwischenzeitlicher Entwicklungen im Ermittlungsverfahren hat sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir auch weiterhin erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Übersicht der nichtfinanziellen Angaben

Die geforderten Angaben zur Nichtfinanziellen Erklärung nach §§ 289b ff. HGB und §§315b ff. HGB sind vollständig in die verschiedenen Kapitel des Lageberichts integriert, da diese Informationen für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder der Lage des Konzerns von Bedeutung sind. Für die thyssenkrupp AG gelten dabei die zusammengefassten Angaben bezogen auf den Konzern gleichermaßen. Bei der Zusammenstellung der Angaben wurden Elemente verschiedener Rahmenwerke als Orientierung verwendet, u.a. UN Global Compact. Risiken von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft durch die Geschäftstätigkeit von thyssenkrupp werden ebenfalls in den verschiedenen Abschnitten des Lageberichtes adressiert. Hieraus ergeben sich keine zusätzlich zu berichtenden Risiken im Rahmen des Risikoberichts. Achtung der Menschenrechte und Sozialbelange im Sinne des HGB werden als Querschnittsthemen mit hohen Überschneidungen zueinander sowie zu Arbeitnehmerbelangen betrachtet. Darüber hinausgehend ist der Aspekt Sozialbelange von Bedeutung, aber nicht erforderlich für das Verständnis zum Geschäftsverlauf, zur Lage des Konzerns oder zu den Auswirkungen der Geschäftstätigkeit.

ÜBERSICHT NICHTFINANZIELLER ANGABEN

Umweltbelange Arbeitnehmerbelange
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Umwelt, Klima und Energie Mitarbeiter
Nachhaltigkeit im Nachhaltigkeit im
Lieferantenmanagement Lieferantenmanagement
Chancen- und Risikobericht Chancen- und Risikobericht
- Regulatorische Risiken - Produktionsrisiken
- Produktionsrisiken - Personalrisiken
- Beschaffungsrisiken - Beschaffungsrisiken
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen
Achtung der Menschenrechte Sozialbelange Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Kapitel Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele Siehe Achtung der Menschenrechte und Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele
Nachhaltigkeit im Arbeitnehmerbelange sowie Compliance
Lieferantenmanagement Soziale Verantwortung Nachhaltigkeit im
Mitarbeiter Lieferantenmanagement
Chancen- und Risikobericht Chancen- und Risikobericht
- Beschaffungsrisiken - Rechtliche Risiken und
Compliance-Risiken
- Beschaffungsrisiken
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige
Rückstellungen

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2018/ 2019

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten, d.h. den Gesamtkonzern ohne die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten; letztere enthalten die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate.

Zusätzlich werden die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten berichtet, die bis zum Closing der Transaktion vollkonsolidiert werden. Ab Closing erfolgt die Bilanzierung unseres 50 %-Anteils am Joint Venture At Equity.

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2018 /2019 die weiteren operativen Fortschritte in unseren Segmenten widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Zuletzt haben die Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zugenommen. Diese Unsicherheiten ergeben sich unter anderem aufgrund geopolitischer Krisenherde sowie in der globalwirtschaftlichen Entwicklung insbesondere aus

dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, vornehmlich einer weiteren Eskalation der bestehenden handelspolitischen Konflikte mit entsprechenden protektionistischen Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die das globale Wirtschaftswachstum spürbar negativ beeinflussen können
dem nachlassenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft als wichtiger Faktor für die weltweite Konjunkturdynamik und als bedeutender Absatzmarkt
dem Ergebnis der Brexit-Austrittsverhandlungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern Europas; zudem der Konflikt im Euroraum hinsichtlich des italienischen Haushaltsentwurfs und die zunehmenden Sorgen um dessen finanzpolitische Stabilität
der angestrebten Normalisierung der Geldpolitik
Verwerfungen im Automobilsektor unter anderem aus der Einführung neuer Abgasnormen und Emissionsmessverfahren (WLTP)
der Volatilität und Höhe der Rohstoff preise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
den anhaltend strukturellen Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie die zunehmenden Verwerfungen bei den internationalen Stahlhandelsströmen -unter anderem eine Folge der US-Zölle auf Stahlimporte.

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass Auswirkungen aus möglichen Änderungen der beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überschaubar bleiben und auch keine signifikanten Effekte aus Veränderungen der Wechselkurse eintreten. Sollten diese Unsicherheiten jedoch deutlich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung ausstrahlen und sich eintretende Risiken insbesondere für unsere Hauptabnehmerbranche Automobil summieren, ist eine Ausprägung unserer Kernsteuerungsgrößen deutlich unterhalb der nachstehend formulierten Prognose zu erwarten.

Insgesamt blicken wir jedoch vorsichtig optimistisch auf die Geschäftsentwicklung 2018 /2019 und erwarten für unsere fortgeführten Aktivitäten eine deutliche Verbesserung beim Bereinigten EBIT und Free Cashflow vor M & A sowie einen positiven Wertbeitrag für den Konzern.

Wesentliche Annahmen

Für 2019 unterstellen wir als Grundannahme ein schwächeres Wachstum im Euro-Raum, ein geringeres Wachstum in China sowie auch eine leicht schwächere Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern insgesamt. Für die USA erwarten wir eine geringere, wenngleich noch relativ solide Wachstumsdynamik.

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zeigt eine heterogene Entwicklung. Insbesondere aufgrund der nachlassenden Dynamik in China sowie durch das neue Testverfahren für den Kraftstoff- bzw. Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen (WLTP) besteht ein Risiko durch temporäre Produktionsrückgänge bei einzelnen Kunden mit Auswirkungen insbesondere auf unser Komponentengeschäft. Wachstumschancen sehen wir hingegen durch den Hochlauf neuer Werke und Produktionslinien auch für die zunehmenden Auslieferungen unserer elektromechanischen Lenkung. Zudem sollte die Nachfrage nach unseren Großwälzlagern wieder anziehen. Begleitet wird dies von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vor allem im Bereich Lenksysteme und Großwälzlager.

Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand sowie der hohe Bestand an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein abgedeckt sind. Insbesondere in Europa werden wir unsere Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortsetzen und dabei unsere Prozesse im Service, Produktion und Verwaltung optimieren. Daneben werden wir die Komplexität im Produktportfolio hinsichtlich Plattformen und Komponenten reduzieren und die Erlösqualität steigern. Unsere Wachstumserwartungen werden unterstützt durch die Bautätigkeit in China, den USA sowie Europa.

Bei Industrial Solutions (exklusive Marine Systems) erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs und Umsatzes, die sich durch die Fokussierung auf überwiegend kleinere und mittlere Projekte sowie auf das Servicegeschäft ergibt. Im Rahmen der Neuausrichtung des Anlagenbaus werden wir die Organisationsstrukturen des Anlagenbaus deutlich vereinfachen, um Entscheidungen schneller zu ermöglichen und um Verantwortung und Transparenz zu erhöhen. Neben der Ausweitung unseres Service-Netzwerks in bestimmten Wachstumsregionen werden wir ebenso die Auslastung unserer Geschäftseinheiten nachhaltig auf ein angemesseneres Niveau bringen.

Bei Marine Systems erwarten wir eine positive Entwicklung des Auftragseingangs, die sich insbesondere durch unsere Nominierung als exklusiver strategischer Partner im norwegisch-deutschen U-Boot Programm sowie weiteren Projektanbahnungen im Überwasserbereich ergibt. In Abhängigkeit der Auftragsentwicklung wird die Auslastungssituation im Überwasserbereich - zusammen mit weiteren Performancemaßnahmen wie der Integration von Produktionsstandorten und einer vereinfachten Organisationsstruktur - die Ergebnisqualität verbessern.

Die weltweite Stahlnachfrage wird, bei gedämpften gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven, auch im kommenden Jahr geringfügig wachsen. Sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Während der chinesische Markt voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren wird, gehen wir hingegen in den übrigen Schwellenländern, wie etwa Indien und den ASEAN-Staaten, von einem soliden und überdurchschnittlichen Wachstum aus. Der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte tendenziell hoch bleiben. Wir nehmen an, dass es keine anhaltenden Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird und unterstellen zeitgleich ein anhaltend stabiles und hohes Preisgefüge sowie einen intensiven Wettbewerb.

Bei Materials Services werden wir zudem die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Vertriebswegen weiter vorantreiben. Durch den weiteren Rollout des B2B-Portals und weiterer digitaler Anwendungen, wie beispielsweise dem Rollout von toii- unserer "Industrial Internet of Things"-Plattform, sollen in der gesamten Wertschöpfungskette Produktivität und Effizienz gesteigert werden.

Für Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) erwarten wir zu Beginn des Geschäftsjahres eine vorübergehende Kürzung der Produktion infolge von Logistikeinschränkungen aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Rheins sowie der Einführung neuer Abgasnormen (WLTP). Unsere im kommenden Geschäftsjahr in der Produktion geplanten Effizienzmaßnahmen zielen vor allem auf eine Verbesserung der Stahlwerksperformance und - damit verbunden - eine Anhebung der Brammenproduktion. Ein weiteres Projekt betrifft die Optimierung der Logistik.

Mehr zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".

Erwartung 2018/ 2019: Deutliche Verbesserung bei Ergebnis und FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten; Wertbeitrag des Konzerns positiv

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich - adjustiert um Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 15 - im Vergleich zum Vorjahr im unteren einstelligen Prozentbereich wachsen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 33,6 Mrd €). Dabei sollte der infolge von Effekten aus Restrukturierungen und Handelsrestriktionen potenzielle Rückgang bei Materials Services durch Wachstum in den anderen Segmenten überkompensiert werden.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten wird voraussichtlich bei >1 Mrd € liegen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 706 Mio €); unterstützt durch Initiativen aus dem Konzernprogramm "impact".

Bei Components Technology erwarten wir - in Annahme einer weitgehend stabilen Autokonjunktur - eine deutliche Erholung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 197 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich (Vorjahr, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 6,6 Mrd €) und einer deutlichen Verbesserung der Marge (Vorjahr, adjustiert um Effekte aus IFRS 15: 3,0%). Dies folgt insbesondere aus dem Entfall der zusätzlichen Aufwendungen zur Risikovorsorge von Qualitätsthemen und dem weiteren Hochlauf der neuen Werke und wird unterstützt durch Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme.
Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 866 Mio €) aus einem Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge (Vorjahr: 11,5%) aus Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen, auch abhängig von Effekten aus Materialpreisentwicklung insbesondere in China und aus Zöllen auf Werkstoffimporte in den USA.
Bei Industrial Solutions erwarten wir in Abhängigkeit des Auftragseingangs eine deutliche Umsatzerholung im knapp zweistelligen Prozentbereich. Unterstützt durch umfangreiche Transformations- und Restrukturierungsmaßnahmen sowie durch den Entfall der zusätzlichen Aufwendungen aus einer umfangreichen Projektanalyse und der Neubewertung einzelner Projekte im Vorjahr erwarten wir eine deutliche Verbesserung für das Bereinigte EBIT bei graduellem Fortschritt innerhalb des Jahres in Richtung eines ausgeglichen Ergebnisses (Vorjahr: -127 Mio €).
Bei Materials Services erwarten wir bei der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verlangsamung ein Bereinigtes EBIT leicht unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 317 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitäten von Materials Services 308 Mio €).
Bei Marine Systems erwarten wir eine deutliche Erholung des Auftragseingangs. Unterstützt durch ein umfangreiches Performanceprogramm sowie durch den Entfall zusätzlicher Aufwendungen aus der Projektanalyse und -neubewertung im Vorjahr rechnen wir mit einer deutlichen Verbesserung in Richtung eines ausgeglichenen Bereinigten EBIT (Vorjahr: -128 Mio €).
Bei Corporate wird das Bereinigtes EBIT, das im Vorjahr von positiven Einmaleffekten profitierte, bei anhaltender Kostenreduktion voraussichtlich annähernd auf Vorjahresniveau ausfallen (Vorjahr: -377 Mio €; Vorjahr fortgeführte Aktivitäten von Corporate -370 Mio €).

Für das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten erwarten wir bei fortgesetzten Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Verbesserung auf einen wieder positiven Wert (Vorjahresergebnis nach Steuern, fortgeführte Aktivitäten: -198 Mio €).

Die Investitionen vor M & A der fortgeführten Aktivitäten werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1 Mrd € belaufen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 935 Mio €).

Der FCF vor M & A der fortgeführten Aktivitäten (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: -678 Mio €) sollte sich infolge der Ergebnisverbesserung und in Abhängigkeit vom Auftragseingang und Zahlungsprofil einzelner Großprojekte insbesondere bei Marine Systems deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern, jedoch insgesamt noch negativ bleiben.

Für den FCF des Gesamtkonzerns (Vorjahr, FCF des Konzerns: -115 Mio €) erwarten wir negative Effekte insbesondere aus Portfolioänderungen:

Bis zum Closing des Stahl-Joint-Ventures erwarten wir von Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität):

einen deutlich positiven Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns
eine Belastung des FCF im mittleren bis höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich auch aufgrund des saisonal typischen Aufbaus des Netto-Umlaufvermögens.

Eine weitere Belastung des FCF könnte sich je nach Ausgang der Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl gegen tk Steel Europe AG ergeben.

Mit Closing und dem Erstansatz der Joint Venture-Beteiligung erwarten wir einen deutlich positiven Effekt auf den Jahresüberschuss des Gesamtkonzerns und einen entsprechend positiven Effekt auf das Eigenkapital.

Die Teilung des Konzerns wird im Rahmen der Herstellung der Transaktionsstrukturen den Jahresüberschuss und den FCF erheblich belasten. Auf Basis der derzeitigen, noch vorläufigen Kalkulationen rechnen wir mit einer Belastung im höheren 3-stelligen Millionen-€-Bereich.

Für die Netto-Finanzschulden des Konzerns rechnen wir insbesondere aufgrund der zuvor genannten Effekte mit einem starken Anstieg gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 2.364 Mio €). Gleichzeitig reduzieren sich unsere Pensionsverbindlichkeiten mit dem Closing des Joint Ventures nahezu um die Hälfte.

Für den Jahresüberschuss des Konzerns erwarten wir insgesamt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 60 Mio €); Aufwendungen aus der Vorbereitung zur Teilung des Konzerns werden durch die Ergebnissteigerungen der fortgeführten Aktivitäten sowie durch die positiven Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures deutlich überkompensiert.

Den tkVA des Konzerns erwarten wir aufgrund der operativen Verbesserungen unserer fortgeführten Aktivitäten, dem positiven Beitrag der nicht fortgeführten Aktivität Steel Europe sowie infolge positiver Effekte zum Closing des Stahl-Joint Ventures positiv und deutlich über Vorjahr (Vorjahr: -217 Mio €).

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, Planungs- und Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen aus strategischer Neuausrichtung

Für thyssenkrupp eröffnen sich neue Chancen aufgrund der am 30. September 2018 beschlossenen Teilung des Konzerns in zwei eigenständige und deutlich fokussiertere Unternehmen. Die Teilung verbindet industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarktes. Wir sind überzeugt, dass sich unsere Geschäfte in dieser Neuaufstellung besser entwickeln und auf ihre Stärken konzentrieren können.

Chancenmanagement-Prozess

Im strukturierten und konzernweit standardisierten Prozess des sogenannten Strategischen Dialogs erfassen alle Business Areas einmal im Jahr die Chancen aus relevanten Markt- und Techniktrends und diskutieren entsprechende Strategien. Wegen der engen Verzahnung des Chancenmanagements mit dem Strategischen Dialog haben Chancen strategischen Charakter und sind mittel- bis langfristig orientiert, sodass ihre Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht.

Im Anschluss an den Strategischen Dialog erfassen alle Business Areas in der operativen Planung und der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind die Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der thyssenkrupp Netzwerkorganisation sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Strategische Chancen des Konzerns

Unsere Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. In einem volatilen Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch künftig mit wettbewerbsfähigen Lösungen begegnen zu können.

Als Konzern sehen wir Chancen insbesondere in der Umsetzung der beschlossenen Teilung des Konzerns. Neben einer Reduktion der Komplexität des Unternehmens erlaubt die Teilung beiden Unternehmen, unabhängig voneinander, schneller und zielgerichteter sowohl auf die jeweiligen Kunden und Märkte zu reagieren als auch Investoren mit unterschiedlicher Ausrichtung anzusprechen. thyssenkrupp Industrials wird als reines Industriegüterunternehmen mit global aufgestellten Geschäften attraktives Wachstumspotenzial durch Megatrends wie Urbanisierung, Globalisierung und Digitalisierung haben. thyssenkrupp Materials wird mit seinen Werkstoffgeschäften über eine führende Marktposition in Europa verfügen und aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen nutzen können.

Über unsere Unternehmensstrategie und die korrespondierenden Chancen informieren wir Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".

thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Viele unserer Anlagen setzen zudem weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Denn neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle lassen sich am besten in einem Zusammenspiel aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln. thyssenkrupp ist hier dank seines weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzes und seiner Kooperationen mit externen Partnern gut aufgestellt. Über aktuelle Initiativen und Entwicklungsschwerpunkte berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Darüber hinaus ergeben sich aus unserer Sicht Chancen aus der konsequenten und fokussierten Fortführung unserer bereits in den Vorjahren gestarteten Konzerninitiativen. Wir arbeiten weiter an einem höchst effizienten Einkauf und harmonisieren unsere Geschäftsprozesse. Unser Konzernprogramm "impact" bleibt eine wichtige Grundlage unserer Strategischen Weiterentwicklung und kann -zusammen mit geschäfts- und themenspezifischen Programmen - wesentlich und nachhaltig dazu beitragen, die Effizienz des Konzerns über alle Business Areas und Konzernfunktionen hinweg zu steigern und die Kosten zu senken.

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken".

Operative Chancen der Business Areas

Components Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Business Area Components Technology ist wesentlich bedingt durch die Entwicklung der individuellen Mobilität und des Gütertransports. In beiden Bereichen steigt der Bedarf. Daraus ergeben sich für uns als Entwicklungspartner sowie Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die aufstrebenden Märkte in Asien und Amerika, wo wir uns mit neuen Produktionsstätten gut aufgestellt haben. Den weltweiten Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. Bei den dabei relevanten Themen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unseren Vorsprung stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassissysteme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

In der Windindustrie eröffnen sich Wachstumspotenziale sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich. Die Windkraft gehört weltweit zu den am schnellsten und nachhaltigsten wachsenden erneuerbaren Energien. In Europa wird diese Entwicklung durch die verpflichtenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich unterstützt. Der technologische Trend hin zu immer größeren und effizienteren Windkraftanlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen.

Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - oder unsere Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln oder sollte sich der weitere Hochlauf unserer neuen Werke beschleunigen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Elevator Technology - Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen für die Business Area Elevator Technology. Dank ihrer breitgefächerten Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie ihrer lokalen Präsenz durch mehr als 50.000 Mitarbeiter an über 1.000 Standorten kann die Business Area weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.

Mit innovativen Produkten und Servicelösungen streben wir an, die höchsten technischen und ökologischen Kundenanforderungen zu erfüllen. Mit MAX, der ersten cloudbasierten Wartungslösung der Branche, erhöhen wir den Digitalisierungsgrad und die Effizienz unseres Servicegeschäfts und können dadurch zusätzliche Wettbewerbsvorteile erzielen.

Zudem rechnen wir durch die Umsetzung der im Rahmen von "impact" definierten Maßnahmen mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology.

Sollte sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie - besser entwickeln als erwartet oder sich die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme als noch effektiver als gedacht herausstellen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Industrial Solutions - Wenn wir unsere innovativen Technologien weiter fördern, können sich für die Business Area Industrial Solutions weltweite Wachstumschancen im schlüsselfertigen Anlagenbau und bei Serviceleistungen ergeben, und zwar trotz des eingetrübten Investitionsklimas, der höheren Wettbewerbsintensität und politischer Unsicherheiten auf den relevanten Märkten. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Business Area zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten konsequenter zu nutzen, treiben wir die Regionalisierung unseres Geschäfts weiter voran. Zugleich standardisieren und optimieren wir unsere Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Um unsere Top-Ingenieure noch effektiver einzusetzen, haben wir ein weltweites Engineering-Netzwerk aufgebaut, das uns zusätzliche Chancen eröffnet.

Chancen sind mittelfristig entlang der angestrebten Markteintritte im Chemieanlagenbau (bspw. Wasserelektrolyse und Methanol) zu suchen. Darüber hinaus würde uns eine verbreiterte öffentliche Förderung von umweltfreundlichen Technologien zu Gute kommen, hier vorrangig im Anlagenbau für die Chemie- und Zementindustrie.

Weitere Chancen ergeben sich durch den Ausbau des margenstarken Servicegeschäfts. Alle aktuellen Initiativen der Business Area für mehr Wachstum und eine höhere Effizienz sind in einem umfassenden Transformationsprogramm gebündelt; hierfür haben wir im Berichtsjahr Fokusthemen ausgewählt und beschleunigt.

Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die Effizienzsteigerungs- bzw. Wachstumsprogramme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Materials Services - Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Vermehrt übernimmt Materials Services auch das Management der Lieferkette seiner Kunden. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem Roh- und Werkstoffmarkt, der von niedrigen Margen geprägt ist. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezifisches Markt- und Branchenwissen, ein weltweites Netzwerk sowie ein breites und profundes Know-how im Projektmanagement.

Für Materials Services bietet die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen viele Chancen, um für seine Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Ein Beispiel dafür ist die "Omnichannel-Architektur": Über individuelle Kundenportale, Schnittstellen für den elektronischen Datenaustausch, Onlineshops und in Zukunft auch externe Plattformen haben Kunden weltweit Zugriff auf die Produkte und Dienstleistungen der Business Area, und zwar täglich rund um die Uhr. Materials Services treibt seine digitale Transformation kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Vernetzte Zusammenarbeit sowie interaktive Prozesse gehören heute bereits in zahlreichen Bereichen zum Alltag - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung. Bei den Angeboten von Materials Services stehen stets die Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt.

Materials Services hat im Rahmen seiner Effizienzprogramme Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kosten- und Ergebnissituation definiert. Wichtige Elemente sind dabei die weitere strukturelle Optimierung des Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts in Deutschland, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie der Aufbau einer durchgängigen Projektmanagementorganisation in der gesamten Business Area, die dazu dienen soll, Verbesserungspotenziale strukturiert und nachhaltig umzusetzen.

Dadurch dass die Umsetzung der Optimierungsprogramme für AST inzwischen weit fortgeschritten ist, eröffnen sich insbesondere im Vertrieb weitere Chancen in diesem Geschäftsfeld.

Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Marine Systems - Im Marinebereich bieten in den nächsten Jahren neben Aufträgen für die deutsche Marine insbesondere U-Boot-Projekte für den Export eine gute Marktperspektive. Sollten unsere weltweit laufenden Kampagnen für mehrere U-Boot-Programme erfolgreich sein, wird sich dies günstig auf den Auftragsbestand und die Auslastung auswirken.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur abhängt.

Auch in einem schwierigen Marktumfeld ist Steel Europe insgesamt gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends - Urbanisierung, zunehmende Mobilität und effizienterer Einsatz knapper Ressourcen -, die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern, dauerhaft teilzuhaben.

Das Strategieprogramm der Business Area, "one steel", sieht zusätzlich eine Stärkung der technischen Fähigkeiten von Steel Europe durch gezielte Investitionen vor. Dies ermöglicht Steel Europe, sein Produkt- und Kundenportfolio gemäß den Ansprüchen des Marktes zu optimieren. Beispielsweise wurde im Berichtsjahr der Bau einer neuen Feuerbeschichtungsanlage beschlossen, um dem gestiegenen Bedarf der Automobilindustrie an hochwertigem Stahl Rechnung zu tragen. Chancen sieht Steel Europe, wenn auch eher auf mittlere Sicht, überdies im Bereich der Elektromobilität; ein hohes Potenzial ergibt sich hier insbesondere durch die Erweiterung des Anwendungsspektrums von Elektroband.

Chancen für Steel Europe ergeben sich auch aus der zunehmenden Digitalisierung der Wertschöpfungskette, und zwar sowohl durch die immer stärkere Vernetzung der Produktion als auch durch die Möglichkeit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Diese Potenziale werden im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Strategieprogramms "one steel" gehoben.

Obwohl das außenwirtschaftliche Umfeld durch gestiegene Risiken geprägt ist, bestehen Chancen, dass die Verwerfungen durch die US-Zollpolitik nach der Einführung von Importzöllen in Höhe von 25% auf europäische Stahlprodukte zum 01. Juni 2018 durch die vorläufigen - und später möglicherweise endgültigen - Schutzklauselmaßnahmen der Europäischen Kommission stärker eingedämmt werden als erwartet.

Sollten sich die im Rahmen von "one steel" definierten Maßnahmen sowie das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächen, besteht die Chance, dass Steel Europe seine Prognose für die Kernsteuerungsgrößen übertrifft.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen der Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei thyssenkrupp

Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt. Aus heutiger Sicht liegen keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken vor.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Unternehmerische Risiken müssen von allen Mitarbeitern bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie aktiv gesteuert werden. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.

In unserer "Governance, Risk and Compliance (GRC)-Policy" haben wir die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert sowie die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.

Ziel des Risikomanagements bei thyssenkrupp ist, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

Unser Konzern-Risikomanagement entwickelt das Risikomanagementsystem von thyssenkrupp kontinuierlich weiter, richtet es am international anerkannten COSO-Modell aus und verzahnt es mit unserem internen Kontrollsystem. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet und die einzelnen Rollen der verschiedenen Abwehrlinien klar abgegrenzt. Details zu dem Modell können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen. Alle weiteren verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Konzernrichtlinie Risikomanagement einheitlich definiert.

Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir konzernweit implementiert; wir verbessern sie fortlaufend.

Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im operativ und strategisch ausgerichteten Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk beim Einsatz unserer Risikomanagement-Instrumente liegt darauf, mögliche Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M &A" einzuschätzen. Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze, die im Anschluss kurz erläutert werden:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas. Die regelmäßige Diskussion über Chancen und Risiken trägt wesentlich zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung bei, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M&A" bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese konzernweiten Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und deren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Konzerneinheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, mit der sie die Risikoinventur durchführen. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den der Prognose hinaus; dadurch ist eine mehrjährige Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Erhebung und Aktualisierung der Risiken vor Ort stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die in Form von Rückstellungen bereits bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Über Risiken, die aus besonderem Anlass auftreten, werden die Risikomanagement-Verantwortlichen unverzüglich informiert. Diese Risiken werden zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement bei thyssenkrupp ist ein kombinierter Top-down-/Bottom-up-Prozess. Die verbindlichen Systemvorgaben werden vom Konzern zentral formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt dezentral bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten "Risk and Internal Control Committee" (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den verschiedenen Instrumenten geschult. Wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur nutzt Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen zur effizienten Überwachung des Risikomanagementsystems bei und liefern Erkenntnisse, mit denen wir den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.

Risikobewertung

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M & A" im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen, ordnen wir gemäß dieser Systematik in die Kategorien "hoch", "mittel", "gering" oder "sehr gering" ein.

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits ergriffene Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem nachfolgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch unser internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Risikotransfer

Der Risikotransfer auf Versicherungen ist zentral bei der thyssenkrupp AG angesiedelt. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte verringert oder beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio reduziert das Risiko insolvenzbedingter Ausfälle von Versicherern.

Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend für die erfolgreiche Steuerung von Risiken in unseren Geschäftsprozessen.

Im Zuge der Harmonisierung der Geschäftsprozesse bei thyssenkrupp entwickeln wir konzernweit auch die Anforderungen, die das interne Kontrollsystem erfüllen muss, kontinuierlich weiter; wir nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet; zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von betrügerischen Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Konzerneigene Shared Servicecenter unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Die für thyssenkrupp relevanten Risikoarten haben wir in den folgenden Kategorien gebündelt:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Risiken aus operativer Tätigkeit

In den folgenden Abschnitten gehen wir auf die Risikokategorien und die Risikoarten detailliert ein. Risiken aus externen Rahmenbedingungen

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle ergeben sich, wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben.

In Europa bestehen weiterhin Unsicherheiten mit Blick auf den weiteren Verlauf der Austrittsverhandlungen nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien sowie auf europakritische Entwicklungen in einzelnen Mitgliedsstaaten. Auch sind einzelne Schuldenkrisen im Euro-Raum ungelöst, sodass eine Vertrauenskrise in Bezug auf die Institutionen der EU und niedrigere Wachstumsraten in den europäischen Volkswirtschaften denkbar sind.

Zusätzliche Risiken ergeben sich aus einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, geringeren Wachstumsraten in China sowie einer länger andauernden Rezession in Schwellenländern, zum Beispiel bedingt durch weiter steigende Zinsen oder Währungskrisen wie in der Türkei. Exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Bei starker Ausprägung eines eventuellen exogenen Schocks sind die einzelnen Konjunkturrisiken als mittel einzuschätzen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte geringerer Wachstumsraten und veränderter Wechselkursrelationen für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen.

Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich neben Chancen auch Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie für thyssenkrupp im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als mittel ein.

Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können oder langfristig Produkte oder Technologien nicht mehr nachgefragt werden. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten nationalen und internationalen Institutionen und kooperieren auch mit den Wirtschaftsverbänden auf allen Ebenen, um mögliche Risiken zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich für Steel Europe in diesem Zusammenhang ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitverlauf ändern oder bei denen Rechtsunsicherheit besteht. Beispielsweise werden steuerliche Vergünstigungen in Einzelfällen in gerichtlichen Verfahren verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es im Ergebnis zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind Steuernachzahlungen nicht auszuschließen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Damit verbunden sind die Optimierung der Konzernfinanzierung und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken.

Ausfallrisiken - Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Außenstände und Ausfallrisiken im Liefer- und Leistungsgeschäft werden fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an die Konzerngesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Zur Begrenzung von Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiken) schließen wir derivative Sicherungsinstrumente ab. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu nutzen sie im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, das Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Die vorgenannten finanzwirtschaftlichen Risiken sind nach Berücksichtigung der gewählten Steuerungsmaßnahmen als gering zu bewerten.

Bewertungsrisiken - Aktives Portfoliomanagement ist einer der Eckpfeiler unserer Strategischen Weiterentwicklung. Unternehmensverkäufe und -käufe sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten sind mit Abwicklungsrisiken verbunden; zudem werden unsere strategischen Geschäftseinheiten regelmäßig auf Wertberichtigungsbedarf hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir jeweils als mittel bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung unabhängiger Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability Driven Investment).

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen führen dazu, dass die Pensionsrückstellungen ansteigen und das Eigenkapital belastet wird.

Weitere Risiken bestehen im Zusammenhang mit der Zahlung lebenslanger Renten aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten sowie der Notwendigkeit, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. In einigen Ländern könnten zudem die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beträchtlich steigen bzw. können im Einzelfall zusätzliche Zuführungen zum Pensionsplan erforderlich werden, soweit Pensionspläne vorzeitig abgelöst werden.

Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an. Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartell- und Korruptionsverstöße sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp.

Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Softwaretools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Compliance-Risiken stufen wir die Prozessrisiken nach derzeitiger Einschätzung im Einzelfall und kumuliert als mittlere Risiken ein. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 15 und 20).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Zu Compliance-Risiken zählen wir darüber hinaus mögliche Verstöße gegen die 2018 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung. Die allgemeinen Compliance-Risiken stufen wir insgesamt als hoch ein.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen kartellrechtliche Verstöße bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen für bestimmte Stahlpreise. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge vorangetrieben. Aufgrund zwischenzeitlicher Entwicklungen im Ermittlungsverfahren hat sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir auch weiterhin erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung seiner Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/ Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können. Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu den Beschaffungsrisiken können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als mittel ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren. Vollständig verhindert werden können Unfälle mit diesen organisatorischen Maßnahmen allerdings nicht.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Weitere Einzelheiten zu Produktionsrisiken können Sie ebenfalls dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere geschäftlichen Perspektiven in einzelnen Märkten einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als Industriekonzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Unsere diversifizierten Produkt- und Kundenstrukturen tragen dazu bei, dass wir weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf unseren Absatzmärkten sind. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als gering ein.

Produkt- und Prozessqualität und die Erfüllung entsprechender Qualitätsanforderungen unserer Kunden haben für uns höchste Priorität. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir diese Qualitätsstandards nicht immer einhalten können. Daraus entstehenden Risiken begegnen wir daher bei Bedarf mit bilanzieller Vorsorge.

Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Auftragsrisiken - Die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit ist insbesondere in der Business Area Industrial Solutions eine der zentralen Herausforderungen. Kosten- und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir aktuell zusammengenommen als hoch. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Vor Vertragsabschluss überprüfen wir die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als mittel bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern werden.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen durch Kriminelle und fremde Dienste nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten im Konzern unterstützend, die kontinuierlich ausgebaut wurde. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang führen wir interne Kommunikationskampagnen durch und stellen sicher, dass die Wahrung der Vertraulichkeit von Informationen durch eine entsprechende technische Unterstützung gewährleistet ist.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - thyssenkrupp will als Industriekonzern mit hoher Ingenieurkompetenz dauerhaft erfolgreich sein. Dazu benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße zu finden, um offene Stellen zu besetzen, oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, wobei wir die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken insgesamt als mittel einstufen.

thyssenkrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Operative Risiken der Business Areas

Components Technology - Die Business Area Components Technology ist als Zulieferer im Bereich der Automobil- und Industriekomponenten weltweit vertreten und daher von der Entwicklung der entsprechenden Märkte abhängig.

Components Technology besetzt im Bereich "Powertrain" weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese können durch die fortschreitende Elektrifizierung partiell gefährdet werden, insbesondere im Hinblick auf Komponenten für Verbrennungsmotoren, zum Beispiel Nockenwellen. Die Business Area intensiviert daher ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich E-Mobilität sowie bei der Entwicklung alternativer Produkte, um möglichen Umsatzrückgängen bei angestammten Produkten durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder entgegenzuwirken.

Für die Kernmärkte von Components Technology erwarten wir ein stabiles Wachstum in allen Produktsegmenten. Allerdings ist dieses mit einer hohen Prognoseunsicherheit verbunden. Beispielsweise könnte eine nachlassende Dynamik auf den Märkten in China unsere dortigen Geschäftsaussichten gefährden. Auch die Vereinigten Staaten zählen zu den wesentlichen Absatzmärkten für unsere Produkte. Eine Abschwächung dieses Marktes birgt daher ebenfalls Risiken. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt die Business Area der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Windenergiesektor Risiken durch Konzentrationsprozesse und durch den weiter zunehmenden Preisdruck. Staatliche Handelsbeschränkungen wie mögliche Zölle für Automobilexporte oder Zulieferteile sowie der geplante Brexit stellen ein Risiko dar. Auch aufgrund des neuen Testverfahrens für den Kraftstoff-/Stromverbrauch und die Emissionen von Kraftfahrzeugen, WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), besteht ein Risiko durch temporäre Produktionsrückgänge bei einzelnen Kunden.

Risiken im Windenergiesektor ergeben sich grundsätzlich durch die Abhängigkeit von nationalen Fördersystemen. In Deutschland bestehen weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Netzanbindung und Finanzierung weiterer Offshore-Projekte. Diesem Risiko begegnen wir mit neuen Technologien sowie mit Innovationen, um neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Gleichzeitig drücken die hohe Wettbewerbsintensität und die Auktionierung von Projektvergaben weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit kontinuierlichen Optimierungen und nachhaltigen Effizienzsteigerungen im Rahmen des Konzernprogramms "impact".

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sowie Hochläufe neuer Werke sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Auch birgt das starke Wachstum das Risiko organisatorischer Schwachstellen, zum Beispiel nicht adäquat ausgestalteter interner Kontrollsysteme. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsprobleme sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.

Weitere allgemeine Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen veränderter Wechselkursrelationen auf Umsatz und Ergebnis, sowohl bezogen auf Translations- als auch Transaktionseffekte, insbesondere beim US-Dollar, beim chinesischen Yuan und beim brasilianischen Real.

Elevator Technology - Wegen der starken Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten bei Elevator Technology birgt die unsichere Lage der Weltwirtschaft Risiken, die sich vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und den Preisdruck verschärfen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.

Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft sind weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kundenbindungsstrategien helfen dabei, möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken. Zudem werden in der Business Area kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten auszugleichen.

Das Neuanlagengeschäft kann hingegen aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Wegen der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend vorhersehbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen können wir durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensieren.

Risiken, die sich aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten ergeben, können wir durch unsere Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen. Die Wechselkursrisiken, die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab.

Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfälle nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, eine entsprechende Auswahl von Mitarbeitern und Schulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten und gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden.

Industrial Solutions - Nach einer Erholung der Öl-, Düngemittel- und Rohstoffpreise herrscht grundsätzlich ein verbessertes Umfeld für die Märkte von Industrial Solutions. Hiervon ausgenommen sind das Zement- und gasbasierte Düngemittelgeschäft. Dieses Bild wird durch die erneuerten Sanktionen gegen den Iran nicht nennenswert eingetrübt.

Übergreifende konjunkturelle Risiken können sich insbesondere aus den sich zuspitzenden internationalen Handelskonflikten ergeben, die eine Gefahr für das Investitionsklima darstellen können. Das Drängen von kostengünstigen Wettbewerbern aus Fernost in westliche Märkte könnte hierdurch ebenfalls weiter verstärkt werden. Dies kann dann auch wieder die Marktpreise unter Druck bringen und insbesondere unser Chemieanlagen- und Bergbaugeschäft beeinflussen.

Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Insbesondere technologische Risiken bestehen bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

Sollten darüber hinaus bei den gestarteten Programmen zur Kostenoptimierung unerwartete Verzögerungen eintreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung und Digitalisierung unserer Logistikprozesse und der gesamten Wertschöpfungskette, unter anderem indem wir als größter Werkstoffhändler der westlichen Welt unsere Einkaufsaktivitäten weiter bündeln und zentral koordinieren.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und unseren hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Business Area. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Dienstleistungs- und Digitalisierungsaktivitäten rund um die Werkstoffe.

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens und einem effizienten Forderungsmanagement.

An den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen. Sofern die Europäische Union keine Schutzmaßnahmen gegen Edelstahlimporte aus Asien trifft, entstehen insbesondere für AST preisbedingte Risiken.

Marine Systems - Im Marinegeschäft bestehen Risiken in einigen Export-Bestandsaufträgen, deren Erfüllung erheblich verzögert ist, wobei aufgrund komplexer vertraglicher Strukturen mit staatlichen Beschaffungsbehörden für militärische Ausrüstung, lokalen Bauwerften und Zulieferungen durch die Business Unit Marine Systems die Ursachenzuordnung strittig ist. Aufgrund politischer Entwicklungen in Kundenländern oder den umliegenden Regionen können sich zudem Risiken aus nicht erteilten Exportgenehmigungen ergeben.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität) - Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area Steel Europe mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken begegnet die Business Area mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe durch seine Technologiekompetenz und eine noch intensivere Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten sowie konsequente Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtetes Qualitätsmanagement gewährleistet darüber hinaus die stetige Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich zur Absicherung einer wettbewerbsfähigen Marktposition bei.

Risiken aus Kundeninsolvenzen reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring sowie geeignete Absicherungsinstrumente.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung.

Dem aktuellen Preisanstieg bei Emissionszertifikaten in der dritten Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2013 bis 2020) und einem damit gegebenenfalls verbundenen Risiko weiterer Kosten im Rahmen des Zukaufbedarfs von Zertifikaten wirkt die bereits implementierte Strategie der Sicherungsgeschäfte entgegen. Erhebliche Risiken ergeben sich dagegen aufgrund der beschlossenen Revision der Emissionshandelsrichtlinie für die vierte Handelsperiode (2021 bis 2030).

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung und für Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zusätzlich stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Zwar konnte eine grundsätzliche Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die energieintensive Industrie sieht sich aber weiterhin kostentreibenden Entwicklungen insbesondere durch die Integration erneuerbarer Energien ausgesetzt, etwa dem erforderlichen Ausbau der Stromnetze sowie dem Vorhalten von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom begrenzen wir durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§289f, 315d HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht.

Erklärung zur Unternehmensführung

Vorstand und Aufsichtsrat geben die Erklärung zur Unternehmensführung für die thyssenkrupp AG und zugleich für den Konzern gemäß §§315d, 289f HGB ab.

Entsprechenserklärung zum DCGK

Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben gemäß § 161 Abs. 1 AktG folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2018 auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) veröffentlicht wurde:

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex, dass der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz des Prüfungsausschuss innehaben soll, wird nicht entsprochen. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat am 30. September 2018 Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Vor dem Hintergrund, dass die Amtszeit der durch die Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats, auch von Herrn Pro. Dr. Bernhard Pellens, bereits Anfang 2020 mit Ablauf der Hauptversammlung endet, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2018/2019 beschließt, wird Herr Prof. Dr. Bernhard Pellens seinen Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht aufgeben, sondern dieses Amt aus Gründen der Kontinuität zunächst weiterhin ausüben.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenerklärung vom 13. Juli 2018 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannte gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 07. Februar mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, 30. September 2018

Für den Aufsichtsrat

Pellens

Für den Vorstand

Kerkhoff

Aufgrund des Ausscheidens des Vorstandsvorsitzenden Dr. Heinrich Hiesinger am 6. Juli 2018 wurde der Empfehlung in Ziff. 4.2.1 Abs. 1 Satz 1 des DCGK, wonach die Gesellschaft einen Vorsitzenden oder Sprecher haben soll, bis zur Bestellung von Guido Kerkhoff zum Vorsitzenden des Vorstands am 13. Juli 2018 nicht entsprochen. Dementsprechend haben Vorstand und Aufsichtsrat im Juli 2018 zwei Entsprechenserklärungen abgegeben. Aufgrund der Wahl des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Prof. Dr. Bernhard Pellens, zum Aufsichtsratsvorsitzenden haben Vorstand und Aufsichtsrat in der Entsprechenserklärung vom 30. September 2018 eine Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des DCGK erklärt. Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich.

Unsere börsennotierte Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG entspricht ebenfalls dem DCGK, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung berücksichtigt werden. Einzelne Abweichungen sind in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft, die am 1. Oktober 2018 veröffentlicht wurde, dargelegt und begründet.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die thyssenkrupp AG entspricht freiwillig sämtlichen Anregungen des DCGK. Über relevante, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Unternehmensführungspraktiken haben wir im Corporate Governance Bericht berichtet.

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Der Aufsichtsrat hat sich, seinen Ausschüssen und dem Vorstand jeweils eine Geschäftsordnung gegeben, die unter anderem die Informationsversorgung des Aufsichtsrats durch den Vorstand regeln. Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender halten regelmäßig Kontakt zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats und beraten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens. Der Vorstand berichtet in den Sitzungen des Aufsichtsrats, die in der Regel viermal im Jahr stattfinden, sowie in den Ausschusssitzungen. Die Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat stehen auf der Website der Gesellschaft (www.thvssenkrupp.com) zur Verfügung.

Beschreibung der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sechs Ausschüsse gebildet. Diese sind bis auf den Nominierungsausschuss paritätisch zu besetzen. Dem nach §27 Abs. 3 MitbestG zu bildenden Vermittlungsausschuss müssen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein von den Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer zu wählendes Mitglied angehören. Dem Präsidium und dem Personalausschuss gehören dieselben vier Mitglieder an. Dem Prüfungsausschuss gehören sechs Mitglieder, dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss acht Mitglieder an, die jeweils zur Hälfte auf Vorschlag des Nominierungsausschusses mit Aktionärsvertretern und auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden. Der Aufsichtsrat soll nach den Empfehlungen des DCGK nicht Vorsitzender des Prüfungsausschusses sein. Da der Aufsichtsrat am 30. September 2018 den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt hat, haben Vorstand und Aufsichtsrat eine Abweichung von Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des DCGK erklärt. Der Nominierungsausschuss besteht aus bis zu fünf Aktionärsvertretern, die ausschließlich von den Aktionärsvertretern im Aufsichtsrat gewählt werden. Einzelheiten über die Zusammensetzung der Ausschüsse und ihre Aufgaben finden sich in den vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für die Ausschüsse.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Corporate Governance

Diese sowie die aktuellen Mitglieder sind auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com) auffindbar.

www.thyssenkrupp.com > Unternehmen > Management > Ausschüsse des Aufsichtsrats

Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und ihre Tätigkeiten. Diese bestehen überwiegend in der Vorbereitung ihrer Behandlung und Beschlussfassung im Gesamtaufsichtsrat, soweit der Aufsichtsrat den Ausschüssen nicht eine abschließende Tätigkeit übertragen hat. Vorbereitende und abschließende Aufgaben sind in den Geschäftsordnungen für die Ausschüsse geregelt. Einzelheiten über die Tätigkeiten der Ausschüsse und ihre Arbeitsweise im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Zielgrößen für den Frauenanteil

thyssenkrupp verfolgt seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15% in allen Führungspositionen des Konzerns zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte im Kapitel "Mitarbeiter" berichtet.

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammensetzen muss. Die gesetzlich vorgegebene sowie die vom Aufsichtsrat festgelegte Mindestgröße von 30 % Frauenanteil ist im Laufe des Geschäftsjahres 2017 / 2018 insgesamt erreicht worden. Die Mindestgröße war bei den Arbeitnehmervertretern schon bei Inkrafttreten des Frauenförderungsgesetzes in 2015 erfüllt. Durch die Entsendung von Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather im Januar 2018 in den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG erfüllen auch die Aktionärsvertreter die gesetzliche Mindestgröße von 30%.

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im Mai 2017 eine Zielgröße von 20% Frauenanteil beschlossen, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll.

Die Zielgröße für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der thyssenkrupp AG hat der Vorstand im April 2017 von 8% auf 11% und von 23% auf 25% festgelegt, die bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden sollen. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15% in allen Führungspositionen angestrebt wird.

Des Weiteren haben 24 mitbestimmte Gesellschaften im thyssenkrupp Konzern für die Zeit nach dem 30. Juni 2017 erneut Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen beschlossen. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022. Im ersten Umsetzungszeitraum bis zum 30. Juni 2017 konnte der Anteil von Frauen an Aufsichtsratsmandaten von 13% auf 20% gesteigert werden. Kein Aufsichtsrat ist mehr ohne weibliches Mitglied. Auch die Zahl der Konzerngesellschaften ohne Frauen in der Geschäftsleitung konnte reduziert werden.

Beschreibung des Diversitätskonzepts hinsichtlich der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG

Als börsennotierte Gesellschaft hält sich die thyssenkrupp AG an die Vorgaben zur Vielfalt insbesondere aus dem AktG, dem DCGK und den anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften. Diese umfassen unterschiedliche Anforderungen an die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Zusätzlich hat sich thyssenkrupp eigene Ziele gesetzt. Diese Vorgaben und Ziele sind die Grundlagen des vom Aufsichtsrat im November 2017 beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG. Hinsichtlich des Frauenanteils und der festgelegten Zielgröße wird auf den Inhalt des vorhergehenden Abschnitts verwiesen.

Vorstand

Das Diversitätskonzept ist auf eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt im Vorstand gerichtet. Die Bewertung, Auswahl und Ernennung von Bewerbern erfolgt nach den Regeln und allgemein anerkannten Grundsätzen der Nichtdiskriminierung. Bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand berücksichtigt der Aufsichtsrat darüber hinaus weitere Diversitätskriterien: Persönlichkeit des Kandidaten, seine Sachkenntnis und Erfahrung, die Internationalität, den Bildungs- und Berufshintergrund sowie Alter und Geschlecht.

Die Ausprägung und Gewichtung der Diversitätskriterien richtet sich nach dem im Einzelfall zu besetzenden Vorstandsressort und den damit auszufüllenden Aufgaben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr die genannten Kriterien im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Findung eines Nachfolgers für Dr. Hiesinger berücksichtigt und Guido Kerkhoff zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Aufsichtsrat

Das Diversitätskonzept in Bezug auf den Aufsichtsrat soll sicherstellen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können.

Für die Zielsetzung zum Frauenanteil im Aufsichtsrat befolgt die thyssenkrupp AG die gesetzlichen Vorgaben. Danach ist der Aufsichtsrat zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30% aus Männern zusammenzusetzen. Daneben enthält das Diversitätskonzept zwei wesentliche Elemente: die Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung und das Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat.

Die konkreten Ziele für die Zusammensetzung sind:

Ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit besonderen internationalen Erfahrungen, insbesondere in den Wachstumsmärkten und Vertrautheit der Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit mit den Sektoren, in denen thyssenkrupp tätig ist;
Berücksichtigung besonderer Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren sowie Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung, außerdem Berücksichtigung von technischem Sachverstand sowie der Kenntnis von Finanzierungsstrategien und Finanzinstrumenten;
Erfahrungen in der Unternehmensführung sowie in der Entwicklung und Formulierung von Unternehmensstrategien;
Vermeidung wesentlicher und nicht nur vorübergehender (bereits bestehender oder künftig zu erwartender) Interessenkonflikte und angemessener Umgang mit sonstigen Interessenkonflikten;
Maximale Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder von drei Amtsperioden sowie eine Amtszeitaltersgrenze von 75 Jahren (d.h. Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat mit Ablauf der Hauptversammlung nach Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds);
Steigerung des Frauenanteils auf mindestens 30 %;
Anzahl von mindestens 15 unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern.

Die angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner liegt bei mindestens fünf.

Das vom Aufsichtsrat beschlossene Kompetenzprofil für das Gesamtgremium legt die Kompetenzfelder fest, die nach der Auffassung des Aufsichtsrats für seine Tätigkeit wichtig sind. Es handelt sich um Bereiche wie General Management und Globalisierung, Führung mitbestimmter Unternehmen, IT und Digitalisierung, Personalführung und -entwicklung sowie weitere in den Zielen für die Zusammensetzung bereits festgelegte Kompetenzen.

Die Umsetzung des Diversitätskonzepts erfolgt im Rahmen der Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern erfüllen und sollen die selbstgesetzten Ziele berücksichtigen sowie gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Dies gilt auch für die Nachbestellung von Kandidaten in den Aufsichtsrat. So berücksichtigt der Nominierungsausschuss bei seiner Suche nach Kandidaten für die beiden Vakanzen auf Seiten der Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat das Diversitätskonzept.

Nach Einschätzung des Aufsichtsrats liegt die angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner bei mindestens fünf. Zur Beurteilung der Unabhängigkeit hat der Aufsichtsrat bestimmte Kriterien festgelegt; insbesondere die im DCGK genannten. Danach sind neben den Arbeitnehmervertretern folgende Mitglieder der Anteilseigner unabhängig: Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, Dr. Ingrid Hengster, Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Prof. Dr. Bernhard Pellens, Carola Gräfin v. Schmettow, Carsten Spohr, Dr. Lothar Steinebach und Jens Tischendorf sowie die inzwischen ausgeschiedenen Dr. Ralf Ne

ntwig, Prof. Dr. Ulrich Lehner und René Obermann. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Prof. Dr. Bernhard Pellens Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht nach §§289a Abs. 2, 315a Abs. 2 HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Im nachfolgenden Vergütungsbericht, welcher Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist, wird das Vergütungssystem des Vorstands und des Aufsichtsrats grundlegend dargestellt. Zudem werden die Vergütungen, die die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 erhalten haben, individuell offengelegt; dabei werden auch die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) beachtet.

Grundlagen des Vorstandsvergütungssystems

Das aktuelle Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014/ 2015. Es wurde vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch den Personalausschuss, beschlossen und von der Hauptversammlung am 30. Januar 2015 mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.

Festgelegt wird die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat nach Vorbereitung durch den Personalausschuss. Der Personalausschuss überprüft regelmäßig die Angemessenheit der Vergütung - sowohl gesamthaft als auch hinsichtlich der einzelnen Vergütungsbestandteile -und schlägt dem Aufsichtsrat bei Bedarf Anpassungen vor. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Bei allen Vergütungsentscheidungen beachten Personalausschuss und Aufsichtsrat die Vorgaben des Aktiengesetzes sowie die Empfehlungen und Anregungen des DCGK. Der Personalausschuss wird bei der Überprüfung der Marktüblichkeit des Systems und der Angemessenheit der Vergütungshöhe von einem unabhängigen externen Vergütungsexperten beraten.

Das Vergütungssystem des Vorstands der thyssenkrupp AG ist auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet.

Ziel des Vergütungssystems ist es, eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung zu unterstützen, indem die Vergütung der Vorstandsmitglieder sowohl an die kurzfristige als auch an die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gekoppelt ist. Das Vergütungssystem umfasst leistungsbezogene und am Unternehmenserfolg orientierte Parameter, die sich auch in den Vergütungssystemen der Führungsebenen unterhalb des Vorstands wiederfinden. Dabei weisen die variablen Vergütungsbestandteile eine überwiegend mehrjährige Bemessungsgrundlage auf und setzen damit langfristige Verhaltensanreize. Durch die Ausgestaltung der langfristigen variablen Vergütung, die auch die Entwicklung des Aktienkurses honoriert, wird zudem die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.

Gesamtübersicht Vergütungsbestandteile

VERGÜTUNGSBESTANDTEIL

Bemessungsgrundlage/Parameter
Erfolgsunabhängige Vergütung
Vorsitzender des Vorstands: 1.340.000€
Mitglied des Vorstands: 700.000 €
Nebenleistungen Dienstwagen, Sicherheitsleistungen, Versicherungsprämien
Betriebliche Altersversorgung
Ruhegeld in Höhe von 50% der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014 /2015
Für Guido Kerkhoff: Ruhegeldanspruch von 350.000€ p.a.
Leistungsorientierte Zusagen (Guido Kerkhoff, Dr. Heinrich Hiesinger) - Für Dr. Heinrich Hiesinger: Ruhegeldanspruch von 670.000€ p.a.
Witwengeld in Höhe von 60 % und Waisengeld in Höhe von je 20 % des jeweiligen Ruhegeldanspruchs, max. 100%
Bereitstellung von jährlichen Beiträgen in Höhe von 280.000 € (entspricht 40 % der Festvergütung des Geschäftsjahres 2014/2015)
Beitragsorientierte Zusagen (Oliver Burkhard, Dr. Donatus Kaufmann) - Für Oliver Burkhard: Begrenzung des maximal erreichbaren Ruhegeldanspruchs auf 350.000€ p.a. (entspricht 50% des Festgehalts des Geschäftsjahres 2014/2015)
- Für Dr. Donatus Kaufmann: Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt
Erfolgsabhängige Vergütung
Zieltantieme bei einer Zielerreichung von 100 %:
- Für den Vorstandsvorsitzenden: 1.250.000 €
- Für die Mitglieder des Vorstands: 630.000 € - 680.000 €
Höhe der Zielerreichung abhängig von:
- Finanzielle Erfolgsziele des Unternehmens: EBIT, ROCE und FCF vor M&A
Jährliche Tantieme (Short-Term Incentive; STI) - Ziele abgeleitet aus der Unternehmensplanung und jährlich vom Aufsichtsrat festgelegt
Bonus-Malus-Faktor in der Spannweite von +/- 20%:
- Nachhaltigkeitsmultiplikator: Indirekt Finanzielle Ziele aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf
- Diskretionärer Faktor: Beurteilung der Gesamtleistung des Vorstands
Obergrenze: 200 % der Zieltantieme (Cap)
Möglichkeit einer Sondervergütung Bei außergewöhnlichen Leistungen und Erfolgen nach billigem Ermessen des Aufsichtsrats und innerhalb des geltenden Gesamt-Caps
Zuteilung virtueller Aktien des Unternehmens mit dreijährigem tkVA-Performance-Zeitraum:
- Ausgangswert für den Vorstandsvorsitzenden: 2.000.000€
- Ausgangswert für die Mitglieder des Vorstands: 950.000 € - 1.050.000€
Long-Term Incentive (LTI) Die Anzahl der zu Beginn jeder Tranche zunächst vorläufig gewährten virtuellen Aktien berechnet sich durch Division des Ausgangswertes durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt.
Die endgültige Anzahl der virtuellen Aktien nach Abschluss des Performance-Zeitraums ist abhängig vom durchschnittlich über den Performance-Zeitraum erreichten tkVA.
Der erreichte Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres nach Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums bestimmt den finalen Wert der Auszahlung.
Obergrenze: 250% des Zielwertes (Cap)
Sonstige Vergütungsregelungen
Gesamt-Cap Höchstgrenze von 9.000.000€ für den Vorstandsvorsitzenden und je 4.500.000€ für die übrigen Mitglieder des Vorstands in Bezug auf die zugeflossene Gesamtvergütung inkl. des Versorgungsaufwands für die Altersversorgung pro Geschäftsjahr - DCGK-konform
Abfindungs-Cap Abfindungszahlungen von maximal zwei Jahresvergütungen, Vergütung über Vertragsrestlaufzeit darf nicht überschritten werden - DCGK-konform
Abfindung bei Kontrollwechsel (Change of Control) Abfindungszahlungen im Falle des Kontrollwechsels dürfen 100% des Abfindungs-Caps nicht überschreiten -DCGK-konform
Clawback-Regelung Herabsetzungsrecht des Aufsichtsrats bei Verschlechterung der Lage der Gesellschaft nach § 87 Abs. 2 AktG

Struktur und Bestandteile des Vergütungssystems des Vorstands

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Altersversorgungszusagen. Zur erfolgsabhängigen Vergütung zählen die Tantieme (Short-Term Incentive Plan; STI) sowie der Long-Term Incentive Plan (LTI). Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Die Zieldirektvergütung (Festvergütung + Tantieme + LTI) des Vorstands umfasst vorwiegend erfolgsabhängige Vergütungselemente. Rund 30% der Zieldirektvergütung macht die Festvergütung aus, rund 28 % die Tantieme, und gut 42% der Zieldirektvergütung entfallen auf den LTI. Das Verhältnis von langfristiger zu kurzfristiger erfolgsabhängiger Vergütung liegt bei rund 60 : 40. Somit entspricht die Vorstandsvergütung den DCGK-Empfehlungen, die vorsehen, die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten und die variablen Vergütungsbestandteile grundsätzlich mehrjährig zu bemessen.

Die erfolgsunabhängige Vergütung

Festvergütung

Die Festvergütung der Vorstandsmitglieder wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Anpassung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000€ pro Jahr.

Nebenleistungen

Zusätzlich zur Festvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen ein Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen diese allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.

Altersversorgung

Altersversorgungen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder das Ruhestandsalter erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Ein Übergangsgeld bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags gewährt thyssenkrupp nicht.

Guido Kerkhoff und das im Berichtsjahr ausgeschiedene ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Heinrich Hiesinger haben einen Ruhegeldanspruch in Höhe von 50% ihres jeweiligen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014 / 2015. Für Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann ergibt sich der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung aus einer beitragsorientierten Regelung; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag 40 % des jährlichen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015. Für Oliver Burkhard ist zusätzlich vereinbart, dass die erreichbare Höhe des Ruhegeldanspruchs auf 50% des Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015 begrenzt ist. Bei Dr. Donatus Kaufmann wird die Altersversorgung grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt.

Das Ruhestandsalter wird bei Vollendung des 60. Lebensjahres erreicht, sofern zu diesem Zeitpunkt kein Dienstverhältnis mit der Gesellschaft mehr besteht. Wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, kann die Altersleistung erst nach Beendigung des Vorstandsvertrags in Anspruch genommen werden. Laufende Ruhegeldzahlungen werden im Fall von Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst und im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht bei Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Heinrich Hiesinger eine Zahlung von 60% des Ruhegelds für den Partner und von 20% für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100% des regulären Ruhegeldanspruchs. Im Falle von Dr. Donatus Kaufmann erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalls.

Der Personalausschuss überprüft regelmäßig bei Neuverträgen und Vertragsverlängerungen das Versorgungsniveau der Vorstandsmitglieder und den daraus abgeleiteten jährlichen und langfristigen Versorgungsaufwand und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung der Zusagen vor. Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen des DCGK.

Die erfolgsabhängige Vergütung Tantieme (Short-Term-Incentive; STI)

Das erste erfolgsabhängige Vergütungselement ist die jährliche Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Kernsteuerungsgrößen des Konzerns für das jeweilige Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) werden jeweils mit 40% gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20% maßgeblich. Die Gesamtzielerreichung der drei finanziellen Erfolgsziele ergibt sich somit aus dem gewichteten Durchschnitt der drei Bemessungsgrundlagen.

Um die Gesamtleistung der Vorstandsmitglieder stärker berücksichtigen zu können und neben den unmittelbaren finanziellen auch weitere nichtfinanzielle, strategisch bedeutsame Aspekte mit einzubeziehen, umfasst die Tantieme zusätzlich einen Bonus-Malus-Faktor, der mit der Gesamtzielerreichung der finanziellen Ziele multipliziert wird. Dieser Faktor besteht sowohl aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator als auch einem diskretionären Faktor, die jeweils gleich gewichtet sind. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Einkauf. Der diskretionäre Faktor ermöglicht dem Aufsichtsrat, die Gesamtleistung des Vorstands zu bewerten. Der Bonus-Malus-Faktor reicht von 0,8 bis 1,2 und kann die finanzielle Zielerreichung somit nach oben und nach unten korrigieren; er ermöglicht auch eine individuelle Differenzierung. Die Zielerreichung hinsichtlich dieses Tantiemeanteils legt der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen fest. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere die Angemessenheitskriterien von § 87 AktG und des DCGK.

Zielbeträge jährliche Tantieme für das Geschäftsjahr 2017 / 2018

Guido Kerkhoff 680.000 €
Oliver Burkhard 630.000 €
Dr. Donatus Kaufmann 630.000 €
Dr. Heinrich Hiesinger1 955.480 €

1) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

BERECHNUNG TANTIEME

Details zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen finden sich im Kapitel "Ziele", Abschnitt "Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele".

Die Gesamtzielerreichung und die resultierende Auszahlung aus der Tantieme sind auf maximal 200% des Zielwertes begrenzt. Es gibt keine garantierte Mindesttantieme, die Auszahlung kann daher auch komplett entfallen.

Die Zielwerte für die finanziellen Erfolgsziele werden aus der Unternehmensplanung abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Erfolgsziele Schwellenwerte definiert, oberhalb bzw. unterhalb derer eine weitere Verbesserung bzw. Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Zu Beginn jedes Geschäftsjahres beschließt der Aufsichtsrat die Ziel- und Schwellenwerte im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung auf Grundlage einer Vorbereitung durch den Personalausschuss.

Long-Term Incentive (LTI)

Das zweite erfolgsabhängige Vergütungselement ist der LTI, der auf eine langfristige Anreizwirkung ausgerichtet ist. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen an der Kernsteuerungsgröße thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Kurses der thyssenkrupp Aktie. Die Ausgestaltung des LTI und die dadurch bedingte Teilhabe der Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Aktienkurses bringen die Zielsetzung des Managements und die unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang. Der LTI basiert auf virtuellen Aktien und wird den Vorstandsmitgliedern in jährlichen Tranchen gewährt. Die Laufzeit der einzelnen Tranchen beginnt zum 1. Oktober eines jeden Jahres und erstreckt sich über insgesamt vier Geschäftsjahre (dreijähriger tkVA-Performance-Zeitraum und Aktienkursentwicklung im 1. Quartal des darauffolgenden Geschäftsjahres), sodass Anreize für die langfristige Unternehmensentwicklung geschaffen werden.

Zu Beginn jeder Tranche wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien zunächst vorläufig gewährt. Diese Anzahl berechnet sich, indem der Ausgangswert (Zielbetrag) durch den durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, in dem der tkVA-Performance-Zeitraum beginnt, dividiert wird, wobei kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet wird. Die vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien kann somit von Jahr zu Jahr schwanken.

Die Anzahl virtueller Aktien, die den Vorstandsmitgliedern am Ende des dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums final zugeteilt wird, kann von der vorläufig gewährten Anzahl nach oben und unten abweichen. Als Bemessungsgrundlage für die finale Anzahl virtueller Aktien wird die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den dreijährigen Performance-Zeitraum herangezogen.

Ausgangswerte LTI für das Geschäftsjahr 2017 / 2018

Guido Kerkhoff 1.050.000€
Oliver Burkhard 950.000€
Dr. Donatus Kaufmann 950.000€
Dr. Heinrich Hiesinger1 1.528.767€

1) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

BERECHNUNG LONG-TERM-INCENTIVE (LTI)

Je 20 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA über dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, erhöht sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1 %. Je 10 Mio €, die der im Durchschnitt tatsächlich erreichte tkVA unter dem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert liegt, verringert sich die Anzahl der virtuellen Aktien um 1%. Zwischenwerte werden linear interpoliert, und die sich ergebende Anzahl virtueller Aktien wird kaufmännisch auf ganze Stücke auf- oder abgerundet. Die Anzahl der virtuellen Aktien kann dabei bis auf null absinken, sodass keine Auszahlung erfolgt.

Um den Auszahlungsbetrag zu bestimmen, wird die am Ende des Performance-Zeitraums erreichte finale Anzahl virtueller Aktien mit dem durchschnittlichen Kurs der thyssenkrupp Aktie während des 1. Quartals des Geschäftsjahres, das auf den dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraum unmittelbar folgt, multipliziert. Der so errechnete Auszahlungsbetrag ist auf 250 % des Zielwertes begrenzt.

Details zum tkVA finden sich im Kapitel "Unternehmenssteuerung".

Der Aufsichtsrat beschließt auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres - auf Grundlage einer Vorbereitung durch den Personalausschuss - die Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung. Der Zielwert für die LTI-Tranche, die den Vorständen im Januar 2018 gewährt wurde, bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2017 / 2018 bis einschließlich 2019/2020. Dabei hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Ein tkVA von null bedeutet, dass die Kosten für das gebundene Kapital durch das erzielte EBIT erwirtschaftet und zugleich ein ausreichend hoher Jahresüberschuss erzielt wird.

Höchstgrenzen der Vergütung

Gemäß der Empfehlung des DCGK hat thyssenkrupp Höchstgrenzen für die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder festgelegt.

Das Vergütungssystem für den Vorstand sieht entsprechend der Empfehlung des DCGK betragsmäßige Höchstgrenzen sowohl für die Gesamtvergütung als auch für die einzelnen Bestandteile der Vorstandsvergütung vor. Zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungselemente gelten, hat das Unternehmen daher folgende Höchstgrenzen für die pro Geschäftsjahr zugeflossene Gesamtvergütung - inklusive Festvergütung, Nebenleistungen, erfolgsabhängiger Vergütung (Tantieme und LTI), Altersversorgungsaufwendungen sowie etwaiger Sondervergütungen - der Vorstandsmitglieder festgelegt: Für den Vorstandsvorsitzenden beläuft sich diese auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr, für die übrigen Vorstandsmitglieder auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr.

Die Vergütungshöchstgrenzen gehen allen anderen für die Höhe der Vergütung vereinbarten Regelungen vor. Bei zukünftigen Überprüfungen der Höhe der Vorstandsvergütung durch den Aufsichtsrat werden auch die Höchstgrenzen (Einzel-Caps und Gesamt-Cap) entsprechend überprüft.

Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Abfindungen

Für die Vorstandsmitglieder sind dienstvertragliche Abfindungsregelungen vereinbart, die den Empfehlungen des DCGK entsprechen. Es ist vorgesehen, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten (Abfindungs-Cap) und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten.

Change of Control

Die dienstvertraglichen Abfindungsregelungen entsprechen den Empfehlungen des DCGK und gelten auch im Fall eines Kontrollwechsels.

Im Falle eines Unternehmenskontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder das Recht, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten ab dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt als Mitglied des Vorstands aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstands-Dienstvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht).

Die bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts geltenden Abfindungsregelungen sehen vor, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund eines Kontrollwechsels zwei Jahresvergütungen, jedoch beschränkt auf Festgehalt und Tantieme, nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Das Sonderkündigungsrecht und der Anspruch auf Abfindung bestehen nicht, wenn es sich um einen Kontrollwechsel durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung handelt.

Kredite, Vorschüsse, Leistungen Dritter

Wie in den vergangenen Geschäftsjahren wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2017 / 2018 weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr Zusagen von Dritten mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte.

Tatsächliche erfolgsabhängige Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 / 2018

Tantieme 2017/ 2018

Die für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 festgelegten Zielerreichungen und die sich daraus ergebenden Tantiemebeträge leiten sich wie folgt her:

HERLEITUNG TANTIEMEBETRÄGE 2017 / 2018

Name Zielwert Unternehmenszielerreichung Bonus-Malus-Faktor Tantieme12017 / 2018
Guido Kerkhoff 680.000€ 64,6% 1,1 484.000 €
Oliver Burkhard 630.000€ 64,6% 1,1 448.000 €
Dr. Donatus Kaufmann 630.000 € 64,6% 1,1 448.000 €
Dr. Heinrich Hiesinger2 955.480 € 64,6% 0,9 556.000€

1) Aufgerundet auf volle Tsd €

2) Anteilige Vergütung bis 06.07.2018

LTI 2014/ 2015

Die im Geschäftsjahr 2017 / 2018 fällige 5. Tranche des LTI wurde für das Geschäftsjahr 2014/2015 begeben und ist die erste Tranche, bei welcher der durchschnittliche tkVA während des Performance-Zeitraums mit einem festgelegten Zielwert verglichen wird. Der zugehörige Auszahlungsbetrag leitet sich wie folgt her:

HERLEITUNG DER LTI-AUSZAHLUNG FÜR DIE TRANCHE 2014 / 20151

Performance-Ziele thyssenkrupp Value Added (tkVA)
Kursentwicklung der thyssenkrupp Aktie
tkVA Performance-Zeitraum 2014/2015 - 2016 / 2017
Relevanter Aktienkurs Ø Aktienkurs Q1 GJ 2017 / 2018 ggü. 0 Aktienkurs Q1 GJ 2014/2015
Verknüpfung Multiplikativ
Mögliche Zielerreichung 0-250%
Vorläufig gewährte Anzahl virtueller Aktien Ausgangswert: 950.000€ → 47.835 virtuelle Aktien2
Ø Aktienkurs Q1 GJ 2014/2015: 19,86€
Zielerreichung tkVA Tatsächlich im Durchschnitt erreichter tkVA liegt 378,3 Mio € unter dem Ziel-tkVA führt zu einer Verringerung der Anzahl zugeteilter virtueller Aktien um 37,83 %
Endgültig gewährte Anzahl virtueller Aktien (100% - 37,83 %) x 47.835 virtuelle Aktien = 29.739 virtuelle Aktien2
Auszahlung 29.739 virtuelle Aktien → 689.945 €
Ø Aktienkurs Q1 GJ 2017 / 2018: 23,20€

1) Am Beispiel eines ordentlichen Vorstandsmitglieds

2) Kaufmännische Rundung auf ganze Stücke

Aufgrund des erreichten tkVA und der Aktienkursentwicklung wurden an Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann jeweils 689.945€ ausbezahlt. Das im Berichtsjahr ausgeschiedene ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Heinrich Hiesinger erhielt eine Auszahlung in Höhe von 1.307.250 €.

Gesamtvergütung des Vorstands nach HGB

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung des Vorstands nach den Vorschriften des HGB. Diese entspricht den unten gezeigten Zuwendungen nach DCGK-Tabelle 1, mit dem Unterschied, dass für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß DCGK-Tabelle 2 (Zufluss) berücksichtigt werden. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017 / 2018 NACH HGB

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- --- ---
2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 2.498 2.326 2.328 2.198 2.348 2.198
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- ---
2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- ---
Vergütung des Vorstands nach HGB in Tsd € 4.709 3.323

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 10,0 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 11,9 Mio €.

Gewährte und zugeflossene Vergütung des Vorstands gemäß DCGK

Die beiden nachfolgenden Übersichten zeigen die Gesamtvergütung des Vorstands entsprechend den Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des DCGK in Form der dort enthaltenen Mustertabellen:

Die DCGK-Tabelle 1 umfasst die für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 gewährten, d.h. bei 100 %-Zielerreichung zugesagten individuellen Vergütungen sowie die Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Vorstandsmitglieder.
Die DCGK-Tabelle 2 zeigt die tatsächlich für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 zugeflossenen, d.h. die tatsächlich ausgezahlten Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder.

DCGK-TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017 / 2018 (ZUWENDUNG)

Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 Ausgangswert 2017 / 2018 Ausgangswert 2017 / 2018 Minimum 2017 / 2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 51 44 44 44
Summe 751 744 744 744
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 680 680 - 1.360
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017 / 2018 -2020/2021 - 1.098 - 2.625
Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 -2019 /2020 1.122 - - -
Summe 2.553 2.522 744 4.729
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 716 610 610 610
Summe 3.269 3.132 1.354 5.339
Oliver Burkhard
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 Ausgangswert 2017 / 2018 Ausgangswert 2017 / 2018 Minimum 2017 / 2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 34 57 57 57
Summe 734 757 757 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017 / 2018 -2020/2021 - 993 - 2.375
Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 -2019 /2020 1.015 - - -
Summe 2.379 2.380 757 4.392
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 1.198 924 924 924
Summe 3.577 3.304 1.681 5.316
Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 Ausgangswert 2017 / 2018 Ausgangswert 2017 / 2018 Minimum 2017 / 2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 54 57 57 57
Summe 754 757 757 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017 / 2018 -2020/2021 - 993 - 2.375
Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 -2019 /2020 1.015 - - -
Summe 2.399 2.380 757 4.392
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 291 280 280 280
Summe 2.690 2.660 1.037 4.672
Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 Ausgangswert 2017 / 2018 Ausgangswert 2017 / 2018 Minimum 2017 / 2018 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.027 1.027 1.027
Nebenleistungen 83 142 142 142
Summe 1.423 1.169 1.169 1.169
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 1.250 955 - 1.911
Mehrjährige variable 8. Tranche LTI 2017 / 2018 -2020/2021 - 1.598 - 3.822
Vergütung 7. Tranche LTI 2016 / 2017 -2019 /2020 2.137 - - -
Summe 4.810 3.722 1.169 6.902
Versorgungsaufwand nach IFRS2) 2.254 1.543 1.543 1.543
Summe 7.064 5.265 2.712 8.445

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € für den Vorstandsvorsitzenden und 4,5 Mio € für die ordentlichen Vorstandsmitglieder begrenzt.

2) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen endgehaltsbezogenen und der beitragsorientierten Altersversorgungszusagen sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus den Versorgungszusagen der Vorstandsmitglieder sind in der Vergangenheit für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung belaufen sich die Dienstzeitaufwendungen auf die in der untenstehenden Tabelle "Betriebliche Altersversorgung des Vorstands 2017 / 2018" ausgewiesenen Beträge.

