Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

thyssenkrupp AG Annual Report 2017

Jan 17, 2018

435_rns_2018-01-17_8d208be7-3bf7-42e4-a9d1-92e87389cb03.html

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017

1. Oktober 2016 - 30. September 2017

Lagebericht der Gesellschaft

- mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst -

Vorbemerkungen

Zusammengefasster Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht fasst den Konzernlagebericht und den Lagebericht der thyssenkrupp AG zusammen. Wir berichten darin über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie über die Lage und die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns und der thyssenkrupp AG. Die Informationen zur thyssenkrupp AG sind im Wirtschaftsbericht in einem eigenen Abschnitt mit Angaben nach HGB enthalten. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) "Konzernlagebericht" wurde angewendet.

Durch den Verkauf von CSA liegt der Fokus auf den fortgeführten Aktivitäten, sofern nicht explizit auf CSA oder den Konzern gesamt Bezug genommen wird.

Die weiterführenden Links sind, sofern nicht anderweitig angegeben, nicht Bestandteil des Lageberichts.

Grundlagen des Konzerns

Profil und Organisation

Mit viel Leidenschaft und mit unserem umfassenden Technologie-Know-how entwickeln wir hochwertige Produkte sowie intelligente industrielle Verfahren und Dienstleistungen. Unser Ziel dabei ist, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und dazu beizutragen, eine nachhaltige Infrastruktur zu schaffen. Mit unseren Technologien und Innovationen wollen wir die vielfältigen Kunden- und Marktbedürfnisse weltweit erfüllen, auf den Zukunftsmärkten wachsen sowie hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erwirtschaften. Ingenieurkunst, hohe Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns, Vielfalt und globale Vernetzung zeichnen thyssenkrupp aus. Wir handeln unternehmerisch und leistungsorientiert.

Den hohen Anspruch an uns selbst und unsere gemeinsamen Werte haben wir in unserem Leitbild festgehalten; Sie finden es auf unserer Website.

Leistungsprofil

Unsere Ingenieurkunst koppeln wir mit unserer traditionell hohen Werkstoffkompetenz. Wir wollen Mehrwert für unsere Kunden weltweit schaffen und die vielfältigen Chancen in den Märkten von morgen nutzen. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir wettbewerbsfähige Lösungen für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Branchen. In unseren Industriegütergeschäften etwa entwickeln und fertigen wir hochwertige Komponenten für die Automobilindustrie sowie den Maschinenbau und die Energiebranche. Darüber hinaus stellen wir innovative Technologiegüter und Servicelösungen für unsere Kunden bereit, beispielsweise moderne Aufzugsysteme und elektrisch unterstützte Lenksysteme. Im Anlagenbau umfasst unser Leistungsportfolio komplette Industrieanlagen (Engineering, Planung und Bau), einschließlich der Instandhaltung durch unser weltweites Servicenetz sowie moderne Marinetechnik. In den Werkstoffgeschäften bieten wir kundenspezifische Werkstofflösungen, effiziente Werkstoffherstellung und -verarbeitung sowie Materialdienstleistungen an.

Organisations- und Führungsstruktur

Unsere Geschäftsaktivitäten sind in fünf Business Areas gebündelt: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services und Steel Europe. Mit dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA im Februar 2017 wird die bisherige sechste Business Area Steel Americas bis zum Abschluss des Verkaufs im September 2017 als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen. Die Business Areas untergliedern sich in Business Units und Operating Units. In den Konzernabschluss sind 461 Unternehmen sowie 25 Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet werden, einbezogen; insgesamt konsolidieren wir Gesellschaften aus 79 Ländern.

THYSSENKRUPP KONZERN

Die strategische Führung des Konzerns liegt bei der thyssenkrupp AG. Sie wurde 1999 als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht gegründet und hat einen Doppelsitz in Essen und Duisburg. Unsere Konzernzentrale befindet sich in Essen. Der Vorstand der thyssenkrupp AG legt die Strategie für die Konzernentwicklung fest und steuert die Business Areas, die Konzernfunktionen, die Regionen und die Service-Einheiten. Als unsere strategischen Wachstumsregionen haben wir Nord- und Südamerika, Indien sowie die Regionen Asien/Pazifik, Großraum China sowie Naher Osten & Afrika definiert. Unsere Zentralen in diesen Wachstumsregionen liegen in Chicago, São Paulo, Mumbai, Peking, Singapur und Istanbul. Die Regionen Westeuropa, Zentral- und Osteuropa, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den deutschsprachigen Raum steuern wir über die verschiedenen Konzernfunktionen aus der Zentrale.

Die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns setzt zum einen auf konkrete Ziele für die einzelnen Business Areas, zum anderen auf eine noch stärkere weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit. Entsprechend agieren wir in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Innerhalb dieser Organisation wurden Rollen und Verantwortlichkeiten, Regeln und Standards für die Zusammenarbeit sowie Prozesse und Berichtslinien festgelegt. Die Service-Einheit "Global Shared Services" bündelt die wichtigsten Transaktions- und Verwaltungsprozesse in konzerneigenen Servicecentern - dadurch wollen wir sicherstellen, dass wir auch im administrativen Bereich in puncto Effizienz und Leistungsniveau wettbewerbsfähig bleiben. Im Vordergrund stehen hier Aufgaben, die standortunabhängig erbracht werden können, etwa Teilprozesse im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienservice und im Personalwesen. Neben den beiden deutschen Standorten in Essen und Bochum betreiben wir regionale Center in Danzig (Polen), Porto Alegre (Brasilien), Alpharetta (USA) und Thane (Indien). Ein weiteres Center befindet sich derzeit in China im Aufbau.

Die Konzernorganisation wird jährlich im Rahmen des Strategieprozesses überprüft und bei Bedarf angepasst. Damit stellen wir sicher, dass wir auch im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen stets wettbewerbsfähig aufgestellt sind.

Strategie

Positionierung als diversifizierter Industriekonzern

Mit unserer Positionierung als diversifizierter Industriekonzern verbinden wir den Anspruch, hohe und stabile Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge zu erwirtschaften. Wir diversifizieren unser Geschäft in mehrfacher Hinsicht: durch unsere Präsenz in zahlreichen Märkten weltweit, durch einen Kundenstamm in einer großen Bandbreite von Branchen mit verschiedenen Geschäftszyklen und durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Business Areas. Dieser diversifizierte Ansatz ermöglicht es uns, Wachstumschancen weltweit wahrzunehmen und gleichzeitig die Stabilität unseres Geschäfts in einem volatilen Umfeld zu erhöhen.

Um unsere Ertragsstärke spürbar zu verbessern, setzen wir auf zwei Ebenen an: Zum einen wollen wir konkrete Maßnahmen erarbeiten, um in den Business Areas profitabel zu wachsen; zum anderen nutzen wir in bereichsübergreifenden Initiativen systematisch die Stärke des Konzernverbunds. Dabei richten wir thyssenkrupp zunehmend auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte in weltweiten Wachstumsregionen und -branchen aus.

Das Geschäftsjahr 2016/2017 war für thyssenkrupp ein Jahr wichtiger strategischer Weichenstellungen. Insbesondere einigten wir uns im Februar 2017 mit Ternium über den Verkauf unseres brasilianischen Stahlwerks CSA; im September 2017 wurde der Verkauf abgeschlossen. Damit ist nun auch eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, um die europäischen Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit Tata Steel einzubringen. Eine Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding") wurde am 20. September 2017 unterzeichnet. Aus dem Joint Venture erwarten wir mehrere klare Vorteile:

für unseren Stahlbereich schaffen wir nachhaltige Zukunftsperspektiven in einem herausfordernden Marktumfeld
für thyssenkrupp werden sich mit Start des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen - insbesondere Eigenkapitalquote und Gearing - deutlich verbessern
unseren Industriegütergeschäften verschaffen wir mehr Spielraum, um flexibel agieren und Wachstumschancen ergreifen zu können.

Geschäftschancen erwachsen für thyssenkrupp aus globalen Megatrends, die mehr und bessere Lösungen erfordern: Bedingt durch den demografischen Wandel, die Urbanisierung, das rasante Wachstum der Megastädte und die Globalisierung wächst weltweit die Nachfrage ("mehr"). Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die gebotenen Lösungen ("besser"). Die Konsequenz: Ressourcen müssen effizient genutzt, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produziert und eine nachhaltigere Infrastruktur aufgebaut werden. Gleichzeitig verlangt eine zunehmend auch digital vernetzte Welt nach intelligenten Produkten und Lösungen.

GESCHÄFTSCHANCEN FÜR THYSSENKRUPP

Wir setzen unsere Ingenieurkunst ein, um für diese aktuellen und zukünftigen Kunden- und Markterfordernisse passgenaue technologische und betriebswirtschaftliche Lösungen zu erarbeiten - so wollen wir den Bedarf nach "Mehr" auf immer "bessere" Weise erfüllen. Dies erreichen wir mit unseren Technologien, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten, in den Industrieländern ebenso wie in den aufstrebenden Märkten. Wir wollen für unsere Kunden - und mit ihnen - Mehrwert und für uns klare Wettbewerbsvorteile schaffen.

Erfolgreiche Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung

Unser ganzheitliches Programm für die Positionierung von thyssenkrupp als diversifizierter Industriekonzern ist die Strategische Weiterentwicklung, die wir seit 2011 konsequent umsetzen.

Die vier Handlungsfelder der Strategischen Weiterentwicklung sind:

Kulturwandel: Wir arbeiten in einer Netzwerkstruktur und haben in unserem Leitbild höchste Anforderungen an uns selbst formuliert. Neben hoher Kunden- und Leistungsorientierung gehört dazu auch ein klarer Wertekanon. Transparenz, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung prägen unser Miteinander. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Integrität und ein Höchstmaß an Compliance bestimmen unser Handeln.

Personalstrategie: Ziele unserer Personalarbeit sind die Stärkung von Zusammenarbeit und Vertrauen, Qualifizierung und Talententwicklung sowie ein effizienter Service für unsere Geschäfte. Wir leben eine Kultur, die die Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter stärkt und ihnen Raum für die persönliche Weiterentwicklung gibt. Integrität und Verlässlichkeit stehen im Zentrum unserer Zusammenarbeit.

Leistungsorientierung: Für alle unsere Geschäfte haben wir klare, am Wettbewerb ausgerichtete Zielvorgaben definiert, unter anderem für Ergebnis, Cashflow und Wertbeitrag. In unserem konzernweiten Effizienzprogramm "impact" bündeln wir alle erforderlichen Initiativen und Maßnahmen. Im Geschäftsjahr 2016/2017 haben wir insbesondere die Verwaltungskosten, -prozesse und -strukturen des Konzerns überprüft und mit denen externer Wettbewerber verglichen. Im Ergebnis sind wir davon überzeugt, dass unsere Verwaltungskosten mit 2,4 Mrd € zu hoch sind. Wir wollen sie daher bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 um 400 Mio € verringern.

Kunden & Märkte: Unser Ziel ist, mindestens mit unseren Märkten zu wachsen. Unseren Kunden wollen wir passgenaue und wettbewerbsfähige technische Lösungen anbieten, die ihnen einen klaren Mehrwert bringen. Dabei nutzen wir ganz bewusst und systematisch die Kraft des integrierten Konzerns. Eine wesentliche Rolle spielt hier die Initiative zur Stärkung unserer Marke und unseres Markenversprechens; letzteres bringt unser Claim "engineering.tomorrow.together." prägnant auf den Punkt.

THYSSENKRUPP - STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG

Indem wir diese vier strategischen Handlungsfelder konsequent bearbeiten, verbessern wir die finanzielle Situation unseres Konzerns stetig. Das wiederum eröffnet uns Freiräume für strategische Investitionen sowie für Forschung und Entwicklung und damit für künftiges Wachstum. In den kommenden Jahren wollen wir in den aufstrebenden Wachstumsregionen wie auch in den Industrieländern weiter profitabel wachsen.

Unternehmenssteuerung

Unsere Leistungsindikatoren für Profitabilität, Wertbeitrag und Liquidität, die wir konzernweit verwenden, bilden die Grundlage für die operativen und strategischen Managemententscheidungen bei thyssenkrupp. Wir verwenden sie, um Ziele zu setzen, den Unternehmenserfolg zu messen und die variable Vergütung der Führungskräfte festzulegen. Die für uns wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren - also die Kernsteuerungsgrößen im Sinne des DRS 20 - sind das Bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT), der thyssenkrupp Value Added (tkVA) und der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A).

Im Zuge des jährlichen Strategieprozesses definiert der Konzernvorstand auch für die Business Areas langfristige Ziele. Diese bilden den Rahmen für die kurz- und mittelfristigen finanziellen Ziele; ebenso für die Budget- und Mittelfristplanung, die alle Einheiten erstellen müssen.

THYSSENKRUPP - KERNSTEUERUNGSGRÖSSEN

Profitabilität Wertbeitrag Liquidität
Betriebliches Ergebnis EBIT Operating Cashflow
+/- operative Bestandteile des Finanzergebnisses -/+ Kapitalkosten -/+ Cashflow aus Investitionstätigkeit
EBIT tkVA Free Cashflow
+/- Sondereffekte -/+ Mittelzuflüsse / -abflüsse aus wesentlichen M & A-Transaktionen
Bereinigtes EBIT Free Cashflow vor M&A

Bereinigtes EBIT

Das EBIT gibt Auskunft über die Profitabilität der betrachteten Einheiten. Es enthält alle Bestandteile der Gewinn- und Verlustrechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Hierzu gehören auch die Erträge und Aufwendungen aus den Teilen des Finanzergebnisses, die als operativ charakterisiert werden können. Das sind unter anderem Erträge und Aufwendungen aus Beteiligungen, die das Unternehmen dauerhaft halten will. Das Bereinigte EBIT ist das EBIT vor Berücksichtigung von Sondereffekten - also ohne Veräußerungsverluste und -gewinne aus M&A (Mergers & Acquisitions)-Transaktionen, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungsaufwendungen/Zuschreibungen sowie weitere nicht operative Aufwendungen und Erträge. Es ist besser als das EBIT dazu geeignet, die operative Leistung über mehrere Perioden hinweg zu vergleichen.

Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der Business Areas sowie die Sondereffekte erläutern wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts. Ebenfalls verweisen wir auf die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

tkVA

Der tkVA ist der in einem Berichtsjahr geschaffene Wert. Diese Kennzahl ermöglicht uns, den finanziellen Erfolg von Geschäften mit unterschiedlicher Kapitalintensität zu vergleichen. Der tkVA errechnet sich aus dem EBIT ab- bzw. zuzüglich der Kapitalkosten für das im operativen Geschäft gebundene Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed umfasst im Wesentlichen das Anlagevermögen, die Vorräte und die Forderungen. Hiervon werden bestimmte nicht-zinstragende Passivpositionen wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Um die Kapitalkosten zu ermitteln, wird das Capital Employed mit dem Kapitalkostensatz (WACC) multipliziert: Dieser setzt sich aus dem gewichteten Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz für Pensionsrückstellungen zusammen.

Über die Entwicklung des tkVA im Berichtsjahr informieren wir ebenfalls im Abschnitt "Geschäftsentwicklung im Konzern".

FCF vor M&A

Der FCF vor M&A ermöglicht eine Beurteilung des Geschäftserfolgs einer Periode unter Liquiditätsgesichtspunkten. Er beziffert den Mittelzufluss oder -abfluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen. Entsprechend wird er aus dem Operating Cashflow abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ohne Mittelzu- und -abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen hergeleitet. Auch dies sorgt für einen direkteren Bezug zum laufenden Geschäft und eine bessere Vergleichbarkeit bei mehrperiodischen Betrachtungen.

Eine Überleitungsrechnung und Details zur Entwicklung des FCF vor M&A enthält die Analyse der Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Ziele

Um unseren Mindestanspruch zu erreichen, sind anspruchsvolle Ziele für unsere finanziellen Steuerungsgrößen sowie die konsequente Verbesserung strategischer Bereiche - auch über Indirekt Finanzielle Ziele - wichtige Bestandteile der Strategischen Weiterentwicklung.

Finanzielle Ziele

Wir sind zuversichtlich, dass wir wieder einen deutlich und dauerhaft positiven Wertbeitrag und Free Cashflow vor M&A erwirtschaften werden, auch um die nötigen Mittel für den Ausbau unserer Wachstumsgeschäfte zur Verfügung zu stellen und unseren Aktionären eine solide Dividende auszahlen zu können. Dazu benötigen wir ein Bereinigtes EBIT von mindestens 2 Mrd € bezogen auf die zurzeit fortgeführten Aktivitäten des Konzerns. Wir sind überzeugt, das für diesen Mindestanspruch erforderliche Ergebniswachstum - und mehr - erreichen zu können, wenn wir unser Programm der Strategischen Weiterentwicklung in allen Business Areas und auf Konzernebene konsequent fortführen. Hierfür haben wir klare Ziele definiert, die wir aus Vergleichen mit den Besten im jeweiligen Wettbewerbsumfeld abgeleitet haben:

Components Technology - Profitables Wachstum bei mittel- bis langfristiger Rückkehr zu Bereinigten EBIT-Margen von 6 bis 8 % durch den erfolgreichen Hochlauf der neuen Werke sowie die Fortsetzung der Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen
Elevator Technology - Profitables Wachstum sowie Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen für eine anhaltende Verbesserung der Bereinigten EBIT-Marge um jährlich 0,5 bis 0,7 %-Punkte auf 15 % und einen EBIT-Beitrag von über 1 Mrd €
Industrial Solutions - Mit Umsetzung des Transformationsprogramms "planets" Umsatzsteigerung um langfristig durchschnittlich rund 5 % pro Jahr auf ein absolutes Zielniveau von 8 Mrd € und eine Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 % (Details zu "planets" finden Sie auch im Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas" des Wirtschaftsberichts)
Materials Services - Rückkehr zu einem höheren Margenniveau von 3 bis 4 % bei Erholung der Werkstoffmärkte, durch weitere Effizienzmaßnahmen und durch eine erfolgreiche Restrukturierung von AST
Steel Europe - EBIT-Verbesserung durch Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen, um über den Branchenzyklus hinweg nachhaltig mehr als die Kapitalkosten zu verdienen

Wir erwarten, dass sich die weiteren Fortschritte bei unserer Strategischen Weiterentwicklung auch im Geschäftsjahr 2017/2018 positiv in unseren Kernsteuerungsgrößen niederschlagen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Dennoch erwarten wir eine weitere deutliche Verbesserung des Bereinigten EBIT und des tkVA sowie wieder einen positiven Free Cashflow vor M&A.

Mehr Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt "Unternehmenssteuerung"; Details zur Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.

Nachhaltigkeit und Indirekt Finanzielle Ziele

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist es, als diversifizierter Industriekonzern weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen.

Gemeinsam mit unseren Kunden richten wir den Blick nach vorne und beziehen - neben ökonomischen Überlegungen - auch ökologische und soziale Belange in unsere Entscheidungsprozesse mit ein. Grundlage hierfür ist ein 360°-Blick auf unsere Wertschöpfungs- und Produktionsketten. Auf diese Weise verbessern wir unsere Performance und stärken die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

Organisatorische Verankerung

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Konzern werden vom Sustainability Committee gesteuert und weiterentwickelt. Das Gremium setzt sich aus dem Konzernvorstand, den Vorstandsvorsitzenden der Business Areas und den Leitern verschiedener Konzernfunktionen zusammen. Bei der Ausrichtung der Aktivitäten spielen die Anliegen unserer Stakeholder eine wesentliche Rolle. Im Berichtsjahr hat thyssenkrupp eine umfangreiche Stakeholder-Befragung durchgeführt und dabei die wesentlichen Themen aus der Perspektive beispielsweise von Kunden und Investoren bewerten lassen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden unter anderem auf einer internen Nachhaltigkeitskonferenz diskutiert und fließen nun schrittweise in die Weiterentwicklung von Zielen, Maßnahmen und Berichterstattung ein.

Indirekt Finanzielle Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung

thyssenkrupp will sich in Sachen Nachhaltigkeit kontinuierlich verbessern. Deshalb hat das Sustainability Committee in den Bereichen Technologie und Innovationen, Umwelt, Klima, Energie sowie Einkauf und Mitarbeiter sogenannte Indirekt Finanzielle Ziele (IFTs) gesetzt. Die Fortschritte mit Blick auf diese Ziele werden jährlich überwacht und beeinflussen über den Nachhaltigkeitsmultiplikator die variable Vergütung der Unternehmensleitung (näheres dazu auch im Vergütungsbericht).

Im Berichtsjahr wurden die IFTs zu Energieeffizienz und Arbeitssicherheit angepasst. Details zu den einzelnen Zielen finden sich in der Tabelle der angegebenen Kapitel dieses Geschäftsberichts sowie auf unserer Website.

ÜBERSICHT INDIREKT FINANZIELLE ZIELE

Stand 30.09.20161) Stand 30.09.20172) Veränderung Kapitel
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 125 GWh in 2016/2017 und 150 GWh in 2017/2018 GWh - 330 - Umwelt, Energie, Klima
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019/2020 mit Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt % 54 66 +12 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
100 % der relevanten Aktivitäten bis 2019/2020 mit Umweltmanagement nach ISO 14001 abgedeckt % 78 85 +7 %-Pkte. Umwelt, Energie, Klima
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 % % 2,7 2,7 +/- 0 %-Pkte. Technologie und Innovationen
Bis 2019/2020 Anteil von Frauen in Führungspositionen von 15 % % 11,0 11,6 + 0,6 %-Pkte. Mitarbeiter
2,0 Unfallhäufigkeit pro 1 Mio Arbeitsstunden bis 2020/2021 und jedes Jahr Verbesserung von mind. 10 % Unfälle pro 1 Mio Arbeitsstunden 3,8 3,1 -18 % Mitarbeiter
Jährlich 100 Nachhaltigkeitsaudits bei Lieferanten # 179 161 -18 Einkauf

1) Auf vergleichbarer Basis ohne Steel Americas

2) Nur fortgeführte Aktivitäten

Wirtschaftsbericht

Makro- und Branchenumfeld

Weltwirtschaft hat an Schwung gewonnen - politische Risiken bleiben hoch

Das globale Wirtschaftswachstum ist im Verlauf des 1. Halbjahres stärker als zunächst erwartet ausgefallen, die Konjunktur ist seit längerer Zeit wieder in beinahe allen großen Volkswirtschaften aufwärts gerichtet. Nach lediglich 3,0 % Wachstum im Jahr 2016 wird sich die globale Wirtschaftsleistung in 2017 und 2018 deutlich auf 3,5 bzw. 3,6 % erhöhen. Dabei befinden sich die Stimmungsindikatoren insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf hohem Niveau. In den Schwellenländern ist die Stimmungslage noch nicht wieder auf den hohen Niveaus vergangener Jahre, hat sich aber von den zur Jahresmitte 2016 verzeichneten Tiefstwerten klar entfernt. In den Industrieländern wird die durchschnittliche Wachstumsrate 2017 und 2018 - bei einer weiterhin expansiven Geldpolitik - voraussichtlich jeweils gut 2 % betragen, und auch das Wirtschafts-Wachstum der Schwellenländer dürfte in diesen beiden Jahren mit rund 4,5 bzw. knapp 5 % deutlich höher ausfallen als 2016.

Der globale Wachstumsausblick bleibt allerdings von großer Unsicherheit geprägt. Risiken ergeben sich derzeit insbesondere aus den geopolitischen Unwägbarkeiten aufgrund der zahlreichen Krisenherde und aus möglichen Verwerfungen im Zusammenhang mit der anstehenden Normalisierung der Geldpolitik - insbesondere in den USA -, die im Falle eines Misslingens zu einer erhöhten Unsicherheit auf den Finanzmärkten und einer Eintrübung der globalen Konjunkturdynamik führen könnte. Auch der weitere wirtschaftspolitische Kurs der USA mit dem Ziel, Handelsabkommen wie NAFTA gegebenenfalls zulasten anderer Industrienationen neu zu verhandeln, stellt ein beträchtliches Risiko für die globale Konjunkturentwicklung dar. Dämpfend auf das Wachstum könnte zudem eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft wirken. Die Konjunktur in den erdöl- und rohstoffexportierenden Ländern ist, abhängig von der Entwicklung der Öl- und Rohstoffpreise, fragil. Die Unsicherheit darüber, wie die Austrittsverhandlungen nach dem "Brexit"-Referendum weiter verlaufen, könnte sich negativ auf die Investitionsbereitschaft auswirken - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der EU.

Die Konjunktur im Euro-Raum hat spürbar an Dynamik gewonnen. In der ersten Jahreshälfte 2017 expandierte das Bruttoinlandsprodukt kräftig. Verschiedene Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die positive konjunkturelle Grundtendenz auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten wird. Hierzu werden insbesondere eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktlage und nach wie vor günstige Finanzierungsbedingungen beitragen, welche die Konsum- und Investitionsbereitschaft weiter stärken sollten. Insgesamt erwarten wir daher für die Wirtschaftsleistung des Euro-Raums nach einem Plus von 1,7 % im Jahr 2016 Wachstumsraten von 2,1 und 2,0 % für 2017 und 2018.

Auch die deutsche Wirtschaft ist im 1. Halbjahr 2017 kräftig gewachsen. Bei bereits überdurchschnittlich ausgelasteten Produktionskapazitäten steht sie an der Schwelle zur Hochkonjunktur. Der Aufschwung hat dabei an Breite gewonnen: Neben den Konsumausgaben entwickeln sich auch die Investitionen sowie die Ausfuhren allmählich zu weiteren Stützen des Aufschwungs. Die Investitionstätigkeit dürfte sich aufgrund der soliden Absatz- und Ertragsaussichten intensivieren; der private Verbrauch wird von der anhaltend günstigen Arbeitsmarktlage und soliden Zuwächsen beim verfügbaren Einkommen profitieren. Insgesamt wird die deutsche Wirtschaft 2017 und 2018 voraussichtlich um 2,0 bzw. 2,1 % wachsen.

Auch die US-Konjunktur hat im bisherigen Jahresverlauf an Schwung gewonnen. Nach einem schwachen Beginn hat die Wachstumsdynamik inzwischen spürbar zugenommen. Am aktuellen Rand deuten Indikatoren auf eine anhaltend hohe Expansionsdynamik hin. Bei weiterhin niedrigen Zinsen und steigenden Einkommen wird die Binnennachfrage vorerst weiter deutlich steigen. Insgesamt wird die US-Wirtschaft 2017 voraussichtlich um 2,1 % und 2018 um 2,7 % wachsen. Die Auswirkungen der Hurrikansaison auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum sind aktuell schwer abschätzbar, stellen aber ein Abwärtsrisiko für die Prognose dar.

In China wird das Wirtschaftswachstum 2017 - nach einem Plus von 6,7 % im Vorjahr - insbesondere aufgrund wirtschaftspolitischer Stimulierungsmaßnahmen bei einem Plus von 6,8 % noch etwas an Dynamik gewinnen. Für 2018 ist dann mit einer leichten Abschwächung der Wachstumsrate auf 6,5 % zu rechnen. Angesichts der gelungenen Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in Form einer expansiv ausgerichteten Wirtschaftspolitik dürfte die chinesische Regierung ihr Augenmerk nun wieder stärker auf die Begrenzung des Schuldenanstiegs und auf den Strukturwandel hin zu einer dienstleistungsorientierten Volkswirtschaft mit Fokus auf höhere Wertschöpfung legen. Die indische Konjunktur wird vorübergehend gebremst, legt in der Grundtendenz aber weiter kräftig zu. Nachdem um den Jahreswechsel 2016/2017 eine Bargeldreform die konjunkturelle Dynamik merklich gedrosselt hatte, war es im 2. Quartal die Einführung einer landesweit einheitlichen Mehrwertsteuer, die die konjunkturelle Entwicklung dämpfte. Das BIP Indiens wird 2017 daher nur um 6,5 %, 2018 aber mit 7,5 % wieder stärker zulegen. Die Wirtschaft Brasiliens hat im 1. Halbjahr 2017 den Weg aus der Rezession gefunden. Vor dem Hintergrund einer höheren globalen Konjunkturdynamik und wieder steigender Rohstoffpreise dürfte sich die Erholung zwar fortsetzen, allerdings aufgrund einer weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und einer hohen privaten Verschuldung keinen großen Schwung entwickeln. Nach einem voraussichtlichen Plus von 0,4 % im Jahr 2017 wird für 2018 ein BIP-Zuwachs von 2,1 % erwartet. Auch die russische Wirtschaft hat sich im 1. Halbjahr 2017 weiter erholt. Allerdings stehen hier die unsichere politische Lage und strukturelle Faktoren einer dynamischen Entwicklung entgegen. Auf einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,6 % im Jahr 2017 dürfte 2018 ein Plus von 2,0 % folgen.

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in %

1) Prognose

Heterogene Entwicklung der Industriekonjunktur

Automobilbau - Die weltweite Automobilproduktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wird sich - mit allerdings nachlassender Dynamik - weiter erhöhen. Im Jahr 2017 dürfte die Produktion um 2 % auf 92 Mio Einheiten steigen. Für 2018 wird derzeit eine moderate Zunahme um knapp 1 % prognostiziert; damit würde sich das Gesamtvolumen 2018 auf 93 Mio Einheiten belaufen. Dieses Wachstum ist nach wie vor regional sehr unterschiedlich verteilt: Spitzenreiter China wird, nach starkem Wachstum in der Vergangenheit, voraussichtlich mit einem stabilen Wachstumsplus von 1 % in den nächsten beiden Jahren auf bis zu 27,5 Mio Einheiten weiter wachsen. In Westeuropa dürfte die Produktion 2017 um knapp 2 % und 2018 um 1 % steigen. In Deutschland rechnen wir für 2017 mit einem leichten Rückgang um 1 %, für 2018 wird ein Minus von knapp 2 % prognostiziert. In den USA ist für 2017 von einer um 7 % rückläufigen Produktion auszugehen. 2018 könnte sich die US-Produktion stabilisieren und ein leichtes Wachstum von 1 % verzeichnen. Das diesjährige Wachstum findet jenseits der Grenze, in Mexiko, statt. In der Steigerung der Automobilproduktion um 16 % spiegelt sich die zunehmende Bedeutung von Mexiko als Produktionsstandort und Absatzmarkt in der NAFTA wider. Für die Automobilproduktion in Indien wird 2017 mit einem starken Wachstum von mehr als 5 % und im Jahr 2018 mit einem Plus von über 8 % gerechnet. Die brasilianische Automobilfertigung hat sich erholt: Für 2017 wird ein starkes Wachstum um gut 18 % erwartet und für 2018 ein Anstieg um 7 %. Die Ausgangsbasis 2016 war hier allerdings sehr niedrig.

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

2016 20171) 20181)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Welt 90,6 92,0 93,0
Westeuropa (inkl. Deutschland) 14,6 14,8 15,0
Deutschland 5,9 5,8 5,7
USA 12,0 11,1 11,2
Mexiko 3,5 4,0 4,2
Japan 8,8 9,2 8,8
China 27,0 27,2 27,5
Indien 4,1 4,3 4,7
Brasilien 2,0 2,4 2,6
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 0,0 3,0 3,0
USA -3,8 3,5 2,3
Japan 1,9 9,6 2,5
China 6,6 8,8 5,4
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Deutschland 4,0 3,0 2,5
USA 3,5 3,0 4,1
China 6,8 5,4 4,8
Indien 4,2 5,2 6,7

1) Prognose

Quellen: IHS Markit, Oxford Economics, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Maschinenbau - Der weltweite Maschinenbau wird 2017, nach einem vergleichsweise schwachen Wachstum im Vorjahr, dank einer deutlich verbesserten Investitionsgüterkonjunktur deutlich an Dynamik gewinnen und 2018 einen moderaten Produktionszuwachs verzeichnen. Dabei wird die Wachstumsrate in China auf rund 9 % steigen. Auch 2018 dürfte der Produktionszuwachs mit 5,4 % solide bleiben. Der US-Maschinenbau kann 2017 nach einem schwachen Vorjahr ein deutliches Produktionsplus von 3,5 % vorweisen. Unterstützend wirkte hier insbesondere die gestiegene Nachfrage nach Bergbaumaschinen. Für 2018 ist mit einem etwas geringeren Zuwachs zu rechnen. Auch der europäische Maschinenbau schwenkt nach einem mäßigen Produktionsplus 2016 im laufenden Jahr bei einem Plus von rund 3,5 % wieder auf einen höheren Wachstumspfad ein; 2018 wird die Steigerungsrate nur geringfügig niedriger sein.

Beim exportorientierten deutschen Maschinenbau stagnierte 2016 die Ausbringung. Für das laufende Jahr zeichnet sich wider Erwarten ein deutlicher Aufwärtstrend ab. Die revidierte Prognose im Vergleich zum Vorjahr basiert insbesondere auf dem starken Wachstum der Aufträge aus den Euro-Partnerländern sowie auf dem guten China-Geschäft. Kumuliert über die ersten sechs Monate des Jahres lagen die deutschen Maschinenexporte um rund 6 % über dem Vorjahresniveau. Auch die Kapazitätsauslastung erreichte zur Jahresmitte 2017 mit fast 88 % erstmals seit 2012 einen Wert oberhalb des langjährigen Branchendurchschnitts. Aufgrund der deutlich besseren Auftragsentwicklung und der insgesamt positiven Stimmungslage ist für 2017 und 2018 mit einem Produktionsplus von rund 3 % zu rechnen.

Bauwirtschaft - Bei der Bautätigkeit im Euro-Raum ist 2017 und 2018 mit einem Wachstum von je rund 2,5 % zu rechnen. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe legte 2016 um 4 % zu, im bisherigen Jahresverlauf 2017 wurde ein noch stärkeres Plus im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen. Insgesamt dürften der anhaltende Urbanisierungstrend, der solide Arbeitsmarkt sowie die weiterhin niedrigen Hypothekenzinsen den Wohnungsbau weiterhin stützen, und auch die Bautätigkeit für öffentliche Auftraggeber sollte aufgrund erhöhter Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege zulegen. Zudem dürfte der Wirtschaftsbau zum Wachstum der Branche beitragen, insbesondere getrieben durch höhere Investitionstätigkeiten des verarbeitenden Gewerbes. Die deutsche Baukonjunktur wird 2017 und 2018 einen Zuwachs von mindestens 3,0 bzw. 2,5 % verzeichnen. In China wird sich das Wachstum in der Bauwirtschaft etwas verlangsamen; Grund sind die regulatorischen Eingriffe der Regierung, die den Anstieg der Hauspreise gedämpft haben. Die Wachstumsprognose für 2017 liegt hier bei 5,4 %. Im nächsten Jahr wird der Zuwachs aufgrund der etwas geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik mit 4,8 % geringer ausfallen. Der US-Immobilienmarkt hat zuletzt etwas an Dynamik verloren. Sowohl die Baugenehmigungen als auch die Baubeginne gingen im Trend der letzten Monate zurück. Die US-Bauproduktion dürfte 2017 um 3 %, 2018 um rund 4 % wachsen.

Stahlmarkt - Dank der zunehmend dynamischen Konjunktur entwickelte sich die Stahlnachfrage 2017 in vielen Regionen robuster, als wir dies zum Jahresbeginn erwartet hatten. Weltweit zeichnet sich eine reale, um statistische Effekte in China bereinigte Steigerung von etwa 3 % gegenüber 2016 ab; das entspricht einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Mrd t Walzstahl. Vor allem in China ist der Stahlmarkt erneut gewachsen - um real 3 %. Dies und die Tatsache, dass gleichzeitig die chinesischen Exporte zurückgingen, trugen wesentlich dazu bei, dass die relevanten Rohstoff- und Stahlpreise weltweit stiegen. Doch auch in den meisten Industrieländern zog die Stahlnachfrage stärker an als prognostiziert. Für die EU und auch für Deutschland ist mit einem Plus von gut 2 % im Vergleich zu 2016 zu rechnen, in den USA mit plus 5 %. In den Schwellenländern ohne China erhöhte sich die Stahlnachfrage um rund 3 %. Die Situation der Branche bleibt dennoch schwierig: Strukturelle Überkapazitäten weltweit, der zunehmende Protektionismus und daraus resultierende Verwerfungen in den internationalen Stahlhandelsströmen, äußerst volatile Rohstoffmärkte und anhaltende politische Unsicherheiten prägen weiterhin das Umfeld und überschatten die konjunkturelle Erholung insbesondere in unserem Kernmarkt Europa.

Der EU-Markt für Qualitätsflachstahl wuchs im Zeitraum Januar bis August 2017 um moderate 1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine weiterhin robuste Konjunktur ließ den Stahlbedarf in den relevanten Industriezweigen steigen; wider Erwarten war die Automobilindustrie dabei erneut eine treibende Kraft. Ungeachtet dessen blieb die Wettbewerbssituation für die europäische Stahlindustrie jedoch angespannt: Während die hiesigen Anbieter nicht an der Mehrnachfrage partizipierten und ihr Absatz in der EU sogar leicht unter Vorjahresniveau blieb, verschärfte sich der Importdruck unterdessen weiter: Die Flachstahlimporte der EU aus Drittländern waren im Durchschnitt der ersten acht Monate 2017 um 10 % höher als in der entsprechenden Vorjahresperiode, wobei ab Juni der Trend moderat rückläufig war. Zwar gingen im Gesamtzeitraum die Importe aus China und Russland infolge der erfolgreich eingeführten Handelsschutzmaßnahmen spürbar zurück, dafür nahmen aber die Importe aus anderen Ländern, die nicht im Fokus von Handelsschutzmaßnahmen der EU stehen, umso stärker zu. In erster Linie sind hier Indien und die Türkei zu nennen; beide Länder bauten ihre Flachstahllieferungen in die EU massiv aus. Deutlich höhere Einlieferungen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die EU ebenfalls aus weiteren asiatischen Ländern.

Im europäischen Spotmarkt setzte sich der kräftige Aufwärtstrend bei den Stahlpreisen auch im ersten Quartal 2017 fort, nicht zuletzt aufgrund der höheren Rohstoffpreise. Danach gaben die Notierungen für Flachstahl - bei extrem volatilen Rohstoffpreisen - vorübergehend nach. Ab August zogen sie jedoch erneut an, ausgehend von einem kräftigen Preisschub im chinesischen Stahlmarkt, aber auch wieder steigenden Rohstoffpreisen.

Auch im kommenden Jahr dürfte die weltweite Stahlnachfrage weiter leicht aufwärts tendieren, da die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsperspektiven günstig bleiben. Von China werden allerdings -anders als 2017 - keine weiteren Impulse ausgehen; der chinesische Stahlmarkt wird voraussichtlich auf hohem Niveau stagnieren. In den übrigen Schwellenländern hingegen, etwa in Indien, Brasilien, den ASEAN-Staaten und der Türkei, rechnen wir mit einem beschleunigten Wachstum der Märkte. In den Industrieländern dürfte die Stahlnachfrage nur leicht zunehmen: Für die USA wie auch für die EU und Deutschland erwarten wir eine Steigerung gegenüber 2017 von jeweils rund 1 %. Da ein zügiger Abbau der weltweiten Überkapazitäten nicht zu erwarten ist und der Protektionismus voraussichtlich weiter steigt, werden Stahlhandelsströme weiter in Richtung EU umgelenkt, sodass der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt tendenziell hoch bleibt.

Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Wichtige Meilensteine der Strategischen Weiterentwicklung erreicht - Gearing signifikant reduziert

Im Berichtsjahr erreichte thyssenkrupp wichtige Meilensteine bei der Strategischen Weiterentwicklung. Beim Konzernumbau folgte auf den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA an Ternium am 20. September 2017 die Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding") mit Tata Steel über den Zusammenschluss unserer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture. Neben diesen strategischen Fortschritten verzeichneten wir erfreuliche Ergebnisverbesserungen: Unser Bereinigtes EBIT konnten wir in jedem Quartal gegenüber dem Vorjahreswert steigern, so dass das zu Beginn des Geschäftsjahres formulierte Ziel deutlich übertroffen wurde. Diese positive operative Entwicklung reflektierte auch die Anpassung unserer Ergebnisprognose im Halbjahresbericht. Unterstützend wirkte dabei neben EBIT-Effekten aus Kostensenkungen und Effizienzgewinnen in Höhe von 930 Mio € aus dem Konzernprogramm "impact" die zunehmende Ausrichtung auf die margenstärkeren und weniger volatilen Industriegütergeschäfte.

Wertminderungsaufwendungen infolge des Verkaufs des brasilianischen Stahlwerks CSA an Ternium belasteten jedoch das Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivtäten. Das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten lag deutlich über dem des Vorjahres.

Die deutlich erhöhte Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen unserer Werkstoffgeschäfte infolge der Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten, des Zahlungsprofils der Aufträge bei Industrial Solutions sowie des Wachstums und der Inbetriebnahme neuer Werke bei Components Technologies führten zu einem deutlich negativen FCF vor M&A nach 9 Monaten. Der stark positive FCF vor M&A mit positiven Business Cashflow-Beiträgen aller Business Areas im Schlussquartal konnte diese Entwicklung jedoch nicht mehr kompensieren, so dass der FCF vor M&A für das Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert lag.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns lagen mit 2,0 Mrd € deutlich unter dem Vorjahreswert (3,5 Mrd €). Hierbei wirkte sich im Wesentlichen der aufgrund des Vollzugs der CSA-Transaktion positive Free Cashflow des Konzerns sowie der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung positiv aus.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg auf 3,4 Mrd € (Vorjahr 2,6 Mrd €). Haupttreiber waren die Kapitalerhöhung sowie die Neubewertung der Pensionen aufgrund höherer Zinssätze. Gegenläufig wirkte vor allem der im Berichtsjahr erzielte Jahresfehlbetrag.

Damit konnte das Gearing im Berichtsjahr signifikant auf 57,5 % reduziert werden (Vorjahr: 134,2 %). Mit flüssigen Mitteln und freien zugesagten Kreditlinien von insgesamt 9,1 Mrd € (30. September 2017) sowie einem ausgewogenen und verlängerten Fälligkeitenprofil ist thyssenkrupp solide finanziert.

Leistungs- und Risikoprofil erneut erheblich verbessert

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich das Leistungs- und Risikoprofil von thyssenkrupp in vielen Bereichen des Konzerns erneut erheblich verbessert. Components Technology konnte bei leichter Margenverbesserung das Bereinigte EBIT deutlich steigern und die Wachstums- und Regionalisierungsstrategie weiter fortsetzen. Bedeutende Kundenauszeichnungen für unsere Lieferperformance und Entwicklungsleistungen sind zudem ein Beleg für das Vertrauen unserer Kunden. Elevator Technology hat Ergebnis und Marge weiter deutlich verbessert und mit MULTI ein innovatives Produkt präsentiert, für das bereits der erste Kundenauftrag vorliegt. Gleichzeitig deutet sich bei Industrial Solutions mit einer starken Projektpipeline und einem starken Auftragseingang die Trendwende an. Die Ausweitung des Effizienzprogramms zusätzlich zu den bisher angestoßenen Maßnahmen soll die Kosten um einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag senken. Materials Services setzte weitere Maßnahmen für den digitalen Wandel um und erzielte wichtige Fortschritte bei der Umsetzung des industriellen Konzepts für den Edelstahlproduzenten AST. Steel Europe hat aufgrund höherer durchschnittlicher Nettoerlöse Ergebnis und Marge deutlich gesteigert, unterstützt durch Effizienzmaßnahmen und Differenzierungsinitiativen. Die Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung mit Tata Steel über einen möglichen Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/ 50-Joint Venture soll eine nachhaltige Zukunftsperspektive schaffen und die strukturellen Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie angehen. Mit dem Verkauf von CSA an Ternium erfolgte die endgültige Trennung von Steel Americas, ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Strategischen Weiterentwicklung. Bei Corporate und allen Business Areas sollen zukünftige Maßnahmen von rund 400 Mio € die Verwaltungskosten bis Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 reduzieren.

Mit Blick auf das Erreichte sehen wir dem neuen Geschäftsjahr optimistisch entgegen und gehen von einer weiteren Ergebnissteigerung aus. Die Transformation von thyssenkrupp hin zu einem schlagkräftigen, ertragsstarken und wertschaffenden diversifizierten Industriekonzern werden wir konsequent fortsetzen.

Details zu unserer Zielerreichung im Berichtsjahr können Sie dem Abschnitt "Prognose-Ist-Vergleich" entnehmen. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahres finden Sie in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsverlauf in den Business Areas". Einzelheiten zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr sowie zu den Chancen und Risiken enthält der Prognose-, Chancen- und Risikobericht.

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Gesamtkonzerns sowie der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern insgesamt
2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 37.424 44.288 6.864 18
Umsatz Mio € 39.263 42.971 3.709 9
EBIT1) Mio € 1.189 687 -502 -42
EBIT-Marge % 3,0 1,6 -1,4 -
Bereinigtes EBIT1) Mio € 1.469 1.910 441 30
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,7 4,4 0,7 -
EBT Mio € 652 61 -591 -91
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 261 -591 -852 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 296 -649 -946 --
Ergebnis je Aktie 0,52 -1,15 -1,67 --
Operating Cashflow Mio € 1.387 610 -777 -56
Cashflow für Investitionen Mio € -1.387 -1.666 -279 -20
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 191 1.545 1.354 ++
Free Cashflow2) Mio € 191 489 297 155
Free Cashflow vor M&A2) Mio € 198 -798 -996 --
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio € 3.500 1.957 -1.543 -44
Eigenkapital (30.09.) Mio € 2.609 3.404 796 31
Gearing (30.09.) % 134,2 57,5 -76,7 -
ROCE % 7,5 4,1 -3,4 -
thyssenkrupp Value Added Mio € -85 -651 -566 --
Dividende je Aktie 0,15 0,153) - -
Ausschüttung Mio € 85 933) - -
Mitarbeiter (30.09.) 156.487 158.739 2.252 1
Fortgeführte Aktivitäten
2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
--- --- --- --- --- ---
Auftragseingang Mio € 36.125 42.756 6.631 18
Umsatz Mio € 38.000 41.447 3.447 9
EBIT1) Mio € 1.209 1.150 -59 -5
EBIT-Marge % 3,2 2,8 -0,4 -
Bereinigtes EBIT1) Mio € 1.500 1.722 222 15
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,9 4,2 0,2 -
EBT Mio € 691 765 73 11
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 357 271 -86 -24
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 311 212 -99 -32
Ergebnis je Aktie 0,55 0,37 -0,17 -32
Operating Cashflow Mio € 1.310 483 -827 -63
Cashflow für Investitionen Mio € -1.277 -1.535 -258 -20
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 189 1.539 1.350 ++
Free Cashflow2) Mio € 222 487 265 119
Free Cashflow vor M&A2) Mio € 228 -855 -1.083 --
Netto-Finanzschulden (30.09.) Mio €
Eigenkapital (30.09.) Mio €
Gearing (30.09.) %
ROCE %
thyssenkrupp Value Added Mio €
Dividende je Aktie
Ausschüttung Mio €
Mitarbeiter (30.09.)

1) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

2) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Prognose-Ist-Vergleich

Wir haben sowohl das zu Beginn des Berichtsjahres formulierte Ergebnisziel für den Konzern als auch das nach dem Verkauf von CSA im Halbjahresbericht formulierte Ergebnisziel für die fortgeführten Aktivitäten übertroffen. Wesentlich dazu beigetragen hat unser Effizienzsteigerungsprogramm "impact". Das zum 1. Halbjahr angepasste Ergebnisziel des Konzerns berücksichtigt zudem insbesondere das profitable Wachstum bei Components Technology und Elevator Technology sowie die gute Entwicklung bei Steel Americas.

Dass wir die zu Beginn des Geschäftsjahres angestrebte deutliche Verbesserung von Jahresüberschuss und tkVA dennoch nicht wie geplant erreicht haben, war maßgeblich dem negativen Ergebniseffekt infolge des Verkaufs von CSA geschuldet. In der aktualisierten Prognose im Halbjahresbericht wurde auch dieser Effekt berücksichtigt.

Das zu Beginn des Berichtsjahres formulierte Ziel für den Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) stand vorbehaltlich keiner anhaltenden Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten. Aufgrund deren Eintretens und der daraus resultierenden deutlich erhöhten mengen- wie auch preisbedingten Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen unserer Werkstoffgeschäfte, konnten wir unser Ziel nicht erreichen. Dies wurde bereits in der angepassten Prognose im Halbjahresbericht berücksichtigt. Des Weiteren führten Verzögerungen beim Auftragseingang bei Industrial Solutions zu einer länger andauernden Unterauslastung und zu einem deutlich schlechter als erwarteten Ergebnis- und Cashflow-Beitrag. Ferner hatte das früher als erwartete Closing des Verkaufs von CSA an Ternium im 4. Quartal zur Folge, dass die ursprünglich höher erwartete Entlastung im Netto-Umlaufvermögen des Konzerns durch CSA gegen Ende des Geschäftsjahres entfiel. Die im 9-Monats-Bericht entsprechend angepasste Prognose für den FCF vor M&A haben wir erreicht.

Generell wurde die positive Geschäftsentwicklung wieder maßgeblich durch unser Konzernprogramm unterstützt: Das zu Beginn des Berichtsjahres gesteckte Ziel für 2016/2017 unsere Kosten mittels "impact" um 850 Mio € zu senken, konnten wir mit Einsparungen von 930 Mio € erneut deutlich übertreffen.

Weitere Informationen zu den Einflussfaktoren auf unsere Ergebnisentwicklung enthalten die Abschnitte "Geschäftsentwicklung im Konzern" und "Geschäftsentwicklung in den Business Areas".