DCGK-TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017 / 2018 (ZUFLUSS)

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 51 44 34 57
Summe 751 744 734 757
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 625 484 579 448
Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016 / 2017 321 - 321 -
Mehrjährige variable Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016 / 2017 269 - 269 -
Vergütung 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017 / 2018 - 690 - 690
4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016 / 2017 1.120 - 1.120 -
Summe 3.086 1.918 3.023 1.895
Versorgungsaufwand nach IFRS1) 716 610 1.198 924
Summe 3.802 2.528 4.221 2.819
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 1.340 1.027
Nebenleistungen 54 57 83 142
Summe 754 757 1.423 1.169
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 579 448 1.149 556
Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016 / 2017 214 - 642 -
Mehrjährige variable Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016 / 2017 179 - 538 -
Vergütung 5. Tranche LTI 2014/2015 - 2017 / 2018 - 690 - 1.307
4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016 / 2017 746 - 2.239 -
Summe 2.472 1.895 5.991 3.032
Versorgungsaufwand nach IFRS1) 291 280 2.254 1.543
Summe 2.763 2.175 8.245 4.575

1) Vgl. Fußnote 2 zur DCGK-Tabelle 1.

Aktienbasierte Vergütung des Vorstands 2017 / 2018

Im Januar 2018 wurden den Vorstandsmitgliedern neue virtuelle Aktien aus der 8. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 6. bis 8. Tranche des LTI über insgesamt 687.658 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife virtuelle Aktien.

AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2017 / 2018

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Guido Kerkhoff Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten LTI 2017/ 2018 -2020/2021 - 45.259 - 40.948
Wertrechte in Stück LTI 2016/ 2017 -2019/2020 47.901 - 43.339 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 1.304 748 1.187 656
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten LTI 2017/ 2018 -2020/2021 - 40.948 - 65.895
Wertrechte in Stück LTI 2016/ 2017 -2019/2020 43.339 - 91.241 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 1.138 656 2.495 860

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG DES VORSTANDS 2017 / 2018

Guido Kerkhoff1) Oliver Burkhard
Vorsitzender des Vorstands seit 13.07.2018 Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand 3 2 1.198 924
Barwert der Verpflichtung 9.466 9.762 5.753 7.379
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand 1 1 513 547
Barwert der Verpflichtung 5.848 6.495 3.367 4.657
Dr. Donatus Kaufmann Dr. Heinrich Hiesinger1)
Ordentliches Vorstandsmitglied seit 01.02.2014 Vorsitzender des Vorstands bis 06.07.2018
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- ---
Beträge nach IFRS Versorgungsaufwand 291 280 5 4
Barwert der Verpflichtung 1.094 1.411 19.380 19.656
Beträge nach HGB Versorgungsaufwand 256 262 3 3
Barwert der Verpflichtung 1.003 1.327 13.762 14.756

1) Zur Anwendung der Vergütungshöchstgrenzen und um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen endgehaltsbezogenen und beitragsorientierten Altersversorgungszusagen sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, ist der für Guido Kerkhoff und Dr. Heinrich Hiesinger ausgewiesene Versorgungsaufwand nach IFRS in den DCGK-Tabellen 1 und 2 zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Bei dieser Betrachtungsweise betragen die Dienstzeitaufwendungen für Guido Kerkhoff 610 Tsd € (IFRS)/ 384 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 716 Tsd € [IFRS]/ 348 Tsd € [HGB]) und für Dr. Heinrich Hiesinger 1.543 Tsd € (IFRS)/ 1.114 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 2.254 Tsd € [IFRS]/ 1.349 Tsd € [HGB]). Die Barwerte der Verpflichtungen zum 30.09.2018 betragen dann für Guido Kerkhoff 4.681 Tsd € (IFRS)/ 3.106 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 3.970 Tsd € [IFRS]/2.459 Tsd € [HGB]) und für Dr. Heinrich Hiesinger 16.401 Tsd € (IFRS)/ 12.213 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 14.267 Tsd € [IFRS]/ 10.134 Tsd € [HGB]).

Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Zum 6. Juli 2018 wurde das Mandat von Dr. Heinrich Hiesinger als Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG einvernehmlich beendet. Aufgrund des noch bis Ende September 2020 laufenden Anstellungsvertrags erhielt Dr. Heinrich Hiesinger eine Abfindung in Höhe von 4.555.250 €. Bei der Vereinbarung des Abfindungsbetrags wurde - wie im Dienstvertrag vorgesehen - eine Obergrenze in Höhe von zwei Jahresvergütungen (Festgehalt und Tantieme) zugrunde gelegt. Die Abfindung liegt damit im Rahmen dessen, was der DCGK empfiehlt. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 (Festvergütung, Nebenleistungen, Tantieme und 8. Tranche LTI) erhält Dr. Heinrich Hiesinger zeitanteilig. Die in den vergangenen Jahren gewährten Wertrechte (virtuelle Aktien) der LTI-Tranchen 6 und 7 bestehen entsprechend den Anregungen des DCGK sowie der dienstvertraglichen Regelungen ungekürzt weiter und werden zum regulären Planende abgerechnet. Die Anwartschaft auf Altersversorgung ist unverfallbar und kann ab dem 1. Oktober 2020 ungekürzt in Anspruch genommen werden.

Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen für den Fall zugesagt, dass es seine Tätigkeit beendet.

Bezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 auf 19,0 Mio € (Vorjahr: 14,5 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 279,8 Mio € (Vorjahr: 270,1 Mio €) bzw. nach HGB 223,1 Mio € (Vorjahr: 208,2 Mio €) zurückgestellt.

Angepasste Vergütung für Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard ab dem Geschäftsjahr 2018/2019

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 30. September 2018 die Vorstandsbestellungen von Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard vorzeitig für weitere fünf Jahre bis zum 30. September 2023 verlängert und dabei Guido Kerkhoff dauerhaft als Vorstandsvorsitzenden bestätigt. Im Zuge dieser Wiederbestellungen wurden folgende Anpassungen bei der Vergütung ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 beschlossen:

Guido Kerkhoff erhält ab dem 1. Oktober 2018 eine Festvergütung von 1.340.000 € pro Jahr, eine jährliche Zieltantieme von 1.250.000€ und einen LTI-Ausgangswert von 2.000.000 € je Tranche. Die bisherige Altersversorgungszusage wurde zum 30. September 2018 beendet, wobei die bis dahin erworbene Rentenanwartschaft bestehen bleibt. Ab Beginn der neuen Bestellperiode erhält Guido Kerkhoff eine beitragsorientierte Kapitalzusage mit einem jährlichen Versorgungsbeitrag in Höhe von 350.000€; diese Altersversorgung wird grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausbezahlt.
Oliver Burkhard erhält ab dem 1. Oktober 2018 eine jährliche Zieltantieme von 680.000 € und einen LTI-Ausgangswert von 1.050.000€ je Tranche. Die bisherige Festvergütung von 700.000 € pro Jahr und die bestehende Altersversorgungszusage bleiben unverändert.
Neu eingeführt wird eine Vorgabe zum Aktienbesitz (sog. Share Ownership Guidelines): Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard verpflichten sich grundsätzlich, innerhalb des Bestellungszeitraums für ein Jahresfestgehalt (Guido Kerkhoff) beziehungsweise ein halbes Jahresfestgehalt (Oliver Burkhard) thyssenkrupp Aktien zu erwerben und diese für einen bestimmten, vom Aufsichtsrat nach billigem Ermessen festzulegenden Zeitraum während der Dauer des Dienstverhältnisses zu halten.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500€ erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000 €.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,74 Mio € (Vorjahr: 1,68 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 60.965€ (Vorjahr: 55.618€). Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2017 / 2018

Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld
alle Werte

in €
2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender ab 30.09.2018) 50.000 62.500 52.500 49.167 7.500 14.500
Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) 200.000 166.667 - 1) -1) 12.000 15.000
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) 150.000 150.000 -1) -1) 11.000 17.500
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) - 37.500 - 14.167 - 7.000
Achim Hass 33.333 50.000 - - 1.500 4.500
Dr. Ingrid Hengster 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Susanne Herberger 50.000 50.000 12.500 12.500 5.000 7.000
Tanja Jacquemin 50.000 50.000 20.000 20.000 4.500 6.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 50.000 50.000 50.000 50.000 7.500 16.000
Ernst-August Kiel (bis 31.01.2017) 16.667 - - - 1.000 -
Dr. Norbert Kluge 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Tekin Nasikkol 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) 50.000 16.667 32.500 10.833 7.000 3.000
René Obermann (bis 31.08.2018) 50.000 45.833 - - 2.500 3.500
Peter Remmler 50.000 50.000 12.500 12.500 5.000 7.500
Carola v. Schmettow 50.000 50.000 - 6.250 2.500 9.000
Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) 50.000 50.000 57.500 57.500 11.000 17.500
Carsten Spohr 50.000 50.000 - - 2.500 3.000
Dr. Lothar Steinebach 50.000 50.000 25.000 23.125 5.500 8.000
Jens Tischendorf 50.000 50.000 12.500 16.250 4.000 9.500
Friedrich Weber 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Isolde Würz 50.000 50.000 - - 2.500 5.000
Insgesamt 1.250.000 1.229.167 275.000 272.292 102.500 173.500
Vergütung aus konzerninternen Mandaten Gesamtvergütung
alle Werte

in €
2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- ---
Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender ab 30.09.2018) - - 110.000 126.167
Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender) (bis 31.07.2018) - - 212.000 181.667
Markus Grolms (stellv. Vorsitzender) - - 161.000 167.500
Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather (ab 19.01.2018) - - - 58.667
Achim Hass 12.613 21.550 47.446 76.050
Dr. Ingrid Hengster - - 52.500 55.000
Susanne Herberger 16.000 16.000 83.500 85.500
Tanja Jacquemin - - 74.500 76.000
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel - - 107.500 116.000
Ernst-August Kiel (bis 31.01.2017) 5.305 - 22.972 -
Dr. Norbert Kluge - - 52.500 55.000
Tekin Nasikkol - 1.315 52.500 56.315
Dr. Ralf Nentwig (bis 19.01.2018) - - 89.500 30.500
René Obermann (bis 31.08.2018) - - 52.500 49.333
Peter Remmler 16.250 16.500 83.750 86.500
Carola v. Schmettow - - 52.500 65.250
Wilhelm Segerath (bis 30.09.2018) - - 118.500 125.000
Carsten Spohr - - 52.500 53.000
Dr. Lothar Steinebach - - 80.500 81.125
Jens Tischendorf - - 66.500 75.750
Friedrich Weber 5.450 5.600 57.950 60.600
Isolde Würz - - 52.500 55.000
Insgesamt 55.618 60.965 1.683.118 1.735.923

1) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Übernahmerechtliche Angaben

Im Folgenden sind die nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2018 dargestellt. Tatbestände der §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10% der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21% der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG laut einer freiwilligen Information vom Oktober 2018;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§84, 85 AktG und §31 MitbestG in Verbindung mit §6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das in §5 Abs. 5 der Satzung geregelte genehmigte Kapital bis zum Ende des Ermächtigungszeitraums am 16. Januar 2019 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des § 5 ebenfalls anpassen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Genehmigtes Kapital - Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 225.119.887,36€ durch Ausgabe von bis zu 87.937.456 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern der von der thyssenkrupp AG oder deren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde
Wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf eigene Aktien entfällt, die ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG begeben werden.
Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten. Auf die vorgenannte 20%-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Aktien anzurechnen (i) unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Bedingtes Kapital - Nach §5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital um bis zu 250.000.000,- € eingeteilt in bis zu Stück 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von §60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5% über- oder unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10%-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.

Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach §53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:

auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung einmalig oder mehrmals zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können auch durch ein nachgeordnetes Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben werden; für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren oder aufzuerlegen.

Die Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber oder Gläubiger nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können.

Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrags oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrags einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktien der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen.

Die Anleihebedingungen können das Recht der Gesellschaft vorsehen, im Falle der Wandlung oder Optionsausübung nicht neue Stückaktien zu gewähren, sondern einen Geldbetrag zu zahlen, der für die Anzahl der anderenfalls zu liefernden Aktien dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während einer in den Anleihebedingungen festzulegenden Frist entspricht. Die Anleihebedingungen können auch vorsehen, dass die Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist, nach Wahl der Gesellschaft statt in neue Aktien aus bedingtem Kapital in bereits existierende Aktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft gewandelt wird, oder das Optionsrecht durch Lieferung solcher Aktien erfüllt werden kann. Die Anleihebedingungen können auch eine Kombination dieser Erfüllungsformen vorsehen.

Die Anleihebedingungen können auch das Recht der Gesellschaft vorsehen, bei Endfälligkeit der Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist (dies umfasst auch eine Fälligkeit wegen Kündigung), den Inhabern oder Gläubigern ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft zu gewähren.

Die Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht zum Ende der Laufzeit (oder zu einem früheren Zeitpunkt oder einem bestimmten Ereignis) vorsehen. Die Gesellschaft kann in den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen berechtigt werden, eine etwaige Differenz zwischen dem Nennbetrag oder einem etwaigen niedrigeren Ausgabebetrag der Wandelschuldverschreibung und dem Produkt aus Wandlungspreis und Umtauschverhältnis ganz oder teilweise in bar auszugleichen.

Der jeweils festzusetzende Options- oder Wandlungspreis für eine Stückaktie der Gesellschaft muss mit Ausnahme der Fälle, in denen eine Ersetzungsbefugnis oder eine Wandlungspflicht vorgesehen ist, mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten 10 Börsentagen vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Ausgabe der Schuldverschreibung, die mit Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ausgestattet ist, betragen oder - für den Fall der Einräumung eines Bezugsrechts -mindestens 80% des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der Bezugsfrist mit Ausnahme der Tage der Bezugsfrist, die erforderlich sind, damit der Options- oder Wandlungspreis gemäß § 186 Abs. 2 S. 2 AktG fristgerecht bekannt gemacht werden kann, betragen. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

In den Fällen der Ersetzungsbefugnis und der Wandlungspflicht muss der Options- oder Wandlungspreis nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen mindestens entweder den oben genannten Mindestpreis betragen oder dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der 10 Börsentage vor dem Tag der Endfälligkeit oder dem anderen festgelegten Zeitpunkt entsprechen, auch wenn dieser Durchschnittskurs unterhalb des oben genannten Mindestpreises (80%) liegt. §9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.

Der Options- oder Wandlungspreis kann unbeschadet des §9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft während der Options- oder Wandlungsfrist durch (i) eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln das Grundkapital erhöht oder (ii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder eigene Aktien veräußert oder (iii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre weitere Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder -pflicht begibt, gewährt oder garantiert, und in den Fällen (ii) und (iii) den Inhabern schon bestehender Options- oder Wandlungsrechte oder -pflichten hierfür kein Bezugsrecht eingeräumt wird, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde. Die Ermäßigung des Options- oder Wandlungspreises kann auch durch eine Barzahlung bei Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder bei der Erfüllung einer Wandlungspflicht bewirkt werden. Die Bedingungen können darüber hinaus für den Fall der Kapitalherabsetzung oder anderer Maßnahmen oder Ereignisse, die mit einer wirtschaftlichen Verwässerung des Wertes der Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten verbunden sind (z.B. Dividenden, Kontrollerlangung durch Dritte), eine Anpassung der Options- oder Wandlungsrechte oder Wandlungspflichten vorsehen.

Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, wird ihnen das gesetzliche Bezugsrecht in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Werden die Schuldverschreibungen von einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben, hat die Gesellschaft die Gewährung des gesetzlichen Bezugsrechts für die Aktionäre der Gesellschaft nach Maßgabe des vorstehenden Satzes sicherzustellen.

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern von durch die thyssenkrupp AG oder ihren Konzerngesellschaften bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde
Bei gegen Barzahlung ausgegebenen Schuldverschreibungen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt jedoch nur für Schuldverschreibungen, die mit Optionsrecht oder Wandlungsrecht oder -pflicht ausgegeben werden, mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf diese Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die seit Erteilung dieser Ermächtigung bis zur unter Ausnutzung dieser Ermächtigung nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG bezugsrechtsfreien Ausgabe von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht unter Bezugsrechtsausschluss entweder aufgrund einer Ermächtigung des Vorstands zum Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder als erworbene eigene Aktien in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert worden sind

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 20% des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze werden angerechnet (i) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie (ii) diejenigen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen, insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Options- oder Wandlungszeitraum sowie im vorgenannten Rahmen den Wandlungs- und Optionspreis, zu bestimmen oder im Einvernehmen mit den Organen des die Options- oder Wandelanleihe begebenden Konzernunternehmens der Gesellschaft festzulegen.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten. Eine solche Regelung besteht ebenfalls für den größten Teil der fest zugesagten, bilateral vereinbarten Kreditlinien in Höhe von 1,6 Mrd €.
Die Gesellschaft hat Anleihen und Privatplatzierungen im Nominalwert von insgesamt 4,9 Mrd € ausstehen. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50% des Grundkapitals bzw. mehr als 50% der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
In den Vorstands-Dienstverträgen aller Vorstandsmitglieder sind Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change of Control-Regelung). Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30% der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach §291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft. Im Vergütungsbericht sind die Entschädigungsvereinbarungen im Abschnitt "Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit" dargestellt.

Konzernabschluss

Konzernbilanz

thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte 04 4.813 4.393
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 05 7.605 4.791
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 06 154 48
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 43 32
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 11 207 144
Aktive latente Steuern 29 1.680 1.116
Langfristige Vermögenswerte 14.502 10.524
Vorräte 08 6.957 5.159
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 09 5.734 5.529
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 420 330
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 11 1.923 1.838
Laufende Ertragsteueransprüche 220 249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.292 2.987
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 03 0 7.252
Kurzfristige Vermögenswerte 20.546 23.344
Summe Vermögenswerte 35.048 33.868
PASSIVA
Mio € Anhang-Nr. 30.09.2017 30.09.2018
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen -5.401 -5.535
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 33 82
[davon nicht fortgeführte Aktivitäten] [-] [97]
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 2.890 2.805
Nicht beherrschende Anteile 515 469
Eigenkapital 12 3.404 3.274
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14 7.924 4.128
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 15 354 182
Sonstige Rückstellungen 15 645 295
Passive latente Steuern 29 111 28
Finanzschulden 16 5.326 5.087
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 182 157
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 5 4
Langfristige Verbindlichkeiten 14.546 9.882
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 15 357 334
Sonstige Rückstellungen 15 1.183 1.067
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 254 207
Finanzschulden 16 1.930 147
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17 5.729 5.266
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 18 842 635
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 19 6.802 6.626
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 03 0 6.430
Kurzfristige Verbindlichkeiten 17.097 20.711
Verbindlichkeiten 31.643 30.593
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.048 33.868

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

thyssenkrupp AG

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie

in €
Anhang-Nr. 2016 / 20171) 2017 / 2018
Umsatzerlöse 23, 24 33.993 34.777
Umsatzkosten 04, 05 -28.543 -29.847
Bruttoergebnis vom Umsatz 5.449 4.930
Forschungs- und Entwicklungskosten -285 -259
Vertriebskosten -2.326 -2.218
Allgemeine Verwaltungskosten -2.321 -2.077
Sonstige Erträge 25 246 195
Sonstige Aufwendungen 26 -122 -136
Sonstige Gewinne und Verluste 27 42 36
Betriebliches Ergebnis 684 472
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -16 -1
Finanzierungserträge 768 703
Finanzierungsaufwendungen -1.107 -1.010
Finanzergebnis 28 -355 -308
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 329 163
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 29 -317 -362
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 12 -198
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 03 -603 258
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -649 8
Nicht beherrschende Anteile 59 51
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 30
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -0,07 -0,39
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -1,15 0,01

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

thyssenkrupp AG

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 857 -59
Steuereffekt -237 5
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt 620 -54
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 6 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Jahresergebnis umgegliedert werden 627 -54
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -253 -100
Realisierte (Gewinne)/Verluste -219 -2
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -472 -101
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 2 0
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0
Steuereffekt 2 -1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 4 -1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedges)
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 61 172
Realisierte (Gewinne)/Verluste -35 2
Steuereffekt -10 -58
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 15 116
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt -8 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Jahresergebnis umgegliedert werden -461 14
Sonstiges Ergebnis 166 -40
Gesamtergebnis -425 20
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -465 4
Nicht beherrschende Anteile 40 16
Der den Aktionären der thyssenkrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:
Fortgeführte Aktivitäten 139 -350
Nicht fortgeführte Aktivitäten11 -604 354

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

thyssenkrupp AG

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2016 565.937.947 1.449 5.434 -5.255 484 6
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) -649
Sonstiges Ergebnis 625 -450 2
Gesamtergebnis -24 -450 2
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85
Kapitalerhöhung 56.593.794 145 1.230 -3
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften -3
Sonstige Veränderungen -31
Stand am 30.09.2017 622.531.741 1.594 6.664 -5.401 34 8
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) 8
Sonstiges Ergebnis -54 -69 -1
Gesamtergebnis -45 -69 -1
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften 5
Stand am 30.09.2018 622.531.741 1.594 6.664 -5.535 -34 8
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- ---
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Derivative Finanzinstrumente (Cashflow-Hedges) Anteil der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Insgesamt Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
Stand am 30.09.2016 -64 48 2.102 507 2.609
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) -649 59 -591
Sonstiges Ergebnis 14 -7 184 -18 166
Gesamtergebnis 14 -7 -465 40 -425
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -37 -37
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 0 -85
Kapitalerhöhung 1.373 1.373
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften -3 3 0
Sonstige Veränderungen -31 1 -30
Stand am 30.09.2017 -50 41 2.890 515 3.404
Jahresüberschuss/ (-fehlbetrag) 8 51 60
Sonstiges Ergebnis 119 0 -5 -35 -40
Gesamtergebnis 119 0 4 16 20
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -38 -38
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93 0 -93
Anteilsveränderungen bei bereits konsolidierten Gesellschaften 5 -24 -19
Stand am 30.09.2018 69 40 2.805 469 3.274

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Konzern-Kapitalflussrechnung

thyssenkrupp AG

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) -591 60
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 603 -258
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 75 88
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 688 688
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -1 0
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 16 1
Ergebnisse aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -44 -28
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte -397 -539
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -677 -557
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -44 -23
- Sonstige Rückstellungen 116 -23
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 692 672
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -409 105
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 27 185
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 583 1.000
Operating Cashflow - insgesamt 610 1.184
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -4 -2
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4 -8
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -839 -801
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -121 -124
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 5 3
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.418 0
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 90 63
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten -1 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 552 -869
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -673 -430
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -121 -1.299
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.250 0
Tilgung von Anleihen -1.250 -1.600
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.470 366
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3.722 -551
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -21 -75
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten 9 -11
(Zunahme)/Abnahme kurzfristige Wertpapiere 0 1
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 -93
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 1.375 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -37 -38
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -1 -2
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -162 568
Sonstige Finanzierungsvorgänge 33 -66
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 858 -1.501
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -74 -613
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt 784 -2.114
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 1.273 -2.229
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -86 -57
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - insgesamt 4.105 5.292
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - insgesamt 5.292 3.006
[davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten] [63] [19]
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 60 37
Zinsauszahlungen -319 -232
Erhaltene Dividenden 34 34
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -332 -354

Siehe auch Anhang-Nr. 32 im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Konzernanhang

thyssenkrupp AG

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") zum 30. September 2018 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 16. November 2018 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von §315e HGB ("Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards") im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind.

01 Grundsätze der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt wird. Alle Beträge werden, soweit nicht anders dargestellt, in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben.

Konsolidierung

In den Konzernabschluss sind die thyssenkrupp AG sowie alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, die die thyssenkrupp AG mittelbar oder unmittelbar beherrscht (Tochterunternehmen). Dies ist in der Regel gegeben, wenn die thyssenkrupp AG über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt. Bei strukturierten Unternehmen resultiert die Beherrschungsmöglichkeit nicht aus einer Stimmrechtsmehrheit, sondern aus vertraglichen Vereinbarungen.

Die Abschlüsse werden vom Tag der Erlangung der Beherrschung bis zur Beendigung der Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet.

Anteile von anderen Gesellschaftern (Nicht beherrschende Anteile) werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements), bei denen zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) oder als Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) zu klassifizieren. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge anteilig in den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG einbezogen. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Soweit der Konzern Transaktionen mit einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

Assoziierte Unternehmen werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Hier übt der Konzern maßgeblichen Einfluss aus, der grundsätzlich angenommen wird, wenn der Konzern einen Stimmrechtsanteil zwischen 20% und 50% hält. Soweit ein Konzernunternehmen mit einem assoziierten Unternehmen Transaktionen durchführt, werden daraus resultierende nicht realisierte Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.

Tochterunternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden zum beizulegenden Zeitwert oder, sofern sich dieser für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend verlässlich ermitteln lässt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und innerhalb der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen. Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Gemeinschaftsunternehmens oder eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den jeweiligen fortgeführten Beteiligungsbuchwerten enthalten. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens oder einer gemeinschaftlichen Tätigkeit resultieren, werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der thyssenkrupp AG und der relevanten europäischen Tochtergesellschaften ist der Euro (€). Transaktionen in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Transaktion mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Wechselkurs erfasst. Nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden jeweils mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche in der Regel der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Umrechnung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Nettogewinne oder -verluste aus der Währungsumrechnung werden zusammengefasst und innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Scheidet das betreffende Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden diese Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Bei Gesellschaften, die ihre Absatz- und Beschaffungsgeschäfte sowie ihre Finanzierung im Wesentlichen nicht in der Landeswährung abwickeln, ist die funktionale Währung die Währung des primären Wirtschaftsumfeldes der Gesellschaft. Die Umrechnung der in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse in die funktionale Währung erfolgt in diesen Fällen nach der Zeitbezugsmethode. Entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam in den sonstigen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Anschließend werden die Abschlüsse in der funktionalen Währung nach der Stichtagskursmethode in die Berichtswährung umgerechnet.

Die Wechselkurse der für den thyssenkrupp Konzern wesentlichen Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

WÄHRUNGEN

Stichtagskurs Basis 1

Jahresdurchschnittskurs Basis 1

30.09.2017 30.09.2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- ---
US-Dollar 1,18 1,16 1,10 1,19
Chinesische Renminbi Yuan 7,85 7,97 7,52 7,78
Schweizerische Franken 1,15 1,13 1,09 1,16

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den zukünftigen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und jährlich auf Werthaltigkeit überprüft sowie zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Abnutzbare Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Herstellungskosten für selbst erstellte Sachanlagen umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Ist für die Herstellung eines Vermögenswertes ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfertigen Zustand zu versetzen, werden direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten bis zur Erlangung des gebrauchsfertigen Zustandes als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes aktiviert. Verwaltungskosten werden nur aktiviert, sofern ein direkter Herstellungsbezug besteht. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Sofern abnutzbare Sachanlagen aus wesentlichen identifizierbaren Komponenten mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten separat über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear über ihre betriebsübliche Nutzungsdauer abgeschrieben; dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer
Gebäude inklusive als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten in Gebäude 15 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Immobilien sind unter Anhang-Nr. 05 dargestellt.

Wertminderungen

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Cash Generating Units) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen. Solche Gruppen stellen die niedrigste Berichtsebene im Konzern dar, auf der Firmenwerte durch das Management für interne Steuerungszwecke überwacht werden. Der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit, die einen Firmenwert enthält, wird regelmäßig jährlich zum 30. September auf Werthaltigkeit überprüft und zusätzlich, wenn zu anderen Zeitpunkten Hinweise für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 04.

Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswertes.

Im Falle von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Cash Generating Units, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der Cash Generating Units verteilt.

Ergibt sich nach einer vorgenommenen Wertminderung zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer erzielbarer Betrag des Vermögenswertes oder der Cash Generating Unit, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe des erzielbaren Betrages. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte. Die vorzunehmende Zuschreibung erfolgt ergebniswirksam. Wertaufholungen von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte sind nicht zulässig.

Leasing

Leasingtransaktionen sind beim erstmaligen Ansatz entweder als Finance Lease oder als Operating Lease zu klassifizieren. Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Eigentum verbunden sind, werden als Finance Lease behandelt. Dementsprechend aktiviert der Konzern das Leasingobjekt zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingraten und schreibt den Leasinggegenstand in der Folge über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit ab. Zugleich wird eine entsprechende Verbindlichkeit angesetzt, die in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben wird. Alle übrigen Leasingvereinbarungen, bei denen der Konzern als Leasingnehmer auftritt, werden als Operating Lease behandelt. In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear als Aufwand erfasst.

Alle Leasingtransaktionen, bei denen der Konzern Leasinggeber ist und nicht alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt, werden als Operating Lease erfasst. In diesem Fall verbleibt der verleaste Gegenstand in der Konzernbilanz und wird planmäßig abgeschrieben. Die Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Ertrag erfasst.

Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. In der Regel werden Vorräte nach der Durchschnittskostenmethode bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben Material- und Fertigungseinzelkosten auch auf Basis einer üblichen Kapazitätsauslastung zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald thyssenkrupp Vertragspartei des Finanzinstrumentes wird. Wenn Handelstag und Erfüllungstag auseinanderfallen, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung bzw. den bilanziellen Abgang bei originären Finanzinstrumenten der Erfüllungstag maßgeblich; bei derivativen Finanzinstrumenten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen

Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen ausgewiesen.

Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen dem Ausfallrisiko hinreichend Rechnung. Objektive Ausfälle führen zu einer Ausbuchung der betreffenden Forderung. Forderungen, die für sich gesehen unbedeutsam sind, sowie Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und gemeinsam auf einen Wertberichtigungsbedarf anhand von Erfahrungswerten untersucht.

Un- oder unterverzinsliche Forderungen mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Der Diskontierungsbetrag wird ratierlich bis zur Fälligkeit der Forderung im Zinsertrag vereinnahmt.

Der Konzern verkauft ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Wechsel auf revolvierender oder einmaliger Basis an nicht konsolidierungspflichtige strukturierte Unternehmen und andere Finanzinstitute.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel und Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen; sie sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind, sind zwingend dieser Kategorie zuzuordnen, sofern der beizulegende Zeitwert zum Stichtag positiv ist. Ein Gewinn oder Verlust aus der Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird ergebniswirksam erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht in eine der vorstehend beschriebenen Kategorien eingeordnet sind. Diese Kategorie enthält im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere, welche grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Ein Gewinn oder Verlust aus der Bewertung eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes wird direkt im Eigenkapital erfasst, mit Ausnahme von Wertberichtigungen und Effekten aus der Währungsumrechnung. Bei Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die bis dahin direkt im Eigenkapital berücksichtigten kumulierten Gewinne oder Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung der laufenden Periode erfasst.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung vorliegt. Objektive Hinweise können z.B. erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Wegfall eines aktiven Marktes sowie signifikante Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeldes sein. Bei Eigenkapitalinstrumenten ist eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwertes ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Die Höhe der Wertberichtigung auf einen finanziellen Vermögenswert, der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wird, ergibt sich als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes. Der Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden aufgrund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Verpflichtung, die in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert zu begleichen ist. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Bei Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden die Finanzierungskosten einschließlich Agio, welches im Rahmen von Tilgungen oder Rückzahlungen zu erstatten ist, periodisch nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt und erhöhen den Buchwert der Verbindlichkeit, soweit sie nicht bereits in der Periode des Anfalls bezahlt wurden.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Der Konzern macht von dem Wahlrecht, finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz in diese Kategorie einzustufen, keinen Gebrauch.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind, sind zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu erfassen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte eingesetzt. Solche derivative Finanzinstrumente und sogenannte eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden sowohl bei erstmaliger Bilanzierung als auch in Folgeperioden ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus Zeitwertschwankungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Der Konzern wendet Cashflow-Hedge-Accounting und in sehr geringem Umfang Fair-Value-Hedge-Accounting an, aber kein Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation.

Weitere Ausführungen zu den derivativen Finanzinstrumenten enthält Anhang-Nr. 21.

Ertragsteuern

Ertragsteuern umfassen alle laufenden und latenten Steuern auf Grundlage des steuerpflichtigen Gewinns. In ihre Berechnung werden die gültigen gesetzlichen Regelungen in den Ländern, in denen thyssenkrupp tätig ist, einbezogen. Zinsen und sonstige Zuschläge im Zusammenhang mit Ertragsteuern werden nicht im Ertragsteueraufwand erfasst.

In diesem Rahmen sind Beurteilungen durch das Management erforderlich, die von den Interpretationen lokaler Steuerbehörden abweichen können. Wenn sich hieraus für die Vergangenheit Änderungen der Ertragsteuern ergeben, werden diese in der Periode nachgeholt, in der ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Grundsätzlich ermitteln sich die Ertragsteuern auf Basis der im Geschäftsjahr ausgewiesenen Gewinne.

Soweit Sachverhalte direkt im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.

Laufende Ertragsteuern werden in der Höhe erfasst, in der davon ausgegangen wird, dass sie zukünftig gegenüber den Finanzbehörden bezahlt werden.

Latente Steuern werden aufgrund von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und der Konzernbilanz angesetzt. Sie umfassen auch Wertansätze für steuerliche Verlustvorträge und Steuerguthaben. Insoweit aktive latente Steuern entstehen, werden diese hinsichtlich ihrer zukünftigen Realisierbarkeit unter Einbezug von Planungsrechnungen und realisierbarer Steuerstrategien bewertet und angepasst. Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Zeitbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten und von derivativen Finanzinstrumenten sowie der Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen entfällt, die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird in der Periode, in der sie als sonstiges Ergebnis erfasst wird, unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für leistungsorientierte Pensionspläne zu bildende Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Quartalsweise erfolgt eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes Fondsvermögen die Verpflichtung übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Soweit im Zusammenhang mit dem Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist. Determinanten für die Begrenzung sind der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen zukünftiger Beitragszahlungen (asset ceiling).

Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne werden mit Ausnahme des Nettozinsaufwands sämtliche Aufwendungen und Erträge innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der in den Netto-Pensionsaufwendungen enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Verpflichtungen des Konzerns aus beitragsorientierten Versorgungsplänen werden ergebniswirksam innerhalb des betrieblichen Ergebnisses erfasst.

Wertänderungen aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Sie setzen sich aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, dem Ertrag aus dem Planvermögen und den Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenze (asset ceiling) abzüglich der bereits jeweils im Nettozinsaufwand enthaltenen Beträge zusammen. Latente Steuern auf die Wertänderungen aus der Neubewertung werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Konzern verfügt auch über Pensionspläne, die gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten werden (multi-employer-plans). Dabei handelt es sich im Grundsatz sowohl um leistungs- als auch um beitragsorientierte Versorgungspläne. Soweit im Zusammenhang mit gemeinschaftlich unterhaltenen leistungsorientierten Versorgungsplänen die erforderlichen Informationen zur Verfügung stehen, werden diese Pläne wie jeder andere leistungsorientierte Plan bilanziert, andernfalls wie beitragsorientierte Pläne. Insbesondere in den USA und den Niederlanden gibt es gemeinschaftlich unterhaltene leistungsorientierte Versorgungspläne, die wie beitragsorientierte Pläne bilanziert werden, da eine Zuordnung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens zu den teilnehmenden Unternehmen nicht möglich ist.

Sonstige Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisation so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Aktienbasierte Vergütung

Der Konzern verfügt über Incentivepläne, in deren Rahmen ausgewählten Führungskräften Wertrechte gewährt werden, die nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums ausschließlich in bar abgegolten werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Rechte wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) und zu jedem Bilanzstichtag berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt sowie eine entsprechende Rückstellung ausgewiesen. Weiterhin wurde den Mitgliedern des Vorstands der thyssenkrupp AG bis einschließlich 2013/2014 und weiteren ausgewählten Führungskräften bis einschließlich 2014/2015 ein Teil der variablen Vergütung in Wertrechten gewährt. Die Rückstellungen für beide Vergütungsformen werden zu jedem Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden innerhalb des betrieblichen Ergebnisses berücksichtigt.

Hierzu wird auch auf die Ausführungen unter Anhang-Nr. 13 verwiesen.

Umsatzrealisierung

Umsätze aus Warenverkäufen werden ausgewiesen, sobald die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums auf den Käufer übergegangen sind und die Höhe der realisierbaren Umsätze verlässlich ermittelt werden kann. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Keine Umsätze werden ausgewiesen, wenn wesentliche Risiken bezüglich des Erhalts der Gegenleistung oder einer möglichen Warenrückgabe bestehen. Im Übrigen werden Umsätze unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatte ausgewiesen.

Umsätze und Aufwendungen aus Fertigungsaufträgen werden nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad ausgewiesen werden. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich in der Regel aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Ist für die Abwicklung eines Fertigungsauftrages ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich, umfassen die Auftragskosten auch direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten.

Aufträge, bei denen der Konzern Generalunternehmer- oder Engineeringleistungen erbringt, werden ebenfalls wie Fertigungsaufträge behandelt. Nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanzierte Fertigungsaufträge werden entsprechend den zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad ergebenden anteiligen Gewinns bewertet. In der Bilanz werden diese Umsatzerlöse abzüglich erhaltener Anzahlungen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Auftragsänderungen und Nachforderungen werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich vom Kunden akzeptiert werden und ihre Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Verlässlich bewertbare Leistungsprämien werden berücksichtigt, wenn die Erreichung oder Überschreitung der Leistungsanforderungen wahrscheinlich ist.

Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand ausgewiesen.

Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere Vertragselemente (z.B. Warenverkäufe in Kombination mit Dienstleistungen) beinhalten, werden erfasst, wenn das jeweilige Vertragselement geliefert oder erbracht worden ist. Die Umsatzrealisierung erfolgt auf Basis objektiv nachvollziehbarer, relativer beizulegender Zeitwerte der einzelnen Vertragselemente.

Zinserträge werden unter Berücksichtigung des ausstehenden Kapitalbetrages und des geltenden Zinssatzes zeitanteilig vereinnahmt. Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich entstanden ist.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Absicht besteht, die Entwicklung fertigzustellen, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) ergibt sich aus der Division des auf die Aktionäre der thyssenkrupp AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des thyssenkrupp Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.

Einzelne zur Veräußerung vorgesehene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)

Ein einzelner langfristiger Vermögenswert wird als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Der Konzern weist Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als Veräußerungsgruppe aus, wenn diese als Gruppe in einer Transaktion verkauft oder auf andere Weise abgegeben werden sollen und insgesamt die in IFRS 5 "Non-current Assets held for Sale and Discontinued Operations" definierten Kriterien erfüllen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppe werden in der Bilanz gesondert in den Zeilen "Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte" und "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Aufwendungen und Umsätze einer Veräußerungsgruppe sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe qualifiziert sich für die Berichterstattung als eine "Nicht fortgeführte Aktivität" (Discontinued Operation). Der Konzern weist die Ergebnisse einer Veräußerungsgruppe, die die Voraussetzungen für eine sogenannte Komponente des Konzerns (Component of the Group) erfüllt, als nicht fortgeführte Aktivitäten aus, wenn diese einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst, indem die Ergebnisse der Komponente des Konzerns in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows der nicht fortgeführten Aktivitäten getrennt von den Cashflows der fortgeführten Aktivitäten dargestellt und der Ausweis der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden langfristige Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt, eine planmäßige Abschreibung wird nicht mehr vorgenommen. Eine Veräußerungsgruppe wird zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS-Standards bewertet und danach wird der sich daraus ergebende Buchwert der Gruppe dem Nettozeitwert gegenübergestellt, um den niedrigeren anzusetzenden Wert zu bestimmen. Wertminderungen aufgrund der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden ebenso wie spätere Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Abschlussgliederung

Einzelne Posten in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Der Vorperiodenausweis der gekennzeichneten Posten wurde an den Ausweis der Berichtsperiode angepasst.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Konzernunternehmen, deren normaler Geschäftszyklus mehr als zwölf Monate umfasst, weisen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig aus, wenn diese innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert oder ausgeglichen werden.

Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, und fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und Ermessensausübungen des Vorstands in der Anwendung der IFRS, die einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben, sind insbesondere bei folgenden Sachverhalten erforderlich:

Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen Cashflows ist. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen verbunden, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie mit den unterstellten Veränderungen des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Werthaltigkeit der Firmenwerte

Wie in den Grundsätzen der Rechnungslegung dargestellt, überprüft der Konzern jährlich und sofern irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des Nutzungswertes beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows (vgl. Anhang-Nr. 04). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen könnte.

Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Konzern einzuschätzen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert einer Sachanlage, einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, insbesondere bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten und der Diskontierungszinssätze (vgl. Anhang-Nr. 03, 04 und 05). Obwohl das Management davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Industriezweige, in denen der Konzern tätig ist, sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren, falls sich die vom Management identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten.

Sonstige Rückstellungen

Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgten auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den zum Bilanzstichtag bekannten Umständen. Der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss kann insofern von den sonstigen Rückstellungen abweichen, vgl. die Ausführungen unter Anhang-Nr. 15.

Bewertung einzelner zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswerte, von Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations)

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen und nicht fortgeführte Aktivitäten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kann auf Schätzungen und Annahmen des Managements basieren, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind.

Umsatzrealisierung aus Fertigungsaufträgen

Bestimmte Konzerngesellschaften, insbesondere in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions, tätigen einen Teil ihrer Geschäfte als Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, wonach die Umsätze entsprechend dem Fertigstellungsgrad auszuweisen sind. Diese Methode erfordert eine exakte Schätzung des Ausmaßes des Auftragsfortschrittes. In Abhängigkeit von der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades umfassen die wesentlichen Schätzungen die gesamten Auftragskosten, die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten, die gesamten Auftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Beurteilungen. Das Management der operativen Einheiten überprüft kontinuierlich alle Schätzungen, die im Rahmen der Fertigungsaufträge erforderlich sind, und passt diese gegebenenfalls an.

Ertragsteuern

Der Ansatz und die Bewertung von laufenden und latenten Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten sind von Einschätzungen des Managements über steuerliche Unwägbarkeiten, wie auch über die künftige Geschäftsentwicklung abhängig. Dies umfasst sowohl die Auslegung bestehender steuerlicher Vorschriften als auch die Werthaltigkeitsprüfung latenter Steuerforderungen. Diese Schätzungen werden angepasst, wenn ausreichende Hinweise für die Notwendigkeit einer solchen Änderung vorliegen.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Bilanzierung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren umfassen u.a. versicherungsmathematische Annahmen wie Diskontierungszinssatz, Gehaltsdynamik und Sterbewahrscheinlichkeit. Diese versicherungsmathematischen Annahmen können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen, des Eigenkapitals sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen; vgl. auch die Ausführungen unter Anhang-Nr. 14.

Rechtliche Risiken

Wie unter Anhang-Nr. 20 dargestellt, sind thyssenkrupp Unternehmen in einigen Fällen Parteien in Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Fälle könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Informationen zu diesen Fällen und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Im Rahmen der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen thyssenkrupp Unternehmen oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 hat thyssenkrupp die nachfolgenden Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse hatten:

Änderungen an IAS 12 "Income Taxes": "Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses", Veröffentlichung im Januar 2016
Änderungen an IAS 7 "Statements of Cash Flows": "Disclosure Initivative", Veröffentlichung im Januar 2016

Veröffentlichte, aber 2017/ 2018 noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB hat die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert:

Im Juli 2014 hat das IASB die finale Version von IFRS 9 "Financial Instruments" veröffentlicht. Der neue Standard beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, grundlegende Änderungen der Vorschriften zur Wertminderung finanzieller Vermögenswerte sowie überarbeitete Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Die neuen Regelungen sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt; eine frühere Anwendung ist zulässig.

Der Konzern wird IFRS 9 erstmalig im Geschäftsjahr beginnend am 1. Oktober 2018 anwenden und aufgrund der Vereinfachungsoptionen Vergleichsinformationen für Vorperioden hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung sowie Wertminderung nach IFRS 9 nicht angegeben. Die daraus resultierenden Umstellungseffekte werden in den Gewinnrücklagen erfasst. Die neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden prospektiv angewendet.

Bei der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte wird der Konzern einen Teil der bisher ausschließlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zukünftig als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis klassifizieren. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumente werden zukünftig erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hieraus resultieren keine Ergebniseffekte.

Im Rahmen des neuen Wertminderungsmodells werden erwartete Verluste berücksichtigt (Expected Loss Model) und in höherem Maße zukunftsorientierte Informationen verwendet. Zur Umsetzung der neuen Vorschriften zu den Wertminderungen wurden geeignete Modelle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelt. thyssenkrupp wird das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 anwenden und die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen berücksichtigen. Die Erfassung erwarteter Verluste nach dem neuen Wertberichtigungsmodell führt tendenziell zu einer früheren Bilanzierung von Wertberichtigungen. Aus der Umstellung resultiert eine Erhöhung der Wertberichtigungen von voraussichtlich 55 Mio €, die in der Eröffnungsbilanz zum 1. Oktober 2018 erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst wird; davon entfällt 1 Mio € auf die nicht fortgeführten Aktivitäten.

Alle bestehenden designierten Sicherungsbeziehungen erfüllen die Vorschriften des IFRS 9 und werden fortgeführt. In einigen Fällen kann zukünftig die Absicherung von Komponenten angewendet werden. Die Option, Sicherungskosten im Zusammenhang mit designierten Sicherungsbeziehungen zunächst im sonstigen Ergebnis zu erfassen, wird angewendet. Dies reduziert die Ergebnisvolatilität weiter.

Im Mai 2014 hat das IASB den neuen Standard IFRS 15 "Revenue from Contracts with Customers" veröffentlicht. Zielsetzung des neuen Standards zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Gleichzeitig werden einheitliche Grundprinzipien festgelegt, die für alle Branchen und für alle Arten von Umsatztransaktionen anwendbar sind. Im April 2016 wurden einige Klarstellungen zum IFRS 15 veröffentlicht, die vornehmlich die Identifizierung von separaten Leistungsverpflichtungen sowie die Abgrenzung Prinzipal und Agent betreffen.

IFRS 15 ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Konzern macht von der Möglichkeit einer vorzeitigen Erstanwendung des IFRS 15 keinen Gebrauch, sondern wendet IFRS 15 erstmals für das am 1. Oktober 2018 beginnende Geschäftsjahr 2018/ 2019 (IFRS 15-Umstellungsjahr) an. Die Erstanwendung erfolgt nach der vollständig retrospektiven Methode, d.h. die Umstellungseffekte werden zu Beginn der Vergleichsperiode am 1. Oktober 2017 kumuliert direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Hierbei macht der Konzern von den in IFRS 15 gewährten praktischen Erleichterungen Gebrauch. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere zum 1. Oktober 2017 keine Neubewertung solcher Verträge vorgenommen, die innerhalb desselben Geschäftsjahres begonnen und erfüllt wurden oder am 1. Oktober 2017 vollständig erfüllt waren.

Auf Grundlage des derzeitigen Erkenntnisstandes ergeben sich zu Beginn der Vergleichsperiode am 1. Oktober 2017 im Vergleich zur Konzernbilanz am 30. September 2017 folgende IFRS 15-Umstellungseffekte:

Das Eigenkapital vermindert sich durch die erfolgsneutrale Erfassung von kumulierten Anpassungseffekten (nach latenten Steuern) als Folge der IFRS 15-Erstanwendung insgesamt unwesentlich um 1 Mio €. Erhöhend wirkt mit 11 Mio € die bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nach IFRS 15 erforderliche Aktivierung von Kosten für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden innerhalb der langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte. Kompensierend sind hauptsächlich Abnahmen durch Umsatz- und Ergebnisverschiebungen. Diese resultieren aus der Verwendung bestimmter Incoterms in Verträgen mit Kunden über die Lieferung von Produkten, die unter IFRS 15 zur Berücksichtigung separater Leistungsverpflichtungen für die Erbringung von Transport- und/oder Versicherungsdienstleistungen führen, deren Umsatzerfassung nach IFRS 15 zeitraumbezogen und im Gegensatz zu IAS 18 nicht mehr im Zeitpunkt der Lieferung der entsprechenden Produkte erfolgt. Darüber hinaus liegt bei der Lieferung von Produkten an Kunden unter Verwendung bestimmter Incoterms der Kontrollübergang gemäß IFRS 15 auf den Kunden erst dann vor, wenn die betreffenden Produkte an den Kunden übergeben werden; eine bisher unter IAS 18 vorgenommene frühere Umsatzerfassung bereits zum Zeitpunkt des Übergangs der wesentlichen Chancen und Risiken auf den Kunden ist nach IFRS 15 nicht mehr möglich.
Die Bilanzsumme erhöht sich durch die IFRS 15-Erstanwendung insgesamt um 638 Mio €. Hierzu hat mit 601 Mio € vor allem die durch IFRS 15 erstmals explizit geforderte bilanzielle Berücksichtigung von fälligen, aber noch nicht von Kunden in Form von Zahlungsmitteln geleisteten Anzahlungen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions beigetragen. Diese bilanzielle Berücksichtigung führte zu einer entsprechenden Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der gemäß IFRS 15 gesondert in der Bilanz auszuweisenden Vertragsverbindlichkeiten.
Trotz der angesprochenen Zunahmen aus der bilanziellen Berücksichtigung von fälligen Kundenanzahlungen vermindern sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insgesamt um 897 Mio €. Dies resultierte mit 1.403 Mio € insbesondere aus der Umgliederung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen der Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions in die unter IFRS 15 gesondert auszuweisenden Vertragsvermögenswerte sowie mit 103 Mio € aus der bei bestimmten Geschäftsmodellen im Automobilzuliefer-Bereich der Business Area Components Technology aufgrund der - abweichend zu IAS 18 - nach IFRS 15 gegebenen Agententätigkeit als Folge der Konkretisierung der Prinzipal-Agenten-Definition in IFRS 15 über das Kontroll-Prinzip.
Nach IFRS 15 ergeben sich Vertragsvermögenswerte in Höhe von insgesamt 1.367 Mio €, die im Wesentlichen die zuvor angesprochenen Umgliederungen von Forderungen aus Fertigungsaufträgen betreffen.
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte steigen um 164 Mio €. Die Zunahme resultiert hauptsächlich aus Forderungen gegenüber Kunden im Zusammenhang mit der angesprochenen Agententätigkeit bei bestimmten Geschäftsmodellen im Automobilzuliefer-Bereich.
Bei den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen ergibt sich ein Anstieg um insgesamt 137 Mio €, der insbesondere aus dem nach IFRS 15 geänderten Bilanzausweis von Verlusten aus Fertigungsaufträgen resultiert.
Nach IFRS 15 ergeben sich Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 4.858 Mio €. Ursächlich sind insbesondere Umgliederungen aus den kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten, die mit 3.356 Mio € Umgliederungen von Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions sowie mit 991 Mio € Umgliederungen von erhaltenen Anzahlungen betreffen. Darüber hinaus erfolgt hier mit 601 Mio € die durch IFRS 15 explizit geforderte bilanzielle Berücksichtigung von fälligen, aber noch nicht von Kunden in Form von Zahlungsmitteln geleisteten Anzahlungen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions. Gegenläufig wirkte vor allem der zuvor erwähnte geänderte Bilanzausweis von Verlusten aus Fertigungsaufträgen.
Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten vermindern sich deutlich um 4.343 Mio €. Ursächlich sind insbesondere die zuvor angesprochenen Umgliederungen von Verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen und von erhaltenen Anzahlungen in die gemäß IFRS 15 gesondert auszuweisenden Vertragsverbindlichkeiten.

Auf Grundlage des derzeitigen Erkenntnisstandes ergeben sich hinsichtlich der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Vergleichsgeschäftsjahr 2017/ 2018 folgende IFRS 15-Umstellungseffekte:

Aufgrund der bereits angesprochenen durch IFRS 15 erfolgten Konkretisierung der Prinzipal-Agenten-Definition über das Kontroll-Prinzip bei bestimmten Geschäftsmodellen im Automobilzuliefer-Bereich der Business Area Components Technology kommt es zu einer signifikanten Verminderung der ausgewiesenen Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten um 1.210 Mio € als Folge des erweiterten Netto-Ausweises von Agentenumsätzen. Eine Ergebnisauswirkung ergibt sich hieraus aufgrund einer entsprechenden Verminderung der Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten jedoch nicht. Die ausgewiesene prozentuale Umsatzmarge (bezogen auf das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten) erhöht sich insgesamt um 0,1 %-Punkte, wobei die Umsatzmarge (bezogen auf das Bereinigte EBIT) der Business Area Components Technology um 0,5%-Punkte höher ausgewiesen wird.

Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten mit 706 Mio € sowie der Jahresüberschuss mit 60 Mio € sind insgesamt unverändert.

Im Januar 2016 hat das IASB den neuen Standard IFRS 16 "Leases" veröffentlicht, der den bisherigen Leasing-Standard IAS 17 sowie die zugehörigen Interpretationen ersetzen wird. Der neue Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, sofern IFRS 15 ebenfalls angewendet wird. Der Konzern wird IFRS 16 erstmalig im Geschäftsjahr beginnend am 1. Oktober 2019 anwenden.

Im Rahmen des Übergangs hat sich der Konzern für die Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes entschieden. Demzufolge ist keine Anpassung der Vergleichsinformationen vorzunehmen. Die kumulierten Umstellungseffekte zum 1. Oktober 2019 werden grundsätzlich in den Gewinnrücklagen zu erfasst. Weiterhin ist beabsichtigt, bei der Erstanwendung von IFRS 16 die Nutzungsrechte betragsgleich mit der Leasing-Verbindlichkeit anzusetzen.

Für den Leasingnehmer sieht der neue Standard ein einheitliches Bilanzierungsmodell vor: Leasingverträge sind als Nutzungsrecht und korrespondierende Verbindlichkeit bilanziell zu erfassen. Ausgenommen sind, sofern die entsprechenden Wahlrechte ausgeübt werden, geringwertige Vermögenswerte und Leasingverträge mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten. IFRS 16 unterscheidet sich bei der Leasinggeberbilanzierung nicht wesentlich von IAS 17. Für Leasinggeber ist weiterhin zwischen Finance Lease und Operating Lease zu unterscheiden.

thyssenkrupp schließt Leasingverträge im Wesentlichen als Operating-Leasingnehmer ab. Mit der Anwendung von IFRS 16 ergeben sich die folgenden Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns: Hinsichtlich der unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesenen Mindestmietzahlungen aus Operating Lease wird die Erstanwendung des Standards zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte durch die Bilanzierung von Nutzungsrechten führen. Entsprechend werden sich die Finanzschulden durch den Ausweis der korrespondierenden Verbindlichkeiten erhöhen. Zudem wird sich die Art der Aufwendungen aus diesen Leasingverhältnissen ändern, da IFRS 16 die bisherigen linearen Aufwendungen für Operating Lease durch die Abschreibungen der Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die Verbindlichkeiten ersetzt. Darüber hinaus ist nach IFRS 16 der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen als Bestandteil des Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zu zeigen, so dass sich der Operating Cashflow verbessern wird.

Der Konzern hat ein konzernübergreifendes Projekt zur Implementierung des neuen Standards aufgesetzt. Die quantitativen Auswirkungen auf den Konzernabschluss lassen sich noch nicht verlässlich benennen. Das derzeitige Operating-Lease-Volumen ist in Anhang-Nr. 20 ersichtlich.

Neben den zuvor im einzelnen dargestellten Standards hat das IASB noch weitere Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht verpflichtend ist und deren Anwendbarkeit teilweise noch die Übernahme in das EU-Recht ("Endorsement") erfordert. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendungen dieser Standards, Interpretationen und Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden:

Änderungen an IFRS 10 "Consolidated Financial Statements" und IAS 28 "Investments in Associates and Joint Ventures (2011)": "Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture", Veröffentlichung im September 2014, erstmalige Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
Änderungen an IFRS 2 "Share-based Payment": "Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions", Veröffentlichung im Juni 2016, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2018 / 2019
Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2014-2016, Veröffentlichung im Dezember 2016, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2017 / 2018 bzw. im Geschäftsjahr 2018/ 2019
IFRIC 22: "Foreign Currency Transactions and Advance Consideration", Veröffentlichung im Dezember 2016, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2018/2019
Änderungen an IAS 40: "Transfers of Investment Property", Veröffentlichung im Dezember 2016, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2018/2019
IFRIC 23: "Uncertainty over Income Tax Treatments", Veröffentlichung im Juni 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019/2020
Änderungen an IFRS 9 "Financial Instruments", Veröffentlichung im Oktober 2017, erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019 /2020
Änderungen an IAS 28: "Investments in Associates and Joint Ventures", Veröffentlichung im Oktober 2017, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019/ 2020
Annual-Improvements-Process-Projekt für den Zyklus 2015-2017, Veröffentlichung im Dezember 2017, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019/2020
Änderungen an IAS 19: "Plan Amendment, Curtailment or Settlement", Veröffentlichung im Februar 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2019/2020
Änderungen am IFRS Rahmenkonzept: "Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards", Veröffentlichung im März 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020/2021
Änderungen an IFRS 3: "Definition of a Business (Amendments to IFRS 3)", Veröffentlichung im Oktober 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung auf Unternehmenszusammenschlüsse mit Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2020
Änderungen an IAS 1 und IAS 8: "Definition of Material (Amendments to IAS 1 and IAS 8)", Veröffentlichung im Oktober 2018, Übernahme in EU-Recht noch ausstehend, voraussichtliche erstmalige Anwendung im Geschäftsjahr 2020/2021

02 Konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen

Zusammensetzung des Konsolidierungskreises

Die nachfolgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2016 / 2017 und 2017 / 2018 dar:

VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

Anzahl konsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand am 30.09.2016 122 349 471
Zugänge 4 26 30
Abgänge -18 -22 -40
Stand am 30.09.2017 108 353 461
Zugänge 4 6 10
Abgänge -9 -13 -22
Stand am 30.09.2018 103 346 449

Die Zugänge in 2017 / 2018 resultieren aus Erwerben und Gründungen, während die Abgänge im Wesentlichen auf konzerninterne Verschmelzungen zurückzuführen sind. Zu weiteren Details vgl. die nachfolgenden Ausführungen unter "Erwerbe und Abgänge" in dieser Anhang-Nr. und in Anhang-Nr. 03.

6 (Vorjahr: 7) Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden nicht konsolidiert; ihr Umsatz beträgt 0,004% des gesamten Konzernumsatzes, ihr Ergebnis 0,02% des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr Eigenkapital 0,68% des Konzerneigenkapitals.

11 (Vorjahr: 12) assoziierte Unternehmen und 12 (Vorjahr: 13) Joint Ventures werden im Konzern nach der Equity-Methode bewertet. Darüber hinaus werden 7 (Vorjahr: 8) assoziierte Unternehmen wegen der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bewertet; das anteilige Ergebnis dieser assoziierten Unternehmen von untergeordneter Bedeutung beträgt 0,34% des gesamten Konzernergebnisses (vor Steuern) und ihr anteiliges Eigenkapital 0,26% des Konzerneigenkapitals.

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben.

Strukturierte Unternehmen

thyssenkrupp bezieht 4 (Vorjahr: 4) strukturierte Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Bei einem dieser strukturierten Unternehmen handelt es sich um die Betreibergesellschaft einer zur Produktion von Koks gemieteten Anlage. Diese Betreibergesellschaft ist Leasingnehmer im Rahmen eines Operating-Lease-Verhältnisses, so dass die Verpflichtungen aus den künftigen Mindestmietzahlungen Bestandteil der im Konzernabschluss enthaltenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind. Das maximale Verlustrisiko des Konzerns aus dieser Anlage beläuft sich auf 61 Mio € und resultiert aus der im Wesentlichen durch Dritte übernommenen Restwertgarantie für die Anlage zum Ende des Mietvertrages (vgl. Anhang-Nr. 20). Bei dem anderen strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Leasingobjektgesellschaft, die zur Realisierung des zweiten Bauabschnittes des thyssenkrupp Quartiers gegründet wurde. Das Leasingobjekt und die entsprechenden Verbindlichkeiten sind im Konzernabschluss enthalten. Verpflichtungen zur finanziellen Unterstützung bestehen nicht. Die beiden anderen strukturierten Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Darüber hinaus unterhält thyssenkrupp vertragliche Beziehungen zu 3 (Vorjahr: 3) nicht beherrschten strukturierten Unternehmen. Hieran hält der Konzern maximal Anteile in Höhe von 1 %. Bei einem dieser Unternehmen handelt es sich um die Eigentümergesellschaft und den Operating-Lease-Geber der vom thyssenkrupp Konzern zur Produktion von Koks gemieteten Anlage. Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen bestehen vertragliche Beziehungen zu einem strukturierten Unternehmen, an dem der Konzern keine Anteile hält. Zu dem weiteren, nicht beherrschten strukturierten Unternehmen besteht ein Dienstleistungsvertrag mit einem Konzernunternehmen. Aus diesen Verträgen potenziell entstehende Verluste sind bereits in den unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Abnahmeverpflichtungen enthalten (vgl. Anhang-Nr. 20).

Erwerbe und Abgänge

Geschäftsjahr 2017/ 2018

Im 2. Quartal 2017 / 2018 wurde nach Abschluss der Analyse der einzelnen Projekte die Kaufpreisallokation für die Anfang April 2017 erfolgte vollständige Übernahme von Atlas Elektronik finalisiert. Sie führte gegenüber der vorläufigen Kaufpreisallokation zu einer Erhöhung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um 4 Mio € und der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 5 Mio €, während sich die passiven latenten Steuern um 2 Mio € verminderten.

Insgesamt stellt sich die finale Kaufpreisallokation wie folgt dar:

ERWERB ATLAS ELEKTRONIK GRUPPE

Mio €
Firmenwert 93
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 192
Sachanlagen 86
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 13
Vorräte 132
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 235
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 47
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 37
Laufende Ertragsteueransprüche 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 167
Summe Vermögenswerte 1.017
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 176
Passive latente Steuern 62
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 104
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 296
Summe Verbindlichkeiten 700
Netto-Reinvermögen 316
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreis (durch Zahlungsmittel und beizulegenden Zeitwert der Equity-Beteiligung) 316
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 155

Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 tätigte der Konzern nur kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren. Die Summe der Kaufpreise betrug 29 Mio € und entfällt mit 27 Mio € auf immaterielle Vermögenswerte und mit 3 Mio € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Daneben erfolgten im Konzern im Geschäftsjahr 2017 / 2018 keine Verkäufe.

Geschäftsjahr 2016/ 2017

Anfang April 2017 wurde die vollständige Übernahme von Atlas Elektronik durch thyssenkrupp abgeschlossen, nachdem zuvor auch die Bundesregierung und die Kartellbehörden dem Erwerb des 49 %-Anteils von Airbus zugestimmt hatten. thyssenkrupp hielt bereits einen 51%-Anteil an Atlas Elektronik und führte das Unternehmen gemeinsam mit Airbus in Form eines Joint-Ventures, welches nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Nach dem vollständigen Erwerb wird die Atlas Elektronik Gruppe vollkonsolidiert.

Die Atlas Elektronik Gruppe ist ein international aufgestelltes maritimes Hochtechnologieunternehmen, das Schiffe mit Elektroniksystemen ausrüstet, und seit vielen Jahren Technologiepartner von thyssenkrupp Marine Systems. Durch die Übernahme stellt sich der Bereich Marine Systems der Business Area Industrial Solutions als ganzheitlicher Systemanbieter neu auf und kann sich strategische Vorteile im weltweiten Wettbewerb im Unter- und Überwassermarineschiffbau verschaffen.

Unmittelbar vor dem Erwerb des Restanteils betrug der Wert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung 111 Mio €. Dieser erhöhte sich aufgrund der Neubewertung im Rahmen des Erwerbs unter Berücksichtigung des Kaufpreises für den erworbenen 49%-Anteil auf 161 Mio €; der daraus resultierende Gewinn in Höhe von 50 Mio € ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag ausgewiesen. Der Kaufpreis für den Erwerb des 49 %-Anteils betrug 155 Mio €. Gegenüber den vorläufigen Werten zum Erwerbszeitpunkt haben sich durch die noch andauernde Kaufpreisallokation insbesondere die sonstigen immateriellen Vermögenswerte erhöht. Dies war die Hauptursache für die Verringerung des vorläufigen Firmenwerts um 162 Mio € auf 93 Mio €, der insbesondere Werte wie Know-how enthält. Die Kaufpreisallokation ist derzeit noch nicht final, da die Analyse der einzelnen Projekte aufgrund der komplexen und kundenindividuellen Gestaltung sowie der dafür notwendigen vielzähligen Informationen noch nicht abgeschlossen werden konnte; insofern sind insbesondere immaterielle Vermögenswerte sowie mit Projekten verbundene Rückstellungen und der korrespondierende Firmenwert vorläufig.

Unter Berücksichtigung der noch nicht abgeschlossenen Kaufpreisallokation wirkte sich der Erwerb wie folgt auf den Konzernabschluss aus:

ERWERB ATLAS ELEKTRONIK GRUPPE

Mio €
Firmenwert 93
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 192
Sachanlagen 86
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 3
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1
Aktive latente Steuern 13
Vorräte 132
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 235
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 44
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 37
Laufende Ertragsteueransprüche 10
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 167
Summe Vermögenswerte 1.013
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 176
Passive latente Steuern 63
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 2
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 99
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 34
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 296
Summe Verbindlichkeiten 697
Netto-Reinvermögen 316
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreis (durch Zahlungsmittel und beizulegenden Zeitwert der Equity-Beteiligung) 316
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 155

Seit der Vollkonsolidierung im Konzern mit Wirkung zum 3. April 2017 hat die Atlas Elektronik Gruppe Umsätze von rund 168 Mio € und ein Ergebnis vor Steuern von rund -4 Mio € generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2016 / 2017 enthalten sind. Hätte der Erwerb stattdessen bereits zum 1. Oktober 2016 stattgefunden, so hätte die Atlas Elektronik Gruppe zusätzlich mit Umsätzen von rund 196 Mio € und einem Ergebnis vor Steuern von rund -17 Mio € zum Konzern beigetragen.

Im Geschäftsjahr 2016/ 2017 erwarb der Konzern darüber hinaus im Dezember 2016 die brasilianischen Ecosteel-Gesellschaften und tätigte weitere kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

WEITERE ERWERBE

Mio € 2016 / 2017
Firmenwert 14
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5
Sachanlagen 31
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 20
Aktive latente Steuern 1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3
Laufende Ertragsteueransprüche 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5
Summe Vermögenswerte 80
Passive latente Steuern 1
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 3
Summe Verbindlichkeiten 9
Netto-Reinvermögen 71
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 71
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 67

Mit Ausnahme des Verkaufs des brasilianischen Stahlwerks CSA Siderúrgica do Atlantico (CSA) (vgl. dazu Anhang-Nr. 03) tätigte der Konzern im Geschäftsjahr 2016/ 2017 nur kleinere Verkäufe, die jeder für sich genommen und in Summe alle nicht wesentlich waren.

03 Nicht fortgeführte Aktivitäten

Geschäftsjahr 2017/ 2018

Ende Juni 2018 hat thyssenkrupp mit Tata Steel einen Vertrag zur Schaffung eines neuen Unternehmens unterzeichnet. Hierfür sollen die europäischen Stahlaktivitäten beider Unternehmen in einem 50/50-Joint-Venture zusammengeschlossen werden. Das angestrebte neue Unternehmen wird ein europäischer Flachstahlanbieter sein, der als Qualitäts- und Technologieführer positioniert werden soll. Es werden jährlich wiederkehrende Synergien von 400 bis 500 Mio € sowie weitere Synergien bei Investitionen und einer Optimierung des Working Capital erwartet. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Sie umfasst die Business Area Steel Europe, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus der Business Area Materials Services und einzelne Gesellschaften aus Corporate. Gemäß IFRS 5 werden für die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten in der aktuellen Berichtsperiode alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung und alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. In der Bilanz erfolgt der separate Ausweis der auf die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nur zum aktuellen Stichtag. In Verbindung mit der eingeleiteten Veräußerung erfolgt die Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unverändert zum Buchwert, da dieser niedriger als der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist. Mit der Klassifizierung als nicht fortgeführte Aktivität werden langfristige Vermögenswerte nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

NICHT FORTGEFÜHRTE STAHLAKTIVITÄTEN

Mio € 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte 457
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 3.040
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 84
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 13
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 90
Aktive latente Steuern 136
Vorräte 2.250
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 832
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 243
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 67
Laufende Ertragsteueransprüche 21
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 19
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 7.252
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.709
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 163
Sonstige langfristige Rückstellungen 279
Passive latente Steuern 31
Langfristige Finanzschulden 104
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 8
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 359
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 18
Kurzfristige Finanzschulden 38
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.266
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 169
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 285
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 6.430

Die Ergebnisse der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten stellen sich wie folgt dar:

NICHT FORTGEFÜHRTE STAHLAKTIVITÄTEN

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018
Umsatzerlöse 7.454 7.968
Andere Erträge 58 84
Aufwendungen -7.075 -7.547
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 437 505
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -178 -247
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 259 258
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 259 258
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 251 254
Nicht beherrschende Anteile 7 4

Geschäftsjahr 2016/ 2017

Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung hat sich thyssenkrupp Ende Februar 2017 mit Ternium über den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA als wesentlichen Bestandteil der Business Area Steel Americas verständigt. Nach der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden wurde der Verkauf Anfang September 2017 abgeschlossen. Die Transaktion erfüllt die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis der Business Area Steel Americas als nicht fortgeführte Aktivität. Somit werden in der aktuellen Berichtsperiode bis zum Abgang von Steel Americas alle Aufwendungen und Erträge separat in der Gewinn- und Verlustrechnung und alle Cashflows separat in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen und der Vorperiodenausweis entsprechend angepasst. Infolge des Anfang September 2017 erfolgten Verkaufs entfällt der ansonsten in der Bilanz zum aktuellen Stichtag vorzunehmende separate Ausweis der auf Steel Americas entfallenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten; nach IFRS 5 hat eine Anpassung der Vorjahresperiode der Bilanz nicht zu erfolgen.

In Verbindung mit der eingeleiteten Veräußerung erfolgte die Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten; dieser betrug 1,5 Mrd € (Enterprise Value). Hieraus resultierte im 2. Quartal 2016 / 2017 aus der unmittelbar vor der Umgliederung erforderlichen Abwertung nach IAS 36 ein Wertmindungsaufwand in Höhe von 808 Mio €. Davon betreffen 8 Mio € Firmenwerte, 1 Mio € sonstige immaterielle Vermögenswerte, 83 Mio € Grundstücke und Bauten, 555 Mio € technische Anlagen und Maschinen, 1 Mio € andere Anlagen und 160 Mio € sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte. Die Aufwendungen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)" enthalten.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Steel Americas zum Zeitpunkt des Abgangs aus dem Konzern dargestellt:

NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT STEEL AMERICAS

Mio €
Immaterielle Vermögenswerte 2
Sachanlagen 1.077
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 102
Aktive latente Steuern 16
Vorräte 380
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 9
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 173
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 235
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 2.053
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 185
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 186
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 80
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 55
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 508
Abgehendes Reinvermögen 1.545
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -223
Gewinn aus dem Abgang 327
Verkaufspreis 1.649
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 1.649

Die Ergebnisse der Business Area Steel Americas stellen sich bis zum Verkauf wie folgt dar:

NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT STEEL AMERICAS

Mio € 2015 / 2016 2016 / 2017
Umsatzerlöse 1.263 1.525
Andere Erträge 225 325
Aufwendungen -1.527 -2.880
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) -39 -1.031
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -56 -86
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -96 -1.117
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 0 327
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 -71
Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 256
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -96 -861
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -15 -861
Nicht beherrschende Anteile -80 0

Erläuterungen zur Konzernbilanz

04 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Mio € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Entwicklungskosten, eigenentwickelte Software und Website Firmenwerte Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2016 1.845 757 4.413 7.015
Währungsunterschiede -36 -19 -112 -167
Veränderung Konsolidierungskreis 195 1 109 306
Zugänge 99 64 0 163
Umbuchungen 50 3 1 54
Abgänge -22 -7 0 -28
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -25 0 -8 -33
Stand am 30.09.2017 2.104 800 4.405 7.309
Währungsunterschiede -2 4 9 12
Veränderung Konsolidierungskreis 10 0 18 27
Zugänge 48 68 0 115
Umbuchungen 24 18 -2 40
Abgänge -35 -3 0 -38
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -180 -280 -378 -838
Stand am 30.09.2018 1.969 607 4.052 6.629
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2016 1.273 522 650 2.445
Währungsunterschiede -24 -14 -22 -61
Veränderung Konsolidierungskreis -1 0 0 -1
Abschreibungen 97 39 0 136
Wertminderungsaufwendungen 8 16 8 32
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 5 -3 0 3
Abgänge -19 -7 0 -26
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -24 0 -8 -32
Stand am 30.09.2017 1.315 554 628 2.497
Währungsunterschiede 0 4 4 8
Veränderung Konsolidierungskreis -1 0 0 -1
Abschreibungen 104 45 0 149
Wertminderungsaufwendungen 3 1 0 4
Wertaufholungen 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 -4 -4
Abgänge -34 -3 0 -36
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -158 -164 -58 -381
Stand am 30.09.2018 1.229 436 570 2.235
Nettowerte
Stand am 1.10.2016 573 235 3.763 4.570
Stand am 30.09.2017 790 246 3.777 4.813
Stand am 30.09.2018 740 171 3.482 4.393

Wertminderungen auf Firmenwerte

Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

In 2016 / 2017 ergab sich in der Business Area Steel Americas außerhalb der jährlichen Überprüfung im Rahmen des eingeleiteten Verkaufs des brasilianischen Stahlwerks CSA eine Wertminderung in Höhe von 8 Mio €, die den Firmenwert aus dem innerjährlichen Erwerb der brasilianischen Ecosteel-Gesellschaften betraf (vgl. Anhang-Nr. 03).