Die folgende Tabelle enthält Details zu den Prognosen, die bei Veröffentlichung der Zwischenberichte über das 1. Halbjahr sowie die ersten 9 Monate des Berichtsjahres jeweils aktualisiert wurden, sowie zu den finalen Zahlen 2016/2017:

PROGNOSE UND IST FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2016/2017

Prognose im Geschäftsbericht 2015/2016 Aktualisierung im Zwischenbericht 1. Halbjahr 2016/2017 Aktualisierung im Zwischenbericht 9 Monate 2016/2017 Ist Geschäftsjahr 2016/2017
Konzernumsatz Wachstum auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich Wachstum auf vergleichbarer Basis im hohen einstelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +9 %
Umsatz Fortgeführte Aktivitäten (ab 1.HJ 2016/2017) Wachstum auf vergleichbarer Basis im hohen einstelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +9 %
Components Technology Industriegütergeschäfte auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich, dabei Industrial Solutions leicht rückläufig auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +11 %
Elevator Technology Industriegütergeschäfte auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich, dabei Industrial Solutions leicht rückläufig auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +3 %
Industrial Solutions Industriegütergeschäfte auf vergleichbarer Basis im einstelligen Prozentbereich, dabei Industrial Solutions leicht rückläufig im einstelligen Prozentbereich rückläufig auf vergleichbarer Basis: -6 %
Materials Services auf vergleichbarer Basis im zweistelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +15 %
Steel Europe auf vergleichbarer Basis im zweistelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +17 %
Steel Americas (ab 1.HJ 2016/2017 nicht fortgeführte Aktivität) auf vergleichbarer Basis im zweistelligen Prozentbereich auf vergleichbarer Basis: +32 %
Bereinigtes EBIT (Konzern) rund 1,7 Mrd € rund 1,8 Mrd € Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 441 Mio € auf 1.910 Mio €
Bereinigtes EBIT fortgeführte Aktivitäten (ab 1. HJ 2016/2017) rund 1,7 Mrd € Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 222 Mio € auf 1.722 Mio €
Components Technology Verbesserung aus leichter Steigerung des Umsatzes und der Marge Verbesserung aus deutlichem Anstieg des Umsatzes und der Marge Verbesserung um 42 Mio € auf 377 Mio €
Elevator Technology Verbesserung durch leichtes Umsatzwachstum und Verbesserung der Marge um 0,5 bis 0,7 %-Punkte Verbesserung um 62 Mio € auf 922 Mio € bei Margenverbesserung um 0,5 %-Punkte auf 12,0 %
Industrial Solutions rückläufiges Bereinigtes EBIT Rückgang um 244 Mio € auf 111 Mio € bei Margenrückgang um 4,2 %-Punkte auf 2,0 %
Materials Services deutlich über Vorjahr Verbesserung um 184 Mio € auf 312 Mio €
Steel Europe deutlich über Vorjahr Verbesserung um 232 Mio € auf 547 Mio €
Steel Americas (ab 1. HJ 2016/2017 nicht fortgeführte Aktivität) auf Vorjahresniveau deutlich über Vorjahr Verbesserung um 219 Mio € auf 186 Mio €
Jahresüberschuss (Konzern) deutliche Steigerung deutlich negativ aufgrund des negativen Ergebniseffekts durch Verkauf von CSA Rückgang um 852 Mio € auf - 591 Mio €
tkVA (Konzern) deutliche Verbesserung deutlich negativ aufgrund des negativen Ergebniseffekts durch Verkauf von CSA Rückgang um 566 Mio € auf - 651 Mio €
FCF vor M & A (Konzern) leicht positiv im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich negativ im mittleren bis höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich negativ Rückgang um 996 Mio € auf - 798 Mio €
Investitionen (Konzern) rund 1,5 Mrd € Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 279 Mio € auf 1.666 Mio €

Geschäftsentwicklung im Konzern

Geschäftsverlauf

Auftragseingang, Umsatz und Bereinigtes EBIT deutlich über Vorjahr

Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte der Auftragseingang des thyssenkrupp Konzerns den höchsten Wert seit Beginn der Strategischen Weiterentwicklung. Der Auftragseingang im Komponentengeschäft und in der Aufzugssparte erzielte neue Rekordwerte, Industrial Solutions erreichte den höchsten Auftragseingang seit fünf Jahren. Der Umsatz des Konzerns verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 9 %. Dabei wuchsen die Industriegütergeschäfte in Summe, der Umsatz der Werkstoffgeschäfte Materials Services und Steel Europe lag, insbesondere preisbedingt, über den Vorjahreswerten. Das Bereinigte EBIT des Konzerns und der fortgeführten Aktivitäten lag ebenfalls deutlich über dem Wert aus dem Geschäftsjahr 2015/2016.

AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in % Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in %
Components Technology 6.740 7.674 14 14
Elevator Technology 7.631 7.834 3 3
Industrial Solutions 3.461 6.490 88 84
Materials Services 11.840 13.760 16 16
Steel Europe 8.146 8.969 10 10
Corporate 243 287 18 18
Konsolidierung -1.936 -2.257 - -
Auftragseingang der fortgeführten Aktivitäten 36.125 42.756 18 18
Steel Americas 1.525 1.874 23 29
Konsolidierung -226 -343 - -
Auftragseingang gesamt 37.424 44.288 18 18

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Auftragseingang stark gestiegen

Der Auftragseingang der Industriegütergeschäfte Components Technology, Elevator Technology und Industrial Solutions verzeichnete in Summe zweistellige Zuwachsraten. In der Aufzugssparte erreichte der Auftragseingang einen neuen Höchststand, auch der Auftragsbestand (4,8 Mrd € exkl. Service) erreichte wieder ein hohes Niveau. Gleichzeitig deutet sich bei Industrial Solutions mit einer starken Projektpipeline und einem starken Auftragseingang die Trendwende an. Diese reflektiert im Bereich Marine Systems zwei Großaufträge im Unter- und Überwasserbereich. Zudem wurden wir als exklusiver strategischer Partner für das norwegisch-deutsche U-Boot-Programm nominiert. Trotz eines weiterhin volatilen Marktumfelds zeigte das Geschäft mit Zementanlagen eine stabile Entwicklung und die Nachfrage nach Chemieanlagen sowie das Mining-Geschäft erste Anzeichen einer Markterholung. Neben mehreren Großaufträgen trugen auch zahlreiche kleinere und mittlere Aufträge für Maschinen, Anlagen und Services zur positiven Entwicklung des Auftragseingangs bei. Im Bereich System Engineering erreichte der Auftragseingang, insbesondere aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage nach Produktionssystemen für die Automobilindustrie, einen neuen Höchstwert.

Auch im Komponentengeschäft erzielten wir Rekordwerte. Wir haben das insgesamt robuste Nachfragewachstum für Pkw-Komponenten in Westeuropa und China genutzt, um die überwiegend lagerzyklisch gedämpfte Nachfrage in den USA auszugleichen. Das Marktumfeld für schwere Nutzfahrzeuge entwickelte sich nach einer verhaltenen Nachfrage im Vorjahr positiv. Bei Baumaschinenkomponenten ist ebenfalls eine leichte Nachfragebelebung erkennbar, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Besonders erfreulich sind die Kundenauszeichnungen für unser Lenkungsgeschäft durch Ford mit dem "World Excellence Award" für herausragende Kundenunterstützung und Entwicklungsleistungen sowie der "Volkswagen Group Award", den wir unter anderem für herausragende Produktanläufe erhalten haben.

Bei unseren Werkstoffaktivitäten Materials Services und Steel Europe übertraf der Auftragseingang, vor allem wegen der Trendwende im 2. Geschäftshalbjahr, preisbedingt deutlich den Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die stark gestiegenen Preise auf den Roh- und Werkstoffmärkten zurückzuführen.

UMSATZ NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in % Veränderung auf vergleichbarer Basis1) in %
Components Technology 6.807 7.571 11 11
Elevator Technology 7.468 7.674 3 3
Industrial Solutions 5.744 5.522 -4 -6
Materials Services 11.886 13.665 15 15
Steel Europe 7.633 8.915 17 17
Corporate 255 278 9 9
Konsolidierung -1.793 -2.179 - -
Umsatz der fortgeführten Aktivitäten 38.000 41.447 9 9
Steel Americas 1.489 1.848 24 32
Konsolidierung -227 -323 -
Umsatz gesamt 39.263 42.971 9 9

1) Bereinigt um wesentliche Währungs- und Portfolioeffekte

Starkes Umsatzwachstum

Der Umsatz in den Industriegütergeschäften in Summe lag erneut über dem Vorjahr. Components Technology verzeichnete steigende Auslieferungen bei Automobilkomponenten. Der Umsatz von Elevator Technology lag insbesondere wegen der zahlreichen Installationen von Aufzügen und Fahrtreppen in den USA und in Südkorea erneut über dem bereits hohen Vorjahreswert. Bei Industrial Solutions konnten Marine Systems, System Engineering und der Zementanlagenbau ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr steigern, jedoch führte die geringere Anzahl abgerechneter Projektmeilensteine im Chemieanlagenbau und Mining zu einem rückläufigen Umsatz.

Die Werkstoffgeschäfte Materials Services und Steel Europe haben ihren Umsatz deutlich erhöht. Bei Steel Europe führte insbesondere die ab dem 2. Quartal eintretende Erholung der durchschnittlichen Nettoerlöse bei steigenden Versandmengen zu einer deutlichen Umsatzsteigerung.

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN

in Mio € (Vorjahreswert in Klammern)

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

UMSATZ NACH KUNDENGRUPPEN 2016/2017

in %

Die regionale Umsatzverteilung der fortgeführten Aktivitäten war weitgehend stabil. Der bedeutendste Absatzmarkt für thyssenkrupp blieb mit einem leicht gestiegenen Umsatzanteil von 31 % der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein). Absolut an Bedeutung gewann das Geschäft mit Kunden in Nordamerika; hier überwog das Wachstum bei Components Technology und Elevator Technology den Rückgang bei Industrial Solutions vollständig. Im Nahen Osten & Afrika ist das Umsatzwachstum im Wesentlichen auf unser Geschäft im Zement-Anlagenbau zurückzuführen.

Die Automobilindustrie blieb mit einem Umsatzanteil von inzwischen 27 % die wichtigste Kundengruppe der fortgeführten Aktivitäten mit hoher Bedeutung insbesondere für unser Komponenten- und Stahlgeschäft. Es folgen die Stahl- und stahlnahe Verarbeitung sowie der Handel. Der Umsatzanteil der Bauwirtschaft blieb mit 11 % stabil, während der Maschinen- und Anlagenbau relativ an Bedeutung gewinnen konnte.

Bereinigtes EBIT deutlich über Vorjahr

In einem von hohen politischen Unsicherheiten und volatilen Rohstoffpreisen gekennzeichneten Umfeld stieg das Bereinigte EBIT des Konzerns und der fortgeführten Aktivitäten im Berichtsjahr zweistellig und lag in allen Quartalen deutlich über den Vorjahreswerten. Auf Konzernebene trugen EBIT-Effekte aus Kostensenkungen und Effizienzgewinnen in Höhe von 930 Mio € aus dem Konzernprogramm "impact" wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Das zu Beginn des Berichtsjahres formulierte "impact"-Ziel von 850 Mio € wurde erneut deutlich übertroffen.

BEREINIGTES EBIT NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Components Technology 335 377 12
Elevator Technology 860 922 7
Industrial Solutions 355 111 -69
Materials Services 128 312 143
Steel Europe 315 547 74
Corporate -497 -535 -8
Konsolidierung 4 -12 -
Bereinigtes EBIT der fortgeführten Aktivitäten 1.500 1.722 15
Steel Americas -33 186 ++
Konsolidierung 2 3 -
Bereinigtes EBIT gesamt1) 1.469 1.910 30

1) Vgl. die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 23).

Das Bereinigte EBIT der Industriegütergeschäfte lag, trotz nachhaltiger Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen, leicht unter dem des Vorjahres. Dabei konnten das profitable Wachstum bei Components Technology sowie das Wachstum und die fortgesetzte Margen- und Ergebnisverbesserung bei Elevator Technology den vorübergehenden Rückgang bei Industrial Solutions nicht ausgleichen. Während die Bereinigte EBIT-Marge bei Components Technology im Berichtsjahr leicht auf 5,0 % zunahm, verbesserte Elevator Technology die Marge erneut um 0,5 %-Punkte auf 12,0 % und konnte somit im Schlussquartal bereits zum 20. Mal in Folge Ergebnis und Marge gegenüber dem Vorjahreswert steigern. Bei Industrial Solutions lag das Bereinigte EBIT aufgrund schwacher Auftragseingänge in den Vorjahren sowie partieller Unterauslastung und niedriger Ergebnisbeiträge von Marine Systems deutlich unter Vorjahr. Dabei verzeichneten Marine Systems und der Chemieanlagenbau vorübergehend einen erheblichen Margen- und Ergebnisrückgang. Die Bereinigte EBIT-Marge von Industrial Solutions erreichte im Berichtsjahr insgesamt 2,0 % und blieb damit deutlich unterhalb des Zielkorridors von 6 bis 7 %.

Bei den Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe lag das Bereinigte EBIT, auch unterstützt durch Kosteneinsparungsprogramme, signifikant über dem des Vorjahres. Materials Services konnte das Bereinigte EBIT in allen Quartalen deutlich gegenüber dem Vorjahr steigern und insgesamt mehr als verdoppeln. Einen positiven Beitrag leistete die italienische Gesellschaft AST, die trotz volatiler Edelstahlpreise weiterhin gute Fortschritte bei der Umsetzung des industriellen Konzepts machte und somit nachhaltige Erfolge aus der Restrukturierung erzielte. Während bei Steel Europe vor allem im 1. Quartal stark gestiegene Rohstoffpreise sowie eine Hochofenzustellung bei Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) das Ergebnis belasteten, setzte ab dem 2. Quartal eine primär erlösbedingte Ergebnisverbesserung mit einem entsprechend positiven Margentrend ein. Insgesamt konnten gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Durchschnittserlöse und ein leichter Anstieg der Versandmengen das Ergebnis in den Werkstoffgeschäften unterstützen.

Das Bereinigte EBIT von Corporate betrug im Geschäftsjahr 2016/2017 -535 Mio € und lag damit um 38 Mio € unter dem Vorjahreswert. Es beinhaltete weiterhin Projektaufwendungen im Rahmen der digitalen Initiativen.

Bei Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität) erhöhte sich das Bereinigte EBIT - im Wesentlichen preisbedingt - deutlich gegenüber dem Vorjahr.

Ergebnis durch Sondereffekte belastet

Das EBIT des Konzerns war im Berichtsjahr mit Sondereffekten in Höhe von insgesamt 1.224 Mio € belastet. Ein Großteil entfiel dabei auf negative Ergebniseffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität) im 2. Quartal. Zudem gab es Sondereffekte bei Steel Americas aufgrund der Aktualisierung eines langfristigen Frachtvertrags. Die Belastungen der fortgeführten Aktivitäten lagen im Berichtsjahr deutlich über denen des Vorjahres; sie waren im Wesentlichen bedingt durch Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen bei Elevator Technology und Industrial Solutions.

SONDEREFFEKTE NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung
Components Technology 84 80 -4
Elevator Technology 90 185 96
Industrial Solutions 22 147 126
Materials Services 52 91 39
Steel Europe -1 55 56
Corporate 45 35 -10
Konsolidierung 0 -22 -
Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten 291 572 281
Steel Americas -11 630 641
Konsolidierung 0 22 -
Sondereffekte gesamt 280 1.224 944

Im Berichtszeitraum ergaben sich bei Components Technology Sondereffekte in nennenswertem Umfang aufgrund von Restrukturierungen bzw. Kapazitätsanpassungen bei Forging & Machining in Brasilien, im Bereich "Schwere Kurbelwellen" in Deutschland und bei Baumaschinenkomponenten in Italien sowie aufgrund von aperiodischen Aufwendungen bei Lenksystemen. Bei Elevator Technology waren Sondereffekte aus der Restrukturierung und Reorganisation in Europa und im Nahen Osten zu berücksichtigen. Bei Industrial Solutions ergaben sich Sondereffekte insbesondere im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen im Anlagenbau sowie der Reorganisation. Weitere vor allem restrukturierungsbedingte Sondereffekte ergaben sich bei Materials Services sowie durch die Abwicklung der Gleistechnik. Auf Steel Europe entfielen im Berichtsjahr im Wesentlichen Sondereffekte für Restrukturierungsaufwendungen in der Geschäftseinheit Grobblech. Im Bereich Corporate ergaben sich Sondereffekte im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit Desinvestitionsprojekten.

thyssenkrupp Value Added (tkVA) deutlich unter Vorjahreswert

Im Geschäftsjahr 2016/2017 blieb der tkVA des thyssenkrupp Konzerns negativ. Der positive Trend aufgrund der operativen Entwicklung konnte den negativen Ergebniseffekt im Rahmen des Verkaufs von CSA insgesamt nicht kompensieren. Den höchsten Wertbeitrag hat erneut Elevator Technology generiert. Components Technology erwirtschaftete ein deutlich besseres Ergebnis, steigerte allerdings auch aufgrund der Wachstumsinvestitionen das gebundene Kapital. Darüber hinaus nahm auch die Kapitalbindung bei Industrial Solutions deutlich zu; bei einem negativen operativen Ergebnis lag der tkVA deutlich unter Vorjahr. Der tkVA der Werkstoffgeschäfte insgesamt lag, im Wesentlichen getrieben durch deutliche Ergebnisverbesserungen, signifikant über dem Vorjahr, blieb jedoch negativ. Zudem konnten wir bei Materials Services die Kapitalbindung auch durch Abbau des Netto-Umlaufvermögens senken. Bei Steel Europe lag die Kapitalbindung im Wesentlichen durch den preisbedingten Aufbau des Netto-Umlaufvermögens leicht über Vorjahr. Einzelheiten zum Wertbeitrag und seinen wesentlichen Komponenten zeigt die folgende Tabelle.

THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) NACH BUSINESS AREAS

2015/2016
EBIT Capital employed WACC tkVA
--- --- --- --- ---
(Mio €) (Mio €) ( %) (Mio €)
--- --- --- --- ---
Konzern 1.189 15.933 8,0 -85
Davon:
Components Technology 251 3.587 8,5 -54
Elevator Technology 771 1.197 7,5 681
Industrial Solutions 333 -475 8,0 371
Materials Services 76 3.861 8,0 -233
Steel Europe 316 5.012 8,5 -110
Steel Americas -22 2.145 10,0 -236
2016/2017
EBIT Capital employed WACC tkVA Veränderung
--- --- --- --- --- ---
(Mio €) (Mio €) ( %) (Mio €) tkVA (Mio €)
--- --- --- --- --- ---
Konzern 687 16.728 8,0 -651 -566
Davon:
Components Technology 297 3.740 8,5 -21 32
Elevator Technology 736 1.127 7,5 652 -29
Industrial Solutions -36 430 8,0 -71 -442
Materials Services 220 3.652 8,0 -72 161
Steel Europe 493 5.286 8,5 43 154
Steel Americas -444 1.654 10,0 -609 -373

Details zur Bedeutung von tkVA und EBIT für die Unternehmenssteuerung finden Sie im Kapitel "Grundlagen des Konzerns", Abschnitt "Unternehmenssteuerung".

Geschäftsverlauf in den Business Areas

Components Technology

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 6.740 7.674 14
Umsatz Mio € 6.807 7.571 11
EBIT Mio € 251 297 18
EBIT-Marge % 3,7 3,9 -
Bereinigtes EBIT Mio € 335 377 12
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,9 5,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 30.751 32.904 7

Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Im Automobilgeschäft umfasst unsere Produktpalette Lenkungs- und Dämpfersysteme, Federn und Stabilisatoren, die unser Bereich "Chassis" fertigt, sowie Nockenwellen und Zylinderkopfhaubenmodule mit integrierten Nockenwellen und Kurbelwellen unseres Bereichs "Powertrain"; darüber hinaus montieren wir Achsmodule. Im Industriegeschäft liefert die Business Area hochwertige Komponenten für Baumaschinen und Windkraftanlagen sowie für zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Grundlage für dieses breite Produktspektrum ist unsere langjährige Erfahrung mit innovativen Werkstoffen und Massivumformungsverfahren. Components Technology deckt die gesamte Wertschöpfungskette des Geschäfts ab: Von der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungskomponenten über die mechanische Bearbeitung bis hin zum Zusammenbau hochkomplexer Systeme. Immer wichtiger werden dabei mechatronische Lösungen mit Elektronik und Software aus Eigenentwicklung. Mit unserem umfassenden technischen Fachwissen und der weltweiten Marktpräsenz wollen wir unseren Kunden ein verlässlicher Partner sein, der ihnen einen echten Mehrwert bietet.

Weiter auf Wachstumskurs - Auszeichnungen für Lieferperformance

In einem uneinheitlichen Marktumfeld lag der Auftragseingang bei Components Technology 14 % über dem Vorjahreswert, der Umsatz stieg um 11 %. Die Märkte für Pkw-Komponenten in Westeuropa und China zeigten sich robust mit leichtem Wachstum, während sich die Nachfrage in den USA, auch aufgrund der sehr hohen Lagerbestände, abschwächte. In Brasilien, wo das wirtschaftliche und politische Umfeld von Unsicherheit geprägt war, blieb die Nachfrage bis April 2017 schwach und stieg anschließend im Vergleich zum sehr niedrigen Vorjahresniveau etwas an. Die Märkte für schwere Nutzfahrzeuge wurden insbesondere durch die positive Entwicklung in China begünstigt. In Europa entwickelte sich die Nachfrage nur leicht positiv, in den USA waren erste Anzeichen einer Marktbelebung im Class-8-Bereich (> 15t) erkennbar, Brasilien blieb schwach. Im Industriegeschäft verzeichneten wir im Jahresvergleich starke Auftragszuwächse bei Großwälzlagern für Anwendungen im Bereich Infrastrukturprojekte. Bei Baumaschinenkomponenten belebte sich die Nachfrage deutlich, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau.

Das thyssenkrupp Lenkungsgeschäft erhielt im Geschäftsjahr zwei wichtige Auszeichnungen von Kunden aus der Automobilbranche: Ford verlieh uns den "World Excellence Award" in der Kategorie "Special Recognition" für herausragende Kundenunterstützung und Entwicklungsleistungen eines Zulieferers; Volkswagen zeichnete uns mit dem "Volkswagen Group Award" 2017 in der Kategorie "Global Champion" aus. Honoriert wurden damit unsere herausragenden Produktanläufe und der Bau neuer Werke in China und Mexiko, wie ebenso der weltweit hohe Grad der Lokalisierung sowie die erfolgreiche Übernahme komplexer Projekte für Volkswagen und Audi.

Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres werden die beiden Business Units Forging & Machining und Undercarriages zur neuen Business Unit Forged Technologies zusammengeführt. Diese soll als diversifizierter Anbieter geschmiedeter Komponenten und Systemlösungen das weltweite Produktionsnetzwerk effizienter nutzen und insbesondere in Beschaffung und Verwaltung Synergien heben. Bei schweren Kurbelwellen sowie bei Maschinenkomponenten für die Sektoren Bauwirtschaft, Bergbau und Landwirtschaft wird die neue Business Unit im Markt führend sein. Neben den jetzigen Produkten will sie künftig auch Neuentwicklungen für neue Märkte und Kundensegmente herstellen. Organisatorisch wird die neue Einheit dem Industriegeschäft von Components Technology zugeordnet.

Unsere Wachstums- und Regionalisierungsstrategie haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt und in Ungarn unser Produktionsspektrum erweitert. Neben der Vorder- und Hinterachsmontage werden wir dort Zylinderkopfhauben mit integrierten Nockenwellen, elektrisch unterstützte Lenksysteme sowie Federn und Stabilisatoren herstellen. In Mexiko erweitern wir das bisherige Produktspektrum um Zylinderkopfhaubenmodule, aktive Dämpfer und elektrische Lenksysteme. In China sind zwei weitere hochautomatisierte Werke im Aufbau, da wir von internationalen und chinesischen Automobilherstellern als Zulieferer für elektrische Lenksysteme sowie Federn und Stabilisatoren nominiert wurden.

Ergebnis gesteigert

Components Technology konnte das Bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahreswert erneut deutlich steigern. Positiv schlugen vor allem unsere Verbesserungen bei den Pkw-Komponenten unter anderem bei Lenksystemen und Haubenmodulen zu Buche; die schwache Marktentwicklung in Brasilien konnten wir damit mehr als kompensieren. Das Ergebnis enthält Anlaufkosten unserer neuen Werke, die wir unter anderem für die Fertigung unserer elektrischen Lenksysteme errichten. Erste Auslieferungen haben wir bereits vorgenommen und werden im neuen Geschäftsjahr weiter fortgesetzt. Die Bereinigte EBIT-Marge lag leicht über dem Vorjahresniveau, das EBIT - unter anderem auch wegen geringerer Sondereffekte - über dem Vorjahreswert.

Elevator Technology

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN

2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 4.974 4.814 -3
Auftragseingang Mio € 7.631 7.834 3
Umsatz Mio € 7.468 7.674 3
EBIT Mio € 771 736 -4
EBIT-Marge % 10,3 9,6 -
Bereinigtes EBIT Mio € 860 922 7
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,5 12,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 51.426 52.660 2

Die Business Area Elevator Technology trägt mit innovativer Technik zu effizienter Mobilität in unseren modernen Städten bei. Das Produktprogramm umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Ein dichtes Servicenetz mit gut ausgebildeten Mitarbeitern an mehr als 1.000 Standorten bietet kundennah individuelle und intelligente sowie zuverlässige und sichere Lösungen und Leistungen für die Personenbeförderung.

Auftragseingang und Umsatz erneut gesteigert

Der Auftragseingang der Business Area lag im Berichtsjahr mit 7,8 Mrd € fast 3 % über dem Vorjahr. Der Bereich profitiert weiterhin von einem Nachfragezuwachs im Neuanlagengeschäft, speziell in den USA, in Südkorea und Europa. Die Anzahl der neu installierten Anlagen in China befindet sich auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings liegt das Auftragsvolumen aufgrund des gestiegenen Preisdrucks hier unter dem des Vorjahres. Das für die Business Area wichtige Servicegeschäft ist in allen Regionen gewachsen. Der Auftragsbestand blieb auch im Berichtsjahr auf einem hohen Niveau und betrug am 30. September 2017 4,8 Mrd €.

Der Umsatz von Elevator Technology lag im Berichtsjahr bei 7,7 Mrd € und damit über dem Vorjahreswert. Besonders stark haben unsere Umsätze in den USA und Südkorea zugelegt; im europäischen Raum sowie in China blieben sie auf dem Niveau des Vorjahres.

Weitere Meilensteine in der globalen Strategie von thyssenkrupp Elevator erreicht

Bei der Umsetzung unseres umfassenden Wachstumskonzepts haben wir im Geschäftsjahr 2016/2017 weitere Meilensteine erreicht. Im Mai eröffnete thyssenkrupp Elevator die neue Aufzugsfabrik im indischen Pune, im chinesischen Zhongshan wird derzeit ein weiterer Aufzugstestturm von 248 Metern Höhe errichtet. Damit bleibt die Business Area auf Expansionskurs und setzt die langfristige Strategie in Asien konsequent fort.

Der Bau des Testturms für Aufzugsinnovationen in Rottweil mit einer Gesamthöhe von 246 Metern ist bis auf Arbeiten an der Fassade nahezu abgeschlossen, der Test- bzw. Forschungsbetrieb ist bereits angelaufen. Hier präsentierte thyssenkrupp im Juni 2017 der Weltöffentlichkeit das erste seillose und seitwärts fahrende Aufzugsystem der Welt: MULTI. Mit mehreren Kabinen im gleichen Schacht, die sich ohne Seil vertikal und erstmals auch horizontal bewegen können, ermöglicht MULTI völlig neue Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden. Das System entstand in Zusammenarbeit der Business Areas Elevator Technology, Components Technology und Industrial Solutions, koordiniert von der Konzernfunktion Technology, Innovation & Sustainability, und ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie wir die Verbundkraft des Konzerns auch für Innovationen nutzen.

Im Mai 2017 hat thyssenkrupp in den USA als Erster der Branche ein Konzept für den energieneutralen Betrieb von Aufzügen vorgestellt, mit dem auch bereits bestehende Anlagen modernisiert werden können. Die Technologie nutzt neue Steuerungsmöglichkeiten, um den Ruhezustands- und den Standby-Modus in stehenden Aufzugskabinen einzuleiten. So kann der Energiebedarf signifikant verringert werden. Diese Erfindung trägt dazu bei, die urbane Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten, und ist ein Meilenstein für die Gebäudeindustrie.

Ferner hat thyssenkrupp Elevator die Nutzung der "Mixed Reality"-Brille HoloLens eingeführt. Neben der schnelleren Durchführung von Wartungsarbeiten ermöglicht die HoloLens die Digitalisierung des Vertriebs- und Bestellprozesses für Treppenlifte. Für den Kunden wird dadurch die Zeit vom Auftrag bis zur Lieferung deutlich verkürzt, zudem wird das Produkt durch die holografische Visualisierung für den Kunden direkt erlebbar.

Die Einführung von MAX - der ersten Cloud-basierten Wartungslösung für Aufzüge, die einen vorausschauenden Service ermöglicht - schreitet weiter voran. Bis Juli 2017 waren bereits 100.000 Aufzüge mit der Technologie ausgestattet. MAX ist eine intelligente, maschinell lernende Lösung, die das gewaltige Potenzial des Internets der Dinge nutzt. Dank Echtzeitdiagnostik werden Servicetechniker rechtzeitig benachrichtigt, wenn veraltete Komponenten und Systeme ausgetauscht werden müssen; so lassen sich Ausfallzeiten deutlich verringern und somit die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz von Aufzügen auf eine neue Stufe heben.

Ergebnis und Marge weiter verbessert

Elevator Technology hat im Geschäftsjahr 2016/2017 das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorjahr umsatz- und margenbedingt auf 922 Mio € gesteigert - ein Plus von 7 %. Im Ergebnis- und Margenwachstum spiegelt sich vor allem die erfreuliche Entwicklung des operativen Geschäfts wider; zudem machen sich die Maßnahmen zur Leistungsoptimierung und Restrukturierung im Zuge der Umsetzung des Konzernprogramms "impact" bemerkbar. Die Bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 12,0 %. Das EBIT betrug 736 Mio €. Es enthält Sondereffekte in Höhe von 185 Mio €, die sich in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa und dem Nahen Osten ergaben.

Industrial Solutions

INDUSTRIAL SOLUTIONS IN ZAHLEN

2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Auftragsbestand (30.09.) Mio € 9.908 11.341 14
Auftragseingang Mio € 3.461 6.490 88
Umsatz Mio € 5.744 5.522 -4
EBIT Mio € 333 -36 --
EBIT-Marge % 5,8 -0,7 -
Bereinigtes EBIT Mio € 355 111 -69
Bereinigte-EBIT-Marge % 6,2 2,0 -
Mitarbeiter (30.09.) 19.602 21.777 11

Die Business Area Industrial Solutions ist ein führender Partner für Planung, Bau und umfangreiche Services für den gesamten Lebenszyklus industrieller Anlagen und Systeme. Wir liefern maßgeschneiderte, schlüsselfertige Großanlagen und Anlagenkomponenten für Kunden aus der Chemie-, Düngemittel-, Zement-, Mining- und Stahlindustrie. Als Systempartner für die Automobilbranche sowie im Marinebereich entwickeln wir hochspezialisierte Lösungen für die individuellen Anforderungen unserer Kunden.

Höchster Auftragseingang seit fünf Jahren, Umsatz unter Vorjahresniveau

Im Geschäftsjahr 2016/2017 verzeichnete der Auftragseingang eine signifikante Verbesserung: Industrial Solutions erzielte den höchsten Wert seit fünf Jahren und blickt weiterhin auf eine starke Projekt-Pipeline. Neben Großaufträgen im Chemie- und Zementanlagenbau, im Mining-Geschäft sowie im Marinebereich konnten wir auch zahlreiche kleinere und mittlere Aufträge für Maschinen, Anlagen und Services verbuchen. Sie helfen uns, in einem weiterhin volatilen Marktumfeld Schwankungen der Auslastung zu verringern.

Im Geschäft mit Zementanlagen entwickelte sich die Nachfrage trotz eines volatilen Marktumfelds weiterhin positiv: Wir erhielten mehrere Aufträge für neue Anlagen, darunter im 1. Quartal einen Großauftrag aus Algerien. Darüber hinaus konnten wir zahlreiche mittlere und kleinere Aufträge für Anlagenerweiterungen, Modernisierungen und Einzelmaschinen gewinnen, insbesondere von Kunden aus Nord- und Südamerika, Nahost und Afrika.

Im Mining-Geschäft konnten wir einen Großauftrag für Umschlag- und Lagerplatztechnik in Kanada sowie zahlreiche mittelgroße und kleinere Aufträge (etwa Bandanlagensysteme in Asien und Südamerika, Schaufelradbagger und eine Kohleumschlaganlage in Asien sowie ein Bioheizkraftwerk in Australien) gewinnen und den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Wir sehen in einzelnen Regionen eine Markterholung, aber in der Gesamtsicht eine nach wie vor verhaltene Investitionstätigkeit bei Neuanlagen. Nicht zuletzt deshalb entwickeln wir unser Serviceangebot kontinuierlich weiter. Mit wachsenden Anteilen des Reparatur-, des Service- und des Einzelmaschinengeschäfts verspricht unser Angebotsportfolio eine stabile Geschäftsentwicklung.

Im Chemieanlagenbau verzeichneten wir im Berichtsjahr einen Anstieg des Auftragseingangs, der insbesondere durch einen Großauftrag für eine Düngemittelanlage in Brunei im 4. Quartal begünstigt war. Die Nachfrage nach Elektrolyseanlagen entwickelte sich weiter positiv, zum Beispiel konnten wir mittelgroße und kleinere Aufträge für Anlagen in Saudi Arabien, China und den USA gewinnen. Während wir kurzfristig partielle Erholungen in einzelnen Teilbereichen beobachten, sehen wir mittelfristig eindeutige Wachstumschancen für den gesamten Chemieanlagenbau.

Die Business Unit System Engineering konnte den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2016/2017 erneut steigern. Dies war in erster Linie durch die weiterhin lebhafte Nachfrage nach automatisierten Produktionssystemen für die Automobilindustrie, insbesondere von Kunden aus Europa und Asien begünstigt. Beispielsweise ist es uns gelungen, mehrere größere Aufträge für Karosserie-Rohbauanlagen zu gewinnen. Auch im Bereich Elektromobilität entwickelte sich die Nachfrage erfreulich; unter anderem erteilte uns ein führender deutscher Automobilhersteller einen größeren Auftrag für eine Batterie-Montagelinie.

Auch Marine Systems verbuchte im Berichtsjahr einen deutlichen Anstieg des Auftragseingangs. Dazu trugen insbesondere zwei Großaufträge im Unter- und Überwasserbereich bei. Kleinere Wartungs- und Serviceaufträge, unter anderem aus Deutschland, Portugal und Indien, ergänzten das Auftragsportfolio. Des Weiteren wurden wir als exklusiver strategischer Partner für das norwegisch-deutsche U-Boot-Programm nominiert. Durch die vollständige Übernahme von Atlas Elektronik können wir uns nun als ganzheitlicher Systemanbieter aufstellen und uns dadurch strategische Vorteile im weltweiten Wettbewerb im Unter- und Überwassermarineschiffbau verschaffen.

Der Umsatz der Business Area Industrial Solutions blieb mit 5,5 Mrd € unter dem Vorjahreswert. Rückläufige Umsätze traten dabei im Chemieanlagenbau und bei Mining infolge niedrigerer Auftragseingänge im Vorjahr auf. Der Hochlauf neuer Aufträge für Zementanlagen, ein kontinuierlich anhaltendes Umsatzwachstum bei System Engineering sowie eine höhere Anzahl an abgerechneten Meilensteinen bei Marine Systems konnten die rückläufigen Umsätze nicht ganz kompensieren.

Ergebnis und Marge unter Vorjahresniveau - Transformationsprogramm "planets" konsequent fortgesetzt

Das Bereinigte EBIT blieb im Berichtsjahr mit 111 Mio € deutlich hinter dem Vorjahreswert zurück, die Bereinigte EBIT-Marge sank auf 2,0 %. Dies ist unter anderem auf das schwierige Marktumfeld im Großanlagenbau zurückzuführen, das durch wachsende Volatilität und steigenden Wettbewerbsdruck geprägt war. Ebenso haben schwache Auftragseingänge in den Vorjahren zu einer Belastung des Bereinigten EBIT im Geschäftsjahr geführt. Zudem mussten wir Verzögerungen beim Auftragseingang im Chemieanlagenbau hinnehmen, die zu einer verstärkten Unterauslastung führten und zusammen mit niedrigen Ergebnisbeiträgen von Marine Systems das Bereinigte EBIT deutlich belasteten. Gegenläufig wirkten positive Effekte aus der Vollkonsolidierung von Atlas Elektronik.

Unser 2015/ 2016 gestartetes Transformationsprogramm "planets" haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Ziel ist es, unsere Wachstums- und Leistungsfähigkeit langfristig abzusichern und uns noch stärker auf Kunden, Märkte und das margenstarke Servicegeschäft auszurichten. Im Geschäftsjahr 2016/2017 wurde vor allem die organisatorische Neuausrichtung von Industrial Solutions vorangetrieben. Zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde darüber hinaus die Konsolidierung und Anpassung von Strukturen und Prozessen forciert. Im Zuge dieses Schrittes sollen in den kommenden drei Jahren bis zu 500 Stellen im Verwaltungsbereich und bis zu 1.500 Stellen in operativen Bereichen abgebaut werden. Bei der Umsetzung stehen sozialverträgliche Instrumentarien im Vordergrund. Insgesamt soll die Ertragskraft des Geschäftsbereichs durch die geplanten Maßnahmen in den kommenden drei Jahren jeweils um bis zu 200 Mio € gestärkt werden.

Materials Services

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 11.840 13.760 16
Umsatz Mio € 11.886 13.665 15
EBIT Mio € 76 220 190
EBIT-Marge % 0,6 1,6 -
Bereinigtes EBIT Mio € 128 312 143
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,1 2,3 -
Mitarbeiter (30.09.) 19.754 19.861 1

Mit rund 480 Niederlassungen in 40 Ländern betreibt die Business Area Materials Services weltweiten Handel mit Werk- und Rohstoffen. Das Serviceportfolio umfasst vielfältige kundenspezifische Dienstleistungen - von Materialberatung und -beschaffung über Qualitätsmanagement und Logistikdienstleistungen bis hin zu individuellen Supply-Chain-Lösungen. Auch technische und infrastrukturelle Services für produzierende und verarbeitende Unternehmen gehören dazu. Eckpfeiler unseres Geschäfts sind unsere genaue Marktkenntnis, unsere internationale Aufstellung sowie unsere engagierten und motivierten Mitarbeiter.

Auftragseingang und Umsatz insbesondere preisbedingt über Vorjahr

Das Berichtsjahr stand vor allem im 1. Geschäftshalbjahr im Zeichen steigender Preise bei fast allen Werk- und Rohstoffen. Entsprechend lagen Auftragseingang und Umsatz deutlich über dem Vorjahreswert (+16 % bzw. 15 %). Dazu trugen fast alle Bereiche der Business Area bei: Materials Services verzeichnete ein stabiles Lager- und Servicegeschäft sowie bei den automobilnahen Servicecenters ein deutliches Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum, insbesondere dank der neuen Servicecenter in Ungarn und Spanien. Auch im weltweiten Werkstoff-Trading und bei AST waren im Wesentlichen preisbedingte Zuwächse zu verzeichnen.

Die Absatzzahlen entwickelten sich in den einzelnen Einheiten von Materials Services unterschiedlich. In Summe wurden 11,0 Mio t Werkstoffe und Rohstoffe verkauft, nach 12,6 Mio t im Vorjahr; davon entfielen 0,9 Mio t Edelstahlflachprodukte (Vorjahr: 0,9 Mio t) auf die AST. Der Absatz im Lager- und Servicegeschäft von metallischen Werkstoffen blieb mit 5,7 Mio t 3 % über Vorjahresniveau; im weltweiten Werkstoff-Strecken- und Trading-Geschäft wurden 3,5 Mio t abgesetzt (Vorjahr: 3,4 Mio t). Unser Rohstoffhandel verkaufte mit 1,2 Mio t (Vorjahr: 3 Mio t) rund 1,8 Mio t weniger als im Geschäftsjahr zuvor. Dieser Rückgang ist allerdings fast ausschließlich bedingt durch die stärkere Fokussierung auf höherwertige und margenstärkere Produkte; das Massengeschäft mit Nickelerzen haben wir deutlich reduziert.

Digitalisierung als Element der Kundenorientierung und Effizienzsteigerung

Kunden- und Serviceorientierung sowie hohe Zuverlässigkeit sind die Erfolgsfaktoren in unserem Geschäft. Entsprechend stellen wir den Mehrwert für unsere Kunden in den Mittelpunkt unseres Leistungsversprechens und unserer Initiativen. Ein Beispiel ist die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse und Vertriebswege, die wir laufend vorantreiben - aufbauend auf ausgefeilten Lager-, Logistik- und IT-Systemen: Schon heute stellen wir unseren Bestands- und Endkunden Informationen und Werkstoffe über Onlineportale zur Verfügung.

Bei der digitalen Transformation der Business Area Materials Services haben wir mit dem Beginn des Rollouts von "toii" einen wichtigen Meilenstein erreicht. "toii" ist eine selbst entwickelte Plattform für das Industrielle Internet of Things (IIoT), die Maschinen verschiedenster Hersteller und Generationen miteinander kommunizieren lässt. Die Vorteile: Wartungsbedarf kann künftig vorausgesagt (Predictive Maintenance) und Abläufe können in Echtzeit optimal aufeinander abgestimmt werden.

Bereinigtes EBIT über Vorjahr

Aufgrund der sehr positiven Preisentwicklung, vor allem im 1. Halbjahr, lag das Bereinigte EBIT von Materials Services deutlich über Vorjahr, auch unterstützt durch fortgeführte Maßnahmen zur Ergebnis- und Performance-Steigerung in allen Einheiten. Zusätzlich profitierte Materials Services von Grundstücks- und Immobilienveräußerungen in Deutschland. Einen erneut positiven Beitrag zum Ergebnis des Geschäftsjahres lieferte das italienische Edelstahlwerk AST. Der erfolgreiche Turnaround von AST dokumentiert eindrucksvoll, wie nachhaltig die laufenden Performance-Verbesserungen wirken.

Steel Europe

STEEL EUROPE IN ZAHLEN

2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 8.146 8.969 10
Umsatz Mio € 7.633 8.915 17
EBIT Mio € 316 493 56
EBIT-Marge % 4,1 5,5 -
Bereinigtes EBIT Mio € 315 547 74
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,1 6,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 27.559 27.646 0

Die Business Area Steel Europe bündelt die Aktivitäten des Konzerns im Bereich Qualitätsflachstahl mit Schwerpunkt auf dem europäischen Markt. Sie liefert hochwertigen Flachstahl an die Automobilindustrie sowie an andere stahlverarbeitende Industriezweige, die hohe Anforderungen an Produkte und Leistungen stellen. Unsere besondere Stärke sehen wir in der Erarbeitung kundenspezifischer Lösungen. Grundlagen sind die profunde Kenntnis der Geschäftstätigkeit und somit des Bedarfs unserer Kunden, unser auf langjähriger Erfahrung beruhendes technisches Know-how und nicht zuletzt die Möglichkeit, die Vorteile eines starken Konzernverbunds zu nutzen. Davon profitieren auch unsere Kunden. Ein kontinuierliches Qualitätsmanagement und vielfältige Initiativen zur Verbesserung unserer Prozesse sind neben dem Kundengeschäft ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit.

Geschäft in schwierigem Umfeld ausgeweitet

Trotz des anhaltend schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfelds konnte die Business Area Steel Europe ihr Geschäftsvolumen im Berichtsjahr ausweiten - vor allem dank höherer durchschnittlicher Nettoerlöse. Auftragseingang und Umsatz übertrafen deutlich die entsprechenden Vorjahreswerte. Da unser Kontraktgeschäft überwiegend langfristig angelegt ist, profitierten wir mit zeitlicher Verzögerung von den höheren Spotmarktpreisen im Kalenderjahr 2016 und im ersten Quartal 2017, die sich vor allem aus den gestiegenen Rohstoffpreisen ergeben hatten.

Am Wert gemessen stieg der Auftragseingang der Business Area Steel Europe um 10 % auf rund 9,0 Mrd €. Der außerordentlich starke Aufwärtstrend bei den europäischen Spotmarktpreisen, vor allem im Kalenderjahr 2016, schlug sich ab Januar 2017 merklich in unseren neuen Geschäftsabschlüssen nieder. Daher übertraf auch das durchschnittliche Erlösniveau im gesamten Geschäftsjahr den Vorjahreswert deutlich. Die Bestellmengen hingegen lagen mit 11,3 Mio t rund 5 % niedriger. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres war das weniger der schwachen Nachfrage geschuldet als vielmehr Kapazitätsverlusten aufgrund von Instandhaltungen, insbesondere des Hochofens B bei HKM, dessen feuerfeste Auskleidung erneuert wurde (Neuzustellung). Im letzten Quartal des Geschäftsjahres belebte sich die Nachfrage spürbar, auch im Zuge wieder anziehender Spotmarktpreise nach einem vorübergehenden Rückgang, so dass der Auftragseingang in Tonnen signifikant über dem des Vorjahreszeitraums lag.

Der Umsatz stieg um insgesamt 17 % auf 8,9 Mrd €. Hierzu trugen vor allem die höheren Preisabschlüsse bei, die ab dem 2. Quartal des Geschäftsjahres erzielt wurden. Die Versandmenge nahm um durchschnittlich 2 % auf 11,4 Mio t zu. Überdurchschnittlich stieg insbesondere der Absatz an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, und auch bei Verpackungsstahl sowie den Lieferungen an Kaltwalzer, die Rohrindustrie und den Maschinenbau verzeichneten wir eine stärkere Zunahme. Der Versand von Grobblech hingegen nahm markt- und produktionsbedingt spürbar ab. Dies konnte nur teilweise durch höhere Preise kompensiert werden, sodass der Umsatz leicht rückläufig war. Auch der Umsatz der Einheit Electrical Steel mit kornorientiertem Elektroband war niedriger als im Vorjahr. Hauptursache war hier der verschärfte Preisdruck in dem weiter von erheblichen Überkapazitäten geprägten Markt; der Versand lag leicht über der Vorjahresmenge.

Die Rohstahlerzeugung, einschließlich der Zulieferungen von HKM, lag mit knapp 12,1 Mio t auf dem Vorjahresniveau. Zur Unterstützung der Vormaterialversorgung, wo die Lage vor allem wegen der Zustellung des Hochofen B bei HKM temporär unter Anspannung stand, kauften wir 778.000t Brammen des zwischenzeitlich veräußerten brasilianischen Werks CSA und weitere 87.000 t von anderen Herstellern zu. Die Walzstahlproduktion für Kunden konnten wir gegenüber dem Vorjahresniveau - das marktbedingt sehr niedrig gewesen war - um 6 % auf 11,8 Mio t steigern. Allerdings behinderten ein vorübergehender Mangel an Vormaterial, geplante Instandhaltungen und Störungen zeitweilig die Produktion, insbesondere in den Warmbandwerken. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf nachgelagerte Produktionsstufen.

EBIT deutlich gesteigert

Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Business Area Steel Europe ihr Ergebnis deutlich verbessern. Neben dem moderaten Mengenwachstum schlugen hier vor allem höhere durchschnittliche Nettoerlöse im operativen Geschäft zu Buche, die wir ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres erzielen konnten. Stützend wirkten aber auch Maßnahmen zur Ergebnissicherung sowie die weitere Umsetzung der Verbesserungen, die im Performanceprogramm "impact" erarbeitet worden waren. Belastet wurde das Ergebnis durch - im Jahresdurchschnitt - deutlich höhere Rohstoffkosten sowie insbesondere auch die Hochofenzustellung bei HKM.

Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität)

STEEL AMERICAS IN ZAHLEN

2015/2016 2016/20171) Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 1.525 1.874 23
Umsatz Mio € 1.489 1.848 24
EBIT Mio € -22 -444 --
EBIT-Marge % -1,5 -24,0 -
Bereinigtes EBIT Mio € -33 186 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % -2,2 10,1 -
Mitarbeiter (30.09.) 3.847 0 --

1) 11 Monate

Vom Stahlwerk in Brasilien (CSA) aus belieferte die Business Area Steel Americas insbesondere den US-amerikanischen und den brasilianischen Markt mit hochwertigen Brammen. Nach dem Verkauf des Weiterverarbeitungswerks in den USA im Jahr 2014 trennte sich thyssenkrupp durch den Verkauf von CSA im September 2017 endgültig von Steel Americas und erreichte einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Strategischen Weiterentwicklung.

Auftragseingang und Umsatz preisbedingt über Vorjahr

Der Auftragseingang sowie der Umsatz lag in der Business Area Steel Americas preisbedingt deutlich über Vorjahr, bei einer durch den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA bedingten niedrigeren Versandmenge (3,9 Mio t; -11 %).

Bereinigtes EBIT gesteigert

Steel Americas erzielte eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr, wesentliche Treiber waren die positive Preisentwicklung und Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen des Konzernprogramms "impact", die teilweise durch eine geringere Versandmenge sowie negative Effekt aus einem stärkeren Brasilianischen Real kompensiert wurden.

Wesentliche Sondereffekte im Berichtsjahr entfielen auf die Wertberichtung durch den Verkauf von CSA an Ternium.

Bereich Corporate der thyssenkrupp AG

Der Konzern wird von der thyssenkrupp AG zentral geführt. Zur weiteren Verbesserung der Steuerungslogik und im Interesse einer transparenteren Darstellung ist der Bereich Corporate seit dem Geschäftsjahr 2016/2017 in Corporate Headquarters (CorpHQ), Regions, Service Units und Special Units untergliedert.

Dem CorpHQ sind im Wesentlichen die Corporate Functions zugeordnet. Dazu gehören auch die Steuerung der konzernweiten Transformationsprogramme zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und zur Daten- und Prozessharmonisierung sowie die Harmonisierung von HR-Prozessen.

Regions umfasst unsere regionalen Zentralen (die sogenannten Regional Headquarters "RHQs") in Nord- und Südamerika, im Großraum China, in Indien, in der Region Asien/Pazifik und in der Region Naher Osten & Afrika sowie die regionalen Büros und Repräsentanzen.

Zu den Service Units gehören im Wesentlichen die Global Shared Services, die Regional Services Germany und die Corporate Services.

Unter Special Units werden das Asset Management zur Verwaltung und Steuerung des Konzern-Immobilienvermögens als auch Business-Area-übergreifende Technologieprojekte geführt. Außerdem gehören hierzu Einheiten ohne operative Tätigkeiten, die aber beispielsweise für die Konzernfinanzierung benötigt werden.

Das Bereinigte EBIT von Corporate betrug im Geschäftsjahr 2016/2017 -535 Mio € und liegt damit um 38 Mio € unter dem Vorjahreswert. Die Verwaltungskosten waren insgesamt stabil, Änderungen gegenüber dem Vorjahr ergaben sich aus Projektaufwendungen im Rahmen unserer digitalen Initiativen zur Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur und zur Daten- und Prozessharmonisierung. Das EBIT betrug -569 Mio €; es beinhaltete Sondereffekte in Höhe von insgesamt 35 Mio €.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen im Geschäftsjahr 2016/2017 insgesamt deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert. Zu dem Anstieg trugen sowohl die Werkstoff- als auch in Summe die Industriegütergeschäfte bei. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich leicht überproportional zur Umsatzentwicklung. Die Brutto-Umsatzmarge lag unverändert bei 17 %.

Die Erhöhung der Vertriebskosten der fortgeführten Aktivitäten war hauptsächlich Folge gestiegener Frachtaufwendungen sowie höherer Wertberichtungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten betraf überwiegend höhere Personalaufwendungen auch infolge gestiegener Restrukturierungsrückstellungen sowie höhere Beratungs- und IT-Kosten. Die Erhöhung der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten betraf insbesondere gestiegene ertragsunabhängige Steuern.

Der Rückgang der Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten war in erster Linie auf gesunkene Wechselkursgewinne im Zusammenhang mit Finanztransaktionen bei gleichzeitig erhöhten Erträgen aus Derivaten im Zusammenhang mit der Finanzierung zurückzuführen. Die insgesamt eingetretene Abnahme der Finanzierungsaufwendungen betraf hauptsächlich gesunkene Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen sowie rückläufige Zinsaufwendungen für Finanzschulden und Pensionen; gegenläufig wirkten insbesondere höhere Aufwendungen aus Derivaten im Zusammenhang mit der Finanzierung.

Der Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten war durch Wertberichtigungen sowie periodenfremde Steuererträge beeinflusst. Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lag der Gewinn der fortgeführten Aktivitäten mit 271 Mio € unter dem Vorjahr.

Das stark negative Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) resultierte hauptsächlich aus Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA an Ternium; gegenläufig wirkte der Gewinn (nach Steuern) aus dem Abgang der nicht fortgeführten Aktivitäten. Aufgrund der Ergebnisentwicklung bei den nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich im Berichtsjahr ein Jahresfehlbetrag. Die Verbesserung der nicht beherrschenden Anteile resultierte insbesondere aus der Übernahme der Minderheitenanteile von Vale an thyssenkrupp CSA im 3. Quartal des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie verminderte sich infolge des Jahresfehlbetrages entsprechend auf einen Verlust von 1,15 €.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € 2015/20161) 2016/2017
Umsatzerlöse 38.000 41.447
Umsatzkosten -31.421 -34.487
Bruttoergebnis vom Umsatz 6.579 6.960
Forschungs- und Entwicklungskosten -373 -383
Vertriebskosten -2.817 -2.958
Allgemeine Verwaltungskosten -2.346 -2.602
Sonstige Erträge 213 278
Sonstige Aufwendungen -97 -167
Sonstige Gewinne und Verluste 22 29
Betriebliches Ergebnis 1.179 1.156
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 46 15
Finanzierungserträge 916 776
Finanzierungsaufwendungen -1.449 -1.181
Finanzergebnis -488 -391
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) 691 765
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -334 -495
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 357 271
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) -96 -861
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 261 -591
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG 296 -649
Nicht beherrschende Anteile -35 59
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 261 -591
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,55 0,37
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG) 0,52 -1,15

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Analyse der Bilanz

Die Bilanzsumme war gegenüber dem 30. September 2016 nahezu unverändert.

Die starke Abnahme der langfristigen Vermögenswerte betraf hauptsächlich Rückgänge bei den Sachanlagen und den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten als Folge der Entkonsolidierung von Steel Americas sowie die Verminderung der latenten Steuern, die insbesondere aus der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge, einem Rückgang der Pensionsrückstellungen und einer teilweisen Wertberichtigung resultierte. Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Wesentlichen durch die Erfassung des vorläufigen Firmenwerts aus der Erstkonsolidierung von Atlas Elektronik sowie durch die hier im Rahmen der noch nicht finalen Kaufpreisallokation identifizierten erworbenen immateriellen Vermögenswerte. Die Erstkonsolidierung von Atlas Elektronik war zugleich Hauptursache für den Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen.

Die deutliche Zunahme der kurzfristigen Vermögenswerte betraf insbesondere Erhöhungen der Vorräte bei den fortgeführten Werkstoffgeschäften sowie gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Anlagenbau. Der darüber hinaus eingetretene starke Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte hauptsächlich aus der im September 2017 durchgeführten Kapitalerhöhung und dem im Berichtsjahr deutlich positiven Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten; mindernd wirkten vor allem die Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten, die Tilgung von Finanzschulden sowie Dividendenausschüttungen. Die Abnahme der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus verminderten Vorauszahlungen sowie aus gesunkenen Ansprüchen im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern als Folge der Entkonsolidierung von Steel Americas.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2017 gegenüber dem Vorjahr auf 3.404 Mio €. Hauptursachen waren die erwähnte Kapitalerhöhung sowie die im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne (nach Steuern) aus der Neubewertung der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen infolge des gestiegenen Diskontierungssatzes. Gegenläufig wirkten vor allem der im Berichtsjahr erzielte Jahresfehlbetrag, die im sonstigen Ergebnis erfassten Verluste aus der Währungsumrechnung sowie Dividendenausschüttungen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich insgesamt auf 9,7 %.

Zum starken Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten trugen wesentlich die niedrigeren Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen als Folge der erwähnten Neubewertung der Pensionen bei. Die darüber hinaus insgesamt eingetretene Verminderung der langfristigen Finanzschulden betraf insbesondere die Umgliederung einer im August 2018 fälligen Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1.600 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden sowie gesunkene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten; erhöhend wirkte wiederum die Begebung einer Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio € im März 2017.

Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten betraf überwiegend höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei den fortgeführten Werkstoffgeschäften. Die Zunahme der sonstigen Rückstellungen resultierte vor allem aus eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Darüber hinaus erhöhten sich die kurzfristigen Finanzschulden; hier stand der Zunahme aus der angesprochenen Umgliederung aus den langfristigen Finanzschulden insbesondere die Tilgung einer Anleihe von 1.250 Mio € im Februar 2017 gegenüber. Gegenläufig wirkte vor allem der Rückgang der nicht finanziellen Verbindlichkeiten, hauptsächlich als Folge gesunkener Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen.

Konzern-Bilanz

AKTIVA

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Immaterielle Vermögenswerte 4.570 4.813
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 8.938 7.605
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 284 154
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 44 43
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 445 207
Aktive latente Steuern 2.322 1.680
Langfristige Vermögenswerte 16.604 14.502
Vorräte 6.341 6.957
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.003 5.734
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 407 420
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 2.376 1.923
Laufende Ertragsteueransprüche 172 220
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.105 5.292
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 65 0
Kurzfristige Vermögenswerte 18.468 20.546
Summe Vermögenswerte 35.072 35.048

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

PASSIVA

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.594
Kapitalrücklage 5.434 6.664
Gewinnrücklagen -5.255 -5.401
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 474 33
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 2.102 2.890
Nicht beherrschende Anteile 507 515
Eigenkapital 2.609 3.404
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8.754 7.924
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 373 354
Sonstige Rückstellungen 589 645
Passive latente Steuern 33 111
Finanzschulden 6.157 5.326
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 221 182
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 6 5
Langfristige Verbindlichkeiten 16.134 14.546
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 408 357
Sonstige Rückstellungen 963 1.183
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 279 254
Finanzschulden 1.455 1.930
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.119 5.729
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 975 842
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 7.130 6.802
Kurzfristige Verbindlichkeiten 16.329 17.097
Verbindlichkeiten 32.463 31.643
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 35.072 35.048

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

Finanzierung

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Für die Finanzierung des Konzerns ist grundsätzlich die thyssenkrupp AG zentral verantwortlich. Eine mehrjährige Finanzplanung sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungszeitraum von bis zu einem Jahr bilden dafür die Grundlage. Die wichtigste Liquiditätsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Dank unserer Cash-Management-Systeme können Konzerngesellschaften die Liquiditätsüberschüsse anderer Unternehmenseinheiten nutzen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Dadurch verringert sich das Fremdfinanzierungsvolumen und somit der Zinsaufwand. Um das benötigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente wie Anleihen, Schuldscheindarlehen oder Commercial Paper. Ferner nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch; selektiv nutzen wir auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases. Einzelheiten zu den frei verfügbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 16 zu finden.

Im Rahmen der zentralen Finanzierung verfolgen wir das Ziel, unsere Verhandlungsposition gegenüber Banken und anderen Marktteilnehmern zu stärken und Kapital zu bestmöglichen Konditionen aufzunehmen oder anzulegen.

Netto-Finanzschulden und freie Liquidität

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich aus dem Saldo der bilanzierten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden. Dabei sind auch die entsprechenden Werte der Veräußerungsgruppen - sofern vorhanden - zu berücksichtigen.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 30. September 2017 auf 1.957 Mio €, damit liegen sie unter dem Stand zum 30. September 2016 (3.500 Mio €). Unter Berücksichtigung der flüssigen Mittel und der freien, zugesagten Kreditlinien sowie der ausgewogenen Fälligkeitenstruktur ist thyssenkrupp solide finanziert.

Die freie Liquidität des Konzerns belief sich zum 30. September 2017 auf 9,1 Mrd €. Sie umfasste flüssige Mittel in Höhe von 5,3 Mrd € und freie, zugesagte Kreditlinien von 3,8 Mrd €. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten standen uns über ein Commercial-Paper-Programm mit einem maximalen Emissionsvolumen von 1,5 Mrd € zur Verfügung. Commercial Paper sind Schuldverschreibungen, die im Rahmen unseres Programms mit einer Laufzeit von bis zu 364 Tagen abhängig von der Investorennachfrage begeben werden können. Zum 30. September 2017 hatten wir das Programm nicht in Anspruch genommen.

Die freie Liquidität bietet ausreichend Spielraum, um die anstehenden Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden zu decken. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden belaufen sich im Geschäftsjahr 2017/2018 auf 1,9 Mrd €.

Die Finanzierung und die Liquidität des Konzerns waren im Berichtsjahr stets gesichert.

Die thyssenkrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss einen anwendbaren Grenzwert zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Der anwendbare Grenzwert liegt in einer Bandbreite von 150 % bis 200 % und ist abhängig von dem für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen von thyssenkrupp in Deutschland zugrunde gelegten Diskontierungssatz. Zum 30. September 2017 betrug der für die thyssenkrupp AG aufgrund dieser Vereinbarungen anwendbare Gearing-Grenzwert 155 %.

Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 57,5 %. Damit wurde der vereinbarte Grenzwert eingehalten.

Finanzierungsmaßnahmen

Anleihe begeben - Die thyssenkrupp AG hat im März 2017 im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe über 1.250 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 1,375 % p.a. begeben. Mit der Emission haben wir das vorteilhafte Marktumfeld genutzt; wir konnten damit das Fälligkeitenprofil unserer Finanzschulden verlängern sowie den Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix stärken.

Kapitalerhöhung - Die thyssenkrupp AG hat im September 2017 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um nominal 144.880.112,64 €, d.h. 10 % des Grundkapitals, gegen Ausgabe von 56.593.794 neuen Aktien zu erhöhen. Im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens wurden die Aktien zu einem Preis von 24,30 € je Stückaktie ausgegeben. Die Platzierung führte zu einem Nettoerlös von rund 1,4 Mrd €, mit dem insbesondere das organische Wachstum der Industriegütergeschäfte in den Schwerpunktbereichen Urbanisierung, Mobilität und Service unterstützt und gleichzeitig notwendige Restrukturierungsinitiativen vorangetrieben werden sollen.

Rating

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's sowie seit 2003 von Fitch. Aktuell befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Im September 2017 haben alle Rating-Agenturen mit Blick auf die von thyssenkrupp und Tata Steel unterzeichnete Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding") über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50 / 50-Joint Venture den bisherigen stabilen Rating-Ausblick angepasst. Standard & Poor's und Fitch setzten den Ausblick des gegenwärtigen BB bzw. BB+ Ratings von "Stabil" auf "Watch Positive" herauf, während Moody's den Ausblick des gegenwärtigen Ba2 Ratings von "Stabil" auf "Developing" veränderte. Während der Ausblick "Watch Positive" von Standard & Poor's und Fitch eine positive Ratingveränderung erwarten lässt, legt der Ausblick "Developing" von Moody's keine Richtung einer möglichen Ratingveränderung fest. Grundsätzlich besagt der aktuelle Ausblick unserer Ratings, dass die Agenturen die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterziehen und üblicherweise kurz- bis mittelfristig über das Rating entscheiden. Ausschlaggebend für die Ratingentscheidung sind die weitere Ausgestaltung des Joint Ventures sowie mehr Klarheit über sich daraus ergebende Auswirkungen für thyssenkrupp.

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B watch positive
Moody's Ba2 Not Prime developing
Fitch BB+ B watch positive

Analyse der Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente".

Operating Cashflow

Im Berichtsjahr lag der insgesamt erreichte Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit unter dem Vorjahreswert. Hauptursache war eine insgesamt deutlich höhere Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Schulden.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Investitionen des Konzerns als auch der fortgeführten Aktivitäten lagen im Berichtsjahr über den Vorjahreswerten. Der Anteil der Industriegütergeschäfte an den fortgeführten Aktivitäten betrug 51 %. In allen Business Areas und bei Corporate erfolgten Zukunftsprojekte im Rahmen der Digitalisierung, eine Erneuerung der IT sowie eine Harmonisierung der Systemlandschaft zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und als Basis für die Industrie 4.0.

INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Components Technology 488 551 13
Elevator Technology 135 144 6
Industrial Solutions 75 82 9
Materials Services 137 132 -4
Steel Europe 400 566 41
Corporate 45 58 29
Konsolidierung -5 3 -
Investitionen der fortgeführten Aktivitäten 1.277 1.535 20
Steel Americas 110 131 19
Konsolidierung 0 0 -
Investitionen gesamt 1.387 1.666 20

Components Technology - Im Bereich "Chassis" waren die Investitionsschwerpunkte die bestehenden Werke sowie der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten für elektrische Lenksysteme, insbesondere in China, Mexiko und Ungarn. Im Geschäft mit aktiven und passiven Dämpfersystemen lag der Fokus auf dem Aufbau des neuen Werkes in Mexiko und dem Ausbau in Rumänien. Zwei neue hochautomatisierte Werke in Ungarn und China entstehen für die Herstellung von Federn und Stabilisatoren. Im Bereich "Powertrain" wurde der Ausbau der Kapazitäten für Haubenmodule in China und Europa sowie Mexiko weiter vorangetrieben. Im Geschäft mit Industriekomponenten lag der Fokus auf Rationalisierung und Modernisierung, punktuell wurde in Wachstumssegmente wie z.B. Rotorlager investiert.

Elevator Technology - Die Investitionen beliefen sich bei Elevator Technology im Berichtsjahr auf 144 Mio €. Wir setzen derzeit ein umfangreiches Innovations- und Wachstumskonzept um; im Zuge dessen haben wir weiter in innovative Produkte wie MAX und MULTI sowie in den internationalen Ausbau des Servicenetzes und unserer Produktionsstätten investiert. Details zum Konzept können Sie dem Abschnitt "Geschäftsverlauf in den Business Areas" entnehmen.

Industrial Solutions - Um unsere Marktposition zu festigen, haben wir in den Bereichen Mining und Zement weiter in die Infrastruktur und in den Ausbau unseres Technologieportfolios investiert. Im Chemieanlagenbau haben wir ein neues Technologiezentrum für oleochemische Produkte in Thailand eröffnet. Ziel ist, unsere Präsenz in der Region Asien-Pazifik weiter zu stärken und einen vielversprechenden neuen Wachstumsmarkt zu erschließen. Weitere Mittel flossen in Technologien zur Speicherung erneuerbarer Energien. System Engineering investierte in Wachstum und die weitere Internationalisierung im Bereich Umformwerkzeuge sowie in den Bau eines neuen Zulieferwerks für Rohkarosserien, die in einem neuen Elektroauto-Modell verbaut werden sollen. Bei Marine Systems stand die laufende Modernisierung der Werft am Standort Kiel im Mittelpunkt; diese Investition betrifft insbesondere Infrastrukturmaßnahmen und IT. Ebenso haben wir den Erwerb der ehemals von Airbus gehaltenen 49 % Anteil an Atlas Elektronik zur Stärkung der Wettbewerbsposition Anfang April vollzogen.

Materials Services - Bei Material Services haben wir im vergangenen Geschäftsjahr vor allem in den Ausbau und die Modernisierung der Lager- und Serviceaktivitäten weltweit sowie die weitere digitale Transformation der Business Area investiert. Weitere Mittel flossen in die Modernisierung und Instandhaltung bei AST.

Steel Europe - Ein großer Teil der Investitionen floss in die Neuzustellung des Hochofen B bei HKM. Er wurde im 2. Quartal erfolgreich wieder angeblasen. Ferner wurde mit dem Bau eines Pfannenofens im Oxygenstahlwerk 2 in Duisburg begonnen. Dieses neue Aggregat ermöglicht die Fertigung metallurgisch besonders anspruchsvoller Güten - und damit eine weitere Ausrichtung unseres Portfolios auf höherwertige Produkte, vor allem höchstfeste Stähle für die Automobilindustrie. Darüber hinaus haben wir ein Heizkraftwerk in Duisburg-Hamborn erworben, das wir zuvor gepachtet hatten. Schließlich flossen erneut erhebliche Mittel in die Erneuerung der IT-Infrastruktur. Steel Europe investiert zudem kontinuierlich in die Instandhaltung der Anlagen sowie die Verbesserung des Umweltschutzes.

Corporate - Einen Schwerpunkt im Bereich Corporate bildeten Zukunftsprojekte im Rahmen der Digitalisierung und Investitionen des Konzerns in Immobilien, die - unabhängig von den einzelnen Business Areas - im Asset Management gebündelt sind. Ein aktuelles Beispiel ist der Test- und Entwicklungsturm für Aufzüge in Rottweil für die Business Area Elevator Technology. Hinzu kamen im Berichtsjahr Investitionen im Bereich der Technologieentwicklung. Hier wurden die beiden großen Projekte Carbon2Chem und Additive Manufacturing gestartet. Im Rahmen von Carbon2Chem wird derzeit ein Technikum zur Forschung und Entwicklung der Nutzung von Hüttengasen auf dem Gelände der thyssenkrupp Steel Europe AG in Duisburg errichtet. Mit Additive Manufacturing können 3D-Objekte Schicht für Schicht und somit innovative Bauteile gefertigt werden. Weitere Investitionen betrafen den IT-Bereich, etwa im Zusammenhang mit der Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur, der Daten- und Prozessharmonisierung sowie dem zentralen Einkauf von Software-Lizenzen.

Steel Americas - Bei Steel Americas (nicht fortgeführte Aktivität) beinhalteten die Investitionen das Insourcing der Wasser- und Abwasseraufbereitungsdienstleistungen durch Erwerb zweier brasilianischer Gesellschaften sowie Maßnahmen zum Umweltschutz und zur technischen Optimierung.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Aktivitäten war im Berichtsjahr trotz der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Investitionsausgaben insgesamt nahezu ausgeglichen. Dies resultierte hauptsächlich aus Zuflüssen durch den Verkauf von Steel Americas an Ternium.

Free Cashflow

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M & A

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) 1.310 483 -827
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten (Kapitalflussrechnung) -1.088 4 1.092
Free Cashflow - fortgeführte Aktivitäten (FCF) 222 487 265
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen 6 -1.342 -1.348
Free Cashflow vor M&A - fortgeführte Aktivitäten (FCF vor M&A) 228 -855 -1.083
Steel Americas -31 57 87
Free Cashflow vor M & A - gesamt (FCF vor M&A) 198 -798 -996

Im Berichtsjahr erzielten unsere fortgeführten Aktivitäten wiederum einen positiven Free Cashflow. Dieser lag insbesondere als Folge des Verkaufs von Steel Americas über dem Vorjahreswert. Der Free Cashflow vor M & A, also der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit ohne Berücksichtigung von Ein- und Auszahlungen aus wesentlichen Portfoliomaßnahmen, lag deutlich unter dem Vorjahreswert. Dies ist im Wesentlichen auf die deutlich erhöhte Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen unserer Werkstoffgeschäfte infolge der Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten, dem Zahlungsprofil bei Industrial Solutions sowie dem Wachstum und der Inbetriebnahme neuer Werke bei Components Technology in den ersten 9 Monaten zurückzuführen. Der stark positive Free Cashflow vor M&A mit positiven Business Cashflow-Beiträgen aller Business Areas im Schlussquartal konnte diese Entwicklung jedoch nicht mehr kompensieren.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Finanzierungstätigkeit führte im Berichtsjahr insgesamt zu einem deutlichen Mittelzufluss. Wesentlicher Grund waren die Einzahlungen im Zusammenhang mit der Erhöhung des Grundkapitals der thyssenkrupp AG im September 2017. Gegenläufig wirkten insbesondere Auszahlungen zur Finanzierung der nicht fortgeführten Aktivitäten, die Tilgung von Finanzschulden sowie Dividendenzahlungen.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Mio € 2015/20161) 2016/2017
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag) 261 -591
Anpassungen des Jahresüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 96 861
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 32 241
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.116 1.109
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -8 -1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam -46 -15
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -23 -34
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 591 -924
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 87 -767
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -119 -143
- Sonstige Rückstellungen -54 143
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 105 919
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -728 -315
Operating Cashflow - fortgeführte Aktivitäten 1.310 483
Operating Cashflow - nicht fortgeführte Aktivitäten 77 127
Operating Cashflow - insgesamt 1.387 610
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte -8 -4
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -17 4
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -1.106 -1.368
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -146 -167
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 1 5
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9 1.418
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 178 117
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 2 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -1.088 4
Cashflow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten -107 -125
Cashflow aus Investitionstätigkeit - insgesamt -1.196 -121
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 850 1.250
Tilgung von Anleihen -1.000 -1.250
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 892 3.575
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -997 -3.742
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen -142 6
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten -4 9
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -85 -85
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 0 1.375
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -35 -37
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften -6 -1
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten -162 -219
Sonstige Finanzierungsvorgänge 3 -14
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten -685 866
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 27 -82
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - insgesamt -658 784
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt -467 1.273
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - insgesamt 37 -86
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode -insgesamt 4.535 4.105
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode -insgesamt 4.105 5.292
[davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten] [95] [0]
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:
Zinseinzahlungen 87 60
Zinsauszahlungen -402 -321
Erhaltene Dividenden 61 38
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -322 -341

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzernanhang.

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 03).

Nichtbilanziertes Vermögen und außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt der Konzern nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Es handelt sich im Wesentlichen um geleaste, gepachtete oder gemietete Güter (Operating Lease). Einzelheiten können Sie unter der Anhang-Nr. 20 nachlesen. Zu unseren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten zählen zudem Forderungsverkaufsprogramme. Dazu finden Sie Näheres unter der Anhang-Nr. 09. Für den Fall, dass derartige Finanzierungsinstrumente in der Zukunft nicht mehr verfügbar sein sollten, haben wir ausreichend freie Kreditlinien. Dies gilt auch für den regresslosen Verkauf von Forderungen, die der Konzern im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Stichtag in Höhe von 1,6 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €) veräußert hat.

Jahresabschluss der thyssenkrupp AG

Die thyssenkrupp AG ist die Obergesellschaft des thyssenkrupp Konzerns. Der Vorstand der thyssenkrupp AG ist für die Leitung der Gesellschaft und des Konzerns verantwortlich. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie die Führungskräfteentwicklung und das Finanzmanagement. Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt; der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Aufgrund der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) für den Jahresabschluss zum 30. September 2017 wurde die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung an die neuen gesetzlichen Vorschriften angepasst. Der Einzelabschluss dient der Ermittlung des Bilanzgewinns und damit der möglichen Ausschüttungshöhe.

Geschäftsverlauf, künftige Entwicklung und Risikolage

Geschäftsverlauf 2016/2017

Die Geschäftsentwicklung und -lage der thyssenkrupp AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber berichten wir ausführlich in den Abschnitten "Geschäftsentwicklung im Konzern", "Geschäftsverlauf in den Business Areas" sowie "Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage".

Voraussichtliche Entwicklung 2017/2018 mit wesentlichen Chancen und Risiken

Auch die voraussichtliche Entwicklung der thyssenkrupp AG im Geschäftsjahr 2017/2018 hängt wesentlich von der Entwicklung des Gesamtkonzerns und dessen Chancen- und Risikolage ab. Diese ist Gegenstand des Prognose-, Chancen- und Risikoberichts des Konzerns. Soweit gelten die dort gemachten Aussagen zur voraussichtlichen Entwicklung sowie der Risikolage des Konzerns auch für die künftige Entwicklung und die Risikolage der thyssenkrupp AG.

Als Obergesellschaft des Konzerns erhält die thyssenkrupp AG Erträge insbesondere von ihren Beteiligungsgesellschaften. Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Ergebnisabführungen bzw. Verlustübernahmen inländischer sowie Ausschüttungen insbesondere ausländischer Tochtergesellschaften zusammen. Demnach sollte sich die für 2017/2018 erwartete positive Geschäftsentwicklung im Konzern auch auf das Ergebnis der thyssenkrupp AG auswirken. Insgesamt erwarten wir 2017/2018 bei der thyssenkrupp AG einen Bilanzgewinn, der es ermöglicht, unsere Aktionäre angemessen an der Ergebnisentwicklung des Konzerns zu beteiligen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2016/2017 erzielte die thyssenkrupp AG einen Jahresüberschuss von 59 Mio €, während im Vorjahr ein Jahresüberschuss in Höhe von 161 Mio € erzielt wurde.

Unter den Umsatzerlösen sind aufgrund der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) gemäß § 277 Absatz 1 HGB bestimmte bisher innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge erfassten Sachverhalte ausgewiesen. Insbesondere sind dies Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 299 Mio €, Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen in Höhe von 51 Mio € sowie Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 68 Mio €.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr um 23 Mio € auf 644 Mio € gesunken. Aufgrund der Erstanwendung des BilRUG wurde ein Teil der allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2016/2017 nunmehr in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ausgewiesen. Ferner haben sich die Aufwendungen für IT-Beratung um 26 Mio € und die Aufwendungen für Gehälter um 19 Mio € reduziert. Die Aufwendungen für Altersversorgung nahmen insbesondere aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Zuführung zu den Pensionsrückstellungen um 21 Mio € zu.

Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Erträge um 335 Mio € resultierte insbesondere aus der Umgliederung gemäß BilRUG. Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen eine Zuschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 78 Mio € sowie Erträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 22 Mio €.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 339 Mio € auf 459 Mio € gestiegen. Dies ist insbesondere bedingt durch Differenzen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 301 Mio €, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. entstanden sind. Dieser Vorgang ist gemäß der Sicherungsstrategie auf Konzernebene durch entsprechende gegenläufige Effekte bei weiteren Konzerngesellschaften erfolgsneutral. Enthalten sind zudem konzerninterne Forderungsverzichte in Höhe von 78 Mio €.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 118 Mio € auf 973 Mio €.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sanken um 510 Mio € auf 184 Mio €. Zusätzlich erhöhten sich die Aufwendungen aus Verlustübernahmen um 32 Mio € auf 116 Mio €. Die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH hat ihr Ergebnis um 220 Mio € auf 20 Mio € verringert. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, die im Vorjahr ein positives Ergebnis in Höhe von 60 Mio € ausweisen konnte, verzeichnet ein negatives Ergebnis von 88 Mio €. Die Thyssen Stahl GmbH hat ihre Gewinnabführung um 171 Mio € auf 152 Mio € verringert.

Zusätzlich konnten Beteiligungserträge in Höhe von insgesamt 906 Mio € insbesondere aufgrund von Dividendenausschüttungen der thyssenkrupp North America, Inc. sowie der thyssenkrupp (China) Ltd. vereinnahmt werden.

Im Geschäftsverlauf 2016/2017 wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen für die Anteile der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 51 Mio € vorgenommen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrafen einen Ertrag für Vorjahre sowie die Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand aufgrund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich ein Jahresüberschuss von 59 Mio € (Vorjahr: 161 Mio €).

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio € auf 37.370 Mio €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme war zum 30. September 2017 mit 74 % um 5 %-Punkte höher als im Vorjahr.

Das Anlagevermögen stieg um 2.110 Mio € auf 27.708 Mio €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich um 2.240 Mio € auf 24.350 Mio €. Die Zugänge sind im Wesentlichen bedingt durch Kapitalerhöhungen der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von insgesamt 2.195 Mio €. Bei den Abgängen in Höhe von 8 Mio € handelt es sich um Verschmelzungen und eine Anwachsung. Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgte auf die Anteile der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 51 Mio €. Die Anteile an der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH wurden in Höhe von 78 Mio € voll wertaufgeholt.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wesentliche Posten der Bilanz der thyssenkrupp AG dar. Sie spiegeln die zentrale Bedeutung der thyssenkrupp AG im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs wider.

Zum 30. September 2017 ergab sich im Vergleich zum Vorjahr eine Verringerung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 3.552 Mio € auf 5.416 Mio €. Dies ist insbesondere auf eine Verringerung der Salden der Konzernfinanzkonten um 3.040 Mio € zurückzuführen.

Die thyssenkrupp AG haftet aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Der aufgrund der Erfüllungsübernahme bestehende Freistellungsanspruch, der unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert wird, verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 31 Mio € auf 315 Mio €. Korrespondierend wurde dieser Sachverhalt innerhalb der Pensionsverpflichtungen ausgewiesen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen zum 30. September 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 1.499 Mio € auf 3.843 Mio €.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2017 um 1.349 Mio € auf 7.192 Mio €. Die Veränderung des Eigenkapitals resultierte unter anderem aus der am 26. September 2017 wirksam gewordenen Barkapitalerhöhung. Hierdurch hat sich das Gezeichnete Kapital um 145 Mio € auf 1.594 Mio € sowie die Kapitalrücklage um 1.230 Mio € auf 2.703 Mio € erhöht. Ferner sind die Dividendenzahlung von 85 Mio € und der Jahresüberschuss in Höhe von 59 Mio € zu berücksichtigen. Die Eigenkapitalquote stieg somit auf 19 % (Vorjahr: 16 %).

Der Rückgang der Pensionsrückstellungen in Höhe von 14 Mio € resultierte aus Inanspruchnahmen in Höhe von 54 Mio € sowie mit 31 Mio € aus der Veränderung der bereits angesprochenen im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkten die Zuführung von 41 Mio € und die Aufzinsung in Höhe von 30 Mio €. Bei den übrigen Rückstellungen haben sich die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 9 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen um 9 Mio € verringert.

Im März 2017 wurde im Rahmen des 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe über 1.250 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 1,375 % p.a. begeben. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen der Tochtergesellschaften im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 1.239 Mio € auf 21.780 Mio €. Dies war insbesondere auf eine Verringerung der Verbindlichkeiten auf den Konzernfinanzkonten um 1.254 Mio € zurückzuführen. Weitergehende Informationen zur Finanz- und Vermögenslage der thyssenkrupp AG sind im Anhang des Einzelabschlusses enthalten.

Bilanzgewinn und Gewinnverwendungsvorschlag

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG. Der Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von 1.401 Mio € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016/2017 in Höhe von 1.401 Mio € wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie und Vortrag des verbleibenden Betrags auf neue Rechnung.

Kurzfassung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der thyssenkrupp AG

AKTIVA

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 54 73
Sachanlagen 341 328
Finanzanlagen 25.203 27.307
25.598 27.708
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.375 5.773
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.345 3.844
11.720 9.617
Rechnungsabgrenzungsposten 46 45
Summe der Aktiva 37.364 37.370

PASSIVA

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.594
Kapitalrücklage 1.473 2.703
Andere Gewinnrücklagen 1.494 1.494
Bilanzgewinn 1.427 1.401
5.843 7.192
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.107 1.093
Übrige Rückstellungen 240 193
1.347 1.286
Verbindlichkeiten
Anleihen 6.300 6.300
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 375 347
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.019 21.780
Übrige Verbindlichkeiten 477 462
30.171 28.889
Rechnungsabgrenzungsposten 3 3
Summe der Passiva 37.364 37.370

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Mio € 2015/2016 2016/2017
Umsatzerlöse 0 441
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 0 -133
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 308
Allgemeine Verwaltungskosten -667 -644
Sonstige betriebliche Erträge 490 155
Sonstige betriebliche Aufwendungen -120 -459
Beteiligungsergebnis 855 973
Zinsergebnis -349 -235
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -41 -51
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -7 12
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 161 59
Gewinnvortrag 1.266 1.342
Bilanzgewinn 1.427 1.401

Technologie und Innovationen

Innovationsstrategie

In unserer Forschung und Entwicklung optimieren und harmonisieren wir grundlegende Innovations- und Fertigungsprozesse. Dabei kooperieren wir konzernweit über Branchen- und Technologiegrenzen hinweg. So haben wir zum Beispiel einen einheitlichen Prozess für unser Product Lifecycle Management (PLM) festgelegt, der digital unterstützt wird. Beim PLM werden alle Informationen, die im Verlauf des Lebenszyklus eines Produkts anfallen, miteinander verknüpft.

Motor der konzernübergreifenden Forschung und Entwicklung ist die Corporate Function "Technology, Innovation & Sustainability", kurz TIS. Sie ist in allen Geschäftsbereichen und in den Regionen verankert. TIS koordiniert und formuliert gemeinsame Vorgehensweisen und sichert den Patentschutz für die Forschung und Entwicklung (F&E). Gleichzeitig steuert die Funktion neue Themen, die aufgegriffen werden sollen, in den Konzern ein und leistet Starthilfe bei deren Bearbeitung. Auf diese Weise nutzen wir unsere Verbundkraft als diversifizierter Industriekonzern. Im Berichtsjahr konzentrierte sich unsere Innovationsarbeit auf die Themen Digitalisierung, Smart Energy (Technologien für die Energiewende), nachhaltige Mobilität, ressourceneffiziente Prozesse und branchenübergreifende Innovation.

Der Motor für unsere Innovationen ist unser weltweites Forschungs- und Entwicklungsnetz (F&E-Netzwerk) mit rund 4.500 Mitarbeitern an rund 90 Standorten. Dieses F&E-Netzwerk ergänzen wir durch Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit anderen Industrieunternehmen. Ein Beleg für unsere Innovationskraft sind die rund 2.300 gewerblichen Schutzrechte, die wir im Berichtszeitraum neu angemeldet haben. Damit umfasst das thyssenkrupp Patentportfolio nun etwa 19.000 Patente und Gebrauchsmuster. Die Aufwendungen für F&E beliefen sich im Berichtsjahr auf 816 Mio €; das entspricht einer Steigerung um 5 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015/2016. Die bereinigte F&E-Quote - der Anteil der F&E-Kosten am Umsatz ohne Handel und Distribution - lag bei 2,7 %. Dies entspricht unserem Ziel einer bereinigten F&E-Quote von nachhaltig rund 2,5 %.

Im Geschäftsjahr 2016/2017 haben wir Entwicklungskosten in Höhe von 33 Mio € aktiviert; 2015/2016 waren es 23 Mio €. Der Anteil aktivierter Kosten an den gesamten F&E-Kosten - die Aktivierungsquote - stieg auf 8,0 % gegenüber 5,8 % im vorangegangenen Geschäftsjahr.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Forschungs- und Entwicklungskosten 373 383 3
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 44 56 28
Kundenauftragsbezogene Entwicklungskosten 361 377 4
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gesamt 778 816 5

Entwicklungsschwerpunkte

Digitalisierung

thyssenkrupp geht die Herausforderungen der Digitalisierung mit einer klaren Strategie an. Zum einen schaffen wir die Voraussetzungen auf technischem Gebiet, indem wir unsere Prozesse optimieren und automatisieren. Gleichzeitig bauen wir eine leistungsfähige globale IT-Infrastruktur auf. Wir erforschen gezielt die Möglichkeiten neuer Geschäftsmodelle. Dazu haben wir in allen Geschäftsbereichen Pilotprojekte, die die Chancen der Digitalisierung demonstrieren und als Orientierung dienen. Daraus leiten wir eine durchgängige Digitalisierungsstrategie für den Konzern ab.

Ein wichtiger Schritt in der digitalen Transformation unseres Konzerns war im Berichtszeitraum die Eröffnung unseres TechCenters Additive Manufacturing. "Additive Manufacturing" ist eine andere Bezeichnung für 3D-Druck: Mit dieser Technologie lassen sich Komponenten direkt aus CAD-Dateien erzeugen, ohne Medienbrüche. Werkzeuge, Gussformen und dergleichen sind also für die Herstellung nicht nötig. Die Bauteile werden aus pulverförmigen Werkstoffen schichtweise aufgebaut. Die digitale Konstruktion bestimmt die Fertigung, nicht umgekehrt. Im Werkstoffhandel haben wir eine IIoT (Industrial Internet of Things)-Plattform "toii" selbst entwickelt, die einen Maschinenpark bei Materials Service vernetzt. Diese Plattform ermöglicht unterschiedlichen Maschinen verschiedener Hersteller und Generationen miteinander zu kommunizieren. Damit sind wir nun in der Lage, Bandsägen und Kantmaschinen, mobile Objekte (wie Krane und Gabelstapler), komplette Produktionsanlagen (etwa Längs- und Querteilanlagen) sowie Anarbeitungslösungen, die Fräsmaschinen und Laseranlagen umfassen, miteinander zu vernetzen. Die Vorteile überzeugen: Der Wartungsbedarf kann künftig vorher abgeschätzt werden (Predictive Maintenance), die Abläufe lassen sich optimal und flexibel aufeinander abstimmen.

In Liechtenstein haben wir im vergangenen Geschäftsjahr das Advanced Robotics Lab gegründet: Hier wollen wir Steuerungen entwickeln, die Robotern ermöglichen, flexibel auf Rückmeldungen aus dem Prozess zu reagieren - anstatt wie bisher auf die präzise Wiederholung vorprogrammierter Abläufe beschränkt zu sein. Dieses Plus an Flexibilität eröffnet neue Möglichkeiten für wertschöpfende Tätigkeiten, etwa in Steck- und Fügeprozessen oder auch in der direkten Zusammenarbeit mit Menschen.

thyssenkrupp nutzt die Vorteile cloudgestützter Technologien unter anderem zur Optimierung der Aufzugswartung. Mit MAX haben wir eine Lösung zur präventiven Aufzugswartung auf den Markt gebracht. MAX sammelt und sendet Echtzeitdaten vom vernetzten Aufzug in die intelligente Cloud, wo dann die verbliebene Lebensdauer wichtiger Bauteile und Systeme berechnet wird. So stellen wir fest, welche Komponenten wartungsbedürftig sind. Inzwischen sind mehr als 100.000 Aufzüge mit dem auf Microsoft Azure IoT-Diensten basierenden System vernetzt und dadurch die Ausfallzeiten bei über 41.000 Kunden verringert.

Beim Industrial Data Space entwickeln wir gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern einen sicheren Datenraum für Informationsaustausch zwischen Unternehmen. Als ersten Anwendungsfall für den Industrial Data Space haben wir ein neues Informationssystem für die Lkw-Logistik thyssenkrupp Steel Europe realisiert. Die neue Plattform gewährleistet jederzeit Datensouveränität für ihre Anwender.

Smart Energy

Unser Projekt Carbon2Chem hat zum Ziel, Hüttengase aus der Stahlproduktion - darunter auch das Klimagas CO2 - in Grundchemikalien umzuwandeln. Die benötigte Prozessenergie soll aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt werden. Im Berichtszeitraum konnten wir den Rohbau für ein Technikum fertigstellen. Hier sollen Laborergebnisse so weiterentwickelt werden, dass sie auch im industriellen Maßstab eines Stahlwerks einsetzbar sind.

Bei unserem Wasserelektrolyse-Verfahren wird Wasser mit elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff geteilt. Der Wasserstoff kann als Energiequelle gespeichert und bei Bedarf wieder in Elektrizität umgewandelt werden. Dabei liegen die Investitionskosten für unsere Elektrolysetechnologie um den Faktor 3,5 bis 5 niedriger als konkurrierende Lösungen. Der Wirkungsgrad beträgt bis zu 80 %.

Nachhaltige Mobilität

Für die Verwendung in Kfz-Elektromotoren haben wir eine neue Art von Elektrobändern mit einer Blechdicke von nur 0,35 mm entwickelt. Da diese geringe Dicke auch die Wirbelstromverluste vermindert, steigern die Bänder den Wirkungsrad von Elektromotoren. Zugleich bietet unsere neue Leichtbau-Stahleinhausung für Batterien von Elektroautos Crashsicherheit, Korrosionsschutz und elektromagnetische Abschirmung - und das zu halb so hohen Kosten wie bei Aluminium.

Bei unserer neu entwickelten Diesel-Brennstoffzelle werden durch katalytische Zerlegung von herkömmlichem Diesel Einsatzstoffe für den Betrieb einer Brennstoffzelle erzeugt. Deren Wirkungsgrad übertrifft den von Dieselmotoren. Die Technologie ist leise und sauber. Da kein Diesel verbrannt wird, entstehen außer CO2 keine der sonstigen Verbrennungsprodukte oder Rußpartikel. Ein Prototyp für Überwasserschiffe ist im Einsatz.

Ressourceneffiziente Prozesse

Unser Technologieportfolio für die Düngemittelproduktion haben wir um ein neues, weltweit bisher einzigartiges Herstellungsverfahren erweitert: Es verarbeitet das Nebenprodukt Ammoniumsulfat zu einem hochwertigen schwefelhaltigen Stickstoffdünger in Granulatform. Das Verfahren bietet für Düngemittelhersteller erhebliche Vorteile: Es ist kosteneffizienter als konventionelle Prozesse, bei denen das Ammoniumsulfat-Granulat aus Ammoniak und Schwefelsäure hergestellt wird; zudem hat das erzeugte Granulat bessere Ausbringungs- und Mischeigenschaften als andere kristalline Produkte.

Um den Einsatz von Erdöl in der Kunststoffproduktion zu verringern, haben wir ferner ein Herstellungsverfahren für den Biokunststoff Polylactid entwickelt. Polylactid eignet sich unter anderem für Verpackungsmaterialien und Folien. Als Ausgangsstoff für unser Verfahren dient Milchsäure, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker, Stärke oder Zellulose gewonnen wird. Derzeit bauen wir in China die erste kommerzielle Anlage auf Basis der patentierten Technologie.

Branchenübergreifende Innovation

Im Liechtensteiner Kompetenzzentrum E-mobility entwickeln wir derzeit eine hoch integrierte elektrische Antriebsachse, zu der neben dem Elektromotor auch ein Getriebe und die Leistungselektronik gehören. Das Konzept umfasst unter anderem einen neuartigen Stator, der völlig anders ausgelegt ist als herkömmliche Bauteile. Das Entwicklungsprojekt führt unser Fachwissen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen - darunter Elektronik und E-Motoren, Rotorwellen, Stahlwerkstoffe sowie der Bau von Fertigungsanlagen für die Automobilindustrie.

Umwelt, Klima und Energie

Bei thyssenkrupp haben die Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Energieeffizienz einen hohen Stellenwert, und zwar auf allen Wertschöpfungsstufen - von der Lieferkette über die internen Prozesse bis hin zu den Kunden. Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Gütern und Dienstleistungen auf eine ressourcenschonende Art und Weise zu befriedigen. Umweltschutz ist daher ein Kernbestandteil des Nachhaltigkeitsansatzes und damit der Unternehmensstrategie von thyssenkrupp.

Das weltweite Umwelt- und Energiemanagement von thyssenkrupp basiert auf der Konzern-Umwelt- und Energiepolitik und einer entsprechenden Konzernrichtlinie. Zu den Themen Energieeffizienz, Energiemanagement und Umweltmanagement wurden zudem Vorgaben und drei konkrete Indirekte Finanzielle Ziele (IFTs) formuliert. Deren Umsetzung wird begleitet durch interne Gremien und Trainings von Auditoren; auch der Erfahrungsaustausch auf unterschiedlichen Ebenen sowie Konferenzen tragen dazu bei.

Umweltschutz in unseren eigenen Prozessen

Das verbindliche Ziel für den betrieblichen Umweltschutz lautet, dass alle Konzernunternehmen mit umweltrelevanten Aktivitäten gemäß Konzerndefinition bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 ihr Umweltmanagement gemäß dem internationalen Standard ISO 14001 aufgebaut haben müssen. Der Standard enthält Anforderungen an Umweltmanagementsysteme, und zwar bezüglich der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung, der Erfüllung der rechtlichen und sonstigen Verpflichtungen sowie der Formulierung konkreter Umweltziele an den einzelnen Standorten. Abgedeckt werden dabei alle relevanten Umweltaspekte von Wasser und Abfall bis hin zur Umweltleistung der Produkte. Dieses IFT zum Umweltmanagement betrifft per 30. September 2017 fast 70 Unternehmen, von denen bereits rund 85 % dem Standard entsprechen. Damit wird das Umweltmanagement bei thyssenkrupp, bezogen auf die Gesamtbelegschaft, zu fast 60 % gemäß ISO 14001 gehandhabt.

Kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz

Bei einem jährlichen Energieverbrauch der fortgeführten Aktivitäten von mehr als 70 Terawattstunden (TWh) ist Energieeffizienz für thyssenkrupp eine wirtschaftliche Selbstverständlichkeit. Um die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern, haben wir bereits im Geschäftsjahr 2013/2014 das Konzernprogramm GEEP (Groupwide Energy Efficiency Program) gestartet; im Berichtsjahr wurde das Programm an die neue Konzernstruktur angepasst.

Das Programm hatte ursprünglich das Ziel, die Effizienz um 3,5TWh bis 2020 zu verbessern. Bis 30. September 2016 waren bereits Effizienzgewinne von 2,75TWh erreicht worden. Aufgrund der strukturellen Veränderungen durch den Verkauf des brasilianischen Stahlwerks CSA rückwirkend zum 30. September 2016 und das beabsichtigte Joint Venture mit Tata Steel Europe wurden das Programm und das entsprechende IFT auf Jahresziele umgestellt. Für das Berichtsjahr lag das Ziel bei 125 GWh Effizienzgewinnen. Dieses wurde mit 330 GWh deutlich übertroffen. Die Maßnahmen umfassten unter anderem die bessere Nutzung von Abwärme, die Reduzierung von Stand-by-Zeiten und die Erneuerung von Anlagenkomponenten. Mit den erzielten Effizienzgewinnen haben wir rechnerisch Treibhausgasemissionen von mehr als 100.000t vermieden. Ziel für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 sind weitere Effizienzgewinne von rund 150 GWh.

Darüber hinaus sollen alle nach Konzerndefinition relevanten Aktivitäten bis 2019/2020 von einem Energiemanagement nach ISO 50001 abgedeckt werden. In den Energiemanagementsystemen nach diesem Standard ist vorgesehen, dass für jeden Standort konkrete Energieziele gesetzt und Energieflüsse gemessen sowie organisatorische und technische Abläufe definiert werden. Dieses IFT zum Energiemanagement betrifft per 30. September 2017 fast 60 Unternehmen, von denen bereits rund 66 % dem Standard entsprechen. Damit wird das Energiemanagement bei thyssenkrupp, bezogen auf den Energieverbrauch, zu mehr als 90 % gemäß ISO 50001 gehandhabt.

Klimaschutz bei Produktion und Produkten

Aus den Zielen des Pariser Klimaabkommens ergeben sich für thyssenkrupp Chancen und Risiken zugleich. Das Ziel der Weltgemeinschaft ist eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad sowie eine Nettotreibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Zur Erreichung dieses Ziels will thyssenkrupp mit seiner Ingenieurskompetenz und zwei wesentlichen Ansatzpunkten beitragen: Steigerung der Effizienz und innovative Lösungen für eigene Prozesse und unsere Kunden.

Insbesondere die Stahlproduktion von thyssenkrupp umfasst treibhausgasintensive eigene Prozesse. Die Emissionen der fortgeführten Aktivitäten belaufen sich auf mehr als 20 Mio t jährlich (Scope 1+2-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol). Um diese Emissionen zu reduzieren, setzt thyssenkrupp auf kontinuierliche Energieeffizienzverbesserungen, aber auch auf langfristig angelegte disruptive Innovationen wie Carbon2Chem, einem cross-industriellen Projekt zur stofflichen Nutzung von Hüttengasen. Einen weiteren wesentlichen Hebel hat thyssenkrupp über innovative Produkte. Wir haben unser Portfolio analysiert und modelliert, dass mehr als 90 % des Gesamtfußabdrucks von thyssenkrupp gemäß dem Greenhouse Gas Protocol (kombinierte Scope 1, 2, 3-Emissionen) mit der Nutzungsphase der Produkte zusammenhängen und sich beispielsweise aus dem Betrieb der von uns gebauten Zementanlagen durch unsere Kunden ergeben. Damit sind Geschäftschancen für thyssenkrupp verbunden, die wir insbesondere in unserer Innovationsstrategie und durch ein innovatives Produktportfolio aufgreifen wollen (siehe Kapitel "Technologie und Innovationen"). Dass thyssenkrupp im Klimaschutz sehr gut aufgestellt ist, bescheinigt auch das Klimaschutz-Rating des CDP (ehemals Carbon Disclosure Project), bei dem thyssenkrupp bereits zum zweiten Mal in Folge mit der höchsten Note A bewertet und in der globalen "A List" geführt wird, die weltweit rund 100 Unternehmen und nur drei DAX-Konzerne umfasst.

Weitere Informationen zu Umwelt-, Klima- und Energiethemen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" sowie auf unserer Website.

Einkauf

Als diversifizierter Industriekonzern kaufen wir unterschiedlichste Produkte, Produktgruppen und Dienstleistungen zu. Ziel ist dabei nicht nur, ein optimales Preis-Qualitäts-Verhältnis zu erreichen; wir nehmen auch unsere eigenen Produkte in den Blick und gestalten sie von vornherein so, dass die Beschaffung benötigter Komponenten möglichst wirtschaftlich ist.

Fast die Hälfte unseres Einkaufsvolumens entfällt auf sogenannte Commodities wie Rohstoffe oder Werkstoffe für unsere Handelsgeschäfte. Etwa die gleiche Summe wenden wir für technologische Produkte und Dienstleistungen auf.

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst die Gesamtausgaben des Konzerns für Produkte und Dienstleistungen. Im fortgeführten Bereich ist dieser gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf 25 Mrd € gestiegen. Der Anteil des Materialaufwands am Umsatz der fortgeführten Aktivitäten belief sich unverändert auf 60 % (Vorjahr: 60 %). Er lag bei den einzelnen Business Areas, bedingt durch ihr jeweiliges Geschäftsmodell, zwischen 35 % (Elevator Technology) und 81 % (Materials Services). Die folgende Tabelle zeigt den Materialaufwand der einzelnen Business Areas:

MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS

Mio € 2015/2016 2016/2017 Veränderung in %
Components Technology 4.186 4.751 14
Elevator Technology 2.682 2.656 -1
Industrial Solutions 3.341 3.142 -6
Materials Services 9.750 11.135 14
Steel Europe 4.403 5.291 20
Corporate / Konsolidierung -1.628 -1.926 -18
Materialaufwand der fortgeführten Aktivitäten 22.734 25.049 10
Steel Americas 990 1.223 24
Konsolidierung -226 -324 -43
Materialaufwand gesamt 23.498 25.949 10

Unser weltweiter Einkauf hat die thyssenkrupp Werke im Berichtsjahr erneut zuverlässig mit ausreichend Materialien versorgt. Weitere Informationen finden Sie im "Chancen- und Risikobericht" unter "Beschaffungsrisiken".

Konzerninitiative "synergize+"

Unsere über alle Geschäfte, Funktionen und Regionen hinweg durchgängige Beschaffungsorganisation ermöglicht es uns, unser globales Einkaufsvolumen konzernweit strategisch zu steuern.