Firmenwerte

Die Firmenwerte (ohne Firmenwerte für nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen) sind den Cash Generating Units (CGUs) der Business Areas zugeordnet. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswertes mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode. Dabei werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der bottom-up erstellten und vom Management der thyssenkrupp AG genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Cashflows jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer Annahmen für die ewige Rente modifiziert. Eine geschäftsspezifische, nachhaltige Wachstumsrate wird berücksichtigt; diese beträgt in der Regel 1,5%. Der zur Diskontierung verwendete Gesamtkapitalkostensatz basiert auf dem risikofreien Zinssatz in Höhe von 1,0% (Vorjahr: 1,25%) sowie auf einer Marktrisikoprämie von unverändert 6,5%. Darüber hinaus werden der Beta-Faktor, die Fremdkapitalkosten sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt, die jeweils individuell für jede CGU auf Basis einer entsprechenden Peer-Group abgeleitet wurden. Zusätzlich werden CGU-spezifische Steuersätze und Länderrisikoprämien angesetzt. Zur Diskontierung der Cashflows werden Nach-Steuer-Diskontierungssätze zugrunde gelegt, aus denen anschließend auf Basis einer iterativen Berechnung die nachfolgend dargestellten Vor-Steuer-Diskontierungssätze ermittelt werden:

VOR-STEUER-DISKONTIERUNGSSÄTZE

Bandbreiten
in % 30.09.2017 30.09.2018
--- --- ---
Components Technology 8,5 - 11,7 7,4 - 10,6
Elevator Technology 10,3 - 13,4 10,2 - 13,2
Industrial Solutions 9,1 - 12,9 8,2 - 12,5
Materials Services 6,2 - 10,9 6,3 - 11,4
Corporate 8,3 7,3

Zur Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Im thyssenkrupp Konzern wurden für die fortgeführten Aktivitäten 20 CGUs identifiziert. Davon ist 16 CGUs ein Firmenwert zugeordnet. Zum 30. September 2018 beträgt der auf die fortgeführten Aktivitäten entfallende Gesamtfirmenwert 3.482 Mio €. 68% dieses Firmenwertes entfallen auf die CGUs Americas, Europe / Africa und Marine Systems, die in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

WESENTLICHE FIRMENWERTE

CGU (Business Area) Buchwert des der CGU zugeordneten Firmenwertes f

in Mio €
Anteil am Gesamtfirmenwert

in %
Diskontierungssatz (vor Steuern)

in %
Wachstumrate

in %
Beschreibung der Grundannahmen für die Unternehmensplanung Darlegung der Vorgehensweise zur Wertbestimmung der Grundannahmen
Americas (Elevator Technology) 948 27% 10,2% 1,4% - Beschaffungspreise - Wechselkurse und Zinsen Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten sowie externe lokale Marktstudien
Europe / Africa (Elevator Technology) 366 11% 10,8% 1,4% - Wachstumsraten der Märkte - Konjunkturzyklen Berücksichtigung der von der thyssenkrupp AG vorgegebenen volkswirtschaftlichen Rahmendaten sowie externe lokale Marktstudien
Marine Systems (Industrial Solutions) 1.041 30% 8,2 % 1,5% - Wachstumsraten der Märkte - Umsetzung der geplanten Maßnahmen Berücksichtigung der langfristigen Haushaltsplanungen der potenziellen Kunden und ggf. konkrete Verhandlungen mit den Kunden

Aus dem jährlich durchgeführten Firmenwert-Impairment-Test ergab sich bei keiner CGU ein Wertminderungsbedarf, da der erzielbare Betrag in allen Fällen über dem Buchwert der CGU lag.

Zum 30. September 2018 lag wie im Vorjahr bei jeder CGU der erzielbare Betrag mehr als 10% über dem Buchwert.

Wertminderungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen auf die übrigen immateriellen Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten enthalten.

In 2016 / 2017 wurden in der Business Area Components Technology in der Business Unit Camshafts aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 11 Mio € wertberichtigt, da die Werthaltigkeit aufgrund fehlender zukünftiger Cashflows nicht mehr gegeben ist.

05 Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien)

Die Sachanlagen des Konzerns entwickelten sich wie folgt:

ENTWICKLUNG SACHANLAGEN

Mio € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleaste Sachanlagen (Finance Lease) Verleaste Sachanlagen (Operating Lease) Anlagen im Bau
Bruttowerte
Stand am 1.10.2016 6.202 24.500 2.203 127 104 898
Währungsunterschiede -96 -525 -24 -1 0 -25
Veränderung Konsolidierungskreis 13 37 20 1 0 4
Zugänge 73 490 155 5 0 674
Umbuchungen 215 433 41 -1 -7 -606
Abgänge -57 -300 -83 -11 -4 -2
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -806 -6.537 -29 -5 0 -69
Stand am 30.09.2017 5.545 18.098 2.283 115 93 875
Währungsunterschiede -12 -66 -10 0 0 -4
Veränderung Konsolidierungskreis 10 -8 1 0 -5 -3
Zugänge 79 336 158 2 0 555
Umbuchungen 98 426 78 -13 -10 -557
Abgänge -54 -120 -123 -6 -11 -1
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -2.491 -12.084 -1.016 -30 -30 -170
Stand am 30.09.2018 3.176 6.581 1.372 69 38 695
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2016 3.646 19.589 1.723 84 48 7
Währungsunterschiede -60 -461 -17 -1 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis -24 -14 -1 1 0 0
Abschreibungen 124 698 155 7 1 0
Wertminderungsaufwendungen 85 567 5 0 2 0
Wertaufholungen -1 0 0 0 0 0
Umbuchungen 27 -12 -3 -2 -2 0
Abgänge -38 -274 -76 -10 -2 -1
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -630 -5.713 -20 -4 0 0
Stand am 30.09.2017 3.129 14.380 1.766 75 48 7
Währungsunterschiede -2 -43 -7 0 0 0
Veränderung Konsolidierungskreis 4 -10 0 0 -4 0
Abschreibungen 114 578 140 5 0 0
Wertminderungsaufwendungen 3 6 1 0 0 9
Wertaufholungen 0 0 0 0 0 0
Umbuchungen 10 2 -1 -8 -3 0
Abgänge -38 -116 -109 -6 -7 0
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -1.844 -10.088 -815 -20 -14 0
Stand am 30.09.2018 1.375 4.708 975 47 19 15
Nettowerte
Stand am 1.10.2016 2.556 4.911 480 43 56 891
Stand am 30.09.2017 2.416 3.718 516 41 46 868
Stand am 30.09.2018 1.800 1.874 397 22 19 680
Mio € Insgesamt
Bruttowerte
Stand am 1.10.2016 34.035
Währungsunterschiede -672
Veränderung Konsolidierungskreis 75
Zugänge 1.397
Umbuchungen 75
Abgänge -457
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -7.445
Stand am 30.09.2017 27.009
Währungsunterschiede -92
Veränderung Konsolidierungskreis -5
Zugänge 1.131
Umbuchungen 22
Abgänge -314
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -15.821
Stand am 30.09.2018 11.931
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
Stand am 1.10.2016 25.098
Währungsunterschiede -538
Veränderung Konsolidierungskreis -38
Abschreibungen 984
Wertminderungsaufwendungen 659
Wertaufholungen -1
Umbuchungen 8
Abgänge -401
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -6.368
Stand am 30.09.2017 19.403
Währungsunterschiede -52
Veränderung Konsolidierungskreis -10
Abschreibungen 837
Wertminderungsaufwendungen 18
Wertaufholungen 0
Umbuchungen 0
Abgänge -277
Umgliederung w/Ausweis als zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte -12.781
Stand am 30.09.2018 7.139
Nettowerte
Stand am 1.10.2016 8.938
Stand am 30.09.2017 7.605
Stand am 30.09.2018 4.791

Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen werden zum größten Teil in den Umsatzkosten ausgewiesen und in geringerem Umfang in den Vertriebs- und Verwaltungskosten.

In 2016 / 2017 wurde im 2. Quartal der Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA eingeleitet und im 4. Quartal vollzogen. Die Transaktion erfüllte die Kriterien für einen Ausweis der Business Area Steel Americas als nicht fortgeführte Aktivität. Im Zusammenhang mit der eingeleiteten Veräußerung erfolgte die Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gemäß IFRS 5 zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis des Enterprise Value. Hieraus resultierten aus der unmittelbar vor der Umgliederung erforderlichen Abwertung nach IAS 36 Wertminderungsaufwendungen von 83 Mio € auf Grundstücke und Bauten, von 555 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen sowie von 1 Mio € auf andere Anlagen, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)" enthalten sind (vgl. Anhang-Nr. 03).

Die Sachanlagen enthalten auch geleaste Grundstücke und Bauten in Höhe von 18 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €), technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 2 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €), bei denen dem Konzern als Leasingnehmer das wirtschaftliche Eigentum zuzurechnen ist, da er alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt.

Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden in Höhe von 167 Mio € (Vorjahr: 173 Mio €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die beizulegenden Zeitwerte der in Deutschland gelegenen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden primär anhand von intern erstellten Gutachten nach dem Ertragswertverfahren auf Grundlage der in Deutschland geltenden "Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung - ImmoWertV)" bewertet. Außerhalb von Deutschland gelegene, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden grundsätzlich von externen Gutachtern bewertet.

Zum 30. September 2018 beträgt der Buchwert der von thyssenkrupp als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 30 Mio € (Vorjahr: 58 Mio €). Der beizulegende Zeitwert dieser Immobilien beläuft sich auf 35 Mio € (Vorjahr: 71 Mio €); davon wurden 20 Mio € (Vorjahr: 24 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 2 und 15 Mio € (Vorjahr: 47 Mio €) nach Bewertungsmethoden, die Level 3 der Bewertungshierarchie zuzuordnen sind, ermittelt. Vom beizulegenden Zeitwert basieren 10 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €) auf einer Bewertung durch externe Gutachter.

06 Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen sind alle einzeln für sich genommen nicht wesentlich. Die Buchwerte der assoziierten Unternehmen belaufen sich auf 31 Mio € (Vorjahr: 40 Mio €) und die der Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) auf 17 Mio € (Vorjahr: 114 Mio €).

Nachfolgend werden die aggregierten Finanzinformationen der zum jeweiligen Stichtag nach der Equity-Methode bilanzierten nicht wesentlichen Beteiligungen dargestellt, wobei sich die Werte jeweils auf den Konzernanteil beziehen. Dem Bilanzausweis der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen entsprechend, beziehen sich die für 2017/ 2018 angegebenen Finanzinformationen nur auf die von den fortgeführten Aktivitäten gehaltenen Beteiligungen:

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN DER NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 1 -4 30 6
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 2 -6 0
Gesamtergebnis 1 -3 24 6

In 2017 / 2018 gab es anteilige Verluste von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €), die nicht erfasst wurden; kumuliert gab es nicht erfasste Verluste von 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €).

Die assoziierten Unternehmen und die Gemeinschaftsunternehmen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns enthalten, die im Bundesanzeiger veröffentlicht ist und auf der thyssenkrupp-Website unter www.thyssenkrupp.com wiedergegeben wird.

07 Vermietete Gegenstände (Operating Lease)

Der Konzern vermietet als Leasinggeber unter Operating Lease im Wesentlichen gewerblich genutzte Immobilien.

Die zukünftigen Mindestmieterträge aus unkündbaren Operating-Lease-Verträgen betragen zum Stichtag:

MINDESTMIETERTRÄGE

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Bis zu einem Jahr 8 9
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 15 17
Länger als fünf Jahre 28 38
Insgesamt 51 64

08 Vorräte

VORRÄTE

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Rohstoffe 1.610 1.109
Hilfs- und Betriebsstoffe 438 315
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 1.399 1.252
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.510 2.484
Insgesamt 6.957 5.159

Von den Vorräten haben 7 Mio € (Vorjahr: 15 Mio €) eine Lagerdauer von mehr als einem Jahr. Vorräte in Höhe von 29.794 Mio € (Vorjahr: 34.487 Mio €) sind als Umsatzkosten des Berichtsjahres erfasst worden. Wertminderungen von Vorräten von 93 Mio € (Vorjahr: 84 Mio €) erhöhten die insgesamt erfassten Umsatzkosten.

09 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Fertigungsaufträge) 4.333 3.728
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 1.401 1.801
Insgesamt 5.734 5.529

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 752 Mio € (Vorjahr: 403 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2018 bestehen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von insgesamt 330 Mio € (Vorjahr: 358 Mio €).

Zum Bilanzstichtag stellen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

STRUKTURANALYSE

Buchwert davon: davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig
Mio € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig überfällig bis 30 Tage überfällig 31 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig 91 bis 180 Tage
--- --- --- --- --- --- ---
30.09.2017 5.734 4.697 372 117 79 89
30.09.2018 5.529 4.510 370 112 77 124
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert, aber überfällig davon:
Mio € überfällig 181 bis 360 Tage überfällig mehr als 360 Tage zum Abschlussstichtag wertgemindert
--- --- --- ---
30.09.2017 135 107 138
30.09.2018 62 141 133

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 5.291 6.439
abzüglich erhaltener Anzahlungen -3.890 -4.637
Insgesamt 1.401 1.801

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.946 Mio € (Vorjahr: 8.410 Mio €) erfasst.

Der Konzern verkauft im Wesentlichen kreditversicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von bestehenden Programmen revolvierend sowie in Form von Einmaltransaktionen.

Per 30. September 2018 wurden Forderungen mit einem Nominalwert von 248 Mio € (Vorjahr: 212 Mio €) verkauft, die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten; hieraus erzielte der Konzern einen Verkaufserlös von 248 Mio € (Vorjahr: 211 Mio €). Im Rahmen dieser Forderungsverkäufe behält der Konzern in einigen Fällen Rechte und unwesentliche Pflichten zurück; hierzu zählen vor allem die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen sowie das Stellen von begrenzten Forderungsausfallreserven.

10 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2017 30.09.2018
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Kredite und Forderungen 296 15 255 11
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 6 28 6 21
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65 - 65 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 52 - 4 -
Insgesamt 420 43 330 32

Sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 41 Mio € (Vorjahr: 54 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2018 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 0 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €) für kurzfristige und 37 Mio € (Vorjahr: 37 Mio €) für langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte.

11 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

30.09.2017 30.09.2018
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 31 - 9
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen - 158 - 105
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.257 - 1.144 -
Vorauszahlungen 158 - 178 -
Übrige 508 18 516 31
Insgesamt 1.923 207 1.838 144

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 587 Mio € (Vorjahr: 606 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 30. September 2018 bestehen Wertberichtigungen von insgesamt 34 Mio € (Vorjahr: 36 Mio €) für kurzfristige und 8 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) für langfristige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

12 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Zum 30. September 2018 ist das gezeichnete Kapital wie im Vorjahr in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt; zum Bilanzstichtag befanden sich wie im Vorjahr 622.531.741 Aktien im Umlauf. Rechnerisch entfällt auf jede Aktie ein Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56€.

Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Am 25. September 2017 hatte der Vorstand der thyssenkrupp AG mit Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats beschlossen, entsprechend der bestehenden Ermächtigung gemäß § 5 Absatz 5 der Satzung der thyssenkrupp AG, das Grundkapital der thyssenkrupp AG um 10% gegen Ausgabe von 56.593.794 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien der thyssenkrupp AG zu erhöhen und das Bezugsrecht auszuschließen. Die angekündigte Erhöhung wurde bereits am 25. September 2017 in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Die neu ausgegebenen Stückaktien sind zu einem Preis von 24,30€ pro Stückaktie bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert worden. Die Platzierung führte zu einem Bruttoerlös von 1.375 Mio €; die dabei entstandenen Transaktionskosten wurden erfolgsneutral als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die Effekte aus der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses von Thyssen und Krupp sowie Agien aus Kapitalerhöhungen bei Tochtergesellschaften, bei denen nicht beherrschende Anteile bestehen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Konzernergebnisse, soweit diese nicht ausgeschüttet worden sind. Darüber hinaus beinhaltet diese Position die Neubewertungskomponente der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Zum 30. September 2018 lagen die Eigenkapitalquote bei 9,7% (Vorjahr: 9,7 %) und das Gearing bei 72,2 % (Vorjahr: 57,5%). Damit wurde das vereinbarte Gearing zum 30. September 2018 wie im Vorjahr eingehalten. Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des thyssenkrupp Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven.

Der thyssenkrupp Konzern verfügt derzeit über folgende Ratings:

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B developing
Moody's Ba2 Not Prime negative
Fitch BB+ B watch negative

Angesichts der im September 2018 erfolgten Ankündigung zur geplanten Teilung des thyssenkrupp Konzerns in zwei unabhängige Unternehmen haben alle Rating-Agenturen Anfang Oktober den Rating-Ausblick angepasst. Moody's und Fitch setzten den Ausblick des gegenwärtigen Ba2 bzw. BB+ Ratings von "Stabil" bzw. "Watch Positive" auf "Negative" bzw. "Watch Negative" herab. Die Ratingagenturen begründen die Veränderungen im Ausblick mit ihrer Erwartung, dass die gegenwärtigen Ratings von thyssenkrupp AG im Rahmen der Teilung des thyssenkrupp Konzerns auf die zukünftige thyssenkrupp Materials übergehen werden. Sie erwarten für diese Einheit ein schwächeres Kreditprofil sowie eine höhere Zyklizität. Demgegenüber hat S&P den Ausblick für das BB Rating von "Watch Positive" auf "Developing" verändert und legt damit wegen der Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung der geplanten Teilung des Konzerns keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest.

Aktuell befinden sich alle Ratings unterhalb der Grenze zum Investment-Grade. Für die Finanzierung des thyssenkrupp Konzerns führt ein Investment-Grade-Rating in den Kategorien des "BBB"-Bereichs zum Optimum der Kapitalkosten. Das Kapitalmanagement basiert bei thyssenkrupp auf den durch die Ratingagenturen publizierten Verschuldungskennziffern. Satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen unterliegt thyssenkrupp nicht.

Ermächtigungen

Durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 ist der Vorstand der thyssenkrupp AG bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, zu den in dem Ermächtigungsbeschluss ausdrücklich genannten sowie zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder, falls dieser Wert niedriger ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und zu verwenden. Der Vorstand ist ermächtigt, bei dem Erwerb eigener Aktien das Andienungsrecht und bei der Verwendung eigener Aktien das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Beschlussfassung umfasst auch die Ermächtigung zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) im Rahmen des Erwerbs sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG kann seine Zustimmung für Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Hauptversammlungsbeschlüsse vorsehen.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Unter Aufhebung der von der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 erteilten, teilweise ausgenutzten Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrates um bis zu 370 Mio € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 20% des Grundkapitals beschränkt ist. § 5 Absatz 5 der Satzung der thyssenkrupp AG wurde entsprechend neu gefasst.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der thyssenkrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ermächtigung gilt bis zum 16. Januar 2019. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese Options- oder Wandelschuldverschreibungen auszuschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der thyssenkrupp AG an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 von der thyssenkrupp AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Der Satzung der thyssenkrupp AG wurde in § 5 ein entsprechender Absatz 6 eingefügt.

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelten Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 eine Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten und den verbleibenden Teil auf neue Rechnung vorzutragen. Hieraus würde sich eine Dividendenausschüttung von insgesamt 93 Mio € ergeben. Für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 wurde eine Dividende von 0,15€ (2015/ 2016: 0,15€) gezahlt.

13 Aktienbasierte Vergütung

Management Incentivepläne

Der Long Term Incentiveplan (LTI) ist eine langfristig orientierte Vergütungskomponente, in deren Rahmen Wertrechte an die Begünstigten ausgegeben werden. Zum Teilnehmerkreis gehören neben den Vorstandsmitgliedern weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns. Zum 30. September 2018 sind für den LTI in der 6. Tranche 2.350.912 Wertrechte, in der 7. Tranche 2.214.926 Wertrechte und in der 8. Tranche 2.155.796 Wertrechte ausgegeben.

Für die bis einschließlich des Geschäftsjahres 2013/2014 gewährten Tranchen des LTI (bis einschließlich 4. Tranche) wird die Anzahl der auf Grundlage individuell festgelegter Euro-Ausgangswerte ausgegebenen Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen thyssenkrupp Value Added (tkVA) über diesen Zeitraum - beginnend mit dem 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden - mit dem durchschnittlichen tkVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre angepasst. Für die ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 gewährten Tranchen des LTI (ab 5. Tranche) wird die Anzahl der ausgegebenen LTI-Wertrechte am Ende des jeweils dreijährigen tkVA-Performance-Zeitraums auf Basis eines Vergleichs des durchschnittlichen tkVA über diesen Zeitraum mit einem im Vorhinein festgelegten tkVA-Zielwert angepasst. Die Höhe der Auszahlung für eine Tranche ermittelt sich durch Multiplikation der angepassten Anzahl an Wertrechten mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach Ende des tkVA-Performance-Zeitraums, so dass sich die Laufzeit einer jeden Tranche über insgesamt vier Geschäftsjahre erstreckt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Wertrechte, die die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung zum Bilanzstichtag sind, werden Forward-Preise der thyssenkrupp Aktie unter Berücksichtigung der bestehenden Deckelungen berechnet. Die Forward-Ermittlung erfolgt für im Voraus definierte Perioden (Mittelungsperioden) unter Berücksichtigung des Aktienkurses der thyssenkrupp Aktie und der Euro-Zinsstrukturkurve zum Stichtag sowie der angenommenen Dividendenzahlungen der thyssenkrupp AG bis zur Fälligkeit der Wertrechte. Folgende Parameter sind in die Berechnung eingegangen:

INCENTIVEPLÄNE 2016 / 2017

5. Tranche LTI 6. Tranche LTI 7. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2017 31.12.2018 31.12.2019
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2017 1.10. - 31.12.2018 1.10. - 31.12.2019
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 25,08€ 25,08 € 25,08€
0,15 € zum 22.01.2018
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - 0,15€ zum 22.01.2018 0,26 € zum 28.01.2019
Durchschnittliche Dividendenrendite - 0,54% 0,78%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,16% -0,24% -0,14%
Beizulegender Wert per 30.09.2017
- ungedeckelt 25,09 € 24,93 € 24,66 €
- gedeckelt 25,09 € 24,93 € 24,66 €

INCENTIVEPLÄNE 2017 / 2018

6. Tranche LTI 7. Tranche LTI 8. Tranche LTI
Fälligkeit 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2020
Mittelungsperiode 1.10. - 31.12.2018 1.10. - 31.12.2019 1.10. - 31.12.2020
thyssenkrupp Aktienkurs zum Stichtag 21,74 € 21,74 € 21,74 €
0,15 € zum 04.02.2019
Angenommene Dividendenzahlung(en) pro Aktie bis zur Fälligkeit - 0,15€ zum 04.02.2019 0,22 € zum 03.02.2020
Durchschnittliche Dividendenrendite - 0,62% 0,81%
Durchschnittlicher Zins (Mittelungsperiode) -0,18% -0,21% -0,08%
Beizulegender Wert per 30.09.2018
- ungedeckelt 21,75 € 21,59 € 21,36 €
- gedeckelt 21,75 € 21,59 € 21,36 €

Im 2. Quartal 2017 / 2018 ist die 5. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 23,20 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 27,2 Mio € abgerechnet worden, nachdem im 2. Quartal 2016 / 2017 die 4. Tranche des Long-Term-Incentive-Plans LTI mit einer Zahlung von 21,92 € je Wertrecht bzw. einer Gesamtzahlung von 84,0 Mio € abgerechnet worden war. Gleichzeitig wurde im Geschäftsjahr 2017 / 2018 dem Vorstand und weiteren Führungskräften die 8. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt enthält das Ergebnis 2017 / 2018 Aufwendungen für die Incentivepläne in Höhe von 34 Mio € (Vorjahr: 46 Mio €), von denen 5 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden. Zum 30. September 2018 beträgt die aus dem LTI resultierende Verpflichtung 113 Mio € (Vorjahr: 106 Mio €).

Für die Geschäftsjahre 2009/2010 bis 2013/2014 wurden 25% der den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt und erst nach einer dreijährigen Sperrfrist vergütet. Die Anzahl der Wertrechte ergab sich durch die Division von 25% der Tantieme durch den Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des Geschäftsjahres, für welches die Tantieme gewährt wurde. Nach Ablauf von drei Geschäftsjahren berechnet sich die Höhe der Vergütung durch die Multiplikation der Anzahl der Wertrechte mit dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres. Zusätzlich wird pro Wertrecht der Dividendenbetrag ausgezahlt, der für diese drei Geschäftsjahre pro Aktie ausgeschüttet worden wäre. Sofern den Vorstandsmitgliedern der thyssenkrupp AG wie in den Geschäftsjahren 2009/2010 bis 2013/2014 neben der Tantieme ein zusätzlicher Bonus gewährt wurde, wurden von diesem Bonus 55% ebenfalls verpflichtend in Wertrechte umgewandelt und analog zur umgewandelten Tantieme behandelt. Zum Geschäftsjahr 2010 / 2011 wurde auch für weitere ausgewählte Führungskräfte die Ausgestaltung der variablen Vergütung in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der thyssenkrupp AG umgewandelt werden und erst nach Ablauf von drei Geschäftsjahren auf Basis des Durchschnittskurses der thyssenkrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 wurde das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstandes der thyssenkrupp AG dahingehend angepasst, dass keine Gewährung von Anteilen der kurzfristigen variablen Vergütung mehr in Wertrechten erfolgt. Für weitere ausgewählte Führungskräfte erfolgte die Umwandlung letztmalig und wurde mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2015/ 2016 endgültig eingestellt. Das Ergebnis 2017 / 2018 enthält aus dieser Vergütungskomponente Erträge von 0,2 Mio € (Vorjahr: Aufwendungen 1 Mio €); die daraus zum 30. September 2018 resultierende Verpflichtung beträgt 3 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €), nachdem in 2017 / 2018 eine Auszahlung der in 2013/2014 gewährten Wertrechte in Höhe von 5 Mio € (Vorjahr: 5 Mio €) erfolgte.

14 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenRÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Pensionen 7.684 7.607
Altersteilzeit 193 188
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 46 43
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 0 -3.709
Insgesamt 7.924 4.128

Pensionen

thyssenkrupp gewährt betriebliche Altersversorgung in Form von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen im Wesentlichen an Arbeitnehmer in Deutschland, in den USA, Großbritannien und Liechtenstein, deren Verpflichtungen ca. 95 % der insgesamt auf den thyssenkrupp Konzern entfallenden Pensionsverpflichtung darstellen, sodass die nachstehenden Informationen hauptsächlich auf die vorgenannten Länder Anwendung finden. In einigen anderen Ländern erhalten berechtigte Arbeitnehmer ebenfalls Leistungen nach den jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten.

In Deutschland bestehen aufgrund historischer Gegebenheiten verschiedenste Versorgungssysteme auf Basis freiwilliger Pensionszusagen (Leistungszusagen - defined benefit plans (DB Plans)), welchen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Die Versorgungspläne sehen regelmäßig Leistungen bei Eintritt eines Invaliditäts- und / oder Todesfalls sowie bei Erreichen der spezifischen Altersgrenze vor und basieren im Wesentlichen auf individuellen oder kollektivrechtlichen Regelungen. In der Vergangenheit wurden die arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland regelmäßig in Form einer lebenslangen Rentenzahlung auf Basis eines definierten Leistungsversprechens erteilt.

Diese Versorgungszusagen (u.a. endgehaltsabhängige Pläne, Karrieredurchschnittspläne, etc.) wurden schon vor vielen Jahren geschlossen und zum Jahrtausendwechsel durch beitragsorientierte Versorgungszusagen mit risikooptimierter Auszahlungsform (Kapital- oder Ratenzahlung bzw. lebenslange Rentenzahlung) ersetzt. Insbesondere für neue Mitarbeiter im Fach- und Führungskräftebereich wurde zum 1. Januar 2017 der "flexplan" eingeführt, welcher die letzte offene "Rentenzusage" bei thyssenkrupp abgelöst hat. Der "flexplan" ist als wertpapiergebundene Versorgungszusage konzipiert, bei der eine Mindestverzinsung von 1 % von thyssenkrupp garantiert wird.

Ein wichtiger Baustein für mehr Eigenverantwortung bei der betrieblichen Altersversorgung ist die Entgeltumwandlung, die über arbeitgeberfinanzierte Matchingbeiträge gefördert und in allen aktuell offenen Versorgungssystemen angeboten wird.

In Bezug auf die Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung ist insbesondere für den "flexplan" eine Kapitaldeckung über das konzerneigene Contractual Trust Agreement (CTA) vorgesehen, wodurch die Ausfinanzierungsquote positiv beeinflusst wird. Gleichzeitig sind auch Leistungen aus den Altzusagen über das CTA finanziert, soweit diese über die Sicherungsgrenzen des Pensionssicherungsvereins a.G. (PSV) hinausgehen.

Die Konzerngesellschaften außerhalb Deutschlands gewähren ihren Mitarbeitern größtenteils ebenfalls Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung. Diese Zusagen beruhen zum Teil auf gesetzlichen Verpflichtungen oder tarifvertraglichen Regelungen, teilweise wurden diese aber auch freiwillig durch die Konzernunternehmen erteilt. Das Leistungsspektrum der Zusagen ist je nach länderspezifischer Ausgestaltung und Grundlage sehr unterschiedlich und reicht von Beitragszusagen (DC Plans) bis hin zu endgehaltsabhängigen Leistungszusagen mit laufender Rentenzahlung.

Außerhalb von Deutschland bestehen wesentliche Pensionsverpflichtungen in Form von DB Plans in den USA, Großbritannien und Liechtenstein. Die Pensionszusagen in Liechtenstein werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften für alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter angeboten und stehen somit auch neuen Mitarbeitern bei thyssenkrupp zur Verfügung. Demgegenüber wurden die im Wesentlichen freiwillig angebotenen DB Plans in Großbritannien und den USA inzwischen für Neueintritte geschlossen und zudem in Bezug auf die zukünftigen Dienstzeiten auch weitestgehend eingefroren. Die Verpflichtungen aus den DB Plans betreffen insoweit überwiegend Ansprüche von unverfallbar ausgeschiedenen Mitarbeitern und Rentnern. Alle aktiven Mitarbeiter in Großbritannien sowie der überwiegende Teil der Beschäftigten in den USA erwerben in der Regel nur noch Ansprüche auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung im Rahmen von DC Plans.

Die Zusagen außerhalb Deutschlands sind zur Sicherstellung der Zahlungsverpflichtung zu einem wesentlich größeren Ausmaß durch extern separierte Vermögenswerte hinterlegt. Dies ist teilweise bedingt durch rechtliche Mindestfinanzierungsvorschriften, die eine vollständige Ausfinanzierung der Verpflichtung bzw. eine Finanzierung im Kapitaldeckungsverfahren vorsehen. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung und Anlagestrategie des Planvermögens verweisen wir auf die Ausführungen zum Planvermögen.

Wesentliche, mit den Versorgungszusagen in unterschiedlicher Konstellation verbundene Risiken sind, neben vor allem finanziellen Risiken, regelmäßig im Bereich der Inflation sowie der Biometrie zu finden.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen, da es sich bei einigen Plänen um (end-)gehaltsabhängige Zusagen handelt bzw. jährliche Versorgungsbausteine unmittelbar an die aktuellen Gehälter gekoppelt sind (beitragsorientierte Zusagen). Ein Anstieg der Gehälter oberhalb des bei der Bewertung der Verpflichtung unterstellten Gehalts-/ Karrieretrends würde insoweit auch eine direkte Erhöhung der Rückstellungen (Past-Service-Effekt bei (End-)Gehaltsbezug) oder der künftigen Dienstzeitaufwendungen (beitragsorientierte Zusagen) bedingen.

Zum anderen können zusätzliche Belastungen aus der Notwendigkeit eines über dem unterstellten Rententrend liegenden tatsächlichen Inflationsausgleichs während der Rentenzahlungsphase resultieren, welche zu einer sofortigen Erhöhung der Rückstellung führen. Eine entsprechende Verpflichtung zum Ausgleich des Kaufkraftverlustes besteht auf Basis einer gesetzlichen Regelung bei wesentlichen Teilen der Versorgungszusagen in Deutschland. Die Verpflichtung zum Inflationsausgleich kann aber auch durch (tarif-)vertragliche Vereinbarungen geregelt sein oder freiwillig bzw. diskretionär getroffen werden.

Biometrische Risiken können hingegen entweder durch vorzeitige Versorgungsfälle (Bilanzsprungrisiko nach Tod bzw. Invalidität) oder die Unterschätzung der unterstellten Lebenserwartung bei Rentenzusagen (Langlebigkeitsrisiko) ausgelöst werden und führen ebenfalls zu einer Belastung des Unternehmens aufgrund unerwarteter Rückstellungserhöhungen sowie gegebenenfalls vorzeitiger Mittelabflüsse.

Risiken aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes sind rein bilanziell, d.h. es erfolgt eine erfolgsneutrale Anpassung der Rückstellungen gegen das Eigenkapital. Die Mittelabflüsse bleiben hiervon jedoch unberührt.

Die Pensionszusagen in Deutschland berücksichtigen in Teilen eine mehrfache Zählung einzelner Begünstigter aufgrund von Anwartschaften in unterschiedlichen Bausteinen der Versorgungssysteme. Die Gesamtzahl der Pensionszusagen teilt sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG DER PENSIONSZUSAGEN NACH BEGÜNSTIGTENGRUPPEN

30.09.2017 30.09.2018
Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktive 115.062 27.704 142.766 116.419 28.279 144.698
Mit unverfallbaren Ansprüchen ausgeschiedene Mitarbeiter 22.669 4.746 27.415 23.203 4.279 27.482
Rentner 115.164 12.333 127.497 101.524 11.973 113.497
Insgesamt 252.895 44.783 297.678 241.146 44.531 285.677

Veränderung des Anwartschaftsbarwerts und des Planvermögens

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellt sich

VERÄNDERUNG ANWARTSCHAFTSBARWERT UND PLANVERMÖGEN

30.09.2017 30.09.2018
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes:
Anwartschaftsbarwert am Anfang des Geschäftsjahres 7.999 2.879 10.878 7.414 2.505 9.920
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 153 57 210 144 50 194
Zinsaufwand 102 55 157 136 55 191
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -35 32 -3 -34 -1 -35
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen der demografischen Annahmen -2 -48 -50 0 -22 -22
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne(-)/Verluste aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen -569 -150 -719 164 -75 89
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 0 0 0 -2 -2
Planabgeltungen 0 -21 -21 -2 -2 -4
Kursdifferenzen 0 -108 -108 0 19 19
Beiträge der Arbeitnehmer 1 19 20 0 19 19
Rentenzahlungen -404 -128 -532 -399 -134 -532
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen -1 -82 -83 -36 -29 -64
Veränderung Konsolidierungskreis 169 0 170 2 0 2
Sonstiges 0 0 0 0 0 0
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 7.414 2.505 9.920 7.389 2.384 9.773
Veränderung des Planvermögens:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Anfang des Geschäftsjahres 185 2.163 2.348 225 2.046 2.271
Zinsertrag 3 43 45 4 46 50
Neubewertung: Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Planvermögen ohne bereits im Zinsertrag erfasste Beträge 12 37 49 -2 -1 -3
Kursdifferenzen 0 -86 -86 0 15 15
Beiträge der Arbeitgeber 24 82 105 5 62 66
Beiträge der Arbeitnehmer 1 19 20 3 19 22
Rentenzahlungen 0 -121 -121 -22 -126 -148
Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen 0 -82 -82 0 -29 -29
Veränderung Konsolidierungskreis 1 0 1 0 0 0
Verwaltungskosten 0 -9 -9 0 -7 -7
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 225 2.046 2.271 214 2.025 2.238

Vom Anwartschaftsbarwert am Endes des Geschäftsjahres in Höhe von insgesamt 9.773 Mio € (Vorjahr: 9.920 Mio €) beziehen sich 6.482 Mio € (Vorjahr: 6.597 Mio €) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden, und 3.291 Mio € (Vorjahr: 3.323 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.

Die Planabgeltungen und Zahlungen zur Abgeltung von Ansprüchen resultieren im Berichtsjahr aus der Abfindung von laufenden Renten in Deutschland und in den USA. Im Vorjahr betreffen diese im Wesentlichen die Ablösung eines DB-Plans für die aktive Belegschaft mit gleichzeitiger Überführung in einen DC-Plan sowie Abfindungen unverfallbarer Anwartschaften ausgeschiedener Planteilnehmer in den USA.

Veränderung der Nettoschuld und des Asset Ceiling

Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG NETTOSCHULD

30.09.2017 30.09.2018
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoschuld am Anfang des Geschäftsjahres 7.814 716 8.530 7.189 460 7.649
Dienstzeitaufwand zuzüglich Nettozinsaufwand 253 69 322 276 59 335
Effekte aus der Neubewertung -618 -204 -822 132 -74 59
Kursdifferenzen 0 -22 -22 0 4 4
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 0 0 0 -2 -2
Planabgeltungen 0 -21 -21 -2 -2 -4
Beiträge der Arbeitgeber -24 -82 -105 -8 -62 -69
Rentenzahlungen -404 -7 -411 -377 -7 -384
Zahlungen zur Abfindung von Ansprüchen -1 0 -1 -36 0 -36
Veränderung Konsolidierungskreis 168 0 168 2 0 2
Verwaltungskosten 0 9 9 0 7 7
Nettoschuld am Ende des Geschäftsjahres 7.189 460 7.649 7.176 383 7.559
davon: Rückstellungen für Pensionen 7.189 495 7.684 7.176 431 7.607
davon: Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 0 -36 -36 0 -48 -48

Der nach den Regelungen zur Begrenzung eines Vermögenswertes (Asset Ceiling) und auf Grund von Mindestdotierungsvorschriften für bereits erdiente Leistungen zu ermittelnde Betrag hat sich wie folgt entwickelt:

VERÄNDERUNG ASSET CEILING (EINSCHL. MINDESTDOTIERUNGEN)

30.09.2017 30.09.2018
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Betrag am Anfang des Geschäftsjahres 0 1 1 0 0 0
Zinsaufwand/-ertrag(-) 0 0 0 0 0 0
Neubewertung: Begrenzung auf die Obergrenze für den Vermögenswert ohne die im Zinsaufwand/-ertrag enthaltenen Beträge 0 -1 -1 0 24 24
Kursdifferenzen 0 0 0 0 0 0
Betrag am Ende des Geschäftsjahres 0 0 0 0 24 24

Das Asset Ceiling betrifft im Wesentlichen Planvermögen in Großbritannien.