Wie schon in den Vorjahren hat "synergize+", die Konzerninitiative zur Senkung der Materialkosten, 2016/2017 rund die Hälfte der gesamten EBIT-Effekte des Konzernprogramms "impact" erwirtschaftet. In den nächsten Jahren erwarten wir Beiträge in vergleichbaren Größenordnungen.

Ein Schwerpunkt von "synergize+" ist das strategische Cluster Management. Ein wichtiger Baustein ist die Bündelung von Einkaufsvolumina des Konzerns über Geschäfte, Regionen und Funktionen hinweg. Hierbei werden kaufmännische und technische Ansätze, wie komplexe Verhandlungskonzepte oder die Standardisierung und Optimierung eigener Produkte ergänzt um tiefgehende Beschaffungsmarktanalysen im Sinne der sogenannten "Supply Market Intelligence", einer Weiterentwicklung der Einkaufsmarktforschung. Zunächst wird der Bedarf spezifischer Analysen im jeweiligen Material- oder Dienstleistungsfeld gemäß einem einheitlichen Vorgehen ermittelt. Anschließend werden detaillierte Berichte, etwa zu Lieferanten oder über allgemeine Produktkostenstrukturen bezogen auf verschiedene geografische Regionen oder regionale Beschaffungsmärkte, erstellt. Diese wiederum werden in den Expertenteams des Konzerns eingehend analysiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet.

Die umfassende Digitalisierung wird auch im Einkauf künftig ein wichtiges Thema sein. Wir sind dazu unter anderem eine Entwicklungspartnerschaft mit SAP Ariba eingegangen. Ziel ist, die Einkaufsprozesse so weit wie möglich digital abzubilden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit der Arbeit am sogenannten "Purchase-to-Pay-Prozess" begonnen, der den Ablauf von der Bestellung bis zur Abrechnung darstellt. Dazu nutzen wir konzernweit eine stärker integrierte Online-Beschaffungsplattform mit umfassenden Möglichkeiten für Online-Ausschreibungen und Auktionen sowie für die Nutzung von Katalogen. Außerdem wird der elektronische Austausch von Belegen mit unseren Lieferanten intensiviert. Darüber hinaus führen wir weltweit ein Kontraktmanagementsystem ein, mit dem Verträge zentral verwaltet werden. Die beschriebenen Module stehen als Cloud-Lösungen zur Verfügung; mittelfristig ist eine Vollintegration in die lokalen ERP-Systeme der Konzernunternehmen geplant. Erste entsprechende Pilotprojekte sind bereits umgesetzt. Alle vorgesehenen Module und Funktionalitäten sollen in den nächsten Jahren sukzessive konzernweit eingeführt werden.

Wir erwarten, dass sich aus den beschriebenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Verbundkraft des Konzerns hohe Synergien ergeben werden.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Um mit uns zusammenarbeiten zu können, muss ein Lieferant unseren Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten) unterzeichnen oder eine gleichwertige Alternative vorweisen. Wir erwarten von allen unseren Lieferanten, dass sie sich nach den darin formulierten Grundsätzen richten. Unser Supplier Code of Conduct umfasst im Wesentlichen die Wahrung der Menschenrechte, die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen, den Schutz der Umwelt, den Kampf gegen Korruption sowie die Transparenz über die Herkunft von bestimmten Rohstoffen, den sogenannten Konfliktmineralien. Anhand von definierten Risikokriterien werden pro Jahr bei mindestens 100 Lieferanten Nachhaltigkeitsaudits durchgeführt, um die Einhaltung der oben genannten Grundsätze und die dauerhafte Erfüllung der Anforderungen zu prüfen; dieser Prozess ist Teil unseres strategischen Lieferantenmanagements. Im Berichtsjahr wurden mehr als 150 Lieferantenaudits durchgeführt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsaudits werden, wenn nötig, Verbesserungsmaßnahmen beschlossen, die im Anschluss überprüft werden. Damit unterstützen wir die Weiterentwicklung unserer Lieferanten und reduzieren unsere Risiken.

Mitarbeiter

Mitarbeiter in Zahlen

Zum 30. September 2017 waren bei thyssenkrupp - bezogen auf die derzeit fortgeführten Aktivitäten - weltweit 158.739 Mitarbeiter beschäftigt, 6.099 (4,0 %) mehr als ein Jahr zuvor.

Bei Components Technology verzeichnete thyssenkrupp einen Aufbau von 2.153 Mitarbeitern. Der Anstieg spiegelt vor allem das Wachstum im Bereich Automobilkomponenten an unseren Standorten in China, Mexiko und Osteuropa wider. Bei Elevator Technology erfolgte ein Aufbau von 1.234 Mitarbeitern: In den USA, Brasilien und Indien ist dies auf organisches Wachstum im Service-Bereich zurückzuführen. Industrial Solutions steigerte die Belegschaft um 2.175 Mitarbeiter. Dies ist im Wesentlichen auf die Vollkonsolidierung von Atlas Elektronik zurückzuführen; gegenläufige Effekte gab es unter anderem im Anlagenbau. In unseren Werkstoffgeschäften Materials Services und Steel Europe blieb die Anzahl der Mitarbeiter nahezu unverändert. Bei Corporate stieg die Mitarbeiterzahl durch den Ausbau der Global Shared Service Aktivitäten und den Aufbau der thyssenkrupp Carbon Components in Dresden um insgesamt 343.

MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS

30.09.2016 30.09.2017 Veränderung in %
Components Technology 30.751 32.904 7
Elevator Technology 51.426 52.660 2
Industrial Solutions 19.602 21.777 11
Materials Services 19.754 19.861 1
Steel Europe 27.559 27.646 0
Corporate 3.548 3.891 10
Mitarbeiter der fortgeführten Aktivitäten 152.640 158.739 4
Steel Americas 3.847 0 -
Mitarbeiter gesamt 156.487 158.739 1

Personalstrategie

Unsere Personalarbeit ist dann erfolgreich, wenn es uns gelingt, Menschen mit den richtigen Qualifikationen für thyssenkrupp zu gewinnen, damit wir sie an der für sie passenden Stelle im Konzern einsetzen, in ihrer Weiterentwicklung unterstützen und ihnen attraktive Perspektiven bieten können. Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung unserer Standorte sowie zur Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns insgesamt.

In der Initiative "HR-Transformation" werden Struktur und Arbeitsweise der konzernweiten Personalfunktion weiter optimiert, damit wir auch in Zukunft die wachsenden Anforderungen an eine moderne Personalarbeit in hoher Qualität und effizient erfüllen können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir große Fortschritte bei der weiteren Ausgestaltung und Umsetzung unseres neuen Arbeitsmodells für den Personalbereich gemacht. Es soll das HR-Fachwissen, das im Konzern vorhanden ist, noch stärker als bisher bündeln und die Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmenseinheiten, die mit Personalaufgaben betraut sind, verbessern. Mehr als 400 Personalkollegen aus den unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Regionen haben in Arbeitsgruppen konzernweit einheitliche organisatorische Strukturen und Zielprozesse sowie integrierte IT-Lösungen für den Bereich definiert und verabschiedet. Das neue Modell ist seit 1. Oktober 2017 bereits in den drei Ländern mit den größten thyssenkrupp Standorten - Deutschland, China und USA - im Bereich Sourcing und Recruiting umgesetzt und wird danach schrittweise im gesamten Konzern eingeführt.

Zudem haben wir in neun Ländern mit insgesamt über 16.000 Mitarbeitern einheitliche und integrierte Prozesse für die Personalverwaltung eingeführt, die auf einer gemeinsamen HR IT-Lösung basieren. Im Geschäftsjahr 2017/2018 soll dies in voraussichtlich 20 weiteren Ländern eingeführt werden.

Global und agil: Wir fördern Talente

Attraktive Zukunftsperspektiven für unsere Mitarbeiter zu schaffen und dabei den Arbeitskräftebedarf von thyssenkrupp bestmöglich zu decken ist der Anspruch unseres Talentmanagements. Wesentliche Elemente sind hier fest verankerte Bewertungs- und Entwicklungsprozesse sowie spezifische Talentpools und -programme für die einzelnen Hierarchieebenen, mit denen wir die individuelle berufliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter fördern.

WEITERE PERSONALKENNZIFFERN

Vorjahreswert in Klammern

MITARBEITER NACH REGIONEN (30.09.)

Vorjahreswert in Klammern

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Aussichtsreiche Kandidaten für Managementpositionen identifizieren wir seit einigen Jahren mit einer weltweit einheitlichen Systematik. Mit der Initiative "tk Talents" setzen wir diesen Erfolg bis 2020 für weitere Mitarbeiterebenen in allen Geschäftsbereichen um. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir bereits rund 22.300 Mitarbeiter in diese Systematik aufgenommen. Der Einsatz von Feedback-Apps und anderen Onlinetools unterstützt zusätzlich die zeitgemäße und effiziente Talententwicklung bei thyssenkrupp.

Seit Juni 2017 steht allen Mitarbeitern im Konzern der sogenannte Job Swap offen: Er bietet ihnen die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz für eine bestimmte Zeit mit einem Kollegen aus einem anderen Unternehmensbereich zu tauschen. So setzen wir wichtige Impulse für die Entwicklung der Mitarbeiter und stärken die konzernübergreifende Zusammenarbeit. Die Partner für einen thyssenkrupp Job Swap finden sich über eine vollautomatisierte Matching-Plattform.

Um digitale Kompetenzen im Konzern weiter auszubauen, hat thyssenkrupp das bestehende Konzern-Traineeprogramm 2017 um den Strang "IT & Digitalisierung" erweitert. In einem Zeitraum von 18 Monaten werden die Programmteilnehmer in konzernübergreifenden digitalisierungsnahen Geschäftsbereichen zu Experten für digitale Lösungen bei thyssenkrupp fortgebildet.

thyssenkrupp nimmt die gesellschaftspolitische Diskussion über Frauen in Führungsfunktionen auf. Wir nähern uns einer selbst auferlegten Quote von 15 %. Das ist unser Ziel für 2020 und entspricht dem Anteil der weiblichen Beschäftigten im Unternehmen. Im Berichtsjahr konnten wir die Quote in den fortgeführten Aktivitäten auf 11,6 % steigern (Vorjahr: 11,0 %). Weitere Informationen zur Umsetzung des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung. Im Rahmen unseres LGBTI-Netzwerks (lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex) hat thyssenkrupp im Juli 2017 das erste Mal am Christopher Street Day in Köln teilgenommen.

Innovativ und dynamisch: Wir ermöglichen Höchstleistungen

Mit der thyssenkrupp Academy wollen wir unseren Mitarbeitern und Führungskräften Weiterbildung auf höchstem Niveau ermöglichen. Das wachsende Portfolio von deutlich mehr als 100 Programmen weltweit ergänzen wir zunehmend um digitale Lernangebote und Transformationsprogramme - so geben wir dem dynamischen Veränderungsprozess des Konzerns zusätzlichen Schub.

Mit einem Leuchtturmprojekt der "HR Transformation" - das konzernweit einheitliche Programme für die Führungskräfte unterhalb des Top-Managements etablieren soll - ist der Bereich Regional Learning gut vorangekommen: 2017 wurden die ersten beiden Programme dieser Reihe zur weltweiten Umsetzung an die Regionen übergeben.

In der "thyssenkrupp Garage" entstehen innovative Produkte und Services. Im Berichtsjahr haben 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter acht thyssenkrupp Start-ups auf den Weg gebracht und wurden dabei von 50 Top-Führungskräften gefordert und gefördert.

Ein hohes Leistungsniveau wäre ohne gut ausgebildete Fachkräfte undenkbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind 987 Auszubildende bei thyssenkrupp in Deutschland ins Berufsleben gestartet. Mit derzeit 5,1 % liegt die Ausbildungsquote auf dem guten Niveau des Vorjahres. Insgesamt bildet thyssenkrupp über 3.190 Auszubildende aus.

Sicher und zuverlässig: Wir sind ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Arbeitssicherheit und Gesundheit sehen wir als wichtige Säulen unserer Verlässlichkeit als Arbeitgeber. Wir fördern deshalb eine Unternehmenskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit gezielten Kampagnen und einer Führung, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und sich an entsprechenden Kennzahlen orientiert, haben wir im Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement auch im Geschäftsjahr 2016/2017 gute Fortschritte erzielt. Ein Beispiel dafür ist die erneute Teilnahme am "UN-Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" am 28. April 2017. Unter dem Motto "Thank you for staying safe" haben wir erstmals Familienmitglieder und Freunde explizit in die weltweiten Aktionen einbezogen. Mit großem Erfolg: Zahlreiche Video-Einsendungen und eine große Resonanz in den sozialen Netzwerken zeugen vom hohen Interesse und Engagement aller Beteiligten. Als zusätzlicher Anreiz für die Betriebe wurde der "we care-Award" für hervorragende Leistungen im Gesundheitsmanagement an thyssenkrupp Unternehmen in Brasilien, Mexiko und Deutschland verliehen.

Ein Blick auf die Unfallstatistik - bezogen auf die derzeit fortgeführten Aktivitäten - zeigt: Die Zahl der Unfälle konnte im Berichtszeitraum auf 3,1 pro 1 Mio Arbeitsstunden reduziert werden - ein Rückgang um 18 %. Unser Ziel ist, diese Rate bis 2020 jährlich um mindestens 10 % gegenüber dem Vorjahr zu senken.

Eine Unternehmenskultur, die sich durch Offenheit, Ehrlichkeit und gegenseitige Wertschätzung auszeichnet, ist für thyssenkrupp sehr wichtig. Daran zu arbeiten ist Bestandteil der Strategischen Weiterentwicklung. Daher haben wir im September 2016 zum zweiten Mal weltweit alle Mitarbeiter eingeladen, Feedback zu insgesamt 15 Themenfeldern zu geben. Erneut war die Teilnahmequote mit 78 % erfreulich hoch - ein Beleg dafür, dass wir mit dem Kulturwandel auf einem guten Weg sind. Dafür spricht auch, dass die Bewertungen der Befragten konzernweit in elf von 14 Kategorien positiver waren als 2014, in den anderen drei gleichbleibend. Vor allem die Antworten zu den zentralen Handlungsfeldern "Unternehmensführung" und "Vertrauen" fielen deutlich besser aus als in der ersten Befragung. Diese Entwicklung ist das Ergebnis der konsequenten Auswertung der Antworten in der Befragung 2014, auf deren Basis Teams und Führungskräfte gemeinsam Verbesserungen erarbeitet haben. Auch ein Jahr nach der zweiten Befragung setzen wir diese intensive Arbeit fort: In über 5.000 Workshops wurden die detaillierten Teamberichte besprochen, Tausende von Verbesserungsmaßnahmen werden derzeit vor Ort umgesetzt. Die nächste Mitarbeiterbefragung ist für 2019 geplant.

Im September 2015 hatten Management und Konzernbetriebsrat von thyssenkrupp gemeinsam beschlossen, innerhalb von zwei Jahren 230 zusätzliche Praktikumsplätze und 150 zusätzliche Ausbildungsplätze für geflüchtete Menschen zu schaffen. Dieses Engagement unter dem Namen "we.help" haben wir kontinuierlich umgesetzt und bringen uns damit auch in die deutschlandweite Initiative "Wir zusammen" ein. Insgesamt haben wir bislang bereits 110 Ausbildungsplätze und 332 Praktika an geflüchtete Menschen vergeben; hinzu kamen 44 Einstiegsqualifizierungen.

Stets faire Arbeitsbedingungen zu schaffen und beizubehalten sehen wir ebenfalls als Teil unserer Verantwortung. Mit dem International Framework Agreement (IFA) ist thyssenkrupp eine explizite Selbstverpflichtung zur Einhaltung weltweiter Mindestarbeitsstandards eingegangen, die u.a. auf den Kernarbeitsnormen der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) beruht. Sie wurde am 16. März 2015 von der thyssenkrupp AG, dem Konzernbetriebsrat, der Gewerkschaft IG Metall und dem Weltverband der Industriegewerkschaften "IndustriALL Global Union" unterzeichnet. Mögliche Verstöße können anonym online gemeldet werden. Bereits über 4.800 Mal wurde auf das System zugegriffen, 24 Hinweise zu möglichen Verstößen gingen ein, elf davon wurden bis zum Ende des Geschäftsjahres abschließend bearbeitet.

Flexibel und individuell: Wir entwickeln Personalarbeit weiter

Auch im Geschäftsjahr 2016/2017 ist die Modernisierung und Vereinheitlichung der Personalarbeit weiter vorangeschritten; das zeigt sich am Beispiel der betrieblichen Altersversorgung. Unter anderem haben wir den Teilnehmerkreis des so genannten flexplan - der zum 01. Januar 2017 neu eingeführten Altersversorgung für Fach- und Führungskräfte in Deutschland - inzwischen erweitert: Wir bieten den Plan nicht mehr nur neuen Mitarbeitern an, sondern im Rahmen eines freiwilligen Umstiegs aus der bestehenden Zusage auch den Fach- und Führungskräften der aktuellen Belegschaft.

Beim flexplan werden die arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierten Beiträge in Fonds investiert, so dass die Mitarbeiter an der Entwicklung des Kapitalmarktes teilhaben, während gleichzeitig eine jährliche Mindestverzinsung in Höhe von 1 % garantiert wird. Neben der Altersleistung bietet der flexplan zudem eine Absicherung gegen Invalidität und Tod. Über eine Online-Plattform haben Mitarbeiter die Gelegenheit, jederzeit den Stand ihrer betrieblichen Altersversorgung einzusehen - und sie sogar mitzugestalten. Anhand von Simulationen können sie selbst entscheiden, welcher Betrag monatlich über die Entgeltumwandlung in den flexplan fließen soll; und bei Eintritt des Versorgungsfalles haben die Mitarbeiter die Wahl, ob sie die Leistungen als Einmalzahlung, in Ratenform über maximal zehn Jahre oder als Kombination aus beiden Varianten erhalten möchten. Diese moderne Lösung fand bereits positive Resonanz in der Fachpresse und erhielt den bAV-Preis 2016 in Deutschland; hervorgehoben wurde insbesondere das digitale Gesamtkonzept aus Onlineportal, Erklärvideo, Versorgungslückenrechner und mobiler App, mit dem wir eine betriebliche Altersversorgung "zum Anfassen und Ausprobieren" geschaffen haben. Zugleich erleichtern die digitalen Funktionen des flexplan auch eine effiziente Administration der Altersversorgung.

Auch international entwickelte thyssenkrupp bestehende Versorgungssysteme weiter, um die mit Pensionszusagen verbundenen Chancen und Risiken zu optimieren. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde Mitarbeitern in den USA beispielsweise ein Abfindungsangebot für bestimmte Versorgungsverpflichtungen unterbreitet, um die Langfristigkeit der Zahlungsverpflichtungen zu reduzieren. Begleitet werden diese Veränderungsprozesse von der seit 2015 geltenden "Global Pension Policy" (GPP), die den inhaltlichen Rahmen und den Ablauf des jeweiligen Governance-Prozesses vorgibt.

Compliance

thyssenkrupp hat ein umfassendes Verständnis von Compliance: Die Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Regeln ist für uns selbstverständlich und Teil unserer Unternehmenskultur. Compliance schafft den Rahmen für unternehmerisches Handeln und dient der nachhaltigen Absicherung des Geschäftserfolgs. Auch im Geschäftsjahr 2016/2017 lag der Schwerpunkt der Compliance-Arbeit nach wie vor auf der kontinuierlichen Umsetzung unserer Compliance-Strategie 2020.

Compliance fest verankert in der Unternehmenskultur

Unsere Compliance-Strategie verfolgt das Ziel, eine nachhaltig verankerte Integritäts- und Compliance-Kultur zu schaffen. Konkret geht es darum, thyssenkrupp mit einer breit angelegten und etablierten Wertekultur zu durchdringen, in der Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Integrität die Eckpfeiler unseres Handelns sind. Diese Wertekultur muss von allen Mitarbeitern gemeinsam getragen und konsequent gelebt werden. Damit dies gelingt, braucht es eine offene Kommunikationskultur.

Diese Grundsätze gelten vor allem für unsere Führungskräfte, die als Compliance-Botschafter eine besonders wichtige Rolle übernehmen: Führungskräfte sind Vorbilder, und zwar nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für unsere Lieferanten, Kunden und sonstigen Stakeholder. Sie schaffen ein Bewusstsein dafür, dass unsere Wertekultur richtig und wichtig ist. Die klare Erwartungshaltung an alle Führungskräfte lautet, dieses Selbstverständnis konsequent vorzuleben. Denn Compliance meint für uns weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz. Compliance ist eine Frage der Haltung. Dazu gehört das klare Bekenntnis, dass thyssenkrupp für saubere Geschäfte steht. Lieber verzichten wir auf ein Geschäft, als dass es unter Missachtung der Regeln zustande kommt.

Dennoch gilt es zugleich, die unternehmerische Wagnisbereitschaft innerhalb eines klaren Rahmens zu fördern. Dazu gehört die Bereitschaft, berechenbare unternehmerische Risiken einzugehen, Fehler zu machen und zu akzeptieren. In einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur schließen sich Leistung und Werte nicht aus. Verstöße gegen Rechtsvorschriften und interne Regeln sind jedoch weder rechtlich akzeptabel noch mit unserem Compliance-Verständnis vereinbar. Daher gilt unmissverständlich:

Hinweisen auf Rechtsverstöße gehen wir nach und klären den Sachverhalt auf.
Mitarbeiter, die uns in gutem Glauben über mögliche Rechtsverstöße informieren, genießen besonderen Schutz vor Benachteiligung.
Festgestellte Verstöße werden sofort abgestellt.
Festgestellte Verstöße werden, sofern erforderlich, konsequent und angemessen sanktioniert, und zwar unabhängig von Name und Funktion des Betroffenen.

Dass wir es mit diesem Selbstverständnis ernst meinen, zeigt ein Fall aus dem Berichtszeitraum: Im November 2016 wurde uns bekannt, dass der damalige Vorstandsvorsitzende von Industrial Solutions von einem pakistanischen Geschäftspartner ein Goldgeschenk für seine Ehefrau angenommen hat. Dieses Handeln im Umgang mit einem Vertriebspartner stand mit den Werten von thyssenkrupp nicht im Einklang. Konsequente Folge war der Rücktritt innerhalb einer Woche, und zwar unabhängig von juristischen Fragen.

Compliance-Strategie 2020

Unsere im Geschäftsjahr 2013/2014 entwickelte "Strategie 2020" zielt im Wesentlichen auf die systemische Verankerung von Compliance innerhalb des Konzerns ab. Dazu dienen zahlreiche Maßnahmen, etwa die Weiterentwicklung unserer weltweiten Schulungskonzepte, die Verankerung von Compliance in den Geschäftsprozessen sowie eine zielgruppengerechte Kommunikation.

Die Compliance-Funktion übernimmt zudem eine beratende, koordinierende und konsolidierende Rolle in weiteren Themenfeldern, wie Arbeitssicherheit oder Umweltschutz, um eine einheitliche Berichterstattung an den Vorstand sicherzustellen. Die inhaltliche Compliance-Verantwortung verbleibt dabei jeweils bei der zuständigen Konzernfunktion oder Business Area. Dadurch wird sichergestellt, dass das Compliance-Verständnis dem thyssenkrupp-Leitbild folgt, ein intensiver Wissensaustausch zwischen Compliance- und inhaltlich Verantwortlichen stattfindet und hohe Synergien insbesondere in der Organisation sowie bei Prozessen und Methoden entstehen.

Unser Compliance-Programm bei thyssenkrupp

Den inhaltlichen Schwerpunkt unseres Compliance-Programms bilden die Themen Kartellrecht und Antikorruption, hinzu kommen die Geldwäschebekämpfung und der Datenschutz.

Das Programm umfasst die drei Elemente "Informieren & Beraten", "Identifizieren" sowie "Berichten & Handeln". Es ist eng mit dem Risikomanagement sowie unserem internen Kontrollsystem verzahnt. Dadurch sorgen wir dafür, dass Compliance fester Bestandteil eines jeden Geschäftsprozesses wird. Im Berichtsjahr haben wir unser Compliance-Programm konsequent umgesetzt.

"Informieren & Beraten": Unsere Compliance Officer haben die Mitarbeiter im abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit zu maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen, konzernweiten internen Richtlinien sowie in konkreten Einzelfällen informiert, geschult und beraten. Wie bereits in den Jahren zuvor begleitete die Compliance-Funktion wesentliche Geschäftsvorgänge, unter anderem im Rahmen von Groß- und M&A-Projekten oder im Zusammenhang mit der Einbindung von Vertriebsmittlern. Im Berichtsjahr nahmen weltweit über 5.300 Mitarbeiter an Präsenzschulungen teil, vornehmlich zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention. In der 4. Runde des Compliance-E-Learnings zu den Themen Antikorruption und Kartellrecht, die im November 2015 gestartet worden war, wurden bis zum Ende des Geschäftsjahres um Abgänge bereinigt insgesamt über 102.000 Kurse absolviert.
"Identifizieren": Unsere Compliance Officer haben auch in diesem Berichtsjahr anlassunabhängige und verdachtsbedingte Compliance Audits und -Untersuchungen durchgeführt. Diese dienen dazu, kritische Geschäftsaktivitäten in einem risikoorientierten, strukturierten Audit-Ansatz regelmäßig zu überprüfen. Wesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind das interne Whistleblower-System sowie der Ombudsmann, die den Mitarbeitern - neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten oder zur Compliance-Funktion - als zusätzliche Kanäle zur Verfügung stehen, um Hinweise auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße, auch ohne Offenlegung ihrer Identität, geben zu können.
"Berichten & Handeln": Die intensive Compliance-Berichterstattung umfasst neben den regelmäßigen Berichten an Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss alle Ebenen unserer Netzwerkorganisation: Vorstand der thyssenkrupp AG, Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen sowie regional Verantwortliche und Projektleiter mit Marktverantwortung. Bei nachgewiesenen Verstößen greift unsere "Null Toleranz"-Leitlinie: Gegen die betroffenen Mitarbeiter werden konsequent Sanktionen verhängt.

Compliance-Organisation

Unsere Compliance-Funktion hat die wichtige Aufgabe, als strategischer Geschäftspartner frühzeitig bei relevanten strategischen Entscheidungen zu beraten. Dies erfordert eine bedarfsorientierte Organisation und ein umfassendes Compliance-Programm; dazu gehören die klare Zuordnung von Rollen und Verantwortlichkeiten sowie eine effektive und effiziente Steuerung bei angemessener Ausstattung und insbesondere eine nach den Bedürfnissen des Konzerns strukturierte Organisation und Aufgabenzuweisung.

thyssenkrupp beschäftigt weltweit mehr als 75 hauptamtliche Compliance-Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk aus rund 350 Compliance-Managern. Diese sind in der Regel Geschäftsführer eines Konzernunternehmens und sorgen für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzung für eine nachhaltige Verankerung von Compliance und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter zur Verfügung.

Ausgewählte behördliche Verfahren

Die israelische Generalstaatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Marineprojekten von thyssenkrupp Marine Systems, u.a. gegen deren lokalen Vertriebsmittler. Nach derzeitiger Kenntnis gibt es keine Ermittlungen gegen thyssenkrupp-Unternehmen bzw. -Mitarbeiter. Wir haben eine eigene Untersuchung eingeleitet. Die Ergebnisse des vorläufigen Untersuchungsberichts haben wir den Behörden übergeben und werden die Kooperation mit den Behörden entsprechend fortsetzen. Sofern erforderlich, werden weitere Maßnahmen ergriffen.

Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen insbesondere Absprachen bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen bei Stahlpreisen. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung unverzüglich eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge eingeleitet. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Nachtragsbericht

Zwischen dem Stichtag des Berichtsjahres (30. September 2017) und der Freigabe des Berichts zur Veröffentlichung (14. November 2017) sind keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose 2017/2018

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf den Gesamtkonzern in seiner aktuellen Struktur (inkl. der vollkonsolidierten Business Area Steel Europe, d.h. ohne Effekte aus der potenziellen Einbringung der europäischen Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit Tata Steel); nicht mehr enthalten sind nach erfolgreicher Veräußerung die Aktivitäten der ehemaligen Business Area Steel Americas.

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten, dass unsere Kernsteuerungsgrößen insgesamt im Geschäftsjahr 2017/2018 die weiteren Fortschritte unserer Strategischen Weiterentwicklung widerspiegeln werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch hohe Unsicherheiten gekennzeichnet sind und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in weiten Teilen unserer Werkstoff- und Komponentengeschäfte kurzfristigen Schwankungen unterliegen können. Unsicherheiten ergeben sich sowohl aufgrund geopolitischer Krisenherde aber auch in der globalwirtschaftlichen Entwicklung aus

dem weiteren wirtschaftspolitischen Kurs der USA, der sowohl Chancen als auch Risiken enthält
der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft als wichtigem Faktor für das weltweite Wachstum und als bedeutender Absatzmarkt
einer möglichen Veränderung der Geldpolitik
den Auswirkungen der Austrittsverhandlungen nach dem Brexit-Referendum auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und auf die Exportperspektive sowie zukünftige Investitionsbereitschaft - vor allem in Großbritannien selbst, aber auch in den übrigen Ländern der EU
der Volatilität und Höhe der Rohstoffpreise als wichtigem Kostenfaktor in unseren Werkstoffgeschäften sowie als wichtigem Faktor für unsere Kunden im Anlagenbau bei der Vergabe von Großprojekten
den weltweiten Überkapazitäten der Stahlindustrie, dem entsprechenden Wettbewerbs- und Importdruck auf dem europäischen Markt sowie der Wirksamkeit laufender und eventuell folgender Handelsschutzmaßnahmen.

Insgesamt blicken wir jedoch optimistisch auf die voraussichtliche Geschäftsentwicklung 2017/2018 und erwarten eine deutliche Verbesserung bei Ergebnis, Wertbeitrag und Free Cashflow vor M&A.

Ein wesentlicher Treiber für die Zielerreichung im Geschäftsjahr 2017/2018 werden neben Wachstumsinitiativen in den Industriegütergeschäften unsere Effizienzmaßnahmen sein: Mit unserem Programm "impact" streben wir für den Konzern - im Vergleich zum Vorjahr nun ohne Steel Americas - EBIT-Effekte von 750 Mio € an, die den beschriebenen Risiken und Markteffekten entgegenwirken und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken.

Wesentliche Annahmen

Wichtige Voraussetzung für das Eintreffen der erwarteten Entwicklung bei unseren Kernsteuerungsgrößen ist, dass Auswirkungen aus möglichen Änderungen der beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überschaubar bleiben und auch keine signifikanten Translationseffekte aus Veränderungen der Wechselkurse eintreten. Für das nächste Jahr unterstellen wir ein weiterhin moderates Wachstum im Euro-Raum, ein leicht schwächeres Wachstum in China sowie eine insgesamt verbesserte Konjunkturentwicklung in einem Großteil der Schwellenländer. Für die USA erwarten wir zudem grundsätzlich auch eine weiterhin moderate Wachstumsdynamik.

Die weltweite Automobilproduktion wird trotz hoher Unsicherheiten und einer regional sehr heterogenen Entwicklung sowie einer insgesamt nachlassenden Dynamik voraussichtlich moderat weiter wachsen. In China sollten die Stückzahlen 2018 weiter moderat zunehmen. Nach einem schwachen 2017 wird die Fertigung in der NAFTA-Region für 2018 voraussichtlich ebenfalls moderat zulegen. In Westeuropa dürfte die Produktion trotz eines leichten Rückgangs in Deutschland insgesamt moderat steigen. Nach einer deutlichen Erholung in Brasilien in 2017, wird für das aktuelle Geschäftsjahr weiteres Wachstum, auf allerdings weiterhin niedriger Basis, erwartet. In Indien sehen wir ein fortgesetzt starkes Wachstum in der Automobilproduktion.

Bei Elevator Technology sorgen der hohe Auftragsbestand mit guter Ergebnisqualität sowie der hohe Bestand an Wartungsverträgen dafür, dass die budgetierten Umsätze bereits bis weit ins neue Geschäftsjahr hinein abgedeckt sind. Insbesondere in Europa werden wir unsere Restrukturierungsmaßnahmen weiter fortsetzen und dabei unsere Prozesse im Service und in der Produktion optimieren.

Bei Industrial Solutions weisen die erreichte Trendwende im Auftragseingang sowie ein guter Auftragsbestand auf eine deutliche Umsatzsteigerung hin. Gleichermaßen verfolgen wir mit der konsequenten Umsetzung unseres Transformationsprogramms "planets" aktiv unsere Restrukturierungsmaßnahmen und werden weitere Wachstums- und Kostensenkungsmaßnahmen umsetzen. Dabei werden wir u.a. unser Service-Netzwerk in den Wachstumsregionen ausbauen und über die Business Area hinweg übergreifend unsere Kapazitäten entsprechend allokieren. Gleichzeitig streben wir auch an, unsere Auslastung insgesamt und insbesondere im zuletzt stark unterausgelasteten Chemieanlagenbau nachhaltig zu verbessern.

Die Stahlnachfrage weltweit wird auch im kommenden Jahr geringfügig wachsen. Sowohl in Europa als auch in den USA dürfte sie moderat im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Während der chinesische Markt voraussichtlich stagnieren wird, gehen wir hingegen in den übrigen Schwellenländern, wie etwa Indien und Brasilien, den ASEAN-Staaten und der Türkei, von einem beschleunigten Wachstum aus. Der Importdruck auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte tendenziell hoch bleiben. Wir nehmen an, dass es keine anhaltenden Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten geben wird und unterstellen zeitgleich ein anhaltend stabiles und hohes Preisgefüge sowie einen intensiven Wettbewerb.

Mehr zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld".

Erwartung 2017/2018: Erneut Anstieg bei Ergebnis und Wertbeitrag bei einem wieder positiven FCF vor M&A

Der Umsatz des Konzerns wird, insbesondere getrieben durch unsere Industriegütergeschäfte, im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 41,4 Mrd €).

Für das Bereinigte EBIT des Konzerns streben wir bei Wachstum und Verbesserungen in unseren Industriegütergeschäften sowie in Abhängigkeit der Dauer des derzeit günstigen Umfelds der Werkstoffgeschäfte und möglicher Translationsrisiken eine deutliche Steigerung auf 1,8 bis 2,0 Mrd € an (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: 1.722 Mio €). Diese Prognose werden wir durch die konsequente Umsetzung unseres Transformationsprozesses und die einhergehenden geplanten EBIT-Effekte aus "impact" in Höhe von 750 Mio € flankieren.

Industriegütergeschäfte
Bei Components Technology erwarten wir eine weitere Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 377 Mio €) aus einer Steigerung des Umsatzes im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich und einer weiteren Verbesserung der Marge (Vorjahr: 5,0 %) auch infolge des weiteren Hochlaufs der neuen Werke und unterstützt durch Effizienzsteigerungsprogramme.
Bei Elevator Technology rechnen wir mit einer Verbesserung des Bereinigten EBIT (Vorjahr: 922 Mio €) aus dem weiteren Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich und einer Erhöhung der Bereinigten EBIT-Marge um 0,5 bis 0,7 %-Punkte aus Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen (Vorjahr: 12,0 %).
Bei Industrial Solutions erwarten wir weiterhin eine anhaltend gute Auftragseingangssituation sowie einen deutlichen Umsatzanstieg im knapp zweistelligen Prozentbereich infolge des gestiegenen Auftragseingangs im Vorjahr. Unterstützt durch umfangreiche Transformations- und Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen von "planets" erwarten wir eine deutliche Verbesserung für das Bereinigte EBIT (Vorjahr: 111 Mio €). Die Marge wird sich insgesamt gegenüber dem Vorjahr verbessern, jedoch noch merklich unter dem Zielkorridor liegen.
Werkstoffgeschäfte
Bei Materials Services erwarten wir in einem stabilen Marktumfeld ein Bereinigtes EBIT leicht unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 312 Mio €). Dabei werden insbesondere Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen sowie die weitere Umsetzung des industriellen Konzepts bei AST die voraussichtlich entfallenden Substanzgewinne weitgehend aufheben.
Bei Steel Europe erwarten wir unter Berücksichtigung begrenzter Visibilität ein Bereinigtes EBIT auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 547 Mio €); bei Annahme eines im gesamten Geschäftsjahr anhaltend stabilen und hohen Preisgefüges auf den Roh- und Werkstoffmärkten ein Bereinigtes EBIT über Vorjahresniveau, bei allerdings weiterhin hohem Importdruck und stark volatilen Rohstoffpreisen.

Unser Ziel ist es, mit einem deutlich positiven Jahresüberschuss das Eigenkapital weiter zu stärken; für das Geschäftsjahr 2017/2018 erwarten wir bei zurückgehenden Restrukturierungsaufwendungen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vorjahresergebnis nach Steuern, fortgeführte Aktivitäten: 271 Mio €).

Der tkVA des Konzerns sollte sich dementsprechend ebenfalls deutlich verbessern (Vorjahr: -651 Mio €).

Die Investitionen des Konzerns vor M&A werden sich im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich auf rund 1,5 Mrd € belaufen (Vorjahresinvestitionen, fortgeführte Aktivitäten: 1.535 Mio €).

Der FCF vor M & A des Konzerns (Vorjahr, fortgeführte Aktivitäten: -855 Mio €) sollte sich infolge der weiteren Ergebnisverbesserung und erwarteter rückläufiger Mittelbindung im Netto-Umlaufvermögen bei jedoch anhaltender Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen deutlich auf einen wieder positiven Wert verbessern.

Die Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen sowie die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung werden wir - auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit - bei der Erarbeitung unseres Dividendenvorschlags an die Hauptversammlung einbeziehen.

Chancen- und Risikobericht

Chancen

Unter Chancen verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche positive Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Chancenmanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen. Durch die Verknüpfung mit den Strategie-, den Planungs- und den Berichtsprozessen ist das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der strategischen und wertorientierten Unternehmensführung.

Gesamtaussage des Vorstands: thyssenkrupp mit Chancen als diversifizierter Industriekonzern

Für thyssenkrupp als diversifiziertem Industriekonzern eröffnen sich erhebliche Chancen aufgrund seiner zunehmenden Ausrichtung auf ertragsstarke Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte, die weniger volatil und kapitalintensiv sind als die Werkstoffgeschäfte. Vorteile im weltweiten Wettbewerb ergeben sich sowohl für unsere Kunden als auch für uns dadurch, dass wir uns auf Wachstumsregionen und -branchen konzentrieren und dort unsere Ingenieurkunst in den Anwendungsfeldern Mechanical, Plant und Materials gezielt einsetzen.

Signifikante Chancen bieten sich auch durch die frühere Umsetzung der geplanten "impact"-Maßnahmen und durch das profitable Wachstum in den Business Areas. Zugleich ergeben sich für uns große Chancen durch geschäftsfeldübergreifende Initiativen und die konsequente, systematische Nutzung der Verbundkraft des Konzerns.

Chancenmanagement-Prozess

Im strukturierten und konzernweit standardisierten Prozess des sogenannten Strategischen Dialogs erfassen alle Business Areas einmal im Jahr die Chancen aus relevanten Markt- und Techniktrends und diskutieren entsprechende Strategien. Wegen der engen Verzahnung des Chancenmanagements mit dem Strategischen Dialog haben Chancen strategischen Charakter und sind mittel- bis langfristig orientiert, sodass ihre Relevanz teilweise weit über den jeweiligen Prognosezeitraum hinausreicht.

Im Anschluss an den Strategischen Dialog erfassen alle Business Areas in der operativen Planung und der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen zu können. Wie diese Elemente in die Standardberichte eingebettet sind, können Sie der Grafik "Chancen- und Risikoreporting bei thyssenkrupp" im Abschnitt "Risiken" entnehmen.

In das Management unserer Chancen sind alle Entscheidungsträger des Konzerns eingebunden -vom Vorstand der thyssenkrupp AG über die Vorstände der Business Areas und Geschäftsführungen der Konzernunternehmen bis hin zu den regional Verantwortlichen und den Projektleitern mit Marktverantwortung. Die Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der thyssenkrupp Netzwerkorganisation sind klar definiert und voneinander abgegrenzt. Diese strukturierte Einbindung einer Vielzahl von Experten in die Entscheidungsfindung im Konzern gewährleistet, dass Chancen zuverlässig erkannt und systematisch genutzt werden.

Strategische Chancen des Konzerns

Unsere Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. In einem volatilen Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch künftig mit wettbewerbsfähigen Lösungen begegnen zu können.

Als Konzern sehen wir Chancen insbesondere in Verbundeffekten, die im Zusammenspiel zwischen den Business Areas, den Regionen und den Konzernfunktionen entstehen. Forschung und Entwicklung beispielsweise betrachten wir integriert: Wir bündeln unsere Kompetenzen in konzernübergreifenden Projekten und Kooperationen mit ausgewählten Forschungseinrichtungen und mit unseren Kunden. Große Chancen bestehen darin, neue Produkte auf der Basis eines genauen Verständnisses der Kundenbedürfnisse zu entwickeln und so einen echten Mehrwert mit einem attraktiven Kosten-Nutzen-Verhältnis für uns und unsere Partner zu schaffen.

thyssenkrupp steht für effiziente Prozesse und Produktionsverfahren, die auf eine hohe Produktqualität zielen. Viele unserer Anlagen setzen zudem weltweit Standards bei Ressourceneffizienz und Umweltschutz. Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bislang getrennte Wertschöpfungsketten immer stärker miteinander verzahnt. Denn neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle lassen sich am besten in einem Verbund aus verschiedenen Kompetenzen entwickeln. thyssenkrupp hat hier dank seiner Vielfalt an Technologien einen strukturellen Vorteil. Über aktuelle Verbundinnovationen berichten wir ausführlich im Kapitel "Technologie und Innovationen".

Darüber hinaus ergeben sich aus unserer Sicht Chancen aus der konsequenten und fokussierten Fortführung unserer bereits in den Vorjahren gestarteten Konzernprogramme. Wir arbeiten weiter an einem höchst effizienten Einkauf und harmonisieren unsere Geschäftsprozesse sowie unsere IT-Infrastruktur. Unser Konzernprogramm "impact" bleibt eine wichtige Grundlage für unsere Strategische Weiterentwicklung und trägt - zusammen mit geschäfts- und themenspezifischen Programmen -wesentlich und nachhaltig dazu bei, die Effizienz des Konzerns über alle Business Areas und Konzernfunktionen hinweg zu steigern und die Kosten zu senken.

Bei unseren Entwicklungsprojekten berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen hierzu und zu anderen Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiken". Über unsere Unternehmensstrategie und mögliche Chancen aus dem geplanten Joint Venture mit Tata Steel in unserem Stahlbereich informieren wir Sie umfassend im Kapitel "Grundlagen des Konzerns".

Operative Chancen der Business Areas

Components Technology - Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Business Area Components Technology ist wesentlich bedingt durch die Entwicklung der individuellen Mobilität und des Gütertransports. In beiden Bereichen steigt der Bedarf. Daraus ergeben sich für uns als Entwicklungspartner sowie Komponenten- und Modullieferant der Automobilindustrie weltweit Wachstumschancen. Das gilt insbesondere für die aufstrebenden Märkte in Asien und Amerika, wo wir uns mit neuen Produktionsstätten gut aufgestellt haben. Den weltweiten Trend einer möglichst effizienten und umweltfreundlichen Art der Mobilität, die auch die anspruchsvollen politischen Vorgaben zur Reduzierung von Fahrzeugemissionen einhält, können wir mit unseren Produkten nachhaltig begleiten. Bei den dabei relevanten Themen wie Leichtbau oder Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Antriebstechnologien bieten wir unseren Kunden Lösungen auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten daran, unseren Vorsprung stetig auszubauen. Mit der Weiterentwicklung unserer Chassissysteme schaffen wir die Voraussetzungen für neue Ansätze und Lösungen bei innovativen Fahrwerkskonzepten. Damit wollen wir den Weg hin zu stärker automatisiertem bzw. autonomem Fahren aktiv mitgestalten. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir hier in allen Fahrzeugklassen.

In der Windindustrie eröffnen sich Wachstumspotenziale sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich. Die Windkraft gehört weltweit zu den am schnellsten und nachhaltigsten wachsenden erneuerbaren Energien. In Europa wird diese Entwicklung durch die verpflichtenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich unterstützt. Der technologische Trend hin zu immer größeren und effizienteren Windkraftanlagen verstärkt die Nachfrage nach leistungsfähigen Komponenten, die wir mit unserem weltweiten Produktionsnetzwerk bedienen. Zusätzlich profitieren wir vom sogenannten Repowering der Windkraftanlagen; dabei werden Windturbinen der ersten Generationen nach und nach durch modernere, leistungsstärkere Anlagen ersetzt.

Sollten sich das relevante Markt- und Branchenumfeld - insbesondere die Automobilmärkte - oder die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme besser als erwartet entwickeln oder sollte sich der weitere Hochlauf unserer neuen Werke beschleunigen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Elevator Technology - Die Märkte für Aufzüge, Fahrtreppen, Fahrsteige, Fluggastbrücken sowie Treppen- und Plattformlifte bieten in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung attraktive Wachstums- und Gewinnchancen für die Business Area Elevator Technology. Durch die breitgefächerte Produktpalette, die sowohl Standardanlagen und individuelle Kundenlösungen als auch umfassende Service- und Modernisierungspakete umfasst, sowie die lokale Präsenz durch mehr als 50.000 Mitarbeiter an über 900 Standorten kann die Business Area weltweit neue Markt- und Kundenpotenziale erschließen.

Mit innovativen Produkten und Servicelösungen streben wir an, die höchsten technischen und ökologischen Kundenanforderungen zu erfüllen. Mit MAX, der ersten cloudbasierten Wartungslösung der Branche, erhöhen wir den Digitalisierungsgrad und die Effizienz unseres Servicegeschäfts und können dadurch zusätzliche Wettbewerbsvorteile schaffen.

Zudem rechnen wir mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit von Elevator Technology durch die Umsetzung der im Rahmen von "impact" definierten Maßnahmen.

Sollte sich die Weltwirtschaft - insbesondere die Bauindustrie - besser entwickeln als erwartet oder sich die Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramme als noch effektiver als gedacht herausstellen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Industrial Solutions - Wenn wir unsere innovativen Technologien weiter fördern, können sich für die Business Area Industrial Solutions weltweite Wachstumschancen im schlüsselfertigen Anlagenbau und bei Serviceleistungen ergeben, und zwar trotz des eingetrübten Investitionsklimas, der höheren Wettbewerbsintensität und politischer Unsicherheiten auf den relevanten Märkten. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Wachstumschancen auf unseren Märkten konsequenter zu nutzen, treiben wir die Regionalisierung unseres Geschäfts weiter voran. Zugleich standardisieren und optimieren wir unsere Methoden in der Auftragsabwicklung kontinuierlich. Dabei arbeiten wir in einem globalen Engineering-Netzwerk, um eine optimale Auslastung zu gewährleisten. Alle Initiativen in diesem Zusammenhang bündeln wir in unserem Transformationsprogramm "planets". Für dieses Programm haben wir in der gesamten Business Area Beschleunigungsmaßnahmen und Fokusthemen definiert.

Im Marinebereich bieten in den nächsten Jahren neben Aufträgen für die deutsche Marine insbesondere U-Boot-Projekte für den Export eine gute Marktperspektive. Sollten unsere weltweit laufenden Kampagnen für mehrere U-Boot-Programme erfolgreich sein, wird sich dies günstig auf Auftragsbestand und Auslastung auswirken.

Wenn sich das relevante Markt- und Branchenumfeld, die Effizienzsteigerungs- bzw. Wachstumsprogramme, die Investitionsneigung unserer Kunden oder die Auftragsabwicklung besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Materials Services - Für die Geschäftsaktivitäten von Materials Services gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung, da Produzenten und Verarbeiter sich stärker auf ihre originären Aufgaben konzentrieren. Vermehrt übernimmt Materials Services auch das Management der Lieferkette seiner Kunden. Höhere Dienstleistungsanteile bieten Materials Services in der Regel auch eine höhere Rentabilität in einem volatilen Roh- und Werkstoffmarkt. Chancen für die Business Area ergeben sich daher durch konsequente Kundenorientierung, spezifisches Markt- und Branchenwissen, ein weltweites Netzwerk sowie ein breites Know-how im Projektmanagement.

Für Materials Services bietet die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung passgenauer digitaler Lösungen - etwa unserer B2B-Portale - viele Chancen, um für unsere Kunden ein noch besserer und effizienterer Partner zu sein. Materials Services treibt die digitale Transformation der Business Area kontinuierlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Vernetzte Zusammenarbeit sowie interaktive Prozesse gehören heute bereits in zahlreichen Bereichen zum Alltag - von der Logistik über die Lagerhaltung, die Anlagenauslastung und den Einkauf bis hin zur Verwaltung. Bei den Angeboten von Materials Services stehen die Kunden und ihre individuellen Bedürfnisse im Fokus.

Materials Services hat im Rahmen seines Programms "focusX" Chancen identifiziert und umfassende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Kosten- und Ergebnissituation definiert. Wichtige Elemente sind dabei die weitere strukturelle Optimierung des deutschen Werkstoff-Lager- und Dienstleistungsgeschäfts, die Bündelung von Einkaufsaktivitäten sowie die Business-Area-weite Implementierung einer Projektmanagementorganisation für die strukturierte und nachhaltige Umsetzung von Verbesserungspotenzialen.

Durch die weit fortgeschrittene Umsetzung der Optimierungsprogramme für AST, insbesondere bei Produktion, Einkauf und Vertrieb und den Turnaround im Berichtsjahr, eröffnen sich weitere Chancen in diesem Geschäftsfeld.

Sollten sich das relevante Werkstoffumfeld, die Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogramme oder die Vertriebsinitiativen besser als erwartet entwickeln, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat übertreffen.

Steel Europe - Die Business Area Steel Europe ist auf das Marktsegment des hochwertigen Qualitätsflachstahls in Europa fokussiert, dessen Entwicklung wesentlich vom Verlauf der europäischen Konjunktur abhängt.

Daneben ergeben sich auch aus der zunehmenden Digitalisierung der Stahlwertschöpfungskette Chancen für Steel Europe, sowohl durch die zunehmende Vernetzung der Produktion als auch durch die Möglichkeit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle. Diese Potenziale sollen im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Strategieprogramms "one steel" gehoben werden.

Gleichzeitig sieht "one steel" auch eine Stärkung der technischen Fähigkeiten von Steel Europe durch gezielte Investitionen vor und erlaubt so die Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios gemäß den Ansprüchen des Marktes.

Insgesamt ist Steel Europe damit auch in einem schwierigen Marktumfeld gut aufgestellt, um an den wesentlichen weltweiten Trends - Urbanisierung, zunehmende Mobilität und effizienterer Einsatz knapper Ressourcen -, die den Einsatz intelligenter Stahlprodukte erfordern, dauerhaft teilzuhaben.

Sollten sich die im Rahmen von "one steel" definierten Maßnahmen sowie das relevante Stahlmarktumfeld besser als erwartet entwickeln und sich insbesondere der Importdruck abschwächen, besteht die Chance, dass wir unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen übertreffen.

Risiken

Unter Risiken verstehen wir bei thyssenkrupp eine mögliche negative Prognose- bzw. Zielabweichung aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen. Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Risiken. Durch seine Verknüpfung mit den Planungs- und Berichtsprozessen im Controlling ist das Risikomanagement ein wichtiger Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung und geht weit über die gesetzlich geforderte Risikofrüherkennung hinaus. Ein effizientes, vorausschauendes Risikomanagement dient somit auch den Interessen der Kapitalgeber und anderer Stakeholder.

Gesamtaussage des Vorstands: Risiken bei thyssenkrupp weiter reduziert, Bestand des Konzerns gesichert

Das Risikoprofil des Konzerns hat sich im Berichtsjahr weiter verbessert; insbesondere der Verkauf von Steel Americas hat zu einer signifikanten Reduzierung steuerlicher und operativer Risiken geführt. Unser transparentes und systematisches Risikomanagement hat mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern gesorgt.

Aus heutiger Sicht liegen keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken vor.

Risikostrategie und Risikopolitik

Unsere Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Denn unternehmerischer Erfolg setzt voraus, dass Chancen wahrgenommen und damit verbundene Risiken erkannt und bewertet werden. Unternehmerische Risiken müssen bewusst und eigenverantwortlich getragen sowie aktiv gesteuert werden. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.

In seiner "Governance, Risk and Compliance (GRC)-Policy" hat thyssenkrupp die Grundlagen für die Unternehmensführung und Risikosteuerung definiert. Hier sind auch die allgemeingültigen und übergreifenden risikopolitischen Grundsätze des Konzerns als Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, konzernweit einheitliches, aktives Risikomanagement beschrieben. Die Grundsätze orientieren sich am Leitbild des thyssenkrupp Konzerns und an den strategischen Zielen der einzelnen Geschäftsmodelle; sie dienen als Leitlinien für einen sachgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit Risiken.

Ziel des Risikomanagements bei thyssenkrupp ist, das Risikobewusstsein auf allen Unternehmensebenen zu erhöhen und eine wertorientierte Risikokultur zu etablieren. Deshalb werden Risiken und Chancen im Konzern transparent aufbereitet und systematisch in unternehmerische Entscheidungen einbezogen.

Risikomanagement-Prozess

Wir entwickeln das Risikomanagementsystem des Konzerns kontinuierlich weiter, indem wir uns am international anerkannten COSO-Modell orientieren und es mit unserem internen Kontrollsystem verzahnen. Bei der Weiterentwicklung der Systeme setzen wir zeitnah Vorgaben und Anregungen des Vorstands und des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats um. In der GRC-Policy haben wir die Methodik unseres Risikomanagementsystems in das Modell der drei Abwehrlinien eingebettet. Details dazu können Sie dem Corporate-Governance-Bericht entnehmen.

Das Konzern-Risikomanagement hat die Aufgabe, das Risikomanagementsystem kontinuierlich in Richtung Best Practice weiterzuentwickeln und bei Bedarf an neue Erkenntnisse und Anforderungen anzupassen. Alle verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagement-Prozess haben wir in der Konzernrichtlinie Risikomanagement einheitlich definiert.

Die Teilprozesse des Risikomanagements sind: erstens Risiken frühzeitig erkennen und berichten, zweitens Risiken einheitlich bewerten, drittens Risiken steuern und Maßnahmen entwickeln sowie viertens Risiken überwachen und die Umsetzung der Maßnahmen verfolgen. Die verschiedenen Risikomanagement-Instrumente sind effizient so ausgestaltet, dass die Teilprozesse in einen kontinuierlichen Risikomanagement-Kreislauf integriert und alle Risikoverantwortlichen angemessen in den Risikomanagement-Prozess eingebunden sind. Unsere Methoden und Werkzeuge für die Erkennung, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung haben wir konzernweit implementiert und verbessern wir fortlaufend.

Die organisatorische Verankerung des Konzern-Risikomanagements im operativ und strategisch ausgerichteten Controlling ermöglicht eine in die Planungs- und Berichtsprozesse integrierte, ganzheitliche Ausgestaltung des Risikomanagementsystems. Das Hauptaugenmerk bei unseren Risikomanagement-Instrumenten liegt auf Abweichungen bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M&A". Die folgende Grafik skizziert unsere Ansätze, die im Anschluss kurz erläutert werden:

CHANCEN- UND RISIKOREPORTING BEI THYSSENKRUPP

Die nicht in der monatlich aktualisierten Hochrechnung bzw. im Budget berücksichtigten Chancen und Risiken sind Teil der Standardberichterstattung der Business Areas. Die regelmäßige Diskussion zu Chancen und Risiken leistet einen wesentlichen Beitrag zur integrierten unterjährigen Geschäftssteuerung und zur Unternehmensplanung, indem Bandbreiten bei den Kernsteuerungsgrößen "Bereinigtes EBIT" und "Free Cashflow vor M&A" bezogen auf das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr aufgezeigt werden.

Im Planungsprozess und bei besonderen Anlässen betrachten wir darüber hinaus gesamtwirtschaftliche Klumpenrisiken; die Grundlage hierfür sind konzernweite Risikoszenarien unter Berücksichtigung zentral vorgegebener Wirkungszusammenhänge und Risikoprämissen. Diese Risikoszenarien befassen sich vor allem mit Wachstumseinbrüchen in wesentlichen Volkswirtschaften sowie mit anderen exogenen Schocks und ihren Auswirkungen auf thyssenkrupp.

Um relevante Ereignisrisiken im jeweiligen Verantwortungsbereich strukturiert zu erfassen, nutzen alle konsolidierten Konzerneinheiten weltweit eine einheitliche IT-Risikomanagement-Anwendung, mit der sie die Risikoinventur durchführen. Damit ist gewährleistet, dass Ergebnis- und Cash-Risiken mit Einfluss auf unsere Kernsteuerungsgrößen dezentral von den operativen Risikoverantwortlichen erfasst und im Rahmen von Freigabe- und Aggregationsprozessen über die Vorstände der Business Areas bis zur Konzernspitze gemeldet werden. Der Betrachtungszeitraum der Risikoinventur geht über den Betrachtungszeitraum der Prognose hinaus; dadurch ist eine umfassende Transparenz der dezentralen Risikoeinschätzungen gegeben. Mit der regelmäßigen Bottom-up-Erhebung und Aktualisierung der Risiken stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Risikobewusstsein im Konzern flächendeckend auf einem hohen Niveau bleibt.

Auch Risiken, die bereits über Rückstellungen bilanziell berücksichtigt wurden, sind Bestandteil standardisierter Analysen und der Berichterstattung im Konzern-Risikomanagement. Damit stellen wir auch für diese Risiken eine systematische Steuerung sicher.

Über auftretende Risiken aus besonderem Anlass werden die Risikomanagement-Verantwortlichen unverzüglich informiert. Diese Risiken werden zusätzlich über die etablierten Berichtswege dokumentiert.

Durch die standardisierten Risikomanagement-Prozesse stellen wir sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat zeitnah und strukturiert über die jeweils aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert werden. Trotz der umfassenden Analyse von Risiken kann deren Eintreten aber nicht systematisch ausgeschlossen werden.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Das Risikomanagement bei thyssenkrupp ist ein kombinierter Top-down-/Bottom-up-Prozess. Die verbindlichen Systemvorgaben werden vom Konzern "top down" formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt "bottom up" bei den fachlich Verantwortlichen in den operativen Einheiten.

Die materiellen Konzernrisiken präsentieren und plausibilisieren wir einmal pro Quartal im interdisziplinär besetzten "Risk and Internal Control Committee" (RICC) unter Leitung des Finanzvorstands. Das ist zugleich die Vorbereitung für die anschließende Risikoberichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss. An den Sitzungen des RICC nehmen alle Governance- bzw. Risiko- und Compliance-Konzernverantwortlichen teil. Durch diese Verzahnung von Disziplinen auf Gremienebene leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Corporate-Governance-Prozesse im Konzern.

Die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter werden regelmäßig zu den einzelnen Instrumenten geschult; wir nutzen unter anderem unsere konzernweite internetbasierte Risikomanagement-Anwendung, um ihnen die passenden Informationen und entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse der Risikoinventur werden von Internal Auditing als Baustein für die risikoorientierte Prüfungsplanung verwendet. Die darauf aufbauenden Revisionsprüfungen tragen zur effizienten Überwachung des Risikomanagementsystems bei und liefern Erkenntnisse, mit denen wir die Qualität der Informationsinhalte erhöhen und den Umgang mit Risiken im Konzern weiter verbessern können.

Risikobewertung

Erkannte Risiken werden nach Vorgaben des Konzern-Risikomanagements einheitlich bewertet: Auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen gemessen an den Kernsteuerungsgrößen im Planungszeitraum leiten wir gemäß der folgenden Grafik Risikoklassen ab. Die wesentlichen Einzelrisiken in definierten Risikokategorien, auf die wir in den folgenden Abschnitten eingehen, ordnen wir gemäß dieser Systematik in die Kategorien hoch, mittel oder gering ein:

RISIKOKLASSEN BEI THYSSENKRUPP

Risikosteuerung

Alle konsolidierten Konzerneinheiten sind verpflichtet, im Zuge der Risikoinventur Maßnahmen zur Steuerung der einzelnen identifizierten und im dreijährigen Planungszeitraum bewerteten Risiken zu formulieren und anschließend deren Umsetzung systematisch nachzuverfolgen.

Die Risikodarstellung bei thyssenkrupp folgt der Nettomethode, das heißt, sie berücksichtigt bereits ergriffene Maßnahmen der Risikosteuerung, die das Bruttorisiko reduzieren.

RISIKOSTEUERUNGSMASSNAHMEN BEI THYSSENKRUPP

Wir verhindern Risiken, indem wir unsere risikopolitischen Grundsätze anwenden und keine Geschäfte tätigen, wenn sie gegen Verhaltensgrundsätze und Konzernrichtlinien von thyssenkrupp verstoßen. Dazu gehören in erster Linie das Null-Toleranz-Prinzip bei Compliance-Sachverhalten sowie das Spekulationsverbot gemäß unserer Konzernrichtlinie Corporate Finance.

Wir übertragen Risiken, wenn das finanzielle Risiko durch zentrale Maßnahmen wie den Abschluss von Versicherungen minimiert werden kann. Näheres können Sie dem nachfolgenden Abschnitt zum Risikotransfer entnehmen.

Wir reduzieren Risiken, indem wir geeignete Maßnahmen zielgerichtet umsetzen und beispielsweise auch ein funktionsfähiges internes Kontrollsystem stetig verbessern. Näheres zu den einzelnen Initiativen können Sie den Abschnitten "Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess" und "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Risikotransfer

Bei uns im Konzern organisieren wir den Risikotransfer auf Versicherungen zentral bei der thyssenkrupp AG. Umfang und Gestaltung des Versicherungsschutzes leiten sich aus strukturierten Risikobewertungen ab. Mit ihnen werden in den Konzernunternehmen versicherbare Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Schutzkonzepte reduziert bzw. beseitigt. Ein ausgewogenes Anbieterportfolio reduziert das Risiko insolvenzbedingter Ausfälle von Versicherern.

Für alle Konzernunternehmen gelten verbindliche Standards, um die Risikoprävention auf einem nachhaltigen und angemessen hohen Niveau zu halten. Diese Standards werden von Experten aus allen Teilen des Konzerns unter Leitung der thyssenkrupp AG entwickelt und nach Bedarf aktualisiert. Interne und externe Auditoren prüfen regelmäßig ihre Einhaltung.

Internes Kontrollsystem im Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten hat das Ziel, die Sicherheit und Effizienz der Geschäftsabwicklung, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Übereinstimmung aller Aktivitäten mit Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten. Ein effektives und effizientes internes Kontrollsystem ist entscheidend für die erfolgreiche Steuerung von Risiken in unseren Geschäftsprozessen.

Im Zuge der Harmonisierung der Geschäftsprozesse bei thyssenkrupp entwickeln wir konzernweit auch die Anforderungen an das interne Kontrollsystem kontinuierlich weiter und nutzen dafür eine standardisierte Risiko-Kontroll-Matrix und einen strukturierten Selbstbewertungsprozess.

Im Rechnungslegungsprozess tragen verschiedene Überwachungsmaßnahmen und Kontrollen dazu bei, dass der Konzernabschluss regelungskonform erstellt wird. Für die Konsolidierung nutzen wir ein Konzernsystem, das auf Standardsoftware basiert. Dadurch ist ein einheitliches Vorgehen gewährleistet und zugleich wird das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung und der externen Berichterstattung minimiert. Eine angemessene Funktionstrennung und die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips reduzieren das Risiko von dolosen Handlungen.

thyssenkrupp hat die Teilprozesse der Finanzberichterstattung eindeutig definiert und mit klaren Verantwortlichkeiten belegt. Die Konzernfunktion Controlling, Accounting & Risk ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben für die dezentralen Einheiten. Dadurch gewährleisten wir konzerneinheitliche Rechnungslegungspraktiken mit möglichst geringen Ermessensspielräumen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Bilanzpositionen. Konzerneigene Shared Servicecenter unterstützen die dezentralen Einheiten bei der Erstellung lokaler Abschlüsse. Alle in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Im Konsolidierungsprozess führen wir bei unseren relevanten IT-Systemen auf zentraler Ebene regelmäßig Systemsicherungen durch, um Datenverluste und Systemausfälle möglichst zu vermeiden. Zum Sicherungskonzept gehören darüber hinaus systemtechnische Kontrollen, manuelle Stichprobenprüfungen durch erfahrene Mitarbeiter sowie maßgeschneiderte Berechtigungen und Zugangsbeschränkungen.

Internal Auditing prüft regelmäßig die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems und ist somit in den Gesamtprozess eingebunden.

Durch diese aufeinander abgestimmten Prozesse, Systeme und Kontrollen stellen wir hinreichend sicher, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den IFRS, dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen abläuft und zuverlässig ist.

Risikokategorisierung

Zur Strukturierung der Risikoarten haben wir die nächsten Abschnitte in den folgenden Clustern kategorisiert:

Risiken aus externen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Risiken aus operativer Tätigkeit

Risiken aus externen Rahmenbedingungen:

Zu den externen Risiken zählen wir im Wesentlichen Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie regulatorische Risiken.

Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für thyssenkrupp relevanten Märkten ausbleiben und die Wachstumsraten hinter den volkswirtschaftlichen Prognosen zurückbleiben, sind das konjunkturelle Risiken für unsere Geschäftsmodelle.

In Europa bestehen Unsicherheiten mit Blick auf die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien sowie europakritische Entwicklungen in einzelnen Mitgliedsstaaten. Auch sind einzelne Schuldenkrisen im Euro-Raum ungelöst, so dass eine Vertrauenskrise in Bezug auf die Institutionen der EU und niedrigere Wachstumsraten in den europäischen Volkswirtschaften denkbar sind.

Der politische Kurs und das Haushaltsdefizit der USA, geringere Wachstumsraten in China, eine länger andauernde Rezession in Schwellenländern wie Brasilien oder exogene Schocks wie weitere Gewalteskalationen in Krisenregionen können einen großen Einfluss auf die Weltkonjunktur haben; ihnen könnte sich auch thyssenkrupp nicht entziehen. Bei starker Ausprägung eines eventuellen exogenen Schocks sind die einzelnen Konjunkturrisiken als mittel einzuschätzen. Die entsprechenden länderspezifischen Rahmenbedingungen beobachten wir kontinuierlich anhand umfangreicher Frühwarnindikatoren. Wir simulieren in konzernweiten Risikoszenarien die Effekte geringerer Wachstumsraten und veränderter Wechselkursrelationen für unsere Geschäftsmodelle, um bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen zur Risikominimierung einleiten zu können.

Unsere ausführliche aktuelle Konjunktureinschätzung können Sie dem Kapitel "Makro- und Branchenumfeld" entnehmen.

Regulatorische Risiken - Aus neuen Gesetzen und anderen veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können sich Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten ergeben, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern für thyssenkrupp mit höheren Kosten oder spezifischen sonstigen Nachteilen direkt oder im Hinblick auf unsere Wertschöpfungskette verbunden sind. Insgesamt stufen wir die regulatorischen Risiken für thyssenkrupp als mittel ein.

Als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern sehen wir bei energie- und klimabezogenen Regularien Risiken für die Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zusätzlichen Kosten nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben können. thyssenkrupp unterstützt zielführende Klimaschutzbemühungen und eine nachhaltige Energiewende, in der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gleichberechtigte Ziele sind. Wir begleiten die relevanten Diskussionsprozesse zu Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und kooperieren auch mit den lokalen Wirtschaftsverbänden, um mögliche Risiken, etwa weiter steigende Energiekosten, zu reduzieren. Konkrete Risiken, die sich für Steel Europe in diesem Zusammenhang ergeben, können Sie dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Weitere regulatorische Risiken können sich aus steuerlichen Rahmenbedingungen ergeben, die sich im Zeitablauf verändern oder bei denen Rechtsunsicherheit besteht. So werden steuerliche Vergünstigungen in Einzelfällen in gerichtlichen Verfahren verfassungsrechtlich überprüft. Sollte es im Ergebnis zu einer Aufhebung und/oder Einschränkung der Vergünstigungen kommen, sind Steuernachzahlungen nicht auszuschließen. Im konkreten Fall der derzeitigen verfassungsrechtlichen Überprüfung von in der Vergangenheit gewährten steuerlichen Vergünstigungen für thyssenkrupp CSA haben wir mit dem Verkauf des brasilianischen Stahlwerkes an Ternium im Falle einer negativen Entscheidung der Gerichte eine Risikoteilung mit dem Erwerber vereinbart.

Finanzwirtschaftliche Risiken:

Zu den zentralen Aufgaben der thyssenkrupp AG zählt es, den Finanzbedarf innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhängigkeit des Gesamtunternehmens sicherzustellen. Um dies zu erreichen, optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen die finanzwirtschaftlichen Risiken. Die in dieser Risikokategorie identifizierten Einzelrisiken sind nachfolgend dargestellt und als gering zu bewerten.

Ausfallrisiken - Wir schließen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten ab, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Dabei werden Geschäfte nur im Rahmen vorgegebener Kontrahentenlimite getätigt. Im Liefer- und Leistungsgeschäft werden Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend von den Konzernunternehmen überwacht; teilweise sind sie zusätzlich über Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonität von Großkunden.

Liquiditätsrisiken - Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, halten wir auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die thyssenkrupp AG sowie spezielle Auslandsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Poolings werden die Mittel bedarfsgerecht intern an Konzerngesellschaften weitergeleitet.

Marktrisiken - Eine Reihe von Kontrollmaßnahmen begrenzen die Schwankungen der Zeitwerte oder künftiger Zahlungsströme aus Finanzinstrumenten wegen Marktänderungen oder schalten diese ganz aus. Hierzu gehören im Wesentlichen außerhalb der Börse gehandelte Devisentermingeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und Warentermingeschäfte mit Banken und Handelspartnern. Die Warenpreise werden darüber hinaus auch durch börsengehandelte Futures abgesichert. Außerdem überwachen wir umfassend den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Die Kontrollen basieren auf verschiedenen Richtlinien und finden im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung statt.

Währungsrisiken - Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen - vor allem in US-Dollar - zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien für das Devisenmanagement entwickelt. Grundsätzlich müssen alle Gesellschaften des Konzerns Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern. Dazu wird im Wesentlichen unsere zentrale Sicherungsplattform genutzt. Translationsrisiken, also Bewertungsrisiken für Bilanzbestände aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen, werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Zinsrisiken - Um unseren Kapitalbedarf zu decken, haben wir Liquidität an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten in verschiedenen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ändern. Aufgabe unseres zentralen Zinsmanagements ist es, dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern und zu optimieren. Für die Steuerung erstellen wir deshalb regelmäßig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem einfließen.

Zum Cluster "Finanzwirtschaftliche Risiken" zählen wir darüber hinaus Bewertungsrisiken und Risiken aus Pensionsverpflichtungen.

Bewertungsrisiken - Aktives Portfoliomanagement ist einer der Eckpfeiler unserer Strategischen Weiterentwicklung. Unternehmensverkäufe und -käufe sowie Restrukturierungen innerhalb unserer bestehenden Geschäftsaktivitäten sind mit Abwicklungsrisiken verbunden, und unsere strategischen Geschäftseinheiten werden regelmäßig auf Wertberichtigungsbedarf hin überprüft. Die in dieser Kategorie identifizierten Risiken, die wir jeweils als mittel bewerten, überwachen wir kontinuierlich und bilden bei Bedarf bilanzielle Vorsorge.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen - Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermögen ist Kapitalmarktrisiken unterworfen. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen mit Unterstützung durch unabhängige Experten ausgewählt und gewichtet. Teile der Kapitalanlagen werden zudem in ausgewählten Ländern für Zwecke der Risikosteuerung an der Struktur der Versorgungsverpflichtungen ausgerichtet (Liability Driven Investment).

Im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionen ist thyssenkrupp dem Risiko fallender Zinssätze ausgesetzt. Sinkende Diskontierungssätze für Pensionsverpflichtungen führen dazu, dass die Pensionsrückstellungen weiter steigen und das Eigenkapital belasten.

Bei Pensionsverpflichtungen bestehen Risiken aufgrund der höheren Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie aufgrund von Verpflichtungen, die Rentenhöhe regelmäßig anzupassen. Außerdem könnten in einigen Ländern die Zahlungen an Pensionsfonds aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen künftig beachtlich steigen. In Einzelfällen kann bei vorzeitiger Auflösung eines Pensionsplans eine zusätzliche Zuführung erforderlich werden.

Insgesamt siedeln wir die Risiken aus den Pensionsverpflichtungen im mittleren Bereich an.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken:

Zu den rechtlichen und den Compliance-Risiken zählen wir Prozessrisiken, Compliance-Risiken mit dem Schwerpunkt Kartell- und Korruptionsverstöße sowie Risiken aus Handelsbeschränkungen.

Prozessrisiken - Als Prozessrisiken definieren wir passive anhängige oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten oder passive behördliche oder verwaltungsgerichtliche Verfahren gegen thyssenkrupp.

Im thyssenkrupp Konzern werden Prozessrisiken systematisch vierteljährlich mittels eines Softwaretools erfasst, kategorisiert, ausgewertet und im Rahmen der etablierten Risikomanagement-Prozesse an den Vorstand und den Prüfungsausschuss berichtet. Bei Ansprüchen, die Dritte geltend machen, prüfen wir sorgfältig, ob sie begründet sind. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet; bei Bedarf mandatieren wir externe Anwälte.

Es bestehen nach derzeitiger Einschätzung - mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Compliance-Risiken - keine Prozessrisiken, die im Einzelfall oder kumuliert als hohes Risiko einzustufen sind. Unter den kumulierten Prozessrisiken sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten von mehreren Anspruchstellern/Klägern und aus behördlichen Verfahren gegen thyssenkrupp zusammengefasst, die auf dem gleichen Sachverhalt beruhen und als einheitliches Prozessrisiko klassifiziert werden können. Über weitere Prozessrisiken, für die wir eine Rückstellung gebildet haben oder die als Eventualverbindlichkeit zu klassifizieren sind, berichten wir im Anhang (Nr. 15 und 20).

Compliance-Risiken - Mit unserem strikten Compliance-Programm begegnen wir insbesondere dem Risiko von Kartell- und Korruptionsverstößen, da diese ein enormes Schadenspotenzial haben, und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf Reputationsschäden. Compliance-Risiken insgesamt stufen wir daher allgemein als hoch ein.

Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Bremen gegen Atlas Elektronik wurde durch Erlass einer sogenannten Verfallsanordnung in Höhe von ca. 48 Mio € vollumfänglich abgeschlossen. Eine Geldbuße wurde nicht verhängt. Die Unterstützung der Ermittlungen sowie die Weiterentwicklung und Verankerung der Compliance- und Risikomanagement-Strukturen bei Atlas Elektronik wurden von der Staatsanwaltschaft positiv gewürdigt.

Die thyssenkrupp Steel Europe AG ist neben anderen Unternehmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen betreffend die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl. Ein weiteres Verfahren betreffend Edelstahl wurde im Oktober 2017 gegen die thyssenkrupp Steel Europe AG eingestellt. Im Verdacht der noch laufenden Verfahren stehen insbesondere Absprachen bei der Festlegung von Zu- und Aufschlägen bei Stahlpreisen. thyssenkrupp nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat mit externer Unterstützung unverzüglich eine eigene interne Untersuchung der Vorgänge eingeleitet. Nach derzeitiger Erkenntnislage können wir erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen.

Risiken aus Handelsbeschränkungen - Wegen der weltweiten Ausrichtung der Geschäftstätigkeit ist thyssenkrupp Risiken ausgesetzt, die sich aus Handelsbeschränkungen wie Antidumping-/ Antisubventionszöllen, Exportbeschränkungen, besonderen Überwachungsmaßnahmen, Embargomaßnahmen, weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen bestimmte Länder, Personen, Unternehmen und Organisationen sowie aus anderen protektionistisch oder politisch motivierten Hemmnissen ergeben können.

Diese Beschränkungen können nicht nur unsere Geschäftsaktivitäten in einzelnen nationalen Märkten beeinträchtigen, sondern bei Verstößen zu teilweise erheblichen Strafen, Sanktionen sowie Reputationsschäden und Schadensersatzansprüchen führen. Wir achten deshalb konsequent darauf, die zoll- und exportkontrollrechtlichen Bestimmungen wie auch die sonstigen Handelsbeschränkungen einzuhalten.

Risiken aus operativer Tätigkeit:

Zu den Risiken aus operativer Tätigkeit zählen wir Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken, Absatzrisiken, Auftragsrisiken und auch Risiken der Informationssicherheit sowie Personalrisiken.

Beschaffungsrisiken - Um unsere qualitativ hochwertigen Produkte herstellen zu können, beschaffen wir Rohstoffe und andere Vormaterialien, aber auch Energie und Frachtkapazitäten. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marktsituation erheblich schwanken und unsere Kostenstrukturen belasten. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum unsere Produktion und die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährden kann. Die in dieser Kategorie identifizierten Einzelrisiken sind gering. Maßnahmen zur Margensicherung und alternative Beschaffungsquellen wirken diesen Risiken entgegen.

Zur Absicherung von Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein, im Wesentlichen Warentermingeschäfte. Für den Abschluss solcher Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Details zu diesen Risikofeldern finden Sie unter den finanzwirtschaftlichen Risiken.

Dem Risiko steigender Energiepreise begegnen wir durch eine strukturierte Energiebeschaffung. Wir wirtschaften nachhaltig und arbeiten konzernweit daran, Energie einzusparen und Reststoffe zu verwerten.

Weitere Einzelheiten zu den Beschaffungsrisiken können Sie auch dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Produktionsrisiken - In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Wir begegnen diesen Risiken mit laufender Instandhaltung sowie mit Modernisierungen und Investitionen in unsere Maschinen und Produktionsanlagen. Darüber hinaus schließen wir in angemessenem Umfang Versicherungen ab und transferieren so Risiken auf externe Dienstleister. Die verbleibenden finanziellen Risiken aus dieser Risikokategorie schätzen wir als mittel ein.

Im Rahmen der Produktion, aber auch der Installation, Wartung und Nutzung unserer Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur sowie ein umfassendes Maßnahmenbündel unserer Arbeitssicherheit zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen dazu bei, die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter und Subunternehmer zu minimieren. Vollständig verhindert werden können Unfälle mit diesen organisatorischen Maßnahmen dagegen nicht.

In unseren produzierenden Werken entsteht teilweise verfahrensbedingt das Risiko, dass Luft und Wasser verunreinigt werden. Darüber hinaus können auf konzerneigenen, heute nicht mehr genutzten Grundstücken Risiken aus Altlasten und Bergschäden durch frühere Geschäftsaktivitäten auftreten. thyssenkrupp investiert kontinuierlich und nachhaltig in Umweltschutz sowie planmäßige Sanierungsarbeiten und steht in engem Dialog mit Behörden, Nachbarschaft und Politik, um Risiken in diesem Zusammenhang zu minimieren. Für Altlasten bilden wir im bilanziell erforderlichen Ausmaß Rückstellungen.

Mit dem Verkauf unseres brasilianischen Stahlwerkes im Geschäftsjahr 2016/2017 sind die im Rahmen der Betriebstätigkeit anfallenden operativen Risiken entfallen. Dazu gehören im Wesentlichen auch die hier beschriebenen Risiken eines Produktionsausfalles.

Weitere Einzelheiten zu Produktionsrisiken können Sie ebenfalls dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Absatzrisiken - Die im Abschnitt "Risiken der künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" beschriebenen konjunkturellen Risiken können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Bei nachhaltigen Entwicklungen nehmen wir marktorientierte Anpassungen oder Kapazitätsverlagerungen vor.

Absatzrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit hoher technischer Kompetenz ist thyssenkrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung. Der hohe Diversifikationsgrad mit vielschichtigen Produkt- und Kundenstrukturen trägt dazu bei, dass thyssenkrupp weitgehend unabhängig von regionalen Krisen auf Absatzmärkten ist. Wir schätzen die Absatzrisiken daher als gering ein.

Weitere Einzelheiten zu Absatzrisiken sowie zu unserem professionellen Debitorenmanagement zur Begrenzung von Forderungsausfällen können Sie auch dem Abschnitt "Operative Risiken der Business Areas" entnehmen.

Auftragsrisiken - Die Abwicklung hochkomplexer Großaufträge mit langer Projektlaufzeit ist insbesondere in der Business Area Industrial Solutions eine der zentralen Herausforderungen. Kosten-und/oder Terminüberschreitungen in einzelnen Auftragsphasen sind dabei nicht auszuschließen. Einzelne identifizierte Auftragsrisiken bewerten wir aktuell zusammengenommen als mittel. Um diese Risiken zu minimieren, entwickeln wir unsere Steuerungsinstrumente kontinuierlich weiter. Ziel ist, noch besser über den aktuellen Auftragsstand informiert zu sein und bei Bedarf noch schneller projektspezifische Maßnahmen ergreifen zu können.

Vor Vertragsabschluss überprüfen wir die Bonität unserer Kunden sorgfältig und setzen für die anschließende Auftragsabwicklung erfahrene Projektmanager ein. Durch die transparente Aufbereitung des jeweils aktuellen Auftragsstands stellen wir zudem sicher, dass Zahlungen gemäß dem Auftragsfortschritt getaktet sind und so Zahlungsausfälle minimiert werden.

Risiken der Informationssicherheit - Unsere IT-gestützten Geschäftsprozesse sind verschiedenen Risiken der Informationssicherheit ausgesetzt, die wir als mittel bewerten. Aus menschlichen Fehlern, organisatorischen oder technischen Verfahren und/oder Sicherheitslücken bei der Informationsverarbeitung können Risiken entstehen, die die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Informationen gefährden. Wir überprüfen daher kontinuierlich unsere Prozesse und Technologien. Die Systeme werden bei Bedarf unmittelbar aktualisiert und Prozesse angepasst. Die IT-gestützte Integration unserer Geschäftsprozesse setzt zwingend voraus, dass die mit ihr verbundenen Risiken für unsere Konzernunternehmen und Geschäftspartner kontinuierlich minimiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn sich mit fortschreitender Digitalisierung gesamte Wertschöpfungsketten verändern werden.

Die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur großer deutscher Unternehmen durch Kriminelle und fremde Dienste nimmt weiter zu. In diesem Zusammenhang haben wir Maßnahmen getroffen, um unser Management der Informationssicherheit und die eingesetzten Sicherheitstechnologien weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt ist dabei der Schutz der Produktion vor unbefugten Zugriffen zwecks Spionage oder Sabotage. Bei der frühzeitigen Erkennung aktueller Risiken wirkt eine Gruppe von EDV-Sicherheitsfachleuten im Konzern unterstützend, die kontinuierlich ausgebaut wurde. Zusätzlich überprüft das Team "IT-Sicherheit" mit externer Unterstützung regelmäßig die Sicherheit der Infrastruktur durch Schwachstellenanalysen und ergreift notwendige Korrekturmaßnahmen.

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist für uns ein sehr wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang führen wir Kommunikationskampagnen durch und stellen die technische Unterstützung zur Gewährleistung von Vertraulichkeit sicher.

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen werden uns weiterhin ermöglichen, die Geschäftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphäre unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter zu schützen und angemessen auf mögliche neue Risiken zu reagieren.

Personalrisiken - thyssenkrupp will als diversifizierter Industriekonzern mit hoher Ingenieurkompetenz dauerhaft erfolgreich sein. Dazu benötigen wir in allen Geschäftseinheiten engagierte und hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte. Es besteht dabei das Risiko, solche Leistungsträger nicht in ausreichendem Maße für die Besetzung offener Stellen zu finden oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren, wobei wir die Ausprägung der einzelnen Personalrisiken insgesamt als mittel einstufen.

thyssenkrupp positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber und fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeiter an den Konzern. Dazu gehören eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven und attraktive Anreizsysteme. Wir beraten unsere Mitarbeiter zielgruppenorientiert, informieren interessierte Jugendliche frühzeitig über die Berufschancen bei thyssenkrupp und begleiten Auszubildende bei ihren ersten Schritten ins Arbeitsleben. Durch die Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitäten nehmen wir frühzeitig Kontakt mit qualifizierten Studenten auf, um den notwendigen Nachwuchs für uns zu gewinnen.

Operative Risiken der Business Areas

Components Technology - Die Business Area Components Technology ist als Zulieferer im Bereich der Automobil- und Industriekomponenten weltweit vertreten und daher von der Entwicklung der entsprechenden Märkte abhängig.

Components Technology besetzt im Bereich "Powertrain" weltweit führende Wettbewerbspositionen. Diese können durch die fortschreitende Elektrifizierung gefährdet werden. Die Business Area intensiviert daher ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich E-Mobility sowie bei der Entwicklung alternativer Produkte, um möglichen Umsatzrückgängen bei angestammten Produkten durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder entgegenzuwirken.

Für die Kernmärkte von Components Technology erwarten wir ein stabiles Wachstum in allen Produktsegmenten. Allerdings ist dieses mit einer hohen Prognoseunsicherheit belastet. Die Business Area trifft in China auf eine gute Marktsituation. Eine nachlassende Dynamik der Märkte in China könnte unsere Geschäftsaussichten gefährden. Die erhofften Wachstumsmärkte Brasilien und Südafrika entwickeln sich schwächer als erwartet. In den Vereinigten Staaten sind die Aussichten wegen des forcierten Einsatzes von Kohle als Energieträger sowie der Abkehr von umweltschonenden Energieträgern durch die US-Regierung eingetrübt. Mit einer Ausweitung der Kundenbasis, technischen Innovationen sowie einer Verstärkung der internationalen Präsenz wirkt die Business Area der Abhängigkeit von Teilmärkten entgegen.

Neben den konjunkturellen Risiken ergeben sich sowohl in der Automobilzulieferindustrie als auch im Windenergiesektor Risiken durch Konzentrationsprozesse und durch den weiter zunehmenden Preisdruck. Deutlich negative Auswirkungen auf den Absatz unserer Automobilkomponenten erwarten wir aufgrund der Abgaskrise bei Volkswagen derzeit nicht; der Preisdruck infolge der bereits öffentlich angekündigten Kostensenkungsprogramme dürfte hingegen zunehmen. Staatliche Regulierungsbestrebungen wie die Diesel-Verbotsdebatte oder mögliche Zölle für Automobilexporte von Mexiko in die USA stellen ein Risiko dar.

Risiken im Windenergiesektor ergeben sich grundsätzlich durch die Abhängigkeit von nationalen Fördersystemen. In Deutschland bestehen weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Netzanbindung und Finanzierung weiterer Offshore-Projekte. Diesem Risiko begegnen wir mit neuen Technologien und Innovationen zur Erschließung neuer Anwendungsgebiete. Gleichzeitig drücken die hohe Wettbewerbsintensität und eine immer häufigere Auktionierung von Projektvergaben weiterhin auf die Absatzpreise. Diesem Preisdruck begegnen wir mit Optimierungen und Effizienzsteigerungen im Rahmen des Konzernprogramms "impact".

Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken aus steigenden Vormaterialpreisen, die nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Durch eine entsprechende Gestaltung der Kundenverträge wirken wir diesem Risiko entgegen.

Im Hinblick auf laufende technologische Neu- und Weiterentwicklungen sind Risiken durch ungeplante Ergebnisbelastungen nicht auszuschließen. Hinzu kommen Risiken aufgrund unerwarteter Ausbringungs- und Qualitätsproblemen sowie der sich hieraus ergebenden Gewährleistungsverpflichtungen. Die Business Area ergreift umfangreiche Maßnahmen im Rahmen von Produktions- und Qualitätssicherungssystemen, um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu begrenzen.

Elevator Technology - Aufgrund der starken Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten bei Elevator Technology birgt die unsichere Lage der Weltwirtschaft Risiken, die sich vor allem in Forderungsausfällen und Projektverzögerungen niederschlagen können. Als zusätzlicher Effekt könnte die Wettbewerbsintensität auf allen Märkten zunehmen und zu verschärftem Preisdruck führen. Die Business Area wirkt diesen Tendenzen durch professionelles Projektmanagement in Verbindung mit umfassenden Bonitätsprüfungen der Kunden entgegen. Schutz vor starkem Preisdruck bieten zudem Kundenbindungsstrategien, eine hohe Servicequalität, Effizienzprogramme und nicht zuletzt innovative und nachhaltige Produktlösungen.

Sowohl das Service- als auch das Modernisierungsgeschäft sind weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Kundenbindungsstrategien helfen dabei, möglichen Verlusten von Wartungseinheiten entgegenzuwirken. Zudem werden in der Business Area kontinuierlich Effizienzprogramme umgesetzt, um steigende Personal- und Beschaffungskosten auszugleichen.

Das Neuanlagengeschäft kann hingegen aufgrund seiner Verzahnung mit dem Bausektor durchaus größeren Schwankungen unterliegen. Wegen der längeren Projektlaufzeiten in diesem Geschäftsfeld sind derartige Rückgänge jedoch weitgehend vorhersehbar; deshalb können wir hier frühzeitig Gegenstrategien entwerfen und Kapazitätsanpassungen vornehmen. Vor allem bei der Abwicklung komplexer Großprojekte bestehen inhärente Risiken, denen wir mit Projektsteuerungsmaßnahmen begegnen. Risiken aus möglichen Materialpreissteigerungen können durch Effizienzsteigerungen im Produktionsprozess und optimierte Beschaffungsstrategien kompensiert werden.

Risiken, die sich aus den zunehmenden Geschäftsaktivitäten auf den stärker vom Neuanlagengeschäft und damit von der Baukonjunktur abhängigen asiatischen Märkten ergeben, können wir durch unsere Präsenz auf den etablierten Märkten in Europa und Amerika weitgehend ausgleichen. Den möglichen konjunkturellen Risiken in den Schwellenländern begegnen wir durch den Ausbau des Modernisierungs- und Servicegeschäfts sowie konsequente Effizienzverbesserungen. Die Wechselkursrisiken, die sich aus der Internationalität des Geschäfts ergeben, reduzieren wir weitestgehend durch lokale Wertschöpfung und sichern die Risiken mit finanzwirtschaftlichen Instrumenten ab.

Bei der Installation, Wartung und Nutzung der Produkte können Unfallrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur, die Auswahl von Mitarbeitern und entsprechende Schulungsprogramme zum sicheren Verhalten vor Ort unter der Maxime "Safety First" minimieren die Unfallrisiken unserer Mitarbeiter. Wir wählen unsere Installations- und Servicemitarbeiter sorgfältig aus und schulen sie so, dass eine größtmögliche Sicherheit und Qualität der von uns installierten bzw. gewarteten Anlagen gegeben ist und Nutzer bestmöglich geschützt werden. Elevator Technology verfolgt das Ziel, derartige Unfälle weitestgehend auszuschließen, auch um die eigene Reputation nicht zu beschädigen.

Industrial Solutions - Ein wesentlicher Risikofaktor für die Business Area ist die Unsicherheit darüber, wie sich die für ihre Business Units relevanten Märkte weltweit entwickeln, wie stabil das Wachstum in den USA ist und wie sich andere große Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien entwickeln werden. Aufgrund gesunkener Öl- und Rohstoffpreise besteht das Risiko einer geringeren Nachfrage nach Investitionsgütern von Kunden aus der Öl- und Gasindustrie sowie aus dem Bergbau.

Daneben können insbesondere auch politische Entwicklungen in wichtigen Absatzregionen (beispielsweise in der Region Naher Osten & Afrika und im Bereich Russland/Ukraine sowie der Türkei) die Projektlage bei Industrial Solutions negativ beeinflussen und zu Projektverschiebungen oder -stornierungen führen.

Im Anlagenbau kann sich zudem der zunehmende Preis- und Konditionenwettbewerb, etwa durch asiatische Anbieter, negativ auf die Margenqualität auswirken.

Den im Abschnitt "Auftragsrisiken" beschriebenen speziellen Risiken in der Abwicklung langfristiger Großaufträge und technisch komplexer Aufträge begegnen wir durch professionelles und ergebnisorientiertes Projekt- und Claims-Management, intensives Projektcontrolling sowie durch den verstärkten Einsatz von Projektsteuerungsmaßnahmen. Insbesondere technologische Risiken bestehen bei Aufträgen, die die ersten ihrer Art sind ("First of its kind"-Aufträge).

Sollten darüber hinaus bei den gestarteten Programmen zur Kostenoptimierung unerwartete Verzögerungen eintreten, können diese negative Auswirkungen auf die Kernsteuerungsgrößen haben.

Materials Services - Das weltweite Werkstoff-, Rohstoff- und Dienstleistungsgeschäft von Materials Services unterliegt - teilweise stärker als andere Geschäftszweige - konjunkturell bedingten Nachfrage- und Preisschwankungen auf der Beschaffungs- wie auch auf der Absatzseite. Dies beeinflusst unsere Ergebnissituation sowie unser Netto-Umlaufvermögen. Schnellstmögliche Lieferfähigkeit bei möglichst geringem Kapitaleinsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Geschäftsmodells. Deshalb arbeiten wir permanent an der Optimierung und Digitalisierung unserer Logistikprozesse und der gesamten Wertschöpfungskette, unter anderem indem wir als eine der marktführenden Unternehmensgruppen unsere Einkaufsaktivitäten weiter bündeln und zentral koordinieren.

Zusätzlich reduzieren wir konjunkturell bedingte Risiken durch unsere Präsenz auf allen Kontinenten, unsere breite Kundenbasis und den hohen Diversifizierungsgrad. Daraus ergibt sich eine signifikante Risikostreuung. Die im Rahmen der Konzern- und Business-Area-Programme erarbeiteten Kostensenkungsmaßnahmen steigern die Effizienz und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Dienstleistungs- und Digitalisierungsaktivitäten rund um die Werkstoffe.

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnen wir mit unserem systematisch weiterentwickelten Management des Netto-Umlaufvermögens sowie einem effizienten Forderungsmanagement.

An den Produktionsstandorten unserer Einheit AST kann es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen kommen. Wir begegnen diesen Risiken im Wesentlichen mit vorbeugender Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen.

Steel Europe - Dem Risiko einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage begegnet die Business Area Steel Europe mit Kostenoptimierungen in allen Bereichen, rechtzeitigen Produktionsanpassungen und der Konzentration auf anspruchsvolle Marktsegmente mit geringerer Abhängigkeit von Nachfragezyklen. Absatzrisiken begegnet die Business Area mit geeigneten Staffelungen der Vertragslaufzeiten und -perioden. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage steigt das Risiko aus Kundeninsolvenzen. Dieses Risiko reduziert die Business Area durch ein intensives Monitoring, das Ausschöpfen der Möglichkeiten zur Absicherung über Warenkreditversicherungen und andere geeignete Instrumente sowie durch angepasste Zahlungsbedingungen. Qualitäts- und Lieferterminrisiken werden über die stetige Optimierung der Wertschöpfungsketten minimiert.

Der erhöhten Wettbewerbsintensität auf dem Markt für Qualitätsflachstahlerzeugnisse begegnet Steel Europe durch systematische Stärken in der Technologiekompetenz und einer noch intensiveren Markt- und Kundenorientierung, die es der Business Area ermöglicht, sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Hierzu zählen konsequente Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, innovative Produkte und Kundenlösungen zu entwickeln und diese zeitnah auf den Markt zu bringen. Ein auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtetes Qualitätsmanagement gewährleistet darüber hinaus die konsequente Weiterentwicklung der Produktqualität und trägt so maßgeblich zur Absicherung einer wettbewerbsfähigen Marktposition bei.

Dem Risiko steigender Rohstoffpreise begegnet Steel Europe durch Nutzung alternativer Beschaffungsquellen, risikomindernde Beschaffungsstrategien und ein aktives Risikomanagement sowie durch Maßnahmen zur Margensicherung.

Um Betriebsunterbrechungsrisiken zu verringern und den vorbeugenden Brandschutz zu verbessern, werden Mittel für die laufende vorbeugende Instandhaltung sowie Modernisierungen und Investitionen bereitgestellt. Für den Fall einer Betriebsunterbrechung existieren Business-Continuity- sowie Notfall- und Krisenpläne, in denen Maßnahmen für die Schadenbeseitigung festgelegt sind. Die Business Area hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert.

Zudem stellt die Energiewende in Deutschland hin zu einem regenerativ dominierten Energiesystem die energieintensive Industrie im Allgemeinen und die Stahlindustrie im Besonderen vor große Herausforderungen. Zwar konnte grundsätzlich Planungssicherheit aufgrund der Fortgeltung des Bestandsschutzes für Eigenstromversorger im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) erreicht werden. Die Notifizierung des novellierten EEG durch die Europäische Kommission steht aber teilweise noch aus. Hinzu kommen weitere kostentreibende Entwicklungen durch die Integration erneuerbarer Energien, wie der erforderliche Ausbau der Stromnetze sowie das Vorhalten von Reservekapazitäten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.

Regulatorische Anforderungen an die Strom- und Gasnetze unserer großen Produktionsstandorte sowie an unsere Kraftwerke können zu weiteren Kostenbelastungen führen. Das Risiko steigender Großhandelspreise für Strom wird durch eine weitreichende Versorgung mit Strom aus eigener Erzeugung beschränkt. Hinsichtlich der Risiken aus der Preisentwicklung von Erdgas verfolgt der Konzern eine zentral festgelegte Preisabsicherungsstrategie.

Hinsichtlich des EU-Emissionshandels in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, besteht das Risiko weiterer Kosten für Emissionsrechte. Die Notwendigkeit eines deutlich höheren Zukaufbedarfs bei Emissionszertifikaten könnte auf erheblich steigende Zertifikatpreise treffen, wodurch die europäische Stahlindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet würde. Risikomindernd wirken sich jedoch Sicherungsgeschäfte aus. Erhebliche Risiken ergeben sich dagegen aus den zurzeit auf europäischer Ebene diskutierten Modellen zur Fortführung des Emissionshandels nach 2020.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist Teil des zusammengefassten Lageberichts und auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com/ezu2016-2017 veröffentlicht.

Übernahmerechtliche Angaben

Im Folgenden sind die nach §289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 2017 dargestellt. Tatbestände der §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB, die bei thyssenkrupp nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der thyssenkrupp AG beträgt 1.593.681.256,96 € und ist in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme.

10 % der Stimmrechte überschreitende direkte und indirekte Kapitalbeteiligungen

Zum Aufstellungsstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten:

Direkte Beteiligung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, in Höhe von rund 21 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG laut einer freiwilligen Information vom September 2017;
Indirekte Beteiligung der Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, in Höhe von 15,08 % der Stimmrechtsanteile laut einer WpHG Meldung vom März 2014. Dabei werden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP, Cayman Islands, zugerechnet, die eine direkte Beteiligung in Höhe von 12,23 % der Stimmrechtsanteile an der thyssenkrupp AG hält.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals beschlossen; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar.

Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Falls das in § 5 Abs. 5 der Satzung geregelte genehmigte Kapital bis zum 16. Januar 2019 nicht oder nicht vollständig ausgenutzt sein sollte, kann er die Fassung des § 5 ebenfalls anpassen.

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Genehmigtes Kapital - Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 225.119.887,36€ durch Ausgabe von bis zu 87.937.456 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Er kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fällen ausschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern der von der thyssenkrupp AG oder deren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionäre zustehen würde
Wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf eigene Aktien entfällt, die ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 ab Wirksamwerden dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG begeben werden.
Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen

Die insgesamt aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des Grund-kapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausnutzung überschreiten. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Aktien anzurechnen (i) unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien sowie (ii) Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Bedingtes Kapital - Nach § 5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital um bis zu 250.000.000,- € eingeteilt in bis zu Stück 97.656.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32€ oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch Abgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden) erfolgen. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % über- oder unterschreiten.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt und die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten auf diesen Betrag angewendet. Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten), den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Börsenhandelstagen vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet. Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.

Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.