Netto-Pensionsaufwendungen

Die Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:

NETTO-PENSIONSAUFWENDUNGEN

2016 / 2017 2017 / 2018
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 153 57 210 144 50 194
Nettozinsaufwand 99 12 112 132 9 141
Verwaltungskosten 0 9 9 0 7 7
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (inklusive Plankürzungen) 0 0 0 0 -2 -2
Aufwand/Ertrag(-) aus Planabgeltungen 0 -21 -21 -2 -2 -4
Netto-Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne 253 58 311 273 62 336

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland in Höhe von 273 Mio € (Vorjahr: 253 Mio €) und in den übrigen Ländern in Höhe von 62 Mio € (Vorjahr: 58 Mio €) entfallen 121 Mio € (Vorjahr: 111 Mio €) bzw. 2 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) auf die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten; diese Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Bewertungsannahmen

Die Ansätze für die Diskontierungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, die der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde liegen, wurden nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet und pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgesetzt. Zur Ableitung der jeweiligen Diskontierungssätze wird dabei grundsätzlich auf Renditen festverzinslicher, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen zurückgegriffen, die von den Ratingagenturen mit einem Rating von "AA" bewertet werden. Zum 30. September 2018 lag der Diskontierungssatz bei den Pensionsverpflichtungen in Deutschland bei 1,70% im Vergleich zu 1,90% im Vorjahr.

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.09.2017 30.09.2018
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz 1,90 2,29 2,00 1,70 2,54 1,91
Gehaltsdynamik 2,50 1,37 2,27 2,50 1,37 2,28
Rentendynamik 1,50 1,51 1,50 1,50 1,59 1,51

Die Bewertung der deutschen Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Da durch die Anwendung der konzernspezifischen Richttafeln individuellere Schätzwerte bei der Bewertung berücksichtigt werden, wurden die "Richttafeln 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH nicht angewendet. In den übrigen Ländern wurden im Wesentlichen folgende biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet: USA: modifizierte Version des RP-2014 Mortality Base Table and MP-2014 Mortality Projection Scale; Großbritannien: Series Tables angepasst auf das CMI2016 Model; Liechtenstein: BVG2015 Gen.

Alternative Annahmen (jeweils gewichteter Durchschnittssatz über sämtliche in- und ausländische Pensionsverpflichtungen) würden zu den in der folgenden Übersicht dargestellten Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes und damit zu entgegengesetzten Veränderungen des Eigenkapitals führen. Bei der Darstellung der Effekte ist jeweils die Änderung einer Annahme bei Konstanz aller weiteren Annahmen unterstellt:

SENSITIVITÄTSANALYSE

30.09.2017 30.09.2018
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €) Veränderung des Anwartschaftsbarwertes (Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Deutschland Übrige Länder Deutschland Übrige Länder
--- --- --- --- --- ---
Diskontierungssatz Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte -443 -177 -443 -165
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte 484 190 483 180
Gehaltsdynamik Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte 15 15 12 15
Verringerung um 0,5 Prozentpunkte -15 -15 -12 -15
Rentendynamik Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 157 26 152 25
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -154 -25 -149 -25
Sterbewahrscheinlichkeit Verringerung um 10,0 Prozentpunkte 260 100 256 92

Zur Untersuchung der Sensitivität des Anwartschaftsbarwertes gegenüber einer Veränderung der angenommenen Sterblichkeit bzw. Lebenserwartung wurden die Sterbewahrscheinlichkeiten für das Alter ab Rentenbeginn in einer Vergleichsberechnung um 10% abgesenkt. Dies entspricht für heute 63- bis 65-jährige Leistungsempfänger etwa einer Erhöhung der Lebenserwartung bei Übergang in den Ruhestand um ein Jahr.

Planvermögen

Der Großteil des Planvermögens des Konzerns befindet sich in den USA, in Großbritannien, in Liechtenstein und zu einem geringeren Umfang in Deutschland sowie einigen anderen europäischen Ländern. Das Planvermögen ist in diversifizierte Portfolios investiert, die jeweils verschiedene Anlageklassen umfassen. Hiermit soll eine unter Risiko- und Renditeaspekten optimale Aufteilung der Anlageklassen erreicht werden. Die Anlageklassen des Planvermögens umfassen im Wesentlichen nationale und internationale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten, Immobilienvermögen sowie Anteile an hochdiversifizierten Fonds. Das Planvermögen der Pensionspläne enthält keine Gläubigerpapiere oder eigenen Aktien sowie kein selbstgenutztes Immobilienvermögen von thyssenkrupp.

Bei der Anlage des Planvermögens bedient sich der Konzern professioneller Investmentmanager, die auf Basis spezifischer Anlagerichtlinien agieren. Die Anlageausschüsse des jeweiligen Plans setzen sich aus leitenden Mitarbeitern des Finanzbereichs und anderen qualifizierten Führungskräften zusammen. Sie tagen regelmäßig, um die Risiken und die Performance wesentlicher Vermögenswerte zu überprüfen; darüber hinaus bewilligen sie die Auswahl bzw. die Vertragsverlängerung externer Fondsmanager.

Für die wesentlichen Teile des Planvermögens des Konzerns werden des Weiteren regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Hierbei wird die Struktur der Pensionsverpflichtungen durch Aktuare im Detail analysiert (u.a. im Hinblick auf Altersstruktur, Duration, mögliche Zins-/Inflationsrisiken) und daraus die jeweilige Anlagestrategie sowie das Zielportfolio des Planvermögens abgeleitet bzw. aktualisiert. Für Zwecke des Risikomanagements können im Rahmen der Kapitalanlage Strategien zur Anwendung kommen, bei denen sich die Vermögensanlage an den Pensionsverpflichtungen orientiert (Liability Driven Investment).

Durch die oben erläuterten, etablierten Prozesse zur Steuerung und Überwachung des Planvermögens wird den im Zusammenhang mit der Vermögensanlage am Kapitalmarkt üblichen Risiken - Kontrahenten-, Liquiditäts-/Markt- und sonstigen Risiken - begegnet.

Wie oben beschrieben, bestehen die wesentlichen Pensionszusagen in den Ländern Deutschland, USA, Großbritannien und Liechtenstein. Das Planvermögen dieser Länder beträgt zum Stichtag 84% (Vorjahr: 84%) des gesamten Planvermögens. Das Portfolio dieser wesentlichen Planvermögenswerte umfasst zum Bilanzstichtag folgende Anlageklassen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES WESENTLICHEN PLANVERMÖGENS

30.09.2017 30.09.2018
Beizulegender Zeitwert (Mio €) Beizulegender Zeitwert (Mio €)
--- --- --- --- --- --- ---
Anlageklassen Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
Insgesamt Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
--- --- --- --- --- --- ---
Aktien 697 676 21 37 678 658
Anleihen 948 945 3 50 936 930
Derivate 0 0 0 0 11 11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 44 44 0 2 53 53
Sonstige 217 165 52 11 200 152
Insgesamt 1.906 1.830 76 100 1.878 1.803
30.09.2018
Beizulegender Zeitwert (Mio €)
--- --- ---
Anlageklassen Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Anteil am wesentlichen Planvermögen

(in %)
--- --- ---
Aktien 20 36
Anleihen 6 50
Derivate 0 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 3
Sonstige 49 11
Insgesamt 75 100

Grundsätzlich führt der Konzern dem Planvermögen lediglich Beträge zu, die zur Erfüllung der gesetzlichen Minimalzuführungserfordernisse des jeweiligen Landes erforderlich sind. In den USA richten sich die Minimaldotierungen teilweise nach gewerkschaftlichen Regelungen. Darüber hinaus leistet der Konzern von Zeit zu Zeit nach eigenem Ermessen zusätzliche Zuführungen. Für das Geschäftsjahr 2018/ 2019 erwartet thyssenkrupp Zuführungen zum Planvermögen durch den Arbeitgeber in Höhe von 63 Mio € (Vorjahr: 58 Mio €).

Pensionszahlungen

Im Geschäftsjahr 2017/ 2018 wurden Pensionszahlungen für Pläne in Deutschland von 399 Mio € (Vorjahr: 404 Mio €) im Wesentlichen aus den Rückstellungen und für Pläne in den übrigen Ländern von 134 Mio € (Vorjahr: 128 Mio €) im Wesentlichen aus dem Planvermögen geleistet. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet:

KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN

Mio € Deutschland Übrige Länder Insgesamt
(für die Geschäftsjahre)
--- --- --- ---
2018 / 2019 444 126 570
2019 /2020 413 123 536
2020 / 2021 412 125 537
2021 / 2022 404 127 531
2022 /2023 402 127 529
2023 / 2024 - 2027 / 2028 1.901 647 2.548
Insgesamt 3.977 1.275 5.251

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pläne beträgt in Deutschland 13 Jahre (Vorjahr: 13 Jahre) und für die übrigen Länder 15 Jahre (Vorjahr: 15 Jahre).

Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans - DC Plans)

Darüber hinaus gewährt der Konzern im In- und Ausland Beitragszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung über Pensionskassen und vergleichbare Versorgungseinrichtungen. Der Konzern erbringt für diese Pläne Beitragsleistungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom Einkommen der Mitarbeiter oder in Abhängigkeit von der Höhe der Beitragsleistungen der Mitarbeiter. Der Gesamtaufwand aus als beitragsorientierte Pläne bilanzierten Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 160 Mio € (Vorjahr: 162 Mio €). Zusätzlich wurden Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger von 641 Mio € (Vorjahr: 644 Mio €) gezahlt.

Altersteilzeit

Insbesondere bei deutschen Gesellschaften bestehen Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen. Hierbei erbringt der Arbeitnehmer Vorleistungen durch Mehrarbeit, die nach dem Ausscheiden durch ratierliche Zahlungen entgolten werden. Zusätzlich wird den Mitarbeitern eine Aufstockung auf die gezahlten Entgelte gewährt. Für die Verpflichtungen wurden Rückstellungen nach IAS 19 "Employee Benefits" angesetzt.

15 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen

RÜCKSTELLUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Mio € Leistungen an Arbeitnehmer Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen Sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken
Stand am 30.09.2017 711 413 101
Währungsunterschiede -6 0 -2
Veränderung Konsolidierungskreis 9 -29 7
Zuführungen 756 293 187
Aufzinsung 4 0 0
Inanspruchnahmen -655 -117 -91
Auflösungen -133 -79 -98
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -171 -14 -34
Stand am 30.09.2018 515 467 69
Mio € Restrukturierungen Entfernungsverpflichtungen Sonstige
Stand am 30.09.2017 353 270 691
Währungsunterschiede -2 0 -9
Veränderung Konsolidierungskreis 1 0 -24
Zuführungen 75 6 551
Aufzinsung 0 -5 1
Inanspruchnahmen -149 -8 -182
Auflösungen -76 -10 -66
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -53 -240 -297
Stand am 30.09.2018 148 14 664
Mio € Insgesamt
Stand am 30.09.2017 2.539
Währungsunterschiede -19
Veränderung Konsolidierungskreis -36
Zuführungen 1.868
Aufzinsung 0
Inanspruchnahmen -1.201
Auflösungen -463
Umgliederung w/Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten -810
Stand am 30.09.2018 1.877

Vom Gesamtbetrag der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und der sonstigen Rückstellungen zum 30. September 2018 sind 1.400 Mio € (Vorjahr: 1.540 Mio €) kurzfristig und 477 Mio € (Vorjahr: 999 Mio €) langfristig. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und sonstige Rückstellungen in Höhe von 666 Mio € (Vorjahr: 1.162 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mit den Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer werden vor allem Jubiläumszuwendungen und Verpflichtungen aus den Management Incentiveplänen erfasst, während Sozialplan- und ähnliche Aufwendungen in der Rückstellung für Restrukturierungen innerhalb der Personalstrukturmaßnahmen berücksichtigt sind. Pensionsähnliche Verpflichtungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, die zum Teil auch im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind, sind Bestandteil der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Die Rückstellung für Gewährleistungs- und Produkthaftungsverpflichtungen umfasst sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte (Gewährleistung) als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden zu ersetzen (Produkthaftung).

Die Rückstellung für sonstige absatz- und beschaffungsmarktbezogene Risiken besteht im Wesentlichen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Die Restrukturierungsrückstellung umfasst neben den rückstellungsfähigen Personalstrukturmaßnahmen auch Rückstellungen für Sachstrukturmaßnahmen, die im Rahmen der Aufgabe von betrieblichen Bereichen für Kosten gebildet werden, die aus Maßnahmen resultieren, die keinen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren. In allen Business Areas wurden Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt. Von den im Berichtsjahr erfassten Zuführungen zu Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 75 Mio € entfallen 31 Mio € auf die Business Area Elevator Technology, 18 Mio € auf die Business Area Materials Services, 16 Mio € auf die Business Area Industrial Solutions und 5 Mio € auf die Business Area Components Technology.

Die Rückstellung für Entfernungsverpflichtungen besteht im Wesentlichen aus Verpflichtungen zur Sicherung entstandener Bergschäden und für Rekultivierungsmaßnahmen. Die Abwicklung von Bergschäden und Rekultivierungsverpflichtungen erstreckt sich typischerweise über lange Zeiträume von teilweise mehr als 30 Jahren. Die technischen Rahmenbedingungen sind als sehr komplex einzuschätzen. Entsprechend bestehen Unsicherheiten über den zeitlichen Anfall und die konkrete Höhe der Aufwendungen.

Unter den sonstigen Rückstellungen werden die Rückstellungen für Prozessrisiken, die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und die Rückstellungen für sonstige Risiken ausgewiesen, die aus Einzelsachverhalten resultieren, die sich keiner anderen Position zuordnen lassen. Rückstellungen für nachfolgende Sachverhalte sind enthalten:

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potenziell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp eine Risikovorsorge durch Rückstellungen getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell, in dem es um verbotene Kartellabsprachen im Zeitraum von 2001-2011 bei der Lieferung von Schienen, Schwellen und Weichen an private Unternehmen ging, zu denen Bauunternehmen sowie Unternehmen, die Privatbahnen unterhalten, und kommunale Verkehrsbetriebe (sogenannter "Privatmarkt") zählen, haben verschiedene Unternehmen, insbesondere kommunale Verkehrsbetriebe als potenziell Geschädigte des Schienenkartells, Schadenersatzforderungen gerichtlich oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. Die Verfahren befinden sich in unterschiedlichen Stadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise oder sonst erledigt worden. thyssenkrupp hat für die Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen. Aufgrund zwischenzeitlicher Entwicklungen im Ermittlungsverfahren hat sich thyssenkrupp entschieden, im Konzernabschluss Vorsorge durch eine Rückstellung zu treffen. Mit Verweis auf IAS 37.92 geben wir keine weiteren Informationen zu dieser Rückstellung.

16 Finanzschulden

FINANZSCHULDEN

Buchwerte

Mio €
30.09.2017 30.09.2018
Anleihen 4.670 4.678
Schuldscheindarlehen 252 139
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 154 69
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 20 10
Sonstige Darlehen 230 192
Langfristige Finanzschulden 5.326 5.087
Anleihen 1.599 0
Schuldscheindarlehen 75 113
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 231 29
Akzeptverbindlichkeiten 11 0
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 6 4
Sonstige Darlehen 8 2
Kurzfristige Finanzschulden 1.930 147
Finanzschulden 7.255 5.234

Die kurzfristigen Finanzschulden beinhalten Finanzschulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, während die langfristigen Finanzschulden eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

Finanzschulden in Höhe von 167 Mio € (Vorjahr: 173 Mio €) sind durch Grundpfandrechte besichert.

Per 30. September 2018 sind von den Finanzschulden insgesamt Disagien in Höhe von 23 Mio € (Vorjahr: 33 Mio €) abgesetzt und wie im Vorjahr keine Agien aufgeschlagen. Die Verrechnung der Disagien und Agien ist im Finanzergebnis enthalten.

Im Rahmen des Ausweises der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten wurden Finanzschulden von 142 Mio € in die Bilanzposition "Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten" umgegliedert. Zum 30. September 2017 enthalten die Finanzschulden 150 Mio €, die auf die nicht fortgeführten Stahlaktivitäten entfallen.

ANLEIHEN UND SCHULDSCHEINDARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.09.2017 Buchwert in Mio € 30.09.2018 Nominalwert in Mio € 30.09.2018 Zinssatz

in %
Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2018 Fälligkeit
Anleihe thyssenkrupp AG (1.600 Mio €) 2013 /2018 1.599 - - - - 27.08.2018
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2014 /2019 1.244 1.247 1.250 3,1250 1.280 25.10.2019
Anleihe thyssenkrupp AG (750 Mio €) 2015 /2020 746 747 750 1,7500 769 25.11.2020
Anleihe thyssenkrupp AG (600 Mio €) 2015/2025 593 594 600 2,5000 632 25.02.2025
Anleihe thyssenkrupp AG (850 Mio €) 2016/2021 845 847 850 2,7500 890 08.03.2021
Anleihe thyssenkrupp AG (1.250 Mio €) 2017 /2022 1.242 1.243 1.250 1,3750 1.264 03.03.2022
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (70 Mio €) 2012/ 2017 70 - - - - 02.10.2017
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (8 Mio €) 2014/2018 8 8 8 2,2500 8 30.12.2018
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (4 Mio €) 2014/2019 4 4 4 2,5000 4 30.12.2019
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (100 Mio €) 2015/2018 100 100 100 0,9310 101 14.12.2018
Schuldscheindarlehen thyssenkrupp AG (145 Mio €) 2016/2021 145 140 140 1,7500 144 11.03.2021
Insgesamt 6.596 4.930 4.952 5.092

Per 30. September 2018 stellt sich die Finanzierungsstruktur der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen Darlehen wie folgt dar:

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN UND SONSTIGE DARLEHEN

Buchwert in Mio € 30.09.2017 Buchwert in Mio € 30.09.2018 davon

in €
Gewogener Durchschnittszinssatz in % 30.09.2018 davon in weiteren Währungen Beizulegender Zeitwert in Mio € 30.09.2018
Variabel verzinsliche Kredite 220 96 87 2,3 9 96
Festverzinsliche Kredite 403 195 108 4,9 87 211
Insgesamt 623 291 195 3,7 96 307

Aus einer syndizierten Kreditfazilität (Multi-Currency-Facility-Agreement) stehen thyssenkrupp variabel verzinsliche Mittel in Höhe von 2,0 Mrd € zur Verfügung. Die Fazilität, die eine Laufzeit bis zum 14. März 2021 hat, war am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Zusätzlich zur syndizierten Kreditfazilität hat die thyssenkrupp AG mit ihren Finanzpartnern bilaterale Kreditvereinbarungen über insgesamt 1,6 Mrd € getroffen, denen zufolge sie Kredite in Euro oder wahlweise in US-Dollar oder Britischen Pfund revolvierend in Anspruch nehmen kann (Roll-Over-Finanzierungen). Die bilateralen Kreditvereinbarungen waren am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Damit verfügt der Konzern insgesamt über ungenutzte und fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 3,6 Mrd €.

Darüber hinaus verfügt der Konzern über weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Commercial Paper Programms mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd €. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Das Programm war zum 30. September 2018 nicht in Anspruch genommen.

Die Fälligkeiten der Finanzschulden verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

FÄLLIGKEITEN FINANZSCHULDEN

Mio € (für die Geschäftsjahre) Gesamte Finanzschulden Davon: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2018 / 2019 147 29
2019 / 2020 1.268 6
2020 / 2021 1.732 6
2021 / 2022 1.352 6
2022 / 2023 8 6
nach 2022 / 2023 727 45
Insgesamt 5.234 98

17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 256 Mio € (Vorjahr: 399 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

18 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2017 30.09.2018
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 751 182 548 157
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 59 - 67 -
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 33 - 20 -
Insgesamt 842 182 635 157

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 166 Mio € (Vorjahr: 184 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

19 Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

30.09.2017 30.09.2018
Mio € kurzfristig langfristig kurzfristig langfristig
--- --- --- --- ---
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden 3.359 - 3.412 -
Erhaltene Anzahlungen 991 - 1.087 -
Absatz- und beschaffungsmarktbezogene Verbindlichkeiten 839 - 691 -
Verbindlichkeiten aus Put-Optionen 16 0 18 0
Verbindlichkeiten gegenüber der Belegschaft 871 - 731 -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 133 - 88 -
Rechnungsabgrenzungsposten 45 - 28 -
Verbindlichkeiten aus Steuern (ohne Ertragsteuern) 290 - 265 -
Übrige 258 5 305 4
Insgesamt 6.802 5 6.626 4

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 2.441 Mio € (Vorjahr: 2.518 Mio €) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die aus der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen resultierenden Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

VERBINDLICHKEITEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne (abzüglich ausgewiesener Verluste) 6.326 3.541
abzüglich erhaltener Anzahlungen -9.686 -6.953
Insgesamt -3.359 -3.412

20 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximales Haftungsvolumen Rückstellung
Mio € 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018
--- --- --- --- ---
Anzahlungsgarantien 33 20 1 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 2 1 0 0
Restwertgarantien 61 61 15 15
Sonstige Haftungserklärungen 7 3 0 0
Insgesamt 103 85 16 16

Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von drei Monaten bis zu zehn Jahren (z.B. bei Miet- und Pachtgarantien).

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder durch die Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

thyssenkrupp haftet aus Beteiligungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Personengesellschaften und Arbeitsgemeinschaften gesamtschuldnerisch.

thyssenkrupp hat Eventualverbindlichkeiten bei folgenden wesentlichen Rechtsstreitigkeiten:

Im Zusammenhang mit der früheren Mehrheitsbeteiligung der Business Area Industrial Solutions an der griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) und dem Bau von U-Booten für die griechische Marine verlangt die griechische Regierung (schieds-)gerichtlich Schadenersatz in Höhe von 2,2 Mrd € sowie Erstattung einer Teilzahlung von 115 Mio € von der thyssenkrupp Industrial Solutions AG und der thyssenkrupp Marine Systems GmbH sowie von HSY und den jetzigen Mehrheitsgesellschaftern von HSY. Bislang hat die griechische Regierung die Forderungen nur in Höhe eines geringen Teils konkretisiert, die ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen ihr und HSY betreffen. Die gegen die thyssenkrupp Unternehmen geltend gemachten Ansprüche erscheinen unbegründet. Alle vertraglichen Verpflichtungen von thyssenkrupp Marine Systems und anderen thyssenkrupp Gesellschaften gegenüber der griechischen Regierung sind seit 2010 erfüllt.

Die zu den nicht fortgeführten Aktivitäten gehörende thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir auch weiterhin erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Darüber hinaus sind gegen thyssenkrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen ergeben sich Auseinandersetzungen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz oder zu steuerlichen Belastungen führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet thyssenkrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten, behördlichen Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüchen keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Im Rahmen von Miet-, Pacht- und Leasingverträgen, die als Operating Lease zu qualifizieren sind, least der Konzern Sachanlagen. Hieraus resultieren im Saldo Aufwendungen von 282 Mio € (Vorjahr: 278 Mio €), die sich folgendermaßen zusammensetzen:

AUFWENDUNGEN AUS OPERATING-LEASE-VERTRÄGEN

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Mindestmietzahlungen 271 277
Variable Mietzahlungen 8 6
abzgl. Erträge aus Untermietverträgen (sublease) -1 -1
Insgesamt 278 282

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die künftigen (nicht abgezinsten) Mindestmietzahlungen aus solchen unkündbaren Verträgen, die zum Stichtag eine ursprüngliche oder verbleibende Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, betragen:

KÜNFTIGE MINDESTMIETZAHLUNGEN

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Bis zu einem Jahr 211 287
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 429 471
Länger als fünf Jahre 93 385
Insgesamt 734 1.142

Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich zum 30. September 2018 auf 601 Mio € (Vorjahr: 396 Mio €) und betrifft im Wesentlichen Sachanlagen in der Business Area Components Technology und in den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten.

Gegenüber Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bestehen Einzahlungsverpflichtungen und Nachschusspflichten von zusammen 0 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €). Darüber hinaus bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 1.538 Mio € (Vorjahr: 1.713 Mio €). Diese betreffen im Wesentlichen die Abnahmeverpflichtungen aus langfristigen Strom- und Gaslieferverträgen im Konzern. Daneben bestehen in der Business Area Steel Europe (Bestandteil der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten) langfristige Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets, aus denen Abnahmeverpflichtungen für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren resultieren. Aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz wurden für die Bewertung der gesamten Abnahmeverpflichtungen die zum Berichtszeitpunkt gültigen Erzpreise zugrunde gelegt; hieraus ergeben sich Abnahmeverpflichtungen von 1.253 Mio € (Vorjahr: 2.136 Mio €).

Abgestellt auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns bzw. der einzelnen Konzernunternehmen bestehen in den verschiedenen Versicherungssparten angemessene Selbstbeteiligungen. Der Eintritt eines oder mehrerer Schadensfälle kann zu einer Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

21 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2017

Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2017 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 30.09.2017
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.733 5.733 5.733
Kredite und Forderungen 5.733 5.733
Forderungen aus Finance Lease 1 1 1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 463 326 85 52 463
Kredite und Forderungen 312 312
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 15 20 34
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65 65
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 20 32 52
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.292 5.292 5.292
Kredite und Forderungen 5.292 5.292
Summe finanzielle Vermögenswerte 11.489
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 11.337 11.337 11.337
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 34 15 20 34
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65 65 65
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 7.230 7.230 7.608
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.230 7.608
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 25 25 25
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.729 5.729 5.729
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 5.729 5.729
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.024 932 70 22 1.024
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 932 932
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 59 59
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 10 22 33
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 14.009
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 13.892 13.892 14.270
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 59 59 59
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)

FINANZINSTRUMENTE 30.09.2018

Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17
Mio € Buchwert lt. Bilanz 30.09.2018 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 30.09.2018
--- --- --- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.529 5.529 5.529
Kredite und Forderungen 5.529 5.529
Forderungen aus Finance Lease 0 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 362 274 65 23 362
Kredite und Forderungen 266 266
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8 19 27
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65 65
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 4 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.987 2.987 2.987
Kredite und Forderungen 2.987 2.987
Summe finanzielle Vermögenswerte 8.878
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Kredite und Forderungen 8.782 8.782 8.782
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 27 8 19 27
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65 65 65
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 5.221 5.221 5.399
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 5.221 5.399
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 13 13 13
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.266 5.266 5.266
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 5.266 5.266
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 791 705 67 19 791
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 705 705
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 67 67
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 19 20
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 11.292
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 11.193 11.193 11.371
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 67 67 67
(Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/ Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2017

Mio € 30.09.2017 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 65 0 65 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 20 0 20 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 20 17 2 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 32 0 32 0
Insgesamt 137 17 120 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 59 0 59 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 10 0 10 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 22 0 22 0
Insgesamt 92 0 92 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.09.2018

Mio € 30.09.2018 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 65 0 65 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 19 16 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 4 0 4 0
Insgesamt 88 16 72 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 67 0 67 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 19 0 19 0
Insgesamt 86 0 86 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 11.193 Mio € (Vorjahr: 13.892 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 11.371 Mio € (Vorjahr: 14.270 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Im thyssenkrupp Konzern bestehen grundsätzlich Rahmenverträge mit Aufrechnungsvereinbarungen nur für derivative Finanzinstrumente, die jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 entweder ganz oder zum Teil nicht erfüllen.

Ein Aufrechnungsanspruch ist in diesen Fällen lediglich bei Beendigung des Vertrages aufgrund einer wesentlichen Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar. Daher werden die Bruttowerte dieser Derivate separat in der Bilanz dargestellt. Potenzielle Saldierungsmöglichkeiten bestehen in Höhe von 47 Mio € (Vorjahr: 46 Mio €). Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Futures, für die ein täglicher Ausgleich von Marktwerten im Rahmen von Margin Calls vorgenommen wird. Diese Derivate erfüllen die Aufrechnungskriterien des IAS 32 und werden somit saldiert in der Bilanz ausgewiesen; sie belaufen sich auf 0 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €). Finanzielle Sicherheiten bestehen in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €).

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

NETTOGEWINNE ODER -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Kredite und Forderungen 79 63
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 3 3
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten) -162 8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -295 -297

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen, Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kursgewinnen und Kursverlusten aus Fremdwährungsforderungen.

In der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen die laufenden Erträge aus Eigenkapitalinstrumenten und Gläubigerpapieren enthalten.

Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung" enthalten.

Die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" umfasst im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

In den Nettogewinnen und -verlusten aus Finanzinstrumenten sind insgesamt Umrechnungsdifferenzen in Höhe von 3 Mio € (Vorjahr: 116 Mio €) enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern setzt verschiedene derivative Finanzinstrumente ein, darunter Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender oder geplanter Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dar:

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Mio € Nominalwert 30.09.2017 Beizulegender Zeitwert 30.09.2017 Nominalwert 30.09.2018 Beizulegender Zeitwert 30.09.2018
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.071 33 1.816 26
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 404 19 195 3
Eingebettete Derivate 89 3 124 2
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 13 0 28 3
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 106 4 0 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 335 28 686 34
Warenderivate im Cashflow-Hedge 62 9 46 1
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 212 20 101 0
Insgesamt 2.292 117 2.997 69
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.109 27 1.315 25
Währungsderivate im Cashflow-Hedge 244 10 538 16
Eingebettete Derivate 129 7 106 2
Zinsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 11 0 0 0
Zinsderivate im Cashflow-Hedge1) 10 0 0 0
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 294 25 771 40
Warenderivate im Cashflow-Hedge 146 12 66 3
Warenderivate im Fair-Value-Hedge 152 10 25 0
Insgesamt 2.095 92 2.822 86

1) Inklusive Zins-/Währungsderivate

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gem. IAS 39 (Hedge Accounting) bestehen vor allem zur Absicherung von Währungsrisiken aus festen vertraglichen Verpflichtungen in Fremdwährung sowie zukünftiger Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, zur Absicherung von Warenpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsgeschäften und zur Absicherung von Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen.

Cashflow-Hedges

Cashflow-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung künftiger Zahlungsströme gegenüber Fremdwährungs- und Warenpreisrisiken aus zukünftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften sowie Zins- bzw. Währungsrisiken aus langfristigen Finanzierungen. Diese Derivate werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert, welche in einen effektiven und in einen ineffektiven Teil zerlegt werden. Der effektive Teil der Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäftes direkt im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst. Der ineffektive Teil hingegen wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktionen (Grundgeschäfte) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst. Zum 30. September 2018 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 4 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €) mit positiven beizulegenden Zeitwerten und in Höhe von 19 Mio € (Vorjahr: 22 Mio €) mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 ist im kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis in Höhe von -98 Mio € (Vorjahr: 82 Mio €) (vor Steuern) berücksichtigt. Die maximale Zeitdauer, für die Cashflows aus zukünftigen Transaktionen gesichert werden, beträgt 69 Monate.

Im Berichtsjahr wurden infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften -2 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ergebniswirksam in die Umsatzerlöse umgegliedert; hiervon werden 4 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Zusätzlich wurden 1 Mio € (Vorjahr: 3 Mio €) anschaffungskostenmindernd aus dem kumulierten sonstigen Ergebnis in die Vorräte umgegliedert, da die gesicherten Rohstoffe bilanziert wurden, aber noch keine ergebniswirksame Realisation des Grundgeschäftes stattgefunden hatte. Hieraus resultierte eine Erhöhung der Aufwendungen in Höhe von 0 Mio €; hiervon 1 Mio € aufwandsmindernd unter den nicht fortgeführten Aktivitäten in 2017 / 2018. Darüber hinaus werden -1 Mio € in 2018/2019 und 0 Mio € in den folgenden Geschäftsjahren ergebniswirksam, von denen 2 Mio € in 2018/2019 und 0 Mio € in den folgenden Geschäftsjahren unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen werden.

Zum 30. September 2018 resultiert aus ineffektiven Bestandteilen der als Cashflow-Hedges klassifizierten derivativen Finanzinstrumente ein Nettoergebnis in Höhe von -6 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €); davon entfallen - 3 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) auf die nicht fortgeführten Aktivitäten.

Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Erträge aus den zum Stichtag in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen enthaltenen Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte von Derivaten betragen 7 Mio €. Im Geschäftsjahr 2019/2020 werden Erträge in Höhe von 47 Mio €, im Geschäftsjahr 2020/2021 Erträge in Höhe von 24 Mio € und in den nachfolgenden Geschäftsjahren Erträge in Höhe von 22 Mio € erwartet. Hierin enthalten sind für das folgende Geschäftsjahr Erträge von 13 Mio €, für 2019 /2020 Erträge von 47 Mio €, für 2020/2021 Erträge von 24 Mio € und für die folgenden Geschäftsjahren Erträge von 22 Mio €, die den nicht fortgeführten Aktivitäten zuzuordnen sind.

Fair-Value-Hedges

Fair-Value-Hedges bestehen vor allem zur Absicherung der beizulegenden Zeitwerte von festen vertraglichen Verpflichtungen und von Vorratsbeständen gegenüber Preisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken. Zum 30. September 2018 waren Sicherungsinstrumente in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) mit positiven beizulegenden Zeitwerten bilanziert und in Höhe von 0 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) mit negativen beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr ergab sich ein Nettoergebnis aus der Bewertung der Sicherungsinstrumente im Fair-Value-Hedge in Höhe von -13 Mio € (Vorjahr: -28 Mio €), während im gleichen Zeitraum ein Nettoergebnis bei den zugehörigen Grundgeschäften von 13 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €) realisiert wurde; sämtliche Ergebniseffekte werden in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

Werden die Voraussetzungen für die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting gemäß IAS 39 nicht erfüllt oder ist die Anwendung von Hedge Accounting ökonomisch nicht sinnvoll, erfolgt ein Ausweis der derivativen Finanzinstrumente als Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Die hieraus resultierenden Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind in der Tabelle zu den Nettoergebnissen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dargestellt. In dieser Position sind auch die eingebetteten Derivate enthalten. Sie bestehen im thyssenkrupp Konzern grundsätzlich in der Ausprägung, dass gewöhnliche Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden im Ausland nicht in der funktionalen Währung (Landeswährung) eines der beiden Vertragspartner geschlossen wurden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

thyssenkrupp ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit finanzwirtschaftlichen Risiken in Form von Kreditrisiken (Ausfallrisiko), Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungsrisiken, Zinsrisiken und Warenpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Zu den Details vgl. die Ausführungen zu den Risiken im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts.

Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Die folgende Tabelle zeigt die künftigen undiskontierten vertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten:

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2017

Mio € Buchwerte 30.09.2017 Cashflows 2017 / 2018
Anleihen 6.269 1.772
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 385 307
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 25 8
Übrige Finanzschulden 577 109
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.729 5.330
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 59 56
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 33 22
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 932 930
Mio € Cashflows 2018 / 2019 Cashflows 2019 / 2020 bis 2021 / 2022 Cashflows nach 2021 / 2022
Anleihen 108 4.309 645
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35 68 59
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 7 9 14
Übrige Finanzschulden 137 303 110
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 345 46 9
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3 2 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 0 10 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 1 0 2

KÜNFTIGE UNDISKONTIERTE ZAHLUNGEN 30.09.2018

Mio € Buchwerte 30.09.2018 Cashflows 2018 / 2019 Cashflows 2019 / 2020 Cashflows 2020 / 2021 bis 2022 / 2023 Cashflows nach 2022 / 2023
Anleihen 4.678 108 1.358 2.966 630
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 98 32 9 27 40
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 13 4 2 5 5
Übrige Finanzschulden 445 127 21 255 101
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.266 5.010 220 29 7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 67 65 2 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung 20 19 0 0 0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 705 696 7 1 0

Den Zahlungsmittelflüssen aus derivativen Finanzinstrumenten stehen Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften gegenüber, die in der Fälligkeitsanalyse nicht berücksichtigt wurden. Bei Berücksichtigung auch der Zahlungsmittelflüsse aus den gesicherten Grundgeschäften würden die in der Übersicht gezeigten Zahlungsmittelflüsse entsprechend geringer ausfallen.

Sensitivitätsanalysen

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Zu den für thyssenkrupp relevanten Marktrisiken zählen das Währungsrisiko, das Zinsrisiko sowie das Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko), insbesondere das Rohstoffpreisrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow-Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebenen Analysen sowie die mithilfe von Sensitivitätsanalysen ermittelten Beträge stellen hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht die Risiken berücksichtigt, die nicht finanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie z.B. Geschäftsrisiken.

Währungsrisiko - Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungsschwankungen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts. Die Laufzeit der abgeschlossenen Devisenderivate beträgt in der Regel bis zu 12 Monate und kann in einzelnen Ausnahmefällen bis zu sechs Jahre betragen.