Wird der Erwerb von Aktien der Gesellschaft unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put-Optionen, Call-Optionen sowie Kombinationen aus Put- und Call-Optionen sowie Terminkaufverträge) durchgeführt, müssen die Eigenkapitalderivate mit einem oder mehreren Kreditinstitut(en), einem oder mehreren nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen oder einer Gruppe oder einem Konsortium von Kreditinstituten und/oder solchen Unternehmen abgeschlossen werden. Sie sind so auszugestalten, dass sichergestellt ist, dass die Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes der Aktionäre erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Die Laufzeit der einzelnen Eigenkapitalderivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 29. Januar 2020 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 29. Januar 2020 erfolgen kann. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder in mehreren, auch unterschiedlichen Transaktionen durch die Gesellschaft, aber auch durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der Regelungen der Ermächtigung erworben, ist ein etwaiges Recht der Aktionäre, solche Eigenkapitalderivate mit der Gesellschaft abzuschließen, sowie ein etwaiges Andienungsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Maßnahmen zu ergreifen:

auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung einmalig oder mehrmals zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Die Schuldverschreibungen können auch durch ein nachgeordnetes Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegeben werden; für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren oder aufzuerlegen.
Die Schuldverschreibungen werden in Teilschuldverschreibungen eingeteilt. Im Falle der Ausgabe von Optionsschuldverschreibungen werden jeder Teilschuldverschreibung ein oder mehrere Optionsscheine beigefügt, die den Inhaber oder Gläubiger nach näherer Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Optionsbedingungen zum Bezug von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigen. Die Optionsbedingungen können vorsehen, dass der Optionspreis auch durch Übertragung von Teilschuldverschreibungen und gegebenenfalls eine bare Zuzahlung erfüllt werden kann. Soweit sich Bruchteile von Aktien ergeben, kann vorgesehen werden, dass diese Bruchteile nach Maßgabe der Options- oder Anleihebedingungen, gegebenenfalls gegen Zuzahlung, zum Bezug ganzer Aktien aufaddiert werden können.
Im Falle der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen erhalten bei auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen die Inhaber, ansonsten die Gläubiger der Teilschuldverschreibungen, das Recht, ihre Teilschuldverschreibungen gemäß den vom Vorstand festgelegten Wandelanleihebedingungen in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft zu wandeln. Das Wandlungsverhältnis ergibt sich aus der Division des Nennbetrags oder des unter dem Nennbetrag liegenden Ausgabebetrags einer Teilschuldverschreibung durch den festgesetzten Wandlungspreis für eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Gesellschaft und kann auf eine volle Zahl auf- oder abgerundet werden; ferner können eine in bar zu leistende Zuzahlung und die Zusammenlegung oder ein Ausgleich für nicht wandlungsfähige Spitzen festgesetzt werden. Die Anleihebedingungen können ein variables Wandlungsverhältnis und eine Bestimmung des Wandlungspreises (vorbehaltlich des nachfolgend bestimmten Mindestpreises) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kurses der Stückaktien der Gesellschaft während der Laufzeit der Anleihe vorsehen.
Die Anleihebedingungen können das Recht der Gesellschaft vorsehen, im Falle der Wandlung oder Optionsausübung nicht neue Stückaktien zu gewähren, sondern einen Geldbetrag zu zahlen, der für die Anzahl der anderenfalls zu liefernden Aktien dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während einer in den Anleihebedingungen festzulegenden Frist entspricht. Die Anleihebedingungen können auch vorsehen, dass die Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist, nach Wahl der Gesellschaft statt in neue Aktien aus bedingtem Kapital in bereits existierende Aktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft gewandelt wird, oder das Optionsrecht durch Lieferung solcher Aktien erfüllt werden kann. Die Anleihebedingungen können auch eine Kombination dieser Erfüllungsformen vorsehen.
Die Anleihebedingungen können auch das Recht der Gesellschaft vorsehen, bei Endfälligkeit der Schuldverschreibung, die mit Optionsrechten oder Wandlungsrechten oder -pflichten verbunden ist (dies umfasst auch eine Fälligkeit wegen Kündigung), den Inhabern oder Gläubigern ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft oder einer anderen börsennotierten Gesellschaft zu gewähren.
Die Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen können auch eine Wandlungspflicht zum Ende der Laufzeit (oder zu einem früheren Zeitpunkt oder einem bestimmten Ereignis) vorsehen. Die Gesellschaft kann in den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen berechtigt werden, eine etwaige Differenz zwischen dem Nennbetrag oder einem etwaigen niedrigeren Ausgabebetrag der Wandelschuldverschreibung und dem Produkt aus Wandlungspreis und Umtauschverhältnis ganz oder teilweise in bar auszugleichen.
Der jeweils festzusetzende Options- oder Wandlungspreis für eine Stückaktie der Gesellschaft muss mit Ausnahme der Fälle, in denen eine Ersetzungsbefugnis oder eine Wandlungspflicht vorgesehen ist, mindestens 80 % des volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten 10 Börsentagen vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Ausgabe der Schuldverschreibung, die mit Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ausgestattet ist, betragen oder - für den Fall der Einräumung eines Bezugsrechts -mindestens 80 % des volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurses der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der Bezugsfrist mit Ausnahme der Tage der Bezugsfrist, die erforderlich sind, damit der Options- oder Wandlungspreis gemäß § 186 Abs. 2 S. 2 AktG fristgerecht bekannt gemacht werden kann, betragen. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.
In den Fällen der Ersetzungsbefugnis und der Wandlungspflicht muss der Options- oder Wandlungspreis nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen mindestens entweder den oben genannten Mindestpreis betragen oder dem volumengewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Stückaktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse während der 10 Börsentage vor dem Tag der Endfälligkeit oder dem anderen festgelegten Zeitpunkt entsprechen, auch wenn dieser Durchschnittskurs unterhalb des oben genannten Mindestpreises (80 %) liegt. § 9 Abs. 1 AktG und § 199 AktG bleiben unberührt.
Der Options- oder Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft während der Options- oder Wandlungsfrist durch (i) eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln das Grundkapital erhöht oder (ii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder eigene Aktien veräußert oder (iii) unter Einräumung eines ausschließlichen Bezugsrechts an ihre Aktionäre weitere Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder -pflicht begibt, gewährt oder garantiert, und in den Fällen (ii) und (iii) den Inhabern schon bestehender Options- oder Wandlungsrechte oder -pflichten hierfür kein Bezugsrecht eingeräumt wird, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde. Die Ermäßigung des Options- oder Wandlungspreises kann auch durch eine Barzahlung bei Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder bei der Erfüllung einer Wandlungspflicht bewirkt werden. Die Bedingungen können darüber hinaus für den Fall der Kapitalherabsetzung oder anderer Maßnahmen oder Ereignisse, die mit einer wirtschaftlichen Verwässerung des Wertes der Optionsrechte oder Wandlungsrechte oder -pflichten verbunden sind (z.B. Dividenden, Kontrollerlangung durch Dritte), eine Anpassung der Options- oder Wandlungsrechte oder Wandlungspflichten vorsehen.
Soweit den Aktionären nicht der unmittelbare Bezug der Schuldverschreibungen ermöglicht wird, wird ihnen das gesetzliche Bezugsrecht in der Weise eingeräumt, dass die Schuldverschreibungen von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Werden die Schuldverschreibungen von einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben, hat die Gesellschaft die Gewährung des gesetzlichen Bezugsrechts für die Aktionäre der Gesellschaft nach Maßgabe des vorstehenden Satzes sicherzustellen.

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in den folgenden Fällen auszuschließen:

Zum Ausgleich von Spitzenbeträgen
Soweit dies erforderlich ist, um Inhabern oder im Fall von Namenspapieren den Gläubigern von durch die thyssenkrupp AG oder ihren Konzerngesellschaften bereits zuvor ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechten oder Wandlungspflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht als Aktionären zustehen würde
Bei gegen Barzahlung ausgegebenen Schuldverschreibungen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt jedoch nur für Schuldverschreibungen, die mit Optionsrecht oder Wandlungsrecht oder -pflicht ausgegeben werden, mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die seit Erteilung dieser Ermächtigung bis zur unter Ausnutzung dieser Ermächtigung nach § 186 Abs. 3 S. 4 AktG bezugsrechtsfreien Ausgabe von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht unter Bezugsrechtsausschluss entweder aufgrund einer Ermächtigung des Vorstands zum Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer bzw. sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 S. 4 AktG ausgegeben oder als erworbene eigene Aktien in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG veräußert worden sind
Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts auszugebenden Schuldverschreibungen sind auf diejenige Anzahl von Schuldverschreibungen mit einem Options- oder Wandlungsrecht oder einer Wandlungspflicht auf Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals, der insgesamt 20 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung, beschränkt. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze werden angerechnet (i) eigene Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußert werden, sowie (ii) diejenigen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe der Schuldverschreibungen mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder -pflicht aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen, insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit und Stückelung, Verwässerungsschutzbestimmungen, Options- oder Wandlungszeitraum sowie im vorgenannten Rahmen den Wandlungs- und Optionspreis, zu bestimmen oder im Einvernehmen mit den Organen des die Options- oder Wandelanleihe begebenden Konzernunternehmens der Gesellschaft festzulegen.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen

Die thyssenkrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots beinhalten:

Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine fest zugesagte Kreditlinie in Höhe von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Jedes Mitglied des Bankenkonsortiums hat unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen, wenn ein Aktionär oder Aktionäre, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG mit anderen Aktionären als der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung abstimmen, gemeinsam mehr als 50 % der Stimmrechte bzw. des Grundkapitals der thyssenkrupp AG halten.
Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2012/2013, 2013/2014, 2014/2015, 2015/2016 und 2016/2017 Anleihen und Privatplatzierungen im Volumen von insgesamt 6,5 Mrd € begeben. Ein Kontrollwechsel, d.h. der Erwerb oder das Halten von mehr als 50 % des Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der thyssenkrupp AG durch einen Dritten oder Dritte, die ihr Verhalten in Bezug auf die thyssenkrupp AG abstimmen, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen führen.
Anlässlich der im Geschäftsjahr 2014/2015 beschlossenen Wiederbestellungen der Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG - Dr. Heinrich Hiesinger, Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard - sind in deren Vorstandsdienstverträgen mit Wirkung ab der jeweils zweiten Bestellperiode Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen worden (sog. Change-of-Control-Regelung). Eine entsprechende Regelung wurde mit Wirkung ab der zweiten Bestellzeit auch im Zuge der im Geschäftsjahr 2015/2016 beschlossenen Wiederbestellung mit Dr. Donatus Kaufmann vereinbart. Danach haben die genannten Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels ein Sonderkündigungsrecht, das eine Ausgleichszahlung in Höhe der Summe von zwei Jahresfestgehältern und zwei Jahrestantiemen, aber nicht mehr als die zu erwartende Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrags auslöst. Die Tranchen des Long-Term-Incentive-Plans (LTI) verfallen bei Ausübung des Sonderkündigungsrechts nicht. Gleiches gilt, wenn der Vorstandsdienstvertrag in zeitlichem Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel einvernehmlich beendet wird. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) ein Aktionär durch das Halten von mindestens 30 % der Stimmrechte an der Gesellschaft die Kontrolle im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) erworben hat, (ii) mit der Gesellschaft als abhängigem Unternehmen ein Unternehmensvertrag nach § 291 AktG geschlossen wurde oder (iii) die Gesellschaft gemäß § 2 Umwandlungsgesetz (UmwG) mit einem anderen konzernfremden Rechtsträger verschmolzen wurde, es sei denn, der Wert des anderen Rechtsträgers beträgt ausweislich des vereinbarten Umtauschverhältnisses weniger als 50 % des Wertes der Gesellschaft.

Erklärung zur Unternehmensführung der thyssenkrupp AG und des thyssenkrupp Konzerns

Die Erklärung zur Unternehmensführung wird gemäß §§ 289a Absatz 1 Satz 2, 315 Absatz 5 HGB gesondert im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Sie umfasst die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen und die Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 AktG verpflichtet, zumindest einmal jährlich zu erklären, ob dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG haben die folgende Erklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2017 auf der Website der Gesellschaft unter www.thyssenkrupp.com veröffentlicht wurde:

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen.

Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Oktober 2016 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2017

Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand
- Lehner- - Hiesinger -"

Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Umsetzung der Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die thyssenkrupp AG führt regelmäßig eine Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und der Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex durch. Sie erfüllt freiwillig auch dessen Anregungen.

Organisation- und Führungsstruktur

Die Geschäftsaktivitäten des thyssenkrupp Konzerns sind in fünf Business Areas gebündelt. Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG. Der Konzern agiert in einer mehrdimensionalen Managementstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Konzernfunktionen, Regionen und Service-Einheiten. Weitere Einzelheiten können dem Geschäftsbericht 2016/2017 im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Profil und Organisation" entnommen werden.

Compliance-Programm

Compliance als Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und verbindlichen internen Regelwerken ist bei thyssenkrupp eine wichtige Leitungs- und Überwachungsaufgabe.

Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat seine ablehnende Haltung gegenüber Kartell- und Korruptionsverstößen im thyssenkrupp Compliance Commitment unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von "null Toleranz" nicht geduldet. Compliance ist eine Frage der Haltung.

Die besondere Bedeutung von Compliance bei thyssenkrupp wird dadurch hervorgehoben, dass ein eigenes Mitglied des Vorstands für die Konzernfunktionen Recht & Compliance zuständig ist. Dieses Vorstandsmitglied berichtet regelmäßig im Aufsichtsrat bzw. im Prüfungsausschuss über Compliance-Themen. Der Chief Compliance Officer ist für die Steuerung des Compliance-Programms verantwortlich. Er berichtet unmittelbar an den Vorstand Recht & Compliance.

Mehr über Compliance bei thyssenkrupp erfahren Sie auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht 2016/2017 im Kapitel "Compliance".

Konzernleitbild als Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Unternehmenskultur

Mit dem Konzernleitbild haben wir das Selbstverständnis unseres Konzerns formuliert - ein "WIR sind thyssenkrupp". Es stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, gibt Orientierung und dient als Grundlage unseres Handelns. Somit spielt es auch eine wichtige Rolle im konzernweiten Kulturwandel, der uns unseren im Leitbild ausformulierten Ansprüchen näherbringt. Das Konzernleitbild wurde von Mitarbeitern weltweit entwickelt. Gemeinsam haben sie die Ansprüche von thyssenkrupp auf dem Weg zu einem diversifizierten Industriekonzern definiert.

Weitere wesentliche Unternehmensgrundsätze

Während das Konzernleitbild Auskunft über unsere Ziele und Ansprüche gibt, sind die konkreten Prinzipien und Grundregeln für unser Handeln sowie unser Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und Öffentlichkeit im thyssenkrupp Verhaltenskodex zusammengefasst. Dieser bietet Mitarbeitern, Führungskräften und Vorstand gleichermaßen einen Orientierungsrahmen zu Themen wie Einhaltung von Recht und Gesetz, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung, Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Datenschutz und Informationssicherheit. Anforderungen an Lieferanten sind im thyssenkrupp Verhaltenskodex für Lieferanten festgehalten. Zudem hat thyssenkrupp den Global Compact der Vereinten Nationen, die Verhaltensrichtlinie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.

All diese Grundsätze werden mithilfe der bestehenden Programme und Managementsysteme sowie der Indirekt Finanziellen Ziele umgesetzt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf unserer Website sowie im Geschäftsbericht 2016/2017 im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im Abschnitt "Ziele" wird hierüber ausführlich informiert.

Beschreibung der Arbeitsweise und Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Aufsichtsratsausschüsse

Die Zusammensetzung des Vorstands der thyssenkrupp AG ist auf der Website www.thyssenkrupp.com einsehbar. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Vorstands, die Ressortsverteilung sowie die Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse durch den Vorstand und dessen Berichterstattung sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand und deren Anlagen geregelt.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG ist gesetzlich vorgegeben und im Einzelnen in § 9 der Satzung geregelt. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner sechs Ausschüsse ist auf der Website einsehbar. Zudem hat der Aufsichtsrat Ziele für seine Zusammensetzung festgelegt, die im Corporate-Governance-Bericht dargestellt sind. Als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG ist Bernhard Pellens Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Der Aufsichtsrat hat sich und seinen Ausschüssen jeweils eine Geschäftsordnung gegeben.

Die Satzung der thyssenkrupp AG und alle Geschäftsordnungen für den Vorstand, den Aufsichtsrat und dessen Ausschüsse sind auf der Website einsehbar. Weitere Details zur Arbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ergeben sich aus dem Kapitel "Aufsichtsrat" im Geschäftsbericht 2016/2017.

Festlegungen zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes und Angaben zu Mindestanteilen im Aufsichtsrat

thyssenkrupp verfolgt seit 2013 eine konzernweite Strategie zur Förderung der Vielfalt (Diversity). Wir streben u.a. an, bis 2020 global einen Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen des Konzerns zu erreichen. Im Geschäftsbericht der thyssenkrupp AG wird über diese Strategie und die Fortschritte im Kapitel "Mitarbeiter" berichtet.

Derzeit unterliegen 24 deutsche Gesellschaften im thyssenkrupp Konzern zusätzlich der gesetzlichen Verpflichtung, Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und den beiden nachfolgenden Führungsebenen sowie jeweils eine Umsetzungsfrist für die Erreichung der Zielgrößen festzulegen. Alle betroffenen Gesellschaften haben dieser Verpflichtung entsprochen. Die Umsetzungsfristen endeten einheitlich erstmals am 30.06.2017. Im Umsetzungszeitraum konnte der Anteil von Frauen an Aufsichtsratsmandaten von 13 % auf 20 % gesteigert werden. Kein Aufsichtsrat ist mehr ohne weibliches Mitglied. Auch die Zahl der Konzerngesellschaften ohne Frauen in der Geschäftsleitung konnte reduziert werden. Für die Zeit nach dem 30.06.2017 haben die Gesellschaften erneut Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und deren beiden nachfolgenden Führungsebenen beschlossen. Die Umsetzungsfristen laufen jeweils bis zum 30.06.2022.

Für den Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen muss. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat liegt insgesamt bei 25 %. Im letzten Geschäftsjahr ist nach Ausscheiden eines Arbeitnehmervertreters aus dem Aufsichtsrat der freigewordene Sitz im Aufsichtsrat durch gerichtliche Bestellung mit einem männlichen Arbeitnehmervertreter nachbesetzt worden, nachdem die Arbeitnehmerseite der Gesamterfüllung des Mindestanteils durch den gesamten Aufsichtsrat widersprochen hatte. Da auf der Seite der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bereits ein Anteil von 30 % Frauen bestand, lagen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Bestellung vor.

Der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG hatte für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG zunächst eine Zielgröße von 0 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 beschlossen. Für die Zeit nach dem 30.06.2017 hat der Aufsichtsrat nun eine Zielgröße von 20 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2022 beschlossen. Die Zusammensetzung des Vorstands ist seitdem unverändert geblieben.

Ebenfalls mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2017 hatte der Vorstand der thyssenkrupp AG für die Gesellschaft eine Zielgröße von 8 % für die erste Führungsebene und eine Zielgröße von 23 % für die zweite Führungsebene beschlossen. Erreicht wurde ein Frauenanteil von 5 % auf der ersten bzw. 23 % auf der zweiten Führungsebene. Auf der ersten Führungsebene ist der Frauenanteil innerhalb der ersten Umsetzungsfrist somit unter den angestrebten 8 % geblieben. Innerhalb der kurzen ersten Umsetzungsfrist war eine Neubesetzung einer Stelle der ersten Führungsebene mit einer weiblichen Führungskraft noch nicht möglich. Die thyssenkrupp AG arbeitet darauf hin, die Zahl der weiblichen Führungskräfte im Kreis dieser Talente, die nach ihrer Qualifikation für solche Positionen in Betracht kommen, zu erweitern. Für die Zeit nach dem 30.06.2017 gelten nun Zielgrößen von 11 % bzw. 25 % für die ersten zwei Führungsebenen unterhalb des Vorstands und jeweils eine Umsetzungsfrist bis zum 30.06.2022. Daneben verfolgt der Vorstand der thyssenkrupp AG unvermindert die oben genannte konzernweite Strategie, mit der bis 2020 global ein Frauenanteil von 15 % in allen Führungspositionen angestrebt wird.

Vergütungsbericht

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Leistungsbezogenes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder

Das aktuelle Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG gilt seit dem Geschäftsjahr 2014/2015. Es wurde am 30. Januar 2015 von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 98,79 % des vertretenen Kapitals gebilligt.

Danach setzt sich die Vergütung für die Vorstandsmitglieder aus fixen und aus variablen Elementen zusammen. Erstere umfassen die Festvergütung, Nebenleistungen und Pensionszusagen, Letztere die Tantieme (Short-Term-Incentive-Plan - STI) sowie den Long-Term-Incentive-Plan (LTI). Diese Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Festgelegt wird die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch den Personalausschuss. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Dabei bemessen sich die variablen Komponenten überwiegend nach der Entwicklung über mehrere Jahre; sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize, wodurch die Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist. Im Falle außerordentlicher Leistungen oder Erfolge kann der Aufsichtsrat nach billigem Ermessen eine zusätzliche Sondervergütung gewähren.

Sämtliche Vorstandsverträge sehen eine Ausgleichszahlung für den Fall vor, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet. Diese Zahlung ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Dies gilt auch für den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change-of-Control-Regelung).

Festvergütung und Nebenleistungen

Die Festvergütung wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt. Seit der letzten Überprüfung zum 1. Oktober 2014 beträgt sie für ein ordentliches Vorstandsmitglied 700.000 € und für den Vorstandsvorsitzenden 1.340.000 € pro Jahr. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; dies sind im Wesentlichen der Dienstwagen, Sicherheitsleistungen sowie Versicherungsprämien. Prinzipiell stehen sie allen Vorstandsmitgliedern gleichermaßen zu; die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation.

Tantieme

Die erste Komponente der variablen Vergütung ist die Tantieme. Ihre Höhe bemisst sich nach der Entwicklung dreier zentraler Erfolgsgrößen des Konzerns: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie der Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) werden jeweils mit 40 % gewichtet, die Gesamtkapitalrentabilität (ROCE) ist für die übrigen 20 % maßgeblich.

Die Zielwerte für diese Erfolgsgrößen werden aus der Unternehmensplanung (Budget) abgeleitet; zusätzlich werden für alle drei genannten Größen Schwellenwerte definiert, oberhalb bzw. unterhalb derer eine weitere Verbesserung bzw. Verschlechterung des erzielten Ergebnisses keine Auswirkung mehr auf die Höhe der Zielerreichung hat. Der Aufsichtsrat überprüft zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres die Ziel- und Schwellenwerte im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung und passt sie gegebenenfalls an. Zusätzlich zu den drei gewichteten Erfolgsgrößen fließt ein multiplikativer Korrekturfaktor mit in die Berechnung ein. Dieser erlaubt es dem Aufsichtsrat, die Gesamtzielerreichung in einer Bandbreite von +/- 20 % anzupassen und individuell zu differenzieren. Der Korrekturfaktor berechnet sich jeweils zur Hälfte aus einem Nachhaltigkeitsmultiplikator und aus einem diskretionären Faktor. Der Nachhaltigkeitsmultiplikator basiert auf Indirekt Finanziellen Zielen aus den Bereichen Mitarbeiter, Innovationen, Umwelt und Lieferanten. Den diskretionären Faktor legt der Aufsichtsrat bei Bewertung der Gesamtleistung nach billigem Ermessen fest. Die Auszahlung ist auf maximal 200 % des Zielwerts begrenzt, eine Mindesttantieme gibt es nicht.

Long-Term-Incentive-Plan (LTI)

Die zweite Komponente der variablen Vergütung ist der LTI, der eine langfristige Anreizwirkung hat. Bestimmende Faktoren sind hier die Wertgenerierung - gemessen am thyssenkrupp Value Added (tkVA) - sowie die Entwicklung des Aktienkurses.

Den Vorstandsmitgliedern werden für einen im Rahmen der individuellen Vergütungszusagen festgelegten Ausgangswert (in Euro) sogenannte Wertrechte (virtuelle Aktien) gewährt. Deren Anzahl ergibt sich aus dem Ausgangswert, dividiert durch den durchschnittlichen Aktienkurs im 1. Quartal des tkVA-Performance-Zeitraums, der jeweils drei Jahre umfasst, beginnend am 1. Oktober des Geschäftsjahres, in dem die Wertrechte gewährt wurden. Die Anzahl der Wertrechte wird am Ende des tkVA-Performance-Zeitraums angepasst - abhängig davon, wie sich der durchschnittliche tkVA in diesen drei Jahren gegenüber einem vom Aufsichtsrat festgelegten Zielwert entwickelt hat: Pro 20 Mio €, die der durchschnittliche tkVA den Zielwert übersteigt, erhöht sich die Anzahl der Wertrechte um 1 %; pro 10 Mio € unterhalb des Zielwerts vermindert sie sich um 1 %. Die Höhe der Auszahlung berechnet sich dann aus dieser angepassten Anzahl sowie aus dem Durchschnittskurs der thyssenkrupp Aktie im 1. Quartal des Geschäftsjahres, das dem tkVA-Performance-Zeitraum unmittelbar folgt. Bei positiver Entwicklung von tkVA und Aktienkurs kann sie maximal 250 % des Ausgangswerts betragen; bei stark negativer Entwicklung kann sich die Anzahl der Wertrechte auf null reduzieren, sodass keine Auszahlung stattfindet.

Der Aufsichtsrat überprüft auch bei der jährlichen Neuauflage des LTI zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres die Ziel- und Schwellenwerte für die jeweils neue Tranche im Hinblick auf eine anspruchsvolle Zielsetzung und passt diese gegebenenfalls an. Für die LTI-Tranche, die den Vorständen im Januar 2017 gewährt wurde, hat der Aufsichtsrat einen durchschnittlichen tkVA von null als Zielwert festgelegt. Er bezieht sich auf den tkVA-Performance-Zeitraum 2016/2017 bis einschließlich 2018/2019.

Höchstgrenzen der Vergütung

Gemäß der Empfehlung des DCGK (Ziff. 4.2.3 Abs. 2 S. 6) sind für die Vergütung des Vorstands -sowohl insgesamt als auch für die variablen Vergütungsteile - betragsmäßige Höchstgrenzen festzulegen. thyssenkrupp hat daher zusätzlich zu den Höchstgrenzen, die für die variablen Vergütungsbestandteile gelten, auch Höchstgrenzen für die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder festgelegt. Diese belaufen sich für Dr. Heinrich Hiesinger auf 9 Mio € pro Geschäftsjahr sowie für Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann auf je 4,5 Mio € pro Geschäftsjahr.

Pensionen

Pensionen werden an frühere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder die Pensionsgrenze erreicht haben oder dauerhaft arbeitsunfähig sind. Ein Übergangsgeld bei vorzeitiger Beendigung oder Nichtverlängerung des Anstellungsvertrags gewährt thyssenkrupp nicht.

Die Vorstandsmitglieder Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff haben einen Pensionsanspruch in Höhe von 50 % ihres jeweiligen Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015. Der Pensionsanspruch der Vorstandsmitglieder Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann ergibt sich aus einer beitragsorientierten Regelung; dabei beträgt der jährliche Versorgungsbeitrag (Baustein) zurzeit 40 % des jährlichen Festgehalts. Für Oliver Burkhard ist zusätzlich vereinbart, die erreichbare Höhe des Pensionsanspruchs auf 50 % und den jährlichen Versorgungsbeitrag auf 40 % des Festgehalts im Geschäftsjahr 2014/2015 zu begrenzen.

Der reguläre Pensionsfall tritt ein, wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Laufende Pensionen werden im Fall von Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex angepasst und im Fall von Oliver Burkhard um 1 % pro Jahr erhöht. Bei Dr. Donatus Kaufmann wird der Pensionsanspruch grundsätzlich in Form eines Einmalkapitals ausgezahlt.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 60 % der Pension für den Partner und von 20 % für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor; sie beträgt insgesamt maximal 100 % der Pension. Im Falle von Dr. Donatus Kaufmann erhalten Hinterbliebene den Stand der verzinsten Versorgungsbeiträge zum Eintritt des Leistungsfalls.

Gesamtvergütung des Vorstands 2016/2017

Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder weisen wir so aus, wie es der DCGK und die dort enthaltenen Mustertabellen (in jeweils geltender Fassung) empfehlen. Wesentliches Merkmal dieser Mustertabellen ist, dass die gewährten Zuwendungen (Tabelle 1) und der tatsächliche Zufluss (Tabelle 2) separat dargestellt werden. Die Übersicht über die Zuwendungen enthält zudem die jeweiligen Zielwerte (Auszahlung bei 100 % Zielerreichung) sowie die Minimal- und Maximalwerte. Weiterhin weisen wir die aktienbasierte Vergütung gesondert aus (Tabelle 3).

TABELLE 1: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2016/2017 (ZUWENDUNGSBETRACHTUNG)

Dr. Heinrich Hiesinger
Vorsitzender des Vorstands
--- --- --- --- --- ---
seit 21.01.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 Ausgangswert 2016/2017 Ausgangswert 2016/2017 Minimum 2016/2017 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.340 1.340 1.340
Nebenleistungen 304 83 83 83
Summe 1.644 1.423 1.423 1.423
Variable Vergütung Tantieme (bar) 1.250 1.250 - 2.500
7. Tranche LTI 2016/2017 -2019/2020 - 2.137 - 5.000
6. Tranche LTI 2015/2016 -2018/2019 1.656 - - -
Summe 4.550 4.810 1.423 8.923
Versorgungsaufwand2)3) 1.768 2.254 2.254 2.254
Summe 6.318 7.064 3.677 11.177
HGB-Summe4) 4.280 4.709 - -
Guido Kerkhoff
Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 Ausgangswert 2016/2017 Ausgangswert 2016/2017 Minimum 2016/2017 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 71 51 51 51
Summe 771 751 751 751
Variable Vergütung Tantieme (bar) 655 680 - 1.360
7. Tranche LTI 2016/2017 -2019/2020 - 1.122 - 2.625
6. Tranche LTI 2015/2016 -2018/2019 828 - - -
Summe 2.254 2.553 751 4.736
Versorgungsaufwand2)3) 513 716 716 716
Summe 2.767 3.269 1.467 5.452
HGB-Summe4) 2.113 2.498 - -
Oliver Burkhard
Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 01.02.2013
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 Ausgangswert 2016/2017 Ausgangswert 2016/2017 Minimum 2016/2017 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 149 34 34 34
Summe 849 734 734 734
Variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
7. Tranche LTI 2016/2017 -2019/2020 - 1.015 - 2.375
6. Tranche LTI 2015/2016 -2018/2019 786 - - -
Summe 2.265 2.379 734 4.369
Versorgungsaufwand2)3) 827 1.198 1.198 1.198
Summe 3.092 3.577 1.932 5.567
HGB-Summe4) 2.129 2.328 - -
Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 Ausgangswert 2016/2017 Ausgangswert 2016/2017 Minimum 2016/2017 Maximum1)
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 80 54 54 54
Summe 780 754 754 754
Variable Vergütung Tantieme (bar) 630 630 - 1.260
7. Tranche LTI 2016/2017 -2019/2020 - 1.015 - 2.375
6. Tranche LTI 2015/2016 -2018/2019 786 - - -
Summe 2.196 2.399 754 4.389
Versorgungsaufwand2)3) 315 291 291 291
Summe 2.511 2.690 1.045 4.680
HGB-Summe4) 2.060 2.348 - -

1) Zusätzlich zu den in der Spalte "Maximum" angegebenen Einzelcaps ist die jährliche Gesamtvergütung summarisch auf 9,0 Mio € (Dr. Heinrich Hiesinger) und 4,5 Mio € (Guido Kerkhoff, Oliver Burkhard und Dr. Donatus Kaufmann) begrenzt.

2) Alle Werte nach IFRS. Die Dienstzeitaufwendungen nach HGB betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 1.349 Tsd € (Vorjahr: 1.321 Tsd €), für Guido Kerkhoff 348 Tsd € (Vorjahr: 343 Tsd €), für Oliver Burkhard 513 Tsd € (Vorjahr: 522 Tsd €) und für Dr. Donatus Kaufmann 256 Tsd € (Vorjahr: 296 Tsd €). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen für Dr. Heinrich Hiesinger 14.267Tsd € (IFRS)/ 10.134 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 13.742 Tsd € [IFRS]/ 8.015 Tsd € [HGB]), für Guido Kerkhoff 3.970 Tsd € (IFRS)/ 2.459 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 3.966 Tsd € [IFRS]/ 1.885 Tsd € [HGB]), für Oliver Burkhard 5.753 Tsd € (IFRS)/ 3.367 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 5.467 Tsd € [IFRS]/ 2.398 Tsd € [HGB]) und für Dr. Donatus Kaufmann 1.094 Tsd € (IFRS)/ 1.003 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 818 Tsd € [IFRS]/ 701 Tsd € [HGB]). Zur Ermittlung vgl. Fußnote 3.

3) Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der endgehaltsbezogenen und der beitragsorientierten Pensionsregelung sowie zu den Vorjahresangaben zu gewährleisten, sind Dienstzeitaufwand und Barwert zeitanteilig für die im Geschäftsjahr erbrachte Vorstandstätigkeit abgegrenzt. Zur Berücksichtigung der Unverfallbarkeit der vertraglichen Ansprüche aus den Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder sind in der Vergangenheit für Dr. Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff weitere Beträge zurückgestellt worden. Unter deren Berücksichtigung und ohne zeitanteilige Abgrenzung betragen die Dienstzeitaufwendungen für Dr. Heinrich Hiesinger 5Tsd € (IFRS)/ 3 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 7 Tsd € [IFRS]/ 5 Tsd € [HGB]) und für Guido Kerkhoff 3 Tsd € (IFRS)/ 1 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 3.699 Tsd € [IFRS]/ 2.272 Tsd € [HGB]). Die Barwerte der Verpflichtungen betragen dann für Dr. Heinrich Hiesinger 19.380 Tsd € (IFRS)/ 13.762 Tsd € (HGB) (Vorjahr:21.548 Tsd € [IFRS]/ 12.555 Tsd € [HGB]) und für Guido Kerkhoff 9.466 Tsd € (IFRS)/ 5.848 Tsd € (HGB) (Vorjahr: 11.028 Tsd € [IFRS]/ 5.216 Tsd € [HGB]).

4) Gesamtvergütung nach HGB. In dieser sind, abweichend von den oben gezeigten Beträgen, für die Tantiemen die Auszahlungsbeträge gemäß Tabelle 2 berücksichtigt. Der Versorgungsaufwand wird gemäß HGB nicht einbezogen.

TABELLE 2: VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2016/2017 (ZUFLUSSBETRACHTUNG)

Dr. Heinrich Hiesinger Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 21.01.2011 seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1.340 1.340 700 700
Nebenleistungen 304 83 71 51
Summe 1.644 1.423 771 751
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 980 1.149 514 625
Mehrjährige variable Vergütung Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 - 642 - 321
Tantieme in Wertrechten 2012/2013 - 2015/2016 481 - 240 -
Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 - 538 - 269
Bonus in Wertrechten 2012/2013 - 2015/2016 674 - 337 -
4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 - 2.239 - 1.120
3. Tranche LTI 2012/2013 - 2015/2016 1.662 - 831 -
Summe 5.441 5.991 2.693 3.086
Versorgungsaufwand1) 1.768 2.254 513 716
Summe 7.209 8.245 3.206 3.802
Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 01.02.2013 seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
alle Werte in Tsd € 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017
--- --- --- --- --- ---
Festvergütung 700 700 700 700
Nebenleistungen 149 34 80 54
Summe 849 734 780 754
Einjährige variable Vergütung Tantieme (bar) 494 579 494 579
Mehrjährige variable Vergütung Tantieme in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 - 321 - 214
Tantieme in Wertrechten 2012/2013 - 2015/2016 160 - - -
Bonus in Wertrechten 2013/2014 - 2016/2017 - 269 - 179
Bonus in Wertrechten 2012/2013 - 2015/2016 225 - - -
4. Tranche LTI 2013/2014 - 2016/2017 - 1.120 - 746
3. Tranche LTI 2012/2013 - 2015/2016 554 - - -
Summe 2.282 3.023 1.274 2.472
Versorgungsaufwand1) 827 1.198 315 291
Summe 3.109 4.221 1.589 2.763

1) Zur Bewertung des Versorgungsaufwands vgl. Fußnoten 2 und 3 zur Tabelle 1.

TABELLE 3: AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES VORSTANDS 2016/2017

(Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück und Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr)

Dr. Heinrich Hiesinger Guido Kerkhoff
Vorsitzender des Vorstands Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 21.01.2011 seit 01.04.2011
--- --- --- --- --- ---
2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück LTI 2016/2017 -2019/2020 - 91.241 - 47.901
LTI 2015/ 2016 -2018/2019 109.709 - 54.855 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 5.479 2.495 2.771 1.304
Oliver Burkhard Dr. Donatus Kaufmann
Ordentliches Vorstandsmitglied Ordentliches Vorstandsmitglied
--- --- --- --- --- ---
seit 01.02.2013 seit 01.02.2014
--- --- --- --- --- ---
2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017
--- --- --- --- --- ---
Anzahl der gewährten Wertrechte in Stück LTI 2016/2017 -2019/2020 - 43.339 - 43.339
LTI 2015/ 2016 -2018/2019 52.112 - 52.112 -
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr in Tsd € 2.623 1.187 2.237 1.138

Die Gesamtbezüge der im jeweiligen Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder nach HGB für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen 11,9 Mio €. Der entsprechende Vorjahreswert lag bei 10,6 Mio €. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt. Keinem der Vorstandsmitglieder wurden weitere als die genannten Leistungen zugesagt für den Fall, dass es seine Tätigkeit beendet. Auch ist thyssenkrupp nicht bekannt, dass ein Vorstandsmitglied im Berichtsjahr von einem Dritten entsprechende Zusagen mit Bezug auf die Vorstandstätigkeit erhalten hätte. Wie in den vergangenen Jahren wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite oder Vorschüsse gewährt, noch ist thyssenkrupp zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Im Berichtsjahr wurde die 4. Tranche des LTI fällig. Es handelte sich dabei um die letzte LTI-Tranche, bei der die Entwicklung des durchschnittlichen tkVA über den Performance-Zeitraum gegenüber den Vorjahren (Delta-tkVA) der maßgebliche Faktor für die Ermittlung des Auszahlungsbetrags neben der Entwicklung des Aktienkurses war. Aufgrund der Entwicklung des tkVA und des Aktienkurses über den maßgeblichen Performance-Zeitraum 2013/2014 bis 2016/2017 gegenüber dem relevanten Vergleichszeitraum der Geschäftsjahre 2010/2011 bis 2012/2013 ergab sich hier eine Auszahlung, deren Höhe sich auf gut 224 % des jeweiligen Ausgangswertes belief. Somit wurden an Dr. Heinrich Hiesinger 2.239.062€ und an Guido Kerkhoff und Oliver Burkhard je 1.119.542 € ausbezahlt. An Dr. Donatus Kaufmann wurden entsprechend seines Vertragsbeginns zum 1. Februar 2014 anteilig 746.332€ ausbezahlt. Im Januar 2017 wurden den Vorstandsmitgliedern neue Wertrechte aus der 7. Tranche des LTI gewährt. Insgesamt verfügen die Vorstandsmitglieder nun aus der 5. bis 7. Tranche des LTI über insgesamt 728.747 gewährte, aber noch nicht auszahlungsreife Wertrechte.

Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich für das Berichtsjahr auf 14,5 Mio € (Vorjahr: 17,4 Mio €). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind nach IFRS 270,1 Mio € (Vorjahr: 304,1 Mio €) bzw. nach HGB 208,2 Mio € (Vorjahr: 207,3 Mio €) zurückgestellt.

Aktienkursorientierte Vergütung für weitere Führungskräfte

Neben dem Vorstand erhalten weitere ausgewählte Führungskräfte des Konzerns weltweit einen Teil ihrer Bezüge in Form einer aktienkursorientierten Vergütung (LTI). Diese entspricht seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 in Ausgestaltung und Funktionsweise dem oben beschriebenen LTI des Vorstands, jedoch mit entsprechend angepassten Ausgangswerten.

thyssenkrupp setzt dieses langfristig orientierte Vergütungsinstrument ein, um die Identifikation der Führungskräfte mit thyssenkrupp sowie deren Bindung an das Unternehmen zu stärken. Da die Höhe des LTI sowohl an die Entwicklung des Aktienkurses als auch an die des tkVA gekoppelt ist, fördert er ein wertorientiertes, an den Unternehmenszielen ausgerichtetes Verhalten.

Im Berichtsjahr beliefen sich die aus dem LTI für die weiteren Führungskräfte resultierenden Aufwendungen auf insgesamt 40,8 Mio € (Vorjahr: 76,2 Mio €).

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500€ erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine jährliche Grundvergütung in Höhe von 50.000€.

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt die jährliche Vergütung 200.000 € und für seinen Stellvertreter 150.000 €. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in bestimmten Ausschüssen Zuschläge, die ebenfalls in § 14 der Satzung festgelegt sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat oder einem Ausschuss angehören, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.

Für das Berichtsjahr erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von insgesamt 1,68 Mio € (Vorjahr: 1,69 Mio €). Darin enthalten sind Vergütungen von Aufsichtsratsmitgliedern für Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften in Höhe von 55.618 € (Vorjahr: 69.302 €).

Die nachfolgende Tabelle listet die auf die einzelnen Mitglieder entfallende Vergütung auf:

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS 2016/2017

in €1) Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld aus konzerninternen Mandaten Gesamtvergütung
Prof. Dr. Ulrich Lehner 200.000 - 2) 12.000 - 212.000
(Vorsitzender) (200.000) (-)2) (10.000) (-) (210.000)
Dr. Sabine Maaßen - - 2) - - -
(stellv. Vorsitzende bis 15.03.2016) (75.000) (-)2) (3.500) (-) (78.500)
Markus Grolms 150.000 - 2) 3) 11.000 - 161.000
(stellv. Vorsitzender seit 08.04.2016) (100.000) (16.250) (8.000) (-) (124.250)
Martin Dreher - - - - -
(bis 31.05.2016) (33.333) (-) (1.500) (15.202) (50.035)
Achim Hass 33.333 - 1.500 12.613 47.446
(seit 07.02.2017) (-) (-) (-) (-) (-)
Ingrid Hengster 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (2.000) (-) (52.000)
Susanne Herberger 50.000 12.500 5.000 16.000 83.500
(50.000) (25.833) (5.500) (16.000) (97.333)
Tanja Jacquemin 50.000 20.000 4.500 - 74.500
(seit 30.03.2016) (29.167) (6.667) (2.000) (-) (37.834)
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 50.000 50.000 7.500 - 107.500
(50.000) (50.000) (6.500) (-) (106.500)
Ernst-August Kiel 16.667 - 1.000 5.305 22.972
(bis 31.01.2017) (50.000) (-) (2.000) (16.000) (68.000)
Dr. Norbert Kluge 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (2.000) (-) (52.000)
Tekin Nasikkol 50.000 - 2.500 - 52.500
(seit 01.06.2016) (16.667) (-) (500) (-) (17.167)
Dr. Ralf Nentwig 50.000 32.500 7.000 - 89.500
(50.000) (32.500) (5.000) (-) (87.500)
René Obermann 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (2.000) (-) (52.000)
Prof. Dr. Bernhard Pellens 50.000 52.500 7.500 - 110.000
(50.000) (52.500) (5.000) (-) (107.500)
Peter Remmler 50.000 12.500 5.000 16.250 83.750
(50.000) (12.500) (3.500) (16.500) (66.000)
Carola Gräfin v. Schmettow 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (2.000) (-) (52.000)
Wilhelm Segerath 50.000 57.500 11.000 - 118.500
(50.000) (50.208) (8.000) (-) (108.208)
Carsten Spohr 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (1.500) (-) (51.500)
Dr. Lothar Steinebach 50.000 25.000 5.500 - 80.500
(50.000) (25.000) (4.500) (-) (79.500)
Jens Tischendorf 50.000 12.500 4.000 - 66.500
(50.000) (12.500) (4.500) (-) (67.000)
Friedrich Weber 50.000 - 2.500 5.450 57.950
(50.000) (-) (2.000) (5.300) (57.300)
Isolde Würz 50.000 - 2.500 - 52.500
(50.000) (-) (2.000) (-) (52.000)
Insgesamt 1.250.000 275.000 106.500 55.617 1.687.117
(1.254.167) (283.958) (83.500) (69.302) (1.690.927)

1) Beträge des Vorjahres in Klammern

2) Gemäß § 14 Abs. 3 der Satzung durch die feste Vergütung abgegolten

3) Die Ausschussvergütung ist zeitanteilig abgegolten.

Die gewerkschaftsangehörigen Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2016 30.09.2017
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 01 54 73
Sachanlagen 01 341 328
Finanzanlagen 02 25.203 27.307
25.598 27.708
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 03 9.375 5.773
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.345 3.844
11.720 9.617
Rechnungsabgrenzungsposten 04 46 45
Summe der Aktiva 37.364 37.370

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.09.2016 30.09.2017
Eigenkapital 05
Gezeichnetes Kapital 1.449 1.594
Kapitalrücklage 1.473 2.703
Andere Gewinnrücklagen 1.494 1.494
Bilanzgewinn 1.427 1.401
5.843 7.192
Rückstellungen 06
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.107 1.093
Übrige Rückstellungen 240 193
1.347 1.286
Verbindlichkeiten 07
Anleihen 6.300 6.300
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 375 347
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.019 21.780
Übrige Verbindlichkeiten 477 462
30.171 28.889
Rechnungsabgrenzungsposten 08 3 3
Summe der Passiva 37.364 37.370

Gewinn- und Verlustrechnung

Mio € Anhang-Nr. 2015/2016 2016/2017
Umsatzerlöse 12 0 441
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 13 0 -133
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 308
Allgemeine Verwaltungskosten 14 -667 -644
Sonstige betriebliche Erträge 15 490 155
Sonstige betriebliche Aufwendungen 16 -120 -459
Beteiligungsergebnis 17 855 973
Zinsergebnis 18 -349 -235
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 -41 -51
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 20 -7 12
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 161 59
Gewinnvortrag 1.266 1.342
Bilanzgewinn 1.427 1.401

Anhang

Allgemeine Angaben

Die strategische Führung des Konzerns obliegt der thyssenkrupp AG als Konzernzentrale. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Das operative Geschäft liegt bei den Konzernunternehmen. Zur Leitungsaufgabe der thyssenkrupp AG gehören die konzerninterne Zuordnung von Konzernunternehmen zu den Business Areas sowie die Gründung, der Erwerb und die Veräußerung von anderen Unternehmen, von Unternehmensgruppen oder von Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Die thyssenkrupp AG mit Sitz in Duisburg und Essen ist eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Duisburg unter HRB 9092 und im Handelsregister des Amtsgerichts Essen unter HRB 15364.

Die thyssenkrupp AG unterliegt als Energieversorgungsunternehmen den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in der geltenden Fassung von 2017. Die thyssenkrupp AG ist ein im Sinne von § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit der Folge der Kontentrennungspflicht nach § 6b Abs. 3 EnWG.

Der Lagebericht der thyssenkrupp AG wird in Anwendung von § 315 Absatz 3 HGB i. V. m. § 298 Absatz 3 HGB mit dem Lagebericht des thyssenkrupp Konzerns zusammengefasst.

Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016/2017 werden mit dem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers im Bundesanzeiger elektronisch bekannt gegeben. Sie werden unter www.thyssenkrupp.com (Investoren/Berichterstattung und Publikationen) zugänglich sein. Ferner können sie bei der thyssenkrupp AG, ThyssenKrupp Allee 1, 45143 Essen, angefordert werden.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst. Sie werden im Anhang gesondert ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach Handelsrecht

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) für den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG zum 30. September 2017 wurde auch die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung für das Vorjahr an die neuen gesetzlichen Vorschriften entsprechend angepasst.

Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens werden planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, wenn die beizulegenden Werte einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten.

Für planmäßige Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: Gebäude 20 bis 33 Jahre, Grundstückseinrichtungen 5 bis 20 Jahre, andere Anlagen 3 bis 25 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.

Die planmäßigen Abschreibungen des abnutzbaren beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Methode vorgenommen. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter, das sind Gegenstände mit Anschaffungskosten bis einschließlich 150 €, werden im Jahr des Zugangs ergebniswirksam erfasst. Für Anlagenzugänge eines Geschäftsjahres, deren Anschaffungskosten für das einzelne Anlagegut mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, wird ein Sammelposten gebildet. Der jeweilige Sammelposten wird im Jahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel ergebniswirksam aufgelöst.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Niedrigere beizulegende Werte werden angesetzt, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen. Stellt sich in späteren Geschäftsjahren heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung bis höchstens zu den Anschaffungskosten zugeschrieben.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) werden zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst; die übrigen Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind die erkennbaren Risiken durch entsprechende Bewertungsabschläge auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag bewertet.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis der an konzernspezifische Verhältnisse angepassten "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Gehaltssteigerungsrate von 2,5 % und eines Rententrends von 1,5 %. Eine Ausnahme bilden auf einer wertpapiergebundenen Zusage basierende Pensionsverpflichtungen. In diesem Fall erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB der Ansatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens.

Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr 2016/2017 gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dabei wird ein Zinssatz in Höhe von 3,77 % (i. Vj. 4,08 %) verwendet. Für eine Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, wird ein prognostizierter Zinssatz in Höhe von 2,92 % (i. Vj. 3,37 %) verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen zum 30. September 2017 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 81 Mio € und ist grundsätzlich zur Ausschüttung gesperrt.

Die Abzinsung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt pauschal mit dem veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre. Der von der Deutschen Bundesbank am 30. September 2017 bekannt gegebene Zinssatz für sieben Jahre beträgt 2,91 %.

Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 2,92 % (i. Vj. 3,37 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristige Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz von 1,54 % (i. Vj. 1,96 %) entsprechend ihrer Restlaufzeiten abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Haftungen aus Konzern- und Bankavalen werden grundsätzlich nach der ausstehenden Haftung aus den einzelnen Erklärungen bewertet. Bei Konzernavalen wird der Stand der jeweiligen Hauptschuld gegebenenfalls mit zur Bewertung herangezogen.

Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlust- und Zinsvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der thyssenkrupp AG von aktuell 31,956 %. Aktive und passive latente Steuern werden für einen Bilanzausweis saldiert. Ein Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt.

Es werden grundsätzlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt, um Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken entgegenzuwirken, die im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit sowie im Rahmen von Investitions- und Finanztransaktionen entstehen können. Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (Grundgeschäfte) werden bei Vorliegen der handelsrechtlichen Voraussetzungen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit diesen derivativen Finanzinstrumenten (Sicherungsgeschäfte) im Rahmen von Mikro- und/oder Portfolio-Hedges zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Soweit die Voraussetzungen für Bewertungseinheiten mit den jeweiligen Grundgeschäften nicht erfüllt sind, erfolgt die Bilanzierung nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen.

In dem Umfang, in dem die durch die jeweilige Bewertungseinheit gebildete Sicherungsbeziehung effektiv ist, werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode nicht erfasst oder bei Anwendung der Durchbuchungsmethode werden die sich ausgleichenden Wertänderungen aus Grundgeschäften und Sicherungsgeschäften in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird auf Basis der Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) bzw. der Critical-Terms-Match-Methode (Mikro Bewertungseinheiten) beurteilt. In dem Umfang, in dem eine Sicherung ineffektiv ist, werden insgesamt verbleibende Verluste sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; ein insgesamt verbleibender Gewinn bleibt dagegen unberücksichtigt. Bei der thyssenkrupp AG kommen beide Methoden zur Anwendung.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die durch Finanzinstrumente gesichert werden, sind im Kapitel 11 Derivative Finanzinstrumente dargestellt.

Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem am Buchungstag gültigen Kassakurs erfasst. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden zum Anschaffungskurs oder zum jeweiligen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

01 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Anlagespiegel (Anhang-Nr. 02) dargestellt.

Die Zugänge betreffen im Wesentlichen die immateriellen Vermögensgegenstände, bei denen die Zugänge in Höhe von 35 Mio € insbesondere auf die zentrale Anschaffung von SAP Lizenzen zurückzuführen sind. Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 16 Mio € entfallen weitestgehend auf Softwarelizenzen.