Als relevante Risikovariablen für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Da die Sicherungsgeschäfte grundsätzlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt werden, gleichen sich die gegenläufigen Effekte der Grund- und Sicherungsgeschäfte über die Totalperiode nahezu aus. Das hier dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert somit aus Sicherungsbeziehungen mit bisher noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften, d.h. Sicherungen von festen vertraglichen Verpflichtungen sowie von Planumsätzen. Analysiert man das US-Dollar-Währungsrisiko, ergibt sich zum 30. September 2018 folgendes Bild:

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2018 um 10% stärker gewesen wäre, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 9 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) höher und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 9 Mio € (Vorjahr: 28) höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem US-Dollar am 30. September 2018 um 10% schwächer gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Währungsderivate um 10 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 9 Mio € (Vorjahr: 32 Mio €) niedriger gewesen.

Zinsrisiko - Zur Absicherung des Zinsrisikos werden fallweise derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Instrumente werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Zinsvolatilitäten und Finanzierungskosten der zugrunde liegenden Grundgeschäfte zu minimieren.

Per 30. September 2018 sind wie zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate direkt und unmittelbar bestimmten Finanzierungen zugeordnet. Zum aktuellen Stichtag sind nahezu alle Zinsderivate in Form eines Cashflow-Hedges bilanziert, während zum Vorjahresstichtag sämtliche Zinsderivate in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung standen.

Zins-/Währungsswaps wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Auslandsaktivitäten im Wesentlichen für US-Dollar abgeschlossen.

Bei Zinsinstrumenten ergeben sich Cashflow-Risiken, Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken. Refinanzierungen sowie variable Finanzinstrumente unterliegen einem Cashflow-Risiko, das die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Zinszahlungen zum Ausdruck bringt. Die Messung des Cashflow-Risikos erfolgt mit einer Cashflow-Sensitivität. Opportunitätseffekte ergeben sich bei originären Finanzinstrumenten, da diese im Gegensatz zu Zinsderivaten nicht zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Dieser Unterschiedsbetrag, der sogenannte Opportunitätseffekt, schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Bilanzwirksame Zinsrisiken, die sich im Eigenkapital auswirken, ergeben sich aus der Bewertung von als Cashflow-Hedge abgeschlossenen Zinsderivaten. Ergebniswirksame Zinsrisiken resultieren aus nicht im Hedge Accounting bilanzierten Zinsderivaten. Opportunitätseffekte sowie bilanz- und ergebniswirksame Zinsrisiken werden mit einer Sensitivitätsberechnung der beizulegenden Zeitwerte und deren Veränderung ermittelt.

Die Zinsanalyse unterstellt zum 30. September 2018 eine Parallelverschiebung der Zinskurven für alle Währungen um + 100 /-20 Basispunkte. Die Parallelverschiebung nach unten ist auf - 20 Basispunkte begrenzt, um dem anhaltend niedrigen Zinsniveau mit teilweise negativen Zinsen Rechnung zu tragen. Negative Zinsen werden dabei in der aktuellen Analyse berücksichtigt. Es ergeben sich die in der folgenden Tabelle dargestellten Chancen (positive Werte) und Risiken (negative Werte):

ZINSANALYSE

Veränderung aller Zinskurven zum
30.09.2017 um 30.09.2018 um
--- --- --- --- ---
Mio € + 100 Basispunkte -20 Basispunkte + 100 Basispunkte -20 Basispunkte
--- --- --- --- ---
Cashflow-Risiko 51 -10 30 -6
Opportunitätseffekte 220 -45 150 -31
Bilanzwirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten -1 0 0 0
Ergebniswirksame Zinsrisiken aus Zinsderivaten 0 0 0 0

Wenn alle Zinskurven am 30. September 2018 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate um 0 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €) niedriger und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 30 Mio € (Vorjahr: 51 Mio €) höher gewesen. Wären die Zinskurven am 30. September 2018 um 20 Basispunkte niedriger gewesen, wären die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und der beizulegende Zeitwert der relevanten Zinsderivate unverändert und das Ergebnis aus der Stichtagsbewertung um 6 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) niedriger gewesen.

Beschaffungsrisiko (Warenpreisrisiko) - Um die Risiken aus Rohstoffpreisvolatilitäten zu minimieren, setzt der Konzern zusätzlich auch derivative Finanzinstrumente, insbesondere für Erze, Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium und Zinn, ein.

Um die Risiken aus schwankenden Frachtpreisen zu minimieren, setzt der Konzern u.a. langfristige Festpreisverträge ein, wovon ein Vertrag als Warentermingeschäft mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert wurde.

In die nach IFRS 7 für Finanzinstrumente geforderte Szenarioanalyse fließen nur hypothetische Veränderungen der Marktpreise für derivative Finanzinstrumente ein. Die gegenläufigen Effekte aus den Grundgeschäften sind nicht berücksichtigt und würden den Effekt deutlich verringern.

Die Szenarioanalyse für Warenpreisrisiken unterstellt zum 30. September 2018 eine Preisvarianz der NE-Metalle um +20%/- 20%. Wird ein Preisanstieg der jeweiligen NE-Metalle um + 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung -26 Mio € (Vorjahr: -6 Mio €) und auf das Eigenkapital -1 Mio € (Vorjahr: -1 Mio €). Wird ein Preisrückgang der jeweiligen NE-Metalle um 20% angenommen, beträgt der geschätzte hypothetische Effekt aus der Stichtagsbewertung auf die Gewinn- und Verlustrechnung 13 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €) und auf das Eigenkapital -4 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €).

22 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (related parties)

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist gemäß Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG vom 3. Dezember 2013 mit 23,03 % an der thyssenkrupp AG beteiligt; gemäß freiwilliger Information der Stiftung von Oktober 2018 beläuft sich die Beteiligung auf rund 21 %. Über die in der Satzung (§21) festgelegten Leistungen und Gegenleistungen hinaus bestanden keine wesentlichen Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Geschäftsjahren 2016 / 2017 und 2017 / 2018 hatte der Konzern Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures. Transaktionen mit diesen nahe stehenden Unternehmen resultieren grundsätzlich aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch; der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN

Umsatz Bezogene Leistungen Forderungen
Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018 2016 / 2017 2017 / 2018 30.09.2017 30.09.2018
--- --- --- --- --- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0 1 1 0 0
Assoziierte Unternehmen 39 49 4 3 3 3
Joint Ventures 17 28 3 2 3 8
Verbindlichkeiten
Mio € 30.09.2017 30.09.2018
--- --- ---
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen 0 0
Assoziierte Unternehmen 2 6
Joint Ventures 0 0

Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates

Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrates.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:

VORSTANDSVERGÜTUNG

Tausend € 2016 / 2017 2017 / 2018
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 6.594 5.363
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1.497 1.210
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 4.555
Aktienbasierte Vergütungen 5.289 4.682
Insgesamt 13.380 15.810

Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand (past service cost) ausgewiesen. Die Angabe der aktienbasierten Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Zum 30. September 2018 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wie folgt vergütet:

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Tausend € 2016 / 2017 2017 / 2018
Fixe Vergütung (einschließlich Sitzungsgeld) 1.628 1.675

Darüber hinaus wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates der thyssenkrupp AG für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 Vergütungen von 61 Tsd € (Vorjahr: 56 Tsd €) gewährt.

Zum 30. September 2018 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details der Bezüge der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder vgl. den im Corporate-Governance-Bericht dargestellten Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist.

Vergütung ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 19,0 Mio € (Vorjahr: 14,5 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 279,8 Mio € (Vorjahr: 270,1 Mio €) zurückgestellt.

23 Segmentberichterstattung

thyssenkrupp ist in die nachfolgend beschriebenen operativen Business Areas gegliedert, die die Konzernaktivitäten rund um Industriegüter und Werkstoffe bündeln. Die Business Areas entsprechen der internen Organisations- und Berichtsstruktur und stellen die Segmente gemäß IFRS 8 dar. Dabei werden die Business Area Steel Steel Europe sowie zusätzlich bis zum Abschluss des Verkaufs Anfang September 2017 die Business Area Steel Americas als nicht fortgeführte Aktivität eingestuft.

Components Technology

Die Business Area bietet leistungsfähige und innovative Komponenten für die Automobilindustrie, Baumaschinen, Maschinenbau und Windkraftanlagen an.

Elevator Technology

Die Business Area betreibt den Neubau, die Modernisierung sowie den Service von Aufzügen, Fahrtreppen, Fahrsteigen, Treppen- und Plattformliften sowie Fluggastbrücken. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Produktpalette von Anlagen für den Volumenmarkt bis zu kundenindividuellen Lösungen nach Maß.

Industrial Solutions

Industrial Solutions ist ein international führender Anbieter im Spezial- und Großanlagenbau sowie im Marineschiffbau.

Materials Services

Die Business Area betreibt den weltweiten Handel von Werk- und Rohstoffen sowie technische und infrastrukturelle Dienstleistungen für produzierende und verarbeitende Unternehmen.

Steel Europe (nicht fortgeführte Aktivität)

In der Business Area sind die Aktivitäten für hochwertige Qualitätsflachstahlprodukte zusammengefasst, die von intelligenten Werkstofflösungen bis zum fertigen Bauteil reichen.

Corporate

Corporate umfasst die Konzernzentrale einschließlich der Verwaltungen für die Regionen. Darüber hinaus gehören zu Corporate die Service Units, die im Wesentlichen Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT und im Personalwesen erbringen, sowie die Special Units u.a. für das Management der konzernweiten Immobilien.

Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität)

Diese Business Area bestand im Wesentlichen aus dem Stahlwerk in Brasilien (CSA). Sie betreibt die Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung von hochwertigen Qualitätsstählen.

Konsolidierung

Die Konsolidierung umfasst im Wesentlichen die Eliminierung von Zwischengewinnen im Vorratsvermögen sowie die Rücknahme konzerninterner Zinsverrechnungen.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Gemäß dem für die Segmentberichterstattung relevanten sogenannten "Management Approach" erfolgen alle Angaben einschließlich der als Veräußerungsgruppen bzw. als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifizierten Einheiten. Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente ist die Ertragskennzahl EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) bzw. Bereinigtes EBIT. Die Abgrenzung des EBIT richtet sich nach wirtschaftlichen Kriterien und ist unabhängig von den IFRS-Vorschriften. Es gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten und enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können; das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten, also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M&A-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen / Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Maß für das für die operative Tätigkeit gebundene Kapital ist das Capital Employed. Es umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht zinstragende Passivposten wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen; vgl. dazu auch die nachfolgende Überleitungsrechnung.

SEGMENTINFORMATIONEN 2016 / 2017

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services2) Steel Europe1) Corporate2)
Geschäftsjahr 2016 / 2017
Außenumsätze 7.561 7.660 5.487 13.364 7.378 -2
Konzerninterne Umsätze 11 14 35 301 1.537 280
Umsatzerlöse gesamt 7.571 7.674 5.522 13.665 8.915 278
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 2 -20 2 31 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 2 6 42 101 2
EBIT 297 736 -36 220 493 -569
Bereinigtes EBIT 377 922 111 312 547 -535
Durchschnittliches Capital Employed 3.740 1.127 430 3.652 5.286 849
Abschreibungen 328 85 79 111 410 54
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 20 3 6 7 2 5
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1 0 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -141 -552 -257 -86 -145 -135
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 551 136 92 132 566 58
Mio € Steel Americas1) Konsolidierung Konzern
Geschäftsjahr 2016 / 2017
Außenumsätze 1.525 0 42.971
Konzerninterne Umsätze 323 -2.502 0
Umsatzerlöse gesamt 1.848 -2.502 42.971
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 0 15
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 0 154
EBIT -444 -9 687
Bereinigtes EBIT 186 -9 1.910
Durchschnittliches Capital Employed 1.654 -9 16.728
Abschreibungen 60 -5 1.121
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 648 0 691
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 1
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -1 0 -1.316
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 75 1 1.610

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Enthält nicht fortgeführte Stahlaktivitäten

SEGMENTINFORMATIONEN 2017 / 2018

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services2) Steel Europe1) Corporate2)
Geschäftsjahr 2017 / 2018
Außenumsätze 7.870 7.551 5.005 14.374 7.896 51
Konzerninterne Umsätze 5 3 15 278 1.575 278
Umsatzerlöse gesamt 7.875 7.554 5.020 14.652 9.470 329
Ergebnis aus der Equity-Bewertung 0 2 0 -3 16 0
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind 0 2 6 39 84 0
EBIT 120 775 -243 270 471 -466
Bereinigtes EBIT 197 866 -255 317 687 -377
Durchschnittliches Capital Employed 3.897 1.143 762 3.623 5.545 831
Abschreibungen 332 88 89 107 423 60
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 13 0 5 0 1 4
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen -279 -496 -163 -40 -297 -131
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 523 105 122 113 442 66
Mio € Steel Americas1) Konsolidierung Konzern
Geschäftsjahr 2017 / 2018
Außenumsätze - 0 42.745
Konzerninterne Umsätze - -2.156 0
Umsatzerlöse gesamt - -2.156 42.745
Ergebnis aus der Equity-Bewertung - 0 15
Summe der Anteile, die nach der Equity-Methode bilanziert sind - 0 132
EBIT - 117 1.045
Bereinigtes EBIT - 117 1.551
Durchschnittliches Capital Employed - -28 15.773
Abschreibungen - -112 985
Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 0 23
Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 0 0
Zahlungsunwirksames Ergebnis aus der Veränderung der kurzfristigen und sonstigen langfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer sowie der sonstigen Rückstellungen - 0 -1.405
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 4 1.375

1) Nicht fortgeführte Aktivität

2) Enthält nicht fortgeführte Stahlaktivitäten

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahl EBIT zum EBT gemäß der Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG UMSATZERLÖSE

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 42.971 42.745
- Umsatzerlöse nicht fortgeführte Aktivität Steel Americas -1.525 -
- Umsatzerlöse nicht fortgeführte Stahlaktivitäten -7.454 -7.968
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 33.993 34.777

ÜBERLEITUNG EBIT ZU EBT

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 1.910 1.551
Sondereffekte2) -1.224 -507
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 687 1.045
+ Finanzierungserträge 1.019 745
- Finanzierungsaufwendungen -1.619 -1.101
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -52 -27
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 26 6
EBT-Konzern 61 668
- EBT nicht fortgeführte Aktivität Steel Americas 705 -
- EBT nicht fortgeführte Stahlaktivitäten -437 -505
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 329 163

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

2) Vgl. die Erläuterung der Sondereffekte in der "Geschäftsentwicklung im Konzern" im "Wirtschaftsbericht" des zusammengefassten Lageberichts.

Die Summe der Vermögenswerte gemäß der Konzernbilanz lässt sich wie folgt auf das durchschnittliche Capital Employed überleiten:

ÜBERLEITUNG AKTIVA ZUM CAPITAL EMPLOYED

Mio € 30.09.2017 30.09.2018
Summe Vermögenswerte (Aktiva) 35.048 33.868
Aktive latente Steuern -1.680 -1.116
Laufende Ertragsteueransprüche -220 -249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -5.292 -2.987
Anpassungen von Aktiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile -198 -214
Passivische Abzugsposten im Capital Employed:
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer -354 -182
Sonstige Rückstellungen, langfristig -645 -295
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig -5 -4
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer -357 -334
Sonstige Rückstellungen, kurzfristig -1.183 -1.067
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -5.729 -5.266
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -842 -635
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig -6.802 -6.626
Anpassungen von Passiva um darin enthaltene, nicht operative Bestandteile 522 392
Anpassungen Aktiva/Passiva durch Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten 0 -2.664
Stichtags-Capital Employed 12.261 12.622
Effekt aus der Anpassung von Durchschnitts- auf Stichtags-Capital Employed 2.267 982
Durchschnittliches Capital Employed (5-Punkte-Durchschnitt) 14.528 13.603
Korrekturfaktoren mit erhöhender Wirkung auf Leistungsanforderungen für einen positiven Wertbeitrag 2.200 2.170
Durchschnittliches Capital Employed gemäß Segmentberichterstattung 16.728 15.773

Bei der nachfolgenden Darstellung der Informationen nach Regionen erfolgt die Länderzuordnung der Umsätze nach dem Sitz des Kunden, während die Zuordnung des Segmentvermögens und der Investitionen nach dem jeweiligen Standort vorgenommen wird. Die Bestimmung der Investitionen erfolgt nach der für die Kapitalflussrechnung geltenden Abgrenzung.

Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.

AUSSENUMSÄTZE NACH REGIONEN1⁾

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Konzern
Außenumsätze (Sitz des Kunden)
2016 / 2017 12.006 7.755 2.891 20.319 42.971
2017 / 2018 12.648 6.693 3.051 20.352 42.745

1) Einschließlich nicht fortgeführte Aktivitäten

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH REGIONEN1⁾

Mio € Deutschland USA China Übrige Länder Konzern
Langfristige Vermögenswerte (= immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte) (Standort der Vermögenswerte)
30.09.2017 6.963 1.355 859 3.447 12.625
30.09.2018 3.857 1.371 910 3.191 9.329

1) Einschließlich nicht fortgeführte Aktivitäten

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

24 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse enthalten Umsätze aus dem Verkauf von Gütern in Höhe von 21.901 Mio € (Vorjahr: 19.962 Mio €), Dienstleistungsumsätze in Höhe von 4.531 Mio € (Vorjahr: 5.077 Mio €) sowie Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in Höhe von 7.946 Mio € (Vorjahr: 8.410 Mio €).

25 Sonstige Erträge

SONSTIGE ERTRÄGE

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Erträge aus Zulagen und Zuschüssen 7 14
Versicherungsentschädigungen 16 8
Übrige 222 173
Insgesamt 246 195

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die übrigen sonstigen Erträge beinhalteten in 2016 / 2017 einen Gewinn von 50 Mio € aus der Neubewertung der Beteiligung an der Atlas Elektronik im Zusammenhang mit dem Übergang auf die Vollkonsolidierung. Darüber hinaus ist in dieser Position eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 419 (Vorjahr: 431) in den fortgeführten Aktivitäten konsolidierten Unternehmen enthalten.

26 Sonstige Aufwendungen

SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Zuführungen/Auflösungen von Rückstellungen -17 24
Sonstige Steuern 20 17
Übrige 119 95
Insgesamt 122 136

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die übrigen sonstigen Aufwendungen enthalten eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten der 419 (Vorjahr: 431) in den fortgeführten Aktivitäten konsolidierten Unternehmen.

27 Sonstige Gewinne und Verluste

SONSTIGE GEWINNE UND VERLUSTE

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Ergebnis aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte -1 -1
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen 38 26
Ergebnis aus dem Abgang von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1 2
Ergebnis aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften 5 2
Übrige -1 8
Insgesamt 42 36

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

28 Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -16 -1
Zinserträge aus Finanzguthaben 59 38
Erträge aus Beteiligungen 1 1
Sonstige Finanzierungserträge 708 664
Finanzierungserträge 768 703
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -273 -209
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -62 -74
Aufwendungen aus Beteiligungen 0 0
Sonstige Finanzierungsaufwendungen -772 -727
Finanzierungsaufwendungen -1.107 -1.010
Insgesamt -355 -308

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Zu den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen vgl. auch Anhang-Nr. 06.

In den sonstigen Finanzierungserträgen sind Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 8 Mio € (Vorjahr: 8 Mio €) bzw. in den sonstigen Finanzierungsaufwendungen Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Höhe von 27 Mio € (Vorjahr: 29 Mio €) enthalten.

29 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich wie folgt auf:

AUFTEILUNG ERTRAGSTEUERN

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Laufender Steueraufwand/(-ertrag) 242 274
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) 75 88
Insgesamt 317 362

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Die Zuordnung des Steueraufwands zu den fortgeführten bzw. nicht fortgeführten Aktivitäten erfolgte nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verursachung. Den Gesellschaften der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten wurden demgemäß Steueraufwendungen entsprechend der durch diese Gesellschaften erzielten Ergebnisse zugerechnet.

Die Auswirkungen der im Dezember 2017 veränderten Steuergesetzgebung in den USA wurden berücksichtigt. Insbesondere wurde die Bewertung der latenten Steuerpositionen um 114 Mio € angepasst.

Die im Eigenkapital berücksichtigten Steuern verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Bereiche:

ERTRAGSTEUERN IM EIGENKAPITAL

Mio € 2016 / 20171) 2017 / 2018
Steueraufwand/(-ertrag) laut GuV-Ausweis 317 362
Steueraufwand auf nicht fortgeführte Aktivitäten 335 247
Erfolgsneutraler Steuereffekt auf das sonstige Ergebnis
Fortgeführte Aktivitäten 150 27
Nicht fortgeführte Aktivitäten 96 27
Insgesamt 898 663

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Zum 30. September 2018 belaufen sich die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochtergesellschaften im Konzern, für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, da diese Gewinne in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden sollen, auf 434 Mio € (Vorjahr: 397 Mio €).

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

VERZEICHNIS AKTIVER UND PASSIVER LATENTER STEUERN

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Mio € 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018
--- --- --- --- ---
Latente Steuern auf langfristige Positionen
Immaterielle Vermögenswerte 66 48 546 396
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 108 106 466 179
Finanzielle Vermögenswerte 81 65 18 12
Übrige Aktiva 576 448 856 677
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.130 676 6 3
Sonstige Rückstellungen 136 56 43 23
Übrige Passiva 243 260 103 495
Latente Steuern auf kurzfristige Positionen
Vorräte 395 398 151 57
Übrige Aktiva 36 81 5 3
Sonstige Rückstellungen 154 184 340 272
Übrige Passiva 899 940 568 437
Wertberichtigungen - temporäre Differenzen -29 -15
Zwischensumme 3.795 3.247 3.102 2.554
Steuerliche Verlustvorträge 1.475 1.094 - -
Zinsvorträge 257 223 - -
Ausländische Steuergutschriften 69 28 - -
Wertberichtigungen - steuerliche Verlustverträge u.a. -925 -950
Zwischensumme 876 395 0 0
Bruttobetrag vor Saldierung 4.671 3.642 3.102 2.554
Saldierung -2.991 -2.526 -2.991 -2.526
Bilanzansatz 1.680 1.116 111 28

Zum 30. September 2018 werden für im Konzern bestehende steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.403 Mio € (Vorjahr: 3.749 Mio €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von diesen steuerlichen Verlustvorträgen ist ein Teilbetrag von 3.244 Mio € (Vorjahr: 3.731 Mio €) nach der bestehenden Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig, während Verlustvorträge in Höhe von 159 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) innerhalb der nächsten 20 Jahre verfallen, soweit sie nicht genutzt werden.

Nach teilweiser Nutzung in 2017 / 2018 erfolgte im Übrigen im Zusammenhang mit den nicht fortgeführten Stahlaktivitäten eine vollständige Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge in Deutschland. Insgesamt ergab sich ein latenter Steueraufwand in Höhe von 247 Mio €. Die latenten Steuern auf Bilanzdifferenzen in Höhe von 565 Mio € wurden angesetzt, da das Management davon ausgeht, dass langfristig genügend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

Zum 30. September 2018 werden u.a. die folgenden, auf Verlustvorträgen beruhenden, aktiven latenten Steuern angesetzt, weil für die Aktivierung substanzielle Hinweise auf ausreichende künftige zu versteuernde Ergebnisse vorliegen: Rotek Incorporated (USA) 17 Mio € (Vorjahr: 17 Mio €) und thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd. (China) 17 Mio € (Vorjahr: 14 Mio €).

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 / 2018 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gewerbesteuersätze, einen Steuersatz von 32,1% (Vorjahr: 32,0%) vor. Aufgrund der nicht fortgeführten Stahlaktivitäten und damit nach Ausscheiden einiger Gesellschaften aus dem deutschen Organkreis wird sich der anzuwendende Steuersatz auf 31,2% vermindern. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen länderspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 9,0% und 39,4% (Vorjahr: 10,0% und 39,0%).

STEUERLICHE ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

Mio € 2016 / 20171) in % 2017 / 2018 in %
Erwarteter Steueraufwand/(-ertrag) 105 32,0 53 32,1
Abweichungen zum inländischen Gesamtsteuersatz -10 -3,0 -30 -18,4
Änderung von Steuersätzen oder -gesetzen 1 0,3 84 51,5
Veränderung der Wertberichtigungen auf latente Steuern 232 70,5 153 93,9
Einkommenskorrekturen 56 17,2 72 44,2
Besteuerung von Veräußerungsergebnissen -2 -0,7 -1 -0,6
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 5 1,5 1 0,6
Nicht anrechenbare Quellensteuern 53 16,2 44 27,0
Periodenfremder Steuerertrag -125 -38,1 -17 -10,4
Sonstiges 2 0,6 3 1,9
Ausgewiesener Steueraufwand/(-ertrag) 317 96,4 362 222,1

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

30 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

2016 / 20171) 2017 / 2018
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
Gesamtbetrag

in Mio €
Ergebnis je Aktie

in €
--- --- --- --- ---
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -39 -0,07 -245 -0,39
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -610 -1,08 254 0,41
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) -649 -1,15 8 0,01
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 566.252.357 622.531.741

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang Nr. 03).

Der gewichtete Durchschnitt der Aktien erhöhte sich durch die Ende September 2017 durchgeführte Kapitalerhöhung (vgl. Anhang-Nr. 12). In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

31 Zusätzliche Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Folgender Personalaufwand ist in den Aufwandspositionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

PERSONALAUFWAND

Mio € 2016 / 2017 2017 / 2018
Löhne und Gehälter 7.305 7.481
Soziale Abgaben 1.284 1.283
Netto-Pensionsaufwendungen - Leistungszusage1) 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen - Beitragszusage 162 160
Abfindungen, vorzeitiges Ausscheiden u.Ä. 537 283
Aufwendungen für Unterstützung 417 402
Insgesamt 9.705 9.608

1) Ohne Nettozinsaufwand aus Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen, der in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern beschäftigt:

BELEGSCHAFT IM JAHRESDURCHSCHNITT

2016 / 2017 2017 / 2018
Components Technology 31.913 33.804
Elevator Technology 52.281 52.846
Industrial Solutions 20.553 21.647
Materials Services 19.784 20.108
Steel Europe 27.418 27.345
Corporate 3.715 4.016
Steel Americas 3.761 0
Insgesamt 159.424 159.766
Davon:
Arbeiter 83.718 83.183
Angestellte 72.050 72.706
Auszubildende 3.657 3.877

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Gesellschaften des weltweiten PwC-Verbundes sind folgende Honorare (einschließlich Auslagen) als Aufwand erfasst worden:

KONZERNABSCHLUSSPRÜFER-HONORARE

2016 / 2017 2017 / 2018
Mio € Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
--- --- --- --- ---
Abschlussprüfungsleistungen 16 8 16 9
Andere Bestätigungsleistungen 0 0 2 1
Steuerberatungsleistungen 0 0 0 0
Sonstige Leistungen 1 0 0 0
Insgesamt 17 8 18 10

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der thyssenkrupp AG und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen projektbegleitende Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Erstellung von Steuererklärungen sowie für Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen überwiegend die Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

32 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 8 Mio € stammen per 30. September 2018 (Vorjahr: 52 Mio €) von der Joint Operation HKM.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im Geschäftsjahr 2017 / 2018 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 8 Mio € (Vorjahr: 458 Mio €).

Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeit

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten/Vermögenswerte aus Finanzierungstätigkeiten einschließlich der Veränderungen durch Cashflows und nicht zahlungswirksame Veränderungen:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG GEMÄSS IAS 7

30.09.2017 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Veränderung Konsolidierungskreis
--- --- --- ---
Anleihen 6.269 -1.600 0
Schuldschein- /sonstige Darlehen 520 -75 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 290 -185 -4
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 27 -14 0
Zwischensumme Finanzschulden 7.105 -1.874 -4
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 201 -61 -23
Insgesamt 7.306 -1.935 -27
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Mio € Währungsunterschiede Marktwertänderungen Sonstige Veränderungen
--- --- --- ---
Anleihen 0 0 10
Schuldschein- /sonstige Darlehen 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -3 0 0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0
Zwischensumme Finanzschulden -3 0 10
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 0 14 33
Insgesamt -3 14 42
30.09.2018
Mio €
--- ---
Anleihen 4.678
Schuldschein- /sonstige Darlehen 445
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 98
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 13
Zwischensumme Finanzschulden 5.234
Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus sonstigen Finanzierungsvorgängen 163
Insgesamt 5.397

Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

33 Besondere Ereignisse nach dem Stichtag

Es lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Sonstige Angaben

34 Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach §161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären am 30. September 2018 auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Die Entsprechenserklärung der börsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Hüttenwerke AG ist am 1. Oktober 2018 abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.

35 Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Nachfolgende inländische Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft im Sinne des § 264a HGB haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 und § 264b HGB Gebrauch gemacht:

A
ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen
AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin Berlin
B
Becker & Co. GmbH Neuwied
BERCO Deutschland GmbH Ennepetal
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH Hamburg
D
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH Andernach
E
EH Güterverkehr GmbH Duisburg
ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH Düsseldorf
G
German Marine Systems GmbH Hamburg
H
Hagenuk Marinekommunikation GmbH Flintbek
J
Jacob Bek GmbH Ulm
K
KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH Duisburg
L
LiftEquip GmbH Elevator Components Neuhausen a.d.F.
M
Max Cochius GmbH Berlin
P
PSL Wälzlager GmbH Dietzenbach
R
Rasselstein Verwaltungs GmbH Neuwied
Reisebüro Dr. Tigges GmbH Essen
T
Tepper Aufzüge GmbH Münster
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie Essen
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl Essen
Thyssen Stahl GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Academy GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Access Solutions GmbH Essen
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH Rodgau
thyssenkrupp Aufzüge GmbH Neuhausen a.d.F.
thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH Neuhausen a.d.F.
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH Essen
thyssenkrupp Bilstein GmbH Ennepetal
thyssenkrupp Business Services GmbH Essen
thyssenkrupp Components Tech GmbH Essen
thyssenkrupp DeliCate GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH Willich
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH Gelsenkirchen
thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH Essen
thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH Essen
thyssenkrupp Elevator AG Düsseldorf
thyssenkrupp Elevator Innovation GmbH Essen
thyssenkrupp Facilities Services GmbH Essen
thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH Hamburg
thyssenkrupp Federn GmbH Hagen
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH Hagen
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH Dortmund
thyssenkrupp Gerlach GmbH Homburg/Saar
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH Essen
thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH Bochum
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH Essen
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH Hagen
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl Essen
thyssenkrupp Industrial Solutions AG Essen
thyssenkrupp Infrastructure GmbH Essen
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH Essen
thyssenkrupp Management Consulting GmbH Düsseldorf
thyssenkrupp Marine Systems GmbH Kiel
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH Krefeld
thyssenkrupp Materials Services GmbH Essen
thyssenkrupp Materials Trading EMEA GmbH Essen
thyssenkrupp Plastics GmbH Essen
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH Chemnitz
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH Mülheim
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH Schönebeck
thyssenkrupp Rasselstein GmbH Andernach
thyssenkrupp Raw Materials GmbH Essen
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH Essen
thyssenkrupp Rothe Erde GmbH Dortmund
thyssenkrupp Schulte GmbH Essen
thyssenkrupp Senior Experts GmbH Essen
thyssenkrupp Stainless GmbH Essen
thyssenkrupp Steel Europe AG Duisburg
thyssenkrupp System Engineering GmbH Essen
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH Essen
thyssenkrupp Transrapid GmbH Kassel
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH Haltern am See
thyssenkrupp Valvetrain GmbH Ilsenburg
thyssenkrupp Vermietungs GmbH Duisburg
U
Uhde High Pressure Technologies GmbH Hagen
Uhde Inventa-Fischer GmbH Berlin
Uhde Services and Consulting GmbH Dortmund
V
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH Grünwald

Nachfolgende niederländische Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift gemäß Artikel 2:403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches (Civil Code of the Netherlands) Gebrauch gemacht:

T
thyssenkrupp Liften B.V. Krimpen an den Ijssel
thyssenkrupp Materials Nederland B.V. Amsterdam
thyssenkrupp Nederland Holding B.V. Roermond
thyssenkrupp Participations B.V. Veghel

36 Aufstellung des Anteilsbesitzes

Die vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und wird auf der Website der Gesellschaft wiedergegeben unter www.thyssenkrupp.com.