02 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im nachfolgenden Anlagespiegel dargestellt:

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Umbuchungen Zugänge Abgänge
--- --- --- --- --- ---
Mio € 01.10.2016 30.09.2017
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 171 22 34 0 227
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22 -22 1 0 1
193 0 35 0 228
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 432 1 1 21 413
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 63 0 4 0 67
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4 -1 13 0 16
499 0 18 21 496
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 22.703 0 2.218 8 24.913
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.926 0 201 364 2.763
Beteiligungen 2 0 0 0 2
Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) 154 0 25 0 179
Sonstige Ausleihungen 11 0 3 1 13
25.796 0 2.447 373 27.870
Insgesamt 26.488 0 2.500 394 28.594
Abschreibungen
Aufgelaufene Abschreibungen Zuschreibungen Zugänge Abgänge Aufgelaufene Abschreibungen
--- --- --- --- --- ---
Mio € 01.10.2016 2016/2017 2016/2017 2016/2017 30.09.2017
--- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 139 0 16 0 155
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
139 0 16 0 155
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 118 0 13 13 118
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 40 0 10 0 50
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
158 0 23 13 168
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 593 78 51 3 563
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0
Beteiligungen 0 0 0 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) 0 0 0 0 0
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
593 78 51 3 563
Insgesamt 890 78 90 16 886
Nettowerte
--- --- ---
Mio € 01.10.2016 30.09.2017
--- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 32 72
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22 1
54 73
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 314 295
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23 17
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4 16
341 328
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 22.110 24.350
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.926 2.763
Beteiligungen 2 2
Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds) 154 179
Sonstige Ausleihungen 11 13
25.203 27.307
Insgesamt 25.598 27.708

Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB sind im Bundesanzeiger veröffentlicht und zusätzlich auf der Website der Gesellschaft (www.thyssenkrupp.com (Investoren/Berichterstattung und Publikationen)) wiedergegeben.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Der Anlagespiegel weist im Berichtsjahr bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen Zugänge in Höhe von 2.218 Mio € und Abgänge in Höhe von 8 Mio € aus. Die Zugänge resultieren insbesondere aus Kapitalerhöhungen der thyssenkrupp Nederland Holding B.V. in Höhe von 2.195 Mio €. Bei den Abgängen handelt es sich im Wesentlichen um die Verschmelzungen der Krupp Industrietechnik Gesellschaft mit beschränkter Haftung (3 Mio €) und der thyssenkrupp Presta Esslingen GmbH (3 Mio €) sowie der Anwachsung der thyssenkrupp Grundbesitz-Vermietungs GmbH & Co. KG (2 Mio €). Eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgte auf die Anteile der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 51 Mio €. Zudem wurden die Anteile an der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH voll wertaufgeholt (78 Mio €).

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

Die Ausleihungen der thyssenkrupp AG sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um 163 Mio € auf 2.763 Mio € gesunken. Wesentlicher Grund hierfür war die Rückzahlung der Ausleihungen an die thyssenkrupp Finance USA, Inc. in Höhe von 194 Mio €.

Beteiligungen

Bei den Beteiligungen der thyssenkrupp AG ergab sich im Geschäftsjahr 2016/2017 keine wesentliche Veränderung.

Wertpapiere des Anlagevermögens (Pensionsfonds)

Die aus Wertpapieren des Anlagevermögens bestehenden Spezialfonds dienen der externen (anteiligen) Ausfinanzierung bzw. (zusätzlichen) Insolvenzsicherung von Versorgungsansprüchen.

Diese Spezialfonds sind im Rahmen eines konzerneigenen Contractual Trust Agreements (CTA) gebildet worden und werden vom thyssenkrupp Pension-Trust e.V. (Treuhänder) vollständig separiert voneinander gehalten.

Im Rahmen eines gesondert bestehenden Treuhandverhältnisses sind Leistungen aus den Altzusagen finanziert, wobei durch das Treuhandvermögen die Teile der Pensionsverpflichtungen vorrangig besichert werden, die über die Sicherungsgrenzen des Pensions-Sicherungs-Vereins a.G. (PSV) hinausgehen. Zum 30. September 2017 beträgt der historische Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen Wertpapiere rd. 179 Mio €.

Des Weiteren besteht ein Treuhandvertrag zwischen der thyssenkrupp AG (Treugeber) und dem thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. (Treuhänder). Gegenstand dieses Vertrages sind die gesetzlich vorgeschriebene Insolvenzsicherung von Wertguthaben im Sinne von § 8 a AltersteilzeitG und im Sicherungsfall die Befriedigung der Ansprüche der Begünstigten auf Auszahlung der fälligen Altersteilzeit-Wertguthaben gegenüber dem Treugeber oder einem seiner Konzernunternehmen im Sinne von § 18 AktG.

Zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeit-Wertguthaben hält der thyssenkrupp Sicherungsverein für Arbeitnehmer-Wertguthaben e.V. eine Bankbürgschaft (Bürgschaftsvaluta zum 30.09.2017: rd. 81 Mio. €), die regelmäßig an den aktuellen Stand der gesetzlich zu sichernden Altersteilzeit-Wertguthaben angepasst wird.

03 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Mio € 30.09.2016 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2017 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.968 0 5.416 59

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um kurzfristige Forderungen aus dem zentralen Konzern-Finanzclearing sowie aus Cash-Pool Vereinbarungen und Ergebnisabführungsverträgen. Der Rückgang in Höhe von 3.552 Mio € (davon thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. 2.774 Mio €) ergibt sich insbesondere durch geringere Tagesgeldforderungen gegen verbundene Unternehmen.

Mio € 30.09.2016 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 30.09.2017 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr
Sonstige Vermögensgegenstände 407 346 357 315

Die thyssenkrupp AG hat die Altersvorsorgeverpflichtungen, die durch vertragliche Vereinbarung im Innenverhältnis (ohne Schuldbeitritt) auf Dritte übertragen wurden, unter den Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen passiviert (Anhang-Nr. 06) und den auf Grund der Erfüllungsübernahme bestehenden Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe des korrespondierenden Wertes (gem. Anwartschaftsbarwertverfahren) der Verpflichtung in Höhe von 315 Mio € (i. Vj. 346 Mio €) aktiviert.

04 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Kostenabgrenzungen zukünftiger Wartungsaufwendungen für Lizenzen, Mietabgrenzungen sowie Disagien.

05 Eigenkapital

Grundkapital

Am 25. September 2017 hat der Vorstand der thyssenkrupp AG mit Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats entsprechend der bestehenden Ermächtigung gemäß § 5 Absatz 5 der Satzung eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um 10 % des Grundkapitals gegen Ausgabe von 56.593.794 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien unter Ausschluss des Bezugsrechts im Wege des beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens beschlossen und erfolgreich durchgeführt. Der Ausgabepreis betrug 24,30 € je Stückaktie. Die Barkapitalerhöhung ist am 26. September 2017 wirksam geworden. Durch diese Barkapitalerhöhung hat sich das Eigenkapital der Gesellschaft um den erzielten Bruttoerlös in Höhe von 1.375.229.194,20 € erhöht.

Das Grundkapital der thyssenkrupp AG beträgt nunmehr 1.593.681.256,96 € und ist eingeteilt in 622.531.741 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 €. Die Kapitalrücklage veränderte sich durch die Kapitalerhöhung durch Agio um 1.230.349.081,56 €.

Genehmigtes Kapital

Gemäß § 5 Absatz 5 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der thyssenkrupp AG bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 225.119.887,36 € durch Ausgabe von bis zu 87.937.456 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht in bestimmten Fällen (Ausgleich von Spitzenbeträgen; Ausgabe neuer Aktien von max. 10 % des Grundkapitals bei Barkapitalerhöhung, wenn der Ausgabepreis den Börsenpreis im Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet; Sachkapitalerhöhungen; bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht in dem Umfang, wie den Inhabern dieser Rechte bzw. Pflichten ein Bezugsrecht als Aktionär auf neue Aktien zustehen würde) auszuschließen. Die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung überschreiten. Anzurechnen sind unter Bezugsrechtsausschluss veräußerte eigene Aktien und Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 (siehe dazu Abschnitt Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen / Schaffung eines bedingten Kapitals) unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben worden sind.

Kapitalrücklage

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Stand 01.10. 1.473 1.473
Agio aus Kapitalerhöhung 0 1.230
Stand 30.09. 1.473 2.703

Die Kapitalrücklage zum 30. September 2017 beträgt 2.703 Mio €.

Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen belaufen sich zum 30. September 2017 unverändert auf 1.494 Mio €.

Bilanzgewinn

Mio € 2016/2017
Bilanzgewinn 01.10.2016 1.427
Ausschüttung Dividende -85
Vortrag auf neue Rechnung 1.342
Jahresüberschuss 2016/2017 59
Gewinnvortrag 1.342
Bilanzgewinn 30.09.2017 1.401

Die ordentliche Hauptversammlung der thyssenkrupp AG hat am 27. Januar 2017 beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2015/2016 in Höhe von 1.427 Mio € zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 85 Mio € zu verwenden und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von 1.342 Mio € auf neue Rechnung vorzutragen.

Zum 30. September 2017 wird ein Bilanzgewinn von 1.401 Mio € ausgewiesen.

Weitere Angaben zum Eigenkapital

Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen / Schaffung eines bedingten Kapitals

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurde der Vorstand bis zum 16. Januar 2019 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen (Schuldverschreibungen) im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte und den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Zur Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien bei Ausübung der Wandlungs- und Optionsrechte oder bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrages Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, ist das Grundkapital der Gesellschaft nach § 5 Absatz 6 der Satzung um bis zu 250 Mio € durch Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen sowie der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Von der Ermächtigung zur Ausgabe der Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Erwerb und Verwendung von eigenen Anteilen

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. Januar 2015 wurde die Gesellschaft bis zum 29. Januar 2020 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 1.448.801.144,32 € oder - falls dieser Wert niedriger ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkung zu erwerben. Die Gesellschaft wurde ferner ermächtigt, die eigenen Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden. Insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern, sie zur Erfüllung von Optionsrechten und/oder Wandlungsrechten/-pflichten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen verwenden, den Inhabern solcher Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde und sie Mitarbeitern der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen zum Erwerb anbieten. Mit Ausnahme der Einziehung ist in den genannten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen des Vorstands aufgrund dieser Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden dürfen.

Angaben zum Bestehen einer Beteiligung

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat freiwillig darüber informiert, dass sie an der Kapitalerhöhung am 25. September 2017 nicht teilgenommen hat. Sie hält somit zum Stichtag weiterhin insgesamt 130.313.600 Stückaktien der thyssenkrupp AG; dies entspricht rund 21 % der Stimmrechtsanteile.

Zu weiteren Beteiligungen an der thyssenkrupp AG lagen uns Angaben zu Stimmrechtsanteilen von mindestens 3 % aus folgenden Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG vor:

Die Cevian Capital II GP Limited, St. Helier, Jersey, Channel Islands, hat in einer Meldung vom März 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Februar 2014 die Schwelle von 15 % überschritten hat und an diesem Tag 15,08 % (entsprechend 85.321.744 Stimmrechten) betrug. Alle diese Stimmrechte waren der Cevian Capital II GP Limited gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 WpHG zuzurechnen. Dabei wurden ihr Stimmrechte der von ihr kontrollierten Cevian Capital II Master Fund LP zugerechnet, deren Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 12,23 % betrug. Die Cevian Capital II Master Fund LP, Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Islands, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Januar 2014 die Schwelle von 10 % überschritten hat und zu diesem Tag 10,06 % (entsprechend 56.927.356 Stimmrechten) betrug.

Die Black Rock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 26. April 2016 3,69 % betrug. 3,06 % dieser Stimmrechte (entsprechend 17.327.382 Stimmrechten) waren der Black Rock, Inc. gem. § 22 WpHG zuzurechnen. 0,62 % dieser Stimmrechte (entsprechend 3.531.067 Stimmrechten) waren der Black Rock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,0002 % dieser Stimmrechte (entsprechend 1.333 Stimmrechten) waren Black Rock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

Die Black Rock, Inc., Wilmington, USA, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. April 2016 3,68 % betrug. 3,11 % dieser Stimmrechte (entsprechend 17.574.205 Stimmrechten) waren der Black Rock, Inc. gem. § 22 WpHG zuzurechnen. 0,57 % dieser Stimmrechte (entsprechend 3.252.436 Stimmrechten) waren der Black Rock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG (Wertpapierleihe) zuzurechnen. 0,001 % dieser Stimmrechte (entsprechend 4.036 Stimmrechten) waren Black Rock, Inc. als Instrumente i. S. d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG (Contract for Difference) zuzurechnen.

06 Rückstellungen

Mio € 30.09.2016 30.09.2017
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.107 1.093
Übrige Rückstellungen 240 193
(davon Steuerrückstellungen) 34 13
(davon Sonstige Rückstellungen) 206 180

Den Rückstellungen für Pensionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 41 Mio € (i. Vj. 21 Mio €) zugeführt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.090 Mio € (i. Vj. 1.103 Mio €) und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 3 Mio € (i. Vj. 3 Mio €).

Die thyssenkrupp AG haftet zusätzlich aus der Übertragung von Betrieben bzw. aus im Innenverhältnis übertragenen Pensionsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2016/2017 sind in der Bilanz ein Freistellungsanspruch unter den sonstigen Vermögensgegenständen und korrespondierend eine Verpflichtung innerhalb der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 315 Mio € (i. Vj. 346 Mio €) ergebnisneutral bilanziert (Anhang-Nr. 03).

Für die zum 1. Januar 2017 eingeführte und als wertpapiergebundene konzipierte neue Versorgungszusage für Fach- und Führungskräfte ("flexplan") ist eine periodengerechte Ausfinanzierung über einen in 2017 neu geschlossenen Treuhandvertrag vorgesehen. Zum 30. September 2017 beträgt der Anschaffungswert der in diesem Spezialfonds enthaltenen und auf die thyssenkrupp AG entfallenden Wertpapiere rd. 0,3 Mio €.

Die Steuerrückstellungen bestehen im Wesentlichen für Umsatzsteuern sowie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, wobei die Rückstellung für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 20 Mio € reduziert wurde. Durch einen geringfügigen Überhang werden die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in diesem Jahr auf der Aktivseite ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken ab. Sie berücksichtigen im Wesentlichen künftige Verpflichtungen im Personalbereich und ausstehende Eingangsrechnungen. Dabei hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Rückstellung für aktienorientierte Vergütung um 9 Mio € und die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen ebenfalls um 9 Mio € verringert.

07 Verbindlichkeiten

30.09.2016 30.09.2017
Mio € bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
Anleihen 1.250 4.450 600 1.600 4.100 600
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 48 327 95 252
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 7 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 84 1 87 11
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.953 66 21.770 10
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen 0
Sonstige Verbindlichkeiten 197 188 180 100 83
(davon aus Darlehen) 188 100 83
(davon aus Steuern) 18 25
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 0 0

Im März 2017 hat die thyssenkrupp AG im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe über 1.250 Mio € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 1,375 % p. a. begeben.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen sowohl zinsfixe als auch zinsvariable Kredite mit einer Verzinsung bis zu 3,55 % p. a.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich hauptsächlich um Geldanlagen im Rahmen des zentralen Konzern-Finanzclearings in Höhe von 21.494 Mio € sowie um Ergebnisübernahmen der Tochtergesellschaften.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Zinsabgrenzungen in Höhe von 102 Mio € sowie Schuldverschreibungen in Höhe von nominal 183 Mio €.

08 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält unter anderem ein Agio sowie Vorauszahlungen auf SwapGeschäfte für die nächste Abrechnungsperiode. Die Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens erfolgt ratierlich entsprechend der Laufzeit der zu Grunde liegenden Verträge.

09 Haftungsverhältnisse

Die thyssenkrupp AG hat Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Auftraggebern oder Kreditgebern über 7.199 Mio € (i. Vj. 8.782 Mio €), davon gegenüber verbundenen Unternehmen 7.108 Mio € (i. Vj. 8.033 Mio €) ausgestellt bzw. ausstellen lassen. Die Laufzeiten variieren je nach Art der Garantie von 3 Monaten bis zu 10 Jahren (z. B. bei Miet- und Pachtgarantien). Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten. Alle durch die thyssenkrupp AG ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können nach unseren Erkenntnissen in allen Fällen erfüllt werden; mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

10 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die wesentlichen finanziellen Verpflichtungen betreffen Energielieferverträge, die IT-Strategie des Konzerns und dabei insbesondere das Outsourcing der Infrastruktur, sowie Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.

An Verpflichtungen werden in den folgenden Geschäftsjahren fällig:

Mio €
2017/2018 348
2018/2019 128
2019/2020 101

Hierin sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 58 Mio € enthalten.

Rechtsstreitigkeiten

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell haben potentiell Geschädigte gegen die thyssenkrupp AG und Unternehmen des thyssenkrupp Konzerns Schadensersatzansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend gemacht. Ein Teil der geltend gemachten Ansprüche ist noch nicht beziffert worden. Die Gerichtsverfahren sind in Deutschland, Belgien, Österreich und den Niederlanden anhängig und befinden sich in unterschiedlichen Verfahrensstadien; teilweise sind Verfahren bereits vergleichsweise, durch Klagerücknahmen oder durch Klageabweisungen erledigt worden. Für den Teil der rechtshängigen Ansprüche, die nach Einschätzung von thyssenkrupp wahrscheinlich zu Mittelabflüssen führen werden, hat thyssenkrupp unter Berücksichtigung einer gesamtschuldnerischen Haftung mit anderen Kartellteilnehmern als Risikovorsorge einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zurückgestellt.

Darüber hinaus ist die Gesellschaft aus verschiedenen Anlässen in gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage sowie Liquidität sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Liquidität.

11 Derivative Finanzinstrumente

Mio € Nominalwert 30.09.2016 Beizulegender Zeitwert Nominalwert 30.09.2017 Beizulegender Zeitwert
Devisentermingeschäfte 1.851 -8 473 -5
Zins-/Währungsswaps 885 -22 23 0
Warentermingeschäfte 10 0 1 0
Insgesamt 2.746 -30 497 -5

Die thyssenkrupp AG ist im Rahmen ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs-, Zinssatzänderungen und Warenpreisen ausgesetzt. Zur Begrenzung dieser Risiken werden bei der thyssenkrupp AG unter anderem derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist nur im Zusammenhang mit der Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften statthaft und unterliegt konzernweit gültigen Richtlinien, deren Einhaltung fortlaufend überwacht wird.

Derivative Finanzinstrumente und die entsprechenden Grundgeschäfte können als Bewertungseinheit betrachtet werden, wenn ein eindeutiger Sicherungszusammenhang nachgewiesen wird. Die thyssenkrupp AG schließt nur derivative Finanzinstrumente ab, die in einem eindeutigen Sicherungszusammenhang stehen und mit entsprechenden Grundgeschäften in einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden. Die bilanzielle Darstellung der Bewertungseinheiten folgt sowohl nach der Durchbuchungsmethode (Devisentermingeschäfte) als auch nach der Einfrierungsmethode. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehungen werden grundsätzlich die Critical-Terms-Match-Methode (Mikro-Bewertungseinheiten) bzw. die Dollar Offset-Methode (Portfoliobewertungseinheiten) herangezogen. Mögliche Ineffektivitäten werden nach allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden behandelt.

Zur Absicherung von Währungsrisiken setzt die thyssenkrupp AG Devisentermingeschäfte sowie Zins-/ Währungsswaps ein. Devisentermingeschäfte werden im Wesentlichen zur Kurssicherung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von 419 Mio € und Verbindlichkeiten von 54 Mio € abgesichert. Die im Bestand befindlichen Devisentermingeschäfte, mit einer maximalen Restlaufzeit von 19 Monaten, wurden vollständig in Bewertungseinheiten sowohl als Mikro- und auch als Portfolio-Hedge designiert. Zur Absicherung von Währungsrisiken aus bestimmten konzerninternen Darlehen der thyssenkrupp AG mit einem Nominalvolumen von insgesamt 23 Mio € wurden des Weiteren Zins-/Währungsswaps abgeschlossen. Zins-/Währungsswaps, mit einer Restlaufzeit von bis zu 64 Monaten, die jeweils mit der Fälligkeit der entsprechenden Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden nahezu ausschließlich als Portfolio-Hedges in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Zum Bilanzstichtag waren aus diesen Transaktionen keine Rückstellungen aus Bewertungseinheiten für Ineffektivitäten zu bilden.

Warentermingeschäfte werden zur Absicherung variabler Preisbestandteile aus Energiebeschaffungsverträgen abgeschlossen. Diese Warentermingeschäfte werden mit ihren korrespondierenden, in gleicher Höhe bestehenden schwebenden Geschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die im Bestand befindlichen Warentermingeschäfte, mit einer Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten, die jeweils mit den Fälligkeiten der Grundgeschäfte übereinstimmen, wurden vollständig in Bewertungseinheiten in Form von Mikro-Hedges designiert. Dem stehen Wertänderungen aus den in die Bewertungseinheit einbezogenen Grundgeschäften in gleicher Höhe gegenüber. Die bilanzielle Abbildung erfolgt durch Anwendung der Einfrierungsmethode; somit kam es zu keiner bilanziellen Erfassung. Die Feststellung der Wirksamkeit der Bewertungseinheit erfolgt prospektiv und retrospektiv durch den Nachweis, dass die wesentlichen Kontraktparameter von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten übereinstimmen (Critical-Terms-Match-Methode).

Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt zum Bilanzstichtag 6 Mio €, d. h. in dieser Höhe wurden Rückstellungen für drohende Verluste vermieden.

Bis zum Ende der Laufzeiten der Bewertungseinheiten, die zwischen einem und 64 Monaten liegen, werden sich die Wert- und Zahlungsstromänderungen aus den Grund- und Sicherungsgeschäften voraussichtlich in voller Höhe ausgleichen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Dabei gelten folgende Grundsätze:

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminauf- und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Terminkurs.

Bei Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt und die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Cash-Flows stattfinden, einbezogen.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen sowie externen Bewertungen unserer Finanzpartner zum Bilanzstichtag. Er stellt den Preis dar, den das Unternehmen zahlen bzw. erhalten würde, wenn es die Derivate am Bilanzstichtag auflösen wollte.

Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

12 Umsatzerlöse

Mit der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) auf den Jahresabschluss zum 30. September 2017 sind bestimmte bisher innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge erfassten Sachverhalte gemäß § 277 Absatz 1 HGB unter den Umsatzerlösen auszuweisen.

Insbesondere sind dies Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke in Höhe von 299 Mio € sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen in Höhe von 51 Mio €, die im Vorjahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen waren. Zudem sind in den Umsatzerlösen Erträge aus Versicherungsdienstleistungen in Höhe von 68 Mio € enthalten.

Im Vorjahr wurden keine Umsatzerlöse ausgewiesen; daher ist der Wert nicht vergleichbar. Aus der entsprechenden Anwendung des neu gefassten § 277 Absatz 1 HGB hätten sich für das Vorjahr Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 369 Mio € ergeben.

13 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Die Herstellungskosten in Hohe von 133 Mio € stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen.

Eine Vergleichbarkeit des Vorjahresbetrages ist nicht gegeben aufgrund der erstmaligen Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG). Im Vorjahr wurden die entsprechenden Aufwendungen in den Allgemeinen Verwaltungskosten erfasst.

Der gesamte Materialaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betragen 1 Mio € (i. Vj. 0 Mio €) und stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den unter den Umsatzerlösen ausgewiesenen Erträgen für die Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen.

14 Allgemeine Verwaltungskosten

Mio € 2015/2016 2016/2017
Gehälter 175 156
Soziale Abgaben 11 12
Aufwendungen für Altersversorgung 21 42
Summe Personalaufwand 207 210
Abschreibungen 35 31
Übrige Verwaltungskosten 425 404
(davon wirtschaftliche Beratungsaufwendungen) 72 73
(davon Dienstleistungsaufwendungen) 198 189
(davon Datenverarbeitungsleistungen) 103 105
(davon Erhaltungsaufwendungen) 20 3
Insgesamt 667 644

Der gesamte Personalaufwand der thyssenkrupp AG ist in der Gliederung nach § 275 Abs. 3 HGB unter dem Posten Allgemeine Verwaltungskosten erfasst. Der Aufwand für Altersversorgung umfasst den Dienstzeitaufwand der Pensionsrückstellungszuführung; der Zinsanteil der Pensionsrückstellungszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.

Der Personalaufwand enthält Gehälter, Abfindungsaufwendungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen und der Sozialplanrückstellung. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein ausgewiesen.

Die Aufwendungen für Gehälter sind um 19 Mio € gesunken. Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen für Altersversorgung. Hauptursache ist insbesondere eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 41 Mio € (i. Vj. 21 Mio €).

Ein Teil der bisher in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesene Aufwendungen wurden aufgrund der Erstanwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig unter den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen erfasst. Eine wesentliche Abweichung ergab sich bei den Erhaltungsaufwendungen, bei denen 18 Mio € der erbrachten Leistungen umgegliedert wurden.

Die Datenverarbeitungsleistungen in Höhe von 105 Mio € beinhalten Aufwendungen für die IT-Strategie des Konzern und dabei insbesondere das Outsourcing der Infrastruktur.

Zum Bilanzstichtag betrug die Anzahl der angestellten Mitarbeiter 1029, darunter 14 Trainees, 13 Auszubildende und 30 Praktikanten/Werkstudenten. Im Geschäftsjahresdurchschnitt waren 978 (i. Vj. 922) Mitarbeiter bei der thyssenkrupp AG beschäftigt.

15 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 155 Mio € (i. Vj. 490 Mio €) umfassen Erträge aus der Wertaufholung der Anteile an der thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH in Höhe von 78 Mio €. Ferner sind Erträge aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 22 Mio € enthalten. Aus der Währungsumrechnung ergeben sich sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 4 Mio € (i. Vj. 1 Mio €).

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr Erträge aus der Weiterberechnung gemäß der Corporate-Design-, Firmierungs- und Markenrichtlinie für die Konzernmarke sowie Nutzungsgebühren für Konzernlizenzen und andere konzerninterne Dienstleistungen im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthalten waren. Diese werden nun unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Erträge von rund 11 Mio € (i. Vj. 24 Mio €). Wie im Vorjahr handelt es sich unter anderem um die Auflösung von Rückstellungen.

16 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 459 Mio € beinhalten Differenzen aus Währungsumrechnungen in Höhe von 301 Mio €, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlantico Ltda. entstanden sind. Dieser Vorgang ist gemäß unserer Sicherungsstrategie auf Konzernebene durch entsprechende gegenläufige Effekte bei weiteren Konzerngesellschaften erfolgsneutral.

Konzerninterne Forderungsverzichte wurden gegenüber der thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft (52 Mio €), der thyssenkrupp Italia S.r.l. (16 Mio €), der thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd. (7 Mio. EUR) sowie der Berco (UK) Ltd. (4 Mio €) ausgesprochen. Bei den nicht betriebsnotwendigen Grundstücken ergaben sich durch Instandhaltungen und anderen Dienstleistungen Aufwendungen in Höhe von 24 Mio €.

Ferner sind Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 8 Mio € sowie Provisionen für die Ausgabe neuer Aktien, Aufwand aus Devisentermingeschäften und sonstige Steuern wie Lohnsteuern, Grundsteuern und Umsatzsteuern enthalten.

Aus Devisentermingeschäften ergeben sich sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 17 Mio € (i. Vj. 14 Mio €). Es ergeben sich periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 9 Mio €.

17 Beteiligungsergebnis

Mio € 2015/2016 2016/2017
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 694 184
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -84 -116
Erträge aus Beteiligungen 245 906
(davon aus verbundenen Unternehmen) 245 906
Insgesamt 855 973

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sind um 510 Mio € auf 184 Mio € zurückgegangen. Die größten Ergebnisveränderungen entfallen dabei auf die die thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, die ihr Ergebnis um 220 Mio € auf 20 Mio € verringert hat, sowie die Thyssen Stahl GmbH, die mit 152 Mio € einen um 171 Mio € geringeren Betrag abführt als im Vorjahr. Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen haben sich um 32 Mio € auf 116 Mio € erhöht. Die thyssenkrupp Materials Services GmbH, die im Vorjahr ein positives Ergebnis in Höhe von 60 Mio € verzeichnen konnte, weist im abgelaufenen Geschäftsjahr ein negatives Ergebnis in Höhe von 88 Mio € aus.

Die Beteiligungserträge stammen im Wesentlichen aus Dividendenvereinnahmungen der thyssenkrupp North America, Inc. in Höhe von 699 Mio € und der thyssenkrupp (China) Ltd. in Höhe von 206 Mio €.

18 Zinsergebnis

Mio € 2015/2016 2016/2017
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 41 41
(davon aus verbundenen Unternehmen) 41 41
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 278 248
(davon aus verbundenen Unternehmen) 235 199
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -668 -523
(davon an verbundene Unternehmen) -353 -228
Insgesamt -349 -235

Das Zinsergebnis enthält Zinsaufwendungen und -erträge, die sowohl das zentrale Konzern-Finanzclearing als auch die externe Finanzierung betreffen. Hinzu kommt ein Zinsanteil durch die vorgeschriebene Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen und sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von insgesamt 30 Mio € (i. Vj. 22 Mio €).

19 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauerhafter Wertminderungen auf die Anteile an der thyssenkrupp Italia S.r.l. in Höhe von 51 Mio € vorgenommen.

20 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen einen Ertrag für Vorjahre sowie die Steuern des Berichtszeitraums. Latente Steuern sind im Steueraufwand auf Grund der Inanspruchnahme des Bilanzierungswahlrechts für einen Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern nicht enthalten.

21 Abschlussprüfergebühren

Das vom Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016/2017 berechnete Gesamthonorar wird aufgeschlüsselt nach Abschlussprüferleistungen, anderen Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstigen Leistungen in der entsprechenden Angabe des Konzernabschlusses der thyssenkrupp AG angegeben. Für die thyssenkrupp AG und die von ihr beherrschten Unternehmen wurden andere Bestätigungsleistungen im Wesentlichen für Prüfungen des internen Kontrollsystems einschließlich projektbegleitender Prüfungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDV-Systemen sowie sonstige Bestätigungsleistungen erbracht. Zudem wurden Steuerberatungsleistungen erbracht, die die Erstellung von Steuerklärungen, steuerliche Due-Diligence-Leistungen sowie die Steuerberatung im Zusammenhang mit Projekten und konzerninternen Reorganisationen umfassen. Die sonstigen Leistungen umfassen insbesondere projektbezogene Beratungsleistungen.

22 Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Berichtsjahr betrugen rund 12 Mio € (i. Vj. 11 Mio €). Darin enthalten sind neben Fixum, Nebenleistungen/Sachbezügen und Tantieme auch der LTI als aktienbasierte erfolgsabhängige Komponente mit langfristiger Anreizwirkung. Für den LTI sind im abgelaufenen Geschäftsjahr Wertrechte gewährt worden, deren Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt sich auf rund 5 Mio € belief. Bei der Festlegung der individuellen variablen Vergütung wurde auch das Angemessenheitserfordernis berücksichtigt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der thyssenkrupp AG und ihrer Vorgängergesellschaften sowie ihrer Hinterbliebenen belaufen sich auf 13 Mio € (i. Vj. 16 Mio €).

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 208 Mio € (i. Vj. 207 Mio €) zurückgestellt.

Für das Geschäftsjahr 2016/2017 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats auf Basis des noch zu billigenden Konzernabschlusses einschließlich des Sitzungsgeldes eine Vergütung von rund 2 Mio € (i. Vj. 2 Mio €) gewährt.

Einzelheiten zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats enthält der Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts des thyssenkrupp Konzerns und der thyssenkrupp AG.

Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind nachfolgend unter Mandate des Vorstands und Mandate des Aufsichtsrats ausgewiesen.

23 Entsprechenserklärung nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Berichtsjahr gemäß § 161 Abs. 1 AktG eine gemeinsame Entsprechenserklärung abgegeben, die am 1. Oktober 2017 veröffentlicht wurde. Sie ist auf der Website der Gesellschaft unter https://www.thyssenkrupp.com/de/unternehmen/management/ corporate-governance/entsprechenserklaerung.html veröffentlicht.

24 Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die rechtliche Basis für eine Ausschüttung bildet der nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelte Bilanzgewinn der thyssenkrupp AG.

Der Jahresabschluss der thyssenkrupp AG weist für das Geschäftsjahr 2016/2017 einen Bilanzgewinn von 1.401.196.644,43 € aus.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016/2017 wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € je dividendenberechtigter Stückaktie 93.379.761,15 €
Vortrag auf neue Rechnung 1.307.816.883,28 €

Anteilsverzeichnis

Das Verzeichnis der thyssenkrupp AG entspricht § 285 Nr. 11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB. Die Anteile am Kapital verstehen sich auf den Anteil der thyssenkrupp AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen. Bei Gewinnabführungsverträgen sind die Ergebnisse nach Abführung angegeben.

Name und Sitz Eigenkapital Mio € bzw. Fremdwährung Ergebnis Mio € bzw. Fremdwährung Anteil am Kapital %
Components Technology
Berco Bulgaria EOOD, Apriltsi, Bulgarien BGN 2,4 0,2 100,00
BERCO Deutschland GmbH, Ennepetal 2,4 0,0 *) 100,00
Berco of America Inc., Waukesha/Wisconsin, USA USD 9,4 0,3 100,00
Berco (Shanghai) Undercarriage Technology Co., Ltd., Shanghai, China CNY -58,7 -5,3 100,00
Berco S.p.A., Copparo, Italien 76,6 -26,2 100,00
BercoSul Ltda., Hortolandia-São Paulo, Brasilien BRL 40,9 17,6 100,00
Berco (UK) Ltd., Spennymoor, Großbritannien 0,0 3,6 100,00
Berco Undercarriages (India) Private Ltd., Andrah Pradesh, Indien INR 403,3 3,9 100,00
Chengdu thyssenkrupp Fawer Spring Co. Ltd., Chengdu, China CNY 55,0 9,4 100,00
Defontaine Ibérica S.A.U., Viana, Spanien 1,4 -0,1 100,00
Defontaine (Qingdao) Machinery Co., Ltd., Jiaonan City, Shandong Province, China CNY 432,1 108,4 100,00
Defontaine S.A., La Bruffière, Frankreich 35,5 8,0 100,00
Defontaine Tunisie S.A., Ben Arous, Tunesien TND 0,4 0,0 53,00
Nippon Roballo Company Ltd., Minato-ku/Tokio, Japan JPY 12.131,0 446,5 100,00
OOO PSL, Moskau, Russland RUB 17,6 0,0 100,00
PSL a.s., Povazská Bystrica, Slowakei 62,8 13,7 100,00
PSL Wälzlager GmbH, Dietzenbach 0,0 0,0 *) 100,00
Roballo Engineering Company Ltd., Peterlee, Großbritannien GBP 2,8 -0,6 100,00
Rotek Incorporated, Aurora/Ohio, USA USD 5,1 -2,6 100,00
Rothe Erde Ibérica S.A., Zaragoza, Spanien 4,2 0,6 100,00
Rothe Erde India Private Ltd., Maharashtra, Indien INR 2.494,7 284,5 100,00
Rothe Erde - Metallurgica Rossi S.p.A., Visano, Italien 2,7 -0,4 100,00
thyssenkrupp Automotive Systèmes France S.A.R.L., Sarreguemines, Frankreich 1,3 0,7 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico USD 22,7 5,2 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, Essen 31,2 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Automotive Systems of America. LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 3,3 1,3 100,00
thyssenkrupp Bilstein GmbH, Ennepetal 75,7 0,0 *) 99,50
thyssenkrupp Bilstein of America Inc., San Diego/California, USA USD 28,8 9,9 100,00
thyssenkrupp Bilstein S.A., Sibiu, Rumänien 14,3 6,8 100,00
thyssenkrupp Components Tech GmbH, Essen 36,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Components Technology de México, S.A. de C.V., San Luis Potosi, Mexico USD 19,6 31,0 100,00
thyssenkrupp Crankshaft Co. LLC, Danville/Illinois, USA USD 32,1 -0,8 100,00
thyssenkrupp Engine Components (China) Co., Ltd., Nanjing, China CNY 158,3 1.035,9 100,00
thyssenkrupp Engine Components (India) Private Ltd., Nashik, Indien INR -385,6 -110,1 100,00
thyssenkrupp Fawer Liaoyang Spring Co., Ltd., Liaoyang/Liaoning, China CNY 434,5 19,4 60,00
thyssenkrupp Federn GmbH, Hagen 57,1 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Federn und Stabilisatoren GmbH, Hagen 36,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Gerlach GmbH, Homburg/Saar 54,4 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Mavilor S.A., Villeurbanne, Frankreich 92,6 0,3 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica Campo Limpo Ltda., Campo Limpo Paulista, Brasilien BRL 1.098,9 55,1 59,77
thyssenkrupp Metalúrgica de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico USD 965,3 136,6 100,00
thyssenkrupp Metalúrgica Santa Luzia Ltda., Santa Luzia, Brasilien BRL 39,4 -9,7 100,00
thyssenkrupp Presta Aktiengesellschaft, Eschen, Liechtenstein CHF 109,5 42,8 100,00
thyssenkrupp Presta Chemnitz GmbH, Chemnitz 4,1 3,8 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Dalian Co. Ltd., Dalian, China CNY 657,7 152,7 100,00
thyssenkrupp Presta Danville, LLC, Danville/Illinois, USA USD 21,9 -1,2 100,00
thyssenkrupp Presta de México S.A. de C.V., Puebla, Mexico USD 50,8 11,6 100,00
thyssenkrupp Presta Fawer (Changchun) Co. Ltd., Changchun, China CNY 598,7 95,3 60,00
thyssenkrupp Presta Fawer Changzhou Co., Ltd., Changzhou, China CNY 45,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Presta France S.A.S., Florange, Frankreich 49,4 26,5 100,00
thyssenkrupp Presta HuiZhong Shanghai Co., Ltd., Shanghai, China CNY 565,0 138,3 60,00
thyssenkrupp Presta Hungary Kft., Budapest, Ungarn 4,0 13,3 100,00
thyssenkrupp Presta Ilsenburg GmbH, Ilsenburg 34,7 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Mülheim GmbH, Mülheim an der Ruhr 38,1 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Presta North America, LLC, Terre Haute/Indiana, USA USD 151,5 36,5 100,00
thyssenkrupp Presta Schönebeck GmbH, Schönebeck 12,2 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Presta Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China CNY 29,6 -22,6 100,00
ThyssenKrupp Presta SteerTec Poland Sp.z o.o., Meseritz, Polen PLN 9,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Presta TecCenter AG, Eschen, Liechtenstein CHF 43,2 3,9 100,00
thyssenkrupp Rothe Erde GmbH, Dortmund 25,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Springs and Stabilizers (Pinghu) Ltd., China CNY 103,3 -12,8 100,00
thyssenkrupp Steering Changzhou Ltd., Changzhou, China CNY 289,4 -262,2 100,00
thyssenkrupp Valvetrain China Ltd., Changzhou, China CNY 222,8 38,2 100,00
thyssenkrupp Valvetrain GmbH, Ilsenburg (Harz) 13,9 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Woodhead Ltd., Leeds, Großbritannien GBP 2,3 0,6 100,00
Xuzhou Rothe Erde Ring Mill Co., Ltd., Xuzhou, China CNY 385,6 20,8 100,00
Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing Co., Ltd., Xuzhou, China CNY -326,3 -165,9 60,00
Elevator Technology
Ascenseurs Drieux-Combaluzier S.A.S., Les Lilas, Frankreich 9,3 2,8 100,00
Compagnie des Ascenseurs et Elevateurs S.A.M. 'CASEL SAM', Monaco, Monaco 3,9 0,2 100,00
ELEG Europäische Lift + Escalator GmbH, Düsseldorf 4,0 0,0 *) 100,00
Euroascensori srl, Mezzolombardo, Italien 0,7 0,0 100,00
Hytrac Lifts Ltd., Großbritannien GBP 0,4 0,1 100,00
Lift & Engineering Services Ltd., West Midlands, Großbritannien GBP 21,6 2,2 100,00
LiftEquip GmbH Elevator Components, Neuhausen a.d.F. 0,1 0,0 *) 100,00
Marohn thyssenkrupp Elevator Co. Ltd., Changshu City, Jiangsu Province, China CNY 227,9 32,5 51,00
MGTI SNEV S.A.S., Saint Jeannet, Frankreich 1,6 0,8 100,00
Mulder Liftservice B.V., Nuth, Niederlande 0,4 1,9 100,00
OOO thyssenkrupp Elevator, Moskau, Russland RUB 634,9 385,0 100,00
Peersmann Liften Ascenseurs S.P.R.L., Brussel, Belgien 0,7 0,3 100,00
Proxi-Line S.a.r.l., Angers, Frankreich 0,9 0,4 100,00
PT. thyssenkrupp Technologies Indonesia, Jakarta, Indonesien IDR 12.427,8 -4.549,7 94,68
Rheinstahl Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 1,0 -10,1 100,00
SkyLift B.V., Barneveld, Niederlande 9,3 6,5 100,00
Sun Rich Elevator Co., Ltd., Taipei, Taiwan TWD 8,7 -3,6 100,00
Tepper Aufzüge GmbH, Münster 5,1 0,0 *) 100,00
The Britannic Lift Company Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 4,3 0,0 100,00
Thyssen Elevators Co., Ltd., Zhongshan, China CNY 587,5 524,7 100,00
thyssenkrupp Access China Ltd., Shanghai, China CNY 14,0 13,7 100,00
thyssenkrupp Access Corp., Kansas City/Missouri, USA USD 52,1 0,6 100,00
ThyssenKrupp Accessibility B.V., Krimpen aan den Ijssel, Niederlande 23,0 18,2 100,00
thyssenkrupp Access Japan Co., Ltd., Tokio, Japan JPY 122,9 18,5 100,00
thyssenkrupp Access Ltd., Stockton-on-Tees, Großbritannien GBP 11,7 7,2 100,00
thyssenkrupp Access Solutions GmbH, Essen 0,3 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Airport Services S.L., Mieres / Asturias, Spanien 4,1 3,8 100,00
thyssenkrupp Airport Systems Co. (Zhongshan) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China CNY 174,3 22,7 100,00
thyssenkrupp Airport Systems Inc., Fort Worth/Texas, USA USD 7,9 0,6 100,00
thyssenkrupp Airport Systems, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 19,9 13,1 100,00
thyssenkrupp Asansör Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, Türkei TRY 88,5 0,4 100,00
ThyssenKrupp Ascenseurs Luxembourg S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg 11,9 0,5 100,00
thyssenkrupp Ascenseurs S.A.S., Angers, Frankreich 8,9 -11,0 100,00
thyssenkrupp Aufzüge AG, Rümlang, Schweiz CHF 14,9 8,5 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 31,0 14,5 100,00
thyssenkrupp Aufzüge GmbH, Neuhausen a. d. Fildern 45,5 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 59,1 -0,9 100,00
thyssenkrupp Aufzüge Norge A/S, Oslo, Norwegen NOK 165,4 13,0 100,00
thyssenkrupp Aufzugswerke GmbH, Neuhausen a.d.F. 14,0 0,0 *) 99,50
thyssenkrupp Aufzugswerke Konstruktions GmbH, Graz, Österreich 1,4 1,1 100,00
thyssenkrupp Dizala d.o.o., Zagreb, Kroatien HRK 15,5 2,5 100,00
thyssenkrupp dvigala d.o.o., Trzin, Slowenien 0,9 0,2 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Bogota, Kolumbien COP 11.750,2 6.358,0 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 45,5 -7,0 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A.C., Lima, Peru PEN 30,5 3,1 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A. de C.V., Mexico City, Mexico MXN 53,0 6,8 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guaiba, Brasilien BRL 547,3 173,9 99,78
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Guatemala, Guatemala GTQ 51,4 11,7 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.A., Lissabon, Portugal 21,2 6,9 100,00
thyssenkrupp Elevadores S.A., Panama, Panama USD 5,5 1,3 100,00
ThyssenKrupp Elevadores S.A., Santiago de Chile-Nunoa, Chile CLP 12.045,0 2.784,4 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.L.U., Madrid, Spanien 179,6 108,5 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Asunción, Paraguay PYG 4.616,5 -1.061,0 100,00
thyssenkrupp Elevadores, S.R.L., Montevideo, Uruguay UYU 116,7 24,6 100,00
thyssenkrupp Elevator AG, Düsseldorf 407,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Elevator Almoayyed W.L.L., Manama, Bahrain BHD 0,1 -0,1 70,00
thyssenkrupp Elevator Americas Corp., Wilmington/Delaware, USA USD 312,4 192,8 100,00
thyssenkrupp Elevator A/S, Glostrup, Dänemark DKK 54,7 12,7 100,00
thyssenkrupp Elevator A/S, Oslo, Norwegen NOK 112,7 20,5 100,00
thyssenkrupp Elevator Australia Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien AUD 28,0 7,2 100,00
thyssenkrupp Elevator Bahamas, LLC, Nassau, Bahamas USD 0,1 0,0 100,00
thyssenkrupp Elevator (BD) Pvt. Ltd., Dhaka, Bangladesch BDT 44,0 7,1 100,00
thyssenkrupp Elevator B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 108,1 26,6 100,00
thyssenkrupp Elevator Canada Ltd., Toronto/Ontario, Kanada CAD 245,3 51,1 100,00
thyssenkrupp Elevator Corp., Wilmington/Delaware, USA USD 616,9 219,2 100,00
thyssenkrupp Elevator - Egypt S.A.E., Kairo, Ägypten EGP 31,0 76,9 100,00
thyssenkrupp Elevator Europe Africa GmbH, Essen 133,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Elevator Europe Africa Services GmbH, Essen 5,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Elevator Europe Africa, S.L.U., Madrid, Spanien 445,7 76,4 100,00
thyssenkrupp Elevator (HK) Ltd., Hongkong, Hongkong HKD 76,1 12,6 100,00
thyssenkrupp Elevator Holding France S.A.S., Puteaux Cedex, Frankreich 88,1 0,1 100,00
thyssenkrupp Elevator Inc., San Juan, Puerto Rico USD 2,1 0,2 100,00
thyssenkrupp Elevator (India) Private Limited, New Delhi, Indien INR 2.446,9 -264,2 100,00
thyssenkrupp Elevator Innovation Center, S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 1,1 0,0 100,00
thyssenkrupp Elevator Innovation GmbH, Essen 0,2 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Elevator Ireland, Ltd., Dublin, Irland 1,5 0,1 100,00
thyssenkrupp Elevator Israel LP, Rishon Le'zion, Israel ILS 21,7 1,3 100,00
thyssenkrupp Elevator Italia S.p.A., Mailand, Italien 7,2 -0,2 100,00
thyssenkrupp Elevator/Jordan Ltd. Co., Amman, Jordanien JOD 0,0 -0,2 100,00
thyssenkrupp Elevator (Korea) Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 102.382,4 53.335,5 100,00
thyssenkrupp Elevator L.L.C., Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate AED 0,0 0,3 49,00
thyssenkrupp Elevator Malaysia Sdn. Bhd., Selangor, Malaysia MYR 16,0 1,3 100,00
thyssenkrupp Elevator (Management) Ltd., Rishon Le'zion ILS 0,1 0,0 100,00
thyssenkrupp Elevator Manufacturing Inc., Collierville/Tennessee, USA USD 52,4 56,1 100,00
thyssenkrupp Elevator Manufacturing Spain S.L.U., Mostoles, Spanien 3,3 -7,1 100,00
thyssenkrupp Elevator Maroc S.A.R.L., Casablanca. Marruecos, Marokko MAD 16,8 -7,9 99,91
thyssenkrupp Elevator New Zealand Ltd., Auckland, Neuseeland NZD 2,0 0,5 100,00
thyssenkrupp Elevator Shuaib Trading Co. WLL., Kuwait, Kuwait KWD 3,7 1,4 70,00
thyssenkrupp Elevator (Singapore) Pte.Ltd., Singapur, Singapur SGD 2,7 -0,4 100,00
thyssenkrupp Elevator (South Africa) (Pty.) Ltd., Johannesburg, Rep. Südafrika ZAR 17,6 13,5 100,00
ThyssenKrupp Elevator Sp. z o.o., Warschau, Polen PLN 7,6 -0,5 100,00
thyssenkrupp Elevator SRL, Bukarest, Rumänien RON 3,8 1,9 100,00
thyssenkrupp Elevators (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 253,6 132,8 100,00
thyssenkrupp Elevator Sverige AB, Stockholm, Schweden SEK 79,4 20,4 100,00
thyssenkrupp Elevator (Taiwan) Co., Ltd., Taipei, Taiwan TWD 426,9 -12,5 100,00
thyssenkrupp Elevator (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 23,2 -33,4 100,00
thyssenkrupp Elevator UAE (L L C), Dubai, Vereinigte Arabische Emirate AED 48,2 47,3 100,00
thyssenkrupp Elevator UK Ltd., Nottingham, Großbritannien GBP 35,0 -1,5 100,00
thyssenkrupp Elevator Vietnam Co., Ltd., Hanoi, Vietnam VND 65.179,0 19.681,2 100,00
thyssenkrupp Encasa N.V., Gent, Belgien 38,4 9,2 100,00
thyssenkrupp Encasa S.r.l., Pisa, Italien 24,2 3,3 100,00
thyssenkrupp Escalator Co. (China) Ltd., Zhongshan/Guangdong, China CNY 287,4 147,0 100,00
thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH, Hamburg 1,3 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Industries and Services Qatar LLC, Doha, Katar QAR 41,9 14,1 100,00
thyssenkrupp Kazlift LLP, Almaty, Kasachstan KZT 464,0 -126,1 100,00
ThyssenKrupp Liften Ascenseurs S.A., Brüssel, Belgien 30,9 3,2 100,00
thyssenkrupp Liften B.V., Krimpen aan den IJssel, Niederlande 3,6 -6,7 100,00
thyssenkrupp Lift Kft, Budapest, Ungarn HUF 130,2 56,2 100,00
thyssenkrupp Lifts Pacific Pty. Ltd., Alexandria/New South Wales, Australien AUD 49,0 30,6 100,00
thyssenkrupp Myanmar Limited, Yangon, Myanmar USD 0,1 0,0 100,00
thyssenkrupp Norte S.A., Mieres/Oviedo, Spanien 21,2 6,2 100,00
thyssenkrupp Northern Elevator Corp., Scarborough/Ontario, Kanada CAD 261,1 125,4 100,00
thyssenkrupp Rulletrapper A/S, Oslo, Norwegen NOK 90,3 15,2 100,00
thyssenkrupp Saudi Arabia Limited, Riyadh, Saudi Arabien SAR 168,1 -12,7 100,00
thyssenkrupp Technologies (Cambodia) Co., Ltd., Phnom Penh, Kambodscha USD 0,1 0,0 100,00
ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Bratislava, Slowakei 0,5 -0,1 100,00
ThyssenKrupp Vytahy s.r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 0,2 -9,7 100,00
TK Lif & Eskalator Sdn. Bhd., Shah Alam, Malaysia MYR 0,0 0,0 100,00
Trapo Küng AG, Zwingen, Schweiz CHF 4,7 1,9 100,00
Braun thyssenkrupp Elevator LLC, Madison/Wisconsin, USA USD 1,7 5,0 50,00
Industrial Solutions
Atlas Elektronik Canada Ltd., Victoria BC, Kanada CAD -2,0 -0,3 100,00
ATLAS Elektronik Finland OY, Helsinki, Finnland -0,1 -0,1 100,00
ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Bremen 36,9 31,6 100,00
ATLAS Elektronik India Private Limited, New Delhi, Indien INR 48,5 5,1 100,00
Atlas Elektronik L.L.C, Abu-Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate AED 0,1 0,1 100,00
ATLAS Elektronik Pty Limited, Macquarie Park NSW, Australien AUD 0,0 1,3 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK (Holding) Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien GBP 23,5 0,0 100,00
ATLAS ELEKTRONIK UK Ltd., Winfrith Newburgh, Großbritannien GBP 35,1 2,1 100,00
ATLAS HYDROGRAPHIC GmbH, Bremen 0,1 0,1 100,00
ATLAS Maridan ApS, Rungsted, Dänemark DKK 1,9 0,3 100,00
ATLAS Naval Engineering Company Ltd., Changwon-Si, Korea, Rep. KRW 234,8 345,8 100,00
Atlas Naval Support Centre (Thailand) Limited, Bangkok, Thailand THB -19,6 0,6 100,00
ATLAS North America, LLC., Yorktown, USA USD 0,3 0,6 100,00
AWG Industrieanlagen und Wassertechnik GmbH Berlin, Berlin 0,0 0,0 *) 100,00
Blohm+Voss El Djazair S.a.r.l., Algier, Algerien DZD 12,1 4,0 100,00
Blohm + Voss Shipyards & Services GmbH, Hamburg 0,0 0,0 *) 100,00
ELEX CemCat AG, Schwerzenbach, Schweiz CHF -4,7 -3,8 100,00
German Marine Systems GmbH, Hamburg -0,3 0,0 *) 100,00
Greek Naval Shipyards Holding S.A., Skaramanga, Griechenland 0,3 0,0 100,00
Hagenuk Marinekommunikation GmbH, Flintbek 5,9 0,0 *) 100,00
Howaldtswerke-Deutsche Werft Beteiligungs-GmbH, Kiel 0,6 0,0 100,00
Human Advisory S.A., Guatemala, Guatemala GTQ 1,2 1,2 100,00
IKL Ingenieurkontor Lübeck GmbH, Kiel 0,0 0,0 *) 100,00
Maerz Ofenbau AG, Zürich, Schweiz CHF 9,5 2,4 100,00
Maerz Ofenbau SRL, Timisoara, Rumänien RON 1,6 0,3 100,00
Mining Plants & Systems Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien BGN -1,7 0,0 100,00
OOO thyssenkrupp Industrial Solutions (RUS), Dzerzhinsk, Russland RUB 48,7 -5,9 100,00
OOO thyssenkrupp System Engineering, Kaluga, Russland RUB 55,9 12,0 100,00
Polysius Engineering Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR -0,6 0,0 100,00
Polysius-Hilfe GmbH i.L., Münster -1,3 0,0 100,00
Polysius Ltd., Ascot/Berkshire, Großbritannien 8,9 3,6 100,00
PT thyssenkrupp Industrial Solutions Indonesia, Jakarta, Indonesien IDR 37.982,4 10.268,7 67,00
SONARTECH ATLAS PTY LIMITED, Macquarie Park/New South Wales, Australien AUD 10,0 -0,4 100,00
SVG Steinwerder Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 1,0 0,0 *) 100,00
The House (Al-Bait) for Metal Technology and Engineering LLC, Bagdad, Irak IQD 1,0 0,0 100,00
Thyssen Erbil for Industrial Services and Elevators Limited, Erbil, Irak IQD 1,0 0,0 100,00
thyssenkrupp BulkTec (China) Ltd., Beijing, China CNY 169,4 10,8 100,00
thyssenkrupp Engineering (Australia) Pty. Ltd., Perth/Western Australia, Australien AUD 31,8 0,7 100,00
thyssenkrupp Fertilizer Technology GmbH, Dortmund 45,2 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Africa)(Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika ZAR 455,6 4,5 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Essen 192,2 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien ARS 24,5 30,9 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Asia Pacific) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 0,1 -0,4 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne, Australien AUD 1,0 -36,0 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Botswana) (Proprietary) Limited, Gaborone, Botswana BWP 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions BRN SDN BHD, Brunei BND 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Canada) Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 399,0 52,3 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (Chile) Limitada, Santiago de Chile, Chile CLP 2.961,9 -1.250,5 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (China) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 113,2 62,9 100,00
ThyssenKrupp Industrial Solutions (CZ) s.r.o., Brno, Tschechische Republik CZK 7,0 4,1 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt Company (S.A.E.), Kairo, Ägypten EGP 21,7 -167,7 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (France) S.A.S., Aix en Provence, Frankreich 4,8 -16,9 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (India) Private Limited, Mumbai, Indien INR 3.084,5 66,7 80,43
thyssenkrupp Industrial Solutions Ltda., Diadema-São Paulo, Brasilien BRL 18,3 14,1 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Malaysia) SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 0,0 -1,5 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Maroc SARL, Mohammedia, Marokko MAD 3,1 -9,5 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mexico) S.A. de C.V., Mexico City, Mexico USD 33,5 -47,6 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Mozambique) Limitada, Maputo Cidade, Mosambik MZN 14,4 -27,3 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Oil & Gas Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien GBP 2,5 3,7 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Peru) S.A., Arequipa, Peru PEN 11,5 -4,8 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions S.A.U., Madrid, Spanien 1,2 3,6 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions Services (Mexico), S.A. de C.V., Mexico D.F., Mexico MXN -106,5 -38,6 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Slovakia) s.r.o. i.L., Bratislava, Slowakei 0,1 -0,1 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions South Africa (Pty) Ltd., Sunninghill, Rep. Südafrika ZAR 1,5 1,0 70,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand THB 51,3 -53,7 48,38
thyssenkrupp Industrial Solutions (USA), Inc., Milwaukee/Wisconsin, USA USD 28,4 -17,6 100,00
thyssenkrupp Industrial Solutions (Vietnam) Ltd., Hanoi, Vietnam VND 65.035,9 3.631,9 100,00
thyssenkrupp Industries India Pvt. Ltd., Pimpri, Indien INR 7.742,9 877,5 54,73
thyssenkrupp Industries (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 2,6 2,3 100,00
thyssenkrupp Marine Systems Canada Inc., Ottawa/Ontario , Kanada CAD 2,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Marine Systems GmbH, Kiel 407,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (India) Private Limited, Haryana, Indien INR 15,5 3,3 100,00
thyssenkrupp Marine Systems LLP, London, Großbritannien 1,1 0,4 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (Malaysia) Sdn. Bhd. i.L., Petaling Jaya, Malaysia MYR 0,8 0,3 100,00
thyssenkrupp Marine Systems (Singapore) Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 12,8 3,7 100,00
thyssenkrupp Otto Co., Ltd., Tokio, Japan JPY -437,9 -413,6 100,00
thyssenkrupp Saudi Arabia Contracting Company Limited, Riyadh, Saudi Arabien SAR 9,8 6,3 100,00
thyssenkrupp System Engineering GmbH, Essen 72,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp System Engineering, Inc., Auburn Hills/Michigan, USA USD 45,1 3,5 100,00
thyssenkrupp System Engineering India Private Limited, Pune, Indien INR 3,9 19,5 100,00
thyssenkrupp System Engineering Ltd., East Grinstead, West Sussex, Großbritannien GBP 4,8 1,9 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A., Barcelona, Spanien 1,6 0,3 100,00
thyssenkrupp System Engineering, S.A. de C.V., Santiago de Querétaro, Mexico MXN 27,6 8,9 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.A.S., Ensisheim, Frankreich 7,3 0,8 100,00
thyssenkrupp System Engineering (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 28,1 14,5 100,00
thyssenkrupp System Engineering S.r.l., Turin, Italien 0,4 0,1 100,00
ThyssenKrupp Technologies HELLAS Marketing Services S.A. i. L., Athen, Griechenland -0,2 0,0 100,00
thyssenkrupp Transrapid GmbH, Kassel 16,1 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Electrolysis (USA) Inc., Wilmington/Delaware, USA USD 7,2 -0,5 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH, Dortmund 287,8 20,4 66,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Italia) S.R.L., Milan, Italien 4,0 2,3 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Japan) Ltd., Tokio, Japan JPY 2.610,2 668,0 100,00
thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 200,4 35,5 100,00
thyssenkrupp Uhde Energy & Power Consultants Ltd., Port Talbot (Wales), Großbritannien GBP 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Uhde Engineering Services GmbH, Haltern am See 0,9 0,0 *) 100,00
TKMS Business Partnership, Kiel 0,0 0,0 100,00
TOO thyssenkrupp Industrial Solutions Kazakhstan, Almaty, Kasachstan KZT 293,5 24,0 100,00
TOV ThyssenKrupp Industrial Solutions Ukraine i.L., Kiew, Ukraine UAH 2,5 -3,1 100,00
Uhde Arabia Ltd., Al-Khobar, Saudi Arabien SAR 4,9 0,7 60,00
Uhde Engineering Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 15,6 2,4 100,00
Uhde High Pressure Technologies GmbH, Hagen 6,2 0,0 *) 100,00
Uhde Inventa-Fischer AG, Domat / Ems, Schweiz 9,4 2,1 100,00
Uhde Inventa-Fischer GmbH, Berlin 15,4 0,0 *) 100,00
Uhde Services and Consulting GmbH, Dortmund 0,4 -0,1 *) 100,00
Uhde Shedden (Australia) Pty. Ltd., South Melbourne/Victoria, Australien AUD 5,6 -0,2 100,00
Advanced Lithium Systems Europe S.A., Griechenland 3,1 -0,2 49,00
Blohm & Voss German Naval Technology LLC, Doha, Katar QAR 1,5 0,0 40,00
CybiCOM ATLAS Defence Ltd., Simonstown, Rep. Südafrika ZAR 3,2 1,0 40,00
HFS Hotforming Solutions GmbH, Schwalbach -0,4 0,0 50,00
indurad GmbH, Aachen 0,2 0,1 36,28
KEPCO-Uhde Inc., Seoul, Korea, Rep. KRW 591,6 -16.855,1 26,93
KTA Naval Systems AS, Kongsberg, Norwegen NOK 0,0 0,0 5) 50,00
LISNAVE-ESTALEIROS NAVAIS S.A., Lissabon, Portugal 35,5 6,7 20,00
MTG Marinetechnik GmbH, Hamburg 5,3 -0,3 49,00
Transrapid International Verwaltungsgesellschaft mbH, i. L., Berlin 0,2 0,2 50,00
Vecoplan FuelTrack GmbH, i. L., Bad Marienberg 0,0 0,0 51,00
Materials Services
Acciai Speciali Terni S.p.A., Terni, Italien 296,0 61,8 100,00
Carolina Building Materials, Inc., Carolina, Puerto Rico USD 3,5 0,2 100,00
DSU Beteiligungs-Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik mbH, Oberhausen 0,0 0,0 *) 100,00
DvB Aufbereitungs-GmbH zur Behandlung von Metallprodukten, Oberhausen 0,1 0,0 *) 100,00
Jacob Bek Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Ulm 4,3 0,0 *) 79,96
Max Cochius GmbH, Berlin 1,0 0,0 *) 75,00
Neomat AG, Beromünster/Luzern, Schweiz CHF 16,9 2,7 100,00
Notz Plastics AG, Brügg, Schweiz CHF 8,4 0,8 100,00
OOO thyssenkrupp Infrastructure, St. Petersburg, Russland RUB 343,1 40,9 100,00
PALMETAL Armazenagem e Servicos S.A., Palmela, Portugal 7,2 0,8 90,00
RIAS A/S, Roskilde, Dänemark DKK 167,1 7,2 54,15
Röhm Italia S.r.l., Garbagnate Milanese, Italien 3,2 -0,6 100,00
Sidcomex S.A. de C.V., Puebla, Mexico MXN -21,7 -6,0 100,00
Terninox S.p.A., Terni, Italien 45,4 5,3 100,00
thyssenkrupp Aerospace Finland Oy, Jämsä, Finnland 4,8 0,3 100,00
thyssenkrupp Aerospace Germany GmbH, Rodgau, Nieder-Roden 5,7 0,2 *) 100,00
thyssenkrupp Aerospace India Private Ltd., Bangalore, Indien USD 0,3 -1,1 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China CNY 0,3 1,8 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Suzhou) Co., Ltd., Shanghai, China USD 1,2 -0,3 100,00
thyssenkrupp Aerospace Tunisia S.A.R.L., Fouchana, Tunesien TND 0,3 0,1 99,98
thyssenkrupp Aerospace UK Ltd., Birmingham, Großbritannien GBP 0,0 -4,3 100,00
thyssenkrupp Aerospace (Xi'an) Co., Ltd., Xi'an, China USD 0,1 -0,1 100,00
thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, Essen -6,3 0,0 61,19
thyssenkrupp Autômata Industria de Peças Ltda., São Paulo, Brasilien BRL 12,3 0,0 80,00
thyssenkrupp Comércio de Combustíveis e Gases Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 247,9 33,2 99,48
ThyssenKrupp-Dopravné Stavby Slovensko s.r.o., Bratislava, Slowakei 0,1 0,0 51,00
thyssenkrupp Edelstahl-Service-Center GmbH, Willich 0,1 0,0 *) 100,00
ThyssenKrupp Energostal S.A., Torun, Polen PLN 400,6 70,7 90,00
thyssenkrupp Facilities Services GmbH, Essen 547,5 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Ferroglobus Kereskedelmi ZRt, Budapest, Ungarn HUF 19.826,4 934,7 100,00
ThyssenKrupp Gebouwen B.V., Veghel, Niederlande 3,2 -0,3 100,00
thyssenkrupp GfT Gleistechnik GmbH, Essen 14,5 0,0 *) 100,00
ThyssenKrupp GfT Polska Sp. z o.o., Krakau, Polen PLN 51,9 1,8 100,00
thyssenkrupp Industrial Services Canada, Inc., Windsor/Ontario, Kanada CAD 3,6 -1,2 100,00
thyssenkrupp Industrial Services NA, Inc., Southfield/Michigan, USA USD 26,9 3,7 100,00
thyssenkrupp Infrastructure Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL 2,2 21,2 100,00
thyssenkrupp Infrastructure GmbH, Essen 9,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Infrastructure Pty Ltd, North Sydney/New South Wales, Australien AUD 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Logistics, Inc., Southfield/Michigan, USA USD 2,8 0,6 100,00
thyssenkrupp Mannex Pty. Ltd., Sydney/New South Wales, Australien AUD 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Mannex UK Ltd., Woking, Großbritannien GBP 0,0 0,0 100,00
thyssenkrupp Materials Australia Pty. Ltd., Wetherill Park/New South Wales, Australien AUD -6,0 1,9 100,00
thyssenkrupp Materials Austria GmbH, Wien, Österreich 6,8 -0,8 100,00
thyssenkrupp Materials Belgium N.V., Lokeren, Belgien 29,2 1,8 100,00
thyssenkrupp Materials Bulgaria OOD , Sofia, Bulgarien BGN 79,6 2,2 80,00
thyssenkrupp Materials CA Ltd., Concord/Ontario, Kanada CAD 95,7 7,8 100,00
thyssenkrupp Materials Czechia spol. s r.o., Prag, Tschechische Republik CZK 305,3 13,4 100,00
thyssenkrupp Materials de Mèxico, S.A. de C.V., Puebla, Mexico USD 93,0 -3,7 100,00
ThyssenKrupp Materials d.o.o., Indjija, Serbien RSD 76,0 44,1 100,00
thyssenkrupp Materials France S.A.S., Maurepas, Frankreich 53,0 3,0 100,00
thyssenkrupp Materials Holding (Thailand) Ltd., Samut Prakarn Province, Thailand THB 43,8 -0,8 100,00
thyssenkrupp Materials Ibérica S.A., Martorelles, Spanien 26,3 0,0 100,00
thyssenkrupp Materials Korea Company Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 22.253,1 2.678,4 70,00
thyssenkrupp Materials, LLC, Southfield/Michigan, USA USD 32,9 17,9 100,00
thyssenkrupp Materials NA, Inc., Southfield/Michigan, USA USD 174,0 -4,1 100,00
thyssenkrupp Materials Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 51,5 2,2 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe GmbH, Krefeld 57,9 0,0 *) 99,58
thyssenkrupp Materials Processing Europe, S.L., Valencia, Spanien 2,9 -0,9 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Europe Sp. z o.o., Dabrowa Górnicza, Polen PLN 28,0 22,0 100,00
thyssenkrupp Materials Processing Lamincer S.A., Munguia, Spanien 11,7 3,3 100,00
thyssenkrupp Materials Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien -2,8 -1,3 100,00
thyssenkrupp Materials Schweiz AG, Wil, Schweiz CHF 15,2 1,4 100,00
thyssenkrupp Materials Services GmbH, Essen 746,0 0,0 *) 99,84
thyssenkrupp Materials (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY -59,7 -2,2 70,00
thyssenkrupp Materials Slovakia spol. s r.o., Nové Zámky, Slowakei 0,5 1,0 100,00
thyssenkrupp Materials Sverige AB, Göteborg, Schweden SEK 21,7 -34,7 100,00
thyssenkrupp Materials (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 2,1 -13,8 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur USD 1,7 -1,8 100,00
thyssenkrupp Materials Trading EMEA GmbH, Essen 97,3 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Materials Trading Poland Sp. z o.o., Katowitz, Polen PLN 3,5 2,6 100,00
thyssenkrupp Materials Turkey Metal Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 44,4 0,6 100,00
thyssenkrupp Materials (UK) Ltd., Smethwick, Großbritannien GBP 30,1 0,6 100,00
thyssenkrupp Materials Vietnam LLC, Hanoi, Vietnam USD 1,3 0,4 100,00
thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Duisburg 35,7 4,2 68,00
thyssenkrupp OnlineMetals, LLC, Southfield/Michigan, USA USD 4,2 2,6 100,00
thyssenkrupp Plastic Ibérica SL, Massalfassar (Valencia), Spanien 19,5 -0,9 100,00
thyssenkrupp Plastics Belgium N.V./S.A., Lokeren, Belgien 13,5 0,6 100,00
thyssenkrupp Plastics France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich 4,6 -1,9 100,00
thyssenkrupp Plastics GmbH, Essen 750,4 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Raw Materials GmbH, Essen 43,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Raw Materials Tianjin Co., Ltd., Tianjin, China CNY 37,2 -14,8 100,00
thyssenkrupp Schulte GmbH, Essen 25,3 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Stainless France S.A.S., Tours, Frankreich 9,6 0,1 100,00
thyssenkrupp Stainless GmbH, Essen 0,1 0,0 *) 100,00
Thyssen Sudamerica N.V., Willemstad, Curacao USD 1,9 0,1 100,00
Thyssen Trading S.A., São Paulo, Brasilien BRL 34,4 2,1 100,00
TOO ThyssenKrupp Central Logistics Construction Offshore and Onshore, Almaty, Kasachstan KZT 0,0 0,0 100,00
TOO thyssenkrupp Infrastructure, Almaty, Kasachstan KZT 783,4 -368,8 100,00
UAB thyssenkrupp Infrastructure, Klaipeda, Litauen 1,6 0,1 51,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft TAUS mbH, Grünwald 1.349,0 0,0 *) 100,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft TKAS mbH, Grünwald 211,6 0,0 *) 100,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft Xtend mbH, Grünwald 1,2 0,0 100,00
Aceros de America Inc., San Juan, Puerto Rico USD 5,8 0,0 50,00
BCCW (Tangshan) Jiahua Coking & Chemical Co., Ltd., Tangshan, China CNY -1.333,9 -723,0 3) 25,00
Euroacciai S.p.A., Brescia, Italien 16,2 1,8 30,25
Ilserv S.r.l., Terni, Italien 15,2 3,8 2) 35,00
Indo German International Private Ltd., New Delhi, Indien INR 131,0 6,3 1) 50,00
Leong Jin Corporation Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 136,4 -8,0 2) 30,00
Polarputki Oy, Helsinki, Finnland 23,5 1,0 2) 50,00
Terni Frantumati S.p.A., Terni, Italien 3,7 0,1 21,00
Thyssen Ros Casares S.A. i.L., Valencia, Spanien 0,0 0,0 4) 50,00
Steel Europe
Becker & Co. GmbH, Neuwied 2,2 0,0 *) 100,00
B.V. Stuwadoors-Maatschappij Kruwal, Rotterdam, Niederlande 0,1 0,0 75,00
DWR - Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH, Andernach 0,9 0,0 *) 100,00
EH Güterverkehr GmbH, Duisburg 1,5 2,8 *) 100,00
Eisen- und Hüttenwerke AG, Andernach 149,1 8,9 87,98
Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V., Rotterdam, Niederlande 2,8 7,9 75,25
KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg 0,8 0,0 *) 100,00
Rasselstein Verwaltungs GmbH, Neuwied 130,7 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel GmbH, Gelsenkirchen 96,6 0,0 *) 99,58
thyssenkrupp Electrical Steel India Private Ltd., Mumbai/Nashik, Indien INR 2.635,9 -238,5 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Italia S.r.l., Mailand, Italien 4,0 1,8 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel UGO S.A.S, Isbergues, Frankreich 62,3 -1,0 100,00
thyssenkrupp Electrical Steel Verwaltungsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen 55,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Galmed, S.A., Sagunto, Spanien 33,6 4,4 100,00
thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen 48,1 0,0 *) 99,50
thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach 268,4 0,0 *) 99,50
thyssenkrupp Stål Danmark A/S, Hundested, Dänemark DKK 38,3 1,0 100,00
thyssenkrupp Steel Chile SpA, Santiago, Chile CLP 18.628,4 1.465,3 100,00
thyssenkrupp Steel Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien COP 418,3 -373,1 100,00
thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg 1.389,9 0,0 *) 99,53
thyssenkrupp Steel Heavy Plate Antwerp N.V., Antwerpen, Belgien 1,8 -1,1 100,00
thyssenkrupp Steel North America, Inc., Dover/Delaware, USA USD 109,3 3,1 100,00
thyssenkrupp Steel Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH, Duisburg 0,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Veerhaven B.V., Rotterdam, Niederlande 428,2 -1.920,5 100,00
Acciai di Qualità, Centro Lavorazione Lamiere S.p.A., Genova, Italien 8,7 0,4 2) 24,90
Arsol Aromatics GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen 11,5 5,3 2) 21,71
Haeger & Schmidt Logistics Belgium N.V., Antwerpen, Belgien 1,2 0,4 2) 38,54
Holcim HüttenZement GmbH, Dortmund 11,4 0,3 2) 25,01
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg 213,5 -46,6 2) 50,00
JEVISE Corporation, Tokyo, Japan JPY 16,7 0,4 1) 50,00
Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH (KBS), Düsseldorf 1,8 0,0 2) 40,00
TKAS Auto Steel Company Limited, Dalian, Liaoning Province, China CNY 1.543,3 453,3 2) 50,00
TKAS (Chongqing) Auto Steel Co., Ltd., Chongqing, China CNY 250,3 -152,8 2) 12,50
UnionStahl Holding GmbH, Duisburg 4,8 0,0 2) 36,60
Walzen-Service-Center GmbH, Oberhausen 2,6 1,4 50,00
Steel Americas
RIP Servicos Siderúrgicos Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien BRL -105,9 -16,2 100,00
thyssenkrupp Serviços Siderurgicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien BRL -51,2 -7,9 100,00
thyssenkrupp Steel Americas, LLC, Wilmington/Delaware, USA USD 5.345,1 281,4 100,00
Corporate
Banter See Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf 11,6 0,0 100,00
Brüninghaus Schmiede GmbH, Grünwald 25,6 0,0 *) 100,00
Budcan Holdings Inc., Kitchener/Ontario, Kanada CAD 1,8 -0,4 100,00
CCI Crane Cooperation International Handelsgesellschaft mbH, Essen 2,6 0,0 100,00
GLH GmbH, Essen 27,9 0,3 100,00
Grupo thyssenkrupp S.L., Madrid, Spanien 493,2 56,6 100,00
Hellweg Liegenschaften GmbH, Bochum 0,1 0,0 *) 100,00
Konsortium für Kurssicherung GbR, Essen 12,4 0,0 90,18
Krupp Hoesch Stahl GmbH, Dortmund 4.956,0 0,0 *) 100,00
Reisebüro Dr. Tigges Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen 0,4 0,0 *) 100,00
Rhenus Immobilien Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich 10,7 0,3 100,00
thyssenkrupp Academy GmbH, Düsseldorf 0,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Austria Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich 220,8 11,9 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH & Co. KG, Wien, Österreich 221,2 23,4 100,00
thyssenkrupp Austria GmbH, Wien, Österreich 0,1 0,0 100,00
thyssenkrupp Automotive (UK) Ltd., Solihull, Großbritannien GBP 40,4 0,6 100,00
thyssenkrupp Brasil Ltda., Diadema, Brasilien BRL 11,0 134,0 100,00
thyssenkrupp Business Services GmbH, Essen 654,1 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Canada, Inc., Calgary/Alberta, Kanada CAD 450,8 113,3 100,00
thyssenkrupp Carbon Components GmbH, Wilsdruff 7,4 -4,3 74,90
thyssenkrupp (China) Ltd., Beijing, China CNY 2.114,2 2.473,0 100,00
thyssenkrupp DeliCate GmbH, Düsseldorf 0,6 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Finance USA, Inc., Wilmington, Delaware, USA USD 288,0 9,9 100,00
thyssenkrupp France S.A.S., Maurepas, Frankreich 444,6 26,2 100,00
thyssenkrupp Group Services Gdansk Sp. z o.o., Gdansk, Polen PLN 2,2 -4,8 100,00
thyssenkrupp Group Services Ruhr GmbH, Bochum 0,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Grundbesitz Verwaltungs GmbH, Essen 11,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 10,1 -0,1 100,00
thyssenkrupp India Private Limited, Mumbai, Indien INR 211,1 22,8 100,00
thyssenkrupp Intellectual Property GmbH, Essen 0,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Italia S.r.l., Rom, Italien 73,2 -18,5 100,00
thyssenkrupp Japan K.K., Tokyo, Japan JPY 2.102,9 0,0 100,00
thyssenkrupp Knowsley Ltd., Dundee, Großbritannien GBP 3,8 0,0 100,00
ThyssenKrupp Korea Ltd., Seoul, Korea, Rep. KRW 248,4 248,4 100,00
thyssenkrupp Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia MYR 0,8 -0,1 100,00
thyssenkrupp Management Consulting GmbH, Düsseldorf 0,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Nederland Holding B.V., Roermond, Niederlande 8.373,7 -1.150,4 100,00
thyssenkrupp Nederland Intermediate B.V., Roermond, Niederlande 752,1 -1.951,9 100,00
thyssenkrupp North America, Inc., Chicago, IL, USA USD 7.287,0 329,4 100,00
thyssenkrupp Participations B.V., Veghel, Niederlande 55,4 7,1 100,00
thyssenkrupp Real Estate France S.A.S., Maurepas, Frankreich 0,4 0,0 100,00
thyssenkrupp Regional Services Germany GmbH, Essen 26,0 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Risk and Insurance Services GmbH, Essen 6,7 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Senior Experts GmbH, Essen 0,1 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp Singapore Pte. Ltd., Singapur, Singapur SGD 123,4 30,8 100,00
thyssenkrupp Technologies Beteiligungen GmbH, Essen 2.927,5 0,0 *) 100,00
thyssenkrupp UK Plc., Solihull, Großbritannien GBP 213,6 22,2 100,00
thyssenkrupp Vermietungs GmbH, Duisburg 0,1 0,0 *) 100,00
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Industrie, Essen 8,0 -0,8 100,00
Thyssen Liegenschaften Verwaltungs- und Verwertungs GmbH & Co. KG Stahl, Essen 27,5 -1,5 100,00
Thyssen Stahl GmbH, Düsseldorf 968,2 0,0 *) 100,00
Vermögensverwaltungsgesellschaft EZM mbH, Grünwald 5.209,2 0,0 *) 100,00
BOBBY&CARL GmbH, Düsseldorf 0,2 -0,1 2) 50,00
COMUNITHY Immobilien GmbH, Düsseldorf 0,4 0,0 2) 49,00
Gewerkschaft Hermann V GmbH, Essen 0,0 0,0 33,33
Dorea Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz -1,0 0,0 2) 94,00
Grundstücksgesellschaft Schlossplatz 1 mbH & Co.KG, Berlin 0,7 0,6 2) 20,00
LEWA Attendorn GmbH, Olpe 25,8 5,0 2) 19,20
NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Gelsenkirchen KG, Düsseldorf 0,3 0,1 2) 94,76
VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum 97,2 7,5 2) 13,06

*) Mit dieser Gesellschaft besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

1) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betreffen das Geschäftsjahr 01.04.2016 bis 31.03.2017

2) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaften, die zum 31.12.2016 abschließen, betreffen das Geschäftsjahr 2016.

3) Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis dieser Gesellschaft betreffen das Geschäftsjahr 01.01.2015 - 31.12.2015. Die Gesellschaft befindet sich seit dem 16.02.2016 im Liquidationsverfahren.

4) Die Gesellschaft ist insolvent bzw. in Liquidation, keine Angaben vorhanden.

5) Gründung zum 25.09.2017; daher keine Daten vorhanden.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB und § 315 Abs. 5 HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

1 Im Jahresabschluss der thyssenkrupp AG werden zum 30. September 2017 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 24.350 Mio (65,2 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die thyssenkrupp AG überprüft jährlich zum Abschlussstichtag in einem Regelprozess die Werthaltigkeit ihrer Beteiligungsbuchwerte. Zur Ermittlung des beizulegenden Wertes wird grundsätzlich mithilfe von Discounted Cashflow Verfahren ein Gesamtunternehmenswert ermittelt, welcher um die Nettofinanzposition korrigiert wird, um einen Eigenkapitalwert zur Gegenüberstellung mit dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert ermitteln zu können. Dabei werden die von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen zugrunde gelegt und die geplanten Cashflows mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten diskontiert. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Cashflows, des verwendeten Diskontierungszinssatzes sowie der Wachstumsrate abhängig. Die Bewertungen sind daher mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Auf Basis der vorliegenden Berechnungen der Gesellschaft sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr 2016/2017 in einem Fall ein Abwertungsbedarf sowie in einem Fall eine Wertaufholung. Vor diesem Hintergrund und angesichts der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der thyssenkrupp AG war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows insbesondere durch Abgleich dieser Angaben mit der Mittelfristplanung sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Vor dem Hintergrund, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zudem haben wir für ausgewählte Beteiligungsansätze eine detaillierte Untersuchung des Bewertungsmodells und der Planung vorgenommen. Die Auswahl basierte auf qualitativen Aspekten und der Höhe der Überdeckung des jeweiligen Beteiligungsbuchwerts durch den ermittelten Eigenkapitalwert. In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Konsistenz der Planungsannahmen und die Realisierbarkeit von geplanten Maßnahmen zur Steigerung der künftigen Cashflows anhand weiterer Nachweise analysiert und in Gesprächen mit dem jeweiligen Management kritisch diskutiert. Die Umsetzbarkeit der wesentlichen wertbeeinflussenden Maßnahmen haben wir dabei unter anderem vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftskonzeptes sowie der aktuellen und erwarteten Marktgegebenheiten beurteilt. Ergänzend haben wir eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind aus unserer Sicht zur Überprüfung der Werthaltigkeit sachgerecht abgeleitet worden.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen und deren Werthaltigkeit sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben" und "Finanzanlagen" des Anhangs enthalten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk zur buchhalterischen Entflechtung nach § 6b EnWG

Wir haben die Rechnungslegung der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, hinsichtlich der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, geprüft.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.

Die gesetzlichen Vertreter der thyssenkrupp AG sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG sowie für die Vorkehrungen und Maßnahmen, die sie zur Einhaltung dieser Pflichten als notwendig erachtet haben.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der für die Prüfung von Energieversorgungsunternehmen vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung der Einhaltung der Pflichten aus § 6b Abs. 3 EnWG so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Januar 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. März 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Abschlussprüfer der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Preiß.

Essen, den 20. November 2017

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann Michael Preiß
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie des thyssenkrupp Konzerns beschrieben sind.

Essen, 14. November 2017

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger
Burkhard Kaufmann Kerkhoff

Mandate des Vorstands

Dr. Heinrich Hiesinger

Vorsitzender

■ BMW AG

konzernintern:

■ thyssenkrupp Elevator AG (Vorsitz)

■ thyssenkrupp Steel Europe AG (Vorsitz)

□ thyssenkrupp (China) Ltd./VR China (Chairman)

Oliver Burkhard

□ PEAG Holding GmbH (Vorsitz)

konzernintern:

■ thyssenkrupp Elevator AG

■ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

■ thyssenkrupp Materials Services GmbH

■ thyssenkrupp Steel Europe AG

Dr. Donatus Kaufmann

konzernintern:

■ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

□ thyssenkrupp North America, Inc./USA (Chairman)

Guido Kerkhoff

konzernintern:

■ thyssenkrupp Elevator AG

■ thyssenkrupp Industrial Solutions AG (Vorsitz)

■ thyssenkrupp Materials Services GmbH (Vorsitz)

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i. S. d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2017)
Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i. S. d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2017)

Mandate des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Ulrich Lehner, Düsseldorf

Vorsitzender // Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA

■ Deutsche Telekom AG (Vorsitz)

■ E.ON SE

■ Porsche Automobil Holding SE

□ Henkel AG & Co. KGaA

(Mitglied des Gesellschafterausschusses)

Markus Grolms, Frankfurt/Main

stellv. Vorsitzender // Gewerkschaftssekretär der IG Metall

Achim Hass, Kiel

(seit 07.02.2017)

Energieanlagenelektroniker // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH // stellv. Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Industrial Solutions

■ Babcock Pensionskasse VvaG

konzernintern:

■ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

■ thyssenkrupp Marine Systems GmbH

Dr. Ingrid Hengster, Frankfurt/Main

Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe

■ Deutsche Bahn AG

□ Europäische Investitionsbank (EIB), Luxemburg (Sachverständige des Verwaltungsrats)

Susanne Herberger, Dresden

Ingenieurin (FH) für Informatik // Vorsitzende des Betriebsrats der thyssenkrupp Aufzüge GmbH (Dresden) // Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Elevator Technology // stellv. Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

konzernintern:

■ thyssenkrupp Elevator AG

Tanja Jacquemin, Frankfurt/Main

Dipl.-Kauffrau // Leiterin Koordination Unternehmensmitbestimmung beim Vorstand der IG Metall

■ Porsche Holding Stuttgart GmbH

■ Porsche AG

■ Vinci Energies Deutschland GmbH

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen

ehem. Vorsitzender des Vorstands der Hochtief AG

■ Airbus Defence and Space GmbH

■ National-Bank AG

■ RWE AG

■ Voith GmbH & Co. KGaA (Vorsitz)

□ Airbus SE/Niederlande

Dr. Norbert Kluge, Ratingen

Diplom-Sozialwirt // Leiter Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung

Tekin Nasikkol, Ratingen

Bachelor of Arts (Business Administration) // stellv. Betriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG (Duisburg-Hamborn) // stellv. Vorsitzender des Gesamtbetriebsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG // stellv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

Dr. Ralf Nentwig, Essen

Mitglied des Vorstands der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

□ Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge (stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats)

René Obermann, Berlin

Partner der Warburg Pincus LLC

■ CompuGroup Medical SE

■ Inexio Beteiligungs GmbH & Co. KGaA (Vorsitz)

■ 1&1 Internet SE (Vorsitz)

■ Strato AG (Vorsitz)

■ Allianz Deutschland AG

Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum

Professor für Betriebswirtschaft und Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum

■ LVM Versicherung aG

Peter Remmler, Wolfsburg

Kaufmann im Groß- und Außenhandel // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Schulte GmbH (Braunschweig) // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Materials Services

konzernintern:

■ thyssenkrupp Materials Services GmbH

Carola Gräfin v. Schmettow, Düsseldorf

Sprecherin des Vorstands (CEO) der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

■ BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.

□ HSBC France S.A. Paris

Wilhelm Segerath, Duisburg

Karosserie- und Fahrzeugbauer // Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der thyssenkrupp AG

□ PEAG Holding GmbH (Mitglied des Beirats)

Carsten Spohr, München

Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Lufthansa AG

■ Lufthansa Technik AG (Vorsitz)

□ Dr. August Oetker KG (Mitglied des Beirats)

Dr. Lothar Steinebach, Leverkusen

ehem. Mitglied des Vorstands der Henkel AG & Co. KGaA

■ Altana AG

■ Carl Zeiss AG

■ Ralf Schmitz GmbH & Co. KGaA

□ Diem Client Partner AG/Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)

Jens Tischendorf, Zürich

Partner und Director der Cevian Capital AG

■ Bilfinger S.E.

Friedrich Weber, Schöndorf

Maschineneinrichter // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der thyssenkrupp Bilstein GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Components Technology

Konzernintern:

■ thyssenkrupp Bilstein GmbH

Isolde Würz, Mülheim/Ruhr

Rechtsanwältin // General Counsel und Head of Department Governance der Konzernfunktion Legal der thyssenkrupp AG

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2016/2017 ist Ernst-August Kiel mit Ablauf des 31.01.2017 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sofern von ihm zum Zeitpunkt des Ausscheidens andere Mandate wahrgenommen wurden, sind diese im Folgenden aufgeführt:

Ernst-August Kiel, Blumenthal

(bis 31.01.2017)

Schlosser // Vorsitzender des Betriebsrats der thyssenkrupp Marine Systems GmbH (Kiel) // Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats thyssenkrupp Marine Systems GmbH // Vorsitzender der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft Industrial Solutions

konzernintern:

■ thyssenkrupp Industrial Solutions AG

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i. S. d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2017)
Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen i. S. d. § 125 AktG (Stand: 30. September 2017)

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

nachfolgend möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2016/2017 informieren:

Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2016/2017 die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung (Follow-up-Berichterstattung). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen bzw. im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere haben wir alle für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf Basis schriftlicher und mündlicher Vorstandsberichte intensiv erörtert und auf Plausibilität überprüft. Mehrfach hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Risikosituation des Unternehmens, der Liquiditätsplanung und der Eigenkapitalsituation auseinandergesetzt. Als Folge einer Analyse der Wertpotenziale der Konzerngeschäfte sowie der Chancen und Risiken strategischer Schritte wurden dem Aufsichtsrat kritische operative Themen klar und differenziert vorgelegt. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses haben auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand gestanden und sich über wesentliche Entwicklungen informiert. Über wichtige Erkenntnisse haben die Vorsitzenden von Aufsichtsrat bzw. Prüfungsausschuss sowie Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss spätestens in der folgenden Aufsichtsrats- bzw. Ausschusssitzung berichtet.

Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreter haben die Tagesordnungspunkte der Plenumssitzungen in getrennten Vorgesprächen beraten. Vor zwei Sitzungen des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss des Aufsichtsrats hat ein Mitglied jeweils einen Interessenkonflikt angezeigt. In den Sitzungen wurden Transaktionen behandelt, bei deren Vertragspartner das Aufsichtsratsmitglied jeweils ein vergleichbares Aufsichtsmandat ausübt. Das Mitglied hat sich an den betroffenen Erörterungen nicht beteiligt und sich der Stimme enthalten. Alle Mitglieder des Ausschusses wurden zu diesem Anlass erneut präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte der Sitzungen hingewiesen. Weitere Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr fanden fünf Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei durchschnittlich 97 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte.

In seiner ersten Sitzung im Berichtsjahr, am 23. November 2016, hat sich der Aufsichtsrat zunächst intensiv mit der Geschäftslage sowie der Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2015/2016 befasst. Als weiterer Tagesordnungspunkt standen der Jahres- und der Konzernabschluss zum 30. September 2016 im Vordergrund. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015/2016. Ferner wurde die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2016/2017 verabschiedet. Zudem haben wir die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 27. Januar 2017 diskutiert und verabschiedet und uns mit Vorstandsangelegenheiten befasst.

Am Tag vor der Hauptversammlung, am 26. Januar 2017, kamen die Mitglieder des Aufsichtsrats zu einer Sitzung zusammen, in der der Vorstand zunächst über die Lage des Konzerns berichtete. Weitere Themen waren die nachfolgende Hauptversammlung, Fragen der Vorstandsvergütung sowie ein ausführlicher Bericht über die Aktivitäten und die Strategie der Business Area Industrial Solutions, der anschließend im Plenum erörtert wurde.

Am 21. Februar 2017 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen des Stahlwerks thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico (CSA) und stimmte dem Verkauf an Ternium zu. In der Sitzung am 17. Mai 2017 wurde auf der Grundlage eines umfassenden Berichts des Vorstands zunächst die wirtschaftliche Lage und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns erörtert. Weitere Themen waren die EMIR-Pflichtprüfung 2016 gemäß §20 WpHG, die Umsetzung des Projekts governance@thyssenkrupp im Konzern, der Stand zum Erwerb der Atlas Elektronik und der Vertragsabwicklung des Verkaufs von CSA sowie Vorstandsangelegenheiten, darunter die Festlegung einer neuen Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der thyssenkrupp AG.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 23. September 2017 standen erneut die operative Lage und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns unter besonderer Berücksichtigung der Business Areas im Vordergrund. Schwerpunkt hierbei lag auf dem geplanten Joint Venture der thyssenkrupp Steel Europe AG mit Tata Steel sowie der dazu unterzeichneten Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding"). Wie in den Vorjahren waren aktuelle Entwicklungen der Corporate Governance auch in der diesjährigen September-Sitzung ein Thema. Nach Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) unter Berücksichtigung der geänderten Fassung vom 7. Februar 2017 hat der Aufsichtsrat die Abgabe einer uneingeschränkten Entsprechenserklärung beschlossen. Die gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat steht seit dem 1. Oktober 2017 auf der Website von thyssenkrupp dauerhaft zur Verfügung. Darüber hinaus berichtet der Vorstand im Corporate-Governance-Bericht und in der Erklärung zur Unternehmensführung zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance bei thyssenkrupp.

Zum Programm der Weiterbildung für den Aufsichtsrat zählen auch die Besichtigungen von konzerneigenen Fertigungsstätten, um vor Ort einen direkten Eindruck der Produktionsbedingungen und der Arbeit des Managements zu erhalten. In diesem Rahmen hat der Aufsichtsrat am 23. Juni 2017 die Business Unit Steering, ein Werk der Business Area Components Technology in Eschen/Liechtenstein besichtigt.

Das Thema Compliance ist bei thyssenkrupp ein zentraler Baustein guter Unternehmensführung und meint weit mehr als nur die Einhaltung von Recht und Gesetz: Compliance ist bei thyssenkrupp eine Frage der Haltung. In jeder seiner Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat daher vom Vorstand zum Thema Compliance Bericht erstatten lassen und die Entwicklung der strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert.

Bericht über die Arbeit der Ausschüsse

Die sechs Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Soweit gesetzlich zulässig, hat der Aufsichtsrat Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen. Die Befugnisse der Ausschüsse sowie die Anforderungen an die Ausschussmitglieder sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat im vergangenen Jahr regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Mit Ausnahme des Prüfungsausschusses und des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses hat der Aufsichtsratsvorsitzende auch den Vorsitz in den einzelnen Ausschüssen inne. Die personelle Zusammensetzung der sechs Ausschüsse ist im Kapitel "Aufsichtsrat" dargestellt.

Das Präsidium ist im vergangenen Geschäftsjahr zu sechs Sitzungen zusammengekommen. Neben der Vorbereitung der Sitzungen des Aufsichtsrats standen die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die strategische Weiterentwicklung der einzelnen Business Areas sowie die konzernweiten Projekte zur Optimierung der Effektivität, Effizienz und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt der Beratungen. Als Ausschussvorsitzender habe ich zur Abstimmung besonderer Projekte auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern des Präsidiums gestanden.

Der Personalausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2016/2017 in fünf Sitzungen die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzungen waren allgemeine Vorstandsangelegenheiten und - in Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten - die Nachfolgeplanung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus und zur Ausgestaltung der Pensionen für die Mitglieder des Vorstands behandelt. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.

Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2016/2017 zu sieben Sitzungen zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen nach der Wahl von PwC zum Abschlussprüfer durch die Hauptversammlung 2017 und der anschließenden Bestellung durch den Prüfungsausschuss auch Vertreter von PwC an den Sitzungen teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die dazu Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung getroffen. Des Weiteren wurde eine konzernweite Befragung zur Prüfungsqualität durchgeführt; die Ergebnisse wurden ebenso wie die von PwC neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbrachten Leistungen im Prüfungsausschuss diskutiert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat auch zwischen den Sitzungen in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit den Abschlussprüfern gestanden. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten standen zusätzlich Leiter der Konzernfunktionen in den Ausschusssitzungen für Berichte und Fragen zur Verfügung.

Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016/2017 samt zusammengefasstem Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag und den Berichten des Abschlussprüfers sowie die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats zu diesen Punkten. Darüber hinaus wurden im Ausschuss auch die Zwischenberichte (Halbjahres- und Quartalsberichte) unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht ausführlich diskutiert und verabschiedet. Mit Blick auf PwC hat der Ausschuss die Festlegung des Katalogs der genehmigungsfähigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und das Budget für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2016/2017 in Höhe von maximal 30 % des vereinbarten Prüfungshonorars beschlossen. Zusätzlich hat PwC ausführlich über die Neuregelungen bei der Berichterstattung durch den Abschlussprüfer und über das Vorgehen und die Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlussprüfung informiert.

Der Prüfungsausschuss hat sich in mehreren Sitzungen mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie mit Fragen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und dessen Weiterentwicklung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems befasst. Zudem hat sich der Ausschuss ausführlich mit den wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und der Compliance im Konzern beschäftigt und ausgiebig die Entwicklung der Strategischen Compliance-Maßnahmen bei thyssenkrupp erörtert. Darüber hinaus hat sich der Ausschuss im Beisein des Leiters der Konzernrevision mit den Prüfungsergebnissen, den Prüfungsprozessen und der Prüfungsplanung der Konzernrevision für das Geschäftsjahr 2016/2017 auseinandergesetzt. Weitere Schwerpunktthemen waren die Eigenkapital- und Ratingsituation, insbesondere unter Berücksichtigung der Zinsentwicklung, die bilanziellen Auswirkungen und der Follow-up-Prozess des Verkaufs des Stahlwerks CSA, die EMIR-Pflichtprüfung für das Geschäftsjahr 2015/2016 gemäß § 20 WpHG und der Stand der steuerlichen Betriebsprüfungen. Über den aktuellen Umsetzungsstand der Konzerninitiativen wurde regelmäßig berichtet. Außerdem haben sich die Ausschussmitglieder ausführlich mit den Auswirkungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes für die Berichterstattung, mit dem Prozessfortschritt bei IFRS 15 und 16 (Umsatzrealisierung und Leasing) sowie dem Währungs- und Warenpreisrisikomanagement im thyssenkrupp Konzern befasst.

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss ist im Geschäftsjahr 2016/2017 fünfmal zusammengetreten. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die strategische Weiterentwicklung von thyssenkrupp und Maßnahmen zur Portfoliooptimierung. Der Ausschuss erörterte zudem detailliert die vorher jeweils im Aufsichtsrat präsentierten Berichte zu den Geschäftsaktivitäten und zur Strategie der einzelnen Business Areas bzw. der Konzernfunktionen. Zudem wurden unter Berücksichtigung der aktuellen Rating-situation und der Finanzlage des Konzerns die Unternehmens- und Investitionsplanung für das Berichtsjahr erörtert sowie entsprechende Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitet.

Bei zwei Sitzungen des Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses hat ein Mitglied jeweils einen Interessenkonflikt angezeigt. In den Sitzungen wurden Transaktionen behandelt, bei deren Vertragspartnern das Aufsichtsratsmitglied jeweils ein vergleichbares Aufsichtsratsmandat ausübt. Das Mitglied hat sich an den jeweiligen Erörterungen nicht beteiligt und der Stimme enthalten. Alle Mitglieder des Ausschusses wurden zu diesem Anlass erneut präventiv auf die Vertraulichkeit der Inhalte der Sitzungen hingewiesen. Weitere Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen gewesen wären, bestanden nicht.

Die Mitglieder des Nominierungsausschusses sind im abgelaufenen Geschäftsjahr zu zwei Sitzungen zusammengekommen. Schwerpunkte der Beratungen waren - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des DCGK - die Nachfolgeplanung für den Aufsichtsrat sowie die Erstellung eines Kompetenzprofils.

Für eine Sitzung des gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG gebildeten Vermittlungsausschusses bestand auch in diesem Berichtsjahr kein Anlass.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Die von der Hauptversammlung am 27. Januar 2017 zum Prüfer der Abschlüsse des Geschäftsjahres 2016/2017 gewählte PwC hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und den Lagebericht der thyssenkrupp AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Konzernabschluss der thyssenkrupp AG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 und der Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, wurden gemäß §315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Sowohl der Konzernabschluss als auch der zusammengefasste Lagebericht erhielten ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von PwC. Der Abschlussprüfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2016/2017 wurden in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 20. November 2017 sowie des Aufsichtsrats am 22. November 2017 umfassend diskutiert. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er informierte ferner über seine Feststellungen zum internen Kontrollsystem und zum Risikomanagement bezogen auf den Rechnungslegungsprozess und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses durch den Prüfungsausschuss hat dessen Vorsitzender in der Plenumssitzung ausführlich berichtet. Nach unserer Prüfung und Diskussion des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts im Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat sodann gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach Abschluss unserer Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und haben den Jahresabschluss der thyssenkrupp AG festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung sowie unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung und Finanzlage angeschlossen. Gemeinsam mit dem Vorstand schlagen wir der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2016/2017 eine Dividende von 0,15 € je Stückaktie auszuschütten.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Mit Ablauf des 31. Januar 2017 schied Ernst-August Kiel aus dem Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG aus. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben Ernst-August Kiel ihren Dank für die gute langjährige Zusammenarbeit ausgesprochen. Zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 7. Februar 2017 wurde Achim Hass gerichtlich bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeitern des Konzerns weltweit und den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2016/2017 und die erbrachten Leistungen.

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Ulrich Lehner

Vorsitzender

Essen, 22. November 2017

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Personalausschuss

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Markus Grolms

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Wilhelm Segerath

Prüfungsausschuss

Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender)

Markus Grolms

Tanja Jacquemin

Prof. Dr. Ulrich Lehner

Dr. Ralf Nentwig

Wilhelm Segerath

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss

Dr. Lothar Steinebach (Vorsitzender)

Markus Grolms

Susanne Herberger

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Prof. Dr. Ulrich Lehner

Peter Remmler

Wilhelm Segerath

Jens Tischendorf

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Ulrich Lehner (Vorsitzender)

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel

Dr. Ralf Nentwig

Prof. Dr. Bernhard Pellens

Entsprechenserklärung

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der thyssenkrupp AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gem. § 161 AktG

Die thyssenkrupp AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 und wird diesen auch zukünftig entsprechen.

Ferner hat die thyssenkrupp AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Oktober 2016 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 5. Mai 2015 sowie, seit deren Veröffentlichung im Bundesanzeiger, in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen.

Duisburg/Essen, 1. Oktober 2017

Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand
- Lehner- - Hiesinger -