Aufstellung des Anteilsbesitzes des thyssenkrupp-Konzerns gemäß §313 Abs. 2 HGB zum 30.09.2018

Lfd. Nr Name und Sitz Anteil am Kapital

(%)
gehalten über lfd. Nr. gehalten

%
A. Voll konsolidierte Tochterunternehmen
Ägypten
1 thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten 100,00 132 75,00
391 25,00
2 thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten 100,00 146
Algerien
3 Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien 100,00 378
Argentinien
4 thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 40 5,02
391 94,98
5 thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100,00 146
Australien
6 SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien 100,00 79
7 thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien 100,00 10
8 thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., Perth, Australien 100,00 146
9 thyssenkrupp Infrastructure Pty Ltd, North Sydney/New South Wales, Australien 100,00 12
10 thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien 100,00 132
11 thyssenkrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien 100,00 12
12 thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Wetherill Park/New South Wales, Australien 100,00 220
13 Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne/Victoria, Australien 100,00 8
Bahrain
14 thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain 70,00 132
Bangladesch
15 thyssenkrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch 100,00 230
Belgien
16 Peersmann Liften Ascenseurs S.P.R.L., Brüssel, Belgien 100,00 18
17 thyssenkrupp Home Solutions N.V., Gent, Belgien 100,00 115 0,07
315 99,93
18 thyssenkrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien 100,00 132 0,003)
133 100,003)
19 thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 100,00 152 34,41
320 65,59
20 thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 100,00 135 100,003)
155 0,003)
21 thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 100,00 113 0,003)
166 100,003)
Botswana
22 thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana 100,00 146 0,03
353 99,97
Brasilien
23 BercoSul Ltda., Hortolandia-Säo Paulo, Brasilien 100,00 244
24 RIP Servigos Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 35
25 Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien 100,00 152
26 thyssenkrupp Automata Industria de Pegas Ltda., São Paulo, Brasilien 80,00 35
27 thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien 100,00 121 1,14
126 17,29
169 71,52
196 10,05
28 thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 99,48 153
29 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien 99,78 391
30 thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-Säo Paulo, Brasilien 100,00 146 57,22
168 42,78
31 thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100,00 27 0,003)
152 100,003)
32 thyssenkrupp Marine Systems do Brasil Indústria e Comércio Ltda. , Moncoes, Brasilien 100,00 27 1,00
150 99,00
33 thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien 59,77 322
34 thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien 100,00 33
35 thyssenkrupp Servicos Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100,00 27 0,003)
152 100,003)
Brunei
36 thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, , Brunei 100,00 8 1,00
377 99,00
Bulgarien
37 Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien 100,00 244
38 Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien 100,00 146
39 thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien 80,00 152
Chile
40 thyssenkrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile 100,00 4 1,16
391 98,84
41 ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile 100,00 146 0,10
431 99,90
42 thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile 100,00 166
China
43 Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China 100,00 57
44 Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China 100,00 53
45 Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, China* 51,00 53
46 Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China 100,00 132
47 thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China 100,00 53
48 thyssenkrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 210
49 thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 53
50 thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China 100,00 53
51 thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China 100,00 53
52 thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China 100,00 53
53 thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China 100,00 117
54 thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 53
55 thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China 100,00 53
56 thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China 100,00 53
57 thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China 60,00 53
58 thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 53
59 thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 70,00 152
60 thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China 100,00 53
61 thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China 60,00 196
62 thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China 100,00 61
63 thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China 60,00 196
64 thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00 53
65 thyssenkrupp Raw Materials Tianjin Co., Ltd. , Tianjin, China 100,00 153
66 thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., , China 100,00 53
67 thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China 100,00 53
68 thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 53
69 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 261
70 thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China 100,00 53
71 Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100,00 13
72 Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China 100,00 53
73 Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China 60,00 53
Curacao
74 Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao 100,00 318
Dänemark
75 ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark 100,00 79
76 RIAS A/S, Roskilde, Dänemark 54,15 135
77 thyssenkrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark 100,00 133
78 thyssenkrupp Stâl Danmark A/S, Hundested, Dänemark 100,00 325
Deutschland
79 ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 100,00 169
80 ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 100,00 79
81 AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin 100,00 146
82 Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 100,00 161
83 Becker & Co. GmbH, Neuwied 100,00 106
84 BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 100,00 169
85 Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 100,00 146
86 B.L.S. Aufzugservice GmbH, Walsrode 100,00 133
87 CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 100,00 117
88 Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz 94,00 117
89 DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen 100,00 154
90 DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 100,00 160
91 EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 100,00 166
92 Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 87,98 166
93 ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf 100,00 132
94 German Marine Systems GmbH, Hamburg 100,00 146
95 GLH GmbH, Essen 100,00 169
96 Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 100,00 79
97 Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 100,00 150
98 IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 100,00 150
99 Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 79,96 152
100 KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg 100,00 166
101 Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund 100,00 117 10,10
128 89,90
102 LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. 100,00 133
103 Max Cochius GmbH, Berlin 75,00 152
104 Pruna Betreiber GmbH, Grünwald 0,002) 166
105 PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 100,00 381
106 Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 100,00 92 40,77
166 59,23
107 Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 100,00 152
108 Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 100,00 132
109 SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100,00 146
110 Tepper Aufzüge GmbH, Münster 100,00 133
111 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen 100,00 123 5,10
169 94,90
112 Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 100,00 123 5,10
143 94,90
113 Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 100,00 101 17,36
128 82,64
114 thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 100,00 117
115 thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen 100,00 132
116 thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden 100,00 152
117 thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen 100,004)
118 thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen 61,19 153
119 thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern 100,00 134
120 thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. 99,50 133
121 thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 100,00 169
122 thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 100,00 117 5,01
169 94,99
123 thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 100,00 117
124 thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 84,64 121
125 thyssenkrupp Carbon2Chem Management GmbH, Duisburg 100,00 117 50,00
166 50,00
126 thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 100,00 138
127 thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 100,00 161
128 thyssenkrupp Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 169
129 thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich 100,00 152
130 thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 99,58 113 11,96
131 87,62
131 thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 100,00 92 37,54
166 62,46
132 thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf 100,00 169
133 thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen 100,00 132
134 thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen 100,00 133
135 thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 100,00 152
136 thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg 100,00 133
137 thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 100,00 117 5,01
122 94,99
138 thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 100,00 169
139 thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 100,00 146
140 thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 100,00 169
141 thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 100,00 152
142 thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH, Bochum 100,00 123
143 thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 100,00 117
144 thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 100,00 166
145 thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 100,00 112
146 thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 100,00 169
147 thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 100,00 152
148 thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 100,00 169
149 thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 100,00 161
150 thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 100,00 146
151 thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 99,58 117 4,34
152 95,24
152 thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 99,84 117
153 thyssenkrupp Materials Trading GmbH, Essen 100,00 152
154 thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 68,00 128
155 thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 100,00 135
156 thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 100,00 169
157 thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 100,00 117 5,02
169 94,98
158 thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 100,00 117 5,01
169 94,99
159 thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 100,00 158
160 thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 99,50 106
161 thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 100,00 117
162 thyssenkrupp Rothe Erde GmbH, Dortmund 100,00 117 5,10
169 94,90
163 thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 100,00 117 6,00
152 94,00
164 thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 100,00 169
165 thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 100,00 152
166 thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 100,00 113
167 thyssenkrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 100,00 166
168 thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 100,00 169
169 thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 100,00 117
170 thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 100,00 169
171 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 66,00 146
172 thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See 100,00 146
173 thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 100,00 169
174 thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 100,00 117 5,10
123 94,90
175 TKMS Business Partnership, Kiel 100,00 150 95,00
216 5,00
176 Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 100,00 146
177 Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 100,00 146
178 Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 100,00 169
179 Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 100,00 161
180 Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald 100,00 152
Finnland
181 ATLAS ELEKTRONIK Finland OY, Espoo, Finnland 100,00 79
182 thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 100,00 220
Frankreich
183 Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich 100,00 187
184 Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich 100,00 191
185 MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich 100,00 187
186 Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich 100,00 190
187 thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich 100,00 190
188 thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 100,00 191
189 thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S., Isbergues, Frankreich 100,00 323
190 thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich 100,00 191
191 thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 319
192 thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 100,00 191
193 thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 100,00 191
194 thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 100,00 191
195 thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 100,00 191
196 thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 100,00 191
197 thyssenkrupp Stainless France S.A.S., Tours, Frankreich 100,00 191
198 thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 100,00 191
Griechenland
199 Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 100,00 97
Großbritannien
200 ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 79
201 ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien 100,00 200
202 Berco (UK) Ltd., Spennymoor, Großbritannien 100,00 220
203 Hytrac Lifts Ltd., , Großbritannien 100,00 220
204 Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien 100,00 220
205 Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 100,00 220
206 Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien 100,00 220
207 SDV Escalators Ltd. (UK), Skipton, North Yorkshire, Großbritannien 100,00 220
208 The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien 100,00 211
209 thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien 100,00 220
210 thyssenkrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien 100,00 220
211 thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien 100,00 220
212 thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien 100,00 220
213 thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien 100,00 211
214 thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien 100,00 220
215 thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien 100,00 220
216 thyssenkrupp Marine Systems LLP, London, Großbritannien 100,00 169 0,50
150 99,50
217 thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Cradley Heath, Großbritannien 100,00 220
218 thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead , West Sussex, Großbritannien 100,00 220
219 thyssenkrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien 100,00 214
220 thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien 100,00 117
221 thyssenkrupp Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien 100,00 212
Guatemala
222 Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 303 0,02
302 99,98
223 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala 100,00 391 90,00
4 10,00
Hongkong
224 thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, Hongkong 100,00 132
Indien
225 ATLAS ELEKTRONIK India Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 96 0,01
79 99,99
226 Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Telangana, Indien 100,00 84 1,00
244 99,00
227 Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien 100,00 162 100,003)
248 0,003)
228 thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien 100,00 220 99,99
210 0,01
229 thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien 100,00 130 100,003)
189 0,003)
230 thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien 100,00 93 0,003)
132 100,003)
231 thyssenkrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien 100,00 140 99,90
169 0,10
232 thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00 319 100,003)
322 0,003)
233 thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien 80,43 146
234 thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien 54,73 169
235 thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien 100,00 216
236 thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien 100,00 168 99,90
169 0,10
Indonesien
237 PT thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien 67,00 146
238 PT. thyssenkrupp Technologies Indonesia, Jakarta, Indonesien 94,67 132
Irak
239 The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak 100,00 146
240 Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak 100,00 146
Irland
241 thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland 100,00 211
Israel
242 thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel 100,00 475 0,20
93 49,90
391 49,90
Italien
243 Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 100,00 319
244 Berco S.p.A., Copparo, Italien 100,00 117 0,05
254 99,95
245 CIAMPI & C. S.r.l., Colico Piano LC , Italien 100,00 252
246 Euroascensori srl, Mezzolombardo, Italien 100,00 252
247 Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 100,00 254
248 Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien 100,00 254
249 SIMIA Ascensori - S.r.l., Rom, Italien 100,00 252
250 Terninox S.p.A., Terni, Italien 100,00 243
251 thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 100,00 323
252 thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien 100,00 254
253 thyssenkrupp Home Solutions S.r.l., Pisa, Italien 100,00 252
254 thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 100,00 117
255 thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 100,00 168 2,00
254 98,00
256 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien* 100,00 171
Japan
257 Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan 100,00 146
258 thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan 100,00 132
259 thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan 100,00 260
260 thyssenkrupp Otto Co., Ltd., Tokio, Japan 100,00 146
261 thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan 100,00 171
Jordanien
262 thyssenkrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien 100,00 132
Kambodscha
263 thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha 100,00 132
Kanada
264 Atlas Elektronik Canada Ltd., Victoria BC, Kanada 100,00 79
265 Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada 100,00 266
266 thyssenkrupp Canada, Inc. , Calgary/Alberta, Kanada 100,00 319
267 thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada 100,00 271
268 thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Calgary/Alberta, Kanada 100,00 319
269 thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa/Ontario , Kanada 100,00 146
270 thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada 100,00 434
271 thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada 100,00 266
272 thyssenkrupp Supply Chain Services Canada, Inc., Windsor/Ontario, Kanada 100,00 266
Kasachstan
273 thyssenkrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan 100,00 391
274 TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan 100,00 147 99,97
276 0,03
275 TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan 100,00 146
276 TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan 100,00 147 99,00
361 1,00
Katar
277 thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar 100,00 132
Kolumbien
278 thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien 100,00 4 1,50
40 1,50
223 1,50
337 1,50
391 94,00
279 thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien 100,00 42
Korea, Rep.
280 ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. 100,00 79
281 thyssenkrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. 100,00 132
282 ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. 100,00 380
283 thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. 70,00 152
Kroatien
284 thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien 100,00 133
Kuwait
285 thyssenkrupp Elevator Kuwait Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait 100,00 132
Liechtenstein
286 thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein 100,00 169
287 thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein 100,00 157
Litauen
288 UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 51,00 147
Luxemburg
289 ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg 100,00 133
Malaysia
290 Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 146
291 thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia 100,00 132
292 thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 146
293 thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 234
294 thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 100,00 117
295 TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia 100,00 132 70,00
291 30,00
Marokko
296 thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos , Marokko 100,00 391
297 thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedla, Marokko 100,00 146
Mexico
298 Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 152 0,01
304 99,99
299 thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 121 100,003)
306 0,003)
300 thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico 100,00 126 100,003)
169 0,003)
301 thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico 100,00 4 0,07
391 99,93
302 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico 100,00 146 99,99
169 0,01
303 thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico 100,00 146 0,02
302 99,98
304 thyssenkrupp Materials de Mexico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 135 0,00
152 100,00
305 thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 300 100,003)
306 0,003)
306 thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico 100,00 121 50,00
196 50,00
307 thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico 100,00 168 100,003)
169 0,003)
Monaco
308 Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco 100,00 187
Mosambik
309 thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik 100,00 353
Myanmar
310 thyssenkrupp Myanmar Limited, Yangon, Myanmar 100,00 380 1,00
376 99,00
Neuseeland
311 thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland 100,00 7
Niederlande
312 B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 75,00 166 25,00
325 50,00
313 Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 75,25 312 0,99
166 24,75
325 49,50
314 SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande 100,00 315 99,94
317 0,06
315 thyssenkrupp Elevator B.V., Veghel, Niederlande 100,00 320
316 ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 100,00 152
317 thyssenkrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 100,00 315
318 thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00 320
319 thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 100,00 117
320 thyssenkrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande 100,00 319
321 thyssenkrupp Netherlands Project B.V., Veghel, Niederlande 100,00 169
322 thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 319
323 thyssenkrupp Second Participations B.V., Veghel, Niederlande 100,00 169
324 thyssenkrupp Stairlifts B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande 100,00 315
325 thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 100,00 323
Norwegen
326 thyssenkrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen 100,00 133
327 thyssenkrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen 100,00 326
328 thyssenkrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen 100,00 326
Österreich
329 Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 100,00 331
330 thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 100,00 331
331 thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 100,00 333
332 thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 117
333 thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 100,00 117
334 thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 100,00 331
Panama
335 thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama 100,00 391
Paraguay
336 thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay 100,00 4 0,003)
391 100,003)
Peru
337 thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru 100,00 4 0,19
391 99,81
338 thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru 100,00 5 0,01
146 99,01
302 0,98
Polen
339 ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen 100,00 133
340 ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen 100,00 141
341 thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen 100,00 123
342 thyssenkrupp Materials Poland S.A., Torun, Polen 90,00 152
343 thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen 100,00 151
344 thyssenkrupp Materials Trading Poland Sp. z o.o., Katowitz, Polen 100,00 343
345 ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen 100,00 158
Portugal
346 PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 90,00 398
347 thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal 100,00 391
Puerto Rico
348 Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico 100,00 153
349 thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico 100,00 428
Rep. Südafrika
350 Ninafor (Pty) Ltd., Menlo Park, Rep. Südafrika 0,002) 353
351 The Umvuso Education Trust, Sunninghill Johannesburg, Rep. Südafrika 0,00 2) 353
352 thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika 100,00 132
353 thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 100,00 146
354 thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika 70,00 353
Rumänien
355 thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 100,00 122 99,82
137 0,18
356 thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien 100,00 391
357 thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien 100,00 152
Russland
358 OOO PSL, Moskau, Russland 100,00 105 1,00
381 99,00
359 OOO thyssenkrupp Elevator, Moskau, Russland 100,00 133
360 OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland 100,00 146
361 OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland 100,00 147 96,00
276 4,00
362 OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland 100,00 168
Saudi Arabien
363 thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 192 95,00
198 5,00
364 thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien 100,00 108 10,00
133 90,00
365 Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien 60,00 146
Schweden
366 thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden 100,00 326
367 thyssenkrupp Materials Sverige AB i.L., Göteborg, Schweden 100,00 152
Schweiz
368 Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz 100,00 146
369 Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz 100,00 318
370 Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz 100,00 318
371 thyssenkrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz 100,00 133 85,84
187 14,16
372 thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz 100,00 152
373 Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz 100,00 371
374 Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 100,00 146
Serbien
375 ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien 100,00 152
Singapur
376 thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur 100,00 380
377 thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 380
378 thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 380
379 thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 380
380 thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00 117
Slowakei
381 PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 100,00 162
382 thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei 100,00 146 15,00
172 85,00
383 thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 100,00 152
384 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei 100,00 330
385 ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei 51,00 141
Slowenien
386 thyssenkrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien 100,00 331
Spanien
387 Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 100,00 184
388 Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien 100,00 319
389 Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien 100,00 388
390 thyssenkrupp Airport Solutions, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 100,00 391 100,003)
399 0,003)
391 thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien 100,00 388
392 thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 100,00 399
393 thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Mostoles, Spanien 100,00 391
394 thyssenkrupp Galmed S.A., Sagunto, Spanien 100,00 323
395 thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 100,00 388
396 thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 100,00 388
397 thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien 100,00 388
398 thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien 100,00 152
399 thyssenkrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 100,00 388 66,30
391 33,70
400 thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 100,00 388
401 thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 100,00 388
Taiwan
402 Sun Rich Elevator Co., Ltd., Taipei, Taiwan 100,00 132
403 thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan 100,00 132
Thailand
404 Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand 100,00 79
405 thyssenkrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,00 93 0,003)
132 100,003)
406 thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 48,38 8
407 thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand 100,00 152 49,00
408 51,00
408 thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100,00 152 49,00
407 51,00
Tschechische Republik
409 thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik 100,00 152
410 ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik 100,00 133
Tunesien
411 Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien 67,00 184
412 thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien 99,98 193
Türkei
413 thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei 100,00 132 26,14
133 54,36
391 19,50
414 thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 100,00 152
Ungarn
415 thyssenkrupp Components Technology Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100,00 158
416 thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn 100,00 330
417 thyssenkrupp Materials Hungary Zrt., Budapest, Ungarn 100,00 152
Uruguay
418 thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay 100,00 4 5,00
391 95,00
USA
419 ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA 100,00 79
420 Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA 100,00 435
421 Rotek Incorporated, Aurora/Ohio, USA 100,00 435
422 thyssenkrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA 100,00 435
423 thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA 100,00 435
424 thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA 100,00 435
425 thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA 100,00 435
426 thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 435
427 thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA 100,00 435
428 thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA 100,00 427
429 thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville/Tennessee, USA 100,00 428
430 thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA 100,00 435
431 thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA 100,00 435
432 thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 434
433 thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 434
434 thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 435
435 thyssenkrupp North America, Inc., Chicago, IL, USA 100,00 117
436 thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA 100,00 434
437 thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA 100,00 435
438 thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA 100,00 435
439 thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA 100,00 323
440 thyssenkrupp Supply Chain Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA 100,00 434
441 thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA 100,00 435
442 thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA 100,00 261
Vereinigte Arabische Emirate
443 Atlas ELEKTRONIK L.L.C, Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 79
444 thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 49,00 132
445 thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate 100,00 132
Vietnam
446 thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 132
447 thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam 100,00 146
448 thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Ho-Chi-Minh City, Vietnam 100,00 152
B. Quotal in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen (* =Joint Venture)
Deutschland
449 Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg* 50,00 166
C. At equity bewertete Beteiligungen (* -Joint Venture)
Belgien
450 Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 38,54 166
China
451 TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China* 50,00 166
452 TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China* 12,50 166
Deutschland
453 BOBBY&CARL GmbH, Düsseldorf* 50,00 117
454 COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf 49,00 123
455 HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach* 50,00 168
456 indurad GmbH, Aachen 36,28 146
457 Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 40,00 160
458 MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 49,00 150 39,00
79 10,00
459 Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen* 50,00 166
Finnland
460 Polarputki Oy, Helsinki, Finnland* 50,00 152
Griechenland
461 Advanced Lithium Systems Europe S.A., Attica, Griechenland 49,00 79
Indien
462 Eros Elevators & Escalators Pvt. Ltd., Mumbai, Indien* 10,06 230
Italien
463 Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 30,25 243
464 Ilserv S.r.l., Terni, Italien 35,00 243
465 Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 21,00 243
Katar
466 Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar* 40,00 150
Korea, Rep.
467 KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep.* 26,93 146
Norwegen
468 KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen* 50,00 79 33,33
150 16,67
Puerto Rico
469 Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico* 50,00 153
Rep. Südafrika
470 CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Simonstown, Rep. Südafrika 40,00 79
Singapur
471 Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur 30,00 152
USA
472 Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA* 50,00 428
Lfd. Nr Name und Sitz Eigenkapital

in TEUR
Jahresergebnis

in TEUR
Anteil am Kapital

(%)
gehalten über lfd. Nr.
D. Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
Deutschland
473 DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten i.L., Oberhausen 101,74 -0,52 100,00 154
Griechenland
474 ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A. i. L., Athen, Griechenland 56,00 2,00 100,00 146
169
Israel
475 thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion, Israel 0,00 -3,29 100,00 93
391
Rumänien
476 Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien 395,00 63,001) 100,00 368
Tschechische Republik
477 ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik 283,00 15,001) 100,00 146
USA
478 thyssenkrupp Real Estate North America LLC., Chicago, Il, USA 0,00 100,00 435
Anteil am Kapital

(%)
gehalten über lfd. Nr. gehalten

%
E. Sonstige assoziierte Beteiligungen (* =Joint Venture)
Deutschland
479 Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 21,71 166
480 ET Marinesysteme GmbH i.L., Wilhelmshaven* 50,001) 79
481 Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 33,33 101
482 Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 20,00 117
483 NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 94,76 111
484 Transrapid International Verwaltungsgesellschaft mbH, i. L., Berlin 50,00 170
Indien
485 Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien 50,00 153
Japan
486 JEVISE Corporation, Tokyo, Japan* 50,00 166
Portugal
487 LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 20,00 146
F. Andere Beteiligungsunternehmen
Brasilien
488 Susin, Francescutti Metalurgica Ltda., Bairro Pioneiro-Caxias do Sul, Brasilien 12,50 33
China
489 BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd. i.L., Tangshan, China 25,00 153
Deutschland
490 BELASTAHL Außenhandel GmbH, Berlin 10,00 153
491 Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH -GFW Duisburg-, Duisburg 10,00 117 7,50
166 2,50
492 Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH, Hamburg 20,42 150
493 Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 25,01 166
494 inpro Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme in der Fahrzeugindustrie 14,29 169
495 LEWA Attendorn GmbH, Olpe 19,20 117 15,20
166 4,00
496 PEAG Holding GmbH, Dortmund 13,72 117
Frankreich
497 Bionext S.A.S., Venette, Frankreich 19,18 146
Spanien
498 Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 50,00 151

1) Jahresabschluss nicht 30.09.

2) nach IFRS Vorschriften einbezogen

3) Splitteranteil nach der 4. Kommastelle

4) Konzernmutter

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und §315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1) Geplante Einbringung der Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit TATA Steel

2) Werthaltigkeit der Firmenwerte

3) Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1) Geplante Einbringung der Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit TATA Steel

1 Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung hat der thyssenkrupp-Konzern am 30. Juni 2018 einen Vertrag mit TATA Steel Limited, Mumbai/India (im Folgenden "TATA Steel"), über die Einbringung ihrer europäischen Stahlaktivitäten in das Gemeinschaftsunternehmen thyssenkrupp TATA Steel (im Folgenden "tk TS") unterzeichnet. Die europäischen Stahlaktivitäten des thyssenkrupp-Konzerns umfassen insbesondere die Business Area Steel Europe sowie den Mehrheitsanteil an der ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg, und einzelne Gesellschaften aus dem Bereich Corporate (im Folgenden "europäische Stahlaktivitäten"). tk TS wird aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen gemeinschaftlich durch den thyssenkrupp-Konzern und TATA Steel geführt und ist daher als Gemeinschaftsunternehmen i.S.d. IFRS 11 einzustufen. Da der thyssenkrupp-Konzern durch die geplante Einbringung der europäischen Stahlaktivitäten in die tk TS die Beherrschungsmöglichkeit verliert, wurden die europäischen Stahlaktivitäten zum 30. Juni 2018 als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 im thyssenkrupp-Konzern eingestuft und als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert. Der zu diesem Zeitpunkt durchgeführte Impairment-Test zeigte keine Notwendigkeit, eine Abwertung vorzunehmen. Da unverändert nicht alle notwendigen Genehmigungen zum Vollzug des Vertrages erteilt wurden, der Abschluss der Transaktion aber weiterhin als höchstwahrscheinlich angesehen wird, werden die europäischen Stahlaktivitäten auch zum 30. September 2018 als Veräußerungsgruppe und nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen und bewertet. Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt aufgrund der Komplexität und der wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns zunächst ein Verständnis der zugrundeliegenden Regelungen des Verkaufsvertrags verschafft und die sachgerechte bilanzielle Abbildung der geplanten Einbringung der europäischen Stahlaktivitäten in ein Gemeinschaftsunternehmen unter anderem anhand der gesellschaftsrechtlichen Grundlagen gewürdigt. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Erfüllung der Voraussetzungen als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5, die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden sowie die Voraussetzungen zur Klassifizierung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich nachvollzogen und beurteilt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass der Ausweis der europäischen Stahlaktivitäten als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 im Zusammenhang mit der geplanten Einbringung der europäischen Stahlaktivitäten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit TATA Steel insgesamt hinreichend dokumentiert und begründet wurde.

3 Die Angaben der Gesellschaft zur Veräußerung der Anteile an den europäischen Stahlaktivitäten sind im Abschnitt 03 des Konzernanhangs enthalten.

2) Werthaltigkeit der Firmenwerte

1 Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Firmenwerte in Höhe von 3.482 Mio € (106,4% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Gesellschaft ordnet die Firmenwerte den relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) der jeweiligen Business Areas zu. Diese Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich jeweils zum Bilanzstichtag oder auch anlassbezogen einem Werthaltigkeitstest (sog. "Impairment-Test") unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Hierbei werden grundsätzlich den ermittelten Nutzungswerten jeweils die Buchwerte der entsprechenden Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Bei der Bestimmung der Nutzungswerte der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird die Discounted Cashflow Methode verwendet, wobei die von den gesetzlichen Vertretern verabschiedete Mittelfristplanung des thyssenkrupp Konzerns zugrunde gelegt wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung zukünftiger Cashflows der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Mittelfristplanung sowie durch Abstimmung ausgewählter Planungsannahmen mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Nutzungswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Buchwerts durch den Nutzungswert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Wir haben festgestellt, dass die jeweiligen Firmenwerte und insgesamt die Buchwerte der relevanten Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Bilanzstichtag durch die diskontierten künftigen Cashflows gedeckt sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Firmenwerten und deren Werthaltigkeit sind im Abschnitt 04 des Konzernanhangs enthalten.

3) Bilanzielle Abbildung latenter Steuern

1 Im Konzernabschluss der thyssenkrupp AG werden nach Saldierungen und Wertberichtigungen insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von 1.116 Mio € (34,1% des Konzerneigenkapitals) und passive latente Steuern in Höhe von 28 Mio € (0,9% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Die Bilanzierung der aktiven latenten Steuern erfolgte in dem Umfang, in dem es nach den Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zukunft zu versteuernde Ergebnisse anfallen, durch die die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verluste sowie Zinsvorträge genutzt werden können. Dazu werden, soweit nicht ausreichend passive latente Steuern vorhanden sind, Prognosen über die künftigen steuerlichen Ergebnisse ermittelt, die sich aus der verabschiedeten Planungsrechnung ergeben. Für die Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist.

Von den insgesamt 4.607 Mio € latenten Steueransprüchen des thyssenkrupp Konzerns vor Wertberichtigungen und Saldierungen entfallen 1.094 Mio € auf Verlustvorträge, und 223 Mio € auf Zinsvorträge. Von diesen aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge wurden 950 Mio € wertberichtigt, da für die jeweilige legale Einheit des thyssenkrupp Konzerns nicht von einem ausreichenden zu versteuernden Ergebnis ausgegangen wird. Darüber hinaus wurde aufgrund einer veränderten Steuergesetzgebung in den USA die Bewertung aktiver latenter Steuern um € 114 Mio angepasst. Aus unserer Sicht waren dieser Sachverhalt aufgrund der betragsmäßigen Höhe bzw. der Abhängigkeit von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Steuersachverhalten und die Angemessenheit der bilanziellen Abbildung beurteilt. Die Werthaltigkeit der aktivierten Steuern auf Verlustvorträge und auf zeitlich befristete Differenzen zwischen den Wertansätzen in IFRS- und Steuerbilanz, haben wir, soweit nicht ausreichende passive latente Steuern vorlagen, auf Basis der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten steuerlichen Planungsrechnung des thyssenkrupp Konzerns beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Planungsgrundlage gewürdigt. Bei der Würdigung der veränderten Steuergesetzgebung in den USA haben wir die dahingehende Bewertung nachvollzogen. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und der Bewertung der latenten Steuern nachvollziehen und uns von deren Angemessenheit überzeugen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind im Konzernanhang im Abschnitt 29 enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB und §315d HGB.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben, ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. Februar 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Konzernabschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, den 19. November 2018

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Harald Kayser, Wirtschaftsprüfer

Michael Preiß, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Essen, den 16. November 2018

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Kerkhoff

Burkhard

Kaufmann

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

Bevor Sie nachfolgend über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2017/ 2018 informiert werden, gestatten Sie mir einige Anmerkungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr: Innerhalb kürzester Zeit den Vorsitzenden des Vorstands und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu verlieren, waren bedeutsame Ereignisse, die wir Mitglieder des Aufsichtsrats sehr bedauern.

In der Verantwortung für das Unternehmen und seine Mitarbeiter richten wir aber jetzt den Blick nach vorne. Am 29. Juni 2018 haben wir den Beschluss gefasst, für den Stahlbereich ein Joint Venture mit Tata Steel zu gründen. Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat am 30. September 2018 die Teilung von thyssenkrupp in zwei neue Unternehmen beschlossen. Den Weg werden wir jetzt gemeinsam gehen. Die Neuausrichtung ist ökonomisch sinnvoll, und sie ist verantwortungsvoll gegenüber dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und all seinen Aktionären.

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2017 / 2018 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Er hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen, sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse wurde spätestens in den jeweils folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzungen berichtet. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden regelmäßig präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte aller Sitzungen hingewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden zehn Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 93 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte. Den Aufsichtsratsvorsitz hatte bis zu seinem Ausscheiden mit Ablauf des 31. Juli 2018 Prof. Dr. Ulrich Lehner inne. Bis zur Wahl von Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats in der Sitzung am 30. September 2018 führte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms die Geschäfte des Gesamtgremiums.

Das Themenspektrum, mit dem sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017 / 2018 befasste, beinhaltete u.a. die jeweils aktuelle Geschäftslage und die Ergebnisentwicklung sowie den Jahres- und den Konzernabschluss zum 30. September 2017. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 / 2017. Ferner wurde vom Aufsichtsrat nach Ende des Berichtsjahres der Jahres- und Konzernabschluss zum 30. September 2018 erörtert und gebilligt. Weitere im Aufsichtsrat erörterte Themen waren die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2017 / 2018, die Vorbereitung der Hauptversammlung am 19. Januar 2018, Fragen der Vorstandsvergütung sowie das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat, das der Aufsichtsrat verabschiedet hat. Regelmäßig nimmt der Aufsichtsrat die Berichte aus den Ausschüssen sowie zum Thema Compliance entgegen. Darüber hinaus lag der Fokus auf der Corporate Governance sowie dem thyssenkrupp Ansatz zum Internen Kontrollsystem (IKS) und auf der EMIR-Pflichtprüfung 2017 gemäß §32 WpHG.

Im Rahmen des Berichts zur Lage des thyssenkrupp Konzerns und zur strategischen Weiterentwicklung nahmen die Beratungen zur angestrebten Gründung eines Joint Venture mit Tata Steel Europe einen breiten Raum ein. Der Aufsichtsrat hat sich intensiv mit wesentlichen Themen - unter anderem den Pensionsverpflichtungen bei Tata Steel UK, der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit von Tata Steel UK, der Umweltsituation in dem walisischen Stahlwerk Port Talbot sowie der Verschuldung und wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Joint Venture - befasst. Für diese Themen wurden jeweils externe Gutachten eingeholt. Nach intensiven Beratungen und auch kontroversen Diskussionen im Gremium, in seinen Ausschüssen sowie in einer Arbeitsgruppe - teilweise unter Teilnahme externer Gutachter - hat der Aufsichtsrat am 29. Juni 2018 dem Zusammenschluss der europäischen Flachstahlaktivitäten des thyssenkrupp Konzerns und der Tata Steel Gruppe in einem 50 / 50-Joint Venture, genannt thyssenkrupp Tata Steel, zugestimmt.

Kurz darauf hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 6. Juli 2018 mit großem Bedauern der Bitte von Dr. Heinrich Hiesinger um einvernehmliche Beendigung seines Mandats als Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG mit sofortiger Wirkung zugestimmt. In der folgenden Sitzung am 13. Juli 2018 ernannte der Aufsichtsrat Guido Kerkhoff zum Vorsitzenden des Vorstands der thyssenkrupp AG und stimmte einem veränderten Geschäftsverteilungsplan zu. Wenig später gab Prof. Dr. Ulrich Lehner seinen Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats mit Wirkung zum Ablauf des 31. Juli 2018 bekannt; die Führung des Gremiums übernahm ab dem 1. August 2018 der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms.

Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat zweimal, nämlich am 18. Januar und am 11. September 2018, mit den Aktivitäten und der Strategie der Business Area Industrial Solutions befasst. In der zweiten Sitzung lag der Fokus auf dem Stand der notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen und den aktuellen Entwicklungen der Business Areas, die eine Ablösung von Mitgliedern des Bereichsvorstands der Business Area Industrial Solutions und eine Umorganisation der Business Unit Marine Systems erforderten. Der Aufsichtsrat beschloss die direkte Zuordnung der Werftensparte an den Vorstand der thyssenkrupp AG. Dieser Bereich wird seither direkt von Oliver Burkhard geführt.

In der letzten Sitzung des Aufsichtsrats im Berichtsjahr, die am 30. September 2018 stattfand, wurde Prof. Dr. Bernhard Pellens zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG gewählt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgeschlagenen Konzept zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns zugestimmt, aus der heutigen thyssenkrupp AG zwei börsennotierte Unternehmen (zukünftig: thyssenkrupp Materials und thyssenkrupp Industrials) zu bilden. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung der Grundlagenvereinbarung zwischen dem Vorstand der thyssenkrupp AG und der IG Metall vom 29. September 2018.

Im Geschäftsjahr 2017/ 2018 hat der Aufsichtsrat jeweils nach Prüfung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017 - auch unterjährig - die Abgabe und Veröffentlichung von Entsprechenserklärungen beschlossen. Die zuletzt abgegebene, gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat steht seit dem 1. Oktober 2018 auf der Website von thyssenkrupp dauerhaft zur Verfügung. Darüber hinaus berichten Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Im Rahmen seiner Weiterbildung hat sich der Aufsichtsrat am 4. Mai 2018 mit der Business Area Materials Services beschäftigt und das TechCenter Additive Manufacturing (3D-Druck) in Mülheim/ Ruhr sowie die thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH in Krefeld besichtigt, um vor Ort einen direkten Eindruck der Produktionsbedingungen und der Arbeit des Managements zu erhalten.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt. Die Ausschussvorsitzenden haben zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern ihrer Ausschüsse gestanden.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu acht Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategische Weiterentwicklung der einzelnen Business Areas sowie die konzernweiten Projekte zur Optimierung der Effektivität, Effizienz und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt der Beratungen.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2017 / 2018 in zwölf Sitzungen die Personalthemen des Konzernvorstands für den Aufsichtsrat vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren allgemeine Vorstandsangelegenheiten und - in Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten - die Nachfolgeplanung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands behandelt. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2017 / 2018 zu sieben Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2018 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch deren Vertreter an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern gestanden. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich Leiter der Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017 / 2018 samt zusammengefasstem Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 in Höhe von maximal 30% des vereinbarten Prüfungshonorars beschlossen. Zusätzlich hat PwC ausführlich über die Neuregelungen bei der Berichterstattung durch den Abschlussprüfer und über das Vorgehen und die Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlussprüfung informiert.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert. Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2017/ 2018 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Festlegung des Prüfungsschwerpunktes für die Abschlussprüfung (Einführung der neuen IFRS 15-Regeln für die vollständige und richtige Erfassung der Umsatzerlöse im Rechnungswesen), die Umsetzung der CSR-Richtlinie, die Eigenkapital- und Ratingsituation, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2016 / 2017 gemäß §20 WpHG und der Stand der steuerlichen Betriebsprüfungen. Über den aktuellen Umsetzungsstand der Konzerninitiativen wurde regelmäßig berichtet.

Im Hinblick auf das im Stahlbereich angestrebte Joint Venture mit Tata Steel haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich mit Governance-Themen befasst.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2017 / 2018 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die strategische Weiterentwicklung von thyssenkrupp und Maßnahmen zur Portfoliooptimierung. Der Ausschuss erörterte zudem detailliert im Aufsichtsrat präsentierte Berichte zu den Geschäftsaktivitäten und zur Strategie der einzelnen Business Areas bzw. der Konzernfunktionen, insbesondere zur Gründung eines Joint Venture mit Tata Steel Europe. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Ratingsituation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu elf Sitzungen zusammengekommen. Ein besonderer Schwerpunkt der Beratungen war die Vorbereitung der erforderlich gewordenen Nachbesetzungen auf Anteilseignerseite im Aufsichtsrat. Weitere Schwerpunkte der Beratungen waren - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für den Aufsichtsrat sowie der Beschluss eines Kompetenzprofils für den Aufsichtsrat als Gesamtgremium und eines Diversitätskonzepts für Vorstand und Aufsichtsrat.

Für eine Sitzung des gemäß §27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2017 / 2018 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 15. November 2018 sowie des Aufsichtsrats am 20. November 2018 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem und zum Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung seines Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt.

Dem Vorschlag des Vorstands zur Einstellung eines Betrages aus dem Jahresüberschuss in andere Gewinnrücklagen sowie zur Gewinnverwendung des danach verbleibenden Bilanzgewinns der thyssenkrupp AG einschließlich einer Dividende von 0,15 € je Stückaktie für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und der Finanzlage des Konzerns angeschlossen.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Auf der Anteilseignerseite gab es folgende Änderungen: Mit Ablauf der Hauptversammlung am 19. Januar 2018 schied der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entsandte Dr. Ralf Nentwig aus dem Aufsichtsrat aus. Zum Zeitpunkt des Ablaufs der Hauptversammlung entsandte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather als neues Mitglied in den Aufsichtsrat. Weiterhin schieden Prof. Dr. Ulrich Lehner mit Ablauf des 31. Juli und René Obermann mit Ablauf des 31. August des Jahres aus dem Aufsichtsrat aus. Auf der Arbeitnehmerseite schied nach über 20 Jahren Mitgliedschaft im Aufsichtsrat zum Ende des Geschäftsjahres 2017/ 2018 Wilhelm Segerath aus. Als Nachfolger mit Wirkung ab dem 2. Oktober 2018 wurde Dirk Sievers gerichtlich bestellt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben allen ausgeschiedenen Mitgliedern ihren herzlichen Dank für die gute, langjährige und konstruktive Zusammenarbeit ausgesprochen. Der Stand der Ausschussbesetzung zum 30. September 2018 ist im Anhang des Geschäftsberichts abgebildet. Die Besetzung der beiden Vakanzen auf der Anteilseignerseite erfolgt in einem strukturierten Prozess. Die Nachfolger sollen zunächst gerichtlich bestellt und auf der Hauptversammlung am 1. Februar 2019 zur Wahl gestellt werden.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2017 / 2018 und die erbrachten Leistungen.

Essen, 20. November 2018

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Vorsitzender

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Personalausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Prüfungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Tanja Jacquemin

Wilhelm Segerath

Dr. Lothar Steinebach

Jens Tischendorf

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Markus Grolms (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather

Susanne Herberger

Prof. Dr. Bernhard Pellens

Peter Remmler

Wilhelm Segerath

Dr. Lothar Steinebach

Jens Tischendorf

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Carola v. Schmettow

Jens Tischendorf

(Stand: 30.09.2018)

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

1. Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:

Der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex, dass der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz im Prüfungsausschuss innehaben soll, wird nicht entsprochen. Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hat am 30. September 2018 Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Vor dem Hintergrund, dass die Amtszeit der durch die Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats, auch von Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens, bereits Anfang 2020 mit Ablauf der Hauptversammlung endet, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2018/2019 beschließt, wird Herr Prof. Dr. Bernhard Pellens seinen Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht aufgeben, sondern dieses Amt aus Gründen der Kontinuität zunächst weiterhin ausüben.

2. Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 13. Juli 2018 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der vorstehend unter 1. geschilderten Abweichung zu Ziffer 5.3.2 Abs. 3 S. 3 des Kodex entsprochen.

Duisburg/Essen, 30. September 2018

Für den Aufsichtsrat

Pellens

Für den Vorstand

Kerkhoff

Unser Geschäftsjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres. In diesem Bericht verwenden wir im Interesse der besseren Lesbarkeit ausschließlich die grammatisch männliche Form, wie bspw. "Aktionär" oder "Mitarbeiter". Sie bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers.